TOTUS TUUS, MARIA !

ANWENDUNG DER WISSENSCHAFT DES GÖTTLICHEN LEBENS

Briefe von der Himmelskönigin an einzelne Seelen
226-300

Auf Einladung der Gottesmutter ist das Verzeichnis der in den Briefen behandelten Themen entfernt worden. Die Himmelskönigin hat aus dem nachfolgenden Grund darum gebeten:
Jeder Brief behandelt von Natur aus unterschiedliche Themen. Deswegen lassen sich sämtliche behandelten Themen kaum in einem Titel fassen. Ein Titel wirkt somit gleichsam einschränkend. An anderen Stellen dieser Webseite haben wir bereits darauf hinweisen müssen, dass es Teil der Art und Weise ist, wie die Gottesmutter Ihre Kinder unterrichten will, dass Sie betont, wie wichtig es ist, dass Seelen selber spontan, freiwillig und aus ihrem eigenen Einsatz und Interesse heraus die Texte studieren. Mit Ihren eigenen Worten ausgedrückt: "Durch Mein Maria Domina Animarum Werk werden die Seelen in den Himmlischen Garten hinein geführt, sollen allerdings durch ihren eigenen freien Willen ihren Weg zwischen den Blumen finden. Gott bildet nur Seelen, und bereitet nur Gnaden für Seelen, nach dem Maß, in dem sie aktiv bei ihrer Bildung und Blüte mitwirken".
Bei den Briefen selbst werden in den Titeln nach wie vor andeutungsweise bestimmte Themen verzeichnet. Diese Andeutungen vertreten keinesfalls den vollständigen Inhalt eines Briefes. Bei der Lektüre der meisten Briefe wird sich herausstellen, dass ihr Inhalt die in ihrem Titel angedeuteten Themen übersteigt.

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Brief 226
Das Leben, das mit weltlichen Interessen und Tätigkeiten gefüllt ist, besitzt keine Seele –
Was zu tun, wenn man in der Schwangerschaft an Depressionen gelitten hat? — Was zu tun, wenn man aufgestanden ist und es einen bald wieder ins Bett zieht?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Wenn eine Seele einmal bis in den Tempel der tieferen Wahrheiten hat vordringen dürfen und dort manche der ungeahnten Schönheiten aus dem Herzen Gottes zu Gesicht bekommt, scheint es ihr so, als ob die Welt außerhalb dieses Tempels eine Leere ist, ein Land ohne Seele. Ich könnte es auch so ausdrücken: Nehmen wir an, eine Seele spaziert im August quer durch die Felder. Die Sonne scheint, tausend Blumen blühen am Wegrand, farbig und duftig, Schmetterlinge begleiten die wandernde Seele mit Schönheit und Eleganz, und Vögel singen, als käme ihr Lied gerade aus dem Herzen Gottes. In der Seele wird ein Friede geboren, den sie außerhalb der 'menschenlosen' Natur nicht finden kann. Dieser Friede ist die Frucht der Berührung mit Gott: Die Natur in ihrer sommerlichen Schönheit und Stille setzt alle Liebe frei, die in ihr geborgen liegt und die Gott bereits in der Saat der vielen Blumen und Bäume und in den Tieren hat keimen lassen. Diese immensen Auswirkungen der Göttlichen Liebe sind es, welche der Seele diese verzückenden Gefühle vermittelt.

Nun denn, nehmen wir jetzt an, diese Seele geht am Abend ihres Spazierganges zu Bett, das Herz von allen diesen Göttlichen Geschenken gefüllt. Mitten in der Nacht wird sie aus dem Bett geholt und ohne ihr Wissen in eine Großstadt am anderen Ende der Welt gebracht, wo es Winter ist. Sie erwacht, friert fast vor Kälte und findet weit und breit nichts als Häuser und entseelten Straßenverkehr. Ein weit hergeholtes Bild? Oberflächlich betrachtet vielleicht, aber genau dies ist der Unterschied zwischen der inneren Empfindungswelt einer Seele, die fest im Glauben verwurzelt ist, Göttliche Mysterien und die innere Berührung durch die Herrin aller Seelen kennenlernt, und andererseits einer Seele, die sich tief in die weltlichen Dinge und Tätigkeiten eingegraben hat. Diese letztgenannte Seele wird von einer bedauerlichen Gefühlsarmut gekennzeichnet.

Wenn die Seele, die im Tempel der Wahrheit zu verweilen versucht, um sich herum schaut und alle diese sinnlosen Tätigkeiten vieler Seelen betrachtet, die sich weltlichen Versklavungen verschenkt haben, kann sie von einer tiefen Betrübnis befallen werden. Ich glaube, das ist es gerade, was Sie zurzeit durchmachen. Es ist die Betrübnis, festzustellen, wie schwer es der Sonne vom Ewigen Licht gemacht wird, in viele Seelen hineinzustrahlen.

Welch reichen Schatz haben Sie im Boden Ihres Herzens entdeckt, als Sie haben feststellen dürfen, welchen Frieden und welche Freude in Ihnen geboren wurde, als Sie sich eine Tages mit der Tatsache abfinden konnten, dass Gott einen anderen Plan mit dem Sohn verfolgte, als Sie sich vorher gedacht hatten. Sie haben den reichen Obstbaum der Geduld in Ihrem Seelengarten gefunden und Sie haben die Erfahrung machen dürfen, dass die Annahme von Gottes Zeit und Gottes Verfügung für eine Entwicklung wie ein Ventil wirkt, durch welches die Seele ihre Verspannung los werden kann. Die Entscheidung, nicht länger selber die Entwicklungen regeln und dem Ausgang derselben vorgreifen zu müssen, sondern alles der unfehlbaren Ewigen Weisheit in die Hände zu geben, wirkt für viele Seelen wie die Entriegelung ihres Kerkers. Gott hat mit unserem Leben so manchen Plan, den Er zu Ende zu führen versucht, und Er freut Sich bereits Jahre im Voraus auf die Welle von Glück, die wir empfinden werden, sobald sich Sein Plan verwirklicht hat. Ja, Er möchte uns so viel Freude bereiten, aber wir bereiten Ihm selten die Freude, Ihn gewähren zu lassen.

Betrachten Sie mal das Antlitz eines wirklich gelungenen Bildes der Gottesmutter. Was bemerken Sie wahrscheinlich als erstes Merkmal? Den Frieden des Gesichtsausdrucks. Dieser Friede ist im Antlitz Mariä in Wirklichkeit tausend Mal so beeindruckend wie auf einem Bild. Aus diesem Gesicht strahlen wirklich die unausgesprochenen Worte: 'Gott hat alles unter Kontrolle'. Wahrscheinlich ist es gerade das, was während eines Kontaktes mit der Herrin aller Seelen diese unbeschreibliche Atmosphäre der Geborgenheit hervorruft. Es würde in der Welt eine Menge weniger Unsicherheitsgefühle geben, wenn sich alle Seelen dessen bewusst werden würden, dass sie dadurch, dass sie alles selber regeln wollen, ihr eigener größter Feind sind: Die Seele, die sich nicht Gott hingibt, tötet in sich den Keim des Friedens, den Gott ihr geschenkt hat ("Meinen Frieden schenke Ich euch" – Wort Christi).

Das Leben, das mit weltlichen Interessen und Tätigkeiten gefüllt ist, ist tot und leer, weil es keine Seele besitzt: Es wird nicht von der Liebe angetrieben, dieser wunderbaren Kraft Gottes, die alle Freude und alles Licht in die Seele hineinträgt. Wird die Liebe aus der Seele, ihren Tätigkeiten, Interessen und Zielsetzungen verbannt, so bewegt sich die Seele zwar noch, aber sie lebt nicht mehr. Diesen Unterschied könnte ich durch folgendes Bild nachweisen: Ein Mensch und ein Auto können sich beide bewegen. Leben tut von den beiden aber nur der Mensch, weil er eine Seele hat. Das Auto bewegt sich lediglich dadurch, dass es mechanisch angetrieben werden kann. Die Seele, die sich auf die Ebene der weltlichen Interessen herabsinken lässt, wird in gewissem Sinne einem mechanisch angetriebenen Objekt gleich, das nicht mehr durch den Göttlichen Kraftstoff handelt, sondern wie Eisen von den Riesenmagneten angezogen wird, welche der Böse in unzähligen Mengen in der Welt aufgehängt und teilweise verborgen hat.

Ist diesen Seelen zu helfen? Allerdings. Selber können sie sich kaum befreien. Das Auto kann ja nicht aus sich selber starten, ein Mensch muss den Motor anspringen lassen. Das Mechanische muss von außen betätigt werden, es kann sich nicht aus eigener Kraft aus seinem Stillstand 'befreien'. Weihen Sie die Herzen des Ehemannes und der Kinder an Maria, mit der inständigen Bitte, sie mögen sich nach dem Augustspaziergang in der Landschaft von Gottes Liebe sehnen, statt in der winterlichen Großstadt leben zu wollen, weil sie sich der Empfindung der Sonne im Herzen verschlossen haben. Sehr wichtig ist ebenfalls, dass Sie selbst ein kleiner Spiegel dieser Augustlandschaft zu sein versuchen, damit sie etwas von diesem ungeahnten Frieden empfinden können, einige der Blümchen riechen und einige der Vögel hören können. Marias vermittelnde Macht wird Ihre aufrichtig liebevollen Anstrengungen ergänzen.

Versklavungen (Radio, Fernsehen, Computerspiele usw.) sind ja im Grunde genommen Versuche der Seele, aus der Leere herauszukommen, wobei sie sich jedoch an immer neuen Elementen dieser Leere orientiert. Die Folge ist ein Herabsinken, das die Seele einer wachsenden Unzufriedenheit anheimfallen lässt. Das Tragische ist, dass viele Seelen Gott die Schuld für die Leere geben, der sie sich freiwillig preisgegeben haben, weil sie die Liebe Gottes, wenn sie davon hören, mit irdischer Glückseligkeit verwechseln, und die Prüfungen des Alltags sie deswegen leicht mit Abneigung und manchmal sogar Sarkasmus gegenüber Gott erfüllen.

Wie ist es zu erklären, wenn jemand gerne die Bibel liest und trotzdem nicht gerne in die Heilige Messe geht?
Ich habe Seelen gekannt, die in der Bibel lasen, als ob es sich um einen spannenden Roman handeln würde. Gott hat so Seine Art... Bitten Sie die Gottesmutter darum, auf Ihre Vermittlung hin möge Gottes Geist mit jedem einzelnen Wort, das gelesen wird, den Wunsch ins Herz säen, Jesus in der Heiligen Messe zu besuchen.

Wenn eine Seele ein Buch liest, wird sie durchwegs dazu neigen, sich die in der Geschichte genannten Personen lebendig vorzustellen und sich möglicherweise mit einer (zuweilen mit mehreren) von ihnen zu identifizieren. Dadurch wird die Geschichte zum Leben erweckt und in gewissem Sinne auf das eigene Leben projiziert. Theoretisch könnte man dieses Verfahren auch bei Lektüre der Bibel anwenden. Bei Lektüre bestimmt der Leser selber eigentlich zum Teil das Tempo der Ereignisse und einigermaßen auch die Aufteilung derselben in Abschnitte. In der Heiligen Messe dahingegen, besteht die Möglichkeit, dass die Seele sich nicht am Geschehen beteiligt fühlt. Wenn sie dann ungenügend empfindet, was dort wirklich vorgeht, wird ihr die Gegenwart Gottes wahrscheinlich entgehen. Vergessen wir übrigens nicht, dass auch die Art und Weise, wie die Heilige Messe gefeiert wird, Seelen entweder anziehen kann oder nicht. Vieles hängt dabei von der seelischen Verfassung im Allgemeinen und sogar von der Einstellung des Augenblicks ab.

Was kann man tun, wenn man in der Schwangerschaft unter Druck stand und an Depressionen gelitten hat?
Es ist Ihnen inzwischen wahrscheinlich bekannt, dass die Herrin aller Seelen in vielerlei Hinsicht die Königin der wahren Hoffnung ist und dass Sie jeder Seele einzuprägen versucht, dass im Leben allem ein tiefer Sinn vermittelt werden kann, sogar dann, wenn es schon lange her passiert ist. So ist es mit jenen Abschnitten unseres Lebensweges, über welche wir im Nachhinein gemischte (oft heißt dies eigentlich: eher negative) Gefühle hegen. Ich erinnere dabei an das Bild, das Maria den Seelen mal geschenkt hat und in welchem Sie es so ausdrückt, dass die Seele ihren ganzen Lebensweg zu den Füßen der Herrin legen und Sie darum bitten kann, die Stellen aus der Vergangenheit, die wie ein Sumpf, wie eine Wüste oder wie ein Felsboden aussehen, jetzt noch in Ihr Herz zu schließen und sie von Ihr befruchten zu lassen, so dass auch auf diesen unfruchtbaren Strecken auf unserem Weg jetzt noch Blumen aufblühen können. Maria sagte diesbezüglich, dass jeder Lebensweg, der vollkommen Ihr geschenkt wird, jetzt noch mit Ihrer Unterschrift versehen wird und dadurch noch eine Wertsteigerung erfahren kann. Die Voraussetzungen sind:

  • dass sich die Seele freiwillig und vertrauensvoll nach diesem Einschreiten von Seiten der Himmelskönigin zugunsten Ihrer Vergangenheit sehnt;
  • dass sich die Seele zu diesem Zweck Maria vollkommen, bedingungslos und unwiderruflich hingibt, auch für die Zukunft. Die Herrin entfaltet Ihre neugestaltende Macht an erster Stelle zugunsten einer Seele, die sich weiterhin von Ihr im Rahmen von Gottes Werken einsetzen lässt. Von Maria eine Neugestaltung der Wirkungen der eigenen Vergangenheit zu verlangen, ist in Gottes Augen zwecklos, wenn die Seele sich dabei nicht aktiv an Maria verschenkt. Bitten Sie die Herrin darum, Sie möge jetzt noch die Blumen der Freude und der Hoffnung in Ihre Seele säen und in den Kindern, die nach einer Schwangerschaft in depressiver Verfassung geboren sind, eine Reinigung jeglicher möglichen Wirkung vornehmen.

Unterschätzen Sie nie den Unterschied, den die Vermittlung der Himmelskönigin auf die aufrichtige Bitte einer Seele hin macht. Die Ewigkeit wird Ihnen diesen Unterschied zeigen.

Was kann man tun, wenn man aufgestanden ist und es einen bald wieder ins Bett zieht?
Der Körper ist der Teil unseres Wesens, den wir manchmal am Liebsten los wären. Dennoch kann er uns auch als Lokomotive zum Heil dienen. Es gibt Tage, wo es einen tatsächlich gleich nach dem Aufstehen wieder ins Bett ziehen kann. Da gibt es aber ein Heilmittel, das nicht verschreibungspflichtig ist, keine Nebenwirkungen entfaltet und nicht überdosiert werden kann, dafür aber die Seele reinigt wie kein anderes: die Liebe. Versuchen Sie mal, in einer solchen Phase zu Maria zu sagen: "Für Dich, meine Himmlische Mutter, gehe ich in den Tag hinein, denn Du wartest auf mich, um Blumen in Seelen zu säen". Schauen Sie dann mal, wie es wirkt. Diese Worte wecken die Sonne im Herzen und jagen die Nebel fort. Es gibt ja für die treue Säerin die Ewigkeit, um auszuruhen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 227
Was ist zu tun, um eine erschütterte Ehe wiederherzustellen?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es tut mir aufrichtig Leid, von Ihrem Unglück zu erfahren. Mich freut trotz allem jedoch, dass Sie tief im Herzen begriffen haben, dass die Heiligkeit der Ehe über alles steht. Sie haben im Laufe der Ehe Ansprüche erworben. Jetzt aber, während Ihr Mann seinen Teil des ehelichen Bundes nicht länger ehrt, zögern Sie, diese geltend zu machen. Das ist auf jeden Fall lobenswert.

Liebe Schwester, die Welt hat ihre eigenen Wege, um die Gerechtigkeit zu suchen. Diese Wege sind bei weitem nicht immer diejenigen, die gemäß dem Gesetz Gottes den größten Verdienst einbringen. Es gibt mehrere Gründe, diese Wege – wenn nur irgendwie möglich – zu vermeiden. Die wichtigsten Gründe sind die nachfolgenden:

  1. Für Gott gilt, dass die Seele, die die Ungerechtigkeit in ihrem irdischen Leben auf weltlichem Wege auszugleichen versucht, im Fall eines Erfolgs bei gerichtlicher Klage "ihren Lohn bereits erhalten hat". Der weltliche Lohn macht die Seele ärmer im Ewigen Leben, das als einziges Ziel unserer Handlungen gelten soll.

  2. Gerichtliche Schritte haben es in sich, die Werke des Bösen geradezu herauszufordern. Wer das Schwert zieht, soll nicht erwarten, einen bleibenden Frieden zu ernten oder einen Konflikt wirklich (das heißt, in den Herzen) zu begleichen.

  3. Das Ehesakrament ist heilig. Um diese Heiligkeit sollte man nicht mit den verunreinigten Mitteln dieser Welt kämpfen, sondern nur mit Liebe. Wenn die Brücke zwischen den beiden Herzen zeitweise unterbrochen erscheint, kann das eine Herz immer noch das andere über Funk erreichen. Dieses Bild bedeutet: Wenn es kaum möglich erscheint, die Liebe sichtbar zu überbringen, kann man sie immer noch durch Gebet und Weihe (sozusagen im Verborgenen) zum anderen Herzen schicken. Glauben Sie mir, das wirkt viel besser, als es die meisten Seelen annehmen. Die einzige Voraussetzung ist ein felsenfester Glaube an die Macht des Sakramentes.

Die Liebe hat eine unvorstellbar befreiende Macht. Auch wenn sie im Verborgenen geschenkt wird, kann sie auf Beziehungen heilend wirken. Hegt man dahingegen Groll oder Hass, dann verstärkt man dadurch die Auswirkungen der Schäden, die bereits vom Bösen zugefügt wurden.

Geben Sie Ihren Mann nicht auf. Versöhnen Sie sich, wenn nur irgendwie möglich, im Herzen mit ihm und beten Sie für die Befreiung der anderen Frau, denn auch sie ist Opfer einer Blindheit. Wenn ein Ehepartner den anderen für eine andere Person verlässt, handelt es sich meistens an erster Stelle um eine Versuchung, wobei das Weltliche und das Physische plötzlich eine neue und mehr erfüllende Lebensart zu verheißen scheint. Weil es sich da um eine Versuchung handelt, sollte sie auch dementsprechend behandelt werden: Versuchen Sie, Ihren Mann und die betreffende Frau reinen Herzens in aufrichtige Befreiungsgebete einzuschließen, und bitten Sie die Himmelskönigin, diese beiden Personen mögen das Gespür dafür erhalten, dass sie gegen ein heiliges Gesetz verstoßen.

Wenn Sie auf weltliche Schritte gegen Ihren Mann verzichten, werden Sie unterschiedliche Gnaden ernten. Der Kampf für den Erhalt eines Sakramentes ist ein Kampf für ein Werk Gottes. In Anbetracht der Umstände, unter denen das Ehesakrament gewöhnlich bedroht wird, kommt dieser Kampf durchwegs einem Heldentum der Liebe gleich. Gott vermerkt dies im Lebensbuch der Seele, die eine solche Liebe aufbringt.

Wichtig ist, dass Sie auch dafür beten, dass die beiden betreffenden Personen die Weisheit und die Erkenntnis erhalten, ihren freien Willen für das Gute und Gerechte einzusetzen. Weihen Sie den freien Willen dieser Seelen deshalb täglich an Maria, damit Sie verstärkt in diesen Seelen arbeiten kann.

Weil es sich um einen Kampf der Liebe handelt, ist es von wesentlicher Bedeutung, dass Sie selber ständig mit Himmlischer Liebe genährt werden. Unterlassen Sie es nicht, die Gottesmutter inständig um ein Wachstum der eigenen Liebe zu bitten. In dem Maße, wie Sie zu lieben imstande sind und die Liebe von Seiten der Himmelskönigin in sich spüren können, werden Sie Seelen Liebe schenken können, die Ihnen gegenüber zurzeit nicht gerecht handeln.

Die einzige Einstellung, durch welche eine erschütterte Ehe wiederhergestellt werden kann, ist jene, wobei der verlassene Partner die Tür des Herzens weit offen lässt und in den Gedanken und der Erinnerung die Wege zwischen den beiden Ehepartnern unversehrt lässt. Keine Brücke darf gesprengt, kein Weg zertrümmert werden, nicht durch Worte, nicht in Gedanken und nicht im Herzen. Nur dann bleiben sie nach wie vor heilige Brücken und Wege, über welche Gott Selbst Sich bewegt. Behalten Sie dieses Bild, es basiert auf einer überirdischen Wirklichkeit.

Es gilt jetzt, dasjenige zu erkennen, was Ihnen die Göttliche Vorsehung zufließen lässt, und dasjenige, was Ihnen die Welt vorhalten möchte, jedoch eine getarnte Versuchung ist. Selbstverständlich führe ich gerne den Gebetskampf mit Ihnen gemeinsam. Der Kampf um das Ehesakrament ist wie Wartungsarbeiten in einem Heiligtum: Putzt man es auf, so putzt man in Wirklichkeit das Herz Gottes. Sie werden somit die Kraft bekommen, diese Prüfung durchzustehen. Maria wird Sie im Herzen heilen und Sie nicht im Stich lassen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 228
Das Finden eines guten Seelenführers – Das Bild der Seele als Ruine, die mit Hilfe der Herrin aller Seelen zu einem Tempel neu aufgebaut werden muss – Der geeignete Umgang mit Prüfungen

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Es ist immer eine Freude, Herzen zu begegnen, in denen das Göttliche Licht als das größte Geschenk schlechthin begrüßt wird. Solche Begegnungen regelt Gottes Vorsehung immer wieder, um zu bestätigen, dass die Ewige Liebe mit uns beschäftigt ist und dass die immense Strickarbeit der Gottesmutter allmählich die beabsichtigte Gestalt annimmt. Sie führt uns ja alle zueinander und stellt unsere Herzen so ein, dass wir allmählich alle dieselben Wünsche hegen: jene, die Gott in uns aufblühen sehen möchte, weil sie uns in den Stand versetzen, gemeinsam an Seinem Reich zu bauen.

So leben wir vom Licht der wahren Hoffnung, vom Regen der Gnade und vom Duft der wahren Liebe, der uns aus Gottes Herzen zufließt. Das Leben auf Erden ist eine einzige Prüfung, und trotzdem versteht es das Herz im Dienst der Himmelskönigin, sich darüber glücklich zu schätzen, denn wir gehen dadurch einige Schritte mit Jesus auf den blühenden Wegen der Erlösung für viele. Wie ermutigend: Regen verwandelt sich in den Regenbogen, Dürre in Fruchtbarkeit und Leiden in die Blumen, die Gott Sich für den Vorgarten unserer Ewigen Glückseligkeit gedacht hat.

Ein richtig heiliger Seelenführer, der so reich an Erkenntnis ist, dass er wie ein Licht an den Tagen sein kann, an denen sich Nebel im Herzen bildet, ist ein Gottesgeschenk. In Padre Pio hatte Gott einen Reichtum an außergewöhnlichen Gnaden versammelt. Er erkannte die Fähigkeiten und die Schwächen der Seelen, die ihn zu Rate zogen, und wusste dadurch sehr viele vor Schlimmerem zu behüten. Manche Seelen werden nicht gerne an ihre Schwächen erinnert. Trotzdem ist es gnadenvoll, wenn die Seele von einem Seelenführer genau auf die Pfützen auf dem Lebensweg aufmerksam gemacht wird, die einfach nicht trocknen wollen, weil die Seele selber den Seelenboden ungenügend aufschließt, um den Regen der Gnade in sich aufzunehmen und sich zur wahren Fruchtbarkeit bringen zu lassen. Einen Seelenführer zu finden, der im wirklichen Sinne des Wortes die Seele führen kann, das heißt, der sozusagen besser sieht als die betreute Seele, ist einfach eine Sache Göttlicher Führung.

Im Grunde genommen soll der Seelenführer ein Hirte sein, der die Lämmer den fruchtbarsten Pfaden entlang zum Stall zu führen weiß, sie darauf hinzuweisen versteht, dass gerade auf den holprigsten Pfaden die größten Verdienste auf sie warten, und der diese getarnten Geschenke selber erst richtig erkennen kann. Ein Lamm, das immer nur durch grüne Wiesen zum Stall geführt wird, entwickelt durchwegs nicht die besten Abwehrkräfte. So auch eine Seele: Wenn die Seele nicht lernt, sich den Prüfungen zu stellen, wird sie desto leichter von ihnen angesteckt werden und erliegt bald schon der geringsten Versuchung.

Wenn eine Seele den genau richtigen Seelenführer bekommen soll, so muss ihr dieser von oben geschenkt werden. Eine Beziehung zu einem Seelenführer, den man sich selber aktiv gesucht hat, ist ein menschliches Bauwerk und wird somit wahrscheinlich nicht die Früchte einbringen, welche Gott für diese Beziehung für richtig hält, denn die Seele kann einfach nicht jede Einzelheit ihres Alltags genau bewerten. Dazu fehlt ihr jeglicher Überblick und jegliche vollständige Erkenntnis. Soll man lediglich warten und zusehen? Nein, aber es gibt einen goldenen Mittelweg: Sich für die Eingebungen und Zeichen des Heiligen Geistes aufzuschließen. Keine kann der Seele zu jenem Zweck mehr Licht, Kraft und Bereitschaft erwirken als Maria, die Herrin aller Seelen. Sie hat von Gott eine bisher ungeahnte Macht zur Umgestaltung von Seelen erhalten und kann eine Ruine zu einem richtigen Tempel aufbauen.

In gewissem Sinne ist jede Seele eine armselige Ruine, ein Trümmerhaufen. Gott schickt uns alle in die Welt als Bauwerke, die alles in sich tragen, um den Alltag in diesem Land von Krieg zwischen Licht und Finsternis zu überleben. Die Versuchungen toben wie Sturmwinde um unser Bauwerk herum, die Rückschläge hämmern wie Platzregen auf das Dach. Es gibt auf Erden einfach keinen Seelentempel, der nicht irgendwie beschädigt wäre. Vielen fehlt mindestens das Dach. Das Dach ist der wahre Glaube. Fehlt dieser, so steht die Seele völlig ungeschützt in den Stürmen der alltäglichen Prüfungen da. Das Ergebnis lässt sich feststellen: Unzählige werden krank, sie werden zum Spielball der unterschiedlichsten negativen Einflüsse: der Versuchungen, Sünden und Untugenden.

Die Gottesmutter kann das alles ändern. Sie baut jede Ruine so schnell auf, wie Ihr dies die Seele erlaubt, legt ein neues Dach auf die neuen Mauern und vollendet dann Schritt für Schritt die Einzelheiten. Die Seele muss Ihr nur dazu die Erlaubnis erteilen und darauf gefasst sein, dass ihr während der Bauarbeiten dann und wann ein Stein auf die Hand, auf den Fuß, auf das Herz fällt. Das heißt, sie darf sich nicht geschlagen geben, wenn sie sich nicht wohl fühlt, denn nur durch diese Werke nähert sich der Tempel seiner Vollendung.

Lieber Bruder, diejenigen, die hoffen, haben viel öfter recht als diejenigen, die zweifeln. Gerade die vielen Prüfungen auf unserem Lebensweg beweisen, wie gut es uns geht, vorausgesetzt, wir gehen mit diesen Prüfungen in der angebrachten Weise um:

  • mit Liebe, die sich ausdrückt in der Bereitschaft, zu leiden;
  • mit Hoffnung, die sich ausdrückt in dem Frohmut der Seele, die weiß, dass es nie gesehen wurde, dass eine Nacht nicht durch den neuen Tag ersetzt wurde;
  • mit Glauben, der sich ausdrückt in der Zuversicht, dass Gott ständig damit beschäftigt ist, unseren Tempel und seine Zufahrtswege auszubessern, ungeachtet, was wir in jedem Zeitpunkt auch fühlen mögen, und in der unerschütterlichen Überzeugung, dass der äußere Schein trügt.

Geben Sie sich vertrauensvoll der Herrin aller Seelen hin. Sie wird Ihnen jedes wahre Bedürfnis aus dem Herzen lesen. Aus Erfahrung bezeuge ich, dass die Herrin an dem Seelentempel desto schneller und zweckmäßiger baut, wie sich die Seele Ihr vollkommen und bedingungslos hingibt, und dass Sie ihn auch in dem Maße Himmlischer einrichtet, wie Ihr die Seele die freie Wahl über den anzuwendenden Baustil lässt. Was wissen wir schon über die Himmlische Baukunst, die Kunst, eine Seele so neu zu bauen, dass diese für das Leben in der Ewigen Glückseligkeit bereit ist, die – wenn es nach der Himmelskönigin geht – auf jeden Fall bereits auf Erden anfängt. Maria aber besitzt das Wissen, die Liebe und die Macht. Öffnen Sie sich uneingeschränkt den Himmlischen Düften aus dem Unbefleckten Herzen und Sie werden in allem geführt werden. Wenn sich die Seele voll und ganz Maria hingibt, betrachtet die Gottesmutter sie als Ihren Besitz und richtet die Seele so ein, wie es Ihr gefällt: in einer solchen Weise, dass Sie Sich in dieser Seele zuhause fühlen kann.

In dem Maße, wie Sie die Herrin aller Seelen gewähren lassen, wird Sie Ihnen einen neuen Tempel erbauen, der den Prüfungen des irdischen Lebens gewachsen ist. Sie wird ihm drei besondere Stärken vermitteln:

  • die wahre Liebe, die als unerschütterliche Fundamente den Tempel gegen die Erdbeben der Prüfungen schützen wird;
  • die wahre Hoffnung, die als solide Mauern Ihrer Seele die Geborgenheit in jedem Sturm gewähren wird, so dass die Seele sich auch in den unfreundlichen Stunden in Gottes Herzen aufgenommen fühlt;
  • den wahren Glauben, der als Dach den Schutz vermitteln wird, welcher der Seele die Sicherheit schenken kann, dass Gott sie nie verlässt.

Den Zement für die Bauwerke müssen Sie der Herrin durch all dasjenige zur Verfügung stellen, das in Ihnen umgeht und von Ihnen ausgeht: Taten, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche, Leiden, Schmerzen... Die Steine und Ziegel werden von Gott Selber geliefert. Die Seele könnte diese gar nicht beschaffen, denn sie setzen sich aus Gnaden zusammen.

In dem Maße, wie der Umbau vorankommt, wird Maria Ihnen die Antworten auf Ihre Lebensfragen eingeben, eine nach der anderen. Das tut Sie, damit Sie zweckmäßiger mit Ihr an Ihrem Seelentempel bauen können. Dies alles wird für Sie wie eine Entdeckungsreise mit der Himmelskönigin durch die größtenteils unbekannte Landschaft Ihrer Seele sein. Diese Reise kann zu einer der größten Freuden Ihres Lebens werden, vorausgesetzt, Sie lassen Maria die Freiheit, Sie an jeder Wegkreuzung zu beraten.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 229
Was heißt vollkommene Weihe an die Herrin aller Seelen? – Wo liegt der Unterschied, ob sich die Seele an Jesus oder an Maria weiht?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Herzlichen Dank für Ihre Frage in Bezug auf die Weihe an Maria. Im Auftrag der Himmelskönigin führe ich diese Frage gerne aus, damit die Antwort, die wie immer auf Inspirationen aus Marias Herzen basiert, gleich in den richtigen Rahmen gestellt werden kann.

Ich möchte gerne die vollkommene Weihe an die Mutter Gottes machen, muss aber sagen, dass ich dem Heiland Jesus Christus in der hl. Eucharistie und der Mutter Gottes in Fatima geweiht bin. Kann ich trotzdem auch diese vollkommene Weihe an die Herrscherin aller Seelen vollziehen?
Die vollkommene Weihe an Maria als Herrin aller Seelen ist ein heiliger Bund mit der Gottesmutter in der Eigenschaft, die von Gott Selbst als höchster Ausdruck der Vollkommenheit und Erhabenheit der Himmelskönigin verkündet worden ist. Ich verweise diesbezüglich gerne auf die Texte im Menüpunkt Offenbarungen > Sonderoffenbarungen > Die Erhabenheit der Heiligen Jungfrau auf der Maria Domina Animarum Webseite. Ihre Weihe an Jesus Christus und an die Gottesmutter von Fatima steht der Weihe an Maria als Herrin aller Seelen keineswegs im Wege.

Betrachten wir mal die beiden von Ihnen vollzogenen Weihen:

  • Die Seele, die sich an Jesus Christus weiht, ist dadurch auch an Maria geweiht und umgekehrt. Es ist hauptsächlich eine Frage der 'Orientierung': Im ersten Fall richtet die Seele ihre Anstrengungen an erster Stelle auf Jesus und spricht hauptsächlich zu Ihm. Im zweiten Fall richtet sie sich an erster Stelle auf Maria und spricht hauptsächlich zu Ihr. Kraft einer Göttlichen Verfügung sind das Herz Jesu und das Herz Mariä im höchst möglichen Grade mystisch verschmolzen. Jesus und Maria streben hundertprozentig und ausnahmslos dieselben Ziele an. Es ist daher zum Beispiel vollkommen unsinnig, wie es manche Seelen tun, sich an Jesus zu weihen und inzwischen Maria zu verleugnen. Das kommt regelmäßig vor, und ich bezeuge an dieser Stelle, dass eine solche Einstellung nicht nur Jesus und Maria besonders schmerzhaft ist, sondern dass sie die vollzogene Weihe darüber hinaus vollkommen unfruchtbar macht. Wie kann man im Ernst dir eine Seite eines Herzens lieben und die andere Seite ablehnen? Für Gott sind nur Handlungen fruchtbar und brauchbar, die nicht zur Hälfte, sondern ganz vollbracht werden. Das führt uns gleich zum nächsten Punkt:

  • Die Seele, die sich an Jesus weiht, ist auch bereit, Maria restlos zu dienen. Diese Dienstbarkeit kann gar nicht getrennt werden, weil die Werke Jesu auch Marias Werke sind und die Absichten Jesu Marias Absichten sind. Der Wille Gottes und Marias Wille sind vollkommen eins.

  • Die Seele weiht sich entweder ganz und unbeschränkt oder sie weiht sich gar nicht. Für den Himmel ist eine Weihe 'von 9 bis 17 Uhr' ungültig, ebenso wie eine für diesen einen Teil unseres Wesens und unseres Lebens und nicht für jenen anderen Teil. Die richtig gelebte Weihe ist eine Vollbeschäftigung, die einen Dauereinsatz von 24 Stunden pro Tag und 7 Tagen pro Woche erfordert. Die Himmelskönigin hat mir dies während einer bestimmten Phase meiner Ausbildung als 'Apostel der Herrin aller Seelen' dadurch nachgewiesen, dass Sie mir ständig nächtliche Aufgaben stellte.

Wo liegt denn der Unterschied, ob sich die Seele an Jesus oder an Maria weiht?
Aus den Belehrungen und Offenbarungen der Herrin aller Seelen ergibt sich, dass Gott Selber es bevorzugt, dass die Seele alles durch Maria macht und dass es dabei weitaus am Fruchtbarsten ist, zu Maria in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen zu gehen. Diese Eigenschaft hat Gott Ihr für ewig als absoluten Gipfel der Vollkommenheit, der Heiligkeit und der Macht geschenkt. Gott hat Maria zur Königin und Herrin aller Seelen gekrönt und Sie in unseren Tagen in dieser Eigenschaft verkünden lassen, weil Er Ihr für diese Letzten Zeiten die Macht geschenkt hat, die Erlösungswerke Christi in jeder einzelnen Seele zu vollenden. Sich vollkommen, bedingungslos und unwiderruflich der Herrin aller Seelen zu weihen, ist daher die vielversprechendste Entscheidung, die der Christ jemals treffen kann, weil diese Entscheidung hundertprozentig dem Wunsch Gottes entspricht. Viele Seelen begreifen dies noch nicht. Diese Wahrheit zu verkünden und sie aus jeder denkbaren Perspektive zu erläutern, gehört deshalb zu den wichtigsten Zwecken des Maria Domina Animarum Apostolates. So will es die Gottesmutter, weil es in Gottes Gesetz beschlossen liegt.

Wie mache ich diese Weihe?
Zu diesem Thema könnte ich Ihnen Bücher schreiben, weil mir dies die Herrin durch die Jahre nicht nur theoretisch gründlich erläutert hat, sondern Sie mich auch in der Praxis des Alltags bis in die geringsten Einzelheiten in der Anwendung der vollkommenen Weihe an Sie übt. Genau zur Beantwortung von Fragen wie jene zum 'Wie, Warum, Wenn' usw. der Weihe an Maria, hat Maria mich das Manifest Marias Tempel schreiben lassen. Ich verweise Sie gerne auf jene Schrift. Ausschlaggebend als Ausgangspunkt sind allerdings:

  • Ihre innere Verfassung. Ein Leben als an Maria geweihte Seele kann nur dann fruchtbar werden, wenn Sie sehr offen und flexibel sind. Die Herrin aller Seelen führt Ihre Diener die Wege der Wahrheit entlang und prüft sie ständig auf ihre Bereitschaft, die eigenen Interessen und Bedürfnisse vollkommen zurückzustellen, wenn es gilt, Gottes Plänen damit zu dienen. Konkret läuft dies unter anderem auf eine Bereitschaft zur grenzenlosen Selbstverleugnung und zur Befreiung aus möglichst vielen weltlichen Anhänglichkeiten hinaus.

    Die Flexibilität kommt vor allem darin zum Ausdruck, dass die Herrin von Ihren Dienern erwartet, dass sie von einem Augenblick zum anderen ihre Absichten und Pläne ändern, wenn sie dadurch Gott, Maria oder einem Mitgeschöpf dienen können. Sogar noch besser ist es, gar keine Pläne mehr zu machen, sondern jeden Tag damit anzufangen, dasjenige zu tun, was auf unseren Weg kommt, in der Bereitschaft, gleich umzuschalten, wenn irgendein Zeichen von Seiten der Göttlichen Vorsehung dies erforderlich erscheinen lässt. Die Herrin Selbst lehrt Ihre Diener Schritt für Schritt Ihre Wünsche zu erkennen und diesen blind Folge zu leisten.
  • die Absicht, die Sie mit der Weihe verfolgen. Die Weihe an die Herrin aller Seelen ist ein Bund der vollständigen Hingabe in beide Richtungen: Die Herrin setzt alles daran, die Seele, die sich Ihr 'verschenkt', zur Heiligkeit zu führen, das heißt, sie auf die Wege zu dem höchsten Grad der Ewigen Glückseligkeit zu bringen und sie auf diesem ganzen Weg zu begleiten. Die Seele ihrerseits akzeptiert zu diesem Zwecke, in jeder Hinsicht Marias Dienerin zu sein, in allen Begebenheiten des Lebens und mit ihrem ganzen Wesen.

Dies bedeutet automatisch ein Leben als Schule der Liebe, des Gehorsams und der Aufopferungen. Beabsichtigt die Seele mit der Weihe einen Schutz von Seiten der Herrin, der dahin geht, dass sie von allem befreit wird, was ihr unangenehm sein kann, oder dass sie ihre weltlichen Interessen schneller oder in höherem Maße wird befriedigen können, so wird sie mit Sicherheit enttäuscht werden. Die vollkommene Weihe ist ja ein spiritueller Vertrag, in dem es strikt um die Vollendung des Göttlichen Lebens in der Seele geht.
Beabsichtigt die Seele dahingegen ein Leben der Dienstbarkeit an Maria, in einem Leben als ununterbrochenem Beitrag zu den Heilswerken Gottes, so besitzt sie die Verfassung, die ihr die Erfüllung von Gottes Verheißungen gewährleisten kann. Viele Seelen erwarten von Maria, dass Sie immer für die Seele da ist, wenn es der Seele passt, aber vergessen dabei, dass Gott von ihnen erwartet, dass sie an erster Stelle auf das geringste Zeichen ihrer Herrin hin auf Sie hören. Die Seele muss bereit sein, in allem für Maria zu leben. Nur dann lebt sie auch wirklich für Gott. Dazu ist sie als Geschöpf berufen.
Liebe Schwester, die Entscheidung, sich vollkommen der Herrin aller Seelen zu weihen, kann sich eines Tages als die wichtigste Entscheidung Ihres Lebens herausstellen, weil sie die Entfaltung Ihres seelischen Lebens buchstäblich bis in die Ewigkeit prägen wird. Wenn die Himmlische Herrin den Tempel Ihrer Seele betritt, wird Sie anfangs bei der Zugangstür stehen bleiben, um dort die schädlichsten Feinde Ihrer Seele zu Ihren Füßen zu gebieten. Die zweite Phase wird jene sein, in der Sie diese Seelenfeinde allmählich unter Ihren Füßen lähmt. Die dritte wird Ihr Triumphzug durch die Seele sein. Ich erläutere dieses Bild mit den Worten der Herrin Selbst:

  1. Die Herrin aller Seelen betritt den Tempel einer Seele und gebietet bei der Eingangstür die schädlichsten Feinde dieser Seele zu Ihren Füßen: Sie versucht, der Seele Ihre Schwächen und Verführbarkeiten bewusst zu machen und sie zur gleichen Zeit von Ihrer Macht zu überzeugen. Die Seele spürt dies dadurch, dass sie zuweilen Momente eines ungewöhnlichen inneren Kampfes durchstehen muss.

  2. Die Herrin lähmt diese Feinde der Seele allmählich unter Ihren Füßen: In der Seele wächst das Bewusstsein, dass Diejenige, an die sie sich hingegeben hat und noch täglich hingibt, tatsächlich dabei ist, ihr Leben eindeutig neu zu gestalten, und begreift Schritt für Schritt genauer, was von ihr erwartet wird. Bemerken Sie übrigens das Bild, das in diesem zweiten Punkt Anwendung findet und an die Frau mit dem Fuß auf der Schlange erinnert: Maria als Herrscherin über die Finsternis.

  3. Die Herrin beginnt Ihren Triumphzug durch die Seele: Der innere Kampf endet nie, aber die Zeichen der Macht des Göttlichen Lichtes tun sich immer mehr in der Seele kund: wahre Liebe, Lust zur Selbstverleugnung, wahre Hoffnung, festeren Glauben, Zuversicht, Vertrauen, Frohmut, Milde. In dieser Phase ist, wie die Herrin es manchmal ausdrückt, der Diener zum 'Sklaven' geworden, der buchstäblich für die Herrin lebt und Ihr mit Freude und uneingeschränkter Hingabe jede Sekunde des Tages und der Nacht schenkt.

Es ist nicht so, dass die Seele ab der dritten Phase keinen Rückfall mehr erleben könnte. Sie muss ihren Willen täglich unter die Herrschaft der Herrin zu stellen bereit sein. Tut sie dies nicht, so können die weltlichen Aspekte des Lebens sie immer noch so weitgehend überwältigen, dass Sich die Herrin dazu gezwungen sieht, Sich an die Eingangstür zurückzuziehen und wieder von vorne anzufangen. Sie kann Ihren Triumphzug durch die Seele nicht mit einer vollendeten Demonstration Ihrer Macht krönen und nicht den Thron im Mittelpunkt der Seele (dem Keim der Heiligkeit) besteigen, während die Feinde der Seele noch die ganzen Werke Mariä dadurch unwirksam machen können, dass die Seele diesen 'Räubern und Mördern des Heils' nicht freiwillig unbeschränkt den Rücken zukehrt.

Vollkommene Weihe an Maria ist tatsächlich ein ständiger Kampf, der darauf hinauslaufen muss, dass die Seele ihren freien Willen zu den Füßen der Herrin aller Seelen niederlegt, um Ihr Besitz und Ihr Eigentum zu werden. Es gibt für die Menschenseele keine schwierigere Aufgabe.

Ich biete Sie von Herzen gerne der Herrin an und bete für Sie um die Kraft und die Ausdauer, das harte, aber für den Seelenkern wunderschöne Leben einer an die Herrin geweihten Seele führen zu können.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 230
Der Ablauf der Weihe an Maria

TOTUS TUUS, MARIA !

(Bemerkung auf Veranlassung der Herrin aller Seelen: Dieser Antwortbrief wurde in einer Zeit geschrieben, als die Herrin aller Seelen es Myriam noch erlaubte, an bestimmten groβen Festen der Gottesmutter die Weihen von Seelen an Sie vorzunehmen. Diese Weihen wurden damals auf der Webseite angekündigt. Seit der Umstrukturierung der ganzen Apostolatswerke unter der strikten Führung der Herrin werden auf Ihre Anordnung diese Weihen nicht mehr im groβen Stil vorgenommen, sondern nur noch für individuelle Seelen, die darum bitten, unter der Bedingung der Erlaubnis von Seiten der Himmelskönigin. Solche Weihen werden somit auch nicht mehr auf der Webseite angekündigt).

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Vielen Dank für Ihren Brief. Was die Weihe von übermorgen betrifft: Ich brauche keinerlei Angaben, nur Ihr unterstützendes Gebet und Ihre feste Entscheidung, Maria in Ihrer höchsten Eigenschaft als Herrin aller Seelen gehören zu wollen, d.h.: in Ihrem Dienst ein Leben des Kampfes für das wahre Licht zu führen.

Das Verfahren, wie mir die Herrin Selbst es vorgeschlagen hat, besteht darin, dass ich mich zu dem von Maria angedeuteten Zeitpunkt in die vollkommene Stille meiner Gebetsstelle zurückziehe, mich kniend tief im Herzen mit Maria eins werden lasse, in betrachtendem Gebet ruhig abwarte, was Sie vorhat, und mich einfach führen lasse. Sie bestimmt buchstäblich alles: Was, wann, wie, wie lange... Das Weiheverfahren selbst erfolgt in einer Weise, die Sie Selbst mich vor mehreren Jahren gelehrt hat. Vor dem inneren Auge der Seele wird mir gewöhnlich in abstrakten Bildern gezeigt, was dabei auf der spirituellen Ebene vorgeht. Die abstrakte Weihe ist ein Verfahren, bei dem sehr oft Visionsbilder 'in Worte übersetzt werden', wobei es sich um Bilder handelt, die Maria Selbst mir auf einer 'seelischen Reise' in Ihrem Herzen zeigt. Diese Bilder drücken durchwegs ungeahnt vieles aus, sowohl im Bereich mancher Mysterien als auch in Bezug auf Seelen (auf die Menschenseelen als Ganzes oder aber auf spezifische Seelen). Manchmal werden von mir außerdem zusätzliche 'Übungen' erwartet. Das versteht sich dadurch, dass mein Lebensauftrag darin besteht, die Fruchtbarkeit der Werke, welche die Herrin durch mich auswirken will, erschließen zu helfen. Das kann in den unterschiedlichsten Weisen erfolgen, je nach Bedarf und Wunsch der Himmelskönigin.

Von der Seele, die an der Weihe teilnehmen möchte, wird während der angedeuteten Zeit Gebet zu Maria und eine möglichst große Offenheit des Herzens erwartet. Die Herrin weiß, wer teilnimmt, kennt die Gesinnung des Herzens und die seelischen Verfassungen und passt dasjenige, was Sie von mir verlangt, diesen Verfassungen an. Zuweilen spricht Sie während der Weihe, manchmal auch nicht. Das heißt: Sprechen in Bildern tut Sie sowieso, in Worten nicht immer. Wenn Sie spricht, kann dies in Form einer Offenbarung oder einer Botschaft für alle Seelen sein (über den Unterschied zwischen einer Offenbarung und einer Botschaft, siehe auf der Webseite die wichtige Bemerkung unter Offenbarungen), manchmal lediglich privat mir gegenüber. Die Weihe ist schließlich für mich weder eine eigenständige Tätigkeit noch eine Stunde an sich, sondern ein Element im ganzen Rahmen meiner Apostolatsaufgabe. Des Weiteren lässt Maria darum bitten, die Seelen sollen mich im Gebet unterstützen, weil sich im Umfeld einer 'öffentlichen' Weihe an die Herrin aller Seelen und eines jeden innigen Kontaktes mit der Herrin schlechthin sehr vieles tut, was sich dem Wissen der Seelen entzieht und was mit der Wut des Bösen im Zusammenhang steht.

Ich hoffe, Ihnen etwas Klarheit verschafft zu haben, und wünsche Ihnen reiche Gnadenströme. Diese werden mit jeder Weihe verbunden. Das Ausmaß wird voll von der Art und Weise bestimmt, wie die einzelne Seele die Weihe, d.h. ihre Eigenschaft als Marias Dienerin im Alltag konkret lebt, und davon, wie weit ihre Bereitschaft in der Hingabe an die Himmelskönigin in jeder Einzelheit ihres Lebens geht. Möge Maria Sich über Sie ergießen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam

Nachschrift: Die Herrin aller Seelen bestimmt als Uhrzeit für den Anfang der öffentlichen Weihen immer 12 Uhr mittags. Die Bedeutung dieser Uhrzeit ist symbolisch für die 'Stunde des Lichtes', die Stunde, in welcher sich die Sonne zu ihrem höchsten Punkt am Himmel neigt. Die Sonne wird im spirituellen Sinne als Symbol für Jesus Christus, den Erlöser aus der Finsternis betrachtet. So betrachtet Maria die vollkommene Weihe an Sie wie eine Mittagssonne, die in die Seele hineinstrahlt, um in ihr die Finsternis zu bekämpfen.


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Brief 231
Gott nimmt uns keine Entscheidungen ab

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Vielen Dank für Ihren Brief. Leider muss ich Ihnen sagen, dass Fragen, die sich auf Entscheidungen im medizinischen Bereich beziehen, vom Himmel niemals mit 'ja' oder mit 'nein' beantwortet werden. Lassen Sie sich nicht das Gegenteil versichern, denn Seelen, die behaupten, der Himmel gäbe da ohne weiteres Auskunft, werden nicht vom Himmel inspiriert. Gott schreibt einer Seele nie vor, was sie im Bereich medizinischer Eingriffe zu tun hätte, denn Er würde dadurch Seinem eigenen Heilsplan entgegenwirken. Der Grund ist der, dass jede schwierige Lage auf unserem Lebensweg wie eine Wegkreuzung ist, wo sich die Seele entscheiden muss, entweder nach links oder nach rechts abzubiegen.
Gott betrachtet an solchen Wegkreuzungen das Herz der reisenden Seele:

  • die Entscheidung, die sie trifft;
  • vor allem die Herzensverfassung, in welcher sie diese Entscheidung trifft;
  • ihre Absichten und dasjenige, was sie mit ihrer Entscheidung bezweckt: Lässt sie sich auch von ihrer seelischen oder vorwiegend von ihrer materiellen Zukunft führen, möchte sie durch ihre Entscheidung Gott dienen, oder denkt sie vorwiegend im weltlichen Sinne?

Da die Verdienste und die Fruchtbarkeit des irdischen Lebens von der Art und Weise bestimmt werden, wie die Seele ihren freien Willen benutzt, will Gott – es sei denn in ganz seltenen Ausnahmen – die Entscheidung nicht anstelle der Seele treffen. Würde Maria Ihnen jetzt zum Beispiel raten, die Operation vorzunehmen oder aber sie auf keinen Fall vorzunehmen, so würde Sie Ihnen dadurch den großen Verdienst nehmen, den Sie sich in dieser schweren Stunde erwerben können.

Was rät Ihnen denn die Gottesmutter konkret?

Der fruchtbarste Weg ist, dass Sie sich vollkommen in Marias Hände legen, in zuversichtlicher Hingabe, und dass Sie die Himmelskönigin bitten:

  • Sie möge Ihnen eine Herzensverfassung bereiten, die Sie in den Stand versetzt, genau dasjenige zu tun, was für Ihr seelisches Leben und Heil am fruchtbarsten ist, und

  • Sie möge Ihnen erwirken, dass Ihre Entscheidung, wie sie auch aussehen möge, dem Plan, den Gott mit Ihrem Leben hat, am besten dient, und zwar dadurch, dass Sie mit den Folgen Ihrer Entscheidung sehr tugendhaft umgehen können.

Auf die Gnade einer Heilung hoffen, ist sehr lobenswert. Sollte diese Heilung aus irgendeinem Grunde allerdings nicht in Gottes Plan hineinpassen, so würde die weitere Entwicklung auf eine Enttäuschung hinauslaufen, die Sie in eine Glaubenskrise hineinführen könnte. Deswegen empfehle ich durchaus und betont, auf Heilung zu hoffen, aber unter dieser einen Voraussetzung: dass Sie um die Kraft und die Liebe im Herzen bitten für den Fall, dass die erhoffte Heilung nicht eintreten darf.

Lieber Bruder, Sie befinden sich jetzt in einer der schwierigsten Lagen Ihres Lebens. Jetzt können Sie den 'Wert' Ihrer Seele für die Ewigkeit noch beträchtlich steigern. Versuchen Sie, wenn es nur irgendwie möglich ist, auf die Zeichen zu achten, die Ihnen Gottes Vorsehung in den nächsten Tagen vermitteln wird, denn Gott will Ihr seelisches Leben nun in jeder Hinsicht bereichern. Sie werden jetzt auf alle Tugenden geprüft (Hoffnung, Glauben, Vergeistigung, Vertrauen, innere Ruhe, Hingabe, Weihe...). Ich bete inständig, damit Ihnen bald der richtige, fruchtbarste Weg gezeigt wird und Sie diesen im inneren Frieden gehen können. Er kann der Weg der wahren Begegnung mit Derjenigen sein, die Ihnen eine seelische Wiedergeburt bereiten kann: der Gottesmutter. Ich wünsche Ihnen sehr viel Mut und Ausdauer.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 232
Angst, gezeigt als mit Glatteis bedeckte Brücke über dem Wildbach der weltlichen Einflüsse – die Strategie des Bösen – was geschieht wenn die Seele das Gute anstrebt – der menschliche Geist als Feind der Seele – Maria als Quelle des inneren Friedens

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Mit Freude habe ich Ihren Brief in mein Herz geschlossen, wo die Gottesmutter nicht nur die von Ihnen geschriebenen Zeilen, sondern Ihre Seele und Ihr Herz mit allen darin lebenden Gefühlen liest und berührt.

Ihre Herzensverfassung tut sich mir kund wie jene einer Seele, die in einer wunderschönen winterlichen Landschaft spaziert, überall Berge und Schnee. Sie nähert sich einer kleinen Brücke, die mit Glatteis bedeckt ist. Obgleich die Landschaft drüben so viel versprechend erscheint, und noch viel friedlicher und stiller als diesseits der kleinen Brücke, traut sich die Seele nicht, das Brücklein zu überqueren. Unter der Brücke fließt das eiskalte Wasser eines kleinen Wildbachs. Die Seele ist sich sicher, sie würde auf dem Glatteis ins Rutschen kommen und wäre ohnehin für die kleine Holzbrücke zu schwer, so dass sie nie wird drüben ankommen können, sondern ins eiskalte Wasser rutschen wird, wenn die Brücke nicht bereits zuvor schon zerbricht.

Liebe Schwester, in diesem Bild, wie es mir von Maria für Sie geschenkt wurde, sind sämtliche Elemente Ihrer Herzensverfassung enthalten und eigentlich auch schon die Lösungen für dasjenige, was Sie bedrängt. Schauen Sie sich mal die Symbolik an:

  • Sie wandern in der Schneelandschaft: Sie sehnen sich nach Stille, nach innerem Frieden. Sie erkennen die Schönheit der Dinge (Gottes Gegenwart und Seine Werke!), auch wenn sie in Kälte eingehüllt sind, was an sich eine heilvolle Einstellung ist. Wie Sie in der Offenbarung vom 9. August 2010 haben lesen können, steht Schnee symbolisch für das Bedecken des Alten und ein Umgestalten zu einem vollkommen neuen Bild.

  • Die Berge sind wie Zeichen von Gottes Können, von Ihnen bewundert, aber für unerreichbar gehalten. Sie besitzen einen besonderen Respekt für Gottes Wirken in allem, fürchten sich aber manchmal, dass Sie Seiner Aufmerksamkeit nicht würdig sind, was Sie zuweilen in Trübsal versetzt und Sie über Ihre eigene seelische Verfassung verunsichert.

  • Sie gehen auf eine kleine Brücke zu, welche die beiden Ufer eines eiskalten Wildbachs miteinander verbindet. Jenseits dieser Brücke scheint Ihnen alles noch anziehender, schöner, friedlicher und stiller zu sein. Obwohl Sie sich durchaus in Ihrem heutigen Leben finden können, sehnen Sie sich unbewusst nach einer anderen Lebensform. Es handelt sich dabei nicht an erster Stelle um eine andere Ausfüllung Ihres Lebens, was die Berufstätigkeit betrifft, sondern vielmehr um die Möglichkeit, Ihren Kontakt zu der 'Göttlichen' Wirklichkeit irgendwie anders gestalten zu können; daher die Anziehungskraft der Stille, des inneren Friedens.

  • Die Brücke ist Symbol für Ihr Sehnen, dieses 'andere' Leben zu erreichen. Da ist aber auch der eiskalte Wildbach, symbolisch für die Kälte der weltlichen Aspekte des Lebens mit seinem Trubel, seiner Rastlosigkeit, seinen mitreißenden Elementen, gegen welche sich die Seele so oft unbewusst auflehnt, und dem Risiko, in ihm einfach zu ertrinken.

  • Das Glatteis auf der Brücke steht symbolisch für die Ängste, die auf Ihnen lasten und die Ihnen Gefühle einer alles beherrschenden Unsicherheit vermitteln. Ihre Befürchtung, die Brücke könnte unter Ihnen brechen, drückt des Weiteren aus, dass Sie sich schwer (beladen) fühlen und dass Sie befürchten, dass Ihr stiller Traum der Wirklichkeit nicht standhalten wird.

Sehr vieles in Ihrem Leiden wird tatsächlich vom Bösen in die Wege geleitet. Im engen Sinne des Wortes ist es nicht so, wie Sie es ausdrücken, dass 'die andere Macht hinter Ihnen her ist'. Ich versuche, möglichst genau dasjenige zum Ausdruck zu bringen, was ich in Ihrer Seele und in Ihrem Umfeld zu sehen bekomme, weil uns die Herrin aller Seelen die Gnade erwirkt, diese Bilder als Quelle neuen Lichtes zu schauen und sie somit als 'Brücke' zu einer inneren Heilung, zu einer 'Wiedergeburt jenseits des Wildbachs' zu benutzen:

Der Böse ist hinter uns allen her. Er möchte buchstäblich jede Seele haben. Er hasst Gott, hasst die Menschenseelen (Kronen der Schöpfung, Werke Gottes) und er hasst Maria, die von Gott zu der Ausführerin Seiner Werke des Heils in diesen Letzten Zeiten gemacht worden ist. Die Bestrebungen des Bösen, eine Seele zu Fall zu bringen, werden in dem Maße umso hartnäckiger, wie diese Seele sich seinen Versuchungen zu widersetzen versucht, wie sie Gott und Maria folgen und dienen möchte und wie sie in ihrem Tun, Lassen und Wünschen nur am Guten, am Heiligen, am Tugendhaften orientiert ist. Der Böse betrachtet die gutwillige Seele wie ein Hindernis auf dem Weg seiner Machenschaften. Er wird sie in allem zu entmutigen versuchen und er macht das vor allem gerne durch die Seelen, die ihr wirklich sehr nahe stehen. Es versteht sich dadurch, dass gerade solche Seelen uns das Leben schwer machen und uns zutiefst verletzen können.

In dem Maße, wie die Seele das Gute anstrebt, verwandelt sich in ihr der Keim der Heiligkeit in eine richtige Blume der Tugendhaftigkeit. Die Seele verwandelt sich gleichsam Schritt für Schritt in dasjenige, was sie anstrebt. Sehnt sie sich danach, so wie Maria zu werden, so kann sie Schritt für Schritt Marias Verfassungen übernehmen. So hat Gott es verfügt, weil Er der Seele die Chance geben will, möglichst viel Licht in sich aufzunehmen. Weil die Heiligung ein schwieriger und langer Vorgang ist, wie das Emporsteigen einer Treppe mit sehr vielen Stufen, bekommt der Böse unzählige Gelegenheiten, um die Seele von ihrem Vorhaben wegzuführen oder sie schlicht und einfach von dieser Treppe herunterzustoßen. So kann die Seele an manchen Tagen den Eindruck bekommen, dass wirklich alles schief geht. Das kann Mattigkeit und schwere seelische Ermüdung mit sich bringen, ebenso wie Ängste, Gefühle der Verunsicherung ("Was, wenn ich nicht die Kraft dazu habe, was, wenn es wieder nicht klappt...?"). Die Seele lässt sich oft von den Umständen und von ihren vielen Erinnerungen einschüchtern und lähmen, und wenn sie nicht genügend relativiert, kommt sie eines Tages zu gar nichts mehr.

Der menschliche Geist ist ein wunderbares System, das aber öfters zum größten Feind der Seele wird. Hunderte von Malen kommt es in einem Menschenleben vor, dass etwas nicht gelingt, während nicht irgendein Fehler oder irgendeine Unfähigkeit der Seele schuld daran ist. Unser Gedächtnis speichert diese Momente und verbindet sie mit demjenigen, was in unserer Sicht falsch war bzw. was wir falsch gemacht haben können. Viele dieser 'Verbindungen' basieren auf fehlerhaften Vorstellungen, aber sie können auf Dauer sehr hemmend wirken. Der wichtigste Beitrag des Bösen besteht darin, dass er die vermeintlichen Fehler in unserem Gedächtnis aufbauscht. So bekommt manche Seele ein sehr negatives Selbstbild. Sich selbst als klein und unfähig zu betrachten, ist seelisch gesund, solange es demjenigen, was Gott von der Seele erwartet, nicht im Wege steht.

Das vorhin beschriebene System zusammen mit einer chronischen Ermüdung liegt Ihrer Verunsicherung in mehreren Bereichen zugrunde. Das Glatteis auf der kleinen Brücke setzt sich aus diesen Komponenten zusammen. Die Herrin aller Seelen möchte, dass Sie Ihr die bedrängenden Erinnerungen, die Gefühle einer relativen Minderwertigkeit und der Bedrängnis ebenso wie die stillen Wünsche Ihres Herzens inständig weihen und sich auf Maria verlassen. Sie ist die Flamme, die alles Glatteis auf der Brücke dahinschmelzen lässt, wenn Sie mit Ihr zum herbeigesehnten Ufer gehen möchten. Maria ist das Heilmittel gegen jegliche Angst und Unsicherheit. Mit Ihr im Herzen können sie das andere Ufer erreichen und in das Land hineingehen, wo es noch friedlicher, stiller und schöner ist: Mit Maria im Herzen kann die Seele den wahren inneren Frieden erreichen, der das ganze Leben neu gestalten kann.

Ihre wahre Berufung wird Ihnen Maria Selbst offenbaren, tief im Herzen. Dazu sollten Sie zunächst mit sich selbst ein wenig ins Reine kommen, das heißt: In dem Maße, wie Sie einen tieferen Frieden in sich finden, wird sich Ihr Herz mehr für Marias Gegenwart und Wirken im Mittelpunkt Ihrer Seele öffnen und werden Sie einen klareren Blick auf Ihren weiteren Lebensweg bekommen. Sie werden ein 'freieres' Selbstbild bekommen, das heißt: Sie werden lernen, jeden Tag neu anzufangen ohne Hemmungen aus der Vergangenheit, so als ob Sie keine Erinnerungen hätten. Dasjenige, was Sie bisher verunsichert hat, wird für Sie immer unwichtiger werden, und Ihre Seele wird aufblühen wie eine Frühlingsblüte. Der innere Frühling wird auch das mit Ihrer Seele einhergehende Bild umgestalten: Die Landschaft wird von schön, aber kalt, zu schön und warm werden. Brücken werden sich leichten Fußes überqueren lassen, weil Sie sich leichter fühlen und sich kein Glatteis mehr bildet. Wegen der neu gewonnenen Ruhe werden Sie Ihre Talente finden und genau spüren, wohin Ihre Liebe gehen sollte, um die höchste Fruchtbarkeit und ein ganz neues Glück zu empfinden.

Eine der am meisten überraschenden Erfahrungen wird jene sein, dass die Seele sogar in demselben Umfeld eine Wiedergeburt erleben kann. Nicht die Umgebung ändert sich dann, wohl aber das Herz, das diese Umgebung betrachtet. Es wird oft gesagt, alles sähe anders aus, wenn die Sonne scheint. Dies gilt umso mehr, wenn die wahre Sonne im Herzen aufgeht. Die Seele betrachtet dann Ihre Umwelt aus einer Verfassung heraus, die gleichsam in Frühlingsdüfte eingehüllt ist. Die Seele kann wieder richtig hoffen, glauben und wahrhaftig lieben, und befreit sich selbst aufgrund einer wirklich Göttlichen Kraft, die in ihr das wahre Leben blühen lässt.

Liebe Schwester, von Herzen gerne helfe ich Ihnen auf dem Weg über die Brücke weiter, wenn mir dies nur irgendwie möglich ist. Möge Ihnen dieser kleine Strahl der Liebe, die Ihnen Maria hat schenken wollen, zum Lichtstrahl der wahren Hoffnung dienen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 233
Über Skrupel, die der Böse verursacht, indem er uns Lügen einflüstert

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ich danke mit Freude für diesen Brief, denn er hat es der Göttlichen Vorsehung ermöglicht, der Freundin durch die Himmelskönigin einen Sonnenstrahl wahrer Hoffnung zukommen zu lassen.

Die Gottesmutter lässt darauf hinweisen, dass es sich hier um eine Frage der moralischen Verantwortung handelt und dass die Freundin von Schuld frei ist.
Ich führe Marias Erläuterung aus:

Ihre Freundin hat als Apothekerhelferin mehrere Rezepte eingelöst, wobei es ihr später klar wurde, dass es sich um Medikamente für Abtreibung handelte.
Wie ist dieser Vorgang seelisch einzuschätzen?

  • Sie musste Rezepte einlösen, weil dies zu den Berufstätigkeiten gehörte, die von ihr erwartet wurden. Sie konnte weder selbst bestimmen, noch im Voraus ahnen, welche Rezepte ihr unterbreitet werden.

  • Als Apothekerhelferin war es nicht ihre Aufgabe, die Anwendungen der Medikamente, auf welche sich die von ihr eingelösten Rezepte bezogen, zu überprüfen. Zuständig ist hier der Arzt, der die Vorschriften anordnete, ganz genau wusste, wozu diese Medikamente angewendet werden, und diesen Anwendungsbereich für die betreffenden Patientinnen bestimmte.

  • Sie war sich zum Zeitpunkt, in dem sie die betreffenden Rezepte einlöste, nicht einmal der Anwendung dieser Medikamente bewusst.

  • Als sie sich dessen richtig bewusst wurde, gab sie ihren Beruf auf.

Was ergibt sich in Bezug auf die seelische Schuldfrage aus diesem Vorgang? Ihre Freundin hat gar keine Sünde begangen. Sie hat in Ausübung ihrer Berufsverpflichtung Handlungen verrichtet, von denen sie die Konsequenzen gar nicht kannte, und ihr oblag in ihrer Position sogar nicht einmal die Pflicht, diese Konsequenzen zu überprüfen. Darüber hinaus hat sie Gott gegenüber dadurch bewiesen, sich nicht versündigen zu wollen, dass sie ab dem Augenblick der Bewusstwerdung der möglichen Folgen dieser Handlungen, ihren Beruf aufgegeben hat. Sie hat dieses vermeintliche Vergehen trotzdem mehrfach gebeichtet.

Es folgen die Ratschläge der Himmelskönigin:

1. Die Freundin soll sich nicht länger fürchten, die Heilige Kommunion zu empfangen, da es dafür nicht den geringsten Grund gibt: Sie hat sich keine einzige schwere Sünde zuschulden kommen lassen. Sie sollte sich voll und ganz als Mitglied der Gemeinschaft der bekennenden und praktizierenden Christen betrachten.

2. Maria bittet sie darum, ihre ganze Vergangenheit, insbesondere die vergangenen dreißig Jahre, der Himmelskönigin zu weihen und Ihr alles Herzeleid wegen der vermeintlichen wiederholten Todsünde zu Füßen zu legen, mit der inständigen Bitte:

(es folgen im Antwortbrief an dieser Stelle die Worte, die später als Gebet 1182 veröffentlicht werden sollten)

Die Herrin aller Seelen bittet sie darum, die Weihe an Sie täglich richtig zu leben, damit sie nicht mehr den Lügen zum Opfer fällt, die ihr der Böse einflüstert.

3. Maria weist darauf hin, dass die obengenannte Weihe samt der Opferbereitschaft, die Ihre Freundin ihrer alten Mutter gegenüber täglich aufbringt, die Schlüssel zu ihrer vollkommenen seelischen Reinigung in sich schließen. Die Herrin lädt sie deswegen ein, auch die Betreuung der alten Mutter an Sie zu weihen, damit diese täglichen Akte der Nächstenliebe wirklich fruchtbar sind.

Ihre Freundin hat sich vom Bösen das Herz verfinstern lassen und neigt deswegen dazu, viele Dinge schwärzer zu sehen, als sie in Wirklichkeit sind. Diese Entmutigungsstrategie wird vom Bösen sehr gerne und sehr oft angewandt, weil sie die Seele vollkommen lähmen und sie so weit bekommen kann, dass sie es letzten Endes nicht mehr wagt, an das wahre Licht in ihrem Leben und auch nicht an eine Zukunft im Ewigen Leben zu glauben. Maria wird sie befreien, und sie wird die Sonne wiederfinden, denn sie wird erkennen, dass dasjenige, was sie für ihre eigene seelische Finsternis hielt, in Wirklichkeit nichts anders war als der Schatten des Bösen, der sich zwischen dem wahren Licht und ihre Seele gestellt hat.

Was das Beiwohnen der Heiligen Messen an den Festen des Heiligen Josephs und der Apostel Petrus und Paulus betrifft, kann ich sie beruhigen: Diese Feste gehören nicht zu den gebotenen Feiertagen.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass ihre Freundin diesen Lichtstrahl aus dem Herzen der Herrin aller Seelen mit Freude in sich aufnehmen kann. Eine Menschenseele ist von Gott dazu erschaffen, Sein Licht und Seine Wärme in sich zu spüren und festzuhalten. Nur die Sünde verfinstert die Seele und lässt sie kalt werden. Wenn es keine Sünde gegeben hat, bleibt die Seele fähig, dieses Licht und diese Wärme durch sich strömen zu lassen und die Blumen der wahren Hoffnung und des wahren Vertrauens in sich blühen zu lassen. Möge der Frühling sich nun bald in dieser Seele kundtun.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 234
Wie die Seelen mit Naturkatastrophen umgehen sollen, damit diese dazu benutzt werden, neues Leben in die Schöpfung zu bringen – die unendliche ausgleichende Macht der Weihe

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Zunächst möchte ich trotz allen Missgeschicks Ihrer Tochter einen herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag überbringen. Ich meine dies im tiefsten spirituellen Sinne des Wortes: Möge Gott, der es in Seiner Weisheit so verfügt hat, dass vor 38 Jahren das irdische Leben dieser Seele anfangen sollte, Sich in Seiner unendlichen Liebe in ihr Herz ergießen. Wieder einmal ist ein Jahr, das ihr von Gottes Vorsehung geschenkt wurde, absolviert worden.

Ein Jahr könnte eigentlich als ein vollständiger Zyklus des Lebens betrachtet werden: Die Natur macht gleichsam Jahr um Jahr ihren Wachstumsplan voll, durchläuft alle Jahreszeiten, fängt wieder neu an. In gewissem Sinne sollte die Menschenseele das ebenfalls so tun. Die Menschenseele steht ja nicht außerhalb des Göttlichen Naturgesetzes, ganz im Gegenteil: Sie sollte in ihrem ganzen Verhalten und Empfinden die Anwendung dieses Gesetzes krönen. In jenem Sinne wünsche ich der Tochter insbesondere die Gnade einer seelischen Wiedergeburt. Bitte weihen Sie die Vergangenheit und das Herz Ihrer Tochter womöglich heute noch an Maria und bitten Sie die Gottesmutter, Sie möge Ihrer Tochter die Gnade erwirken, an diesem Geburtstag den Samen dieser Wiedergeburt in die Seele empfangen zu dürfen.

Von der schrecklichen Wetterlage in Deutschland haben auch wir hier in diesem Lande einiges erfahren. Bitte wenden Sie jetzt die Worte der Offenbarung vom 9. August 2010 an, damit dieses Unwetter seelisch Früchte einbringt. Bitten Sie dabei ruhig um die seelische Wiedergeburt Ihres Landes bzw. Ihres Dorfes. Es ist alles nicht umsonst passiert, wenn Sie dies tun. Vergessen Sie dabei nicht, dass sogar falls Sie als einzige Seele dies heute tun sollten, im Namen des ganzen Dorfes, dies für Gott so gelten wird, als würden sämtliche Seelen des Dorfes diese Bitte an Ihn richten. Weihen Sie Maria jeden Wassertropfen, als wäre er ein Glas Taufwasser für eine Wiedergeburt, zur Reinigung und Belebung von Seelen. Weihen Sie Ihr jeden entwurzelten Baum, als wäre er ein entwurzeltes Werk Satans. Weihen Sie Ihr jeden abgerissenen Dachziegel, als wäre er ein Dach, das eine Seele vor den zerstörerischen Spuren der Stürme der Versuchung schützt.

Eine Naturkatastrophe ist nur dann sinnlos, wenn der Mensch ihr keinen Sinn beimisst. Vergessen wir nie: Gott hat uns erschaffen, um Sein Bild und Gleichnis zu sein. Wir sind als die Krone der Schöpfung gemeint und sollen Gott der ganzen Schöpfung gegenüber vertreten. Das heißt konkret, dass wir in uns die Fähigkeit tragen, Negatives in Positives, Finsternis in Licht, Zerstörung in neues Leben, Unglück in Hoffnung umzugestalten. Die einzige Voraussetzung ist, dass sich die Menschenseele mit Gott verbindet, um alles Unglück, alles Negative durch immer neue Vollziehungen der 'Vermählung' mit ihrem Schöpfer in eine neue Frucht umzusetzen.

Gottes Kraft und Liebe + die liebevollen Weihen der Seelen =

Heilung, Neuschöpfung, Wiedergeburt

 

Liebe Schwester, jede Naturkatastrophe ist ein Schrei der Schöpfung. Durch diesen Schrei setzt Gott Seiner Vertreterin, der Menschenseele, ein Zeichen dafür, dass die Sündhaftigkeit der Seelen außer Rand und Band geraten ist und dass die Schöpfung ein neues Gleichgewicht sucht. Gott gibt den Seelen durch jede Katastrophe eine Chance, die negativen Auswirkungen der Sündhaftigkeit mit einem seelischen Ausgleich zu beantworten. Sollten die Menschenseelen gegenüber jeder Katastrophe eine inständige, inbrünstige Weihe an Maria setzen, in der diese Katastrophe auf seelische Weise genau in das Gegenteil verändert wird, so würde die gesamte Menschheit bald auf eine höhere Ebene des Göttlichen Lebens erhoben und der Stand der Gnade der Menschheit vergrößert werden. Dies alles heißt durchaus nicht, dass Gott diese Katastrophen verursacht: Die Sünde ist die Quelle allen Elends, aller Zerstörung, allen Todes.


Betrachten wir mal, was Gott da tun könnte:

  • entweder lässt Er die Katastrophe nicht zu. Die Folge wäre, dass das rasch anwachsende Ungleichgewicht in der Auswirkung des Gesetzes der Göttlichen Gerechtigkeit sich unbemerkt der Grenze des Zulässigen nähern würde, so dass letzten Endes eine Katastrophe über die Menschheit hereinbrechen würde, die noch viel schlimmer und unumkehrbar wäre. Der Grund dafür ist, dass Gott ab der ersten Stunde der Schöpfung alles Erschaffene durch unabänderliche Gesetze geregelt und weiterhin organisiert und begleitet hat. Damit die Schöpfung immer wieder ein Gleichgewicht findet (alles ist ja in Bewegung, und Tag und Nacht gehen unzählige seelische Strömungen durch die Schöpfung), kann Gott dieses Gesetz nie aufheben, keine Sekunde lang. Deshalb unterliegt die ganze Schöpfung dauernd dem Gesetz der Göttlichen Gerechtigkeit.

  • oder Gott lässt die Katastrophe zu, verbirgt in ihr jedoch den Schlüssel, um sie seelisch auszugleichen. Das ist gerade, was Gott tut: Er lässt Katastrophen zu und lehrt die Seelen – wie Er dies jetzt durch die Herrin aller Seelen in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens tut – die Art und Weise, alles sich daraus ergebende Elend in Licht umzuwandeln. Deswegen lehrt uns jetzt die Herrin aller Seelen, wie die Seelen mit Naturkatastrophen umgehen sollen, damit diese dazu benutzt werden, neues Licht, neues Leben in die Schöpfung zu bringen.

Der Böse kann tatsächlich die Folgen von Katastrophen verschlimmern, und zwar dadurch, dass er in vielen betroffenen Seelen die Saat der Unzufriedenheit, des Widerstandes, des Grolls, der Verzweiflung usw. sehr rasch wie Unkraut aufblühen lassen kann, was das Elend dadurch noch vervielfacht, dass es um Flutwellen schwarzer Gedanken und Gefühle ergänzt wird. Die Folge ist dann, dass sich der Stand der Ungnade der ganzen Menschheit noch verschlimmert. Hat aber hier und dort eine Seele die Inspiration, den Mut und die Liebe, dieses Elend an Maria zu weihen, mit der Bitte, dieses darin enthaltene Licht möge erschlossen werden, so sieht die Lage in spiritueller Hinsicht bald ganz anders aus.

Liebe Schwester, wir können zuweilen so wenig Greifbares tun, wenn unser Mitmensch vom Elend betroffen wird, vor allem dann, wenn es sich um das Elend in beträchtlicher Entfernung, zum Beispiel im Ausland, handelt. Dennoch besitzt jede Seele eine riesige Fähigkeit, ein Gegengewicht zu bilden: Ich kann Ihr Elend an Maria weihen, während Sie im Ausland leben. Sie können das Elend der Seelen in Pakistan an Maria weihen, während diese Seelen Tausende von Kilometern entfernt leben, usw. Spirituelle Hilfe ist unsichtbar, ist dafür aber besonders kräftig, ihre Wirkung hält ewig an (tatsächlich!) und hat Ihre sekundären Nebenwirkungen auf die Menschheit als Ganze, denn jede Weihe entfaltet eine erhebende Wirkung auf den Stand der Gnade sämtlicher Seelen und bringt die Vollendung des Göttlichen Heilsplans voran.

Die Dinge sind nur selten so, wie sie äußerlich aussehen. Unser Gott der vollendeten Liebe hat überall Seine Saat ausgestreut. Sogar in den Zeichen dafür, dass sich die Menschheit von ihrem Gott entfernt und sich der Sünde (lies: dem Mangel an Liebe zu Gott) hingewandt hat, liegt diese Saat der Wiedergeburt und der Heilung durch Göttliche Liebe verborgen. Es kommt kein Elend auf die Menschheit herab, das nicht sein eigenes Heilmittel enthält. So wie in der Medizin die Rede ist von Breitspektrum-Antibiotika als Mittel, die gegen sehr viele Infektionskrankheitserreger eingesetzt werden können, so hat die Wissenschaft des Göttlichen Lebens die Weihe an Maria als Heilmittel, nicht gegen sehr viele, sondern gegen alle Äußerungen und Auswirkungen der Finsternis. Maria, die Blume des Paradieses als Heilpflanze. Sie wird auch gegen die Verletzungen Ihrer Tochter wirken. Weihen Sie die Tochter an Maria und bitten Sie darum, dass sie sich dieser seelischen, Himmlischen Therapie aufschließt. Bitten Sie jetzt noch Maria, Sie möge der Tochter das Wasser der Überschwemmung von vor 12 Jahren auf Himmlischer Ebene in die Seele gießen, damit sie neues Leben und neue Hoffnung erhält. Es hat ja alles einen tiefen Sinn.
Geben Sie der Tochter einen Kuss von Seiten der Gottesmutter, und verlieren Sie nie die Hoffnung und den Mut. Gott ist mit Ihnen allen.

In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 235
Warum erschwert Gottes Vorsehung manchmal unsere Prüfungen? Über pflanzliche Arzneimittel – Auch gute Priester benötigen Gebet – Vergebung als höchste Äußerung der Liebe

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es freut mich sehr, dass Sie es auch physisch haben aufbringen können, nochmals zu schreiben. Ich werde Ihre Fragen gerne der Reihe nach aus dem Herzen der Himmelskönigin beantworten:

   1. Die Strapazen und Leiden wegen der schweren Behandlung wurden Ihnen nicht in der Absicht gewährt, dass Sie noch mehr leiden. Allerdings erschwert Gottes Vorsehung zu gewissen Zeitpunkten unsere Prüfungen, damit wir seelisch auf eine höhere Ebene der Empfindung geführt werden können und damit wir in einer immer mehr 'unstofflichen' Weise mit den physischen Empfindungen umgehen lernen. Jede solche 'Erhebung' ist besonders gnadenreich und geht auf einer nicht spürbaren Ebene mit einem Erguss neuer Kräfte einher. Diesen Erguss spürt die Seele gewöhnlich nicht unmittelbar, weil dieser sich nicht an erster Stelle durch eine Steigerung der physischen Kraft bemerkbar macht. Die leidende Seele fühlt sich physisch nach wie vor nicht gut. Gottes Vorsehung bezweckt damit, dass die Seele sich ihres physischen Zustandes solange bewusst bleibt, bis sie sich seelisch bei der neuen Empfindungslage hat anpassen können. Sie ist sich während dieser Phase tiefstens ihres physischen Leidens bewusst, lernt dieses aber Schritt für Schritt auf eine höhere Ebene zu bringen. Dieser Vorgang ist sehr gnadenreich und ist dabei behilflich, den Schwerpunkt der Empfindungen zu verlagern, und zwar vom Physischen immer mehr hin zum Seelischen. So hat auch Maria Selbst gelebt.

   2. Ein Mistelpräparat ist an sich etwas Gutes. Mistel wirkt bekanntlich tumorhemmend und – wenn es Gottes Vorsehung vor dem Hintergrund von Gottes Plan mit der betreffenden Seele erlaubt – sogar tumorzerstörend, vor allem dann, wenn sie dicht an dem Tumor eingespritzt wird. Ich spreche hier von Mistel als phytotherapeutisches Mittel, das heißt: als reinem Pflanzenauszug. Die Phytotherapie, zu der ja auch die einfachen Kräutertees und die Muttertinkturen gehören, ist hundertprozentig in Ordnung und vom Himmel voll und ganz gebilligt, ja in sehr vielen Fällen geradezu bevorzugt als Therapie. Ich vertrete hier wohlgemerkt Worte der Himmelskönigin!

Die Anthroposophie benutzt ebenfalls pflanzliche Arzneimittel, ist aber von Gedankengut durchdrungen, das sich mit reinem Christentum nicht vereinigen lässt. Der Himmel rät deswegen von Heilungswegen ab, die mit unchristlichem Denken verbunden sind, so dass der Benutzer dieser Wege sich leicht vom damit verbundenen Denken anstecken lassen kann. Laut der Gottesmutter sind solche Heilmittel an sich nicht schlecht, aber die 'philosophische Atmosphäre' um diese Mittel herum ist verunreinigt und die Seele täte deswegen gut daran, diese Mittel zu vermeiden.

Wenn ein solches Mittel bei Ihnen Anwendung gefunden hat, so sind Sie völlig von Schuld frei, weil Sie nicht davon wussten und weil Sie nicht freiwillig darum gebeten haben, spezifisch mit einem solchen Mittel behandelt zu werden. Schuld ist nicht der Patient, wenn dieser sich von ärztlichen Entscheidungen führen und sich aufgrund derselben behandeln lässt. Weiß der Patient Bescheid, sind ihm die spirituellen Konsequenzen seiner Behandlung bekannt und ändert oder aber bestätigt er selber die ärztliche Entscheidung in Bezug auf die Behandlung, so haftet er selber vor Gott, und zwar je nach seinem eigenen Anteil an der Entscheidung über die Therapie.

Dasselbe gilt für manche andere Heilmethode. Viele sind an sich nicht schlecht, sind aber mit unchristlichem Gedankengut verbunden. Nicht jede Seele geht auf die richtige Weise damit um, das heißt, nicht jede Seele kann der Versuchung widerstehen, sich vor allem im Falle einer günstigen gesundheitlichen Entwicklung zum betreffenden Gedankengut hinzuwenden und zu meinen, jene Philosophie habe sie geheilt.

   3. Machen Sie sich keine Sorgen wegen des Vorfalls mit dem Priester. Alles, was ein Priester zu einer Seele sagt, und jede 'Gebetshandlung', die er vornimmt, liegt in seinem Amt geborgen. Die Himmelskönigin meint damit, dass die Seele keinerlei Schuld trifft, wenn irgend etwas darin nicht ganz nach den Regeln von Rom geht. Ich kann Ihre Gefühle durchaus nachvollziehen, bin aber sehr friedlich darüber, weil Ihrer Seele da nicht geschadet worden ist. Gott stellt denjenigen, die selber Opfer sind, nichts in Rechnung.

Was ist zu tun? Rufen Sie alle Seelen, von denen Ihnen bekannt ist, dass sie mit dem betreffenden Priester merkwürdige Erfahrungen gemacht haben, dazu auf, alle gemeinsam für den Priester zu beten. Er ist Versuchungen zum Opfer gefallen. Keine Menschenseele kann im Ernst sagen, sie sei frei davon. Jeder negative Gedanke über diesen Priester liefert ihn weiteren Versuchungen aus, denn jeder Gedanke, der ungenügend von reiner Liebe erfüllt ist, vergrößert die Macht Satans über die Seelen. Beten Sie deshalb gemeinsam für ihn und weihen Sie Maria die guten Eigenschaften dieses Priesters und all dasjenige, was er ohne Zweifel an Gutem tut, und er wird befreit werden.

   4. Der verstorbenen Schwiegermutter sollten Sie zu vergeben versuchen. Vergebung ist gerade so schwierig, weil sie die höchste Äußerung der Liebe ist und somit eine besondere Selbstüberwindung fordert und auch vom Bösen sehr kräftig verhindert wird. Vergeben ist etwas Heldenhaftes. Es kann die Ewige Glückseligkeit der vergebenden Seele beträchtlich voranbringen und sie auch auf eine höhere Ebene bringen. Bitten Sie Maria um die Kraft. Bitten Sie Maria, Sie möge Ihr eigenes Herz von Kalvaria in Ihnen schlagen lassen, dieses Herz, das den blinden Seelen vergeben hat, die Jesus ans Kreuz gebracht haben. Vergebung kann die Seele in der Tiefe heilen. Die Vergebung lässt die Seele weitgehend mit Jesus und Maria verschmelzen, weil die Vergebung mit einem Ofen vergleichbar ist, in dem jedes Festhalten an finsteren Gefühlen verbrannt wird. In der vergebenden Seele werden viele Fesseln gebrochen, welche die Seele an weltlichem Denken und Fühlen festbinden. Die Seele erwirbt sich dadurch die Freiheit, die sie braucht, um in Gottes Herzen aufgenommen zu werden.

Liebe Schwester, von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen seelisch qualitätsvolle Augenblicke. Jeder Augenblick, der voll bewusst empfunden wird, trägt einen Ozean von Göttlicher Liebe in sich. Diesen Ozean kann sich die Seele erschließen, wenn sie ihn nicht an sich vorübergehen lässt. Jede Sekunde ist ein Geschenk Gottes, voll gestaut mit Chancen zur Heiligung. Die Seele, die dies empfunden hat, begreift, dass ein heiliges Leben sich nicht in Jahren zählen oder messen lässt, sondern in Augenblicken, die im Herzen Gottes gelebt worden sind. Möge die Himmelskönigin jeden Meter Ihrer Reise mit Ihrem Duft verzaubern.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 236
Über den Zeitpunkt, an dem Briefe beantwortet werden – Die Seele, die der Herrin in Ihrer höchsten Eigenschaft als Herrin aller Seelen zu folgen gewillt ist, wird zum 'auserkorenen Feind' des Bösen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Mit großer Freude leiste ich hiermit der Einladung von Seiten unserer Herrin Folge, Ihren Brief gleich zu beantworten. Weshalb manche Briefe sofort beantwortet werden sollen, andere dahingegen erst nach einiger Zeit, ist ein Geheimnis, das die Gottesmutter öfters in Ihrem Herzen bewahrt. Es steht nicht unbedingt mit dem Grade der Wichtigkeit eines Briefes im Zusammenhang: Letzten Endes ist jeder Brief wichtig, solange er aus einem Herzen strömt, das aufrichtig das Licht Gottes sucht. Vor allen Dingen hat es mit dem für Gottes Pläne geeigneten Zeitpunkt zu tun.

Zunächst lässt Maria mich Ihnen einen kleinen Vorschlag machen, der dazu beitragen könnte, Ihren Alltag noch etwas sinnvoller zu machen: Weihen Sie Ihre Zuckerkrankheit täglich an Maria mit der Bitte, Sie möge diese Krankheit als 'Rohstoff' für die Freisetzung von Gnaden benutzen, zugunsten von Seelen, die in weltlicher Hinsicht nur das Süße (die Versuchungen und weltlichen Reize) suchen.

Es freut mich sehr, dass Sie trotz heftigem Gegenwind aus Ihrer Umgebung an den Belehrungen der Herrin aller Seelen festhalten. Das wird Ihnen den Verdienst der Ausdauer einbringen, welcher der Seele die Nahrung erwirkt, um mit Himmlischer Kraft die Prüfungen zu bestehen. Gott lässt die Seinen nicht im Stich. Ich kann Ihnen diesbezüglich mit den Worten der Himmelskönigin Selbst erklären, woher dieser Gegenwind bei allen Seelen kommt, die sich aufrichtig und vertrauensvoll Maria hingeben, und zwar besonders dann, wenn sich diese Hingabe auf Ihre höchste Eigenschaft, jene als Herrin aller Seelen, bezieht:

Maria ist von Gott zur Führerin im Kampf gegen die Finsternis erhoben worden. In Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen wird die Gottesmutter in unserer Zeit den Seelen als Diejenige vorgestellt, die durch die Ihr von Gott gewährte Macht und vollendete Liebe jede Seele innerlich so gründlich umgestalten kann, dass diese den Weg zur Heiligkeit – d.h. zum letztendlichen Ziel einer jeden Menschenseele – auf die fruchtbarste Weise absolvieren kann. Die Herrin aller Seelen beabsichtigt, jede Seele, die sich Ihr im Alltag völlig und bedingungslos hingibt, von innen heraus durch die Göttliche Macht der vollendeten Liebe und der vollkommenen Hoffnung dadurch zur höchsten Entfaltung zu bringen, dass die Seele die eigenen Schwächen und Stärken erkennen und ergründen lernt und dieses Wissen gegen jede Kraft einsetzen lernt, die sie auf ihrem Weg zur Vollendung zu hindern versucht. Im Großen und Ganzen bedeutet dies letztendlich einen beharrlichen Kampf gegen jede Spur von weltlichem Empfinden, Denken, Fühlen und Wünschen, und gegen jede Spur von Anhänglichkeit den weltlichen Bindungen gegenüber.

Konkret bedeutet dies, dass die Seele, die der Herrin in Ihrer höchsten Eigenschaft zu folgen gewillt ist, zum 'auserkorenen Feind' des Bösen wird.
Betrachten Sie mal aus welchem Grunde dies so ist:

Die Herrin nennt Ihr Maria Domina Animarum Werkdas Apostolat der wahren Hoffnung, der Ermutigung, der wahren Liebe und der Fülle der Wahrheit. Der Böse flüstert den Seelen genau die entgegengesetzten Verfassungen ein: Verzweiflung, Entmutigung, Hass, Angst, Lüge und Verblendung. Die Herrin aller Seelen ist geradezu wie Gottes Symbol für die Fülle der Wahrheit. Gott hat in der Offenbarung Mariä in dieser Eigenschaft ebenso wie in den von Maria in dieser Eigenschaft geschenkten Belehrungen, Offenbarungen und Ratschlägen den bisher bekannten Teil der Wahrheit in Bezug auf die Mysterien der Seele und des Göttlichen Lebens immer mehr erweitert, und dieser Vorgang läuft immer noch. Die Gnaden für diese Göttlichen Geschenke werden durch die liebevoll und vertrauensvoll angenommenen und bestandenen Prüfungen der an die Herrin geweihten Seelen losgekauft. Der Böse widersetzt sich der Offenbarung Mariä als Herrin aller Seelen ebenso wie dem als Wissenschaft des Göttlichen Lebens bekannt gegebenen Wissen mit tobender Gewalt, weil er darin eine riesige Gefahr für die Instandhaltung seines Reiches von Finsternis auf Erden spürt (so erläutert es die Herrin!).

Die Schwierigkeiten, welchen die meisten Seelen anheimfallen, die sich Maria als Herrin aller Seelen hingeben, beruhen darauf, dass diese Seelen sich für den goldenen Weg zur Heiligung entschieden haben, den Weg, der ihnen aufgrund einer außerordentlichen Ergießung der Göttlichen Barmherzigkeit in diesen schweren Zeiten durch die Herrin aller Seelen und die Wissenschaft des Göttlichen Lebens gezeigt wird. Das Bekenntnis einer Seele zur Herrin aller Seelen ist ein Bekenntnis zur Fülle der Wahrheit, zur Fülle des Göttlichen Lichtes, zur Offenheit dafür, dass Gott auch in unseren Tagen beträchtliche Wunder wirkt, diesmal dadurch, dass Er erst jetzt Maria in der Fülle Ihrer Erhabenheit bekannt gibt. Er tut dies genau deswegen, weil die Seelen der Letzten Zeiten es am Schwersten haben: Gerade in unserer Zeit tobt der Böse lauter als je zuvor und erscheint seine Saat fruchtbarer denn je. Versteht es sich denn nicht, dass der Diener Mariä in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen, das Symbol schlechthin für den Sieg über die höllische Schlange, von jeglicher weltlich gesinnten Seele angegriffen wird, als wäre er ein Ketzer?

Die Herrin betont es immer wieder: Der Widerstand gegen diese Ihre höchste Eigenschaft, gegen Elemente der Wissenschaft des Göttlichen Lebens, gegen manche Elemente der Verkündigung in Bezug auf seelische und Göttliche Mysterien, basiert auf keinen Fall auf irgendwelcher Unrichtigkeit jener Verkündigungen, sondern ausschließlich auf Werken des Bösen, der alles daran setzt, möglichst viele Seelen gegen diese Verkündigungen aufzustacheln, gerade weil sie eine Wahrheit verkünden, welche die Finsternis nicht ertragen kann.

Leider findet der Böse immer wieder Seelen, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihre weltliche Unzufriedenheit vorzugsweise an den Dienern Mariä auslassen. Glauben Sie mir, über die Gegenwinde von Seiten des Bösen und die unvorstellbaren Wege seiner Angriffe könnte ich selbst Bücher schreiben. Oft greift er die an Maria geweihte Seele vorzugsweise durch solche Personen an, von denen es die Seele nicht erwartet hätte und durch welche es die Seele am Härtesten trifft. Das alles passt in den Rahmen der Werke der Finsternis (Entmutigung und Lüge!).

Was den Vorschlag des Beichtvaters in Bezug auf Ihre Ehe betrifft: Ich kann Sie verstehen. Maria verteidigt die Heiligkeit des Sakramentes der Ehe in allen Fällen und unter allen Umständen. Allerdings handhabt die Herrin ebenfalls immer wieder diese zweite Regel: Folgt immer den Anweisungen des Beichtvaters. Sogar in den Fällen, wo die Annahme berechtigt erscheint, dass sich der Priester irrt, erleidet die Seele, die diesem Priester gefolgt ist, keinen Schaden durch eigene Schuld. In den Augen Gottes haftet nur der Priester für seine Entscheidung, nicht die Seele, die ihm in der Absicht gefolgt ist, der Kirche zu gehorchen.

In manchen Fällen erlaubt die Kirche tatsächlich die Trennung, wobei aber eine neue Ehe erst nach dem Tode eines der Ehepartner geschlossen werden darf. Die Herrin aller Seelen wird einer Seele diesbezüglich nie die Entscheidung abnehmen, sondern die Seele dazu einladen, Ihr alles Leid aufzuopfern, selber die Liebe – wenn nur irgendwie möglich – strömen zu lassen und, falls notwendig, den Beichtvater zu Rate zu ziehen. Sehr wichtig bei all dem ist, dass die Seele alles an Maria weiht, und das eigene Herz möglichst rein hält, d.h., dass sie selber auch in den Schwierigkeiten des Alltags alles Mögliche tut, um die wahre Liebe strömen zu lassen und sämtliche Tugenden zu leben. Gott berücksichtigt bei jeder Entscheidung die Verfassung des Herzens, die zu dieser Entscheidung Anlass gibt, ebenso wie das Maß, in dem ein Dauerzustand der Seele in ihrer spirituellen Entwicklung schaden kann.

Was die Ereignisse in Ihrem Umfeld am Weihesonntag 22. August betrifft, vor allem jene um die Mittagsstunde herum, verweise ich gerne auf meine Darlegung in den ersten Absätzen dieses Briefes: Diesen Weihen wird vom Bösen mächtig entgegengewirkt, gerade weil diese ihn einiges kosten. Ich kann Ihnen versichern, dass an besonderen Tagen wie dem 22. August um mich herum immer wieder ein regelrechter Krieg wütet. Das bestätigt den Wert desjenigen, wofür wir kämpfen, und sollte deswegen eigentlich mit Freude begrüßt werden.

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen sehr viel Kraft. Fühlen Sie sich im Kampf nicht alleine. Jeden Tag versuche ich, der Herrin genau dasjenige darzubieten, was Sie von mir verlangt, zur Unterstützung der Seelen, die Ihr folgen. Mir ist bekannt, dass viele wie eine Mauer hinter unseren Werken stehen. Die von Maria ins Leben gerufene Lichtkette wirkt tatsächlich: Jeder ist für jeden da, und wir alle tragen die Kreuze der jeweiligen anderen mit. Welch eine Freude für die Himmelskönigin und für Gott, in uns ein Zeichen der Wiedergeburt der Gesinnungen der jungen Kirche nach der Himmelfahrt Christi wiederzufinden. Ja, das Reich Gottes ist im Aufbau. Zweifeln Sie nie daran, und opfern wir gemeinsam jeden Schmerz und jeden Gegenwind auf unserem Weg wie einen Stein für die Errichtung dieses Reiches auf, das uns den wahren Frieden und das wahre Glück bringen wird.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 237
Treffen einer wichtigen Entscheidung unter Hingabe an die Herrin aller Seelen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ich habe die Gottesmutter gleich um eine Antwort bzw. einen Ratschlag für Sie gebeten, weil Sie wegen der Berufsumstände in sehr kurzer Zeit eine Entscheidung zu treffen haben. Leider muss ich in den allermeisten Fällen immer wieder feststellen, dass der Himmel der Seele Entscheidungen im medizinischen Bereich nicht abnimmt. Das rührt daher, dass unsere physischen Leiden Werkzeuge des Heils sind und Gott uns bei der Art und Weise, wie wir diese Werkzeuge benutzen, nicht beeinflussen will. Im Hinblick auf unser ewiges Heil ist dies selbstverständlich ein Liebesgeschenk. Wenn wir beruflich durch etwas gehindert werden, trifft uns dies allerdings manchmal schwer.

Ich darf mich zu Ihrem Fall nicht im Namen der Gottesmutter im Sinne eines 'Ja' oder 'Nein' äußern, weiß aber inzwischen aus Erfahrung, dass Maria oft darauf hinweist, dass eine Krankheit zu einem 'wichtigen' Zeitpunkt in vielen Fällen als ein Zeichen dafür zu verstehen ist, dass die Göttliche Vorsehung mit der Seele etwas anderes vorhat. Die Seele begreift durchwegs nicht gleich den Sinn eines solchen 'Störsenders' auf ihrem Lebensweg, später aber leuchten solche Ereignisse öfters ein. Wenn diese 'Störungen' dann der Gottesmutter geweiht werden, verdient sich die Seele dadurch zuweilen die Gnade, dass ihr der weitere Weg klar vor Augen gestellt wird. Das ist dann gerade das Schöne, sozusagen der Sonnenstrahl hinter der Wolke: Durch die Weihe sagt die Seele eigentlich zu Maria: "Da stehe ich. Vor mir liegt eine Wegkreuzung. Ich bin aber nicht imstande zu sehen, was jeder der Wege mir bringen kann. Ich bin blind und will mich von Dir führen lassen. Ich vertraue, dass Du mich dorthin führen wirst, wohin ich gehöre". Glauben Sie, dies wirkt. Ich habe es selber mehrfach erfahren. Es kommt dabei auf den Glauben im Herzen an, wenn Sie diese Worte der Herrin zu Füßen legen.

Ich kann Ihnen übrigens bezeugen: Wenn eine Seele sich den Werken der Gottesmutter vertrauensvoll hingibt, gibt Sie Sich den Werken der Seele hin, das heißt: Dann sorgt Sie dafür, dass die Seele nicht im Stich gelassen wird, wenn es gilt, die irdischen Probleme zu bewältigen. Das kann in Tausenden von Formen zum Ausdruck kommen, je nach den Lebensumständen des Augenblicks.

Es versteht sich, dass mein Herz mit Ihnen klopft, denn mir liegt alles daran, dass es jedem Geschöpf aus Gottes Hand gut geht. Ich hoffe mit Ihnen auf Heilung. Die Hoffnung dürfen wir einfach nicht aufgeben, denn sie öffnet das Fenster der Seele, so dass diese Letztere unter allen Umständen atmen kann und rechtzeitig daran erinnert wird, dass draußen (d.h.: aus dem Herzen der Ewigen Liebe) die Sonne scheint, die Leben bringt. Eine Weihe Ihres Problems 'im richtigen Ton' kann Ihrer Seele den wahren Frühling bringen, weil die Seele dadurch nicht selten einen Großteil der Verspannung einfach loslassen kann. Eine relative Entspannung im Herzen öffnet die Seele viel weiter. Genauso wie ein verspannter Muskel, der sich plötzlich entspannt, das Blut wieder frei strömen lässt, strömt auch die Gnade freier in eine Seele, die zuversichtlich und deswegen 'entspannt' ist. Ich möchte Ihnen von Herzen dabei helfen, dies zu erfahren, dadurch dass ich heute noch der Himmelskönigin Ihren Engpass anvertraue. Wenn Sie sich mir dabei anschließen, wird Jesus Christus in unserer Mitte sein.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 238
Die Ursachen von Unzufriedenheit und Wege zur Zufriedenheit

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es fällt vielen Seelen auf dieser Welt nicht leicht, an den Gefühlen festzuhalten, die mit der unsichtbaren Wirklichkeit im Zusammenhang stehen. Die Welt hat so ihre Wege, um Seelen an sich zu binden und um sie davon zu überzeugen, dass es nichts gibt außer demjenigen, was sie vor den eigenen Augen sehen. Die Dinge der Welt können letzten Endes nicht anders als die Seele enttäuschen:

Erstens hat die Welt, da sie von Finsternis durchdrungen ist, nichts Lichtvolles zu bieten (Liebe, Hoffnung, Mut).
Zweitens besitzt jede Seele:

  • den Keim der Heiligkeit, diesen Samen, der den Göttlichen Wachstumsplan in sich trägt, und
  • das Gewissen, diese innere Warnanlage, welche die Seele davor warnt, sobald sie mit etwas in Berührung kommt, das nicht Gottes Gesetzen entspricht.

Diese Elemente sind es, die in unzähligen Seelen Gefühle der Unzufriedenheit wachrufen. Schauen wir doch mal um uns herum: Wo und wann sehen wir noch Menschen aufrichtig lächeln? Ich meine damit: so lächeln, dass man spürt, dass die Miene ein stilles inneres Glück, eine wahre tiefgewurzelte Zufriedenheit und eine wahre Liebe zum Ausdruck bringt? Eigentlich könnte man dasjenige, was in den Menschen um sich herum sichtbar, hörbar und spürbar ist, hauptsächlich in zwei Kategorien aufteilen:

  • Es gibt die vielen Menschen, von denen eine eindeutige Unzufriedenheit ausgeht. Diese Gesinnung tut sich kund in finsteren bzw. betrübten Mienen, in negativen Worten, in Gebärden und äußeren Zeichen, die Unzufriedenheit verraten, und in Verhaltensweisen, die gegen alle Liebe und Tugend verstoßen.

  • Es gibt andererseits diejenigen, die laut lachen und sich überschwänglich benehmen, dadurch aber eine innere Leere oder aber manchen inneren Konflikt verbergen. Diese Seelen scheinen nichts ernst zu nehmen.

Die Seele, die das wahre Licht in sich hegt und der es gelungen ist, dieses Licht blühen zu lassen, wird in ihrem Seelengarten auch die Blumen einer stillen und besinnlichen Zufriedenheit und einer wahren Hoffnung blühen sehen.

Ihre Tochter ist in ihrem noch jungen Leben enttäuscht worden. Manche Erwartung ist vom weltlichen Alltag nicht befriedigt worden. Unbewusst hat sie Gott dafür die Schuld gegeben und neigt jetzt dazu, das 'überirdische' Fühlen, Empfinden und Denken als Zeitverschwendung abzutun, weil es ihr nichts Greifbares eingebracht hat. Diese jetzige Einstellung ist nicht unmittelbar ihre Schuld, sie ist das Opfer einer Überforderung geworden, die mit ihrem Umfeld im weltlichen Alltag zu tun hat. Sie sollte versuchen, wann sie das auch immer tun kann, in der freien Natur im Herzen den Kontakt 'mit oben' wiederherzustellen, die einfachen, aber so wundervollen Elemente der 'menschenlosen' Schöpfung wieder schätzen zu lernen und diese als Werke von Gottes Liebe betrachten zu lernen.

Wenn wir uns die Strategien des Bösen vor Augen halten, braucht es uns gar nicht zu wundern, dass Ihre Tochter sich auch Ihnen gegenüber negativ verhält, weil Sie für sie ja ein Symbol für jene 'andere' Welt darstellen, von der sie sich emotional so entschieden getrennt hat.

Durch Ihre Enkeltochter versucht der Himmel zurzeit, die Mutter, das heißt also, Ihre Tochter, wieder in die Sphäre des seelischen Lebens hineinzuziehen. Das Kind ist sich dessen nicht bewusst, es lebt genau nach seinen inneren Empfindungen, weil es sich dort von dem Licht führen lässt, das sein inneres Leben gestaltet und lenkt. Das ist ein sehr großes Geschenk. Sehr wichtig wäre, dass Sie und die Enkeltochter gemeinsam für Mama beten, damit sie 'Jesus und Maria spürt und glücklicher ist'. (So ungefähr könnte es der Enkeltochter vorgeschlagen werden).

Die Rückschläge mit der Partnerwahl bei der Tochter haben alles mit den Versuchen des Bösen zu tun, Ihre Tochter in der Finsternis seiner Blendungswerke festzuhalten. Selber sieht sie das (noch) nicht, und weil sie sich zurzeit so sehr gegen alles Licht in ihrer Umgebung auflehnt, wird sie dies auch nicht wahrhaben wollen. Sie haben Recht, wenn Sie meinen, Ihre Tochter würde den Glauben wiederfinden, wenn sie dem Richtigen begegnen sollte. Eine Seele, die ihr im Leben die aufrichtige Liebe schenkt, wird für sie wie ein Vorbild wirken, das sie aus ihren Fesseln befreit. Diese Seele muss ein Lebenspartner sein oder allenfalls jemand anderer, zu dem sie felsenfestes Vertrauen haben kann und der für sie etwas Wesentliches bedeutet. Ihnen als Mutter wird sie dieselbe lichtvolle Einstellung nicht abnehmen.

Sehr oft werden Seelen, die sich in einem Kerker von Finsternis für Gott und sich selbst versteckt haben, sich kaum einem Blutverwandten aufschließen. Zum Großteil hat dies mit dem Selbstbild zu tun: Die Seele, die auf einem Irrweg gelaufen ist, gibt sich den ihr am Nächsten stehenden Seelen meistens nicht mehr leicht so, wie sie wirklich ist, sogar nicht dann, wenn sie sich im Grunde genommen wieder in diejenige verändern will, die sie einst war. Aus diesem Grunde bleiben so viele Seelen im Irrtum, weil sie der Stolz daran hindert, öffentlich wieder im Licht zu gehen. Die wichtigste Einstellung Ihrerseits ist jene der Liebe, der Geduld, der Vergebung und der Bereitschaft, zu Gottes Zeit sofort wieder dort anzufangen, wo sich die Wege sozusagen einst getrennt haben.

Der Gesundheitszustand Ihrer Tochter hat sehr viel mit ihrer inneren Unzufriedenheit zu tun. Weihen Sie auch diesen Zustand an ihrer Stelle, damit sie nötigenfalls auf dem Wege der physischen Prüfungen die Gnade einer Wiedergeburt in der Seele bekommen kann.

Ich weiß, dass Sie leiden. Sie können Ihr Herzeleid der Gottesmutter als Lösegeld für die Tochter darbieten. Gott ist weder blind noch taub für aufrichtig geweihtes und liebevoll getragenes Leid. Auch in Ihrer Familie wird die Sonne wieder aufgehen. Nur kommt der Sonnenaufgang im Herbst etwas später als im Sommer. Im Gemüt Ihres Tochters ist es Herbst: die Zeit, in der die Bäume ihre Blätter abschütteln, damit neues Leben in ihnen wachsen kann. Noch nie hat es einen Herbst gegeben, dem nicht ein Frühling gefolgt ist, und sogar, wenn erst der Winter kommt, so kann man diesen positiv als eine Gelegenheit betrachten, durch welche die Seele die Ruhe findet, bevor sie die neue Fruchtbarkeit in sich zustande bringt. Ich flehe für Sie alle die Sonne herab.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 239
Jedes Werk, das Jesus nicht in sich zulässt, trägt nicht das Leben in sich – Bemühungen, alles Leiden loszuwerden, sind nicht von Gott inspiriert

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Gottes Wege sind unergründlich. Das beweist mir nun die Gottesmutter dadurch, dass Sie mich damit beauftragt, Ihren Brief umgehend zu beantworten, was eher selten der Fall ist. In der tiefen Freude des Gehorsams gegenüber der Goldenen Stimme aus dem Paradies vermittle ich Ihnen also gerne die Ratschläge, welche die Himmelskönigin Ihnen erteilen möchte.

Zunächst danke ich von ganzem Herzen für dasjenige, was Sie für dieses Apostolat tun. Weil es das Apostolat der Himmlischen Königin ist, danke ich Ihnen also eigentlich an erster Stelle aus Ihrem heiligsten Namen. Wie können Sie unserem Apostolat weiter noch behilflich sein? Vor allem dadurch, dass Sie Ihre Weihe an Maria möglichst genau und liebevoll leben und dass Sie alle Worte, die von der Herrin aller Seelen durch das Apostolat zu den Seelen ausströmen, weiterhin weiterleiten, da jedes dieser Worte Gottes Wahrheit vertritt und lediglich bezweckt, möglichst viele Seele noch auf Erden an dem Glück zu beteiligen, wissen und dadurch wieder hoffen zu dürfen.
Zu Ihrer Frage bezüglich des betreffenden Freundeskreises führt die Gottesmutter eindeutig das Nachfolgende aus:

Die Tatsache, dass im Rahmen einer Organisation mit Erfolg Heilungen durchgeführt werden, ist nicht an sich gut oder schlecht. Alles hängt davon ab, was mit diesen Heilungen bezweckt wird und vor allem davon, von welchem spirituellen Umfeld diese Heilungswerke begleitet werden. Wenn, wie es in dem von Ihnen genannten Freundeskreis der Fall ist, die Anweisung zur Geltung gebracht wird, Jesus solle aus allen Büchern verschwinden, so warnt die Gottesmutter betont vor einer Inspiration des Bösen. Jedes Werk, es möge dem Anschein nach noch so viele gute Dinge zustande bringen, das Jesus Christus nicht in sich zulässt, nimmt dadurch öffentlich Abstand von Gottes Licht und Seiner einzigen Wahrheit, verleugnet die Quelle der Erlösung und schneidet die Seelen von ihren Wurzeln ab. Das alles macht ein solches Werk zu einem Werk des Todes. Und sogar wenn in einem solchen Rahmen Heilungswerke durchgeführt werden, so führen diese Werke nicht zu neuem Leben, sondern zum Tod der Seele. Da heilt nicht mehr Gott, denn Er darf ja an dem ganzen Vorgang nicht mehr teilnehmen.

Liebe Schwester, da haben wir ein schönes Beispiel dafür, wie gefährlich es ist, wenn die Seele das Physische, zum Beispiel die Heilung einer Krankheit oder einer physischen Störung, über alles stellt: Der Böse weiß, dass sehr viele Menschen bereit sind, alles, sogar ihr seelisches Heil, für eine physische Besserung aufs Spiel zu setzen. Deswegen versucht er ständig, jede Organisation, die mit körperlichem Wohlbefinden zu tun hat, von jedem aufrichtigen traditionellen christlichen Geist zu 'säubern'. Seelen, bleibt wachsam.

Betrachten Sie jede Aussage, alles Leiden käme vom Bösen und solle somit 'weggegeben werden', ruhig als die untrügliche Unterschrift des Bösen selbst. Jeder, der behauptet, keinerlei Leid dürfe angenommen werden, befindet sich im Stand des Ungehorsams gegenüber den Göttlichen Verfügungen, welche die Leiden als Möglichkeiten zur Erhebung unserer eigenen Seele und der ganzen Schöpfung zu benutzen versuchen. Ich soll darauf aufmerksam machen, dass es genau der Ungehorsam gegenüber den Göttlichen Verfügungen ist, der aus dem Engel Luzifer den ersten Teufel gemacht hat, und dass dieser die ersten Menschenseelen zur Erbsünde inspiriert hat, die ebenfalls eine Sünde des Ungehorsams war. Alle Leiden sind Schlüssel zur Erlösung und zur Heiligung und somit zur Vollendung des Göttlichen Heilsplans für alle Seelen. Jeder, der diese Leiden und deren Wert verkennt oder sogar verleugnet, wird nicht vom Himmel inspiriert.

Es wird manchmal gesagt, die christliche Lehre ist eine Lehre des Leidens. Was das Wesen dieser Aussage betrifft, stimmt diese zwar, aber es fehlen einige Schlüsselwörter: 'aus Liebe und für die Liebe'. Wenn der leidende Mensch dies wünscht, fügt Gott allem Leiden soviel Liebe hinzu, dass dieses sich schlicht und einfach in reine Liebe verändert. Der Mensch, der sein Leiden Gott aufopfert, fügt diesem Leiden selber bereits Liebe hinzu. Wenn diese Liebe aus der Seele der Liebe aus Gottes Herzen begegnet, erfolgt eine Explosion neuen Lebens. Im geweihten Leiden vollzieht die Seele ja ihre Vermählung mit Gott, um neues Leben zu erwecken.

Ich möchte ganz eindeutig und unmissverständlich vorbringen: Der Böse kann tatsächlich Leiden verursachen bzw. er kann es verschlimmern. Aber... Gott macht aus jedem Leiden eine Bombe von erlösendem Licht, unter der einzigen Voraussetzung, dass der leidende Mensch Ihm dieses Leiden weiht. Der vollkommenste Weg, dies zu tun, ist jener durch Maria, die Herrin aller Seelen, wie Gott es den Seelen in diesen Letzten Zeiten lehrt. Für die Menschenseele liegt in dem Maße, in dem sie das Leiden annimmt und es Maria weiht, ein Gradmesser für die Entwicklung ihrer Liebe verborgen. Nimmt die Seele alles Leiden ohne Widerstand an und weiht sie es in Liebe der Himmelskönigin in der Absicht, der Stand der Gnade der Seelen möge durch diesen Beitrag etwas erhöht werden, so setzt Sie dadurch Gott gegenüber das größtmögliche Zeichen der wahren Liebe und der wahren Nachfolge Christi. Lassen Sie sich diese Auszeichnung von keinem Menschen nehmen, denn es handelt sich dabei um eine Falle des Bösen.

Die gesündeste Einstellung ist auf jeden Fall diese: Uns steht es nicht zu, den Gründer dieses Freundeskreises zu richten. Außerdem ist dieser Mensch inzwischen nicht mehr am Leben und ist sein Leben deshalb bereits dem Göttlichen Gericht unterzogen worden. Es ist durchaus möglich, dass im Namen dieser Person jetzt von seinen Nachfolgern Dinge vorgenommen und Worte gesprochen werden, die nicht mehr das ursprüngliche Gedankengut vertreten. Wie dem auch sei: Um zu wissen, ob das Essen der Früchte eines Apfelbaumes uns nicht schaden kann, brauchen wir nicht die Wurzeln des Baumes auszugraben, sondern müssen einen der Äpfel überprüfen. Verbannt eine Seele den Namen von Gottes Sohn und spricht Worte, die Irrwege erschließen, so ist es Ihre christliche Liebesverpflichtung, auf den Irrweg hinzuweisen, und wenn dies sich als erfolglos ergibt, den Kontakt weiterhin zu meiden und anderen Seelen nötigenfalls die Gründe für Ihre Entscheidung darzulegen.

Liebe Schwester, Sie haben gut daran getan, diesen Freundeskreis der Gottesmutter zu weihen. Dieses Apostolat ist das Apostolat der Fülle der Wahrheit. Unser Christentum wird vom Bösen über Tausende von Wegen bedroht. Die meisten dieser Wege sind mit so vielen verführerischen Blumen bestreut... aber wenn man genau hinschaut, stellt sich bald heraus, dass es sich um Plastikblumen handelt, die ja tot sind, nicht die großen Wunder Gottes in sich tragen und nicht die Düfte verbreiten, die bei einer richtigen Blume nachweisen, dass sie aus Gottes Herzen stammt. Die Schlüssel, um diese getarnten 'Blumen' als Lockenten zu entlarven, finden Sie überall in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens, welche den Seelen durch die Herrin aller Seelen gelehrt wird. Es freut mich besonders, Sie darauf hinweisen zu dürfen.

Gehen Sie ruhig mit jedem Leid zu den Füßen der Himmelskönigin, Sie wird einen Ozean seelischer Verzückung aus ihm bereiten. Ich bestätige Ihnen dies aus einem kleinen Herzen heraus, das hat schauen und empfinden dürfen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 240
Gott setzt die Tiere oft als Heilmittel für die Seele ein – Die Heiligen Maria Magdalena und Johannes als 'Begleitheilige' Myriams – die Hauptaufgabe der Heiligen den Seelen gegenüber – alles, was geschieht, gehört zu Gottes Plänen – Die spirituelle Bedeutung des gewählten Berufes für die Seele

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Sehr gerne beantworte ich bereits einige der von Ihnen vorgebrachten Fragen. Möge das Licht der Liebe, die Maria Ihnen in Ihren Antworten zufließen lassen möchte, Ihnen dabei helfen, neuen Mut auf Ihrem Lebensweg zu finden.

Mich hat Ihre Beschreibung der Begegnung mit der fremden Katze getroffen. Tatsächlich, Sie haben es richtig empfunden: Tiere sind oft viel empfänglicher für Gefühle und unsichtbare Kräfte als wir Menschen. Mehrere nicht durch den Verstand zu erklärende Erfahrungen haben mir in meinem eigenen Leben bewiesen, dass Gottes Vorsehung hin und wieder zum genau richtigen Zeitpunkt ein Tier auf unseren Weg bringt, um uns zu helfen, Gefühlsblockaden zu lösen und in der Seele Liebesempfindungen in einer solchen Tiefe zu wecken, wie wir diese kaum jemals haben spüren dürfen.

Im Rahmen der Wissenschaft des Göttlichen Lebens lässt sich dieses Phänomen erklären. Stellen wir der Herrin aller Seelen die Frage, zu welchem Zweck Gott denn überhaupt die Tiere erschaffen hat, so gibt Sie uns die nachfolgende Antwort:

  1. weil Gott an der Schöpfung vieler unterschiedlicher Lebensarten Gefallen hatte;

  2. weil Gott die Menschenseele so sehr liebt, dass Er ihr die Begegnung mit Wesen der unterschiedlichsten Arten bereiten wollte. Er hat jedes Lebewesen als Gliedchen in der riesigen Kette des Lebens vorgesehen und hat jedes Wesen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten versehen, Liebe in sich aufzunehmen und weiterzuleiten. Gott hat die Tiere für die Menschenseele als Geschenke von Liebe erschaffen, als Wesen, die fähig sind, Liebe zu spüren – je nach der Art ist diese Fähigkeit stärker oder weniger ausgeprägt – und Gottes Liebe weiterströmen zu lassen.

Zu diesem Zweck hat Gott es auch so verfügt, dass es Tierarten geben soll, die für das Zusammenleben mit der Menschenseele außerordentlich geeignet sind. Diese Tierarten hat Er mit Verhaltensmustern versehen, durch welche sie zur Entfaltung der Tugendhaftigkeit der Menschenseele beitragen können. Von der Menschenseele wiederum verlangt Gott, dass sie Seine Liebe und Gegenwart gegenüber den Tieren vertritt, das heißt, dass die Seele mit den Tieren so umgehen soll, dass das Tier in der Nähe der Menschenseele Gefühle spürt, als ob Gott Selbst zugegen wäre (Liebe, Geborgenheit, Sorgsamkeit, Frieden, Zärtlichkeit, Respekt für die Würde, Hilfsbereitschaft). Gott verlangt von der Menschenseele, dass sie die Tiere als Träger von Gefühlen, als Besitz und Eigentum Gottes und als würdige Kanäle betrachtet, durch welche Gott an der Gestaltung der Seelen wirkt. Aus diesen Gründen ist es in Gottes Augen eine  Sünde, wenn eine Menschenseele mit einem Tier nicht so umgeht, wie Er Selbst es tun würde, wenn sie einem Tier die Würde nimmt, es nicht bedingungslos liebevoll behandelt und es nicht als dasjenige ehrt, was es in Wirklichkeit ist: ein Geschenk und Werkzeug Gottes.

Gott setzt oft Tiere als Heilmittel ein. Haben Sie bereits bemerkt, wie Tiere manchmal einen Menschen anschauen, der weint? Sie sind besonders empfindlich für Gefühle, Stimmungsschwankungen, und für das Maß an Liebe oder an negativer Gesinnung, die von einem Menschen ausströmt. Durch ihre Unschuld und die spontane Natur ihrer Liebe können sie tatsächlich in der Seele einen blockierten Liebesstrom wieder in Bewegung setzen und dadurch die Bürde vieler bedrängender Emotionen wegspülen. Im nicht in Worten gefassten 'Verständnis' von Seiten eines Tieres kann sich die Menschenseele plötzlich wieder in den Strom der Göttlichen Liebe aufgenommen fühlen.

Die Tatsache, dass ein Tier nicht sprechen kann, macht es nicht unbedingt ungeeignet als 'Partner' für den Austausch von Emotionen oder als Beschleuniger von seelischen Heilungsvorgängen. Dadurch, dass das Tier nicht spricht, können seine Emotionen, die ja wie bei dem Menschen aus dem Herzen strömen, nicht durch Worte befleckt werden. Die wahre, nicht verunreinigte Liebe strömt unmittelbar zwischen Herzen. So ist es zwischen Gott und der Menschenseele, so ist es zwischen den Engeln, und so sollte es eigentlich in zunehmendem Maße zwischen den Menschenseelen der Fall sein. Die Seele kann dies zum Beispiel manchmal dann erfahren, wenn sie Gott oder Maria etwas Liebevolles sagen möchte und dabei spürt, wie eine Welle von Liebe aus ihr zu Gott oder Maria hinausfließt, während es ihr kaum gelingt, ihre Gefühle in Worten auszudrücken. Sobald dies ihr dennoch gelingt, kommt es dann zuweilen so verunstaltet oder verzerrt heraus, dass es kaum noch wertvoll erscheint.

Ein Tier kann durch einen Blick oder eine Bewegung oft mehr sagen, als eine Menschenseele durch hundert Worte, aber das Herz des Menschen muss richtig geöffnet sein, um das Tier wirklich gut und voll zu verstehen. Sehr ähnlich wirkt ja die Mystik: Wenn Maria in einer Seele spricht, kann Sie das durch Worte tun, Sie kann es aber auch in einigen wenigen Bildern oder sogar in einem einzigen Bild. Gottes Fähigkeit, ohne Worte einfach von Herz zu Herz eine Menschenseele zu unterrichten, ist mir bereits mehrmals dadurch bewiesen worden, dass mir Maria während einiger Sekunden Sich Selbst zeigte, dass Sie mir tief in die Augen schaute, ohne dabei nur ein einziges Wort zu sprechen, und ich nachher feststellte, dass Sie riesige Mengen mystischen Wissens in mich eingegossen hat. Dieser Vorgang fühlt sich so an, als ob das Herz schlagartig so weit aufgeht, dass mit dem überwältigenden Strom von Marias Liebe all dasjenige übertragen und im Herzen 'angesiedelt' wird, von dem Maria will, das ich künftighin darüber verfügen kann, um zum Zeitpunkt Ihrer Aufträge die Saat für die Seelen blühen zu lassen.

Daraus ergibt sich, dass die Seele eigentlich die Fähigkeit besitzt, mit einem anderen Wesen zu kommunizieren bzw. Informationen von Seiten eines anderen Wesens zu 'lesen' und in sich aufzunehmen. Die Seele kann ohne Austausch von Worten Kenntnisse aus Marias Herzen in sich aufnehmen und kann etwas Ähnliches auch im Kontakt mit Tieren erfahren. Wenn wir nun die Tatsache berücksichtigen, dass Gott Tiere dazu benutzen kann, eine bedrängte Menschenseele wieder aufzuschließen, so müssen wir damit rechnen, dass ein Tier eine besonders wertvolle Brücke von Gottes Wirken zugunsten unserer Seele sein kann. Somit ist es mithin eine sehr unvernünftige Ansicht und möglicherweise sogar eine Beleidigung Gottes, von einem Tier als 'nur ein blödes Tier' zu sprechen. Gott erwartet von jeder Seele Respekt für Seine Werkzeuge, in welcher Gestalt Er diese auch einsetzen möge.

Sie fühlen sich zur Heiligen Maria Magdalena hingezogen, fragen aber, ob es gut ist, zu Maria Magdalena um eine Bekehrung zu beten, oder aber, ob man nicht besser zur Herrin betet?
Diese Frage freut mich aus einem doppelten Grunde: zunächst, weil mir Maria Magdalena ebenso wie der Heilige Apostel Johannes, von der Herrin aller Seelen als 'Begleitheilige' zugewiesen worden sind und ich mit Maria Magdalena einige wunderschöne Erfahrungen gemacht habe. Diese Heilige ist ein Muster für die Neugestaltung der Seele aus der Zügellosigkeit bis hin zur größten Heiligkeit. Ich liebe Maria Magdalena auch besonders aufgrund der Art meiner Berufung: In den ersten Jahren meiner Berufung, als mir die beiden Begleitheiligen zugewiesen wurden, hatte mein Auftrag an erster Stelle mit dem Dienst an Maria als Schmerzensreiche Mutter zu tun. Die Passion spielte in jenen Jahren die Hauptrolle in meiner mystischen Ausbildung. Marias Wirken in mir war größtenteils um die Empfindungen der Passion herum aufgebaut. Maria Magdalena und der Apostel Johannes sind schlechthin die 'Heiligen der Passion'. Sie haben mich in jenen Anfangsjahren machtvoll unterstützt. Ich kann Ihnen versichern: Maria Magdalena ist eine mächtige Fürsprecherin. Sowohl Jesus als auch die Heilige Jungfrau liebten sie besonders, wegen ihrer bewundernswerten seelischen Anstrengungen. Sie ist tatsächlich ein richtiges Muster für die Bekehrung einer Seele und kann ihre diesbezüglichen Verdienste mit jeder Seele teilen, die sie inständig darum bittet.

Der zweite Grund, weshalb mich Ihre Frage freut, ist dieser: Tatsächlich, man darf immer eine(n) Heilige(n) um etwas bitten. Gottes Barmherzigkeit hat es so verfügt, dass die Seele an den Verdiensten beteiligt werden kann, die von dem betreffenden Heiligen zu dessen Lebzeiten erworben worden sind. Ich muss aber gleich hinzufügen, dass die Herrin mich persönlich so ausgebildet hat, dass ich ausschließlich zu Ihr Selbst gehe, wie auch immer die Absicht meiner Bitten aussieht. Dies hat nicht nur damit zu tun, dass ich halt 'Apostel der Herrin aller Seelen' bin, sondern auch damit, dass Maria die Brücke aller Brücken ist. Sie ist die Königin der Heiligen. Die Heiligen ihrerseits, als Fürsprecher, bringen ihre Bitten selber vor die Herrin und Königin. Die verdienstvollsten Gebete sind jene zur Himmelskönigin, weil ein aufrichtiges und möglichst selbstloses Gebet zu Maria immer eine Verherrlichung an die Erhabenheit Derjenigen in sich birgt, die von Gott über alles auserwählt worden ist.

Heißt dies, dass Gott es nicht mag, wenn die Seele zu einem bestimmten Heiligen betet? Das heißt es durchaus nicht, ganz im Gegenteil, aber damit ein solches Gebet voll fruchtbar ist, sollte eigentlich diese Voraussetzung beachtet werden: Viele Seelen beten zu einem spezifischen Heiligen in der Absicht, etwas ganz Spezifisches im Bereich ihrer weltlichen, materiellen Bedürfnisse zu bekommen. Dieser Ausgangspunkt führt nicht zur vollen Fruchtbarkeit. Zu einem spezifischen Heiligen sollte man in erster Linie zu dem Zweck beten, dass man ihn bzw. sie um Fürsprache, Unterstützung, konkrete Begleitung und Schutz auf dem Lebensweg bittet, insoweit die von ihm bzw. ihr auf Erden erworbenen Verdienste der betenden Seele dabei helfen können, ihre eigene Heiligung zu vollenden. Die Heiligen sind an erster Stelle dazu da, den Seelen auf Erden zu helfen, durch Beteiligung an ihren Verdiensten zur Heiligung zu gelangen. Es ergibt sich also, dass die von Ihnen aufgeführte Gebetsabsicht zur Heiligen Maria Magdalena dieser Voraussetzung entspricht. Stellen Sie die betreffenden Seelen allerdings vor allem unter die Obhut der Herrin aller Seelen.

Nebenbei: Weil Sie sich nach den Haaren der Maria Magdalena erkundigen: Ich habe ihre Haare immer als schön, lang und kastanienbraun gesehen.

Sie fragen: "Da ich mich jetzt immer mehr Maria hingebe, kann ich doch getrost davon ausgehen, dass alles, was passiert, zu Gottes Plänen gehört?"
Tatsächlich, alles, was jetzt mit Ihnen passiert, gehört zu Gottes Plänen, ebenso wie alles, was mit den Seelen in Ihrer Umgebung passiert. Alles, was auf Erden passiert, ist Teil eines umfassenden Planes, und sogar die Dinge, die nicht unmittelbar von Gott ausgehen, werden von Ihm irgendwann und irgendwie im Rahmen Seines Heilsplanes benutzt. Allerdings wird das Verhalten der Seelen in Ihrer Umgebung, wenn diese (im Gegensatz zu Ihnen) nicht an Maria geweiht sind, nicht in demselben Maße von Maria gelenkt, wie Maria Ihr Verhalten lenken wird. Auf jeden Fall wird Maria Sie für die Entwicklungen in Ihrem Umfeld 'rüsten'. Das gehört zu Ihren Aufgaben als Ihre seelische Betreuerin.

Zum Schluss zu Ihrer Frage: "Entscheidet Maria auch über meinen Beruf und meine Berufung oder muss ich diese eben irgendwie selber wählen? Ist mein Beruf nicht wichtig für Sie, sondern nur meine Seele?"
Maria entscheidet nicht über Ihren Beruf und Ihre Berufung, weil:

  • die Entscheidung zum Beruf auf der freien Wahl der Seele basieren muss (das Gesetz der Willensfreiheit der Seele!);

  • die Berufung auf Gottes Plan mit der Seele basiert.

Allerdings ist es durchaus möglich, dass Maria die Seele da in eine bestimmte Richtung lenkt, mit Rücksicht auf den Plan, den Gott mit dieser Seele hat, und auf die Fähigkeiten der Seele. Ein kleines Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung: Im Frühling 1997 lud mich Maria dazu ein, Ihr Apostel zu sein. Ich hätte diese Einladung ablehnen können, habe dies aber von ganzem Herzen nicht getan. Einige Jahre später erfuhr ich von der Herrin, Sie persönlich habe mich seit sehr vielen Jahren für dieses Leben gewählt. Es hat sich also um eine Vorherbestimmung gehandelt. Sie sollten also immer die Möglichkeit berücksichtigen, dass Maria Sie auf etwas vorbereiten kann. Die Entscheidung wird jedoch immer bei Ihnen selbst liegen.

Ob Ihr Beruf für Maria wichtig ist oder aber nur Ihre Seele für Maria zählt? Der Beruf eines Menschen an sich ist tatsächlich unwichtig, in jenem Sinne, dass Gott nicht die geringste Bewertung mit einem Beruf verbindet. Für Ihn ist der eine Beruf nicht wichtiger oder unwichtiger als der andere. Für Gott und somit für Maria ist nur eines wichtig: Was macht diese Seele aus ihrem Beruf? Wie übt sie ihn aus? Wie bringt sie die Tugenden in ihrer Berufsausübung zur Anwendung? Nutzt sie die Chancen, die sie durch ihren Beruf erhält, um Gott zu den Seelen und Seelen zu Gott zu führen bzw. um Gottes Werke und Liebe gegenwärtig zu setzen?

Unsere Gesellschaft setzt sich aus Zigmillionen Menschen zusammen, die Beruf A oder Beruf B oder Beruf C usw. ausüben. Die Wechselwirkungen zwischen allen diesen Menschen und allen diesen Berufen bestimmen die Art und Weise, wie die Wirtschaft sich entwickelt, aber sie bestimmen auch die Strömung von Gottes Liebe und die Art und Weise, wie Sein Heilsplan sich vollenden kann. Jeder Beruf ist nicht nur ein Glied in einer wirtschaftlichen Kette, er ist auch ein Glied in einer spirituellen Kette! Der Mensch ist nicht 'nur' ein Arbeiter, Angestellter, Beamter usw., sondern ist zur gleichen Zeit auch immer eine Seele mit ganz spezifischen spirituellen Aufgaben und Inhaberin eines bestimmten Auftrages im Rahmen des zeitlosen Göttlichen Heilsplans.

Also, ja, an sich ist für Maria nur die Seele wichtig, nicht der Beruf an sich. Die Berufstätigkeit ist aber automatisch Teil der Handlungen einer Seele, durch welche diese ihren Auftrag im Rahmen von Gottes Heilsplan erfüllen soll.

Liebe Schwester, ich hoffe, Ihnen mit diesen Zeilen ein wenig gedient zu haben. Möge in erster Linie die Liebe der Herrin sich durch diese Zeilen in Ihnen weiter aussäen. Sehr gerne komme ich noch auf die weiteren Fragen zurück.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 241
Maria ist der Vollmond in der Nacht der Seele – die wahre Hoffnung liegt in jeder Seele wie eine (öfters unsichtbare) Schatztruhe begraben – ein inneres Bild gegen depressive Neigungen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Als Gottes größte Zeugin der wahren Liebe will Sich die Gottesmutter jetzt Ihrem Herzen zeigen. Betrachten Sie folgendes Bild und Sie werden verstehen, was ich mit dieser Einführung meine:

Maria ist der Vollmond in der Nacht der Seele: Wenn in einem Herzen die Dunkelheit hereingebrochen ist, steht Sie da, die geräuschlose Vermittlerin des Lichtes, die voll daran erinnert, dass es einen liebenden Gott gibt. Schauen Sie mal:

Der Vollmond erleuchtet die finstere Nacht, so dass man trotz der Finsternis alles um sich herum wiedererkennen kann. Er ist voll, weil nichts von der Erde zwischen ihm und der Sonne steht. Welch wunderbares Bild! Maria ist der Vollmond im seelischen Leben. Sie leitet das Licht der Sonne (= das Licht, die Wahrheit und die Liebe Gottes) zu der Seele weiter, in seiner Fülle (Vollmond), aber ohne zu blenden, wie es die Sonne im direkten Augenkontakt tut. Sie passt das Licht Gottes solchermaßen an die Augen der Seele an, dass die Seele das Licht Gottes (die Erkenntnisse der Göttlichen Lehre und Geheimnisse) ohne jeglichen Schaden in sich aufnehmen kann, wie eine 'Augenweide'. Wenn Sie herrscht steht zwischen dem Licht Gottes und der Seele nichts Weltliches im Wege. Inzwischen erleuchtet Maria die Seele, vor allem dann, wenn das Herz verschleiert ist, wie in der Dunkelheit der Nacht. Sie erinnert die Seele daran, dass das Licht in Wahrheit immer scheint, dass es sich nur zeitweise den Augen verbirgt.

Liebe Schwester, Maria ist Ihre wahre Mutter, die Mutter Ihrer Seele, Ihnen von Jesus Selbst geschenkt. Nie hört Sie auf, jede Seele mit der vollendeten Himmlischen Liebe zu umhegen. Wenn Sie an das Türchen des Herzens klopft, spürt die Seele dies nicht durch hörbare Klänge, sondern dadurch, dass gleichsam ein warmes Pulver in das Herz herein rieselt. Man könnte dieses Gefühl auch mit jenem vergleichen, das ein Schmetterling vermittelt, wenn man ihn einige Sekunden lang in der Hand hält. Ähnlich wie bei dem Schmetterling beschwört Marias Eintritt in das Herz sommerliche Gefühle herauf. Meistens sieht man den Schmetterling, während man auch Blumendüfte und streichelnde Sonnenstrahlen spürt. Das alles wird genau zu diesem Zeitpunkt in Ihnen wachgerufen, weil es die Gottesmutter Selbst ist, die in diesen Bildern die Hände um Ihr Herz legt.

Das Menschenherz wird in dieser Welt sehr leicht umnachtet. Die Seele wird gerade aus der Quelle des Göttlichen Lebens in die Welt gesandt, während sich in ihr noch der Duft von Gottes Hand, die Geborgenheit Seines Herzens und die Wärme Seines Gesetzes der vollendeten Liebe wiegen. Sie wächst auf und kämpft gegen Unmengen von Einflüssen an, die diese innerliche Verfassung (von Gott Selbst in sie gesät!) zu zerstören drohen. Eines Tages jedoch wird sie so weitgehend an die Finsternis dieser unaufhörlichen Einflüsse erinnert, dass es ihr vorkommt, als gäbe es keine Sonne mehr, kein Licht, keine Wärme. Das Häuschen der Seele steht dann da wie auf einem schneebedeckten Berg (Sie verstehen ohne jeden Zweifel, wieso mich die Gottesmutter dieses Bild des schneebedeckten Berges eigens für Sie schildern lässt). Tief innerlich aber hat die Seele die Erinnerung an ihre Herkunft in der Quelle der Seligkeit nie losgelassen, weil die vollendete Liebe ihr Anfang und ihre Bestimmung ist. Gerade diese (inzwischen durch den Schnee der Welt bedeckte) Erinnerung entzündet in der Seele den Kampf, der sie in die seelische Krise hineinführt.

Liebe Schwester, die Phase, welche Sie jetzt durchmachen, trägt das Heilmittel in sich. Sie weist nach, dass Ihre Seele gegen die hereinbrechende Nacht ankämpfen will. Wäre dies nicht der Fall, so gäbe es in Ihnen keinen Kampf mehr, sondern ein gleichgültiges 'Dahinvegetieren', ein gefühlloses Leben. Der Böse versucht, Ihnen einzureden, dass dieser Zustand bereits existiert. Genau deswegen zweifeln Sie daran, ob Sie überhaupt noch ein Herz haben. Beachten Sie seine unverschämte Lüge nicht, denn ein Kind Mariä stirbt im Mittelpunkt seiner Seele nicht. Der Böse flüstert Ihnen dies ein, damit Sie den Kampf gegen die von ihm um Sie herum gebildeten Nebelschwaden aufgeben. Glauben Sie mir: In Ihnen ist zu viel Licht, zu viel Wärme, zu viel Liebe, als dass sich diese Nebelschwaden nicht auflösen würden. Die Tatsache, dass Sie dieses Licht, diese Wärme, diese Liebe zurzeit nicht spüren, heißt nicht, dass es sie nicht mehr gibt. Es gilt nur, die Augen Ihrer Seele wieder instandzusetzen, diese zu sehen und zu erkennen, dass sie nicht Elemente einer fremden Welt sind, sondern Teile Ihrer eigenen Wurzeln.

Stellen Sie sich mal vor: Zwei Menschen gehen bei minus 20 Grad stundenlang quer durch schneebedeckte Felder. Der eine Mensch ist unterernährt, der andere ist richtig genährt. Im Körper des Erstgenannten liegt die Verbrennung weit unter dem Durchschnitt, im Körper des Letztgenannten ist die Verbrennung völlig in Ordnung. Beide sind sie derselben Temperatur ausgesetzt und leisten sie dieselbe Anstrengung. Der Letztgenannte aber wird dermaßen von innen heraus durchwärmt werden, dass ihm die Kälte kaum schaden wird. Der Erstgenannte wird rasch unterkühlt und nach kurzer Zeit erschöpft sein. Sie fühlen sich zurzeit wie der Erstgenannte, können aber in Wirklichkeit der Letztgenannte sein, weil Sie Maria in sich tragen, die Morgendämmerung des Sommertages, die Trägerin der Mittagssonne Christi. Nur eins brauchen Sie, damit diese Sonne aufgeht und Sie Ihre Wärme spüren lässt, die Sie in den Stand versetzen wird, die Schneelandschaft um Sie herum in eine Frühlingslandschaft zu verwandeln: Die wahre Hoffnung.

Die wahre Hoffnung liegt in jeder Seele wie eine (öfters unsichtbare) Schatztruhe begraben. Im Grunde genommen setzt sich der Inhalt dieser Schatztruhe aus drei Quellen seelischen Reichtums zusammen:

  1. aus dem Gold der Erfahrung der wahren Liebe. Das Gold ist Symbol der Heiligkeit. Die wahre Liebe ist ja schlechthin der Bestandteil der Heiligkeit;

  2. aus den Diamanten des Glaubens. Der unerschütterliche Glaube ist hart wie Diamant und so klar, dass man tief innerlich durch ihn das Licht der Sonne (die Fülle von Gottes Wahrheit) schauen kann.

  3. aus den Saphiren der Erkenntnis. Saphire sind blau wie der Ozean des Göttlichen Lebens und wie der strahlende Himmel. Die Herrin aller Seelen zeigte mir darüber hinaus einst den Saphir als das Symbol der restlosen Hingabe und Weihe an Sie. Vollkommene Weihe an Maria heißt: in das Herz Gottes hinüber flieβen.

Die Hoffnung als Gold, Diamanten und Saphire, oder als Erfahrung der wahren Liebe, Glauben und Erkenntnis. Tatsächlich, die Seele trägt in sich die Erfahrung der wahren Liebe, die sie von Gott mitbekommt, und jener Liebe, die an den schönsten Tagen ihrer eigenen Vergangenheit tief in ihrem Herzen geblüht hat wie die Sommerblumen. Wenn sie diese Erfahrung, die stille Erinnerung an diese wunderbare Empfindung, mit dem Glauben an Gottes Liebe und Seinen Werken zugunsten ihres ewigen Heils verbindet und dabei die Gnaden der Erkenntnis von manchen Geheimnissen (z.B. jenen der erlösenden Prüfungen) verbindet, kann sich in der Seele diese stille Sicherheit aufschließen, dass die derzeitigen Nebelschwaden nur dazu dienen, die Felder von morgen fruchtbar zu machen. Dann sieht sie innerlich die Verheißung der Ernte und wacht allmählich das Herz des Kindes von damals wieder auf, das nie gestorben ist, aber nicht mehr die Gelegenheit bekommen hat, sich zu zeigen.

Meine liebe Schwester, versuchen Sie, jede Seele um Sie herum als eine Begleiterin zu betrachten, die Ihnen Gott auf dem Weg zum Gipfel des neuen Lebens zukommen lässt. Ob eine Seele Ihnen in diesen Tagen etwas mehr oder etwas weniger Freude bringt, ist eigentlich unwichtig. Den Gipfel werden Sie erreichen, und die Landschaft jenseits des Berges ist so fabelhaft, dass Sie eines Tages all dasjenige, was Ihnen jetzt noch als graue Steine auf Ihrem Weg vorkommt, im Rückblick als Blümchen betrachten werden, denn dort werden Sie erkennen, dass alles einen sehr tiefen Sinn gehabt hat. Die wahre Hoffnung verändert das Herz solchermaßen, dass es jetzt schon zurückschauen kann, als wäre es bereits am Ende des steinigen Weges, und dass es alles als völlig unwichtig betrachten kann. Sagt nicht der Sportler nach dem schweren aber gewonnenen Kampf: 'Es war so schön!'?

Die wahre Hoffnung ist wie eine Abendsonne, die einem von vorne ins Gesicht strahlt, sanft streichelnd. Diese Sonne steht bekanntlich unzählige Kilometer weiter, über dem Punkt, wohin Ihre Lebensreise geht. Trotzdem können Sie ihre Wärme hier und jetzt spüren: Die Verheißung der Zukunft begegnet der Unsicherheit der Gegenwart, und aus dieser Begegnung werden Geborgenheit und Sinngebung geboren. Genau diese Überzeugung ist es, die Ihnen die Gottesmutter jetzt einzugießen versucht, weil sie Ausdruck von Gottes Wirklichkeit ist. Jetzt noch verborgen, aber so echt... genau wie alle Göttlichen Mysterien, wie fast alle Seine Werke für die Seelen.

Weihen Sie sich heute noch vertrauensvoll mit Ihrer ganzen Herzensverfassung nochmals an Maria, jetzt aus dieser neuen Perspektive heraus, und legen Sie Ihr ebenfalls sämtliche Seelen aus Ihrem Umfeld zu Füßen. Sie wird Ihnen zuhören und wird Sie mit Gnaden begießen, weil Sie eine Blume sind, deren Anblick Sie Sich nicht rauben lassen will. So hat Sie es mir versprochen, weil Sie Sie außerordentlich lieb hat.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 242
Was können Großeltern tun, wenn man ihnen den Kontakt zu den Enkelkindern erschwert oder gar unmöglich macht?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Sehr viel Leid geht um diese Welt. Ein Großteil dieses Leides ist jenes, das Seelen sich gegenseitig antun. Eigentlich sollte das gar nicht sein, da die Menschenseelen doch die Krone von Gottes Schöpfung sind und alle ohne Ausnahme diesen Keim der Heiligkeit in sich tragen. Außerdem obliegt jeder Seele die heilige Pflicht, in ihrem ganzen Tun und Lassen dafür zu sorgen, dass es jedem Mitgeschöpf möglichst gut geht, das heißt, dazu beizutragen, dass jedes Mitgeschöpf seinen eigenen Lebensauftrag unter den besten Umständen erfüllen kann. Wie himmlisch ist es, wenn Seelen sich gegenseitig dermaßen tragen, dass auch in den Prüfungen Gottes Gegenwart spürbar ist. Jede Seele soll für die andere ein Spiegel Gottes sein. Wenn sie dies tatsächlich ist, wird sie zu einer 'dritten Hand Gottes', die überall Segen und Glück bringt.

Liebe Schwester, wenn Seelen unvernünftig oder sogar herzlos zu Mitgeschöpfen werden, ist in diesen Erstgenannten immer tief innerlich die Rede von Unfrieden und Enttäuschung. Unfriede ist bereits an sich ein Nachweis dafür, dass die Seele die Verbindung zu Gott verloren hat. Enttäuschung wiederum ist Ausdruck eines mangelhaften Umgangs mit den Prüfungen des Alltags und bzw. oder einer mangelhaften Bewältigung bestimmter Erinnerungen (manchmal sogar der ganzen Vergangenheit). Die Seele, die einer anderen Seele Leid antut, ist selber bereits das erste Opfer ihrer eigenen Herzensverfassung. Sie ist nicht glücklich, weil sie gegen jeden Sonnenstrahl, der sich einen Weg in ihr Herz bahnt, den schwarzen Vorhang zuzieht. Wer kein Licht mehr in sich zulässt, kann bald auch kein Licht mehr ertragen.

Die Kinder von heute sind die Erwachsenen von morgen. Die Herzen der Kinder und dasjenige, womit sie heute gefüllt werden, sind die Steine der Grundmauer der morgigen Gesellschaft. Auf unsere Kinder vertraut Gott für die Gründung Seines Reiches, und in Anbetracht dessen, dass Er die Menschheit mit einem Reich von vollendetem Frieden und vollendeter Liebe beschenken will, sind wir es Ihm schuldig, dafür zu sorgen, dass wir die Samen des wahren Friedens und der wahren Liebe heute in die jungen Herzen streuen, durch unsere Worte, wenn möglich, aber mehr noch durch dasjenige, was wir sind. Ein sauberer Spiegel strahlt auch das hellste Licht weiter, ohne ein Wort zu sprechen.

Oft sehnt sich das Herz danach, wie ein Landwirt durch die Felder der Seelen zu laufen, zu pflügen, zu reinigen, Unkraut zu jäten, zu säen und zu begießen. Viele Felder sind aber mit einem Verbotsschild versehen. Ein solches Schild ist es, das Sie den Enkelkindern gegenüber vorgefunden haben. Es gibt aber Jemanden, der bzw. die Sich unsichtbar machen kann und im Verborgenen all dasjenige tun möchte, was Ihnen untersagt ist: Maria. Die Gottesmutter bittet Sie darum, Ihr die Enkelkinder zu weihen, und zwar durch Gebet Nummer 1015 (Weihe meines Kindes an das Kind Maria). Sie erklärt Ihnen gerne den Grund:

Vieles, das an sich Licht in Seelen bringen kann, wird auf dieser Welt fast unmöglich gemacht, weil sich der menschliche Wille so oft zwischen Gottes Licht und das Wohl der Seele stellt. Kaum Zutritt zu den Enkelkindern zu haben, während man doch nur von Liebe getrieben wird, ist eines dieser Dinge. Gott versucht aber in Tausenden von Weisen das Ungleichgewicht in der Schöpfung, das von dem unübersehbaren Mangel an Liebe herbeigeführt worden ist, wieder in ein neues Gleichgewicht umzukehren. Dazu muss vieles geschehen, das nicht in sichtbarer Form erledigt werden kann, wegen Uneinigkeiten, Unfrieden, Gleichgültigkeit und vieler anderer negativer Stimmungen zwischen Seelen. Gott wäre nicht die Quelle von allem Guten, wenn Er die Verwirklichung aller Seiner Absichten von den unzähligen finsteren Verfassungen der Menschenherzen abhängen ließe. Also öffnet Er den wohlwollenden Seelen Wege, um dasjenige zu tun, was viele Augen nicht sehen möchten: Er schenkt uns unter anderem und an allererster Stelle das Mysterium der Weihe an Maria, die Herrin aller Seelen.

Durch diese Weihe bietet die Seele sich voll und ganz an Maria, und die Himmelskönigin setzt unsichtbare Räder in Bewegung. Wenn Sie nun die Enkelkinder an Maria als Kind weihen, sät die Gottesmutter Ihre unendlichen Verdienste und Ihre makellos heiligen Verfassungen, durch welche Sie Sich bereits als Kind bzw. als junges Mädchen so geprägt auszeichnete, in die Kinderseelen, die Ihr anvertraut werden. Diese Kinderseelen werden dann durch diese unsichtbare Hand geführt, die für sie zur gleichen Zeit zu einer vollkommenen Himmlischen Mutter und zu einer 'Freundin im gleichen Alter' wird.

Das Kind Maria wird für Sie im Verborgenen dafür sorgen, dass die Fenster der kleinen Tempel dieser Kinderseelen im Unsichtbaren für das Licht geöffnet werden. Weil die Kinder vieles nicht werden zeigen dürfen bzw. können, werden Sie nicht unbedingt gleich merken, dass es wirkt. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass die Zweckmäßigkeit einer vollkommenen Weihe auf der seelischen Ebene grenzenlos ist. Nur wird das Ergebnis nicht immer gleich sichtbar. Leider können diese Kinder die Weihe an Maria noch nicht persönlich vollziehen, nicht nur wegen der anderen Gesinnung der Eltern, auch wegen ihres noch zu niedrigen Alters. Das Gebet der Großeltern kann aber sehr kräftig werden, vor allem dann, wenn Sie Maria ebenfalls Ihre sämtlichen Schmerzen und Demütigungen in diesem Rahmen als 'Lösegeld' anbieten, mit dem Sie die Erschließung dieser kleinen Seelenfelder bezahlen möchten. Ein Gebet wird immer viele Male stärker, wenn der Betende mit dem Gebet noch die Weihe von Prüfungen und Leiden verbindet.

Ein Umschwung der Eltern könnte deswegen schwierig sein, weil ihr Verhalten und ihre ganze Gesinnung aus Erfahrungen im Alltag hervorgehen, welche die Weise beeinflussen, wie sie die Welt und das Leben betrachten. Viele Seelen werden in dieser Zeit so sehr mit weltlichen Einflüssen und Eindrücken zugedeckt, dass es in ihnen dunkel geworden ist. Die weltlichen Einflüsse und Eindrücke sind wie Erde, die schaufelweise auf den Keim der Heiligkeit geworfen wird, so dass dieser immer mehr vom Licht abgeschnitten wird. Ein zusätzliches Problem ergibt sich auch öfters, nachdem eine verfinsterte Seele zur richtigen Erkenntnis gekommen ist, weil dann noch die Hürde des Stolzes zu nehmen ist: Es ist nicht leicht, einer anderen Seele gegenüber zuzugeben, dass man sich geirrt hat.

Dennoch sollen Sie zuversichtlich sein und die Eltern in Marias Hände legen, mit der Bitte, Sie möge sie für das Licht und die wahre Liebe aufschließen. Inzwischen ist es notwendig, dass Sie selbst an diese beiden Seelen mit Liebe und Geduld herantreten, sonst kann die unsichtbare Mauer zwischen Ihnen und diesen Seelen nicht abgerissen werden. In Anbetracht der Herzensverfassung der Eltern und der Herkunft dieser Verfassung wäre es sehr angebracht, auch die Lebenswege und die (Ihnen größtenteils unbekannten) Enttäuschungen dieser beiden Seelen in Marias Herzen zu begraben, damit dies alles geheiligt und für die Herstellung von Gnaden benutzt wird.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass das Licht, dass Sie durch eine beharrliche Weihe der Enkelkinder und der Eltern mitsamt Ihres eigenen Herzeleids für die betreffenden Seelen herabbitten werden, angenommen werden kann. Sie dürfen auf jeden Fall ruhig davon ausgehen, dass Gottes Vorsehung einen aufrichtigen Weihevorgang mit den dazugehörigen Opfern dadurch begleitet, dass Sie Mittel und Wege sucht, um durch die Alltagssituationen die betreffenden Herzen zu öffnen. Volles Vertrauen zu Gottes und Marias Werken sind hier also angesagt. Mögen auch meine eigenen Gebete für Sie und für diese Seelen wie ein kleiner Windhauch in die richtige Richtung sein.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 243.
Quellen weltlichen Denkens, wie z. B. Nachrichten in den Medien, bringen Unruhe, Unfrieden, Fieber des Geistes, Verunreinigung der Seele und viele Untugenden mit sich – Ursache des Konfliktes zwischen Seelen, die der Welt anhängen und Seelen, die zu Füßen der Herrin aller Seelen und zu Füßen Gottes leben

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Viele Seelen fallen hin und wieder der Versuchung zum Opfer, alles Weltliche, alle Nachrichten, welche sie durch die Medien erfahren, bis in die Einzelheiten in sich aufzunehmen. Die Herrin aller Seelen hat mir vor Jahren bereits die goldene Regel auferlegt, von den Medien und Nachrichten Abstand zu nehmen. Mir ist es eigentlich untersagt, mir Nachrichten anzuschauen und bzw. oder anzuhören. Erreichen mich auf irgendeinem Wege manche Nachrichten, nach denen ich also nicht aktiv gejagt habe, so muss ich diese ja hinnehmen, muss diese aber gleich der Herrin zu Füßen legen, und zwar aus zwei Gründen:

  1. Ich soll es dann so betrachten, als hätte die Göttliche Vorsehung es zugelassen, dass diese Nachricht mich erreichte.
  2. Die Herrin erwartet dann von mir, dass ich Ihr das Erfahrene weihe.

Die Herrin aller Seelen, genauso wie Gott Selbst, verstößt nie gegen den freien Willen. Genau deswegen werden auch so viele Fehler begangen, auch unter den an Maria geweihten Seelen. Mich aber hat Sie besonders empfindlich für alles gemacht, was Ihr gefällt, weil es für die Seele fruchtbar und heilvoll ist, ebenso wie für alles, was Ihr nicht gefällt, weil es für die Seele nicht bzw. zu wenig fruchtbar und heilvoll ist. In diesem Sinne ließe sich eigentlich sagen, dass Sie es mir 'moralisch verboten' hat, all demjenigen Aufmerksamkeit zu schenken, was von den Medien ausgeht, ebenso all demjenigen, was einen rein weltlichen Inhalt hat. Maria sagte mir dazu unmissverständlich, die Nachrichten versetzen den Geist in Unruhe, in Unfrieden und in ein künstliches Fieber, das die Seele daran hindert, ihre Werke mit Fruchtbarkeit zu vollbringen, und verunreinigen somit das Herz. Sollte ich mich für Nachrichten interessieren, so könnte ich meiner Berufung ganz und gar nicht nachgehen.

Um etwas, das Sie tief berührt, an Maria zu weihen, ist es gar nicht notwendig, dass Sie jede Einzelheit der verfügbaren Informationen kennen. Eine gute Weihe kann sogar ohne Worte, gerade aus dem Herzen heraus, der Herrin zu Füßen gelegt werden. Oft lädt mich Maria dazu ein, wenn ich etwas sehe, lese oder höre, das mich emotional besonders berührt, tief zu Ihren Füßen niederzuknien (wobei die Stirn den Boden berührt), die Augen zu schließen und einfach 'mein Herz zu entleeren', das heißt: jedes Bild und jede Emotion, das bzw. die in mir hochkommt, gleichsam aus mir hinaus und zu Ihren Füßen fließen zu lassen, ohne dabei auch nur ein einziges Wort zu sprechen. Maria sagte einst, Worte können den wahren Kern, die wahre Essenz desjenigen, was die Seele Ihr sagen möchte, verzerren. Wenn die Seele keine Worte benutzt, strömen aus dem Herzen Empfindungen, die Sie (Maria) ganz genau interpretieren und bewerten kann.

Es versteht sich, dass die Seele, die aus medizinischen Gründen nicht niederknien kann, dieses Verfahren auch sitzend oder sogar liegend vornehmen kann.

Es kann durchaus sein, dass es der Seele nicht gleich gelingt, dieses Weiheverfahren anzuwenden, weil sie sich ungenügend konzentrieren kann, während sie kniend und still nur das Herz sprechen lässt. Der Sinn der Übung ist aber, dass sich die Seele weder von Sinneseindrücken noch von Quellen weltlichen Denkens überschwemmen lassen soll. Diese bringen Unruhe, Unfrieden, Fieber des Geistes, Verunreinigung der Seele und viele Untugenden mit sich.

Wenn die Seele sich vollkommen an die Herrin aller Seelen weiht, wird Maria in dieser Seele Schritt für Schritt das Herz auf das Höchstmaß öffnen und den Geist von den Eindrücken der Welt abschirmen. Dieses Letztere tut Sie dadurch, dass Sie dieser Seele allmählich Vorlieben und Abneigungen eingießt. Die Vorlieben beziehen sich immer mehr auf die Dinge, die Gottes Werke fördern; die Abneigungen beziehen sich immer mehr auf die Dinge, welche verhindern, dass diese Werke zu ihrer vollen Fruchtbarkeit gelangen, und welche dem ewigen Heil der Seele nicht zuträglich sind. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um die Vorlieben und Abneigungen der Herrin Selbst. In dem Maße, wie dieser Vorgang vorankommt, wird die Seele feststellen können, dass alles Weltliche sie immer mehr 'hundemüde macht'. Lieber Bruder, wenn Sie wirklich Glück haben, werden Sie eines Tages feststellen, dass Ihnen beim Anhören und Anschauen der Nachrichten wirklich schlecht wird. Ich wünsche es Ihnen von ganzem Herzen (Sie verstehen bestimmt, was ich meine...).

Es braucht Sie gar nicht zu wundern, dass Sie mit der besagten Seele immer wieder Konflikte haben: Diese Letztere ist der Welt verfallen, während Sie sich als Sklave der Himmlischen Herrin betrachten. Verstehen Sie diesen Ausgangspunkt zur Betrachtung der Welt bzw. zum Umgang mit der Welt richtig: Eine Seele, die der Welt anhängt, lebt in einer völlig anderen Welt als die Seele, die zu Füßen der Herrin aller Seelen – und dadurch auch zu den Füßen Gottes – lebt. Die wahren Auswirkungen der vollkommenen Weihe an die Herrin liegen genau auf jenem Gebiet: Maria verändert in der Ihr gehörenden Seele so bald, wie es Ihr nur ermöglicht wird, die ganzen Interessengebiete, die ganze Art und Weise der Anschauung, alles Denken, Fühlen und Wünschen – in einem einzigen Wort: Maria führt die Seele zu einer Wiedergeburt. Die an Maria geweihte Seele wird also von der weltlich denkenden Seele genauso gut als 'sonderbar' betrachtet, wie Maria Selbst zu Ihren Lebzeiten als sonderbar betrachtet wurde. Ein erfreuliches Zeichen...

Selbstverständlich verbinde ich mein Gebet mit dem Ihrigen, damit Sie die Kraft bekommen, diesem emotionalen Kampf die Stirn zu bieten.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 244
Durch die Briefe unterstreicht die Himmelskönigin die Wahrheit sämtlicher Aussagen in den Schriften der 'Wissenschaft des Göttlichen Lebens', die Sie durch Ihr kleines Werkzeug in die Herzen aller sät, die sich dafür öffnen — Die 'Geburt' des neuen Gebetes 1185 (Weihe an Maria, Herrin aller Seelen)

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es ist geradezu die Art unserer Himmlischen Mutter und Herrin, die Antworten auf Fragen von Seelen so zu inspirieren, dass diese möglichst vielen Seelen dienen können. Sie ist in diesen Letzten Zeiten damit beauftragt, die Seelen die Wissenschaft des Göttlichen Lebens zu unterrichten und die Seelen, die sich Ihr aus freiem Willen in vollkommener Weihe hingeben, innerlich zu führen und zur Heiligung zu begleiten. Durch die Briefe, die alle in innigster Einheit mit Marias Herzen als Antwort an Seelen geschrieben werden, bestätigt Maria sämtliche Thesen, die Sie in den anderen Schriften vorbringen lässt und die gemeinsam die Wissenschaft des Göttlichen Lebens bilden. Gerade dadurch dass die Herrin die Antworten an allen Seelen orientiert, erkennen immer wieder sehr viele sich selbst und Elemente ihres eigenen Lebens in jedem Brief. Auf diesem Wege unterstreicht die Himmelskönigin die Wahrheit sämtlicher Aussagen, die Sie durch Ihr kleines Werkzeug in die Herzen sät.

Da die Herrin aller Seelen durch dieses Apostolat diesen Unterricht in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens an erster Stelle auf einem Fundament von Liebe, Hoffnung und Ermutigung aufzubauen versucht, verbreitet Sie nicht nur diese wundervollen Ergänzungen zum heutigen Wissen über Gottes Wahrheit, sondern Sie strahlt auch ständig das Licht und die Wärme der Liebe, Hoffnung und Ermutigung in die Herzen hinein. Diese Strahlen sind es, welche die Menschenseelen zu der Aufnahme der Wahrheit und vor allem zur völligen Benutzung derselben befähigen.

Wie entzückend ist es für die Himmelskönigin zu erfahren, dass es Priester gibt, die über Sie als Herrin aller Seelen predigen. Selig sind diese Söhne Christi, denn sie ehren die Mutter des Ewigen Hohepriesters in Ihrer höchsten Eigenschaft, Ihr von Gott als Gipfel Göttlicher Liebe geschenkt. In Bezug auf Ihr Vorhaben, auf einem Sonderweg eine vollkommene uneingeschränkte Weihe mit Abtretung des freien Willens an die Herrin aller Seelen zu vollziehen, habe ich der Herrin das Anliegen zu Füßen gelegt, ein richtiges Weihegebet an Sie in dieser erhabensten Ihrer Eigenschaften inspirieren zu wollen. Tatsächlich, trotz des Wasserfalls an Unterrichtungen und an Weihegebeten hat Sie bisher kein eigentliches Gebet der Weihe an Sie als die Herrin aller Seelen gegeben. Die meisten neuen Inspirationen werden aus der Himmlischen Initiative der Herrin Selbst geboren. Hin und wieder aber scheint es Ihr eine besondere Freude zu bereiten, wenn Ihre Myriam selbst die Initiative ergreift, um Ihr entweder ein eigenes Anliegen oder aber ein Anliegen von Seelen zu übermitteln. Das habe ich vorhin gemacht, und wir dürfen uns tatsächlich über die Geburt eines Weihegebets freuen, das Sie in der Anlage vorfinden werden.

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen einen blumenreichen Weg in das Herz unserer Himmlischen Herrin, denn überall dort, wo Sie die Himmlische Saat ausstreut, blüht bereits ein Vorgarten des Paradieses.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


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Brief 245.
Über das Wesen der Träume und den Umgang mit Träumen

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Vielen Dank für die Beschreibung Ihres Traumes und die Frage zur Bedeutung von Träumen im Rahmen der Heiligung.

Zunächst soll ich vorwegnehmen, dass sich die Erläuterung der Herrin aller Seelen hier nur auf Träume im eigentlichen Sinne bezieht, das heißt, auf das uns allen bekannte Phänomen, das sich im Schlafzustand ereignen kann. Ich betone dies, weil das Wort 'Traum' manchmal auch mit einer Vision verbunden wird. Eine Vision als mystisches Phänomen ist völlig anderer Natur, stammt aus vollkommen anderen Quellen und hat vollkommen andere Zwecke als der Traum im engen Sinne.

Als Ausgangspunkt weist die Himmelskönigin darauf hin, dass all dasjenige, was sich in der menschlichen Natur zeigt, innerhalb von Gottes Schöpfung irgendeine Rolle spielt. Das heißt, Gott hat Seine Schöpfungswerke so eingerichtet, dass jedes Geschöpf dasjenige haben soll, was es benötigt, um den Plan, den Gott mit ihm hat, vollbringen zu können. So kommen zum Beispiel in einer Anzahl von Lebewesen – Maria verrät nicht, in wie vielen Lebensarten, aber mit Sicherheit handelt es sich nicht nur um die Menschenseele – die Träume vor.

Gott hat das Traumphänomen aus mehreren Gründen vorgesehen. Einer dieser Gründe ist, dass sich der Geist im Traumzustand zu reinigen und unterschiedliche Erfahrungen einzustufen und zu bewältigen versucht. Das kann im Traumzustand manchmal leichter erfolgen als im Wachzustand, dadurch dass sich der Geist im Traumzustand gleichsam in einem eingeengten Kontext bewegt:

  • Erstens sind die physischen Sinne im Traum so gut wie völlig ausgeschaltet, so dass das ganze Gebiet der Sinneswahrnehmung mit allen sich daraus ergebenden geistigen Prozessen ausfällt.

  • Zweitens bewegt sich der schlafende Geist in einem Umfeld, das weniger Kontrollmechanismen und weniger Grenzen unterliegt. Ich könnte es ungefähr so ausdrücken: So wie man im Geist manchmal schweben kann, ohne dass die Füße den Boden berühren, und sogar – wenn es sein muss – durch Wände gehen kann, so 'schwebt' eigentlich auch der träumende Geist selber. Einer der Kontrollmechanismen, der im Traum nicht genau nach denselben Regeln wirkt wie im Wachzustand der Seele, ist das Gewissen.

  • Drittens wird im Schlafzustand noch ein weiteres System ausgeschaltet, dass im bewussten Denken eine beträchtliche Rolle spielt, dafür aber auch die Bewältigung von Problemsituationen zuweilen beeinträchtigt und bremst: die Logik.

Der Geist benutzt diese größere 'Freiheit', diesen fast unbeschränkten Bewegungsraum, dazu, manche Dinge besser bewältigen zu können. Vieles, was sich im Alltag der Seele kaum denken lässt, wird im Traum öfters nach Regeln eingebaut, die zum Teil zwar die Normen der Gesellschaft in sich schließen, zum anderen Teil aber vom träumenden Geist selber zusammengebaut werden, aufgrund dessen nicht befriedigten Wünschen.

Der Geist wählt sich dennoch nicht seine Träume. Manchmal scheint der Traum auf bewussten Gedanken und Eindrücken weiterzubauen, öfters aber hat der Mensch keine Ahnung, wo seine Träume herkommen, was sie genau bedeuten und wieso dieses oder jenes Bild gerade in dieser oder in jener Nacht in einem Traum zum Ausdruck kommt. Der Traum ist also nicht lediglich ein selbstgewähltes System zur Befriedigung von Bedürfnissen aus dem bewussten Leben, das die Seele tagsüber führt.

Zuweilen bedient Sich Gott dieses Kanals. In seltenen Fällen vermittelt Er durch Träume prophetische Botschaften. In manchen Fällen lässt Er eine Seele im Traum ihre Berufung spüren. Etwas häufiger bereits kommt es vor, dass ein Trauminhalt die Seele über sich selbst, bestimmte Situationen oder ihr ganzes Leben nachdenken lässt. Weil die Seele sich im Traum in einem 'freieren' Umfeld bewegt, können ihr Verhalten im Traum bzw. die Weise, wie sie im Traum Probleme zu lösen versucht, sie beim Aufwachen dazu veranlassen, sich über sich selbst Fragen zu stellen. Der Trauminhalt kann uns nämlich zuweilen derart realistisch vorkommen, dass wir den Eindruck haben, dass wir im Rahmen der Traumgeschichte tatsächlich dieses oder jenes getan haben und dass wir somit über uns selbst staunen, in der Annahme, es stecke vielleicht einiges in uns, dessen wir uns bisher nicht bewusst waren.

So wirken Träume dann und wann als Ansätze zur Erneuerung unseres Selbst. Gottes Vorsehung kann diesen Kanal benutzen, um die Seele besser zu 'erreichen'. Halten wir uns die Tatsache vor Augen, dass sich der Geist im Traum in einem 'freieren' Umfeld bewegt, so versteht sich, dass er auch in gewissem Sinne empfänglicher für dasjenige sein kann, dem er sich im bewussten Zustand des Wachseins widersetzen würde. Die Himmlische Herrin lässt bemerken, dass Seelen durch Träume zur Bekehrung gebracht werden können. Sie Selbst (Maria) zeigt Sich manchmal im Traum einer Seele, die für Sie im Wachzustand gar nicht aufgeschlossen ist. Diese Seele kann die unübertroffene Schönheit der Herrin aller Seelen, welche sie im Traum plötzlich 'unverschleiert' empfindet, als dermaßen umwerfend erfahren, dass sie beim Aufwachen den Entschluss fasst, sich ab sofort der Himmelskönigin zu weihen.

In Fällen wie dem Letztgenannten ist die Rede von einer besonderen Gnade: Die Seele bekommt die neue Betrachtungsweise buchstäblich von einem Tag zum anderen geschenkt. Ebenfalls gnadenreich sind Träume, durch welche die Seele zu bestimmten Erkenntnissen im Zusammenhang mit spirituellen Themen kommt.

Viele Träume haben sehr wenig, wenn überhaupt etwas, zu bedeuten. Nach dem Inhalt sind Träume nicht sehr oft buchstäblich zu verstehen, zumal ihr Inhalt durch viele unbewusste Geistesvorgänge verzerrt werden kann. Trotzdem können sie die Seele dazu anregen, über sich selbst nachzudenken. In jenem Sinne können Träume manchmal den Heiligungsprozess der Seele fördern.

Es ist nicht leicht, den Wert eines Traumes für die Entwicklung bzw. für den Aufstieg des seelischen Lebens festzustellen. Um da einigermaßen Klarheit zu bekommen, soll die Seele dazu imstande sein, aus dem Inhalt eines Traumes herzuleiten, inwieweit der Traum auf der Grundlage ihres unbewussten Denkens oder Sehnens aufgebaut ist oder aber auf Zeichen aus dem Gewissen weiterbaut oder sich aus Bildern aus früheren Sinneseindrücken bzw. Erinnerungen zusammensetzt oder, was zuweilen auch der Fall ist, eine spirituelle Herkunft hat.

Gott kann durch einen Traum sprechen. Entweder vermittelt Er dann der Seele unmittelbar irgendein Zeichen oder Er lässt sozusagen im Traum einen Samen aufblühen, den Er manchmal lange zuvor in der Seele hinterlassen hat. Im letzteren Fall handelt es sich um eine Information, welche die Seele für ihre Entwicklung braucht, aber die sie erst im freieren Umfeld des Traumzustandes einigermaßen in sich zulässt.

Auch der Böse benutzt Träume, um die Seele zu täuschen, sie zu verängstigen, sie zu erschüttern. Jeder von uns hat es schon erlebt: Man träumt etwas ausgesprochen Negatives und den ganzen darauf folgenden Tag scheint man sich selbst nicht wiederzufinden und man empfindet alles als unwirklich.

In Anbetracht der Mannigfaltigkeit der möglichen Herkunft eines Traumes ist es schwierig zu entscheiden, was von einem Traum zu halten ist und ob man etwas Konkretes mit ihm anfangen kann bzw. soll. Die Herrin aller Seelen gibt deshalb diese Richtlinien:

  • Ein Traum sollte die Seele nie beunruhigen, da er auf jeden Fall von Gott zugelassen wird. Hat der Traum dennoch eine beunruhigende Wirkung, so soll die Seele ihn beim Aufwachen gleich zu Marias Füßen legen, mit der Bitte, Sie möge ihn von aller Finsternis reinigen und die Seele von jeglicher negativen Auswirkung derselben befreien.

  • Wenn ein Trauminhalt in der Seele Fragen hochkommen lässt, sollte die Seele nicht zu lange dabei verweilen, sondern Maria darum bitten, Sie möge dasjenige für die Seele erschließen, was diese aus dem Traum behalten und begreifen sollte, und den Inhalt im Übrigen in Ihrem Unbefleckten Herz aufbewahren.

  • Wenn Träume einer Seele öfters Angst machen, so sollte die Seele abends zu Maria beten, Sie möge in Ihrer Eigenschaft als die Königin der Nacht und als die Herrin aller Seelen ihren Geist und ihr Herz beherrschen, so dass keine einzige finstere Quelle irgendwelchen Trauminhalt beeinflussen kann bzw. dass die Seele aus ihren Träumen keinen Schaden davonträgt.

  • Die Seele sollte auf jeden Fall Maria darum bitten, Sie möge sie zu einer richtigen Erkenntnis von demjenigen führen, das Gott ihr womöglich durch ihre Träume vermitteln will, und sie im Übrigen von jeglicher Spur der Verwirrung reinigen, so dass auch jede Nacht der Seele Früchte bringen kann und sie eher fördert als hemmt.

  • Die Seele möge als goldene Regel danach streben, sich von ihren Träumen nicht überwältigen zu lassen bzw. es diesen nicht zu erlauben, den Geist und das Herz zu bedrängen. Jeder Traum wird in der Seele von Gott zu dem Zweck zugelassen, sie entweder geistig zu reinigen oder sie seelisch anzuregen. Fühlt sich die Seele von einem Traum bedrängt, so sollte sie diese Empfindung als Anregung betrachten, auch ihre nächtlichen Empfindungen innigst mit der Herrin aller Seelen zu teilen und Maria zu bitten, Sie möge aufgrund dieses Leidens jegliche Finsternis aus der Seele wegwaschen. Tatsächlich, auch die Traumwelt kann geistiges Leid mit sich bringen, das der Erlösung der Seele zuträglich werden kann, vorausgesetzt, diese weiht es der Himmelskönigin und stellt ihren Geist und ihr Herz unter Marias Obhut.

Lieber Bruder, die Nacht ist aus mehreren Gründen ein geheimnisvoller Abschnitt unseres Lebens. Sie ist dies auch im seelischen Leben. Da jede Seele einen nicht unbeträchtlichen Teil ihres Lebens im Schlafzustand verbringt und wiederum ein wichtiger Teil einer jeden Nacht im Traumzustand verbracht wird, versteht es sich, dass unsere Träume auch eine seelische Bedeutung haben müssen. Gottes Werke wären nicht zweckmäßig, wenn dies nicht der Fall wäre. Maria weist darauf hin, dass die Seele sich dennoch nicht zu lange mit ihren Trauminhalten beschäftigen soll, sondern eher ihre Träume in Marias Hände legen sollte, in der Absicht, gemeinsam mit Ihr (= Weihe!) dasjenige aus den Träumen zu holen, was der seelischen Entwicklung zuträglich sein kann. So kann die Herrin auch in jenem geheimnisvollen Bereich unseres Lebens Ihre heiligende Arbeit vollbringen, die sich immer wieder aus diesen drei Elementen zusammensetzt: Reinigung + Bewusstmachung + Wiederaufbau. Wenn ein Traum irgendetwas enthält, das für die Seele wichtig ist, wird die Herrin ihr die notwendige Erkenntnis vermitteln. Dies kann Sie nur in einem friedlichen Herzen zustande bringen.

Die Himmlische Herrin bestätigt übrigens Ihren Trauminhalt und lässt mich Folgendes hinzufügen: Sie haben im Mond nicht nur den Eucharistischen Christus gesehen, sondern Seine mystische Verschmelzung mit der Himmelskönigin, dem 'Mond in der Nacht'. Sie haben gewollt, dass Sie Ihnen folgen und sich vor Ihnen zu Boden werfen, als Zeichen dafür, dass sich die Finsternis (alles Physische, verkörpert im Leib) vor dem Licht des Erlösers und der Herrin demütigen soll. Nur in der Selbsterniedrigung wird all dasjenige, was gegen die Finsternis anfällig ist, von Licht erfüllt und geheiligt werden. Möge die Herrin Ihren weiteren Weg auch in der Nacht erleuchten.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


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Brief 246.
Wieso die Zukunft weitgehend im Nebel liegt – Wie arbeitet man am Besten an der eigenen Heiligung? – Gott macht auch aus den modernen Mitteln das Beste – Was bestimmt die Fruchtbarkeit unserer Entscheidungen und die Entdeckung unserer Berufung? – Jeder Zustand einer jeden Seele dient immer der ganzen Menschheit

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Der Nebel, von dem Sie schreiben, ist wohl ein wunderbares Bild, um das Leben auf Erden zu beschreiben. Vieles auf dem Weg unseres Lebens ist verschleiert. So hat Gott es in der Vollkommenheit Seiner Liebe gewollt, weil wir uns sonst keine Verdienste erwerben könnten. Der Verdienst einer Seele auf Erden wird von der Art und Weise bestimmt, wie sie ihren freien Willen benutzt, wenn sie mit den unzähligen Situationen und Ereignissen des Alltags umgeht. Wenn auf jedem beliebigen Punkt unseres Lebensweges die nächsten Meter immer in Sonnenlicht baden und uns daher scharf vor Augen stehen würden, d.h., wenn wir die begleitenden Einzelheiten ebenso wie die Vorbereitungswerke der Göttlichen Vorsehung für unsere kommenden Tage richtig einschätzen könnten, wären wir bei unseren Entscheidungen dazu geneigt, nicht an erster Stelle unser Herz und den Mittelpunkt unserer Seele zu befragen, sondern uns an den untrüglichen Zeichen zu orientieren. Darüber hinaus hat die Menschheit wegen der Erbsünde und der Unmenge von Sünden durch die Jahrhunderte die Gnade verloren, Gottes Zeichen immer zu sehen und Seine Mysterien schneller zu erfassen.

Lieber Bruder, welche Kraft löst Nebel auf? Die Sonne. Gott lässt die Sonne Seiner Liebe und Weisheit dauernd auf uns herabstrahlen. Auch da hat die Seele aber kaum einen Verdienst. Deshalb hat Gott den größten Gefallen daran, wenn die Seele in ihrem Wesenskern, im Keim der Heiligkeit, eine Art Sonne entwickelt, durch welche sie die Nebel des Lebensweges allmählich von innen heraus auflösen helfen kann. So schlägt die Seele mit ihrer kleinen Hitzequelle eine Brücke zur Quelle allen Lebens, zu Gott, der Sonne der vollendeten Liebe, und können die Nebel aus zwei Richtungen gleichzeitig aufgelöst werden. Wieder einmal zeigt Gott hier Seine unabänderliche Vorliebe: dass Seele und Gott einen Bund eingehen, um gemeinsam die Probleme des Lebens in Früchte von Göttlichem Leben zu verwandeln.

Die innere Sonne im Wesenskern der Seele setzt sich aus mehreren Materialien zusammen:

  1. aus der Fähigkeit der Seele, zu lieben. Gott gießt diese Fähigkeit in jede Seele bei deren Schöpfung ein ;

  2. aus den Gnaden, die der Heilige Geist der Seele dauernd zukommen lässt, und zwar in dem Maße, wie diese Gnaden angenommen und benutzt werden;

  3. aus den Anstrengungen, durch welche die Seele sich innerlich Gott nähert: aus Gebeten, Aufopferungen, ohne Protest durchstandenen und geweihten Prüfungen und Leiden, Sühneakten, liebevoll beigewohnten Heiligen Messen, ehrfürchtig empfangenen Sakramenten, Akten der Tugend (Nächstenliebe usw.);

  4. wenn sich die Seele an Maria weiht: aus all demjenigen, woran die Himmelskönigin die Seele teilhaben lässt, in erster Linie Ihrer eigenen Liebe, Ihren machtvollen Vermittlungen und Ihrer Führung.

Man könnte davon ausgehen, dass auch dies alles Geschenke sind, die der Seele letztendlich eingegossen werden. Tatsächlich, aber der Unterschied liegt darin, dass nicht jede Seele das alles im gleichen Maße benutzt. Der freie Wille wird ganz unterschiedlich eingesetzt, und letzten Endes sind es die eigenen Anstrengungen und Bestrebungen der Seele, sich mit all dem Gott zu nähern, die bestimmen, inwieweit sie Anteil daran haben wird, dass sich manche Nebel um sie herum auflösen. Ich könnte es auch folgendermaßen ausdrücken: Die Schönheit und der Duft eines Blumengartens werden nicht dadurch bestimmt, wie viele Samen in den Boden gestreut werden, sondern durch das Maß, in dem diese Samen aufkeimen und aufblühen. Da ist nicht nur die Saat (Gottes Geschenke) am Werke, sondern auch der Boden (die Beschaffenheit der Seele und die Art und Weise, wie sie ihren freien Willen einsetzt).

Wie arbeitet man am Besten an der eigenen Heiligung? Tatsächlich in den kleinen Dingen des Alltags. Vergessen wir nie: Wenn wir darauf warten, ein spirituelles Heldentum dadurch zu leben, dass wir etwas außerordentlich Auffälliges tun können, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir nie dazu kommen. Gott schenkt nicht jeder Seele die Chance eines augenfälligen Märtyriums. Nach Ansicht der Herrin jedoch ist es Ausdruck menschlichen Denkens, nur das Augenfällige als wertvoll zu betrachten. Maria betont, dass es Seelen gibt, von denen kaum ein Mitmensch weiß, was sie tun, oder von denen nur ein Bruchteil der Verwirklichungen bekannt wird, die aber auf einer hohen Ebene der Heiligkeit leben.

Die wahre Heiligkeit ist wie ein Tempel, der Stein für Stein erbaut werden muss, und zwar aus den Steinen unseres Umgangs mit jeder Einzelheit im Alltag. Jeder Tag setzt sich aus Tausenden von Situationen und Ereignissen und sogar 'leeren' Augenblicken zusammen, während derer unser Herz dauernd Gefühle hegt, unser Geist dauernd Gedanken denkt, unsere Seele dauernd verarbeitet und auf der unsichtbaren Ebene manches hervorbringt. Das alles zusammen ist wie ein Logbuch, das Tag für Tag die Einzelheiten unseres inneren Lebens aufzeichnet und Gott gegenüber Bericht davon erstattet, wie wir an alles herantreten, was Er auf unseren Weg kommen lässt bzw. für unser Leben zulässt. Dieses Logbuch ist mithin das Schulzeugnis, das unseren persönlichen Stand der Gnade gleichsam in Noten ausdrückt.

Die Seele, die jeden Augenblick ihres Lebens so bewusst wie möglich zu leben versucht – Sie wissen, dass die Herrin immer wieder rät, alles sehr bewusst zu leben, weil nur dann kein Samen Gottes verloren geht –, nimmt all dasjenige in sich auf, in dem Gott auch Seine Weisheit und all dasjenige verbirgt, was die Seele für ihre Erschließung braucht. In diesem Sinne ließe sich sagen, dass Gott dann tatsächlich mehr Antworten gibt: Wenn die Seele versucht, ganz bewusst mit jedem Augenblick ihres Lebens umzugehen, wird jeder Samen (jede kleine Situation) aufgeschlossen. Lässt die Seele vieles unbeachtet an sich vorübergehen, so geht viel von Gottes Samen verloren. Bedenken Sie aber, dass jeder Samen etwas aus Gottes Herzen in sich trägt, das dabei wertvoll sein kann, uns den Weg zu zeigen.

So ließe sich tatsächlich sagen, dass Gott mehr Antworten gibt – oder besser gesagt: dass die Seele mehr Antworten erfährt –, wenn die Seele versucht, sich durch die kleinen Dinge des Alltags zu heiligen. Gott schaut auf die Reaktion der Seele in jeder Situation. Wenn die Seele die Hälfte dieser Situationen nicht bewusst lebt, kann sie sich auch in der Hälfte ihres Lebens keine Verdienste von tugendhaftem Handeln erwerben. Jeder Augenblick kommt nur einmal an uns vorbei. Betrachten wir ihn als eine Frucht, die wir zu uns nehmen, so wird unsere Seele nicht verhungern. Benutzt die Seele viele Augenblicke kaum oder gar nicht, so nährt sie sich nicht richtig von den Früchten Gottes. (Die wertvollsten Früchte sind außerdem jene der Prüfungen!). Eine spirituell unterernährte Seele kann sich nicht heiligen.

Die Heiligung vollzieht sich übrigens durch unsere aktiven inneren Vorgänge und äußeren Taten und Worte. Das heißt, dass wir keine Zeit verlieren sollten. Zeitverlust könnten wir als jeden Augenblick bezeichnen, in dem die Seele relativ unwirksam ist für Gottes Reich. Unwirksam wird die Seele entweder dadurch, dass sie etwas Gutes unterlässt, oder dadurch, dass sie etwas Schlechtes tut. Halten Sie sich dabei vor Augen, dass es im Leben eigentlich nur sehr wenige vollkommen 'leere' Augenblicke gibt. Ein leerer Augenblick wäre ein Augenblick, in dem wir nicht nur nichts tun und nichts sagen oder schreiben, sondern auch einen Stillstand in unserem inneren seelischen Leben erfahren. Im Grunde genommen kommt dies nur selten vor.

Betrachten wir zum Beispiel das von Ihnen geschilderte Bild: Ihnen fliegt eine Fliege auf den Tisch. Diese putzt sich die Flügel, und Sie fragen sich, wann sie endlich losfliegen wird. Ist dies ein 'leerer' Augenblick? Wahrscheinlich nicht. Sie sitzen still und schauen, aber hegen Sie keinerlei Gedanken oder Gefühle diesem Tier gegenüber? Oder kommen womöglich Erinnerungen an ähnliche Situationen hoch? Oder geht in Ihnen vielleicht noch etwas anderes vor, da Sie sowieso mit nichts anderem beschäftigt sind? Tatsächlich, auch in solchen ereignisarmen Augenblicken kann die Seele Tugenden oder Untugenden in Anwendung bringen.

Ihre nächste Frage möchte ich wortwörtlich anführen, damit in der Antwort nichts verloren geht: Ist Ökologie ein Wegweiser auch insofern, wie einen Informationen erreichen? Ist also ein persönlicher Kontakt (mehr zufällig) besser als eine Information, die ich mir auf einem unökologischeren Weg (z. B. Kauf eines Buches, Internet) besorge?

Betrachten wir das Wesen des Begriffs 'Ökologie': Eigentlich handelt es sich da um die Beziehungen zwischen einem Organismus und dessen Umwelt. Befragen wir die Herrin aller Seelen in Bezug auf eine Deutung dieses Begriffs im Rahmen der Wissenschaft des Göttlichen Lebens, so lernen wir, dass der Heiligungsvorgang der Seele im Grunde genommen eine Frage 'spiritueller Ökologie' ist: Es handelt sich im Leben der Seele immer um ihren Umgang mit all demjenigen, das sie auf ihrem Weg findet, also um ihre Beziehungen zu ihrer Umwelt, zu den Reizen, die sie aus ihrem Umfeld erhält, und die Art und Weise, wie sie damit umgeht und darauf reagiert. Jede Seele wird von ihrer Umwelt beeinflusst und beeinflusst ihrerseits ihre Umwelt. Unser Verhalten wird von äußeren Reizen (Situationen, Verhaltensmustern und Worten von Seelen) mitgeprägt, und wir werden unsererseits zu Vorbildern für andere Seelen und nehmen Einfluss auf Situationen.

Was ist dabei wichtiger?

Der persönliche Kontakt zwischen Seelen braucht nicht informativer, wertvoller oder besser zu sein als die Einflüsse, die diese Seele durch Bücher oder das Internet erreichen. Gottes Vorsehung versucht durch alle diese Kanäle an der Seele zu arbeiten. Es hängt von vielen Faktoren ab, durch welchen Kanal Sie letztendlich die Seele am zweckmäßigsten 'erreicht'. Manchmal liest eine Seele ein einziges Buch, und dieses prägt ihren ganzen Lebensweg und einen Großteil ihrer Verhaltensmuster. Bisweilen auch hört eine Seele (im persönlichen Kontakt) einen einzigen Satz aussprechen, und sie ändert schlagartig die Richtung ihrer Lebensreise. Alles hängt davon ab, wie die Verfassung und die Einstellung der Seele zu dem Zeitpunkt aussieht, zu dem sie etwas liest, sieht, hört oder erfährt: Sie ist morgen nicht unbedingt gleich empfindlich für Reiz A, B oder C als heute oder gestern. Eine Seele ist ein Wesen in Bewegung und sie bewegt sich äußerlich und innerlich in einem Umfeld, das auch selbst in Bewegung ist. Gottes Vorsehung bringt vieles auf unseren Weg zu den Zeitpunkten, in denen wir für die Göttlichen Winke am empfänglichsten sind.

Gott ist ständig damit beschäftigt, aus allen Begebenheiten und Möglichkeiten unserer Umwelt das Beste für uns herauszusuchen und alle Elemente am zweckdienlichsten aufeinander abzustimmen, damit möglichst viele Leben spirituell fruchtbarer werden. Schließlich ist Gott nur an zwei Dingen interessiert:

  1. am ewigen Heil einer jeden Seele;
  2. an der Vollendung Seines Heilsplans, der durch alle Jahrhunderte hindurch von allen Seelen und ihren Beziehungen mitsamt ihren Beziehungen zu ihrer jeweiligen Umwelt (auch alles eine Frage der 'spirituellen Ökologie'!) konkret gestaltet wird.

Daraus ergibt sich gleich die frohe Nachricht: Gott macht – zum Glück für uns –auch aus den modernen Mitteln das Beste. Ein kleines Beispiel: Das Internet wird auf vielen Wegen vom Bösen missbraucht. Gott Seinerseits, sorgt dafür, dass die Wissenschaft des Göttlichen Lebens sich unter anderem über das Internet zügig international verbreiten kann. So macht Er aus dem Internet ein Himmlisches Werkzeug. Nichts ist an sich gut oder schlecht. Gut oder schlecht wird es durch dasjenige, was man damit tut. Viele moderne gesellschaftliche Entwicklungen wirken vor allem dadurch verheerend, dass sie mit untugendhaften Zielsetzungen erfunden und angewandt werden. Das heißt also, dass eigentlich das Verhalten und die Bestrebungen der Seelen für das Gute und Schlechte in der Gesellschaft verantwortlich sind.

Ist es besser, sich möglichst wenig zu informieren, also mehr auf die Zeichen zu warten, die kommen, mehr zu hören, mehr nach innen zu horchen als die Fühler nach außen strecken?

Sich aktiv informieren und auf die Zeichen hören, ist gleich wichtig. Die Herrin aller Seelen wirkt zum Beispiel im Inneren der Seele, reinigt und baut wieder auf, bereitet Kursänderungen im inneren seelischen Leben vor, und auf dieser neuen 'Bodenbeschaffenheit' fängt Sie an, Ihre Wissenschaft des Göttlichen Lebens zu säen. Gott schenkt, die Seele macht sich empfänglich; Gott informiert, die Seele will sich innerlich bereichern; immer gibt es dieses fabelhafte Zusammenwirken "Gott + Seele = Verwirklichung bzw. Vollendung". Wenn die Seele nur auf die Zeichen hört, diese Zeichen aber wegen mangelnden Wissens nicht einstufen kann, bringen ihr die Zeichen wenig. Informiert sie sich nur, ohne auf Zeichen zu hören, so kann ihr Wissen zu totem Ballast werden. Nur eine Vermählung zwischen den beiden kann das Kind mit dem Namen 'Heiligung' zeugen.

Sollte ich trotz des Nebels einen der Wege einschlagen, die mir sinnvoll erscheinen, oder sollte ich auf die innere Klarheit der Berufung warten, von der oft berichtet wird?

Die Seele muss täglich Entscheidungen zu ihrem Reiseweg treffen. Das lässt sich nicht vermeiden, sonst kommt ihre Entwicklung zum Stillstand. Alles Leben hängt mit Bewegung zusammen, sei es äußerlich, sei es innerlich (ein Gedanke, ein Gefühl und ein Wunsch sind dabei 'seelische Bewegungen'). Die Zeichen werden nicht immer eindeutig gegeben, sonst hätten wir wieder keinen Verdienst. Um aber auf das Bild des Nebels zurückzukommen: Die Seele, die in sich die wahre Liebe zum Blühen bringen kann, trägt in sich bald eine Sonne, die manchen Nebel auflösen helfen kann. Im Klartext heißt dies, dass die Seele, die an ihre Entscheidungen vor den Wegkreuzungen des Lebens mit aufrichtiger Liebe herantritt, besser imstande sein wird, die richtigen Entscheidungen zu treffen, und falls sich trotzdem herausstellt, dass sie sich ein wenig verlaufen hat, wird sie aufgrund ihrer Liebe, die für sie eine engere Verbindung zu Gott instand hält, ein besonderes Licht erhalten.

Sowohl die Fruchtbarkeit unserer Entscheidungen als auch die Entdeckung unserer Berufung werden größtenteils durch das Maß unserer aufrichtigen Liebe bestimmt. Das rührt daher, dass die Liebe wie ein Magnet auf Gottes Herz wirkt und Er intensiver in uns wirken kann, wenn Er in uns ein richtiges Liebesfeuer vorfindet. Aus diesem Grunde gehört die Entwicklung in der wahren Liebe zu den ersten Vorgängen, welche die Herrin in den Ihr geweihten Seelen in Gang setzt. Im Übrigen gilt, dass der Zeitpunkt, zu dem eine Seele endgültig ihre Lebensberufung entdeckt, auch von Gottes Vorsehung abhängt, in dem Sinne, dass Gott die Saat dann ausstreut, wenn der Boden am empfänglichsten ist.

Kann es sein, dass mein Nebelzustand auch anderen dient (z. B. dadurch, dass sie in den Prozess des Suchens mit einbezogen werden)?

Jeder Zustand einer jeden Seele dient immer der ganzen Menschheit. Keine Seele lebt für sich allein und keine stirbt für sich allein. Jeder und jede von uns ist Gliedchen einer riesigen Kette. Sind wir von hellem Licht umgeben, so strahlen wir dies auf andere ab. Tappen wir im Nebel herum, so haben andere auch davon einiges zu lernen. Unsere Engpässe können anderen Seelen weiterhelfen. Hat nicht unsere so geliebte Herrin genau zu jenem Zweck im Rahmen dieses Apostolates das Schreiben und Beantworten von Briefen mit der Bezeichnung "Angewandte Wissenschaft des Göttlichen Lebens" versehen? Wir alle lernen voneinander. Gibt es überhaupt etwas Schöneres als diese Gestaltung der christlichen Solidarität? Ist dies nicht genau die 'Lichtkette', zu der die Herrin seit einigen Jahren durch dieses Apostolat aufruft? Mit diesem Beispiel dafür, dass Gottes Vorsehung tatsächlich Wege schafft, um uns ans Ziel zu bringen, lässt mich die Herrin diesen Brief beenden in der Strahlenglut der wahren Hoffnung. Sehr gerne bitte ich die Himmelskönigin um Beantwortung Ihrer weiteren Fragen in einem nächsten Brief.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


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Brief 247
Die zwei Komponenten einer fruchtbringenden Erziehung unserer Kinder – Die seelische Gesundheit der Jugend hängt an erster Stelle von der Fähigkeit der jungen Seelen ab, aufrichtig zu lieben – Was man als Außenseiter bei der Erziehung tun kann.

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Das Leben auf dieser Welt ist ein Chaos. Viele Seelen sind ja selber auch im Chaos. Man könnte dafür viele Gründe entdecken, aber letzten Endes ist das Chaos in der Welt und in den Seelen auf eine einzige Ursache zurückzuführen: Das Licht Gottes ist aus der Welt und aus den meisten Seelen gebannt worden. Wie kann man je erwarten, sich in einem dunklen unbekannten Haus bewegen zu können ohne sich irgendwo zu stoßen und sich zu verletzen und ohne letztendlich das Vertrauen an sich selbst zu verlieren? Genau das ist es, was mit einer Seele geschieht, die Gottes Licht aus ihrem Leben bannt und so tut, als hätte Gott mit der Welt nicht im Geringsten etwas zu tun: Sie tappt im Dunkeln auf ihrem Lebensweg herum, stößt sich an unzähligen Steinen der Verirrung und Versuchung, weil sie diese nicht erkennen kann, verletzt sich wegen der rasch aufeinanderfolgenden Sünden und verliert jegliches Vertrauen, weil eine finstere Welt kein Vertrauen schenken kann.

So wird es möglich, dass dauernd allerhand Dinge passieren, die wir unmöglich fassen können. Gott aber sieht alles und kennt von allem auch den Ursprung. Wir sehen, wie sich eine Seele verhält, kennen nicht (alle) ihre Motive, kennen auch nicht ihre Zielsetzungen und wissen schon gar nicht, welche Erfahrung in ihrer Vergangenheit sie jetzt zu diesem oder jenem veranlassen könnte. Gott kennt dies alles. Er 'war dabei, als der erste Gedanke geboren wurde', der zum jetzigen Verhalten der Seele Anlass gegeben hat, und kennt genau die Verfassung ihres Herzens. Er ist somit der Einzige, der haargenau das Verhalten bewerten kann. Außer Ihm kann auch Maria jedes Verhalten bewerten und durchschauen, weil Sie dazu von Gott die vollendete Fähigkeit erhalten hat. Den Seelen auf Erden wird dies aber nicht ermöglicht. Hätten wir diese Fähigkeit, so würde diese uns den Verlust aller Verdienste einbringen, denn wir würden manchmal der Versuchung anheim fallen, unsere Brüder und Schwestern zu richten..., was wiederum ein Beweis für mangelhafte Liebe wäre.

Wenn eine Mutter ihren Sohn vollkommen vernachlässigt und Gott feststellt:

  • dass die Fehlentwicklung des Sohnes, emotional und gegebenenfalls sexuell, der Vernachlässigung zuzuschreiben ist und

  • dass die Mutter tatsächlich aus Gleichgültigkeit bzw. aus Mangel an Liebe gehandelt hat,

  • so hat die Mutter die Pflicht versäumt, die ihr kraft des Göttlichen Gesetzes obliegt. Eine Mutter soll ihre Kinder so erziehen, dass diese:

  • dem Leben in der Welt gewachsen sind, das heißt, sie soll den Kindern die Fähigkeiten vermitteln helfen, geistig, emotional und physisch das Leben bewältigen zu können;

  • in der Seele auf eine ständige Begegnung mit Gott vorbereitet sind, das heißt, sie soll den Kindern in Wort und Tat, in der Belehrung und im Vorbild die Werte des wahren, traditionellen Christentums vermitteln, damit ihre Seelen vollkommen fähig sind, Gottes Liebesströme in sich aufzunehmen und diese in sich voll blühen zu lassen, damit sie ungehemmt an ihrer eigenen Erlösung und Heiligung mitwirken können. Konkret heißt dies, dass die Mutter helfen soll, ihre Kinder so auszubilden, dass diese Jesus und Maria und die wichtigsten Göttlichen Werke kennenlernen und fest an diese glauben können. Die traditionellen Werte der christlichen Lehre sind die einzigen wahren Quellen von Gottes Wahrheit. Sie sind es, welche die Herrin aller Seelen verkündigt, vertieft, für die Seelen besser zugänglich macht und in den Seelen zur wahren Blüte zu bringen versucht.

Wenn eine Mutter ein Kind hat, das sich versündigt, z.B., wie Sie schreiben, flucht, stiehlt, lügt usw., was passiert dann vor Gott? Jede Seele ist verantwortlich für die eigenen Sünden, aber... es gibt viele mögliche Fälle, in denen Gott die Haftung für eine Sünde aufteilt. Einer dieser Fälle ist jener, in dem eine Mutter ihr Kind schlecht erzogen hat, es nicht gelehrt hat, die christlichen Werte zu lieben, z.B. Du sollst nicht lügen, weil..., ja, auch 'weil du Gott dadurch Kummer machst, während Er dich so inständig liebt!' Eine Mutter kann teilweise mitverantwortlich für die Sünden ihres Nachwuchses werden. Der Vater selbstverständlich ebenfalls. Für Gott hängt alles davon ab, was in den Herzen vorgeht. Lügt und stiehlt ein Kind, weil es nicht daran interessiert ist, dass dies ein sündhaftes Verhalten darstellt? Wenn ja, wieso ist es nicht daran interessiert? Was geht in dem jungen Herzen vor? Ist nicht mindestens zum Teil die Mutter bzw. der Vater oder beide oder noch andere Personen mit schuld? Ist die Neigung zum Stehlen durch den Lebensweg des Kindes mitbedingt? Hat es diese Neigung sozusagen sogar von manchen Ahnen geerbt?

Es kann nicht überbetont werden: Die seelische Gesundheit der Jugend hängt an erster Stelle von der Fähigkeit der jungen Seelen ab, zu lieben, aufrichtig zu lieben. Wen? Die Mitmenschen, die Schöpfung (die Tiere und die Natur), Gott und... sich selbst in der Eigenschaft als Geschöpf aus Gottes Hand. Wächst und blüht die Liebe, so kann sich die junge Seele einen Schutzwall gegen die Versuchungen und die Lieblosigkeiten der Welt erbauen. Dieses Wachstum und dieses Blühen zu ermöglichen, dort liegt der Kern der Verantwortung der Mutter, des Vaters und einer jeglichen irgendwie an der Erziehung beteiligten Person. Es ist gerade an jenem Punkt, dass sich das Urteil Gottes orientiert: In welchem Maße hat die Mutter, der Vater usw. das Wachstum und das Blühen der Liebe im Kind gefördert bzw. gehemmt oder gar unmöglich gemacht? Die junge Seele soll aus dem Vorbild ihrer Eltern bereits herleiten können, was es heißt, aufrichtig und selbstlos zu lieben. Die Fähigkeit zu lieben hat dabei zwei Komponenten:

  1. Die Seele soll Liebe schenken können, und zwar ungehemmt und bedingungslos.

  2. Die Seele soll Liebe annehmen können. Viele Seelen sind dazu nicht imstande! In ihnen scheint die Fähigkeit, Liebe durch sich strömen zu lassen, einfach blockiert zu sein. Sie können die Strömung des wahren Lebens gleichsam nicht rechtzeitig verarbeiten und scheuen diese so, wie der Mensch, der lange Zeit in einem dunklen Keller war, das Sonnenlicht scheut.

Diese beiden Komponenten sollen die Eltern ihren Kindern ins Herz prägen, durch möglichst viele Vorbilder. Das Kind soll lernen, an die Liebe zu glauben. Es soll tief im Herzen empfinden, dass die Liebe erstens eine lebensnotwendige Emotion und zweitens eine Kraftquelle ist, die unaufhörlich in alle Richtungen strömen muss, um in der Seele den wahren Frieden zustande bringen zu können. Die Eltern sollen ihren Kindern möglichst bald beibringen, dass Liebe kein Spiel, sondern die Nahrung schlechthin für alles in der Schöpfung ist und dass sie sich selbst buchstäblich entwurzeln, wenn sie sich nicht bemühen, aufrichtig zu lieben. Die Liebe ist die Unterschrift Gottes in der Seele. Geht die Seele nicht aufrichtigen Herzens damit um, so macht sie sich der Unterschriftsfälschung schuldig.

Liebe Schwester, was macht man mit einer so großen Angst und Sorge für die Verurteilung Gottes? Da gibt es für Sie als Außenseiterin zwei Wege:

  1. Weihen Sie möglichst täglich die betreffenden Seelen an Maria und opfern Sie für sie Gebete und Prüfungen auf.
  2. Vertrauen Sie voll und blind darauf, dass jegliche Aufopferung an Maria etwas Gewicht auf die Waage legt. Diese Aufopferungen berechtigen sozusagen zu Marias Fürsprache und Vermittlung vor der Göttlichen Gerechtigkeit. Die Herrin aller Seelen fügt diesen Aufopferungen Ihre eigene Liebe hinzu. Es ist die Vermählung zwischen Ihrer Liebe und der Liebe der Himmelskönigin, die letzten Endes die Erlösung erwirkt.

Liebe Schwester, jede Äußerung der Angst könnten wir mit einem kleinen Baby vergleichen, das vor Kälte zittert. Damit dieses Baby besser vor der Kälte dieser Welt geschützt wird, möchte ich ihm jetzt auch meinerseits ein Kleidchen anziehen, indem ich es in zusätzliche Gebete einhülle. Jede Angst stirbt, wo die Seele vertrauensvoll zu Maria geht, genauso wie jedes Zittern aufhört, wo weitere Bekleidung zugelegt wird. Maria, die Mutter der Mütter, wird Ihre Besorgnis von Ihnen wegnehmen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 248.
Die Quelle allen Elends ist nicht Gott, sondern die Menschenseele, die ihren freien Willen dazu benutzt, dem Bösen zu folgen – Fünf Punkte, warum sich eine Seele schlecht fühlen kann – Vollkommene Weihe an Maria ist das Sprungbrett zur seelischen Wiedergeburt – ein 'geistiges Liebesspiel' mit der Himmelskönigin

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Zunächst ein herzliches Dankeschön dafür, dass ich Ihnen auf Deutsch antworten darf, weil sich die tieferen Dinge des seelischen Lebens für mich in dieser Sprache besser ausdrücken lassen als auf Französisch. Da die Gottesmutter entweder in meiner Muttersprache (dem Niederländischen) in mir spricht oder mich in Reihen abstrakter Bilder lehrt, die ich anschließend 'in Menschensprache umsetzen muss', könnte manches Sie etwas verschwommener erreichen, falls ich es in Ihrer Sprache schreibe. Das täte mir Leid.

Zunächst eine kleine Ermutigung, in dem Sinne, dass das Leiden manchmal etwas leichter wird, nachdem man es hat identifizieren können. Lassen Sie sich nicht dadurch verängstigen, dass Sie die Besessenheit einem bestimmten Dämon zuschreiben. Diese Neigung ist durchaus verständlich, aber dennoch rät die Gottesmutter davon ab, weil die Seele, die ihre Schwäche mit dem Namen eines ganz bestimmten Dämons verbindet, sich dann im Herzen buchstäblich diesem Dämon gegenübergestellt fühlt, was ihr gewöhnlich den Eindruck vermittelt, dass sie von einer ganz spezifischen Kraft, die Gott gegenüber feindlich und mit dem wahren Leben unvereinbar ist, in Fesseln geschlagen und dieser Kraft endgültig ausgeliefert ist. Dieses Letztere ist nie der Fall für eine Seele, die sich der vollkommenen Herrschaft der Himmelskönigin hingegeben hat.

Im Brief 83 wird darauf hingewiesen, dass im weitesten Sinne des Wortes jede Seele 'besessen' ist, weil wir ja alle dieses oder jenes in uns haben, das nicht mit lauter Licht gefüllt ist, und ununterbrochen gegen die Drohung der Finsternis in Tausenden von Formen anzukämpfen haben. Unsere Welt hat es in sich, Jahr für Jahr täglich sehr viel Finsternis in das Herz zu ergießen, in der Form der unterschiedlichsten Entmutigungen, verunreinigenden Bilder und Informationen und von weltlichen Gedanken, das heißt, Gedanken, die in keinerlei Weise mit Gottes Heilswerken im Zusammenhang stehen, ganz im Gegenteil. Sie sind in der Seele bedrängt, nicht weil ein spezifischer Dämon sie versklavt, sondern weil sie unzählige entmutigende und verletzende Situationen in Ihrem Leben nie bewältigt haben und Ihre Seele deswegen in einen inneren Konflikt gekommen ist. Es kommt Ihnen vor, als ob Gott Sich von Ihnen entfernt hätte, weil das viele Unbewältigte Ihnen den Eindruck vermittelt, als wäre es in Ihrer Seele ein heilloses Durcheinander, eine Verunreinigung, die nicht anders als Gott abschrecken könne.

Lieber Bruder, die Heiligste Jungfrau Maria bittet Sie betont darum, Sie möchten sich vollkommen und bedingungslos an Sie weihen, ganz vertrauensvoll, mit Ihrer ganzen Vergangenheit, Ihrem ganzen Lebensweg, allen Ihren entmutigenden Erinnerungen, sämtlichen Ängsten, allen Verletzungen, allen Enttäuschungen (auch jenen über sich selbst!) ebenso wie mit Ihrer Zukunft. Bitten Sie die Himmelskönigin darum, Sie möge Ihnen das Licht einer völlig neuen Hoffnung dadurch in das Herz gießen, dass Sie sich in Ihr geborgen fühlen. Sie hat die Macht, in Ihnen jedes Fleckchen, das seit Jahren nicht mehr von der Sonne des wahren Friedens und der wahren Freude beschienen worden ist, wieder im Licht des Mutes und der Selbstannahme baden zu lassen. Sie werden erfahren, wie Maria Sie in Sich aufnimmt und Sie in den Stand versetzt, wieder freier zu denken, losgelöst von jeglichem Gefühl der Bedrängnis.

Weil das Leben in dieser Welt in sehr vielen Hinsichten dem Mittelpunkt der Seele gegenüber so feindselig wirkt, bekommt die Seele sehr leicht den Eindruck, dass Gott, der ja die Quelle von allem Erschaffenen ist, auch der 'Urheber' von allem Elend ist. 'Wenn Er alle diese finsteren Werke nur gewähren lässt, muss Er dem menschlichen Schicksal gegenüber wohl gleichgültig sein, sonst ließe Er den Menschen nicht in einer Atmosphäre solcher Lieblosigkeit seinen Weg suchen...' Wir dürfen da nie aus den Augen verlieren, dass die einzige Quelle allen Elends nicht Gott ist, sondern die Menschenseele, die ihren freien Willen seit Jahrhunderten überwiegend dazu benutzt, dem Bösen und seinen finsteren und zerstörenden Inspirationen zu folgen. Gott ist Opfer Seiner eigenen vollendeten Liebe geworden: Er muss mit schrecklich schmerzendem Herzen zusehen, wie sich die Menschenseelen selbst die Ketten ihrer weltlichen Bindungen, Anhänglichkeiten, Geldsucht und Genusssucht umlegt. Der freie Wille war der Menschenseele ursprünglich geschenkt worden, damit die Seele, die Krone der Schöpfung, über alle Geschenke der Schöpfung frei verfügen kann. Die Seelen haben den freien Willen jedoch dazu benutzt, weltlichen Bedürfnissen möglichst ungehemmt nachzugehen. Gerade diese sind es aber, welche die Seele ins Verderben stürzen.

Es ist sehr wichtig, dass Sie sich vor Augen halten, dass, wie die Herrin aller Seelen lehrt, eine Seele sich grundsätzlich aus den fünf nachfolgenden Gründen schlecht fühlen kann, dass von diesen Gründen aber durchwegs der Letztere (Punkt 5) größtenteils übersehen oder mindestens unterschätzt wird:

  1. dadurch, dass sie sich versündigt hat. Sogar falls es die Seele sich selbst nicht eingesteht oder falls sie im bewussten Denken der Sünde gegenüber gleichgültig ist, erinnert sich ihr Gewissen an die Sünde und an die Tatsache, dass sie sich dadurch von Gott entfernt hat ;

  2. dadurch, dass es ihr nicht gelingt, bestimmte Schwächen und Verführbarkeiten in sich zu beherrschen;

  3. dadurch, dass das Leben sie enttäuscht hat bzw. immer noch enttäuscht. Das hängt in hohem Maße mit den Erwartungen zusammen, die sie ihrem Leben gegenüber hegt ;

  4. dadurch, dass sie mit bestimmten Seelen, die für ihren Alltag eine nicht unwichtige Rolle spielen, nicht auskommt, so dass diese Seelen dazu beitragen, dass sie ihre Erwartungen nicht einlösen kann bzw. dass sie sich nicht richtig entfalten kann, zum Beispiel im seelischen Bereich. Unter diesem Punkt fallen auch alle negativen bzw. untugendhaften Gesinnungen, die in den Seelen im unmittelbaren Umfeld vorherrschen und die das eigene Herz bedrängen ;

  5. dadurch, dass die allgemeine Atmosphäre der Gesellschaft bzw. der Welt mit einer höchst bedrängenden Finsternis beladen ist.

Jeder dieser fünf Punkte, lieber Bruder, bedrückt Sie. Der fünfte Punkt aber spielt dabei eine Rolle, die sehr viel ausgeprägter ist, als Sie ahnen. Dies gilt für jede Seele, die im christlichen Empfinden zu wachsen versucht. Die Gottesmutter begrüßt es sehr, dass die Seelen sich ihrer Schwächen bewusst sind und um jeden Preis an sich zu arbeiten versuchen, möchte jedoch auch, gleichsam zur Ermutigung, darauf hinweisen, dass Seelen bei der Bewertung ihrer emotionalen Verfassung die Tatsache berücksichtigen sollen, dass eine außerordentlich dicke Schicht von Finsternis über die Welt ausgebreitet liegt, welche die Herzen in unterschiedlichem Maße bedrängt. Mit dieser Aussage bezweckt Maria ganz und gar nicht, dass Seelen im großen Stil auf alles Mögliche außerhalb sich selbst hinweisen, damit die eigene Schuld vergessen wird, sondern dass Seelen sich in ihrem beharrlichen Kampf für das eigene Wachstum nicht durch ein vernichtendes Selbstbild entmutigen lassen. Auch das ist wichtig. Betrachten Sie es so: Ein verwundeter Soldat (= eine Seele, die sich versündigt hat) kann noch für den Kampf eingesetzt werden, ein gelähmter Soldat (= eine Seele, die aufgrund ihrer Sünden nicht mehr an sich glaubt oder es fast nicht mehr wagt zu leben) ist jedoch nicht länger kampftauglich.

Wenn die Seele im christlichen Denken erzogen worden ist und dann in die vielseitige Finsternis des weltlichen Lebens eingetaucht wird, kann sie tatsächlich irgendwie das Gefühl bekommen, Jesus habe sie in der Liebe enttäuscht. Es ist gut, sich dessen im Klaren zu sein, dass Jesus nicht Derjenige ist, der die Seele enttäuscht, sondern Derjenige, der das erste Opfer der Entwicklung ist, welche die Welt so gemacht hat, wie sie eben ist: zu einem Ort großer Finsternis, in dem die Liebe durch unzählige schwarze Löcher verschwindet.

Glauben Sie nicht, dass Ihre Sünden Sie von der Heiligen Jungfrau entfernt haben. Wäre dies wirklich so, dann könnte keine einzige Seele jemals noch Maria erreichen. Die Gottesmutter zieht ja Seelen, die ihre Sündhaftigkeit erkennen, noch kräftiger zu Sich. Vergessen wir nie, wie Sie wie eine zärtliche Mutter für Maria Magdalena war, sobald diese sich Jesus gegenüber als Sünderin bekannt hatte. Die Heilige Jungfrau, diese Lilie der Himmlischen Reinheit, schloss Magdalena in die Arme, schenkte ihr die barmherzigste Liebe und betreute sie weiterhin wie eine Tochter. Zwischen ihnen gab es ab jenem Augenblick eine Beziehung, in der sie genau genommen auf drei verschiedenen Wegen miteinander umgingen: Mutter-Tochter, Schwester-Schwester und Lehrerin-Schülerin. Maria verhält Sich uns gegenüber nicht anders.

Die zweckmäßigste Arznei gegen 'Besessenheit' (ich schreibe dieses Wort bewusst in Anführungszeichen, weil ich damit den Zustand im weitesten Sinne des Wortes meine) ist die intensiv gelebte Weihe an Maria. Maria (die "Frau") ist Gegenpol Satans (der höllischen Schlange unter dem Fuß der Frau). In der Seele, die sich Maria vollkommen und bedingungslos hingibt, führt die Himmelskönigin eine Tiefenreinigung durch, damit sie in den Stand versetzt wird, bei den Heiligungswerken an sich selbst unter Marias Führung mitzuwirken. Die vollkommene Weihe an Maria ist ein heiliger Bund, der darauf abzielt, dass die Seele in der Tiefe und unter ihrer ständigen freiwilligen Mitwirkung geheiligt wird und dadurch tatsächlich im Kampf der "Frau" gegen die 'Schlange' – des Lichtes gegen die Finsternis, der Liebe gegen die Verführung zur Sündhaftigkeit – voll eingesetzt werden kann. Die vollkommene Weihe an Maria gebiert in der Seele eine völlig neue Liebe, lässt in ihr die Sonne des wahren Glaubens aufgehen und scheint in das Herz die streichelnden Strahlen der wahren Hoffnung hinein. Die Seele beginnt dadurch ihr Leben und sich selbst allmählich anders zu betrachten, entdeckt gleichsam Maria (und dadurch auch Gott Selbst) wieder, und in ihr löst sich die Überzeugung, der Böse und seine Werke in ihr seien vollkommen unschlagbar, allmählich auf, wie ein Nebel unter der Kraft der Sonne. (Bemerken Sie das Bild: Der Nebel ist die Blindheit, die sich aus der Versuchung und den Werken des Bösen schlechthin ergibt; die Sonne ist die Wirkung der Liebe, wie Maria sie in die Seele bringt).

Um bis zur Ehe die Reinheit zu bewahren (und auch nachher, selbstverständlich), kann ich Ihnen ein geistiges 'Liebesspiel' mit der Himmelskönigin empfehlen: Sie stellen sich fest vor und sprechen dieses Vorhaben auch Maria Selbst gegenüber aus, damit Sie die Himmlische Mutter und Herrin fest daran beteiligen, dass Sie bei jeder Versuchung vor einer Rose stehen. Besiegen Sie die Versuchung, so legen Sie die wunderschöne Blume zu Füßen Derjenigen, Die Ihre Himmlische Geliebte ist. Geben Sie der Versuchung nach, so geben Sie Ihr eigentlich die Dornen. Diese Übung ist ein Liebestraining und ein Gradmesser für Ihre Liebe zu Maria und zu Gott. Es wird Ihnen dabei helfen, die Neigung zur Unreinheit in sich auszuhungern. Vergessen Sie nie: Die Seele, die die Himmlische Herrin dadurch bis in das Heldenhafte ehrt, dass sie Ihr um nichts in der Welt untreu wird, wird von Ihr reicher belohnt und begnadet, als sie sich jemals denken könnte.

Lieber Bruder, die Weihe an Maria ist eine von Gott erbaute Brücke, über welche die Seele geht, wenn sie bis zur letzten Faser ihres Wesens Gott gehören will und Ihm gegenüber eine so weitgehende Liebe zeigen möchte, dass ihre Herzensverfassung die Auswirkungen der Erbsünde in der Seele lähmen kann. Die Herrin bezeichnete einst als das wahre Ziel der vollkommenen Weihe an Sie die neugewonnene Fähigkeit der Seele, so zu leben, als wäre sie nicht der verheerenden Einwirkung der Erbsünde ausgesetzt. Maria betrachtet die vollkommene Weihe an Maria genau als dasjenige, was Jesus meinte, als Er sagte, der Mensch soll ein zweites Mal geboren werden, und zwar im Geist: Vollkommene Weihe an Maria ist das Sprungbrett zu dieser seelischen Wiedergeburt. Die Kraft, mit welcher die Seele von diesem Sprungbrett aufspringt, wird von dem Maße bestimmt, in dem sie sich Maria in Selbstverleugnung hingibt. Maria zielt darauf ab, die Seele völlig im Meer Ihrer vollendeten Liebe aufzulösen, so dass diese 'zu einer neuen Maria wird'. Was würde, buchstäblich genommen, 'eine neue Maria' an erster Stelle kennzeichnen? Die vollendete Heiligkeit, das Leben ohne die Undichtigkeit der Erbsünde in der Seele. Wir können nicht ohne die Erbsünde neu geboren werden, wohl aber aus und in Maria ein neues seelisches Leben führen, das so gestaltet wird, dass die Ströme des Göttlichen Lebens nicht mehr durch diese Wunde der Erbsünde in den Boden (= das Irdische, das Weltliche) verschwinden.

Diese Wiedergeburt wünsche ich Ihnen jetzt von Herzen. Ich bin mir sicher, dass Sie dies schaffen können und werden. Vertrauen Sie auf die Herrin aller Seelen, die Mutter Christi, die Ihr Göttliches Kind in jeder Seele neu gebiert, die sich für dieses Geschenk empfänglich macht. Möge die neue Hoffnung in Ihrem Herzen das Zimmer einrichten, in dem die Geburt der wahren, befreienden Liebe stattfinden wird.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 249
Nur ein Verhalten, das in völliger Harmonie mit den Gesetzen Gottes steht, bringt Früchte für Gottes Heilsplan ein – Unsere Leiden sind die Schlüssel zum Tor der wahren Erlösung

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ich kann Ihren Schmerz verstehen. Einsamkeit ist im Herzen wie ein leeres Zimmer in einem Haus, wo früher Leben und Bewegung war. Zu meinem großen Bedauern muss ich aber vorbringen, dass der Christ nach einer Ehescheidung keine zweite Ehe eingehen soll. Leider kann ich in diesem Punkt, wie überhaupt, nur die These der Gottesmutter vermitteln, die ja Sprachrohr der einzigen Wahrheit Gottes ist. Nur ein Verhalten, das in völliger Harmonie mit den Gesetzen Gottes steht, bringt Früchte für Gottes Heilsplan ein, und die Verwirklichung dieses Heilsplans ist der einzige Grund unseres Lebens auf Erden. Genau deswegen gilt die Regel, dass unsere Erfahrungen auf dieser Welt an sich im Rahmen des Göttlichen Heilsplans unbedeutend sind. Dasselbe gilt für unsere Emotionen wie Einsamkeit und viele andere Emotionen: Sie sind vergänglich, wir leiden sie einige Jahre oder Jahrzehnte und anschließend gehen wir in die unvergängliche Ewigkeit hinein, die Milliarden Male unzählige Milliarden von Jahren dauert. Unsere Einsamkeit ist somit im Grunde genommen nur ein Bruchteil von einem einzigen Tropfen in einem Ozean.

Gott hat auch unsere schmerzhaftesten Emotionen zugelassen, weil diese Prüfungen fruchtbar sind für die Erlösung von Seelen und für die Verwirklichung des Planes, durch welchen Gott den wahren Frieden auf Erden gründen will. Die Welt soll wieder zu einem irdischen Paradies werden, so hat es das Göttliche Gesetz vorgesehen. Dies kann nur durch die Leiden der Seelen, die sich in die Leiden Christi aufnehmen lassen.

Tatsächlich kann es der Seele manchmal ungerecht erscheinen, wenn sie einen Fehler, den sie vor vielen Jahren aus Unwissenheit begangen hat, jetzt abbüßen muss. Dennoch ist genau diese ausgleichende Gerechtigkeit eine (durchwegs völlig verkannte) Quelle vollendeter Liebe. Wie außergewöhnlich ist es doch: Unsere Fehler enthalten bereits den Schlüssel zu unserer Erlösung. Gottes Liebe geht also so weit, dass Er in einem Fehler, begangen durch einen Akt des Mangels an Liebe zu Ihm (denn jeder Verstoß gegen ein Göttliches Gesetz ist letztendlich das Kind einer ermangelnden Liebe zu Gott – wir gebären alle täglich solche Kinder), gleich die Saat unseres Glücks in sich birgt. Nur um eins bittet Er uns: Dass wir uns im Herzen mit Seinem Sohn vermählen, Sein Kreuz ein wenig tragen helfen, um dabei zu sein, wenn Er das Gesuch um die Krönung unserer Erlösung beim Thron der Göttlichen Barmherzigkeit einreicht.

Wenn wir es so betrachten, liebe Schwester, bietet uns dieses Leben nichts anderes als lauter Geschenke Göttlicher Liebe. Fehler begeht jede Seele. Wenn sie sich dessen bewusst ist, dass der Fehler ein Verstoß gegen das Göttliche Gesetz ist, und wenn sie ihn trotzdem begeht, so begeht sie eine Sünde. Ist sie sich dessen nicht bewusst, so begeht sie einen Irrtum. Gott wird diese Unkenntnis berücksichtigen. Trotzdem ist auch in diesem letzteren Fall durch den Fehler das Gleichgewicht in Gottes Schöpfung etwas beeinträchtigt worden. Jede Beeinträchtigung dieses Gleichgewichtes muss ausgeglichen werden, und dieser Ausgleich erfolgt durch Gebete, Sühneakte, Aufopferungen, heilige Messen, Prüfungen und Leiden. Er kann auch durch die Gnadenwirkung Gottes und durch Marias Vermittlung erfolgen, aber je größer das Maß an erforderlichem Himmlischem Einschreiten, desto weniger heiligt sich die Menschheit durch eigene Verdienste. Die letztendliche Folge ist ein Rückgang des Gnadenstandes, was in einem weiteren Herabsinken des Friedens und der Liebe auf Erden und in einer noch größeren Anfälligkeit gegen die Versuchung und die Sünde zum Ausdruck gebracht werden soll.

So, liebe Schwester, hat jede Seele das Schicksal der ganzen Menschheit mit in der Hand. Unsere Leiden sind die Schlüssel zum Tor der wahren Erlösung. Benutzen wir diesen Schlüssel nicht, sondern möchten wir eigentlich darum bitten, dass Gott Selbst das Tor für uns öffnet, so kommen wir in unserer seelischen Entwicklung nicht voran. Vergessen wir nie: Wir haben nur dieses eine Leben. Es ist uns als Weg zur Glückseligkeit geschenkt worden. Die einzige Regel für unterwegs ist, dass wir den Weg so nehmen sollen, wie er sich uns darbietet. Wir gehen ihn nie für uns alleine, wir gehen ihn für die ganze Menschheit, damit diese als Ganze geheiligt wird, und für Gott, damit Sein Heilsplan verwirklicht wird. Es gibt somit keine größere Äußerung der Liebe als jene, unsere Prüfungen in Liebe anzunehmen. Das Maß unserer Liebe ist entscheidend für die Note, die wir in der Urteilsstunde bekommen. In der Stunde unseres Lebensgerichtes werden wir den unendlichen Wert dieser liebevollen Annahme unserer Prüfungen in der Fülle erkennen. Genau deshalb wünschen sich Unzählige in jener Stunde sehnlichst, sie hätten auf Erden mit mehr Liebe und Annahme ihre Prüfungen durchstanden. Die Stunden der Prüfung auf Erden kommen uns lang vor. Viel länger noch ist jede Sekunde der Prüfung im Ort der Läuterung, wo die Seele ihre Mängel an Annahme aus einer völlig neuen Perspektive heraus betrachten kann bzw. muss: aufgrund der Kenntnis von Gottes Fülle der Wahrheit über ihr vergangenes Leben und sämtliche Elemente dieses Lebens.

Ich schließe mich gerne Ihren Gebeten an und bete vor allem um Unterstützung für Sie in jeder schweren Stunde, damit Sie ausharren. Es wird mehr als der Mühe wert sein.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 250
Gott setzt schon Mal Zeichen dafür, dass eine Seele oder eine Familie sich umorientieren sollte – Liebevolles Verhalten und eine friedliche Ausstrahlung sind wie ein Himmlisches Virus: Sie wirken ansteckend

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Sehr gerne möchte die Gottesmutter Sie beruhigen und ermutigen. In Ihnen steckt keine Krankheit, die noch nicht erkannt worden ist. Sie sind so wie Sie eben sind, weil dies in Gottes Plan mit Ihrem Lebensweg in der heutigen Phase Ihres Lebens hineinpasst. Vieles, das durch das weltliche Denken nicht verstanden wird, bekommt den Namen irgendeiner Krankheit. Lassen Sie Ihre Seele nicht in ein solches Kästchen stecken, denn sie ist, wie sie zurzeit sein muss, um den Plan zu absolvieren, den Gott mit Ihnen hat.

Viele Seelen meinen, mit ihnen sei etwas Ernsthaftes los, das vielleicht auf Geisteskrankheit hinweist, während Gottes Vorsehung sie einfach in eine bestimmte Richtung lenkt. Dies kann mehrere Gründe haben. In Ihrem Fall hat es viel damit zu tun, dass es für Sie an der Zeit ist, mehr Ruhe in Ihr Leben zu bringen und für die Seelen in Ihrem unmittelbaren Umfeld, Ihnen gegenüber Geduld, Liebe und Verständnis zu üben. Diese Seelen haben wegen ihrer weltlichen Tätigkeiten vergessen, dass sie es bei Ihnen mit einer Seele zu tun haben, das heißt: mit einem Wesen, das sich seelisch entfalten können muss. Weihen Sie diese Fesseln, in denen diese Seelen gefangen sind, an Maria, damit sie befreit werden. Ihre Leiden werden inzwischen dazu beitragen, dass diese Befreiung vorangebracht wird.

Gott kann tatsächlich Zeichen dafür setzen, dass eine Seele oder eine Familie sich umorientieren sollte. In vielen Fällen ist es so, dass eine Seele, die wirklich seelisch vorankommen will, allmählich aus ihren weltlichen Bindungen befreit wird. Um seelisch wachsen zu können, muss eine Seele sich 'freier bewegen können', das heißt, müssen ihre Fesseln gebrochen werden. Die weltlichen, finanziellen, materiellen Interessen bauen einen Bunker um die Seele herum, der die Seele bald in Finsternis, Kälte und Gefangenschaft einhüllt. Manchmal wird eine Seele durch Krankheit dazu angeregt, sich umzuorientieren. Manchmal lässt Gottes Vorsehung der Seele einfach so wenig Arbeit zukommen, dass diese dazu angeregt wird, sich noch mehr an den nichtstofflichen Interessen zu orientieren. Das geschieht sehr oft bei den Seelen, die Gott Sich für einen besonderen Auftrag sucht. In dieser Zeit, in welcher die weltlichen Bestrebungen so sehr vorherrschen, braucht der Himmel immer mehr Seelen, die sich freiwillig weitgehend von allem Weltlichen loslösen.

Ihr Herz, liebe Schwester, ist bereits eine ganze Weile auf der Suche nach dem Höheren. Sie haben deshalb verstanden, dass es sehr viel mehr gibt, wofür man leben sollte, als die weltliche Arbeit. Ich kann Ihnen versichern: Sie werden mit dem Geld auskommen, wenn Sie nur fest an Marias Führung und an Gottes Liebe glauben. Nur kann ich Ihnen durchaus keinen Reichtum versprechen, denn dieser lässt sich mit seelischer Blüte nur schwer vereinigen. Der Himmel weiß das und gestaltet den Lebensweg der Seele, die sich voll für Gottes Werke geben will, entsprechend.

Die Argumentation zu finden, damit auch Ihr Mann damit Frieden hat, wird nicht leicht sein, solange er sich nur weltliche (materielle) Ziele setzt. Sie können ihm seine Ansichten kaum ausreden, weil man mit spirituellen Argumenten gegen einen weltlich denkenden Geist sehr wenig vermag. Der denkende Geist kann die Argumente für ein spirituell orientiertes Leben einfach nicht fassen. Es handelt sich da um zwei Welten, die sehr weit auseinander liegen. Das Himmlische fühlt vor allem, während das Weltliche vor allem denkt, rechnet, vergleicht, grübelt, zurückblickt. Das Herz muss geöffnet werden. Das kann kaum durch Worte zustande gebracht werden, wohl aber durch Gebete und durch die Aufopferung Ihrer Leiden, Ihrer derzeitigen Demütigung und Ihrer Liebe zu Gott, zu Maria und zu denjenigen, die Sie momentan noch nicht verstehen können.

Was die Mutter betrifft, wäre das Gebet 908 geeignet. Sie können es so beten, als würde es von der Mutter selbst gebetet. Eine Seele kann erst dann aus der Bedrängnis befreit werden, wenn sie ihre Vergangenheit mit Gott versöhnt hat. Das lässt sich auf keine einzige Weise besser machen als durch Beichte und Weihe.

Die Gefühlsschwankungen, von denen Sie schreiben und die nach der vollkommenen Weihe an Maria eingesetzt haben, sind nicht ungewöhnlich. Dieses 'himmelhoch jauchzend und zum Tode betrübt' kommt öfters deswegen vor, weil sich die Seele in der ersten Phase nach der vollkommenen Weihe in einer Situation befindet, die hauptsächlich durch zwei Komponenten geprägt wird:

  1. durch eine intensivierte innere Reinigung. Die Baustelle muss tüchtig gekehrt werden, bevor das neue Gebäude errichtet werden kann.
  2. durch unbestimmte Erwartungen für die Zukunft.

Wenn dazu noch Situationen von Mangel an liebevoller Kommunikation kommen, kann es dem Herzen besonders in einer solchen Periode schwer fallen, weil das Herz der geweihten Seele sich der wahren Liebe aufzuschließen versucht. Es wird dadurch viel empfindlicher. Diese Kommunikationsstörung ist dem Übergewicht des Weltlichen in der Familie zuzuschreiben: Wahre Liebe wird in Ruhe, Frieden und stiller Freude ausgetauscht. Wo die Hektik der Welt vorherrscht, kann die Liebe nicht richtig strömen, dort herrscht eigentlich nur das Fieber des Denkens und der nicht eingelösten Erwartungen.

Lassen Sie sich nicht durch den Glauben in die Irre führen, Sie würden keine Fortschritte machen. Die größten Fortschritte macht die Seele öfters an den Tagen, wo das Kreuz sie zu Boden zu drücken scheint. Weil die Seele in der Phase ihrer tiefsten Reinigung sich selbst kaum wiedererkennt – man denke an den Anblick einer Baustelle mit allem Chaos, das man dort sehen kann –, hat sie den Eindruck, es geht mit ihr wirklich den Bach runter. Eigentlich sollte man während der Renovierungsarbeiten gar nicht auf die Baustelle kommen, das heißt, die Seele sollte sich während einer spirituellen Reinigungsphase nicht zu genau betrachten und sich schon gar nicht beurteilen. Keiner bewertet ein Haus während der Renovierungsarbeiten noch bewohnt er ein solches Haus. Nur der Zustand nachher zählt: Wie geht die Seele mit sich selbst um? Kann sie sich in ihrem erneuerten Zustand mutig auf den Weg machen? Kann sie nach der Krise wieder mit sich selbst leben? Das kann sie nur dann, falls sie erkennen kann, was sich in ihr verändert hat und wo der Unterschied zu früher liegt.

Sie können die Situation in Ihrer Familie nicht im Handumdrehen ändern, weil letzten Endes jedes Familienmitglied an sich selbst arbeiten muss und das eigene Verhalten wieder mit Liebe füllen soll. Von Ihnen wird dieser erste Schritt erwartet, dass Sie selbst einfach ein Vorbild der Liebe und des Friedens werden. Liebevolles Verhalten und eine friedliche Ausstrahlung sind wie ein Himmlisches Virus: Sie wirken ansteckend, und im Grunde genommen hat keine Seele einen unfehlbaren Widerstand gegen sie. In der Tiefe sehnt sich jede Seele nach wahrer Liebe und wahrem Frieden. Wenn man diese Eigenschaften in einer Seele vorfindet, wird im eigenen Herzen immer etwas berührt werden. Wenn dieser Zustand bei jener Seele anhält, wird das eigene Herz letztendlich der Neigung nachgeben, diese Atmosphäre auch in sich selbst zuzulassen. Versuchen Sie es. Es wirkt.

Ob über Ihre Familie ein Fluch verhängt worden ist? Es gibt Flüche, die lediglich daraus bestehen, dass die Seele sich von der Welt und ihren verheerenden Verzauberungen fangen lässt. Marias Macht bricht jeden Fluch, ob von außen oder von innen. Die Aussegnung eines Hauses ist etwas Wertvolles, weil es das Licht Gottes auf das Haus und dessen Bewohner herabbittet. Dennoch kann dieses Licht nur seine Wirkung instand halten, wenn es von innen heraus genährt wird. Sie, die Sie an das wahre Licht glauben, können es als Erste nähren, mit dem Licht des inneren Friedens und der wahren Hoffnung, die Ihnen Maria schenken wird.

Glauben Sie an die Himmelskönigin, Sie ist wie eine lichtvolle Blume. Wo Sie Sich ansiedelt, entfaltet Sie Ihre Blättchen Schicht für Schicht und entwickelt dabei ein solches Licht, das die Schatten in Ihrem Umfeld weichen. So kann die Seele auch selbst Segen um sich herum verbreiten. Ich muss es immer wieder schreiben: Gott will Seine Werke in Einheit mit der Menschenseele vollbringen. Der Segen Gottes wartet auf die geeignete Verfassung in den Seelen, durch welche sie auch ihrerseits Segen bringen können. Sie werden die Kraft erhalten, der erste Lichtpunkt im Hause zu werden. Versuchen Sie es, Maria wird in Ihnen sein.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 251
Der Himmel bewertet so gut wie nie eine Seele öffentlich – Die auf Erden gesammelten Verdienste werden uns in der Regel nicht verraten

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Von ganzem Herzen habe ich Ihre Anliegen zugunsten Ihrer Tochter vor die Herrin aller Seelen gebracht. Maria beantwortet nicht die Frage danach, wo sich der Sohn jetzt befindet. Fragen nach dem Aufenthaltsort einer verstorbenen Seele beantwortet der Himmel grundsätzlich nur äußerst selten. In früheren Briefen habe ich ausführen dürfen, aus welchen Gründen dies nicht sehr oft geschieht. Was die Gottesmutter wohl beantwortet, ist die Frage, ob der Sohn alles hat, was er braucht. Die Antwort lautet: "Ja. Gott ist Liebe. Nach dem Tod braucht die Seele nichts anders als das: Liebe". Ich muss außerdem von Seiten der Herrin mit besonderer Betonung ausrichten, dass die Tochter demjenigen, was ihr der Seher in Bezug auf den Sohn gesagt hat, "keine Aufmerksamkeit schenken darf. Diese Nachricht kommt nicht aus dem Herzen Gottes".

In Bezug auf die zweite Tochter: Diese Seele trägt eine Bürde aus der Vergangenheit, die sie nicht bewältigt hat. Obwohl sie in der Kirche nach Tröstung sucht, ist sie nicht wirklich geneigt, der lateinischen Heiligen Messe beizuwohnen, nicht weil sie nicht gewillt wäre, dies zu tun, sondern weil sie befürchtet, in der lateinischen Messe, die sie nicht versteht, diesen Trost nicht zu finden. Nehmen Sie ihr dies nicht übel, sie kann nichts dafür, denn dieser Vorgang vollzieht sich in ihr ganz unbewusst. Gott hat Verständnis dafür. Allerdings wäre es gut, ihr verletztes Herz an Maria zu weihen, damit die Wunden geheilt werden. Diese Seele braucht auch neues Vertrauen zu Gott, denn im Grunde genommen wird sie innerlich durch zwei Gefühle hin und her gerissen: Sie sucht ihren Halt bei Gott, hat aber zur gleichen Zeit Angst vor Ihm. Das ist sehr schade. Gott liebt sie so sehr.

Zu dem Bild, mit welchem die erste Tochter von den Sehern verglichen worden ist, lässt mich Maria sehr betont sagen, die Seelen sollen besonders vorsichtig mit Bildern umgehen, die ihnen oft auf organisierte Weise vorgehalten werden, weil der Himmel so gut wie niemals eine Seele öffentlich bewertet, weder durch unmittelbare Beschreibungen noch durch Bilder, die zu einer Bewertung schließen lassen können. Ich könnte diese Worte der Gottesmutter folgendermaßen verständlich machen: Das Leben ist eine Schule. Erst nach Ablauf des Schuljahres werden die Noten zum vergangenen Jahr freigegeben. Gott stellt das Schulzeugnis nicht öffentlich aus, bevor die Schule absolviert worden ist. Die Seelen sollen immer berücksichtigen, dass ihre Wesensart öfters aufgrund von äußeren Merkmalen mit gewissen Bildern verglichen wird. Der 'Deuter' lässt sich dabei leicht von demjenigen täuschen, woran die Erscheinung des Menschen vor ihm ihn erinnert.

Ihre Tochter wird tief im eigenen Herzen die Signale erhalten, die ihr Gottes Geist durch ihr Gewissen sendet, um sie zu immer weiterem Wachstum anzuregen. Wie viele Blumen jetzt bereits in unserem Garten im Jenseits blühen und zu welcher Gattung diese gehören, wird uns nicht verraten solange wir mit dem Aussäen beschäftigt sind. Es ist besser so, denn wir hätten sonst keine Verdienste vorzuzeigen, wenn wir vor Gott erscheinen. Gott ist der Meister der erfreulichen Überraschungen. Wenn Er uns jetzt verraten würde, wie es in unserem Garten dort drüben aussieht, wäre für uns ein Teil der Freude weg, wenn wir den Garten endgültig betreten, und könnte Er Selbst Sich nicht mehr so sehr über unser Staunen freuen.

Ich schließe Sie alle tief in mein Herz ein. Die Gottesmutter liebt Sie alle mehr als Worte ausdrücken können.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 252
Das Kommen des Antichristen – Die Endzeitprophezeiungen – Das Endzeitfieber

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Es wird in den letzten Jahren unheimlich viel über das Kommen des Antichrist gesprochen. Das Auffälligste bei allen 'Botschaften' in diesem Zusammenhang sind die vielen Widersprüche. Noch in der Anfangszeit meiner Berufung bat ich die Gottesmutter um Klarheit, damit ich mich in keinerlei Hinsicht in dieser Materie irre, die ja wichtig ist, weil sie unzählige Seelen so sehr beschäftigt. Ich teile Ihnen mit besonderer Freude die Ansichten der Herrin aller Seelen mit und verweise hiermit gleich auf die Entschiedenheit und die Betonung der Worte, mit denen Sie mich diesbezüglich belehrt hat.

Damit der Kontext von Marias Belehrung ganz klar gestellt wird, greife ich an erster Stelle die Worte auf, durch welche Sie die Ansicht und die Gesinnung der Person beschreiben, die zu Ihnen über das Kommen des Antichrist spricht. Diese geht davon aus, der Antichrist wird 2012 kommen, sie recherchiert über die Identität des Antichrist und sie meint, sie brauche Zelt und Schlafsack, um die Flucht zu ergreifen, wenn die Zeit gekommen ist. Was sagt die Himmelskönigin zu all dem?

Zunächst sollten wir die Frage stellen, ob der Antichrist kommt

Maria sagt dazu: Der Antichrist ist Satan. Er war immer schon da. Er verführte die ersten Menschenseelen zu der Erbsünde und wirkt bereits durch die ganze Heilsgeschichte hindurch. Es ist die Menschenseele, die bestimmt, in welchem Maße er seine Zerstörungswerke in der Welt und in der individuellen Seele durchführen und zur vollen 'Fruchtbarkeit' bringen kann, das heißt: in welchem Maße er die Seelen für seine eigenen Zwecke, Pläne und Werke einsetzen kann, damit sie ihm dabei behilflich sind, Gottes Werke zu unterminieren, deren Fruchtbarkeit abzubremsen und den Zeitpunkt ihrer Vollendung aufzuschieben.

Wann kommt der Antichrist?

Diese Frage selbst basiert eigentlich bereits auf einem falschen Ausgangspunkt, wie vorhin erläutert. Maria fügt der obigen These mit besonderer Betonung hinzu, es soll keine Zeit darauf verschwendet werden, über Jahreszahlen und Zeitpunkte zu spekulieren. Jetzt ist es die höchste Zeit, in Anbetracht des Gnadenstandes der Welt, der nie bedauerlicher war als in dieser Zeit, dass sich möglichst viele Seelen Ihr vollkommen weihen, da Sie ja von Gott die Führung im Kampf gegen den Antichrist erhalten hat und die Macht, ihm den Kopf zu zerschmettern. Sie, die Mutter Christi und die Erhabenste und Heiligste aller Seelen, deren Füße jemals die Erde berührt haben, hat die Macht erhalten, die Lichtwerke Christi in der individuellen Seele zu vollenden. Dieser Aufgabe widmet Sie Sich zurzeit in der Fülle in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen durch die Verkündigung der Wissenschaft des Göttlichen Lebens und durch die Heiligungswerke, die Sie in den Ihr vollkommen geweihten Seelen mit deren freiwilligen Zusammenwirkung zu vollbringen versucht. Es gilt jetzt mehr als je zuvor, dass die Seelen beharrlich und unentwegt an sich selbst arbeiten, nach dem Vorbild Christi und nach den Belehrungen des Evangeliums und der Herrin aller Seelen.

Welche Einstellung ist nach Ansicht der Himmelskönigin dem sogenannten Endzeitfieber gegenüber einzunehmen?

Die Herrin lehrt: Gott hat Satan die Erlaubnis erteilt, die Menschenseelen zu prüfen. Diese Erlaubnis passt in den Rahmen der vollkommenen Unverletzbarkeit des freien Willens der Seele. Diese Letztere soll sich freiwillig für das Gute bzw. das Böse entscheiden, für das Licht oder die Finsternis, für Gott oder Satan. Die Einzelheiten der Pläne Satans sind der Seele jedoch ebenso wenig bekannt wie die Einzelheiten der Pläne Gottes ihr bekannt sind. Dies gilt sowohl für deren Inhalt als auch für den Zeitpunkt, in dem diese Einzelheiten durchgeführt werden sollen. Diese Geheimhaltung ist eine Notwendigkeit, die auf dem Gesetz der Göttlichen Gerechtigkeit basiert. Keine Seele darf sich bis in die Einzelheiten auf die nächsten Schritte vorbereiten können, die Satan machen wird, ebenso wenig wie auf die nächsten Schritte, die Gott machen wird. Sollte die Seele dies dennoch können, so wäre sie in ihrem Handeln und Denken beeinflusst, was ihre Verdienste auf dem Weg zur Heiligung beeinträchtigen würde.

Gott sehnt Sich danach, dass die Seele die höchstmögliche Fruchtbarkeit auf ihrem Lebensweg erzielt. Deswegen wird Er niemals zulassen, dass eine Seele vorhersagen kann, was in diesem Kampf zwischen Licht und Finsternis geschehen wird, in welchem Jahr und an welchem Tag. Keiner Seele wird Er jemals verraten, wie Satan seine Strategien genau auswirken möchte, in welcher Reihenfolge und zu welchem Zeitpunkt, ebenso wenig wie Er einer Seele jemals die Einzelheiten und Zeitpunkte von dem verraten wird, was Er Selbst im Rahmen Seines Heilsplans vorhat. Die Herrin sagt mit größter Betonung: Jede Seele, die im Rahmen des Kampfes zwischen dem Licht und der Finsternis Ereignisse und Zeitpunkte prophezeit, bezieht dieses Wissen weder aus der Quelle der Ewigen Weisheit, noch aus dem Herzen von Gottes Vertreterin.

Was sagt Maria zu der Aussage, der Antichrist wird 2012 kommen?

Falls sich die Seele dieses Ereignis wie ein sinnlich wahrnehmbares Phänomen vorstellt, vor dem man die Flucht ergreifen soll bzw. vor dem man sich durch eine Flucht in Sicherheit bringen kann, denkt sie materiell menschlich statt spirituell.

Zunächst Folgendes: Der Antichrist beherrscht seit sehr langem sehr viele Seelen, und zwar durch die unterschiedlichsten Mittel und Wege. Die Herrin aller Seelen hat Sich dazu bereits wiederholt in Belehrungen geäußert. Es lässt sich nicht in Zeit ausdrücken, wann diese Zerstörungswerke ihren höchsten Gipfel erreichen werden. Jede Seele verfügt über einen freien Willen, durch welchen sie frei bestimmen kann, inwieweit sie der Finsternis erlauben wird, in ihr Wurzeln zu schlagen. Solange sich auch nur eine einzige Seele vollkommen und bedingungslos Maria und dem wahren traditionellen christlichen Glauben hingibt, ist die Herrschaft des Bösen lediglich eine Phase, die Gott als Zeichen dafür zulässt, dass die Erfüllung Seiner Verheißung des endgültigen Sieges des Lichtes sich durch den falschen Einsatz des freien Menschenwillens hinauszögern lässt.

Das Elend, die Lieblosigkeit und Gefühllosigkeit dieser Welt schlechthin sind Mahnzeichen dafür, dass sich die Seelen dringend dem Licht zuwenden sollen und die Augen dafür öffnen sollen, dass sie durch ihre Anhänglichkeit gegenüber allen weltlichen Werten und Bedürfnissen ihrem eigenen Glück im Weg stehen und somit dabei sind, die Lokomotive Satans zu ziehen, der ihre Prüfungen unaufhörlich weiter erschwert.

Das 'Kommen des Antichrist im Jahre 2012' ist an sich ein unsinniger Ausdruck. Versteht man darunter, dass in jenem Jahr die Herrschaft Satans in der Welt vollkommen wird, so bekennt man sich zu der Annahme, Gott könne durch Satan vollkommen außer Spiel gesetzt werden und die Werke der Herrin aller Seelen seien völlig sinnlos. Durch eine solche Ansicht würde die Seele die Tugenden der Hoffnung und des Gottvertrauens völlig und ganz aus der Welt verbannen und Gott gegenüber ein Zeugnis dafür ablegen, dass sie gar nicht an Seine Liebe glaubt, welche die Seelen überhaupt erschaffen und erlöst hat. Sie würde dadurch auch die Leiden Christi sinnlos machen. Das Endergebnis wäre tatsächlich dieses, dass Gottes Reich ohne weiteren Kampf der Finsternis ausgeliefert würde. Welche Seele wagt es, an der Verwirklichung einer solchen Lage durch ihren Mangel an Hoffnung, Glaube und Liebe mitzuwirken und sich trotzdem noch Christ zu nennen? Wo bleibt denn die Heiligkeit der Krone von Gottes Schöpfung, wenn diese die Macht des Antichrist wohl für eine Realität hält, die Macht Gottes aber für eine Illusion?

Kann derjenige kommen, der bereits seit dem Anfang da war und die Lebenswege der Seelen in unterschiedlichem Maße beeinflusst hat? Kann er auch in jenem Sinne kommen, dass er plötzlich Gott Seine ganze Macht nimmt? Gott, die Quelle der einzigen Wahrheit, hat den Sieg des Lichtes vorhergesagt und diesen in einem Göttlichen Erlass festgelegt. Die Herrin aller Seelen weist darauf hin, dass jeder Göttliche Erlass, jede Göttliche Verfügung in Erfüllung gehen wird, weil er bzw. sie in Erfüllung gehen muss: Gottes Erlässe und Verfügungen sind Äußerungen des Göttlichen Willens, und jede solche Äußerung wirkt sich aus, bis sie vollkommen erfüllt worden ist. In jener endgültigen Erfüllung liegt der Schlüssel zum Gleichgewicht des Gesetzes der Göttlichen Gerechtigkeit:

Solange ein Göttlicher Erlass sich auswirkt, strebt das Gesetz Seiner Gerechtigkeit ein neues Gleichgewicht auf einer immer höheren Ebene der Heiligkeit für die Seelen an. Aus diesem Grunde muss jeder Erlass letzten Endes erfüllt werden. Die Schlussfolgerung lautet somit: Die Göttliche Verheißung, kraft welcher die Seelen von aller Finsternis befreit werden sollen und Satan, die Quelle allen Elends, unter der Macht des Kreuzes Christi und des Fußes der Unbefleckten Empfängnis endgültig unwirksam gemacht werden soll, muss und wird in Erfüllung gehen. Dieser Sieg des Lichtes steht unerschütterlich fest. Der Zeitpunkt liegt gröβtenteils in dem Maße geborgen, in welchem möglichst viele Seelen ihren freien Willen dazu einsetzen, die Vollendung der Werke und Pläne Gottes zu verwirklichen und voranzubringen. – Worte der Himmlischen Herrin.

Was zu der Ansicht, die Seele soll sich auf eine Flucht vorbereiten?

Zunächst wäre darauf hinzuweisen, dass man vor dem Antichrist gar nicht fliehen kann. Es handelt sich da nicht um ein Ungeheuer in einem stofflichen Körper, sondern um die gottesfeindliche Kraft schlechthin, die unstofflich ist und die alles seelische Leben in dem Maße durchdringt, wie die Seele das Licht nicht ausreichend liebt. Die christliche Seele flieht übrigens nicht vor dem Bösen, sie sucht sich den Boden zu reinigen, damit er sein Unkraut nicht in ihr wachsen lassen kann. Vor dem Antichrist buchstäblich die Flucht zu ergreifen, hieße, davon auszugehen, dass es auf der Welt Orte gibt, wo die Finsternis nicht zugegen ist bzw. wohin sie nicht kommen kann.

Die Seelen sollen sich dessen bewusst sein, dass das Böse, die Finsternis, nicht an geographische Bedingungen gebunden ist. Es ist keine Armee, die von Kilometer zu Kilometer vorankommt oder zurückgedrängt wird. Das Böse ist eine Kraft, welche in Geist, Herz und Seele vordrängt und dort Wurzeln schlägt, so dass es in der Seele und durch sie seine verheerenden Wirkungen fortsetzt. Man nimmt gegen den Antichrist nicht Zelt und Rucksack in die Hand, sondern man heiligt sich, mit dem Blick auf den Gekreuzigten Christus und unter der Führung der Himmelskönigin, deren Fuß die höllische Schlange bezwingen, endgültig demütigen und unwirksam machen wird. Maria wird dies in dem Maße tun können (und aufgrund des Gesetzes der Göttlichen Gerechtigkeit tun dürfen), wie jede Seele zunächst ihre eigenen Schlangen, das heißt diejenigen, die sie auf ihrem eigenen Gelände fangen soll, der Herrin aller Seelen ausliefert.

Heißt es nicht in der Göttlichen Verheißung, das Gefolge der "Frau" (Mariä), also diejenigen, die ihr Leben vollkommen in Ihrem Dienst führen und sich mit Wesen und sämtlichen Prüfungen Ihr liebevoll hingeben, wird der Schlange drohen. Die Bibel spricht dort über diese Zeit: Wir sind es, die wir die Göttliche Verheißung in Wirklichkeit umsetzen sollen, dadurch, dass wir weder vor der Schlange fliehen, noch auf den Kalender schauen, wann sie kommen könnte, sondern dadurch, dass wir ihr in der eigenen Seele auflauern (uns unserer eigenen Fehler bewusst werden) und sie den Füßen unserer Herrin ausliefern (unsere Fehler beharrlich bekämpfen, unter der Führung der Herrin aller Seelen).

Es ist verkündigt worden, dass die Himmelskönigin die Himmlischen Heerscharen im Kampf gegen die Finsternis führen wird. In dieser Eigenschaft als Führerin im Kampf wird Sie sämtliche gottesfeindlichen Kräfte unter Ihrem Fuß unwirksam machen, ihre Werke abreißen und sie durch Tempel von Göttlicher Liebe ersetzen (die Ihr geweihten Seelen, die auch tatsächlich in Ihrem Dienst Leben, in jedem Augenblick und in jeder Lage des Alltags). Maria bittet die Seelen inständigst darum:

sich von der Verblendung befreien zu lassen und die Belehrungen der Himmlischen Königin zu ihrem eigenen Fleisch und Blut werden zu lassen, damit sie erkennen können, dass die vielen einschüchternden Prophezeiungen über das Kommen des Antichrist im Lager des Feindes hergestellt werden, nicht im Herzen Gottes. Sie weist darauf hin, dass der Böse Seelen dazu veranlasst, beunruhigende Worte in Umlauf zu bringen, aus denen die Seele die Schlussfolgerung ziehen sollen, dass Gott sie verlassen hat. Mit solchen Botschaften verfolgt der Böse die Absicht, möglichst viele Seelen zu entmutigen und sie so vollkommen mit leeren Spekulationen zu beschäftigen, dass sie vergessen, dasjenige zu vollbringen, wozu sie wirklich berufen sind: ihre eigene Heiligung und die Verwirklichung von Gottes Heilsplan, deren Vollendung gerade die Lähmung des Antichrist bezweckt.

Lieber Bruder, das Endzeitfieber trägt genau dieselbe Unterschrift der Oberflächlichkeit wie überhaupt unsere ganze Welt dieser Zeit. Dies rührt daher, dass es aus genau derselben Quelle stammt wie die Mentalität der modernen Welt: jener des Bösen selbst. Es gibt nur eine einzige Arznei gegen alle diese Werke Satans: die aufrichtige, alles annehmende und aufopfernde Liebe. Jede einzelne Seele muss die Blume der wahren Liebe in ihrem eigenen Seelengarten zum Blühen bringen. Das Ganze dieser blühenden Gärten wird genau Gottes Reich auf Erden sein. Die Herrin verrät uns auf jeden Fall dieses: Der Antichrist hat eine Blumenallergie. Je mehr Liebesblumen wir säen und begießen, desto schwächer wird er und desto sicherer können wir sein, dass er überhaupt nicht mehr 'kommen' kann, d.h. überhaupt keine Sünden mehr säen wird.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 253
Gott verbirgt in den Prüfungen Seine Arzneimittel – Wieso bekommen wir das, wonach wir uns sehnen, oft nicht sofort?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es freut mich zu lesen, dass gerade die Schwierigkeiten, die Sie in den letzten Jahren erfahren haben, Sie näher zu Gott gebracht haben. Immer wieder stellen wir fest, dass, wie die Herrin aller Seelen ständig wiederholt, Gott tatsächlich in den Prüfungen Seine Arzneimittel verbirgt. Das ist sehr erfreulich und rechtfertigt jede Hoffnung.

Da Sie die vollkommene Weihe an die Herrin aller Seelen gemacht bzw. erneuert haben, dürfen Sie mit Sicherheit davon ausgehen, dass Maria über Ihre Zukunft wacht. Entscheidungen muss die Seele selber treffen, weil gerade diese freiwilligen Entscheidungen ihr gemäß dem Gesetz von Gottes Liebe das Heil einbringen. Was Maria Sich aber zum Ziel setzt, ist die Überwachung unseres Lebensweges. In dem Maße, wie wir selbst bereit sind, Sie zur Beherrscherin unserer inneren Gesinnungen zu machen, gestaltet Sie unser Herz vollkommen neu. Sie erfüllt es mit dem Göttlichen Licht, das den wahren inneren Frieden und viel klarere Erkenntnisse bringt. Es ergibt sich daraus für die Seele eine wachsende Fähigkeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen, das heißt, Entscheidungen, die heilig sind, also solche, die Gottes Werke fördern und die eigene Heiligung und die Empfindung des eigenen Glücks voranbringen bzw. steigern.

Die Seele kommt aufgrund dieser Umgestaltung der Herzensverfassung auch ständig leichter dazu, sich mit etwaigen Situationen abzufinden, mit denen sie vorher nicht oder kaum zurechtkam. Das ist ein großes Geschenk, denn manche Seele findet gerade durch diese Fähigkeit das wahre Glück hier auf Erden. Sie macht gleichsam aus jeder Finsternis, die auf sie zukommt, inneres Licht. Mit Maria im Herzen trägt die Seele die aufgehende Frühlingssonne in sich, die bekanntlich die Fruchtbarkeit der Felder anregt und die Verheißung der Sommerernte bringt. In der Seele hieße dies konkret: Maria bearbeitet die Seele innerlich so, dass diese sich der Fruchtbarkeit der wahren Heiligkeit immer mehr nähern kann.

Die Lebensphase, durch welche Sie zurzeit gehen, ist eine Prüfung auf mehreren Gebieten. Gott hat Ihre Absichten und Ihren festen Willen, wirklich etwas aus Ihrer seelischen Entwicklung zu machen, selbstverständlich erkannt und wird jetzt mit Sicherheit dasjenige daraus zu machen versuchen, was für Ihr ewiges Glück ebenso wie für Seinen Heilsplan das Beste ist. Wie jede Seele spielen auch Sie eine wohl umrissene Rolle innerhalb des Göttlichen Heilsplans. Nicht jede Einzelheit dieser Rolle können Sie jetzt schon erkennen. Das brauchen Sie auch nicht zu können. Das Leben der Seele ist nicht ganz mit einer Rolle in einem Bühnenstück vergleichbar, in dem der Spieler jedes Wort und jede Handlung vorbereiten muss. Das seelische Leben kennzeichnet sich gerade durch vollkommene Spontaneität und die Notwendigkeit einer äußersten Flexibilität.

Sehr oft bekommen wir deswegen nicht gleich dasjenige, wonach wir uns sehnen, weil Gottes Vorsehung weiß, dass unsere seelische Entwicklung noch keinen ausreichend soliden Boden besitzt, um das seelische Leben zu tragen, das auf einer anderen Lebensebene erforderlich sein kann. Ein Beispiel: Eine Frau hat eine Karriere, möchte aber eine Familie gründen und die Karriere aufgeben. Obwohl sie die feste Absicht hat, als Ehefrau und womöglich Mutter ein richtig christliches Leben zu führen, mit mehr Abstand von der Welt, als es ihr in ihrer Karriere möglich ist, scheint es ihr nicht zu gelingen, den richtigen Partner für eine Ehe zu finden. Wieso nicht? Eine christliche Ehe würde Gott doch mindestens ebenso gut passen wie eine Karriere? Durchaus, in den meisten Fällen sogar viel besser, aber es kann sein, dass die Frau in der Seele (in der Entwicklung ihrer inneren Gesinnungen usw.) nicht ausreichend auf ein Leben als Ehefrau und Mutter vorbereitet ist bzw. dass ihre seelische Grundlage vorläufig aus jener neuen Rolle nicht die höchste Fruchtbarkeit holen könnte. Gottes Vorsehung wird es in jenem Fall so zu lenken versuchen, dass nichts übereilt werden kann. Setzt diese Frau alles daran, damit sie um jeden Preis einen Mann findet, um diesen dann möglichst bald zu heiraten, dann ist es durchaus möglich, dass sie ein seelisch unfruchtbares Leben beginnt, weil sie Gottes Zeit vorausgeeilt ist.

Die Wartezeit, welche die Seele durchlaufen muss, bevor sie manche Entscheidung in Wirklichkeit umsetzen kann, kann dadurch sehr fruchtbar gemacht werden, dass die Seele dieses Warten der Himmelskönigin aufopfert. In vielen Fällen ist dazu auch manche Kursänderung im Herzen notwendig. Dass es für den Himmel sehr wichtig ist, dass wir unsere eigenen Wünsche vollkommen den Wünschen Gottes unterordnen, hat mir die Herrin aller Seelen bereits unzählige Male bewiesen. Mich übt Sie seit Jahren darin, Prüfungen solange durchzustehen, bis ich Freude daran finde. Sie tut dies in großen Dingen wie in kleinen. Sie unterzieht mich öfters Prüfungen in den Dingen des Alltags, damit ich mir ständig dessen bewusst bin, dass mein Leben bis in die Einzelheiten in Ihrer Macht ist. So sagte Sie es mir buchstäblich vor mehreren Jahren, und Sie hat seitdem Wort gehalten.

Sehr oft habe ich erfahren dürfen, dass sich ein Rückschlag, zum Beispiel eine hartnäckige Störung am Computer, in keinerlei Weise beheben ließ, bis ich, vor der Herrin kniend, Sie inständig anflehte, Sie möge persönlich zur Hilfe kommen. Sehr bald darauf verschwand die Störung immer wie von selbst. Einmal 'trieb Sie es so weit', dass Sie mich viermal zu Ihren Füßen niederknien ließ, dass gleich darauf das Problem sich auflöste, dass es sich aber sehr bald (nach wenigen Minuten) wiederholte. Als ich beim fünften Male, vor der Herrin kniend, Sie inständig bat, mir erklären zu wollen, was ich eigentlich falsch machte, sagte Sie einfach: "Ich habe gewollt, dass du bis in die tiefsten Fasern deines Wesens fühlst, wie vollkommen du in Meiner Macht bist. Geh und versuch es noch einmal, dein Gehorsam ist fruchtbar". Tatsächlich, die Störung war plötzlich wie vollkommen weggeblasen. Das war in der Anfangsphase der Offenbarungen der Herrin aller Seelen (2005). Maria unterzieht mich seitdem sehr strikten Gehorsamsprüfungen.

Später ging Sie eines Tages womöglich noch weiter, in diesem Sinne, dass Sie oft scheinbar nicht auf mein Flehen hörte, bis ich Ihr sagte, ich fühle mich hundertprozentig in Ihrer Macht und wisse, dass nur Sie mir helfen kann. Darauf antwortete Sie in Wort und Tat: Sie beendete die Prüfung schlagartig, und sagte: "Ich kann deinen Wunsch erst dann erfüllen, wenn du ganz tief und in vollkommenem innerem Frieden wirklich Freude daran hast, Meine Zeit abzuwarten". So knetet die Herrin Ihre Diener. Menschlicherweise versteht die Seele den Sinn einer solchen Übung nicht sofort, aber nach der notwendigen Umgestaltung der inneren Verfassungen erkennt die Seele diesen Sinn sehr wohl: Gehorsam Gott (und Seiner Himmlischen Brücke, Maria) gegenüber bringt neues Leben, weil er Gottes Gesetz die Möglichkeit verschafft, sich voll auszuwirken.

So, liebe Schwester, wird es in Ihrem Leben sein. Für die Erfüllung des Wunsches, den Sie zurzeit hegen, werden in dieser Phase Ihres Lebens die Grundstoffe gesammelt. Ihr seelisches Leben wird jetzt so umgestaltet, dass Ihre persönlichen Werte, dasjenige, was Sie sich vom Leben versprechen, und vieles andere Schritt für Schritt anders orientiert werden. Eine Krankheitsperiode dient oft einer solchen inneren Auswechslung und ist daher sehr oft Sprungbrett zu einer höheren Ebene des seelischen Empfindens. Wegen der materiellen Konsequenzen ebenso wie der gesundheitlichen Aspekte brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen: Gottes Vorsehung steuert eine Seele nicht auf neue Wege zu, ohne sie auch 'mit einem anderen Wagen zu rüsten'.

Weil Sie Sich von Ihrem neuen Leben etwas Besseres verspricht, wird die Göttliche Vorsehung dafür sorgen, dass Sie immer getragen werden. Wie sich alles konkret entwickeln wird, kann keine Seele sagen, aber der feste Glaube der Seele ist der Bleistift, mit dem Gott die neuen Wege für sie zeichnet. Üben Sie sich jetzt bereits in allen kleinen Dingen des Alltags darin, an alles mit Maria gemeinsam heranzutreten, und Sie werden feststellen, dass Sie nicht nur diese kleinen Dinge löst bzw. Ihnen die Kraft und die Inspiration erteilt, sie zu lösen, sondern dass Sie darüber hinaus in ihnen an neuen Fundamenten arbeiten wird, auf welchen Sie ein ganz anderes Leben bauen können: neue Ansichten, neue Betrachtungsweisen, neue Hoffnung, eine viel größere Fähigkeit zu relativieren, kurzum: Zuversicht.

Sehr gerne bitte ich die Himmlische Herrin darum, Sie möge den Weg zwischen Ihnen und der für Sie richtigen Seele pflastern und Ihnen den geeigneten Rucksack für ein neues Leben bereiten.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 254
Die Seele zwischen zwei Welten – Wie macht die Seele das Beste aus einer Karriere?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Der Entschluss, den Sie tief im Herzen bereits gefasst haben, freut mich, weil das Herz unserer Himmlischen Herrin diesen begrüßt. Sie möchten die Berufsarbeit einstellen, um der alten Frau Mutter zu helfen. Sie entscheiden sich dadurch für die Nächstenliebe und Sorgsamkeit und gegen das Weltliche.

Manchmal verrät uns unser Herz irgendwie von selbst, wie etwas auf unsere Seele wirkt. Wenn sich die Seele mit einem Zustand schlecht abfinden kann, sendet sie zuweilen dem Herzen Signale zu, in Form einer allgemeinen Unzufriedenheit, einer gewissen Abneigung vor demjenigen, was wir tun, u. ä. Wenn die Berufsbeschäftigung zu weltlich ist, wird das Herz in eine Welt hineingeschleudert, von der es im Grunde genommen lieber Abstand nimmt. Das kann einen inneren Kampf auslösen: jenen des Konfliktes zwischen zwei Weltanschauungen oder Lebensbetrachtungen.

In Ihrem Fall ist keineswegs die Rede von einer Flucht vor etwas Unangenehmem, sondern von einer Wahl zugunsten eines Lebens, das Sie völlig aufblühen lassen wird, in dem Maße, wie Sie unsere Herrin in Ihnen gewähren lassen. Die Zeit ist für Sie gekommen, um sich weniger 'aufgeteilt' demjenigen hinzugeben, zu dem die Himmelskönigin Sie seit einiger Zeit innerlich ruft: der Anwendung Ihrer Belehrungen in Ihrem Alltag, den Sie in dieser neuen Phase ganz anders, vor allem mit einem Fundament von neuem innerem Frieden, gestalten können.

Aus einer Karriere kann die Seele dadurch das Beste machen, dass sie die vielen weltlichen Umstände immer wieder als Gelegenheiten nutzen kann, über den eigenen Schatten zu springen und sich in mehreren Tugenden zu üben (Geduld, Toleranz, Beharrlichkeit, Verständnis für andere Ansichten...). Sie kann sich dadurch den Verdienst erwerben, immer wieder etwas Unangenehmes nicht gescheut zu haben und es innerlich in Licht verwandelt zu haben. Eines Tages aber kann der Ruf des Heiligen Geistes sich unverkennbar kundtun, so wie es bei Ihnen der Fall ist. Dann ist es an der Zeit, die vergangene Zeit mit allen ihren Prüfungen an die Herrin zu weihen, damit Sie sämtliche Bürden der Vergangenheit in Gnaden verwandeln kann. Diese Weihe wäre sozusagen der 'spirituelle Abschluss' jener Phase aus Ihrem Leben. Anschließend könnten Sie die neue Phase aus einer 'gereinigten Grundlage' heraus antreten.

Ihre Seele sehnt sich zurzeit nach Ruhe und Frieden, nicht damit Sie nichts mehr zu tun hätten, sondern damit Sie etwas ganz anderes tun können. Sie sind weder physisch noch emotional noch seelisch in der Lage, in Ihrem heutigen Tagesablauf weiterhin auszuharren. Es ist jetzt eine Zeit der Besinnlichkeit und der Betrachtung gekommen, in der sich die Seele selbst in aller Ruhe ergründen lernen kann. Ihr bisheriges Leben verliert für Sie allmählich seine Fruchtbarkeit. Ihre seelische Blume wird künftighin auf einem ganz anderen Feld blühen: jenem der tieferen Selbstentdeckung und der Vertiefung in den Lektionen, die uns die Herrin für die Blüte der Seelenblume erteilt. Ich wünsche Ihrem Seelenboden Sonne und Regen in den angemessenen Dosierungen, damit bald der Frühling sichtbar wird, der die Verheißung der sommerlichen Ernte in sich birgt.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 255
Leben wie die 'Lilien auf dem Felde' – Besitz blockiert die Seele – Maria kann die Seele nur heiligen, wenn diese nicht an ihrer Vergangenheit festhält – Umgang mit Besitz vor Eintritt in einen Orden – Hilft eine Psychotherapie auf der Suche nach der rechten Berufung oder reicht das Gebet?

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Vor dem Hintergrund Ihres Vorhabens, in ein Priesterseminar oder eine Ordensgemeinschaft einzutreten, haben sich Fragen ergeben, wie bis dann mit dem Besitz umzugehen wäre. Diese Fragen sind wichtig, weil sie nicht nur die Organisation eines Lebensabschnitts berühren, sondern auch die Einstellung der Seele gegenüber dem Materiellen schlechthin.

Wie Sie mit Recht bemerken, kann man tatsächlich wie die 'Lilien auf dem Felde' leben. Und man 'kann' dies nicht nur, sondern man soll sich sogar diesem Ideal zu nähern versuchen. Es wäre gut, dabei mal zu erwägen, was die Menschenseele in dieser Beziehung von der Lilie unterscheidet. Im Grunde genommen vor allem dieses: Der Mensch denkt, analysiert, hat Erwartungen für die Zukunft, interpretiert Ereignisse vor dem Hintergrund seiner Vergangenheit und der Kenntnisse, die er über viele Dinge gesammelt hat. Die Lilie dahingegen, wächst nach dem Wachstumsplan, der sich im Boden und in der Blume selbst gemäß der Göttlichen Intelligenz entfaltet.

Was ist also der wesentliche Unterschied?

  • Die Menschenseele erschafft sich eine geistige Welt und versucht, diese innerlich in den Griff zu bekommen, das heißt eigentlich, diese nach eigenen Gesetzen, Vorstellungen und Erwartungen zu regeln bzw. diese, wo nötig, so umzugestalten, dass sie irgendwann den Bedürfnissen der Seele gerecht werden kann.
  • Die Lilie folgt schlicht und einfach ohne weiteres den Göttlichen Gesetzen.

Obgleich die Lilie sich kein System ausklügelt, keine vorsorglichen Maßnahmen ergreift und nicht versucht, hochkommende Zweifel dadurch zu ersticken, dass sie sich ihre Zukunft möglichst weit im Voraus plant, sieht, kennt und beantwortet Gott alle ihre Bedürfnisse. Er tut dies, weil jede einzelne Lilie genauso wie jede einzelne andere Blume, jedes einzelne Tier usw. Ihm wichtig ist, denn jedes einzelne Geschöpf spielt eine wohl umrissene Rolle innerhalb Seines allumfassenden Heilsplanes. Wieso denn sollte Er Sich nicht um jede einzelne Menschenseele bis in alle Einzelheiten kümmern? Jede Menschenseele ist ja eine aktive Schauspielerin auf der Bühne Seines Heilsplans, während die anderen Geschöpfe passive Schauspieler (die Tiere) oder Dekorelemente sind (die Pflanzen, Bäume, Blumen).

Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Menschenseele, ihre geistigen Vorgänge (Verstand, Denken, Gedächtnis, Analysieren, Argumentieren usw.) richtig unter Kontrolle zu halten, d.h. sie an der Förderung von Gottes Werken zu orientieren. In dem Maße, wie die Geistesvorgänge beherrscht werden, öffnet sich das Herz. Das Herz ist das Tor, durch welches sich die Kommunikation zwischen der Seele und Gott in beiden Richtungen vollzieht. Ein richtig aufgeschlossenes Herz spürt Gottes Gegenwart und die Wirklichkeit Seiner Werke und regt die Seele dazu an, sich viel leichter Gott und Seiner Vertreterin im Kampf für die Gründung von Gottes Reich (Maria) hinzugeben. Die Hingabe wird vollkommen in dem Maße, wie die Seele die Empfindung von Gottes Gegenwart in blindes Vertrauen umzusetzen weiß. Blindes Vertrauen ist eben das kennzeichnende Element der 'Lilie auf dem Felde'. Das ist es, was die Herrin aller Seelen aus den Ihr geweihten Seelen machen will: Lilien, in zwei Hinsichten, nämlich Musterbilder der Reinheit (= der makellosen Fähigkeit, Spiegel von Gottes Eigenschaften zu sein und Sein Licht weiterzustrahlen) und Musterbilder der Hingabe (= der Fähigkeit, sich uneingeschränkt auf die Verfügungen von Gottes Vorsehung und auf Seine Führung zu verlassen). Das Letztere kann die Seele in dem Maße werden, wie sie so zu leben versteht, als hätte sie keinen denkenden Geist, sondern nur ein Herz, ein Zentrum der Empfindung.

Gott hat den Seelen die Fähigkeit zu denken geschenkt. Leider wird diese Fähigkeit auf tausend Wegen falsch eingesetzt, so dass diese wunderbare Gabe Gottes nur dann nicht zu einem Kerker der Seele wird, wenn die Seele ihre geistigen Fähigkeiten erfolgreich unter die Herrschaft Derjenigen zu stellen versteht, in deren Dienst sie kraft der Weihe lebt.

Wie wahr sagte Jesus, die Seele, die nicht alles den Armen überlässt, könne nicht Sein Jünger sein. Sie haben selber gemerkt, dass Besitz die Seele blockiert. Das ist leicht zu verstehen. Besitz setzt sich aus greifbaren Gütern und aus all dem zusammen, womit man sich greifbare Güter verschaffen kann. Aus diesem Grunde schon fesselt Besitz die Seele an die Sinneswahrnehmung ebenso wie an weltliches Denken. Ein wahres seelisches Leben setzt möglichst weitgehende Freiheit des Geistes voraus. Der Geist sollte nicht dauernd mit weltlichen Bildern gefüllt werden. Besitz hält die Seele in weltlichen Gedanken, Sorgen und Überlegungen fest. In dem Maße, wie sich die Seele von Besitz befreien kann, wird sie die Neigung haben, sich nichtmateriellen Zielsetzungen hinzugeben und diese in den Mittelpunkt ihrer Bestrebungen zu stellen. Jünger vom Himmel zu sein, heißt, den Blick nach oben zu wenden, nicht nach unten. Den Blick nach oben wenden, heißt, die Dinge des seelischen Lebens in den Vordergrund stellen, die nichtstofflich sind: Die Seele schaut zum Himmel hinauf. Den Blick nach unten wenden, heißt, die Dinge der Erde in den Vordergrund stellen, die stofflich sind: Die Seele schaut gleichsam auf den Erdboden hinab, mit allen seinen sinnlich wahrnehmbaren Elementen.

Der Geist Gottes betritt leichter eine Seele, die nicht mit materiellen Gedanken, Erwägungen und Bestrebungen voll gestaut ist, weil diese sehr leicht Träger der Saat des Bösen sind und übrigens Gott gegenüber den Eindruck vermitteln, dass die Seele ihre Geborgenheit im Materiellen sucht statt bei Ihm. Ich erinnere an das Wort der Herrin, in dem Sie sagt, die richtige Weihe bestehe darin, dass, sobald Maria als Herrin an die Tür der Seele klopft, diese Letztere zur Seite tritt und sich dicht an die Wand stellt, damit der vollständige Raum der Seele der Herrin zur Verfügung gestellt wird. Wenn eine Seele sich viel mit materiellen Dingen und Interessen beschäftigt, ist sie wie voll gestaut und findet die Herrin in ihr kaum den Platz, Ihren Thron zu errichten, von welchem herab Sie das Gesetz erlassen kann, das die Seele zum wahren Leben und somit zum wahren Glück führen will.

Wäre es gut, alles wegzugeben? Was mit Dingen, die kein anderer haben möchte (alte Noten, Bastelmaterialien usw.)? Sortiert man besser noch alte Dinge oder gibt man alles einfach zum Müll?

Es ist gut, auf möglichst vieles zu verzichten. Die Herrin wies mich einst darauf hin, dass die Liebe einer Ihr geweihten Seele zu Ihr in dem Maße zum Ausdruck kommen kann, wie sie dazu bereit ist, von Gegenständen Abstand zu nehmen. Je weniger sich die Seele an Gegenständen festhält, desto mehr kann Sie sich der Herrin hingeben und sich an Ihr festhalten. Abstand von alten Gegenständen zu nehmen, vor allem, wenn es sich um Gegenstände handelt, die in der eigenen Vergangenheit irgendwie eine erfreuliche Rolle gespielt haben oder die schöne Erinnerungen heraufbeschwören, kommt einem Sieg über sich selbst und seine Anhänglichkeiten gleich. Bei jeder solchen Bindung, welche die Seele losschneidet, schlägt der Himmel eine neue Brücke zur Seele. Je mehr von solchen Brücken sich die Seele sammelt, desto intensiver wird sozusagen der Transport Himmlischer Empfindungen und Gnaden in die Seele. Wenn man sich von etwas Altem, das man geliebt hat, trennt und dabei diesen Abschnitt aus der eigenen Vergangenheit aus lauter Liebe an Maria überträgt, kann es einem besonders warm ums Herz werden. Das ist keine Illusion, sondern die Empfindung der Existenz einer solchen Brücke, die sich aus Göttlicher Liebe zusammensetzt.

Manche Dinge gibt man besser nicht an andere Seelen weiter. So erteilte mir die Herrin einst die Anweisung, Bücher, die sich nicht mit spirituellen Themen befassen bzw. die nicht wirklich in der von Ihr gebilligten traditionellen christlichen Spiritualität erziehen und nicht wirklich die Seele bilden, nicht in Umlauf zu bringen, sondern sie lieber zu Umweltschutzpapier wieder aufbereiten zu lassen.

Sollte man Dinge, die noch hilfreich sein könnten, wie Bücher, aufbewahren?

Wenn es die Berufung notwendig macht, sich von vielem zu trennen, sollte man es so betrachten, dass das Wissen, das man sich wirklich hat zu eigen machen wollen, sowieso im Herzen aufbewahrt wird, dass Gott die Seele in die Lage versetzt, über jenes Wissen dauernd zu verfügen, und dass man sich Gott auch aufgrund der Voraussetzung hingibt, dass man sich vor allem auf die Inspirationen und Führungen verlassen möchte, die einem Tag für Tag zufließen werden. Dies gilt Gott gegenüber als Akt des Vertrauens, der erst recht das Fenster zum Heiligen Geist öffnet.

Maria sagt, gebt eure Vergangenheit an Mich ab. Betrifft das auch den Besitz, wenn man sein Leben grundsätzlich verändert?

Maria ist von Gott als das Werkzeug schlechthin für die Wiedergeburt der Menschenseele gedacht worden. Ein Baby entwickelt sich im Mutterschoβ ohne Gepäck, außer den Genen als stofflichen Trägern der Merkmale dieses Babys. Bei der Wiedergeburt ist nicht mehr die Rede von Stofflichkeit, d.h., diese soll künftighin eine untergeordnete Rolle spielen, mit Ausnahme derjenigen Elemente, die man aktiv für die Werke Gottes einsetzen kann. Die Stofflichkeit wird vollkommen unter die Herrschaft der Herrin gestellt und somit an Sie abgetreten. Die Wiedergeburt aus Maria ist wie die Geburt aus dem Geist, wovon Jesus sprach. Maria will die Ihr geweihte Seele zu hohen Ebenen der Vergeistigung führen. Dies heißt somit, die Seele soll jeden Tag auch so zu leben versuchen, als hätte sie keine Vergangenheit, als wäre sie erst an jenem Tag auf die Welt gekommen. Die Vergangenheit legt der Seele viele und unterschiedliche Fesseln um und beeinflusst alles Denken und Erwarten. Maria möchte dies nicht: Sie will, dass sich die Seele Ihr bedingungslos, ja gedankenlos hingibt. Das Maß der Hingabe an Maria bestimmt das Maß, in dem Maria die Seele umgestalten kann. Sie will die Seele heiligen. Sie kann dies nur tun, wenn diese nicht an ihrer Vergangenheit festhält und sich in Gedanken, Gefühlen und Wünschen nicht von ihrer Vergangenheit beeinflussen lässt. So zu leben, als ob man gar keine Vergangenheit hätte, kann eine ganz besondere Ruhe und einen außerordentlichen Frieden in das Herz bringen, weil die Seele nicht den schweren Rucksack der Jahre mit sich herumschleppt.

Die an Maria geweihte Seele tritt Besitz in jenem Sinne an Maria ab, dass sie so handelt, als ob Maria als physische Person über diesen Besitz herrscht bzw. diesen verwaltet. Die Seele ist dann nicht länger Eigentümerin des Besitzes, sondern sozusagen Mieterin. Mich hat die Herrin gelehrt, mit allem in meinem Leben so umzugehen, als besäße ich ganz und gar nichts. Aus diesem Grunde bitte ich Sie in allem um Ihre Erlaubnis. Dasjenige, was man besitzt, egal ob es sich um vieles oder um weniges handelt, stellt man unter Marias Obhut und bittet Sie inständig, Sie möge einen dauernd inspirieren, wie damit umgegangen werden soll. Dabei lässt man sich von den Belehrungen der Herrin und von sämtlichen Tugenden führen.

Leider kommen wir in unserer Gesellschaft nicht ohne Geld aus. Es ist aber durchaus wichtig zu versuchen, möglichst wenig mit Geld umzugehen, Handlungen mit Geld auf das absolute Mindestmaß zu beschränken und sich von finanziellem Denken und finanzieller Grübelei sehr fern zu halten. Kann man nicht umhin, solche Handlungen zu tätigen, so kann man aus ihnen selbstverständlich etwas Lichtvolles machen, indem man sie an Maria weiht und Sie bittet, Sie möge diese Handlungen so betrachten, als wäre man in Wirklichkeit dabei, Kapital von ewigem Heil in Seelen einzuzahlen.

Ich neige dazu, mir ein Jahr Zeit zu nehmen, um doch eine Reihe von Orden und ordensähnlichen Gemeinschaften kennen zu lernen, um mich dann zu entscheiden. Oder wäre es besser, einfach an einer Stelle anzufangen, die einigermaßen passt?

Bei jeder Berufung, gleich welcher Art, ist entscheidend, wo sich das Herz am leichtesten öffnet. Wenn man die Wahl hat, an welchem Ort bzw. in welchem Orden man sich ansiedelt, ist es weise, den Ort bzw. den Orden zu besuchen und alles (das Leben dort, die Umgebung, die Tätigkeiten usw.) rein aus dem Herzen heraus zu beobachten bzw. zu empfinden. Das ist nicht nur deswegen sehr wichtig, weil man herausfinden soll, ob man sich dort wohl fühlt, sondern auch deswegen, weil man nur mit dem Herzen spüren kann, was Gott der Seele an den jeweiligen Orten zu sagen hat. Ist man irgendwo wirklich 'daheim' (in seelischer Hinsicht, also im Hinblick auf dasjenige, was Gott von der Seele erwartet), so wird Gott dies einen fühlen lassen. Eine Berufung ist der von Gott für die Seele auserwählte Lebensauftrag. Alles, was mit diesem Lebensauftrag zusammenhängt, muss 'stimmen', sonst erreicht die Seele nicht die erwünschte Fruchtbarkeit. Das heißt nicht, dass die Seele jedes Hindernis als untrügliches Zeichen dafür betrachten soll, dass sie nicht den richtigen Weg betreten hat, sondern dass sie das Gefühl haben muss, dass sie – auch dank der Einflüsse der Umgebung und der Atmosphäre auf das Herz – auch mit den schwierigeren Elementen und Aspekten zurecht kommen wird. Eine kleine Herausforderung kann die Seele zu weiterem Wachstum anregen, das ist auch ein wesentlicher Punkt des heiligen Bundes der vollkommenen Weihe an Maria, aber wenn im Herzen etwas nicht mehr richtig 'tickt', ist es möglich, dass die Seele einen Boden betreten hat, wo nicht die Samen erwartet werden, die sie in Gottes Felder auszustreuen hat.

Mir wurde für diese Zeit der Suche eine Psychotherapie empfohlen. Ob es grundsätzlich auch ohne – nur mit Gebet – ginge?

Da kann ich Ihnen die ganz eindeutige Antwort der Herrin geben: Ja, und besser. Ich verweise gerne auf einen früheren Brief, in dem ich Himmlische Thesen über Psychotherapie habe schreiben sollen. Die Psychologie ist durchaus nicht wertlos, sie ist und bleibt aber menschlich. Die Himmelskönigin ist dadurch die vollendete Psychotherapeutin, dass Sie die Seele, die sich Ihr vollkommen und bedingungslos hingibt, so intensiv reinigt und die Art und Weise, wie sie die Welt und das Leben betrachtet, so umgestaltet und mit dem Licht des wahren Friedens und der Hoffnung füllt, dass sie nach ihrer Weihe – vorausgesetzt, sie lebt diese tatsächlich in allen Einzelheiten ihres Alltags –, vollkommen anders denkt, fühlt und wünscht als je zuvor. Maria heilt den Geist und das Herz mit dem Feuer der Himmlischen Liebe, mit dem Licht der wahren Hoffnung und der Ermutigung, mit dem Wasser des Göttlichen Lebens und mit der Seife der Fülle der Wahrheit. Ich kenne keine Psychotherapeuten, die diese Methoden jemals angewandt haben, noch wird es je solche geben.

Ich wünsche Ihnen alles Licht auf Ihrer Suche. Die suchende Seele ist eine Seele auf Entdeckungsreise durch das unbekannte Land von Gottes Wundern. Wer diese Reise antritt, wird bald herausfinden, dass Gott Sich gerne finden lässt und den Reiseweg sogar eigenhändig mit Wegweisern versieht.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 256
Nochmals zum sogenannten 'Antichristen'

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es tut mir Leid, dass Sie an der Wahrheit der Aussagen der Herrin aller Seelen über den Antichristen zweifeln. Deshalb möchte ich einiges klarstellen.

Zunächst muss ich darauf hinweisen, dass in der Apokalypse nicht steht, wie Sie annehmen, dass der Antichrist ein Mensch sei, und auch nicht, dass er nicht der böse Feind sei, sondern jemand anders.

Maria drückt Sich sehr entschieden aus: Der Antichrist ist Satan und ist seit vielen Jahrhunderten voll am Werke. Dabei hat man sich unter diesem Begriff nicht 'eine Person' vorzustellen, sondern die Verkörperung schlechthin des Bösen, das Ganze der Gesinnungen, die als absoluter Gegenpol des Christus gelten. Der Antichrist ist sowohl der gefallene Engel, der vor seinem Fall als Luzifer bezeichnet wurde (also eine 'Person' oder noch genauer: eine Seele), als auch die Verkörperung aller gottesfeindlichen Gesinnungen und Verfassungen, der Geist, der Gottes Wahrheit als Lüge und Illusion darzustellen versucht und der Seelen vergiftet und ihnen das Göttliche Leben raubt.

Ich verweise hier übrigens auf den ersten Brief des heiligen Apostels Johannes: "Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, wer den Vater und den Sohn leugnet". Und an einer anderen Stelle in jenem Brief heißt es: "Jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott. Das ist der Geist des Antichrists, über den ihr gehört habt, dass er kommt. Jetzt ist er schon in der Welt". In der Apokalypse wird der Begriff 'Antichrist' übrigens nicht einmal erwähnt.

Liebe Schwester, die zügellosen Spekulationen über 'das Kommen des Antichristen' und dessen Identität tun der Gottesmutter Leid. Unterlassen wir diese, aus Liebe zu Ihr, die Sie ja eins mit dem Herzen Christi ist, und damit wir nicht dasjenige unterlassen, wozu wir wirklich berufen sind: ein Leben zu führen, das uns täglich die Gelegenheit bietet, durch die liebevolle Annahme und Weihe der unterschiedlichsten Prüfungen den Geist des Antichristen aus den Seelen zu vertreiben. In Wahrheit sage ich Ihnen, weil mir dies von der Gottesmutter anvertraut worden ist: Der Böse freut sich darüber, dass unzählige Menschenseelen sich aufgrund ihrer Unruhe und oft wegen eines Mangels an richtigem Glauben an die Liebe und die Werke Gottes von ihrer wahren Lebensberufung (der eigenen Heiligung und dem persönlichen Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan) wegführen lassen. Das dient seinen Plänen und Werken der Vernichtung in einem ungeahnt hohen Maße. Demjenigen, vor dem sich so viele Seelen fürchten, leisten sie dadurch voll Vorschub, dass sie ihre Zeit auf diese Spekulationen verschwenden.

Manifestiert sich der Antichrist in einem ganz bestimmten Menschen? Dazu sagt Maria nur dies: Er manifestiert sich in sehr vielen Millionen von Seelen, die er zu seinen Werkzeugen macht, und grundsätzlich stünde ihm auch nichts im Wege, sich in einer ganz bestimmten Seele so hochgradig zu manifestieren, dass diese Seele ihn in der Fülle seiner Bosheit auf Erden sichtbar vertreten könnte. Ich füge diesem Gedanken allerdings gleich die nachfolgenden Bemerkungen der Himmelskönigin hinzu, von denen Maria inständig bittet, jede Seele möge diese in ihrem Herzen verriegeln:

   1. Die konkreten diesbezüglichen Pläne Satans werden den Seelen nie entschleiert werden, ebenso wenig wie ihnen jemals die konkreten Pläne Gottes verraten werden sollen, weil dies alles in den tiefsten Geheimnissen des Heilsplans und des Kampfes zwischen Licht und Böse gebettet liegt.

   2. Die Seelen sollten sich in ihrem Kampf für die Heiligung, für Gottes Werke, und gegen den Antichristen auf keinen Fall an irgendeiner physischen Person bzw. irgendeiner individuellen Menschenseele orientieren:

  • Erstens basiert die Identifizierung einer spezifischen Menschenseele als 'der Antichrist' auf einer Spekulation, da weder Gott noch Satan diese Seele jemals unter dieser Identität vorführen werden.

  • Zweitens verstößt diese Identifizierung gegen die Regel, dass keine Seele eine andere richten oder mit einem Etikett versehen soll.

  • Drittens, und vorausgesetzt, Satan sammelt tatsächlich eines Tages seine ganze Bosheit in einer einzigen Menschenseele, liegt die wirkliche Gefahr nicht in jener spezifischen Menschenseele, sondern in dem Geist des Bösen, der bereits heutzutage sehr viele Millionen von Seelen angetastet hat, und zwar in den unterschiedlichsten Graden. Maria betont: Nicht eine individuelle Seele soll bekämpft werden, sogar nicht dann, wenn eine solche mit absoluter Sicherheit als Antichrist identifiziert werden könnte. Was wirklich zu bekämpfen ist, und dazu ruft die Himmlische Herrin hiermit ausdrücklich auf, ist jegliche Spur der Finsternis in der eigenen Seele, im eigenen Herzen, im eigenen Geist und jegliches Zeichen des Unwillens in sich selbst, Jesus Christus und Maria bedingungslos und voll nachzufolgen.

Sie schreiben, in La Salette habe die Gottesmutter gesagt, der Antichrist wäre ein Mensch. Mir hat die Himmlische Herrin vor vielen Jahren jegliche Lektüre verboten, außer wenigen Texten, von denen Sie mir die Lektüre Selbst auferlegt hat. Von den Botschaften in La Salette ist mir deshalb der Inhalt nicht bekannt. Ich kann auf diese Bemerkung deshalb nur die nachfolgenden Worte der Gottesmutter an Sie weiterleiten, die Sie mir gegenüber vorhin als Antwort auf meine Frage zu den Botschaften von La Salette sprach: "Für dich ist nur dasjenige wichtig, was Ich persönlich zu dir persönlich sage". Ich gehorche somit, frage nicht weiter und versuche auch nicht, diese Worte zu interpretieren, weil ja nur dasjenige zählt, was Maria mir jetzt anvertraut.

Verstehen wir also diesen Begriff, 'der Antichrist', so, wie ihn uns die Herrin erläutert: als Satan mitsamt der Verkörperung seiner gesamten Bosheit in Menschenseelen. Jede Menschenseele steht täglich unter dem Einfluss Satans und ist somit ständig ein Boden, in den Samen des Geistes des Antichristen gesät werden. Es kommt jedoch darauf an, wie viele dieser Samen überhaupt zugelassen werden und frei aufblühen dürfen bzw. können. Der wahre Feind ist der Geist des Antichristen, das Ganze der Manifestationen der Sünde, des Mangels an Liebe, der Auflehnung gegen die Prüfungen, die nur dazu dienen, die Finsternis aus dem werdenden Reich Gottes auf Erden zu verbannen.

Gott hat uns in der Apokalypse in Bildern vor dem Aufmarsch des Bösen gewarnt. Die Identität und die Gestalt, unter denen der Böse sich in den Letzten Zeiten manifestieren wird, hat Er in keinerlei Weise preisgegeben. Wenn Er dies einem so großen Heiligen wie dem Apostel Johannes gegenüber nicht getan hat, wieso denn glauben wir, diese Identität und Gestalt mit Sicherheit nachweisen zu können bzw. das Recht zu haben, dies zu tun? Hätte Gott gewollt, dass wir das alles mit Sicherheit wissen, so hätte Er die Apokalypse nicht in Bildern geschrieben, worüber sich unzählige Geister bereits den Kopf zerbrochen haben. Was die Herrin aller Seelen darüber sagt, habe ich im Gehorsam bekannt gegeben. Ich habe vor, jegliches weitere Stillschweigen der Himmelskönigin zu diesem Thema als ein Zeichen dafür anzunehmen, dass wir (noch) nicht das Recht haben, dieses Geheimnis zu kennen. Uns obliegt nur die heilige Pflicht, Gottes Werke zu tun, und alles Böse durch unsere liebevoll angenommenen Leiden auszugleichen. Ich hoffe, Ihnen mit diesen Erläuterungen gedient zu haben.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 257
Was ist Seelenschau? – Manche Seelen sind von Geburt an für besondere Aufgaben ausersehen – Auserwählung und Unglauben schließen sich gegenseitig aus – Warum erhalten die einen besondere Gnaden, andere aber nicht?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ich danke von Herzen für Ihre Fragen, die viele Seelen interessieren werden. Ich werde sie wortwörtlich aufführen, damit der Bezug zwischen der Antwort und den einzelnen Fragen deutlich ist.

Was ist Seelenschau? Was kann die betreffende Seele sehen?

Seelenschau ließe sich meiner Erfahrung nach am Besten als die Fähigkeit einer Seele bezeichnen, eine andere Seele zu ergründen, deren wahre Gesinnungen nachzuempfinden und darin dasjenige zu 'lesen', das ihre seelische Entfaltung verhindern oder erschweren kann. Die schauende Seele sieht dies, ebenso wie dasjenige, von dem Gott will bzw. erlaubt, dass sie es sieht. Mir wurde diese Gnade bei meiner Berufung von Maria geschenkt, und Sie ist es, die bestimmt, was geschaut wird, wie, zu welchem Zweck und was ich mit dem auf jenem Wege erworbenen Wissen anfangen soll, d.h., wie ich dieses im Rahmen von Gottes Heilsplan zunutze machen kann.

Wem nützt es, wenn man die Seelenschau hat? Heißt das, dass der Sehende dann im Himmel bevorzugt wird, ich meine, dass er eine höhere Stufe erreicht hat?

Seelenschau ist nicht als Gradmesser für die spirituelle Entwicklung der Seele oder für das Maß zu betrachten, in dem diese Seele von Gott bevorzugt wird. Es handelt sich um eine Fähigkeit, die Gott einer Seele schenken kann, in der Absicht, dass diese Seele diese Fähigkeit für die Förderung Seiner Werke einsetzt. Wem nützt diese Gabe? Sie nützt der Verwirklichung von Gottes Heilsplan, und zwar dadurch, dass sie dazu eingesetzt werden soll, die Seele, in welche geschaut wird, zu einem höheren Bewusstsein von ihren eigenen seelischen Verfassungen zu verhelfen, so dass diese Seele lernen kann, zweckmäßiger bei der Bekämpfung ihrer eigenen Schwächen und der Erhebung ihrer Gesinnungen mitzuwirken.

Wie erkennt man, ob diese Gabe von Gott oder von der bösen Macht kommt?

Tatsächlich, auch der Böse kann seine menschlichen 'Werkzeuge' zu dieser Fähigkeit verhelfen, damit sie seine zerstörerischen Tätigkeiten ausüben können. Die Quelle erkennt man am Besten an den Zwecken wieder, zu welchen diese Fähigkeit angewandt wird. Hat die schauende Seele die Gabe von Gott bzw. durch Maria erhalten, so darf sie diese ausschließlich für die Förderung des Heils der Seelen einsetzen und wird sie diese auch ausschließlich dafür einsetzen, solange sie im striktesten Gehorsam handelt. Zeigen sich in der Anwendung dieser Gabe negative, entmutigende, seelisch lähmende oder zerstörende Auswirkungen, so übt die schauende Seele ihre Gabe nicht im Auftrag Gottes oder Mariä aus bzw. hat sie diese Gabe gar nicht, sondern lässt sie nur Seelen glauben, sie hat diese erhalten, was leider öfters vorkommt, und unverschämterweise sogar öfters unter dem Vorwand einer religiösen Aufgabe, die sie angeblich vom Himmel erhalten habe.

Seelen, die diese Gabe bzw. diese angebliche Gabe im Dienst des Bösen anwenden, werden sich zu den 'ergründeten' Seelen durch negative Worte äußern, die Seelen entmutigen, anschwärzen und die Hoffnung nehmen, und werden dazu neigen, Seelen zu weltlichen Interessen und zu weltlichem Denken hin zu ziehen.

Eine Seele, welche eine Gabe von Gott bzw. durch Maria erhält, verfügt gewöhnlich ihr ganzes Leben lang über diese Gabe, manchmal auch nur während einer von Gott bestimmten Zeit. Damit Sie das tiefe Wesen von Himmlischen Gaben besser verstehen können, könnte ich Ihnen noch Folgendes mitteilen: Die Herrin aller Seelen sagte mir vor vielen Jahren, als sich herausstellte, dass Sie mir ein Anzahl mystischer Gaben vermittelt hatte, Folgendes:

"Du kannst frei über diese Gaben verfügen. Das Maß allerdings, in dem du sie in Meinem Dienst und im makellosen Gehorsam Mir gegenüber verwenden wirst, wird einer der Gradmesser für deine Liebe zu Mir und zu Gottes Schöpfung sein".

Dies heißt mithin, dass eine authentische Himmlische Gabe, wie zum Beispiel die Seelenschau, wenn sie von Gott ausgeht, vom Werkzeug Mariä ausschließlich zu Diensten der Herrin angewandt wird. Die begnadete Seele empfindet haargenau, wann sie diese Gabe anzuwenden hat und wann sie besser darauf verzichtet. Wenn außerdem die Rede von mystischer Vereinigung ist, spürt sie sogar die diesbezügliche Ansicht Mariä tief in ihrem eigenen Herzen. Nie wird sie erwägen, diese Gabe für ihr eigenes Interesse einzusetzen, denn sie weiß, sie würde dadurch das Missfallen ihrer Herrin erregen.

Die schauende Seele selbst kann ganz genau empfinden lernen, welche 'Quelle' sie in eine andere Seele schauen lässt. Ein Auftrag aus Marias Herzen fühlt sich wie eine Verzückung an, die Wärme und wahren Frieden hinterlässt. Wenn der Böse der schauenden Seele in das Herz zu flüstern versucht, empfindet diese dies wie ein Fieber, das unruhig macht. Der schauenden Seele obliegt dann die heilige Pflicht, diese Empfindung gleich der Himmlischen Herrin zu Füßen zu legen und Sie zu bitten, die Quelle der Einflüsterung aufzudecken. Auf diese Bitte hin tut Sie dies sofort, aber die Seele muss Sie darum bitten, wegen der unverletzbaren Freiheit des menschlichen Willens, einer Inspiration zu folgen oder eben nicht zu folgen.

Sieht man dann nicht bei jeder Seele etwas?

Die schauende Seele sieht grundsätzlich dasjenige, was – ich berichte aus meiner persönlichen Erfahrung mit Maria – ihre Auftraggeberin (Maria) will, dass sie es sieht. Man könnte sich da die Frage stellen: "Welchen Zweck hat dies?" Lassen Sie mich auch den Hintergrund erklären. Maria wählt Sich eine Seele aus, die Sie zu dem Zweck ausbildet und mit Gnaden und Gaben versieht, dass diese Seele mit Ihr gemeinsam einen Bund auswirkt. Dieser Bund soll dazu dienen, die Verwirklichung des Zieles, zu dem Maria Selbst von Gott berufen worden ist, die Vollendung des Göttlichen Heilsplans und der Erlösung und Heiligung in den Seelen, die sich Ihr vollkommen hingeben, voranzubringen. Maria ergründet jede Seele bis in alle Einzelheiten. Immer, wenn Sie dies will und die Zusammenarbeit mit der von Ihr berufenen Seele brauchen will, gewährt Sie dieser ebenfalls diese Erkenntnis, diesen Einblick. Sie tut dies, damit jenes Teilchen Ihrer Aufgabe mit der erwählten Seele gemeinsam ausgeführt werden kann, denn Gott will immer eine Menschenseele in Seine Werke mit einbeziehen.

Maria lässt also die Seele schauen und bedient Sich der Empfindungen dieser Seele und der sich aus diesen Empfindungen ergebenden Schmerzen, Aufopferungen, Gebete, Bitten usw., um Ihre heiligende Arbeit an der anderen Seele zu vollziehen. Aufgrund der Tatsache, dass die schauende Seele durch übernatürliche Wege Elemente des seelischen Lebens der anderen Seele hat schauen dürfen, kann die schauende Seele ihre mystische Aufgabe erfüllen, die sich unter anderem zusammensetzt aus:

  • der Darbietung von Opfern und etwaigem Sühneleiden. Dies ist vor allem auch dann der Fall, wenn es der schauenden Seele gewährt wird, seelische und bzw. oder physische Schmerzen der anderen Seele in die eigene Seele bzw. in den eigenen Körper hineinzuziehen, um diese abbüßen zu helfen.

  • der Beratung der anderen Seele. Nur aufgrund der mystischen Wahrnehmung wird es der schauenden Seele ermöglicht, die seelische Lage und Entfaltung der anderen Seele zu ergründen, zu erkennen und diese der anderen Seele bewusst zu machen. Gerade dieses Element der Aufgabe ist es, das Sie in vielen Briefen, die durch das Maria Domina Animarum Apostolat veröffentlicht werden, sichtbar werden sehen.

Wenn die schauende Seele etwas gesehen hat, muss sie dann auch davon berichten?

Das hängt ausschließlich vom Willen der Quelle ab: Wenn Maria mir erlaubt, Dinge auf mystischem Wege zu schauen, so obliegt mir die Verpflichtung, Sie als meine Herrin zu fragen, wie Sie es genau wünscht, dass ich mit den erworbenen Erkenntnissen und dem erworbenen Wissen umgehe. Manches soll ich sagen, manches darf ich noch nicht sagen, manches werde ich niemals sagen dürfen. In dem Maße, wie ich diesen Anweisungen gehorche, kann das Apostolat blühen. So einfach ist die Regel. Maria weiß und kann alles, ich bin da das schwächere Glied, von dem die Kraft der mystischen Kette abhängt.

Es heißt immer, es gibt Erwählte, von Geburt an. Wie soll man das verstehen?

Das Wort 'Erwählte' mag ich persönlich nicht so sehr, weil es sich fast so anhört, als ob die mystisch begabte Seele etwas Höheres wäre als eine 'andere' Seele. Sie meinen also die Seele, die sich für Gottes Zwecke einer besonderen Begnadung hat erfreuen dürfen. Ja, es gibt solche Seelen, die von ihrer Geburt an für eine 'ungewöhnliche' Aufgabe vorgesehen werden. In das Lebensbuch, in dem die Lebensaufgabe, die wahre Berufung, einer Seele aufgezeichnet wird, schreibt Gott bei einer solchen Seele hinein, dass sie Ihm durch Ausführung von Aufgaben dienen soll, wozu sie sich der Wege der Mystik wird bedienen dürfen bzw. müssen. Die 'Begnadung' tritt nicht immer gleich zutage, aber wenn die mystisch begnadete Seele im Nachhinein zurückblickt, kann sie auf ihrem Lebensweg untrügliche Zeichen für ihre noch zu offenbarende Aufgabe entdecken.

Mir hat die Himmlische Herrin gleich nach meiner Berufung im Jahre 1997 anvertraut, Gott habe mich ab meiner Geburt 'an Sie geschenkt', d.h. Er habe mich zu dem ausschließlichen Dienst an die Himmelskönigin bestimmt. Dies weist eindeutig nach, dass die Begabung von Gott vorher geplant wird und dass sie Seinen Zwecken und nichts anderem dienen soll. Versucht die Seele, ihre Begnadung zu Zwecken anzuwenden, die nicht in die Pläne Gottes hineinpassen, so ist sie auf Irrwegen und wird ihr dies eines Tages schwer in Rechnung gestellt werden.

Haben manche das Vorrecht zu glauben und zu verstehen, gegenüber Ungläubigen? Somit würden die Ungläubigen ja gar nichts dafür können, dass Sie keinen Glauben haben. Oder sind die Erwählten dazu berufen, dass Sie durch Gebete den Ungläubigen zum Glauben verhelfen?

Der Glaube ist eine Gnade. Das heißt nicht, dass Gott manchen Seelen die Fähigkeit vermittelt zu glauben und andere diese Fähigkeit nicht bekommen. Von jeder Seele, die geographisch an einem Ort lebt bzw. an einem solchen geboren wird, wo das Christentum herrscht oder mindestens einigermaßen bekannt ist, erwartet Gott, dass sie sich dem Licht der einzigen Wahrheit Gottes zuwendet. Gottes Geist haucht im Verborgenen jeder Seele, die mit dem Christentum auch nur irgendwie in Berührung kommen kann, das Sehnen nach der einzigen Wahrheit Gottes ein. Grundsätzlich kann Gott somit eine Seele, die unter 'günstigen' Umständen lebt, was die Berührung mit der einzigen Wahrheit, dem christlichen Denken angeht, aber sich dennoch nicht von Herzen zum Christentum bekennt und die christlichen Belehrungen nicht in die Praxis umsetzt, so richten, als ob diese Seele es versäumt hat, den Inspirationen des Heiligen Geistes Folge zu leisten. Ob Er dies tatsächlich tut, hängt von vielem ab.

Wirklich zu glauben und zu verstehen, ist insofern ein Vorrecht, als es die Seele an dem einzigen fruchtbaren Denken, Fühlen und Anstreben orientiert. Die Seele, die alles blind annehmen muss, kann es damit schwer haben. Die mystisch begabte Seele wird manches schneller verstehen können, weil sie die Elemente der Wahrheit im eigenen Herzen nachzuempfinden lernt. Ich könnte es so ausdrücken: Die 'durchschnittliche' Seele lebt die nicht sinnlich wahrnehmbaren Teile von Gottes Wirklichkeit so, als sähe sie diese in einem Film oder als würde sie das Skript eines Films oder sogar lediglich eine Besprechung eines Filmes lesen. Die mystisch begnadete Seele dahingegen wird zum Schauspieler ausgebildet und in der ganzen Atmosphäre dieses Films untergetaucht. Das hat selbstverständlich Vorteile, aber diese Seele muss mit diesem Vorrecht auch manches tun. Der Schauspieler kann nicht zur Seite schauen, wenn er dran ist, er muss leisten, sprechen, handeln, sich das Herz ausschütten, die eigene Rolle tief empfinden und die Rollen der Mitspieler ergründen können.

Im Film, den Gott dreht, ist etwas Besonderes: Die Zuschauer des Filmes, diejenigen, die nur das Skript lesen und sogar diejenigen, die sich lediglich die Besprechung des Filmes in der Zeitung anschauen, ja sogar diejenigen, die noch nie von diesem Film gehört haben, können von einer Minute auf die andere an den Drehort des Filmes bestellt werden, um mitzuspielen (richtig gläubig zu werden, womöglich sogar die eine oder andere Gnade rentieren zu lassen!).

Die begnadete Seele wird 'begnadet', damit sie mit ihrer Gnade etwas Konkretes vornimmt. Man erhält nie eine Gnade für sich selbst, man erhält sie immer nur für Gott und die Schöpfung. Selbst hat die begnadete Seele kaum die Lust, sondern größtenteils die Pflicht, die mit ihren Gaben einhergeht. Diese Pflicht ist wesentlich, wie Sie es ausdrücken, jene, den Ungläubigen zum wahren Glauben zu verhelfen. Einst äußerte Sich die Himmlische Herrin Ihrer Myriam gegenüber folgendermaßen zu diesem Thema:

"Ich bin die Königin und Herrin. Ich will Seelen zu Mir ziehen, damit Ich sie im wahren Licht untertauchen kann. Ich rufe diese Seelen zu Mir über einen roten Teppich, der zu Meinen Füßen hin läuft. Dieser rote Teppich bist du: Die Seelen werden über dich zu Mir kommen. Der Teppich ist rot, um die Leiden anzudeuten, die dieses Vorrecht dich kosten wird".

Wenn man erwählt ist und dennoch nicht glaubt, was ist dann mit der Person?

Diese beiden Eigenschaften lassen sich nicht vereinigen. Eine Berufung (oder 'Auserwählung') geht unvermeidlich mit der Ergießung von Gnaden einher. Gott bzw. die Himmelskönigin könnten mit einer erwählten Seele gar nichts anfangen, solange diese Seele nicht glaubt. Der Hauptzweck einer Auserwählung besteht ja darin, dass die begnadete Seele zum Frontdienst im Kampf gegen alle Finsternis, Unwahrheit, Illusion, Unkenntnis, Verblendung und Verirrung berufen wird. Damit diese Seele diesen Kampf überhaupt führen kann, muss sie zunächst selber die Wahrheit auf einer 'überdurchschnittlichen' Ebene geschaut und erkannt haben. Sonst nützt sie nichts als Werkzeug der Herrin. Mangel an Glauben bei einer 'erwählten' Seele, weist nur darauf hin, dass sie entweder gar nicht erwählt worden ist oder aber nicht von Gott bzw. Maria erwählt worden ist.

Wie kann sich Gott Vater schon vorher wen bestimmen? Woher kommt das Vorrecht?

Es ist ein Göttliches Geheimnis, wieso Seele A eine besondere Begabung erhält und Seele B nicht. Gott verfolgt mit jeder Seele einen wohl umrissenen Plan. Die eine Seele kann Seinem Heilsplan besser in dieser Position dienen, die andere Seele kann dies besser in jener Position tun. Eins steht fest: Gott erteilt besondere Begabungen immer mit diesem einzigen Ziel: Die Seele, die sie erhält, muss und kann diese ausschließlich für die Förderung von Gottes Werken einsetzen. Die Seele, die diese Begabung erhält, wird gerade wegen dieser Begabung übrigens sehr hart geprüft (von Gott bzw. Maria Selbst, und aus der Welt) und angegriffen (vom Bösen und durch vom Bösen beherrschte weltliche Kanäle, wie in Verfolgungen, die sich in unzähligen Formen darbieten). Gott prüft eine mystisch begnadete Seele lange und intensiv, um feststellen zu können, ob sie emotional, geistig und seelisch den Widerstand und die Ausdauer besitzt, ihre Aufgabe auszuführen und sämtliche mit der Begabung einhergehenden Pflichten zu erfüllen.

Die Seelen sehen von einer Begabung nur die Oberfläche, nicht all dasjenige, was im Hintergrund mit ihr mitläuft. Nur die wenigsten Seelen berücksichtigen die Tatsache, dass nicht jede Seele das Leben in Ausführung einer mystischen Begabung durchhalten und darin beharren kann. Der wichtigste Grund dafür ist einfach dieser: Nicht jede Seele ist bereit, vollkommen, bedingungslos und lebenslänglich sich selbst hinzugeben, auf das 'normale' Leben zu verzichten, um sich Tag und Nacht in den Dienst Gottes zu stellen und nur dazu zu leben, sich in der selbstverleugnenden Liebe zu vervollkommnen, damit ihre Fruchtbarkeit für Gottes Heilsplan unaufhörlich gesteigert wird. Es ist ein Leben ununterbrochener Selbstüberwindung. Es ist auch ein Leben, in dem die Seele ständig der Kritik von Seelen ausgesetzt ist, die dasjenige, was sie verkündet, noch nicht verstehen können. Aus diesen Gründen ist es für manche Seele ein Segen, nicht 'begnadet' zu werden. Gott hat, wenn Er Seine Gnaden spendet oder eben (noch) nicht spendet, immer nur das Wohl Seines Heilsplans und das Wohl der betreffenden Seele im Auge.

Liebe Schwester, ich hoffe, Ihnen etwas gedient zu haben. Sehr gerne stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung. Wir sind ja alle nur füreinander da.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 258
Der rechte Umgang mit Tieren, auch mit 'lästigen' Insekten

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Während ich Briefe lese, die mir Seelen schreiben, kommt mir manchmal der Gedanke an dasjenige, was man schon mal aus dem Munde eines Reisenden hört: Das Schönste einer Reise ist nicht unbedingt die Ankunft, die Bestimmung, sondern vielmehr die Reise dorthin: Man wundert sich dauernd über dieses und jenes, stellt sich viele Fragen, macht Entdeckungen. Nun, jeder Lebensweg ist eine Reise. Das Land der Bestimmung ist wie eine unbekannte tropische Insel, über welche man manches gehört oder gelesen hat, die einen träumen lässt und von der man nur seine eigene Vorstellung hat, ohne mit Sicherheit zu wissen, wie es dort wirklich aussieht und wie es sich wirklich anfühlt, dort zu sein. Jeder Brief, den ich lesen darf, hat Ähnlichkeit mit so einer Reise: Die Seele wundert sich in ihrem Leben über vieles und stellt sich viele Fragen, und in mir wird der Wunsch geboren, die betreffende Reise meinerseits zu wiederholen. Da befrage ich die Himmlische Reiseführerin, lasse mich überraschen und habe das Vorrecht, der reisenden Seele den Befund mitzuteilen. So darf ich mich heute über eine Frage freuen, die auf Ihrer Reise in Ihnen geweckt ist. Ich werde sie wortwörtlich anführen:

Wie sollen die Menschen mit Mücken und ähnlichen Tieren umgehen? Sie an die Wand zu klatschen, scheint mir nicht der beste Weg zu sein.

Die Menschenseele geht mit vielen Lebewesen um, wie sie es eben tut, weil sie den Plan, den Gott mit Seiner Schöpfung verfolgt, nicht begreifen und nicht ergründen kann. Der Umgang mit den Tieren gehört zu den riesigen Gebieten der Unwissenheit, auf denen die Menschenseele seit der Erbsünde umhertappt. Aus diesem Grunde ist dieser Umgang in vielerlei Hinsicht in einem solchen Maße von Finsternis geprägt, dass er weit mehr zum Elend in der Welt beigetragen hat, als es die meisten Seelen glauben würden.

Gott hat Seine Schöpfung als ein System vorgesehen, in welchem die unterschiedlichen Gattungen von Lebewesen in vollkommener Harmonie miteinander leben sollten und so vollkommen aneinander orientiert sein sollten, dass alle Beziehungen zwischen den Gattungen von makelloser Liebe geprägt sein würden. Jeder Austausch, jeder Kontakt, jede Kommunikation zwischen den Gattungen und zwischen den individuellen Lebewesen sollte sich in vollendeter Liebe vollziehen, und alles besaß die unfehlbare Göttliche Intelligenz als Steuermechanismus.

Gott hat unzählige Tiergattungen erschaffen. Nicht einmal jede dieser Gattungen ist heutzutage dem Menschen bekannt. Alles von Gott Erschaffene hat eine wohl umrissene Rolle innerhalb des Ganzen zu erfüllen. Aus diesem Grunde sollte die Menschenseele, die – vergessen wir dies nie – von Gott als Verwalterin Seiner Schöpfung vorgesehen ist, sich im Umgang mit den Tieren an zwei Grundregeln orientieren. Ich vertrete jetzt, wie überhaupt, die These und Ansicht der Gottesmutter:

  1. Jede Menschenseele gilt den Tieren gegenüber als Vertreterin Gottes. Das heißt, dass sie im Umgang mit jedem Tier die Eigenschaften Gottes zur Geltung zu bringen hat: vollkommene und bedingungslose Liebe, Milde, Toleranz, Geduld, Zärtlichkeit, Sorgsamkeit und im Grunde genommen sämtliche Tugenden.

  2. Gott bleibt Herr Seiner Schöpfung. Die Menschenseele ist Verwalterin. Sie besitzt die Tiere grundsätzlich nicht, sie darf über sie verfügen, und zwar ausschließlich im Sinne Gottes, das heißt, im Hinblick auf die Verwirklichung Seines Heilsplans. Dies heißt konkret, dass die Menschenseele nicht über das Leben eines Lebewesens verfügen sollte und ihm kein Leid oder Schaden irgendwelcher Art zufügen darf. In jeglichem Falle, in welchem eine Menschenseele ein Tier tötet, ist Gott allein Richter über die Herzensgesinnung, aus welcher diese Handlung erfolgt ist. In jedem Falle, in welchem eine Menschenseele einem Tier Leid zufügt, wird sie ebenfalls von Gott gerichtet, der den Beitrag einer jeden Seele zu Seinen Werken nach dem Maß an Liebe misst, welche diese Seele in jeder Handlung, in jedem Wort, in jedem Gefühl und in jedem Gedanken aufgebracht bzw. unterlassen oder sogar verleugnet hat.

Als die Sünde in die Schöpfung kam – wofür übrigens die Menschenseele haftbar ist, nicht die Tiere oder die Pflanzen –, wurden die Beziehungen zwischen den Lebensarten völlig verzerrt, weil die Sünde der Gegenpol der Liebe ist und die Liebe der Kraftstoff von allem Leben. Mit jeder Sünde, die Menschenseelen begehen, wird gleichsam eine Undichtigkeit im System der Schöpfung herbeigeführt, durch welche eine gewisse Menge von Liebe wegfließt. Dieser jahrhundertelange und massenhafte Verlust an Liebe ist dafür verantwortlich, dass die gegenseitigen Beziehungen zwischen den Lebewesen und zwischen den Gattungen schwer verzerrt worden sind. Gerade daraus haben sich die Zustände zwischen den Wildtieren, zwischen den Gattungen untereinander und die Scheu der Tiere gegenüber dem Menschen ebenso wie die Raubsucht in der Natur usw. ergeben: Gott hat diese Zustände nicht geschaffen, die Sünde hat sie herbeigeführt!

So ergibt es sich, dass der Mensch bestimmte Tiergattungen als 'lästig' erfährt. Das ist der Fall mit der Mücke. Diese ist zum Beispiel von Gott nicht so erschaffen worden, dass sie den Menschen nerven soll. Was uns der Biologe oder irgendwelcher Wissenschaftler auch immer (vielleicht aus der weltlichen Perspektive oder aufgrund der Logik 'mit Recht') sagt, wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass jede Tiergattung die ihr von Gott 'eingepflanzten' Verhaltensmuster im Laufe der Zeit in oft beträchtlichem Maße geändert hat. Diese Änderungen können ganz und gar nicht nachvollzogen werden, weil es keine Möglichkeit gibt, die Verhaltensmuster einer jeden Tiergattung in den ersten Tagen nach der Schöpfung der Erde zu beobachten. Solches Wissen kann nur durch den mystischen Weg zu den Seelen kommen, wie es hier der Fall ist.

Also, wie sollte man denn mit der 'lästigen' Mücke umgehen? Die Himmelskönigin weist auf zwei Wege hin, die gemeinsam angewandt werden dürfen:

  1. Die Seelen können sich durch Gebet vor ungünstigen Auswirkungen des Kontaktes mit manchen Tieren schützen. Maria weist darauf hin, dass Seelen sich vor Plagen durch Ungeziefer dadurch schützen können, dass sie inständig um Ausgleich beten. Das heißt: Jede Plage ergibt sich letzten Endes aus dem Ungleichgewicht in der Schöpfung, das aus der Sünde der Jahrhunderte hervorgeht. Da die Sünde Gegenpol der Liebe ist, bedarf es Darbietungen aufrichtiger Liebe wie z. B. tiefer Gebete, um die Auswirkungen der Sünde auszugleichen. Wichtig ist, dass diese Gebete auf uneigennützige Weise dargebracht werden. Das heißt, dass die Seele nicht darum bittet: 'Befreie mich von dieser Mücke', sondern mit ihrem Gebet vielmehr bezwecken sollte, dazu beizutragen, das aufgrund der Sünden der Menschheit verzerrte Verhaltensmuster der Mücken wieder zu demjenigen zurückzubringen, was Gottes ursprünglicher Absicht mit dem Verhalten der Mücken entspricht. Auch hier zeigt Sich die Herrin also als Diejenige, die durch Beeinflussung der Menschenseelen die Schöpfung zu deren Zustand vor der Erbsünde zurückführen möchte.

  2. Es ist erlaubt, natürliche, umweltfreundliche Mittel anzuwenden, welche Mücken daran hindern, der Menschenseele zum Beispiel nachts den Schlaf zu rauben. Manche natürliche Gerüche oder Pflanzen können dies bewirken. An Mitteln, welche die Mücken töten, findet Gott im Grunde genommen kein Gefallen. Vieles, was in den Kreisen der Wissenschaft als 'natürliche Selektion' und 'Überleben des Stärkeren' bezeichnet wird, entspricht auf keinen Fall den Ansichten des Himmels.

Ich darf Ihnen die Inspiration mitteilen, die mir die Gottesmutter vor vielen Jahren bereits in Bezug auf den Umgang mit manchen Tierarten schenkte. Sie möge Ihnen illustrieren, wie weit die Liebe vom Himmel für jedes Tier geht. Maria flüsterte mir ins Herz (ich zitiere dem Sinne nach):

"Wenn dieses Haus (das ja in der Nähe von Bäumen steht) von einer Mücke, einer Spinne, einem Frosch, einer Maus, einer Biene usw. besucht wird, versuche dieses Tier in einem Topf oder etwas Ähnlichem zu fangen, gehe mit dem Topf hinaus und schenke dem Tier die Freiheit, wobei du folgendermaßen zu Mir betest:

"Meine Himmlische Herrin, geruhe, dieses Tier zu schützen, damit es in die Lage versetzt wird, sein Leben weiterhin so zu führen, wie es Gott für es bestimmt hat. Möge es seine Rolle innerhalb von Gottes Schöpfung unter Deinem Schutz weiter erfüllen".

Von jedem Mittel, durch welches einem Tier Leid zugefügt oder es sogar getötet wird, rät die Himmelskönigin mit größter Betonung ab, und zwar immer aus denselben rein spirituellen Gründen: wegen der Tatsache, dass das Tier eine Rolle zu erfüllen hat, Gott allein über die Dauer dieser Rolle entscheidet und die Menschenseele dem Tier bedingungslose Liebe und Respekt schuldet.

In demselben Sinne lehrte mich die Herrin bereits mehrere Verhaltensmuster im Umgang mit Tieren, und eine der Folgen dieser Ausbildung ist jene gewesen, dass ich eine dauernd wachsende Empfindlichkeit und Einfühlsamkeit gegenüber dem tieferen Wesen vieler Tiere als Kanäle von Gottes Liebesstrom entwickeln durfte. Aufgrund dieser Entwicklung erhielt ich das Vorrecht, unter vielen Umständen das Herz eines Tieres in meiner Nähe genau zu spüren. Eine solche Empfindung steigert die Liebe zu Gott im eigenen Herzen in einem unbeschreiblichen Maße: eine richtig überwältigende Erfahrung, welche der Seele zum Bewusstsein verhilft, dass die Tiere ein gewaltig unterschätztes Geschenk Gottes an die Menschenseele bilden.

Verlieren wir nie aus den Augen: Jedes einzelne Tier ist deswegen von Gott erschaffen worden, weil es eine ganz spezifische Rolle zu erfüllen hat. Es steht der Menschenseele nicht zu, darüber zu entscheiden, wann für ein spezifisches Tier das Leben zu Ende gehen soll. Die Herrin aller Seelen versicherte mir privat bereits wiederholt:

Würden viel mehr Seelen einen viel größeren Respekt vor den Tieren aufbringen, so würde sich bereits allein dadurch der Berg des Elends auf der Welt in beträchtlichem Maße zurückbilden.

Dies leuchtet ja auch ein: Der Umgang mit den Tieren ist durch so viel Mangel an Liebe geprägt, dass in diesem Bereich allein schon die Rede von unzähligen schwarzen Löchern im Liebesstrom ist. Jeden Tag vollziehen sich auf dieser Welt Milliarden von Kontakten zwischen Menschen und Tieren. In einem Großteil davon herrscht in unterschiedlichem Maße ein Mangel an Liebe.

Lieber Bruder, der Ausgang dieses Briefes ist wohl für Sie eine ebenso große Überraschung wie für mich. Sie fragen wegen der Mücken, die Herrin lässt mich in Bezug auf die Tierwelt schlechthin antworten. So bedient Sich der Himmel desjenigen, was in den Herzen lebt, um die Seelen über vieles zu unterrichten, wofür die Zeit der Bewusstwerdung gekommen ist. Mögen wir alle aus dem Umgang mit 'lästigen' Insekten ständig eine der wichtigsten Lektionen lernen, die uns der Schöpfer auch damit einprägen möchte: dass die Tiere auch dazu da sind, die Menschenseele zur Vervollkommnung in der Tugend der Geduld zu führen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 259
Sollen wir unter glaubensfernen Menschen z. B. das Tischgebet 'sichtbar' vollziehen? – Maria bezeichnet (auch religiöse) Diskussionen als 'Labor des Bösen' – Das Wesen der Ordensberufung – Wie soll man mit sexuellen Fehlgewohnheiten umgehen? – Sollen wir mit jedem und jeder über die 'Herrin aller Seelen' reden?

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Obgleich sich die Seelen bereits über viele Inspirationen von Seiten des Heiligen Geistes haben freuen dürfen, bleibt sehr vieles in der praktischen, konkreten Anwendung unseres Glaubens oft verschleiert. Das macht es nicht leichter, mit ruhigem Gewissen durch die Tage zu gehen. Allerdings hat Gott sogar mit diesem Schleier einen Plan. Wenn sich die christliche Seele ihren Weg zur Heiligung wirklich zu Herzen nimmt, ist die Gleichgültigkeit bald das erste Opfer, der erste Stolperstein, den sie von ihrem Weg entfernt. Die Liebe wächst, und wahre Liebe zu Gott und Seinen Werken schließt die Gleichgültigkeit aus: Der liebenden Seele ist es wichtig, dasjenige zu tun, was Gott am meisten gefällt. In dieser Einstellung übersteigt sie die Ebene des strikt Notwendigen, und gerade die zusätzliche Bemühung ist das Maß, womit Gott die wahre Liebe der Seele zu Ihm misst. Aus einer solchen Sorge, das Beste zu tun, kommen Ihre Fragen hervor. Gehen wir nun auf diese ein, aus dem Herzen der Herrin aller Seelen, deren Absicht es ja ist, die Fülle der Wahrheit zu verkünden: die Ansichten des lebenden Gottes. Ich zitiere Ihre Fragen eine nach der anderen und antworte wie immer aus dem Herzen der Himmelskönigin.

Wenn wir bei glaubensfernen Menschen zu Gast sind bzw. solche in der Familie haben: Sollen wir das Tischgebet 'sichtbar' vollziehen, oder ohne uns etwas anmerken zu lassen? Sollen wir es uns allgemein anmerken lassen, wenn wir beten (beim Spaziergang, unter Menschen, im Zug usw. zum Beispiel mit dem Kreuzzeichen o. ä.)?

Ich habe die Gottesmutter vor vielen Jahren ähnliche Fragen gestellt, weil ich Ihr im Gebet und schlechthin im Leben in Ihrem ausschließlichen Dienst, nichts als die frischesten Blumen anbieten wollte. Es erscheint der Seele, als sei das Bezeugen ihrer Liebe und ihrer Ehrfurcht Jesus und Maria gegenüber selbstverständlich. Dennoch sagte Maria dazu Folgendes:

Der sichtbare Vollzug der Kommunikation mit Gott kann sich unter Umständen negativ auf andere Seelen auswirken, in dem Sinne, dass eine Seele, die der spirituellen Komponente der Wirklichkeit feindlich gegenübersteht, durch offene Zeichen der Kommunikation mit Gott zu unreinen Gedanken und Gefühlen gereizt werden kann. Da diese Seele dadurch in die Untugend hineingezogen wird, missfällt das Unterlassen der sichtbaren Äußerungen der Kommunikation mit Gott dem Schöpfer nicht unbedingt, vorausgesetzt, die Seele grüßt Gott bzw. die Gottesmutter ungehemmt im Verborgenen eines reinen Herzens.

Einfache Zeichen des christlichen Lebens wie zum Beispiel das Sichbekreuzigen oder eine Kniebeuge vor einem Kreuz oder einer Statue Mariä sollte die Seele nicht unterlassen. Im Übrigen gilt die Regel (so sagt die Heilige Jungfrau), dass der Wert des Gebetes nicht durch das hörbare oder sichtbare Aussprechen von Worten bestimmt wird, sondern von der Verfassung des Herzens. Somit kann die Seele durchaus auch in Gegenwart von Ungläubigen dadurch ständig beten, dass sie ihr Herz unentwegt an Gott bzw. an Maria orientiert und ununterbrochen Ströme von Liebe und Lobpreis aus dem Herzen zum Himmel fließen lässt und sich ständig den Inspirationen des Heiligen Geistes aufschließt.

Der unsichtbare Vollzug von Gebeten aus dem Herzen statt aus dem Munde oder unter Begleitung von sichtbaren Zeichen braucht nicht so interpretiert zu werden, als schäme sich die Seele für ihr Bekenntnis zum Glauben. Laut Aussage der Gottesmutter ist er unter Umständen der sichere und durchaus wertvolle und wirksame Weg einer fruchtbaren Kommunikation mit Gott, die nicht durch Erzeugung von Untugenden im Umfeld des Betenden eines Teiles ihrer Wirksamkeit beraubt wird. Die Gottesmutter erinnerte mich diesbezüglich an die Zustände, unter denen Priester wie der Heilige Pater Kolbe in der gottesfeindlichen Atmosphäre des Konzentrationslagers die Heilige Messe feierten, wobei dieser Akt des Dienstes an Gott vor einem Teil der Seelen in der Nähe (nämlich vor der Wachmannschaft) verborgen gehalten wurde. Trotzdem wurden diese Heiligen Messen, wie primitiv diese auch gefeiert wurden, im Himmel als äußerst wertvoll begrüßt – Worte der Herrin.

Die Tatsache, dass die christliche Seele die Zeichen ihrer Liebe zu Gott unter Umständen besser verbirgt, kann ihr als geistiges Martyrium angerechnet werden, falls Gott, der das Herz liest wie ein offenes Buch, in der Seele einen solchen Schmerz erkennt.

Wie sollen wir uns bei Gesprächen mit Glaubenskritikern verhalten, die unsere Kirche angreifen und so viele Gegenargumente bringen, dass man unmöglich auf alles eine Antwort haben kann?

Maria riet mir bereits vor Jahren streng davon ab, mich auf religiöse Diskussionen einzulassen. Sehr viele Seelen sind in Bezug auf spirituelle Themen sehr engstirnig und wenig offen. Sehr viele, die meinen, sie seien echte Christen, bilden sich ihre eigenen Auffassungen in diesem Bereich und lassen nur einen geringen Spielraum zu. Sehr vieles von demjenigen, was über den durchschnittlichen Rahmen des christlichen Wissens hinaussteigt, wird von diesen Seelen nicht in das Herz zugelassen. Ansichten wie zum Beispiel diejenigen, die in unserer Zeit von Maria als Herrin aller Seelen durch dieses Apostolat verkündet werden und als das immerhin so wunderbar schlüssige und kristallklare System der Wissenschaft des Göttlichen Lebens den Seelen zur Vermehrung ihres wahren Glücks dargeboten werden, werden von diesen Seelen durchwegs ohne Weiteres abgelehnt und zuweilen geradezu verketzert. Durch Diskussionen erreicht man bei solchen Seelen kaum etwas. Gerade aus jenem Grunde sagte mir die Herrin ab den Anfangstagen dieser wunderbaren Verkündigungen, ich solle mich bei Angriffen oder Unglauben nur in Ausnahmefällen selbst verteidigen, Sie Selbst würde immer Zeugnis von der Wahrhaftigkeit der verkündeten Thesen und Belehrungen und für die Echtheit Ihrer Myriam ablegen.

Maria bezeichnet religiöse Diskussionen als 'das Labor des Bösen'. Laut der mir von Ihr auferlegten Regel ist all dasjenige, was Sie durch mich verkündigt, Saat aus Ihrem makellosen Herzen und hat jede Seele die Wahl, diese Saat entweder anzunehmen oder nicht. Seelen, die versuchen, mich in irgendwelche Diskussionen über diese Himmlischen Thesen hineinzuziehen, sind (so sagt es die Gottesmutter) Seelen, welche die Himmlische Saat nicht reinen Herzens angenommen und im Herzen haben reifen lassen, sondern die versucht haben, diese Saat mit dem beschränkten menschlichen Verstand zu analysieren. Maria betont, dass die christlichen Wahrheiten nicht völlig durchanalysiert werden können, weil sie ja immer Elemente von Göttlichen Mysterien in sich tragen.

Der Glaube an dasjenige, was man (noch) nicht mit dem Verstand fassen kann, ist eine Sache der Liebe. Geht man davon aus, dass die Quelle, aus der das Wissen stammt, nicht echt, d.h., nicht mit Gottes Unterschrift versehen, nicht von Maria geführt, usw. ist, so steht das Herz bereits der Annahme im Wege. Es gibt Seelen, die auch das Evangelium in Frage stellen, weil sie es aus dem Verstand heraus betrachten, die Zusammenhänge nicht ganz nachvollziehen können und deshalb anfangen, zu zweifeln. Noch mehr ist dies der Fall gegenüber den Erläuterungen zu unserem christlichen Glauben, wie diese später, nach Christo, in den mystischen Offenbarungen den Seelen geschenkt worden sind und noch in diesem Augenblick geschenkt werden.

Wie schön doch sagte es früher bereits die Herrin: "Für diejenigen, die nicht glauben wollen, ist keine Erklärung möglich. Für diejenigen, die wohl glauben, ist keine Erklärung notwendig". Gott spricht in das Herz, nicht in den Verstand. Wenn es um den Glauben geht, insbesondere, wenn es die wundervollsten Aspekte des Glaubens betrifft, wie zum Beispiel das Erlösungsmysterium und die vielen (durchwegs mystischen) Erläuterungen der Herrin aller Seelen zu den Geheimnissen des Göttlichen Lebens, bringt Diskutieren und Argumentieren sehr wenig, denn jene Kugeln durchdringen nicht den Panzer eines ungenügend geöffneten Herzens. Nur eine einzige Kugel dringt unter Umständen in die Tiefen des Herzens vor: die wahre Liebe. Das Vorbild eines christlichen Lebens bzw. einer festen Überzeugung, die dasjenige zum Ausdruck bringt, zu dem sich die Seele bekennt, kann eine unwillige Seele von der Wahrheit desjenigen überzeugen, das man fruchtlos mit Worten vorzubringen versucht. Das unwillige Herz muss zunächst den Eindruck bekommen, es wäre selbst aus freien Stücken zur Erkenntnis gekommen, dass die gläubige Seele Recht hat, erst dann wird es die eigene Meinung zu ändern bereit sein.

Was genau ist das Wesen der Ordensberufung, worin besteht ihr 'Sinn'? Ich habe früher immer gedacht, dass dazu nur 'heilige' und 'fortgeschrittene' Menschen berufen werden, aber in der Realität sieht es bei den Berufenen genauso aus, wie bei allen anderen: Sünde und Schwäche überall. Was also unterscheidet diesen Weg nun von anderen? Warum beruft Gott solche Menschen? Was ist der Plan Gottes mit solchen Berufenen?

Gott ruft nicht unbedingt 'Heilige', sondern Seelen, mit denen Er einen wohl umrissenen Plan hat und die entweder von der Geburt ab von Ihm mit besonderen Gaben oder Talenten gerüstet sind oder aber zum geeigneten Zeitpunkt von Ihm mit besonderen Gaben und Talenten versehen werden. Wenn wir somit einen Orden betrachten, so sehen wir nicht unbedingt heilige Seelen, sondern Seelen, die so wie Sie und ich damit beschäftigt sind, ihren Weg zu gestalten, und die dabei, auch wie Sie und ich, manche Einflüsse zu bewältigen haben.

Wie jede Gemeinschaft von Seelen setzt sich auch ein Orden aus demjenigen zusammen, das jedes der Mitglieder in das Ganze hineinbringt, zuzüglich desjenigen, was sich sozusagen als allgemeine Atmosphäre 'über den Köpfen' bildet. Bestünde ein Orden aus drei Seelen, so bekäme man den Orden nicht dadurch, dass man A + B + C addiert, sondern durch die Summe von A + B + C + einem bestimmten Mehrwert aus allen individuellen Beziehungen und Kommunikationen zwischen den Dreien in alle Richtungen + die überspannende Atmosphäre, die alles Vorangehende mitsamt Einflüssen von außerhalb der Gemeinschaft umfasst.

Jede Seele in dieser Gemeinschaft ist somit einer Vielzahl von Wirkungen und Einflüssen ausgesetzt und muss diese ständig bewältigen. Alle gehen sie in unterschiedlichen Weisen mit ihrer eigenen Heiligung um und gehen zum Teil ganz verschiedene Wege, um Gott in ihrem Alltag zu suchen und sich Seine Inspirationen einzuverleiben.

Gottes Plan ist es, sich in einem Orden einen Boden zu schaffen, der für die Aufnahme Seiner Saat günstig ist. Da es sich im Orden normalerweise um ein Zusammenleben von Seelen handelt, die sich die Heiligung und den Dienst an Gott als Lebensziel gesetzt haben, sollte die Schaffung einer Atmosphäre der Besinnlichkeit, der Einkehr und der Vergeistigung in diesem Kontext nicht schwer sein. Alles hängt hier, wie überhaupt, davon ab, was die individuellen Mitglieder aus ihrer Berufung machen wollen und in welchem Maße sie sich den vielen verheerenden Einflüssen von draußen widersetzen können bzw. wollen, welche die erforderlichen Herzensverfassungen für die Heiligung und für den ausschließlichen Dienst an Gott bedrohen. Ob der Orden wirklich dem Plan Gottes gerecht wird, hängt letzten Endes von dem Maße ab, in dem die Mitglieder gewillt und imstande sind, sich von den Gesinnungen der Welt fernzuhalten.

Wir leben in einer versexualisierten Gesellschaft und viele von uns sind mit Dingen aufgewachsen, die sie nun als Christ ablegen wollen. Wie sollen wir mit sexuellen Fehlgewohnheiten umgehen?

Jede Seele hat ihre Schwierigkeiten, so wie jede Seele ihre Schwächen hat. Es gilt, diese möglichst bald in sich zu erkennen und die Mauern der Burg der Seele täglich auf Breschen, Löcher und Risse zu überprüfen, damit man ständig darauf gefasst ist, wie und wo man vom Bösen angegriffen und in seiner Heiligung bedroht werden kann. Die Seele hat sich täglich nicht nur mit den spirituellen, sondern ebenfalls mit den niedrigeren Ebenen ihres Daseins auseinanderzusetzen. So muss sie auch mit den physischen Bedürfnissen zurechtkommen. Die Beherrschung der Sexualität ist für das seelische Wachstum aus dem Grunde wichtig, weil das Maß, in dem die Seele ihre physischen Bedürfnisse beherrscht, ausschlaggebend für die Blüte ihrer höheren seelischen Fähigkeiten ist. Alleine, schafft der Mensch den Kampf gegen die physische Komponente seines Wesens nicht ohne Weiteres. Er braucht dazu Himmlischen Beistand. Die physischen Bedürfnisse sind nämlich nicht etwas Stabiles: Sie verändern sich dauernd und werden regelmäßig aus vielen möglichen Quellen der Versuchung ins Bewusstsein gerückt.

Der Sieg über die eigene Sexualität fängt an mit dem Willen, den Mittelpunkt des seelischen Lebens auf immer höhere Ebenen zu erheben. Dies bereits geht nicht ohne eine dauernd wachsende Liebe zu den höheren Dingen, den Werken und Plänen Gottes, der Himmelskönigin, dem Heiligungsmysterium und dem Wert der Seele als Werkzeug Gottes. Sobald sich die Seele durch und durch dessen bewusst ist, dass sie wesentlich nur für ihre Heiligung und zum Voranbringen der Verwirklichung des Göttlichen Heilsplans da ist und sie dieses Wissen mit einer wachsenden, wahren, nicht von weltlichen Zielsetzungen befleckten Liebe zu verbinden weiß, ist sie auf dem Wege zur Befreiung aus der Tyrannei der physischen Komponente ihres Wesens.

Die Seele, die sich voll und ganz unter die Herrschaft der Herrin aller Seelen begibt, kann ihr ganzes Wesen mit allen seinen Bedürfnissen so weitgehend unter Marias Obhut stellen, dass sie sich dessen bewusst wird, dass nicht sie selbst Herrin der Befriedigung dieser Bedürfnisse ist, sondern die Himmelskönigin, Der sie sich verschenkt hat. Die Seele lässt dann Maria über die Bedürfnisse und deren Bewältigung herrschen, ganz nach Ihrem Willen und nach den Plänen Gottes. In jenem Zustand verwirklicht sich in der Seele das Ideal des wahren Glaubens. In jenem Zustand steht die Seele auf der Schwelle der Heiligkeit. Nie darf sie sich dennoch aus der Herrschaft der Herrin loslösen, denn in einem einzigen Augenblick können ihr die Auswirkungen dieser Herrschaft geraubt werden. Das Schlüsselwort ist 'Weihe': Hingabe der eigenen Vergangenheit, des ganzen Wesens, sämtlicher Bedürfnisse, des freien Willens. Des Weiteren gilt es, täglich die Herrin darum zu bitten, Sie möge dem Herzen die Gnade erwirken, auf dieses heiligmachende Ideal ausgerichtet zu bleiben.

Sollen wir mit anderen Menschen über die 'Herrin aller Seelen' reden? Mich haben manchmal schon Menschen gefragt, ob ich marianisch bin und, wenn ja, warum. Zum Teil verstehen sie noch nicht einmal meine 'normale' Verehrung Mariä (...) Was sollen wir sagen, wenn uns Menschen fragen: 'Wie kommst du darauf, dass Maria wirklich diese Position inne hat?' 'Woher hast du das, das steht nirgendwo....?'

Es gibt noch eine beträchtliche Kluft zwischen einer marianischen Gesinnung und der Hingabe an Maria in Ihrer Gipfeleigenschaft als Herrin aller Seelen. Die Gründe, weshalb Maria erst in dieser Zeit als die Herrin aller Seelen offenbart wird, werden durch die ganzen Schriften erläutert, welche die Himmelskönigin Ihrer Myriam inspiriert. Die Wahrheit dieser Verkündigung wird ebenfalls durch die ganzen Schriften nachgewiesen. Selbstverständlich finden die Seelen dies noch nirgends belegt, weil wir noch in der Verkündigungsphase dieser Wahrheit sind.

Diese Verkündigungen gehen viel weiter als jegliche marianische Verkündigung in der Heilsgeschichte, weil das Böse nie zuvor so findig und so listenreich in der Verbreitung der Unwahrheit, des Elends und der Täuschung war. Die Verkündigungen der Herrin aller Seelen sind, wie früher bereits angedeutet wurde, Gottes Antwort auf diese Machenschaften und Manipulationen des Bösen. Aus diesem Grunde sind die Offenbarungen und Belehrungen im Rahmen der Wissenschaft des Göttlichen Lebens so detailreich, so eingehend und so Aufsehen erregend: Sie läuten die Ära der Entschleierung ein, die Zeit, in welcher die Seelen die vielen vom Bösen hervorgerufenen Nebel durchschauen lernen und die Fülle der Absichten des Göttlichen Heilsplans erkennen lernen sollen.

Es ist das Schicksal einer jeden Verkündigung, die auf dem mystischen Wege zu den Seelen kommt, dass diese in den Anfangsjahren unvermeidlich auf Kritiken stößt. Das ist normal, weil die mystische Verkündigung automatisch vollkommen neue Ansichten bzw. vollkommen neue Betrachtungen enthält, die noch nirgendwo belegt sind. Der Widerstand gehört übrigens zu den Prüfungen, die notwendig sind, damit diese Ergänzungen des spirituellen Wissens angenommen und wirksam werden können. Vergessen wir nie: In diesen neuen Verkündigungen (der Herrin aller Seelen und der Wissenschaft des Göttlichen Lebens) handelt es sich um Wissen, das regelrecht gegen die Finsternis ankämpft und gerade deshalb so heftig vom Bösen angegriffen wird, der alles daran setzt, Seelen gegen diese Verkündigungen aufzustacheln. Die Herrin warnte mich vor Jahren bereits davor. Die große Verheißung schenkte Sie mir aber zur gleichen Zeit: Die Fülle der Wahrheit wird siegen.

Es kennzeichnet jede mystische Verkündigung, dass sie schwer nachweisbar ist, das heißt: dass man sie anderen Seelen gegenüber schwer belegen kann. Die Quelle dieses Wissens ist ja der Himmel mit seinen vielen Geheimnissen, die den Seelen nur zu dem Zeitpunkt zur Verfügung gestellt werden, der von Gott in Seiner unfehlbaren Weisheit als geeignet betrachtet wird. Aus diesem Grunde kann jetzt, fast zweitausend Jahre nach den Evangelien, immer noch die Rede von einer 'neuen' Verkündigung, bzw. von einer neuen Betrachtung und Erläuterung eines Wissens sein, das im Herzen Gottes immer schon existierte. Marias Erhebung zur Herrin aller Seelen und die Verkündigung der Wissenschaft des Göttlichen Lebens lebten im Herzen Gottes bereits vor sehr vielen Jahrhunderten. Gott ist aber geduldig und hat Sich diese gewaltige Waffe gegen die Finsternis für unsere Zeit vorbehalten.

Die Tatsache, dass diese neue Verkündigung noch nicht kirchlich anerkannt werden konnte, sagt gar nichts zum Wahrheitsgehalt dieser Verkündigung aus, sie sagt nur aus, dass der Zeitpunkt ihrer offiziellen Anerkennung von Gott für einen späteren Zeitpunkt festgelegt worden ist. Vorläufig kann die Wahrheit des ganzen Systems nur durch die Schriften selbst in die Herzen guten Willens geschrieben werden.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 260
Satan bedient sich des Modernismus, um den Menschen immer mehr in den Mittelpunkt zu rücken und Gott und Seine Werke in den Hintergrund zu verbannen – Über die absolute Notwendigkeit des Zölibats für die Kirche – Die zölibatäre = 'eheliche Treue' des Priesters gegenüber Jesus Christus bestimmt die Heiligkeit der römisch-katholischen Kirche und ihre Fähigkeit, den einmaligen Schatz der Göttlichen Wahrheit zu hüten

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Seit Jesus die Kirche gegründet hat, ist der Böse dabei, diese auf jede denkbare Art und Weise anzugreifen. Der Grund liegt auf der Hand. Der traditionelle Glaube, wie ihn Jesus ursprünglich gestaltet hat, ist Träger der Fülle der Wahrheit über das Göttliche Leben. Nicht alle Elemente dieser Wahrheit wurden auf einmal verkündet, viele wurden und werden erst im Laufe der Zeit nach Christo bekannt gegeben, je nach der Entwicklung von Gottes Heilsplan. Der traditionelle christliche Glaube ist somit als die Schatzkammer des Wissens zu betrachten, das aus der Quelle von Gottes Weisheit hervorkommt und an welchem sich die Seelen nähren sollen, um das Göttliche Leben in sich zum Blühen zu bringen.

Die römisch-katholische Kirche Christi ist deswegen Zielscheibe unzähliger Angriffe von Seiten der Finsternis, weil sie die sichtbare Burg darstellt, in welcher die Schätze aus der Quelle der Wahrheit aufbewahrt und gefeiert werden und in welcher deren Verbreitung sichergestellt werden soll. Schleichend wie eine Schlange versucht der Böse immer wieder, in diese Burg vorzudringen.

Seit mehreren Jahrhunderten versucht er durch allerhand Abtrünnigkeiten und allerhand Äußerungen von Modernismus diese Wahrheit nach seinen eigenen Ansichten 'umzuge­stalten'. Durch den Modernismus wird der Mensch immer mehr in den Mittelpunkt gerückt und Gott und Seine Werke in den Hintergrund verbannt. Die Interessen Gottes werden den Interessen der Menschen untergeordnet. Es ist dadurch ein Türchen zu einer Kammer entriegelt worden, deren Inhalt keinen Platz in der Kirche Christi haben sollte: jener der weltlichen und der menschlichen Bedürfnisse. Die Kirche bleibt nicht länger die Hüterin von Gottes Interessen, sondern wird Schritt für Schritt der Gesellschaft und allen ihren weltlichen Ansichten und Interessen angepasst. Ganz allmählich musste der wahre Geist Jesu dem Geist der Welt den Platz räumen.

In dem Maße, wie in der Kirche die urtraditionellen Werte verlassen werden, wird auch der Schild der Hirten leichter Risse aufweisen, weil die Atmosphäre der Heiligkeit in der Ausübung der Werke Gottes immer weniger nachvollziehbar wird. Der Zeitgeist verträgt nicht länger die ewig geltende Göttliche Weisheit, weil jegliche Entwicklung in der Gesellschaft als eine menschliche Leistung betrachtet wird und sogar dann vergöttert wird, wenn sie unzählige Seelen von der wahren Liebe und von der Verwirklichung von Gottes Heilsplan und dem wahren Wohl der Seelen entfernt. Der Sinn der Worte, Handlungen und Wünsche von Gottes Sohn wird immer weniger nachempfunden. So kommt es zu vielen Änderungen in der Auffassung über dasjenige, was innerhalb der Kirche 'möglich sein sollte' bzw. 'wünschenswert wäre', weil 'der Sinn solcher Änderungen in der Praxis nachgewiesen worden ist'. Durch diese kurze Argumentation hindurch führt mich die Herrin aller Seelen zu Ihrer Frage:

Aus welchem Grunde dürfen Priester nicht heiraten? Wieso ist der Zölibat eingeführt worden? Was kann man am Besten den Gegnern des Priesterzölibats sagen, die argumentieren, dass manche der Apostel auch verheiratet waren?

Es gehört nicht zu meinen Aufgaben, Punkte aus der Kirchengeschichte anzuführen, wohl aber, die Ansichten und Belehrungen der Herrin aller Seelen bekannt zu geben. Zu diesem Thema äußert Sie Sich folgendermaßen:

Der Hauptgrund, aus welchem der Zölibat unter den Hirten der römisch-katholischen Kirche absolut notwendig ist, ist, dass der Priester die ausschließliche Ehe mit Christus einzugehen hat und von seiner Treue innerhalb dieser Ehe die Heiligkeit und der Gnadenstand seiner Werke als Vertreter Christi gegenüber den Seelen abhängt. Aus der Vermählung zwischen Jesus Christus und dem Priester will Gott die Früchte der Heiligung gebären. Die 'eheliche Treue' des Priesters Jesus Christus gegenüber bestimmt die Heiligkeit der römisch-katholischen Kirche und ihre Fähigkeit, den einmaligen Schatz der Göttlichen Wahrheit zu hüten. Die Seele des Priesters ist mit dem ehelichen Bett in der Brautkammer vergleichbar, in dem die Göttlichen Früchte erweckt werden sollen. Lässt sich dieses eheliche Bett verunreinigen, so wird die Heiligkeit der Früchte verletzt.

In gewisser Hinsicht ließe sich dieses Erfordernis einigermaßen mit jenem der Unbefleckten Empfängnis vergleichen: Die Seele der Gottesgebärerin musste makellos sein, wie ein vollkommen heiliger Tabernakel, damit Sie eine würdige Trägerin von Gottes Sohn sein kann. Nun denn, die Seele des Priesters muss ebenfalls wie ein heiliger, vergeistigter Tabernakel sein, damit sie eine vollkommen würdige Trägerin von all demjenigen sein kann, das Gott in ihr zum Heil der Seelen reifen lassen möchte. So wie Maria den Christus in Sich tragen durfte für das Heil der Seelen, so darf die Priesterseele die Werke Christi in sich tragen für das Heil der Seelen. Gott wiederholt dabei ständig das von Ihm so sehr geliebte Verfahren: die Verschmelzung Gott + Menschenseele = Erzeugung des Heils.

Wenn nun der Priester eine weltliche Ehe eingehen oder aber außerhalb des Ehestandes mit einer Frau zusammenleben sollte, so käme dies einem Brechen des Treueeides Christus gegenüber gleich. Jegliches Werk dieses Priesters würde ohne das Siegel des Göttlichen Bräutigams vollbracht und die Heiligkeit der einzigen Kirche Christi würde an ihren Fundamenten angefressen. Mit dem Verlust der Heiligkeit ginge ein beträchtlicher Verlust der gespendeten Gnaden einher, und somit würden sowohl die Kirche als auch die Gesellschaft, die von den durch die Kirche erwirkten Gnaden leben muss, dem Bösen ausgeliefert.

Die heiligste Mutter Christi warnt vor dieser Gefahr, die in dieser Zeit sehr konkret geworden ist, denn jeder Priester, der sich eines Ehebruchs Jesus Christus gegenüber schuldig macht, entheiligt nicht nur die eigene Seele und die eigenen kirchlichen Werke, sondern entheiligt die ganze Kirche und macht sie als Hüterin der Werke Gottes unglaubwürdig.

Tatsächlich, manche der Apostel Jesu waren verheiratet. Sie haben nach ihrer Berufung allerdings das eheliche Leben aufgegeben und haben sich vollkommen und ganz Jesus, Seinen Werken und Seinem Vermächtnis hingegeben. Der Vollständigkeit wegen, ließe sich dazu noch Folgendes bemerken. Jesus hat diese Apostel nicht aus der Ehe weggerissen, Er hat ihnen die freie Wahl gelassen. Da sie sich zu etwas Höherem als dem ehelichen Leben berufen wussten, folgten sie künftighin dem Messias, um Früchte für Gottes Reich zu erzeugen. Gottes Vorsehung hat die betreffenden Frauen zu Gottes Zeit mit den Gnaden versehen, um dies zu verstehen.

Wieso ist im Rahmen der 'Untreue Christus gegenüber' die Rede von einer 'Verunreinigung des Ehebetts'? Jegliche Verbindung, die eine Seele an die Welt und ihre Interessen bindet, zieht die Empfindungsebene des seelischen Lebens herunter. Wenn ein Priester sich täglich dem Leben mit einer Frau hingeben sollte, sei es innerhalb oder außerhalb eines Ehestandes, so hieße dies, dass er sich nicht länger ausschließlich der Vergeistigung hingeben kann, die für die Fruchtbarkeit einer Berufung im Dienste Gottes unbedingt notwendig ist. Wenn in einer Seele die physische Komponente regelmäßig über das Maß des Lebensnotwendigen hinaus genährt wird, wird die seelische Komponente, die Ebene des Wesens, auf welcher sich die Kontakte und die Vermählung mit Gott vollziehen und auf welcher die Seele ihre Früchte von Heiligkeit erzeugen und das wahre Göttliche Leben sich entwickeln muss, unterernährt. Sie wird gleichsam mit einem Schleier zugedeckt, der sich aus dem Ganzen der weltlichen Einflüsse zusammensetzt, und erstickt aus Mangel am Sauerstoff der Göttlichen Beseelung.

Was ist denn darunter zu verstehen: 'Wenn die physische Komponente regelmäßig über das Maß des Lebensnotwendigen hinaus genährt wird'? Die Seele erhält ihre Lebenskraft von Gott. Diese Kraft verteilt sich auf die verschiedenen Komponenten (oder Ebenen) des menschlichen Wesens, insbesondere das höhere Seelische, das Geistige (den Verstand und die psychischen Fähigkeiten), das Emotionale (die Gefühle) und das Physische. Die physische Komponente ist der Teil des Lebens oder des Empfindens, der sich auf die körperlichen Bedürfnisse bezieht: insbesondere Nahrung, Kleidung, Wohnung, Verpflegung, Sexualität. Die Seele verteilt die von Gott erhaltene Lebenskraft freiwillig auf die verschiedenen Ebenen ihres Wesens. Entscheidet sich die Seele für ein 'physisches' Leben, indem sie Nahrung, Sexualität usw. in den Mittelpunkt ihrer Empfindung stellt, so werden die höheren Ebenen ihres Wesens, vor allem jene des Seelischen, immer weniger genährt und wird sie für ein Leben der Vergeistigung vollkommen ungeeignet. Es handelt sich da um eines der Grundgesetze des Göttlichen Lebens.

Daraus ergibt sich, wie grundlegend es für den Priester Christi ist, die von Gott erhaltene Lebenskraft im höchstmöglichen Maße der Ebene des höheren Seelischen zuzuführen. Gibt der Priester den Zölibat auf, so raubt er jener Ebene die Lebenskraft zugunsten der physischen Ebene seiner Empfindungen. Unter diesen Umständen kann die Seele nicht die Kraft instand halten, die sie braucht, um die Heiligkeit in sich aufrecht zu erhalten. Diese Lage ließe sich einigermaßen mit dem Elektromagnetismus vergleichen: Wenn der elektrische Strom (hier: die Göttliche Lebenskraft) ausfällt, verschwindet das magnetische Kraftfeld (hier: die Heiligkeit, die durch die Kraft Gottes erzeugt wird).

Recht bedenklich wird es, wenn als Grund, den Priesterzölibat aufzugeben, die Argumentation vorgebracht wird, die Wirklichkeit habe nachgewiesen, dass mancher Priester nicht ohne die Frau leben kann. Die Heiligkeit der Priesterschaft und der Werke, die er im Rahmen seiner Berufung ausführen soll, setzt den täglichen Kampf für die Vergeistigung voraus. Gerade dieser Kampf macht die Werke der Kirche fruchtbarer, als es andere Leistungen, welche auch immer, bewirken könnten, weil er den Sieg über die Macht der physischen Komponente des Daseins zum Gegenstand hat. Vergessen wir nie, dass diese physische Komponente zu den größten Zielscheiben Satans gehört, zu den am Leichtesten aufzubrechenden Türen, wenn es gilt, die Burg der Kirche zu überfallen und das Vermächtnis Christi zu entweihen oder es völlig und ganz zu rauben.

Der Zölibat stellt den Priester vor eine gewaltige Aufgabe, und zwar jene der selbstverleugnenden Liebe zu Jesus Christus. Dennoch verlangt Gott von Seinem Priester vor dem Eheschluss mit Christus diesbezüglich eine eindeutige Entscheidung. Die Seele sollte diese Ehe erst dann eingehen, wenn sie sich sicher ist, dass ihre Liebe zu Gott größer ist als jene zur Frau und dass ihr Bedürfnis der Befriedigung von Gottes Interessen größer ist als jenes der Befriedigung der eigenen (physischen) Interessen. So wie die Seele im Rahmen der vollkommenen Weihe an Maria sämtliche Bedürfnisse unter Marias Herrschaft stellt, so soll der angehende Priester sämtliche Bedürfnisse unter die Obhut des Bräutigams (Christus) stellen. Da es in dieser Ehe zwischen Gott und dem Priester letzten Endes völlig um Gottes Interessen geht, wird Er die Priesterseele auch gerne gegen all dasjenige stärken, was sie zur Untreue verführen könnte.

Letztendlich sind es die Liebe und der Wille des Priesters ebenso wie die Kraft seiner Herzensverbindung mit Christus und der Gottesmutter, die ihn in seinem täglichen Kampf verteidigen werden, denn es hängt von der Kraft der Verbindung zwischen dem Priester und Gott ab, inwieweit der Priester die Interessen Gottes überhaupt noch spüren und als erstrangig empfinden kann.

Eine Abschaffung des Priesterzölibats käme einer Auslieferung der Kirche an den Bösen gleich und wäre der Anfang der Traumstunde für jegliche finstere Kraft, die seit jeher versucht, nachzuweisen, dass weder die Kirche Christi noch die Menschenseele schlechthin wirklich heilig sein kann und dass somit die Macht Satans über die Seelen größer wäre als jene von Gott. Dies wäre ebenfalls der endgültige Sieg des Modernismus, der seit Jahrhunderten aus der heiligen Kirche eine menschliche, d.h. weltliche Kirche zu machen versucht. Weihen wir gemeinsam unsere Priester an Maria, die Himmlische Lilie, damit Ihr Schleier die Reinheit unserer Priester beschützen kann.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 261
Was ist mit dem Reich Gottes gemeint?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Gerne gehe ich näher auf Ihre Frage ein, weil sie so grundlegend ist.

Was ist mit dem Reich Gottes gemeint?

Die Herrin aller Seelen spricht oft vom Reich Gottes, weil dieses das Ziel verkörpert, worum es im Kampf zwischen dem Licht (Gott) und der Finsternis (Satan) gerade geht, und Maria die Führung über die Heere des Lichtes erhalten hat. Diese Heere setzen sich aus den Engeln und Heiligen zusammen, die dabei die Mitwirkung der Seelen auf Erden brauchen. Als die Herrin aller Seelen bildet Maria gerade die Seelen auf Erden, die sich Ihr vollkommen hingeben, für diese Zusammenarbeit mit den Himmlischen Heeren aus. Die Ausbildung besteht grundsätzlich daraus, die Seelen durch die Wissenschaft des Göttlichen Lebens zu der Vollendung der Erlösung und zur Heiligung zu führen. 'Durch Wissen zur Erkenntnis und durch Erkenntnis zur Kampfbereitschaft', so ungefähr könnte die Losung heißen.

Unter 'Reich Gottes' ist der Zustand zu verstehen, der erst auf Erden erreicht werden kann, wenn genügend Seelen vollkommen Gott gehören, indem sie die Früchte der Erlösung in sich reifen lassen und sich durch den Heiligen Geist und Maria heiligen lassen. Gemäß Gottes Verheißung wird das Reich Gottes auf Erden durch den Triumph des Unbefleckten Herzens der Gottesmutter eingeläutet werden. Sie ist vorbestimmt, den Kopf der Schlange (die Macht Satans) zu zerschmettern.

Das Reich Gottes auf Erden ist der Zustand einer Welt, in der die Seelen als Antrieb von ihrem ganzen Handeln, Sprechen, Denken, Fühlen, Anstreben und Wollen nur die Verfassungen und Gesinnungen besitzen, welche die Heiligung vollkommen erschließen, so dass die Seelen tatsächlich Gott gegenüber der Schöpfung vertreten können und Gottes Gesetze als einzige Quelle jeder Anpassung handhaben.

So lautet die Begriffsbestimmung von Seiten der Herrin aller Seelen.

Diesen Zustand bezeichnet Maria als 'das Reich Gottes auf Erden', weil er einem Blumenparadies ähnlich ist, in dem die Vielseitigkeit der Saat der Heiligkeit voll zum Blühen gebracht worden ist und die Saat des Unkrauts (Untugenden und Sünden) keinen günstigen Boden mehr findet zum Wachsen. In einem selben Bild drückt es Maria so aus, dass die Seelen für die Gründung von Gottes Reich blühen sollen.

Jesus sagte, das Reich Gottes sei in uns. Das stimmt: Jede Seele ist von Gott mit einem Keim der Heiligkeit versehen worden. In diesem Keim ist die Fülle der Heiligkeit enthalten, aber der Keim muss aufgeschlossen werden. Dazu braucht die Seele:

  • die Sonne von Gottes Licht (die einzige ewige Wahrheit und die wahre Liebe);
  • den Regen der Gnade (der ebenfalls in Form der unzähligen Prüfungen des Alltags auf unseren Weg kommt, mit denen wir in der heiligst möglichen Weise umgehen sollen) und
  • den Sauerstoff des Heiligen Geistes (Weisheit und Erkenntnis, inbegriffen die Selbsterkenntnis und die Fähigkeit zum Ergründen der eigenen Schwächen).

Wenn sich in möglichst vielen Seelen der Keim der Heiligkeit aufgeschlossen hat, blüht tatsächlich das Reich Gottes als sichtbarer Zustand in Form einer Welt von Liebe und Frieden, in dem Gottes Gesetz der einzige Wegweiser ist.

Vor Pilatus sagte Jesus tatsächlich, Sein Reich sei nicht von dieser Welt. Gottes Reich hat nichts Weltliches, und jede weltliche Gesinnung und jedes weltliche Ziel sind Feinde der Gründung dieses Reiches. Seine Quelle ist Himmlisch und Sein Ziel ist Himmlisch, weil es das Leben in vollkommener Heiligkeit verkörpert.

Im Vater Unser beten wir "Dein Reich komme...": nochmals dieses Reich Gottes. Worum wir also in Wirklichkeit bitten, ist das Aufblühen unserer Heiligkeit, denn nur daraus ergibt sich letztendlich die Gründung von Gottes Reich auf Erden. Es handelt sich da, wie Sie bemerken, um ein geistiges Reich in den Seelen. Tatsächlich: Es handelt sich ja um die individuelle Blüte von immer mehr Seelen. Gerade da liegt die riesige Aufgabe der Herrin aller Seelen: Gott hat der Heiligen Jungfrau eine uneingeschränkte Macht geschenkt, Seelen so zu bilden und zu gestalten (mit ihrer freiwilligen Mitwirkung selbstverständlich, sonst geschieht nichts), dass diese ihre angeborene Fähigkeit, sich vollkommen zu heiligen, voll entfalten können. Zu diesem Zweck will Maria in dieser Ihrer höchsten Eigenschaft (als Herrin aller Seelen) möglichst viele Seelen zur Fülle ihrer Entfaltung führen. In jenem Zustand nutzt die Seele das Geschenk der Erlösung in seiner Fülle, vereinigt sie sich also mit Christus und sterben in ihr eine Schwäche nach der anderen, eine Untugend nach der anderen, ein Element von Finsternis nach dem anderen. Was übrig bleibt, ist Heiligkeit, wie ein Spiegel der Göttlichen Natur: Gottes Reich kommt somit auf Erden, wie im Zustand vor der Erbsünde, im irdischen Paradies.

Ihre Bemerkung, das Reich Gottes sei in den Seelen seit der Menschwerdung Gottes schon begründet, stimmt im Ansatz, aber diese Aussage benötigt eine Erläuterung. Als der Christus Mensch wurde, trug Er gleichsam in Sich die Fülle der Erlösung und somit die Fülle von Gottes Reich. Uns obliegt nun die heilige Pflicht, diese Göttliche Saat nicht ungenutzt liegen zu lassen, sondern sie durch ein heiliges Leben in Blumen zu verwandeln. Der goldene Weg ist dieser der vollkommenen Weihe an Maria, die Tag für Tag in allen Situationen des Alltags wirklich gelebt werden muss. Jede Seele trägt in sich die Saat, mit der Gottes Reich auf Erden gesät werden soll, aber in unzähligen Seelen keimt diese Saat kaum oder gar nicht.

Grundgelegt ist Gottes Reich durchaus, aber wirklich zustande kommen, kann es erst in dem Maße, wie die Seelen Christus wirklich nachfolgen und sich zu dem Zweck restlos der Herrin aller Seelen hingeben. Jede Seele ist wie ein kleiner Behälter für einen Samen von Gottes Reich. Für diese Behälter gibt es einen Schlüssel, der von Jesus Christus im Erlösungsmysterium freigegeben worden ist. Die Herrin aller Seelen, die Miterlöserin und Mittlerin aller Gnaden hat die Macht, den Schlüssel umzudrehen, damit der Samen frei kommt, aber die Seele muss Sie darum bitten und muss außerdem glauben, dass es einen Schlüssel gibt. Mit anderen Worten: Die Seele, die an das Erlösungsmysterium glaubt und sich vollkommen Maria hingibt, um mit Ihrer Hilfe und unter Ihrer Führung dieses Mysterium in sich zum Blühen zu bringen und es in sich neu zu leben (Weihe und liebevolle Hingabe in den Prüfungen!), wird ihre Saat für die wahre Gründung von Gottes Reich ausstreuen. Dieser Vorgang muss sich in möglichst vielen Seelen vollziehen, jetzt, in dieser Zeit.

Benutzen wir diese Gnaden einer Erkenntnis, wie sie der Menschheit nie zuvor geschenkt worden ist, denn solange die Saat nicht keimt, kann sie sich nicht in Blumen umwandeln lassen, und solange die Himmlischen Blumen nicht üppig in den Seelengärten blühen, können sie auch keine weiteren Seelen dazu anregen, sich danach zu sehen, die unendlichen Schönheiten aus Gottes Hand auch in sich selbst hegen zu können. Gerade diese Schönheiten, die nichts anders sind als die vielen Äußerungen des Göttlichen Lebens, werden den Seelen zeigen, dass Gottes Reich tatsächlich aufgestanden ist. Da wird die Luft nur Liebe und Frieden atmen, und die Versuchung wird jeden Reiz verlieren.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 262
Welche Ansicht hegt die Herrin aller Seelen in Bezug auf die Pädophilie?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Jede Seele ist in ihrem Leben täglich unzähligen Einflüssen ausgesetzt, die sich in unterschiedlichem Maße auf den verschiedenen Ebenen der Empfindung auswirken. Der Mensch versucht von Anfang an, die Einflüsse aus seiner Lebenswelt zu deuten. Viele dieser Einflüsse lassen sich jedoch aus der wissenschaftlichen Perspektive nicht deuten. Die Tatsache, dass manche Dinge durch wissenschaftliche Erläuterung greifbarer und verständlicher werden, heißt noch nicht, dass die Deutungen der Fülle von Gottes Wahrheit und Seinen Ansichten entsprechen. Die Gottesmutter lehrte mich vor vielen Jahren, jegliches Phänomen aus der spirituellen Perspektive zu betrachten, und versprach mir in jenem Zusammenhang, Sie werde im Rahmen der Himmlischen Hochzeit Ihr Herz und Ihre eigenen Betrachtungsweisen in mir blühen lassen. Aus diesem Grunde freut mich insbesondere die Formulierung Ihrer Frage:

Welche Ansicht hegt die Mutter, die Königin des Himmels und Herrin aller Seelen, in Bezug auf die Pädophilie?

Zunächst muss ich betonen, dass ich in den nachfolgenden Zeilen von jeglicher psychologischen oder sonstigen weltlichen These Abstand nehme und ausschließlich die These der Himmelskönigin vorbringe, weil die Betrachtung eines jeden Phänomens der Seele nur dann Früchte einbringen kann, wenn diese auf Gottes Ansichten basiert. Entscheidend für unser ewiges Heil sind schließlich unser Gehorsam Gott gegenüber und unsere Liebe zu Seinen Werken und Plänen, nicht die Kenntnis irgendeiner wissenschaftlichen Theorie, die lediglich auf sehr lückenhaftem menschlichem Wissen basiert. Maria führt uns zwecks eines richtigen Verständnisses der spirituellen Deutung der Pädophilie zu der Anfangsphase der Schöpfung zurück. Sie werden gleich verstehen, aus welchem Grunde.

Gott hatte die Sexualität nur als Komponente des menschlichen Wesens und des menschlichen Verhaltens vorgesehen, die Ihm dienen sollte. Die menschliche Empfindung des Sexualaktes sollte Gottes Plänen völlig untergeordnet bleiben. Betrachten wir mal das ursprüngliche, von Gott beabsichtigte Wesen der Sexualität.

Das Erleben der Sexualität ist wesentlich eine physische Empfindung. Trotzdem war dies nicht die ursprüngliche Absicht Gottes. Der Sexualakt war von Gott als eine spirituelle Handlung in innigster Einheit zwischen einem Mann und einer Frau gedacht, wobei der Höhepunkt eine inbrünstige seelische Verzückung sein sollte, die von dem Bewusstsein ausgelöst wird, dass die Seele mit einer Handlung zu Diensten Gottes beschäftigt war, einer Handlung, die als Errichtung einer Grundlage für den Empfang einer neuen Seele zu betrachten war. Der Schöpfer hatte die ersten Menschenseelen mit der unbewussten Kenntnis versehen, dass ihre physische Vereinigung ein Göttliches Werk war und Seinen Bedürfnissen dienen sollte. Gerade dieses Bewusstsein sollte die beiden Beteiligten während des Liebesaktes auf den Gipfel der Verzückung führen, durch welche sich auch der physische Vorgang vollziehen kann, um Gottes Absicht zu verwirklichen, und zwar dass Gott die Seele in der Flamme der völligen Hingabe zweier Seelen an Ihn und aneinander betten kann.

Wie ist es zu verstehen, dass dieser Akt der physischen Verschmelzung im Rahmen einer seelischen Verzückung Gott dienen sollte? Der Heilsplan im Sinne eines Planes zur Erlösung war damals noch nicht in Ausführung, da die Notwendigkeit der Erlösung noch nicht vorlag: Die beiden ersten Menschenseelen waren vor der Erbsünde im Stand der vollkommenen Heiligkeit, weil sie im vollendeten Gehorsam Gottes Gesetzen gegenüber lebten. Jede Seele, die in die Welt geschickt werden sollte, um auf Erden in einem physischen Körper zu leben, sollte eine lebende Verherrlichung an den Schöpfer darstellen. Dieses Bewusstsein lebte in den ersten Seelen und sollte der große Auslöser der sexuellen Verzückung sein, die, wie erläutert, grundsätzlich eine seelische Verzückung war.

Ich habe im Brief Nr. 260 auf die Verteilung der Göttlichen Lebenskraft auf die verschiedenen Ebenen der menschlichen Empfindung hinweisen müssen. Dieses Wissen brauchen wir auch hier für ein richtiges Verständnis. Dadurch, dass die Menschenseelen ab der Erbsünde immer mehr Lebenskraft auf die physische Empfindungsebene hinlenkten, ist der Sexualakt zu einer hauptsächlich physischen Empfindung geworden und wurde die Verzückung auf dem Höhepunkt dieser Empfindung zu einer physischen anstatt zu einer seelischen Verzückung. Nun zu Ihrer Frage:

Pädophilie wird von Gott als ein schwerer Verstoß gegen Sein Gesetz betrachtet, weil es sich um eine sexuelle Einstellung handelt, die ein Kind zum Gegenstand hat, d.h. eine Seele, die in spiritueller Hinsicht im Stand relativer Unschuld lebt, noch weitgehend so, wie Gott sie erschaffen hat. Das Kind wird ohne seinen ausdrücklichen Willen ganz plötzlich und nicht selten wiederholt in eine Erfahrung einbezogen, in welcher ausschließlich die körperliche Empfindung im Mittelpunkt steht.

Die Herrin aller Seelen spricht in Bezug auf die Pädophilie von einer sündhaften Einstellung bzw. einer sündhaften Gewohnheit, und verweist auf die Begriffsbestimmung, die Sie im Brief Nr. 83 über die Sünde hat vorbringen lassen. Ich führe gerne nochmals an:

"Eine Seele begeht eine Sünde, wenn sie einer Eingebung nachgibt, aufgrund derer sie zu einer Abweichung von Gottes Gesetz angeregt wird, sei es durch eine Handlung, sei es durch ein Wort, durch ein Gefühl, durch einen Gedanken, durch einen Wunsch oder durch ein Versäumnis. Dabei ist wichtig, dass, damit es sich um eine Sünde handelt, die Seele der Versuchung freiwillig nachgeben muss, weil in ihr die Hoffnung auf Befriedigung eines persönlichen Bedürfnisses geweckt worden ist oder aber diese Eingebung ein solches Bedürfnis so stark spüren lässt, dass dieses plötzlich eine alles beherrschende Macht über die Seele gewinnt, so dass die Seele keine Ruhe mehr findet, ehe sie der Versuchung nachgegeben hat".

In der pädophilen Handlung handelt es sich, spirituell betrachtet, um die Befriedigung eines persönlichen Bedürfnisses, das nicht mit Gottes Bedürfnissen übereinstimmt, d.h. das Seine Werke nicht fördert und Seinen Plänen nicht dient, ganz im Gegenteil, und das auf Kosten der seelischen Entwicklung eines Mitmenschen geht. Der junge Mitmensch wird dazu gezwungen bzw. dazu verführt, sich auf der niedrigsten Ebene seines Daseins der Befriedigung eines physischen Bedürfnisses des Auslösers der Situation hinzugeben oder dieser Befriedigung dadurch Vorschub zu leisten, dass er dazu gezwungen wird, seinen stofflichen Körper für diese Befriedigung zur Verfügung zu stellen. Der junge Mitmensch soll somit den eigenen freien Willen beseitigen lassen, um Anteil an einer Situation oder Handlung zu haben, die er nicht bewusst gewollt hat oder will, die von Gott als sündhaft gewertet wird und die in ihm das angeborene Bedürfnis verletzt, sich einzig und allein Gott hinzugeben.

Das ist es gerade, was unter der 'kindlichen Unschuld' zu verstehen ist, nämlich das natürliche Bedürfnis des Kindes, mit seinem ganzen Wesen Gott zu gehören und sich ausschließlich Ihm und Seinen Werken und Plänen hinzugeben, und die Neigung der noch relativ unverletzten Seele, in der Tugend zu leben. Erst durch den wiederholten Kontakt mit der Welt und seinen unzähligen finsteren und untugendhaften Einflüssen verliert die kindliche Seele Schritt für Schritt diese Unschuld. Die pädophile Handlung bzw. die pädophile Einstellung, der die kindliche Seele ausgesetzt wird, gehört zu den sündhaftesten dieser Einflüsse, weil diese von einer Seele ausgeht, die das Kind unmittelbar und absichtlich zur Zielscheibe der sündhaften Handlung oder Einstellung macht.

So leuchtet es ein, wieso die Pädophilie als eine listige Strategie Satans zu betrachten ist, durch welche er die Schöpfung zu zerrütten versucht. Erstens unterminiert er die ganze Tugendhaftigkeit der Menschheit, so dass die Gesellschaft durch Normen regiert wird, die völlig von den Absichten und den Werten Gottes abweichen, und zweitens führt er Seelen dazu, in der Kindseele, die ohnehin schon diesen untugendhaften Normen ausgesetzt ist, die Empfindung von Gottes Reinheit unmittelbar zunichte zu machen. Die Kindseele steht ja Gott noch relativ näher, weil sie die finsteren Normen der Welt noch nicht lange und noch nicht im vollen Bewusstsein in sich hat aufnehmen müssen.

Maria legt uns nahe, wir sollten die Seele, die sich pädophilen Handlungen hingibt, weder richten noch verurteilen, sondern dafür beten, dass sie aus dieser Gefangenschaft gegenüber dem Bösen befreit wird. Der Böse ist es, der die Seele dazu anregt, mit ihrer Sexualität auf eine solche Weise umzugehen, dass diese Gottes Plänen entgegenwirkt, den Gnadenstand der ganzen Menschheit herunterholt und eine bzw. mehrere junge Seelen wider ihren Willen zum Gegenstand der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse macht. In der pädophilen Seele wird Hingabe an Gottes Wünsche zur Hingabe an die eigenen Bedürfnisse unter Einbeziehung von Seelen, die noch näher zu der Empfindungswelt leben, die Gott für die unverletzte Menschenseele vorgesehen hatte. Es handelt sich bei der Pädophilie dadurch um eine unmittelbare Unterminierung von Gottes Werken. Die seelische Unschuld geht in der jungen Seele verloren, die oft ein Leben lang die Narben davon trägt und die dadurch oft nicht mehr an Gottes Liebe glauben kann.

Die Gefangenschaft der pädophilen Seele besteht darin, dass diese nicht lediglich einer Versuchung zu einer Handlung erliegt, die eine unschuldige Seele verunreinigt, sondern dass sie in eine Empfindungswelt gezogen wird, in der sie auf der seelischen Ebene ihres Wesens in einen Zustand vollständiger Erstarrung herabsinkt. Ich verweise dabei auf die Darlegung über die Unterernährung der seelischen Empfindungsebene (im Brief 260). Bei dieser Seele entwickeln sich die physische Empfindung und die physischen Bedürfnisse so stark, dass die physische Ebene einen immer größeren Anteil der Lebenskraft an sich zieht, die Gott der Seele zufließen lässt. Dasselbe gilt übrigens für jede sexuelle Empfindung, wenn es der Seele nicht gelingt, diese zu beherrschen.

Wie können wir produktiv, d.h. fruchtbar, mit der Sünde der Pädophilie in der Welt umgehen? Ich verweise diesbezüglich auf die Darlegungen, welche die Herrin aller Seelen früher zum Thema Sexualität geschenkt hat. In einer Offenbarung vom 9. Juni 2006 betont die Herrin die Notwendigkeit für jede Seele, ihre Sexualität unter Ihre (d. h. Marias) Macht zu bringen. In der Offenbarung vom 18. Dezember 2006 heißt es:

"In der Seele, die sich wahrlich danach sehnt, dass Ich Herrin über ihren Körper sein soll, liegen alle Triebe, alle Bedürfnisse, auch jene im Rahmen der Sexualität, Mir zu Füßen und fällt deren Entladung oder Befriedigung unter die Gesetze Meiner Macht".

Konkret heißt das alles, dass jede Seele dazu eingeladen wird, Maria zur Beherrscherin ihrer Körperlichkeit und ihrer Sexualität zu machen. Eine Weihe an Maria, ob es sich um das ganze Wesen oder aber um eine Komponente des Wesens insbesondere handelt, kann nur dann erfolgreich sein, wenn zwei große Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. der aufrichtige Wunsch, Maria zu gehören und von Ihr zu einem vollkommen tugendhaften Umgang mit jedem Hindernis auf dem Wege zur Vervollkommnung geführt zu werden, und
  2. eine Liebe zu Maria und zu den Werken Gottes, welche die Liebe zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse weit übersteigt.

Wir dürfen niemals den Fehler begehen, die pädophile Seele selbst für den großen Feind zu halten. Diese Seele ist selber die erste Gefangene ihrer Neigungen und ist befreiungsbedürftig. Wir sollten sie nicht richten, der unfehlbare Ewige Richter kann das besser. Wir sollten sie auch nicht gewähren lassen, aber unser Kampf sollte in erster Linie spiritueller Natur sein. Die Herrin ruft gerade zu diesem Zweck seit mehreren Jahren zu der Bildung einer Lichtkette auf, damit wir uns durch Gebet und Aufopferungen aneinander schließen, um die Ketten derjenigen zu zerbrechen, die nicht die Kraft haben, sich aus ihrer Finsternis zu befreien.

Wollen wir die Pädophilie aus der Welt schaffen, fangen wir dann damit an, gemeinsam die Macht desjenigen zu brechen, der Gottes Werke unwirksam zu machen versucht und durch die pädophile Seele in mehreren Hinsichten seine Finsternis in die Welt haucht. Die Himmlische Lilie ist die Arznei: Sie ist es, die als einzige Menschenseele eine absolute Macht über jegliche Versuchung hatte und Ihre Sexualität vollkommen beherrscht hat, damit Sie nur Gott und Seinen Werken gehört. Unser Gebet sollte dahin gehen, dass wir gemeinsam die Himmelskönigin darum bitten, Sie möge unsere Aufopferungen und Prüfungen dazu anwenden, auf die Seelen die Gnade herabzurufen, dass diese sich der ursprünglichen Absichten Gottes mit der Menschenseele bewusst werden und die Kraft erhalten, auch ihre physischen Bedürfnisse in den Dienst an Gott zu stellen, damit sie nicht zur Kette werden, welche den Flug der Seele zur Heiligkeit unmöglich macht.

Der Kampf für eine bessere Welt setzt sich grundsätzlich aus unzähligen Schlachten zusammen, in welchen das Ungeheuer der eigenen Schwächen und untugendhaften Neigungen gefesselt und der Himmelskönigin zu Füßen gelegt werden. Gottes Reich des vollendeten Glückes auf Erden soll letzten Endes mit den Steinen unserer Selbstbeherrschung, Selbstverleugnung und Vergeistigung erbaut werden. Das alles fängt mit einer gründlichen Reinigung des Herzens an, denn ein wirklich reines Herz verhindert, dass die Lebenskraft aus Gottes Hand noch länger für die Befriedigung von Bedürfnissen angewandt wird, welche die Seele von ihrer wahren Bestimmung wegführen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 263
Die Weihe an die Herrin aller Seelen an der Schwelle des leiblichen Todes: ein Weg zum Tor des Paradieses

(Ermutigung seitens der Herrin aller Seelen an eine Seele, die voraussichtlich nicht mehr lange leben wird)

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Mir kommen die Tränen, während ich Sie durch diese Zeilen in meine Arme schließe, weil ich es immer wieder als eine Verzückung empfinde, wenn Sich die Himmelskönigin zunächst mit meiner Kleinigkeit vereint und anschließend einer leidenden Seele die makellose Hand auf das Herz legt, wie Sie es jetzt bei Ihnen tut.

Die Ärzte haben Sie aufgegeben. Gott hat Sie aber nicht aufgegeben, ganz im Gegenteil, Er kann die Stunde kaum erwarten, wo Er Ihnen die Fülle Seiner Liebe schenken kann, in einem Land ohne Schmerzen, ohne Herzeleid und ohne Enttäuschungen. Ich möchte Sie mit Ihrer ganzen Vergangenheit, Ihren jetzigen Gefühlen der Unsicherheit und Ihren vielen Fragen über die Zukunft von Herzen gerne heute noch der Herrin aller Seelen zu Füßen legen, weil dort Frieden und Trost blühen wie die Frühlingsblumen: schön in der Verheißung des Sommers, duftig von der Liebe, mit denen Gott sie gemacht hat, und üppig wie die Hoffnung, die Er in jede Seele gießt, die sich vertrauensvoll Ihm und Seiner auserwählten Königstochter hingibt.

Die Saat des Schmerzes und des Leids und die Tränen der Verzweiflung und der Einsamkeit werden Sie dort, zu jenen Füßen, die Sicherheit der Erfüllung der großen Verheißung empfinden lassen. Gerne bitte ich Sie darum, mit mir gemeinsam im Herzen verbunden die Weihe Ihres ganzen Lebens vor Maria zu bringen. Diese Weihe wird mancher Stunde des inneren Kampfes, den Sie durch die Jahre hindurch geliefert haben, einen zusätzlichen Sinn geben und manche trostlose Strecke Ihres Lebensweges heute noch mit Blumen besäen. So wirkt die vollkommene Weihe an die Herrin aller Seelen. Legen Sie der Himmelskönigin voller Zuversicht all dasjenige in die Hände, was Sie von Gott bekommen haben und noch bekommen werden, und Sie wird Ihm diese Geschenke zurückgeben, bekleidet mit dem Samt Ihrer vollendeten Liebe, dem goldenen Schlüssel, mit dem Sie für Unzählige bereits die Schatzkammern der Ewigkeit geöffnet hat.

Liebe Schwester, keine Worte werden jemals ausdrücken können, was Marias Gegenwart in dem Herzen vollbringt, wenn Sie dort für immer wohnen darf. Wäre dies nicht der Fall, so könnte ich Ihnen diese Zeilen nicht aus einem Feuer heraus schreiben, das mir fast den Atem nimmt. Die Himmelskönigin liebt Sie sehr und lässt Sie keine Sekunde los. Versuchen Sie nur, sich im Herzen mit Ihr zu verbinden. Sie wartet auf jedes Wort von Ihnen als Ihrer Tochter, mit einem Feuer, das keine menschlichen Worte je beschreiben könnten. Einmal kommt für jeden und jede von uns die Stunde, in welcher Gott Seine Liebe nicht länger bezwingen kann und Er uns sanft und leise darauf vorbereitet, dass Er nicht länger alleine, sondern mit unserer Seele in der Hand durch die verzückenden Gärten des Ewigen Paradieses spazieren möchte. Wie unwichtig werden dann doch die Worte und Ansichten, die Urteile und Torheiten aus Menschenherzen, ja, wie unwichtig sollten sie dann werden. Ab jener Stunde zählt doch nur diese Stimme, die uns die Fülle der Wahrheit verkünden will, die ja immer die wahre Befreiung bringt. Diese Stimme ist ja nur der erste Hauch der Verzückung, auf den unzählige für die Ewigkeit folgen.

Mit besonderer Liebe schließe ich Sie in mein Herz, liebe Schwester, und teile dort mit Ihnen all dasjenige, was die Himmelskönigin für Sie bereithält. Was Sie auch immer von mir verlangen wird, Ihnen von Herz zu Herz eine Freude zu bereiten, werde ich Ihnen gerne ins Herz säen. Schließlich sind wir alle füreinander nur kleine Brücken, über welche die Hoffnung ausgetauscht wird und durch welche die Freude von einem Ufer zum anderen wandern darf. So hat der liebende Gott es gewollt und so wollen wir es füreinander vollbringen.

Ich wünsche Ihnen den wahren Frieden Christi, den Frieden der Seele, die weiß, dass ihr Weg künftighin durch das Herz der Gottesmutter zum wahren Glück läuft, weil sie ihn durch ihre vertrauensvolle Hingabe dorthin gelenkt hat. Selbstverständlich bleibe ich sehr gerne für Sie da.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


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Brief 264
Die Teilnahme an der Heiligen Messe – Was bestimmt die Größe der Gnade? – Die Reinigung der Seele und ein schwarzes Selbstbild – Die Verkündigung Mariä in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen macht den Bösen 'richtig wild'

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Bitte entschuldigen Sie die verspätete Antwort. Jede Antwort kommt zu dem von der Himmelskönigin gewählten Zeitpunkt. Es freut mich, dass dieser heute für Sie gekommen ist.

(...) Die Herrin aller Seelen sagte mir bereits wiederholt, Gott verhänge nie ein negatives Urteil über eine Seele, die aufrichtigen Herzens und mit Liebe ein Handlung vornimmt bzw. an einer Handlung beteiligt ist oder derselben beiwohnt. Wenn also zum Beispiel ein Priester die Heilige Messe nicht hundertprozentig nach den Vorschriften Roms oder aber nach den Ansichten des Himmels feiert, kann der Gläubige nichts dafür, solange er bzw. sie dieser Messe mit aufrichtigem Herzen beiwohnt. Der Gläubige erhält dann die mit der Heiligen Messe verbundene Gnade so, als ob er einer vollkommen ordnungsgemäß gefeierten Messe beiwohnen würde.

Falls Sie einen Widerwillen spüren, dorthin zu gehen, kann es durchaus sein, dass der Kern Ihrer Seele sich diesem Vorgang widersetzt. Vielleicht sollten Sie versuchen, anderswo der Heiligen Messe beizuwohnen, vorzugsweise der Heiligen Messe nach dem alten Ritus (d.h. nicht modernistisch). So lautet immer wieder die Anweisung der Gottesmutter. Es ist alles eine Frage der Gnade: Die Größe der von Gott gespendeten Gnade hängt von mehreren Faktoren ab, von denen die Wichtigsten sind:

  • von dem Maße, in dem die Handlung (im vorliegenden Falle: die Heilige Messe) mit den Vorschriften Gottes übereinstimmt, die von Gott mit dem Höchstmaß der Gnade versehenen Worte genauestens wiedergibt und die von Jesus eingesetzten Handlungen genauestens befolgt;

  • von der Herzensverfassung, in welcher die Seele dieser Handlung beiwohnt oder sich an derselben beteiligt.

Die Gottesmutter liebt Sie durchaus, obwohl Sie sich in einer Phase der Dunkelheit befinden. Sie sucht sogar mehr als je zuvor, Ihr Herz zu berühren. Sie sind nicht verloren gegangen, der Böse möchte Ihnen dies jedoch einreden. Er ist es, der Sie innerlich so aufwühlt und Sie über sich selbst verunsichert. Wenn sich die Seele an Maria weiht und Ihr zu folgen versucht, wird sie mit Sicherheit geprüft, auch von der Finsternis aus, weil Maria die von Gott auserwählte Führerin im Kampf gegen die Finsternis ist (die Frau gegenüber der Schlange). Dies ist der wichtigste Grund, weshalb so viele Seelen kurz nach der Weihe an Maria ihre Weihe aufgeben oder sogar den Glauben verlieren: Sie werden mit den Prüfungen konfrontiert, die weltlichen Sorgen werden ihr nicht genommen, wie sie vorher meinten, und sie sind nicht bereit, sich weiter hinzugeben.

Es muss betont werden, dass die Verkündigung Mariä in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen den Bösen richtig wild macht, denn diese Eigenschaft verschafft Maria die allerhöchste Ehre. Wenn die Seele Ihr also in jener Eigenschaft striktestens folgen will, wird sie mit Sicherheit schwer geprüft. Die Weihe an Maria in dieser Eigenschaft ist wie ein Kampfbund: Die Seele kann durch diese Weihe in dem Maße, wie sie diese im Alltag konkret lebt, sehr viel Licht für Gottes Schöpfung herstellen helfen. Es ist sehr wichtig, dass die Seele sich im Mittelpunkt des Herzens mit Maria verbunden weiß und sehr fest an Ihre Macht glaubt, die unendlich viel größer ist als jene des Bösen. Nur muss die Seele sich von der Herrin weitgehend reinigen lassen. Und genau während dieses Verfahrens, das sich in vielen aufeinander folgenden Schichten vollzieht, wird sie es öfters sehr schwer haben. Es gilt dann, felsenfest an Maria und... an sich selbst zu glauben.

Während der Reinigung fühlt sich die Seele in gewisser Hinsicht wie zerstückelt und niedergerissen. An den Tagen, wo dieses Gefühl am meisten ausgeprägt ist, wird die Seele leicht dazu verführt werden, zu glauben, sie sei völlig verschmutzt und somit verdammt. Da haben wir das Gefühl, welchem Sie zum Opfer gefallen sind. Fassen Sie Mut, denn die Gottesmutter ist Ihnen viel näher, als Sie denken.

Maria, die Herrin und Königin, wird Sie nie verlassen. Das könnte Sie gar nicht tun, denn Sie lässt Sich keine Seele nehmen, die Sie in eine Blume umwandeln will. Die Seele, die sich zuversichtlich der Herrin aller Seelen zu Füßen legt, wird ja von Ihr in eine Blume umgewandelt. Die Himmlische Saat ist bereits da, im Keim der Heiligkeit in der Mitte Ihrer Seele. Maria lässt Sie nicht aus der Hand, bevor Sie Sie als Parfüm vor Gottes Thron eingeliefert hat. Gerade dort liegt eine von Myriams Aufgaben: diesen ganzen Umwandlungsvorgang durch die Hingabe meines Selbst an die Herrin zu begleiten und tragen zu helfen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 265
Wird eine Seele jemals von Gott daran gehindert, im Glauben weiterzukommen? – Wie lange hält die Weihe an Maria an? – Ist mit einer Todsünde auch die Weihe wieder von vorne anzutreten? – Ist die Muttergottes je von einem Menschen enttäuscht? – Muss man vor dem Teufel Angst haben? – Wenn eine Prüfung nicht bestanden wurde, bekommt man dann die gleiche Prüfung nochmals? – Stellt Gott jemals die Spendung von Gnaden ein?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

In dem Maße, wie in einer Seele die Liebe zu Gott, zu Maria, zu den Himmlischen Werken wächst, wird die Seele dazu neigen, sich mehr Fragen zu stellen. Über dasjenige, was man wirklich liebt, möchte man doch möglichst viel wissen. Die Gottesmutter freut Sich besonders über Fragen, die nicht aus dem Verstand, sondern aus dem Herzen heraus gestellt werden. Tatsächlich, nicht das Denken und Analysieren bringt die Seele näher zu Gott, sondern die Empfindungen im Herzen, vorausgesetzt, diese werden richtig mit Himmlischer Saat befruchtet. Die Seele, die sich aus dem Verstand heraus Fragen über die Himmlischen Dinge stellt, wird dabei sehr leicht vom Bösen gelenkt, dem es ja nur darum geht, die Wahrheit Gottes in Frage zu stellen. Da sich diese Wahrheit grundsätzlich nur durch den Kanal der Mystik näher ergründen lässt, wird die denkende Seele vom Bösen leicht gegen die vom Himmel verkündeten Wissenselemente aufgehetzt. Über die Fragen in Ihrem Brief freut Sich die Herrin aller Seelen sehr, weil diese aus der Quelle der Liebe hervorkommen. Sehr gerne teile ich Ihnen deshalb dasjenige mit, was mich die Himmelskönigin auf diese Fragen antworten lässt.

Wie sieht es aus, wenn eine Seele sehr gerne weiterkommen möchte in ihrem Glauben; wird sie vom Himmel gestoppt, wenn sie dafür nicht geeignet ist? Lehnt sich da die Seele zu weit hinaus?

Gott wird eine Seele niemals daran hindern, im Glauben weiterzukommen, weil der Fortschritt im Glauben grundlegend ist für die seelische Entwicklung und die Heiligung. Dennoch wird Gottes Vorsehung jede Seele immer in die Richtung lenken, die am Besten zu dem Plan passt, den diese Seele auf Erden zu erfüllen hat, d.h. die Seele wird so geführt werden, dass sie womöglich genau die Situationen, Ereignisse, Kontakte usw. lebt, die sie nötig hat, um einen möglichst wertvollen Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Werken zu leisten. Eine Seele kann sich unter Umständen zu weit hinaus lehnen, wenn sie unbedingt eine Rolle erfüllen möchte, zu der sie nicht berufen worden ist und der sie also auch nicht gewachsen ist. Wie ich früher bereits habe schreiben müssen, geht mit jeder Rolle, die eine Seele auf Erden zu erfüllen bekommt, ein gewisses Paket an Gnaden und eine spezifische Art der Führung 'von oben' einher.

Wenn eine Seele Dinge zu tun versucht, zu denen sie nicht berufen ist, so tut sie das ohne die erforderliche Begnadung und Führung und setzt sich dadurch vielen Gefahren aus. Die mystischen Berufungen zum Beispiel können erstens nur unter besonderem Schutz von oben erfüllt werden, da diese Berufungen in außerordentlichem Maße Zielscheiben für den Bösen sind, und zweitens können sie niemals fruchtbar werden ohne die erforderliche Begnadung. Die Seele kann sich dadurch selber sehr viel Schaden zufügen. Gott kann diese Seele eine zeitlang gewähren lassen, weil Er den freien Willen nicht beeinträchtigen mag, aber es kommt vor, dass eine Seele, wie Sie es ausdrücken, in jenem Sinne 'gestoppt' wird, dass sie durch Vermittlungen der Göttlichen Vorsehung vor sich selbst geschützt wird.

Wenn man sich der Muttergottes geweiht hat, für wie lange hält das dann an?

Die Weihe an Maria ist grundsätzlich ein freiwilliger Akt. Die Seele gibt sich aus freiem Willen der Gottesmutter hin. Bevor die Seele diesen Schritt macht, sollte sie sich überlegen, worum es sich wirklich handelt. Die vollkommene Weihe an Maria ist ein heiliger Bund, durch welchen die Seele sich Maria völlig und bedingungslos hingibt, damit Maria sie durch innere Führung und unter Mitwirkung der Seele zur Heiligkeit bringen kann. Die Seele soll sich dessen bewusst bleiben, dass der einzige wahre Sinn der Weihe darin besteht, dass sie als an Maria geweihte Seele bedingungslos im Kampf für die Gründung von Gottes Reich auf Erden eingesetzt werden soll, deswegen bedingungslos zur Dienerin der Himmelskönigin wird und selber zu höheren Ebenen der Heiligkeit geführt wird, vorausgesetzt, sie betrachtet die Weihe als einen bedingungslosen und lebenslänglichen Bund. Was nutzt es, sich Maria zu weihen, wenn man sich eines Tages zurückzieht? Wahre Liebe gibt sich nie geschlagen. Es ist dabei in Erwägung zu ziehen, dass die bedingungslose Weihe an Maria als der Gipfel der Nächstenliebe gilt, denn vollkommene Weihe an Maria setzt bedingungslose Selbstverleugnung voraus. Die Seele, die eine solche Gelegenheit, sich zu heiligen, versäumt, hat den Wert der Heiligung für die eigene Ewigkeit und für Gottes Werke nicht begriffen.

Maria Selbst betrachtet eine Weihe als ewig dauernden Bund, weil Sie es mit jeder Seele sehr ernst meint. Entscheidet sich die Seele aber eines Tages, sie möchte sich nicht länger als Maria geweihte Seele betrachten, oder lebt sie die Weihe ganz einfach nicht, so handelt es sich da in Wirklichkeit um einen toten Bund, der vollkommen unfruchtbar bleibt, sowohl für die Seele selbst als auch für den Himmel. Wenn eine Seele sich an Maria weiht, diese Weihe jedoch nicht in der Praxis des Alltags lebt, trägt sie nicht dazu bei, die Gründung von Gottes Reich auf Erden voranzubringen, diesem Reich, das als die Verwirklichung der Fülle der Liebe und des Friedens gilt. Liebe Schwester, ich versichere Ihnen, dass die Prüfungen eines Lebens in bedingungsloser Hingabe an die Herrin aller Seelen winzig sind im Vergleich zu demjenigen, was die Seele dafür erben wird.

Ist mit einer Todsünde auch die Weihe wieder von vorne anzutreten?

Maria betrachtet die Ihr geweihte Seele auch nach einer Todsünde noch als Ihr geweiht, weil die Tatsache, Maria geweiht zu sein, und der Stand der Sündhaftigkeit der Seele an sich zwei völlig verschiedene Dinge sind. Allerdings versteht es sich, dass:

  • die Seele im Stand der Todsünde Wiedergutmachung zu leisten hat, um wieder auf dem Weg der Heiligung voranzukommen;
  • die Liebe zu und die Ehrfurcht vor der Himmlischen Herrin die Seele im Dienst an Maria dazu anregen sollten, sich so fern wie möglich von jeglicher Sünde zu halten.

Wenn eine Seele, die Maria geweiht ist, eine Todsünde begeht, so obliegt ihr eigentlich moralisch die Verpflichtung, sich mehr denn je der Herrin hinzugeben mit der Bitte, Maria möge sie die Pfade einer vollständigen Reinigung durch geweihte Prüfungen entlang führen. Die vollkommene Weihe an Maria kann sich als ein richtiges Sühneleben gestalten, ist in jener Form sogar außerordentlich fruchtbar und heiligend und ruft die höchsten Gnaden einer tiefen Reinigung auf die Seele herab.

Wir sollen uns vor Augen halten, dass, wenn eine Seele die vollkommene Weihe an Maria eingeht, die Herrin Sich zum Ziel setzt, diese Seele zur Heiligkeit zu führen. Sie wird diese Seele deshalb auch nicht abstoßen, wenn sie sich versündigt hat: Für Maria gilt Ihr Vorsatz bedingungslos. Die Seele, die schwer gesündigt hat, möchte Sie gerade noch inständiger betreuen.

Ist die Muttergottes dann von einem Menschen enttäuscht, wenn er einige Prüfungen nicht besteht, und vor allem, an wem liegt es, das die Prüfung nicht bestanden wurde?

Diese Frage freut mich sehr, weil sie mir die Gelegenheit schenkt, unsere Herrin dadurch zu preisen, dass ich nach all den Jahren in Ihrem Dienst sagen kann, dass Maria grundsätzlich von keiner Seele 'enttäuscht' ist. Sie kennt die Verführbarkeit der Seelen, sie kennt jede Schwäche, jede Unzulänglichkeit, jede Beschränkung, jeden Stolperstein auf dem Weg zur Heiligung. Maria betrachtet nicht an erster Stelle die negativen Dinge (dasjenige, wozu die Seele – vorläufig – nicht imstande ist), sondern die positiven (die Anstrengungen der Seele), und Sie setzt alles daran, diese positiven Dinge zum Blühen zu verhelfen. Wenn die Ihr geweihte Seele stolpert, ist Maria nicht im eigentlichen Sinne des Wortes 'enttäuscht', Sie ist dann vielmehr betrübt. Enttäuscht ist man, wenn eine Erwartung nicht eingelöst worden ist. Die Herrin erwartet ja nicht, dass die Seele nie stolpern wird, weil sie die menschliche Natur durch und durch kennt.

Eine Prüfung ist ein Schleifstein, an dem die Seele vom Stein zum Diamanten geschliffen wird. Aus diesem Grunde ist jede Prüfung ein Geschenk Gottes, eine Gelegenheit, eine schönere ('wertvollere') Seele zu werden. Wenn eine Prüfung nicht bestanden wird, kann dies:

  • an der Seele selbst liegen. Das wird der Fall sein, wenn sie entweder die konkrete Situation nicht in inniger Verbundenheit mit der Himmlischen Herrin zu vollbringen versucht, oder wenn sie in irgendwelcher Weise nicht in Tugendhaftigkeit gehandelt hat. Jede Tugend ist als eine Göttliche Kraftquelle zu betrachten. Eine Prüfung wird oft deswegen nicht bestanden, weil die Seele an die als schwierig empfundene Situation aus der eigenen menschlichen Kraft heranzutreten versucht, d.h. ohne Einbeziehung der Himmlischen Führung. Sie versucht dann, das Problem aus einer Verfassung heraus zu lösen, die verunreinigt ist, weil alles rein Menschliche automatisch Spuren der Unvollkommenheit in sich birgt.

  • nicht an der Seele, sondern an der Einmischung von anderen Seelen oder aber an irgendwelchen ungünstigen Umständen liegen. In diesem Fall ist die Prüfung durchaus als Übung in Geduld, Toleranz und Liebe zu Gott und zum Nächsten zu verstehen.

Ich habe unheimlich Angst, wenn ich alleine zu Hause bin. Ich weiß, Gott ist da, aber dennoch hab ich vor dem Teufel Angst. Viele Heilige berichten ja, dass Sie körperlich angegriffen wurden. Was tut man in diesem Falle dann?

Die Weihe an Maria ist unter solchen Umständen noch mehr als eine Übung im Vertrauen auf die Macht der Himmelskönigin zu betrachten. Körperliche Angriffe von Seiten des Teufels sind möglich, kommen aber verhältnismäßig selten vor. Wenn die Herrin aller Seelen nicht erlaubt, dass eine Seele körperlich angegriffen wird, erfolgt dies auch nicht. Wenn es erfolgt, dann nur, weil es von 'oben' zugelassen wird. In jenem Fall wird die angegriffene Seele auch beschützt. Es wird nur erfolgen, wenn von der Seele dieses Opfer verlangt wird, also nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Eine solche Prüfung hat nur einen Sinn, wenn sie in innigster Verbundenheit mit Maria bzw. mit Jesus durchstanden wird, im Gebet um Unterstützung und in einer Gesinnung der vollkommenen Hingabe, als Mittel, Seelen aus dem Einfluss des Bösen loszukaufen. Fürchten Sie sich nicht, Gott setzt Seelen nur einer solchen Prüfung aus, wenn sie imstande sind, diese fruchtbar zu machen, und ausreichend gereift sind, dadurch nicht seelisch unwirksam zu werden.

Wenn eine Prüfung nicht bestanden wurde, bekommt man dann die gleiche Prüfung nochmals?

Nicht unbedingt, weil dasjenige, was die Seele durch eine Prüfung lernen sollte, auf sehr viele Weisen gelernt werden kann. Die Seele kann unzähligen verschiedenen Prüfungen ausgesetzt werden. Letzten Endes bestimmt die Ebene der Entwicklung, welche die Seele erreicht hat, welchen Sinn eine bestimmte Prüfung für ihren weiteren Entwicklungsgang hat. Allerdings wird eine Seele nicht nur Prüfungen ausgesetzt, damit sie etwas Bestimmtes daraus lernt: Viele Prüfungen werden von der Seele verlangt als Weg zur Aufopferung des Leids oder der Anstrengung, die mit dieser Prüfung einhergehen. Eine Seele kann eine sehr hohe Ebene der Heiligkeit erreichen und trotzdem außerordentlich vielen Prüfungen ausgesetzt sein, weil Gott bzw. die Herrin aller Seelen der Ansicht ist, dass diese Seele gerade wegen ihres Standes der seelischen Entfaltung besonders fruchtbare Aufopferungen bringen kann. Sie führt dann ein sogenanntes Sühneleben, vor allem zugunsten der Erlösung anderer Seelen. Aus diesem Grunde gibt es kaum einen Heiligen, der nicht ein schweres Leben gehabt hätte.

Muss man die Prüfungen menschlich bestehen oder stehen dann schon Heilige oder die Muttergottes bei?

Grundsätzlich erwartet Gott nie von einer Seele, dass sie eine Prüfung, egal welcher Art, alleine besteht. Sie muss zwar selber die Anstrengung aufbringen, die Prüfung in vollkommener Liebe und ohne Protest anzunehmen und diese unter Anwendung sämtlicher Tugenden fruchtbar zu machen, aber für Gott ist es wichtig, dass die Seele alles in Einheit mit Maria vollbringt. Wenn es sich um direkten Kampf gegen die Finsternis handelt, ist es sogar notwendig, dass die Seele die Himmelskönigin mit einbezieht. Maria Selbst sagte mir einst:

"Die unmittelbare Bekämpfung des Bösen, sei es im Alltag, sei es im Rahmen eines Exorzismus, sollte nie ohne Einbeziehung Meiner Macht erfolgen. Das Kreuz Christi und die Macht der Unbefleckten Himmelskönigin, Herrin aller Seelen und somit auch Herrin über alle Dämonen, sind für die Letzteren unüberwindlich".

Vertrauen Sie darauf. Ich habe selbst bereits unzählige Male erfahren und in Visionen bezeugen dürfen, wie unendlich weit die Macht der Herrin über das ganze Gefolge Satans geht.

Es passieren immer wieder so viele Sünden, bekommt man aber trotzdem die Gnaden oder nur nach der Beichte wieder, oder sagt sich der Himmel, Sie will ja nach vorne kommen, und wir wissen ja, Sie kommt wieder regelmäßig zur Beichte, also kann Sie auch mit einer Sünde Gnaden bekommen?

Die Gnadenspendung steht nicht unmittelbar im Zusammenhang mit den begangenen Sünden: Gott stellt die Spendung von Gnaden nicht ein, bis eine Sünde gebeichtet worden ist. Sollte Er dies tun, so wäre es schwierig, sich von den Spuren zu erholen, die jede Sünde in der Seele hinterlässt. Auf jeden Fall ist der gute Wille, die Absicht, sich zu bessern und zu reinigen, wichtig, damit die Seele für den Erguss neuer Gnaden geöffnet ist. Der Wille, sich vollkommen dem Guten hinzugeben, öffnet das Herz für den Eintritt Gottes, stellt dadurch den Kontakt mit dem Liebesstrom aus dem Herzen Gottes wieder her und erfüllt die Seele mit neuen Gnaden.

Ich erinnere an die Worte, mit denen Maria 'Gnade' definiert:

"Gnade ist all dasjenige, was Gott uns schenkt, damit unsere Seele möglichst dicht an Sein Ideal herankommt". (aus der Kurzbelehrung Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe) Und:

"Das Eingreifen von Gottes Liebe, Güte und Vergebungsbereitschaft. Gnaden sind eigentlich die Tropfen aus der Quelle allen Lebens: Ohne diese Tropfen würde unsere Seele verdursten". (aus Sturmschriften, Teil 81)

Da haben wir es: Gnade erfolgt ebenfalls aus Gottes Vergebungsbereitschaft. Somit wird es keiner Seele an Gnade fehlen, auch nicht nach der Sünde. Die Gnade nach der Sünde ist dann nicht als Zeichen dafür zu verstehen, dass Gott die Sünde gebilligt hat, sondern als Zeichen dafür, dass Seine Liebe zur Seele so groß ist, dass Er sie unbedingt in den Stand versetzen will, sich Ihm erneut zu nähern.

Liebe Schwester, Ihre Liebe zu Jesus und Maria hat Sie zu diesen Fragen getrieben. Die Liebe der Herrin zu Ihnen hat Ihnen diese Antworten eingebracht. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass Sie diese Worte als dasjenige im Herzen werden aufbewahren können, was sie wirklich sind: als Strahlen der Ermutigung. Selbstverständlich bin ich für Sie da, um Sie dann zu unterstützen, wenn Sie dies möchten.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 266
Unsere Welt kann kein wahres Glück bieten. Der einzige Weg zum Glück ist jener zum Tor, das Eintritt in die Vereinten Herzen Jesu und Mariä gewährt – Die Verantwortung einer Seele, wenn sie einen Priester um Rat gebeten hat – Selig die Seele, die sich nicht von negativen Ansichten von Menschen führen lässt

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ihre Geschichte ist im Grunde genommen eine Geschichte von Liebe zu Jesus. Der Seele, die in allem durch diese Liebe getrieben wird, wird von Gott sehr viel vergeben. Gerade deswegen beauftragt mich die Himmelskönigin damit, Sie endgültig zu beruhigen, durch die Worte, die Sie in diesen Zeilen zu Ihnen sprechen will.

Das Wunderbare an Ihrem Leben, möge es auch noch so hart gewesen sein und in Ihrem Herzen so viel Verwirrung hinterlassen haben, ist der entschiedene Übergang von dem Sehnen nach menschlicher Geborgenheit und Liebe, weil Ihnen diese von Kindesbeinen an gefehlt hat, zu einem Sehnen nach der Göttlichen Liebe. Die menschliche Liebe hat Sie enttäuscht, aufgrund einer Anzahl von Erfahrungen, die in Ihnen die Überzeugung heraufbeschworen haben, dass keine Menschenseele dazu imstande ist, das Herz wirklich zu befriedigen. Zu Ihrem Übergang aus der evangelischen Glaubensüberzeugung zum römisch-katholischen Glauben muss ich Ihnen von Herzen gratulieren, vor allem deswegen, weil Sie den einzigen Glauben, der die Fülle der Göttlichen Wahrheit hütet, gewissenhafter leben, als es viele geborene Katholiken tun. Was den Letztgenannten in vielen Fällen fehlt, ist die wahre Liebe zu Gott, zu Jesus, zu Maria. Jede Lücke in der Empfindung dieser Liebe bringt eine mangelhafte Aufnahme der Gnade des wahren Lebens ein.

Liebe Schwester, die vielen Verletzungen, die Ihr Herz erlitten hat, sind die äußeren Zeichen des Weges, den Gottes Vorsehung für Sie bestimmt hatte. Hätten Sie diese nicht erlitten, so hätten Sie wahrscheinlich nicht konvertiert und hätten Sie sich wahrscheinlich nicht dazu entschieden, sich so gewissenhaft der Liebe gegenüber Gott hinzugeben. Ihre Liebe zum eucharistischen Jesus und Ihr Glaube an Seine wirkliche Gegenwart in der Hostie sind Schlüssel zur Aufschließung mancher Ketten, in denen sich sehr viele Seelen haben fesseln lassen. Unsere Welt kann kein wahres Glück bieten und kommt in diesen Zeiten ganz und gar nicht mehr aus der Verwirrung heraus, weil der Meister der Lüge seine Nebel der Verblendung bis zu einer Decke von aneinander schließenden Wolken hat wachsen lassen. Der einzige Weg in die Freiheit ist jener nach oben, zum Tor, das Eintritt in die Vereinten Herzen Jesu und Mariä gewährt. Sie haben sich danach gesehnt, dieses Tor zu finden, haben es auch gefunden, haben die Schönheiten geahnt, die sich hinter diesem Himmlischen Tor verbergen, und haben gleich auch erfahren müssen, wie die Verwirrung Sie sogar noch auf jenem Weg in die Freiheit verfolgt.

Die Gottesmutter rät Ihnen, den Ratschlägen Ihres heutigen Beichtvaters Folge zu leisten. Er hat unter der Inspiration des Heiligen Geistes Ihr Herz gelesen und Ihre Liebe und Sehnsucht nach Gott verstanden. Wenn Sie diesen Ratschlägen folgen, brauchen Sie sich auf keinen Fall Sorgen zu machen. Die Herrin sagte mir schon immer, wenn eine Seele einen Priester um Rat bittet, sei der Priester dafür verantwortlich, wenn die Seele in genauestem Befolgen dieses Rates nicht völlig nach den Wünschen des Himmels handeln sollte. Außerdem handeln Sie aus dem Antrieb heraus, Jesus eine möglichst große Liebe entgegenzubringen. Sie dürfen sich somit in Punkto Empfang der Sakramente als völlig schuldenfrei betrachten. Jesus verletzen, tun Sie überhaupt nicht. Wenn verschiedene Priester Sie unterschiedlich beraten und Sie keine Sachverständige im Bereich des Kirchenrechtes sind, wirft Gott Ihnen überhaupt nichts vor, wenn Sie dem Rat Ihres heutigen Beichtvaters folgen. Was manche Leute auch sagen mögen, Sie brauchen sich auf keinen Fall an irgendwelchen Kritiken zu orientieren.

Selig die Seele, die sich nicht von negativen Ansichten von Menschen führen lässt, sondern von der Sehnsucht nach Gott. Wenn sich diese Sehnsucht in eine liebevolle Annahme aller Prüfungen und ein aufrichtiges Sehnen nach Weihe dieser Prüfungen an die Herrin aller Seelen umsetzen lässt, wird sie erst vollkommen fruchtbar. Ich wünsche Ihnen, dass das Feuer für die Verwirklichung des Richtigen im seelischen Leben nie erlischt und dass Sie aufgrund dieser Umarmung von Seiten der Himmlischen Herrin den inneren Frieden finden mögen. Sie werden diesen auch Ihren Kindern übermitteln, wenn Sie ihnen die Gründe Ihres Handelns erklären. Der wahre Friede Ihres Herzens wird auch ihnen die innere Ruhe bringen. Sie werden sich innerlich für Sie freuen. Maria liebt Sie alle sehr!

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 267
Kann es sein, dass, je näher man der Vergeistigung und Verbindung mit unserer Herrin kommt und der Welt abstirbt, desto mehr die Stürme um die Seele herum wachsen und einen auseinanderzureißen versuchen?

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Gerne lasse ich Sie mit diesen Zeilen Anteil an den Früchten der Gegenwart der Gottesmutter haben: Wo Sie wirkt, erfüllt die wahre Hoffnung das Herz und beruhigt sich die Seele leicht in der Empfindung einer Sicherheit, die ihr die Welt ständig raubt. Ich kann bezeugen, dass die Herrin aller Seelen im Herzen die Weise, in der man die weltlichen Dinge um uns herum betrachtet, gründlich ändern kann. Die Entwicklungen und Situationen, welche die Seele im Griff zu halten pflegen, scheinen der Seele dann plötzlich viel weniger wichtig zu sein. Mir kommt es vor, als ob Sie zurzeit durch diese Phase gehen. Die Himmlische Herrin hat das Feuer angefacht, und der ganze Wirbel in Ihrem Umfeld wird plötzlich als dasjenige betrachtet, was er in Wirklichkeit ist: als Nebensache.

Mit Ihrer Frage berühren Sie ein augenfälliges Phänomen: Kann es sein, dass, je näher man der Vergeistigung und Verbindung mit unserer Herrin kommt und der Welt abstirbt, desto mehr die Stürme um die Seele herum wachsen und einen auseinander zu reißen versuchen? Die Antwort ist ein eindeutiges 'Ja'. Die innigste Nähe zur Herrin ist ein Leben in Vergeistigung, in Abtötung des Selbst. Die Seele nähert sich der Herrin erst dann erfolgreich, wenn sie so weitgehend wie möglich so ist, 'wie Gott sie hat werden lassen', das heißt: wenn das Gepäck an weltlicher Beimischung so klein wie möglich ist. Jede Anhänglichkeit gegenüber sich selbst, gegenüber den weltlichen Komponenten des Lebens, menschlichen Beziehungen und der Vergangenheit füllt das Gepäck der Seele und hindert sie daran, frei die reinigende Luft des Heiligen Geistes einzuatmen.

Einst zeigte mir die Herrin das nachfolgende Bild: Wenn sich eine Seele vollkommen der Himmelskönigin weihen und vollkommen in Ihrem Dienst leben will, so ist jeder Auftrag, den die Seele von der Herrin erhält, mit einer Audienz vor Ihrem Thron vergleichbar. Wenn nun die Seele zu ihrer Herrin und Königin eingeladen wird, muss sie im Vorzimmer zum Thronsaal die Kleidung wechseln: Das weltliche Kleid wird abgelegt, das Kleid der Dienerin Mariä wird angezogen, und die Seele nähert sich ihrer Herrin. Das Kleid der Dienerin ist Symbol für die Vergeistigung, den Verzicht auf die weltlichen Interessen. Solange die Seele als Geweihte Mariä lebt, trägt sie dieses Kleid der Dienerin. Hin und wieder wird sie dieses Kleid schmutzig machen. Dann muss es gewaschen werden, bevor die Seele wieder zu den Füßen der Herrin neue Anweisungen erhält. Konkret heißt dies auch, dass die Seele erst dann für ein weiteres Wachstum unter der Führung der Herrin bereit ist, nachdem sie sich von ihren Verunreinigungen gereinigt hat.

Vorhin erwähnte ich noch die Anhänglichkeit der Seele gegenüber sich selbst, den weltlichen Komponenten des Lebens, menschlichen Beziehungen und der Vergangenheit. Genau diese Anhänglichkeiten gehören zu den kräftigsten Ketten des Bösen. Sie hindern die Seele daran, ihren Flug aufwärts, zur Vergeistigung, zu vollbringen. Aus diesem Grunde löst der Böse so gerne seine Stürme in diesen Bereichen aus, indem er die Seele in Eigenliebe fängt, sie zur Gefangenen der weltlichen Ereignisse, Entwicklungen und Interessen macht, sie zur Gefangenen von festen menschlichen Kontakten zu geregelten Zeitpunkten macht und sie immer wieder dazu anregt, nach hinten (in die Vergangenheit) zu schauen. Daher auch die Stürme um die Seele herum, welche diese zerreißen: Die Seele möchte aufwärts fliegen, das Umfeld allerdings reißt sie immer wieder brutal herunter.

Tatsächlich, betrachten Sie es so, wie es übrigens auch einst von der Herrin Selbst ausgedrückt wurde: Je näher die Seele den Füßen ihrer Herrin kommt, desto näher kommt sie auch dem Bösen, der ja unter diesen heiligen Füßen liegt. In einer Offenbarung am 23. Dezember 2006 drückte es die Herrin aller Seelen folgendermaßen aus:

"Je mehr die höllische Schlange sich unter Meinem Fuß im Bewusstsein ihrer Niedergeschlagenheit und Machtlosigkeit windet und erkennen muss, wer ihre wahre Herrin ist, desto härter schlägt sie ihren Schwanz nach der Seele, die sie unter Meinen Fuß gelegt hat, und speit sie ihr Gift in die Richtung der Seele, die diese Demütigung möglich gemacht hat. Erleide dies alles für Mich mit inbrünstiger Liebe, denn das Feuer der wahren Liebe ist das unausrottbare Gegengift für das Gift des Feindes der Seelen".

Je gewissenhafter die Seele ihre vollkommene Weihe an die Herrin aller Seelen lebt, desto wilder wird der Böse um sie herum. Das ist es, was Sie zurzeit in aller Heftigkeit erfahren. Jede gewissenhaft als Geweihte lebende Seele hat diesen Kampf zu liefern.

Die inbrünstigsten Diener Mariä stehen oben auf der schwarzen Liste des Bösen. Gerade dies beweist die unendliche Macht der Herrin über ihn. Gott Selbst hat ihn ja dazu bestimmt, unter Ihren Füßen die Niederlage der absoluten Demütigung zu erleiden. Es steht also für jeden und jede von uns eine wichtige Entscheidung an: Lassen wir uns von einem Drachen einschüchtern, der bereits vor den Füßen der Himmlischen Herrin kriecht, oder vereinigen wir uns zu einer Lichtkette, um ihn unter diese Füße zu legen, wo seine Werke der Vernichtung den ruhmlosen Tod sterben sollen? Ich möchte Sie mit voller Kraft dazu ermutigen, dem Widersacher zu trotzen. Der Sieg ist uns ja verheißen worden, von Gott Selbst.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 268
Dürfen die Myriam-Gebete abgeändert werden? Inwieweit sollen bzw. dürfen wir Spendenaufrufen wohltätiger Organisationen nachkommen?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ihre Frage, ob es zulässig ist, Gebete wie zum Beispiel die Nummern 368 und 755 als 'Gruppengebet' zu verwenden, freut mich, weil sie darauf hinweist, dass eine zusätzliche Information zur Natur der Gebete nützlich wäre.

Jedes der Myriam-Gebete bietet einen Spielraum im nachfolgenden Sinne. Ich erläutere:

Die Gebete setzen sich aus von Maria inspirierten Worten zusammen, und einst brachte Sie Ihren ausdrücklichen Wunsch zum Ausdruck, es soll an keinem Gebet etwas geändert werden, weil jedes Wort seine Bedeutung und seinen Sinn hat und weil die Kraft, die vom Gebet als Ganzem ausgeht, in hohem Maße von der Gnade bestimmt wird, mit der jedes einzelne Wort und jede Formulierung bekleidet ist. Maria sagte dazu noch, jedes Myriam-Gebet sei Teil eines Systems (der Wissenschaft des Göttlichen Lebens) und jede Änderung könne bewirken, dass das Gebet nicht mehr ganz in dieses von Ihr ausgebildete System hineinpasst bzw. sein Ziel verfehlt. Aus diesem Grunde darf ein Gebet mit abgeändertem Wortlaut außerdem auch nicht ohne einen diesbezüglichen Vermerk als 'Myriam-van-Nazareth-Gebet' verbreitet werden, denn dann ist es nicht mehr Teil dieses Systems. Jede einzelne Schrift und jedes einzelne Gebet, die bzw. das im Schoß dieses Apostolates verfasst und verbreitet wird, ist engstens mit jeder anderen Schrift und jedem anderen Gebet aus derselben Quelle verbunden. Jedes einzelne Glied spielt eine spezifische Rolle innerhalb der ganzen Kette und von jedem Glied kann ausgegangen werden, um das Ganze zu erkunden.

Maria machte diese Vorschriften in der Absicht, Ihre Werke zu schützen, weil die ganzen durch dieses Apostolat fertiggestellten Veröffentlichungen, ob Gebete, Offenbarungen, Belehrungen oder welche auch immer, sich aus Worten der Himmelskönigin zusammensetzen.

Allerdings erlaubt Sie eine einzige Ausnahme, von dieser Regel abzuweichen: die Änderung der Person. Einzahl darf in Mehrzahl, erste in dritte Person, männlich in weiblich geändert werden usw. Solche Änderungen beeinträchtigen auf keinen Fall das Wesen des Gebets noch die Wortwahl der Formulierungen noch die Erkennbarkeit der Quelle. Ebenfalls dürfen Namen von Seelen eingefügt werden, für die man beten möchte. So kann jedes Gebet allen Umständen angepasst werden.

Mit Ihrem zweiten Problem haben so gut wie alle Seelen zu tun: den zunehmenden Spendenaufrufen von immer mehr Organisationen. Als Christ empfindet man es leicht als Mangel an Nächstenliebe, wenn man nicht auf alle diese Aufforderungen eingehen kann. Deswegen habe ich vor längerer Zeit die Gottesmutter gefragt, wie man da vorgehen kann bzw. sollte. Es ist ja letzten Endes unmöglich, sie alle zu befriedigen. Deshalb die nachfolgenden Anweisungen:

Bei der Entscheidung, eine Organisation finanziell zu unterstützen oder nicht, sollte die erste Frage diese nach dem Beweggrund und nach dem Ziel sein. Die nächste Frage wäre diese nach der 'philosophischen Gesinnung' der Organisation. Maria rät davon ab, Organisationen durch Spenden zu unterstützen, die auf einer liberalistischen, sogenannten 'humanistischen' Grundlage basieren und durch ihre ganze Philosophie als Muster für ein Weltbild gelten, das Gott und Seine Werke nicht anerkennt. Dies gilt zum Beispiel für Organisationen, die von der Freimaurerei unterstützt werden (diese sind zahlreich!) bzw. stark unter freisinnigem Einfluss stehen. Die Zwecke, für welche sich diese Organisationen einsetzen, können an sich zwar lobenswert aussehen, aber trotzdem weist Maria darauf hin, dass die Weltanschauung, für welche sie stehen, einen Großteil des Lichtes ihrer Handlungen dämpft. Der Grund ist, dass diese Handlungen nicht in der Absicht vorgenommen werden, die Gründung von Gottes Reich auf Erden dadurch voranzubringen, dass Seelen geholfen wird, den Lebensweg, zu dem sie von Gott gerufen sind, mit größerer Fruchtbarkeit zu absolvieren. Wenn nämlich diese Absicht nicht ausdrücklich vorliegt bzw. im Herzen des Wohltäters (Individuum oder Organisation) lebt, ist in Gottes Augen nicht die Rede von makelloser Nächstenliebe: Die Tatsache, dass Menschen geholfen wird, heißt nicht unbedingt, dass Gottes Plan gefördert wird.

Ich erinnere an die Fälle der physischen Heilung, die von Seelen vorgenommen werden, die Gott verleugnen bzw. sich hinter einer Gottesbetrachtung verbergen, welche Gottes einzige Wahrheit nicht ungeteilt in sich trägt. Solche Heilungen erfolgen nicht unter dem Mantel von Gottes Gnade. Ähnlich betrachtet Gott sogenannte 'humanistische' Organisationen, die mit Spenden Menschen 'neue Wege' aufschließen wollen. Es kennzeichnet übrigens die humanistische Betrachtungsweise, dass sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt und Gott ausschließt. Alles Handeln wird dadurch zu menschlichem Handeln, nicht zu Göttlichem Handeln durch Menschenherzen.

Die Himmelskönigin bevorzugt die Unterstützung von Zwecken, die auf unmittelbare Weise Gottes Werken dienen und Seine Wahrheit vertreten. Selbstverständlich tut es dem christlichen Herzen weh, wegen der einfachen Seelen, die auf diese Weise von Beihilfe ausgeschlossen werden können. Deswegen bietet die Gottesmutter einen Ausweg: Für die Organisationen, die man aus den oben angedeuteten Gründen nicht (mehr) unterstützen möchte oder aber einfach wegen Mangel an finanziellen Mitteln sowieso nicht unterstützen kann, soll man beten und aufopfern, und zwar sowohl für die Organisationen selbst als auch für die Seelen, die Gegenstand der angeforderten Hilfeleistung sind. Zum Beispiel: Es wird um Spenden gebeten zugunsten der Blinden. Man kann sich die Spenden nicht leisten oder aber weiß, dass der spirituelle Hintergrund der betreffenden Organisation nicht vollkommen rein ist. Also betet und opfert man, damit die Umstände von Gottes Vorsehung so beeinflusst werden, dass es den Blinden erleichtert werden darf, ihren Lebensweg und ihre spezifischen Prüfungen fruchtbarer zu gestalten.

Manche Seelen argumentieren diesbezüglich, Gebet und Aufopferungen bringen kein Geld ein, wo es notwendig ist. Ein gewaltiger Irrtum. Wenn Seelen inständig und in unerschütterlichem Glauben beten und aufopfern, wird Gottes Vorsehung Wege finden, damit den betreffenden Seelen geholfen wird, und zwar öfters auf ganz andere Weisen, als der Mensch sie planen oder voraussehen kann. Viele Probleme in dieser Welt ließen sich ganz einfach durch eine andere Glaubensempfindung viel besser und dauerhafter lösen als durch ausgeklügeltes menschliches Einschreiten.

Möge diese Erläuterung ein wenig Licht gebracht haben. Wieder stellt sich heraus, dass die menschliche Betrachtung der Dinge und Probleme öfters nicht mit der Göttlichen Betrachtung derselben übereinstimmt. Auch dies beweist, dass Gott ständig mit uns beschäftigt ist.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 269
Die Finsternis mit ihren unzähligen Äußerungen ist in unserer Gesellschaft die einzige Norm geworden und vergiftet unzählige Seelen – Wie kann eine Seele von ihrer seelischen 'Vergiftung' geheilt werden?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Keine Wunden sind tiefer als jene der verletzten Liebe. Es ist in dieser Zeit eine richtige Aufgabe geworden, noch eine Seele zu finden, die nicht entweder im Herzen verletzt oder enttäuscht, bitter oder unzufrieden wäre. Diese Verfassungen des Herzens entsprechen voll dem Zeitgeist: Unsere Welt ist so finster geworden, die Tage oft so aussichtslos, weil zu viele Seelen nicht den Weg finden, sich aus dem Kerker des weltlichen Denkens, Fühlens und Erwartens zu befreien. Das zieht tiefe Spuren hinter sich. Man könnte es auch so ausdrücken: Die unzähligen Seelen, welche die weltlichen Dinge als die einzigen Elemente des Lebens betrachten, ziehen tiefe Furchen in den Seelen in ihrem Umfeld. Sie tragen die Finsternis der Welt in sich herum.

Manchmal schleichen die Gesinnungen der Welt in die Seele hinein wie eine Infektion, die man nicht gleich merkt. Man kommt täglich mit sehr vielen Elementen von Finsternis in Berührung, und ungemerkt greift das alles die eigene Seele an. Die Finsternis mit ihren unzähligen Äußerungen ist in unserer Gesellschaft die einzige Norm geworden. Alle werden fast dazu gezwungen, sich diese Betrachtungsweisen zu Eigen zu machen bzw. sie als Muster anzunehmen, und durchwegs erwartet die weltlich gesinnte Seele, dass man diese 'Norm' im eigenen Leben zur Anwendung bringt.

Ihre Tochter hat diese 'Norm', die sich aus einer Vielzahl von Regeln zusammensetzt, die sich nicht mit der christlichen Weltanschauung vereinigen lassen, unter dem Druck ihres Umfeldes in sich aufgenommen und hat sich dadurch seelisch vergiften lassen. Sie hat sich (unbewusst!) von all dem losgelöst, was nicht wahrnehmbar ist. Konkret heißt dies also, vom Glauben, von Gottes Werken im Verborgenen und von der Hoffnung, die sich aus der Hingabe in den Prüfungen automatisch ergibt, sobald man sich Gottes Liebe aufschließt. Sie hat sich gegen Sie insbesondere gekehrt, weil Sie für sie so ungefähr als die Vertretung dieser Anschauung gelten, von der sie nichts hält.

Um die Tochter seelisch heilen zu können, muss sie dazu bereit sein, ihre heutige Weltanschauung, die keine Hoffnung und keine Liebe bieten kann und somit ausschließlich auf Unzufriedenheit und vollkommener Leere basiert, aufzugeben. Obgleich die traditionelle rein christliche Weltanschauung die einzige ist, welche die Saat in sich trägt, aus der sich die Blumen eines dauerhaften Glücks entwickeln können, sieht die Seele, die sich den weltlichen Ansichten (Materialismus, Selbstsucht, Wettbewerb, Genusssucht) hingegeben hat, dies nicht gleich ein, weil ihre Wahrnehmung, vor allem hinsichtlich der höheren Dinge, völlig verzerrt ist. Man könnte es so ausdrücken: Weil das Licht des Lebens, in dem Gott tatsächlich Anfang und Ende aller Dinge ist, jene Seele verblendet, schaut sie gar nicht mehr hin und ist für sie ein solches Leben eine naive Illusion. Mit dem Verstand kann man dieser Seele die Sinnlosigkeit ihrer ganzen Verfassung selten ausreden. Nur das Vorbild eines tiefgewurzelten Glücks, das auf einer traditionell gelebten christlich-marianischen Weltanschauung basiert, kann sich in das Herz der unglücklichen Seele hineinbohren.

Die Gottesmutter lädt Sie zunächst dazu ein, die Jahre, in denen der Umschwung in der Gesinnung der Tochter stattgefunden hat, und ihre damalige Herzensverfassung, ihre damalige Verführbarkeit hinsichtlich 'neuer' Ideen und sämtliche Seelen und Kontakte, die für Ihre Tochter eine Rolle gespielt haben, an Sie (Maria) zu weihen.

Zweitens bittet Maria darum, dass Sie für eine Öffnung des Herzens Ihrer Tochter beten, aber nicht so, wie Sie es bisher gemacht haben, sondern unter Darbietung sämtlicher Prüfungen, die Sie wegen ihr durchgemacht haben. Bitten Sie darum, Maria möge den Lebensweg, den die Tochter seit der Pubertät bis heute zurückgelegt hat, Selber im mystischen Sinne gehen und ihn mit der Saat der seelischen Befreiung einsäen. Diese Saat werden Sie der Gottesmutter zur Verfügung stellen müssen, indem Sie alle Ihre vergangenen Schmerzen wegen der Tochter in Liebe und Dankbarkeit Maria darbieten und sämtliche künftigen Prüfungen – jeder Tag hat ja die eigenen Prüfungen – in  Liebe annehmen und als Lösegeld für den Freikauf der Tochter betrachten.

Drittens bittet Maria darum, dass Sie an die Tochter mit Geduld und Liebe herantreten. Dies dürfte die schwierigste Aufgabe sein, weil es einer Heldentat gleichkommt, Kälte mit Liebe zu beantworten. Es wird Ihnen vorkommen, als müssten Sie aus der eigenen Welt in eine ganz andere hineintreten, in welcher Sie weder den Weg noch die Verkehrsordnung kennen. Gerade deswegen wird der Gehorsam in diesem Punkt ein Gnadenweg sein.

Der Ausgang eines solchen Kampfes der Liebe gegen die 'Unfähigkeit zu lieben' lässt sich nicht vorhersagen, weil es einen völlig unbekannten Faktor gibt: die Art und Weise, wie die Tochter ihren freien Willen gebrauchen wird. Wichtig ist, dass Sie die Herrin aller Seelen darum bitten, Sie möge Ihre Macht dazu anwenden, jegliche finstere Kraft zu lähmen, die Ihre Tochter daran hindert, sich Ihrer Liebe aufzuschließen.

Maria wird Sich selbstverständlich Ihrer Tochter annehmen. Jetzt schon ist Sie dabei, den Weg zu pflastern, über welchen das Licht versuchen wird, das Herz Ihrer Tochter zu erreichen. Es gilt, es für sie reizvoll zu machen, diesen Weg in sich zuzulassen. Damit Sie Ihre Rolle in der Vollbringung dieser Aufgabe fruchtbar erfüllen können, werden Sie Maria täglich darum bitten müssen, Sie möge Ihr Herz, Ihren Geist und Ihre Zeit beherrschen, damit Sie auf alles wie aus Marias Herzen reagieren können: mit Frieden und in Ruhe. Sobald man selber die Gesinnungen der Welt der anderen Seele in sich aufnimmt, um aus derselben Welt heraus der anderen Seele zu begegnen, kann man die andere Seele nicht mehr umkehren helfen, denn da geht man nicht zur relativen Finsternis mit Licht, sondern mit relativer Finsternis. Finsternis + Finsternis kann nie Licht einbringen. Deshalb möchte ich Sie künftighin dabei unterstützen, das Licht der Himmlischen Herrin in sich herrschen zu lassen und dieses um Sie herum zu verbreiten. Ich wünsche Ihnen dabei den wahren Frieden Christi.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


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Brief 270
Fünf Grundregel für einen fruchtbaren Lebensweg – Vergleich der fruchtbaren Weihe an Maria mit dem Fahren in einem Auto – Viele Fragen über die eigene Zukunft sind im Grunde genommen Fragen darüber, wie sich die Prüfungen vermeiden lieβen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es freut mich, dass Ihnen beruflich etwas Hilfe gewährt worden ist. Der Lebensweg eines jeden Menschen wird so gezeichnet, dass es durchwegs keine Möglichkeit gibt, um die nächste Kurve zu schauen. Gott hat dies so vorgesehen, weil wir sonst keine einzige nennenswerte Leistung erbringen könnten: Bekannte Wege haben bekannte Hindernisse, und diese zu kennen, heißt, sie umgehen zu können und deswegen keine Verdienste mehr zu haben. Aus menschlicher Sicht ist dies aber sehr oft schade. Es kommt sehr selten vor, dass die Gottesmutter verrät, wie es weitergehen wird, und noch seltener, wie eine Seele vorgehen soll. Maria betrachtet es als Gipfel des Glaubens, wenn eine Seele auf ihrem Lebensweg ständig folgendermaßen vorgeht:

  1. jeden Tag und jede Stunde so nehmen, wie diese kommen;
  2. jedes Ereignis, jede Situation, jeden Kontakt, jede zu verrichtende Handlung und jede zu treffende Entscheidung an Sie weihen;
  3. anschließend vertrauensvoll den Weg mit Ihr gehen, d.h. so, als ginge Sie gleich neben der Seele, tastbar und ansprechbar;
  4. alles annehmen, was kommt, im Bewusstsein und im festen Glauben, dass Gott Selber es so vorgesehen hat als Weg der höchsten Fruchtbarkeit für die Seele;
  5. jede Einzelheit vollbringen in Anwendung der Tugenden, weil nur die Liebe, der Glaube und alle übrigen Tugenden jedes Ereignis, jede Situation, jeden Kontakt, jede Handlung und jede Entscheidung zu einem heiligen Baustein für den Tempel der Seele macht.

Im Grunde genommen sind dies die fünf Regeln, mit denen die Herrin aller Seelen Ihre Myriam durch die Tage schickt. Sie verlangt von mir, dass ich völlig unbefangen den täglichen Lebensweg betrete, im Herzen auf Ihre Stimme höre und Ihr die Gelegenheit schenke, in allem mein Wegweiser zu sein. Sehr oft erteilt Sie mir ganz plötzlich und völlig unerwartet Aufgaben, die von mir eine beträchtliche innere Umschaltung fordern. Sie nennt dies Gehorsamsübungen. Von mir wird nur blinder Glauben verlangt, ohne welchen ich es vielleicht nicht einmal wagen würde, an viele Aufgaben überhaupt heranzugehen.

Das Ergebnis ließe sich, in spiritueller Hinsicht, gewissermaßen als ein abenteuerliches Leben bezeichnen: ein Leben, in welchem immer wieder ganz unerwartete Türen geöffnet werden, oder eine Reise voller unerwarteter Wege, die vollkommen ungeahnte Landschaften erschließen. Das ist schlicht und einfach das Leben der Seele, die eine vollkommene Weihe an Maria wirklich lebt.

Die Herrin verglich einst die vollkommen gelungene, völlig fruchtbare Weihe an Sie mit dem Fahren in einem Auto: Die Seele gibt nur Gas, am Steuer sitzt aber Maria. Hin und wieder wird es der Seele so vorkommen, als wäre Maria im Begriff, das Auto in einen Abgrund zu steuern oder eine Kurve zu verfehlen. Lässt dann die Seele das Gaspedal los und greift sie nach dem Steuer, um den Kurs zu berichtigen, dann stellt sich heraus, dass es ihr an Glauben und Vertrauen fehlt. Gibt sie weiterhin Gas und lässt sie Maria weiterhin steuern, so beweist sie ihre blinde Hingabe. Die Lektion ist diese: Maria kennt den Weg viel besser als die Seele. Die Seele ihrerseits darf es keinen Augenblick unterlassen, Gas zu geben, denn das hieße, dass sie nicht die Reise fortsetzen möchte, die Gott für sie vorgesehen hat, bzw. daran zweifelt, dass der Weg wohl richtig für sie ist.

Die Seele stellt sich gewöhnlich täglich Fragen über die Zukunft. Die Himmlische Herrin möchte eigentlich, dass wir diese Fragen auf das Mindestmaß beschränken und sie durch ein kleines Gebet ersetzen:

(im Originalantwortbrief folgen an dieser Stelle Gebetsworte, die später von der Herrin aller Seelen als Gebet 1190 freigegeben werden sollten)

In dem Maße, wie die Seele sich Maria anvertraut und ausdrücklich unter Ihrer inneren Führung leben will, wird sie ein Gespür für die Entscheidungen entwickeln, die für sie am fruchtbarsten sind. Sehr viele Seelen fürchten sich vor sehr vielen Dingen im Leben. Das kommt oft daher, dass die Seele sich den Prüfungen, die mit dem Lebensweg einhergehen, nicht gewachsen fühlt oder dass sie einfach jegliches Leiden vermeiden will. Erstaunlich viele Seelen betrachten sich als gute Christen und scheuen dennoch jegliches Leiden. Sie haben nicht verstanden, dass das Christentum, der einzige Weg zur Fülle von Gottes Wahrheit, ein Glaube von Erlösung durch liebevolles Annehmen, Absolvieren und Weihen von Prüfungen ist, in einer ständigen Gesinnung von Sich-Sehnen nach Einheit mit dem Leidenden Christus, um durch die Verwirklichung dieser Einheit die Heiligung zu vollenden, die der Seele von Gott als einziges Lebensziel gesetzt worden ist.

Tatsächlich, sobald eine Seele die Prüfungen nicht mehr scheut und den Leiden nicht bewusst aus dem Wege zu gehen versucht, stellt sie sich plötzlich keine nennenswerten Fragen zu ihrer Zukunft mehr. Viele Fragen, die Seelen sich zu ihrer Zukunft stellen, sind im Grunde genommen Fragen über die Vermeidbarkeit der Leiden, Fragen, die ein vages Gefühl der Unsicherheit verraten. Dennoch sind es gerade die Prüfungen und Leiden und die Ungewissheit über deren Art, Menge, Dauer, Zeitpunkt usw., welche die Lebensversicherung für das Ewige Leben bilden. Eigentlich ließe es sich somit so betrachten, dass die Seele sich vor ihrem ewigen Glück fürchtet.

Liebe Schwester, die Himmelskönigin berät gerne zu der Tugendhaftigkeit des Verhaltens, antwortet jedoch nur selten auf Fragen, was auf dem Lebensweg kommen wird oder welche Entscheidung am Besten getroffen wird. Das beweist Ihre Liebe, denn Sie würde sonst die Seele um jeden Verdienst bringen.

Ich wünsche Ihnen von Herzen einen Weg voller Gelegenheiten, Gott immer näher zu kommen. Seien Sie unbesorgt, denn Gottes Vorsehung bereitet für Sie den besten (d. h. den fruchtbarsten) Weg vor, und die innere Stimme wird Ihnen rechtzeitig die Richtung zeigen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 271
Was ist 'das Reich des Todes' im Glaubensbekenntnis? Was ist von einer Eheschließung in der freien Natur zu halten? Hätte es die Erbsünde nicht gegeben, wäre dann die Sexualität im Paradies notwendig gewesen? Wieso hat Gott den Menschen geschaffen, wenn er um Satan und das viele Leid im Vornherein wusste? Ist es eine Sünde, vor Gericht zu gehen? Über Schönheitsoperationen. Ist es eine Sünde, wenn ein Pfarrer heiratet? Was ist, wenn man seine Familie verlässt, um heilig zu werden? Sollte man auf den Kontakt zur Familie verzichten, wenn diese ungläubig ist? Über den Stellenwert des Myriam-Apostolates in der Heilsgeschichte

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Wieder mal erleben wir dieses Wunder, dass die Himmelskönigin jede Frage zu Ihrer Zeit beantwortet. So ist es auch jetzt der Fall. Ihre Frage, ob es stimmt, dass Maria nicht jede Frage beantwortet, muss ich bejahen: Die Herrin aller Seelen antwortet nicht auf jede Frage. Ich habe gelernt, dass es mehrere Gründe geben kann, wieso eine Frage unbeantwortet bleibt. Zuweilen sagt Sie mir den Grund, in anderen Fällen nicht. Ich respektiere dies im Gehorsam und in Anerkennung Ihrer Weisheit, die Sie ja von Gott erhalten hat. Vergessen wir nie, dass Maria hundertprozentig Gottes Ansicht vertritt und dass es für eine Seele manchmal besser ist, wenn sie die Antwort auf eine Frage nicht kennt, auch wenn es für den Menschen oft nicht verständlich ist, wenn der Himmel ihm manche Kenntnisse vorenthält.

In ähnlichem Sinne fragen Sie, ob es vorkommt, dass mir Maria etwas über eine Seele sagt, das ich aber nicht an diese Seele weiterleiten darf. Ja, auch das kommt vor. Maria tut auch dies aus mehreren Gründen. Erstens will Maria Ihr kleines Werkzeug beschützen und warnt es deshalb vor jeglicher finsteren Absicht, die manche Seele mit einer Frage hegt (ja, das kommt vor). Zweitens besteht meine Aufgabe darin, aufgrund der mir von der Herrin gewährten Gaben und Inspirationen den Seelen auf ihrem Weg zur Heiligung zu helfen, und zwar auf unterschiedliche Weisen, deren sich die Seelen nicht immer bewusst sind bzw. die sie nicht kennen können. Damit dieser Weg und die seelische Begleitung auf diesem Weg den Ansichten der Himmelskönigin gemäß verlaufen können, ist es manchmal besser, wenn die Seele manches Wissen zu einem gewissen Zeitpunkt noch nicht besitzt. Die Herrin Selbst ist es, die dies bestimmt, nicht ich. Sie wissen inzwischen, welchen strikten Gehorsam Maria von mir erwartet.

Sehr gerne teile ich Ihnen jetzt mit, was mir Maria zu Ihren weiteren Fragen schreiben lässt.

Wenn wir im Glaubensbekenntnis beten "...hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten,...", was ist mit dem Reich des Todes gemeint? Stimmt es, dass viele Seelen vor Jesu Erlösungstod gar nicht gerettet werden konnten und Jesus sich im Totenreich gezeigt hat und die, die ihn als den Messias, den Erlöser anerkannt hatten, mit ihm dann ins Paradies gehen durften?

Jesus stieg in den Ort hinab, wo sich die Seelen sämtlicher bis zu jenem Zeitpunkt verstorbenen Menschen aufhielten, den Ort, wo es keine Anschauung des Göttlichen Antlitzes gab. So wollte Gott jeder Seele die Gelegenheit schenken, Zeuge der Tatsache zu sein, dass der Sohn Gottes das Erlösungsmysterium als Gott-Mensch vollzogen hatte.

Vor dem Erlösungstod Christi war der Himmel für jede Seele gesperrt. Gerade dort lag ja der Sinn der Menschwerdung und der erlösenden Leiden Christi: Die wichtigste Auswirkung der Erbsünde, die Unmöglichkeit der Seelen, in die Ewige Glückseligkeit einzugehen, musste dadurch zunichte gemacht werden. Dieses Göttliche Gegengewicht konnte sich aber nur für die Seelen verwirklichen, die sich zu Jesus als Erlöser bekannten und die Ihm im eigenen Leben nachfolgen sollten. Vor Christo konnte keine Seele 'Christus nachfolgen', aber es hat Seelen gegeben, die ihr Leben im Sinne Gottes geführt haben, z.B. die heiligen Propheten und andere uns unbekannte Seelen. Durch den Erlösungstod Christi erhielten diese Seelen den Lohn, der seit ihrem irdischen Tod für sie bereit war. Diese heiligen Seelen lebten bis zu jenem Zeitpunkt also nicht im Zustand der Verdammnis, sondern im Zustand der Verbannung. Ihre einzige Qual war jene der zeitweisen Trennung von der Fülle der Gegenwart Gottes.

Ist eine Ehe, die nicht in der Kirche, aber z. B. am Meer von einem ordentlichen röm.-kath. Pfarrer geschlossen wurde, vor Gott auch gültig oder ist dies nur in der Kirche der Fall? Obwohl viele Menschen dies für sehr romantisch halten am Strand, unter freiem Himmel etc. zu heiraten, fühle ich, dass doch eigentlich nur die Kirche der richtige Ort dafür sein kann?

Diesbezüglich ist nicht an erster Stelle die Rede von Ungültigkeit (da sollte man den Priester befragen und sich auf sein Urteil verlassen), es ist eher eine Frage der Gesinnung im Herzen. Eine Ehe am Strand, auf einer Lichtung in einem Wald usw. mutet tatsächlich romantisch an, aber das Sehnen danach geht irgendwie in Richtung einer oberflächlichen Empfindung der Spiritualität: Die angehenden Ehepartner suchen da sozusagen das Heil eher in äußeren, sinnlich wahrnehmbaren Eindrücken (der Landschaft usw.) als in der inneren Empfindung von Gottes Nähe. Manche Seele könnte gegen diese These einwenden, dass Gott überall zugegen ist, auch (vor allem) in der Natur. Dem stimme ich von ganzem Herzen zu, aber die Gottesmutter vertritt hier die Göttliche Vorsehung, welche die Seelen (sowohl diese der Heiratenden als jene der Anwesenden) vor der Versuchung bewahren will, sich von vielen Sinneseindrücken ablenken zu lassen. Die Ehe, und dies gilt im Allgemeinen für den Empfang eines jeden Sakramentes, soll in innigster Einheit mit Gott vollzogen werden, mit dem Herzen ganz in Gott versunken und den Sinnen möglichst eng am heiligen Ritual orientiert.

Wenn Adam und Eva keine Sünde begangen hätten, wäre die ganze Menschheit dann im Paradies geboren worden, von Frauen, oder hätte Gott jeden Menschen einzeln im Paradies erschaffen?

Ich verweise hier gerne auf die Worte, welche mich die Herrin im Brief Nr. 262 in Bezug auf die spirituelle Natur der Sexualität und Gottes diesbezügliche Absichten schreiben ließ. Ich darf von Maria aus an dieser Stelle hinzufügen: Gott hatte tatsächlich vor, jeden Menschen im irdischen Paradies von Frauen geboren werden zu lassen. Wäre die Erbsünde nie begangen worden, so wäre der Sexualakt eine vollkommen heilige Handlung geblieben, so dass die beiden Liebespartner automatisch die Heiligkeit auch sogar durch ihre physische Vereinigung hätten übermitteln können.

Wieso hat Gott den Menschen überhaupt geschaffen, wenn er um Satan und das viele Leid im Vornherein wusste? Ist dies, weil die Liebe eine Kraft ist, die immer weitergegeben werden muss, die alleine nicht auskommen kann? Deshalb braucht Gott den Menschen, um sich in ihm spiegeln zu können und die Liebe weiterzugeben?

Ich könnte es irgendwie so ausdrücken: Die absolut vollendete Liebe macht Gott zu einem Idealisten, der Sich von Seinen Werken das Allerbeste und Heiligste verspricht. Gott wusste um Satan und wusste vor allem um den freien Willen der Menschenseele. Er hat immer darauf gehofft, dass die Seelen ihren freien Willen nur dazu einsetzen, Seinen Werken und Plänen zu dienen. Die Tatsache, dass die ersten Menschenseelen ihren freien Willen dazu einsetzten, einer Einflüsterung des Bösen nachzugehen, hat Gott sehr enttäuscht. Sein Heilsplan war die Antwort Seiner Liebe.

Die Liebe ist die Göttliche Kraft schlechthin und ist deshalb ständig in Bewegung, strömend und Wege suchend, um ihre Saat auszustreuen, damit alles von ihr gesättigt wird. Gott hat Sich tatsächlich sehnlichst gewünscht, dass die Menschenseele heilig bleibt, damit sie Seine Liebe völlig unverletzt durch die Schöpfung strömen lassen kann. Gott ist zwar die Quelle aller Liebe, aber Er sehnt Sich inbrünstigst danach, dass die Menschenseelen Ihm wahre, heilige Liebe zuströmen lassen, nachdem sie diese durch ihre Mitgeschöpfe (Seelen, Tiere und die Welt der Pflanzen) haben strömen lassen.

Ist es eine Sünde, vor Gericht zu gehen? Oder soll man alles an Maria weihen und niemals vor Gericht gehen?

In weitaus den meisten Fällen bevorzugt es die Himmelskönigin, dass auf gerichtliches Vorgehen verzichtet wird. Sie sagte mir diesbezüglich einst, die Seelen sollten möglichst oft davon ausgehen, dass nicht die weltliche Gerechtigkeit zählt, sondern die ewige, die von Gott geübt wird und die jegliche Ungerechtigkeit zu Gottes Zeit ausgleicht. Dieser Regel zu folgen, wird vor allem dann schwierig sein, wenn es sich um schwer verletzende Situationen handelt oder um Situationen von Ungerechtigkeit, die es einem Menschen sehr schwer machen, überhaupt zu überleben. Es ist keine 'Sünde', vor Gericht zu gehen, denn Gottes Vorsehung hat ja das weltliche Gericht als Institution zugelassen. Gott rechnet dem Anzeiger eines Vergehens also die Anzeige nicht als 'Schuld' an. Nur lädt Maria die Seelen dazu ein, nicht zu rasch vor Gericht zu gehen. In Ihren Augen ist es auch eine Frage des Vertrauens zu Gottes Vorsehung, ob die benachteiligte Seele es bei dem 'Schaden' bewenden lässt oder die weltliche Gerechtigkeit sucht.

Wie ist denn vorzugehen?

Im Idealfall, so die Himmelskönigin, weiht die benachteiligte Seele ihren Schaden und den Schuldigen an Maria, betet für den Schuldigen, damit er zur Erkenntnis gelangt und seinen Fehler (ob groß oder klein) bereut und sich mit Gott versöhnt, und versucht inständig, wenigstens im Herzen dem Schuldigen zu vergeben. Je besser es der benachteiligten Seele gelingt, diese Regeln wirklich anzuwenden, desto mehr wird sie das Einschreiten von Gottes Vorsehung erleben. Die Herrin verspricht keine baldige und auch nicht unbedingt eine weltliche Lösung, wohl aber einen vollkommenen Ausgleich zu Gottes Zeit (je nach den Erfordernissen des Lebensweges der betreffenden Seelen) und einen ewigen Lohn, der jeglichen möglichen weltlichen Ausgleich weit übersteigt. Es ist also eine Frage des Glaubens, des Vertrauens und selbstverständlich der bedingungslosen Liebe, ob die geschädigte Seele die gegen sie begangene Ungerechtigkeit vorzugsweise auf spirituelle Weise zu lösen versucht.

Die Gottesmutter missbilligt es nicht unbedingt, wenn die Seele einen Versuch oder nötigenfalls ein paar Versuche vornimmt, den Schuldigen dazu zu bringen, seine Schuld wieder gutzumachen. Sie schätzt es aber sehr, wenn sie dazu kommen kann, nicht gerichtlich vorzugehen, weil mit Gerichtsverfahren durchwegs untugendhaftes Verhalten einhergeht. Eins verspricht Sie der geschädigten Seele auf jeden Fall: dass Sie sie nicht im Stich lässt. Gott lässt Liebe zu Ihm und zum Nächsten nicht verloren gehen.

Sind Schönheitsoperationen z.B. nach einem schweren Unfall eine Sünde, da man entstellt ist, oder z.B. nach einer Krankheit, die einen entstellt hat? Sonst soll man sich so akzeptieren, wie Gott einen erschaffen hat?

Grundsätzlich liegt es nicht in den Absichten Gottes, dass Seelen Schönheitsoperationen vornehmen lassen sollten, weil Gott mit allem eine gewisse Absicht verfolgt und jedes Ereignis im Leben Grundstoff für die seelische Entwicklung ist. Schönheitsoperationen aus lauter Eitelkeit sind sündhaft. In jedem sonstigen Fall kann nur Gott über den Zustand der Seele und die Bewertung der Handlung urteilen. Im Grunde genommen soll sich der Mensch tatsächlich so annehmen, wie Gott ihn erschaffen hat und wie der Lauf des Lebens ihn möglicherweise beeinflusst, weil das Aussehen eines jeden Menschen zu jedem Zeitpunkt seines Lebens einen ganz bestimmten Sinn hat und eine ganz bestimmte Rolle innerhalb seiner seelischen Vervollkommnung erfüllt.

Ist es eine Sünde, wenn ein Pfarrer eine Frau heiratet und dann austritt, oder kann man dann sagen, dass Gott mit ihm einen anderen Plan hatte?

Ja, in Gottes Augen ist dies ohne weiteres eine Sünde. Gott erwartet von Seinen Priestern, dass sie sich selbst vor der Priesterweihe sehr tief dazu befragen, ob sie bereit sind, ihr ganzes Leben in den ausschließlichen Dienst an Gott aufzuopfern und dabei so weitgehend wie möglich auf jeden weltlichen Einfluss zu verzichten. Das heißt, dass der Priester Christi bei der Priesterweihe die ausschließliche Vermählung mit Christus eingeht und dass er die heilige Verpflichtung auf sich nimmt, ausschließlich den Werken Gottes zu dienen. Ich verweise auf Brief Nr. 260 für die Gründe dafür.

Ist ein Pfarrer, der eine Frau heiratet, vom Satan verblendet oder ist die Liebe zu einer Frau gleich viel Wert wie die des Pfarrers zu Gott? Wie ist es umgekehrt, wenn ein Mensch seine Familie verlässt, um heilig zu werden? Ist das eine Sünde?

Der Priester, der eine Frau heiratet, ist tatsächlich vom Satan verblendet, denn er hat seinen heiligen Eid gegenüber Gott aus dem Auge verloren und hört nicht mehr auf die Stimme des Heiligen Geistes, der bei der Priesterweihe den Namen Gottes mit heiligem Feuer in die Seele des Priesters gebrannt hat. Die Liebe zu einer Frau ist völlig anderer Natur als jene zu Gott und sollte niemals den Vorrang über jene zu Gott erhalten. Die Seele darf Gott unter keiner Bedingung hinter den Menschen stellen.

Wenn ein Mensch seine Familie verlässt, um ein heiliges Leben zu führen, handelt er vollkommen richtig, wenn dies seine Berufung ist. Ob und inwieweit er dadurch Seelen schadet, kann nur von Gott beurteilt werden, je nach der Herzensverfassung dieses Menschen und nach dem Plan, den Gott mit allen betroffenen Seelen (Frau, Kinder) hat.

Sollte man besser auf den Kontakt zur Familie verzichten, wenn diese ungläubig ist?

Es kommt darauf an, ob die betreffenden Seelen dem Glauben und den Äußerungen des Glaubens feindselig oder aber 'neutral' gegenüberstehen. Ist die Rede von Feindseligkeit, so rät die Herrin von regelmäßigem Kontakt ab, besteht allerdings darauf, dass man für diese Seelen beten und Aufopferungen darbringen soll. Wenn der persönliche Kontakt zu einer Quelle von Untugenden wird, vermeidet man diesen besser, damit die Seelen der Ungläubigen vor sich selbst geschützt werden. Dies trifft auf Kontakte zu allen ungläubigen Seelen zu. Wenn es sich um Angehörige handelt, ist man allerdings auch durch Gottes Vorsehung mit ihnen verbunden auf den Wegen der Erlösung und Heiligung. Keine Seele aber sollte Ihnen den Weg zur eigenen seelischen Entfaltung versperren.

Ich habe mich gefragt, ob Sie der letzte Apostel auf Erden sein werden? Sie verkünden ja die "Offenbarung der Offenbarungen", das klingt so, als ob es nach Ihnen nichts Größeres mehr zu verkünden geben wird

Das liegt in Gottes Herzen beschlossen. Niemand sollte auf mich schauen. Nicht das Werkzeug ist wichtig, sondern die Hand, die es bewegt, und die Pläne, die durch diese Hand verwirklicht werden. Im Myriam-Apostolat geht es um Maria in Ihrer obersten Eigenschaft als Herrin aller Seelen und um die Werke, die Sie in dieser Eigenschaft zu vollbringen versucht. Tatsächlich, 'zu vollbringen versucht', denn das Ergebnis hängt von der Mitwirkung der Seelen ab. Der einmalige Charakter dieser Verkündigung wird an vielen Stellen in den Myriam-Schriften belegt. Ob es nach mir nichts Größeres mehr zu verkünden geben wird? In wenigen Worten: Ich weiß es nicht. Ich habe mein ganzes Wesen und Leben an die Himmlische Herrin übertragen. Ich tue und schreibe einfach dasjenige, was Sie will, ganz nach Ihrer Aufgabe innerhalb des Göttlichen Heilsplans. Sie weiß am Besten, was Sie mit mir vorhat, wozu, weshalb, wie lange, und ob noch etwas anderes folgt.

Das Myriam-Apostolat ist von Maria ins Leben gerufen und vollbringt jetzt die Aufgaben, die ihm die Himmelskönigin erteilt. Dieses Apostolat hat seinen Platz in dem heutigen Abschnitt der Heilsgeschichte, weil es dort von Gott gewollt ist. Da Gott Seine Absichten und Strategien nicht in den Einzelheiten durchschauen lässt, kann keine Seele sagen, ob dieses Apostolat nach Gottes Plänen die Vollendung der Verkündigung zu bringen hat. Das einzig Wichtige ist, dass wir die uns erteilte Aufgabe genau nach den täglichen Vorschriften und Wünschen der Herrin vollbringen, damit die ganze uns anvertraute Saat ausgestreut und dieser Abschnitt in den Heilswerken Gottes zur beabsichtigten Blüte gebracht wird. Darin liegt für mich der ganze Sinn meiner Selbsthingabe an die Herrin. Alles andere bestimmt Sie. Den genauen Platz dieser Lebensaufgabe innerhalb von Gottes Werken wird mir nach diesem Leben offenbart werden. Das genügt mir.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 272
Gibt es Freizeitorte (Kino, Bar, usw.), die für die an Maria geweihte Seele gefährlich sein können? Mag es Maria, wenn man Sport betreibt? Ist es falsch, in den Urlaub zu gehen oder ist es besser an Wallfahrtsorte zu gehen? Soll die an Maria geweihte Seele überhaupt Geburtstag feiern?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Noch täglich staune ich selber darüber, welche Wunder wir in unseren Tagen erleben dürfen, von Maria Belehrungen zu alltäglichen Gewohnheiten, Verhaltensweisen usw. erhalten zu dürfen. Ja, mit der Herrin aller Seelen schenkt Gott uns eine richtige Gnadenzeit. Dies sind einmalige Beweise von Gottes unendlicher und bedingungsloser Liebe. Ihre nachfolgenden Fragen sind sozusagen Kinder des Wunsches, sogar in den gewöhnlichsten Dingen des Lebens nur dasjenige zu tun, was Gott gefällt und was die Fruchtbarkeit der Tage erhöhen kann. Diese Fragen weisen auf eine Besorgnis hin, die Weihe an Maria ganz zum führenden Prinzip aller Elemente des Lebens zu machen. So sollte es auch sein, denn es gibt gar keine teilweise Weihe: Die Weihe an Maria muss das ganze Leben mit allen seinen Aspekten und Elementen umfassen. Betrachten wir also anhand Ihrer Fragen mal, wie weit die wahre Weihe an Maria geht.

Gibt es Orte, die gefährlich sein können für den Maria Geweihten? Was ist z. B., wenn man ins Kino, in eine Bar, einen Pub, ins Fitnesscenter, in einen Verein oder Club geht? Das alles ist ja weltlich ausgerichtet.

An sich ist ein Ort im spirituellen Sinne eigentlich nur dann 'gefährlich', wenn und in dem Maße wie die Seele keinen Widerstand gegen die an diesem Ort herrschenden oder betriebenen Untugenden und Sünden leisten kann. Trotzdem rät die Herrin aller Seelen sehr betont davon ab, dass sich die Seele an einen Ort begibt, wo viele niedrig-weltliche Handlungen vorgenommen und niedrig-weltliche Worte gesprochen werden, wo verunreinigende sinnliche Eindrücke auf die Seele zukommen, wo Verhaltensweisen und Normen herrschen, welche die Tugendhaftigkeit der Seele bedrohen, oder (und dies ist vielleicht das Bemerkenswerteste) wo die Seele sich in dem Weltlichen untertaucht und eigentlich die Zeit vergeudet, die Gott ihr schenkt, um ihre Heiligung voranzubringen und Gutes für die Mitgeschöpfe zu tun.

Die Orte, die Sie in Ihrer Frage erwähnen, werden von der Himmelskönigin nicht alle gleich bewertet. Alles hängt im Grunde genommen vor allem davon ab:

  1. in welchem Stand der spirituellen Reinheit bzw. Unreinheit sich der betreffende Ort befindet. Konkret heißt dies selbstverständlich: in welchem Maße dort Sünden und Untugenden betrieben werden.

  2. mit welcher Herzensverfassung die Seele dorthin geht und sie sich dort verhält und welche Absicht sie mit ihrem Besuch dort verfolgt.

Wir sollten auch immer berücksichtigen, welche Dauerfolgen sich aus einem solchen Besuch für die Seele ergeben können. Ein kleines Beispiel: Besucht die Seele eine Disco, in der frei Alkohol konsumiert und Drogen gehandelt werden, so kann dies leicht die Seele dauerhaft schädigen.

Ein Besuch im Kino zum Beispiel wird eher selten zu Dauerschäden Anlass geben, es sei denn, es wird ein Film gezeigt, welcher der seelischen Entwicklung alles andere als zuträglich ist. Der Seele obliegt die Pflicht, sich diesbezüglich im Voraus zu erkundigen und sich dann vor dem Hintergrund der Wünsche Gottes für die Seelen zu entscheiden. Das Ganze der Belehrungen und Anweisungen der Herrin aller Seelen kann diesbezüglich sehr wohl als Leitfaden gelten.

Allerdings wünscht Sich Maria inständig, dass sich die Seele eine Freizeitgestaltung auswählt, die sie dazu in den Stand versetzt, sich für die Werke Gottes nützlich zu machen und nicht ihre Zeit auf seelisch leere Tätigkeiten zu verwenden.

Mag es Maria, wenn man Sport betreibt?

Maria hat nichts dagegen, dass die Seele viel Bewegung nimmt, unter welcher Form auch immer. Die einzigen Beschränkungen sind diese:

  • Von Leistungssport, vor allem im Rahmen eines Wettbewerbs, rät Sie aus mehreren Gründen entschieden ab. Diese Tätigkeiten vollziehen sich in einer Atmosphäre, die öfters ziemlich stark von wirtschaftlichen, materiellen Einflüssen geprägt ist und sehr viele Untugenden hinter sich ziehen kann.

  • Die Tätigkeit soll sich unter Wahrung der Reinheit vollziehen. Ein Beispiel: Freiluftschwimmen kann unter Umständen besser vermieden werden.

Wie so oft kommt es beim Sport vor allem darauf an, aus welcher Herzensverfassung heraus und mit welchen Absichten man ihn treibt.

Die meisten Menschen gehen heutzutage einmal im Jahr in den Urlaub. Was sagt Maria dazu? Ist das in Ordnung für Sie, wenn man verreist, oder ist es besser, an Wallfahrtsorte zu gehen? Oder kann Sie einen nur dann am besten beschützen, wenn man so viel wie möglich zu Hause bleibt?

Maria kann die Seele überall und immer voll beschützen, allerdings nur in dem Maße, wie die Seele Ihr dies ermöglicht. Das heißt: Maria kann die Seele in dem Maße beschützen, wie die Seele selber ihr Bestes tut, um Situationen und Kontakte zu vermeiden, die sie Untugenden und Sünden aussetzt. Die Seele muss ihre Bereitschaft nachweisen, Maria zu zeigen, dass sie ihren freien Willen für das Gute einsetzen will und beschützt werden will.

An sich ist nichts Falsches daran, in den Urlaub zu gehen. Es gelten hier jedoch im Großen und Ganzen dieselben Regeln wie für Besuche im Rahmen des Ausgangslebens. Ist es besser an Wallfahrtsorte zu gehen? Diesbezüglich soll ich auf Folgendes hinweisen:

Die Gottesmutter weist darauf hin, dass die Seele ihr Leben als Christ nicht in Momente spiritueller Empfindung und Momente nichtspiritueller Empfindung aufteilen kann. Das wahre Zusammenleben mit Gott/Maria soll alles umfassen, egal wo sich die Seele befindet, weil ein geweihtes Leben ein Leben ist, in dem jeder Augenblick Maria gehört und für Gott und zugunsten Seiner Werke geführt werden soll. Dies heißt zunächst, dass die Seele dafür zu sorgen hat, dass sie auch im Urlaub in die Heilige Messe gehen kann. Ob es besser ist, an einen Wallfahrtsort zu gehen, als anderswo in den Urlaub zu fahren, kommt ganz darauf an, wie die Seele ihre Zeit vor Ort verbringt. Man kann an einem Wallfahrtsort mit sehr weltlichen Gedanken und Absichten herumlaufen, und umgekehrt wäre auch denkbar, dass man an einem nichtreligiösen Ort im Herzen innigst mit Gott/Maria verbunden bleibt. Es kommt auch hier wieder mal auf die Herzensverfassung und das Verhalten an.

Ob man verreist oder daheim bleibt, für Maria bzw. für Gott zählt einzig und allein dasjenige, was man tut, wie man es tut, mit welcher Einstellung im Herzen und mit welchen Absichten und wie aufrichtig und in welchem Maße man im Herzen mit Gott/Maria verbunden bleibt. Nicht der Ort, den die Seele besucht, heiligt sie, sondern dasjenige, was in ihrem Herzen vorgeht. Man kann mit Sünden beladen bzw. von weltlichen Gedanken erfüllt aus Lourdes nach Hause zurückkehren oder man kann daheim im eigenen Hintergarten an seiner Heiligung arbeiten. Außerdem hat die Anzahl von Wallfahrten, die man im Leben unternimmt, an sich nicht den geringsten Einfluss auf den Stand der Gnade und der Heiligkeit, in dem sich die Seele befindet. Nur dasjenige, was die Seele auf solchen Reisen mit ihrer Zeit, mit den Situationen und Kontakten tut, bestimmt den heiligenden Wert einer Wallfahrt. Betrachtet die Seele ihre Wallfahrt als eine Gelegenheit, mit ihren Mitmenschen über dieses und jenes zu plaudern und bzw. oder sich in jeglichem anderen Sinne weltlich zu verhalten, so ist es sogar nicht unmöglich, dass sie seelisch verunreinigt von der Wallfahrt nach Hause zurückkehrt.

Soll die an Maria geweihte Seele überhaupt Geburtstag feiern? Oder besser den Namenstag? Oder soll ich meinen nächsten Geburtstag zusammen mit Gebeten feiern?

Geburtstag feiern heißt im spirituellen Sinne, des Tages gedenken, an dem Gott die Lebensreise der Seele auf Erden hat anfangen lassen. Gott hat in Seiner Schöpfung Zyklen vorgesehen. Es hat einen tiefen Sinn, dass die Schöpfung Zyklen durchmacht, weil diese der ständigen Entwicklung durch Wachsen, Reinigung, Absterben und Wiedergeburt usw. dienen. Aus diesem Grunde bedarf die Schöpfung auch der Jahreszeiten, der Tagesrhythmen und der Jahresrhythmen. So kann die Seele jeden Geburtstag als die Vollendung eines Jahreszyklus betrachten. Maria liebt es besonders, wenn die Seele an ihrem Geburtstag Gott dankt für das vergangene Jahr (und wenn sie dies zum ersten Mal tut, für ihre ganze Vergangenheit), dass sie ihr vergangenes Jahr bzw. ihre ganze Vergangenheit an Maria überträgt und dass sie um Gnaden betet für ihre seelische Entwicklung im neuen Lebensjahr. Die Seele tut gut daran, an ihrem Geburtstag für eine Wiedergeburt zu beten.

Der Geburtstag sollte so viel wie möglich ein Tag der Besinnlichkeit und der Betrachtung sein. Eine weltliche Geburtstagsfeier ist durchwegs zwar Tradition, bringt der Seele aber nichts, unter anderem deswegen, weil sie die Seele geradezu zu weltlichen Gedanken und Erwägungen herunterzieht, anstatt ihr die Gelegenheit zur Besinnung zu bieten. Weltliche Feiern bergen in sich immer die Gefahr, dass die Seele, die sich daran beteiligt, tiefer in das Weltliche hineingezogen wird.

Liebe Schwester, ich hoffe, diese Begegnung mit dem Herzen der Gottesmutter hat Sie genauso gefreut wie mich. Wie schön ist es, wenn man Sie um Licht bittet, nie im Voraus zu wissen, welche Farben die Strahlen haben werden, die Sie zusendet, und immer wieder überrascht zu werden. In diesem Sinne lasse ich diese Zeilen in den Regenbogen der wahren Hoffnung hinüberfließen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 273
Tiere schenken oft mehr und aufrichtigere Liebe, als es die Mitmenschen vermögen. Wo soll man bei der Fülle an Myriam-Schriften beginnen? Gottes Liebe fließt nur zum Teil unmittelbar von Gott in die Seele, zu einem beträchtlichen Teil aber auch durch Mitmenschen und Tiere. Durch vollkommene Weihe an Maria wird jedes Element von Finsternis in Licht umgesetzt

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ich kann einfach nicht umhin, die Beantwortung Ihres traurigen Briefes dort zu beginnen, wo Sie so treffend schreiben, Ihre große Jugendliebe war ein Hund, dem Sie viele Tränen ins Fell geweint haben. Tatsächlich, sehr viele Seelen machen früher oder später die Erfahrung, dass ein Tier oder mehrere Tiere ihnen mehr und aufrichtigere Liebe schenken, als es die Mitmenschen vermögen. Diese Feststellung ist durchaus kein Kompliment für die Menschenseele, die von Gott als die Krönung der Schöpfung gedacht war. Unserer Welt fehlt es sehr an Liebe, und wir sollen da nicht nur auf Kriege und Schwerverbrechen schauen, sondern auf die einfachen Beziehungen zwischen Menschen, die wir kennen, und auf unser eigenes Herz. Wo lebt die Seele, die in aller Wahrheit von sich behaupten kann, sie hätte sich in allen Situationen ihres Lebens vollkommen für ihre Mitgeschöpfe aufgeopfert? Trotzdem gibt es eine gute, frohe Nachricht: Gott macht aus aller Finsternis Licht, aus jeder Träne einen Diamanten, aus allem Elend neues Glück. Die Wiedergeburt unserer Schöpfung muss unser eigenes Herz als Wiege haben. Jede(r) von uns kann an sich etwas finden, was besser sein könnte. Sie haben den großen Mangel an Liebe nicht umsonst erlitten, er hat die liebevolle Aufmerksamkeit Gottes noch mehr auf Sie gelenkt.

Ich kann es sehr leicht verstehen, dass Sie oft nicht wissen, wo mit der Lektüre der vielen Schriften anzufangen. Eine gute Art vorzugehen wäre diese: Sie schauen sich den Überblick der Schriften auf der Webseite an, lassen sich im Herzen führen, klicken einen Titel an und lassen sich führen, an der Hand der Gottesmutter. Sie wird dafür sorgen, dass Sie dasjenige finden, was Sie jeden Augenblick brauchen. Wenn Sie dieses Verfahren immer wieder anwenden, werden Sie bemerken, dass Sie Schritt für Schritt in diese Fülle vordringen, wie auf einer Reise durch ein unbekanntes Land. Eins wird zum anderen führen, und Sie werden die Erfahrung machen, dass Maria Selbst Ihre Reiseführerin durch eine überirdische Landschaft sein wird.

Vielleicht kennen Sie die Parabel von Buridans Esel, dem hungrigen Esel, der, vor gleich großen Heuhaufen stehend, verhungern musste, da er sich nicht entscheiden konnte, von welchem er essen sollte. So kommen viele Seelen kaum dazu, sich in den Schriften Myriams zu vertiefen, weil das Angebot so groß ist. Nun, für die Himmelskönigin sind alle diese Schriften wie gleich große seelische Nahrungspakete. Egal welches sich die Seele auswählt, es als Erstes zu sich zu nehmen, es wird sie immer auch zu anderen führen, denn alle diese Pakete sind engstens miteinander verbunden, aber eines Tages muss man sich für eins entscheiden, damit man auch die anderen kennenlernen kann und möchte.

Die Geschichte Ihres Lebens ist die Geschichte einer alles beherrschenden Enttäuschung: Sie sind in der Liebe als spirituellem Phänomen enttäuscht worden. Jede Seele sehnt sich letzten Endes nach nichts mehr als nach der wahren Liebe, der Liebe, wie sie in aller ihrer Wärme und ihrem Licht gerade aus Gottes Herzen in das eigene Herz fließt, um dort in Berührung mit der Empfindung unserer eigenen Kleinheit und Unwürdigkeit eine Explosion von Hoffnung und Lebensfreude hervorzurufen. Scheint an der Einströmung dieses Kraftstoffes für das wahre Leben etwas zu fehlen, so kommt es der Seele so vor, als ginge in ihr allmählich das Licht aus. An Gottes Freigiebigkeit mangelt es in diesem Punkt gar nicht, aber Gott will überall und immer die Menschenseele an Seinen Werken beteiligen, und die Verbreitung Seiner Liebe erfolgt vorzugsweise durch die ganze Schöpfung in unzählige Richtungen, so dass der Strom von Gottes Liebe nur zum Teil unmittelbar von Gott in die Seele fließt, zu einem beträchtlichen Teil aber auch durch Mitmenschen und Tiere (also durch 'Umwege') zu der Seele kommt. So hat Gott es verfügt, damit die Liebe noch mehr zum Bindeglied zwischen allen Geschöpfen wird.

Die frohe Nachricht für die Seelen, denen es im Leben in hohem Maße an Liebe gefehlt hat (und diese sind sehr zahlreich), liegt darin, dass die Seele durch vollkommene Weihe an Maria die wahre Liebe kennenlernen kann, und zwar in dem Maße umso früher, wie die Seele zu einer Wiedergeburt kommt. Maria bewirkt in der Ihr aufrichtig geweihten Seele eine ganze Neugestaltung. Zu dem Reinigungsprozess, der dieser Neugestaltung zugrunde liegt (liegen muss) gehört der Austausch vieler Ansichten und Betrachtungsweisen. Die Heilung wird bei Ihnen mit der Weihe Ihrer Vergangenheit mit allen ihren Enttäuschungen und Verletzungen und aller ihrer nicht eingelösten Sehnsucht nach Liebe anfangen. Der Zeitpunkt nähert sich, in dem es Ihnen durch eine hemmungslose Hingabe an Maria gelingen wird, Ihre Vergangenheit plötzlich als ein Liebesopfer an Gott zu betrachten, gerade weil sie Ihnen die Dornen nicht erspart hat.

Je mehr das Herz gelitten hat, desto größer ist der Reichtum der Seele. Diesen Reichtum sollten Sie sich als eine mit Gold gefüllte Schatztruhe vorstellen. Gold ist kein gängiges Zahlmittel, somit können Sie diesen Reichtum erst dann einlösen, wenn das Gold in Geld umgesetzt worden ist. Diese Umsetzung ist die Weihe Ihrer Schmerzen und Leiden an Maria: Ab dieser Weihe wird das Gold Ihnen Münze um Münze ausgezahlt, und allmählich können Sie sich einen ständig wachsenden inneren Frieden verschaffen. Weihen Sie dieses ganze Leiden nicht, so bleiben Sie die Besitzerin eines Goldschatzes, den Sie sich aber nie zunutze machen können. Hier sehen Sie Maria als Diejenige, die bei der Himmlischen Bank die Leiden gegen die Gnaden der Wiedergeburt, der inneren Neugestaltung austauscht.

Die Seele erlebt eine derartige Umwandlung des Herzens, dass sie in von Finsternis belasteten Ereignissen, Situationen und Erinnerungen das Licht erkennen lernt, das in ihnen tatsächlich enthalten ist. Gott verbirgt in jedem Leiden Sein Licht. Die Seele findet dieses Licht gewöhnlich nicht. Nach einer gewissen seelischen Entwicklung jedoch scheint das Herz zu einer höheren Wahrnehmung zu kommen: Es kann allmählich erkennen, wie sich dieses Licht aus der Finsternis freisetzt. Das Ergebnis ist eine sich verändernde Wahrnehmung: Die Finsternis verwandelt sich in Licht und das Gute, was die Seele entbehrt hat, wird zum Schlüssel zum wahren Herzensfrieden.

Aus einer solchen Entfaltung des inneren Lebens kommt die Erkenntnis hervor, dass Gott die Seele nie verlassen hat, dass Seine Liebe nur nie wirklich erkannt und somit nicht empfunden worden ist. Ihr tiefer Wunsch ist es, Gott zu gehören. Sie haben nie aufgehört, Ihm zu gehören, nur fehlt die richtig gelebte Weihe als Brücke in Sein Herz hinein. Durch die vollkommene Weihe an Maria klopft die Seele spürbar an Gottes Tür und bekommt erst richtig Anteil am Göttlichen Leben, am Leben in Einheit mit dem Herzen Gottes. In dem Maße, wie die Seele sich Maria hingibt, lernt sie ihr Leben und die Welt anders zu betrachten. Nach und nach erkennt sie die Gegenwart des Lichtes in allem und lernt, dieses Licht auch aus allem strahlen zu lassen, denn überall verbirgt Gott Seine Saat, die durch Weihe in Blumen umgesetzt wird.

Der endgültige Sieg Gottes über den Bösen, des Lichtes über die Finsternis, ist in jenem Sinne von Gott bis in die Einzelheiten vorbereitet: Alles, was der Böse einer Seele antut, kann von dieser Seele durch Weihe der Situation und der betreffenden Seelen an Maria in Licht umgewandelt werden. So kann jedes Element von Finsternis in Licht umgewandelt werden. Gott hat die vollkommene Weihe an Maria als Schlüssel zu Seinem endgültigen Sieg vorgesehen und so der Seele Macht geschenkt über die Aufschließung Seines Lichtes aus jeglichem Element von Finsternis. Die Seelen sind sich dessen noch nicht bewusst, aber der Sieg Gottes, das Reich Gottes, ist bereits da, er bzw. es wartet nur auf den richtigen Umgang der Menschenseelen mit aller Finsternis und die Weihe möglichst vieler Situationen und Seelen an die Himmelskönigin.

Bitten Sie Maria darum, Sie möge Ihr Herz so vollkommen von allem Weltlichen wegführen, dass die Liebe in Ihnen richtig blühen kann. Sie werden merken, dass mit dem Wachsen der Fähigkeit zu lieben und Liebe entgegenzunehmen die Beharrlichkeit in Ihren Anstrengungen ebenfalls blühen wird. Das kommt daher, dass die Seele durch die Blüte der Liebe in sich ebenfalls die Erkenntnis gewinnt, dass Gott in allem zugegen ist und dass es somit immer Hoffnung gibt. Diese Erkenntnis ermutigt die Seele und überzeugt sie von dem Wert des Kampfes für die lichtvollen Dinge. Ich würde Ihnen von Herzen gerne dabei helfen, und zwar dadurch, dass ich durch die Herrin aller Seelen die Aufschließung der Brücke zwischen Ihrem Herzen und dem Herzen Gottes vorbereite, vorausgesetzt, Sie nehmen diese Hilfe an. Aus diesem Grunde bin ich gerne dazu bereit, Sie begleiten zu helfen, wie und wenn mir dies die Himmelskönigin auch immer erlaubt.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 274.
Die Sklaverei der Herrin gegenüber ist eine Lebenseinstellung zur Vervollkommnung der Liebe – Besitzt Myriam die Zukunftsschau? – Möchte die Herrin, dass man vor Ihr kniet mit dem Kopf zur Erde? – Die Darstellung Jesu und Mariä in Filmen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Sehr gerne beantworte ich Ihre Fragen gleich, weil die Arbeit an der Seele für mich das Wichtigste ist, was es gibt.

Maria ist intensiv mit Ihnen beschäftigt. Das ist Sie selbstverständlich mit jeder Seele, nur der Unterschied liegt darin, dass Sie sich auch intensiv mit Ihr beschäftigen. Die Armee der Finsternis ist tatsächlich im Aufmarsch. Wäre dies nicht der Fall, so wäre dieses Apostolat überflüssig, denn dieses Apostolat bezweckt gerade, jener Armee durch Verkündigung der Fülle der Wahrheit, durch Begleitung der seelischen Entfaltung von Seiten der Herrin Selbst und durch Verbreitung von Liebe, Hoffnung und Ermutigung möglichst viele Verluste zu bereiten.

Wenn die Herrin so etwas sagt wie "Ich möchte, dass dein Herz für Mich schlägt", so meint Sie damit, dass Sie Ihr all dasjenige schenken sollen, was Sie haben, was Sie leiden, was Sie fürchten, was Sie lieben, einfach alles. Glauben Sie mir, es kann Ihnen so vorkommen, als wären Sie dann arm wie eine Kirchenmaus. Ich versichere Ihnen aber, dass Sie dadurch erst den wahren Reichtum finden werden. In dem Maße, in dem sich die Hingabe der Vollkommenheit nähert, können Sie innerlich völlig umgestaltet werden. Was können Sie tun? Eigentlich wird von Ihnen nur eins verlangt: Dass Sie sich Maria völlig und uneingeschränkt hingeben und sich von Ihr inspirieren lassen.

Die Sklaverei der Herrin gegenüber ist eine Lebenseinstellung, in welcher die Seele so vollkommen in den Bann der vollendeten Liebe kommt, dass sie sich Schritt für Schritt selber in Liebe verwandelt und dadurch in den Stand versetzt wird, die Herzensverfassung der Geliebten (Maria) so sicher nachzuempfinden, dass sie einfach wie von Natur aus für dasjenige lebt, was die Geliebte (Maria) von ihr verlangt. Es ist dabei also die Rede von ungehemmter Hingabe aus reiner selbstverleugnender Liebe. Ohne dieses letzte Element würde diese Beziehung völlig unfruchtbar bleiben. Eigentlich ist dieser Zustand mit einem Holzklotz vergleichbar, der auf einem Wildbach treibt. Er denkt nicht nach, fürchtet sich nicht, lässt sich einfach dorthin treiben, wohin ihn das Wasser bringt. Das Wasser ist sozusagen Herr des Baches, nicht der Klotz. So beherrscht die Herrin (das Wasser) den Lebensweg (den Bach) der Seele (des Klotzes). Denken Sie nicht zu viel nach, empfinden Sie aber umso mehr. Maria können Sie nur lieben, dienen und 'nachempfinden' mit dem Herzen, nicht mit dem Verstand, und Sie wird Sie dorthin führen, wo Sie sein müssen, vorausgesetzt, Sie geben sich Ihr völlig hin und werden dadurch ein williges Werkzeug im Rahmen der Ausführung des Göttlichen Heilsplans.

Wird Sich Maria Ihnen zeigen? Keine Seele könnte Ihnen diese Frage beantworten, weil Maria mit verschiedenen Seelen auf eine ganz verschiedene Weise umgeht und keine zwei Seelen den gleichen Lebensauftrag haben. Seien Sie aber immer unbesorgt, denn was Maria auch immer mit Ihnen tun will, Sie wird Ihnen die Kraft geben, auch dasjenige zu tragen, was mit einem intensiven Kontakt mit Ihr einhergeht. Das Leben mit Maria ist kein gewöhnliches Leben. Die Seelen haben durchwegs keine Ahnung davon, dass der intensive Kontakt mit der Himmelskönigin das Leben der Seele vollkommen auf den Kopf stellt und die Seele sehr vielem aussetzt, dass einer Seele außerhalb jener Lebenssphäre völlig unbekannt ist.

Ein solches Leben prüft die Seele buchstäblich jede Minute bis auf das Äußerste, und die Seele spürt dies auch ständig dadurch, dass sie außerordentlich empfindlich gemacht wird. Diese Empfindlichkeit ist notwendig für den Kontakt mit Maria, für mystische Phänomene wie die Seelenschau, für jegliche Arbeit mit Seelen und für die ununterbrochene 'Selbstschau', wenn ich dies so nennen kann: Die Seele im Kontakt mit Maria wird ununterbrochen gereinigt, geschliffen, den Erfordernissen des Werkes als Kanal Mariä angepasst. Vor allem die Fähigkeit zu lieben, wird in der Seele dauernd geläutert, weil Marias Werkzeug dazu imstande sein muss, das Himmlische Feuer weiterzuleiten, es in Seelen anzufachen und selbst in diesem Feuer dahinzuschmelzen, als ob es sie gar nicht mehr gäbe. Was mit Ihnen geschehen wird, kann ich nicht sagen. Vorläufig ist dies ein Geheimnis.

Ob ich die Zukunftsschau besitze? Von der Zukunft sehe ich nur dasjenige, von dem Maria will, dass ich es sehe. Die Zukunftsschau hat ja nur einen einzigen Zweck: den Dienst an Gottes Heilsplan. Eine mystische Berufung ist eine Berufung zu einer dienenden Rolle, sowohl Gott als auch der Schöpfung gegenüber. Wie Sie schreiben, sehe ich tatsächlich Bilder mit den Augen der Seele und darf diese nur dann preisgeben, wenn Maria dies will und mich damit beauftragt, dies zu tun. Ich besitze einen freien Willen wie jede andere Seele, habe jedoch seit meiner Berufung täglich diesen Willen Maria übertragen und tue, sage oder schreibe nichts, was nicht von Ihr beauftragt oder mindestens genehmigt worden ist.

Sie fragen, ob die Herrin möchte, dass man vor Ihr kniet mit dem Kopf zur Erde? Auf diese Frage müsste ich eine zweiteilige Antwort geben. Sie werden gleich sehen aus welchem Grunde:

1. Von mir hat die Herrin von Anfang an verlangt, dass ich Sie immer tief kniend begrüße. Ich habe sehr bald verstanden wieso. Als Sie mich 1997 zum ersten Mal rief, saß ich kniend vor Ihr. Damals erschien Sie mir hauptsächlich als die Schmerzensreiche Mutter, einige Male auch wirklich als die Königin. Sie verlangte gleich, dass ich in meinem Verhalten Ihr gegenüber ein vollkommenes Gleichgewicht suche: Ich sollte Ihr begegnen wie einer Frau, die für mich gleichzeitig Mutter, Freundin und Herrin ist. Dieser Wunsch schien mir eigentlich sofort nicht so schwer zu erfüllen, weil Sie in meinem Herzen genau diese drei Eigenschaften gleichzeitig verkörperte. Ich sprach somit zu Ihr mit sanfter, zärtlicher Stimme, ganz ungezwungen, aber sehr ehrfürchtig. Mein Herz war so entflammt, dass mir die Erfüllung dieses Wunsches somit gar nicht schwer fiel. Ich sprach immer kniend zu Ihr, meine Liebe zu Ihr zwang mich einfach in die Knie. Man muss Maria wahrscheinlich ganz nahe gespürt, gehört oder gesehen haben, um dies wirklich zu verstehen.

Als Sie Sich mir im Herbst 2005 zum ersten Male in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen bekanntgab, rief Sie mich in einer sehr ungewöhnlichen Weise, nicht wie Sie dies bis dann gewöhnlich zu tun pflegte (durch eine Explosion von Hitze im Herzen), sondern durch die Worte "Knie vor Mir nieder". Ich war gerade an einem Poster von Ihr im Hause vorbeigegangen, das Sie als die Himmelskönigin zeigt. Ich war in Gedanken versunken und suchte etwas. Bei diesem Poster klang Ihre mir so bekannte Stimme, sanft und zärtlich, so voll Liebreiz und doch so würdig: "Knie vor Mir nieder". Ich erschrak darüber, kniete sofort tief nieder, und Maria wollte, dass ich kniend liegen blieb. Nach einiger Zeit erlaubte Sie, dass ich wieder aufstehe. Dies wiederholte Sie im Laufe der nächsten Tage einige Male, bis Sie dann die erste Offenbarung als Herrin aller Seelen in mir sprach.

Sehr bald erklärte mir Maria, Sie beabsichtige, mich einer äußerst strikten Gehorsamsdisziplin zu unterziehen, denn von meinem Gehorsam werde die Fruchtbarkeit der Werke abhängen, die Sie mir als die Herrin aller Seelen in diesen Letzten Zeiten anvertrauen wird. Sie hat mir darauf eine Anzahl von Regeln auferlegt, darunter Ihre Regeln der Begrüßung. Diese Letztere erfolgt tief kniend, mit dem Kopf zur Erde, mehrere Male am Tag, in der Anfangszeit der Offenbarungen sogar auch mitten in der Nacht, wann immer es Maria gefällt. Sie hat mich gelehrt, Liebe, Gehorsam und Leiden in engster Verknüpfung zu empfinden. Keines dieser drei kommt jemals ohne die beiden anderen. Es handelt sich da ja um das sogenannte Dreieck der seelischen Fruchtbarkeit.

2. An jeder anderen Seele gefällt es Maria außerordentlich, wenn diese vor Ihr niederkniet, weil Sie den Seelen gegenüber Gottes Werke vertritt. Sie verlangt nichts, Sie lädt ein. Eins nur verlangt die Herrin diesbezüglich von den Seelen: dass sie im Herzen tief vor Ihr niederknien, nicht Ihretwegen, sondern zur Verherrlichung der Werke Gottes.

Für X. können Sie wenig Zusätzliches tun, damit er den Weg zu Maria findet. Marias Herz im wahrsten Sinne des Wortes berühren, kann die Seele nur aus dem eigenen Herzen heraus, aus eigener Initiative und auf der Grundlage einer wahrhaftigen, aufrichtigen, selber im eigenen Wesen empfundenen Liebe. Betrachten Sie es mal so: Sie können einer Seele eine Landkarte vorlegen und ihr einreden, wie schön es dort wohl ist, und Sie können ihr sogar einen Vorschuss auf die Reisekosten zahlen, aber die Reise antreten, muss sie schon selber. Aufopferungen können Sie selbstverständlich für ihn darbringen. Ein Opfer geht nie verloren, nur hängt es auch zum Teil von der Art und Weise ab, wie X. seinen freien Willen gebraucht, ob er die Gnaden aus Ihren Aufopferungen dazu benutzen wird, sich Derjenigen hinzugeben, die seine Heilslage und auch sein wahres Lebensglück völlig verändern kann.

Bei vielen Jesus- und Maria-Filmen habe ich mich oft gefragt, was genau in Ihnen vorgegangen ist, Ihre Gedankengänge und Gefühle haben mich oft mehr interessiert.

Das kann ich vollkommen nachvollziehen. Ich möchte gleich die Bemerkung machen, dass mir die Besetzung von Marias Rolle in Jesus- und Maria-Filmen nur sehr ausnahmsweise einigermaßen gefallen hat. Es stellt sich auch dabei heraus, welche große Unbekannte die Gottesmutter ist. Maria wird gewöhnlich sehr menschlich dargestellt, und zwar in einem solchen Maße, dass es meine Seele geradezu traurig macht. Was mir an der Besetzung von Marias Rolle immer sehr fehlt, ist das 'von weltlichem Denken und Fühlen Losgelöstsein'. Schauen Sie sich nur drei Szenen an: Jene, in welcher Maria Jesus gebiert, jene, in welcher Sie auf Golgotha beim Kreuz steht, und jene, wenn Ihr der Leichnam Jesu in den Schoß gelegt wird, und Sie werden verstehen, was ich meine. Gerade in der Entbindung und im Umgang mit dem Schmerz und der Trauer war Maria noch am meisten vollkommen frei von allem Weltlichen. Die allzu menschliche Darstellung jener Phasen in der Empfindung Mariä sind wirklich schmerzhaft. Sie beweist, wie schwer es dem Menschen fällt, sich in die wahre Heiligkeit einzufühlen.

Liebe Schwester, es freut mich sehr, Ihnen ein wenig helfen zu dürfen, denn da verwirklicht sich ein Wunsch der Himmelskönigin, die mein Herz für Ihre Werke einzusetzen versucht. Wenn Sie sich Maria vollkommen hingeben, wird Ihr ganzes Leben in eine ununterbrochene Darbietung von Liebe umgewandelt werden. Sie werden dadurch allen Ihren Lieben Gnaden erwirken. Ich behaupte übrigens nicht, dass meine Unterstützung etwas Besonderes sei, nur dass ich sie von Herzen gerne schenke.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 275
Die tiefe Bedeutung des Begriffs des 'Sklaven Mariä' — Gott betrachtet Seine Werke erst dann als vollendet, wenn sie durch die freiwilligen Beiträge und die freiwillige Nachfolge von Seiten der Menschenseele ergänzt werden

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Entschuldigen Sie die Verzögerung in der Antwort. Jeden Auftrag führe ich aber genau zu dem Zeitpunkt aus, zu welchem mich die Gottesmutter dazu einlädt. Ich möchte nicht unterlassen, Sie zu beruhigen.

Maria gibt Sich durch dieses Apostolat in Ihrer höchsten Eigenschaft als Herrin aller Seelen bekannt. Wenn Sie von Sklaverei Ihr gegenüber spricht, meint Sie damit keineswegs, dass die Seele ihren freien Willen aufgeben müsste. Maria respektiert den freien Willen einer jeden Seele voll und ganz als das Wertvollste, das Gott ihr geschenkt hat, nämlich als Schlüssel zur Heiligung. Wenn sich die Seele, die sich vollkommen und bedingungslos Maria hingibt, 'Liebessklave' nennt, so bezeichnet sie damit lediglich die Rolle, die sie ab dieser bedingungslosen und vollkommenen Weihe zu erfüllen berufen ist: die Rolle als Dienerin Mariä in jeglicher Hinsicht. Die Seele, die mit Maria den heiligen Bund der vollkommenen Weihe eingeht, nimmt dadurch ausdrücklich an, dass Maria, die ja von Gott Selbst zur Führerin im Kampf gegen die Finsternis zur Erschließung der Erlösungswerke Christi in der individuellen Seele berufen worden ist, die Macht besitzt, die Seele zum Heil zu führen und ihre sämtlichen Prüfungen, Leiden an Körper, Herz und Seele und ihren ganzen Lebensweg mitsamt allen ihren Anstrengungen auf dem Weg zur Heiligung in Heil für die ganze Schöpfung umzuwandeln. Maria ist der Transformator, der dies alles in Rohstoff für die Spendung von Gnaden umsetzt.

Durch die vollkommene und bedingungslose Weihe wird die Seele voll und ganz Dienerin derjenigen, die Führerin im Kampf gegen die Werke der Finsternis ist. Dadurch wird alles, was die Maria geweihte Seele der Herrin der Himmlischen Heerscharen darbietet, in Waffen zur Unterminierung der Werke der Finsternis umgeschmiedet. Die Seele ist also Dienerin Mariä, wird aber zum 'Sklaven' durch die Himmlische, vollendete Liebe: Maria setzt Sich die Neugestaltung der Ihr geweihten Seele zum Ziel, Sie macht aus ihr ein Werkzeug der wahren Liebe, denn nur in dem Maße, wie sich die Seele selbst allmählich in Liebe verwandeln lässt, werden alle ihre Werke, ihre Prüfungen, ihre Schmerzen, Krankheiten, Lasten, Herzeleid usw. zu Werken von Licht, welche die Wirksamkeit der Werke der Finsternis Schritt für Schritt verringern.

Da liegt also die tiefe Bedeutung dieses Begriffs des 'Sklaven Mariä': Die Seele ist 'Dienerin', weil sie sich selbst und alle ihre Handlungen, Erfahrungen und Empfindungen in den Dienst an Maria (und durch Sie in den Dienst Gottes) stellt, wird aber zum Sklaven durch die innere Umgestaltung in eine Herzensverfassung, die sie auf die wahre Heiligkeit vorbereitet: jene der Empfindung immer höherer Ebenen der wahren Liebe, die es ihr ermöglichen, sich völlig selbstlos den Wünschen Gottes und den Erfordernissen Seines Heilsplans hinzugeben. Die Seele bietet sich dabei allmählich so spontan Maria dar, dass von einer Sklaverei der Liebe Maria gegenüber die Rede ist. Die Hingabe des Selbst, die selbstlose Aufopferung aller Einzelheiten des Alltags, erfolgt deswegen, weil die Seele zu der inneren Erkenntnis gelangt ist, dass sie dadurch den goldenen Weg zum Heil gefunden hat und von der wahren Liebe angetrieben wird, diesem Weg aus reiner Überzeugung zu folgen. Die Seele wird in dem Sinne zum 'Sklaven Mariä', dass sie im Licht dieser Erkenntnis und in der Empfindung dieser Liebe wie von selbst Maria uneingeschränkt ergeben ist.

Der 'Sklave Mariä' ist wahrhaftiges Eigentum Gottes, indem er freiwillig alle seine Werke, seine inneren Gesinnungen und Verfassungen und alle Einzelheiten seines Lebensweges in Rohstoff für Lichtwerke umwandeln lässt. Solange die Seele die Sünde und die ganze Verhaltensatmosphäre, die zur Sünde Anlass gibt, mehr liebt als sie die Werke und Pläne Gottes liebt, verschenkt sie sich im Grunde genommen dem Bösen. Da Maria in diesem ganzen Vorgang der Ausführung von Gottes Werken und der Vorbereitung derselben in den Menschenseelen die Bevollmächtigte Gottes ist, verfügt Sie uneingeschränkt über die Ihr geweihte Seele, führt und begleitet Sie diese auf dem Weg zur Heiligung und vollzieht Sie, unter der Voraussetzung der freiwilligen Mitwirkung von Seiten der Seele selbst, deren Neugestaltung in ein Werkzeug des Lichtes. Die Maria geweihte Seele ist ganz durch Maria Eigentum Gottes. Maria ist ein Geschöpf, ist aber von Gott Selbst dazu bestimmt worden, Spiegel Seiner Werke und Brücke zu Seinem Herzen zu sein.

Der Hauptgrund, wieso Gott es bevorzugt, dass die Seele durch Maria zu Ihm geht und sich Maria zum Vorbild setzt, liegt darin, dass Gott Seine Werke erst dann als vollendet betrachtet, wenn sie durch die freiwilligen Beiträge und die freiwillige Nachfolge von Seiten der Menschenseele ergänzt werden. Es wird dabei sozusagen ein Bund zwischen Gott und dem freien Willen der Seele vollzogen. In Maria sind die Werke Gottes in dem absolut vollendeten Maße ergänzt worden und haben in der absoluten Vollendung geblüht. Wenn sich somit die Seele völlig und ganz, uneingeschränkt und bedingungslos Maria hingibt, gibt sie sich dem Meisterwerk Gottes hin, folgt dem Meisterwerk Gottes und verehrt dieses als Spiegel der Vollkommenheit, in dem Gott den Seelen die absolute Heiligkeit vorführen will. Gott ist das Licht, Maria ist der Spiegel dieses Lichtes, der so gestaltet ist, dass er das Göttliche Licht in jede Seele an ihre individuelle Beschaffenheit genau angepasst hineinstrahlen kann. Dieser Spiegel ist so unendlich wendbar und wechselt so unfehlbar die Wirkungen, dass er sozusagen genau die Farbe und Lichtstärke weiterleitet, welche die Seele zu jedem Zeitpunkt hinsichtlich ihrer seelischen Entwicklung gerade braucht. Von den unzähligen Gründen, wieso Maria das Meisterwerk Gottes genannt werden soll, ist diese Eigenschaft als Spiegel Gottes vielleicht noch der Größte.

In Maria werden Gottes Werke in höchster Form gepriesen. Deshalb ist in der vollkommenen Weihe an die Herrin aller Seelen nicht die geringste Spur von Götzendienst, sondern darin vollzieht die Seele die höchst mögliche Verherrlichung von Gott und Seiner Lichtwerke. So hat es der Ewige Vater in der Unbefleckten Empfängnis Mariä vorbereitet und bei der Krönung Mariä im Himmel bestätigt, und so hat es der Sohn Jesus gewollt, als Er vom Kreuz herab die Seelen Seiner Mutter anvertraute, weil Sie den Weg der Heiligkeit durch und durch kannte und die Macht besaß, diese Heiligkeit in angemessenen Dosierungen in jede Seele hineinzutröpfeln.

Liebe Schwester, seien Sie unbesorgt. Ihre Vorsicht ist begründet und lobenswert. Nur die völlige Hingabe aus dem Herzen heraus, nicht die Leistungen des Verstandes, wird Ihnen allerdings das Licht der Erkenntnis der Echtheit dieses Phänomens vermitteln, denn Gottes Geist flüstert Seine Weisheit in den Wellen der Liebe. Sobald die Seele dazu kommen kann, Gottes Heilswerke und die Absichten und Wege Seines Heilsplans wirklich über all dasjenige zu lieben, was ihr die Welt oder der menschliche Verstand zu bieten haben, wird ihr die richtige Erkenntnis von der Wahrheit und dem unüberbietbaren Wert der vollkommenen Weihe an Maria, ebenso wie jene von der Wahrheit der Wissenschaft des Göttlichen Lebens, vom Heiligen Geist von selber geschenkt. In dem Maße, wie der Logik des Verstandes nicht länger die Herrschaft in der Seele gewährt wird, blüht die Himmlische Logik in der Seele aus dem Keim der Heiligkeit auf, den Gott der Seele bei ihrer Schöpfung geschenkt hat.

Liebe Schwester, das Phänomen der Sklaverei der Seele Maria gegenüber wurde bereits vom Hl. Grignion de Montfort vorgebracht, dessen Thesen kirchlich anerkannt worden sind. In dieser Zeit vertieft die Himmelskönigin in hohem Maße jene Erkenntnisse, erweitert sie und verbindet sie mit tiefen Belehrungen zum Göttlichen Leben, damit vieles vom Göttlichen Heilsplan für die Seelen verständlicher wird. Es handelt sich bei diesem Verständnis und dieser Erkenntnis aber nicht um reines Wissen und Argumentieren mit dem Verstand, sondern um eine ständig fortschreitende Entfaltung der Fähigkeit des Herzens, die Absichten und Wünsche Gottes nachzuempfinden. Mit diesen Belehrungen über Marias Wesen, das Wesen und die wahren Bedürfnisse der Seele und das Wesen des Göttlichen Heilsplans bezweckt Gott nur eins: die Seelen auf die Vollendung ihrer Heiligung und die Gründung von Gottes Reich auf Erden vorzubereiten. Es ist mehr als der Mühe wert, sich nach diesen Erkenntnissen zu sehnen und diesem Weg zu folgen, der unmittelbar zum Herzen Gottes führt.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 276
Heilung von Krankheiten ist eine Frage von Gottes Plan mit der Seele, kann allerdings durch Gebete und Aufopferungen beeinflusst werden

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Auf Heilung von Krankheiten darf bzw. soll man immer hoffen. Nur kann leider sehr wenig über die Zukunft von Krankheitsvorgängen und deren Heilung ausgesagt werden, weil alles davon abhängt, welchen Plan Gott mit der Seele hegt. In manchen Fällen ist eine Heilung für die seelische Entwicklung günstig, in anderen Fällen wird die Seele durch die Heilung einer Krankheit eher seelisch benachteiligt, weil sie das Leiden gerade für ihre seelische Entwicklung braucht oder dieses Leiden während einer bestimmten Zeit von ihr als Sühneakt verlangt wird. In den meisten Fällen spricht Sich Maria über den Ausgang eines Krankheitsprozesses oder über die Heilung nicht aus.

Psychosen können durchaus geheilt werden. Eigentlich sollte die leidende Seele nur einen einzigen Wunsch hegen: dass ihr Zustand, physisch sowie geistig, ihr die höchst mögliche Entwicklung einbringen möge und sie den Plan, den Gott mit ihr verfolgt, möglichst fruchtbar vollenden möge. Gottes Vorsehung wählt dann den Weg, welcher der Heiligung der Seele am meisten zuträglich ist und welcher ihren Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan am stärksten wachsen lassen kann. Der von Gott gewählte Weg kann jener der Heilung sein oder (noch) nicht.

Durch Gebet, Aufopferungen und sämtliche Anstrengungen, ein heiliges Leben zu führen, kann eine von Gottes Vorsehung für eine Seele getroffene Entscheidung abgeändert werden. Aus diesem Grunde ist es nicht sinnlos, für eine bestimmte Entwicklung zu beten und Aufopferungen zu leisten. Gebete und Aufopferungen sind Zahlungsmittel, welche die Freisetzung von Gnaden in die Wege leiten.

Der sinnvollste Weg ist auf jeden Fall dieser, dass Sie Ihren Lebensweg (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) und Ihre gesundheitliche Verfassung völlig unbenommen in Marias Hände legen. Sie wird dafür sorgen, dass Sie unter den besten Bedingungen blühen können.

Ich wünsche Ihnen sehr viel Glück und inneren Frieden, und sichere Ihnen selbstverständlich meine Gebete zu.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 277
Welche Ansicht hegt die Herrin aller Seelen über das Leben in einer Klostergemeinschaft? – Die wahre Vollkommenheit oder Heiligkeit der Seele wird im Verborgenen des Herzens erreicht

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Von Herzen grüße ich Sie im Namen der Himmelskönigin, ebenso wie die Freundin, deren seelische Not Sie dazu veranlasst hat, Ihren Brief an die Herrin aller Seelen zu schreiben. Nur wenige Komponenten meiner Aufgabe zu Marias Diensten sind so oft mit Tränen beladen wie diese, verwundete Herzen vor die Herrin zu bringen. Gerade deswegen aber erfüllt mich diese Komponente auch so sehr mit Freude, weil es kaum etwas Schöneres gibt, als mit den Strahlen der Himmlischen Hoffnung und Liebe bereichert zu jenen Herzen zurückzukehren. Dieses Vorrecht wird mir auch in diesem Falle zuteil. Ich kann den seelischen Schmerz, die unausgesprochenen Leiden Ihrer Freundin nachempfinden. Damit nichts verloren geht, möchte ich das Problem und die Frage wortwörtlich anführen:

"Ich habe eine Freundin, die in einer Klostergemeinschaft lebt. Bei der Beichte hörte sie, sie sei zu perfektionistisch und belaste dadurch hochgradig die ganze Gemeinschaft. Seitdem versucht sie, sich selbst vollkommen zu vergessen, aber sie kann diese Verletzung nur schwer verkraften und leidet unter heftigen Anfechtungen. Welche Ansicht hegt die Herrin aller Seelen über das Leben in einer Klostergemeinschaft?"

Die Klostergemeinschaft ist von Gott als eine Form des Zusammenlebens gedacht, das dazu dienen soll, die Verwirklichung Seines Heilsplans dadurch zu fördern, dass es die Mitglieder dieser Gemeinschaft in eine Atmosphäre untertaucht, welche der seelischen Vervollkommnung, der Vollendung der seelischen Entfaltung zuträglich ist. Aus diesem Grunde ist die Klostergemeinschaft, die Gottes Ideal entspricht, Ihm somit am meisten gefällt und Seinem Heilsplan am besten dienen kann, eine Gemeinschaft, in dem jedes einzelne Mitglied mit allen möglichen Mitteln den eigenen Heiligungsvorgang in den Mittelpunkt aller seiner Handlungen, Worte, Gefühle, Gedanken, Wünsche und Bestrebungen stellt und dem Heiligungsvorgang eines jeden anderen Mitglieds voll und ungehemmt Vorschub zu leisten versucht. Die Klostergemeinschaft hat ja innerhalb von Gottes Heilsplan Aufgaben zu erfüllen, die auf heiligen Gebeten und heiligem Dienstwerk an Gott und die Schöpfung basieren.

Liebe Schwester, das Kernwort für jedes Mitglied einer Klostergemeinschaft heißt 'Heiligung'. Dies gilt für jede Seele, wird allerdings für die Seele innerhalb einer Klostergemeinschaft zum Prinzip auf der Grundlage einer Berufung durch den Geist Gottes, was die Heiligung für das Mitglied der Klostergemeinschaft zum Wesenskern eines Bundes mit Gott Selbst macht.

Ich erinnere an die Begriffsbestimmung, welche die Himmelskönigin unter anderen in den Sturmschriften in Bezug auf die Heiligung vermittelt hat: Die Heiligung ist der Vorgang, durch welchen die Seele in ihrer Empfindung, in ihrem Fühlen und Denken, in Übereinstimmung mit Gottes Erwartungen und mit dem Kern Seines Wesens gebracht wird, d.h. durch welchen die Seele nach dem Bild und Gleichnis Gottes wächst. Es handelt sich dabei um einen Weg der ununterbrochenen Überwindung der Wirkungen der Erbsünde in der Seele, einen Weg der Überwindung der Schwächen, die wegen der Erbsünde in der Seele wirksam sind. Heiligung heißt weitgehende Entfaltung der Seele in der Absicht, diese in den Stand zu versetzen, Heil zu erzeugen in allem, was in ihr vorgeht, und in allem, was von ihr ausgeht. 'Heil' ist dabei als der Zustand zu verstehen, in welchem die Seele der Fülle der seelischen Gesundheit, der Fülle der Wirksamkeit ihrer seelischen Fähigkeiten, möglichst nahe kommt. 'Heil' über sich selbst und andere bringen zu können, ist der Zweck der Heiligung. Heiligung ist somit auch der Vorgang, durch welchen die Seele ihren Beitrag zu Gottes Heilsplan ständig vergrößert.

Ich erinnere dabei ebenfalls an die beiden Zwecke des irdischen Lebens, so wie Maria diese wiederholt hat ausführen lassen: die eigene Heiligung der individuellen Seele und die Leistung eines möglichst großen Beitrags zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan.

Wenn wir diese ganze Himmlische Information berücksichtigen, lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass in einer Klostergemeinschaft jedes Mitglied seiner Berufung nur in dem Maße nachkommt, wie es die Einstellungen und die Herzensverfassung hegt, welche der eigenen Heiligung und jener sämtlicher anderer Mitglieder zuträglich sind. Konkret heißt dies, dass jedem Mitglied einer Klostergemeinschaft die heilige Pflicht obliegt, in sich selbst die Vervollkommnung anzustreben und es jedem anderen Mitglied zu ermöglichen bzw. zu erleichtern, seinerseits die eigene Vollkommenheit zu verwirklichen. Der 'Perfektionismus' ist die Einstellung, durch welche eine Seele die Vollkommenheit anstrebt, innerhalb der ihr durch ihre menschliche Natur gesetzten Grenzen. Aus der hier von der Herrin geschenkten Belehrung geht eindeutig hervor, dass keine Seele (außerhalb sowohl wie innerhalb einer Klostergemeinschaft) jemals 'zu perfektionistisch' sein kann.

Seelen in einer Gemeinschaft können die Lebenshaltung eines Mitglieds der Gemeinschaft aus mehreren Gründen als 'zu perfektionistisch' bezeichnen. Im Grunde genommen jedoch ist jeder solche Grund menschlicher Natur, nie spiritueller Natur. Es kann keinen spirituellen Grund dafür geben, eine Mitseele als zu perfektionistisch zu bezeichnen. Eine Klostergemeinschaft kann durch die perfektionistische Einstellung eines ihrer Mitglieder nur dann 'belastet' werden, wenn die anderen Mitglieder die Heiligung, die seelische Vervollkommnung, nicht oder nicht ausreichend in den Mittelpunkt ihrer Interessen stellen. Die Bestrebung, Gott immer näher zu kommen (seelischer Perfektionismus) ist reiner Dienst und Verherrlichung an Gott. Eine Belastung kann diese nur für weltliche Komponenten des Lebens bilden, und dies sogar nur dann, wenn der als Last empfundene Zustand nicht als Prüfung der Liebe angenommen und Gott protestlos als Opfer der Liebe dargeboten wird.

Liebe Schwester, diese Erläuterungen der Himmlischen Herrin weisen darauf hin, dass die Einstellung Ihrer Freundin in Gottes Augen lobenswert ist. Was kann sie jetzt tun, um auch diese Situation eine vollkommene Fruchtbarkeit einbringen zu lassen? Es folgen die Hinweise bzw. Einladungen von Seiten der Gottesmutter:

   1. Die Worte, die Freundin, Mitglied einer Klostergemeinschaft, sei 'zu perfektionistisch', sind von einem Priester im Rahmen der Beichte gesprochen worden. Die Freundin sollte aus diesem Grunde wie auch immer diese Worte als Teil ihrer seelischen Bildung annehmen. Bitten Sie sie darum, sie möge Maria gegenüber diese Annahme aussprechen und die Himmelskönigin darum bitten, Sie möge ihr dabei helfen, die Verletzung ihres Herzens dadurch zur Heilung zu bringen, dass sie diese von jetzt ab jeden Tag Maria darbietet in der Absicht, diese möge Seelen, denen die Vervollkommnung gleichgültig bzw. nebensächlich ist, aus ihrer Verblendung befreien.

   2. Diese Worte hat der besagte Priester nicht aus sich selbst heraus gesprochen. Die Freundin möge deshalb als Akt der vollkommenen Liebe täglich Maria gegenüber jeder Seele von Herzen Vergebung schenken und um Licht, Liebe und Weisheit für die ganze Gemeinschaft beten.

   3. Die Freundin möge die ganzen Tage seit der Verletzung ebenso wie ihr ständig leidendes Herz, jetzt noch in Marias Herz begraben, mit der Bitte, die Himmelskönigin möge ihr Herz vollkommen heilen und ihr dabei helfen, durch ständige Vermehrung der Fähigkeit, bedingungslos zu lieben, die Narbe dieser Verletzung vollkommen ausheilen zu lassen.

   4. Die Freundin möge, in der Absicht, die Abbüßung zu vervollkommnen, jeden Wunsch, die Vollendung ihrer seelischen Entfaltung erreichen zu können, völlig im Verborgenen zu gestalten versuchen. Die Heiligung nähert sich dort ihrer Vollendung, wo die Seele die Entfaltung ihrer höheren Fähigkeiten in den tiefsten und geheimsten Kammern der Seele zu vollziehen versucht und die Zeichen dieser Entfaltung als geheime Geschenke an Gott behandelt, d.h. diese Zeichen nur vor den Augen des Allerhöchsten entschleiert. Jedes Liebesgeschenk, das erst vor dem Thron Gottes ausgepackt wird, wird nur von Ihm und von der Himmelskönigin gesehen und wird dadurch vor jeglicher Entweihung bewahrt. Ein solches Geschenk fließt in der jungfräulichen Beschaffenheit eines Weiheopfers in Gottes Herz hinüber: als Aufopferung in der Sphäre der Heiligkeit, makellos und rein, weil es von keinen weltlichen Beimischungen verunreinigt worden ist.

   5. Die Krönung der Befreiung wird die Freundin dadurch erleben, dass Maria ihr dabei helfen wird, jegliche Hemmung in der seelischen Entfaltung zu tragen in einer Gesinnung des Gehorsams, welche sie auf äußerst fruchtbare Weise mit dem Herzen Jesu vereinigen kann, der den Gehorsam als Grundlage der erlösenden Leiden gehegt hat. Der Gehorsam ist das absolute Gegenteil der Erbsünde und unterminiert dadurch viele Werke der Finsternis. Durch den Gehorsam Jesu hat die Erlösung der Seelen angefangen, durch den Gehorsam der Menschenseele wird diese Erlösung ergänzt und vollendet werden, zunächst in der eigenen Seele und anschließend in anderen Seelen. Durch den vollkommenen Gehorsam kann Ihre Freundin die Befreiung mancher Seele der Gemeinschaft loskaufen. In ihrem Falle heißt 'vollkommener Gehorsam': die Bezeichnung als 'zu perfektionistisch' protestlos anzunehmen. Zwar entspricht diese Bezeichnung nicht der Ansicht Gottes, aber sie hat ihren Platz in Seinem Plan, der unter anderem durch die Leiden Ihrer Freundin die Befreiung mancher Mitglieder der Gemeinschaft bezweckt. Das verletzende Ereignis ist somit zu einem Motor von Heil geworden, der von der Freundin bedient werden kann: Sie kann ihn abschalten oder sie kann ihn zur Höchstleistung ankurbeln.

Die wahre Vollkommenheit oder Heiligkeit der Seele ist ein Zustand, der im Verborgenen des Herzens erreicht wird. Menschenaugen verunreinigen diesen Zustand nur. Die wahre Heilung wird die Herrin aller Seelen an Ihrer Freundin vollziehen, und zwar, weil sie ein reines Herz und ein aufrichtiges Sehnen nach der Heiligung aufweist. Die Selbstverleugnung, in der sich die Freundin seit so langem übt, wird die Salbe sein, mit welcher die Herrin die Narbe ihres Herzens in eine Faser vollendeter Liebe umwandeln wird. Die beharrliche Weihe der schmerzhaften Erinnerung und des Willens zur endgültigen Vergebung werden den Schmerz in die Freude verwandeln, welche die Seele darüber empfindet, dass sie dazu berufen ist, das Kreuz des missverstandenen Messias tragen zu helfen. Dieses Leiden Christi ist bekanntlich der Schlüssel zur Erschließung vieler Seelen für die wahre Liebe geworden.

Die Menschenzunge ist oft schärfer als das Schwert und kann tiefe Furchen in der Seele ziehen. Trotzdem werden im Felde Furchen dazu gezogen, die Fruchtbarkeit des Bodens zu erschließen. Ich wünsche Ihrer Freundin von Herzen die Empfindung der heilenden Begegnung mit der Himmlischen Blume, die bereits unzählige Furchen in Seelenböden ausgeglichen hat und es dabei nie unterlassen hat, Ihre Saat aus dem Herzen Gottes in diese Böden zu säen. Durchwegs verwendet Sie dabei die Tränen der Seele als Wasser, um die Samen aufkeimen zu lassen. Sehr gerne möchte ich die Blüte durch einen Sonnenstrahl der Nächstenliebe beschleunigen helfen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 278
Wie kann man den inneren Frieden wieder finden? – Nicht Gott verdammt die Seele, die Seele verdammt sich selbst – Kann man von Gott nehmen und empfangen, was einem nicht zusteht? – Je weiter sich die Seele vom Sumpf ihrer Vergangenheit entfernt, desto mehr verwehen die unseligen Düfte – Können Heilmittel und Heilwege teuflisch sein? – Was sollte man in Botschaften suchen? – das wahre Wesen der Beichte – Über das Fegefeuer – Verdammt sich eine Seele, die nicht beichten will?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Freudigen Herzens kann ich mit einem Sonnenstrahl zu ihrem Herzen kommen, das so lange durch Finsternis bedrängt wurde. Bemerkenswert ist der Lauf Ihres Lebens, der nachgewiesen hat, wie sehr Gott es liebt, Sein Licht in die Finsternis leuchten zu lassen. Viele Seelen gehen längere Zeit über finstere Wege, um anschließend dem wahren Licht in seiner ganzen Herrlichkeit zu begegnen. Diese Verfinsterung des Lebensweges ist nicht nur den oft zahlreichen Prüfungen zuzuschreiben, sondern auch der Tatsache, dass die Seele im Sumpf des Elends leicht den Irrlichtern folgt, die sich von dem Gas ernähren, das im Sumpf gebildet wird. Dieses Gas ist dabei als ein Produkt der Gärung zu verstehen, welche aus aller Unwahrheit, Lüge und Verblendung hervorgeht. Diese Irrlichter auf unseren Wegen aufzudecken, ist früher oder später unser aller Aufgabe.

Welche Stimmen damals zu Ihnen gesprochen haben und wo die Träume herkamen, wird mir von der Himmelskönigin nicht beantwortet. Das kann einen von drei Gründen haben:

  • Das alles war bzw. ist Teil eines Geheimnisses, das einen Platz innerhalb des Planes hat, den Gott mit Ihrer Seele verfolgt. Im Hinblick auf den Verdienst, den sich die Seele während ihres irdischen Lebens erwerben muss, ist es öfters besser, dass sie für manche Entwicklungen oder Ereignisse (während einer bestimmten Zeit) keine Erklärung bekommt.

  • Es ist für Ihre seelische Entfaltung nicht unbedingt notwendig, dieses Wissen zu erwerben.

  • Der Geist Gottes wird Ihnen Selber noch zu Seiner Zeit eine Erläuterung geben.

Wie können Sie den inneren Frieden wiederfinden? Indem Sie sich vollkommen und bedingungslos Maria als Herrin aller Seelen weihen. Maria reinigt die Ihr vollkommen geweihte Seele gründlich und führt sie auf die Wege der Göttlichen Vorsehung, welche der Seele automatisch eine Gelegenheit nach der anderen zuführt, durch welche sie ihre spezifischen Fehler gegenüber der Göttlichen Gerechtigkeit wieder gutmachen kann. Maria erfüllt gerade dadurch Ihre Aufgabe der Seele gegenüber: Sie will die Seele ja zu den Gipfeln der Heiligkeit führen. Dies erklärt den harten Weg, den die Maria geweihte Seele manchmal zu gehen hat: Sie kann nur durch gründliche Reinigung und Wiedergutmachungen zur Vergeistigung und Heiligung gebracht werden. Wie schön sind aber alle diese Dornen, wenn man sie mit den Augen der mystischen Wahrnehmung betrachtet und dann feststellen darf, wie sie das Innere der Seele durchstrahlen wie glitzerndes Gold, weil sie sich tatsächlich in der liebenden Seele in Gold verwandeln.

Ihre schwierige Vergangenheit ist Ihnen deshalb in mehreren Hinsichten ein Segen gewesen, auch dadurch, dass Sie durch die Wege der Esoterik, des Spiritismus und des Okkultismus einige Strategien des Bösen haben kennen lernen dürfen. Es kann nicht schaden, den Feind zu kennen. Manchmal kann man dies nur dann erreichen, wenn man sich eine Weile in seinem Lager aufhält. Sieht man dann die finstere Art seines Vorgehens und die Spuren der Zerstörung, welche er hinter sich zieht, dann kann dies nur die Kampfeslust gegen ihn wecken. Sie gehen auf jeden Fall recht in der Annahme, dass Gott in Ihnen gewirkt hat, damit Sie jenen Weg verlassen. Er hat in Ihnen den Hunger nach Ihm geweckt. Das war ein erster Beweis Seiner unendlichen Liebe zu Ihnen. Sie konnten diesen Beweis damals noch nicht richtig deuten, weil sich Ihre Augen noch nicht vom Schlamm des Sumpfes befreit hatten. Es ist schon ein Wirken des Heiligen Geistes gewesen, dass Sie rechtzeitig erkannt haben, dass in den besagten Richtungen die wahre Liebe fehlt. Wie könnte diese dort zugegen sein, wo diese Richtungen doch aus der Saat des Gegners aller Liebe erblühen?

Sie fragen sich immer wieder, ob Gott Sie noch haben will oder ob Sie vielleicht schon für immer und ewig verloren sind?

Die Antwort der Gottesmutter bezüglich der Frage, ob Sie schon für immer verloren sind, ist ein sehr entschiedenes 'Nein'. Das gilt für jede Seele, die sich aus welchem Grunde auch immer beschmutzt fühlt. Nur die Seele, welche die Boshaftigkeit als Lebenseinstellung hegt, die Werke der Finsternis liebt und diesen in ihrem eigenen Verhalten und in ihren inneren Gesinnungen folgen will, geht verloren, vorausgesetzt, dass sie daran festhält. Sobald eine Seele, welche Vergangenheit sie auch immer hatte, die Liebe zu den Werken des Lichtes in sich zulässt, fängt in ihr ein Auferstehungsprozess an. Vergessen wir nie: Nicht Gott verdammt die Seele, die Seele verdammt sich selbst, wenn sie die Liebe nicht lieben will. Jeder Tag ist für Gott ein ganz neuer Anfang. Betrachten Sie doch mal die Symbolik: Der Tag folgt auf die Nacht. Die Seele geht durch Finsternis, soll sich aber des Sonnenaufgangs sicher sein und diesen in sich vollziehen lassen. Niemals, auf gar keinen Fall, kommt es vor, dass Gott eine Seele nicht mehr haben will. Jeder Tag ist ein neuer Anfang, jeder Morgen ist für jede Seele auf Erden die Wiege einer Wiedergeburt. Wenn sich die Seele richtig dazu entscheidet, aus dem Grabe ihrer Vergangenheit aufzustehen, erinnert Sich Gott nicht einmal mehr an die Zeit, in welcher sie tot oder mindestens schwer krank war. In jener Hinsicht ließe sich sagen, dass Gott trotz Seiner Unfehlbarkeit sehr vergesslich sein kann. Er opfert alles einschließlich Seines vollendeten Gedächtnisses gerne der Liebe auf.

Sie fragen sich, ob Sie von Gott nehmen und empfangen, was Ihnen nicht zusteht?

Wissen Sie, liebe Schwester, das kann man gar nicht tun, denn Gott schenkt jeder Seele genau dasjenige, was Er ihr schenken will. Gott kann man nichts nehmen. Sie haben Sakramente im Stand der Sünde empfangen, tatsächlich, aber Sie haben keinen Augenblick das Vorhaben gehegt, Gott zu schänden. Lassen Sie es mich mal so ausdrücken:

Wenn sich die Seele Gott nähern möchte, tut sie gut daran, sich auf diese hochheilige Begegnung richtig vorzubereiten. Wenn sie den Göttlichen Palast betreten will, muss sie sich einigen Ritualen unterziehen. Ihr wird ein neues Kleid angezogen und sie soll sich die Hofetikette zu eigen machen. Konkret heißt dies: Sie soll sich reinigen (das neue Kleid anziehen) und ein tugendhaftes Leben anstreben (Hofetikette). Möchte die Seele nun ganz verschmutzt (d.h. unrein), mit zerfetzten Kleidern und völlig regellos (d.h. in einer Einstellung mangelnder Tugendhaftigkeit) zum Thron Gottes vordringen, so kann Gott sie zurückweisen, aber... Gott urteilt Seine Besucher nicht nur aufgrund ihrer Kleidung und ihrer Anwendung der Hofetikette, er lässt Seine Wahrnehmung in hohem Maße von demjenigen führen, das Sein eigenes Wesen ausmacht: von der Liebe. Wenn Gott die Liebe als Antrieb von allem Verhalten in einer Seele vorfinden kann, vergibt Er ihr die Fehltritte. Eine Bedingung nur setzt Er: dass sie sich Ihm gegenüber zu ihren Verstößen gegen die Hofetikette bekennt (Beichte) und sich künftighin vornimmt, alles nach Seinen Regeln zu machen.

Sie können sich von der Himmelskönigin führen lassen, Sie kennt die Hofetikette und Sie weiß genau, wie die Seele sich vollkommen mit Gott versöhnen kann. Lassen Sie Maria die Herrin der Vorsehung in Ihrem Leben sein, und Sie werden spüren, wie sehr Sich Gott nach Ihnen sehnt.

Ihre ständigen Konzentrationsstörungen und Mangel an Lust sind dem Ballast der Vergangenheit zuzuschreiben, der noch immer auf Sie drückt wie eine verkrustete Schlammschicht. Ich erinnere dabei an das Bild Ihrer Jahre 'im Sumpf'. In dem Maße, wie Sie sich von der Himmlischen Herrin reinigen lassen und Sie die Wege der Wiedergutmachung als Wege zu einer neuen Freude kennengelernt haben, werden alle diese Störungen und Mängel sich auflösen. Solange man die Spuren des Schlamms an sich spürt, kommt die eigene Seele einem irgendwie ekelhaft vor. Es ist dann so, als ob jeder Schritt die Seele daran erinnert, wie schmutzig sie ist. Während der Reinigung allerdings ändert sich dieses Gefühl allmählich, und in dem Maße, wie man gereinigt wird, bekommt man den Mut weiterzugehen. Nach dem Morast ist der neue Weg wie ein seelisches Abenteuer, und je weiter sich die Seele vom Sumpf ihrer Vergangenheit entfernt, desto mehr verwehen die unseligen Düfte.

Die Heilmittel, die Sie erwähnen, sind nicht teuflisch. Teuflisch sind Heilmittel und Heilwege nur in dem Maße, wie sie:

  • die Seele in einen unchristlichen Lebensstil hineinsaugen,
  • in der ausdrücklichen Absicht benutzt werden, Gottes Werken in der Seele zu schaden oder diese zu verwerfen, oder
  • in einer Gesinnung der Auflehnung gegen die Leiden benutzt werden, die der Seele ja dazu gewährt werden, in sich die Erlösungswerke Christi durch die freiwillige und liebevolle Annahme des eigenen Kreuzes zu ergänzen.

Sie wissen ja, dass die Erlösung in jeder individuellen Seele nur dadurch vollendet wird, dass die Erlösungswerke Christi im festen Glauben und Liebe angenommen werden und im eigenen Wesen die Vermählung mit den eigenen liebevoll angenommenen Prüfungen eingehen dürfen. Das Erlösungsmysterium sät sich ja in jede Seele aus, blüht aber nur in einem Boden, der die Gesinnungen, Einstellungen und Verfassungen vom Sohn Gottes Selbst voll und uneingeschränkt übernommen hat. Nur in einem solchen Boden klopft das Herz des Erlösers und kreist Sein Blut wie das Wasser des Lebens.

Zu Ihrer Frage: Ich teste oft mein Essen und Medikamente (Homöopathie) mit dem Biotensor. Ist der Biotensor teuflisch?

Ich erinnere an das, was mich die Himmelskönigin im Brief Nr. 74 hat schreiben lassen: Der Biotensor ist nicht teuflisch, weil er nicht ohne weiteres mit einem Pendel verglichen werden darf. Dennoch könnte ich Ihnen etwas Besseres empfehlen: Bitten Sie Maria inständig, Sie möge allen Ihren Nahrungsmitteln und Arzneien die Kraft des wahren Lebens erwirken. Sie dürfen dann felsenfest daran glauben, dass diese Mittel Ihnen genau dasjenige vermitteln werden, was sie zu den jeweiligen Zeitpunkten für das Wohl Ihres ganzen Wesens brauchen.

Darf man die aktuellen Marienbotschaften von Garabandal, Medjugorje und Manduria, die den anerkannten Botschaften von Lourdes, Fatima und La Salette entsprechen, in sich aufnehmen?

Maria sagt diesbezüglich, die Seele soll in jeder Botschaft, ob offiziell anerkannt oder nicht, an erster Stelle nach demjenigen suchen, was ihr seelisches Wachstum einbringen kann, nicht nach jeglicher anderen Information, wie zum Beispiel prophetischen Elementen. Findet die Seele in einer Botschaft aus den von Ihnen angeführten Orten Elemente, die sie näher zum Licht bringen bzw. die ihre Liebe zum Licht vergrößern, so sollte sie diese Elemente festhalten.

Zu Ihrer Frage: Wenn ich nach der Beichte an der Gottesverzeihung für mich zweifle, weil ich eine enorme Sünderin bin, begehe ich Gotteslästerung?

Um es ganz genau auszudrücken: Dadurch enttäuschen Sie Gott, weil Er dann das Gefühl bekommt, dass Sie nicht von Seiner Liebe überzeugt sind. Die Vergebung im Sakrament der Beichte ist wie eine Seife für Tiefenreinigung. Wenn Sie nachher daran zweifeln, dass Gott Ihnen vergeben hat, heißt das eigentlich, dass Sie nicht wirklich glauben können, dass Gott ein Wesen, für welches Sich Sein Sohn freiwillig aus Liebe zum Tode hat foltern lassen, nicht einmal waschen würde, nachdem es Ihn in ihrer Verschmutzung freiwillig darum gebeten hat. Genau das ist die Beichte: ein Besuch bei Gott mit der Bitte: "Wasch mich bitte, denn ich sehne mich so nach Dir, kann aber in dieser Beschaffenheit nicht zu Dir kommen, und gegen dasjenige, was mich verschmutzt hat, gibt es außer bei Dir keine Seife". Im Sakrament der Beichte steht Gott Selber vor Ihnen mit Seife in der Hand. Er wartet darauf, bis Er feststellen kann, dass Ihr Herz weint, und mit jenem Wasser und Seiner Seife wäscht Er Ihre Seele, jedes Mal wieder, unermüdlich.

Sie fragen sich, warum immer wieder perverse Gedanken und Bilder in Ihnen hochkommen und ob Sie daran schuld sind?

Ihre Himmlische Mutter und Herrin möchte darauf hinweisen, dass dies zu den Vorzugsstrategien des Bösen in diesen Letzten Zeiten gehört. Er versucht, unzählige Seelen dadurch zu Fall zu bringen, dass er in ihnen die Gedanken und Empfindungen so beeinflusst, dass es ihnen sehr schwer fällt, ihr inneres Leben zu vergeistigen. Schuld ist die Seele selber daran nur in dem Maße, wie sie solche Gedanken und Empfindungen nicht bedauert oder die finsteren Wirkungen derselben nicht erkennen will. Es gibt Seelen, in denen ständig Flüche hochkommen. Für diese Seelen gilt dieselbe Regel. Flüche, ebenso wie sexualisierte Gedanken und Vorstellungen, die spontan in der Seele hochkommen, sind Striche aus der Unterschrift Satans.

Gibt es nach dem Tod noch eine Chance für eine Seele, die über 60 Jahre lang nicht mehr gebeichtet hat und die nicht darauf hören will, wenn sie auf die Notwendigkeit einer Beichte angesprochen wird?

Ja, diese Chance gibt es, im Fegefeuer. Ich muss gleichwohl darauf hinweisen, dass die Seele mindestens aus den beiden nachfolgenden Gründen nicht auf die Chance warten sollte, sich erst nach dem irdischen Tod mit Gott zu versöhnen:

  1. Wenn sich eine Seele in diesem Leben nicht entsprechend den Göttlichen Gesetzen verhält, beschädigt sie den Keim der Heiligkeit, den Gott in ihr verborgen hat und der mit einem sehr kleinen Abdruck der Göttlichen Natur zu vergleichen wäre. Es ist dieser Keim der Heiligkeit, der es der Seele erst ermöglicht, sich Gott zu nähern und die Vollendung als Geschöpf Gottes zu erreichen. Wenn es die Seele unterlässt, sich nach Gottes Gesetzen zu verhalten, verstößt sie dadurch gegen die Liebe zu Gott und Seinen Werken. Vergessen wir nie, dass die Liebe der Kraftstoff des wahren Lebens ist, die Essenz der Göttlichen Natur, der Schlüssel zur Erlösung und Heiligung, die Unterschrift Gottes. Gott gewährt jeder Seele jede neue Minute nur dazu, dass sie in dieser Minute einen Samen Seiner Liebe ausstreut. Sie kann dies auf unzählige Weisen tun, sogar in einem einfachen positiven Gedanken über einen Mitmenschen. Jedes Versäumnis, dies zu tun, ist für Gott ein Zeichen dafür, dass die Seele in dieser Minute nicht Gott in den Mittelpunkt ihrer Interessen gestellt hat;
  2. Im Fegefeuer muss die Seele jeden Mangel an Liebe in sich 'nachholen' bzw. sich die wahre Liebe zu eigen machen lernen, damit all dasjenige, was sie während ihres irdischen Lebens nicht in Licht hat umsetzen helfen, dort noch im Liebesfeuer in Licht verwandelt wird. Die Seelen dürfen nie aus den Augen verlieren, dass die Leiden im Fegefeuer viel schlimmer sind als jene, die sie auf Erden erdulden müssen. Das rührt daher, dass die Seele im Fegefeuer die Fülle der Wahrheit in Bezug auf die Vollendung des Göttlichen Lebens kennt und sie jede Sekunde, in der sie dieser Läuterung unterzogen wird, in der Empfindung desjenigen verbringen muss, was sie auf Erden in Punkto Liebe zu Gott und zu Seinen Werken und Plänen versäumt hat. Diese Empfindung ist versengend. Die Prüfungen auf Erden sind ein Geschenk, denn die Seele, die diese Prüfungen in Liebe vollbringt, verriegelt für sich das Fegefeuer.

Was können wir tun, um einer solchen Seele noch auf Erden zu helfen?

Eine Seele kann dadurch verhindern helfen, dass eine Seele, die nicht beichten will, sich verdammt, dass sie sich selbst vollkommen und bedingungslos Maria weiht und das eigene Leben mit allen Prüfungen im Herzen auch für die betreffende Seele aufopfert. Maria führt die Ihr geweihte Seele zu einem Leben der Wiedergutmachung und der Sühneleistung, von dem auch die nächsten Verwandten Nutzen haben. Die sühnende Seele selbst empfindet diese Leistungen als Akte der Liebe und erwirkt gerade deswegen durch sie neues Leben, das unter anderem zu den besagten Verwandten fließt. Es gibt da nur eine einzige Voraussetzung: Die sühnende Seele muss die Rettung ihrer Verwandten wirklich wollen, denn auch in jenem Punkt respektiert Gott den freien Willen.

Die weitere Schwäche, gerne Kleidung zu kaufen, könnten Sie sehr wohl dadurch heilen lassen, dass Sie auch diese an Maria weihen, dass Sie die Herrin darum bitten, Sie möge Ihnen helfen, dieser Neigung aus Liebe zu Ihr nicht mehr nachzugeben, und dass Sie Ihnen erwirken möge, dass Ihre Seele jedes Mal, wenn Sie es unterlassen können, sich neue Kleidung zuzulegen, von einem weiteren Stein des Ballastes der Vergangenheit befreit wird. Maria wird Sie in der Nachfolge Ihrer eigenen Lebensweise üben, damit Ihnen eines Tages nur noch neue Bekleidung der Seele wichtig erscheinen wird.

Liebe Schwester, die Reise durch den Sumpf kann sich lohnen, sowie alles sich lohnen kann, wenn man es nur eines Tages Gott aus Liebe darbietet. Gott hat auch mit Ihnen noch etwas vor. Lassen Sie sich deshalb nicht von der Versuchung lähmen, Gott wolle Sie vielleicht nicht mehr haben. Die Seele hat auf Erden eine Reise zu vollbringen, die sie zu dem Ort zurückbringen soll, von dem sie einst ausgegangen ist, zu den Quellen, die im Herzen Gottes entspringen. Um eine Reise zu vollbringen, muss man sich auf den Weg machen. Das heißt, dass man nicht am Wegrand sitzen bleiben sollte, weil man nicht mehr an den Sinn der Reise glaubt. Für die Kinder Gottes hat alles einen Sinn. Jede Rose, die sie am Wegrand finden, wird am Ort der Bestimmung verhundertfacht. Es gilt nur, die Rosen zu finden. Sie sind außerordentlich zahlreich und lassen sich jeden Tag haufenweise finden. Nur sind sie durchwegs im Laub der vielen Unsicherheiten des Alltags verborgen. Geben Sie nie auf, sie zu suchen, denn in jeder von ihnen klopft das Herz des Schöpfers.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


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Brief 279
Über Selbstmord

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Einige der größten Geheimnisse des Lebens beziehen sich auf das Ende des Lebensweges auf Erden. Gott hat es so verfügt, dass vieles in diesem Zusammenhang ein Geheimnis bleiben soll, bis die Seele selbst zu dem Übergang ins Jenseits gerufen wird. Er hat dies so verfügt, damit die Seele den Glauben möglichst weit entfalten kann. Wissen heißt ja Sicherheit, Glauben heißt das Überwinden der Unsicherheit. Wo es den Glauben an Gott und Seine Werke betrifft, geht es darum, dass die Seele davon überzeugt ist, dass Gott die Macht und die Liebe besitzt, an der Seele dasjenige zu vollziehen, das sie erreichen möchte, und dass das Leben seinen einzigen Sinn daraus bezieht, dass die Seele, ihre Entfaltung und ihr Lebensweg Teil von Gottes Werken sind und dass somit ihre Bestimmung nur in der Vollendung der Empfindung der Liebe liegen kann.

Gerade zu allem, was den Tod betrifft, muss die Seele ihren Glauben entwickeln, weil gleich nachher das Schicksal für das Ewige Leben auf sie wartet. Keine Seele möge sich vor dem Tod fürchten, weil er nicht der Anfang einer großen Leere ist, sondern dazu bestimmt ist, der Anfang der Empfindung der Fülle von Gottes Liebe zu sein. Die erste Voraussetzung, damit sich dies verwirklicht, ist gerade ein Leben in gläubiger Verbindung mit dem Herzen Gottes. Ich werde versuchen, Ihnen einiges von demjenigen zu vermitteln, was mir die Gottesmutter zu Ihren Fragen geantwortet hat.

Warum verübt ein Mensch Selbstmord? Wo kommt das her? Ist Stolz und Verzweiflung dabei? Wie steht man dann vor Gott? Wie kann man diesen Seelen helfen?

Der wichtigste Grund, aufgrund dessen ein Mensch den Freitod wählt, liegt darin, dass er nach eigenem Ermessen den Gang seines Lebensweges nicht mehr bewältigen kann. Normalerweise ist Gott Derjenige, der Anfang und Ende der Lebensreise einer Seele auf Erden bestimmt. Die Seele selbst sollte da nicht eingreifen, weil ein solcher Eingriff einer Nichtannahme des Lebensweges gleichkommt, den Gott für die Seele entworfen hat.

Gott zeichnet den Entwurf eines jeden Menschenlebens völlig verschieden. Er tut dies unter Berücksichtigung vieler Faktoren, unter anderen des spezifischen Beitrages, den Er von der Seele erwartet bzw. Sich erhofft, und der Talente und Begabungen, mit denen Er sie ausgerüstet hat, damit sie sich das Höchstmaß an Verdienste erwerben kann. Ein Talent haben oder eben nicht haben, kann die Seele gleichsam in eine gewisse Richtung einladen, und die Richtung ihres Handelns oder ihrer Neigungen kann wiederum besondere Anstrengungen in bestimmten Tugenden voraussetzen, usw. Gott entwirft einen individuellen Lebensweg so und nicht anders, weil Er weiß, dass diese genaue Trasse, wenn sie in voller Tugendhaftigkeit zurückgelegt wird, der Seele die höchste Fruchtbarkeit einbringen kann, weil sie dadurch den größtmöglichen Beitrag zu Gottes Werken liefern kann. Was unter einem fruchtbaren Leben zu verstehen ist, ist von Seele zu Seele sehr verschieden, je nach demjenigen, was sie in Gottes Augen überhaupt als 'Gipfelleistung' einbringen kann. Gerade weil Gott Selbst diesen Lebensentwurf für die Seele zeichnet und Sich dabei ausschließlich von Seinem inständigen Sehnen danach leiten lässt, der Seele das Höchstmaß an Lohn schenken zu können, ist Selbstmord in Gottes Augen etwas sehr Bedauerliches ebenso wie ein Zeichen dafür, dass die Seele dieses Liebesgeschenk nicht würdigt.

Wenn die Seele viele Rückschläge, Prüfungen und (menschlicherweise gesprochen) Unerfreulichkeiten erleidet, kann ihr Herz dadurch so verfinstert werden, dass sie vor lauter Enttäuschung nicht mehr an Gottes Liebe glauben kann. Die unterschiedlichsten Gründe könnten aufgeführt werden, aber einen haben sie alle gemeinsam: Kurz vor dem Selbstmord ist die Seele völlig verfinstert und wie in einem Fieber. Sie wird dann sehr heftig vom Bösen angegriffen, damit sie den Glauben an Gottes Liebe und an das Ewige Leben völlig aufgibt, so dass es vollkommen sinnlos erscheint, noch ein Leben weiterzuführen, das scheinbar nichts als Elend bringt und jeglicher Zeichen Göttlicher Gegenwart zu entbehren scheint. In jenen letzten Augenblicken kommt die Inspiration vom Bösen ziemlich jener gleich, welche er der ersten Menschenseele im Irdischen Paradies vermittelte:

  • Im Irdischen Paradies versprach der Böse der ersten Frau, wenn sie seiner Inspiration Folge leiste, werde sie Macht bekommen und Gott gleich werden. Er fügte dem hinzu, Gott habe sie belogen, als Er ihr und Adam den Zugang zum Baum in der Mitte des Paradieses verweigerte, denn es liege gar nichts daran, Gottes Gesetz zu gehorchen oder eben nicht zu gehorchen. Weil der Mensch Gott doch so ähnlich ist, solle er sich doch nicht von Gott unterdrücken lassen.

  • Einer Seele, die in Erwägung zieht, Selbstmord zu verüben, inspiriert der Böse, sie habe sich im Leben zwar vieles gefallen lassen müssen, bis einschließlich der Lüge Gottes, Er würde sie lieben, aber dadurch, dass sie den Freitod wählt, erhalte sie wenigstens Macht über den Zeitpunkt, wann diese ganze Lüge ein Ende nimmt (So lautet dann die Inspiration von Seiten des Bösen, laut Erklärung der Herrin aller Seelen).

Es soll darauf hingewiesen werden, dass eine Seele nur dann zum Selbstmord übergeht, wenn sie den Glauben an Gott, an Seine Werke und an die Verheißung Christi über die ewige Glückseligkeit verloren hat. Nur die Seele, die Gott verbannt hat und weltliches Denken, Fühlen und Bestreben in den Mittelpunkt ihres inneren Lebens stellt, kann zum Selbstmord übergehen. Sobald auch nur ein Schimmer der Berücksichtigung der Himmlischen Wirklichkeit und des Glaubensmysteriums in der Seele leuchtet, kann sie einfach nicht zum Selbstmord übergehen, denn dann berücksichtigt sie mithin die Wahrheit und den Sinn von Gottes Gesetzen, von allen Prüfungen und von der Verheißung über den Werdegang der Seele über die Grenzen des Todes hinaus. In dem Glauben klopft immer das Herz Gottes. Im Schatten von Gottes Herzen kann kein Gedanke an selbstgewählten Tod am Leben bleiben.

Wie steht man dann vor Gott? Im Grunde genommen macht sich die Seele, die den Freitod wählt, an erster Stelle der Auflehnung gegen Gottes Plan für den Lauf ihres Lebens und eines mangelhaften Glaubens an Gottes Liebe und an die Verheißungen Christi schuldig. Für Gott ist dieser selbstgewählte Weg dadurch eine schwere Sünde.

Maria weist darauf hin, dass trotzdem keine Seele mit Sicherheit sagen darf, dass die Seele, die Selbstmord verübt hat, 'automatisch verdammt sei'. Gottes Barmherzigkeit berücksichtigt viele Faktoren, auch solche, die anderen Seelen nicht bekannt sind, wenn Sie die Seele richtet. Außerordentlich wichtig sind übrigens Marias Fürsprache (dazu braucht Sie aber 'Material zum Vorzeigen': Nachweise dafür, dass für diese Seele auch eigene Verdienste sprechen und dass sie von Gebeten, Sühneakten, Aufopferungen und Heiligen Messen unterstützt wird, usw.) und solche Beiträge von anderen Seelen. Die Seele, die trotz ihres Selbstmordes noch eine Chance bekommt, wird im Fegefeuer dasjenige ergänzen müssen, was sie in ihrem irdischen Leben dadurch versäumt hat, dass sie ihren Lebensweg selber frühzeitig abgebrochen hat. Ein Beispiel: Wenn Gott die Werke, Worte, Gedanken, Gefühle und Prüfungen einer Seele 70 Jahre lang nötig hat, aber die Seele ist mit 50 nicht mehr bereit, die Bürden des Lebens weiter zu tragen, so raubt sie im Grunde genommen Gott die Zinsen von 20 Jahren 'spirituellen Lebenskapitals'.

Man soll sich dabei noch vor Augen halten, dass die vorhin erwähnte Ergänzung im Fegefeuer noch viele Male schwerer wiegt als die Prüfungen, welche die Seele auf Erden noch hätte leisten sollen. Ich habe anderswo (u. a. in den Briefen 162 und 278) bereits den Grund dafür angedeutet: Im Fegefeuer leidet die Seele sehr unter dem Bewusstsein ihrer Versäumnisse und Mängel gegenüber der wahren Liebe.

Der Seele, die Selbstmord begangen hat, kann man noch helfen. Geht man davon aus, dass sie automatisch verdammt ist, so gibt man sich keine Mühe mehr, Gott noch die Liebe seiner Gebete, Aufopferungen und Sühneleiden entgegenzubringen. Bittet man dahingegen inständig zu Maria und opfert man durch Sie Gebete, Heilige Messen, geweihte Prüfungen und Sühneleiden an Gott, so übergibt man die betreffende Seele im Kleid der Nächstenliebe der Wirkung von Gottes Barmherzigkeit, nachdem man der Herrin der unglücklichen Seele die Chance gegeben hat, ihre unermessliche Macht und heiligste Liebe über diese Seele zu ergießen. Eine Seele, die mit den Wirkungen von Marias Macht und Liebe bekleidet wird, erscheint vor Gott wie in einem Kleid von Licht gehüllt. Vergessen wir dabei nicht, dass:

  • Marias Macht uneingeschränkt ist, aber

  • die Wirkungen von Marias Macht durch dasjenige bedingt sind, das Ihr Seelen darbieten: Gebete, Sühneakte, geweihte Prüfungen, Akte der Liebe und der Nächstenliebe.

Ich weise ausdrücklich auf einen Hinweis hin, den mir die Himmlische Herrin diesbezüglich gab: Wenn sich eine Seele vollkommen, bedingungslos und für ewig an Maria weiht und diese Weihe in allen Einzelheiten des Alltags bewusst, protestlos und liebevoll lebt, kann sie die Herrin wirkungsvoll darum bitten, dass keine Seele aus ihrer nahen Verwandtschaft jemals vom Bösen zum Selbstmord getrieben werden soll.

Wo sich eine individuelle Seele befindet, die Selbstmord verübt hat, verrät mir die Herrin normaler Weise nicht. Sie tut dies nicht, weil es Gott sehr wichtig ist, dass die Hinterbliebenen sich durch aufrichtige Akte der Nächstenliebe für den Verstorbenen einsetzen.

Liebe Schwester, die Herrin inspiriert nur Hoffnung und Vertrauen. Gott ist Liebe. Tatsächlich gehen zwar viele Seelen verloren, aber es werden den Seelen auch Mittel und Wege gezeigt, sich selbst gegen die verheerende Macht der Versuchung zu wappnen und andere Seelen durch den Einsatz von eigenen Prüfungen, Leiden, Sühneakten und Wiedergutmachung noch Licht zufließen zu lassen. Gott richtet nach Maßstäben, die nicht die Unsrigen sind. Es tut Gott Leid, wenn eine Seele eine andere wegen begangener Sünden als seelisch tot betrachtet oder davon ausgeht, dass diese andere Seele ohne Weiteres verloren ist. Die Seele darf keine Mitseele richten und soll von Gottes Gericht über eine andere Seele nur das Beste erwarten, sonst wird jene andere Seele tatsächlich in den Nebel des Zweifels gehüllt. Jedes Mal, wenn eine Seele von Gottes Gericht das Beste erwartet, verherrlicht sie Seine Liebe und Macht und hilft sie neues Licht für die Menschheit erschließen. Opfern Sie für die von Ihnen geliebten Seelen Ihre Tränen auf und glauben Sie an die Wirkung der Ewigen Liebe.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


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Brief 280
Das Geld wird in immer mehr Herzen zum Gott erhoben – über Gottlosigkeit, 'konfessionsübergreifenden Unterricht' und Erziehung zum wahren Christen – die Spenden der Armen bestehen aus Gebet, Aufopferungen und Sühneleistungen – Was kann man gegen Läuseplagen tun? – Was können Ursachen von Panikattacken sein?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

In der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft geht sehr vieles nicht mit rechten Dingen zu. Das lehrt uns einiges über die Einstellung der Menschenseele, sobald diese anfängt, ihre ursprüngliche Verbindung mit Gott zu verleugnen. Betrachten wir mal ganz kurz, wie alles auf der Welt seit dem Anfang der Menschheit gelaufen ist. Von Anfang an teilten sich die Seelen die Aufgaben des Alltags und berücksichtigten dabei die individuellen Fähigkeiten, Talente usw. Durch die Erbsünde war eine tiefe Furche in den Seelen gezogen worden, durch welche jede Seele gleichsam ständig Wasser Göttlichen Lebens verlor. Diese Furche, diese Undichtigkeit in der Seele, macht jede Seele anfällig für die vielen Versuchungen. Da der Mensch in einem physischen Körper lebt und unzählige Eindrücke und Informationen aus seiner stofflichen Umgebung durch die Sinne auffängt, wird sein Denken, Fühlen und Wünschen stark von allem Stofflichen geprägt. Das Stoffliche beherrscht so nachdrücklich das menschliche Empfinden, dass die Seele leicht vergisst, dass die Wirklichkeit unendlich viel mehr als das rein Stoffliche umfasst.

Im Stofflichen verbirgt sich jegliche Quelle der Sünde. Etwas überspitzt ließe sich sagen: Eine Schlange kann sich nicht in der Luft verstecken, wohl aber in einem Haufen Erde. Die Luft wäre dabei symbolisch für die überirdische bzw. die spirituelle Wirklichkeit, die Erde wäre symbolisch für das Irdische, das Weltliche. Die Schlange ist bekanntlich symbolisch für die Versuchung und Sünde.

Wo die Menschen anfangs ihre Arbeit und Dienste austauschten, wurde eines Tages die eine Arbeit gegen die andere, der eine Dienst gegen den anderen aufgewogen und bewertet unter Benutzung eines Maßstabes, den man als 'Geld' bezeichnete. Am Tag, an dem das Geld erfunden wurde, ist jedoch die Welt untergegangen. Das Geld wurde gleich zum Symbol für Besitz, für all dasjenige, was man sich auch weit über die Grenzen des Notwendigen hinaus verschaffen kann. Das Geld wurde zum König, in immer mehr Herzen aber bald zum Gott erhoben.

Dieser 'Gott' hat das Gesetz des Lebens vollkommen auf den Kopf gestellt. Das Gesetz des wahren Gottes ist als Störenfried in die Wüste verbannt worden. Diese Wüste ist jetzt die Landschaft in unzähligen Seelen, welche das Göttliche Erbe in sich seit langem nicht mehr begießen, damit es verdorrt und die Himmlischen Blumen der wahren Heiligkeit nicht länger durch ihre unirdischen Düfte die Geister und Herzen in Verwirrung bringen können.

Unzählige Seelen sind jetzt die Gefangenen der Tyrannei des Weltlichen, des Stofflichen, mit allen seinen Philosophien und Anschauungen, die eins gemeinsam haben: All dasjenige, was an Gott und Seine Werke erinnert, kann bzw. darf es gar nicht geben, denn das alles weckt das Sündenbewusstsein aus dem Winterschlaf. Man kann kaum ein Land lieben, wenn man nie dort gewesen ist noch jemals Bilder von diesem Land gesehen hat. Ebenso wenig kann man die Wahrheit Gottes und die wunderbaren Ausdrücke Seines Lichtes und Seiner Liebe lieben, wenn man das innere Leben völlig von Finsternis beherrschen lässt und sich einen Tyrannen zum Gott gewählt hat. Das weltliche Leben befriedigt letzten Endes keine einzige Seele. Der Verstand kann unter Umständen das weltliche Leben lieben, der Kern der Seele aber fühlt sich von den Nebelschwaden jenes Lebens bedrängt. Allerdings, wohin soll man flüchten, wenn man das Land der wahren Freiheit nicht einmal kennt bzw. seine Existenz für unmöglich erklärt hat?

In den vorherrschenden Weltanschauungen unserer Gesellschaft ist die Göttliche Weisheit vollkommen ausgehungert worden. Das tut sich auch in dem Unterricht in unseren Schulen kund. Der Böse hat es haargenau ausgeklügelt: Die Jugend soll in einer Atmosphäre ausgebildet werden, die das Göttliche, das Licht, die Liebe und die Weisheit gleich verbannt. Der kindlichen Seele wird alles Licht geraubt, indem der Glaube an die wahre Liebe getötet wird. Das Kind wird in der Überzeugung ausgebildet, dass alles um es herum der Feind ist, der besiegt werden soll. Jeder soll sich gelten lassen. Härte, Kälte und Selbstsucht sind die Namen des Unkrauts, das auf jenem Boden wächst. Der junge Mensch soll des Weiteren mit 'objektivem' Wissen 'genährt' werden, d.h. mit Wissen, das auf keinen Fall durch die 'einseitigen' Ansichten von Gottes einziger Wahrheit 'eingeengt' werden soll. So hat dieses neue Wunderkind der Pädagogik das Licht erblickt, das mit dem anziehenden Namen 'konfessionsübergreifender Unterricht' getauft worden ist.

Die Gottesmutter billigt die Tatsache, dass Sie den Sohn aus dem 'konfessionsübergreifenden' Religionsunterricht herausgenommen haben. Was nutzt der Seele das Wissen über alle denkbaren Religionen, wenn sie nicht lernt, die einzige Wahrheit, jene des römisch-katholischen Christentums, als solche zu erkennen und ihr Leben nach dieser einzigen Wahrheit einzurichten? Unsere Jugend braucht keinen überernährten und dadurch trägen und umnebelten Verstand, sondern ein reines Herz, welches das Licht Gottes erkennt und spüren lernt, wie es dieses Licht in sich immer kräftiger leuchten lassen kann, so dass es die Finsternis in sich und in der Welt haargenau erkennt. Ohne ein reines Herz kann die Seele nie die Hoffnung der Verheißung finden, die Gott bereits in jeder Seele leuchten lässt, die sich Seiner Wahrheit völlig hingibt. Die Erkenntnis der Wirkungen Gottes in der Seele und auf dem Lebensweg ist der Schlüssel zu der Quelle des Lichtes der Hoffnung. Ohne die Erkenntnis der Göttlichen Werke im eigenen Leben stirbt unwiderruflich der Mut, und nach dessen Tod wird die eigene Zukunft zu einem Gespenst: leer, schauderhaft und schreckenerregend, kurzum, der vollendete Gegensatz zu dem, was uns die Herrin zu bringen versucht (die Fülle des Göttlichen Lebens und der Gegenwart Gottes, die vollkommene Hoffnung und den vollkommenen inneren Frieden).

Was ist zu tun? Wenn der Religionsunterricht kein Pflichtfach ist, begrüßt es der Himmel, wenn die Mutter gewissenhaft selbst den Kindern die wahren Grundsätze des Christentums und des 'Lebens als Christ' beibringt. Erziehung soll in Gottes Augen ja an allererster Stelle eine Erziehung zum wahren Christen sein. Schulkenntnisse über den Hinduismus, den Islam usw. öffnen der Seele nicht das Himmelstor; solide Kenntnisse über das Christsein und eine gewissenhafte Anwendung dieser Kenntnisse im Alltag tun dies wohl, weil nur diese die Seele ernähren. Sie, liebe Schwester, verfügen über sehr gnadenreiche Quellen von demjenigen, was Gott gefällt und was Er in jeder Seele blühen sehen möchte, weil es die Seele zum Gipfel der Fruchtbarkeit führen kann. Kann Ihnen jemand anderer dabei helfen und handelt es sich da um eine Seele, die dieses Wissen sehr ernst nimmt und gut anzuwenden versteht, so kann diese Seele ein Gottesgeschenk sein.

Wie verhält es sich mit dem Zehntengeben, wenn man viele Schulden zu bezahlen hat und kaum mit dem Geld auskommt und der Ehemann es auch nicht versteht?

Die Gottesmutter hat es in der Vergangenheit bereits schreiben lassen: Nächstenliebe kann man auf die unterschiedlichsten Weisen üben. Sogar die ärmste Seele kann eine Meisterin der Nächstenliebe sein, wenn sie sich dem Gebet, dem Sühneleiden und den Aufopferungen hingibt, dies alles der Heiligsten Jungfrau Maria zu Füßen legt und Sie bittet, Sie möge dieses 'seelische Gold', um Ihre vollendete Liebe bereichert, vor dem Thron Gottes bringen. So vielen Hilfsorganisationen wäre noch besser durch Gebet, Aufopferungen und Sühneleistungen geholfen als durch finanzielle Spenden. Diese unsichtbaren Liebesstrahlen kann der Ehemann nicht aus Ihrem Herzen emporstrahlen sehen und sie machen ihn auch nicht ärmer. Ihnen aber, werden sie die Freude des Bewusstseins einbringen, dass Sie Gott in dem Nächsten etwas von sich selbst geschenkt haben: Liebe, den Kraftstoff, der vielen neues Leben geben kann.

Was kann man tun, wenn es in der Schule Läuse gibt, die kaum auszurotten sind? Ich habe die Schule, die Lehrer, Schüler und Eltern der Gottesmutter geweiht.

Da haben Sie die Grundregel Nummer eins erfüllt. Der zweite Schritt wäre jener, Maria inständig darum zu bitten, Sie möge erwirken, dass dasjenige, was Läuseplagen herbeiführt, 'beglichen' wird. Ich benutze dieses Verb, weil wir nie vergessen dürfen, dass Situationen und Entwicklungen in der Welt nicht immer nur physische Auslöser haben: Als allertiefste Grundlage gelten da spirituelle Entgleisungen. Da es sich bei dieser Situation um etwas 'Unreines' handelt, wäre es angebracht, sich vom Geist Gottes zu irgendeiner Anstrengung führen zu lassen, die mit seelischer Reinigung zu tun hat. Sie könnten zum Beispiel Maria das Versprechen geben, irgendetwas, das Sie an sich selbst für unvollkommen rein halten, inständiger zu bekämpfen. Mit Marias Unterstützung können Sie dadurch etwas vollbringen, das Gott aus mindestens zwei Gründen freuen wird:

  1. Sie würden dadurch an der eigenen Vervollkommnung arbeiten.
  2. Sie würden Gott eine Gegenleistung von einer Art erbringen, die Er nicht gerade jeden Tag entgegennehmen darf.

Was kann es sein, dass mein Sohn ab und zu Panikattacken bekommt?

Panikattacken kommen aus einer inneren Unruhe hervor, welcher die Seele unterliegt, wenn sie irgendeinen Anhaltspunkt verliert. Sehr oft rührt dies daher, dass die Seele das Selbstvertrauen und bzw. oder die Hoffnung auf einen günstigen Ausgang einer für sie wichtigen Situation verloren hat. Manchmal sind solche Attacken Signale, welche aus der Seele hervorquellen wenn diese eine bevorstehende Situation als Abweichung der wahren Berufung und des vorbestimmten Lebensweges empfindet.

In anderen Fällen kommen Panikattacken vor, wenn die Seele sich einer Situation nicht gewachsen fühlt oder sich selbst etwas unwürdig empfindet, eine bevorstehende Situation fruchtbar werden zu lassen.

In noch anderen Fällen fürchtet sich die Seele einfach davor, dass sie etwas loslassen muss, was sie nicht loslassen kann. Das kann zum Beispiel bei angehenden Heiratskandidaten der Fall sein, die sich vor dem Übergang in dieses unbekannte Land der Ehe fürchten und sich zum Teil auch noch minderwertig gegenüber ihrem Partner fühlen oder aber sich unwürdig fühlen, plötzlich diese neue Verantwortung einzugehen. Wenn Sie Ihren Sohn genau betrachten und, wenn möglich, ein tieferes Gespräch mit ihm führen, wird die Gottesmutter Ihnen und dem Sohn selbst die Auslöser entschleiern.

Liebe Schwester, das Leben wirkt für jede Seele hin und wieder verwirrend. Der Verstand kann vieles nicht mehr fassen, weil der Böse unzählige sich widersprechende Strömungen und Entwicklungen ins Leben gerufen hat. Durch den Nebel des Chaos versucht er die Welt zu beherrschen, die rechtens nur Gott gehört. Wir können vieles daran tun, das Aufziehen dieser Nebel beschleunigen zu helfen. Welche Kräfte sind es, die den Nebel verschwinden lassen? Die Sonne und der Wind, das heißt die Liebe (die Sonne Gottes) und die Weisheit (die Stimme des Heiligen Geistes, die wie eine Himmlische Brise in die Herzen hineinweht und völlig neue Luft über das Land der Seelen bringt). Wir brauchen nur zu der Himmlischen Herrin zu gehen, dieser Brücke, die uns trocken und sicher zu Gott führt. Sie entfaltet in uns die Fülle der Liebe und der Wahrheit, die Frieden, Ruhe, Hoffnung und Lebensmut mit sich bringen. Durch das alles verwandelt sich unser Kreuz in Gold, und wer könnte nicht über den eigenen Schatten springen, wenn er mit Gold auf dem Rücken auf die letztendliche Bestimmung hinwandert?

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


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Brief 281
Über Spinnenphobie – Bedeutung unseres Verhaltens gegenüber den Tieren

TOTUS TUUS, MARIA !

(Bemerkung vorab: Das in diesem Brief behandelte Thema kommt ebenfalls im Myriam-Buch Die Bächlein des Heils zum Zug, das 2012, zwei Jahre nach diesem Brief, fertiggestellt wurde)

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es freut mich, dass Sie den Brief 258 aufgegriffen haben, um die Herrin aller Seelen um Hilfe und Unterstützung zu bitten in Bezug auf Ihre Spinnenphobie. Gott hat eine Riesenmenge von Tiergattungen ins Leben gerufen. Grundsätzlich sollte jede dieser Gattungen die Menschenseelen erfreuen. Auf jeden Fall bringt diese Artendiversität Gottes Macht und Herrlichkeit zum Ausdruck. Unzählige Lebensarten, jede mit ihren eigenen Merkmalen, inneren Prozessen, 'Charakterzügen' usw. hat Er den Seelen als Gefährten auf dieser Erde geschenkt in der Absicht, mit den Menschenseelen die Liebe, die wahre Lebenskraft auszutauschen. Einst fragte ich Maria, wieso es eigentlich Tiergattungen gibt, vor denen es den meisten Menschen ekelt, wo doch letztendlich alle Tiere von Gott als Geschenke Seiner Liebe gemeint waren? Ihre Antwort war geradezu faszinierend. Weil die Herrin vor allem im Kontext privater Belehrungen an Ihre Myriam sehr oft teilweise in Worten, teilweise in Bildern spricht, kann ich nicht wortwörtlich wiedergeben, muss also die Bedeutung der Belehrung überbringen:

Es ist Teil der Heiligung der Menschenseele, dass sie über den Schein der Dinge, über jegliche oberflächlichen Merkmale hinaussteigen lernen soll. Die Seele nähert sich erst dadurch der wahren Vergeistigung, dass sie sich immer weniger von ihren Sinneseindrücken beeinflussen lässt. Wenn also eine Menschenseele einem Tier begegnet, vor dem es ihr irgendwie ekelt, soll sie darum bitten, dass sie mit Gottes Hilfe nicht von Abscheu, sondern von dem Bewusstsein dessen geführt wird, dass auch diesem Tier eine Rolle innerhalb des Göttlichen Planes zugeteilt worden ist und dass es auch aus der Liebe Gottes hervorgegangen ist. Verabscheut man ein Tier bzw. ekelt es einem vor einem Tier, so wird in dem eigenen Herzen leicht der Liebesstrom abgeblockt und durch Angst und Abneigung ersetzt. Angst und Abneigung veranlassen eine Seele dazu, dasjenige, vor dem sie jene Gefühle hegt, als feindlich zu betrachten und es zu bekämpfen, sei es physisch, sei es im Herzen. Zwischen der Seele und dem Tier wird dadurch der Liebesstrom, der sich als ein Lichtstrahl kundtut, durch eine Leere, durch Finsternis ersetzt. Zu jenem Zeitpunkt erfüllt die Menschenseele nicht länger die ihr von Gott erteilte Aufgabe, Ihn auch gegenüber der Tierwelt zu vertreten. Das Tier spürt in jener Seele nicht Gottes Gegenwart, sondern vielmehr eine Bedrohung.

Es ist selbstverständlich viel leichter, eine Katze, einen Hund, ein Eichhörnchen, einen schönen Vogel usw. zu lieben, als ein Tier, das einen von seiner Erscheinung her anekelt. Deshalb stellt sich da für die meisten Seelen eine Aufgabe. Es fordert eine Selbstüberwindung, das weniger Anziehende zu lieben, Vertrauen zu ihm zu haben, es mit Respekt zu behandeln, es als Geschöpf Gottes zu betrachten usw. Die Herrin hat mich früher bereits darauf hinweisen lassen, dass jedes Tier zwar keine direkte Rolle im Heilsplan Gottes spielt, wohl aber immer eine indirekte. Der Kontakt mit einem jeden Tier im Leben einer Menschenseele dient ja der Ausbildung der Seele in sämtlichen Tugenden. In dem Maße, wie die Seele auf dem Weg der Vergeistigung und der Heiligung vorankommt, wird es ihr besser gelingen, im Kontakt mit (zum Beispiel) einer Spinne nicht an erster Stelle von Ekel und Angst befallen zu werden, sondern sich dessen bewusst zu werden, dass dieses Wesen ein Geschöpf Gottes ist. Es hat sich nicht selber geschaffen, hat also auch nicht die Gelegenheit gehabt, sich das eigene Äußere auszuwählen.

Ist dies nicht ein Problem, das fast jeder Mensch ebenfalls erfährt? Wie viele von uns sind vollkommen mit dem eigenen Aussehen zufrieden? Wenn andere uns nicht vollkommen so annehmen, wie wir aussehen, tut dies uns dann nicht vor allem deswegen Leid, dass wir 'ja nicht uns selbst gemacht haben'? Sollte die Spinne über einen logischen Verstand verfügen, so würde sie wahrscheinlich auch in jenem Sinne argumentieren: 'Kann ich denn etwas dafür, dass ich so hässlich bin?' 'Hässlich' ist übrigens ein relativer Begriff. Sogar eine Spinne ist ein Kunststück, ein kleines Meisterwerk Gottes, und dann wäre noch zu berücksichtigen, dass wir nur einen winzigen Teil der Leistung wahrnehmen und fassen, die Gott bei der Erschaffung der Spinne erbracht hat.

Liebe Schwester, jede(r) von uns hat bei manchem Kontakt mit Tieren eine Selbstüberwindung zu erbringen. Da die Liebe die Königin der Tugenden ist oder, wie ich es früher bereits habe schreiben müssen, der Stamm vom Baum der Tugenden ist, an dem sämtliche Zweige und Äste jeder Tugend wachsen, ist eine Selbstüberwindung letztendlich immer wie das Hochklettern auf einer Leiter: Bei jeder neuen Selbstüberwindung erreicht die Seele eine höhere Sprosse auf der Leiter zur Heiligkeit. In dem Maße, wie die Seele sich selber besiegt, d.h. eine Schwäche oder Untugend in sich selber besiegt, wächst sie in einer oder mehreren Tugenden und somit letztendlich in der Liebe, also in der Heiligkeit. Bitten Sie die Herrin, Sie möge Selbst bei Ihnen sein, wenn Sie der nächsten Spinne begegnen, und versuchen Sie, jene Begegnung als eine Gelegenheit zu betrachten, in der wahren Liebe zu wachsen. Sie werden merken, wie warm Ihnen ums Herz wird, wenn Sie diese Spinne dann nicht töten, sondern ihr draußen die Freiheit zurückschenken. Weihen Sie im Übrigen jenen Akt an Maria mit den Worten:

"Liebe Himmlische Mutter, diese Spinne hat sich verirrt und ist in meinem Zimmer gelandet. Durch die Himmlische Liebe will ich ihr die Freiheit in der Umgebung schenken, die für sie besser geeignet ist. Ich bitte im Austausch dafür, dass irgendeine irrende Seele die wahre Freiheit der Heiligung finden möge".

Danken Sie dabei auch Gott für die Begegnung, weil Er Ihnen eine Gelegenheit geschenkt hat, sich zu vervollkommnen. Sie werden bemerken, dass Sie innerlich immer ruhiger werden und dass alles im Rahmen dieser Begegnung viel relativer, das heißt, auch viel weniger bedränglich wirken wird. Dafür, dass Sie sich selbst überwunden haben, kann Gott irgendeine verirrte Seele dem wahren Leben zurückschenken, in einer Lebensumgebung die dem seelischen Leben zuträglicher ist. Das Zimmer wäre hier als die Einengung des seelischen Lebens zu verstehen, die Freilassung im Grünen wäre die Gnade eines neuen Lebens in der Gegenwart Gottes.

Unterschätzen Sie nie die Wichtigkeit Ihres Verhaltens gegenüber den Tieren, denn Gott bewertet dies als einen der Maßstäbe, die Ihm das Maß zeigen, in dem Ihre Seele auf dem Wege der Heiligung vorangekommen ist. Die Herrin weist darauf hin, dass es unter den Seelen bisher kaum bekannt war, dass sie sich in einem hohen Maße gerade durch die Art und Weise heiligen können, wie sie mit den Tieren auf ihrem Lebensweg umgehen, auch mit den scheinbar Unbedeutendsten unter ihnen. Maria wird Ihnen die Liebe vermitteln, die Sie brauchen, um jedes Tier, vor dem Sie sich bisher fürchteten, künftighin mit Liebe und Respekt zu betrachten. Angst ist der Gegenpol der Liebe. Wo Angst herrscht, wird die Liebe gefesselt. Wo Liebe herrscht, wird die Angst gefesselt. In der Angst stirbt das Herz ein wenig und wird dasjenige, was nicht stirbt, gelähmt. In der Liebe aber, erfährt die Seele ihre Wiedergeburt. Wenn Sie das nächste Mal eine Spinne bemerken, werden Sie nicht alleine sein.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 282
Die innere Reinigung – Die absolute Reinheit – Hingabe an Jesus und Maria heiβt, Bindungen aufgeben – Betet man besser zuhause oder auf Wallfahrten? – Wie erkennt man den Ruf Gottes? – Woran erkennt man, wenn der Böse sich einschleicht? – Wenn Gott ein Elternteil aus einer Familie in Seinen Dienst ruft – Es kommt immer darauf an, was aus dem Herzen kommt – Über geistige Lektüre – Wann ist ein Seelenführer ein guter Seelenführer?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Wenn man in ein Tal hinabschaut, hat man einen Überblick über dasjenige, was sich in diesem Tal befindet. Der Anblick kann zwar sehr schön sein, aber sehr viele Einzelheiten könnten wir dabei gar nicht in uns aufnehmen. Erst wenn man den Berg hinuntergeht, sieht man die überwältigende Menge an einzelnen Eindrücken vor sich. So ähnlich geht es mit der Seele, die etwas näher auf die riesigen Mengen an Informationen eingeht, welche die Herrin aller Seelen uns zufließen lässt: Man verweilt nicht länger bei dem Überblick der ganzen Schatztruhe, sondern sieht die einzelnen Edelsteine und stellt sich Fragen über einen nach dem anderen. Daher jetzt Ihre vielen Fragen. Betrachten wir also zusammen etwas von dem Inhalt der Himmlischen Schatztruhe. Ich zitiere Ihre einzelnen Fragen und beantworte sie mit der Gnade, welche die Himmlische Herrin freisetzt und durch Ihr Herz über uns ergießt.

Sie schreiben von einer Inneren Reinigung. Sollten damit unsere eigenen Sünden abgegolten werden oder sollte man dadurch eine andere Ansicht bekommen?

Die Reinheit der Seele ist das Maß, in dem die Seele zum Spiegel von Gottes Licht wird. Innere Reinigung ist ein Vorgang, der sich ununterbrochen in jeder Seele vollzieht, in der Absicht, sie immer näher zu Gott zu bringen, damit sie Sein Licht voll in sich aufnehmen und möglichst treu weiterleiten kann. Die Gottesmutter bringt die Seele dadurch zur inneren Reinigung, dass Sie die Seele auf den unterschiedlichsten Wegen dazu bringt, ihre Schwächen und Verführbarkeiten zu besiegen und sie durch mehr tugendhafte Neigungen zu ersetzen. Die Seele putzt dadurch die Schlammspritzer von ihrem inneren Spiegel weg. Auch das Bekenntnis und die Abbüßung von Sünden ist ein Weg der Reinigung.

Reinigung bringt die Seele tatsächlich auch zu anderen Ansichten, weil eine reine Seele gleichförmiger mit den Ansichten Gottes ist als eine, die durch Sünden verunreinigt ist. Die verunreinigte Seele ist eine Seele, die sich mehrfach von Gottes Gesetzen getrennt und sich selbst dadurch allmählich falsch orientiert hat. Ihr Lebensweg hat Kurven gezogen, welche die Seele ein wenig (oder in beträchtlicherem Maße) vom Endziel (dem Herzen Gottes) hat abweichen lassen. Durch die innere Reinigung wird sie sich ihrer Abweichungen (ihrer nicht zweckdienlichen Kurven) bewusst und sie ändert ihre Ansichten solchermaßen, dass sie wieder so denkt, fühlt und wünscht, wie Gottes Herz es ihr eingibt.

Kann ein Mensch auf Erden eine reine Weste haben durch die Reinigung?

Solange die Menschenseele auf Erden lebt, ist Reinheit relativ. Die absolute Reinheit hat nur eine einzige erschaffene Seele besessen: Maria. Trotzdem betrachtet Gott eine Seele dann als (relativ) rein, wenn sie sich im Hinblick auf ihre Beschränkungen als Mensch und unter Berücksichtigung der Beschränkungen aufgrund ihres Mangels an spezifischen Talenten und Begabungen Seiner Vollkommenheit möglichst weit nähert. Die absolute Reinheit kann der Mensch letzten Endes nur durch die 'Einverleibung' der Fülle der wahren Liebe erreichen, weil nur eine ständige Vervollkommnung in der wahren Liebe die Seele zum Bild und Gleichnis Gottes führt, da Gott ja reine Liebe ist. Die wahre Liebe, d.h. die Liebe, welche nicht von Selbstsucht oder von weltlichen Einflüssen oder weltlichen Wünschen und weltlicher Leidenschaft befleckt ist, erreicht die Seele durch einen Prozess der Reinigung hindurch, der sie zum Gipfel der Selbstverleugnung, der Selbsthingabe, der vollkommenen Weihe und der aufgeopferten und von ganzem Herzen angenommenen Leiden führt.

Wenn man sich Jesus und Maria mit vollem Herzen hingibt, wieso muss man dann oft den Ort verlassen, in dem man wohnt?

Das braucht nicht der Fall zu sein. Ob dies so ist, wird von der Berufung und dem Plan bestimmt, die bzw. den Gott mit der Seele hat. Der einzige 'Ort', den man auf jeden Fall bei der vollkommenen Hingabe an Jesus und Maria verlassen muss, ist der Standort, an welchem sich die Seele hat binden lassen, solange sie sich von weltlichem Denken, Fühlen und Wünschen hat führen lassen. Die Selbsthingabe an Jesus und Maria wird erst in dem Maße fruchtbar, in welchem die Seele diesen Standort verlässt und auf die Herzen Jesu und Mariä zutritt, dadurch dass sie über den eigenen Schatten zu springen versucht und sich richtig bemüht, Gottes Gesetze im eigenen Leben anzuwenden, deren Logik zum Beispiel in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens verständlicher gemacht wird.

Genügt es dann nicht, wenn man betet und opfert? (zuhause)

Beten und opfern kann man buchstäblich überall mit einer gleichen Wirkung und Fruchtbarkeit. Maria betont immer wieder, dass viele Seelen zuhause fruchtbarer sein könnten, als sie es auf einer Wallfahrt sind, weil sie während der Wallfahrt mehr über weltliche Angelegenheiten und Lebenserfahrungen plaudern, als dass ihr Herz wirklich bei Ihr (Maria) wäre.

Wie unterscheiden sich die Heiligen von uns gläubigen Menschen?

Eine heilige Seele ist eine Seele, die in allem und durch alles, was sie tut, spricht, denkt, fühlt und wünscht, Heil über die Schöpfung herabruft. Wie kommt eine Seele dazu, durch alles, was sie tut, spricht, denkt, fühlt und wünscht, Heil zu bringen? Dadurch, dass sie den eigenen freien Willen vollkommen mit dem Willen Gottes eins macht. So hat es die Allergrößte der Heiligen aus der Heilsgeschichte getan: Maria. Den eigenen Willen mit dem Willen Gottes eins machen, tut man konkret dadurch, dass man alle Gebote und Richtlinien Gottes einschließlich derjenigen, welche Er durch Maria zu den Seelen kommen lässt, möglichst genau befolgt. Da das irdische Leben einer jeden Seele eine Rolle innerhalb des Göttlichen Heilsplans spielt, wird dies automatisch voraussetzen, dass die Seele sich bis zum Äußersten der Vervollkommnung in der Selbstverleugnung, Selbsthingabe, wahren Liebe, vollkommenen Weihe und voll angenommenen Leiden widmet. So wird die Seele zum Bilde Christi. Dies alles macht den Weg zur Heiligkeit zu einem Weg der Prüfungen und der sich ständig vergrößernden Selbstüberwindung.

Der 'gläubige' Mensch ist nicht notwendigerweise ein Heiliger. Manchmal liegt zwischen den beiden noch ein sehr langer Weg. Ein Gläubiger ist eine Seele, die an Gott und Seine Werke glaubt. Öfters bringen seine Werke nur eine geringe Fruchtbarkeit ein. Ein Heiliger jedoch, weiß den Glauben so weitgehend im eigenen Leben anzuwenden, und zwar indem er den Glauben vollkommen mit dem Feuer der wahren Liebe anzündet, dass er die Himmlischen Samen in seiner Seele und jene, welche er in andere Seelen ausstreut, einen nach dem anderen zum Blühen bringt.

Angenommen, Jesus fordert einen Menschen auf, in Seinen Dienst zu treten. Auf welche Weise erkennt der Mensch dann die Aufforderung? Und was ist, wenn er dann nicht geht und tut, was Jesus sagt?

Die Aufforderung in den Dienst Jesu oder Mariä wird jeder einzelnen Seele auf eine verschiedene Weise erteilt. Wenn der Ruf wirklich von oben kommt, spürt die Seele das unverkennbar, weil sie dann durch ein inneres Licht über ihre Berufung erleuchtet wird. Was die Seelen, die diesen Ruf in sich spüren, miteinander gemeinsam haben, ist ein Sehnen danach, alles, jede Einzelheit ihres Lebens, ihres Handelns usw. ausschließlich in den Dienst Jesu und Mariä zu stellen, und die Neigung, die eigenen Wünsche für immer unwichtiger zu halten. Ich erinnere Sie an die Argumentierung von vorhin: Die Seele lässt dann den eigenen Willen in den Willen Gottes hinüberfließen.

Vergessen wir nie, dass im Grunde genommen jeder von uns von Jesus und Maria gerufen wird, denn es gibt keine einzige Seele, die außerhalb des Göttlichen Heilsplans steht.

Tut man dann nicht, was Jesus bzw. Maria sagt, so bleibt die Berufung unfruchtbar und die Seele lässt ein wunderbares Göttliches Geschenk unbenutzt. Eine Berufung von oben ist ein Signal zu einem sehr schweren Leben, aber auch zu einem Leben, das für Gott sehr fruchtbar werden kann. Nicht darauf einzugehen, ist eine Entscheidung, die nur aus mangelhafter Liebe hervorkommen kann, und bringt der Schöpfung nichts ein, ganz im Gegenteil. Wir dürfen nie vergessen, dass wir hier auf Erden nicht um unseretwillen sind, sondern Gott zuliebe, und dass jeder Meter, den wir hier ganz bewusst für Ihn gehen, uns hundert Meter näher zu Seinem Herzen bringt. Anders ausgedrückt: Jede Rose der Prüfung, von der wir hier auf Erden die Dornen begrüßen, bringt uns im Ewigen Leben hundert dornenlose Rosen ein.

Und woher sollte man wissen, dass es Jesus ist und nicht der Böse, der sich wieder einschleicht?

Der Böse mag sehr listig sein und sich als die höllische Schlange so tarnen, dass er bzw. sie singt wie die Nachtigall, eins kann er aber nicht: die Liebe nachahmen. Sogar dann, wenn sein Kunstwerk der Nachahmung vollkommen erscheint, fällt der Böse dadurch früher oder später auf, dass das Herz desjenigen, der ihn gehört hat, in diesem Ruf keine Liebe spürt. Wenn Maria oder Jesus in der Seele sprechen, spürt das Herz Wärme und Liebe. Wenn der Böse spricht, ist das Gefühl ganz anders.

Dazu kommt noch, dass die Inspirationen des Bösen nie etwas bezwecken, das Gottes Plänen und Werken dienen kann. Ein paar kleine Beispiele: Der Böse wird Ihnen nie einflüstern, vor Maria niederzuknien, den Rosenkranz zu beten, sich selbst für den Mitmenschen oder für ein Tier aufzuopfern, usw. Der Böse inspiriert nicht zu Handlungen, Gedanken oder Gefühlen, welche Gott, Maria, den Werken Gottes oder einem Mitgeschöpf dienen bzw. Heil über die Schöpfung bringen.

Wenn man eine Familie gegründet hat und die Kinder einen noch gebrauchen, dann wird Jesus doch nicht ein Elternteil aus der Familie holen, damit es in Seine Nachfolgeschaft tritt? Wie soll man mit dem Vorwurf fertig werden, die Familie in Stich gelassen zu haben?

Gott inspiriert bisweilen zu Handlungen, welche sich nicht voraussehen lassen. Manchmal hat es für die Seele den Anschein, dasjenige, was von ihr gefordert wird, würde in Anbetracht ihres Lebensweges keinen Sinn machen. Trotzdem verfolgt Gott mit allem einen Plan. Wenn der Ruf wirklich von oben kommt, wird keiner der betreffenden Seelen Schaden zugefügt. Es gilt aber, sich darüber im Klaren zu sein, dass dasjenige, was die Seele für günstig oder ungünstig hält, nicht unbedingt für Gott günstig bzw. ungünstig ist, weil die Seele öfters zu weltlichem Denken verführt wird.

Wenn eine Seele weggenommen wird, gleich unter welchen Umständen, so wird Gottes Vorsehung immer dafür sorgen, dass die anderen Familienmitglieder seelisch keine Schäden davontragen, vorausgesetzt, diese Familienmitglieder setzen alles daran, ein tugendhaftes Leben zu führen und aus dem Geschehen das Beste für Gott zu machen. Ob eine Änderung im Leben fruchtbar für die Seele und für Gott und Seine Werke wird, hängt ganz davon ab, in welcher Verfassung die betreffenden Seelen an diese Änderung herantreten. Fruchtbar wird eine Änderung nur dann, wenn die daran beteiligten Seelen die Annahme und die Nächstenliebe anstreben.

Ich kann überhaupt nicht singen, würde aber auch gerne in der Kirche mitsingen beim Gottesdienst. Welchen Sinn hat es dann, einem Menschen der gerne lobpreisen würde, die Stimme zu nehmen?

Aus menschlicher Sicht ist das etwas Unverständliches, das sogar frustrierend wirken kann. Allerdings ist für Gott nicht dasjenige wichtig, was an sinnlich Wahrnehmbarem aus uns hinausgeht (Sichtbares oder Hörbares), sondern dasjenige, was ganz ungemerkt aus dem Herzen hinausgeht. Sogar eine Seele, die gar nicht sprechen kann, kann Lobpreis singen wie die Nachtigall oder die Amsel, wenn sie im Herzen sehr stark auf Gott ausgerichtet ist. Wichtig ist nicht, dass der Mensch neben uns in der Kirche uns hört, sondern dass Gott uns hört und dass Ihm dasjenige gefällt, was Er hört. Talente sind sehr verschieden, aber dieses eine Talent hat jede Seele erhalten: jenes, das es ihr ermöglicht, beim Gedanken an Gott bzw. Jesus bzw. Maria das Herz schneller schlagen zu lassen. Es kommt nur darauf an, dieses Talent zu begießen und es im Alltag zu üben.

Lassen Sie sich auf keinen Fall durch dasjenige beeinflussen, was andere möglicherweise von Ihnen denken können. Für Gott hat dies nicht die geringste Bedeutung, es sei denn eine negative für die Seele, die Negatives von Ihnen denken sollte.

Wenn man eine Bibelstelle liest oder sonst eine Offenbarung, hört man ja immer das Seine raus, was ist aber, wenn unser Gegenüber aus diesem Satz ganz was anderes heraus liest? Wer hat jetzt recht?

Jede Seele neigt dazu, in allem an erster Stelle dasjenige zu sehen oder zu hören, was sie persönlich interessiert. Wichtig ist aber, wiederholt in das eigene Herz hineinzuhören, ob nicht der Geist Gottes Zusätzliches dazu eingibt. Ich erfahre selber immer wieder, wie viele Schichten sich in einer Offenbarung oder einem Gebet entfalten können, wenn man es liest und wieder liest und noch einmal liest usw. Auch die Ansicht oder Interpretation einer anderen Seele kann neue Perspektiven öffnen, vorausgesetzt, diese Seele lässt sich vom Geist Gottes inspirieren. Typisch für Himmlische Texte ist, dass sie oft in wenigen Sätzen außerordentlich viele Informationen übermitteln können. Ist eine Seele eher oberflächlich in ihrer spirituellen Entwicklung, dann wird sie nicht viel damit anfangen können. In dem Maße, wie sich die Seele spirituell entfaltet, wird für sie eine Himmlische Offenbarung wie die Rose wirken, die sich fast endlos weiterentfaltet, Schicht für Schicht, Blatt für Blatt.

Darf man seinem Seelenführer auch einen guten Rat geben?

Durchaus. Wenn der Seelenführer einer Seele vom Himmel zugeteilt wird, d.h. wenn die Seele nicht selber mit dem Verstand nach ihm gesucht hat, so wird der Seelenführer für die Seele etwas bedeuten, aber auch umgekehrt, denn Gott führt nicht nur den Seelenführer zu einer Seele, sondern auch die Seele zu einem Seelenführer, damit die beiden Parteien seelisch bereichert werden. Wenn sich der Seelenführer keinen Rat geben lässt, heißt dies, dass er sich der Möglichkeit verschließt, einen Lichtstrahl durch ein anderes Fenster in seinen Seelentempel hereinzulassen, als durch dasjenige, durch welches er gewöhnlich das Licht hereinlässt. Das ist nicht die klügste Strategie, wenn man berücksichtigt, dass Gott überall zugegen ist und Sein Licht somit aus allen Richtungen strahlen kann. Gott hat jeden Seelentempel so gebaut, dass er in allen seinen Wänden Fenster hat. Verschließt man eins oder mehrere dieser Fenster, so wird man nie die Menge Licht in sich aufnehmen können, die Gott einen jeden Tag auftrinken lassen möchte.

Wann weiß man, wenn er nicht geeignet ist für sich?

Der Seelenführer ist für die Seele wohl geeignet, wenn die Seele von ihrem Seelenführer genährt wird und er seinerseits bereit ist:

  1. die Schwächen der Seele in einer tugendhaften, verständnisvollen Weise zu berichtigen und sie durch eine offene Liebe und eine unnachlässige Bereitschaft zur Ermutigung zu ergänzen;
  2. die Stärken der Seele zu fördern und diese auch in das eigene Leben einzubauen, damit die Beziehung zur von ihm behüteten Seele auf einem fruchtbaren Austausch basieren kann.

Ist dieser Austausch unmöglich, verläuft dieser nicht spontan und bereichert er die Seele nicht, d.h.: führt die Beziehung zum Seelenführer die Seele nicht näher zu Gott und zum Göttlichen Leben, so kann man davon ausgehen, dass in der Beziehung etwas fehlt.

Die Seele wird nur von einem Seelenführer genährt, wenn dieser sie von allem Weltlichen wegführt, sie zum traditionellen Denken und vor allem zum Fühlen ermutigt und dazu imstande ist, dasjenige, was wirklich vom Himmel kommt, deutlich zu erkennen. Es ist in unserer Zeit eine Gnade, einen Seelenführer zu finden, der diesen Bedingungen gerecht wird.

Liebe Schwester, die wahrlich Himmlischen Edelsteine sind Burgen voller Geheimnisse. Gott verbirgt die schönsten Elemente der Wissenschaft des Göttlichen Lebens so, dass die Seele sie nur in dem Maße erschließt, wie sie in Sein Herz vordringt. Je weiter man in dieses Herzt vordringt, desto schöner wird der Anblick. Genau deswegen ist die Ewige Glückseligkeit die Daseinsform der unerschöpflichen Verzückungen. Mit jedem Brief darf ich wieder andere Elemente dieses unerschöpflichen Reichtums in die Seelen bringen. Aus diesem Grunde dankt Ihnen die Herrin für diese neue Gelegenheit, Ihr Herz voller Liebe über Sie zu ergießen, und mit Ihnen über viele andere.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


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Brief 283
Die vollkommene Weihe an Maria ist der 'archimedische Punkt', d.h. der Punkt, von welchem aus man die Geheimnisse des seelischen Lebens ansatzweise insgesamt fassen kann

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Die kurze Schilderung Ihres Lebensweges hat mich irgendwie gefreut. Ihr Weg weist mir nämlich nach, was mir bereits die Wege vieler Seelen bestätigt haben: dass unsere Himmlische Mutter eine unüberbietbare Strickerin ist. Sie nimmt das Knäuel von Strickwolle, das unser Leben ist, in die Hände, strickt und strickt und macht daraus eine uns angemessene Bekleidung für die Seele. Das Leben einer Seele mag noch so chaotisch sein, sobald sich die Seele zu Marias Führung bekennt, wird vieles anders, nur muss die Seele die Hingabe an Maria mit Herz und Seele, zuversichtlich und aus freiem Willen leben. Sehr interessant ist dabei Ihre Bemerkung, Sie möchten den archimedischen Punkt finden, das heißt den Angriffspunkt, aus welchem heraus Sie alles anpacken können. Die Herrin lässt mich von jener Bemerkung ausgehen, um Folgendes darzulegen:

Kein Menschenleben ist ein Weg ohne Steine, Trümmer oder Dornen. Sollte es einen solchen Weg geben, so käme dieser nicht von Gott. Da es außer Gott gar keine schöpfende Kraft gibt, kann es auch keinen Lebensweg ohne Prüfungen geben. Der Sinn und Zweck des Menschenlebens auf Erden ist nur die eigene Heiligung und die Vollendung des Göttlichen Heilsplans mit der ganzen Schöpfung. Wegen der Erbsünde können sich diese beiden Ziele nicht ohne Prüfungen verwirklichen. Somit wäre ein Lebensweg ohne Schwierigkeiten für Gott und für die Seele sinnlos und unfruchtbar.

Den Lebensweg kann man sich vorstellen als einen ständigen Kontakt zwischen den Einflüssen aus der Umgebung der Seele mit demjenigen, was diese Seele in sich hat (ihre natürliche Art, ihre Talente, ihre Begabungen, ihre Schwächen, ihre Erinnerungen, ihre inneren Vorgänge im Herzen und im Geist, ihre physische Verfassung usw...). Diese unzähligen Berührungen fordern immer wieder Anpassungen. Genau diese vielen Berührungspunkte (Anpassungen) sind die Schaltpunkte, in denen sich die Entwicklung der Seele, die Entfaltung der seelischen Fähigkeiten, vollzieht. Durch jede dieser Anpassungen wächst die Seele oder aber geht ihr Wachstum etwas zurück. Dieses ständige 'Hin und Her' empfindet die Seele oft als Verwirrung, als Chaos, als Quelle der Verunsicherung, die entmutigen, erschöpfen und lustlos machen kann.

Der Mensch hat die angeborene Neigung, in jenem Durcheinander einen Angriffspunkt zu suchen, damit er sein Leben bewältigen kann und unter Umständen sich manche Prüfung vom Halse schaffen kann. Diese zweite Zielsetzung blüht aus weltlicher Saat, die Erstere kann aus Himmlischer Saat hervorkommen, falls sich die Seele dessen bewusst ist, zu welchem Zweck sie überhaupt auf Erden ist. Wenn die Seele nur, oder hauptsächlich, weltliche Saat in sich zum Blühen bringt, wird sie mit Sicherheit eines Tages Bitterkeit, Enttäuschung oder Unzufriedenheit ernten. Hegt sie die Himmlische Saat des Glaubens an Gottes Wirken in allem, so wird sie Licht ernten und dadurch die Wegweiser finden, die ihr Gott auf den Weg bringt.

Gottes Vorsehung bedient sich unendlich vieler Wegweiser. Sehr viele davon zeigen der Seele die Strecke, die Gott sie demnächst gehen sehen möchte. Gott hat Seinen Heilsplan aber so gedacht, dass Er möglichst viele Seelen auf Wege zu lenken versucht, die sie in Marias Herz hineinführen können, weil die Seele gerade in Marias Herzen:

  • den Grundplan der vollkommenen Erlösung und Heiligung studieren kann;
  • das Endziel der seelischen Reise und die fruchtbarsten Wege dorthin mit dem Feuer der vollendeten Liebe in sich hineinschreiben lassen kann;
  • den geeignetsten Kraftstoff und die beste Führung für die Lebensreise vorfinden und in sich aufnehmen kann.

Lieber Bruder, Marias Herz, dieser Sammelpunkt Göttlicher Gnaden, Göttlicher Kraft und Göttlicher Mysterien, ist der archimedische Punkt, der Punkt, aus dem heraus die Seele die Lebensreise, die Welt, die Prüfungen des Lebens, die Vollendung der Erlösung und der Heiligung bewältigen kann und von dem heraus sie das Göttliche Leben, das absolute Endziel in der seelischen Entfaltung, ergründen und sich zu eigen machen lernen kann. Gott Selber hat Maria eine Schlüsselrolle in der Vorbereitung der Verwirklichung Seines größten Wunsches erteilt. Gott hat alle Seine Werke an diesem einen Ziel orientiert: an der Gründung Seines Reiches des vollendeten Friedens und der vollendeten Liebe und Heiligkeit auf Erden. Gerade zur Vorbereitung dieser Verwirklichung hat Er Maria berufen als die ideale Führerin der Seelen in allen ihren Nöten, ihrer Verwirrung, ihrer Prüfungen, ihrem ständigen Kampf gegen die endlosen Versuchungen und ihrer Unwissenheit in Bezug auf die Gesetze und Geheimnisse des Göttlichen Lebens, weil jede Seele diese Führung zwecks der Verwirklichung ihrer beiden Lebensziele (eigener Heiligung und Beitragen zur Vollendung von Gottes Heilsplan) benötigt.

So zeigt uns Gott Selbst den archimedischen Punkt im seelischen Leben (d.h. den Punkt, von welchem aus man das Ganze ansatzweise insgesamt fassen kann): er heißt 'vollkommene, bedingungslose und ewig dauernde Weihe an Maria, die Herrin aller Seelen durch Göttliche Vorherbestimmung'. Den Leitfaden zur Verwirklichung dieser Lebensaufgabe (der vollkommenen Weihe an Maria) bietet Ihnen die Herrin Selbst in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens, die in der Gesamtheit der Schriften auf dieser Webseite gelehrt wird. Die Seele bedient sich dieses archimedischen Punktes durch den Glauben an Marias Macht und Rolle als Herrin aller Seelen. Wenn Sie sich in möglichst viele der Texte, Belehrungen, Bücher und Offenbarungen auf dieser Webseite vertiefen, werden Sie feststellen können, dass es sich da um ein vollkommen schlüssiges System handelt, das Gottes Weisheit für diese Zeiten bewahrt hat, weil gerade jetzt die Finsternis listiger vorgeht als je zuvor und die Seelen ohne jene Führung den Weg zum Göttlichen Reich nicht einmal mehr finden würden. Die Finsternis hat ja eine Unmenge falscher Wegweiser am Rande der Lebenswege gestellt: Esoterik, durch menschliche Torheit ausgeklügelte Philosophien usw. Diese Letzteren vermitteln Seelen den Eindruck, dass sie aus den Schatten ihrer Prüfungen herausgeholt und endlich die wahre Sonne spüren werden. In Wirklichkeit werden die Schatten der Prüfungen durch diese Strömungen gegen schwarze Löcher ausgetauscht, in welche bekanntlich alles restlos verschwindet: die wahre Liebe, die wahre Hoffnung und der wahre Glaube an Gottes Existenz und somit an Seine unsagbaren Wirkungen.

Der Heilige Grignion de Montfort sprach von der Liebessklaverei. Die Sklaverei der Himmlischen Herrin gegenüber ist eine Lebenseinstellung, in welcher die Seele so vollkommen in den Bann der vollendeten Liebe kommt, dass sie sich Schritt für Schritt selber in Liebe verwandelt und dadurch in den Stand versetzt wird, die Herzensverfassung der Geliebten (Maria) so sicher nachzuempfinden, dass sie einfach wie von Natur aus für dasjenige lebt, was die Geliebte (Maria) von ihr verlangt. Es ist dabei also die Rede von ungehemmter Hingabe aus reiner selbstverleugnender Liebe. Ohne dieses letzte Element würde diese Beziehung völlig unfruchtbar bleiben. Eigentlich ist dieser Zustand mit einem Holzklotz vergleichbar, der auf einem Wildbach treibt. Er denkt nicht nach, fürchtet sich nicht, lässt sich einfach dorthin treiben, wohin ihn das Wasser bringt. Das Wasser ist sozusagen Herr des Baches, nicht der Klotz. So beherrscht die Herrin (das Wasser) den Lebensweg (den Bach) der Seele (des Klotzes).

Als die Herrin aller Seelen weist die Heilige Jungfrau nach, wie unendlich bedeutungsvoll dieser Begriff ist. Sklave Mariä zu sein, heißt: sich so restlos der Liebe und der Führung der Braut des Heiligen Geistes hinzugeben, dass die Seele selbst sich in Liebe und Licht verwandelt, und was ist dies denn anders als... die Vollendung der Heiligung und der höchstmögliche Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan?

Die konkrete alltägliche Anwendung der Eigenschaft als Sklave Mariä ist eine Frage der genauen Anwendung desjenigen, was in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens gelehrt wird. Letzten Endes wird der Erfolg dieser Anwendung von dem Maße bestimmt, wie die Seele in der wahren Liebe und Selbstverleugnung wächst. Es gilt, sich von vielen alten Mustern loslösen zu wollen und das 'Selbst' als etwas zu betrachten, das nicht für die Vergangenheit, sondern für die Gegenwart und die Zukunft erschaffen worden ist. Eine weise Formel der Selbstermutigung wäre: "Ich habe nie gelebt, ich werde erst jetzt geboren und wachse zu der Fülle des wahren Göttlichen Lebens hin". Die Seele soll ihre Vergangenheit und sämtliche hemmenden Erinnerungen ständig im Herzen der Herrin begraben und danach nicht mehr den Boden dieses hochheiligen Gartens aufwühlen, sondern den Ort, wo ihre Vergangenheit begraben liegt, von Maria begießen lassen, damit die Vergangenheit im Feuer Ihrer Liebe ewige Blumen hervorbringt. Berührt die Seele diese alte Saat dann noch durch ihre eigenen Gedanken und Grübeleien, so wird ihre Vergangenheit unfruchtbar.

Die seelische Blockade, die es zwischen Ihnen und Ihrer nahen Umgebung gibt, basiert auf:

  1. der Tatsache, dass Sie sich auf Ihrem bisherigen Lebensweg von der Vormacht des Verstandes haben führen lassen. Vor kurzem ist ein Wendepunkt erreicht worden, an dem das Herz den Thron bestiegen hat, allerdings noch dabei ist, ein neues Grundgesetz für Ihr seelisches Leben zu erstellen. Solange der Verstand der wahre Herrscher ist, sucht die Seele ihre Lösungen in Ecken, die nur von Irrlichtern 'beleuchtet' werden und somit in Wirklichkeit nur aus Schatten bestehen. Sobald das Herz die Fahne übernimmt, sucht die Seele die Lösungen im vollen Licht Gottes, das aus allen Richtungen strahlt (weil Gott überall zugegen ist) und somit gar keine Schatten wirft.

  2. einer Unfähigkeit Ihres Mitmenschen, das eigene Lebenschaos in den Griff zu bekommen, weil nicht das wahre Licht als Wegweiser benutzt wird.

Sie haben nun die Herrlichkeit der Gottesmutter entdeckt, nicht dank des Verstandes, sondern trotz des Verstandes, weil die Herrin Selbst Sie auf Ihre Wege gerufen hat. Sie tragen in sich noch sehr viele zerfaserte Fädchen. Wenn Sie diese der Herrin in vollkommener Weihe darbieten, kann Sie Ihre Strickerei zu Ende führen und werden Sie den tiefen Sinn von allem erkennen, was Sie in Ihrem Leben erfahren haben und noch erfahren. Eine solche Weihe ist eine Weihe von allem, was noch teilweise oder ganz unbewältigt mit sich geschleppt wird. Solange die Seele das alles nicht oder nicht ausreichend an die Herrin abtritt (und diese Weihe in der alltäglichen Praxis lebt), kann die Herrin die Bekleidung der Seele nicht vollenden. Ich glaube aber, dass Sie auf dem richtigen Weg sind, die Liebessklaverei gegenüber Maria im Herzen zu verstehen. Sie werden einen tiefen Frieden ernten, und das neue Licht, das aus Ihnen strahlen wird, wird auch Ihre Umgebung beeinflussen. Folgen Sie der Stimme der wahren Hoffnung.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 284
Wie kann eine Mutter helfen, dass die Tür des Paradieses für ihre Kinder offen bleibt? Wie können wir verhindern helfen, dass sich für eine uns liebe Seele die Tür des Paradieses schließt?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Endlich darf ich mich jetzt Ihrem Herzen zuwenden, das so sehr um den Sohn leidet. Die Mutter wird von Gott auf eine einmalige Weise mit den Kindern verbunden. Diese Verbundenheit geht weit über das Weltliche hinaus, sie bezieht sich sogar an erster Stelle auf die seelische Begleitung der Kinder. Dies lässt uns erkennen, dass man nicht nur Mutter ist für das irdische Leben, sondern sozusagen für die Ewigkeit. Dies bringt mit sich, dass Gott von der Mutter erwartet, dass sie sich auch des seelischen Schicksals und der seelischen Zukunft ihrer Kinder annimmt.

Wir hören oft, dass die Mutter und der Vater die Kinder eines Tages loslassen müssen. Selbstverständlich stimmt das, aber mit dieser einen Einschränkung: Den beiden Eltern obliegt immer noch die Verpflichtung, die Seelen ihrer Kinder weiterhin auf dem spirituellen Weg zu begleiten. Ihre Sorge wegen des Sohnes ist darauf zurückzuführen, dass Ihre Seele Gottes Wunsch in sich gelesen hat.

Der Sohn wendet sich nach geschiedener kirchlicher Ehe einer Frau zu, die ebenfalls nach kirchlicher Ehe geschieden ist, und beide stürzen sich in ein Leben ohne den Segen der Kirche. Sie wissen, dass Gott manches zulässt, nicht nur weil Er sich durch den freien Willen der Menschenseelen hat 'binden' lassen, sondern auch deswegen, weil Er den Seelen durch jede Situation und Situationsänderung zu einer Anpassung einladen will, von der Er Sich eine weitere Heiligung der Seele erhofft. Für den Sohn und die Frau hat sich ein neues Kapitel geöffnet, das viele Lektionen in sich birgt. Für Sie als Mutter wartet jetzt eine neue Aufgabe, die sich aus den nachfolgenden Komponenten zusammensetzt:

   1. Weihen Sie die neue Ehe an Maria, damit diese trotz allem seelische Früchte einbringen möge. Obgleich es sich um eine außerkirchliche Ehe handelt, schafft Gottes Vorsehung täglich Situationen, Entwicklungen, Wegweiser, Signale, Weckrufe, usw., durch welche die beiden Seelen manches lernen sollen. Es gilt jetzt, durch inständige Weihe und Aufopferungen zu erwirken, dass die beiden zur Erkenntnis ihrer Verirrung gelangen. Ein kleines Gebet, das Ihnen dabei helfen könnte, sich diesbezüglich an Maria zu wenden:

(im Originalantwortbrief folgen an dieser Stelle Gebetsworte, die später von der Herrin aller Seelen als Gebet 1195 freigegeben werden sollten)

   2. Unterstützen Sie die Wirkung der Gottesmutter dadurch, dass Sie Maria um die Kraft bitten, Tag für Tag den beiden Seelen gegenüber nichts als positive Gedanken und Gefühle zu hegen und unbeirrbar zu glauben, dass Gottes Vorsehung durch Maria mit den beiden, ihren Lebenswegen und sämtlichen Situationen in ihrem Leben beschäftigt ist und nicht ruhen wird, bevor die beiden das wahre Licht erkannt haben. Je fester Ihre Hoffnung und Ihr Vertrauen, liebe Schwester, desto kräftiger wird der Gnadenstrom auf die beiden Herzen zufließen.

Versuchen Sie deshalb, sich nicht ganz von der Angst führen zu lassen, die beiden wären verloren. Gottes Barmherzigkeit wirkt gerade dort am kräftigsten, wo sie sich mit reiner und hoffnungsvoller Nächstenliebe vermischen kann. Ihr Einsatz darf nicht an den Prüfungen und Entmutigungen scheitern, denen Sie selbstverständlich auf dem Weg dieses seelischen Kampfes begegnen werden. Ihre Nahrung und Kraftquelle soll nichts anders als die Hoffnung auf, und der Glaube an die Macht der Himmlischen Herrin sein. In dem Maße, wie Sie sich daran festhalten, werden die beiden Seelen sich dem Wendepunkt nähern. Eine Seele geht nicht vor der Stunde ihres Lebensgerichtes verloren: Bis in jener Stunde hat sie die Gelegenheit, sich für das wahre Licht zu entscheiden. Wir dürfen nie aus den Augen verlieren, dass viele unserer Gebete, geweihten Prüfungen und Aufopferungen sich am stärksten in der Stunde des Lebensgerichtes der Seele auswirken, für welche wir sie (manchmal jahrelang) darbieten.

Ich weiß, manchmal scheint dieses Wissen kaum Trost zu bieten, aber immerhin sollen wir uns dessen bewusst bleiben, dass die Seele nicht für das irdische Leben da ist, sondern für das Ewige Leben. Wenn wir davon ausgehen lernen, verstehen wir, dass wir nicht zu leicht meinen sollten, dass Gebete und Aufopferungen 'umsonst' geleistet werden. Für Gott zählt im Grunde genommen nur, dass die Seele 'irgendwann' während ihrer 'Vorbereitung auf das Ewige Leben', d.h. zwischen ihrer Geburt im Fleisch und ihrem Lebensgericht nach dem irdischen Tod des Körpers die Erkenntnis des wahren Lichtes und die Wahrheit ihrer eigenen Fehler annimmt und anwendet. Gottes Zeit ist nicht die Unsere. Er geduldet Sich viel länger, als wir es gewöhnlich tun, weil für Ihn dann alles in Ordnung ist, wenn die Seele spätestens bei ihrem Lebensgericht ihren persönlichen Beitrag zur Verwirklichung des Heilsplanes leistet bzw. verspricht, diesen zu leisten (im letzteren Fall: im Fegefeuer).

Liebe Schwester, die Tür des Paradieses schließt sich nicht für die Seele, die irgendwann die wahre Liebe als die zentrale Kraft allen Lebens annimmt und lebt. Sie können verhindern helfen, dass sich diese Tür für den Sohn und die Gattin jemals schließt. In dem Maße, wie Sie die vollkommene Weihe an die Herrin aller Seelen leben, werden Sie die Lampe, die ihnen das wahre Licht in die Seelen scheinen lässt, mit Öl versehen. Lassen Sie Maria über Ihr Herz herrschen, Sie kann das Öl vervielfachen. Selbstverständlich bitte ich die Herrin darum, auch selbst ein Zuflussröhrchen für dieses Öl sein zu dürfen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 285
Die Seele, die alles Göttliche ernst nimmt, ist in diesen Zeiten wie ein schwarzer Schwan – Die Seele soll sich nicht an Aussagen, Meinungen, Blicken und Kritiken von Mitmenschen orientieren – Gefühle von Verlassenheit, Unverständnis uns gegenüber, Herzeleid usw. machen uns eins mit den Herzen Jesu und Mariä – Über die Geißel der modernen Messfeier

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Freude durchströmt mich jedes Mal, wenn ich feststellen darf, dass eine Seele sich wirklich hundertprozentig für den Zweck hingibt, den Gott uns auf Erden setzt. Wie erschöpfend, aber wie erfüllend auch ist ein solches Leben. Die Kämpfer für Maria werden mehr als je zuvor wie Zitronen ausgepresst. Unser Saft ist es aber letztendlich, durch welchen Gott diese Welt retten will. Schöpfen Sie ein wenig Kraft daraus, meine Schwester, denn wir sind dabei, den Kampf zu gewinnen. Gerade deswegen haben wir den Eindruck, dass die Welt ein einziges heilloses Chaos ist. Die Nacht ist nie so dunkel wie kurz vor der Morgendämmerung, unter anderem dadurch, dass die Seele, welche die Nacht in ihrer vollen Länge gelebt hat, gerade wegen deren Länge so müde geworden ist. Derjenige, der durch die Finsternis der Nacht hindurchgegangen ist, wird am meisten das Licht des Morgens schätzen.

Gott hatte die Seelen so geschaffen, dass in ihnen immer eine Flamme lodern sollte, die am Feuer Seiner vollendeten, absoluten Heiligkeit angezündet worden war. So finster ist es aber in den Seelen geworden, dass sie böse und verständnislose Blicke auf eine Seele richten, die einfach und spontan dasjenige tut, was Gott von jedem erwartet, wie zum Beispiel in der Anwendung der knienden Mundkommunion. Tatsächlich, man kann etwas Unbehagen spüren, wenn die Seele dasjenige empfindet, was in vielen Herzen ihr gegenüber vorgeht, weil die Seele, welche die Reinheit anstrebt, sich von jeglicher Spur von Finsternis gewürgt fühlen kann. Das ist der Zoll, den wir auf Erden für heiliges (d.h., von Gott verlangtes und Ihm dienendes) Verhalten zahlen, weil solche Handlungen den Plänen der Finsternis entgegenwirken und den Bösen daran erinnern, dass er noch nicht alle Seelen in die Knie hat zwingen können.

Liebe Schwester, sollten Sie wegen des Druckes der Menschenaugen jemals in Versuchung geführt werden, in Sachen Verhalten in der Kirche 'so zu tun, wie die Mehrheit', erinnern Sie sich dann an die nachfolgenden Worte: Alle diese Seelen, die Sie durch ihr Unverständnis davon abbringen möchten, das einzige für Gott Richtige zu tun und darin zu beharren, können und werden Ihnen nicht zur Hilfe kommen, wenn Gott in der Stunde Ihres Lebensgerichtes von Ihnen Rechenschaft dafür verlangt, dass Sie ihnen (diesen Seelen) nachgegeben haben, um dasjenige zu versäumen, was ER für das einzig Richtige und das einzig Gnadenvolle hält.

Wenn Gott unser Leben mit allen darin von uns getroffenen Entscheidungen richtet, stehen wir vor Ihm mit der Himmelskönigin und unserem Schutzengel als einzigen Zeugen, ohne jegliche menschliche Gegenwart. Ich vertraue Ihnen die Worte an, die Maria diesbezüglich einst zu mir sprach:

"Unzählige Seelen haben sich in der Stunde ihres Lebensgerichtes vor Gott die tiefsten Vorwürfe darüber gemacht, dass sie auf Erden ihr Handeln allzu oft an Aussagen, Meinungen, Blicken und Kritiken von Mitmenschen orientiert haben und somit in jener Stunde die Traurigkeit Gottes darüber spüren mussten, dass sie Ihn, Seine Liebe und Seine Wünsche zugunsten von Menschen verleugnet haben, die Gott, Seine Liebe und Wünsche nie verstanden bzw. nie berücksichtigt haben".

Nicht verstanden zu werden, scheint tatsächlich das Schicksal derjenigen zu sein, die sich darum bemühen, das Licht Gottes zum Leitstern ihres Lebens zu machen. Die Fülle der Wahrheit wird auf dieser Welt heftig bekämpft, und der Gegenwind, den wir ernten, scheint sich fast wie eine Art mathematische Formel zu verhalten: Der Gegenwind ist proportional zu der Wichtigkeit desjenigen, was wir für Gott und Seinen Heilsplan tun. Je mehr Licht eine Handlung über die Schöpfung bringen kann, desto heftiger wird der Böse andere Seelen gegen denjenigen aufstacheln, der die Handlung vornimmt. Weil außerdem das ganze Klima vom Denken und Fühlen der Menschheit so sehr in Finsternis getränkt ist, braucht es uns gar nicht zu wundern, dass wir sehr oft nicht verstanden werden, wenn wir nur die ewigen Dinge in den Mittelpunkt unseres Lebens und unserer Vorzüge stellen. Die Seele, für welche alles Göttliche eine ernsthafte Angelegenheit ist, ist in diesen Zeiten wie ein schwarzer Schwan: Sie fällt auf und wird als abweichend, als unnormal betrachtet.

Dazu kommen Ihre weiteren Gefühle: Sie spüren wegen des Unverständnisses von Seiten Ihrer Geliebten immer mehr Druck, Verzweiflung, Ratlosigkeit und Alleingelassensein. Erkennen Sie dieses letzte Gefühl? Es ist genau dasjenige, das Jesus ein Leben lang erfahren hat. Sie wissen, dass die Erlösung der individuellen Seele erst dadurch vollständig wird, dass diese Seele ihre Leiden mit den Leiden Christi verschmelzen lässt. Die Gefühle von Verlassenheit, Unverständnis uns gegenüber, Herzeleid usw. machen uns eins mit den Herzen Jesu und Mariä. Sie sind deshalb sehr gnadenreich. Solange die Seele in der Menge aufgeht, d.h. sich durchwegs die Gedanken, Ansichten, Gefühle, Bestrebungen und Interessen der Mehrheit zu Eigen macht, kann sie mit dem Flug nach oben nicht einmal anfangen. Der Baum, der sich so sehr nach dem Sonnenlicht sehnt, dass er über den Wald hinauswächst, hebt sich von den anderen ab, entspricht nicht mehr der Norm und fängt entschieden mehr Wind als die anderen.

Es gibt aber keinen anderen Weg, in den Himmel zu wachsen, als die Reise durch die einsame Landschaft. Sie könnten Gott keine größere Freude bereiten als dadurch, dass Sie Ihr Leben weiterhin so führen, wie Sie es ausdrücken: dass Sie sich in den Augen Ihrer Mitmenschen von der Gesellschaft absondern, die Medien meiden, nicht ausgehen usw. Ihr Leben ist eigentlich genau nach dem Klostermotto "ora et labora" (bete und arbeite) ausgerichtet. Der einzige Sinn und Zweck des irdischen Lebens liegt halt nur im spirituellen Bereich, für den Sie gerade leben.

Ein besonderes Leiden ist für Sie, wie für jede Seele, die Gottes Wünsche und Nöte wirklich berücksichtigt, die Geißel der modernen Messfeier. Sehr viel Licht und sehr viele Gnaden werden durch die moderne Messe verschwendet bzw. unbenutzt gelassen, wie es Maria im Laufe der Jahre durch unser Apostolat nachgewiesen hat. Wir können gegen diese Welle der Verblendung nichts Unmittelbares tun. Die wichtigste Waffe kann allerdings jeder von uns dagegen einsetzen: ihre Kugeln heißen "Gebet + Weihe + Annahme". Annahme ist dabei als alles andere als 'Billigung' zu verstehen: Annahme heißt, diesen bedauerlichen Zustand als eine Entwicklung zu betrachten, die Gott zulässt, weil sie Seinen Plänen ganz indirekt dadurch dient, dass sie Kräfte mobilisiert, durch welche eine gründliche Reinigung in die Wege geleitet wird. Ein schwer erkrankter Körper kann unter gewissen Umstanden solche Kräfte in sich sammeln, dass er sich nicht nur heilt, sondern über die Heilung hinaus noch zusätzliche Reinigung und Stärkung der Lebenskraft bewirkt. Er kann dies nur tun, wenn sich in ihm die nachfolgenden Kräfte vermählen:

  • ein inständiges Vertrauen,
  • ein inbrünstiger Wille zur Heilung,
  • ein fester Glaube, dass es eine äußere Kraft gibt, welche über dem Körper und seinen Vorgängen steht.

Nun denn, die Kirche kann von dem Krebs des Modernismus nur dadurch geheilt werden, dass die Seelen, welche die Gnaden benutzt haben, um zu erkennen, dass der Modernismus alles andere als Gottes Plänen dient, genau diese drei Heilfaktoren in Anwendung bringen:

  • ein inständiges Vertrauen darin, dass letztendlich das Licht siegen wird;
  • einen inbrünstigen Willen, diese Entwicklung in der Kirche in genau jenem Sinne zurückzubilden, dass sie wieder demjenigen entspricht, was Jesus Sich von ihr versprach, d.h. zu einer Kirche, die um Gott herum gebildet ist statt um den Menschen, die menschlichen Interessen und die Gesellschaft herum;
  • einen festen Glauben an die Logik von Gottes Plänen und Werken und die Macht von Gottes reinigendem Einschreiten durch die Gnadenwirkung, die sich jetzt in den Seelen kund tut, welche die Unsinnigkeit des Modernismus und den Gnadenverlust durch denselben erkannt haben.

Regen Sie sich nicht über die moderne Messe auf, sie ist lediglich Teil einer Phase in der Heilsgeschichte. Gott hat immer das letzte Wort. Die Zeit nähert sich, in welcher die Seelen sich wieder nach dem Gottesdienst sehnen werden, der die wahre Herrlichkeit Gottes zum Ausdruck bringt. Eine Gesellschaft, welche die Seele, das Göttliche Leben und sämtliche Göttlichen Werke ständig zu entwürdigen versucht, kann nicht am Leben bleiben, weil sie gar kein Leben mehr in sich trägt. Sie lebt in dieser Zeit lediglich noch auf den Reizen des Giftes, von dem sie gesättigt ist.

Sie träumen davon, sich an einem Ort anzusiedeln, wo Sie den rein seelischen Aspekten des Lebens in der Fülle nachgehen könnten. Trotzdem ist dies zurzeit tatsächlich nicht Gottes Wille. Die vielen Schmerzen, die Sie im Herzen leiden, sind jetzt noch notwendig, weil sie Teil eines Göttlichen Planes und Teil Ihres persönlichen Lebensweges sind. Die Schwierigkeiten werden noch von Gott zugelassen, weil sie Ihnen dabei helfen können, Ihr inneres Leben mit Maria noch weiter zu vertiefen, weil Sie nur im Inneren den wahren Frieden finden werden. Es braucht Sie nicht zu wundern, wenn Sie eines Tages von einer gleichfühlenden Seele angesprochen werden, die Ihnen vorschlägt, gemeinsam Gebetstreffen zu veranstalten, richtig um die Himmelskönigin herum. Wenn diese Stunde kommt, wird sie von Maria Selbst eingeläutet sein. Erzwingen Sie nichts, lassen Sie Maria im Verborgenen gewähren. Ich bete inzwischen von ganzem Herzen, damit Sie im Herzen durchhalten, denn unsere Welt braucht mehr Seelen, die, wie Sie, auf der Grundlage ihres Willens zur Heiligung und der Liebe zu Gott und zu Maria ihre Leiden für die Gründung von Gottes Reich zunutze machen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 286
Gott bittet gleichsam durch jede Form von Leiden um einen spezifischen Beitrag von Seiten einer Menschenseele – Der wahre Wert der Vergebung

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es bereitet mir eine besondere Freude, dass Ihnen Die Ernte der Ewigen Liebe so gut gefällt. Bemerkenswert ist, dass Sie in Ihrem Leben zurzeit mit so vielen leidenden Menschen zu tun haben. Sehen Sie das Wirken von Gottes Vorsehung? Sie fragen, was Sie konkret tun können. Gott hat Ihnen Selber geantwortet: Beobachten Sie die leidenden Seelen in Ihrem Umfeld und versuchen Sie, ausfindig zu machen, was Gott durch die Leiden diesen Seelen – und im Allgemeinen uns allen – zu sagen versucht. Durch die 'Ernte' können wir lernen, was Gott alles an geweihten Prüfungen und Leiden 'nötig hat', um Seinen Heilsplan zu vollenden, denn durch jede Form von Leiden bittet Er gleichsam um einen spezifischen Beitrag von Seiten einer Menschenseele. Jeder leidende Mensch kann Ihnen also ein Signal dafür geben, worum Gott bittet. So könnten Sie im Namen aller dieser Leidenden jeweils alles Leid mit dem entsprechenden Leiden Christi verbinden. 'Die Ernte' bietet Ihnen den Wegweiser, um diese lichtvolle Übung in die Praxis umzusetzen.

Auch in Bezug auf Ihre andere Frage kann ich Sie durch ein kleines Werk der Göttlichen Vorsehung erfreuen: Welches Gebet können Sie anbieten in Bezug auf das so große Bedürfnis an Vergebung in Ihrer Umgebung? Am kommenden Allerheiligenfest fängt wieder der November an, und da werden wir von Maria Selbst dazu aufgerufen, den Novemberplan unter dem Siegel der Herrin aller Seelen vor Gottes Barmherzigkeit zu bringen.

Wenn die Menschheit den wahren Wert der Vergebung kennen würde! Vergebung, von ganzem Herzen geschenkt, nimmt dem Bösen den Wind aus den Segeln. Sie lähmt einfach alle seine Werke und macht sie wirkungslos. Eine Familie, in welcher sich die Mitglieder gegenseitig von Herzen vergeben und sich aufrichtig daran setzen, die Vergangenheit nicht mehr aufzuwühlen, wird zu einer Burg von Licht und Frieden. Wirkliches Vergeben setzt eigentlich voraus, dass wir, wenn wir es in der Tiefe betrachten, davon ausgehen lernen:

  • dass jede Seele Fehler machen kann, auch wir selber;

  • dass aber eine Seele nicht einen Fehler begeht, weil sie an sich schlecht wäre, sondern weil sie aus irgendwelchen Gründen (öfters unbewusst) die Entscheidung getroffen hat, einer Eingebung vom Bösen zu folgen;

  • dass auch ein Fehler, der von unserem Mitmenschen begangen worden ist, eine Rolle in Gottes Plan spielt, in diesem Sinne, dass Gott sich auch der Fehler bedient, um Seelen ('Täter' genauso wie 'Opfer') in vielen Tugenden auszubilden.

Die Macht des Bösen wird überall dort gebändigt, wo von Herzen Vergebung geschenkt wird und deren Sinn wirklich verstanden wird. Durch Vergebung wäscht eine Seele ihre Mitseele gleichsam freiwillig von jeder wahren oder vermeintlichen Schuld rein. Wenn eine Seele eine Mitseele von Herz zu Herz als rein betrachtet, nimmt die Erste die Letztere sozusagen voll als eine an, die von Gott ausgeht. Der Böse kann in einer solchen Beziehung nicht überleben, weil er dort durch das Licht geblendet wird, das von Christus ausgeht: Christus ist ja überall dort in Seiner Göttlichen Fülle zugegen, wo das Licht der Liebe über alles geliebt wird. Möge der Novemberplan in vielen den Keim der Heiligkeit reifen lassen. Sie sind in meinem Herzen und in meinen Gebeten.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 287
Es gibt keinen geschriebenen Leitfaden für unser ganzes Handeln – Die Sehnsucht nach Führung durch Maria – Dürfen wir andere zurechtweisen? – Über Gebete mit Verheißungen – Kann man den Schutzengel für uns ein Gebet weiterbeten lassen? – Was ist, wenn man weniger beten kann, als man möchte? – Wodurch wird Leiden zum Sühneleiden?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Wie oft denkt sich der Mensch im Alltag, wie schön es wäre, wenn es einen Verhaltensführer geben würde, einen geschriebenen Leitfaden, der einen solchermaßen durch das Labyrinth des Tages führen kann, dass jede Untugend, jede Sünde, jeder Fehler, jede Verirrung vermieden werden kann. Leider kann ein solcher Wegweiser gar nicht verfasst werden, weil es eine Unmenge von Kombinationen von Umständen, Faktoren und Einflüssen geben kann, die eine Situation gestalten. Abermillionen von Situationen sind denkbar.

Wie kann denn die Seele überhaupt den Tag sicher antreten?

Tatsächlich, wie Sie schreiben, gibt es oft Situationen, wo man nicht weiß, wie man richtig handelt. Zum Glück hat der Schöpfer jede Seele mit einer Art von Kompass versehen, der sie innerlich auf Gott und Seine Inspirationen ausrichtet. Im irdischen Paradies waren die beiden ersten Seelen vor der ersten Sünde so vollkommen eins mit Gott, dass sie Ihn ständig im Inneren sahen und hörten. Die Erbsünde hat diese Fähigkeit weitgehend gelähmt. Bei der Gottesmutter wiederum funktionierte dieses System einwandfrei, weil Sie von den Wirkungen der Erbsünde frei war. Dadurch war Maria die vollendete mystische Seele: Ihre Verbindung mit Gott war vollkommen. Nur hat Gott es so verfügt, dass auch Sie in den Situationen des Alltags die Entscheidungen Selber zu treffen hatte. Gott hatte Maria eine so große Macht und eine so außerordentliche Weisheit geschenkt, dass Sie im Grunde genommen in allem vollkommen von Ihm geführt werden konnte. Trotzdem gab es diese Einschränkung aus zwei Gründen:

  1. Maria Selbst wollte unbedingt einen möglichst großen Beitrag zum Göttlichen Heilsplan leisten und bat deswegen Gott darum, Ihr zu vergönnen, dass Sie die Prüfungen des Alltags so viel wie möglich wie die anderen Seelen bewältigt.

  2. Gott hatte Maria als die Miterlöserin vorgesehen. Zu dem Zweck musste Sie Ihre Prüfungen in der Fülle empfinden können. Folglich musste Maria genauso wie jede Seele tief in sich hineinschauen und hineinhorchen, um immer wieder die reine Verbindung mit Gott herzustellen. Sie tat dies mit einer so vollendeten Liebe, dass diese Verbindung Sie fast nie verließ, aber Sie bekam diese ebenso wenig geschenkt wie Sie und ich.

Dies bringt uns mithin zur Antwort auf die Frage: Wie ist im Alltag vorzugehen?

Folgen wir Maria. Wir können von Ihr lernen, dass Gottes Geist der Seele sehr viele Wege und Richtungen einflüstert, wenn die Seele:

  • ständig darum bittet, in der Liebe zu Gott und zu Seinen Werken und allen Seinen Geschöpfen zu wachsen;
  • ständig in sich auf die Suche nach Gottes Nähe geht;
  • in allen ihren inneren Vorgängen und in ihrem ganzen Verhalten bestrebt ist, nur nach Gottes Gesetzen vorzugehen.

Sie werden merken, dass die richtigen Entscheidungen im Alltag zwar selten selbstverständlich sind, aber in hohem Maße alle auf der Grundlage des inneren Friedens wachsen. Der innere Friede ist ein Kind der Suche nach Gott im Innern und des Glaubens an Gottes Führung. Der innere Friede scheint irgendwie das Herz zu demjenigen zu lenken, das die Seele befähigt, sich dem Willen Gottes an besten zu nähern. Nur eine einzige Voraussetzung gibt es dabei: Man muss die Tugend zum Grundgesetz allen Handelns gemacht haben, so dass die Seele automatisch jede Handlungsalternative ausschließt, die nicht heilig ist, die anderen Geschöpfen oder der eigenen Seele Schaden zufügen kann. Eine heilvolle Gewohnheit wäre diese, dass Sie in jedem Zweifelsfall inständig Maria darum bitten, Sie möge Ihnen den Weg zeigen, dem Sie folgen sollten, um Ihr am besten zu dienen. Sie werden feststellen, dass dies vielleicht nicht gleich das erste Mal gelingt, aber bestimmt in jenem Maße immer besser, wie Sie sich nach dieser Führung durch Maria und Einheit mit Maria sehnen.

Wenn Sie Menschen zurechtweisen, haben Sie Tage lang ein schlechtes Gewissen.

Es gilt, einen goldenen Mittelweg zu suchen. Es ist eine gute Sache, hin und wieder andere Seelen gewähren zu lassen und selber etwaiges Leid zu tragen, das einem dabei zufließt. Trotzdem missbilligt es Maria nicht immer unbedingt, wenn Sie einen Menschen zurechtweisen. Jeder Kontakt zwischen Seelen hat eine Bedeutung, und kein einziger Kontakt ist reiner Zufall. Irgendwie ist immer die Hand Gottes im Spiel. Es werden auch Seelen auf Ihren Weg kommen, die schlechte Gewohnheiten hegen und die Gottes Ansicht nach von Ihnen etwas zu lernen haben. Sagen Sie ruhig zu der Herrin Ihrer Seele, dass es nicht Ihre Absicht ist, diese Seelen zu richten, sondern sie nur näher zum Licht zu bringen. Maria wird Sich darüber freuen.

Zu den Gebeten, für die es Verheißungen gibt:

Selbstverständlich dürfen Sie diese täglich beten. Jesus bzw. Maria kann mit manchen Gebeten Verheißungen verbinden. Falls diese Gebete tatsächlich vom Himmel zu den Seelen kommen, werden diese Verheißungen stimmen. Die Seelen sollten sich nur Folgendes vor Augen halten: Die Tatsache, dass mit einem Gebet Verheißungen verbunden werden, heißt nicht, dass dieses Gebet für Gottes Pläne unbedingt einen höheren Wert hätte als Gebete, für welche keine ausdrücklichen Verheißungen gegeben worden sind. Gott beabsichtigt mit diesen Verheißungen, dass Seelen dazu ermutigt werden, die Liebe zum Gebet in sich entwickeln zu lassen. Die Verheißungen werden dann von Gott in Wirklichkeit umgesetzt, wenn die Seele das Gebet aufmerksam und mit Liebe verrichtet, also nicht, wenn die Seele das Gebet herleiert. Es ist außerordentlich wichtig, dies zu berücksichtigen.

Die Verheißungen für ein Gebet sollten niemals Ziele an sich bilden, sondern sollten als Motivation dienen, damit die Seele Gott ihre Liebe entgegenbringt. Ein Gebet, das um der Verheißung Willen gebetet wird, ohne 'Anteilnahme', also eher 'mechanisch', verliert jegliche Gnadenwirkung. Sie tun tatsächlich sehr gut daran, das Gebet immer Maria zu übertragen. Die Liebe der Himmelskönigin ist so vollkommen, dass Sie jedes Gebet, das Ihr übertragen wird, wie ein loderndes Feuer vor Gott bringen kann.

Wenn Seelen ein Gebet einige Zeit lang beten, es dann wegen Umständen aufgeben müssen, d.h. es nicht mehr täglich beten können, fragen sie sich wohl mal, ob das Gebet auch noch angenommen wird, wenn sie ihren Schutzengel darum bitten, für sie weiterzubeten, und ob sie dann die Verheißungen noch bekommen. Was sagt Maria dazu?

Das Gebet wird auf jeden Fall noch angenommen, aber es gibt für Gott einen Unterschied, ob ein Gebet von einem Engel oder aber von einer Menschenseele auf Erden zu Ihm kommt:

  • Ein Engel bringt vollkommen reine Gebete vor Gott und bietet Ihm diese in einem Hauch vollkommener Liebe und Heiligkeit an.

  • Eine Menschenseele dahingegen, bringt ein Gebet durchwegs in einem gewissen Grad der Verunreinigung vor Gott (weil das Gebet aus einem Menschenherzen hochsteigt, das unter weltlichen Einflüssen steht und hin und wieder noch Spuren unreiner Gefühle in sich trägt, wie z.B. Groll, Neid, Eifersucht, Unversöhnlichkeit usw.) ebenso wie mit einer Liebe, die nie vollkommen sein kann. Trotzdem bevorzugt Gott das Gebet von einer Menschenseele,  weil die Menschenseele aktiv in den Erlösungsplan eingeschaltet ist. Außerdem beten Engel sowieso unaufhörlich und das Beten kostet sie keine Mühe, im Gegensatz zur Menschenseele, die ja auch durch die Lasten des irdischen Lebens und der physischen Leiden gehindert wird. Aus jenem Grunde kann Gott die Verheißungen mindestens nicht in demselben Maße verwirklichen, wenn Ihm die Gebete durch den Schutzengel dargeboten werden.

Was ist, wenn man weniger beten kann, als man möchte, weil das Familienleben viel Zeit beansprucht?

Man kann jedes Element des Alltags in ein Gebet umwandeln, dadurch dass man sein Leben in vollkommener Weihe an Maria führt. Wenn – und nur wenn – man ständig alles Handeln, Sprechen und das ganze innere Leben mit Maria verbindet, Stoßgebete und Lobpreisungen spricht und das Herz unbeirrbar an Maria bzw. an Gott orientiert, kann die Seele 'mit weniger Gebet auskommen'. Gebet ist nicht immer das Aussprechen eines bestimmten heiligen Textes, sondern auch die innere Verbindung mit Gott, mit Maria, mit Engeln und Heiligen. Die Seele soll an erster Stelle diese innere Verbindung richtig ausfüllen lernen. Gott verzeiht es, wenn weniger Gebete vor Ihm gebracht werden, die Seele dafür jedoch ständig in einer Gesinnung des Lobpreises, der bedingungslos gelebten Weihe und der genauen Anwendung aller Tugenden (Nächstenliebe, Vergebungsbereitschaft, usw.) lebt.

Sind körperliche Schmerzen, die sich auch mit Medikamenten nicht verbessern, Sühneleiden?

Die Seele kann jedes Leiden zu einem Sühneleiden machen, indem sie es als solches an Maria weiht. Viele Leiden gehen einfach für Gottes Heilsplan verloren, weil sie nie richtig akzeptiert und nicht geweiht werden. Ich habe über dieses Thema bereits öfters schreiben dürfen.

Ihre Umgebung möchte, dass Sie Medikamente für die Psyche nehmen. Sie möchten dies nicht. Wie sollten Sie sich da verhalten?

In unserer so weltlich denkenden Gesellschaft, in der Gott zu einer Art von Märchenfigur degradiert und die Wissenschaft zu einer Göttin erhoben worden ist, wird eine Seele, die sich über alles nach Gott und einem spirituellen Leben sehnt, wohl mal für geistig unnormal gehalten. Das scheint die Einstellung zu sein, die Ihnen gegenüber eingenommen wird. Lassen Sie sich nicht entmutigen und zweifeln Sie auch nicht an sich. Die Seele, die sich vollkommen Maria hingibt, ist nicht mehr ganz von dieser Welt, und Sie wissen, was Jesus sagte: Die Welt liebt dasjenige, was von der Welt ist. Alles, was dabei ist bzw. sich danach sehnt, aus dem Geist neu geboren zu werden, kann von der Welt nicht geliebt werden und wird leicht als geistig krank betrachtet.

Medikamente für die Psyche haben noch keine Seele näher zu Gott gebracht. Sie werden sie eher dazu bringen, sich von dem eigenen seelischen Leben zu entfremden. Die einzige Quelle geistiger Heilung, wenn eine solche notwendig ist, ist Gott als Quelle der Liebe. Die Seele, die sich vollkommen Maria hingibt und sich wirklich von Ihr beherrschen lässt, wird von Ihr in einem heilen geistigen Leben erhalten. Wenn Menschen sich deswegen von Ihnen trennen, dürfen Sie es so betrachten, dass Gott den weiteren Kontakt mit diesen Menschen für unnötig hält. Übertragen Sie diese Seelen dem Licht des Heiligen Geistes. Eine Seele, die Sie nicht so akzeptiert, wie Sie sind, hat Gottes Willen nicht verstanden.

Ich helfe gerne dabei, Sie auf Ihrem Lebensweg zu tragen. Es ist an der Zeit, dass wir uns alle gegenseitig durch das Labyrinth des Lebens führen helfen, denn schließlich sind wir alle wie Passagiere auf demselben Schiff auf einem stürmischen Meer: Entweder sind wir ganz füreinander da oder wir gehen alle unter. Dazu hat Gott uns nicht erschaffen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 288
Wie soll man sich unmittelbar nach der Heiligen Messe verhalten? — Der Opferkelch der Heiligen Messe darf nur vom Priester als Stellvertreter Christi berührt werden — Der Altar und der Bereich in unmittelbarer Nähe des Altars sollte nur von dem Priester betreten werden, nicht von Laien — Die verheerenden Auswirkungen des Modernismus auf die römisch-katholische Kirche und auf die Messfeier — Der Begriff 'Berufung' — Wie fungiert Myriam als Brücke zwischen Maria und den Seelen (in Botschaften, Briefen, Gebeten, Unterrichtungen)? — Die geschlechtliche Anziehung als Bindemittel und als Brücke zur Vergeistigung

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ein herzliches Dankeschön für die vielen Fragen, die Sie vor Maria gebracht haben. Leider erhielt ich von Seiten der Gottesmutter bis jetzt nicht auf alle Fragen die Antwort. Manche Fragen werden, wie Ihnen inzwischen bekannt ist, nicht bzw. nicht gleich beantwortet, weil manche Wissenselemente zu einem gegebenen Zeitpunkt noch nicht bekannt gegeben werden dürfen (So verfügt es die Göttliche Weisheit). Nachfolgend also die Antworten, die ich an Sie weiterleiten darf.

Will Jesus tatsächlich, dass wir nach der Messe noch eine Weile bei ihm bleiben und nicht gleich, wie die meisten, herausstürmen?

Eindeutig: Ja. Es versteht sich auch, wieso. Die Heilige Messe ist das Gedächtnis des Kreuzestodes Jesu. Wie kann es der Christ denn aufbringen, gleich nach der Bezeugung der Vollziehung seiner Erlösung in die Welt zurückzukehren? Ist man aus irgendwelchem Grunde dazu gezwungen, die Kirche gleich nach Ende der Heiligen Messe zu verlassen, so sollte man wenigstens im Herzen die Gnade des erhaltenen Sakramentes dadurch tief auf sich einwirken lassen, dass man zur Ehrenbezeugung an dieses wundervolle Vermächtnis den Frieden Christi auszustrahlen versucht. Die Seelen sollten nie vergessen, dass sie nach Empfang der Heiligen Kommunion Jesus in sich tragen, der Sich danach sehnt, in der Stille des Herzens einiges in der Seele in Ordnung zu bringen. Dazu kann Er nicht kommen, wenn die Seele mit dem Herzen schon in die Welt zurückgekehrt ist.

Wieso nehmen wir nur die Hostie, aber nicht auch den Wein zu uns? Ist das, weil nur der Pfarrer das Recht hat, den Kelch zu berühren?

So ist es tatsächlich. Maria lässt dazu noch Folgendes sagen. Der Kelch ist das Symbol der Prüfungen. Der Priester ist während der Heiligen Messe Stellvertreter Christi, leert den Kelch so, wie es Jesus tatsächlich (während des Letzten Abendmahles) und bildlich (im Garten von Gethsemani) getan hat, und... wird daran erinnert, dass er Christus vollkommen nachzufolgen hat. Jesus ließ die Jünger aus dem Kelch trinken, aber Er weihte diese ja auch zu Seinen ersten Priestern. Außer Jesus und den Jüngern berührte niemand den Kelch. Sogar Maria, die Hochheilige und Makellose, hat nie einen Kelch berührt. Als Sie mit dem Apostel Johannes in Ephesus lebte, wurde in Ihrem Häuschen ein Kelch aufbewahrt, den nur Johannes berührte, nie Maria.

Von jedem Christen erwartet Gott, dass er den Kelch annimmt, den Kelch des Heils, nämlich die Prüfungen, die ihm die Erlösung bringen sollen. Den Kelch in der Kirche aber sollte die nicht zum Priester geweihte Seele nicht berühren, es sei denn, sie ist wegen irgendeines Ausnahmezustandes dazu für eine spezifische Gelegenheit bevollmächtigt worden.

Maria gab mir noch einen weiteren Grund, wieso nur der Priester den Kelch berühren sollte. Der Kelch in der Kirche ist der Behälter des Kostbaren Blutes Christi. Auch Maria Selbst wird im mystischen Sinne als Kelch des Kostbaren Blutes betrachtet, weil Jesus neun Monate lang in Ihrem Mutterschoβ lebte und weiterhin für ewig mit Ihr eins bleiben sollte. Der Kelch in der Kirche ist deswegen auch als Maria Selbst zu betrachten. Marias Herz bot auf Golgotha gleichsam das Blut des Erlösers dem Ewigen Vater dar, wie in einem Kelch. Maria, die Makellose und Allreine, darf nur von Jesus Selbst berührt werden. Von Gott aus ist nur dem Priester als Stellvertreter Christi das Privileg vorbehalten, Maria zu berühren.

Der Kelch ist also aus mehreren Gründen ein heiliger Gegenstand und sollte nur mit der größten Ehrfurcht behandelt werden.

Haben Ministranten (vor allem weibliche), zivile Leute, die die Schrift vorlesen und den Kelch und die Monstranz herausholen, eigentlich nichts zu suchen beim Altar?

So ist es. Maria betont, dass der Altar und der Bereich in unmittelbarer Nähe des Altars nur von dem Priester betreten werden sollte. Der Altarbereich steht symbolisch für die unmittelbare Nähe des Kreuzes von Golgotha und weist darauf hin, dass Gottes Plan es so verfügt hatte, dass nur einige wenige Auserwählte sehr nahe am Kreuz stehen durften. Ausnahmen von der Regel waren die römischen Soldaten und die Henker, die von Gott nur beim Kreuze zugelassen wurden, weil sie eine wohl umrissene Rolle in der Vollziehung des Erlösungsmysteriums zu erfüllen hatten. Beim Kreuze standen zwar auch einige Frauen, aber diese waren durch die Gnadenwirkung von Jesus für jenen Augenblick geheiligt worden und standen symbolisch dafür, dass die erste Christengemeinschaft zu einem beträchtlichen Maße durch die Frauen unterstützt werden sollte. (s. hierzu auch Brief 291).

Sollte eigentlich alles der Pfarrer tun? Ist das alles der Modernismus?

Manche Seelen werden die Antwort der Gottesmutter nicht mögen, aber so ist es: Der Pfarrer sollte im Grunde genommen alles tun. Die Kirche hat in den Augen der Seelen einen Teil des Ganzen ihrer Heiligkeit dadurch verloren, dass viele Handlungen in der Kirche und die Art und Weise, wie mit sakralen Gegenständen und mit der Heiligen Eucharistie umgegangen wird, die Heilige Messfeier aus der Atmosphäre der Heiligkeit herausziehen, in welche Jesus sie gehüllt hatte. Die Heilige Messfeier ist von Gott wie ein Wasserfall von Gnaden gemeint, kann jedoch nur in dem Maße dieser Wasserfall sein, wie sie diese Atmosphäre instand hält.

Was ist Modernismus? Er ist die Neigung, in allem die Kirche an die Gesellschaft, die Welt und ihre Gewohnheiten anzupassen. Die Gesellschaft, die Welt und ihre Gewohnheiten sind aber von Jahrhundert zu Jahrhundert, von Jahr zu Jahr tiefer von der Finsternis menschlichen Denkens durchdrungen worden. Der Mensch, seine Bedürfnisse, sein Denken und seine Bestrebungen stehen im Mittelpunkt. Leider macht sich dies auch in der Kirche von Jahr zu Jahr mehr bemerkbar. Alles Göttliche verliert seinen Glanz, weil es immer weniger als Göttlich behandelt wird.

Beispiele ließen sich haufenweise geben. Auf manche habe ich auch früher bereits von Maria hinweisen müssen. Die Kirche ist der Ort, an dem Gott noch mehr als sonst wo die Seelen Seine Ansichten lehren möchte, nicht nur in Worten, sondern genauso sehr im Vorbild der Handlungen, des Verhaltens. Es hat eine Zeit gegeben, in welcher den Seelen in den Predigten die Worte der Bibel verständlich gemacht wurden und sie dadurch gleichsam lernten, zu denken, zu fühlen und zu wünschen, wie Gott Selber denkt, fühlt und wünscht. In der heutigen Zeit allerdings werden in den meisten Predigten weltliche Ereignisse hervorgehoben, und dazu noch aus humanistischer Sicht (nicht aus spiritueller Sicht) behandelt. Die Seelen finden somit in der Kirche nicht mehr Gott wieder, sondern sich selbst und die Atmosphäre der Finsternis der Welt mit ihrer Leere, ihren Verirrungen und ihrer Torheit. Sie lernen nicht mehr Gottes Lehre, werden aber in jeglicher Hinsicht im Glauben gestärkt, dass es in der Welt um den Menschen an sich geht, nicht um dasjenige, was der Mensch für Gott tun kann und soll.

Wenn dazu auch Seelen, die keine Priester sind, frei die sakralen Gegenstände berühren, Heilige Kommunion spenden, sich im Altarbereich aufhalten usw., werden immer mehr Seelen allmählich vergessen, dass es in der Kirche um Gott und den Dienst an Ihn geht, dass Gott dort wirklich zugegen ist, dass die sakralen Gegenstände wirklich mit Gott in Berührung kommen usw. Wer sind wir, dass wir ohne Bedenken dasjenige tun sollten, dessen Sich nicht einmal die unbefleckte Gottesmutter würdig fühlte? Die Herrin aller Seelen lässt mit Betonung sagen: Wollt ihr eine Welt der Liebe, des Friedens und ohne Elend, so sollt ihr Gott wieder in den Mittelpunkt sämtlicher Bereiche eures Lebens stellen und alles Heilige wieder als heilig, d.h. als Heil und Segen bringend und mit Gott vereint behandeln: mit allerhöchster Ehrfurcht und inbrünstigster Liebe.

Wie kann man sich eine Berufung vorstellen? Kann Lehrer sein auch eine Berufung werden? Oder Sänger, der über Maria und Gott singt?

Ich erinnere an die Begriffsbestimmung, die Maria in der Belehrung Der Spiegel von Gottes Herz hat schreiben lassen: Die wahre Berufung einer Seele ist die Aufgabe, zu deren Vollbringung Gott sie beruft als ihrem persönlichen Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan und die sie innerhalb der Zeit vollbringen muss, die ihr auf Erden zugemessen ist.

Buchstäblich alles kann eine Berufung sein. Jede Seele hat im Leben eine Anzahl von Handlungen zu vollbringen, durch welche sie ihren Beitrag zu den Werken Gottes zu leisten hat. Unter dem Begriff 'Berufung' im weiteren Sinne des Wortes soll man sich also nicht unbedingt etwas Spirituelles vorstellen. Es gilt, dass jede Seele, was sie auch immer im Leben tut, alles daran setzt, durch jede Handlung und jedes Wort sich selbst und ihre Mitseelen näher zu Gott und zur eigenen Heiligung zu bringen.

Wenn Maria uns zurück schreibt, steht Sie dann immer neben Ihnen? Oder ist es so, dass Sie Sie erfüllt, körperlich und seelisch? Oder hören Sie bei jeder Beantwortung Ihre Stimme? Für uns Menschen wäre es doch unerträglich, permanent Maria zu sehen, weil wir in diesem sündigen Körper sind? Diese Berührung ist ja nur für kurze Zeit möglich?

Maria ist nicht ununterbrochen sichtbar oder hörbar. Ihre Gegenwart ist im Leben des kleinen Werkzeugs immer spürbar und wirksam, aber ein mystisches Leben vollzieht sich in Wogen. Sollte sich die mystische Berührung ständig auf dem Gipfel des damit einhergehenden Feuers vollziehen, so würde die mystische Seele nicht 'brennen', sondern 'versengen'. Die mystische Berührung mit Maria ist zwar erhebend, ist zur gleichen Zeit jedoch auch eine beträchtliche physische 'Belastung', weil der Mystiker bzw. die Mystikerin während der mystischen Berührungen und Empfindungen mit Körper und Seele auf einer Ebene funktioniert, die weit über dem Durchschnittlichen liegt. Während der Berührungen wird das ganze Wesen mit einer überirdischen Kraft durchströmt, welche die ganzen Lebenssysteme (Körper, Herz, Seele) außerordentlich ankurbelt. Nur der Geist (der Verstand, das bewusste Denken) wird sehr viel 'leiser gestellt'.

Während ich eine Belehrung oder ein Gebet schreibe, bin ich voll auf Maria eingestellt. Das Herz wird außergewöhnlich weit geöffnet, der Verstand so gut wie ausgeschaltet, und die ganze Führung des Vorgangs übernimmt die Herrin. Sie wirkt Sich in mir aus, lässt mich fühlen, sehen, hören, spüren, empfinden mit Ihrem Herzen und lässt mich entweder gleich aufschreiben oder prägt das mystische Wissen wie mit Feuer so tief in mein Gedächtnis, dass ich alles nachher wie durch automatische Schrift zu Papier bringen kann.

Während ich Offenbarungen aufschreibe, spricht Maria tatsächlich, entweder innerlich hörbar oder visuell in Visionen, die Sie gleichsam simultan 'mit Text versieht', und ich schreibe alles gleich auf.

Wenn nun ein Brief einläuft, lese ich diesen, tue dies aber nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen. Maria spricht nicht durch den Verstand, nur durch das Herz. Nur dann ist der mystische Kanal weit aufgeschlossen. Ich lese dann die Zeilen, diese werden von Maria bildlich in meine Seele übertragen, und indessen projiziert Sie diese gleichsam auf dasjenige, was Sie dazu sagen möchte. Sie lässt mich in die Seele, die den Brief geschrieben hat, hinein empfinden, damit ich dieser helfen kann, denn sehr vieles spricht nicht aus den Worten des Briefes, sondern aus demjenigen, das wie eine Wolke 'um den Brief herum hängt'. Maria steht dabei nicht neben mir, sondern Sie spürt, empfindet und belehrt in mir, in tiefster Vereinigung.

Dies alles gehört zu den Erklärungen dafür, dass jeder Brief nur zu Marias Zeit beantwortet wird: Die Herrin muss auch ihr kleines Werkzeug auf die genau geeignete Empfänglichkeit vorbereiten. Wenn ich einen Brief lese, lässt mich Maria Ihre Wünsche spüren. Will Sie ihn gleich beantwortet sehen, so vollzieht sich die erforderliche innere Umschaltung blitzschnell. Will Sie ihn (noch) nicht gleich beantwortet sehen, so führt Sie mich einfach zu einem anderen Brief, der noch zu beantworten ist.

Einmal habe ich in der Bibel gelesen, dass zu einem Ehepaar gesagt wurde: "Enthaltet euch einander nicht, damit der Satan euch nicht in die Irre führe". Maria sagt aber, dass im Gegenteil Satan mehr Macht über uns hat, wenn wir uns zu oft dem Geschlechtsverkehr in der Ehe widmen? Meinte man in der Bibel, dass, wenn die Eheleute von jemandem oder von Satan versucht werden, die Ehe zu brechen, dass sie dann besser sich einander hingeben sollen?

Das stimmt. Die geschlechtliche Anziehung stellt ein mächtiges Mittel dar, Ehepartner zusammenzuführen und die Einheit zwischen ihnen zu erhalten. Wenn einer der Partner der Gefahr ausgesetzt wird, sich einem anderen Partner zuzuwenden, kann der Geschlechtsverkehr mit dem eigenen Ehepartner diese Gefahr unter Umständen völlig beseitigen. Es liegt für die Seele aber eine Herausforderung darin, die Zuneigung an einer noch höheren Ebene zu orientieren, nämlich an der geschlechtlosen Liebe zu Maria, zu Jesus, zu Gott. Weil die Sexualität ein besonders mächtiges Bedürfnis darstellt, ist der Geschlechtsverkehr mit dem eigenen Ehepartner selbstverständlich über jenem mit einem anderen Partner zu bevorzugen. Im Idealfall sollte auch dieser aber vorzugsweise als eine Brücke benutzt werden, während sich die Seele ausreichend in der Vergeistigung entfaltet. Das ist alles eine Frage der Liebe, des Wollens und der richtigen Anwendung der Gnade.

Liebe Schwester, in Gottes Werken geht es immer darum, die Seelen wieder zum Stand der Heiligkeit zu erheben. Die Gnaden fließen uns in Strömen zu. Es gilt für uns, auf die richtige Weise damit umzugehen. Darum freut mich jede Frage, deren Beantwortung die Seelen auf dem schweren Weg zu Gott unterstützen kann. Mir bietet dies immer wieder eine Chance, die diesbezüglichen Belehrungen der Herrin in mir entfalten zu lassen und richtig Brücke zwischen Ihr und den Seelen zu sein, was auch für mich eine ständige Herausforderung ist. Dazu bin ich ja berufen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 289
Vor vielen möglichen Irrtümern werden wir bewahrt, wenn wir im gläubigen Herzen ganz fest mit Gott bzw. mit Maria verbunden leben

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Alle Ihre Anliegen sind der Gottesmutter übergeben. Sobald etwas Konkretes dabei herauskommen darf, wird Sie mich damit beauftragen, Ihnen diesbezüglich zu schreiben.

Mein Herz ist mit Ihnen und Ihren Bedrängnissen. Ich wünsche Ihnen besonders viel Mut, denn mir ist klar, dass Sie es sehr schwer haben. Vergessen Sie nie: Maria ist mit Ihnen, zumal da Sie sich sehr darüber freut, dass Sie sich so gläubig an Ihr festhalten. Dadurch ermöglichen Sie es Ihr, Sie zu unterstützen. Glauben Sie niemals, dass Maria Sie je im Stich lässt. An den Tagen, an denen Sie vielleicht den Eindruck haben, dass Maria nicht mehr neben Ihnen auf dem Weg geht, weil Sie Ihre Gegenwart nicht mehr spüren, ist Sie gerade in Ihnen dabei, etwas auszuwirken, das Sie stärker machen und Ihr seelisches Leben einen Schritt weiterbringen kann. Verstehen Sie das Bild? Man kann jemanden neben sich gehen sehen, aber man kann ihn nicht mehr sehen, wenn er innerlich in einem wirkt.

Ich könnte es auch so ausdrücken: Wenn die an Maria geweihte Seele sich abends darüber beklagt, dass sie sich an zehn Steinen gestoßen hat (d.h. dass sie im Laufe des Tages zehn Male 'gefallen' ist), so könnte Gott immer mit Recht zu dieser Seele sagen: "Wäre Ich nicht da gewesen, so hättest du dich heute hundert Male an einem Stein gestoßen". So ist es immer: In jeder Begegnung mit einem Mitmenschen, in jeder Handlung oder jeder Arbeit, in jedem gesprochenen Wort, in jedem Gedanken, in jedem Gefühl, in jedem Wunsch kann sich der Mensch versündigen oder wenigstens etwas von der vollkommenen Reinheit und Liebe abweichen. Es ist somit gar nicht so schwer, sich hundert Mal am Tag zu irren oder hundert Mal von der Heiligkeit abzuweichen. In vielen dieser Fälle aber wird Gott (solange wir im Herzen an Ihm orientiert bleiben) uns still und verborgen daran hindern, etwas noch Schlimmeres zu tun, zu sagen, zu denken, zu fühlen usw., und vor vielen möglichen Irrtümern wird Er uns völlig und ganz behüten, durch Signale unseres eigenen Gewissens, durch ein Ereignis in unserer Umgebung, das uns daran hindert, eine beabsichtigte Handlung zu Ende zu führen, ein Wort auszusprechen usw.

Ein kleines Beispiel: Nehmen wir an, Sie haben vor, einen Mitmenschen tüchtig den Kopf zu waschen, in einer Weise, die nicht frei von Untugenden ist. Gerade bevor diese Seele zu Ihnen ins Zimmer hereinkommt, schauen Sie durch das Fenster und sehen dort, wie zwei wunderschöne Vöglein auf einem Ast sich ein Stückchen Brot überreichen. Gott wird Sich bemühen, dass dieses Schauspiel Ihr Herz weich macht und Sie von Gefühlen der Liebe ergriffen werden. Da kommt Ihr Mitmensch herein, und Sie können es auf einmal nicht mehr übers Herz bringen, etwas Negatives zu sagen. Gottes Vorsehung hat Sie also vor einer oder mehreren Untugenden bewahrt.

Liebe Schwester, Gott bzw. Maria kann nur auf eine solche Weise in Ihnen wirken, wenn Sie im Herzen gläubig ganz fest mit Ihm bzw. mit Ihr verbunden leben. Sie sehnen sich aufrichtig danach, dies zu tun, das spricht eindeutig aus Ihren Briefen. Gerade deswegen kann ich mit Sicherheit sagen, dass Sie ständig 'von oben' unterstützt und hin und wieder vor manchem Fehler behütet werden. Später wird Gott Ihnen zeigen, wie gnadenreich Ihr Leben in Wirklichkeit gewesen ist, mit den vielen Prüfungen und mit den vielen Gelegenheiten, bei denen Sie tief im Herzen auf Seine Vorsehung gehört haben und dadurch viele mögliche Sünden nicht begangen haben. Das alles gehört zum ständigen Kampf des christlichen Lebens, dem Kampf zur Vervollkommnung, dem Kampf für die Gründung von Gottes Reich auf Erden.

Versuchen Sie dadurch etwas neue Kraft zu schöpfen, dass Sie in jeder Situation, die mit negativen Gefühlen geladen ist, zu Maria sagen (innerlich, nicht hörbar): "Maria, meine Mutter und Herrin meines Lebens, hülle mich in das Licht und die Wärme Deiner Liebe, bitte beschütze und erleuchte mich". So wird sich allmählich Ihr ganzes Leben mit Licht füllen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 290
Die 'Freiheit' im Sinne des Liberalismus treibt die Seele in die Arme der Finsternis – Was gilt bei der Suche nach einem irdischen Partner? – Haben sich manche prominente Personen aus der Film- oder Musikbranche um des Ruhmes willen dem Bösen verschrieben?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es wird manchmal gesagt, es sei der Neugier zu verdanken, dass die Wissenschaft und Technologie vorankommen und sich in der Welt sehr vieles hat entwickeln können. Die Wissenschaft und Technologie zielen jedoch insbesondere darauf ab, den Menschen dabei zu helfen, ihr Leben in der materiellen Welt 'besser' zu führen. 'Besser' ist dabei zu verstehen als 'leichter, mit weniger Prüfungen, weniger Anstrengungen, mehr Aussicht auf materiellen Reichtum'. Letztendlich wird dabei immer an erster Stelle dem Abgott des Materialismus gedient. Wir können und sollen das ganze System auch für das Wohl des seelischen Lebens, die Förderung von Gottes Werken und die Befriedigung von Gottes Interessen wirken lassen:

Auf einer gesunden Neugier nach den Geheimnissen des Göttlichen Lebens basiert auch die Entwicklung der Wissenschaft dieses Göttlichen Lebens, die nicht dem Materialismus, sondern dem wahren Glück der Menschheit dient. Die Gottesmutter lehrt die Seelen in diesen Letzten Zeiten diese Wissenschaft, freut Sich dabei aber ganz besonders auf die Mitwirkung von Seiten der Seelen: Sie begrüßt Fragen, die der Entwicklung des seelischen Wohls dienen und die Seelen näher zum Verständnis von demjenigen bringen können, was Gott von ihnen verlangt, weil es sie heiliger macht und sie somit mit Ihm im Einklang bringt.

Mit Freude habe ich Ihre Fragen vor Maria gebracht. Sie hat diese als Gelegenheiten aufgegriffen, einiges aus dem Göttlichen Gesetz zu den Seelen zu bringen. Sehr erfreulich ist für mich der sehnliche Wunsch, der aus Ihren Fragen spricht, dass Sie als Jurastudentin eigentlich vor allem das Göttliche Gesetzbuch studieren und als Anwältin die darin enthaltenen Gesetze verteidigen möchten.

Aus welchem Grunde die beiden von Ihnen erwähnten Männer an Psychosen leiden, wird von Maria nicht in allen Einzelheiten verraten, weil Gott die Lebenswege dieser beiden Seelen mit einer bestimmten Absicht 'durch genau jene Landschaft laufen lässt' und Er damit eine Absicht verfolgt, die zu fruchtbareren Entscheidungen veranlassen kann, wenn die genaue Ursache (noch?) nicht bekannt wird. Eins aber, sagt die Gottesmutter dazu sehr entschieden: In den Seelen der beiden Männer haben manche Wege, denen entlang sie denken und empfinden, als Reaktion auf eine Reihe tiefer Verletzungen eine andere Richtung bekommen:

Der Vater hat sich im Grunde genommen von Gott Selbst im Stich gelassen gefühlt. Nach dem Unfall hat er der Versuchung nachgegeben, dass Gott ihn nicht richtig lieben kann, da er sonst nämlich seine Arbeit hätte fortsetzen können. Er hat aus einer Enttäuschung heraus reagiert, und diese Reaktion hat angefangen, ein eigenes Leben zu führen. Der Bruder wiederum ist ebenfalls in der Liebe verletzt, wenn auch auf einer anderen Ebene: In seiner Seele hat die Empfindung Wurzeln geschlagen, dass er in vielen Mitmenschen nicht Gottes Gegenwart wiederfinden kann. Sie wissen, dass die Herrin aller Seelen darauf hinweist, dass eine der wichtigsten Aufgaben der Seele darin besteht, anderen Geschöpfen gegenüber die Gegenwart Gottes zu vertreten, damit die wahre Liebe richtig und ungehemmt strömen kann. Der Bruder hat dies in seinem Umfeld immer wieder vermisst und hat dadurch das Selbstgefühl verloren. Was die frühere Freundin betrifft, so hat er das Gefühl, dass er in den Augen einer Frau versagt hat, was ihn zu einem gewissen 'Rückzug in sich selbst' veranlasst hat.

Bitten Sie die Himmelskönigin vor allem darum, Sie möge in diesen beiden Seelen die wahre Liebe wecken, ebenso wie das Gefühl, richtig geliebt zu werden. Versuchen Sie Ihrerseits, sich darin zu üben, möglichst viel sanfte Liebe zu diesen beiden Seelen auszustrahlen, damit sie wieder an die Liebe glauben lernen, die Gott sowohl unmittelbar als auch durch Menschen strömen lässt. Beten Sie darüber hinaus für die Bekehrung derjenigen, die der Versuchung anheim gefallen sind, ihrem Bruder den Selbstwert zu nehmen.

Über einen Fluch oder eine Familienschuld spricht sich die Herrin nicht aus. Sollten diese als Urheber der Psychosen in Betracht kommen, so hätte Sie nach meinem Empfinden mindestens etwas in diese Richtung angedeutet. Was ich Ihnen auf jeden Fall empfehle, ist eine Weihe Ihrer Wohnung und Ihrer Familie an die Herrin aller Seelen. Die Gebete mit den Nummern 475 und 886 wären geeignet.

Was die Schwester betrifft, freut es mich sehr, dass sie seit einiger Zeit nicht mehr so verbissen an dem Wunsch festzuhalten versucht, jemanden zu treffen, der sie liebt, und dass sie einfach dafür betet, Gottes Willen zu erfüllen. Gottes Vorsehung wird Ihrer Schwester Selbst antworten, und zwar durch den Lauf ihres Lebensweges. Sie selbst können Maria darum bitten, die Schwester innerlich führen zu wollen und ihr die Kraft zu schenken, alles anzunehmen, was sie auf ihrem Weg vorfindet. Die Regel ist im Grunde genommen einfach: Wenn sich die Seele vollkommen Maria hingibt, wird die Gottesmutter im tiefsten Sinne des Wortes die Herrin ihres Lebensweges. Jedes Mal, wenn dann etwas geschieht oder eben nicht geschieht, soll die Seele dies so betrachten, dass die Herrin es so gewollt hat. Der protestlose Gehorsam von Seiten der Seelen bringt dieser Seele wunderschöne Blumen ein, die in Ewigkeit nicht verwelken.

Sie zweifeln, ob Sie als ausgebildete Juristin Gott und Seinem Heilsplan dienen können, weil Sie, wenn Sie für das deutsche Recht eintreten, gegen Gott handeln könnten. Tatsächlich, das Recht (und da versichere ich Ihnen: nicht nur das deutsche!) widerspricht oft Gottes Gesetzen. Sie weisen mit Recht auf die Eheschließung zwischen Homosexuellen hin. Ich füge dem gleich die Legalisierung der Euthanasie und der Abtreibung hinzu, die in vielen Staaten in Kraft getreten ist. Liebe Schwester, unsere Welt ist schrecklich liberal geworden. Der Böse hat im Laufe der Geschichte bereits eine Unmenge von Irrwegen durch die Seelen gezogen. Der Liberalismus befürwortet die höchst mögliche Freiheit einer jeden Seele. Das hört sich schön an, aber er irrt in einer wesentlichen Hinsicht gewaltig: Die Freiheit, welche der Liberalismus befürwortet, ist für das seelische Leben, das Göttliche Leben, eine faustdicke Kette in einem unterirdischen Kerker.

Eine Freiheit, die als eine 'weitgehende Einschränkung jeglicher Einschränkungen im materiellen, irdischen Leben' zu verstehen ist, lässt sich zunächst ganz und gar nicht mit einem Leben nach Gottes Gesetzen in Übereinstimmung bringen. Sie verstößt gegen den ganzen Sinn des Göttlichen Heilsplans, kraft dessen die Seele völlig selbstlos jegliche Prüfung begrüßen und aufopfern soll, damit sie sich befreit: Es handelt sich in Gottes Heilsplan um einen Kampf um die einzig wahre Freiheit: jene der Seele. Die wahre Freiheit ist die Heiligkeit, der Stand, in welcher die Seele sich aus den Fesseln der Finsternis loslöst. Die 'Freiheit' im Sinne des Liberalismus dahingegen treibt die Seele in die Arme der Finsternis: Die Seele wird dazu angeregt, sich ungehemmt dem weltlichen Denken, der materiellen Bereicherung hinzugeben und sich jeglicher Autorität 'von oben' zu widersetzen.

Nach dem liberalen Denken hat Gott in der Welt nichts zu suchen, weil Er im Grunde genommen nur eine Phantasiefigur sei, welche die Seelen daran hindere, sich in der Welt zu entfalten. Alle Prüfungen wären nur dazu da, dass sie möglichst schnell beseitigt werden, denn sie würden den Menschen daran hindern, all dasjenige aus der Welt zu holen, was darin enthalten ist. Der Mensch wird sein eigener Gott und macht seine Seele zur Sklavin für ewig. So kämpft der Liberalismus für die 'guten Dinge'(?) in einem Leben von 60, 70, 80... Jahren durch einen Kurs in die ewige Verdammung. Diese Letztere wird dadurch getarnt, dass die Existenz Gottes, Satans, der Sünde und des Ewigen Lebens einfach beseitigt wird. Würde man diese in das Weltbild zulassen, so gäbe es ja keine Möglichkeit mehr, jedem sein eigenes Höchstmaß an 'Freiheit' zu versprechen.

Ich kann Sie sehr wohl verstehen, wenn Sie bezüglich Ihres Studiums Zweifel hegen, weil das Recht ja letzten Endes doch immer ein Spiegel des gesellschaftlichen Denkens ist, bzw. solches Denken in Regeln zu fassen versucht und sich dabei eigentlich vollkommen von weltlichem Denken führen lässt. Einige liberale Gesetze haben es vermocht, unsere Welt in eine Kultur des Todes umzuwandeln und die Menschheit direkt oder indirekt in den Dienst der Finsternis zu stellen. Euthanasie, Abtreibung, Ehe zwischen Homosexuellen usw.: Es handelt sich immer wieder um gesetzlich anerkannte Tötung von Seelen bzw. Beendung von Lebenswegen durch menschliches Einschreiten.

Wenn eine Seele sich etwas vornimmt, wie Sie zum Beispiel Jura studieren, und eines Tages allmählich Zweifel kommen, weist dies durchwegs darauf hin, dass im Gewissen etwas los ist. Die Seele sucht diesen inneren Kampf nicht, er wird oft durch Gottes Wirkung in der Seele veranlasst. Wenn Sie eine Möglichkeit sehen würden, sich als Juristin unentwegt für die Wahrheit einzusetzen, nicht die 'Wahrheit' eines bezahlenden Mandanten, sondern die Göttliche Wahrheit, das Vorgehen in voller Ehrlichkeit und mit Einhaltung sämtlicher Regeln vom Gesetzbuch des Göttlichen Richters, könnten Sie selbstverständlich sehr viel Gutes tun. Die Welt braucht auf jeden Fall Juristen und Anwälte, die nach den Gesetzen Gottes vorgehen, sonst kann sich nie etwas ändern. Lässt sich dies aber für Sie persönlich kaum in die Praxis umsetzen, zum Beispiel weil Sie sich kein Leben vorstellen können, in dem Sie die meiste Zeit gegen den Strom rudern müssten und das Ihnen viel Herzeleid und Gewissenskampf einbringen würde, so wäre vielleicht Folgendes zu erwägen:

Gäbe es ein Studium, das Sie antreten könnten, in welchem Sie nicht von Anfang an neu beginnen müssten, sondern in dem Ihr bisheriges Jurastudium es Ihnen ermöglichen würde, gleich auf einer etwas höheren Ebene anzufangen? Falls Sie das Jurastudium beenden, tun Sie gut daran, die bereits absolvierten Semester an Maria zu weihen. 'Verloren' ist diese Zeit nie, denn Gott hat sie Ihnen geschenkt damit Sie Erfahrungen sammeln, mit welchen Ihre Seele manches anfangen kann. Sie haben die Gelegenheit bekommen, Gesetze kennenzulernen, die gottlos sind, und können diese jetzt an die Himmelskönigin weihen, damit Sie diese Weihe in einen Beitrag dazu umsetzt, dass solche Gesetze bald durch das Göttliche Gesetz ersetzt werden können.

In Bezug auf Ihren Freund: Woher weiß man, ob es sich um die Person handelt, mit der man nach Gottes Willen den Rest seines Lebens verbringen soll? Gott möchte, dass sich die Seele ihren irdischen Partner vor allem nach diesem Maßstab sucht: Kann ich mit dieser Seele ein Leben führen, dass zur Erfüllung von Gottes Plan beitragen kann? Ein seelisch fruchtbares Leben wird die Seele nur mit einer anderen Seele führen können, wenn die beiden die Einhaltung von Gottes Gesetzen in den Mittelpunkt ihrer Ziele setzen. Eine wahre Liebe zu allen Tugenden und gesunde traditionell christliche Ansichten sind da die wichtigsten Bausteine. Versteht der Freund weder den Sinn der Weihe und der Hingabe an Jesus und Maria, noch die Liebe zur Vergeistigung, so wird es schwer, miteinander glücklich und seelisch fruchtbar zu bleiben. Deshalb ist es auch sehr lobenswert, dass Sie sich Fragen über die sexuelle Komponente Ihrer Beziehung gestellt haben.

Selbstverständlich ist eine gesunde Zärtlichkeit erlaubt. Ob Sie 'zu weit gehen', werden Sie daran merken, dass der physische Aspekt der Beziehung für Sie der Wichtigste wird, Sie in Gedanken sehr zu beschäftigen beginnt, Sie in einen inneren Konflikt oder ein inneres Fieber bringt, Sie daran hindert, Ihr Herz frei und ungehemmt bei Gott und dem Dienst an Seine Werke verweilen zu lassen, Sie immer wieder von der Bestrebung eines vergeistigten Lebens abzulenken beginnt usw. Versuchen Sie, dabei nicht zu verspannt zu sein, sondern beten Sie viel um innere Ruhe, inneren Frieden und Beschützung. Versuchen Sie, sich die physische Komponente Ihres Lebens als einen schönen Blumengarten vorzustellen, den Sie verriegeln und von dem Sie den Schlüssel der Gottesmutter übergeben, und bitten Sie Maria dann, Sie möge Ihr Eigentum persönlich überwachen.

Über die Person, die Sie vor fünf Jahren getroffen haben, lässt mich Maria nichts aussagen. Seien Sie vorsichtig, hegen Sie allerdings keine negativen Gedanken oder Gefühle in Bezug auf diese Person, sondern übergeben Sie diese der Himmelskönigin. Der Kontakt ist sinnvoll gewesen, wie jeder Kontakt es irgendwie ist, weil Gottes Vorsehung das Buch unserer Begegnungen verwaltet.

Zu Ihrer Frage, ob sich gewisse Personen (Sängerinnen, Schauspieler) um des Ruhmes willen dem Bösen verschrieben haben und ihre Musik, Filme usw. benutzen, um Menschen zu manipulieren und die Botschaft Satans zu verbreiten, muss ich leider sagen, dass dies der Fall ist. Normalerweise üben Menschen einen Beruf dazu aus, dass sie sich ihren Lebensunterhalt damit verdienen. Berufe, durch welche die Seele im großen Stil an die Öffentlichkeit geht, wie zum Beispiel in der Welt des Filmes, der Musik, des Sports usw., werden oft finanziell sehr großzügig unterstützt, weil in diesen Berufen riesige weltweite Werbemöglichkeiten vorhanden sind. Die Jagd nach finanziellen Gewinnen beseitigt sehr oft weitgehend die Tugendhaftigkeit. Das alleine schon wird vom Bösen ausgenutzt und kann sich verheerend auf die beteiligten Seelen auswirken. In manchen Fällen werden berühmte Seelen außerdem dazu benutzt, Weltanschauungen oder spirituelle Botschaften zu vertreten, die regelrecht gegen die Werke Gottes verstoßen. So hat es weltberühmte Schauspieler und Sänger gegeben, die keinen Hehl daraus machten bzw. von denen bekannt gemacht wurde, dass sie Mitglieder der Satanskirche waren. Auf ähnliche Weise gibt es Sänger und Bands, die ungetarnt Botschaften der Finsternis überbringen. Andere wiederum sind Anhänger von Weltanschauungen, die sich leicht als gottlos erkennen lassen.

Was hat das alles für Folgen?

Für die beteiligten Seelen selbst gilt, dass sie sich tatsächlich dem Bösen verschrieben haben. Ihre Verantwortung Gott gegenüber ist riesig. Erwägen Sie mal: Seele X ist berühmt und bekennt sich auf irgendwelche Weise zu einem finsteren Gedankengut oder lässt sich leicht mit einem solchen identifizieren. Nehmen wir an, sehr viele Tausende von Seelen werden von Seele X, ihren Leistungen, ihrem Erfolg, ihrer Erscheinung und... demjenigen, wofür Seele X steht, hingerissen und setzen alles daran, deren Lebensstil nachzuahmen. Vor Gott ist Seele X moralisch für den möglichen Verfall von Tausenden von Seelen verantwortlich. Wie steht es um diese Seele, wenn wir die beiden Lebensziele betrachten, zu welchen jede Seele in die Welt kommt?

  1. die eigene Heiligung: Seele X hat sich der Finsternis verschrieben, hat somit seelisch Selbstmord begangen.
  2. den persönlichen Beitrag zur Vollendung von Gottes Heilsplan: Seele X hat den Werken des Bösen Vorschub geleistet, dadurch die Heiligung von Tausenden gehemmt oder völlig und ganz unmöglich gemacht und hat zu einer Atmosphäre der Finsternis in der Welt beigetragen.

Die Bilanz jenes Lebens ist für Gott sehr bedauerlich.

Liebe Schwester, in diesem Leben gilt nur eins: Die wahre Liebe, dieser Kraftstoff des Göttlichen Lebens, muss strömen, und jede Seele lebt nur dazu, diese Strömung instand zu halten und sich selber an derselben Strömung zu nähren, damit die Seele heilig wird. Überall dort und jedes Mal wenn eine Seele diese Strömung der wahren Liebe nicht instand hält, entwickelt sich eine finstere Wolke oder ein finsterer Nebel. Eine dicke finstere Wolkenschicht deckt zurzeit unsere Welt zu. Nur die Sonne der wahren Liebe kann diese Wolkenschicht durchbrechen, sie auflösen und die Sonnenstrahlen aus dem Herzen Gottes wieder zu der Erde, zu den Seelenböden vordringen lassen, wo sie einen Blumenteppich blühen lassen können. Es liegt an jedem und jeder von uns, ob und wann dies geschehen kann. Die vollkommene Weihe an Maria ist der goldene Weg, weil Gott Selbst es so verfügt hat, dass alle an Maria geweihten Werke und Leben um ein Vielfaches von Ihr bereichert und danach Seinen Werken hinzugefügt werden, damit Gnadenströme auf die Seelen niederregnen können. Gerade dieser Gnadenregen sind die Himmlischen Sonnenstrahlen.

Ich unterstütze Sie sehr gerne im Gebet, damit Ihre Wege immer von diesen Sonnenstrahlen beleuchtet werden und Sie dazu beitragen können, neue Sonnenstrahlen loszukaufen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 291
Die Himmelskönigin hat dieses Werk als das "Apostolat der wahren Hoffnung, der Ermutigung, der wahren Liebe und der Fülle der Wahrheit" gegründet – Der Dienst eines Messdieners am Altar (s. Brief 288) – Inwiefern steht die Mitarbeit in einem Apostolat zu Diensten Mariä im Einklang mit Gottes Willen

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Ihre Frage freut mich, weil sie mir die Gelegenheit bietet, etwas eindeutig richtig zu stellen. Ihre Besorgnis bezieht sich auf die Tatsache, dass Sie als Messdiener nicht ganz die Worte der Gottesmutter einhalten können, den Altarbereich nicht zu betreten, da dieser Raum dem Priester vorbehalten ist.

Lieber Bruder, die Himmelskönigin hat dieses Werk als das "Apostolat der wahren Hoffnung, der Ermutigung, der wahren Liebe und der Fülle der Wahrheit" gegründet. Sie ist von Gott damit beauftragt worden, Sich in dieser Zeit in der höchsten Ihrer Eigenschaften bekanntzugeben, jener als Herrin aller Seelen. Gott hat Maria zwar ab dem Entwurf Ihrer unbefleckten Seele diese Eigenschaft zugedacht und hat diese bei Ihrer Krönung nach Ihrem irdischen Leben formell vor dem Himmlischen Hof bestätigt, lässt aber diese erst jetzt bekanntgeben, weil die Göttliche Weisheit und Vorsehung es so verfügt haben, dass jetzt der im Hinblick auf die Vollendung der Heilsgeschichte geeignete Zeitpunkt dafür gekommen ist.

Die Verkündigung Mariä als Herrin aller Seelen geht mit der Verkündigung der Fülle der Wahrheit einher, welche die Seelen jetzt gelehrt werden muss, selbstverständlich unter Berücksichtigung der Grenzen, welche die Göttliche Gerechtigkeit setzt: Die Kenntnisse der Wissenschaft des Göttlichen Lebens dürfen nicht gleich im vollen Umfang den Seelen mitgeteilt werden, weil manches Wissen in der Sphäre der Göttlichen Mysterien eingehüllt bleiben soll. Die Wissenschaft des Göttlichen Lebens sollen sich die Seelen wie eine Himmlische Rose vorstellen, die (genauso wie alles Göttliche) unendlich und unvergänglich ist. Das heißt:

  • 'unvergänglich': Die Verkündigungen bewahren ihre Gültigkeit für ewig.
  • 'unendlich': Dieses Wissen wird Blättchen für Blättchen freigegeben, wobei man sich eine Rose vorstellen soll, deren Blättchen sich in endlosen aufeinanderfolgenden Schichten entfalten, Schicht für Schicht, so dass die Entfaltung unendlich weitergehen kann. Solange wir auf Erden leben, bleibt uns ein Großteil dieses Wissens vorenthalten.

Gerade aus der Art der Verkündigungen, zu welchen Maria Ihre Myriam beauftragt, geht hervor, dass dann und wann Wissen bekanntgegeben wird, das entweder völlig unbekannt ist oder nicht mehr bekannt ist oder nicht berücksichtigt wird oder sogar nicht im Einklang mit manchen heutigen Bräuchen in der Kirche ist. In der Kirche ist im Laufe der Zeit vieles von Gottes Ideal abgewichen. Es gibt einen sehr großen Unterschied zwischen den Idealvorstellungen, die Gott über den Lauf der Dinge hegt, und der Art und Weise, wie sich alles auf Erden tatsächlich gestaltet. Aus diesem Grunde wird Myriam durch die von Maria gesetzten Aufgaben automatisch ständig Kritiken bzw. Unverständnis ausgesetzt, da die Verkündigungen zuweilen sogar von kirchenrechtlichen oder liturgischen Anweisungen 'abweichen'. Die Seelen dürfen nie aus den Augen verlieren, dass sie es mit den Verkündigungen, die innerhalb dieses Apostolates an sie weitergeleitet werden, mit mystischem Wissen zu tun haben, d.h. mit Wissenselementen, die unmittelbar von Gott durch das Herz der Herrin aller Seelen zu den Seelen fließen. Deswegen gibt Ihnen die Gottesmutter die nachfolgenden Hinweise:

Sie brauchen sich keine Sorgen darüber zu machen, dass Sie 'Fehler' gemacht hätten. Das Verhalten der Messdiener weicht in mehreren Hinsichten von dem Ideal ab, das von Gott gehegt wird. Dieses Verhalten wird ihnen jedoch von der Kirche bzw. von den betreffenden Priestern vorgeschrieben. Sie haben deshalb in Gottes Augen keine Schuld daran, zumal da Sie nicht die Absicht hatten bzw. haben, Gottes Gesetz zuwiderzuhandeln. Auch die betreffenden Priester selbst sind nicht unbedingt Schuld daran, weil sie meistens nur Vorschriften einzuhalten versuchen. Gott, Der in den Herzen liest, weiß, ob von einem echten Fehler (im Sinne eines absichtlichen oder bewussten Verstoßes gegen Gottes Gesetz) die Rede ist. Sie trifft nicht die geringste Schuld, dass Sie während der Heiligen Messe Handlungen vornehmen müssen, die im Grunde genommen von Gott nicht sehr geliebt werden. So wie sehr viele Seelen sind Sie eigentlich ein Opfer vieler Entwicklungen in dieser Welt.

Deshalb betont Maria auch in diesem Zusammenhang, dass Sie den Seelen in keinerlei Weise Vorwürfe machen will, sondern Ihrer Aufgabe gerecht werden will, die darin besteht, die Seelen über den wahren Willen Gottes und Seine Idealvorstellungen des Göttlichen Lebens zu verständigen. Die Seelen können ja nie auf die Vervollkommnung hinwirken, wenn ihnen diese Wissenselemente vorenthalten werden. Gleich komme ich noch darauf zurück, was Sie konkret tun können.

Da wäre noch etwas Zusätzliches zu berücksichtigen: Die Herrin aller Seelen möchte klarstellen, dass Ihre Aussage (s. Brief 288), außer dem Priester sollte keine Seele den Altarbereich betreten, sich besonders auf den Zeitraum der Messfeier bezieht. Außerhalb der Messzeit ist der Altarbereich zwar ebenfalls ein sakraler Raum, aber in jenen Zeiten ist dieser Bereich "nicht die Bühne des Gottesdienstes, bei dem der vollständige Himmlische Hof zugegen ist" (Erläuterung der Gottesmutter). Während der Heiligen Messe ist der Altarbereich = Golgotha.

Ist es der Wille Gottes, dass Sie Messdiener sind? Durchaus. Sie können diese Aufgabe auf jeden Fall für sich und für Gottes Heilsplan wirken lassen, auch dann, wenn Sie in mancher Hinsicht nicht vermeiden können, Handlungen vorzunehmen, von denen die Gottesmutter aus dem Grunde abrät, dass sie nicht der Vollkommenheit des Dienstes an Gott dienen. Maria lädt Sie dazu ein, sich vor jeder Heiligen Messe mit Ihr zu verbinden und all dasjenige in Ihre (=Marias) Hände zu geben, das Sie im Rahmen der bevorstehenden Feier tun werden. So können Sie sich gleichsam mit dem Mantel der Gottesmutter bekleiden lassen und es so betrachten, dass es Maria Selbst ist, die durch Sie alle Handlungen ausführt. Sie wird diese Bitte annehmen und für Sie einschreiten, so dass es in Gottes Augen so sein wird, als würde alles im Altarbereich von der Himmelskönigin Selbst getätigt. Das würde die nachfolgenden Vorteile einbringen:

  1. Der Wert der Heiligen Messfeier und das Maß der durch sie freigesetzten Gnaden würde dadurch gesteigert;
  2. Sie persönlich würden in Gottes Augen keinen Fehler begehen, sondern im Gegenteil den Verdienst eines Auftretens in gewollter, beabsichtigter Vereinigung mit der Himmelskönigin in die Seele eingegossen bekommen.

Dasselbe können Sie für Ihre ganze Vergangenheit als Messdiener vornehmen, in einer Art Weihe dieser ganzen Periode an Maria. Wenn eine solche Weihe aus einem aufrichtigen Herzen Maria zu Füßen gelegt wird, erwirkt diese der Seele eine heiligende Gnade. Maria schenkt Ihnen für dies alles die nachfolgenden Worte, die Sie mit der Verheißung Ihrer Fürsprache verbindet:

(im Originalantwortbrief folgen an dieser Stelle Gebetsworte, die später von der Herrin aller Seelen als Gebet 1198 freigegeben werden sollten)

Sie helfen in einem Apostolat zu Diensten Mariä mit und fragen, ob dies Gottes Wille ist

Gottes Wille ist es, dass die Seele sich heiligt und ihren Beitrag zur Förderung von Gottes Werken liefert. Zu dem Zweck muss sie echte spirituelle Nahrung in sich aufnehmen. Wenn es sich um ein Apostolat handelt, das tatsächlich die Seele nährt und sie so ausbilden hilft, dass sie besser für die Erfüllung ihrer Lebensaufgabe gewappnet ist und Wege lernt, Gott näher zu kommen, wird diese Tätigkeit mit Gottes Willen im Einklang sein. Gelingt es ihnen bzw. erlaubt ihnen diese Tätigkeit, sich wirklich für Maria, Gott und Gottes Werke, unter anderem für die Ausbildung von Seelen im Sinne Gottes, einzusetzen und weltliche Einflüsse dabei so beschränkt wie möglich zu halten, so wird Gott Ihren Einsatz bestimmt begrüßen.

Lieber Bruder, es ist lobenswert, dass Sie sich Fragen über die Reinheit Ihrer Tätigkeiten stellen. Wir sind ja alle da, um die Vervollkommnung anzustreben. Gott erwartet von uns nicht die Vollkommenheit in drei Tagen, wir haben unser Leben dafür bekommen, zu Seinem Spiegelbild zu wachsen. Die Aufgabe der Herrin aller Seelen ist es, uns bei dieser Aufgabe als Reiseführerin zu begleiten, uns hin und wieder die Richtung zu zeigen und uns für die Reise zu ernähren. Ihre Belehrungen sind nie Vorwürfe, sondern Geschenke, manchmal nur Vergrößerungen der Landkarte, die wir in unserer Seele tragen, damit wir besser die Einzelheiten sehen und Sie diese erläutern kann.

So ist das wahre innere Leben eigentlich einem Satellitenbild ähnlich, das immer größer gemacht wird, bis es ein so großes und detailliertes Photo ist, dass wir bis zum letzten Baum, bis zur letzten Blume und bis zum letzten Stein darauf sehen können. Maria belehrt sogar dann noch weiter, bis wir von jedem Baum in unserer Lebenswelt jedes Blättchen sehen und kennen: Eine nie zu Ende gehende Entdeckungsreise. Wie schön ist es doch, dass jedes Mal, wenn wir uns an einem Stein gestoßen haben, die Himmlische Mutter das geeignete Heilmittel auf die Wunde aufträgt und uns gleich lehrt, was wir tun können, damit es für Gott wieder so wird, als wären wir nie gestolpert. Die Herrin aller Seelen ist ja das Große Zeichen der sich verwirklichenden Hoffnung.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 292
Ist es möglich, dass man Schmerzen von anderen Leuten spüren kann oder im Voraus weiß, dass jemand stirbt? – Kann es sein, dass Verstorbene im Traum um Hilfe bitten? – Unsere lieben Verstorbenen müssen wir nach der Trauer loslassen und Gott bzw. Maria übergeben – Unsere Dornen (Leiden) bringen unseren Kindern Früchte ein

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ohne jeden Zweifel ist Ihnen das alte Wort bekannt: "Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erden, als unsere Weisheit uns träumen lässt". So viele Dinge scheinen nicht zu einem 'normalen' Leben zu gehören, kommen aber hin und wieder vor. Das hat selbstverständlich viel damit zu tun, dass Gottes Wirklichkeit sehr viel größer und umfassender ist, als es unsere Sinne wahrnehmen. Genau auf diesen 'ungewöhnlichen' Teil der Wirklichkeit beziehen sich Ihre Fragen:

Ist es möglich, dass man Schmerzen von anderen Leuten spüren kann und auch, wenn jemand stirbt, das im Voraus weiß?

Es ist durchaus möglich, Schmerzen von anderen Leuten zu spüren. Diese Fähigkeit ist zum Beispiel ein wesentlicher Teil mancher mystischer Begabungen. Jesus Selbst spürte alle Leiden von Menschen, sowohl physische als auch geistige Leiden, in Seinem eigenen Wesen. Wenn es einer Seele vergönnt wird, andere Seelen wirklich zu ergründen, bedeutet dies ein Leben voller Leiden, gerade weil die empfindende Seele dann in dem Maße, wie es der Himmel für notwendig hält, inneres Empfinden anderer Seelen 'nachempfinden' kann bzw. muss. Gott kann dies zulassen, damit Leiden geteilt werden und Seelen durch relative Erleichterung ihrer physischen, emotionalen bzw. geistigen Lasten in den Stand versetzt werden, ihr Lebenskreuz besser zu tragen und dadurch seelisch fruchtbarer zu werden. Für manche Seelen heißt 'Nachfolge Christi' deshalb: das Kreuz anderer tragen zu helfen. Während dieses Phänomen in der mystischen Berufung öfters einen wesentlichen Teil des Lebensauftrags darstellt, kommt es auch dann und wann bei Seelen vor, die nicht auf den mystischen Weg berufen sind. Es wird dann vorkommen, wenn Gott dies für wünschenswert hält. Von der Seele, die den Schmerz eines Mitmenschen spürt, wird ja erwartet, dass sie damit etwas tut, das Gottes Werken dienen kann.

So kommt es auch schon mal vor, dass eine Seele im Voraus weiß, dass eine andere Seele dabei ist, diese Welt zu verlassen. Auch dieses Wissen wird der Seele nur in der Absicht gewährt, dass sie etwas damit tut. Durchwegs wird es der Seele eingegossen, damit sie besonders für die andere Seele betet, um ihr bei der Vorbereitung des 'Übergangs' der Seele zu helfen. Mit Vorahnungen, insbesondere Todesahnungen, sollte man vorsichtig umgehen, aber sie auch nicht ganz unberücksichtigt lassen. Die Herrin aller Seelen lädt dazu ein, solche Ahnungen an Sie zu weihen und Sie darum zu bitten, Sie möge Sich in besonderer Weise der Seele annehmen, auf welche sich die Ahnung bezieht.

Menschen, die tot sind und dich im Traum um Hilfe bitten, wo kommt das her?

Die Herkunft dieses Phänomens ist sehr oft unklar und wird von Maria oft nicht erläutert. Ich habe es so verstanden, dass die Himmelskönigin die Seelen am liebsten nicht in deren Entscheidungen beeinflusst, für die betreffenden Seelen zu beten oder nicht. Maria erklärt ja, dass solche Träume aus dem eigenen Geist stammen können, weil die Seele unbewusst mit dem ewigen Schicksal einer anderen Seele beschäftigt ist. Im Traum versucht sich dieser innere Prozess dann sozusagen zu vollenden und sich endgültig abzuschließen. In den Fällen, wo dies der Fall ist, wird Maria dies durchwegs nicht verraten, weil Sie weiß, wie fruchtbar es für die träumende Seele und unter Umständen für die 'erscheinende Seele' ist, wenn die träumende Seele anschließend damit anfängt, intensiver zu beten.

Maria schließt auch nicht ausdrücklich aus, dass der Traum auch wirklich ein 'Aufruf' aus dem Jenseits sein kann. Sie rät auf jeden Fall betont davon ab, solche Erscheinungen je als 'paranormale' Phänomene zu deuten, weil der Bereich der sogenannten 'paranormalen' Erscheinungen 'hochgradig vom Bösen beeinflusst wird', der durch diesen Weg bereits unzählige Seelen in die Irre geführt, zum Betrug angeregt und bzw. oder innerlich sehr unruhig und sehr oft dauerhaft ängstlich gemacht und verunsichert hat und dies nach wie vor tut.

Die Empfehlung der Himmelskönigin an die Seele, die eine ähnliche Erfahrung macht, lautet: Sie soll ihr eigenes inneres Leben vollkommen unter den Schutz der Herrin stellen und die Seele(n), auf welche sich die Erfahrung bezieht, über die Grenzen des Todes hinaus an Maria weihen, damit Sie das ganze Geschehen uneingeschränkt beherrschen kann, Sie – für den Fall, in dem eine Manipulation des Bösen im Spiel ist – die träumende Seele vollkommen aus der Beziehung mit der erscheinenden Seele loslösen kann und bzw. oder Sie Sich jener Seele annehmen kann. Dieses Letztere tut Maria ohnehin schon, aber laut einer Göttlichen Verfügung werden viele Prozesse sogar im Jenseits noch durch die Nächstenliebe von Seelen auf Erden aus verstärkt.

Zwei meiner Angehörigen sind seit langem verstorben. Wenn ich daran denke, mir tut mein Herz so fest weh und ich weine noch öfters. Ist das falsch? Heißt dies, dass ich den Tod nicht akzeptiere? Ist das eine Beleidigung für Gott?

Ihre Reaktion ist vollkommen normal. Jede Seele bewältigt den Verlust von geliebten Seelen auf ihre eigene Art und Weise. Falsch ist es nur, wenn man nach langer Zeit über Verstorbene aus der weltlichen Sicht weint, ich meine, wenn man nicht dazu übergehen kann (bzw. will), sich die betreffenden Seelen auf einer 'nächsten Daseinsebene' vorzustellen, wo sie von Gott Selbst genau nach Seinen unfehlbaren Gesetzen betreut werden und wo man ihnen irgendwann, nachdem Gottes vollendete Weisheit auch für uns selbst den Zeitpunkt des Überganges bestimmt hat, wieder begegnen wird.

Liebe Schwester, es ist sehr wichtig, sich vor Augen zu halten, dass die Beziehung zu einer geliebten Seele in der Ewigkeit unendlich viel schöner ist, als sie es hier auf Erden jemals sein kann. Mag unsere Beziehung zu einer geliebten Seele auf Erden zuweilen noch so paradiesisch sein, auf jener Daseinsebene ist sie tausend Mal paradiesischer. Das kommt daher, dass die 'Begegnung' und der 'Umgang' mit einer anderen Seele im Himmel absolut vollendet ist, vollkommen rein, völlig frei von jeglichem verunreinigenden oder belastenden Einfluss: keine physischen oder seelischen Schmerzen, keine Leiden, keine störenden weltlichen Erinnerungen, keine Sorgen, keine Ängste, sondern nur die absolut vollendete Liebe und die völlig verwirklichte Hoffnung. Unter 'völlig verwirklichter Hoffnung' verstehe ich den Zustand, in welchem dasjenige, wonach sich die Seele in Wirklichkeit sehnt, nämlich nach der Begegnung mit allem Göttlichen und der sich daraus ergebenden makellosen und grenzenlosen Glückseligkeit, Wirklichkeit geworden ist.

Wenn Sie sich selber zu ergründen versuchen, werden Sie feststellen, dass nicht ein Nichtakzeptieren des Todes dieser Seelen die Ursache Ihrer bleibenden Tränen ist, sondern das Unverständnis, wieso diese beiden Lebensfäden so plötzlich gerissen sind, und die Angst darüber, was dann mit diesen Seelen passiert ist. Ich führe Sie auch da wieder zum großen Heilmittel Gottes: zu Maria, die Sie innerlich eine neue Sicherheit und einen neuen Frieden lehren möchte, weil Sie weiß, dass es für Ihre eigene Seele unfruchtbar ist, wenn Sie sich Sorgen machen. Dadurch, dass eine Seele sich über eine verstorbene Geliebte Sorgen macht, hält sie gleichsam die weltliche Verbindung zu dieser Seele instand. Diese Verbindung muss jedoch gelöst werden, damit die Himmelskönigin diese Seele völlig umhüllen kann. Ich könnte es so ausdrücken: Solange die Seele mit weltlichen Empfindungen über eine verstorbene Seele trauert, eignet sie sich irgendwie diese Seele zu. Es gilt dann, eines Tages die verstorbene Seele an Maria zu übertragen mit den Worten: "O Herrin aller Seelen, mächtige Fürsprecherin und Königin des Himmelreiches, sei Du von nun an seine/ihre Mutter und Behüterin, wach über ihn/sie, damit ich ihn/sie einmal in Deinem Schatten wiedersehen kann".

Gott kann sowohl unser eigenes Leben als auch das Ewige Leben unserer lieben Verstorbenen erst dann richtig fruchtbar machen, wenn wir unsere Verstorbenen wirklich loslassen, im Bewusstsein, dass wir sie gar nicht verlieren, sondern dass wir ihnen nach einer kleinen irdischen Zeit dorthin folgen, wohin wir dann gerufen werden. Wir treten sozusagen ihre Gegenwart bei uns an Gott ab, damit sie ihrer Bestimmung bei Ihm näher kommen können. Und dafür, dass wir sie diese kurze irdische Zeit lang loslassen, bekommen wir die Ewigkeit mit ihnen zusammen in ungeahnt viel besseren Umständen, als wir sie hier auf Erden jemals bekommen könnten.

Auch die Weihe ist immer eine Sache des Abtretens, mal dies, mal das, und so immer weiter, bis wir nichts mehr für uns selbst behalten, als unsere Seele. Wir werden dadurch nicht ärmer, sondern leichter, so dass wir dann viel schneller den Flug in Gottes Herz hinein absolvieren können. All dasjenige, auf das wir verzichten, bekommen wir tausendfach zurück, und dazu noch bereichert und veredelt. So bekommen wir auch unsere lieben Verstorbenen zurück, tausendfach bereichert und veredelt, denn diese sind dann mit der ewigen Herrlichkeit bekleidet. Daran wirklich zu glauben, ist die Abschlussprüfung unseres Christseins in dieser irdischen Schule der Unkenntnisse und Unsicherheiten. Dieser Glaube ermöglicht es Gottes Barmherzigkeit, das Schicksal unserer Verstorbenen so zu gestalten, dass wir sie tatsächlich wiedersehen. Es geht keine Seele verloren, für welche eine vollkommen an Maria geweihte Seele, die ihre Weihe täglich in allen Einzelheiten lebt und anwendet, sich mit Herz und Seele aufopfert durch Gebete, völlige Selbsthingabe an Maria zugunsten von Gottes Reich und Heilsplan und durch das vertrauensvolle Loslassen in einem blinden Glauben an Gottes Liebe.

Dieses Loslassen sollten Sie sich so vorstellen: Solange Sie an etwas festhalten, halten Sie eine irdische Rose in der Hand. Heute ist sie schön und duftig, morgen bereits weniger, und in kurzer Zeit verwelkt sie Blättchen für Blättchen, bis nur der Stiel und letztendlich die Erinnerung übrig bleibt. Gott Seinerseits, hält Ihnen eine Himmlische Rose vor Augen, die darin besteht, dass Sie Ihre Rose tausendfach schöner und unverwelkbar zurückbekommen, vorausgesetzt, dass Sie Ihre Rose an Ihn abtreten. Was wählen Sie also? Die verwelkbare Rose in der Hand oder die tausend unverwelkbaren Rosen aus Gottes Hand, die Sie dann bekommen, wenn Sie die Ihrige loslassen und eine kurze Zeit ohne sie weiterzuleben bereit sind?

Befolgen Sie zuversichtlich diesen Rat, die Zukunft wird Ihnen beweisen, dass Sie dadurch das Richtige getan haben.

Ist es möglich, dass die Kinder leiden, wenn die Mutter die Wege Gottes geht?

Ja, durchaus, aber es wird ein seliges Leiden sein, denn die Wege der Mutter pflanzen und pflegen auf den Wegen der Kinder bereits die Bäume, von denen die Letztgenannten das Obst ernten werden, wenn sie nur den Mut haben, die Gnade zu beantworten und die Liebe entwickeln, die erforderlich ist, die Blüten mit dem Licht und der Wärme Gottes bestrahlen zu lassen.

Liebe Schwester, keine Seele wünscht seinen Lieben die Leiden dieser Welt. Dennoch hat jeder Weg seine Steine, und wünschen wir unseren Lieben einen Weg voller Rosen, so werden sie sich ohne den geringsten Zweifel an den Dornen verletzen. Im Himmel wird aber jedes Mal gefeiert, wenn sich auf Erden eine Seele an einem Dorn auf dem Lebensweg verletzt und dabei ihr Blut in den Kelch des Heils gibt. Deshalb gibt es wahrscheinlich keinen edleren Ausdruck wahrer Liebe als jenen, unseren Lieben nicht eine dornenlose Lebensreise zu wünschen, sondern zu beten und zu opfern, damit sie die Liebe entwickeln, um die Prüfungen nicht als endlose Wolkenmassen zu betrachten, sondern als getarnte Göttliche Sonnenstrahlen im Herzen. Gott ist die Sonne schlechthin, die auf alles niederstrahlt, ihre Strahlen jedoch nur in demjenigen in Fruchtbarkeit umgewandelt werden sieht, was sich für die wahre Liebe empfänglich macht. Beten Sie um Liebe, unendliche Liebe in allen Seelen, die auf Ihren Lebensweg kommen, damit das Licht dieser Liebe in ihnen das Obst reifen lassen kann. Vertrauen Sie außerdem darauf, dass die Quelle aller Liebe Sich jeder Seele annimmt, für welche sich auf Erden eine Seele vollkommen der Himmelkönigin verschenkt. Sie werden bemerken, dass sogar die Wolken auf Ihrem Weg dann von Tag zu Tag schöner werden.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 293
Eine Einladung 'von oben' ist wie eine Blume: Lässt man sie herein, dann öffnet sie sich in der Wärme des Herzens und setzt ihre Himmlischen Düfte frei

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Wie heißt das so schön: "Gottes Wege sind unergründlich"? Da lebt eine Seele nichts ahnend von Tag zu Tag, manchmal sogar ohne irgendein wohl umrissenes Ziel, und auf einmal passiert es: Ein Zeichen, ein Ereignis, und das Leben ändert sich vollkommen. Die Seele sieht plötzlich ein Ziel im Leben, ihre ganze innere Verfassung wird neu gestaltet, sie sieht wieder die Sonne, weil ihr Leben einen Sinn bekommen hat. Interessant zu erwägen ist, dass 'die Sonne im Leben' Gott Selber ist, den Maria einmal mit 'der Sonne hinter den Wolken' verglich: Solange sich die Seele hauptsächlich an weltlichen Dingen orientiert, läuft sie herum wie unter einer Wolkendecke: Sie entbehrt der inneren Wärme, ihr Weg wird nicht ausreichend beleuchtet und ihr Boden kommt nicht zur vollen Fruchtbarkeit. Wenn dann Gott uns ein Zeichen setzt, erscheint es der Seele, als hätten sich die Wolken getrennt und wäre die Sonne sichtbar geworden. Der Lebensweg wird sonnenüberflutet, der Seele wird es warm ums Herz, sie sieht vieles in einem anderen (nicht weltlichen) Licht, und das Leben wird allmählich fruchtbarer.

Auch Sie haben eindeutig diese Erfahrung gemacht. Bemerkenswert ist allerdings die Form, in welcher sie bei Ihnen aufgetreten ist, da es so aussieht, als würde der Himmel immer wieder Priester auf Ihren Weg bringen, die es so empfinden, als sollten Sie für sie eine Art geistige Mutter werden. Was hat dies zu bedeuten? An erster Stelle dürfen Sie davon ausgehen, dass Gott Sie dazu einlädt, näher in die vergeistigte Liebe vorzudringen. Die wahre Liebe ist die Essenz des seelischen Lebens und mithin das Element, das am wenigsten verstanden wird und gegen welches sich Seelen am meisten versündigen. Gott kann der Seele auf unterschiedlichen Wegen die Gelegenheit bieten, sich in der wahren Liebe zu üben und ihr tieferes Wesen kennenzulernen.

Für Sie, so erklärt es die Gottesmutter, liegt in diesen Erfahrungen zum Teil eine Gelegenheit der Wiedergutmachung für frühere Mängel in der Liebe in mancher Handlung, manchem Wort und manchem Gedanken: Dadurch, dass Sie jetzt eine 'unterstützende Verbindung' mit diesen 'Söhnen Christi' haben, helfen Sie gleichsam bei der Unterstützung der Kirche schlechthin. Jeder Priester, der sich einer moralischen Unterstützung erfreuen kann, wird daraus ja immer wieder etwas neue Kraft schöpfen, um seine Aufgaben zu erfüllen. Ihre Aufgabe ist somit in gewisser Hinsicht der Rolle des Simon von Cyrene ähnlich. Dasjenige, was wir einst etwas vernachlässigt haben, können wir eines Tages wiedergutmachen. Öfters sieht eine Seele nicht gleich den Zusammenhang zwischen einer früheren Nachlässigkeit und einer neuen Chance im Leben. Gott aber versucht auf solchen Wegen in Seinen Büchern die Bilanzen ins Gleichgewicht zu bringen. Selig die Seele, die sich solcher Gelegenheiten bedient, denn sie tut buchstäblich ein Werk Gottes.

Es wird Ihnen durch diese ungewöhnliche Aufgabe nicht nur eine Gelegenheit zur Wiedergutmachung geboten, es handelt sich auch einfach um eine innere Belehrung. Jede Erfahrung, welche die Seele in der Praxis des Lebens in Bezug auf die wahre Liebe machen darf, bildet sie aus, entfaltet ihr inneres Potential und macht sie dadurch wirksamer als Werkzeug innerhalb der Werke Gottes. Jeder Kontakt mit einem Mitgeschöpf beinhaltet eine Lektion im seelischen Leben. Genau aus diesem Grunde betont Maria immer wieder, dass die Seele gut daran tut, jeden Augenblick ihres Alltags aufmerksam und bewusst zu leben. Gott setzt viel mehr Zeichen als nur die wenigen, die uns gleich auffallen. Wenn wir nun mit Kontakten mit Seelen gesegnet sind, die uns wirklich manches zu sagen und zu lehren haben, das gleichsam wie Saat ist, die in unseren Seelenboden ausgestreut wird, so haben wir es mit wahren Gottesgeschenken zu tun. In jedem Geschöpf lebt ein Funke des Göttlichen Feuers. In manchen Geschöpfen wird dieser Funke so rein erhalten und so sorgfältig genährt, dass diese Geschöpfe unsere Seele im Kontakt wirklich erheben und uns mit Licht und Wärme erfüllen können.

Gott will jeden von uns nötig haben. Er könnte Seine Werke ruhig alleine vollenden. Er hat es aber so verfügt, dass Er jedes Werk nur dann als wirklich fruchtbar für die Menschheit betrachten will, wenn Seelen etwas von sich hinzufügen und es somit gleichsam durch ihren freien Willen unterschreiben. Mit jedem und jeder von uns hat Er bestimmte Pläne. Ein Teil des Planes, den Er mit Ihnen hat, besteht darin, dass Sie täglich die Priester an die Herrin aller Seelen weihen, damit sie das von Jesus angezündete Feuer völlig unverändert in Stand halten, weiterreichen und viele daran anzünden, damit alle Finsternis auf dieser Welt verbrannt werden kann. Die Welt braucht Priester, die an den Werken Gottes orientiert sind, nicht an den Interessen des weltlichen Lebens. Ich wünsche Ihnen dabei viel Kraft und die Empfindung der wahren Freude, die mit dem Nachgehen der Berufung einhergeht. Schließlich ist eine Einladung 'von oben' wie eine Blume: Lässt man sie herein, dann öffnet sie sich in der Wärme des Herzens und setzt ihre Himmlischen Düfte frei.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 294
Gott als Quelle aller Lebenskraft der Seele – Maria hat Ihre zarte Art, eine Seele umzugestalten, die tief innerlich leidet – Mit jeder Seele, die sich Maria verschenkt, kann die Herrin Ihre Macht über die Schlange zur Anwendung bringen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Das Leben hat so seine besondere Art, uns auf manches hinzuweisen. Je größer unsere Verwirrung geworden ist, desto dringender brauchen wir Antworten und einen klaren Blick auf unsere Zukunft. Allerdings, solange unser Geist wie ein Wirbel ist und unser Herz in Aufregung, sind wir nicht in der Lage, klar zu denken. So sieht es die Welt, aber eigentlich geht es sehr viel weiter. Das innere Durcheinander hindert nicht nur den Verstand daran, klar zu denken, es hindert ebenfalls die Seele daran, sich vollkommen für die richtigen Inspirationen von oben aufzuschließen. In dem Maße, wie es sich eine Seele erlaubt, von demjenigen abzuweichen, was tadellos rein ist, und sich dann und wann mal einen kleinen Kompromiss zu erlauben beginnt, kann sie sich allmählich in ein reinigungsbedürftiges System verwandeln.

Die Seele ist das Lebensprinzip des Menschen. Sie ist von der erhabenen Intelligenz und Weisheit erschaffen, die Gott ist, und ist mit der Fähigkeit versehen, ihr ganzes irdisches Leben lang an Gottes Gesetzen orientiert zu bleiben. Sie muss die ununterbrochenen Ströme von Gnaden, die Gott dauernd zu ihr fließen lässt, empfangen und in sich aufnehmen. Diese Gnaden stärken und erleuchten sie und verschaffen ihr dabei ein klares Verständnis vieler Lebenssituationen oder mindestens eine genauere Empfindung der Entscheidungen, die Gott von ihr erwarten kann. Jedes Element, durch welches unser Verhalten, die von uns gesprochenen Worte, unsere Gedanken, Gefühle, Wünsche oder inneren Verfassungen von demjenigen abweichen, was Gott von uns erwartet, verstopft irgendwie die Kanäle, durch welche wir Seine Inspirationen erhalten. Infolgedessen kann die Seele immer mehr an Lebenskraft einbüßen und ihre Fähigkeit verlieren, wirklich dasjenige zu leben, was die Herrin aller Seelen als 'das Göttliches Leben' bezeichnet.

Liebe Schwester, ich weiß, dass Ihr Herz wegen der Erfahrungen betrübt ist, die Sie während der vergangenen drei Jahre gemacht haben. Sie bedürfen somit möglichst bald eines völlig neuen Friedens im Herzen. Die Himmelskönigin lädt Sie dazu ein, sich Ihr vollkommen hinzugeben, als Dienerin Mariä. Sie brauchen sich gar nicht davor zu fürchten, sich ab heute an die Heiligste Jungfrau Maria zu weihen, da die Entscheidung, dies zu tun, die Entfaltung Ihres inneren Lebens auf jeden Fall einen großen Schritt voranbringen wird. Maria hat so Ihre zarte, aber durchaus vollkommene Art, eine Seele umzugestalten, die tief innerlich leidet. Welche Fehler eine Seele auch immer gemacht hat und wie verschmutzt und befleckt sie sich auch immer fühlen mag, die Himmlische Herrin möchte einfach ein Weihegebet wie das Nachfolgende hören, das zu Ihren Füßen kniend von ganzem Herzen ausgesprochen wird und ab jenem Augenblick auch tatsächlich gelebt wird:

(im Originalantwortbrief folgen an dieser Stelle Gebetsworte, die später von der Herrin aller Seelen als Gebet 1197 freigegeben werden sollten)

Ich kann verstehen, dass Sie sich zurzeit nicht gerade trauen, sich völlig Maria hinzugeben, weil Sie das Gefühl haben, Sie hätten ein heilloses Chaos in Ihrem Leben zugelassen. Allerdings sind es gerade die Seelen, die emotional völlig durcheinander sind, worauf Sie wartet. Sie lieben die Himmelskönigin, fühlen sich aber Ihrer nicht würdig. Das trifft auf uns alle zu. Lassen Sie sich nicht davon abhalten, sich Ihr hinzugeben, denn Sie hat die Macht, aus Ihnen einen völlig neuen Menschen zu machen und Ihren inneren Frieden wieder herzustellen. Sie wird allmählich die Art und Weise ändern, wie Sie Ihr Leben und alles um sich herum betrachten. Was Sie am meisten brauchen, ist eine Auszeit, eine Periode der Meditation, Stille und Ruhe um sich herum, eine Zeit von stillem Gebet, in der Sie Ihr Herz mit Maria vereinigen und sich den wunderbaren Dingen aufschließen, die Maria so inständig in Ihnen tun möchte. Die Herrin möchte, dass Sie Folgendes tun:

  1. Weihen Sie sich Ihr durch Anwendung des oben erwähnten Gebetes. Durch diesen Weiheakt bieten Sie Ihr tatsächlich die Gelegenheit, Ihre enorme Macht dazu anzuwenden, Sie vollkommen neu zu gestalten.

  2. Setzen Sie alles daran, die Gelegenheit zu bekommen, das Sakrament der Beichte von einem römisch-katholischen Priester zu empfangen. In jener Beichte sprechen Sie all dasjenige aus, das Sie auf dem Herzen haben, ebenso wie die Fehler, die Sie Ihrer Ansicht nach begangen haben.

  3. Suchen Sie sich die Gelegenheit, sich einige Tage oder eine Woche (oder für die Dauer, die für Sie zweckdienlich ist) zurückzuziehen, in der Absicht, den inneren Frieden wiederzufinden. Während dieser Periode sprechen Sie alles aus, was Sie beschäftigt, und zwar nicht gegenüber Menschen, sondern gegenüber Maria, im Stillen des Herzens (d.h. nicht unbedingt hörbar).

  4. Unserer Himmlischen Herrin würde es sehr gefallen, wenn Sie versuchen, jegliche physische Beziehung einzustellen. Zu Ihrer eigenen Zeit wird Sie Ihnen die Richtung einflüstern, in welche Sie Sie lenken will. Diese Maßnahme ist unbedingt notwendig, damit Sie Ihre inneren Verfassungen reinigen können. Sobald Sie das Gefühl haben, dass Sie den inneren Frieden und die Reinheit zurückgefunden haben und im Geist einiges wieder klarer geworden ist, werden Sie wieder Vertrauen zu der Zukunft spüren, was wichtig ist, damit Sie als Dienerin unserer Himmlischen Herrin fruchtbar werden.

Sie werden feststellen, dass die Herrin aller Seelen zur größten Bereicherung Ihres neuen Lebens wird. Sie werden bald entdecken, dass das Leben einer Seele auf Erden in Gottes Augen erst wirklich fruchtbar ist, wenn sie sich vollkommen Maria hingibt. Die Himmelskönigin vervielfacht dann all dasjenige, was Ihr die Seele im Laufe ihres Lebens als Dienerin Mariä bietet, mit Ihrer eigenen vollendeten Liebe. Anschließend bietet Sie diese Opfer Gott an, damit sie mit Gottes Werken vereinigt werden. So hilft die Dienerin, Gottes Werke und Pläne auf Erden zu verwirklichen, und heiligt sich dabei selbst.

Mit jeder Seele, die sich Maria verschenkt, kann die Herrin Ihre Macht ausdrücklicher vorführen. Durch diesen Prozess wird Ihr die Gelegenheit geboten, den Kopf der Schlange unter Ihrem Fuß zu Boden zu drücken. Sie wird dies weiterhin tun, bis die Anzahl der Ihr von Ihren Dienern geweihten Aufopferungen es rechtfertigt, dass Sie die Fülle Ihrer Macht anwendet und die Schlange tatsächlich zertritt. Das Bild von Maria, deren Fuß den Kopf der Schlange zertritt, bringt Ihre absolute Macht über alles Böse und alle Finsternis zum Ausdruck und weist die Wahrheit der Berufung nach, die Gott Ihr für diese Letzten Zeiten gegeben hat. Sie ist tatsächlich dabei, diese letzte und größte Machtentfaltung dadurch vorzubereiten, dass Sie Sich jetzt als die Herrin aller Seelen offenbart. Maria wird jetzt als Herrin über alle Finsternis offenbart, die von Satan und seinem Gefolge ausgeht und sich durch und in Menschenseelen kund tut. Deshalb möchte Sie nicht nur Ihre uneingeschränkte Macht über das Böse außerhalb unser Selbst entfalten, sondern insbesondere Ihre Macht über das Böse, das versucht, uns von innen aus zu beherrschen. Wenn Sie von einer Seele als deren Herrin anerkannt wird, ist es so, als ob Sie in dieser Seele den Thron besteigt und alle Spuren von Bösem, die in jener Seele übrig geblieben sind, zu Ihren Sklaven macht.

Liebe Schwester, das oben dargestellte Bild könnte Ihnen zur Anregung dienen. Es kann eine besondere Hoffnung und viel Mut einflößen, wenn sich die Seele in schwierigen Augenblicken die Tatsache vor Augen zu halten versucht, dass die Herrin tatsächlich damit beschäftigt ist, die Schlange in ihr (der Seele) selbst zu Ihren Füßen zu gebieten, in der Absicht, diese Ihrer Macht zu unterwerfen. Die Schlange stellt hier das Ganze aller Versuchungen, Fehler, Fehlurteile, negativen und sündhaften inneren Verfassungen, bösen Neigungen und quälenden Erinnerungen dar, während Marias Fuß Symbol ist für Ihre Macht über die Seele und über alle Versuche, sie zum Bösen hinzuführen oder sie die Hoffnung und das Vertrauen verlieren zu lassen. Nun denn, jedes Mal, wenn Sie sich schlecht, deprimiert, verloren, verzweifelt oder mit sich selbst unzufrieden fühlen, stellen Sie sich lebhaft vor, dass Maria dabei ist, mit dem Fuß auf die Schlange (den Bösen) zu drücken, die versucht, Sie von Gottes Licht und Liebe zu trennen. Ihr inständiger Wunsch, dass Maria dies tatsächlich tief in Ihrem Inneren tun möge, wird Ihre Machtentfaltung über Sie vergrößern und wird Sie geistig erheben. Allmählich werden Sie imstande sein, zu fühlen, wie sich diese Einflüsse auswirken, denn so vollziehen sie sich dann auch tatsächlich.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass Ihr Leben bald den Weg finden wird, auf welchem Sie von diesem Tag an voranschreiten werden. Es ist Maria Selbst, die Sie eingeladen hat, Ihren Brief zu schreiben, denn Sie hat Ihre Wunder in Ihnen wirken wollen, konnte aber Ihr Herz nicht wirklich erreichen. Knien Sie zu Ihren Füßen nieder und geben Sie sich Ihr selbst hin. Sie werden bemerken, dass Ihr wirkliches Leben, von dem Gott gehofft hat, dass Sie es führen, beginnt. Ein Leben zu Marias Füßen ist ein Leben im Schatten wahrer Heiligkeit, Liebe, Licht und wirklicher Hoffnung. Es wird mir eine große Freude sein, Ihre Weihe an die Herrin aller Seelen in meinen eigenen Gebeten vorzubereiten.

In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 295
Der innere Friede und die innere Unzufriedenheit — Das Sakrament der Beichte kann zum roten Teppich zum wahren inneren Frieden werden.

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Vielen Dank für Ihren Brief. Ich helfe von Herzen gern, den Herrn Vater in das Herz der Gottesmutter zu bringen. Ich betrachte dies umso mehr als eine dankbare Aufgabe, da ich spüre, dass die betreffende Seele sich auch selber nach der Berührung mit der Gottesmutter sehnt. Der Vater ist sich dessen nicht ganz bewusst, seine Seele jedoch hat Maria nie losgelassen. Es freut mich ebenfalls, dass Sie darum bitten, der Vater möge den inneren Frieden finden und eine reumütige Beichte sprechen können. Die Seele wird erst fruchtbar in ihren Werken für Gott, wenn sie den inneren Frieden instand zu halten bzw. wiederzufinden weiß.

Der innere Friede ist eigentlich wie eine relative Windstille in der Seele, in jenem Sinne, dass die Seele sich in dieser Verfassung nicht von irgendwelchen Einflüssen erschüttern lässt, sich deshalb auch nicht leicht in demjenigen lähmen lässt, was sie für Gott tun kann, und außerdem auch empfänglicher für alles Gute ist, was Gott ihr zukommen lässt. Der innere Unfriede kommt durchwegs aus unbewältigten Erinnerungen und Erfahrungen hervor, aus einer Auflehnung der Seele gegen ihre eigene innere Beschaffenheit und aus Unzufriedenheit mit dem Gang des eigenen Lebens, mit dem eigenen Schicksal. Der innere Unfriede weist immer darauf hin, dass manches nicht so läuft, wie es sich die Seele gedacht oder erhofft hat. Wenn dahingegen der wahre innere Friede in der Seele Wurzeln schlägt, weist dies darauf hin, dass die Seele sozusagen ihren Frieden mit der Art und Weise geschlossen hat, wie Gottes Vorsehung ihren Lebensweg lenkt. Ich könnte es so ausdrücken, dass der innere Friede in jenem Augenblick geboren wird, wenn die Seele in sich ganz aufrichtig, protestlos und von Herzen zu Gott bzw. zu Maria sagt: "Also gut, ich finde mich mit Deinen Verfügungen und Deiner Führung ab und stelle mich von jetzt ab innerlich darauf ein, diesen treu zu folgen, denn ich habe (endlich) begriffen, dass Du es nur gut mit mir meinst".

Um den inneren Frieden bitten, sei es für uns selbst, sei es für eine geliebte Seele, heißt im Grunde genommen, um die eindeutige Empfindung des wahren Glückes bitten, denn der innere Friede ist die Verfassung, in welcher das Herz jegliche Verspannung loslässt, ganz neu aufatmet und jeden Widerstand gegen das Schicksal aufgibt. Die Seele in jener Verfassung betrachtet ihre Welt und ihr Leben ganz anders, als gäbe es nur noch Sonne. Während die unzufriedene Seele sogar bei Sonnenschein noch nach der kleinsten Wolke zu suchen scheint, findet die zufriedene Seele sogar an einem regnerischen Tag noch die Sonne... im eigenen Herzen. Wie kommt das? Weil diese Seele endlich Gottes Gegenwart in sich entdeckt hat. Wie könnte ich mich denn nicht freuen, wenn eine Seele Maria um dieses Geschenk bittet?

Die Bitte um die Gelegenheit, eine reumütige Beichte abzulegen, ist im Grunde genommen sehr eng mit der ersten Bitte verknüpft: Das Sakrament der Beichte kann zum roten Teppich zu dem wahren inneren Frieden werden. Der Zusammenhang zwischen den beiden lässt uns erkennen, dass der innere Friede eigentlich eine Frage der Empfindung der inneren Reinheit ist. Man könnte sich das Bild eines Menschen vor Augen halten, der in einen schlammigen Graben hineinfällt. Wenn er aufrecht steht, ekelt es ihm gleich vor sich selbst. Welchen Einfluss hat dieser Zustand auf sein Gemüt? Durchwegs wird er unruhig werden, unzufrieden, ohne Lust, irgendetwas zu unternehmen, bis er sich gereinigt hat. So empfindet es die Seele, die den Schlamm mancher Unreinheit in sich spürt. Nicht nur die eigentliche Sünde kann die Seele innerlich unruhig machen, auch das Gefühl, dass sie nicht ganz den Erwartungen anderer und bzw. oder den eigenen Erwartungen entsprochen hat, kann lähmend wirken.

Die Herrin aller Seelen lädt uns (Sie und mich) dazu ein, Sie darum zu bitten, dass der Vater mit einem ausreichend klaren Gedächtnis und klaren Verstand tief in sich hineinschauen kann, um einiges in der Beichte auszusprechen, das ihn (vor allem nach seiner eigenen Empfindung) in der Seele entstellt haben kann und ihn innerlich aufgewühlt hat, damit er sich nachher wieder des Sehnens nach der Berührung mit der Gottesmutter bzw. mit Gott bewusst wird. Oft verhindern die Spuren alter Fehler, dass sich die Seele ihres Wunsches bewusst wird, Gott im inneren Leben zu spüren.

Eigentlich können Sie Maria bereits etwas sehr Wertvolles 'im Austausch' anbieten: Der Vater betet ja noch selber täglich den Rosenkranz. Wunderbar. Sie können nun täglich vor dem Rosenkranzgebet zu Maria sagen:

"Meine Himmlische Mutter und Herrin, ich weihe Dir das Rosenkranzgebet, das mein Vater Dir gleich schenken wird. Geruhe, es als eine Rose anzunehmen. Möge der Duft dieser Rose ihm die Gnade erwirken, den Rosenstrauß des Sakramentes der Versöhnung zu erben, das ihn befreien wird. Geruhe, sein Herz nach diesem Strauß sehnen zu lassen und seine Seele für die volle Verwendung dieses Straußes zu erschließen".

Durch die Weihe jener Anstrengung, die der Vater ja selber trotz Krankheit noch aufbringt, kann diese tägliche Leistung seiner Seele noch eine reiche Gnade einbringen. Dies ist ein Beispiel dafür, dass Gottes Vorsehung oft Situationen schafft, die als 'Anzahlung' für eine seelische Befreiung benutzt werden können.

Der vorhin genannte Vorschlag steht nicht mit der früher vorgebrachten These im Konflikt, dass es die Gottesmutter nicht so besonders mag, wenn Seelen mit dem Rosenkranzgebet ein eigenes Anliegen verbinden. Maria bittet immer wieder darum, Sie sollte frei über unsere Gebete verfügen können, weil Sie am Besten weiß, was die Seelen brauchen. Trotzdem ist die vorliegende Situation etwas anders: Sie verbinden das Rosenkranzgebet des Vaters nicht mit einem eigenen Anliegen, sondern bieten es als Geschenk dafür an, dass Gottes Vorsehung es so verfügt hat, dass der kranke Vater noch selber den Rosenkranz betet, und bitten darum, dass dieses Gebet ihn für ein Sakrament öffnen möge, das ihn den inneren Frieden und die innere Reinigung bringen kann. Deshalb handelt es sich da nicht länger um eine Gebetsintention, sondern um eine richtige Weihe.

Liebe Schwester, es passieren auch in unserer Zeit noch Wunder, sogar sehr schöne. Am meisten erfolgen sie dort, wo die Hoffnung und das Vertrauen vollkommen sind. Dies ist leicht verständlich: Wo die Hoffnung vollkommen ist, lebt die Seele so, als hätte sie dasjenige, wonach sie sich sehnt, bereits bekommen. Wo das Vertrauen vollkommen ist, spürt Gott die Hingabe und den festen Glauben an die erfüllenden Wirkungen Seiner Gegenwart. Er sät am liebsten in die Gärten, die Er für Seine Saat aufgeschlossen findet. Geben Sie sich selbst und den Vater zuversichtlich Maria hin. Sie werden merken, wie Sie vorgeht.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 296
'Geistesstörung' ist oft das äußerlich sichtbare Symptom einer seelischen Störung, die Angriffe des Bösen nach sich zieht

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder, liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ihr Anliegen habe ich fest ins Herz geschlossen. Tatsächlich, oft fangen Geistesstörungen mit Verletzungen an. Dabei ist zu bemerken, dass dasjenige, was der Mensch gewöhnlich als 'Geistesstörung' erkennt, im Grunde genommen oft die Äußerung, das äußerlich sichtbare Symptom einer seelischen Störung ist. Wenn der Mensch im Laufe seines Lebens einer tiefgreifenden Verletzung zum Opfer fällt, d.h. einem Einfluss, der seine Weltanschauung, seine Betrachtung des Lebens, seine Erwartungen im Leben und bzw. oder seine Ansicht in Bezug auf die Existenz und die Wirkung Gottes verändert, wird er sehr empfindlich für Angriffe vom Bösen, weil die Seele sozusagen ihren Halt, ihre seelische Stabilität verliert. Der Widerstand gegen Einflüsterungen vom Bösen wird dann immer geringer und der Böse besetzt die inneren Verfassungen und lässt diese künftighin 'für ihn arbeiten'.

Der neue Zustand kann sich unter anderem in Form der Schizophrenie kundtun. Es soll bemerkt werden, dass Geistesstörungen sehr oft auf einem Zusammenwirken zweier Komponenten basieren: Der Mensch vermag es plötzlich nicht mehr, sich in angemessener Weise an neue Begebenheiten anzupassen, schaltet deswegen allmählich (manchmal auch ziemlich plötzlich) auf Verhaltens- und Reaktionsmuster um, die wir als 'unnormal' erkennen, und als zweite Komponente kommt die Beeinflussung von Seiten des Bösen, der sich der Anpassungsstörung der Seele bedient, um diese Letztgenannte unter seinen zunehmenden Einfluss zu bringen. Die Geistesstörung verschlimmert sich dann gewöhnlich in dem Maße, wie die Herrschaft des Bösen größer wird. Die Geistesstörung kann ohne Berücksichtigung der seelischen Komponente (der Herrschaft des Bösen in der Seele) somit niemals zu einer dauerhaften Heilung führen, vor allem dann nicht, wenn die Behandlung in hohem Maße auf Anwendung von Arzneimitteln basiert, die außerdem noch den Körper belasten, weil solche Medikamente durchwegs wie Gift für den Stoffwechsel sind. Physische 'Vergiftung' wirkt sich oft in zusätzlichen negativen Stimmungen aus und hindert das ganze Wesen daran, noch normal zu funktionieren. Das heißt mithin, dass der Mensch die ihm von Gott erteilten Aufgaben im Leben nicht mehr ausführen kann. Dem Bösen spielt dies in die Hände.

Die Freundin sollte letzten Endes eine tiefe Beichte sprechen können, aber sie wird die seelischen Früchte davon erst ernten, nachdem sie die verletzenden Einflüsse erkannt hat, ebenso wie die Rolle, die sie selber in jenem Kontext gespielt hat. Wir müssen nämlich klar erkennen, dass der Böse sich nicht nur auf dem Höhepunkt des Empfindens nach einer tiefgreifenden Verletzung einschleicht, sondern dass er auch in der Seele manche Türen und Fenster schließt und diese zu verriegeln versucht. Im Klartext: Er setzt alles daran, damit die Seele sich an die verletzenden Umstände und ihre eigene Rolle in den Ereignissen möglichst wenig erinnert bzw. damit ihr Gedächtnis in jenem Punkt sehr verzerrt wird. Er tut dies, damit die Seele nicht mehr die eigene Schuld, Sünde, Untugend, den eigenen Fehler usw. erkennt, diese somit nicht bereuen und sich nicht zu ihnen bekennen kann, sie nicht beichten kann, anderen nicht mehr zu vergeben geneigt ist usw. So hält er seine Gefangenen im Griff, und er sorgt dafür, dass sie seinen Plänen nicht entgegenwirken.

Es wird nicht leicht sein, die Freundin zu der Aufschließung ihres Geistes zu führen. Von einer Psychoanalyse rät die Gottesmutter sehr betont ab: Es ist nicht im Sinne Gottes, die Vergangenheit aufzuwühlen. Diese soll vielmehr an Maria geweiht werden. Die Vergangenheit, das Herz, den Geist, jegliche Verletzung, jegliches innere Leiden (vor allem die unbewussten, verborgenen Leiden) und jegliche Schwäche im seelischen Widerstand der Freundin soll inständig an Maria geweiht werden, und die Himmelskönigin soll inbrünstig darum gebeten werden, vom ganzen Leben und dem ganzen Wesen der Freundin fest Besitz zu nehmen, damit jegliche Spur finsterer Einflüsse von Maria besiegt und weggewaschen wird. In einer Seele, in welcher die Herrin aller Seelen herrscht, kann der Böse selbstverständlich noch seine Angriffe veranstalten, aber er wird diese Seele nie mehr ständig beherrschen können, es sei denn, die Seele gibt seinen Einflüsterungen bereitwillig nach und hält sich nicht an Maria fest.

Bitten Sie die Himmelskönigin um Aufschließung und Reinigung, um Licht und Liebe für die Freundin, damit diese sämtliche Verspannungen loslassen und sich der Wiedergeburt des Lichtes in sich zuwenden kann. Die Herrin bittet Sie beide darum, täglich im Namen der Freundin das Gebet 1196 vor Sie zu bringen. Sie beten den Text so, wie er ist, bieten ihn jedoch Maria so an, als würde er Ihr von der Freundin angeboten. Dabei bitten Sie um ihre Befreiung. Ich füge diesen Gebeten sehr gerne all dasjenige hinzu, wozu mich die Herrin einladen wird. Vertrauen Sie vollkommen auf die Macht der Himmelskönigin, die durch Ihre vollendete Liebe diese Seele an Sich ziehen möchte und in ihr die Morgendämmerung nach der finsteren Nacht verkünden will. Geben Sie diesen Kampf nicht auf, bieten Sie im Gegenteil Maria all das Gute an, was die Freundin in ihrem Leben bereits getan hat, als Opfergabe zu ihrer Befreiung. So wirkt ja die Herrin aller Seelen: Findet Sie im Garten unserer Seele auch nur eine einzige Blume und erklären wir Ihr, dass wir möchten, dass Sie diese haben soll, so wandelt Sie den ganzen Garten in ein Paradies um. Ich schenke Maria mein Herz, damit diese Neugestaltung in der Freundin gelingt.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 297
Bekennenden Christen in dieser Zeit ergeht es ähnlich wie den frühen Christen, die in die Arena geworfen wurden – Menschen, die sich dem weltlichen Leben verschenkt haben, kann man mit Argumenten kaum erreichen – der Seele, die ihre Ängste um das alltägliche Dasein der Herrin aller Seelen hingibt, wird es an nichts Notwendigem fehlen – Maria betrachtet jeden aufrichtigen Versuch zur Vereinigung mit Ihr als eine Wallfahrt, die meist segensreicher ist als eine 'richtige' Wallfahrt

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es ist eine merkwürdige Feststellung, dass sich die Geschichte in gewisser Hinsicht tatsächlich wiederholt. In der Anfangszeit des Christentums mussten diejenigen, die sich zu Jesus bekannten, öfters untertauchen, weil ein Leben in der Öffentlichkeit für sie nicht ohne Gefahr war. In Rom wurden sie in manchen Zeitabschnitten sogar in die Arena geworfen, damit sie die Löwen verschlingen, während sich der Kaiser und das römische Volk daran ergötzten. Schauen wir nun mal, wie es uns bekennenden Christen in dieser Zeit ergeht: Auch wir werden gemieden, verachtet und in die Arena geworfen, um dort von den Löwen des Unglaubens und des Unverständnisses um uns herum verschlungen zu werden, während sich der Böse und sein Gefolge daran weiden, zu sehen, wie viele von uns den Kampf entmutigt aufgeben und sogar den Glauben verlieren.

Erinnern wir uns aber auch an die andere Seite der Medaille: Die christlichen Märtyrer in der Arena besangen ihren Glauben und ihr Vertrauen zu Gott. Sie wurden zwar nicht alle vor den Löwen geschützt, aber sie glaubten felsenfest, dass es ihnen im 'nächsten' Leben unendlich viel besser gehen würde und dass das irdische Leben an sich keinen Wert hat außer diesem: die Seele dadurch auf das wahre Leben in Gottes Gegenwart vorzubereiten, dass sie sich im Verhalten, in den inneren Einstellungen und in den Erwartungen für das Ewige Leben (Glaube, Hoffnung!) bereits genauestens mit den Wünschen Gottes in Einklang bringt.

Liebe Schwester, diejenigen unter uns, die von unserer Umgebung nicht verstanden werden, weil sie den Richtlinien, Anweisungen und Einladungen Jesu und Mariä genauestens Folge leisten möchten und seelisch Tag und Nacht an sich arbeiten, sind bevorrechtigt. Sie werden nicht für voll genommen, als leichtgläubig, wenn nicht gleich als scheinheilig, betrachtet und viel Schlimmeres. Sie werden also in einem Wort 'von den Löwen verschlungen', während sich der Böse am Anblick ergötzt, wie diese Seelen von der Mehrheit (dem 'römischen Volk', also den Mengen von ungläubigen Seelen) feindselig behandelt und oft verspottet werden. Wir, die wir die einmalige Gnade erhalten, von der Himmelskönigin Selbst unterrichtet zu werden und täglich die Beweise dafür zu erhalten, dass der Himmel sehr mit uns beschäftigt ist, sollten auch wie die ersten Christen unser Leben und jegliche Kritik in dem Sinne verachten, dass wir felsenfest an die Wahrheit der Ewigen Glückseligkeit glauben.

Was kann uns der brüllende Löwe (der negativ gesinnte Mitmensch) eigentlich schon anhaben, wenn wir wissen, dass es ein Ewiges Leben gibt, dass es tatsächlich einen Gott gibt, der nicht tot, sondern einzige Quelle des wahren Lebens ist? Allen unseren Prüfungen werden wir nicht deswegen unterzogen, weil es keinen oder allenfalls nur einen gleichgültigen Gott gibt, sondern weil diese Prüfungen, wenn sie geweiht werden, dem Heilsplan für die ganze Menschheit eine konkrete erlösende Kraft hinzufügen und somit wie die Schaufeln sind, durch welche wir das Grab des Bösen auf Erden graben dürfen. Die Annahme und Weihe unserer Prüfungen, vorzugsweise an Maria, ist eigentlich nichts anders als das Singen der christlichen Märtyrer in der Arena. Als überzeugte Christen führen wir im Grunde genommen einen Krieg der Liebe, und die Uniform, die wir tragen, ist jene der Wahrheit, als Zeichen dafür, dass wir das Vermächtnis unseres Gottes nicht verleugnen.

Liebe Schwester, Ihrer Tochter kann kaum durch Argumentationen geholfen werden. Sie hat sich dem weltlichen Leben verschenkt und findet durch den Verstand keine Gründe, wieso sie sich einem Leben hingeben sollte, das ihr viele weltliche Dinge nimmt:

Wer ist Gott? Wo lebt Er? Wie sieht Er aus? Wo ist Er denn, wenn mir die alltäglichen Probleme in die Quere kommen? Durch alle solche Fragen versucht die Seele, dabei fleißig vom Bösen unterstützt, ihre Welt auf konkrete, greifbare Weise in den Griff zu bekommen und dasjenige aus ihrer Welt zu verbannen, das von ihren Sinnen nicht wahrgenommen wird. Der Glaube zieht so leicht den Kürzeren, wenn er sich mit der wahrnehmbaren Welt anlegen muss. Trotzdem hat die Welt noch keine Seele glücklich gemacht, es sei denn, die Seele bildet sich dies in ihrer vollendeten Blindheit ein, weil sie die Wahrheit nicht wahrhaben will.

Weihen Sie die Tochter ebenso wie den Enkel zuversichtlich an Maria, damit diese Seelen sich allmählich für das einzig Wahre aufschließen. Unser größter Kampf, liebe Schwester, wird immer jener sein: dass es sehr schwer ist, eine Seele, die dem Glauben den Rücken zugekehrt hat, davon zu überzeugen, dass nicht das irdische Gut, das scheinbare Wohl, das Ziel des Lebens ist, sondern dieses Unsichtbare, an welches sie nicht mehr glaubt. Wie überzeugt man eine ungläubige Seele davon, dass nach diesem Leben erst alles anfängt? Wir wissen, dass es so ist, und Maria bestätigt es uns in jeder Belehrung, in jeder Offenbarung, in jedem Brief... welch unschätzbares Geschenk, das uns wie eine Nervenpille dient, wenn wir die Arena betreten.

Leben Sie auch nicht länger in Angst, es finanziell nicht zu schaffen. Gott lässt die Seinen nicht im Stich, und je mehr Sie an Gottes unendliche Liebe glauben, die Er durch Seine Vorsehung so gerne üppig blühen lässt, desto mehr werden sich die Tore der Schatzkammer der Gnaden für Sie öffnen. Geben Sie auch diese Angst um das alltägliche Dasein der Herrin aller Seelen hin, und ich verspreche Ihnen, dass es Ihnen an nichts fehlen wird, was Sie wirklich brauchen, und zu dem Zeitpunkt, in dem Sie es brauchen. Sie können Maria ein sehr großes Geschenk machen: Versuchen Sie ab heute, sich bei allen Ihren Gebeten voll und ganz in Marias Herz zu werfen. Lassen Sie sich nicht durch irgendwelche Gedanken an weltliche Sorgen ablenken und sagen Sie einfach zu Maria:

(im Originalantwortbrief folgen an dieser Stelle Gebetsworte, die später von der Herrin aller Seelen als Gebet 1199 freigegeben werden sollten)

Liebe Schwester, das obenstehende kurze Gebet könnte als ein kleiner Akt der Zuversicht gelten. Es wird Ihnen die Kraft geben, sich uneingeschränkt an Marias Liebe hinzugeben, im Bewusstsein, dass Sie alles in Ihrem Leben so lenken wird, wie es sein muss. Außerdem möchte ich Sie dazu ermutigen, jedes Mal, wenn Sie sich ins Gebet zurückziehen, diese kleine Reise in den Mittelpunkt Ihres Herzens als eine Wallfahrt zu betrachten, die gar nichts kostet und die in Marias Augen sogar einen viel größeren Wert haben kann, als eine 'ordentliche' Wallfahrt. Maria betrachtet jeden aufrichtigen Versuch zur Vereinigung mit Ihr als eine Wallfahrt, denn ein solcher Versuch bringt die Seele ihrer Heiligung tatsächlich näher. Die Tatsache, dass Sie sich eine wirkliche Wallfahrt kaum leisten können, gibt Maria die Gelegenheit, Ihnen diese wunderbare 'Alternative' für eine Wallfahrt vorzuschlagen, die auf jeden Fall die Seele erhebt. Ich möchte die innere Reise ins Herz auf der Suche nach Maria in sich selbst hiermit gerne als 'die Wallfahrt der Armen' bezeichnen. Sie ist in Wirklichkeit, in Gottes Augen, die Wallfahrt der Seele, welche jetzt schon begonnen hat, die künftigen Reichtümer zu entdecken. Sie können fest mit meinem Gebet rechnen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 298
Sinn und Zweck des Novembergebetsplanes – Der Umgang mit Angst – über die Schutzengel – Das Briefapostolat durch Myriam – Maria ist für den Verkehr zwischen den Seelen und Gott gleichzeitig Tor, Schlüssel, roter Teppich und Waschanlage

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ich danke von Herzen für Ihre interessanten Fragen, die jeder Seele als Denkanstöße dienen können. Eigentlich könnte man es so betrachten, dass jede Frage, die sich auf einen wesentlichen Punkt des Göttlichen Lebens bezieht, unsere Himmlische Herrin dazu einlädt, einen zusätzlichen Ortsnamen auf eine stumme Karte einzutragen. Das seelische Leben ist voller Geheimnisse und ist im Gepäck der Seele wie eine Karte, auf der sie allerhand zusammen findet (Wälder, Gärten, Felder, Felsen, Wasserläufe, Wasserfälle, Berge, Wüsten, Sümpfe, Wege usw.). Nur findet die Seele relativ wenige Ortsnamen vor, so dass sie sich nicht immer gut orientieren kann. Die Herrin aller Seelen jedoch ist die Reiseführerin, die das seelische Leben und die Geheimnisse des Göttlichen Lebens kennt wie keine andere. Ihre Aufgabe ist es, besonders in diesen Letzten Zeiten, die stumme Karte mit Ortsnamen zu versehen und die Wege zu identifizieren. Sie tut dies in allen Offenbarungen, Belehrungen, Gebeten, Texten, Briefen.

Legt Ihr nun eine Seele eine aufrichtige Frage zu Füßen, so gibt die Herrin Ihre Erläuterungen aus der Schatzkammer der Ewigen Weisheit, und auf der Karte der Wissenschaft des Göttlichen Lebens wird irgendwo ein Fleckchen ausgefüllt. Marias Zielsetzung ist es, möglichst viele der unzähligen Punkte auf dieser Karte mit einem Ortsnamen zu versehen, damit sich die Seelen immer besser in diesen Geheimnissen orientieren können. Je besser eine Seele diese Landschaft des Göttlichen Lebens mit allen ihren wundervollen Zusammenhängen kennenlernt, desto besser versteht sie sich selbst, Gottes Gesetze und die Wege in Gottes Herz.

Es ist mir somit eine Freude, auch in diesem Brief der Stift in der makellosen Hand sein zu dürfen, mit welchem die Herrin einige Namen aufzeichnen möchte. Ich zitiere Ihre Fragen:

Wie ist der Novemberplan zu verstehen. Wenn ich zum Beispiel über meine Schwiegereltern bete, soll ich es dann so verstehen, dass in Ihnen dann der Göttliche Keim wieder erweckt wird oder dass ich mein persönliches Leid gebe, damit Ihnen dann die Schuld nicht so groß angerechnet wird?

Der Novemberplan ist etwas besonders Großes, weil er in jeder Seele, die ihn im Herzen anwendet, das Allerbeste hochkommen lässt. Sinn und Zweck dieses Planes ist es, die Seele dazu anzuregen, manche Steine und Glasscherben aus der Vergangenheit aus ihrem Boden auszugraben und der Herrin zu überreichen, damit Sie diese unter Ihren mächtigen Füßen zermalmt und zersplittert. Dadurch, dass der Novemberplan eine ununterbrochene Aufforderung zu einer heldenhaften Vergebung an alle darstellt, die der Seele jemals geschadet haben könnten, bietet er der Seele die größte Gelegenheit ihres Lebens, die vom Bösen in ihr aufgezogenen Bauwerke unter die Herrschaft der Herrin aller Seelen zu bringen, damit Sie wahrhaftig 'die Frau mit dem Fuß auf der Schlange' sein kann.

Wenn Sie im Novemberplan für die Schwiegereltern beten und diesen Seelen aufrichtig und unwiderruflich vergeben, so wird Ihre eigene Seele von den Spuren etwaigen Grolls, etwaigen Hasses, etwaiger schlechter Gefühle gereinigt, was Ihnen die Chance gewährt, sich von einem beträchtlichen Ballast zu befreien, der Sie bisher daran gehindert haben kann, zu Gott emporzusteigen. Ihr persönliches Leid können Sie sehr gerne dem Gebet hinzufügen, das freut die Gottesmutter außerordentlich, vor allem dann, wenn Sie zum Beispiel am Tag für die Schwiegereltern zu Maria sagen: "Himmlische Mutter und Herrin, heute schenke ich Dir alles, was ich auf meinem Weg des Alltags vorfinden mag, damit meine Schwiegereltern seelisch aufblühen". Wegen der Tatsache, dass Sie ihnen von Herzen vergeben und Leiden für sie darzubringen bereit sind, wird die Beziehung zwischen Ihnen und den Schwiegereltern auf der seelischen Ebene mit Licht gefüllt. Sie können jetzt noch nicht sehen, welchen Wert dies in Gottes Augen hat, aber ich versichere Ihnen, dass keine Seele sich dies vorstellen kann.

Wenn ich ständig so große Angst vor der Finsternis habe (Teufel), wird mir das dann auch schon als Buße angerechnet, zur Reinigung?

All dasjenige, wovor sich die Seele fürchtet, erfordert von ihr eine ständige innere Anpassung: Angst führt innere Verspannung herbei. Von diesem Gefühl erdrückt zu werden und sich ihm widersetzen zu müssen, ist ein Leiden an und für sich. Weihen Sie diese Gefühle an Maria, so wird Ihnen dieses Leiden als Buße angerechnet. Endziel ist es aber, diese Angst dadurch überwinden zu lernen, dass Sie in der Tiefe Ihres Herzens sagen: 'Maria herrscht über mich, wer oder was könnte mir denn überhaupt etwas anhaben?' Diese Formel kann übrigens auch dann mit Erfolg verwendet werden, wenn eine Seele sich vor der eigentlichen Finsternis (jener der Nacht, zum Beispiel, wenn man allein zuhause oder draußen ist) fürchtet. Die Kraft einer solchen Formel liegt darin, dass diese Worte die außerordentliche Macht der Himmelskönigin wecken.

Maria hat mir einmal, vor einigen Jahren, eine Übung auferlegt, durch welche Sie mir eine unvergessliche Belehrung schenken wollte. Sie gebot mir, Ihr einige Zeit lang tief kniend zu Füßen zu liegen. Sie zeigte mir gleich in einer Vision Dämonen. Anschließend, während diese Vision lief, gebot Sie mir, unaufhörlich Lobpreisungen zu Ihr zu sprechen. Indessen wurde das Liegen in tief kniender Körperhaltung besonders schmerzhaft. In dem Maße aber, wie ich den Lobpreis inbrünstiger zu Ihr hochsandte, zeigte Sie mir, wie sich die Demütigung verschärfte, der Sie die Dämonen unterzog. Die Lektion: Marias Macht ist uneingeschränkt, wird aber in ihrer Auswirkung in dem Maße mehr geweckt (d. h. konkret ausgeübt), wie die Seele sich Ihr hingibt (Gehorsam gegenüber der Einladung zum Lobpreis), die Leiden für Maria von Herzen annimmt, und lobt und preist. Da haben wir also wieder einmal das bereits früher erwähnte Dreieck der seelischen Fruchtbarkeit: Liebe + Gehorsam/Hingabe/Weihe + Leiden.

Kann man wirklich auch zum Herrn beten und bitten, das er mir zum Beispiel die Angst nimmt und dafür ein anderes Leid schickt!

Das könnte man tun, aber das würde die Fruchtbarkeit und den Verdienst des Leidens etwas zurücksetzen. Die Vollkommenheit in der Hingabe erreicht die Seele dann, wenn sie zu Gott/Jesus/Maria sagt: "Ich nehme alles so an, wie es aus Deiner Hand kommt, denn Du weißt genau, wieso Du mir gerade dies und nicht jenes schenkst". Handelt es sich um eine andere Seele, so liegt die Sache anders: Wenn ein Mitgeschöpf leidet, können Sie auf jeden Fall mit voller Fruchtbarkeit darum bitten, nicht dieses Geschöpf möge leiden, sondern Sie selbst. Der Wert des Leidens ist dann sogar noch höher, denn es fügt sich dem dann noch ein Akt der selbstverleugnenden Nächstenliebe hinzu.

Die persönlichen Schutzengel helfen doch automatisch, oder müssen auch Sie täglich angerufen werden?

Ja, es ist ihre Aufgabe, automatisch zu beschützen, aber auch in dieser Hinsicht wirkt sich wieder die Regel des unverletzbaren freien Willens der Menschenseele aus: Bitten Sie den Schutzengel nicht um Beihilfe, so wird er nicht über ein gewisses Maß an Beschützung hinausgehen, weil er weiß, dass er Ihnen keine Hilfe 'aufnötigen' darf. Das mag sich sonderbar anhören, aber es beweist gerade, wie weit Gottes Respekt vor Seinen Geschöpfen geht.

Kann ich die Schutzengel anderer Seelen auch dazu beauftragen, dass Sie Ihren persönlichen Menschen helfen sollen. Ich meine, ich sage Schutzengel hilf dem Nachbarn, hilft er dann auch?

Freilich, und zwar deswegen, weil dann wieder die Nächstenliebe eine Rolle spielt. Das einzige Hindernis kann unter Umständen jenes sein, dass der Nachbar vielleicht gar nicht an seinen Schutzengel glauben will und der Engel dann nicht die Fülle seiner Liebe und Hilfe schenken darf. Hat aber Gott mit diesem Nachbarn einen besonderen Plan, so ist es durchaus möglich, dass Er den Engel die Fülle seiner schützenden Kräfte anwenden lässt, zumal da noch eine Bitte von einer Mitseele diese Gnade mit abbezahlt hat, durch ihre Liebe und Fürsorglichkeit.

Zwischen einer Seele und ihrem persönlichen Schutzengel existiert eine sehr besondere Verbindung. Sie können jedoch auch den Schutzengel jeglicher anderen Seele um etwas bitten. Übrigens, Eine zusätzliche Möglichkeit ist jene, dass Sie Maria darum bitten, Sie möge in Ihrer Eigenschaft als Königin und Herrin der Engel den betreffenden Schutzengel beauftragen, etwas Bestimmtes zu tun. Wenn es in dem Sinne Gottes ist, wird Sie diesem Engel den geeigneten Befehl erteilen.

Wenn ich durch Sie Antworten bekomme, wird mir dann die Gnade abgezogen?

Nein, weil ich in der Beantwortung Ihrer Fragen jetzt einen Bruchteil meines Lebensauftrags erfülle, der mir von der Herrin aller Seelen erteilt worden ist. Sie (die Herrin) ist es, die Sie dazu einlädt, Ihre Fragen zu stellen, und Ihre Briefe werden durch die mystische Wirkung der Himmelskönigin in Ihrer Myriam beantwortet. Ich handle im Gehorsam der Herrin gegenüber, und die Antworten fließen aus dem Herzen der Herrin als Gnadenströme, die bezwecken, dass Ihr seelisches Leben wieder einen Schritt vorankommen kann.

Kurz gefasst: Sie verlieren dadurch keine Gnaden, dass ich Ihre Fragen beantworte, denn Maria Selbst regt Sie dazu an, Ihre Fragen zu stellen und lässt mich diese Fragen beantworten. Maria fördert dieses System in jeder aufrichtig gesinnten Seele, weil Sie durch diesen Kanal gerade viele Gnaden zu den Seelen strömen lassen kann. Das ist gerade die tiefe Bedeutung des Begriffs Lichtkette: Die Herrin erschließt in der Seele die Fähigkeit, das Interesse und die Lust, Fragen zu stellen, Sie lädt Ihre Myriam zur intensiven Vereinigung mit Ihr ein, bewirkt durch Myriam die Beantwortung und lässt diese Antworten auch veröffentlichen, damit die Frage einer Seele zur Belehrung sehr vieler Anlass gibt.

Es heißt immer, man kann einen bestimmten Heiligen anrufen. Es soll immer einer sein, der einem ganz nahe steht. Ich würde auch gerne einen Heiligen haben, den ich sehr privat ansprechen kann. Aber da ich so viele habe, fällt es mir so schwer, auf nur einen einzugehen. Kann man Gott Vater darum bitten, dass ein Heiliger auch sichtbar wird für mich?

Jeder Heilige kann Ihnen durch seine bzw. ihre Fürsprache helfen. Leichter für Sie und durchaus kraftvoller wäre es, die Heilige der Heiligen anzurufen, die uns ja für diese Letzten Zeiten mehr denn je als mächtige Führerin geschenkt worden ist: Maria, die Himmelskönigin und Königin der Heiligen. Sie hat mir gezeigt, wie jeder Heilige zu Ihr kommt, um die Bitten der Seelen zu Ihren Füßen niederzulegen. Maria ist es, die letztendlich die Gnaden verteilt, als die Herrin aller Seelen und Mittlerin der Gnaden.

Die Seele kann sich an Gott wenden, an Jesus, an den Heiligen Geist, an den Ewigen Vater. Was den Drei Göttlichen Personen aber weitaus am meisten gefällt, ist das Gebet zu Maria, weil eine Göttliche Verfügung es so vorgesehen hat, dass Gebete, Bitten, Opfergaben, Darbietungen von Sühneleiden usw. vorzugsweise von der Seele durch Maria zu Gott gebracht werden und die Gnaden von Gott durch Maria zu den Seelen. Maria ist von Gott zum Goldenen Tor gemacht worden, durch welches sich der ganze mystische Verkehr am zweckmäßigsten vollzieht. Viele Christen haben dies leider noch nicht genügend erkannt, aber Maria ist für den Verkehr zwischen den Seelen und Gott gleichzeitig Tor, Schlüssel, roter Teppich und Waschanlage. Dadurch, dass Gott Maria zu einer Schlüsselfigur im Heilsverkehr hat machen wollen, erweist Er der Menschenseele die höchste Ehre. Nirgends beweist Gott Seine Liebe zu den Menschenseelen so unverkennbar, wie in der Menschwerdung und den erlösenden Leiden Seines Sohnes und in den Wunderwerken, die Er in Maria und durch Sie vollbracht hat und weiterhin für ewig vollbringen wird.

Liebe Schwester, Gottes Schöpfung ist voller Schönheiten. Die meisten dürfen wir jetzt noch nicht sehen. Von denjenigen, die wir wohl sehen dürfen, sehen wir trotzdem manche nicht, weil sich unsere Augen zu viel an alles Weltliche gewöhnt haben und das wahre Licht (die Werke Gottes) hinter vielen Dingen nicht spüren. Die Seele, die fest dazu entschlossen ist, die vielen Schönheiten zu finden, wird von der Herrin aller Seelen dazu geführt, diese 'anderen' Augen benutzen zu lernen: die Augen der Seele. Wenn man an einem verregneten Tag durch eine schöne Landschaft läuft, erscheint es einem oft so, als wären die Blumen, die Bäume, die Sträucher mit einem grauen Nebel durchwoben, so dass die Farben und Formen nicht alle zur Geltung kommen. An einem sonnigen Tag dahingegen strahlen einem alle Farben leuchtend entgegen. Dieser Unterschied wäre in gewisser Hinsicht auch auf jenen zwischen dem Schauen mit den 'Augen des Körpers' und dem Schauen mit den 'Augen der Seele' anwendbar. In jenem Sinne wünsche ich Ihnen lauter sonnige Tage und schöne Blumengärten auf dem Lebensweg.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 299
Das Apostolat der Herrin aller Seelen als Kanal der Verkündigung der höchsten Eigenschaft der Himmelskönigin – der Widerstand mancher Seelen gegen diese Verkündigung rührt vom Einfluss des Bösen her – Jede Seele kann ihre Lebenswelt mit der Saat des Lichtes befruchten – man kann sich nicht Jesus verschenken und gleichzeitig Maria den Rücken kehren – Über die vollkommen fruchtbare Weihe an Maria

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es freut mich sehr, dass Sie durchgehalten haben, nachdem Ihr Erstkontakt mit unserem Apostolat zu Diensten Mariä Sie anfangs zögern ließ. Die Tatsache, dass Sie dies erwähnen, ebenso wie Ihre Meldung, dass Sie unser Apostolat jetzt so lieb gewonnen haben, erinnert mich an Worte, welche die Himmelskönigin einst zu mir sprach, als Ihr Myriam-Apostolat noch nicht international geworden war:

"Manche Seelen werden von den Belehrungen, die Ich ihnen durch dich zukommen lassen will, anfangs abgeschreckt werden. Von dem gewöhnlichen Stand der Kenntnisse und Erkenntnisse von Gottes Wahrheit heraus wird ihnen die zu überschreitende Schwelle manchmal sehr hoch vorkommen".

Sie hat Recht gehabt. Es hat sich herausgestellt, dass es Seelen gibt, die nicht von ihren langjährigen Ansichten über Gottes Heilswerke und über vieles in Bezug auf die Heilsmysterien, unter anderem (oder besonders) auf jene über Maria, loskommen können bzw. sich nicht trauen, von diesen loszukommen. Es fällt Seelen manchmal schwer, beim Besteigen dieser langen Treppe zu der Fülle der Wahrheit über gewisse Stiegen hinauszugehen.

Die Heilsgeschichte hat nachgewiesen, wie lange es oft dauert, bevor Wissen, das den Seelen von oben durch den mystischen Weg geschenkt wird, allgemein angenommen wird. Das Apostolat der Herrin aller Seelen ist der Kanal der Verkündigung der höchsten Eigenschaft der Himmelskönigin, einer Eigenschaft, die erst jetzt, zwanzig Jahrhunderte nach Christo, von Gott bekannt gegeben wird.

Der Widerstand mancher Seelen gegen den Inhalt dieser Verkündigung geht aus einer Kombination von Faktoren hervor:

   1. aus der Tatsache, dass dieses Wissen erst jetzt, nach so langer Zeit christlicher Evangelisierung, verkündet wird. Manche Seelen bezweifeln deswegen, ob diese Verkündigung überhaupt von Gott kommen kann. Wieso würde Gott dieses Wissen den Seelen denn so lange vorenthalten, wenn es aus der Wahrheit ist? Die Antwort liegt im Ganzen der Texte geborgen, welche die Himmlische Logik hinter Marias Eigenschaft als Herrin aller Seelen und hinter dem ganzen System der Wissenschaft des Göttlichen Lebens eindeutig nachweisen.

   2. aus der Tatsache, dass Maria durch diesen Kanal das Bild, das die Seelen bisher von Ihrer Figur und Ihrer Rolle innerhalb der Heilsgeschichte und der Heilsmysterien hatten, aus einer vollkommen neuen Ecke beleuchtet. Dieses 'neue' Wissen ist nicht 'neu', es wird nur erst jetzt für die Seelen in der Fülle ihrer Komponenten entschleiert, weil diese Entschleierung jetzt Gottes Plänen und Werken dient. Der Ausdruck 'in der Fülle ihrer Komponenten' ist dabei außerdem als ein 'Werk im Aufbau' zu betrachten: Es handelt sich da um eine sich allmählich entfaltende Rose mit sehr vielen Blättern.

Es ist in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen (also auch über Satan und sein Gefolge), dass Maria den Kopf der Schlange zertreten soll, d.h. die Werke der Finsternis endgültig unwirksam machen und den Herrn der Lüge, der Finsternis und des Elends zu Ihren Füßen demütigen soll. Dieser Akt soll die Krönung der Erlösungswerke Christi werden. Er muss jedoch dadurch vorbereitet werden, dass die Menschenseelen zunächst Maria so kennenlernen sollen, wie Sie wirklich ist, in der Fülle Ihres Wesens, Ihrer Eigenschaften und Ihrer Werke innerhalb des Heilsplanes. Gott erschafft alles, will aber Seine Werke immer wieder durch den freiwilligen Einsatz von Menschenseelen 'ergänzt' werden sehen. Aus diesem Grunde soll jede Seele die Erlösungswerke Christi in sich vollenden. Aus demselben Grunde sollte Maria die Gottesgebärerin und Miterlöserin werden. Aus demselben Grunde auch sollen die Seelen jetzt Maria so kennen und annehmen lernen, wie Sie in der Fülle Ihrer Herrlichkeit und Macht ist, weil:

  • Gottes Heilsplan jetzt die letzte Phase seiner Entfaltung erreicht hat;
  • Maria als Herrin aller Seelen jetzt die Fülle Ihrer Macht ausüben muss, weil Sie Führerin im Kampf gegen die Finsternis ist;
  • die Seelen in diesem Kampf voll mitwirken müssen, dazu aber tiefere Erkenntnisse vom Göttlichen Leben und von der Wahrheit und der immensen Wichtigkeit von Marias Eigenschaft als Herrin aller Seelen brauchen.

Jetzt kommt die Herrin aller Seelen, dies alles zu lehren, weil Gott Sie zu uns sendet und die Seelen ohne diese zusätzlichen Kenntnisse den letzten Schlachten mit der immer listiger werdenden Finsternis gar nicht gewachsen sein können. Weil mich der heftige Widerstand mancher Seelen gegen diese Verkündigungen (trotz der Tatsache, dass es sich da um ein vollkommen in sich schlüssiges System handelt) anfangs inneren Kampf kostete, befragte ich damals die Herrin darüber. Sie antwortete:

diese Seelen seien weder von ihrem Gewissen noch vom Heiligen Geist davor gewarnt worden, dass es sich in dieser Verkündigung um irgendwelche Unwahrheit handele, sondern sie seien vom Bösen zu dieser Auflehnung verführt worden, weil die Verkündigung der Herrin aller Seelen und der Wissenschaft des Göttlichen Lebens Satan sehr viel kosten wird, da sie als die letzte Vorbereitung auf den endgültigen Sieg der Frau über die Schlange gilt.

Wie will Gott den endgültigen Sieg Seines Lichtes, Seines Göttlichen Lebens durch die Herrin verwirklichen? Dadurch, dass sich immer mehr Seelen aufrichtigen Herzens dazu entscheiden, sich vollkommen Maria, und durch Sie den Werken des Lichtes, hinzugeben: vollkommene, bedingungslose und ewig dauernde Weihe. Dies bringt mich zu Ihrer Erfahrung mit Jesus, die Ihnen ins Herz gelegt hat, Er wolle nicht Ihre Opfer, sondern Ihr Herz. Sehr richtig haben Sie damals festgestellt, dass die Menschenseele öfters zu leicht davon ausgeht, sie habe ihr Herz Jesus verschenkt. Die Liebe der Menschenseele ist seit der Erbsünde beträchtlich geschwächt. Die Liebe ist das Benzin des Göttlichen Lebens. Der Benzintank jeder Seele weist aber Undichtigkeiten auf, so dass wir das wahre Göttliche Leben nur mit viel Mühe und Not in unserer Seele zustande bringen können. Die Abdichtungsarbeiten halten uns ja ein Leben lang beschäftigt und haben nur in dem Maße Erfolg, wie wir unseren Willen an Gott abtreten, vorzugsweise durch Maria (vollkommene Weihe!), was für ein Wesen, das die Wahrheit und die mit ihr einhergehende Hoffnung öfters nicht sehen kann, kein selbstverständliches Verfahren ist.

Tatsächlich, sobald die Seele der Meinung ist, sie habe ihr Herz vollkommen Jesus bzw. Maria hingegeben, entdeckt sie im eigenen Herzen neue Kammern. Das Wieso ist leichter zu verstehen, wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass das Herz, die Zentrale, durch welche Göttliche Liebe, Gnaden und Göttliches Leben strömen und die Seele ernähren, ein Bauwerk Gottes und dadurch eigentlich unendlich und unbegrenzt ist. Das eigene Herz ist deswegen eines der letzten Dinge, die von der Seele jemals wirklich erschlossen und ergründet werden. Genau aus jenem Grunde versteht es sich sehr wohl, wenn Jesus darum bittet, Ihm eher das Herz als die Opfer zu geben. Opfer kann die Seele auch 'halben Herzens' darbieten. Es gibt Seelen, die jahrelang ihre Kreuze mit sich schleppen und dabei keine Himmlischen Samen, sondern nur die Furchen des schleppenden Kreuzes hinterlassen. Samen fallen nur aus den Kreuzen unseres Alltags, wenn unser Herz in diesen Kreuzen schlägt und bei jedem Schlag etwas von demjenigen ausstößt, was es von Gott in sich gesät bekommt. Jede Seele kann ihre Lebenswelt mit der Saat des Lichtes befruchten, wenn sie nur Tag für Tag die Prüfungen mit der wahren Liebe heiraten lässt.

Deshalb ist Ihre Bemerkung auch gar nicht abwegig, wenn Sie schreiben, Ihre Weihe an Maria sei vielleicht auch nicht ganz fruchtbar, wenn Sie Ihr Herz nicht ausreichend Jesus geschenkt haben. Die Herzen Jesu und Mariä sind durch ein Göttliches Mysterium eins, sie sind in ihren mystischen Wirkungen vereint. Die Seele kann sich unmöglich gleichzeitig unvollständig Jesus und vollständig Maria verschenken oder umgekehrt. Es gibt so viele Seelen, die meinen, sie hätten Jesus so lieb, dabei aber Maria den Rücken zuwenden. Diese Seelen verblenden sich selbst. Genau aus diesem Grunde, liebe Schwester, ist es so bedauerlich und so schmerzlich, dass unsere Schwestern und Brüder des evangelischen Glaubensbekenntnisses sich selbst davon überzeugen, sie seien wahre Christen, während sie Maria verketzern. Wie kann man die eine Seite eines Parfümtropfens lieben und die andere hassen oder verleugnen?

Eine vollkommen fruchtbare Weihe an Maria setzt die restlose Hingabe des Herzens voraus. Gerade im Herzen wird ja die Liebe empfangen, aufbereitet, in das ganze Wesen aufgenommen und zum Weiterleiten vorbereitet. Wenn die Seele Jesus bzw. Maria nicht die Fülle ihrer Liebe schenkt, hält sie dadurch automatisch Teile ihrer wichtigsten inneren Vorgänge zurück und kann sie auch niemals den Heiligungsvorgang vollenden. Man verweigert Gott und der Herrin der eigenen Seele nicht den Zutritt zum Tempel, in dem der Keim der Heiligkeit aufbewahrt wird.

Liebe Schwester, die Weihe, genauso wie die Heiligung, ist eine Frage der ununterbrochenen Selbstüberwindung. Das Selbst wird entleert, der Inhalt an diese Himmlische Kraft abgetreten und es wird im Austausch mit heiligenden neuen Lebensinhalten gefüllt: Es vollzieht sich eine völlige innere Wandlung der Ansichten, der Verhaltens- und Reaktionsmuster, der Erwartungen und Bestrebungen, der Zuneigung und Abneigung, der Welt- und Lebensanschauung, der Empfindung der eigenen Bedürfnisse und sehr vieles mehr. Das alles vollzieht sich durch die Art und Weise, wie die Liebe im Herzen verarbeitet wird. Je reicher sich die Seele an jenen neuen Inhalten fühlt, desto mehr will sie sich entleeren, denn in ihr wird nun das wahre Göttliche Leben wirksam, das sich, wie alles aus Gottes Hand, endlos teilt und vervielfacht.

So ist es zu verstehen, dass die sich heiligende Seele unaufhörlich überfließen und ihre Lebenswelt mit Liebe überschütten kann und trotzdem nicht ärmer, sondern immer reicher wird. Die Vollziehung dieses Vorgangs ist es, um die Jesus Sie gebeten hat. Maria bittet jeden und jede von uns um genau dasselbe. Um diesen Vorgang in den Seelen zu vervollkommnen und zu vollenden, ist Sie uns als die Herrin aller Seelen bekanntgemacht worden und belehrt Sie jetzt jede Seele guten Willens, die Sie als diejenige anzunehmen bereit ist, die Sie wirklich ist. Ich freue mich sehr mit Ihnen, dass Sie dies nach einem so schwierigen Leben haben erfahren dürfen. So werden Sie, und viele mit Ihnen, nie vergessen, wie geduldig die Gnade ist.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 300
Gott schaut nicht an erster Stelle auf dasjenige, was eine Seele sichtbar zustande bringt – Wie kann man physische Krankheiten für Gottes Heilsplan zunutze machen? – die Prüfungen und der Plan, den Gott mit unserem Lebensweg verfolgt

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Ich danke herzlichst für Ihre Worte, die das Herz der Himmelskönigin berühren, weil Sie trotz der Prüfungen so sehr an Sie festhalten. Sie ist Ihnen deshalb auch viel näher, als Sie ahnen können. Sie haben selber bereits erleben dürfen, dass die Gottesmutter für jeden Schritt, den eine Seele macht oder zu machen versucht, Ihrerseits neun Schritte macht, während derer Sie die Seele trägt. Die Seele ist schwach und in vielerlei Hinsicht unwissend. Gott weiß das besser als wir selbst. Deswegen schaut Er nicht an erster Stelle auf dasjenige, was eine Seele tut, leistet, sichtbar zustandebringt, sondern auf dasjenige, was sie aufrichtigen Herzens vorhat und wirklich tun will. Wird sie dann wegen Krankheit oder besonderem Gegenwind aus ihrer Umwelt davon abgehalten, manches wirklich in die Praxis umzusetzen, so zahlt Gott ihr trotzdem den ganzen Lohn aus, denn im Herzen hat sie dies und das für Ihn vollbracht und hat ihren freien Willen dazu eingesetzt, sich Seinen Werken hinzugeben.

Öfters wird eine Seele daran gehindert, dasjenige, was sie an Gutem vollbringen möchte, zu vollenden. Gott liest aber das Herz und weiß sehr wohl, was sich unter bestimmten Umständen verwirklichen lässt und was nicht. Sie können dessen versichert sein, dass Ihre physischen Leiden und die anderen Prüfungen Ihre gültige, sozusagen 'legitime' Währung darstellen, mit welcher Sie Ihren persönlichen Beitrag zu Gottes Werken liefern, in dem Maße, wie Sie diese Leiden und Prüfungen täglich an Maria weihen und diese mit Ihr durchstehen. Sie dürfen das alles als Rosen betrachten, die Sie Maria schenken, Tag für Tag, eine nach der anderen. Jetzt empfinden sie noch wenig anders als die Dornen. Die Blättchen aber werden in Marias Herzen geborgen und dort zu ewig wirksamem Parfüm verarbeitet. Es ist die Kraft des Glaubens, durch welche Sie sich jetzt bewähren. Der wahre Glaube ist es, der es die Seele nicht so wichtig finden lässt, dass sie jetzt das Schöne sieht und empfindet, sondern sie dazu befähigt, sich mit der Aussicht auf den späteren Lohn abzufinden. Der ist ja bekanntlich unendlich viel größer und unvergänglich.

Eine Gnade, welche die Seele auf Erden genießt und die sich auf ihr weltliches Wohl bezieht (körperliche Heilung, Glück bei der Arbeit usw.), ist eine Blume, welche die Seele täglich selber begießen muss, damit sie möglichst lange blüht. Dieses 'Begießen' kann sie nur mit dem Wasser ihrer Tränen. Das heißt nicht unbedingt, dass die Seele traurig sein muss, ganz im Gegenteil, es heißt aber wohl, dass sie ihr irdisches Wohl öfters mit vielen Prüfungen wird bezahlen müssen. Da das menschliche Wesen schwach ist, wird das Wasser, mit dem sie diese Blume begießt, nicht immer rein sein und es wird sie oft sehr viel kosten. Eine Gnade dahingegen, die der Seele auf Erden vorenthalten wird, damit sie ihr erst im Ewigen Leben zufließt, ist eine Blume, die unverwelkbar ist, die sich in der uneingeschränkt fruchtbaren Umgebung des Himmels wie von selbst vermehrt und die nicht von der Seele selbst begossen werden muss. Selig ist aus diesen Gründen die Seele, die sich mit der Verheißung Jesu vertröstet, dass ihr Lohn später groß sein wird.

Lieber Bruder, ich könnte Ihnen das nachfolgende Bild vorhalten: Weltliche Gnaden sind wie Münzen. Gott schenkt sie der Seele, und diese Letztere kann sich frei entscheiden, wie sie mit diesen Münzen umgeht:

  • Sie kann sie in diesem Leben zu Geld machen: sie so benutzen, dass sie irgendeinen Vorteil für die Förderung ihres weltlichen Lebens einbringen, oder
  • sie kann sie sich zusammensparen. Die Sparformel, welche die allerhöchsten Zinsen einbringt, ist die Weihe an Maria. Im vorliegenden Fall heißt dies, dass die Seele den sofortigen Nutzen ihrer Gnaden an Maria abtritt und Sie darum bittet, Sie möge diese Gnaden für die Seele bewahren und der Seele den Nutzen schenken, wenn und wann Sie es will, sogar erst im Ewigen Leben. Durch die Entscheidung, die erhaltenen Gnaden mit Maria zu teilen, entscheidet sich die Seele im Grunde genommen dafür, hier auf Erden mit den Dornen vorlieb zu nehmen und die Rosenblättchen erst später zu ernten, nachdem sie in Marias Herzen in Himmlisches Parfüm umgewandelt worden sind. In Gottes Augen ist das etwas Großes, denn es ist reine Nachfolge des menschgewordenen Christus und der Heiligsten Jungfrau als Schmerzensreicher Mutter.

Lieber Bruder, Ihre große Kraft liegt letzten Endes in der Hingabe gegenüber der Herrin aller Seelen. Sie lehrt die Seelen, wie sie ihre physischen Krankheiten für Gottes Heilsplan zunutze machen können. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Sie die Gelegenheit bekommen haben, drei von den wichtigsten, weil meist verheerenden, spirituellen Entgleisungen der Menschheit durch Ihre physischen Leiden abbüßen zu helfen:

  • Ihr Augenleiden können Sie an Maria weihen und mit Ihr tragen, damit Sie Gnaden freisetzt für die seelische Blindheit vieler für die wahre, traditionelle Wahrheit Gottes.

  • Ihre Atembeschwerden können Sie an Maria weihen und mit Ihr tragen, damit Sie Gnaden freisetzt für die zügellose Sündhaftigkeit der Menschheit, wodurch sie unter der schwarzen Rauchdecke der Sünden erstickt, weil sie den Sauerstoff des Heiligen Geistes aus der Welt verbannt.

  • Ihren Diabetes können Sie an Maria weihen und mit Ihr tragen, damit Sie Gnaden freisetzt für die Empfänglichkeit der Seelen für die Süße der Versuchungen, einen 'spirituellen Zucker', den die Seele gar nicht verträgt und durch welchen sie sich vergiftet.

Lieber Bruder, ob Sie physische Heilung bekommen, kann und darf ich nicht sagen. Die Himmlische Herrin hat auf jeden Fall die Macht, diese für Sie zu erwirken. Eine Heilung, die Sie ohne jeden Zweifel in dem Maße erhalten werden, wie Sie sich Maria hingeben, ist die vollendete seelische Reinigung. Diese Heilung ist die einzige, die ewige Wirkung hat und Ihnen ebenso wie Gott wahre Früchte einbringt. Inzwischen gibt die Herrin aller Seelen Kraft durch völlig neue Hoffnung. Diese Hoffnung lässt Sie in der Seele aufschießen wie Frühlingsblumen, indem Sie die Seele mit dem heilenden Licht von Erkenntnissen bestrahlt, die für sie vollkommen neu sind oder aber zu neuem Leben geweckt werden, nachdem sie hinter den unterschiedlichsten Einflüssen verborgen worden waren. Diese Erkenntnisse sind es, die allem einen völlig neuen Sinn geben. Dieser ganze Vorgang ist einer Bestrahlung der Seele mit Sonnenlicht ähnlich. Die Sinngebung ist es, die in der Seele neues Leben weckt und sie in den Stand versetzt, den Kampf zu Ende zu führen.

Irgendwie lieβe sich sagen: Je schwerer die Prüfungen, desto größer ist der Plan, den Gott mit Ihnen, d.h. im Grunde genommen, mit dem betreffenden Lebensweg verfolgt. Der Gott der Liebe und die Herrin der Himmlischen Schönheit warten darauf, dass Sie Ihr Leben jetzt uneingeschränkt in Ihre Hände geben, damit Sie (Gott und Maria) es dazu einsetzen können, die Welt aus allem Elend befreien zu helfen. Geben Sie sich diesem Zeichen unendlicher Liebe hin. Ich bete inständig darum, für Sie wie ein verborgenes Sternchen sein zu dürfen, dass Ihre Nacht dadurch etwas weniger finster macht, dass es die Existenz des wahren Lichtes bezeugt.

In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam