TOTUS TUUS, MARIA !

DIE SAMEN DES EWIGEN FRÜHLINGS

Betrachtung von der Heiligsten Jungfrau Maria inspiriert

an Myriam van Nazareth

Bei der Inspiration der nachfolgenden Betrachtung sprach die Herrin aller Seelen folgendermaβen:

"Sehr viele Seelen, auch unter den Christen, haben jedes Verständnis von dem Wesenskern des Lebens, demjenigen, wozu sie wirklich auf Erden sind und das weit über alles Weltliche hinaus steigt, verloren. Sie sehen dadurch auch nicht länger den Sinn ihres Lebens. Diese Blindheit bildet eine ernsthafte Bedrohung für die Fruchtbarkeit des ganzen Christentums und einer jeden einzelnen Seele hinsichtlich Gottes letztendlicher Absicht mit der Schöpfung: der Gründung Seines Reiches auf Erden als Spiegelbild des Himmlischen Reiches. Aus diesem Grunde schenke Ich dir die nachfolgenden Bilder und gieβe auch diese Belehrung in dein Herz aus, im Rahmen der Wissenschaft des Göttlichen Lebens". (Maria, im Juni 2015)

Jede Menschenseele ist zu dem Zweck auf Erden, dass sie dort eine Lebensaufgabe zu Diensten von Gottes Heilsplan erfüllt, und somit als Werkzeug für die Vollendung von Gottes Werken innerhalb der Schöpfung. Die Seele ist also weder der Mittelpunkt der Schöpfung noch jener ihres eigenen Lebens: Alles dreht sich ausschlieβlich um Gott. Gott ist nicht für die weltlichen Bedürfnisse der Seelen da, die Seelen sind im Gegenteil für die Erfüllung von Gottes Heilsplan da, der jeder individuellen Seele das Ewige Glück bereiten will und die ganze Schöpfung zu einem System machen will, von dem sämtliche Elemente in einer vollkommenen Harmonie und einem vollendeten Frieden zusammenleben. Diese vollkommene Harmonie ist nur in dem Maβe möglich, wie jede Menschenseele die wahre Liebe, die Göttliche Lebenskraft, welche der Schöpfer unaufhörlich durch die Schöpfung schickt, optimal in sich benutzt und ungehemmt zu allen ihren Mitgeschöpfen hin verbreitet. In dem Maβe, in dem die Menschenseele die wahre, bedingungslose Liebe tatsächlich lebt und in Anwendung bringt, erhöht sich der Stand der Gnade der ganzen Menschheit. Die Schöpfung hat durch die Erbsünde und alle darauf folgenden Sünden der Menschenseelen den wahren Frieden verloren. Der Stand der Gnade der ganzen Menschheit ist der Faktor, der den Stand des Friedens und der Harmonie der ganzen Schöpfung bestimmt.

Der Menschenseele obliegt somit die Haftung für den Zustand der ganzen Schöpfung. Tatsächlich, Gott hat die Menschenseele als Spiegel Seiner Gegenwart in der Schöpfung gemeint: Die Menschenseele im Stande der seelischen Blüte und Reinheit, so wie Gott sie beabsichtigt hat, sollte dazu imstande sein, jedes Geschöpf die Nähe von Gott Selbst erfahren zu lassen. Reinheit wurde ja einst von der Himmelskönigin als das Maβ bezeichnet, in dem die Seele imstande ist, Gottes Licht ungehemmt weiter zu strahlen, und in dem sie somit für ihr Umfeld ein Spiegel von Gott Selbst ist.

Gott hat die Menschenseele als Krone auf Seinen Schöpfungswerken erschaffen. Von jeder Menschenseele erwartet Er, dass sie Ihn vergegenwärtigt, das heiβt, dass sie Seine Gegenwart für alle ihre Mitgeschöpfe spürbar machen soll. In dem Maβe, wie es einer Seele gelingt, diesem Wunsch gerecht zu werden, wächst sie an Heiligkeit. Heiligkeit heiβt: die Fähigkeit der Seele, durch alle ihre Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle und Bestrebungen Heil auf die Schöpfung herab zu bringen und somit Gottes Heilsplan vollenden zu helfen. Der letztendliche Zweck von Gottes Heilsplan ist die Gründung von Gottes Reich der vollendeten Liebe, des vollendeten Friedens und der vollendeten Harmonie unter allen Geschöpfen auf Erden, wodurch die Schöpfung gleichsam der stoffliche Spiegel des Himmlischen Reiches wäre, das nicht stofflich ist.

Jede Menschenseele, die in die Welt kommt, trägt eigentlich diese Aufgabe in sich als ihre wahre Berufung, den einzigen wahren Sinn ihres Lebens: Sie lebt letztendlich nur dazu, Gottes Heilsplan erfüllen zu helfen. Damit sich dies verwirklichen lässt, stattet Gott jede Seele mit spezifischen Fähigkeiten, Talenten und Gaben aus, und gieβt Er in jede Seele unaufhörlich Inspirationen und Gnaden aus, die dazu gemeint sind, ihr zu helfen, ihre spezifischen Fähigkeiten, Talente und Gaben zu ihren höchsten Renditen zu verhelfen, damit die Seele ihr wahres Lebensziel auf fruchtbare Weise erreichen kann, das bekanntlich daraus besteht, einen optimalen Beitrag zur Vollendung von Gottes Heilsplan mit der ganzen Schöpfung zu leisten.

Die von Gott für die Menschenseele beabsichtigte Eigenschaft als 'Spiegel Seiner Gegenwart' ist keine automatische Errungenschaft. Die Seele muss dies fertig bringen durch eigene beharrliche Anstrengungen und somit durch einen offensichtlichen Willen, so zu sein und zu handeln, wie Gott dies gerne hätte. Die Seele ist auf Erden der Gegenstand eines ständigen Kampfes zwischen Licht und Finsternis. Das Licht ist die Gesamtheit der Werke, welche Gott, vorzugsweise durch die Menschenseelen, zu vollbringen versucht. Die Finsternis dahingegen, ist die Gesamtheit aller Werke, welche der Gegner Gottes, Satan, versucht, in der Welt Wurzeln schlagen zu lassen. Satan (der Böse, der anfangs noch Luzifer hieβ und der Höchstrangige unter den Engeln war) kam durch seinen Widerstand gegen Gottes Pläne zu Fall und wurde aus dem Himmel vertrieben. Er erhielt jedoch von Gott die Erlaubnis, die Menschenseelen zu prüfen. Diese Erlaubnis wurde deshalb von Gott gewährt, weil Gott feststellen wollte, in welchem Ausmaβ jede Menschenseele dazu bereit war (und ist), ihren freien Willen von ganzem Herzen für den Dienst an Gottes Plänen und Werken einzusetzen. Gott will Seine Werke tatsächlich vorzugsweise durch Zusammenarbeit mit der Menschenseele und mit ihrer vollen Einstimmung und ihrem aufrichtigen Sehnen nach der Vollendung Seiner Pläne verwirklichen. Gott nötigt Seine Wohltaten nicht auf, die Menschenseele muss Ihm zeigen, dass sie sich diese wünscht, und zwar damit sie diese vollkommen in Seinem Dienst und für die Verwirklichung Seiner Pläne ausarbeiten kann, wobei sie ihre eigenen Wünsche zugunsten der Wünsche Gottes zurückstellen muss.

In dem Maβe, wie sich die Seele freiwillig und von ganzem Herzen in den Dienst von Gottes Werken und Plänen stellt, wirkt sie bei den Werken des Lichtes mit und erhöht sie dadurch den eigenen Stand der Heiligkeit ebenso wie den Gnadenstand der ganzen Schöpfung: Sie bringt dann Heil auf die Schöpfung herab. Der Seele wird in ihrem Anliegen, das Gute zu vollbringen (d.h.: bei der Verwirklichung von Gottes Werken mitzuwirken) ständig vom Bösen entgegengewirkt, der sich zum Ziel gesetzt hat, Gottes Werke und Pläne unausführbar zu machen bzw. diese zu zerstören. Um dies zu erreichen, versucht er unaufhörlich, die Menschenseele von Gott loszureiβen und ihre Wünsche und Bestrebungen in den Dienst an seinen eigenen Werken von Finsternis zu stellen. Dies heiβt konkret, dass sich Satan zum Ziel setzt, in jeder Menschenseele die Fähigkeit, die wahre Liebe zu empfinden und zu leben, zu zerstören.

Damit die Seele für die Aufgabe fruchtbar ist, für welche sie wirklich in die Welt gesandt worden ist, muss sie jeden Augenblick ihres Lebens im Herzen möglichst innig mit Gott verbunden bleiben, damit sie tief im eigenen Wesenskern Gottes Führung empfängt und diese ständig mit den selbst erhaltenen Talenten und Eigenschaften in Verbindung bringt. Gottes Führung ist wie die Nahrung, das 'Düngermittel', das all dasjenige, was im Acker der Seele an Saat für Gottes Werke des Lichtes verborgen liegt, zum Leben erwecken und fruchtbar machen soll.

Alles, was im Leben der Seele auf Erden erfolgt, dient ausschlieβlich ihrer seelischen Entwicklung, und muss von ihr in einer solchen Weise benutzt werden, dass es zur Erfüllung ihrer Lebensaufgabe beitragen kann. Aus diesem Grunde versucht Gottes Vorsehung, die Seele auf ihrem Weg durch das Leben zu führen und zu begleiten. Der Lebensweg setzt sich im Grunde genommen aus einer Verkettung unzähliger Ereignisse und Situationen zusammen, worauf die Seele in den unterschiedlichsten Weisen reagieren kann, sowohl innerlich wie auch nach auβen hin:

  • Innere Reaktionen sind jene, welche sich im Herzen (in den Gefühlen) und im Geist (in den Gedanken) der Seele abspielen und dort im Kontakt mit dem bereits vorhandenen Gepäck an Erfahrungen und Erinnerungen, aber auch an Talenten, Fähigkeiten, den Verfassungen des jeweiligen Zeitpunktes und der ständigen Gnadenwirkung in den unterschiedlichsten Formen, die seelische Entwicklung gestalten helfen.
  • Reaktionen nach auβen hin sind die Verhaltenselemente der Seele auf ihr Umfeld hin, in Handlungen, Worten, Mimik und in allem, wodurch die Seele bewusst oder unbewusst ihrem Umfeld Signale gibt (z.B. durch Tränen).

Die Dinge der Welt sind von zweitrangiger Bedeutung, weil das Leben auf Erden kein Ziel an und für sich bildet, sondern lediglich ein Übergang zum wahren Leben der Seele in der Ewigkeit ist. Kein einziges der Ereignisse auf dem Lebensweg der Seele auf Erden bildet ein Ziel an sich. Die Ereignisse des irdischen Lebens sind lediglich Mittel, die dazu gedacht sind, die Seele bilden zu helfen (ihr dabei zu helfen, zum Muster von demjenigen zurückzukehren, wie Gott sie gedacht hatte) und dazu, ihr die Gelegenheit zu bieten, Aufopferungen zur Entschädigung der Sündenschuld der ganzen Menschheit der Göttlichen Gerechtigkeit gegenüber darzubringen. Die Mitwirkung der Menschenseele mit Gott zur Verwirklichung Seiner Werke und Seines Heilsplans besteht nämlich daraus:

  1. dass sie ihre Liebe durch all dasjenige verbreitet, was sie tut und sagt, und durch alles, was in ihr vorgeht;
  2. dass sie freiwillig sämtliche Prüfungen ihres Lebens auf Erden mit den von Gottes Sohn Jesus Christus als Gott-Menschen auf Erden dargebrachten erlösenden Leiden verbindet. Gott hat es so verfügt, dass sämtliche Leiden, Prüfungen, Aufopferungen und Entsagungen, die freiwillig und mit Liebe Gott dargeboten (geweiht) werden, mit einer Kraft bekleidet werden, durch welche Elemente der Schuld, die wegen der Sünde (d.h. wegen jeder Abweichung gegenüber Gottes Gesetz der wahren Liebe) auf der Menschheit lastet, getilgt werden. So hat Gott für die Menschenseelen Mittel vorgesehen um die Finsternis ihrer Sündhaftigkeit auszugleichen (zu erleuchten, 'abzubezahlen') durch Licht, das sie mittels des Stromgenerators erzeugen kann, der 'Wahre Liebe' heiβt.

Nichts, kein einziges Element des Lebens auf Erden, hat somit an und für sich eine Bedeutung oder einen Sinn, es dient ausschlieβlich der Bildung der Seele in deren Wachstum zur Heiligkeit (der Vervollkommnung als Menschenseele) und der Lebensaufgabe und der Rolle, welche die Seele als den von Gott von ihr erwarteten persönlichen Beitrag zur Vollendung Seiner Werke und Pläne zu erfüllen hat. Für Gott ist dabei von wesentlicher Bedeutung, dass die Seele freiwillig, also aus ihrer eigenen Initiative, Liebe aufzubringen bereit ist, und zwar in vollkommener Verleugnung von demjenigen, was sie als ihre eigenen Interessen betrachten kann, und dass sie jede Anstrengung dazu mit dem Vorbild in Verbindung bringt, das ihr von Gott Selbst durch Jesus Christus gesetzt worden ist. Der goldene Weg um dies zu vollbringen, ist den Seelen durch Jesus Selbst gegeben, während Er Seine Erlösungswerke am Kreuz vollendete: der Weg der vollkommenen, bedingungslosen und lebenslänglichen Weihe an die Heilige Jungfrau Maria, durch welche die Seele sich selbst, ihr ganzes Wesen und sämtliche Einzelheiten ihres Lebens in Marias Hände legt damit Sie souverän darüber verfügt, zur höchsten Fruchtbarkeit der Seele im Dienst von Gottes Heilsplan, und wobei die Seele mit Maria einen Bund eingeht, kraft dessen die Gottesmutter ihr ganzes Leben lenken helfen kann und darf.

Gottes Vorsehung schafft mithin Gelegenheiten zum Kontakt zwischen Geschöpfen, in der Absicht, die Menschenseelen im seelischen Bereich bilden zu helfen und ihnen bei ihrer Entwicklung zur Vervollkommnung zu helfen. Manche Kontakte sind kurzfristig, andere sind von längerer Dauer. Diese Kontakte können zu Beziehungen unterschiedlicher Art, Intensität und Beständigkeit führen. Manche dieser Beziehungen können zu wahren Bünden Anlass geben, welche die Menschenseele mit einem oder mehreren Mitmenschen (einer Ehe, dem Bund zwischen Eltern und Kindern, usw.) und sogar mit Tieren (Haustieren...) eingeht. Solche Bünde sind Verträge, welche die Menschenseele vor Gottes Antlitz mit einem Mitgeschöpf eingeht. Es handelt sich dabei um eine Beziehung, welche auf einem soliden Fundament bedingungsloser, selbstloser Liebe, Fürsorglichkeit und Pflege erbaut werden muss. Alle diese Kontakte und Beziehungen dienen letztendlich nur einem einzigen Zweck: der Vervollkommnung der Menschenseele in der Empfindung, Anwendung und Verbreitung der wahren Liebe, welche der Brennstoff der Schöpfung und das Medium für die Vollendung von Gottes Heilsplan mit der Gründung von Gottes Reich auf Erden ist.

Jeder Einfluss seitens Mitmenschen, der Elemente weltlichen Denkens und Strebens in sich trägt, wird, unter der Bedingung dass, und in dem Maβe, wie die Seele im Herzen mit Gott verbunden bleibt, von ihr als ein Werk der Finsternis erkannt werden, das darauf abzielt, ihr seelisches Gleichgewicht ins Wanken zu bringen, sie von dem für sie bestimmten Weg zu entfernen, und der Kraft und der Reinheit ihrer Werke und ihrer inneren Verfassungen zu schaden. Aus diesem Grunde wird die Seele, die sich vollkommen von Gottes Geist führen lässt, solche Einflüsse entschieden auβer Acht lassen, d.h. sie wird diese weihen und ihnen anschlieβend die Kraft rauben, indem sie es nicht zulässt, dass sie die inneren Verfassungen der Seele auf Dauer zu jenen der Finsternis hin ziehen. Die Weihe sämtlicher Elemente des irdischen Lebens, ebenso wie sämtlicher inneren Verfassungen und sämtlicher Erfahrungen der Seele kann als den übergeordneten Bund betrachtet werden, den Gott zu dem Zweck vorgesehen hat, die spirituelle Fruchtbarkeit des irdischen Lebens der Seele zu vervollkommnen. Gott hat die vollkommene, bedingungslose und lebenslängliche Weihe an die Heiligste Jungfrau Maria als den goldenen Weg vorgesehen, um das Leben und die spirituelle Blüte der Seele zu krönen und ihren Beitrag zur Verwirklichung Seines Heilsplans zu optimieren.

Weil es für Gott so grundlegend ist, dass die Menschenseele die Empfindung und Anwendung der wahren Liebe in ihrem Leben zur Vollendung zu führen versucht und die ihr geschenkten Fähigkeiten und Gnaden im höchsten Ausmaβ zu entfalten versucht, damit sie fähig ist, den gröβt möglichen Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan zu leisten, bedient sich die Finsternis für ihre Zerstörungspläne aller Mittel, welche diese Entwicklung (die wir als 'seelische Entwicklung' der Seele kennen) unterminieren können. Es ist dem Bösen bekannt, dass die Menschenseele Schwächen unterliegt, welche mit den nachfolgenden Elementen zusammenhängen:

  1. ihrer stofflichen Natur und den sich daraus ergebenden Bedürfnissen (die Seele braucht auf Erden bestimmte stoffliche Mittel zum Überleben), welche die Seele auβerdem sehr anfällig machen für Selbstsucht;
  2. dem 'Leck', das in jeder Seele durch die Erbsünde entstanden ist (den ersten Akt des Ungehorsams Gott gegenüber, wodurch die Seele bezeugte, dass sie sich nicht ungeteilt zugunsten des Dienstes an Gottes Werken entschieden hatte);
  3. der Tatsache, dass die Seele infolge der Erbsünde nicht mehr automatisch die Fülle der Wahrheit vor sich sieht, sondern dass sie diese durch beharrlichen Einsatz ihres Willens zu Diensten von Gott tief in sich entdecken lernen muss, und sie auch Gottes Führung tief im eigenen Herzen spüren lernen muss, was es erforderlich macht, dass sie beharrlich striktestens die Reinheit übt.

Diese Schwächen werden von der Finsternis mit dem Zweck ausgenutzt, die Seele auf ihrem Weg der Heiligung abzubremsen.

Weil es für die Verwirklichung von Gottes Werken so grundlegend ist, dass jede Seele allen ihren Mitgeschöpfen gegenüber eine bedingungslose Liebe in Anwendung bringt, baut sich die Finsternis ihr ganzes Tätigkeitsgebiet rund um die Unterminierung der Liebe und der Fähigkeit einer jeden Menschenseele, Liebe in sich aufzunehmen und um sich herum zu verbreiten. Dies ist es, was wir unter 'Versuchung zur Sünde und zur Untugend' verstehen sollen, denn Sünde und Untugend sind alle Ausdrücke des Verstoβes gegen Gottes Gesetz der Liebe. Um ihre Zerstörungspläne zu verwirklichen, versucht die Finsternis sowohl die Umstände (Situationen) als auch die Menschenseelen zu beeinflussen. In Menschenseelen tut sie dies dadurch:

  1. dass sie die Seele innerlich verunreinigt in ihrem ganzen Denken und Fühlen, damit diese durch Entmutigung, Zweifel, Verunsicherung, Ängste, unwiderstehliche stoffliche Bedürfnisse und Scheinbedürfnisse und unreine Gedanken und Gefühle zerrüttet wird und ihr ganzes Tun und Lassen und ihre ganzen inneren Verfassungen für Gottes Werke und Pläne unfruchtbar werden;
  2. dass sie die Seele zum Stolperstein für ihre Mitgeschöpfe macht. Zu dem Zweck versucht die Finsternis, Seelen durch Beeinflussung von Seiten ihres Mitmenschen unwirksam zu machen, wobei auch dieser Letztgenannte selbst unfruchtbar wird, denn er verbreitet dadurch Finsternis, dass seine eigene Seele selber bereits in Finsternis gehüllt ist. Auβerdem wird die Seele, die sich also in den Dienst der Finsternis stellt, durchwegs so weitgehend für ihre eigenen Verfassungen blind, dass sie weder annehmen will noch kann, dass ihre Werke der Finsternis dienen. Nicht selten ist diese Seele davon überzeugt, dass sie durch ihre Machenschaften und Werke zum Nachteil ihres Mitmenschen in Wahrheit Gott einen Dienst erweist.

Damit die Seele ihre Fruchtbarkeit als Werkzeug für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan aufrechterhält, soll jede Seele somit ständig sich selbst auf den nachfolgenden drei Punkten prüfen:

  1. Liebe ich Gott wirklich? Wie weit bin ich bereit zu gehen, um Seine Werke des Lichts verwirklichen zu helfen, ohne mich von dem Anstreben eines eigenen weltlichen Vorteils führen zu lassen? Inwieweit zielen mein ganzes Tun und Lassen und alle meine Gedanken, Gefühle und Bestrebungen darauf ab, in allen Einzelheiten zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan beizutragen?
  2. Wenn ich jede Einzelheit meines Alltags und meine diesbezüglichen Reaktionen betrachte, wie groβ ist dann offensichtlich mein Widerstand gegen die Beeinflussung durch finstere Gedanken, Gefühle, Wünsche und Versuchungen, mit anderen Worten: Wie stark ist mein Wille, in allem Gott zu dienen und sämtliche Werke und Pläne der Finsternis in mir unwirksam zu machen?
  3. Inwieweit werde ich in meinem Umgang mit allen meinen Mitgeschöpfen in allen Aspekten meines Verhaltens und allen meinen inneren Verfassungen durch bedingungslose Liebe und durch bedingungslosen Respekt geführt? Mit anderen Worten: Inwieweit bin ich meinen Mitgeschöpfen gegenüber ein Kanal des Lichtes und der Wärme, oder eben ein Kanal der Finsternis? Inwieweit bin ich mir darüber im Klaren, dass Gott Selbst in allen meinen Mitgeschöpfen lebt und fühlt, und dass Er somit meine Einstellung ihnen gegenüber als meine Einstellung Ihm gegenüber betrachtet?

Die Finsternis versucht jede Seele durch jeden dieser drei Punkte vom Licht wegzuführen: dadurch, dass sie die Liebe und den Einsatz der Seele für Gottes Werke schwächt, dass sie ihren Widerstand gegen Versuchungen schwächt, und dass sie die Seele ihren Mitgeschöpfen gegenüber in eine Wolke verwandelt, die sich zwischen Gott und die Mitgeschöpfe schiebt damit deren Herzen sich verfinstern und deren Lebenskraft ins Wanken kommt. Besonders durch diesen dritten Punkt geht der Böse, wie ich vorhin betonen durfte, so listig vor, dass Seelen oft nicht einmal erkennen, dass sie sich von ihm als Werkzeug der Finsternis gegen ihre Mitgeschöpfe einsetzen lassen.

Die Bedeutung einer Einstellung ungeteilter Liebe allen Mitgeschöpfen gegenüber wird der Seele nur in dem Maβe klar, wie sie sich dessen bewusst ist, dass jedes Mitgeschöpf hier auf Erden eine wohlumrissene Aufgabe zu erfüllen hat und somit eine ganz bestimmte Rolle innerhalb der Vollendung von Gottes Heilsplan spielt. Die Seele, die dies voll und ganz begreift, wird vielmehr dazu neigen, für jedes Mitgeschöpf ein Kanal des Lichtes und der Wärme als ein Stolperstein auf dessen Weg zu sein, denn sie erkennt dann ebenfalls, dass jedes Mitgeschöpf dazu berufen ist, ein einzigartiges Werkzeug innerhalb von Gottes Plan zu sein. Eine Einstellung und ein Verhalten bedingungsloser Liebe allen Mitgeschöpfen gegenüber vergröβert den Beitrag, den die Seele zur Verwirklichung von Gottes Plan leistet, und macht somit ihr Leben fruchtbarer.

Nicht selten fallen Seelen Machenschaften seitens des Bösen im Sinne der im dritten Punkt der obigen Auflistung Angedeuteten anheim. Die Finsternis bedient sich sehr gerne der Seelen, die sich als bereit herausstellen, ihrem Mitmenschen in dessen Berufung entgegenzuwirken. Einer der zerstörendsten und am häufigsten angewandten Wege, zu denen sich solche Seelen oft verführen lassen, ist jener, ihren Mitmenschen zu richten, zu verurteilen, zu kritisieren und zu verleumden, wodurch sie ihn auf die unterschiedlichsten Weisen zu entmutigen versuchen bzw. versuchen, ihm das Vertrauen zu rauben, das er seiner inneren Führung durch Gottes Geist entgegenbringt. Solche Seelen kennzeichnen sich durch Oberflächlichkeit: Sie handeln und sprechen, und vollziehen ihre Zerstörungswerke gegen ihren Mitmenschen ohne dessen wahre Berufung wirklich zu kennen bzw. ohne diese Berufung wirklich zu begreifen. Tatsächlich, keine Seele ist dazu imstande, ihren Mitmenschen und dessen Lebensaufgabe vollkommen richtig zu beurteilen, denn kein Mensch kennt die ganzen Hintergründe von dem, was sich zwischen der Seele eines Mitmenschen und Gott abspielt, noch die Einzelheiten dessen Lebensaufgabe und der von Gott geplanten Auswirkung derselben. Seelen berücksichtigen oft nicht die Tatsache, dass dasjenige, was ein Mensch tut oder eben nicht tut, oder die Tatsache, dass er etwas Bestimmtes (noch) nicht tut zu dem Zeitpunkt, zu welchem sie dies aus ihrer (oft weltlichen) Sicht erwartet hätten, einen gültigen Grund haben kann, der damit zusammenhängt, dass ihr Mitmensch strikt der Stimme seiner inneren Führung folgt und somit gerade den Gipfel seiner Fruchtbarkeit in Gottes Dienst erreicht haben kann.

Oberflächliche Seelen neigen dazu, sich nicht nur aufgrund ihrer durchaus unvollständigen Vorstellung der Lebensberufung ihres Mitmenschen ein sehr verzerrtes Bild von dessen Lebenslauf und dessen Werken zu machen, sondern diese Letzteren darüber hinaus zu beurteilen und nicht selten zu verurteilen und ihre verzerrte Vorstellung als 'die Wahrheit' zu verkünden, was heiβt, dass sie sich oft der Verleumdung schuldig machen. Nicht selten neigen sie ebenfalls dazu, ihrem Mitmenschen 'Ratschläge' darüber zu erteilen, wie er sein Leben und seine Werke ändern soll damit er 'es richtig macht', in einem Versuch, ihn 'aus seinem Irrtum erwachen zu lassen'. Sagt nicht Jesus mit Recht 'Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet'? Und sagte nicht die Herrin aller Seelen bereits vor Jahren, dass eine Seele ihr Leben in Gottes Augen nicht dadurch fruchtbarer macht, dass sie über den Zaun ihres Seelengartens in die Gärten ihrer Mitseelen schaut und diese kritisiert bzw. beurteilt, sondern ausschlieβlich dadurch, dass sie den eigenen Seelengarten unaufhörlich bearbeitet?

Die Himmelskönigin lädt die Seelen dazu ein, die Schöpfung wie einen Acker, ein Feld zu betrachten, der bzw. das von Gott mit einem unübersehbaren Himmlischen Schatz an Rohstoffen befruchtet worden ist. Jede Menschenseele betrachtet Sie wie einen Samen. Jedes Mal, wenn eine Seele auf Erden geboren wird, wird gleichsam ihr Samen in den Acker der Schöpfung gestreut. Aus diesem Boden muss dieser Samen, der selber auch mit einem Gepäck an Fähigkeiten, Eigenschaften und Talenten ebenso wie mit den von Gottes Intelligenz gelenkten Wachstums- und Blütegesetzen ausgestattet ist, seine Himmlische Nahrung schöpfen. Von dem Samen wiederum wird erwartet, dass er die in ihm enthaltene Ausrüstung in Verbindung mit der Himmlischen Nahrung aus dem Boden und den Gnadenwirkungen von Gottes Vorsehung in sich einbaut, damit er in den Stand versetzt wird, zu einer Blume, einem Strauch oder einem Baum aufzublühen, je nach seiner spezifischen Lebensberufung. Genauso verschiedenartig wie die Blumen, Sträucher und Bäume auf Erden sind, so unterscheiden sich auch die Seelen voneinander in allen ihren Eigenschaften, Talenten und ihrer ganzen weiteren Ausrüstung. Die Gnadenwirkungen können wir uns dabei als Sonnenschein, Regen und Wind vorstellen. Der Wind überträgt Blütenstaub von einer Blume oder einem Baum auf die bzw. den andere(n), was wir uns als die Kontakte vorstellen können, welche die Seele auf ihrem Lebensweg mit Mitgeschöpfen erfährt: Durch jeden Kontakt zwischen Seelen, egal wie kurz oder bedeutungslos dieser auch sein mag, kann eine Art Befruchtung stattfinden. Eine Menschenseele kann übrigens auch in einem nicht geringen Ausmaβ durch ihre Kontakte mit Tieren befruchtet werden. Aus diesem Grunde bezeichnet die Herrin aller Seelen die Tiere als 'Bächlein des Heils', Kanälchen, durch welche die Menschenseele unterschiedliche Einflüsse erfahren kann, die zu ihrer seelischen Reifung beitragen können.

Alle Menschenseelen (Samen) müssen sich somit anstrengen, ihre innere Ausrüstung in Verbindung mit:

  • den Elementen, die Gott ihr durch die Schöpfung (den Acker, das Feld) zukommen lässt, und
  • den Einwirkungen von Gottes Gnaden und Seiner Vorsehung;

ebenso wie durch

  • die Belehrungen mit Bezug auf Seine Wahrheit und die Einströmung Seiner Liebe als Trägerin des wahren Lebens (das Sonnenlicht),
  • die Prüfungen (den Regen), und
  • sämtliche anderen inspirierenden und unterstützenden Elemente (den Wind),

als Baustoffe für ihre seelische Reifung oder Heiligung zu benutzen (die Samen müssen sich in Blumen, Sträucher oder Bäume verwandeln). Also muss das Feld voller Samen zu einem Paradies voller Blumen, Sträucher und Bäume werden. Dieses Paradies steht symbolisch für dasjenige, was wir als Gottes Reich auf Erden bezeichnen, in dem die Seelen in der Verfassung leben, welche die Herrin aller Seelen als den Ewigen Frühling bezeichnet, der Verfassung, in welcher die Seele das wahre Göttliche Leben, die wahre Liebe, den vollkommenen inneren Frieden, die wahre Heiligkeit in sich trägt.

Jeder Menschenseele obliegt die heilige Pflicht, ihr ganzes Tun und Lassen und ihre ganze innere Verfassung so vollkommen an dem Licht und der Vollendung der Werke des Lichtes zu orientieren, dass in ihr der Ewige Frühling voll zur Blüte kommen kann. In dem Maβe, wie sich jede Seele anstrengt, so zu leben und dabei ihre eigenen vermeintlichen Bedürfnisse vollkommen hinter jene von Gottes Heilsplan zurückzustellen vermag, wird das Feld der Schöpfung fruchtbarer und üppiger, und kann die Schöpfung tatsächlich zu einem Spiegel des Himmelreiches werden. Wir leben dann die Wiederkunft des Irdischen Paradieses in den Menschenseelen, indem diese sich durch bewussten und freiwilligen Einsatz vollkommen der Verwirklichung von Gottes Sehnen in sich selbst widmen.

Dieser Zustand ist im Grunde genommen die Wiedergeburt der Menschenseele als Bild und Gleichnis Gottes, so wie sie bei ihrer Schöpfung gemeint war. Das, und nur das, ist Gottes letztendliche Absicht mit Ihrem Leben auf Erden. Gottes Willen zu tun, ist somit nichts anderes als Ihr Leben so zu führen und Ihr Herz so bilden zu helfen, dass Sie mit jeder Einzelheit Ihres Lebens konkret so umgehen, dass sich diese Absicht verwirklichen lässt. Gott will jede Menschenseele nötig haben um in einem absolut vollkommenen Bund der Liebe zusammen mit ihr Seinen Plan mit der Schöpfung zu vollenden. Es gibt keinen anderen Weg in die Fülle des Friedens und des Glücks als jenen, den eigenen Willen vollkommen eins mit Gottes Willen zu machen. Ihr Samen ist nicht dazu in den Acker gestreut worden, dass er von den Ungeheuern der Versuchung und der Sünde verschlungen wird, sondern dazu, dass er sich in eine Blume, in einen Strauch oder in einen Baum für den Ewigen Frühling von Gottes Reich auf Erden verwandelt.

Myriam, im Juni 2015