TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwestern und Brüder in Jesus und Maria,
Manche Briefe sind zeitweise nicht aufrufbar. Zur Zeit der Herrin aller Seelen werden diese nach und nach wieder hochgeladen.
Das Maria Domina Animarum Werk

ANWENDUNG DER WISSENSCHAFT DES GÖTTLICHEN LEBENS

Briefe von der Himmelskönigin an einzelne Seelen
526-600

Auf Einladung der Gottesmutter ist das Verzeichnis der in den Briefen behandelten Themen entfernt worden. Die Himmelskönigin hat aus dem nachfolgenden Grund darum gebeten:
Jeder Brief behandelt von Natur aus unterschiedliche Themen. Deswegen lassen sich sämtliche behandelten Themen kaum in einem Titel fassen. Ein Titel wirkt somit gleichsam einschränkend. An anderen Stellen dieser Webseite haben wir bereits darauf hinweisen müssen, dass es Teil der Art und Weise ist, wie die Gottesmutter Ihre Kinder unterrichten will, dass Sie betont, wie wichtig es ist, dass Seelen selber spontan, freiwillig und aus ihrem eigenen Einsatz und Interesse heraus die Texte studieren. Mit Ihren eigenen Worten ausgedrückt: "Durch Mein Maria Domina Animarum Werk werden die Seelen in den Himmlischen Garten hinein geführt, sollen allerdings durch ihren eigenen freien Willen ihren Weg zwischen den Blumen finden. Gott bildet nur Seelen, und bereitet nur Gnaden für Seelen, nach dem Maß, in dem sie aktiv bei ihrer Bildung und Blüte mitwirken".
Bei den Briefen selbst werden in den Titeln nach wie vor andeutungsweise bestimmte Themen verzeichnet. Diese Andeutungen vertreten keinesfalls den vollständigen Inhalt eines Briefes. Bei der Lektüre der meisten Briefe wird sich herausstellen, dass ihr Inhalt die in ihrem Titel angedeuteten Themen übersteigt.

 

www.maria-domina-animarum.net

Brief 526
Der Wert der Leiden – die Betrachtung der Zeit – der Weg zur Entkräftung vergangener Finsternis – Form und Inhalt der Ehrerbietung – die Formel der Fruchtbarkeit eines Menschenlebens

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Endlich kann ich dazu kommen, Ihnen zu antworten. Die vergangenen Monaten waren aus unterschiedlichen Gründen auβerordentlich schwer. Das gehört ja alles mit dazu, somit danke ich dem Himmel dafür, aber es tut mir sehr Leid wegen der Seelen, die sich manchmal sehr gedulden müssen bevor sie eine Antwort auf ihre Fragen erhalten können.

Einst (es ist lange her) sagte mir die Himmlische Herrin, Sie würde mich so tiefgehend ausbilden, dass ich immer mehr Freude daran finden würde, durch Leiden zu gehen, egal welcher Natur diese auch sein mögen. Sie hat recht behalten. Trotzdem verhindert dies nicht, dass manche Leiden in der Seele keine Freuden hochkommen lassen, sondern bittere Schmerzen. Ich meine die Leiden, die eigentlich aus Sünden und Verirrungen von Mitmenschen hervorgehen. Da machen sich zwei Wege breit: Entweder beachtet man das alles nicht zu sehr, damit man die innere Ruhe und den inneren Frieden bewahrt ('schlieβlich ist es ja nicht meine Sünde gewesen'...), oder man geht bewusst über diese Trasse voller Glasscherben und Kies, reiβt sich dabei gleichsam die Seele auf, weiβ allerdings erst dann mit Sicherheit, dass man dabei ist, seiner Lebensberufung als Christ nachzugehen. Tatsächlich:

Das Kreuz gehört fest zum Leben des Christen, weil die Erlösungswerke Jesu erst dann in unserer Seele erschlossen werden, wenn und in dem Maβe, wie wir unser eigenes Leben mit dem Kreuz Jesu 'Ehe schlieβen lassen'. Solange wir verkrampft sind wegen der Bestrebung, unsere Leiden los zu werden, blüht unsere Seele nicht, sondern wird sie welk, wie eine Blume, die sich sowohl der Sonne als dem Wasser verschlieβt. Unsere Seele ist ja eine Blume, die sich auf keinen Fall dem Göttlichen Leben verschlieβen soll, das ja aus der Liebe (der Sonne) und der Gnade (dem Wasser) seine Existenz und seine Nahrung bezieht. Die Liebe ist die Essenz, der Baustoff, des Göttlichen Lebens, die Gnade ist seine Nahrung, die es erst zum Blühen bringen kann.

Das alles, die Göttliche Liebe und die Gnade, kann nur kraft der Erlösungswerke Christi zu uns strömen. Nimmt die Seele ihre Leiden an, in Liebe und Weihe und ohne Auflehnung, und ist sie bestrebt, diese bewusst in sich zu leben, so schaltet sie sich erst recht in das Erlösungsmysterium ein. Ein verkanntes Geschenk, dass aus Gold besteht, das von der Seele gleichwohl als Blei wahrgenommen wird solange ihr die Liebe nicht das innere Auge entriegelt hat.

Wenn eine Seele zu einem gewissen Zeitpunkt im Kontakt mit einem Mitmenschen etwas erlebt, der Kontakt aber plötzlich abgebrochen wird oder ein Gespräch wegen der unterschiedlichsten Umstände nicht zu Ende geführt werden kann, so kann die Seele tatsächlich geistig noch eine Veränderung bewirken. Wie Sie schreiben, ist die Vergangenheit zeitlos. Die Herrin aller Seelen lehrt ja, dass die Vergangenheit jetzt noch positiv beeinflusst werden kann. Wissen Sie, unsere Zeit ist wie eine Linie, weil wir eben so denken: Dieses geschah erst gestern, jenes aber geschah anno dazumal. Heute fängt erst dort an, wo gestern endet, usw. Für Gott allerdings, ist die Zeit nicht ein Ganzes, das sich aus abgeschlossenen Elementen zusammensetzt, sondern ein flieβendes Ganzes, das dazu nicht einmal in eine bestimmte Richtung flieβt, sondern eigentlich einfach als vollendete Wirklichkeit ungeteilt da ist. Wir könnten es so ausdrücken: Alles ist in allem enthalten. Wäre dies nicht der Fall, so hätten sich die Erlösungswerke Jesu nicht sowohl auf die Vergangenheit als auf die Zukunft ausgewirkt. Diese Erlösungswerke vollzogen sich zu einem ganz genauen Zeitpunkt, wirken sich aber in allen Zeitrichtungen voll aus.

Die Himmelskönigin ruft hin und wieder Seelen dazu auf, vergangene Schwerverletzungen der Liebe an Sie zu weihen bzw. deren Wirkungen jetzt noch abbüβen zu helfen. Es ist in der Vergangenheit vorgekommen, dass Sie mich betont dazu einlud, mir einen sehr harten Film über Grausamkeiten in Konzentrationslagern anzuschauen bzw. ein dickes und recht detailliertes Buch zu jenem Thema zu lesen. Als mir zu gegebenen Zeitpunkten übel wurde und mir das Herz zu brechen drohte, sagte Sie dann einfach, und ich hebe Ihre Worte gerne hervor, weil sie unendlich wichtig sind:

"Das habe Ich ja bezweckt, denn Ich brauche deine Liebesschmerzen, um diesen grausamen Sünden gegen die Liebe Gott und Mitgeschöpfen gegenüber, durch quälende Liebesschmerzen jetzt noch ihre Wirkung nehmen zu helfen. Sehr viel Leid wurde damals nicht geweiht sondern verflucht, und in Gedanken und im Herzen mit Hass und Verwünschung gegen die Urheber desselben beantwortet. Dadurch wurden die Wirkungen der Sünden (der Folter, des Hasses, der Erniedrigung, der gefühllosen Morde, der Entwürdigungen...) noch verstärkt. Das alles hat die Macht des Bösen verherrlicht. Die Liebe kann die Wirkungen jener Sünden jetzt noch ausgleichen helfen".

Welch beeindruckende Lektion. Die Vergangenheit lässt sich also doch irgendwie noch heilen. Es gibt ein Mittel, das unendliche Leid aus vergangenen Tagen für Gottes Heilsplan fruchtbar(er) zu machen und den Triumph des Bösen über all dasjenige, wozu er Millionen von Seelen hat anstiften können, nachträglich zu schwächen. Gewaltige Finsternis hat sich in den vergangenen Jahrhunderten über der Welt, über den Seelen, zusammen gepackt, aber noch ist Rom (man lese: Gottes Reich auf Erden) nicht verloren. Gott hat den letztendlichen Sieg der Fülle Seiner Wahrheit und Liebe verheiβen, und die Herrin aller Seelen lehrt die Seelen nunmehr Ihre Wissenschaft des Göttlichen Lebens als goldenen Weg in den Himmlischen Rosengarten und in die Gründung von Gottes Reich unter uns. So gehört auch diese Regel zu diesen Werkzeugen, mittels derer die Seelen vergangene Finsternis jetzt noch 'sabotieren' helfen können. Das ist etwas auβerordentlich Groβes. Finsternis kann niemals durch mehr Finsternis (Lieblosigkeit als Antwort) vertrieben werden, sondern nur durch Licht. Licht wird durch wahre Liebe, kompromisslosen Gehorsam dem Himmel gegenüber, und voll angenommene und geweihte Leiden erzeugt. Die Erlösung wurde von Jesus genau in Form einer Lichtexplosion vollzogen, aufgrund einer absolut vollendeten Liebe, eines absolut vollendeten Gehorsams, und des absoluten Gipfels voll angenommener und liebevoll getragener und dargebotener Leiden. Somit liegt der Schlüssel zur Schatztruhe genau in den nachfolgenden Worten begraben:

Wollen wir diese Welt aus den Ketten der Finsternis befreien, und dem Bösen seinen unübersehbaren vergangenen Triumphen in den Seelen jetzt noch ihre Glorie rauben, und die Gründung von Gottes Reich auf Erden beschleunigen helfen, so müssen wir die selbstlose Liebe zu Gott und unseren Mitgeschöpfen, den spontanen Gehorsam den Richtlinien der Himmelskönigin gegenüber, und die liebevolle Annahme und Weihe unserer Leiden in Anwendung bringen, nicht ab morgen (morgen kommt ja nie), sondern ab sofort.
Bringen wir eine solche Lebenseinstellung in uns zum Blühen, so wird aus der Saat unserer Seelenblume Gottes Reich hervor kommen.

Wegen Ihrer Frage, ob es einem an Ehrerbietung der Gottesmutter gegenüber fehlt wenn er Ihr manche Gedanken, Gebete, Weihen, Bitten usw. in liegender Position anbietet? Das kommt darauf an. Eigentlich ist die Antwort ganz kurz: In erster Linie bestimmt das Herz den Wert einer Bitte, Weihe usw. In manchen Fällen zieht die Himmelskönigin Worte aus einer Seele, die sich in liegender Position an Sie wendet, Worten aus einer Seele vor, die vor Ihr kniend genau dasselbe sagt oder denkt. Die Verfassung des Herzens ist das Kleid, in welches die Kontakte zum Himmel eingehüllt werden. Ein unreines Herz kann Gott nicht durch eine kniende Haltung des Körpers in die Irre führen. Natürlich heiβt dies nicht, dass es nicht überaus wertvoll sein kann, wenn die Seele der Himmlischen Herrin in ehrfürchtiger Körperhaltung zu begegnen versucht. Ihren bereichernden Wert erhält die Körperhaltung allerdings nur dann, wenn das Herz an und für sich bereits den Duft der wahren, aufrichtigen Ehrfurcht um sich herum verbreitet. Ich weiβ aus Erfahrung, dass die Himmelskönigin einen groβen Wert darauf legt, wenn sich die Seele zur Selbstüberwindung dazu zu bewegen versucht, wenn sie überhaupt physisch dazu imstande ist, in jedem Kontakt mit dem Himmel auf die Knie zu gehen.

Interessanterweise bemerken Sie, dass Sie die Entscheidung zu Ihrem Brief auβergewöhnlich finden weil Sie zunächst nicht vorhatten, zu schreiben, Sie dennoch gleichsam dazu gedrängt wurden. Einst nannte Sich die Himmelskönigin mir gegenüber 'Herrin von Gottes Vorsehung'. Sie meinte damit, dass der Allerhöchste Ihr eine riesige Macht in der Lenkung unseres Lebens geschenkt hat, wenn wir Sie nur gewähren lassen. Sie kann jede(n) von uns auf dem kürzesten Weg in die Himmlischen Rosengärten hinein führen. In dem Maβe, wie sich die Seele für Ihre Lenkung aufschlieβt, kann Sie die Seele in Richtung eines gewissen Verhaltens führen, das auf irgendwelche Weise heilvoll werden kann, entweder für die Seele selbst oder für andere Seelen. Ein kleines Beispiel: Die Herrin kann Ihnen einflüstern, einen gewissen Brief an Ihre Myriam zu schreiben, weil Sie ja bereits weiβ, was Sie anschlieβend Ihrer Myriam einflüstern möchte, und wenn diesen beiden Einflüsterungen Folge geleistet wird, kann Sie Ihr wundervolles Strickwerk fortsetzen. Sie verstehen schon, was ich meine.

Viele Seelen glauben, es gäbe keine Wunder mehr. Trotzdem bezeuge ich jeden Tag Wunder, nicht weil Gott diese nur vor meinen unwürdigen Augen vollziehen würde, sondern weil meine Wahrnehmung bereit ist, Wunder zu sehen wenn und wo sie geschehen. Sehr viele Wunder sind verschleiert, weil Gott die Seelen dazu anregen möchte, sich für Seine Werke wirklich aufzuschlieβen. Der Schleier lässt sich nur durch aufrichtigen Glauben, einfache Liebe und feste Hoffnung wegnehmen. Die Seele, welche diese drei Fenster der Seele (Liebe, Glauben, Hoffnung) weit zu öffnen versteht, sehnt sich bald nur noch nach Erschlieβung ihres Bodens für die Himmlische Blüte. Alle ihre Fragen beziehen sich dann letztendlich nur noch darauf, wie sie die aufrichtige und selbstlose Liebe, den wahren Gehorsam Gott gegenüber, und das liebevolle Leiden in sich immer üppiger blühen lassen kann. Wahrscheinlich lieβe sich die wahre Fruchtbarkeit eines Menschenlebens vor dem Hintergrund von Gottes Heilsplan in dieser Formel einfangen:

selbstlose Liebe

       + kompromisslosen Gehorsam

               + geweihte Leiden

                      + festen Glauben

                              + wahre Hoffnung

= Heiligung der Seele

        = letztendliche Vollendung der wahren Lebensaufgabe

                 = ewige Glückseligkeit für die Seele selbst

                         = Höchstbeitrag zur Vollendung von Gottes Heilsplan

                                  = Gründung von Gottes Reich des Friedens auf Erden

Im Licht dieser kleinen Prise Himmlischer Mathematik wünsche ich Ihnen den Ewigen Frühling in der Seele, der jenen geschenkt wird, die sich wahrhaftig nach dem Sommer der wahren Liebe sehnen. Die einzige Voraussetzung dazu ist, dass die Seele dazu bereit ist, ihren Boden so bearbeiten zu lassen, dass die wahre Fruchtbarkeit erzielt werden kann. Sonst wird es in ihr ohnehin nie Frühling. Der weitaus zweckmäβigsten Bearbeitungsmethode unterzieht sich die Seele in der vollkommenen, bedingungslosen und ewig währenden Weihe an Maria, die Herrin aller Seelen. Sie ist es, die den Pflug bedient, durch welchen unseren Seelenboden gelockert wird und dadurch sämtliche Steine und sämtliches Unkraut aus ihm entfernt werden können.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 527
Vollkommene Weihe an Maria als verkörperte Selbstverleugnung – Wie die Seele ein Werk ihres irdischen Vaters 'vollenden' kann

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Ihr Brief ist für mich herzerwärmend. Ein Groβteil der dem Himmel dargebrachten Opfer ist ja nicht ganz selbstlos. Wenn ich nun Ihr Anliegen erfahre, das Sie vor Maria bringen möchten, das von Ihnen abgelegte Gelübde, und die ganze Begründung desselben, so springt gleichsam mein Herz vor Freude.

Sie möchten der Herrin aller Seelen gegenüber das Gelübde gestalten, lebenslänglich keinen Tropfen Alkohol mehr zu trinken, damit die von Ihnen benannten Verwandten den Weg in die Kirche zurückfinden, und als Opfer für Ihr Vaterland Frankreich, das sich – wie Sie es ausdrücken – dringend bekehren muss.

Die ganze Umrahmung dieses Gelübdes ist eigentlich wunderbar. Einst hat Ihr geliebter Herr Vater, wie Sie es ausdrücken, als freiwilliger Soldat in der französischen Afrika-Armee unter britisch-amerikanischer Führung die deutsche Wehrmacht bekämpft. Er habe sich somit in einem weltlichen Rahmen freiwillig für einen Kampf gegen eine Situation eingesetzt, die allgemein als Ausdruck der Finsternis eingestuft wurde. Sie betrachten es so, als habe sich der Herr Vater als Held betragen, während Sie selber gar nichts im Kampf gegen die Finsternis vorzuzeigen hätten.

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass Ihre eigene erste Heldentat wohl diese gewesen ist, den Bund der vollkommenen Weihe der Himmelskönigin gegenüber einzugehen und diesen tagtäglich zu gestalten. Ich könnte es kaum überbetonen, wie groβ es in Gottes Augen ist, wenn sich eine Seele völlig und ganz mit ganzem Wesen und ganzem Leben der Gottesmutter verschreibt. Das richtig gelebte Leben als an Maria geweihte Seele ist eine allumfassende Opfergabe, da richtig gelebte Weihe nichts weniger als die vollkommene Verleugnung des Selbst, der eigenen Bedürfnisse ist. Das ganze Wesen und das ganze Leben werden dabei gleichsam zum Brennholz gemacht, das Tag für Tag dem Feuer der Liebe zu Gott, zu Seinen Werken und zu den Mitgeschöpfen zugeführt wird: Die geweihte Seele opfert sich ununterbrochen auf, damit sich Gottes Heilsplan möglichst bald vollenden kann und somit der Zustand des wahren Glücks für jedes Geschöpf auf Erden vorangebracht werden kann. Die vollkommene Weihe an Maria, wenn diese in allen Einzelheiten des Lebens richtig gelebt wird, ist nichts weniger als ein Bund, kraft dessen sich die Seele bewusst und freiwillig völlig aufzulösen bereit ist. Ein solches Leben kann nur in dem Maβe erfolgreich und fruchtbar werden, wie die Seele nicht mehr daran interessiert ist, wie es ihr selber geht, sondern immer mehr daran, wie es den Mitgeschöpfen geht und in wie weit sich Gottes Heilsplan verwirklicht. Vollkommene und bedingungslos gelebte Weihe an Maria ist die Anwendung der vollkommenen Selbsthingabe schlechthin.

Die Opfergabe wird Maria hingebracht, weil Ihr sozusagen die konkrete Ausführung von Gottes Heilsplan anvertraut worden ist, und Sie dieser Aufgabe durch Einbauen sämtlicher Ihr geweihter Prüfungen (Kreuze) gerecht werden muss. Dabei setzt sich die Aufgabe der geweihten Seele hauptsächlich aus zwei Komponenten zusammen:

  • Die Seele soll jede Empfindung des Körpers, des Herzens, des Geistes und der Seele, und all dasjenige, was sie um sich herum feststellt, hemmungslos, spontan, freiwillig und beharrlich in Marias Hände legen. Somit wird das ganze Leben zu einer einzigen Opfergabe;

  • Sie soll dies alles durch und durch bewusst, allerdings ohne jegliche Verspannung in Anwendung bringen. Das wird sie nur in dem Maβe tun können, wie sich in ihr die Liebe vervollkommnet. Die wahre Liebe bannt jegliche Verspannung aus und macht das ganze Verhalten der Seele zu etwas Natürlichem. Anders ausgedrückt: Die Seele soll dazu kommen, ihre Weihe als Ausdruck ihrer wahren Persönlichkeit in Anwendung zu bringen. Die Weihe darf nicht im Geringsten als etwas empfunden werden, dass die Seele sich 'auferlegt', sie muss ganz spontan gestaltet werden. Aus diesem Grunde kann eine richtige Weihe an Maria nie ohne die engste Beziehung der Seele zur Gottesmutter in jeglicher Einzelheit des Lebens erfolgreich und fruchtbar für das eigene Heil und das Heil der ganzen Schöpfung werden. Ohne beharrliches Gebet um ständige Durchströmung der Gnade zur geweihten Seele hin, läuft nichts. Keine Weihe kann standhaft bleiben wenn die Seele Diejene loslässt, Der sie sich verschrieben hat.

Die wahre Weihe an Maria 'sitzt Ihnen im Blut', das darf ich Ihnen voller Freude schreiben. Aus diesem Grunde wird die Herrin aller Seelen Ihr Vorhaben reichlich segnen. Sie haben sich offensichtlich zum Ziel gesetzt, dasjenige, was der Herr Papa geleistet hat, im spirituellen Bereich zu wiederholen, sei es selbstverständlich in einem völlig anderen Kontext. Dadurch, dass Sie Ihre Weihe an Maria so intensiv in jede Einzelheit Ihres Alltags einzubauen versuchen, bekämpfen Sie die Finsternis in der ganzen Schöpfung. Die Früchte eines solchen Kampfes werden nicht nur Frankreich, sondern der ganzen Schöpfung Nutzen einbringen. Richtig gelebte Weihe an Maria ist tatsächlich in ihrem tiefsten Wesen gerade das: ein lebenslänglicher Kampf gegen die Finsternis. Die Maria geweihte Seele wird deshalb auch bald feststellen können, dass ihr Lebensstil dem Bösen nicht besonders gefällt, da dieser ihm mächtig in die Quere kommt. Er wird diese Seele mit allen denkbaren Mitteln davon abzuhalten versuchen, ihre Aufgaben im Dienst an die Himmelskönigin zu erfüllen. Das haben Sie in den letzten Jahren übrigens in Erfahrung bringen müssen. Es hat Sie allerdings nicht davon abgehalten, den Kampf noch zu verschärfen. Eben das ist es, was mir solche groβe Freude bereitet. In meiner Wenigkeit freut sich ja Maria Selbst darüber.

Vielleicht haben Sie dies bereits erkannt, vielleicht auch nicht, aber irgendwie sind Sie dabei, einen Kreis zu schlieβen (d.h., ihn zu vollenden). Der Herr Vater hat die Finsternis bekämpft, in der Wüste, und im weltlichen Kontext eines Krieges. Sie selber sind dabei, die Finsternis zu bekämpfen im rein spirituellen Kontext der vollkommenen Weihe an Maria und mit den Waffen dieser Weihe: Gebet, Aufopferungen und Verleugnung eigener Bedürfnisse, Kampf für die Erhaltung der traditionellen Werte innerhalb der Kirche. Sie haben das Gelübde, das diesem 'spirituellen Krieg' zugrunde liegt, mitten in einer Wüste von Begebenheiten abgelegt, die Ihnen in letzter Zeit manchmal das Gefühl vermittelte, Ihr seelisches Leben sei völlig ausgedorrt. Aus jener Wüste heraus, haben Sie Ihrerseits einem Besatzer den Kampf angesagt: dem Besatzer, der unzähligen Seelen die wahre Freiheit raubt. Sie geben diesem Besatzer mehrere Namen: Modernismus, Liberalismus, Rationalismus, und noch einige andere... Tatsächlich, letztendlich sind dies die Divisionen einer selben Armee: jener der Finsternis. Sie gehen teilweise über verschiedene Wege an die Front, setzen teilweise verschiedene Waffen ein, aber letzten Endes dienen sie alle einem selben Diktator und einem selben Ziel: dem Bösen und seinen Zerstörungswerken an Seelen und Schöpfung.

Den Kreis werden Sie auch dadurch schlieβen, dass Sie im Grunde genommen dem Himmel einen Ausgleich für diese Schwäche anbieten, welcher der Papa letztendlich anheim gefallen ist: Der Vater war Alkoholiker, und starb an Leberzirrhose. Die Leber ist im Körper das Organ, das als die groβe Reinigungsanlage betrachtet werden kann, in welcher die unterschiedlichsten Substanzen, die dem Körper schaden können, unwirksam gemacht werden. Die Reinigungsanlage kann auch selber an einem Übermaβ an Schadstoffen zugrunde gehen. Etwas Ähnliches kann auch auf seelischer Ebene erfolgen. Die Seele kann sehr schwer unter 'Vergiftung' leiden, wegen eines Übermaβes an Einflüssen, die auf sie zukommen und die dem seelischen Leben in engster Verbindung mit Maria bzw. mit Jesus/Gott nicht zuträglich sind. Eine Maria geweihte Seele kann so schwer unter Unverständnis und unsinnigen Kritiken zu leiden bekommen, dass ihr so ist, als wäre sie dauernd beladen, verschmutzt und vergiftet. Diese Empfindung haben Sie in letzter Zeit öfters gemacht.

Das einzige Heilmittel haben Sie durch Führung von Seiten der Gottesmutter Selbst gefunden: Sie haben sich noch enger Maria und den Zielsetzungen von Gottes Heilsplan verschrieben. Nur dort liegt die wahre Heilung, die Entgiftung, die Freude, die Hoffnung auf den Tag, an dem das wahre Licht nicht länger als Finsternis betrachtet wird – von Seelen, die vom wahren Licht so sehr geblendet sind (weil sie es nicht ertragen können), dass ihre Augen in allem schwarze Flecken oder gar nichts anders mehr als schwarz sehen. Das Licht greifen sie an, die wahre Finsternis sehen sie ja nicht einmal mehr.

Ich kann Sie von Herzen beruhigen, lieber Bruder. Die Herrin aller Seelen segnet Ihr Vorhaben und Ihr lebenslängliches Gelübde sehr gerne. Wie gerne verweise ich an dieser Stelle auf den so ermutigenden Brief 526, in dem die Himmelskönigin noch einmal darauf hinweisen lieβ, dass so viel Finsternis der Vergangenheit in der Gegenwart noch ausgeglichen werden kann. Gerade jetzt weisen Sie durch Ihren Brief nach, wie eine Seele dies in der Praxis ihres Lebens anwenden kann, indem sie gleichsam das Leben des eigenen Vaters irgendwie zu ergänzen und etwas von der Gestaltung dessen Aufgabe zu 'vervollkommnen' weiβ, d.h. versuchen kann, dies alles auf einer 'höheren' Ebene fortzusetzen und mithin eine Schwäche auszugleichen.

Das Schöne dabei ist, dass Sie selber dies nicht vollkommen bewusst so in Angriff genommen haben, sondern dass dies alles aus einer Antwort Ihrer Seele auf eine Führung von Seiten der Göttlichen Vorsehung hervorkommt. Wunderbar. Gerade solche Entwicklungen im Leben zeigen, dass es auch jetzt noch Wunder gibt. Die gröβten Wunder sind ja diese, durch welche Gott eine Seele dazu zu bewegen vermag, durch die Aufopferung ihres Selbst zu einem Brücklein zu werden, über welches Gott einen Strahl Seines Lichtes dorthin führen kann, wo einst Finsternis war bzw. wo jetzt die Finsternis zügellos wuchert. Deshalb gehört auch die richtig gelebte Weihe an Maria zu den gröβten Wunder dieser Zeit: Sie gestaltet ja die Seele so um, dass diese zu einem spirituellen Sonnenkollektor wird, in welchem Gott den Strom Seines Lichtes und Seiner Wärme besonders für jene Stunden und jene Situationen speichert, in denen Kälte, Hoffnungslosigkeit und Finsternis Seine Werke bedrohen.

Selbstverständlich verbinde ich mich gerne mit Ihrer Anstrengung. Gottes Heilsplan braucht jetzt jeden Akt der Selbstverleugnung, die Ihm in der Umrahmung vollkommener Weihe an Maria freiwillig, liebevoll und zu spirituellen Zwecken dargebracht wird. Diese Selbstverleugnung ist das Gold, mit welchem in dieser finsteren Ära die Befreiung der Seelen losgekauft werden soll. Auf jede dieser Goldmünzen hat Jesus Sein Bildnis geprägt. Die Schatztruhe hinterlieβ Er ja den Seelen in der Stunde, in welcher Er die Selbstverleugnung in den Schlüssel zur Vorratskammer der Gnaden ewigen Heils umschmiedete.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 528
Beantwortung einer Bemerkung in Bezug auf die Gebetstage zugunsten der Tiere

Anlass dieses Antwortbriefes ist eine Mail, in der es heiβt: "Bei allem Respekt vor der Schöpfung und vor allem vor den Tieren hängt unser Seelenheil nicht vornehmlich von den Tieren ab, wenn diese auch eine große Rolle für den Menschen spielen. Vielleicht sollten Sie auch zu einen Gebetstag aufrufen gegen die Verfolgung der Christen".

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Vielen Dank für Ihre Mail.

Die Gottesmutter lässt mich Ihren Brief gleich beantworten in der Absicht, einiges richtig zu stellen, weil Sie – trotz der Tatsache, dass Ihre Bemerkung was das Beten gegen die Verfolgung der Christen betrifft, selbstverständlich begründet ist – offensichtlich den wahren Sinn des ganzen Projektes der Himmelkönigin zugunsten der Tiere, mit den Gebetstagen ebenso wie mit der Schrift Die Bächlein des Heils, nicht richtig verstanden haben dürften.

Die Notwendigkeit von Gebeten gegen die Verfolgung der Christen ist mir durchaus bekannt. Das dürfte sich übrigens aus dem Ganzen der Schriften auf der Maria Domina Animarum Webseite ergeben. Gerne einiges zur Erläuterung, in der Hoffnung, dass die Motive der Himmelskönigin den Seelen im Allgemeinen dadurch etwas besser einleuchten können :

  • Nicht ich, sondern die Himmelskönigin entscheidet über dasjenige, wozu auf der MDA-Webseite aufgerufen wird. Manche Seelen berücksichtigen nicht ganz die Tatsache, dass dieses Apostolat in seiner Quelle sowie in seinen Auswirkungen kein Werk von Menschen ist. Jegliche Veröffentlichung und jeglicher Aufruf erfolgt somit auf Inspiration der Ewigen Weisheit, die alles sieht und die auch in absoluter Vollkommenheit alle Folgen abschätzen kann, welche jegliche Entgleisung in dieser Welt auf das Heil der Seelen haben kann bzw. bereits hat;

  • Die Seelen, die sich wirklich in der ganzen Materie der auf der Webseite unserer Himmelskönigin angebotenen Schriften vertiefen, erkennen gleich, dass unser christliches Erbgut der Beschützung im Gebet bedarf, schon wegen der Tatsache, dass es Träger der einzigen Wahrheit Gottes ist. In dem Maβe, wie sich die Seelen tatsächlich gemeinsam zu einer Lichtkette umschmieden lassen, so wie Sich die Herrin aller Seelen diese herbei sehnt, wird das Christentum wie von selbst zu einer Burg von Licht, die sich nicht mehr einnehmen lässt. Dazu bedarf es allerdings der Anwendung des wahrhaftigen, traditionellen Christentums, im Sinne der Schrift Testament des Bundes;

  • Es hat in der Geschichte mehrere eindeutige Beispiele dafür gegeben, wie ein Anrufen der Gottesmutter durch Gruppen von Seelen, die sich im Glauben aneinander schlossen, schwere Bedrohungen der Christen schlagartig brach. Sie dürften verstanden haben, dass Marias Aufruf zur Bildung einer Lichtkette, wie Sie diesen quer durch sämtliche Schriften auf dieser Webseite verlautbaren lässt, letztendlich nichts anders ist als eine Einladung an die Christen, sich aneinander zu schlieβen zwecks Erhaltung des wahren Christentums und Lähmung jeglicher finsteren Kraft, die sich gegen das Licht Christi richtet;

  • Die Herrin aller Seelen hat die Gebetstage für die Tiere mit durchaus berechtigtem Grunde eingesetzt. Wo viele Seelen schon die Notwendigkeit vieler Dinge sehen, welche die Menschenseelen direkt angehen, so sehen nur die Allerwenigsten, wie sehr sich diese ganze Welt ändern würde, wenn den Tieren mehr Respekt und vor allem mehr einfühlsame Liebe entgegen gebracht würde. In diesem Sinne wird in den Bächlein des Heils ebenso wie im Aufruf zu den Gebetstagen zugunsten der Tiere eine Lücke ausgefüllt, die von den allermeisten Seelen sogar niemals erkannt wird, und dies mit verheerenden Folgen für die ganze Schöpfung.

    Ich kann verstehen, dass es vielleicht der erschütternden Empfindung von Visionen bedarf, in welchen man die Gottesmutter weinen sieht wegen des immensen Gnadenverlustes auf dieser Welt durch die Art und Weise, wie mit Tieren umgegangen wird, um diesen Aufruf wirklich zu verstehen. Leider. Vergessen wir nicht, dass dieser Aufruf nicht nur den Tieren nützt, sondern letztendlich dem Gnadenstand der Menschenseelen,  und zwar in einem Ausmaβ, von dem mir die Gottesmutter versichert hat, dass keiner dieses ahnen kann. Ich für mein Teil habe nach jenen mystischen Erfahrungen Marias Anordnung, zu einem monatlichen Gebetstag für die Tiere aufzurufen, mit Freudentränen begrüβt;

  • Mich schmerzt jedes Unverständnis wegen des Aufrufes zu den Gebetstagen zugunsten der Beziehungen zwischen den Seelen und den Tieren, und wegen des überhaupt wundervollen Geschenkes des Buches Die Bächlein des Heils, vielleicht noch am tiefsten aus diesem Grunde: Dass sich aus der wahren Liebe zu den Tieren in hohem Maβe die Entwicklung einer Menschenseele im Göttlichen Leben ablesen lässt. Dies ist nicht meine persönliche Ansicht, sondern die These des Himmels Selber, wie man diese den Bächlein des Heils eindeutig entnehmen kann. Ich kann Ihnen somit versichern, dass ich mit diesen Worten durchaus keine Bewertung Ihrer persönlichen seelischen Entwicklung beabsichtige: Dies stünde mir am Allerwenigsten zu, und auβerdem verstehe ich, dass es nicht Ihre Absicht ist, mit Ihrer Bemerkung den Gebetsaufruf zugunsten der Tiere an und für sich herab zu würdigen;

  • Sagt nicht bereits das Evangelium, man kann sehr wohl das eine tun und das andere nicht lassen? Von Herzen begrüβe ich jede Anstrengung von Seelen, wegen der Verfolgung der Christen zu beten. Dazu wurde ich selber bereits vor vielen Jahren von der Gottesmutter aufgerufen, und dazu hat Sie mir auch mehrere Gebete inspiriert (schauen Sie sich lediglich die Kategorie der Myriam-Rosenkränze an, und Sie werden feststellen, wie sehr die Gottesmutter durch meine Wenigkeit bereits zum Gebet zur Stärkung des Christentums aufgerufen hat). Gerne leite ich diesbezüglich noch diese beiden Denkanstöβe aus dem Herzen der Himmelskönigin weiter:

      1. Jede Seele, die sich inbrünstig Maria weiht und ihr Leben als geweihte Seele in allen Einzelheiten ihres Alltags ernst nimmt, sammelt automatisch Gnaden, die zur Stärkung des Christentums gespendet werden und auf deren Grundlage Gott Sich die Festung des wahren Glaubens erbaut. Die richtig gelebte vollkommene Weihe an Maria zielt ja völlig und ganz auf den endgültigen Sieg vom Licht über die Finsternis ab. Sollten mehr Seelen dies richtig erkennen, so würden auch mehr Seelen die Begründung der Tatsache erkennen, dass die Herrin aller Seelen durch dieses Apostolat unaufhörlich zur vollkommenen Weihe an Sie aufruft. Die Seele, die die vollkommene Weihe an Maria richtig lebt, ist ein lebendes Gebet, das genau nach Gottes Ermessen für und gegen all dasjenige angewandt wird, das Er zu jeder Zeit für angebracht hält;

      2. Vergessen wir nie, dass die Verfolgung der Christen nicht nur von Nichtchristen ausgeht, sondern auch (und in Gottes Augen ist dies noch schlimmer) von Seelen innerhalb unserer eigenen Glaubenstradition, die diejenigen angreifen, die sich für die Erhaltung des – bzw. für die Rückkehr zum – wahren, traditionellen Christentums einsetzen, in welchem nur Gott und Seine uralten (zeitlosen) Werte im Mittelpunkt stehen. Wer die Thesen der Wissenschaft des Göttlichen Lebens breit und tief studiert, weiβ sehr wohl, was die Gottesmutter hiermit meint.

      3. Jeder Christ, der sich in dieser von liberalistischem Denken geprägten Welt für die Verkündigung der Fülle der Wahrheit, d.h. der auf den traditionellen christlichen Wurzeln basierenden Lehren und der Inspirationen des Heiligen Geistes, die genau zu derselben Tradition passen, einsetzt, wird verfolgt. Die Herrin aller Seelen hat auch meiner Wenigkeit die schwersten Verfolgungen vorhergesagt, und Sie hat Recht bekommen. So ist es, weil dies genau zu Gottes Plan passt. So wirkt halt die Finsternis.

    Die Finsternis ruht nie solange sie Licht spürt, und jede Seele, die das christliche Erbgut aufrichtig ins Herz geschlossen hat, vergegenwärtigt auch in unterschiedlichem Grade Christus. Der Finsternis ist dies ein Anstoβ. Vergessen wir nicht:

      • dass der Christ automatisch dem Risiko der Verfolgung ausgesetzt ist, wegen der Art und Weise, und der Quelle, seiner Lebensbetrachtung;

      • dass Verfolgung viele Gesichter hat. Viele lassen sich auch in unserer Mitte Verfolgung gegen Mitchristen zu Schulden kommen, ohne dass sie dies erkennen (weil sie das wahre Licht verkennen bzw. nicht jeden Aspekt desselben erkennen und somit in einem gewissen Ausmaβ verblendet sind);

      • dass wir es gröβtenteils den Verfolgungen der Christen durch alle Jahrhunderte zu verdanken haben, dass wir überhaupt noch das Christentum leben können. Jesus Selbst lieβe Sich gleichsam als 'der erste verfolgte Christ' bezeichnen. Er musste diese Verfolgungen annehmen und durchstehen, damit die Saat der Erlösung in die Seelen gesät wird.

Lieber Bruder, mir ist klar, dass Ihre Bemerkung aus einem aufrichtigen Herzen stammt, und dass Sie diese nicht als Vorwurf gemeint haben. Trotzdem hat die Gottesmutter Ihren Brief dazu aufgegriffen, allen Seelen einiges nahe zu legen, das leicht übersehen wird. Maria lässt zum Schluss darauf hinweisen, dass Ihre (= Marias) diesbezügliche Antwort keinesfalls als Anlass zu irgendwelcher Polemik aufgegriffen werden sollte. Mit dem vorliegenden Antwortbrief hat Sie lediglich einiges erläutern wollen, damit jede Seele erkennen kann, dass Bewertungen von uns, Menschen, sehr oft neben der Wahrheit liegen, wegen der Tatsache, dass wir nie die Fülle der Perspektive erkennen können, aus welcher Gott Selber bzw. die Gottesmutter die Welt, den Gnadenstand der Seelen und die Entwicklung von Gottes Heilsplans betrachten.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 529
Die tiefe Bedeutung der Anrufung "Erwirke uns vollkommene Vergebung, Reinigung und Wiedergeburt"

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Gottesmutter begrüβt die Weihe einer Seele an Sie in dem Maβe, wie diese Seele ihr ganzes Leben und ihr ganzes Wesen in den Dienst der Verwirklichung von Gottes Heilsplan zu stellen bereit ist. Konkret heiβt dies, dass die Seele in erster Linie die Verfassungen der Gottesmutter in sich zum Leben erwecken lässt, mit der eigenen beharrlichen Mitwirkung von Seiten der Seele selbst. Das Maria Domina Animarum Werk wurde dazu ins Leben gerufen, den Seelen die Wege zu zeigen, Maria wahrhaftig nachzufolgen, weil Sie ja die von Gott am meisten begnadete Seele war. Sie war ein makelloser Spiegel von Gottes Licht, wegen Ihrer vollkommenen Anwendung der Liebe und aller Tugenden in Ihrem Alltag. Unter anderem in Marias Tempel und in der Unverwelkbaren Blume von Galiläa wird die fruchtbare Nachfolge Mariä veranschaulicht.

Genau in demselben Sinne wird von jeder Seele – und zwar in dieser Zeit noch mehr als je zuvor – erwartet, dass sie in ihrem Alltag, in ihrem Arbeitsfeld und in ihrer Freizeit Hoffnung, Ermutigung, Liebe und Vertrauen zu Gott und den Werken Seiner Vorsehung um sich herum verbreitet. Gott setzt alles daran, die Seelen durch die Himmelskönigin all dasjenige zu lehren, was sie brauchen, um die Erlösungswerke Christi in sich wahrhaftig zu erschlieβen, damit diese Göttliche Saat den richtigen Boden für ein üppiges Wachstum findet. Eine Seele, die sich selber vollkommen in Gottes Sinne zu erschlieβen weiβ, nach den Belehrungen der Herrin aller Seelen, findet eines Tages in sich den wahren Frieden, die innere Ausgewogenheit und die wahre Hoffnung derer sie bedarf, um auch für ihr Umfeld ein Licht zu sein, das Geborgenheit ausstrahlt. Genau dort liegt das Geheimnis um Seelen aufzuschlieβen und auch sie für ein seelisch fruchtbares Leben bereit zu machen.

Es gilt in dieser Zeit mehr als je zuvor, unsere Mitseelen von Gottes Licht erfüllen zu helfen, durch dasjenige, was wir sind und ausstrahlen. Nichts verbreitet mehr Licht als eine Seele die wahrhaftig und aufrichtig liebt, glaubt und hofft. All dasjenige, was Seelen Angst macht, sie verunsichert, beunruhigt und bzw. oder sie an der vollendeten Liebe in Gottes Vorsehung zweifeln lassen kann, ist Gottes Plänen mit den Menschenseelen nicht zuträglich.

Es freut mich, dass Sie wegen der so machtvollen Anrufung nachfragen:

"Maria, mächtige Herrin aller Seelen,
erwirke uns vollkommene Vergebung, Reinigung und Wiedergeburt"
.

Eine Seele in Ihrer Bekanntschaft hat ein Problem mit dem Wort 'Wiedergeburt'. Betrachten wir diese Anrufung etwas näher, damit die wahrhaftig Himmlische Kraft, mit welcher sie geladen ist, richtig zutage treten kann:

Die Himmelskönigin verspricht groβe Gnaden bei einer beharrlichen Anwendung dieser Anrufung: Durch diese Anrufung werde Sie Seelen retten für die Ewige Glückseligkeit. Das versteht sich viel besser, wenn man den tiefen Sinn und die tiefe Bedeutung der Anrufung ergründet. In dieser Anrufung wird die Herrin aller Seelen darum gebeten, Sie möge der Seele (mitsamt denjenigen, für die sie gebetet wird) vollkommene Vergebung, Reinigung und Wiedergeburt erwirken. Schauen wir mal, was es mit demjenigen, worum gebeten wird, auf sich hat:

  • vollkommene Vergebung: Jede Seele braucht jeden Tag Gottes Vergebung. Jeder Tag setzt sich aus Tausenden von Augenblicken zusammen. Unzählige Handlungen werden vorgenommen, gewöhnlich werden viele Worte gesprochen (in einer Lebenssituation zwar mehr als in einer anderen), unzählige Gedanken und Gefühle kommen hoch bzw. leben im Herzen, viele Wünsche können gehegt werden, so einiges geistert unbewusst in uns herum... In all dem kann sich die Seele versündigen oder kann sie Untugenden anheim fallen. Jede Handlung, jedes Wort, jeder Gedanke, jeder Wunsch, in welchen die Seele nicht nur reine Liebe vorherrschen lässt, bildet bereits eine Abweichung von Gottes Gesetz, wie gering manchmal auch immer. Sünde ist der absolute Gegenpol der Liebe. In dem Maβe, wie die Liebe vollkommen wird, bannt die Seele die Sünde zweckmäβiger aus ihrem Leben aus, weil die Liebe sie daran hindert, noch gegen Gottes Gesetz zu verstoβen.

    Für jeden Verstoβ, ob groβ oder klein, braucht die Seele Vergebung von Gottes wegen. Vergebung ist ja der Akt, durch welchen Gott eine oder mehrere Sünden nicht länger berücksichtigt und die Seele in Seinen Augen von den betreffenden Sünden frei ist: Für Ihn ist es, als hätte die Seele diese Sünden nicht betrieben, entweder weil die Seele selbst die Liebe erbracht hat, die diese Sünden ausgleicht, oder weil Gott der Seele in einem Akt Seiner Barmherzigkeit entgegen zu kommen geruht. Im letzteren Falle lieβe sich sagen: Gott bringt Selber die Liebe auf, die erforderlich ist, um die Wirkung der Sünde aufzuheben.

    Durch diese Anrufung bittet die Seele, Maria möge ihr vollkommene Vergebung erwirken. Dies heiβt, die Seele wünscht sich sehnlichst, Gott möge sich ganz mit ihr versöhnen. Dieser Wunsch beinhaltet bereits ein gesundes Fundament für das Einschreiten von Gottes Barmherzigkeit, da sich die Seele durch diese Formulierung bereits als Sünderin bekennt. In der Selbstdemütigung erschlieβt die Seele den Acker ihrer Tugendhaftigkeit und schlieβt sie sich ganz für dasjenige auf, womit Gott sie zu erfüllen bereit ist. Die Bitte um vollkommene Vergebung ist wesentlich eine Bitte um einen Neuanfang, so als gäbe es keine Vergangenheit. Damit wäre auch bereits eine Grundbedingung für eine gelungene – lies: fruchtbare – Weihe an Maria erfüllt. Die Bitte um vollkommene Vergebung ist letztendlich Ausdruck der Sehnsucht der Seele nach Gottes Gegenwart, die sie durch die Sünde irgendwie verloren hat;

  • vollkommene Reinigung: Eine aufrichtige Bitte um vollkommene Reinigung verrät die Erkenntnis der Seele, dass sie sich verunreinigt hat. Wo liegt der Unterschied zur vollkommenen Vergebung? Es lieβe sich sagen, dass die vollkommene Reinigung noch einen Schritt weiter geht, und im Grunde genommen ohne die Vergebung keine Wurzeln schlagen kann. Durch vollkommene Vergebung berücksichtigt Gott gleichsam nicht länger die Sünden, derer sich die Seele schuldig gemacht hat. Durch vollkommene Reinigung allerdings, wäscht Er aus ihr auβerdem noch die Wirkungen dieser Sünden weg. Die Gottesmutter lässt mich das nachfolgende Beispiel geben:

    Nehmen wir an, jemand tritt in einen verrosteten Nagel. Wie wird er kuriert? Erstens dadurch, dass der Nagel entfernt wird, zweitens dadurch, dass die Wunde sauber gemacht und desinfiziert wird, und dass dem Unglücklichen noch eine Spritze verabreicht wird, damit keine weiteren Entzündungen auftreten. In diesem Gleichnis wäre die Entfernung des verrosteten Nagels (= die Sünde, welche die Seele verletzt und in ihr eine Grundlage für 'Entzündung' hinterlässt – eine Sünde wirkt sich ja in der Seele aus, und bringt nicht selten weitere Sünden mit sich) die Vergebung, während die weiteren Maβnahmen der vollkommenen Reinigung gleichkommen.

    Die Bitte um vollkommene Reinigung ist nicht vollständig, wenn sie nicht darauf abzielt, dass in der Seele auβerdem die Fähigkeit vergröβert wird, sich künftighin auch reiner zu erhalten. Das heiβt also: Die Reinigung kann zwar äuβerlich vorgenommen werden (Gott 'wäscht und desinfiziert' die Seele), sollte jedoch durch eine innere Reinigung ergänzt werden (die Seele selbst strengt sich an, aus einer reineren Verfassung heraus ihre Handlungen vorzunehmen, ihre Worte zu sprechen, ihre Gedanken, Gefühle und Wünsche zu hegen).

    Vergessen wir bei all dem nicht, wie die Himmelskönigin einst die Reinheit definierte, denn eben darum geht es: "Reinheit ist das Ausmaβ, in welchem die Seele ein Spiegel von Gottes Licht ist bzw. sie dieses Licht unbeeinträchtigt weiterleiten kann".
  • Wiedergeburt: In diesem Element der Bitte geht die Seele bis aufs Äuβerste ihrer Anstrengung, gereinigt vor Gott zu erscheinen und neu anzufangen. Die Herrin aller Seelen wies vor einigen Jahren darauf hin, die Seele sollte eigentlich jeden neuen Tag so anfangen können, als gäbe es für sie gar keine Vergangenheit. Sie erteilte diesen Ratschlag deswegen, weil Sie jede Seele, die sich Ihr hinzugeben bereit ist, grundsätzlich von zwei Dingen loszulösen versucht: von den Auswirkungen der Einflüsse aus der Welt, und von den Auswirkungen ihrer eigenen Vergangenheit. Eine Seele, die sich nicht aus diesen beiden Verbindungen loszulösen bereit ist, kann den Flug zu Gott hin nicht antreten, geschweige denn, ihn absolvieren, weil sie an Interessen und Eindrücken festgekettet bleibt, die sie daran hindern, sich zu heiligen, im Klartext: die sie daran hindern, ihr Leben für Gottes Pläne und Werke fruchtbar zu machen.

    Des Weiteren weist Maria auch darauf hin, dass bereits Jesus sagte, der Mensch soll neu geboren werden, aus dem Geist, und dass diese Wiedergeburt aus dem Geist sich durchaus dadurch verwirklichen lässt, dass sich die Seele voll und ganz Maria hingibt, der Braut des Heiligen Geistes, die jede Seele, die sich Ihr in vollkommener Weihe anvertraut, gleichsam 'in Sich trägt', knetet, bildet, umgestaltet, reinigt, heiligen hilft... um sie dann sozusagen aus Ihrem Herzen neu geboren lassen zu werden.  Es ist schon bemerkenswert, dass eine Seele, die sich vollkommen Maria hingibt, so tiefgreifend umgewandelt werden kann, dass sie sogar auf ihr Umfeld 'wie ausgewechselt' wirkt.

    Die Wiedergeburt aus Maria ist somit eine seelische Umgestaltung. Sie macht die vollkommene Weihe zu einem mächtigen Element der Nachfolge Christi, denn in ihr geht die Seele den Weg Jesu, der Sich als Gott-Mensch für den Weg der Geburt aus Marias Mutterschoβ entschied. Die Seele, die sich Maria weiht und diese Weihe richtig lebt, geht diesen Weg nicht physisch, sondern aus dem Geist, genauso, wie es Jesus Nikodemus erläuterte.

    Richtig gelebte Weihe an die Gottesmutter erntet Gnaden der Heiligung, dargebotene und liebevoll aufgeopferte Leiden und Prüfungen ernten die Wiedergeburt einer Seele, die allmählich ganz anders zu denken, zu fühlen, zu wünschen, zu handeln, zu sprechen und zu betrachten beginnt. Die Seele sieht ihre Welt in einem völlig neuen Licht, sie sieht diese immer mehr durch Marias Augen, mit Liebe erfüllt und im Einklang mit den Göttlichen Gesetzen. Sie fühlt sich ein anderer Mensch. Bemerkenswert ist dabei, dass die Seele in dem Maβe, wie sie sich tatsächlich Maria verschrieben hat und dies in ihrem Alltag wirklich in Anwendung bringt, so zu leben beginnt, als gäbe es ihre Vergangenheit nicht einmal, bzw. als hätte diese kaum noch eine Bedeutung, mit Ausnahme desjenigen, wovon sie erkennt, dass es noch gereinigt werden soll, was sie dann durch eine Lebensbeichte und durch Ausgleichsakte (Buβe, Sühne, Anwendung der wahren Liebe) zu tun versucht, in innigstem Zusammenwirken mit Maria. Ansonsten schaut die Seele wesentlich nur noch nach vorne bzw. hinauf, auf Gottes Interessen.

    Mit einer zweiten Taufe hat die von der Himmelskönigin gemeinte Wiedergeburt nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Eine richtig gelebte Weihe an Maria soll gerade die Vervollkommnung der Wirkungen der Taufe in der Seele bringen, denn die Seele, die in allen Einzelheiten des Alltags innigst mit Maria lebt, ist viel aufgeschlossener für die Werke des Heiligen Geistes in ihr.

Lieber Bruder, die Anflehung um Wiedergeburt ist eine besondere Ehrenbezeugung an Gott, weil die Seele durch sie die Absicht vertritt, ein neuer Mensch zu werden, und schlieβlich geht es in der Heiligung der Seele genau darum: dass sie sich ständig erneuert, ja erneuern will. Sie wird ja nicht diesem Vorgang unterzogen, sie sehnt sich aktiv nach dessen Vollziehung. Ein neuer Mensch zu werden, heiβt letzten Endes: Gott einen Schritt näher zu kommen. Diese Wiedergeburt ist nicht etwas, das sich nur ein einziges Mal vollzieht, sondern ein sich wiederholender Vorgang. So wie der Athlet die eigenen Grenzen nicht in einem einzigen Male um fünfzig Prozent zurück drängt, sondern Schritt für Schritt über diese hinaus wächst in einem Vorgang, der oft Jahre in Anspruch nimmt, so kann die Seele Schritt für Schritt heiliger werden, indem sie immer wieder neu geboren wird. Sie steht dann sozusagen immer wieder aus dem Grab einer jeden neu besiegten Schwäche auf, für ein neues Leben in einem etwas höheren Grad der Vervollkommnung, einen neuen Schritt näher zu Gott.

Benutzen Sie zuversichtlich diese Anrufung, womöglich 33 Mal täglich, gemäβ der Einladung der Himmelskönigin. Sie ist etwas Auβerordentliches, und bringt in dem Maβe Wellen von Licht in die Seele, wie diese an die Verheiβung glaubt, mit welcher die Anrufung uns von Maria geschenkt worden ist. Wichtig ist allerdings, dass sich die Seele beim Aussprechen der Worte sehr wohl dessen bewusst ist, was diese bedeuten.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 530
Die letzte Reise als Heimkehr

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ich kann Ihre Gefühle nachempfinden. Ja, wie wunderschön das klingt, wie ein richtiges und besonders rührendes Glaubensbekenntnis: "Manchmal wünsche ich mir, einfach einzuschlafen und nach Hause zu gehen". Das ist es im wahrsten Sinne des Wortes, 'nach Hause gehen': der einzige Sinn und Zweck unseres irdischen Lebens.

Irgendwie ist jene Reise – jene, die nach dem Lebensweg kommt – die Geheimnisvollste, die es gibt. Angesichts dieser Reise wird die Seele von zwei sich absolut entgegen gesetzten Gefühlen befallen: Angst vor dem Ungewissen, dem Unbekannten, und andererseits ist da diese sonderbare Anziehung, als wäre da die letzte Phase der Lebensreise angesagt, diejenige, worum es wirklich geht. Der Menschenverstand fürchtet sich irgendwie, der Mittelpunkt der Seele allerdings, sehnt sich im wahrsten Sinne danach, sie anzutreten, weil der Keim der Heiligkeit, der Kern in welchen Gott etwas von Sich Selbst hinterlegt hat, weiβ, dass sich am Ende jener Phase das Paradies aufschlieβt. Wenn der Mensch bereits angesichts einer menschlichen Begegnung, auf die er groβe Stücke hält, aufgeregt sein kann, wie verständlich ist es denn dann, wenn er es angesichts der Begegnung mit der Ewigen Liebe und der Himmelskönigin noch viel mehr ist.

Die Himmlische Herrin und Mutter sagte mir bereits wiederholt, gerade dort sollte die Seele die Kraft schöpfen wenn es physisch schwer wird. Genau dort liegt ja die Macht des wahren Glaubens und der wahren Hoffnung: Wo die Seele mit Sicherheit weiβ, dass das Leben eigentlich wie eine Wanderung durch hügeliges Gebiet ist, wobei die Leiden die Strecken sind, wo es bergauf geht, und die Hügel einem immer länger und immer steiler vorkommen, und dennoch die innere Sicherheit vorherrscht, dass der Weg genau so läuft, wie er laufen muss, und dass die Beine einen so lange tragen werden, wie das Herz schlägt.

Sehen Sie dieses Bild: Die Beine sind dabei die physischen Leiden. Sie bedrängen einen und schmerzen, und zwar in dem Maβe desto mehr, wie die zurückgelegte Strecken länger und die Hügel steiler werden. Das Herz ist in diesem Bild als das Sammelbecken des wahren Lebens, des Göttlichen Lebens, zu verstehen, in welchem die Seele die Lebenskraft aus der wahren Liebe, dem felsenfesten Glauben und der unerschütterlichen Hoffnung schöpft. Solange die Liebe Königin des ganzen Wesens bleibt, und der Glaube und die Hoffnung die Kraft finden, jeglicher Entmutigung und Kraftlosigkeit überlegen zu bleiben, bleiben sich auch die Beine weiterhin bewegen: Der Mensch besiegt seine Schmerzen und Leiden vor dem Hintergrund der Erwartung von demjenigen, was hinter den Hügeln liegt. Es ist unbekannt, und trotzdem der einzige hundertprozentig zuverlässige Freund der Seele: die ewige Glückseligkeit. Die Seele kauft sich sie mit dem Gold der wahren Liebe, den Diamanten des wahren Glaubens und den Smaragden der wahren Hoffnung. Nichts auf der Welt kann der Seele jenen Halt bieten, den ihr dieses unbekannte und doch so herbei gesehnte Land bieten wird, und tief innerlich weiβ sie das. Deswegen diese Aufregung.

Ihre Worte sind aus dem Grunde so wunderschön, weil sie ausdrücken, wie sehr die Seele trotz aller weltlicher Einflüsse weiβ, dass sie nicht für das Irdische sondern für dasjenige lebt, was nachher kommt. Dort ist für die Seele das Zuhause, im Diesseits erlebt sie lediglich ihre kurzfristige Verbannung, die nicht als Strafkolonie sondern als Verwirklichung der Hoffnung, des Glaubens und der Liebe gemeint ist. Alles, was der Seele hier unten über den Weg läuft, ist nur eine Sammlung von Samen, aus denen sie die Blumen heran reifen lassen darf, die ihr eigenes Gärtchen im Paradies schmücken sollen. Die angenommenen Leiden, die auβerdem durch die Kraft der Weihe an Maria veredelt werden, sind die Beweise der Nachfolge Christi. So schmückt die Seele das Kreuz der Erlösung mit den Blumen ihrer eigenen in Liebe angenommenen Leiden, und darf sie den Blumenkranz des siegenden Christus mit erweitern helfen. Die Himmelskönigin sagte es einst so treffend: Der Böse hat eine Blumenallergie, er wird durch die Blumen der wahren Liebe und der geweihten Leiden geschwächt, sie rauben ihm seine Kraft.

Liebe Schwester, machen Sie sich wegen des Ehemannes und der Kinder keine Sorgen. Diejenige, Der Sie sich verschrieben haben, wird Sich ihrer erbarmen. Sie wird sie seelisch aus der Ernte ernähren, die Sie mit Ihr zusammen durch die gelebte Weihe gesät haben. Wissen Sie, über Gottes Barmherzigkeit wird viel gesprochen, und leider auch viel geschwärmt. Wo diese wirklich wirkt, ist in der Seele, die kein Opfer gescheut hat, die Verwirklichung von Gottes Heilsplan dadurch voranbringen zu helfen, dass sie trotz eigener Leiden sich selbst für ihn verleugnet hat, damit ihre fallenden Weizenhalme die Körner freigeben, die im Boden des Heilsplans zu neuem Weizen reifen werden. Gottes Barmherzigkeit entfaltet ihre volle Wirkung in der Seele, die nicht lediglich auf Gottes Einschreiten zum Beheben allen Elends gewartet hat, sondern selber die Saat der Gnade zu jenem Zweck hat säen helfen, durch ihre eigenen liebevollen Leiden und ihre beharrlich gelebte Weihe.

Wenn eines Tages der Wanderer durch die letzte Kurve auf seinem Reiseweg gegangen ist, und er das Tor bemerkt, durch welches er gehen muss um in das Land der Bestimmung hinein zu gehen, werden seine Spuren nicht gleich vom Winde verweht. Je mehr sich die Seele für ihre eigene Heiligung und die Förderung von Gottes Werken ins Zeug gelegt hat, desto tiefer sind die von ihr hinterlassenen Spuren und desto mehr Samen hat sie am Wegrand ausgestreut. Gerade jene Samen werden als Keime für die Blumen benutzt, deren Duft die Zurückbleibenden ihrerseits zu den Spuren von Gottes Geist hin ziehen werden.

Liebe Schwester, wie es von jetzt an auch immer für Sie laufen mag – das liegt noch in Gottes Herzen beschlossen – die Ewige Liebe wird Sie nie im Stich lassen. Der leidende Christus trägt Ihr Kreuz mit Ihnen, denn für Seine wahren Freunde ist es Ihm eine Freude, den Weg des Kreuzes noch einmal zu gehen. Die Himmelskönigin Ihrerseits wird diese Leiden als Waffen zur Verwirklichung des endgültigen Sieges über die Werke der Finsternis entgegen nehmen. Für jeden Samen der Gnade, den die Seele voll verwertet hat, werden ihr im Land der Bestimmung tausend unverwelkbare Blumen bereit gehalten.

Seien Sie meines Gebetes versichert. Ich leide im Herzen mit Ihnen, freue mich dafür ebenfalls im Herzen mit Ihnen, denn ich weiβ mit Sicherheit, dass dort drüben etwas unsagbar Schöneres auf Sie wartet, und dass Ihre Lieben hier unten gut aufgehoben sein werden, denn Gott vergisst nicht diejenigen, die nicht bis nachher gewartet haben, Ihn ihren Freund zu nennen. Ich umarme Sie ganz liebevoll zur Ermutigung.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam

Nachschrift

Es kommt häufig vor, dass die Herrin aller Seelen nach dem Fertigschreiben eines Antwortbriefes noch etwas sagt. Normalerweise sind solche Aussagen strikt für Myriam gemeint. Diesmal allerdings, besteht Sie darauf, dass ich Ihre Worte in einer Nachschrift zum Brief mit an die Öffentlichkeit bringe. Dankbar leiste ich Ihrer Anweisung demütig Folge:

MARIA: "Die Sonne geht nie wirklich unter, solange die Seele sie im Herzen weiter trägt, möge es auch noch so finster um die Seele herum werden, und vor allem dann nicht, wenn die Seelen sie einander weiter geben, denn gerade darin zeigt Sich der liebende Gott. Er will immer bei der leidenden Seele sein, weil Er die Kreuze sehr liebt, und ständig damit beschäftigt ist, die Kreuze mit jedem Funken des Feuers und des Lichtes zu verbinden, das Er in der Seele vorfinden kann. Kreuze müssen verbrannt werden, damit sie Wärme einbringen. So erzeugt Gott den Vorgeschmack des Glücks bereits auf Erden: Er zündet die Kreuze der Prüfungen der Seele am Feuer ihrer Liebe an, und in dem Maβe, wie sich die Verbrennung vollzieht, besiegt in der Seele die Liebe die Leiden, und strahlt die Seele das Licht von Gottes Wirken um sich herum".


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Brief 531
Könnte man eine Himmlische Berufung aufgeben?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Herzlichen Dank für diese lieben Zeilen.

Ja, die Weihe an Maria ist ein richtiges Gottesgeschenk, und zwar in dem Maβe desto mehr, wie sie richtig gelebt wird, in jedem Augenblick des Tages und der Nacht. Die Seele darf nichts mehr als das Ihre betrachten, alles gehört der Himmelskönigin, die es unter Ihrer unendlichen Macht und Liebe verwaltet damit es Gottes Werken dienlich wird. Welch wundervolles Mysterium... So wird die Menschenseele zum Werkzeug groβer Fruchtbarkeit erhoben. Gott scheint den Seelen unendlich viel mehr Respekt entgegen zu bringen als viele Seelen Ihm entgegen bringen.

Liebe Schwester, die Gottesmutter lässt mich ganz besonders Ihren nachfolgenden Satz aufgreifen: "Bitte seien Sie niemals Untreu hinsichtlich der Himmlischen Aufgabe, die Sie bekommen haben. Verraten Sie niemals die Muttergottes, was auch passiert in diesen merkwürdigen Zeiten".

Untreu möchte ich der Himmelskönigin unter keiner Bedingung werden. Wenn eine Berufung richtig im Himmel geboren wird und diese von Maria Selbst in die Seele eingegossen wird, ist es fast unmöglich, dieser untreu zu werden, gerade weil die Wurzeln dann sehr tief im Boden der Seele verzweigt sind. Sollte man einer solchen Berufung den Rücken kehren, so würde man den Boden der eigenen Seele völlig zerstören, denn die Entwurzelung würde das ganze Wesen aufreiβen. Als die Herrin aller Seelen mich vor fünfzehn Jahren zum ersten Male rief – damals gab Sie Sich noch nicht in dieser Eigenschaft bekannt, das tat Sie erst im Herbst 2005 – stellte Sie in meiner Seele geradezu alles auf den Kopf, und damit meine ich wirklich alles. Mein Herz, mein Geist, meine Seele, mein Wille, bis einschlieβlich meines Körpers, alles wurde in kürzester Zeit ausschlieβlich an der Himmelskönigin und demjenigen orientiert, was Sie in einem blitzartigen Rhythmus in mir auszuwirken begann. Sie meinte, Sie habe mit und in mir einen einmaligen Plan zu verfolgen, und fragte mich, ob ich bereit sei, völlig und uneingeschränkt dabei mitzuwirken. Das Ja-Wort, das ich Ihr gegenüber damals aussprach, sollte ich hin und wieder wiederholen, denn bei jedem neuen Schritt (und diese folgten besonders rasch aufeinander) fragte Sie mich erneut, ob und in wie weit ich noch mitzuwirken bereit bin.

Liebe Schwester, mit jedem neuen Schritt, welchen die Himmelskönigin in der Seele, im Herzen, sogar im Körper auswirkt, verzweigt sich die Hauptwurzel der Berufung. Diese Wurzel wird ausschlieβlich von Derjenigen genährt, Die die Seele in Ihren Dienst gerufen hat. Gott tut keine halben Dinge, und solange die Menschenseele mitzuwirken bereit ist, wirkt Er Seinen Plan weiter aus, Schritt für Schritt. Nicht immer weiβ die Berufene, wohin die Herrin sie mit dem neuen Schritt zu führen gedenkt, denn dann wäre der mit dem neuen Ja-Wort verbundene Verdienst gleich null, und Gottes Liebe will an erster Stelle verhüten, dass die Berufene nicht das Wachstum vollenden würde, das für sie vorgesehen ist weil sie nur durch dieses Wachstum dasjenige fruchtbar vollbringen kann, wozu sie berufen ist.

Zusammen mit der Gnadenwirkung und der Befruchtung von Seiten der mystischen Ausbildung, die Tag und Nacht ununterbrochen weiter geht und wozu buchstäblich jedes Element des Alltags von der Himmlischen Führerin benutzt wird, bestimmt auch das hin und wieder zu wiederholende Ja-Wort die Beschaffenheit des Bodens, in welchem die Wurzel der Berufung zu wachsen hat. Man kann sich kaum vorstellen, wie rasch diese Wurzel wachsen und sich verzweigen kann, wenn die Seele sich den Versuchen der Himmelskönigin, die Seele mit Sich in ein mystisches Hinüberflieβen in die beiden Richtungen aufzunehmen, willenlos und sehnsüchtig ausliefert, egal was kommt.

Aus dieser Kurzerläuterung dürfte sich ergeben, wieso nur etwas, was aus dem Menschenverstand hervor geht, aufgegeben werden kann, nicht aber dasjenige, was aus dem Willen Gottes und der verzückenden Liebe der Himmelskönigin geboren wird, in der Seele ein Hindernis der Unkenntnis nach dem anderen aufgelöst hat, und das ganze Wesen so intensiv mit der wahren Liebe genährt hat, dass die Seele von allem Weltlichen angeekelt wird.

Liebe Schwester, die Finsternis wird die Seele, die vom Himmel zur Mitwirkung bei der Entfaltung eines Göttlichen Planes berufen ist, immer wieder angreifen, hin und wieder sogar sehr hart und auf geradezu unverschämte Weise. Bei der Berufenen kann und wird dies zu bedrängendem Herzeleid Anlass geben. Das kann gar nicht anders sein, da die Berufene die mit solchen Angriffen einher gehende Sünde tief im Herzen spüren, erkennen und mit abbüβen soll. So will es Gottes Gesetz, und auch das ist Teil des Ja-Wortes, das die Berufene ständig wiederholen soll. Wenn man vor einem solchen Hintergrund durch das Leben geht, sagt man nicht mehr einfach 'ich mache nicht mehr mit'. Verleumdung, als unglaubwürdig dargestellt werden, Bedrohungen, Herausforderungen zu völlig unsinnigen Polemiken (die, wie es die Himmelskönigin einst mit Betonung sagte, das Arbeitsgelände des Bösen bzw. sein Labor sind), das alles gehört dazu, weil der Böse halt sehr leicht Werkzeuge findet, die er dazu benutzen kann, ein Himmlisches Werk abzubremsen und – so glaubt er in seinem Hochmut immer wieder – ganz unwirksam zu machen. Lässt sich die Berufene von solchen weltlichen Strategien einschüchtern, ja, dann kann sie schon aufgeben, weil nicht jede(r) dazu bereit ist, Jahr für Jahr nichts als Himmlische Liebe weiter zu leiten und trotzdem massenhaft Negatives zu ernten. Hält sich die Berufene jedoch an der Wurzel fest, mit der alles mal angefangen hat und die ihr ganzes Wesen umgestaltet hat, dann wird sie nie im Leben aufgeben. Das wäre buchstäblich Hochverrat Gott gegenüber.

Aus diesem Grunde, liebe Schwester, bildet die Herrin aller Seelen Ihre kleine Dienerin seit Jahren in jenem Sinne aus, und zwar jeden Tag mehr, dass die Dienerin ausschlieβlich am Herzen der Herrin orientiert lebt, und beharrlich und unentwegt nach oben schaut, nicht um sich herum (auf die Welt und deren finsteren Versuche, sie zu Fall zu bringen). Ich für mein Teil, weiβ inzwischen aus Erfahrung, dass das wahre Glück als Werkzeug der Himmelskönigin nur zu Deren Füβen zu finden ist, d.h. im blinden Gehorsam Ihr gegenüber. Somit tue und lasse ich striktestens all dasjenige, womit Sie mich beauftragt bzw. wovon Sie mich abrät. Keine Seele kann mich von jenem Weg wegführen, denn ich bin dazu berufen, die Wege der Himmelskönigin zu gehen, die Sie vollkommen gemäβ der Göttlichen Weisheit und Vorsehung in mir zeichnet, und nicht Wege meiner eigenen Wahl bzw. Wege, welche mich von meiner wahren Berufung abzuführen versuchen. Die Worte "Totus Tuus, Maria !" über jeder von Myriam ausgehenden Schrift sind viel mehr als Worte, sie sind die Verkörperung des Bundes zwischen mir und der Herrin aller Seelen:

  • Sie sind die Unterschrift Myriams, in welcher die vollkommene, ewige, allumfassende, bedingungslose Hingabe an die Himmelskönigin geborgen liegt;
  • Sie sind die Versiegelung des betreffenden Textes durch die Herrin, die diesen im Rahmen Ihrer Wissenschaft des Göttlichen Lebens hat verfassen lassen, und durch diese Worte der Ergebenheit Ihr gegenüber den Text segnet und dem Kanal Ihren mächtigen Schutz gewährt.

Der Böse ist listig, und versucht hin und wieder alles Erdenkliche, die Berufene der Gottesmutter unwirksam zu machen. Die Tragödie dabei ist: Er tut es durch Menschenseelen, und findet auch immer wieder welche, die es gerne tun, und die sich dabei nicht von der Tatsache ablenken lassen, dass sie sich als Christen betrachten. Solche Seelen sind es, liebe Schwester, die ein Werkzeug der Himmelskönigin im Herzen viel zu schaffen machen. Dann kommt es auf das Ergebnis der Feuerprobe an: Entscheidet sich die Berufene für die Welt, dann erliegt sie bald der Entmutigung und den Lügen, die sie in der Seele zu zerstören versuchen. Entscheidet sie sich jedoch für ihre Herrin und Deren Himmlisches Werk, dann geht sie unentwegt weiterhin ihrer Berufung nach und dreht sie allmählich das gegen sie gerichtete Messer um, so dass dieses gerade die Finsternis, von welcher es gehandhabt wird, unwirksam machen wird. So verwandelt der Himmel alle Finsternis in Licht, wenn nur die Seele beharrlich mitwirkt, sogar – ja vor allem – dann, wenn es hier auf Erden manchmal auf ihre eigene Kosten geht. Gerade deswegen sind Liebe, Selbstverleugnung und Gehorsam die härtesten Schulen, welche die Berufene der Himmelskönigin Tag für Tag durchlaufen muss. Gerade auf diesen Gliedern in der Kette ihrer seelischen Verfassung wird sie am härtesten geprüft. Maria weiβ, warum. Der Böse weiβ es auch.

Ich danke Ihnen, liebe Schwester, für diese Sorge in Ihrem Herzen. Ich bin mit der Herrin aller Seelen einen Bund eingegangen, der ewig gültig ist, weil er nicht auf Erden, sondern in Gottes Herzen unterschrieben wird. Die Liebe wird es nie zulassen, dass ich diesen eines Tages nicht mehr wieder unterschreiben würde. Mein Herz gehört seit fünfzehn Jahren nicht mehr mir. Sollte ich Diejenige verraten, Deren Eigentum und Werkzeug es ist, so würde ich buchstäblich mich selbst in der Seele töten. Das ist die Wahrheit, die mich treibt, die der Welt allerdings nicht bekannt ist bzw. die sie kaum begreifen kann. Gedenken Sie bitte meiner in Ihren Gebeten. Ich meinerseits, trage auch Sie gerne im Herzen mit.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 532
An wen kann man sich noch richten? – Der Begriff des spirituellen Helfers – Wie möchte Maria die Seelen mit ihrer Vergangenheit fertig werden sehen? – Was zu tun, wenn eine Wahrnehmung einem Angst macht? – Die wahre Rolle des MDA-Werkes

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Unzählige Fragen gehen um die Welt. Beantwortet werden auch viele, aber nicht alle Antworten kommen aus einer lichtvollen Quelle. Gerade aus diesem Grunde lasse ich selbst mich seit Jahren von nichts auβer der Himmelskönigin mehr führen. Menschlicher Rat wird letztendlich leicht verunreinigt, durchaus nicht immer aus Böswilligkeit, durchwegs vor allem aus dem einfachen Grunde, dass der Menschenverstand nicht alles fassen und keine menschliche Erkenntnis alles richtig deuten kann. Die Wahrheit umfasst ja bekanntlich unendlich viel mehr als dasjenige, was die menschlichen Sinne wahrnehmen können und der Verstand sich erklären kann. Der Böse weiβ das auch, und manipuliert die Ansichten, Erkenntnisse und Worte von Menschen sehr oft dermaβen, dass diese zu vernichtenden Waffen gegen den Mitmenschen eingesetzt werden können. Genau deswegen lehrte mich die Gottesmutter, die Worte und Ansichten von Mitmenschen mit äuβerster Vorsicht zu betrachten und letzten Endes nur Ihren (Marias) Worten Folge zu leisten. Das schützt die Seele vor Angriffen des Bösen und dadurch vor Unfruchtbarkeit beim Nachgehen der Lebensaufgabe. Wer dieses Leben mit der höchst möglichen Fruchtbarkeit krönen möchte, orientiert sich besser vollkommen an dem Herzen der Gottesmutter und lässt sich nicht von Ansichten von Menschen beeinflussen, besonders dann nicht, wenn Sie nicht von der Reinheit des Herzens Ihres Mitmenschen überzeugt sind: Es tarnen sich erstaunlich viel Wölfe als Schafe. Je mehr Sie sich an Maria allein festhalten, desto schneller und sicherer wird Sie Sie vor den Wölfen warnen, egal welches Fell sie tragen.

Wegen Ihrer Frage in Bezug auf einen 'spirituellen Helfer': Genau betrachtet, ist die Gottesmutter genau das, und zwar besonders nachdem sich die Seele Ihr geweiht hat und sehr bewusst nach dieser Weihe lebt. Die Hindus sprechen von einem 'Guru', die Schamanen von einem 'spirituellen Helfer'. Die Christen jedoch, erkennen meistens nicht einmal, dass Gott Selbst den Seelen 'einen Guru' bzw. 'eine spirituelle Helferin' zugeteilt hat, indem Er ihnen Maria anvertraut hat. Als die Herrin aller Seelen bietet Sich die Gottesmutter den Seelen als die vollendete Lehrerin, Führerin, Wegweiserin, Umgestalterin, Vertreterin der Ewigen Weisheit und Trägerin der vollendeten heilenden Liebe, alles in einem. Viele nicht-christliche Weisheiten üben auf die Seelen einen magischen Reiz aus, aber vergessen wir nie: Gerade auf direktestem Wege aus der Quelle der allumfassenden, absolut vollendeten Weisheit haben wir Maria erhalten. Wozu denn sollten wir Wege suchen, deren Bestimmung in einem Land liegt, das wir nicht kennen und dessen Ursprung uns nicht als Göttlich nachgewiesen worden ist?

Betrachten wir mal die Wissenschaft des Göttlichen Lebens, ein fabelhaft schlüssiges System spiritueller Kenntnisse, das nahtlos im Boden der Lehre Christi verwurzelt ist. Wie kann es auch anders sein, wo dieses System doch durch die Mutter Christi zu den Seelen kommt? Die Wissenschaft des Göttlichen Lebens hat alle ihre Wurzeln in jenem selben Boden: jenem der Weisheit des einen wahren Gottes. Diese Wurzeln reichen so tief, dass sie aus diesem Göttlichen Boden Nahrungsstoffe empor holen, welche die Seelen nicht bzw. nicht mehr bzw. noch nicht gewohnt sind, zu sich zu nehmen. Da warten Schätze auf uns, an die man mit einem oberflächlichen Glauben nie heran kommt. Was man (noch) nicht kennt, liebt man oft auch nicht, es sei denn, man hegt die Aufgeschlossenheit, die für die wahre Heiligung absolut erforderlich ist. Aus diesem Grunde reagieren hin und wieder Seelen 'allergisch' gegen diese auβerordentlichen Nahrungsstoffe. Es wäre gut, sich vor Augen zu halten, dass der Böse bereits unzählige seiner Siege dadurch verbucht hat, dass Seelen sich sehr rasch von ihm verblenden lassen, wenn es um sehr aufschlussreiche – und für die Finsternis gefährliche – Wahrheiten handelt. Sie erkennen diese dann einfach nicht als Wahrheit, verketzern sie leichtfertig, verschulden sich dadurch Gott gegenüber, und dienen voll den Plänen Satans. Tragisch... denn es handelt sich da um eins der Schwerter, von welchem die Schmerzensreiche Mutter täglich durchbohrt wird.

Sie haben die Schlussfolgerung gezogen, Jesus habe mit Seiner Aussage, es werde den Seelen ein Helfer geschickt werden, der Heilige Geist, vielleicht gemeint, Er wird uns Menschen zur Seite stellen, die uns helfen sollen. Das eine schlieβt nicht das andere aus. Jesus hat durchaus den Heiligen Geist gemeint. Gott wirkt in den Seelen allerdings sowohl unmittelbar durch die Eingebungen von Seinem Geist in das Herz der Seele hinein, als auch durch dasjenige, was Mitmenschen uns sagen, uns vorleben, für uns tun, und sogar durch dasjenige, was das Verhalten von Tieren in unserer Seele bewirkt. Ich erinnere an die überaus aufschlussreiche Tatsache, die uns in den Bächlein des Heils gelehrt wurde: dass jedes Lebewesen ein Knotenpunkt in dem ganzen Netz der Schöpfung darstellt, und dass durch jeden dieser Knotenpunkte der Strom der Liebe flieβt, und zwar vollkommen ungehemmt solange die von Gott vorgesehenen Voraussetzungen erfüllt werden. Aus dieser Perspektive ergibt sich gleich, dass jedes Lebewesen in seiner Seele bzw. in seinem Lebensprinzip durch alle andere Lebewesen genährt werden kann. Gottes Vorsehung ernährt die Schöpfung durch jenes Netz von Liebesströmen, Liebesflüssen und Liebesbächlein, und durch das unmittelbare Vorgehen des Heiligen Geistes.

Muss aus der Sicht der Muttergottes die Vergangenheit bearbeitet werden, oder reicht es, wenn wir sie Ihr geweiht haben? Die Vergangenheit soll nicht im menschlichen Sinne des Wortes 'bearbeitet' werden, d.h. nicht aus der psychologischen Sicht. Eine Seele wird nicht durch Psychoanalyse geheilt, sondern nur dadurch, dass sie all dasjenige, was sie auf ihrem Lebensweg vorfindet, sinnvoll zu verwerten versucht. Die Weihe ist dazu wohl der wunderbarste Weg, allerdings muss sie mit einem starken Glauben und einer unerschütterlichen Hoffnung auf die ewige Zukunft einher gehen. Das Geheimnis eines gesunden Geistes liegt darin, dass die Seele die nachfolgenden Erkenntnisse in sich einbauen sollte:

  • sie soll sich darüber im Klaren sein, dass all dasjenige, was ihr im Leben zustöβt, ob positiv oder negativ, kein Ziel und keinen Zweck an sich hat, sondern nur ein Ganzes von Mitteln bildet, durch welche Gottes Vorsehung und Sein Plan mit der Seele diese Letztere auf die fruchtbarste Weise zur Verwirklichung ihrer Lebensaufgabe zu führen versucht. Jedes der Tausenden und Abertausenden von Ereignissen, die zusammen den Lebensweg bilden, sind alle gleichsam lediglich Wegweiserchen auf unserem Weg zur Vervollkommnung, zur Heiligkeit;
  • wenn sie sich von dieser Erkenntnis führen lässt, erkennt die Seele mithin auch, dass eine Analyse ihrer Vergangenheit ziemlich unsinnig ist. Im Grunde genommen kommt diese dem Sammeln von Gespenstern gleich;
  • da die Ereignisse der Vergangenheit als einzigen Zweck ihre Funktion als Stufen auf der Treppe zur Heiligkeit haben, ergibt sich gleich, dass die Vergangenheit die Seele nur dazu veranlassen sollte, sich zu fragen, wo, in wie fern und auf welche Weise sie mit den Situationen ihres Lebens richtig oder weniger richtig umgegangen ist, und dies nur aus der spirituellen Sicht. Die Seele sollte sich nie fragen "was wäre jetzt, wenn ich damals dieses oder jenes so gemacht hätte oder eben nicht so gemacht hätte?", es sei denn, sie bezweckt mit dieser Frage, aus ihren Fehlern eine spirituelle Lektion zu ziehen, nämlich: "Bin ich da einer Untugend bzw. einer Sünde anheim gefallen, und hätte ich diesbezüglich vor Gott bzw. vor manchen Mitgeschöpfen etwas wieder gutzumachen?"
  • sobald die Seele zu klaren Erkenntnissen über die Art und Weise gekommen ist, wie sie mit ihrem Leben und den Komponenten desselben umgegangen ist und welche Folgen das alles für ihre seelische Entwicklung und ihren heutigen Gnadenstand gehabt hat, tut sie gut daran, eine Lebensbeichte vorzubereiten und ihre Vergangenheit inständig der Himmelskönigin zu weihen, damit ihr bisheriger Lebensweg sinnvoll in Gottes Heilsplan eingeschaltet und die Seele von Boden auf gereinigt werden kann;
  • damit dies alles wirklich fruchtbar wird, muss die Seele von einem felsenfesten Glauben an die Wahrheit dieser Göttlichen Mysterien durchdrungen sein, von den weltlichen Aspekten des Lebens immer mehr Abstand nehmen können und ihr ganzes Denken völlig und ganz an der überirdischen, nicht stofflichen Wirklichkeit und den Interessen von Gottes Heilsplan orientieren. Solange dies ihr nicht gelingt, wird sie ihre Vergangenheit wie eine Last mit sich schleppen und immer wieder in die Falle gehen, mit ihrer Vergangenheit beschäftigt zu bleiben.

Wenn man Gestalten sieht, sind das Gaben von Gott oder kommen diese von Satan? Diese Frage lässt sich schwer beantworten, weil dasjenige, was sich in einer Seele tut, letztendlich strikt zwischen dieser Seele und Gott läuft. Aus diesem Grunde lässt mich die Herrin aller Seelen immer zur äuβersten Vorsicht raten, wenn Menschen von einem Mitmenschen Deutungen von Bildern erhalten haben, die sie gesehen haben. In den allermeisten Fällen kann eine andere Seele solche Ereignisse in einer Mitseele nicht deuten, weil Gott eine solche Deutung nur äuβerst selten zulässt, und mit Recht: Solche Ereignisse sollten nicht als Spielzeug bzw. als Sensationselemente betrachtet werden, denn dann treibt man nichts anders als Pseudomystik (lies: Betrug). Gott hat den Schlüssel zu jeder Seele in der Hand, und auβer der Himmelskönigin wird es keiner Seele erlaubt noch ermöglicht, sich dieses Schlüssels zu bedienen, auβer in sehr seltenen Ausnahmen.

Eine allgemeine Regel, die ich schon vermitteln darf, ist jene: Machen Gestalten oder sonstige Wahrnehmungen einer Seele Angst, so kommen diese mit allergröβter Wahrscheinlichkeit nicht vom Himmel. Erscheinungen, die ihren Ursprung im Himmel haben, strahlen vor der absolut vollendeten Liebe, in welcher sie untergetaucht sind. Wo die Liebe vollkommen ist, kann keine Angst überleben, denn Liebe und Angst sind absolute Gegensätze. Sogar in dieser Beziehung warnt Maria dennoch wegen der Tatsache, dass der Böse auch da hin und wieder seine Spielchen treibt: Nicht selten werden Seelen von Angst oder Unruhe befallen wenn sie etwas authentisch Himmlisches zu Gesicht bekommen (sei es in einer überirdischen Wahrnehmung, sei es in Lektüre, sei es in einem Bild...), weil der Böse ihnen auf sehr intensive Weise Abneigung gegen diese 'Begegnung' inspiriert. Solche Seelen sagen dann zum Beispiel, nachdem sie sich ein Bild der Himmelskönigin angeschaut haben: 'Mir wurde dabei sehr unruhig ums Herz'. Leider, so deutet dies die Gottesmutter Selbst, weist ein solches Gefühl sehr oft auf Unfrieden im Herzen des Betrachters hin.

Freilich kann die Seele auch von der Wahrnehmung Himmlischer Gestalten sehr ergriffen sein, und zwar deswegen, weil die vollendete Liebe, die davon ausstrahlt, auf die Seele wie eine Flutwelle wirken kann. Als negativ wird dies jedoch von einem reinen Herzen auf keinen Fall empfunden. Auch Satan täuscht manchmal schöne Bilder vor, aber denen fehlt es vollkommen an Liebe, so dass sich die Seele von ihnen zerschmettert statt verzückt fühlt. Macht die Wahrnehmung einer Gestalt Angst oder wirkt sie irgendwie beunruhigend, so tut die Seele gut daran, den nachfolgenden Rat zu befolgen, den mir die Himmelskönigin Selbst einst gab:

"Bekreuzige dich, und sprich der Gestalt folgendermaβen zu: 'Kommst du zu mir in den Namen Jesu Christi und Mariä, dann bekreuzige dich mit mir; kommst du nicht in den Namen Jesu Christi und Mariä, so geh von mir fort, so befehlen dir der Dreifaltige Gott und die unbefleckte Königin von Himmel und Erden'."

Ich habe diese Formel einige Male in der Praxis anwenden können, mit erstaunlichem Erfolg: manchmal begegnete ich dabei Verzückung, manchmal regelrechter Flucht...

Sollten Sie alles ignorieren, und was dürfen Sie überhaupt noch annehmen? Die goldene Regel, welche die Herrin aller Seelen diesbezüglich vermittelt, ist sehr einfach, erfordert allerdings eine beharrliche Ausbildung in der Fähigkeit, Gutes von Bösem unterscheiden zu lernen. Maria sagte diesbezüglich bereits, sie sei gerade deswegen in Ihrer 'Eigenschaft aller Eigenschaften' als Herrin aller Seelen von Gott zu den Seelen gesandt worden, weil Sie die Seelen in dieser Zeit für den Kampf gegen den Bösen und die verheerenden Wirkungen der Finsternis in Gottes Schöpfung ausbilden soll. Sie tut dies durch die Wissenschaft des Göttlichen Lebens ebenso wie durch innere Umgestaltung und Führung in den Herzen in Richtung der wahren Heiligung. Die Seele, die sich reinen, aufgeschlossenen Herzens beharrlich in den Schriften der Wissenschaft des Göttlichen Lebens vertieft, erwirbt sich dadurch nicht nur konkretes Wissen, sondern wird ebenfalls in einer Denkart ausgebildet, welche es ihr immer mehr ermöglichen wird, so zu denken, wie Gott die Seele denken sehen möchte.

Das alles ist Teil der Einstellung, die Maria als 'Vergeistigung' bezeichnet. Je tiefer sich die Seele die Wissenschaft des Göttlichen Lebens 'einzuverseelen' weiβ, desto mehr wird sie wie von selbst ihr Umfeld, ihr Leben, ihren eigenen Gnadenstand und viele andere Dinge richtig einschätzen können. Gerade das ist der groβe Zweck, zu welchem die Herrin aller Seelen die Wissenschaft des Göttlichen Lebens lehrt. Dieses Wissen, und zwar in dem Maβe desto mehr, wie es im Alltag angewandt wird, ist eine gewaltige, allerdings noch sehr unausreichend verstandene Waffe des Himmels gegen die Finsternis. Daraus ergibt sich eben der ganze Sinn des Maria Domina Animarum Werkes: durch dieses Werk will die Himmelskönigin jede Seele zu einer Burg von Licht gegen die Finsternis machen. Gott verspricht Sich von diesem Werk die absolute Verherrlichung Seines Heilsplans und Seiner Werke, die in der Gründung von Gottes Reich auf Erden ihre Vollendung finden sollen.

Wegen Ihrer Verunsicherung, da Sie nicht wissen, ob dasjenige, worüber Sie noch geschrieben haben, eine Sünde war oder nicht, darf ich Sie beruhigen: Sie haben nur in der besten Absicht gehandelt, haben nichts Sündhaftes bezweckt, und haben auch keinen Augenblick die Absicht gehabt, etwas zu tun, was Gott nicht gefällt. Er weiβ das sehr wohl. Diese andere Person muss Gott gegenüber begründen, was sie macht, aus welchen Gründen, in welcher Absicht, und ob sie dies nur in Seinem Sinne tut. Sie allerdings, werden in diesem Kontext von Gott nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Aus einigen früheren Antwortbriefen können Sie sogar entnehmen, wieso mich die Himmelskönigin diese Frage so beantworten lässt. Sie verstehen mich ohne jeden Zweifel.

Ich umarme Sie zur Ermutigung. Ja, die Zeiten sind 'zum verrückt werden', aber das alles ist 'nur' die Saat Satans: Er sät Unkraut wie die Wilden, aber wie das Evangelium in Bezug auf das Unkraut auf dem Acker sehen lässt, ist Gott geduldig. Weil dieses Einsäen uns so lange zu dauern scheint, meint eine Seele nach der anderen, es wäre ganz um die Welt geschehen. Das Unkraut um uns herum sollte uns nicht davon abhalten, unseren Weizen ganz besonders zu hegen, und zwar noch mehr als je zuvor. Versucht man das Unkraut vor Gottes Zeit zu jäten, so besteht die Gefahr, dass man den Weizen in Mitleidenschaft zieht. Fördern wir deshalb unentwegt das Wachstum unserer guten Saat, so wird das Unkraut ihr nichts anhaben können. Überlassen wir das Jäten dem Unfehlbaren, dann werden die Äcker eines Tages genau so aussehen, wie sie aussehen sollten, und zwar genau zu Seiner Zeit. Halten Sie durch, damit Ihr Weizen nicht verloren geht.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 533
Die wahre Hoffnung, Gottes verborgene Liebe, und die verborgenen Schätze der Prüfungen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

(...) An Ihnen liegt es durchaus nicht, dass ich noch nicht früher habe antworten können, ganz im Gegenteil, ich hatte immer schon das Gefühl, dass Sie mit Herz und Seele an das seelische Wachstum herantreten und sich die dazu notwendigen Anstrengungen leisten, und gerade das ist es, was mich so sehr freut. Sie gehören zu den Seelen, wegen derer dieses Werk der Mühe wert ist.

Es freut mich, dass Ihr Mann diese Erfahrung gemacht hat (Sie verstehen ohne jeden Zweifel, was ich meine, selbstverständlich nicht wegen des Leides, das er hat durchstehen müssen um auch das 'andere' zu sehen, das wahrhaftig eine Welt an sich ist, so weit von der 'gewöhnlichen' Welt entfernt). Tatsächlich, Gott hat so Seine Wege, und erst später versteht der Mensch, wozu etwas gut war. Solche Erfahrungen sind manchmal wie ein Wecker, der klingelt, als wolle er sagen: "Wach auf, das wahre Leben muss jetzt für dich anfangen".

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Ihre Arbeit im (...) jetzt erst recht schwer für Sie geworden ist. Ja, man ändert nicht immer mit einem Schlag sein Leben wenn einem danach ist. So viele Faktoren spielen dauernd eine Rolle. Das Gute ist aber, dass man mit einer neuen Ladung an Spiritualität auch in seinem 'alten' Leben plötzlich eine andere Brise wehen lassen kann. Sogar dann, wenn die Umgebung darauf nicht gleich so reagiert, wie man möchte, ist man trotzdem damit beschäftigt, den Boden umzugraben für eine neue Fruchtbarkeit, zunächst im eigenen Garten, anschlieβend nach und nach im den Nachbargärten, usw... Sie verstehen das Bild ohne jeden Zweifel.

Ich sah Sie immer schon als eine Familie, die sehr hart daran arbeitet, die Verunreinigungen der Welt von sich fernzuhalten und abzuwaschen, und die über einiges nicht glücklich ist, und eigentlich ist dies die einzige richtige Einstellung. Gerade diese Einstellung ist es übrigens, die es Ihnen in der Welt oft schwer macht, aber seien Sie beruhigt, dies ist ein gutes Zeichen. Demjenigen, der durch diese Welt geht in ungeteilter Freude über alles Mögliche, mangelt es an Tiefe. Freude müssen wir haben, allerdings, aber es soll eine Freude sein, die in der wahren Hoffnung Wurzeln geschlagen hat, indem die Seele weiβ, dass irgendwo 'etwas' lebt, das die wahre Wirklichkeit ist, und dass gerade darin das wahre Lebensziel oder der wahre Sinn dieses Lebens liegt. Alles Weltliche ist nicht das wahre Ziel oder der wahre Sinn dieses Lebens, es ist lediglich die Ausfüllung des Weges der Vervollkommnung in allen Tugenden.

Ich habe ab Ihrem allerersten Brief, der inzwischen bereits einige Zeit zurück liegt, mit Freude festgestellt, dass Sie diese Einstellung in sich tragen, und das ist es, was Sie individuell und als Familie immer wird blühen lassen, trotz (dank!) des starken Gegenwindes. Zuweilen kann ein Gegenwind eine kleine Kursberichtigung herbeiführen, die man nicht beabsichtigt hat, in welcher jedoch Gottes Vorsehung ihre Weisheit flüstert. Die Seele, die das begreift, hat die Kunst des Glücklich-Seins gefunden: Sie erkennt, dass Gott tatsächlich mit ihr beschäftigt ist, auf Seine eigene Art und Weise – leise, verständnisvoll, zärtlich, unendlich geduldig, und in brennender Liebe.

Liebe Schwester, ich erinnere mich ganz gut an Ihre Ausführung mit Bezug auf das Leben in (...), das Ihnen mittlerweile so schwer fällt. Dieses Gefühl, das 'in mein eigenes Herz hinüberfloss', hat mich seitdem nicht losgelassen. Ich wollte Sie damals einfach umarmen, und (so wie es eine Mutter tun würde) sagen: 'Jeder Berg hat einen Gipfel, und jenseits dieses Gipfels geht es ganz einfach und mühelos ab hinunter ins Tal: viele Kilometer ohne die geringste Anstrengung', aber ich weiβ auch selber sehr wohl, dass man diesen Gipfel erst in der Stunde des Übergangs in das 'andere Leben' erreicht. Und trotzdem... ist dieser Trost kein leeres Wort: Eigentlich wirkt sich dieser 'Abstieg', dieser wahre Flug wie auf Flügeln, jetzt, auf dieser Welt, bereits in der Seele aus, die die wahre Hoffnung hegt. Sie wissen ja, was Maria immer wieder schreiben lässt: In der wahren Hoffnung hat sich die 'vollendete Wirklichkeit' bereits verwirklicht, mit anderen Worten: Dasjenige, was uns von Gott verheiβen ist, lebt in Wahrheit jetzt bereits in der Zeitlosigkeit, und in der wahren Hoffnung lebt die Seele bereits zum Teil im Zeitlosen, denn tief drinnen weiβ sie, dass alles gut wird.

Wissen Sie, für mich ist es doppelt erfreulich, es Ihnen gegenüber so formulieren zu dürfen, weil dieses Gefühl für mich wegen der jahrelangen Erfahrung der Mystik zur zweiten (ersten?) Natur geworden ist, und ich also sehr wohl weiβ, dass es sich da nicht um ein Hirngespinst handelt, sondern um eine Realität, welche die Seele oft leider nicht dauernd festhalten kann (wegen dieses Ungeheuers mit dem Namen 'die Welt und ihre schreienden Einflüsse'). Dies alles wird schon bald zur echten Lebensaufgabe: dem ständigen inneren Kampf gegen die Umgebung, die uns glauben lassen möchte, dass wir falsch liegen (oder schlimmer, dass wir 'nicht normal' sind). Wie sehr wird dieses Wort doch falsch betrachtet: 'Normal' = 'der Norm entsprechend'. Falls damit die Norm des Weltlichen gemeint wird, darf diese allerdings weder zum Ziel noch zur Referenz werden, denn die Norm des weltlichen Denkens und Bestrebens und Wollens ist SEHR weit von demjenigen abgewichen, was Gott mit den Seelen vorhatte...

Dieser Berg, den wir hochsteigen müssen, scheint an manchen Tagen endlos und sogar trostlos zu sein: Das Tal und seine Blumen scheinen so weit weg, die vertrauten Geräusche fallen eins nach dem anderen weg, der Wind fängt an, lauter zu rauschen und wirkt etwas beängstigend, und die Tiefe neben uns macht uns allmählich schwindlig. Und trotzdem liegt gerade dort das Gold verborgen: Den Preis erhalten wir erst auf dem Gipfel, aber wir arbeiten während des Aufstiegs daran. Der Arbeiter erhält seinen Lohn nicht vorab, sondern nach den geleisteten Anstrengungen und dem oft mit diesen einhergehenden Leid.

Ist es nicht bemerkenswert, dass Sie diesen Brief an diesem Fest Mariä vom Loskauf der Gefangenen schreiben? Sie kann Seelen aus der Gefangenschaft der Welt gegenüber loskaufen. Sie wird eine Seele nicht unbedingt 'von der Welt befreien', aber durchaus von den Bedrängnissen der Welt, die ihr Herz erdrosseln. Anders gesagt: Maria kann uns ein neues Herz schenken, das seine Bürden anders betrachtet, anders mit ihnen umgeht, so dass diese uns plötzlich irgendwie leichter und sinnvoller zuscheinen, und es dadurch auch wirklich werden.
Stellen Sie sich mal einen wunderschönen Ziergarten vor, voller bunter Blumen, Felspartien, ein plätscherndes Bächlein zwischen Steinen... Es ist durchaus möglich, dass, wenn Sie diesen Garten aus verschiedenen Winkeln betrachten, Sie manchmal hauptsächlich Steine sehen, hinter denen die Blumen und das Wasser verborgen sind. Vielleicht sind Sie der Meinung, an diesem Garten sei nichts Besonderes zu sehen. Gehen Sie nun einige Dutzend Schritte weiter, so ist es durchaus möglich, dass sich vor Ihren Augen ein Anblick entfaltet mit einer unglaublichen Blumenpracht, einem Bächlein, einem Teich, und denselben Steinen von vorhin, aber nun ganz in die Harmonie des Ganzen eingebaut. Was spürt Ihr Herz jetzt? 'O, wie dies alles wundervoll zusammen passt, alles hat seinen Platz und seinen Sinn'. Ja, auch die Steine gehören dazu, ohne sie 'fehlt etwas', und ist das Ganze unvollständig. Die Steine, in das Gesamtbild aufgenommen, werden sogar zur Quelle zusätzlicher Verzückung.

Dieser Garten stellt ein Menschenleben dar. Die Blumen sind die Früchte der Gnade, das Wasser (die Tränen!) ist erforderlich um die Gnaden blühend zu erhalten und sie zu vermehren, die Steine (die Schwierigkeiten, Prüfungen) sind die Verzückungen, die nur als solche erkannt werden, wenn man sie aus ganz bestimmten Winkeln betrachtet, und die die Rohstoffe bilden für das Gold, das die Seele später ausbezahlt bekommt, vorausgesetzt, sie hat die Steine auf die richtige Art und Weise getragen (in Liebe, Glauben, Hoffnung, Annahme und Weihe). Jeder Stein, den man in diesem Leben wegwirft (die Prüfungen, die man von sich weg stöβt, nicht annimmt, unbedingt los werden will, verabscheut...) kann nicht mehr in Gold umgesetzt werden und verringert das Kapital für das wahre Leben nachher.

Liebe Schwester, für mein Herz wäre es ein Fest, wenn diese Bilder Ihr Herz als dasjenige berühren mögen, was sie wirklich sind: Umarmungen von Seiten der Königin aller Hoffnung, Loskauf der Gefangenen, der Mutter der Ewigen Liebe. In meiner Kleinheit füge ich all dem gerne meine eigene Liebe hinzu, die – so wie alles hier auf Erden – immer noch die Mühle nähren muss, durch welche der Diamant der Seele geschliffen wird, damit diese Letztere in der Stunde ihres Eintritts in die Ewigkeit ein einigermaβen würdiger Brautschatz für Gott sein möge.

Ja, unser Gärtchen kann schön sein trotz der Steine, oder vielmehr dank der Steine: Sie gehören dazu, und Gott verbirgt in ihnen gerade Seine gröβten Schätze. Betrachten wir es so: Gott hat so Seine Art um ausfindig zu machen, in wie fern die Seele über die Oberflächlichkeit des weltlichen Schauens, Fühlens und Strebens hinaus wächst, und vor allem hinauswachsen will. Er weiβ, dass die weltlich fühlende Seele zunächst und nur den Blumen (den augenfälligsten Schönheiten) Aufmerksamkeit widmen, sie berühren und untersuchen wird. Wahrer Glaube jedoch, blüht in der Seele, die wirklich die Tatsache berücksichtigt, dass Gott Sein Herz ebenfalls in die Steine gelegt hat, denn dass auch diese von Ihm stammen. Gottes Schönheitsideal ist nicht mit dem Unsrigen identisch. Gerade aus diesem Grunde müssen wir in so manchem Punkt 'anders' denken, sehen, spüren, anstreben lernen...

Liebe Schwester, zögern Sie nicht, Ihrem Herzen Luft zu machen wenn sich dies als notwendig ergibt. Die Gottesmutter ist immer für die Seele aufgeschlossen, die sich vom Willen antreiben lässt, Ihre Belehrungen in die Praxis umzusetzen. Nur in der Seele, die diese Einstellung hegt, kann Ihre Saat zum Blühen kommen. Lasset uns niemals vergessen, dass in dieser Saat alles enthalten ist, auch die Möglichkeit, die Steine des Lebens zu lieben als kleine Schatztruhen, die sich erst dann aufschlieβen lassen, wenn die Seele völlig und ganz vom Glauben an Gottes Neigung durchdrungen ist, alles mit der Unterschrift Seiner Liebe zu versehen, sehr oft noch am deutlichsten die Dinge, über welche die weltlich denkende Seele hinwegschauen würde, oder die von dieser Letzteren am leichtesten verachtet werden.

Ich umarme Sie in der Liebe der Gottesmutter, Gottes Wasserfall von Liebe, Hoffnung und Wahrheit.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 534
Über die Gleichgültigkeit über das Leid von Tieren und das Unverständnis über die diesbezügliche These des Himmels

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Vielen Dank für Ihre Mail. Ich verstehe sehr gut, was Sie meinen. Auch ich bin in schwerer Sorge über die Einstellung unzähliger Seelen den Tieren gegenüber, und insbesondere über die Einstellung derjenigen, die aufgrund ihrer Berufung auf eine ganz besondere Weise Gottes Liebe vertreten sollten. Gerade aus diesem Anlass hat mich die Himmelskönigin die einzigartige Inspiration Die Bächlein des Heils schreiben lassen, damit der Standpunkt des Himmels bezüglich der Unempfindlichkeit gegenüber dem Leid der Tiere ein für allemal der Welt bekannt gegeben wird.

Sehr viele Menschenseelen erkennen dies nicht bzw. (was noch viel schlimmer ist), wollen dies nicht erkennen, aber mit der Gottesmutter als Zeugin bestätige ich Ihnen in Wahrheit: In der Stunde des irdischen Todes erschwert sich eine Menschenseele das Gericht über ihr gerade zu Ende gegangenes Leben auf Erden durch jedes Leid, das sie Mitgeschöpfen (auch Tieren) zugefügt hat, und erleichtert sie sich das Gericht durch jeden Akt der Liebe, welchen sie Mitgeschöpfen (auch Tieren) entgegengebracht hat. Diese Regel könnte so ungefähr als den roten Faden betrachtet werden, der durch die in den Bächlein des Heils der Menschheit vermittelte Botschaft läuft.

Das alles sollte doch durchaus verständlich sein für jede Seele, die das Gesetz von Gottes Liebe verstanden hat. Tiere, genauso wie Menschen, sind Geschöpfe Gottes. Sie sind aus Seiner Liebe hervorgegangen, und haben innerhalb der Schöpfung eine wichtige Rolle zu erfüllen. Über diese Rolle – die, wohlgemerkt, auch das Heil der Menschenseelen betrifft! – wird in den Bächlein in vielen Besonderheiten ausgeführt. Dennoch hat sich herausgestellt, dass es Seelen gibt, die sich als Christen bezeichnen, die diese Ausführungen so vollkommen falsch verstehen, dass man nicht mehr aus dem Staunen herauskommt, wenn man dasjenige erfährt, was sie davon halten bzw. wenn man liest, wie sie diese Ausführungen wohl verstanden haben.

Ich möchte es deswegen noch einmal ganz eindeutig so formulieren: Es ist dem Schöpfer und Heiland ein Gräuel, wenn Menschenseelen Tieren Leid zufügen. Die Tiere sind von Ihm dazu erschaffen worden, den Menschenseelen dadurch Freude zu bereiten, dass sie bereits hier auf Erden klare Zeichen Seiner Liebe spüren können – Zeichen die dadurch klar und eindeutig sind, dass sie sogar mit den Sinnen wahrgenommen werden können, in der Natur um die Seelen herum.

Zu dem Mangel an sichtbarer Liebe bei manchen Tiergattungen und den Gründen dazu habe ich mich in den Bächlein ebenfalls von Seiten der Himmelskönigin auf sehr wohl verständliche Weise äuβern dürfen bzw. sollen. Diese Zeichen leisten der These über die Tiere als Kanäle (Bächlein!) von Gottes Liebe, und somit des Göttlichen Lebens, in keinerlei Weise Abbruch.

Die Tiere sind Teile des Netzes von Gottes Liebe, das die ganze Schöpfung umspannt. Wer Tieren Leid zufügt, bewusst und gleichgültig, verstümmelt in Wahrheit Äuβerungen von Gottes Liebe, d.h. somit: Er bzw. sie verstümmelt Werke Gottes. Vergessen wir nie:

  1. Nur diese Liebe macht das Leben auf Erden möglich;
  2. Nur diese Liebe bestimmt, ob, und in welchem Ausmaβ, die Menschenseele bereits auf Erden Glück findet;
  3. Nur diese Liebe bestimmt das Maβ des Heils, das der Menschenseele in der Ewigkeit zuteilwird.

Wieso können Menschen, und ganz besonders solche, die sich als Christen bezeichnen, sich überhaupt noch darüber wundern, dass sich auf Erden das Elend ständig vermehrt, wenn sie sich kaum Gedanken darüber machen, in vielen Fällen sogar nicht einmal daran glauben:

  • dass in der Schöpfung alles erst durch die Gnade Gottes lebt, und die grundlegende Gnade jene des Liebesstroms ist, den Er unaufhörlich durch die ganze Schöpfung flieβen lässt;
  • dass der Strom der Göttlichen Liebe für die ganze Schöpfung erst durch die Art und Weise seine Wirkung bekommt, wie die Menschenseelen mit dieser Liebe umgehen;
  • dass Gottes Liebesgeschenke auf Erden nur sehr beschränkt gewürdigt werden;
  • dass jedes Zeichen von Gottes Liebe ein (manchmal getarnter) Schatz von Heil für die Seelen in sich trägt.

Nur die Liebe Gottes, und von Seiten der Menschenseelen das Verständnis und die beharrliche, selbstlose Anwendung derselben, kann die Welt und die Seelen retten. Die Rettung wird nicht lediglich durch eine Vermittlung, ein Eingreifen, von oben kommen, sie muss von den Seelen erwirkt werden, und zwar durch Verwertung der Gnade und die oberste Verherrlichung der Liebe in unserem Alltag. Dieser 'Notschrei' von Gottes wegen in die Herzen eindringen zu lassen, ist die Aufgabe und erst der wahre Sinn dieses Apostolates der Himmelskönigin.

Nicht nur verstehen viele Seelen die Zeichen von Gottes Liebe nicht mehr bzw. noch nicht, und verstoβen sie auf weltweiter Ebene Tag für Tag milliardenfach gegen die Liebe, über dies alles hinaus hat der Himmel den Seelen das einzigartige Manifest Die Bächlein des Heils als vollkommen unverdiente Ausführung über das tiefste Wesen der Göttlichen Liebe geschenkt, und sogar dieses Geschenk hat manche Seelen nicht davon abgehalten, Myriam mit Argumentationen anzugreifen, die nur aus tiefster Finsternis und Blindheit geschöpft werden können. Dem sei so: Ich tue ausschlieβlich dasjenige, wozu mich die Gottesmutter aufruft, und genau mit der Ausfüllung, die Sie mir inspiriert. Deshalb betrübt mich dies nicht wegen meiner Wenigkeit, sondern wegen der Einstellung mancher Seelen der Gottesmutter gegenüber, dieser Stimme der Wahrheit und Mutter der Mensch gewordenen Liebe.

Manche 'Christen' haben sich auβerdem angemaβt, die Entscheidung der Gottesmutter für lächerlich zu halten, als Sie dazu aufrufen lieβ (und nach wie vor dazu aufrufen lässt), am vierten Tag eines jeden Monates einen Gebetstag zugunsten der Tiere abzuhalten. Ich versichere Ihnen, dass ich in all demjenigen, was Sie mir gezeigt und in mir ausgewirkt hat, mit tiefer Traurigkeit erkannt habe, dass kaum eine Seele verstehen kann, aus welcher Notlage der Seelen heraus Maria diesen Aufruf hat verlautbaren lassen, und dass es keine Worte gibt, die jemals ausreichend ausdrücken könnten, wie wichtig dieser Aufruf für die Menschheit wohl ist. Statt dessen haben sich manche Seelen deswegen sogar über Myriam lustig gemacht. Die Menschenseele, von Gott als Krone der Schöpfung gemeint, macht sich lustig über Gottes Maβnahmen, die darauf abzielen, ihr ewiges Glück zu retten, das sie selbst offensichtlich gleichgültig lässt...

Egal, wie sich manche Instanzen zu diesem Thema äuβern, ich betone, dass ich in den Bächlein des Heils, wie überhaupt, die volle, ungeteilte Wahrheit geschrieben habe, wie mir die Himmelskönigin diese in gesprochenen Worten und in vielen Bildern mitgeteilt hat. Ich habe dem weder irgend etwas aus mir selbst hinzugefügt noch irgend etwas ausgelassen, wozu mich die Himmlische Mutter aufgefordert hat, es weiterzuleiten. Somit bezeuge ich mit meinem ganzen Wesen, dass jede Zeile der Bächlein des Heils Gottes Wahrheit vertritt. Ich wiederhole diesbezüglich, und werde nicht aufhören, es zu wiederholen, dass mir durchaus bekannt ist, welche Verurteilung auf mich wartet für den Fall, wo ich nicht die Fülle der Wahrheit schreiben sollte, wie die Herrin aller Seelen sie mich lehrt und die ich nicht aus mir heraus, sondern ausschlieβlich in Ihrem Auftrag vermittle, in den Bächlein des Heils genauso wie in sämtlichen Schriften, die durch das Maria Domina Animarum Werk verbreitet werden.

Es ist wirklich an der Zeit, dass sich die Seelen, und an erster Stelle die Christen – die ja aufgrund ihrer Nachfolge Christi, der Ewigen Liebe, noch am meisten dazu berufen sind – sehr ernsthaft darüber besinnen, dass auf ihnen die Verantwortung ruht, die Saat von Gottes Liebe aufblühen zu lassen. Wir sind zu nichts anderem auf Erden als dazu, in diesem Tal der Tränen Gottes Reich blühen zu helfen. Die Erde ist nicht durch Gottes Liebe ein Tal der Tränen geworden, sondern dadurch, dass diese Liebe Unzähligen gleichgültig ist, und es sogar vielen Christen gleichgültig lässt, was mit der Schöpfung als Ganzem und mit den individuellen Geschöpfen – Menschenseelen und Tieren, Stück für Stück Werken aus Gottes Hand – passiert.

Uns obliegt die heilige Pflicht, keinen Samen aus Gottes Herzen verlorengehen zu lassen. Um diese Pflicht – die für die Krone der Schöpfung der Gipfel der Freude und deshalb ein einmaliges Vorrecht sein sollte – erfüllen zu können, gibt es keinen anderen Weg als jenen des selbstlosen Einsatzes für die Fruchtbarkeit von Gottes Liebesgeschenken. Solange der Mensch nicht die immense Wichtigkeit der Liebe im Umgang mit den Tieren erkannt hat und er diese nicht in der Praxis des Alltags in Anwendung bringt, und zwar von ganzem Herzen, kann nur ein Bruchteil der Saat des Göttlichen Lebens in den Menschenseelen aufblühen.

Viele Christen machen sich mit Recht Sorgen darüber, dass so viele für die Ewigkeit verlorengehen. Wie kann das denn anders sein, wenn nicht einmal unter uns, Christen, die Wahre Liebe verstanden wird? Ich bin Ihnen dafür dankbar, lieber Bruder, dass Sie Ihr Herz zu diesem Thema ausgegossen haben, denn – um es, dem Sinne nach, mit Jesus zu sagen – nicht Fleisch und Blut haben Sie zu diesen Worten und zu dieser Einstellung inspiriert, sondern der Geist Gottes, und die Himmelskönigin hat Sich unbedingt in dieser Antwort dazu äuβern wollen, denn nicht viele haben dies bisher richtig verstanden: Der Anteil unserer Einstellung den Tieren gegenüber in der Entwicklung des Elends auf Erden bzw. in der Behebung desselben, ist wesentlich gröβer als es sich die Menschenseelen vorzustellen bereit sind. In dieser Erkenntnis liegt eine der wichtigsten Lektionen des dringenden Himmlischen Aufrufes, der sich in den Bächlein des Heils hat verkörpern lassen. Setzen wir uns mit voller Kraft dafür ein, dass dieser Aufruf die vom Allerhöchsten bezweckten Früchte einbringen kann, egal was manche Seelen, auch in den von Ihnen erwähnten Kreisen, davon halten. Vergessen wir nie: Wir gehen unserer Berufung nicht wegen der Befriedigung eigener Impulse nach, sondern deswegen, weil uns der Himmel dazu ruft und weil uns die Werke von Gottes Liebe heilig sind. Selig diejenigen, die dies verstanden haben.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 535
Über die Absichten der Herrin aller Seelen mit dem Apostolat und die Begründung dieser Absichten – über die Verdienste eines Menschenlebens

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Mit besonderer Freude erfahre ich, dass Sie aus den Gnadengeschenken der Himmelskönigin so viel Kraft und Mut schöpfen, um all dasjenige durchzuhalten, was in Ihrem schweren Alltag auf Sie zukommt. Ich habe Sie auch gar nicht vergessen, ganz im Gegenteil. Ich bitte um Entschuldigung dafür, dass ich in letzter Zeit sehr wenig zum Beantworten von Briefen komme, oder genauer ausgedrückt: kommen darf. Das hat mehrere Gründe:

Erstens ist im Apostolat unsagbar viel zu tun, unter anderem wegen der endgültigen Fertigstellung der Schriften in deutscher Fassung (sämtliche Übersetzungen müssen auf Anweisung der Gottesmutter bereinigt werden, wie Sie wissen. Das habe nicht ich bestimmt, sondern die Herrin Selbst, aus berechtigten Gründen, wie sich anlässlich mehrerer Vorfälle herausgestellt hat) und wegen der Umstrukturierung der Vorstellung des ganzen Materials auf der Webseite (was sehr aufwendig ist und dadurch nur schrittweise über längere Zeit erfolgen kann – aufgrund der sich ständig entwickelnden Nöte der Werke der Gottesmutter ist eine solche Arbeit genau genommen nie wirklich fertig).

Zweitens weil die Gottesmutter seit dem Frühling dieses Jahres damit angefangen hat, die Aufgaben Ihrer Myriam vollkommen neu zu gestalten, d.h. diese Aufgaben wieder nach dem Muster umzugestalten, das Sie Myriam in den Anfangsjahren der Berufung auferlegt hatte: Manche Entwicklungen der letzten Jahre haben die Solidität der mystischen Grundlage meiner Berufung gefährdet. Die Gottesmutter ist deswegen vor gut einem halben Jahr machtvoll eingeschritten und hat, auβer anderen Anweisungen, besonders zwei Aufgabenverschiebungen angeordnet:

  • Die Beantwortung von Briefen soll drastisch eingeschränkt werden. Die Gottesmutter bezweckt damit, dass für Myriam viel mehr Zeit für den Privatkontakt mit Ihr freigesetzt werden kann. Die Seelen dürfen nicht vergessen, dass dieses Apostolat hundertprozentig auf der mystischen Durchströmung aus dem Herzen der Himmelskönigin in die Seele Myriams basiert, und dass die Instandhaltung dieser Grundlage täglich durch viel Gebet, Stunden von stiller Betrachtung und ein hochgradig zurückgezogenes Leben genährt und abgesichert werden muss. Genau das alles ist seit der Internationalisierung dieses Apostolates im Jahre 2008 in ständig zunehmendem Maβe gefährdet worden. Maria hat nie gewollt, dass Ihre Myriam eine öffentliche Person wird. Manche Entwicklungen haben sich völlig auβer meinem Willen, und vor allem auβer dem Willen der Gottesmutter, aufgedrängt, und sind letztendlich nur deswegen von Maria gebilligt worden, weil Sie aus allem etwas machen kann, wenn die betreffende bzw. betroffene Seele es ihr in inständig gelebter Weihe dauernd darbietet.

    Die Gottesmutter hat im Frühling unter anderem angeordnet, das System der zu veröffentlichenden Antwortbriefe drastisch einzuschränken. Privat werden nach wie vor Briefe beantwortet, sei es unter striktester Berücksichtigung der jeweiligen Wünsche der Himmelskönigin und zu Ihrer Zeit. Für ein völlig richtiges Verständnis empfehle ich Ihnen diesbezüglich von Herzen die Lektüre der Texte, die ich vor einiger Zeit auf der Webseite unter Antwortbriefe > Wichtiges habe bekanntgeben müssen. Diese Texte dürften einiges ins rechte Licht rücken. Was Sie diesbezüglich auch immer an Spekulationen in Erfahrung bringen mögen, glauben Sie mir: die einzige Wahrheit werden Sie in der vorerwähnten Rubrik der MDA-Webseite vorfinden.
  • Unter anderem aufgrund der Einhaltung der obigen Maβnahmen soll Myriam die Gelegenheit geboten werden, sich den vielen Projekten zu widmen, die seit der Internationalisierung des Apostolates im Jahre 2008 gröβtenteils eingestellt werden mussten. Es handelt sich da unter anderem um die Ausarbeitung einer Anzahl neuer Schriften. Die Gottesmutter hat in den vergangenen Jahren nicht aufgehört, Ihre Himmlische Saat in Myriam auszustreuen, und in den letzten Monaten seit der gewissenhaften Anwendung der Anweisungen der Herrin aller Seelen hat Sie dies erst recht getan. Diese Saat muss allerdings die Gelegenheit bekommen, zum Blühen gebracht zu werden. Dazu bedarf Myriam wieder der weitgehenden Zurückgezogenheit der Anfangsjahre der Berufung, diejenige, wozu die Gottesmutter gleich 1997 aufgerufen hatte.

Dies alles heiβt ganz und gar nicht, dass sich Myriam von den Seelen zurückzieht, ganz im Gegenteil:

Erstens werden aufrichtige Briefe von Seelen guten Willens nach wie vor beantwortet (wie immer zu Marias Zeit, die bekanntlich nicht vorhersagbar ist). Briefe jedoch, die aus einem böswilligen Herzen stammen, werden auf Anweisung der Gottesmutter, die Ihre Myriam vor einem jeden solchen Brief warnt, gar nicht mehr gelesen, der Inhalt und Verfasser Maria geweiht, und der Brief anschlieβend endgültig entfernt. Das tue ich auf strikte Anordnung der Gottesmutter, die Ihr Werk um jeden Preis vor Werken der Finsternis schützen will, da es sich im Apostolat der Herrin aller Seelen – vergessen wir dies nie – um ein einzigartiges Werk und Gnadengeschenk handelt, das Maria zwecks Erfüllung von Gottes Heilsplans in diesen Letzten Zeiten gegründet hat und absolvieren muss.

Briefe, die der Verwirklichung der Himmlischen Aufgaben der Herrin aller Seelen nicht zuträglich sind, dürfen ebenfalls nicht mehr beantwortet werden. Gelesen werden sie in dem Maβe, wie es die Heilige Jungfrau erlaubt, zwecks Weihe und Gebet zugunsten der Verfasser. Verloren geht also nichts. Die Seelen, die wirklich bestrebt sind, sich in den wunderbaren Belehrungen zu vertiefen, werden von der Gottesmutter so weitgehend für die Echtheit dieser Belehrungen und die wahre Tiefe derselben aufgeschlossen, dass sie erkennen werden, welche Fragen diesem Werke zuträglich sind, und welche nicht, bzw. worum es in diesem Apostolat wirklich geht, welche Aufgaben Myriam von der Herrin aller Seelen erhalten hat und welche vermeintliche 'Aufgaben' von Menschen hinzugefügt worden sind. Ich freue mich sehr darüber, dass Sie dies verstehen, wie ich immer schon habe feststellen dürfen.

Zweitens geschieht im Verborgenen des Gebetes, der Betrachtung und des Austausches zwischen der Gottesmutter und Myriam unendlich viel mehr, als je durch die Beantwortung von Briefen erzielt werden kann. Das Zurückziehen Myriams seitens der Himmelskönigin dient gerade einer gröβeren Zweckmäβigkeit Ihrer Werke.

Die Herrin aller Seelen liebt auβerordentlich Seelen, die – so wie Sie – aufrichtigen Herzens das Licht suchen und bestrebt sind, eine möglichst reine Liebe in ihrem Alltag in Anwendung zu bringen und diese ständig wachsen zu lassen, und die ihre Prüfungen und Kreuze in Liebe und Vertrauen annehmen und nicht ständig dabei sind, diese abzuwerfen. Jede Bemühung, eine Prüfung loszuwerden, ist eine verfehlte Chance, Jesus beim ewigen Tragen Seines erlösenden Kreuzes zu helfen. Vergessen wir nie: Die Verdienste eines Menschenlebens, und somit der Grad der Vervollkommnung der Seele vor dem Hintergrund der Verwirklichung von Gottes Heilsplan, werden vor Gottes Thron nach dem Maβe der von der Seele selbstlos aufgebrachten und verbreiteten Liebe gemessen. Eine der wichtigsten Komponenten dieser Liebe ist das protestlose Tragen der Kreuze des Alltags. So hat Jesus es uns vorgelebt. Ich möchte Sie von Herzen in Ihrer Lebenshaltung ermutigen, denn Sie gehören zu den wenigen Seelen (auch im Schoβ des Christentums!), die dies begriffen haben und in die Praxis des Alltags umzusetzen bereit sind. Diese Seelen sind die Gärtchen, welche die Himmlische Saat vollkommen aufnehmen und sich so in Muster des von der Herrin aller Seelen verheiβenen Ewigen Frühlings umwandeln lassen. Es sind mithin solche Seelen, die den harten Kampf für die Förderung der Erschlieβung dieser einzigartigen Himmlischen Geschenke trotz der Finsternis aus manchem blinden Herzen, die Mühe wert machen.
(...)

Liebe Schwester, sehr gerne umarme ich Sie herzlichst von Seele zu Seele, von Herz zu Herz, und tauche Sie in den Ozean der Hoffnung ein, welche die Herrin aller Seelen so sehr bemüht ist, den Seelen guten Willens zur Verfügung zu stellen, damit sie in der Wüste des heutigen Alltags unter der Sonne der vielen Täuschungen nicht austrocknen und sich ständig den Staub der weltlichen Beeinflussungen von der Seele waschen können. Fassen Sie Mut, das Licht geht nicht unter in einem Herzen, das sich aufrichtig und vertrauensvoll mit der Himmelskönigin verbindet, denn als Braut des Heiligen Geistes trägt Sie die Göttliche Saat des Ewigen Frühlings in Sich. Möge Maria Sie reichlich segnen und Ihnen die Kraft und Ausdauer der wahren Kinder Gottes spenden. Sie werden den wahren Frieden ernten.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 537
Die Rückkehr zu Gott und die Wiedergeburt der Seele – Marias Führung auf dem Lebensweg – die Grundregel der vollkommenen Weihe an Maria

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Mit besonderer Freude begrüβe ich Sie im Herzen der Familie, die Sich die Gottesmutter durch dieses Ihres Werk gegründet hat und die Sie ständig erweitert und vertieft. Die Erkenntnis von Irrwegen, welchen man in der Vergangenheit gefolgt ist, und Fehlern, die man begangen hat, ist ein Geschenk Gottes. Für Gott heiβt Verirrung nicht automatisch Verlust. Sobald die Seele auf das leise Flüstern Seines Geistes hört, der in der Tiefe des Herzens ständig neue Wege vorbereitet und die Seele dann auf deren Existenz hinzuweisen versucht, schaut Gott ganz auf dasjenige, was die Seele heute aus diesem Himmlischen Ruf zu machen bereit ist. Sogar dann noch gilt es für Ihn nicht an erster Stelle, was die Seele konkret verwirklicht, sondern vor allem dasjenige, was sie zu verwirklichen versucht. Nicht die Ergebnisse, sondern die Anstrengungen und die Herzensverfassung aus welcher heraus diese Anstrengungen erbracht werden, bestimmen den Wert der Seele innerhalb von Gottes Werken. Gerade dort liegt das Zeichen der groβen Hoffnung für jede Seele, die sogar erst nach Jahrzehnten wirklich zu Gott findet und den wahren Sinn des Lebens entdeckt, der ja nicht in den weltlichen Dingen sondern in der Verwirklichung des seelischen Potentials liegt. Vergessen Sie nie: Dem guten Schächer wurde von Jesus Selbst der Eintritt in das Paradies verheiβen nach einem Leben in Sünde und Untugend, weil er noch rechtzeitig seine Irrwege erkannte, sich zu diesen bekannte, und diese aufrichtig bereute.

Seit der Erbsünde neigt die Menschenseele an sich zur Unruhe, weil sie tief innerlich begreift, dass sie leichter von den von Gott gezeichneten Wegen abweicht als auf diesen auszuharren, was auch immer das Leben bringt. Gott Seinerseits, hat auch sozusagen eine einzige Form der 'Unruhe' in Sich: Er gibt nicht auf, die durch die unzähligen Scheinlichter der Welt getäuschten Seelen wieder auf die Wege des Heils zurückzuführen, damit Er sie für immer bei Sich haben kann. Jede Seele, die nicht die Schwelle zum Ewigen Reich zu überqueren vermag, ist gleichsam eine Seele, der Gott nach diesem Leben nicht mehr Sein Übermaβ an Liebe schenken kann, was für Ihn schrecklich ist. Gottes Liebe bringt nur dann die Fülle der in ihr geborgenen Früchte ein, wenn sie Widerhall findet. Sogar Gottes Glück ist sozusagen erst dort vollkommen, wo Er es in der Menschenseele widergespiegelt findet.

Die Erkenntnis der eigenen Fehler ist somit das leise Klopfen Gottes an der Tür des Gewissens, auf das die Seele eines Tages plötzlich hört. Keiner kann beschreiben, was dies genau für die Seele bedeutet, weil die Seele jenen Augenblick als die innigste Berührung mit Gott empfindet, derer sie sich jemals bewusst geworden ist. Ist in der Seele ein unbewusster Wille zugegen, das wahre Licht wiederzufinden, so kann dieses Ereignis sozusagen die Dusche der Seele in Wirkung setzen: Ihr kommen die Tränen. Die Reue ist ein mächtiger Reinigungsmechanismus, den Gott in jede Seele eingebaut hat. Tränen sind in jenem Kontext deswegen nicht nur Ausdruck des Kummers, sondern mithin ein Zeichen dafür, dass Gott damit angefangen hat, das Gelände, auf dem Er Sich ein neues Tempelchen Seiner Liebe erbauen möchte, zu reinigen.

Ihre Seele ist im Unbewussten seit längerer Zeit auf den Besuch der Heiligsten Jungfrau auf Ihrem Lebensweg vorbereitet worden. Sie ist es, die Sie zu Ihrem Werk geführt hat und auf deren Eingebung Sie sich nun an meine Wenigkeit wenden. Die Gottesmutter möchte Ihnen nämlich ein Bild zeigen, durch welches Sie den Lebensweg mit Maria und die Beziehung zwischen einem Leben mit Ihr und dem Wirken von Gottes Vorsehung auf eine besondere Art und Weise erläutern möchte:

Wie Sie an vielen Stellen auf unserer Webseite werden lesen können, ist im Rahmen der heutigen Entwicklungen von Gottes Heilsplan für die ganze Schöpfung die vollkommene Weihe von Seelen an Maria von gröβter Wichtigkeit. Vollkommene, intensiv in allen Einzelheiten des Alltags gelebte Weihe an Maria ist ein heiliger Bund, durch welchen die Seele ihr ganzes Wesen und ihr ganzes Leben in Marias Dienst stellt, damit die Gottesmutter diese 'Opfergabe' voll zugunsten der Heiligung der Seele und der Vollendung von Gottes Heilsplan anwenden kann. Nun ist ein Leben mit der Himmelskönigin in Gottes Augen ein ganz besonderer Lebensweg. Betrachten Sie dieses Bild:

Ein Leben im Schoβ der Himmelskönigin ist ein Leben voller Überraschungen, die Tag für Tag von Gottes Vorsehung geführt werden. Es ist wie eine Reise durch ein unbekanntes Land, bei der die Seele in ihrer Reisetasche nur eine stumme Karte hat, auf welcher das nächste Dorf entlang dem Reiseweg von Gottes Vorsehung erst dann ausgefüllt wird, wenn die Seele dabei ist, dieses Dorf zu erreichen. So hält die Himmelskönigin Ihre Diener aufmerksam und wirksam: Die Seele lernt, dass alles solange unbekannt bleibt bis sie sich vertrauensvoll dem nächsten Schritt hingegeben hat, weil sie mit Sicherheit spürt, dass da Jemand ist, der/die nur das Beste mit ihr vorhat. So kann jedes Dorf ganz anders aussehen als es sich die reisende Seele vorher vorstellte, aber die an Maria geweihte Seele wird sich eines Tages dessen bewusst, dass blinde Hingabe (alles auf der Karte bleibt lange Zeit 'blind' oder 'stumm' als ständige Vertrauensprüfung für die reisende Seele auf ihrem Lebensweg) der Schlüssel zur wahren Schatztruhe des Lebens ist.

Wenn die Himmelskönigin der Ansicht ist, dass für die Ihr hingegebene Seele der Augenblick für eine Wendung auf dem Lebensweg gekommen ist, wird eine solche Wendung tatsächlich kommen, die Seele wird das nächste Dorf allerdings nicht weit im Voraus auf der Karte vorfinden. In jenem Sinne ist die Zukunft ein völlig unbekannter Faktor: Nicht nur kennt die Seele nicht die nächsten Dörfer auf ihrem Lebensweg, auβerdem weiβ sie sogar nicht einmal, ob sich jene Dörfer in einer Steppe, Savanne, Wüste, in einem Sumpfgebiet, im Gebirge, in blumenreichen Wiesen oder inmitten von goldenen Kornfeldern befinden werden. Das Einzige, was die wirklich hingegebene Seele schon weiβ bzw. wissen soll, ist, dass jenes Gebiet von ihrer Himmlischen Herrin beherrscht wird, weil die Seele eben ihr ganzes Wesen und ihr ganzes Leben unter Marias Macht gestellt hat. In diesem Sinne ist ein Leben in richtig gelebter Weihe an Maria auch dann in Wirklichkeit ein Vorgeschmack des Paradieses, wenn viele Prüfungen den Lebensweg kreuzen:

Das irdische Leben kann kein Leben in der Vollendung des Ewigen Reiches mit seinem vollkommenen Frieden und seiner vollkommenen Liebe sein, aber über dem Lebensweg der Maria hingegebenen Seele hängen bereits die verheiβungsvollen Düfte der Himmlischen Rose, die sich auf den höheren Empfindungsebenen der Seele spüren lassen wenn die Seele dem Wirken der Himmelskönigin in sich wahrhaftig und vertrauensvoll aufgeschlossen ist. Es sind aber nur der wahre Glaube, die wahre Hoffnung, und die ständige Übung in der Vervollkommnung einer selbstlosen Liebe Gott und unseren Mitgeschöpfen gegenüber, die uns diesen Duft spüren lassen können.

Der Kampf auf jedem Lebensweg ist schwer. Das kann gar nicht anders sein, weil die Erlösungswerke Jesu durch die täglichen Anstrengungen aller Seelen vollendet werden müssen und die Sündenbürde, die auf der Welt lastet, eine bedrängende Finsternis um die Seelen herum gewoben hat. Trotzdem weist die Herrin aller Seelen hin und wieder darauf hin, dass das Glück in diesem Leben nicht wegen der Vielfalt an Prüfungen und Kreuzen ausgeschlossen ist: Die Seele kann ein hohes Maβ an innerem Frieden und stillem Glück finden in der liebevollen Annahme von allem, was Gottes Vorsehung für sie bereitet. Die Art und Weise, wie die Seele an ihre Prüfungen herantritt, ist wie eine Brille, durch welche die Seele ihr Leben betrachtet. Solange sich die Seele gegen alles auflehnt, was sie auf ihrem Weg vorfindet, schaut sie auf ihren Lebensweg durch eine schwarze Brille. Alles scheint genauso dunkel und farblos zu sein wie die Brillengläser. Die Brille der Annahme, der wahren Liebe und des Glaubens daran, dass Gott mit allem auf dem Lebensweg einen Plan verfolgt, mit welchem Er die Vollendung des ewigen Glücks der Seele bezweckt, ermöglicht es der Seele, jede Blume und jeden Baum am Rande ihres Lebensweges scharf zu erkennen, in deren wundervollen Pracht. Der Seele, die durch eine schwarze Brille schaut, ist es, als hätte jemand die Sonne ausgelöscht. Die Seele, die durch eine helle Brille schaut, weiβ jedoch, dass es einen liebenden Gott gibt, und in den Prüfungen erkennt sie wahrheitsgemäβ die ewigen Schätze von Gottes Liebe zu ihr wieder.

Liebe Schwester, Kirchentüren können der suchenden Seele verschlossen bleiben, wie Sie es so oft mit Schmerzen erfahren haben, das Herz der Mutter und Herrin aller Seelen allerdings, ist ein Zufluchtsort, der sich keinem Herzen verschlieβt, und schon gar nicht einem Herzen, das Gott, den einzigen wahren Halt im Leben, zum Freund haben möchte. Sie sind oft von Menschen im Stich gelassen worden, Maria und Jesus werden Sie nie im Stich lassen. Jesus und Maria haben Sie immer umarmt, nur haben Sie diese Umarmung erst neulich richtig zu spüren begonnen, weil sich das weltliche Fell rundum Ihr Herz zu lösen begonnen hat. Ich könnte es auch so ausdrücken: Die Sonne hat durch die finsteren Wolken hindurch den Boden Ihrer Seele berührt. Im Winter haben die Sonnenstrahlen bekanntlich einen längeren Weg bis zur Oberfläche der Erde zurückzulegen. In Ihrer Seele war es jahrelang Winter. Nun steht der Frühling einer Auferstehung im Licht der Empfindung von Gottes Gegenwart und Wirken in Ihrem Leben bevor, und die Sonne macht sich richtig spürbar: Der Weg zwischen der Sonne (Gott) und der Erdoberfläche (Ihrer Seele) ist sozusagen kürzer geworden, so dass die Sonnenstrahlen (Maria) Sie nun spürbar berühren, erhellen und aufwärmen können. Ein Wunder, über das sich der Himmel freut.

Das Bild aus einer weit zurückliegenden Vergangenheit, das Sie schildern, hat sich nicht 'nur so' auf Ihr Herz geprägt, so dass Sie es nach allen diesen Jahren immer noch nicht vergessen haben. Das junge Mädchen mit den blonden Zöpfen war Maria, die Mutter Jesu. Sie hat die Verheiβung dieses Jugendbildes eingelöst und ist Ihr ganzes Leben lang tatsächlich mit Ihnen den Hügel hochgegangen, hin zu jenem 'wundervollen Garten im ersten Licht des allerersten Morgens der Schöpfung': Sie hatte immer schon vor, Sie zu einer seelischen Wiedergeburt zu führen, für ein Leben in der wahren Wirklichkeit, nicht in jener der Welt, die nichts als eine Verzerrung und Täuschung ist. Nebenbei wäre darauf hinzuweisen, dass die Gottesmutter als junges Mädchen das wunderschöne, lange, goldblondene Haar öfters in Zöpfen trug. Einige Male hat Sie mir dies in Visionen gezeigt. Betrachten Sie deswegen die Erfahrungen, durch welche Sie in diesen Tagen gehen, ruhig als die Vollendung eines alten Bildes, das Ihnen von der Gottesmutter tief ins Herz geschrieben worden ist und das auf Sie gewartet hat, um sich zu verwirklichen. Gott tut keine halben Dinge. Auch wenn Er ein halbes Leben lang warten muss, Er versucht immer zu vollenden, was Er einst begonnen hat.

Wie können Sie helfen? Ganz einfach dadurch, dass Sie dem leisen Ruf der Himmelskönigin Folge leisten und sich Ihr Schritt für Schritt hingeben. Sie können auf der Maria Domina Animarum Webseite buchstäblich in jedem Text Richtlinien dazu vorfinden. Das Ganze der Belehrungen der Herrin aller Seelen ist ein vollkommen schlüssiges System, in welchem alles mit allem im Zusammenhang steht und jede Einzelheit jede andere besser verstehen hilft. Weder ich selbst noch das Apostolat beansprucht auch nur das Geringste, nur macht sich in jeder von diesem Werk ausgehenden Zeile der Herzschlag der Himmelskönigin bemerkbar, die Sich inständig nach der vollkommen gelebten Weihe von Seelen an Sie sehnt. Jede Seele, sie sich Maria weiht und diese Weihe in jeder Einzelheit ihres Alltags anzuwenden bemüht ist, trägt dazu bei, dass die Gründung von Gottes Reich auf Erden vorangebracht wird und sämtliche Werke der Finsternis in dieser Welt unter dem Fuβ der Frau (Maria) gelähmt und deren Wirkungen unwirksam gemacht werden können.

Von jeder Seele wird in der wahren Weihe an Maria wesentlich nur dies verlangt: Dass sie sich der Lebensaufgabe der wahren Kinder Gottes hingibt, die daraus besteht, dass sie alles, was auf ihrem Lebensweg auf sie zukommt, in aufrichtiger Annahme und Liebe, ohne Auflehnung und Zurückweisung trägt, und immer wieder ausdrücklich zu Maria sagt:

"Für Dich, meine Himmlische Mutter und Herrin, ertrage ich dies, damit Du es mit Deiner Liebe bekleidest und vervollkommnest, und es wirklich zur Vollendung von Gottes Heilsplan beitragen kann. Erwirke mir die Kraft, es ganz im Sinne Jesu, des Erlösers, zu tragen. Geruhe, mir nur dies im Tausch zu schenken: die Empfindung Deiner Führung und Deines Schutzes, und Deine Kraft gegen jegliche Versuchung, Täuschung und Irreführung, die mir bis ans Himmelstor von Gott entfernen kann. Möge ich mit Dir in meiner Seele, in meinem Herzen, in meinem Geist, in meinem Willen und sogar in meinem Körper, alle Finsternis auf meinem Lebensweg besiegen und in Licht umwandeln lassen können".

Dieses kleine Gebet wird den Seelen von der Herrin aller Seelen als tägliches Gebet um Ihre Begleitung auf dem Lebensweg geschenkt. Ihnen, liebe Schwester, leite ich es weiter in Form einer kleinen Blume, die Sie alle weiteren Tage daran erinnern möge, dass die Himmelskönigin Sie heute an Ihr Herz gedrückt hat. Ich wünsche Ihnen die Freude der wahren Hoffnung, die einem Fensterchen ähnlich ist, durch welches die Seele tief innerlich dann und wann bereits dasjenige sehen darf, was sie jetzt noch nicht betreten kann, sozusagen den wundervollen Garten jenseits des Hügels. Ich umarme Sie von Seele zu Seele und flehe selbstverständlich die Gottesmutter für Sie an.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 538
Über die Natur, den Wert und die Voraussetzungen der Sekundärweihe an Maria – Über die Grundlagen des Maria Domina Animarum Werkes

TOTUS TUUS, MARIA !

Anlass zu diesem Antwortbrief gab ein Brief mit, unter anderem, der nachfolgenden Bitte bzw. Frage: "Ich bin am Ende meiner Kräfte. Gibt es eine Möglichkeit, dass Sie, liebe Myriam, die Weihe an Maria an meiner Stelle und an der Stelle meiner Kinder vollziehen? Hat diese dann dieselbe Gültigkeit? (...)"

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ich habe Ihre Anliegen entgegengenommen und diese, wie immer, zu den Füβen der Herrin aller Seelen niedergelegt.

Selbstverständlich weihe ich Sie und Ihre Anliegen der Himmelskönigin. Ich lasse mich bei solchen Weihen immer von den Anweisungen führen, welche mir die Himmlische Herrin während der Weihe vermittelt, weil Sie am besten weiβ, was die zu weihende Seele tatsächlich am meisten braucht für ihr seelisches Heil. Die Herrin Selbst verfügt und bestimmt das alles, und Ihre Entscheidungen für uns sind absolut vollkommen. Die gröβten Wunder wirkt Sie immer dort, wo Sie eigenmächtig einschreiten kann und die zu weihende Seele dabei sehr aufgeschlossen ist für die Einströmung Ihrer Macht und Liebe.

Eine Weihe durch meine Wenigkeit gilt für die Herrin aller Seelen als gültig, weil Sie mich unter anderem eigens für solche Aufgaben in Ihrem Dienst ausgebildet hat und mir dann mithin Befehle erteilt, die ich zur Bekräftigung der Weihe auszuführen habe. Von dem Maβe meiner Liebe, Annahme und Unterwerfung hängt dabei auch die Erhörung ab. Die Wirkungen der Weihe allerdings, liegen vollkommen auβer meiner Macht, diese liegen ausschlieβlich in der Macht der Himmlischen Herrin, die Ihre uneingeschränkte, Ihr von Gott geschenkte Macht anwendet unter Berücksichtigung von Gottes Gesetz der Gerechtigkeit und der Notwendigkeiten von Gottes Vorsehung für das Leben der zu weihenden Seele.

Was ich dann vornehme, wird von der Herrin als 'Sekundärweihe' bezeichnet. Sie ist in dem Sinne grundsätzlich nicht absolut gleichwertig, dass eine Weihe, welche die Seele für sich selbst ausspricht, als unbeschränktes Aufschlieβen des eigenen Herzens der Himmelskönigin gegenüber gilt, die ja während des Aussprechens nicht nur auf die Worte hört sondern noch viel mehr die Verfassung des Herzens abliest.

Wird nun die Weihe von einer anderen Seele vorgenommen, so flieβt diese nicht unmittelbar von dem weihenden Herzen in das Herz der Gottesmutter hinüber, sondern auf einem 'Umweg'. Einen Unterschied gibt es allerdings noch in dem Sinne, dass die Herrin aller Seelen Weihen durch Ihre Myriam als gültig zulässt, weil Sie Myriam so ausgebildet hat, dass solche Weihen unter 'Einswerdung' des Herzens Myriams mit jenem der anderen Seele, zu deren Gunsten die Weihe vorgebracht wird, erfolgen kann. Myriam vertritt in einem solchen Falle gleichsam 'das andere Herz' bzw. 'die andere Seele', auch als Fürsprecherin. Myriam wird während solcher Weihen so innig mit dem Herzen der Himmlischen Herrin einerseits und mit der zu weihenden Seele andererseits vereint, dass Myriam zu einer 'nichtstofflichen Brücke' wird, über welche sich ein Zweirichtungsverkehr entwickelt: Von der Herrin in die Seele, und von der Seele in die Herrin, immer durch das Herz Myriams.

Dies ist gerade einer der Gründe, weshalb Myriam von der Himmelskönigin so intensiv in dem mystischen Austausch ausgebildet worden ist und noch täglich ausgebildet wird. Diese Ausbildung vollzieht sich vollkommen auf der Grundlage ständiger Gehorsamsübungen. Das ganze Heil des Maria Domina Animarum Werks hängt von diesem Gehorsam ab. Ich kann es gar nicht überbetonen: Dieses Apostolat hat eine Grundlage, und wirkt auf einer Grundlage, die keine(r) sieht bzw. sehen kann: jener eines makellosen und uneingeschränkten Gehorsams der Himmelskönigin gegenüber. Gerade deswegen läuft im Maria Domina Animarum Werk gar nichts ohne den ständigen Austausch zwischen der Himmlischen Herrin und Myriam:

  • von der Herrin aus zu Myriam gehen Belehrungen, Befehle, Gebote, Verbote und Anweisungen;
  • von Myriam aus zur Herrin läuft der strikteste, makellose, bedingungslose Gehorsam und Befolgung eines jeglichen Wortes, das die Herrin in Myriam spricht, was Sie ununterbrochen tut, sei es wortwörtlich sei es in Bildern, je nach Ihrem Wohlgefallen und nach den Umständen und Nöten des Augenblicks.

In diesem ganzen System der Bildung und des Austausches laufen sämtliche Tätigkeiten dieses Apostolates, von denen manche sichtbar werden, die meisten allerdings unsichtbar bleiben. Zu den unsichtbaren Tätigkeiten gehören die Weihen, welche Myriam zu den Füβen der Himmlischen Herrin vollzieht bzw. auf Ihre Zulassung oder Ihre Einladung hin zu vollziehen hat. Diese Tätigkeitsstruktur ebenso wie der 'Werdegang' von demjenigen, was für die Seelen sichtbar wird bzw. was veröffentlicht wird, sind es, die unser Apostolat einzigartig machen. Selig diejenigen, die begreifen, welche Gnadenwirkung uns allen dabei zuteilwird.

Während einer 'Sekundärweihe' schürt die Himmlische Herrin mein Herz auf eine ganz besondere Weise, weil die Kraft einer Fürbitte nicht an erster Stelle von den Worten, sondern von der Liebe bestimmt wird. Die vorerwähnten Befehle, die mir die Herrin durchwegs erteilt, sind Teil meiner täglichen Aufgaben und liegen ebenfalls der Entscheidung der Himmelskönigin zugrunde, Ihre Myriam immer mehr in die Abgeschlossenheit der mystischen Betrachtung zurückzuziehen. So war es auch in den Anfangsjahren, bevor das Apostolat, das bereits in den neunziger Jahren von der Himmelskönigin gegründet wurde, seinen internationalen Charakter erhielt: Myriam wurde im Verborgenen ausgebildet, und wurde von ihrer Himmlischen Herrin sehr weitgehend vor jeglichem äuβeren Einfluss geschützt, weil weltliche Einflüsse und Kontakte für die Mystik wirken wie pures Gift.

In den letzten Jahren wurde Myriam immer mehr daran gehindert, die ursprünglichen Aufgaben der Herrin gegenüber in der gebührenden und absolut erforderlichen Atmosphäre der stillen, verborgenen Weihe und Hingabe zu vollbringen. Aus genau diesem Grunde hat die Herrin aller Seelen im Laufe des Jahres 2012 mehrere Umstrukturierungen dieses Apostolates angeordnet, die zurzeit Schritt für Schritt durchgeführt werden, dies alles wieder im striktesten Gehorsam und immer genau zu den von der Herrin verfügten Zeitpunkten. Zu unserer übergroβen Freude stellt sich heraus, dass das Apostolat seitdem in seiner Fruchtbarkeit Höhen erreicht, die es vor 2012 nie hat sehen dürfen. Die Erklärung ist eindeutig: Das Maria Domina Animarum Werk wird seit der Osterzeit 2012 ausschlieβlich von der Herrin aller Seelen Selbst verwaltet und geführt. Der blinde Gehorsam der Himmelskönigin gegenüber macht wahrhaftig frei und schlieβt die Schatzkammern der Gnade für viele auf. Genau diese Aufschlieβung durch den Einsatz des eigenen Selbst vorbereiten zu helfen, ist das wesentliche Element der Lebensberufung Myriams. Das alles jetzt genauestens und ausschlieβlich nach den Anweisungen der Herrin ausführen zu können, erschlieβt auch in Myriam selbst voll und ganz den mystischen Boden, den Sich die Himmelskönigin in Ihrer Dienerin bereitet hatte.

So erfolgt in unserem Apostolat wirklich alles genau nach den Regeln und zu den Zeitpunkten der Gottesmutter: Myriam schreibt, betet und erfüllt überhaupt jede Aufgabe genauestens zu den von der Himmlischen Herrin bestimmten Zeitpunkten, und jede Veröffentlichung erfolgt genau nach der Bestimmung der Herrin. Wenn die Himmelskönigin eine Veröffentlichung anordnet, stellt sich Myriam darüber weder Fragen, noch wird über die Anordnung nachgedacht, ihr wird einfach blind gehorcht. Die Gottesmutter hat Ihre Gründe, weshalb etwas jetzt oder morgen, oder auch nicht, erfolgt, Myriam hinterfragt diese Entscheidungen gar nicht, und darf diese auch nicht hinterfragen. Dies gilt ebenfalls für die Art und Weise, wie eine Weihe vollzogen wird, und den Tag und die Stunde deren Vollziehung.

Die Gottesmutter lässt mich bezüglich dieser ganzen Verfügungen auf die Texte verweisen, die Sie auf der Maria Domina Animarum Webseite unter Antwortbriefe von Myriam > Wichtiges vorfinden können. In jener Teilrubrik der Webseite lässt die Himmelskönigin erläutern, wieso in Ihrem Werk jetzt andere Regeln gelten, und gelten müssen, als in der Zeit vor der Umstrukturierung. Den zurzeit geltenden Zustand hat Sie für Ihre Myriam endgültig wieder verfügt, zwecks Beschützung der mystischen Fruchtbarkeit Ihres kleinen Werkzeuges. Einst sagte die Himmelskönigin ja, dass die Mystik von nichts schwerer beeinträchtigt wird, als von weltlichen Kontakten. Ohne die heutige Zurückgezogenheit wäre es mir unter anderem ohnehin nicht mehr möglich, Sekundärweihen vorzunehmen und die damit einhergehenden Aufgaben ausführen zu können. Eine mystische Berufung bringt sehr viel mehr Aufgaben mit sich als die Seelen wissen oder ahnen können.

Zu den Fällen, in denen die Sekundärweihe für die Himmlische Herrin vollkommen gleichwertig ist, gehören schwere Krankheiten, Behinderungen und schwere Ermüdung, bei welcher das innere Feuer nicht auflodern zu wollen scheint. In jenen Fällen vertritt Myriam voll und ganz die zu weihende Seele. Jedes mal wenn es die Seele irgendwie noch aufbringen kann (Gott richtet die Seele und weiβ, was möglich ist oder nicht), wird von ihr erwartet, dass sie im Herzen mit Myriam vereint ist. Man könnte es sich so vorstellen: Während Myriam die Weihe vollzieht, muss sie gleichsam aus dem 'anderen Herzen' bzw. aus der 'anderen Seele' schöpfen können. Das kann sie nur dann tun, wenn die zu weihende Seele:

  • vollkommen aufgeschlossen ist;
  • uneingeschränkt an die Macht und die Liebe der Herrin aller Seelen glaubt;
  • Myriam gegenüber positiv gesinnt ist und an ihre Eigenschaft als Werkzeug der Herrin, von Ihr dazu ausgebildet, glaubt;
  • vollkommene Annahme jeglicher Entscheidung der Himmelskönigin anstrebt.

Wie überhaupt, kann nur die Himmlische Herrin bewerten, ob die Bitte einer Seele um Weihe an Sie durch Myriam berechtigt ist und somit fruchtbar werden kann.

Liebe Schwester, von Herzen gerne werde ich mich zu Ihren Gunsten zu den Füβen der Himmlischen Herrin niederwerfen, Ihr die Weihe zu Füβen legen und Sie ergebenst um Ihr Erbarmen anflehen. Die Weihe soll genau dann erfolgen, wenn mir die Himmelskönigin dazu den Auftrag erteilt. Zum Zeitpunkt, zu dem Sie es will, ist die Fruchtbarkeit am höchsten, denn genau dann sind die vier obengenannten Voraussetzungen am besten erfüllt. Kein Mensch kann dies beurteilen, die Himmelskönigin schon.

Ich umarme Sie ganz liebevoll. Öffnen Sie das Herz und lassen Sie die Kraft der Himmlischen Herrin und Königin in sich hinüberflieβen. Sie werden Ihre Liebe erfahren. Möge die Auswirkung des neugeborenen Lichtes Ihnen reiche Gnaden einbringen, und Ihnen den Frühling einer blühenden Seele spürbar machen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 539.
Wieso darf Myriam viele Texte nicht lesen? – die unumstöβliche Wahrheit von Marias Eigenschaft als Miterlöserin – über die Wege zur Selbsterkenntnis – Wird jede Seele automatisch von einer unwürdigen H. Messe in Mitleidenschaft gezogen?

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Vielen Dank für Ihren Brief. Auf die nachfolgenden Punkte lässt mich die Gottesmutter etwas näher eingehen.

Mit Recht schreiben Sie, dass Ihnen bekannt ist, Myriam darf keine 'Botschaften' lesen. Das stimmt, und diese Regel hat drei sehr tiefe Gründe, die mir die Himmelskönigin Selber vermittelt hat:

  • Zwecks Reinhaltung des Geistes und des Herzens Ihrer Myriam erlaubt die Herrin aller Seelen mir seit der Berufung im Frühling 1997 keine spirituelle Lektüre auβer der Bibel, damit mein Herz und Geist ein 'unbeschriebener Papierbogen' sind, ausschlieβlich für dasjenige aufgeschlossen, was Sie mir persönlich zu sagen, zu zeigen und zu inspirieren geruht;

  • Einst, noch in der Anfangsphase meiner Berufung, sagte mir die Himmelskönigin: "Die Vermischung spiritueller Lektüre aus den unterschiedlichsten Quellen baut die Seele nicht auf, sondern macht aus ihr ein Labyrinth".

  • Eines Tages, als ich die Herrin um Erlaubnis bat, einen mir zugesandten Text zu lesen, antwortete Sie mir: "Ich schenke dir die Wissenschaft des Göttlichen Lebens, die Erfüllung eines Traumes, den manche begnadete Seele durch die Jahrhunderte gehegt hat. Diese Wissenschaft birgt in sich alles, was die Seele für ihre Vervollkommnung, ihre Heiligung, die Vollendung der Fruchtbarkeit ihres Weges in das Paradies der ewigen Verzückungen braucht. Dieses Wissen ist der Schlüssel zum Heil schlechthin. Wieso denn, solltest du überhaupt irgend etwas anderes lesen?"

Nun zu den einzelnen Punkten (was ich Ihrem Brief entnehme, führe ich in Kursivschrift auf):

1. Der Himmel habe durch eine Botschafterin verkündet, Maria als Miterlöserin zu bezeichnen, würde 'nur Verwirrung stiften'. Mit anderen Worten, dieser Begriff entspräche nicht der Himmlischen Wahrheit.

Ganz im Allgemeinen müsste ich zunächst darauf hinweisen, dass es mir die Herrin aller Seelen nicht mehr erlaubt, mich auf irgendwelche Polemiken in Bezug auf Elemente des Verkündigungswerkes Ihres Maria Domina Animarum Werkes einzulassen, da Sie meint, Ihre Worte sind Himmlische Wahrheiten, und eindeutig begründet. Myriam verkündet in Ihrem (Marias) Auftrag. Die Seelen haften selber Gott gegenüber für dasjenige, was sie annehmen und in sich einzubauen bereit sind, oder eben nicht. Maria erlaubt mir in diesem Bezug somit keine ausführliche Antwort.

Ich darf von der Herrin nur Folgendes antworten: Das Maria Domina Animarum Werk verkündet nichts anders als die Fülle der Wahrheit, so wie diese unmittelbar von der Gottesmutter gelehrt wird. Dies gilt für sämtliche Punkte der Belehrung, einschlieβlich der Ausführungen über den Begriff 'Miterlöserin' desjenigen, was in diesem Begriff enthalten ist. In mehreren Textstellen der Verkündigung durch dieses Werk wird die Wahrheit der Eigenschaft der Gottesmutter als Miterlöserin begründet. Ich kann nur dasjenige weiterleiten, was die Himmelskönigin in mir sät, und bezeuge:

  • dass ich nichts aus mir selbst heraus schreibe, sondern aus dem Herzen der Gottesmutter;
  • dass ich in diesem ganzen Werke ausschlieβlich im Gehorsam der Himmelskönigin gegenüber handle und schreibe;
  • dass ich mir durchaus dessen bewusst bin, was es für die Seelen und für meine eigene Seele bedeuten würde, wenn ich auch nur das Geringste schreiben würde, das nicht dem Willen und der Verkündigungsmission der Gottesmutter entsprechen sollte. Das Maria Domina Animarum Werk ist weder ein Diskussionsforum noch eine Sammlung der unterschiedlichsten spirituellen Ansichten, sondern ein Werk der Verkündigung aus einer einzigen mystischen Quelle: der Gottesmutter in Ihrer allumfassenden Eigenschaft als Herrin aller Seelen. Die Seelen sollten niemals vergessen: Myriams Haftung für jedes Wort, das sie schreibt, gilt nicht Menschen gegenüber, sondern Gott gegenüber. In diesem Werk geht es letztendlich ausschlieβlich um dieses: das Heil der Seelen, zwecks Vollendung von Gottes Heilsplan. Vor dem Hintergrund von etwas so Groβem, spielt man nicht mit Halbwahrheiten.

Maria lässt mich im Übrigen noch dies vorbringen, zur Erwägung: Ist es nicht wenigstens bemerkenswert, dass im Laufe der Geschichte bereits mehrere Päpste den Begriff 'Miterlöserin' benutzt haben, und zwar in einem solchen Sinne, dass ihr Glaube an die Wirklichkeit dieser Eigenschaft Mariä eindeutig zutage trat? Kommen päpstliche Gedanken nicht etwa vom Heiligen Geist?

2. In einem früheren Antwortbrief hat mich die Himmelskönigin an Sie schreiben lassen, in Ihnen ist eine nicht erkannte Bremse wirksam, und Sie werden diese bemerken, wenn Sie tief in sich hineinschauen. Nach langer Zeit schreiben Sie jetzt, Sie finden diese Bremse nicht, und bitten darum, ich möge Maria darum bitten, diese Bremse zu beseitigen.

Diesbezüglich antwortet die Herrin aller Seelen, Sie darf diese Bremse nicht ohne weiteres entfernen, denn es ist gerade Teil der Lebensaufgabe einer jeden Seele, die eigenen Schwächen, 'Bremsen', Unvollkommenheiten usw. ausfindig zu machen, durch eigenes Gebet, Aufopferungen, beharrliche Weihe und völlige Aufgeschlossenheit für die vielen Zeichen, die Gottes Vorsehung ständig auf unserem Lebensweg setzt. Ich bete somit von Herzen gerne für Sie, allerdings wird die Zeit nachweisen müssen, worum es sich in der Tiefe Ihrer Seele handelt, was Ihre seelische Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Die Fruchtbarkeit eines Menschenlebens wird in einem hohen Ausmaβ dadurch bestimmt, in wie weit die Seele an sich gearbeitet hat, tief in sich hineingehört und hineingeschaut hat (nicht ohne beharrliches Beten um Erleuchtung von oben, denn aus uns heraus sind wir seit der Erbsünde blind) und dabei – vor dem Hintergrund desjenigen, was uns der Himmel lehrt, und da verweise ich betont auf die ganze Wissenschaft des Göttlichen Lebens – keine Mühe scheut, ständig die Stiegen der Treppe der Heiligung emporzusteigen.

Manchmal dauert es jahrelang ehe die Seele etwas aufzudecken vermag, das in ihr wie eine Bremse gewirkt hat. Manche Verdienste auf dem Weg der Heiligung werden gerade dadurch gezeitigt, dass die Seele in ihren Anstrengungen auf die Vervollkommnung hin beharrt, und nicht das Vertrauen darauf und den Glauben daran verliert, dass sie ihre Schwachstellen finden wird, mit Gottes Hilfe. Wenn sich eine Seele vollkommen und bedingungslos an die Herrin aller Seelen weiht, unterschreibt die Herrin diesen heiligen Vertrag mit dem Vorsatz (man könnte sagen 'dem Gelübde'), Sie wird alles daran setzen, diese Seele zur Heiligung zu führen. Es liegt somit auf der Hand, davon auszugehen, dass Sie die Selbsterkenntnis der Seele nicht Selbst erschweren wird, ganz im Gegenteil.

Wenn Maria Selbst verspricht – so wie Sie es durch den früheren Antwortbrief getan hat – dass die Seele ihre innere Bremse finden wird, so wird dies mit Sicherheit geschehen, aber erst zu dem Zeitpunkt, wo die Seele die seelische Reife erreicht hat, diese Entdeckung zu machen. Vergessen wir nie: Nichts ist schwieriger als sich selbst zu durchschauen. Gründe dafür gibt es mehrere, aber zu den Allerwichtigsten gehört die Tatsache, dass der Böse, dieser groβe Feind der Seelen und deren Heil, alles daran setzt, die Seelen ständig blind zu machen, damit sich ihr Wachstum nicht vollendet. Dennoch kann die Seele den Spieβ umdrehen und die vielen Verzögerungen auf ihrem Weg gegen den Bösen einsetzen, indem sie alle ihre Anstrengungen zur Vervollkommnung, mitsamt ihren Schmerzen wegen ihrer vielen Fehlleistungen, der Herrin aller Seelen weiht, damit nichts verloren geht.

3. Wie ist damit umzugehen, wenn bei einem Priester beim Spenden der H. Kommunion eine starke Alkoholfahne und ein störender Nikotingeruch zu vernehmen ist?

Aus verständlichen Gründen erlaubt mir die Gottesmutter keine öffentlichen Aussagen zu individuellen Seelen, und ganz besonders nicht in Bezug auf Priester.

Das heiβt auf keinen Fall, dass ich Ihr Problem nicht verstehen würde. Eigentlich bleibt den Seelen wenig anderes übrig, als sich vertrauensvoll im Gebet zur Himmelskönigin, der Mutter der Kirche und der Eucharistie, aneinander zu schlieβen, mit dem Anliegen, im betreffenden Seelenhirten möge der Auslöser dieses Problems beseitigt werden, ob medizinischer, seelischer oder sonstiger Art. Ich bezeuge es mit meinem ganzen Leben, wie mächtig die Himmelskönigin in ein Leben einschreiten kann, wenn Ihr mit felsenfestem Vertrauen ein Anliegen zu Füβen gelegt wird.

Wie steht es mit den Gnadengaben durch diesen Priester beim Feiern der H. Messe?

Diesbezüglich brauchen Sie sich nicht zu fürchten, denn – wie ich anderswo habe schreiben müssen bzw. dürfen – Gott spendet Seine Gnaden auf jeden Fall in dem Maβe, wie jede individuelle Seele in aufrichtiger Liebe, Reinheit und aufrichtigem Sehnen an dem Empfang Seiner Gnaden orientiert ist... ein sehr ermutigender Gedanke, und auβerdem ein auβergewöhnlicher Nachweis für die Liebe und Barmherzigkeit unseres Gottes. Es werden auf dieser Welt sehr viele H. Messen gefeiert, über welche Gott nicht verzückt ist, aber Gott macht die aufrichtige Seele guten Willens nicht dafür verantwortlich. So kann eine Seele gnadenerfüllt aus einer 'relativ minderwertigen H. Messe' nach Hause zurückkehren, und dahingegen völlig leer aus einer tridentinischen H. Messefeier kommen... die Gnadenwirkung in einer Seele kommt ganz auf die Gesinnung und die Aufgeschlossenheit des Herzens an.

Selbstverständlich heiβt dies nicht, dass die Art und Weise, wie vom Priester die H. Messe zelebriert und die H. Kommunion gespendet wird, keinen Unterschied machen würde. Dieser Unterschied wirkt sich allerdings nicht auf die von den Seelen erhaltenen Gnaden aus, sondern auf das Maβ, in welchem Gott wegen Mangels an Ehrfurcht und Verherrlichung den Gnadenausfall ausgleichen muss. Gerade deswegen ist es gar nicht egal, welche Art von H. Messe gefeiert wird, und wie die H. Kommunion gespendet wird, nur kann die Seele in der Kirche meistens nichts dafür. Ihr obliegt dann die heilige Pflicht, das Herz so vollkommen und liebevoll wie möglich in Gott unterzutauchen.

Ich verstehe nur zu gut, wie es schmerzt, wenn sich die Fehler in der H. Messe und um die Feier herum zügellos anhäufen. Das alles schmerzt nämlich nicht 'nur' Sie, es schmerzt in Wirklichkeit Gott bzw. Christus (und Maria) in Ihnen. Ich kann es gar nicht in Worten ausdrücken, wie viele Tränen ich vor Jahren geweint habe (weil Maria in mir weinte) und wie oft mir buchstäblich übel wurde, als ich keinen anderen H. Messen als modernistischen beiwohnen konnte.

Es herrscht in dieser Zeit ein riesiges Problem: Die meisten Seelen – und leider sind viele Priester da keine Ausnahme – haben jegliches Gespür für die Sakralität der H. Messe, des Umgangs mit der H. Kommunion, und des Kirchengebäudes verloren. Der Versuchung zur Verweltlichung wird nur minimal, wenn überhaupt, Widerstand geboten. Vergessen wir nie, dass die Verweltlichung nichts anderes ist als der Rauch, mit welchem der Böse die Seelen für Gottes Gegenwart und Gottes Wirken blind macht. Dieser Strategie nachzugeben, ist der Menschenseele, der 'Krone der Schöpfung', unwürdig. Umso schmerzhafter ist es, wenn dies im Kontext bzw. im Umfeld der Kirche und der H. Messefeier erfolgt.

Lieber Bruder, ich bete selbstverständlich für Sie und Ihre Anliegen. Diese sind ja dem Himmel alles andere als egal. Halten Sie durch, und trinken Sie weiter an der unerschöpflichen Quelle der Wissenschaft des Göttlichen Lebens. Es handelt sich da um eine Goldgrube, von welcher hier auf Erden noch keine Seele den wahren Wert abschätzen kann. Später, am Himmelstor, wird jede Seele diesen Wert erkennen: Gott Selber wird ihn ihr zeigen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 540
Über Gottes Vorsehung – Die Wissenschaft des Göttlichen Lebens als einmaliges Himmlisches Geschenk

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Ich habe ihre Sehnsucht nach dem Höheren und Ihren inneren Kampf in mein Herz geschlossen, wo sie sich in der Berührung mit der Herrin aller Seelen in ein Leben spendendes Licht einhüllen lassen werden. Geben Sie nicht auf, in sich hinein zu hören und um sich herum zu schauen (dieses Letztere allerdings mit den Augen der Seele). Schauen mit der Augen der Seele, tut man dadurch, dass man die Verinnerlichung und Vergeistigung anstrebt, die in der Seele eine sich ständig reinigende Liebe für die Hingabe an die Führung Gottes freisetzen und in ihr auch allmählich die Anziehung tötet, welche von den Dingen der Welt ausgehen kann. Allmählich verändert sich dadurch auch das Denken, das bald vielmehr zu einer inneren Führung aus dem Herzen heraus wird.

Gott hört nicht auf, uns Zeichen dafür zu setzen, welche Richtung wir bei der nächsten Ecke am besten wählen. Es bedarf der Aufgeschlossenheit, des felsenfesten Vertrauens und nicht selten einer ausgeprägten Geduld, aber nie schickt Gott eine Seele guten Willens jahrelang in eine Wüste ohne Wegweiser, ohne Wasser und ohne Nahrung, wenn Sie verstehen, was ich meine: Die Zeichen Seiner Vorsehung (die Wegweiser) werden hin und wieder spürbar, die Gnaden für das wahre Leben (das Wasser) und die Ausgieβung der richtigen Worte in die Seele (die Nahrung) fehlen uns nie vollkommen, auch wenn es uns manchmal so vorkommt, als stünden wir alleine da (in der Wüste).

Die angebrachte Nahrung wird den Seelen in diesen Tagen reichlicher als je zuvor durch die Herrin aller Seelen geboten, die Ihre Wissenschaft des Göttlichen Lebens lehrt zur Erschlieβung des Heiligungspotentials, das in jeder Seele enthalten ist, jedoch durchwegs verborgen, vergessen bzw. unter dem Staub der weltlichen Einflüsse den inneren Augen verschlossen ist. Selig die Seele, die sich in diese Goldgrube zu verlieben vermag, denn die Himmelskönigin wird nicht 'nur so' auf eine so einzigartig intensive Weise mit den Seelen in Berührung gebracht, sondern aus dem einzigen Grunde, dass der heutige Abschnitt der Heilsgeschichte dies erforderlich gemacht hat. Das auf diesem Weg den Seelen vermittelte Himmlische Wissen lieβe sich sehr wohl als eine Schatztruhe voller Schlüssel darstellen, von denen jeder zu einem anderen Kämmerchen der Seele passt und die von Gott so geschmiedet worden sind, dass sie alle zusammen die Seelen vollkommen für das wahre Leben erschlieβen können, dessen Krönung in der ewigen Glückseligkeit liegt.

Jedes der unzähligen und unerschöpflichen Elemente der Belehrung von Seiten der Herrin aller Seelen trägt in jeder aufmerksamen, aus dem Herzen heraus lebenden Seele zur Erkenntnis von dem wahren Sinn auch ihres eigenen Lebens und Alltags bei. Die Herrin aller Seelen liebt es zwar besonders, sich in Bildern auszudrücken (weil das Ihrer Natur entspricht, und auβerdem weil Sie dadurch noch zusätzlich Gottes Werke und die vollendete Intelligenz und Weisheit Seiner Gesetze verherrlicht), aber Sie vermittelt auch die dazu passenden Denk- und Betrachtungsmuster, so dass jede Seele, die nicht überwiegend aus dem Verstand sondern zunächst aus dem Herzen heraus an diese Schätze herantritt, darin genau dasjenige entdecken kann, was sie wirklich braucht um sich aus den Ketten der Welt zu befreien und das wahre Glück zu finden. Welch ein Geschenk... Kein Wunder doch, dass der Böse alles daran setzt, möglichst viele Seelen für diese einmalige Gnade zu verschlieβen?

Sogar dann, wenn uns zuweilen die Tage leer erscheinen, sollen wir dies als ein Zeichen dafür betrachten, dass Gott mit uns beschäftigt ist, nämlich als einen leisen Wunsch Gottes, dass für uns ein Augenblick der Besinnlichkeit gekommen ist, ein Moment der Loslösung von den vielen Dingen und Gedanken, die das Unkraut der Welt in uns ernähren und so den Blumengarten der Seele bedrohen. Bisweilen ist es für die Wiedergeburt der Fruchtbarkeit der Seele angebracht oder sogar erforderlich, dass sie sich innerlich eine kleine 'relative Wüste' errichtet, wo sie mit Gott und der Gottesmutter allein sein kann. In diesem Sinne kann die Seele Schritt für Schritt dazu kommen, in einer solchen Atmosphäre zu leben, als befände sie sich ständig in einer Himmlischen Audienz.

Die Himmelskönigin ist die Mutter und Herrin der Vorsehung. Sie lenkt unsere Schritte in dem Maβe umso mehr, wie wir Ihr unsere Füβe zur Verfügung stellen. Im Falle einer beharrlich gelebten, vertrauensvollen Weihe an Sie sind es besonders in den schwersten Stunden Ihre Füβe, die den Weg gehen, und ist die Ihr geweihte Seele wie Ihr Schatten, der Ihr blind und wie von selbst folgt, nur von der Liebe, dem Glauben und der Hoffnung getrieben. Die Seele als Schatten der Gottesmutter, ist dies nicht ein schöner Gedanke, wo doch Maria die Sonne des Göttlichen Lichtes und der Göttlichen Liebe im absoluten Höchstmaβ in Sich einverleibt hat?

Ob sich Ihr Wunsch erfüllen wird, lieber Bruder, ist eine Frage, die kein Mensch beantworten kann noch darf, weil das alles ausschlieβlich davon abhängt, was Gott mit Ihrem Leben vorhat bzw. welchen 'Grundriss von Lebensweg' in Gottes Heilsplan für Sie vorgesehen ist. Jede Einzelheit eines Menschenlebens, all dasjenige, was er hat oder eben nicht hat, was er bekommt oder eben nicht bekommt, hat seinen wohlumrissenen Sinn, der sehr oft im Geheimnis von Gottes allumfassender Weisheit verborgen bleibt. Wenn allerdings die Seele fest an Gottes Liebe glaubt, weiβ sie eigentlich bereits, dass jede Einzelheit ihres Lebens von 'dort oben' an ihrem Ewigen Glück und Heil orientiert worden ist. Dies zu erkennen, ist die offene Tür zum wahren inneren Frieden, jenem, für den Christus gekommen ist, uns ihn zu lehren. Es ist der Friede Christi, welcher der Seele den Nachweis erbringen wird, dass sie dabei ist, 'seelisch wieder daheim zu kommen'.

Selbstverständlich bete ich für Sie um die genau richtige Führung, oder vielleicht genauer ausgedrückt (denn könnte Gott überhaupt andere als richtige Führung bereiten?), um die genau richtige Aufgeschlossenheit für die oft etwas verschleierten Wegweiser, die Sein Herz an den Kreuzungen auf Ihrem Lebensweg zu pflanzen geruht. Möge Ihnen genau dasjenige geschehen – und mögen Sie bereit sein, dies liebevoll und freudigen Herzens anzunehmen – was Ihnen die Empfindung des wahren Glücks verschaffen kann.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 541
Der innere Krieg der Seele und die Sicherheit des Sieges für die vertrauensvollen Soldaten der Himmelskönigin

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Voller Zuversicht habe ich Ihre Zeilen der Himmlischen Herrin zu Füβen gelegt. Mich freut, trotz der Zeichen Ihrer inneren Leiden und Ihres harten inneren Kampfes, die offensichtliche Gegenwart dieses Funkens, der sich nie auslöschen lässt. So oft bereits sagte mir die Himmelskönigin :

"Solange die Seele durch einen inneren Kampf geht, zeigt sie dadurch den Willen, die Finsternis, von welcher sie sich wie eingekesselt fühlt, zu besiegen. Hört der innere Kampf aber auf, so weist dies durchwegs darauf hin, dass sich die Seele geschlagen gegeben hat".

Tatsächlich, solange die Seele kämpft, zeigt sie dadurch, dass sie nicht in ihrer Bedrängnis stecken bleiben will. Bemerkenswert ist also mithin die Feststellung, dass in eine Seele, in welcher ein Krieg zwischen Licht und Finsternis wütet und die sich richtig elend fühlt weil es ihr vorkommt, dass sie dabei ist, jeden Halt zu verlieren, der Friede aus zwei ganz verschiedenen Richtungen zurückkehren kann:

  1. Der Friede kann in die Seele zurückkehren, weil sie in ihrem Krieg gegen die seelischen Bedrohungen die Kapitulation unterschreibt: Sie will nicht mehr weiterkämpfen;
  2. Der Friede kann auch in die Seele zurückkehren, weil sie den Krieg gewonnen hat.

Nur im zweiten Falle ist die Rede von wahrem Frieden: Der Feind der Seelen liegt hier tatsächlich "Der Frau" zu Füβen, seine Werke verlieren in der Seele ihre Wirkung, und die Spuren dieser Werke im Gemüt, in den Gedanken usw. werden eine nach der anderen aus dem Gedächtnis und aus dem Herzen entfernt. Das Licht hat gesiegt. Voraussetzungen für diesen wahren Frieden sind der feste Wille der Seele, zum Licht zurückzukehren, und ihre freiwilligen Bemühungen, trotz allem die Liebe in sich aufrechtzuerhalten und zu versuchen, diese ständig zu reinigen.

Im ersten Falle gleichwohl, handelt es sich höchstens um einen bewaffneten Frieden, der jeden Augenblick in einem neuen Krieg entfachen kann, öfters allerdings handelt es sich um eine bedingungslose Kapitulation, entweder für eine längere Zeit oder für immer: Die Seele erliegt einem Feind, der ihr Herz in eine einzige Ruine verwandelt hat, ihren Glauben mit den Kugeln der Entmutigung durchlöchert hat, und ihre ganze seelische Kraft überhaupt als Kriegsgefangene deportiert hat. Sie verstehen ohne jeden Zweifel das Bild. Die Seele befindet sich nicht in einem Zustand des Friedens, der neu aufbaut und sie aufatmen lässt weil sich die wahre Liebe als Machthaberin über ihren Lebensweg offensichtlich wieder in ihr verwurzelt hat, sondern in einem Zustand des besiegten Widerstandes, der Kraftlosigkeit und bzw. oder der Depression oder mindestens der Mutlosigkeit. Der innere Soldat ist erschöpft und sehnt sich nach Entlassung und endgültiger Heimkehr, sogar wenn dies heiβen soll, dass das Land der Seele dann der Besatzung durch seinen inneren Feind zum Opfer fallen wird. Eigentlich glaubt die Seele dann nicht mehr wirklich an die Macht Gottes über die Finsternis und daran, das sich diese Macht letzten Endes auch wirklich zeigen wird.
Die Seele kann den inneren Krieg nur dann gewinnen, wenn sie:

  • die Strategie des Feindes und seine Pläne mit ihr durchschauen lernt;
  • die richtige innere Verfassung für den Kampf in sich aufrechtzuerhalten versteht;
  • ihren Munitionsnachschub instand zu halten weiβ;
  • es nicht unterlässt, den Anweisungen von ihrem Oberkommando striktestens Folge zu leisten.

Schauen Sie, was dies in Ihrem Fall, und überhaupt für uns alle in diesen Letzten Zeiten, konkret heiβt:

  • die Strategien und Pläne des Feindes können wir dadurch durchschauen lernen, dass wir uns die diesbezüglichen Belehrungen in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens einverseelen. Wir brauchen dazu auch die lenkenden Inspirationen vom Heiligen Geist;

  • die richtige innere Verfassung für den Kampf erbauen wir uns dadurch, dass wir unaufhörlich die wahre Hoffnung in uns ernähren, die uns die Sicherheit des letztendlichen Sieges in Aussicht stellen wird. Es handelt sich da um einen Knotenpunkt in unserem Kampf, weil die Aufrechterhaltung eines Kraft spendenden Vertrauens voraussetzt, dass wir manchen inneren Saboteur in der eigenen Truppe ausfindig und unwirksam machen. Damit die Seele dies erfolgreich durchführen kann, muss sie ihre eigenen Schwächen kennenlernen und öfters gegen mehrere schwache Stellen in der eigenen Verteidigung ankämpfen. Deswegen ist dieses Element der Kampfstrategie manchmal das schwerste und entmutigendste. Ein richtig ehrfürchtiger Gebrauch der Sakramente kann zuweilen aushelfen, weil die Seele dabei durch Berührung mit Gottes Liebe für sich selbst und für Gottes Führung erschlossen werden kann;

  • den Munitionsnachschub muss die Seele durch ihre Ausdauer im Gebet instand halten;

  • unter 'Oberkommando' soll sich die Seele Gott und die Himmelskönigin vorstellen, die ihr die Göttlichen Gesetze, Gebote und Führungen vermitteln, ohne welche sich die Seele im Kampf nie behaupten kann. Es handelt sich dabei um die Regeln der christlichen Lehre ebenso wie um die Gesamtheit der Lehren der Wissenschaft des Göttlichen Lebens, und um die Winke von Gottes Vorsehung.

Lieber Bruder, Ihren inneren Kampf können und werden Sie durchaus gewinnen, denn der Dauerbeschuss, der Ihnen aus Ihrem Umfeld zugeführt wird, kann dazu führen, dass der Feind anstatt Sie zu besiegen, nur die eigene Munition erschöpft. Dies wird dann der Fall sein, wenn Sie fest an demjenigen festhalten, was Ihnen an Gnaden zuflieβt: Gott lässt Sie nie im Stich, denn

  • Er stellt Ihnen den kreuztragenden Christus als Sonderdivision zur Verfügung (kann denn der Böse jemals ein Land besetzen, wo ständig die Fahne an der Standarte des Kreuzes weht?);

  • Er nährt ständig Ihre Seele mit der Wissenschaft des Göttlichen Lebens, die sich sehr wohl als goldenes Kampfbuch für die Soldaten der Herrin aller Seelen in den Letzten Zeiten bezeichnen lieβe.

Lieber Bruder, ich flehe jetzt für Sie die Himmelskönigin an, Sie möge im tiefsten Sinne dieses Begriffes Ihre Lichtkette dazu einsetzen, Ihnen den Munitionsnachschub zusätzlichen Gebetes zu gewähren. Jede(r) von uns ist für jede(n) andere(n) da, und keine Finsternis hat das letzte Wort, wo die Liebe und das glaubensvolle Gebet lebendig bleiben. Sie stehen in Ihrem Kampf nicht alleine, denn die Soldaten der Himmelskönigin lassen sich gegenseitig nicht los. Jede Schwester und jeder Bruder, die bzw. den wir durch gemeinsame Hingabe an das wahre Licht den Kräften des Bösen entreiβen können, bringt die Gründung von Gottes Reich auf Erden voran. In diesem Sinne will ich Sie jetzt ermutigen, an die Wiedergeburt Ihrer Selbst zu glauben. Nie hat Gottes Schöpfung eine Nacht gesehen, die nicht dem Licht der Morgendämmerung hat weichen müssen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 542
Der Böse als Räuber des Herzensfriedens

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Zu Allernächst bitte ich um Entschuldigung dafür, dass ich Ihren Brief nicht früher habe beantworten können. Wie Sie dem Text Lichtmess im MDA-Werk haben entnehmen können, hat die Gottesmutter die Aufgaben Ihrer Myriam seit etwa einem Jahr Schritt für Schritt wieder nach dem ursprünglichen Muster von vor vielen Jahren umdefiniert. Konkret hat dies viele Konsequenzen, unter anderem jene, dass viel weniger Antwortbriefe geschrieben werden dürfen. Die Antwortbriefe waren von der Himmelskönigin nie als eine Hauptaufgabe Myriams gedacht. Als mich jener Zweig meiner Tätigkeiten im Dienst der Herrin aller Seelen so voll auszulasten begann, dass mir die Erfüllung sämtlicher mystischen Aufgaben fast unmöglich gemacht wurde, meinte die Himmelskönigin, dieses wundervolle Werk würde somit in seiner letztendlichen Fruchtbarkeit bedroht.

Die Herrin erlaubt es mir, jetzt das von Ihnen vorgebrachte Thema aufzugreifen, weil es wirklich so gut wie jede Seele früher oder später berührt.

Sie befürchten, dass Ihnen der richtige Herzensfrieden fehlt, der für diesen Weg erforderlich ist. Da ist eindeutig der groβe Feind der Seelen am Werk. Sehr viele Seelen fallen in dieser Zeit undefinierbaren Gefühlen der Unzufriedenheit, der Verwirrung und der Unruhe zum Opfer. Egal wie tief sie in sich hineinzuschauen versuchen, diesen unsichtbaren Feind sehen nur die Wenigsten, wo er doch so getarnt im Inneren der Seelen und Herzen vorgeht. Die Macht des Bösen, so drückte es die Herrin aller Seelen einst aus, ist so groβ wie die Unfähigkeit der Seelen, auf ihre weltlichen Bedürfnisse zu verzichten. Er versucht, jede Seele von ihren durch sein Wirken ungeahnt gesteigerten Bedürfnissen abhängig zu machen, und sie gleichzeitig vollkommen für sich selbst und die Fallen der Welt und deren Finsternis zu verblenden. Das Ergebnis ist eine Seele, die:

  • sich selbst kaum kennt;
  • was die eigenen Bedürfnisse angeht, nicht die Grenzen zwischen demjenigen erkennt, was lebensnotwendig ist und demjenigen, was vom Bösen zusätzlich als Scheinbedürfnis inspiriert wird;
  • nicht mehr die Fallen der Versuchung erkennt.

Sogar dann, wenn die Seele mit den besten Vorsätzen beseelt ist, kann ihr durch diese vom Giftmörder der Seelen hervorgebrachten Rauchschwaden so sehr der Blick auf die Sonne (das Licht der Wahrheit und die Strahlen der Liebe!) geraubt werden, dass ihr Herz im wahren Sinne des Wortes verfinstert wird.

So lieβe sich die bevorzugte Strategie des Bösen folgendermaβen aufgliedern:

  1. Er versucht, die Schwächen und Bedürfnisse einer jeden Seele zu ergründen;

  2. Im dem Maβe, wie er diese kennenlernt, bedient er sich ihrer, damit das ganze innere Leben der Seele in seinen Dienst gesetzt werden kann: Die Seele arbeitet allmählich für ihn, oft ohne es selber zu erkennen, und zwar in einem ständig anwachsenden Ausmaβ;

  3. Damit die Seele ihren Irrweg nicht erkennt, fängt er damit an, sie zu verblenden: für sich selbst, ihre Schwächen, ihre Bedürfnisse, die Verlockungen der Welt, die Versuchungen, die Sünde, Gottes Wahrheit, die Werke der Göttlichen Vorsehung zugunsten des Heils der Seelen;

  4. Aufgrund dieses sich unaufhörlich wiederholenden Vorgangs verliert die Seele allmählich jeden Halt und fällt sie einer rasch anwachsenden Verwirrung anheim. Was ist gut, und was nicht? An welchen Referenzpunkten soll sie sich überhaupt noch orientieren, um zu wissen, was Licht und was Finsternis in sich trägt?;

  5. Der zunehmende Mangel an Halt gibt die Seele der Unzufriedenheit preis, weil das Gewissen vor der Drohung der Verirrung warnt. Die Seele versteht bzw. kennt sich selber kaum noch, und spürt irgendwie, dass mit ihr etwas nicht mehr ganz in Ordnung ist. Das Gewissen flüstert ihr dies leise zu, und sie wird an erster Stelle mit sich selbst unzufrieden;

  6. Die Seele fällt einer Entmutigung und Kraftlosigkeit anheim, die sie daran hindert, sich noch voll und ganz mit Inbrunst für die Werke des Lichts einzusetzen.

Heiβt dies, dass sich die Seele, die diesem Vorgang zum Opfer fällt, vor Gott schuldig macht? Nicht unbedingt, denn zu gewissen Zeitpunkten im Leben in dieser so verwirrenden Welt (verwirrend, weil sie eben so weitgehend im Griff des Bösen ist) wird jede Seele ein Opfer einer solchen Entwicklung, nur nicht immer im gleichen Ausmaβ. Gott weiβ, wie es kommt, dass die Seele in dieser modernen Welt kaum jeden Tag gleich standhaft bleiben kann. Die Gedanken und Gefühle werden auf die unterschiedlichsten Weisen vergiftet, und genau dieses Gift, das ja Tag für Tag aus den Zähnen der höllischen Schlange in die Seelen hineingespritzt wird, raubt sehr vielen heutzutage jede Kraft.

Die Herrin aller Seelen möchte nicht, dass jede Seele, die in sich Entmutigung, undefinierbaren Unfrieden und Kraftlosigkeit spürt, sich selbst beschuldigt. Das würde sie noch mehr für die Werke Gottes unwirksam machen, denn das ist gerade die vom Bösen mit seinen leisen Vergiftungswerken in der Seele gehegte Absicht: Jede Seele muss so verblendet und letzten Endes entmutigt werden, dass sie für Gottes Werke untauglich wird. So weiβ er mit Sicherheit, dass sie sogar einfach durch ihre ganze innere Verfassung bereits Finsternis verbreitet. Eine Seele, in welcher der Nebel der Verwirrung und Verblendung herrscht, lebt weitgehend von den Einwirkungen der Sonne des Lichtes (der Göttlichen Wahrheit) und der Wärme (der Göttlichen Liebe und sogar des Stroms der Liebe zwischen den Geschöpfen) getrennt. In allen ihren Kontakten wirkt sie somit irgendwie wie eine kleine Wolke, welche ihren Mitgeschöpfen etwas Sonnenschein raubt.

Lieber Bruder, Sie sind an Ihrer inneren Verfassung nicht selber schuld. Sie macht Sie auch nicht unbedingt unwürdig, den Weg der Herrin aller Seelen zu gehen. Wissen Sie, genau die Seelen, die sich beharrlich für diesen wunderschönen und überaus heilvollen Weg entschieden haben, und ihn mit Liebe gehen, werden von den Angriffen des Bösen am meisten heimgesucht. Auch diejenigen, die sich vom Bösen auf Irrwege haben ableiten lassen, werden es schwer haben, aber bei diesen Seelen wird der Mangel an innerem Frieden vorwiegend im eigenen Gewissen geboren, während die Seelen, die sich für die Wege der höchsten Fruchtbarkeit entschieden haben, vorwiegend entweder seitens ihrer Mitmenschen oder im Herzen vom Bösen angegriffen werden, weil der Letztgenannte sie unbedingt davon abhalten will, so weiterzumachen. Wiederholt bereits betonte die Herrin aller Seelen mir, dass die Seelen, die felsenfest an Sie in dieser höchsten Ihrer Eigenschaften glauben und sich die Wissenschaft des Göttlichen Lebens im Alltag einzuverseelen und diese richtig in den Einzelheiten anzuwenden versuchen, es ausnahmslos sehr schwer haben werden, aber dass gerade diese Seelen die Vollendung der Liebe erreichen. Sie sind es, die den freien Menschenwillen der Herrin aller Seelen preisgeben, damit Sie ihn beherrscht, und die somit in Gottes Willen hinüberflieβen.

Der Böse setzt alles daran, Sie unwirksam zu machen, eben weil Sie tief innerlich begriffen haben, dass die Wissenschaft des Göttlichen Lebens der Weg der höchsten Fruchtbarkeit ist. Sie ist auch der Weg, der den Bösen am meisten kostet, und genau deswegen kommt er jeder Seele, die ihn geht, so mächtig in die Quere. Der Böse spekuliert sehr gerne: Er weiβ halt, dass unzählige Seelen bald einen Weg aufgeben, der ihnen – aus der weltlichen Sicht – einiges abverlangt. Die Kreuze und Prüfungen werden ihnen zu viel, und sie meinen, sie hätten nun genug gelitten, mit anderen Worten: ihretwegen kann Jesus ruhig alleine mit dem Kreuz weitergehen. Das ist tragisch, und durchaus unchristlich, aber der Böse hindert die Seele daran, dies zu erkennen: Er hat sie so 'umprogrammiert', dass sich die Liebe in ihr der Überlegenheit der eigenen Bedürfnisse geschlagen gibt. Das Ergebnis ist eine Seele, die für Gottes Heilsplan unwirksam gemacht wird. Sie nimmt ihre Prüfungen nicht mehr von Herzen an, sie orientiert sich nicht mehr an der wahren Liebe, wird mit sehr vielem unzufrieden, und ihr kann ein Weg wie jener der Wissenschaft des Göttlichen Lebens ohne weiteres gestohlen werden.

Wie ist einer Mattigkeit, wie sie sich in Ihnen kundtut, abzuhelfen? Nur dadurch, dass sich die Seele an die Himmelskönigin wendet, Sie darum bittet, Sie möge das Herz und den Geist von jeglicher Spur des Giftes reinigen, und sich ganz tief einzuprägen versucht, dass der Sieg des Lichtes in der vollendeten Wirklichkeit bereits feststeht und die Werke des Bösen, wie beeindruckend sie für uns, kurzsichtige Seelen, auch sein mögen, nur Mauern aus getarnter Pappe sind. Wir glauben Steine zu sehen, in Wirklichkeit allerdings, handelt es sich um Pappwände mit Steinmotiven. Ihre Wirkung auf unser Herz jedoch, ist jene einer Burg mit dicken Steinwänden. Alles Herzeleid weihen Sie vertrauensvoll der Herrin aller Seelen. Sie wird aus dem Stahl, der Sie seit Wochen erdrückt, den Hammer schmieden, mit dem Sie die vom Bösen in Ihrem Herzen errichtete Scheinburg zerschmettern wird.

Vertrauen Sie vor allem darauf, dass Sie gerade durch diesen Leidensvorgang zum Soldaten für das Heer der Himmelskönigin ausgebildet werden. Ein Diamant wird auch erst dadurch zum richtigen Diamanten, dass er gnadenlos geschliffen wird. Seine Form wird dabei umgewandelt, und er verliert einiges an ursprünglichem Material. Die Seele allerdings, die den Ballast vieler Schmerzen in die Himmelskönigin hinüberflieβen lässt, verliert nichts auβer demjenigen, was dabei war, sie krank und unglücklich zu machen. Je schmäler sie wird, desto besser ist sie auf den Eintritt in das wahre Leben vorbereitet.

Selbstverständlich bringe ich Sie vor die Herrin und bete für einen Sonnenstrahl wahrer Hoffnung für Sie.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 543
Die spirituellen Hintergründe der Misshandlung, sowohl an Kindern und anderen Geschöpfen als auch im Rahmen von, unter anderem, Kriegsverbrechen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Trotz der immensen Traurigkeit, die sich hinter Ihrer Frage verbirgt, freue ich mich darüber, dass mir die Himmelskönigin die Gelegenheit und die Erlaubnis erteilt, sie zu beantworten, denn es handelt sich da um eine Tragödie, der leider sehr viele zum Opfer fallen und deren Sinn ebenso viele völlig entgeht. Ich zitiere Ihre Frage wortwörtlich, damit der Kontext der Antwort seitens der Gottesmutter eindeutig klar ist:

Sie schreiben immer wieder, dass wir die Erbsünde abbüßen müssen.
Können Sie mir erklären, was ein kleines Kind, das allein gelassen, geschlagen, in seiner Seele oder an seinem Körper missbraucht und misshandelt wird, in der Folge von all dem ein Leben lang darunter leidet, für die Erbsünde kann?

Liebe Schwester, zunächst soll ich von der Gottesmutter Folgendes vorwegnehmen: "... was ein kleines Kind... für die Erbsünde kann" ist ein wenig unglücklich formuliert, weil im Grunde genommen keine(r) von uns 'etwas für die Erbsünde kann', wir waren ja nicht physisch dabei im Irdischen Paradies. Trotzdem betrachtet Gottes Gerechtigkeit die Erbsünde als Verstoβ, der von sämtlichen Seelen aller Zeiten gemeinsam abzubüβen ist, da gleichsam die menschliche Natur gegen Gottes Gesetz verstoβen hat. Derselben Göttlichen Logik folgend, hat die Allerheiligste Dreifaltigkeit in Marias Unbefleckten Empfängnis die Würde der Menschenseele nach der Erbsünde wiederhergestellt, und konnte der Gott-Mensch Jesus Christus zu einem ganz gewissen Zeitpunkt für sämtliche Seelen aller Zeiten die Erlösung erschlieβen. Gottes Heilsplan basiert vollkommen auf der Einheit zwischen allen Seelen ebenso wie auf der Strömung und dem Austausch der Liebe zwischen alle Seelen: Alle können den Stand der Gnade eines Individuums beeinflussen, und jedes Individuum kann den Stand der Gnade von allen gemeinsam beeinflussen.

Das kleine Kind ist selber noch sündenlos, immerhin bis zu einem gewissen Zeitpunkt, in dem es seine erste Sünde begeht. Auf jeden Fall lieβe sich das kleine Kind als 'relativ schuldenfrei', oft als 'schuldenfrei schlechthin' betrachten. Die Frage, die sich aufdrängt – und diese ist es ohne jeden Zweifel, die Sie (genauso wie uns alle) wirklich beschäftigt – lautet eigentlich: Wieso kann ein Gott, der nichts als Liebe ist, ein grausames Verhalten kleinen Kindern gegenüber zulassen und somit diesen unschuldigen Seelen oft schwere und jahrelange Leiden aufbürden?

Gott will nicht, dass kleine Kinder leiden, ebenso wenig wie Er es will, dass ein erwachsener Mensch, ein Tier, ein Geschöpf überhaupt, leidet. Trotzdem lässt Er vieles zu, weil Er den freien Menschenwillen als heilig und unverletzlich betrachtet. Konkret geht im Himmel Folgendes vor: Ein Kind wird misshandelt, Gott wird in diesem Kind geschlagen, gedemütigt, misshandelt, und leidet sehr schwer darunter, ABER derjenige bzw. diejenige, der/die diese Misshandlung vornimmt, hat sich freiwillig dafür entschieden, der Stimme der Finsternis zu folgen, und kraft Seines Gesetzes der Liebe, kann Gott nicht unmittelbar einschreiten: Der 'Sünder' muss aus eigener freier Entscheidung die Wege des Lichtes, also der Liebe wählen. Die Folgen sind vielseitig:

  • Der Sünder lädt eine Schuldenbürde auf die eigene Seele, und erschwert diese mit jedem neuen Akt der Misshandlung weiter;
  • Er erschwert ebenfalls die Schuldenbürde der ganzen Menschheit, infolgedessen sich der Gnadenstand der ganzen Menschheit senkt, denn die misshandelnde Seele (egal ob das Opfer ein erwachsener Mensch, ein Kind oder sogar ein Tier ist) entscheidet sich für die Finsternis und zerschneidet Bande der Liebe;
  • Im Opfer wird das Vertrauen zur Liebe – der Essenz des wahren Lebens! – und letzten Endes zu einem liebenden Gott erdrosselt.

Wie gesagt, Gott lässt es zu, sei es unter dem schwersten Herzeleid. Vergessen wir nie, dass Gott und die Heiligste Jungfrau kraft eines Göttlichen Mysteriums mit allen Geschöpfen verbunden sind, wie in einem Wassernetz mit Milliarden von Kanälchen, Flüsschen, Bächlein, Rinnen, Gräben... Jeder Tropfen, der in eins dieser Kanälchen usw. gegeben wird, beeinflusst jedes andere Kanälchen usw., und landet ebenfalls in der Urquelle (Gott). Ist dieser Tropfen kristallrein, so erhebt sich das ganze System ein wenig, ist er dreckig (entschuldigen Sie, dass ich es so grob darstellen muss), so verbreitet sich die verseuchende Wirkung ebenfalls im ganzen Netz. Gott und Maria spüren alles was einem jeden Geschöpf zustöβt. Schlägt man ein Kind, einen Erwachsenen, oder sogar ein Tier, so spüren Gott und Maria den Schmerz. Demütigt man ein Kind, einen Erwachsenen, oder sogar ein Tier, so werden in ihnen Gott und Maria gedemütigt. Küsst man ein Kind, einen Erwachsenen, oder sogar ein Tier, so werden in ihnen Gott und Maria geküsst. Jede einzelne Handlung, die wir vornehmen, beeinflusst die ganze Schöpfung positiv oder negativ, und wird von Gott und der Gottesmutter in allen ihren Wirkungen uneingeschränkt gespürt.  Dasselbe gilt für jedes einzelne Wort, das wir sprechen, jeden einzelnen Gedanken, den wir hegen, jedes einzelne Gefühl, das wir einem Mitgeschöpf gegenüber hegen usw. Die Verantwortung für jede Sünde ist somit 'allumfassend', und der Verdienst wegen jedem positiven Strom, der von einer Seele ausgeht, ist ebenfalls 'allumfassend'.

Das misshandelte Kind ist unschuldig. Es wird zu Unrecht misshandelt. Misshandlung erfolgt ohnehin immer zu Unrecht, denn sie ist eine eindeutige Unterschrift des Bösen, und jedes Geschöpf wird ausnahmslos dazu geschaffen, Knotenpunkt in der Strömung der Liebe zu sein, d.h. Liebe, und nichts anderes als Liebe, zu spenden und zu erhalten. Misshandlung schleudert Gott Seine Liebe ins Gesicht zurück, schleudert Ihm Sein kleines Wunderwerk von Liebe im misshandelten Mitgeschöpf (Mensch oder Tier) ins Gesicht zurück, sie betet den Bösen an, der zur Zerstörung von Gottes Liebe und Werken anstiftet, sie steigert die Macht der Finsternis über die menschliche Natur überhaupt, und vieles mehr... Das misshandelte Kind ist somit Opfer einer Versuchung zur Lieblosigkeit, der von Seiten eines Mitgeschöpfes nachgegeben wird. Gott bedauert dies auβerordentlich, erhofft Sich allerdings von Seiten des Kindes eine Weihe dieses Schicksals, damit die Umkehrung des Sünders losgekauft werden kann. Durch aufrichtige, liebevolle Weihe werden Leiden und Prüfungen ja voll in Gottes Heilsplan eingeschaltet. Gott kann aufgrund Seines eigenen Gesetzes der Unverletzlichkeit des freien Menschenwillens (im vorliegenden Fall desjenigen des misshandelnden Menschen, der sich dafür entschieden hat, der Versuchung zur Lieblosigkeit nachzugeben) nicht ungebeten einschreiten. Er kann dies nur tun, wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind:

  • aufgrund der Gebete und Aufopferungen von Seiten der Mitmenschen des Opfers, egal ob diese Mitmenschen Zeugen der Misshandlungen sind oder nicht (auch die Gebete und Aufopferungen, die von Seelen im Allgemeinen dargebracht werden, können die schuldige Seele aus ihrer Finsternis loskaufen helfen – daher der immense Wert von kollektiven Gebeten zur Befreiung von Seelen aus ihrer Finsternis. Die Myriam-Gebetstage am vierten jedes Monats sind dafür ein Beispiel);

  • aufgrund der Einstellung des Opfers. Verflucht das Opfer seinen 'Henker', so wird der Letztgenannte mit groβer Wahrscheinlichkeit niemals umkehren: Seine Finsternis wird noch verstärkt, die Macht des Bösen über seine Seele und sein Herz nimmt dauernd zu. Kann das Opfer dazu kommen, sein Schicksal aufrichtigen Herzens an Maria zu weihen, es den Leiden Christi und den Schmerzen Mariä hinzuzufügen, und eines Tages Vergebung zu spenden (sogar noch nach Jahren!), so wird die Macht des Bösen über die misshandelnde Seele unterminiert und wird sein Reich in dieser Seele eines Tages zusammenbrechen. Auf diesem System basiert die unvorstellbare wiederherstellende Macht des Lichtes über die Finsternis auch in Situationen wie Kriegsverbrechen u.ä. Vergebung und Weihe nimmt dem Bösen sehr viel, wenn nicht allen, Wind aus den Segeln.

Misshandlung zerstört oft ein ganzes Leben. Wie kann es denn anders sein, da in der misshandelten Seele doch die Liebe, der Kraftstoff des Göttlichen Lebens schlechthin, zerschlagen, gedemütigt oder gar zerstört wird. Genau deswegen birgt die Misshandlung ein so riesiges Potential an Sprengstoff gegen den Bösen, seine Zerstörungsmacht und seine Werke der Finsternis in sich. Weihe und Vergebung sind auβerordentlich schwer während das Opfer sein Schicksal erlebt. Gott hat gleichwohl eine gewaltige Waffe darin vorgesehen, dass Weihe und Vergebung ihre Atomkraftwirkung gegen die Finsternis im vollen Ausmaβ auch noch nachher entwickeln, und zwar im Groβen sowie im Kleineren:

  • Die gewaltigen zerstörenden Wirkungen, welche die Finsternis während eines Krieges gegen die Liebe entfacht, können sogar Jahre später noch wieder ausgeglichen werden, in dem Maβe, wie mehr Seelen inbrünstiger die Kriegsverbrechen und die unzähligen Folgen des Krieges für Länder, Völker und individuelle Familien und Seelen weihen und Vergebung zu spenden wissen. Es wird so oft für Mitmenschen gebetet. Vergessen wir nie, dass das kraftvollste Gebet jenes ist, durch welches man dafür betet, dass der schuldige Mitmensch (sind wir nicht alle auf unsere Art dieses oder jenes Vergehens gegen Gottes Liebe schuldig?) seinen freien Willen wieder für das Licht bzw. die Werke des Lichtes einsetzt. Halten wir uns richtig vor Augen, dass der Kriegsverbrecher auf die Inspiration des Bösen hin handelt, und selber eine Seele ist, die der Befreiung bzw. Erlösung aus finsteren Verfassungen bedarf. Es gilt für diese Seele, dass sie ihre falsche Entscheidung (sie entscheidet sich ja, bzw. hat sich damals entschieden, für die Finsternis anstatt für das Licht, für die Zerstörungswerke des Bösen statt für die Liebeswerke Gottes) erkennt und diese bereut. In dem Maβe, wie sie dies tut, wird sie sich von selber wieder von einer Nachfolgerin des Bösen in eine Nachfolgerin Gottes verwandeln, mit anderen Worten: In ihr wird 'Christus im Menschen' wieder zum Leben erweckt. Der Urheber der Zerstörungshandlungen ist und bleibt Satan, nicht die irrende Menschenseele. Hält man sich dies vor Augen, so wird Vergebung möglich, sonst nicht.

  • Ein Mensch, der als Kind misshandelt wurde, kann sogar als Erwachsener noch die finstere Auswirkung dieser wiederholten Sünde von Seiten seines 'Henkers' noch dadurch zunichte machen helfen, dass er die Sünde in Marias Herzen begräbt, und den Sünder an Maria weiht und ihm aufrichtig Vergebung zu schenken versucht.

Betrachten wir mal, was auf der spirituellen Ebene geschieht, wenn der als Kind misshandelte Mensch seinem 'Henker' Vergebung schenkt :

  • Das vergebende Opfer nimmt da eine heldenhafte Handlung vor, durch welche es eine riesige finstere Wolke auf einmal zerplatzen lässt und der eigenen Seele ebenso wie der Seele, unter deren Hand, Wort und Verhalten es so sehr gelitten hat, einen nie gesehenen Sonnenschein zuflieβen lässt. Finsternis wird in Licht verwandelt, der Böse verliert den Griff auf mindestens zwei Seelen: Das Opfer wandelt seinen Groll in Vergebung um; der Henker wird mit dem Licht der Vergebung und somit der Liebe konfrontiert, wodurch ihm seine Fehler möglicherweise nicht mehr als einerlei, weil eh nicht mehr wiedergutzumachen vorkommen – er ist Zeuge der Wiedergeburt der Hoffnung, denn der Henker leidet früh oder spät ebenfalls unter dem Gedanken, für ihn sei sowieso alles verloren und somit sei sein weiteres Verhalten einerlei. Solange das Gewissen nicht vollkommen tot ist, wird die schuldige Seele unbemerkt von innen heraus angefressen, weil das Gewissen sie ständig zur Umkehr drängt.

    Nach der Vergebung stellt die schuldige Seele fest, dass es nicht einerlei ist, sondern dass jemand – ausgerechnet ihr Opfer! – es für möglich hält, dass sie sich auch ganz anders benehmen kann und auch für sie das Licht nicht tot ist, vorausgesetzt, sie nimmt die Vergebung an, glaubt an die Liebe, und benutzt sie als Arzneimittel für ihre schwer erkrankte Seele. Das aufrichtig vergebende Opfer bekommt eine solche Menge von Licht in die Seele, dass sie darin die Kraft finden kann, ihre Gedanken- und Gefühlswelt völlig neu zu beleben und über sich selbst hinauszusteigen. Gott beschenkt sie mit der Gnade, ihr früheres Martyrium als Beteiligung an den erlösenden Werken Christi betrachten zu können, statt als persönliche Demütigung und nicht wiedergutzumachenden Verlust. Aufgrund ihres heldenhaften Zeugnisses für ihren Glauben an die Macht der Liebe wird Gott ihr viele eigene Fehltritte vergeben.

    Viele Opfer der Misshandlung verlieren den Glauben an Gott und an die Liebe. Für Gott ist es etwas auβerordentlich Groβes, wenn eine Seele erkennt, dass nicht Gott schuld an ihrem Schicksal ist, sondern dass sie durch ihr Schicksal eine spezifische Aufgabe innerhalb von Gottes Heilsplan hat erfüllen können. Die erlösenden Leiden Christi haben nicht auf Golgotha aufgehört, sie wirken sich durch jede Seele guten Willens weiterhin aus. Als Seele guten Willens ist dabei jede Seele zu verstehen, die sich völlig an Gottes Bedürfnissen und an Seinem Willen zur Erlösung orientiert und freiwillig und liebevoll daran mitzuwirken bestrebt ist.
  • Der Henker, der von Seiten seines Opfers Vergebung bekommt, wird für die Macht und den letztendlichen Sieg des Lichtes erschlossen, und wird diesen Akt nach seiner oft jahrelangen Sklaverei dem Bösen gegenüber wie eine sich öffnende Tür empfinden, durch welche plötzlich der tot gewähnte Gott auf ihn zu schreitet. Für die schuldige Seele ist es lebensnotwendig, Vergebung zu bekommen. Eine Seele, der Fehltritte nicht vergeben werden, erscheint in der Stunde ihres Todes mit einer beträchtlichen Bürde vor ihrem Schöpfer. Eine wegen Misshandlung sehr enttäuschte Seele könnte diesen Gedanken vielleicht begrüβen, aber sie sollte sich dabei vor Augen halten, dass der Mangel an Vergebung an ihren Henker auch ihr selbst nicht zugute kommt, weil sie dadurch selber die Macht der Finsternis instand hält.

    Vergessen wir nie, dass Seelen, die in einem Verhältnis der Misshandlung gestanden haben, in der Stunde der Vergebung in ein Verhältnis von Licht hinübergleiten, in welchem plötzlich Christus im anderen spürbar wird, und erkannt wird, welches Elend das frühere Verhältnis ihnen eingebracht hat. Das Opfer hat physisch, moralisch, geistig gelitten. Der Henker hat seine Seele den Krallen des Bösen ausgeliefert und ist von diesen unbewusst immer weiter zerfetzt worden. Zu jener Erkenntnis kommt er oft erst in der Stunde, in dem ihm vergeben wird, und das Groβe liegt darin, dass er dann nicht nur die tiefen Verletzungen seiner Seele erkennt, sondern ihm auch gleich das Arzneimittel verabreicht wird, und dazu noch durch die Seele, der sie solches Leid zugefügt hat. Der Wert eines Menschenlebens wird von Gott hauptsächlich daran gemessen, in wie weit die Seele bestrebt war, in allem Licht erzeugen zu helfen, und eine aufrichtige selbstlose Liebe zu Gott, zu Seinen Werken, und zu allen Geschöpfen strömen zu lassen.

Liebe Schwester, die Herrin aller Seelen hat durch diese Erläuterungen etwas von diesem wundervollen System der Göttlichen Liebe erkennen lassen wollen. Sie betont immer wieder, dass die Finsternis, möge sie sich noch so grausam auswirken, nie gewinnen kann, wenn ihr Licht gegenüber gestellt wird. Weihe des uns zugefügten Leids, Vergebung an unsere Schuldiger, und ein aufrichtiges Streben danach, weder Gott noch den schuldigen Mitmenschen als letztendlichen Urheber des Leids zu betrachten, sind drei gewaltige Ströme von Licht, welche den Bösen und seine Werke der Finsternis ertränken können. Die Gründung von Gottes Reich auf Erden kann sich nur in dem Maβe vollziehen und nur in dem Maβe vorangebracht werden, wie alles Leid auf Erden geweiht und vergeben wird und durch aufrichtige Liebe ersetzt wird. Satan hat sein Reich in den Seelen solange instandhalten können, weil sehr viele Seelen Leid mit Leid vergelten, lebenslänglich Groll hegen, und den wahren Feind dort suchen, wo er nicht ist, und ihm dadurch die Gelegenheit bieten, seine Macht ständig zu vergröβern.

Der Gräuel der Misshandlung an Kindern kann nur dadurch ausradiert werden, dass wir den Bösen nicht durch Hass, Groll und Unfrieden weiter nähren und anbeten, sondern ihn durch wahre Liebe, Weihe und Vergebung in die Knie zwingen. Genau das ist es, was uns die Herrin aller Seelen in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens lehren kommt. Vergessen wir nie, dass es in Gottes Augen kaum etwas Gröβeres gibt, und alles Böse durch nichts machtvoller gelähmt werden kann als dadurch, dass Seelen sich gegenseitig vergeben bevor es zu spät ist. So weint das Herz der Schmerzensreichen Mutter bei Misshandlung vor schrecklicher Qual, und bei Vergebung von Seiten eines misshandelten Menschen an die misshandelnde Seele vor deren irdischen Tod weint Sie ein zweites Mal... diesmal vor Verzückung, denn da trennen sich zwei Seelen auf Erden im wahren Licht Christi, und werden sie mit gröβter Wahrscheinlichkeit beide dem Griff des Bösen für ewig entzogen.

Liebe Schwester, das kleine Kind wird nicht misshandelt, weil es in Gottes Augen schuldig sein würde, sondern nur weil dieses Schicksal Teil seines Lebensplans ist. Letzteres kann nur deswegen der Fall sein, weil eine andere  Seele sich für die Finsternis entschieden hat. Nur die Liebe kann diese irrende Seele befreien, denn sie ist Sklave einer gottesfeindlichen Kraft. Misshandlung ist nur deswegen überhaupt möglich, weil der Böse so mächtig ist. Seine Macht wird ausschlieβlich von den Menschenseelen bestimmt: Je mehr Seelen sich beharrlicher für das Licht, die Liebe, den Einsatz für Gottes Werke entscheiden, desto schwächer wird der Böse und desto mehr werden die Sünden, unter anderen jene der Misshandlung, von dem Erdboden verschwinden. Es liegt an uns allen. Diese Fastenzeit ist auβerordentlich dazu geeignet, umdenken zu lernen und uns richtig dessen bewusst zu werden, dass wir die Macht des Bösen und seiner Werke von Finsternis (u.a. Misshandlung) durch jegliche Abweichung von der Liebe in unserem ganzen Verhalten und in unseren ganzen Einstellungen steigern helfen. Ich möchte aus diesem Grunde diesen Brief aus dem Herzen der Himmelskönigin ganz betont als einen Aufruf an die Seelen in die Welt schicken, jede(r) von uns möge das eigene Verhalten und die eigenen inneren Verfassungen so umgestalten, dass sie nicht länger der Finsternis sondern dem Licht dienen.

Ich weine mit Ihnen, und werde mit Ihnen kämpfen. Dazu sind wir alle berufen.

Vergessen wir dies nie: Das letztendliche Ziel unseres Lebens liegt darin, unsere Schwächen zu erkennen, und sie in Stärke für Gottes Werke umzugestalten. Die Herrin aller Seelen will gerade dies in jedem und jeder von uns vollziehen helfen, aufgrund unserer vollkommenen Weihe an Sie. Der Einsatz ist riesig: Die ewige Glückseligkeit für die individuelle Seele, die Erhebung des Gnadenstandes für die Menschheit, die Gründung von Gottes Reich der vollendeten Liebe auf Erden, und die Zerschmetterung des Bösen und aller seiner Werke.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam

Nachschrift: Im obigen Brief ist betont die Rede von Vergebung. Aus diesem Grunde verweise ich ausdrücklich auf die Broschüre Herbstbrise, die völlig und ganz um die Vergebung und Versöhnung herum aufgebaut wurde.
Im Übrigen verweise ich wegen der Weihe und Vergebung in Bezug auf die Kriegsverbrechen gerne ausdrücklich auf den Text bzw. Aufruf seitens der Herrin aller Seelen mit dem Titel Sturmglöckchen 2. Teil, den Sie unter Maria lädt ein vorfinden können.


www.maria-domina-animarum.net

Brief 544
Über den fruchtbaren Umgang der Seele mit ihrer Vergangenheit – Die Herrin aller Seelen als Umgestalterin des Denkens und Betrachtens

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Die Jugend prägt leicht den Rest unseres Lebens. Oft sieht es so aus, als würde Gott manches zulassen damit sich die Seele dazu entscheidet, sich beharrlich an der Liebe allein zu orientieren, sozusagen als 'Gegengift' gegen dasjenige, was sie so lange in ihren Wurzeln krank gemacht bzw. geschwächt hat. Unser Gott ist tatsächlich nur ein Gott der Liebe, nur zeigt Er diese vollendete Liebe sehr oft auf eine Art und Weise, die wir aus unserer menschlichen Perspektive nicht gleich als Liebe erkennen. In der menschlichen Perspektive ist Liebe eine Verfassung des Herzens bzw. eine Äuβerung derselben, die beim Empfänger bedingungslos und unabänderlich Gefühle der Freude, der Ruhe, der Geborgenheit, der Hingabe auslöst. Nun werden diese Gefühle unvermeidlich durch den Blickwinkel ebenso wie durch die Erwartungen gestaltet, auf denen sie wachsen.

Aus dem Blickwinkel des menschlichen Denkens und aus zeitbedingten Erwartungen heraus, ist für den Menschen 'Liebe' etwas, das nichts auβer Positivem spüren lässt, das sich also angenehm anfühlt. Sobald allerdings die Seele Gottes 'Verhalten' aus dem Blickwinkel der ewigen Dinge und aus zeitlosen Erwartungen heraus betrachtet, sieht sie Seine Liebe völlig anders: Dann ist diese zwar immer noch eine Verfassung – und Äuβerung einer Verfassung – die Angenehmes spüren lässt, aber dieses Angenehme ist nun nur eine positive Auswirkung für die Ewigkeit. Es hängt dann von der Empfindlichkeit der Seele und ihrer Aufgeschlossenheit für Gottes Wirkungen im Mittelpunkt der Seele ab, inwieweit sie das Positive wirklich bewusst spürt. So werden Leiden zu den gröβten und tiefsten Verzückungen, wenn man gelernt hat, sie als Himmlische Geschenke zu betrachten und zu verstehen, die gerade die Erlösung in der Seele vollenden und die Heiligung herbeiführen. Die Leiden und Prüfungen des Lebens sind dann die Münzen, mit welchen man den Eintritt in die Ewige Glückseligkeit bezahlt. Wie heiβt es doch so schön: Gottes Wege sind nicht die Unsrigen... Selig die Seele, die sich zum Ziel gesetzt hat, sich die Logik von Gottes 'Heilsdenken' einzuverseelen, wenn Sie verstehen, was ich meine.

Gott ist auch ganz besonders ein Gott der Hoffnung, wie sich eindeutig aus den Belehrungen seitens der Herrin aller Seelen herausstellt. Alles kann ein Gegengewicht bekommen, alles kann ausgeglichen werden, sogar viele Jahre nach den Ereignissen und nach den Verletzungen auf dem Lebensweg. Eine einzige Voraussetzung nur gibt es: Die Seele muss in sich die Kraft und den Willen finden, sich umzuorientieren. Das ist etwas Wunderbares. Die Himmelskönigin lehrt uns, die wahre Hoffnung als die Verfassung zu betrachten, durch welche die Seele die Dinge so betrachten und empfinden kann, als wären sie bereits vollendet worden, und zwar vollkommen im Einklang mit den Gesetzen Gottes. Die Seele, die eine wahre Hoffnung hegt, bezeugt gleichsam Gott gegenüber, dass sie innerlich nicht nur glaubt sondern weiβ, dass Er in Seiner Wirklichkeit (die sich jetzt noch teilweise unserem menschlichen Blick entzieht) dasjenige, worauf sie hofft, verwirklicht hat, und zwar in einer vollendeten Form, d.h. dass dieses jetzt bereits Wirklichkeit ist und völlig mit Gottes Willen bekleidet ist, und somit bereits ganz im Sinne Seines Heilsplans für das Heil der Seelen mitwirkt.

Durch die wahre Hoffnung sagt die Seele eigentlich zu ihrem Schöpfer: "Ich weiβ, dass Du, Der Du nichts als Liebe bist, dies bereits in Nahrung für meine Seele umgewandelt hast. Zwar sehe ich dies noch nicht, aber ich weiβ, dass Deine Liebe so vollendet ist, dass ich mich blind auf Dich verlassen kann". Da erinnert man sich gerne an dasjenige, was der römische Hauptmann von Kapharnaum aufgrund seines blinden Glaubens erfahren durfte.

Liebe Schwester, in mehreren der neuesten Antwortbriefe können Sie höchstwahrscheinlich Denkanstöβe in Bezug auf dasjenige zurückfinden, was Sie so sehr beschäftigt. Die Himmelskönigin lässt mich Ihnen ein zusätzliches Bild schenken: Das Leben ist mit einer Reise auf einem Weg zur Abendsonne vergleichbar. Der Weg ist mit Steinen besät, über welche die Seele hin und wieder stolpern kann. Nun kann die Seele auf zwei verschiedene Weisen vorgehen:

  • Sie kann, wenn sie sich an einem Stein gestoβen hat, diesen Stein in Marias Hände legen (d.h. die Prüfung an Sie weihen) und ihren Weg fortsetzen. Maria wird diesen Stein in Gold verwandeln, d.h. Sie wird diese Prüfung aktiv in den Plan zur Heiligung dieser Seele einbauen. Zu solchen Handlungen ist Sie von Gott berufen, nur muss die Seele Sie gezielt um Ihr Einschreiten bitten und sich selbst und ihr ganzes Leben sozusagen Ihr verschenken, damit Maria das Leben und die ganzen Handlungen, Gedanken, Worte und Wünsche und den freien Menschenwillen der Seele aktiv als Rohstoffe für neue Gnaden einsetzen kann... ein wunderbares, allerdings immer noch zu wenig in der Tiefe bekanntes Mysterium;

  • Sie kann, wenn sie sich an einem Stein gestoβen hat, sich umdrehen und damit anfangen, diesen Stein gründlich zu analysieren in der Absicht, ausfindig zu machen, wie er genau beschaffen ist, woraus er sich zusammensetzt usw. Was die Seele in diesem Falle in Wirklichkeit tut, ist Folgendes: Sie hält ihren eigenen Weg in die Heiligung auf. Gottes Uhr bleibt nicht stehen, und die Seele kennt weder Tag noch Stunde, somit hat sie keine Zeit zu verlieren. Die Gottesmutter hat bereits wiederholt darauf hingewiesen, dass sich das Leben aus unzähligen Einzelheiten zusammensetzt, die gleichwohl an und für sich keine Bedeutung haben. Wichtig ist nur, was die Seele im Herzen mit diesen Einzelheiten tut, mit anderen Worten: mit welchem Ausmaβ an Liebe sie diese in sich, ihrem Umfeld gegenüber und Gott gegenüber zunutze macht.

Die zweite Art des Vorgehens verweist auf die Seele, die ihre Vergangenheit nicht loslassen kann. Ihre Steine verwandeln sich nicht in Gold, sondern sie schleppt diese in einem immer schwereren Rucksack mit sich mit. So geht die Seele vor, solange sie nicht wirklich die Wunder der vollkommenen, im Alltag beharrlich angewandten Weihe an die Himmelskönigin hat kennenlernen und den Wert derselben noch nicht in ihrem Leben hat erfahren dürfen. Die hoffnungsvolle Nachricht liegt darin, dass die Seele sogar dasjenige, was sie vor zehn, zwanzig und mehr Jahren nicht richtig genutzt hat (weil sie damals nicht das Wunder der Wirkungen einer wirklich gelebten Weihe an Maria kannte), heute noch in Marias Hände legen kann. Bereits mehrere Male lieβ die Himmelskönigin diesbezüglich das Bild vorbringen, in welchem Sie das Leben wie ein Buch schildert, aus dem Sie nach aufrichtiger, sehnsüchtiger Weihe von Seiten einer Seele die schmerzhaftesten Seiten zerreiβt und diese durch neue Seiten ersetzt, die Sie mit Ihrer heiligen, duftigen Handschrift schreibt, allerdings mit Tinte, die Ihr durch Weihe von Seiten der Seele verschafft wird. Diese Tinte bereitet Gott aus den Prüfungen der Seele, in dem Maβe, wie die Seele diese Prüfungen mit Liebe angenommen und verwertet hat.

In einem anderen Bild zeigte die Gottesmutter, wie die Seele sogar Jahre nach unerfreulichen Lebensentwicklungen noch jene von der Seele als Einöde empfundenen Zeiten so mit der Saat einer aufrichtigen Weihe bestreuen kann, dass die Vergangenheit trotzdem nach Lebensabschluss so vor Gott gebracht werden kann, als handele es sich da um ein Paradies voller Blumen.

Liebe Schwester, Gott verbirgt die gröβten Zeichen Seiner Liebe gerne vor den Augen der Seelen, weil Er bestrebt ist, das Höchstmaβ Seiner Liebe erst in der Ewigkeit vor den Augen der Seelen zu entfalten. Die 'Qualität' der Ewigen Glückseligkeit steigert sich gleichsam mit dem Maβe, in dem sich die Seele Verdienste erwirbt. Diese Verdienste werden an erster Stelle durch blinden Glauben erworben. Was man jetzt auf der irdischen Ebene bereits sehen, hören, riechen... kann, daran braucht man nicht mehr blind zu glauben, man weiβ, dass es dies gibt. Die gröβten Schätze Seiner Liebe hat Gott hauptsächlich in den Auswirkungen des Erlösungsmysteriums und in jenen der vollkommenen und bedingungslosen, in jeder Einzelheit des Alltags gelebten Weihe an Maria verborgen. Aus diesem Grunde liegen die Zeichen Seiner Liebe wie Goldschätze unter dem Wüstensand unserer Prüfungen begraben. Sie sind da, aber um sie auszugraben, müssen wir den Schlangen der Versuchung und den Skorpionen der entmutigenden Einflüsterungen von Seiten des Bösen den Kampf ansagen. Alleine schafft dies keine Seele. Mit der ihr von Gott geschenkten Lebensführerin, die "Maria" heiβt, wird alles möglich. Die ganzen Schriften im Rahmen der Wissenschaft des Göttlichen Lebens, welche die Himmelskönigin durch Ihr Maria Domina Animarum Werk lehrt, weisen die Wahrheit dieser These eindeutig nach.

Menschen fällt es so schwer, ihren Mitgeschöpfen eine Liebe entgegenzubringen, die makellos, d.h. selbstlos und von weltlichen Einmischungen frei ist. Gott jedoch, schenkt eine makellose Liebe. Das rührt nicht zuletzt daher, dass Seine Liebe nicht von irgendwelchen eigenen Bedürfnissen geschwächt wird, so wie dies bei Menschen schon der Fall ist. Gott ist alles und hat alles. Eines nur braucht Er: dass Seine Liebe erwidert wird, dass sie sich in den Herzen Seiner Geschöpfe widerspiegelt, damit Sein Licht auf Erden Seine ständige Gegenwart und Sein ständiges Wirken bezeugen kann. Eine Seele, die ihren Mitgeschöpfen oder aber einer ganz bestimmten Mitseele keine (aufrichtige) Liebe entgegenbringt, ist eine Seele, die nicht von Gottes Licht getrieben wird, sondern die sich von der Finsternis hat täuschen lassen. Diese Seele soll man nicht hassen, und man soll auch versuchen, ihr gegenüber keinen lebenslänglichen Groll zu hegen.

Der Grund liegt darin, dass alle Seelen eine Rolle in Gottes Heilsplan spielen. Der Böse hat sich den Eid geschworen, er werde alles daran setzen, Gott jede Seele zu rauben und Gottes Werke zu unterminieren und womöglich im groβen Stil zu zerstören. Solange eine Seele, möge sie noch so schwer von einer Mitseele gelitten haben, dieser schuldigen Mitseele nicht von Herzen vergeben kann, trägt sie dazu bei, dass diese Mitseele Werkzeug (lies: Gefangene, Sklavin) der Finsternis bleibt. Sobald Vergebung geschenkt wird, werden die ersten Seile losgeschnitten, durch welche die Finsternis jene getäuschte Seele an sich gebunden hat. So trägt die vergebende Seele zum endgültigen Sieg des Lichtes und der Liebe bei. Das macht Vergebung zu etwas auβerordentlich Groβem! Im Zusammenhang mit Vergebung lieβe sich der Novembergebetsplan der Himmelskönigin empfehlen, den Sie auf der Webseite unter Gebete vorfinden können.

Die Seele, die vergibt und ihre Vergangenheit richtig mit der Gottesmutter zu teilen weiβ, wird von vielen Steinen befreit. Der Rucksack, der sie so schwer belastet hat, verwandelt sich allmählich in eine Schatztruhe, welche sie leichten Fuβes mit sich zum Tor in der Abendsonne wird mittragen werden. Das rührt daher, dass diese Schatztruhe gefüllt ist mit:

  • wahrer Hoffnung, die einen Vorgeschmack des wahren Glücks vermittelt;
  • wahrem Glauben, weil die Seele Gottes Wirken hat erfahren dürfen;
  • wahrer Liebe, weil die Seele jetzt weiβ, dass Gott von Anfang an bestrebt war, ihre letztendlichen Bedürfnisse zu befriedigen.

Liebe Schwester, die These "Gott ist Liebe" lässt sich nur dann richtig verstehen, wenn man Gottes Heilsplan und die Wege, auf denen Er diesen zu vollenden bestrebt ist, ein wenig tiefer ergründen lernt. Dieses Wissen zu vermitteln, gehört zu den Hauptaufgaben der Herrin aller Seelen. Zu dem Zweck versucht Sie, die Seelen, die sich Ihr in vollkommener Weihe verschenken, umdenken zu lernen, damit sie immer weniger nach den Mustern der Welt und immer mehr nach jenen des Himmels denken und fühlen können. Dort liegt der Schlüssel der Tür zum Glück auf Erden. Die Seele, die sämtliche Elemente ihres Lebens vor dem Hintergrund von Gottes Heilsplan zu betrachten lernt, schaut nicht länger durch die Augen der Welt, die vom Nebel unzähliger Täuschungen verschleiert sind. Diese Seele schaut das Licht so wie es wirklich ist, und erkennt, dass auch die schwersten Prüfungen nicht die Seele zu umnachten vermögen, in welcher die Morgendämmerung auferstanden ist.

Ich bete von Herzen gerne für Sie, damit diese Fastenzeit Ihnen die richtige Auferstehung des Glücks einbringen kann. Dies ist eine Zeit zum Säen. Ernten, tut man ohnehin erst in den Obstgärten des Paradieses. Die Frühlingsblüten allerdings, kann man bereits auf Erden zu sehen bekommen, tief im Herzen. Das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam

Nachtrag nach Antwort seitens der betreffenden Seele

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Seien Sie davon überzeugt, dass die Gottesmutter Sie nicht im Stich lassen wird. Selbstverständlich schlieβe ich Sie in die täglichen Weihen an Maria ein, damit Sie die Kraft bekommen, die 'Tür' ihrer Seele ganz weit aufzuschlieβen. Wenn man oft bzw. über lange Zeit verletzt worden ist, ist dies nicht leicht. Trotzdem steht dort drauβen, 'jenseits' der Tür Ihrer Seele, Jemand, der bzw. die voller Erwartung zuschaut bis Sie sich Ihm (Gott) bzw. Ihr (Maria) vertrauensvoll hingeben. Damit der Schritt über die Schwelle nach drauβen für Sie anziehender wird, sät die Gottesmutter die Blumen der wahren Liebe im kleine Garten um Ihre Seele herum.

Vergessen Sie nie: Gott liebt Sie, so wie Sie sind, und die Gottesmutter schaut nicht auf die Steine in Ihrem Seelengarten, sondern setzt alles daran, damit die Blumen blühen und sich vermehren können. Bald werden auch Sie selber im eigenen Herzen vielmehr die Blumen sehen, und wird Ihnen der Anblick der Steine nicht länger traurig machen. Auch die Steine haben einen Sinn gehabt, und werden Ihnen reiche Früchte einbringen, sobald Sie sie vertrauensvoll in Marias Hände gelegt haben werden und den Weg zuversichtlich mit Ihr weiter gehen. Loslösung der Seele von ihrer Vergangenheit ist eine Bedingung für ihre Blüte. Solange die Seele ihre Vergangenheit nicht wirklich loslassen kann, gleicht sie einem Wagen, der mit der Handbremse angezogen fährt: Er kommt kaum voran, der Motor überhitzt, und der Wagen schluckt Benzin wie verrückt. Die Bestimmung erreicht er jedoch kaum, oder mindestens erst viel später als unter normalen Umständen. Im Leben der Seele heiβt dies im Klartext: Sie verliert so viel Zeit, und die Sonne über ihrem Weg bekommt erst sehr spät die Chance, sie zu erwärmen.

Was Ihnen die Mitmenschen vorenthalten haben, das wird Ihnen die Gottesmutter als Saat eines neuen Frühlings in das Herz schütten, und nach und nach werden Sie tief drinnen spüren, dass das Leben Ihnen sehr wohl auch eine Sonnenseite zu bieten hat. Diese Aussicht freut mich sehr, denn eine Seele, die den Frühling in sich findet, wo sie bisher nur den Winter spürte, ist eine Seele, die sich rasch in einen richtigen Knotenpunkt der Liebe und des Lichtes im Netz von Gottes Heilsplan verwandeln kann. Der Frühling in einem Obstgarten tut sich auch nicht gleich an allen Bäumen kund. So geht es auch der Seele: Nach und nach kann sie die Zeichen des Frühlings in sich zu spüren beginnen, und sobald sich die erste Blüte zeigt, wird der Anblick dieser neuen Schönheit, dieses neuen Lebenszeichens, die Seele dabei helfen, sich aufzuschlieβen. Das ist eine Wirkung der wahren Hoffnung, die wesentlich eine Antwort auf die Wirkung von Gottes Intelligenz in der Seele ist, ähnlich wie die Pflanze auf das in ihr wirksame Göttliche Wachstumsgesetz reagiert.

Sehr gerne trage ich Sie in meinem Herzen weiter, wo die Himmelskönigin so viele Wunder der Liebe wirkt. Maria wird Sie in Ihre vollendete Liebe einhüllen.

In der verzückenden Liebe der Königin aller Hoffnung umarme ich Sie von Seele zu Seele,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 545.
Wenn sich die Seele schlecht, verunreinigt, kraftlos oder traurig fühlt...

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Eines Tages fühlte ich mich innerlich so  schmutzig, dass ich es kaum wagte, vor der Gottesmutter zu erscheinen für das betrachtende Abendgebet. Als ich Sie fragte, was denn doch mit mir los ist, sagte Sie ganz einfach Folgendes: "Was kannst du denn dafür, dass dich die Welt in den Graben am Wegrand gestoβen hat und dich die Gerüche anekeln?" Maria benutzte dieses Bild später noch mehrere Male, und erklärte, wie sich eine Seele widerlich vorkommen kann, ohne dass sie irgend etwas dafür kann, ganz einfach weil sie tief innerlich so sehr von weltlichen Einflüssen und sogar von finsteren Gedanken und Gefühlen von Mitseelen ihr gegenüber befallen ist, dass ihr so ist, als hätte sie sich sämtliche Sünden der Welt zu schulden kommen lassen.

Liebe Schwester, so oft verliert eine Seele den Mut, jeglichen Frohsinn, jeglichen inneren Frieden, und verliert in ihren Augen alles um sie herum seine Farben. Ihr ist es, als wäre alles verdüstert worden, so als würde sie durch eine dicke dunkle Brille schauen, die alles farblos und leblos erscheinen lässt. Schuld daran ist oft die Atmosphäre der Welt im Allgemeinen, die ja nicht das wahre Leben in sich trägt, weil sich der Böse mit Erfolg zum Herrn unzähliger Herzen gemacht hat. Die Verfassung vieler Seelen ist so finster, so lieblos, so 'verunreinigt' (d.h.: so von Gottes Gegenwart losgeschnitten) dass man im Umgang mit ihnen enttäuscht oder traurig wird, oder beides, oft deswegen, weil man es nicht fassen kann, wieso sich eine Menschenseele so schwer täuschen lassen kann, dass sie gar nicht zu erkennen scheint, worum es sich im Leben wirklich handelt.

Wenn die Seele in unterschiedlichen Situationen des Alltags solche Erfahrungen macht – und öfters liegen diese in den scheinbar banalsten Begegnungen verborgen – verliert sie allmählich jegliche Lebenskraft. Das braucht uns nicht zu wundern, weil die Seele von Gottes Liebesstrom lebt, und dieser Strom durch sämtliche Mitgeschöpfe weitergeleitet werden soll. Je mehr Seelen aufgrund ihrer finsteren inneren Verfassung diesen Strom nicht oder in unausreichendem Maβe weiterleiten, desto mehr geht diese Liebe verloren. Es lieβe sich sagen: Statt tausend Volt werden nur noch hundert weitergeleitet, somit senkt sich die Stromspannung, d.h. die Lebenskraft, und die Seele, der ständig solche schwache Stromspannung zugeführt wird, funktioniert bald kaum noch.

Die Tatsache, dass man sich schmutzig oder kraftlos fühlt, soll nicht unbedingt heiβen, dass man schlecht ist. Vollkommen ist keine Seele auf Erden. Als Trägerin der Erbsünde ist jede Seele automatisch ein System, das irgendwie mit Verlust arbeitet. Die Himmelskönigin vergleicht die Erbsünde gerne mit einer Undichtigkeit in der Seele, durch welche einen (oft beträchtlichen) Anteil des Göttlichen Lebens aus der Seele hinwegsickert. Aus diesem Grunde funktioniert keine einzige Seele jemals zu hundert Prozent ihres Potentials an Göttlichem Leben. Diese Perspektive lässt bereits erkennen, dass absolute Vollkommenheit für die Seele auf Erden eine Unmöglichkeit ist. Was die Seele schon anstreben soll, ist eine möglichst hohe Punktzahl an Göttlichem Leben zu jedem Zeitpunkt eines jeden Tages. Je höher diese Punktzahl, desto gröβer der Liebesstrom, den die Seele verarbeiten, in sich verwerten und weiterleiten kann, und desto gröβer die Fruchtbarkeit ihres seelischen Lebens.

Die Seele kann sich allerdings schlecht fühlen. Das ist jedoch etwas ganz anderes. Auch die heiligste Seele kann sich schlecht fühlen, weil sie eben die Gottlosigkeit, Lieblosigkeit und Unreinheit um sich herum nicht verdauen kann und sich durch diese Atmosphäre verunreinigt fühlt. Die Seele leidet unter dem Syndrom der Seele, die in den schmutzigen Graben gestoβen wird und dadurch einen üblen Geruch um sich herum verbreitet, nicht weil sie aus sich selbst (d.h. wegen eigener Sünden) verschmutzt ist, sondern weil sich ihr die Verschmutzung sozusagen 'aufgenötigt hat': Sie ist in diese eingehüllt und wird sie nur mit gröβter Mühe los. In jenem Falle ist es durchaus nicht ausgeschlossen, dass Gottes Vorsehung diese Gefühle deswegen zulässt, weil die Leiden wegen der Unreinheit der Welt bzw. des eigenen Umfeldes bzw. mancher Seelen, die sich gegen einen wenden, sehr wohl zur Munition zur Bekämpfung dieser Werke der Finsternis werden können, vorausgesetzt, man weiht diese inneren Verfassungen an Maria.

Wenn sich die Seele schlecht und verfinstert fühlt, kann sie den Eindruck bekommen, sie hätte kein Licht in sich, und könne somit auch anderen kein Licht geben. Aus diesem Grunde sollte die Seele, sobald sie von solchen Gefühlen befallen wird, das eigene Herz, ihre Vergangenheit und sämtliche Situationen ihres Alltags an Maria weihen und das Herz von jeglichem verunreinigenden Einfluss zu reinigen versuchen. Ein erster Schritt in diese Richtung besteht darin, dass sich die Seele vor Augen hält, wie unwichtig im Grunde genommen die Situationen des Alltags ebenso wie die Einzelheiten ihrer Vergangenheit sind. An und für sich hat dies alles gar keine Bedeutung, wichtig ist nur, was die Seele mit jeder Situation tut, und in welchem Maβe sie in jeder Einzelheit ihres Alltags die wahre selbstlose Liebe zur treibenden Kraft werden lässt. Die Ausfüllung des Lebens ist an sich bedeutungslos. Die Erkenntnis von dieser Wahrheit legt bereits einen Teil der Quelle trocken, aus welcher finstere Verfassungen des Gemüts in das Herz hineinströmen.

Im Übrigen soll die Seele ständig berücksichtigen, wohin sie im Leben wirklich geht. Der wahre Sinn und Zweck des irdischen Lebens liegt weit auβerhalb der Situationen und Ziele der Welt. Sämtliche Begegnungen in diesem Leben, sämtliche Entwicklungen und Situationen des Lebens, das alles sind lediglich Lektionen in der Schule der Vervollkommnung der Seele in ihrer Ausbildung zur Vollendung, die 'Heiligung' heiβt. Viele Begegnungen, Entwicklungen und Situationen, ebenso wie die Gefühle, die so oft von Seelen übermittelt werden, sind leider nicht selten Teile der umfassenden Strategie der Finsternis, die darauf abzielt, Seelen zu entmutigen und sie für ihre wirkliche Aufgabe zu Diensten Gottes unwirksam zu machen. Diese Aufgabe besteht letztendlich daraus, Gottes Liebe und Licht um sich herum zu säen, in der Absicht, die Blüte von Gottes Reich auf Erden vorzubereiten und verwirklichen zu helfen.

In dem Maβe, wie die Seele an Gottes Liebe glaubt, und die Zeichen Seines Vorgehens in den Prüfungen des Alltags richtig zu verstehen versucht, wird sie imstande sein, all dasjenige, was sie verunreinigt, herabzuwerten, und es nicht mehr zuzulassen, dass verunreinigende Faktoren Macht über ihr seelisches Leben ausüben können. Im Grunde genommen, ist dies genau, was geschieht, wenn sich die Seele vollkommen an Maria weiht. Je tiefer die Gesinnung der wahren Weihe an Maria in der Seele Wurzeln schlägt, desto gründlicher wird die Seele so umgestaltet, dass für sie das weltliche Denken durch Himmlisches Denken, d.h. Denken in Richtung der Verwirklichung von Gottes Plänen und Werken, ersetzt wird. In einer solchen inneren Verfassung lässt sich die Seele nicht mehr so leicht von den entmutigenden Begebenheiten des Alltags aus dem Feld schlagen. Angriffe von finster gesinnten Seelen werden dann genau als dasjenige betrachtet, was sie in Wirklichkeit sind: als Versuche der Finsternis, die Seele für Gottes Werke unwirksam zu machen, und nicht als Zeichen dafür, dass man tatsächlich schlecht wäre.

Liebe Schwester, es ist nicht leicht, immer genau festzustellen, was im Leben 'von oben' und was 'von unten' kommt. Wenn man allerdings genau beobachtet, was geschieht, wann es genau geschieht, und aus welcher Gesinnung des Mitmenschen es hervorkommt, so kann man einiges ausfindig machen. Sehr oft wird sich dabei herausstellen, dass man sich nicht zu schnell Sorgen zu machen braucht. Je gröβer der Segen Gottes, der auf Ihren Werken und auf Ihren ganzen Bestrebungen überhaupt ruht, desto heftiger wird sich die Finsternis bemühen, Sie zu entmutigen und Sie davon zu überzeugen, dass Sie nicht in Gottes Sinne leben und arbeiten. Lassen Sie sich nicht dadurch die Freude und die Tatkraft nehmen. Es kommt alles auf die wahre Liebe an, die Sie in Ihren inneren Verfassungen und durch Ihre Handlungen und Worte zu erzeugen bestrebt sind. Die Qualität dieser Liebe kann sich um vieles steigern wenn Sie alles im Alltag wahrhaftig zusammen mit Maria vornehmen.

Lassen Sie sich auf keinen Fall von Gott trennen. Sehnen Sie sich wirklich nach Seiner Gegenwart, und Er wird die Einrichtung ihres Seelentempels allmählich nach Seinem Geschmack ändern. Sollte sich die Seele nur dann trauen, Gott in sich einzuladen, wenn sie sich mit Recht vollkommen rein fühlt, so bekäme Er nicht viele Gelegenheiten mehr, bei Seelen zu Besuch zu kommen. Vergessen wir aber nie, dass wir Ihn genau dann am meisten brauchen, wenn wir uns elend fühlen. Gott hat uns gerade die Mutter Christi als Herrin unserer Seele zugeteilt, damit eine ständige Vertretung der Göttlichen Liebe spürbar in unserem Inneren zugegen bleibt. Sie ist es, die uns Seine vollendete Liebe in solchen Dosen und in solchen Formen verabreichen kann, dass diese uns genau so und genau dann aufbaut, wie es unsere Seele am besten in sich aufnehmen und verdauen kann. So geht Gott vor, mit dem einzigen Ziel, jede Seele in den Stand zu versetzen, ihre Reise in Sein Paradies zu vollenden.

Fassen Sie nur Mut, liebe Schwester, die Himmelskönigin hat Sich die Vollendung Ihrer Blüte ins Buch geschrieben, denn Sie ist bestrebt, den Ewigen Frühling in jeden Seelengarten zu säen in dem Maβe, wie die Seele Ihr ihren Boden anvertraut.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 546.
Über die Beichte, wahre Reue und Gottes Verzeihung – über die Bremsen der Vergangenheit

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Zum Glück schaut Gott an erster Stelle auf die Verfassung unseres Herzens. Manchmal lässt sich etwas schwer vermeiden bzw. ist etwas nicht sofort ausführbar. Wenn wir uns in solchen Fällen tief im Herzen nach dem Richtigen sehnen, weiβ Gott, dass wir an Seinen Wünschen orientiert sind und aufrichtig das Gute zu tun bestrebt sind. Dies gilt zum Beispiel für den Fall, wo wir etwas getan bzw. unterlassen haben, dass wir nicht hätten tun dürfen bzw. gerade wohl hätten tun sollen, und wir beichten dies erst nach einigen Tagen (wie es bei Ihnen manchmal der Fall ist). Es ist durchaus möglich, dass sich uns nicht früher eine Beichtgelegenheit bietet. In jenem Falle nimmt Gott es uns auch nicht übel, dass es etwas gedauert hat, vorausgesetzt, in unserem Herzen herrscht Reue. Die wahre Reue ist eine Gesinnung des Herzens, in welcher die Seele erkennt, dass sie nicht vollkommen gemäβ Gottes Gesetz der Liebe gelebt hat, und sie den inständigen Wunsch hegt, aufs Neue mit Ihm ins Reine zu kommen, nicht weil es sich so gehört oder weil sie sich dazu verpflichtet fühlt, und auch nicht aus Angst vor Verdammung, sondern deswegen, weil sie wahrhaftig im Einklang mit Gottes Gesetz der Liebe leben will. Wahre Reue ist somit im Grunde genommen eine Äuβerung von Liebesschmerz, Gott gegenüber und gegebenenfalls auch den Mitgeschöpfen gegenüber, welchen man nach eigenem Empfinden geschädigt oder Schmerzen zugefügt haben kann.

Gott liest unser Herz, und weiβ auβerdem sehr wohl, was möglich ist und was nicht. Wenn sich unser Verhalten ganz im Einklang mit seinem Gesetz der Liebe begründen lässt, verzeiht Gott alles. Werden unser Verhalten bzw. unsere Versäumnisse nicht vollkommen von einem Streben nach wahrer Liebe getrieben, so liegt die Sache anders. In jenem Falle ist das Verhalten der Seele nicht fruchtbar für Gottes Pläne und Werke, und ist die Seele Gott gegenüber schuldig. Im Klartext: In jenem Falle hat die Seele Gott gegenüber eine Verpflichtung nicht erfüllt. Die Verpflichtungen der Seele Gott gegenüber hängen immer mit der Lebensberufung einer jeden Seele zusammen: Gottes Liebe zu verbreiten und diese auch in sich zu verwerten, damit die Seele tatsächlich zur Vollendung von Gottes Heilsplan beitragen kann. Ein Menschenleben ist in dem Maβe seelisch fruchtbar, wie sie die Liebe voll in ihrem Leben angewandt hat und sie dadurch Gott näher zu ihren Mitgeschöpfen gebracht hat.

Was ist davon zu halten, wenn eine Seele nur persönlich zu Jesus beichten will, nicht durch einen Priester? Da muss berücksichtigt werden, dass Jesus Selber die sakramentale Beichte eingesetzt hat. Die Vergebung auf sakramentalem Wege ist notwendig. Wohl beruhigt die Gottesmutter die Seelen mit der Einladung, sie mögen eine 'informelle, vorläufige Beichte' zu Ihr sprechen sobald sie etwas getan bzw. unterlassen haben, wodurch sie nicht ganz Gottes Gesetz gehorcht haben. Konkret heiβt dies, dass eine Seele im Rahmen ihrer vollkommenen Weihe an Maria alles, jede Einzelheit ihres Lebens und ihrer inneren Empfindungen, so weitgehend mit der Himmelskönigin teilen darf bzw. soll, dass sie auch gleich nach jeglichem 'Vergehen' (ob winzig oder etwas ernsthafter) zu Ihr 'beichtet', etwa im nachfolgenden Sinne:

"Liebe Himmlische Mutter und Herrin, ich habe etwas Falsches gemacht bzw. habe unterlassen, das Richtige zu tun, bzw. ich habe Gedanken oder Gefühle gehegt, die nicht richtig waren, und ich flehe Dich an, geruhe, mir die Gnade zu erwirken, möglichst bald in einer sakramentalen Beichte die Fülle von Gottes Vergebung zu bekommen".

Eine sehr wirksame und reichlich gesegnete Form einer solchen Bitte wird auch im Gebet Nr. 1154 verkörpert.

Sehr beruhigend ist die von Maria vorgebrachte These, dass Gott die Seele hauptsächlich nach den beiden nachfolgenden Kriterien richtet: nach ihrer Herzensverfassung, und nach ihren Absichten. Wenn wir dies auf die Beichte in Anwendung bringen, heiβt dies konkret: Wenn sich eine Seele reinen Herzens danach sehnt, mit Gott ins Reine zu kommen und zu bleiben, und sie hegt die Absicht, dieses oder jenes zu beichten, so wird ihr ab dem Zeitpunkt, an dem sie sich fest dazu entschlieβt, zu beichten, bereits ansatzweise Vergebung geschenkt. Wenn sich nun zum Beispiel eine solche Seele von zuhause auf den Weg zum Priester macht in der Absicht, zu beichten, und unterwegs verunglückt sie tödlich, so vergibt Gott ihr alles, was sie beabsichtigte, zu beichten. Sie hat nicht mehr die Gelegenheit gehabt, auf sakramentalem Wege zu beichten, hatte allerdings die zu beichtenden 'Vergehen' fest im Herzen und bereute diese, und hegte somit die Absicht, sich vollkommen mit Gott zu versöhnen. In dieser Verfassung verunglückt sie. Für Gott gilt diese Verfassung als vollkommene Beichte. So weit geht Gottes Barmherzigkeit, wenn die Seele eine aufrichtige Liebe zu Gott und zu ihren Mitgeschöpfen hegt.

Also, um eindeutig zusammenzufassen: Sakramentale Beichte ist unumgänglich, allerdings bietet der Himmel Möglichkeiten, sich 'vorläufig und ansatzweise' mit Gott zu versöhnen. Diese Möglichkeiten werden in dem Maβe in Kraft gesetzt, wie die Seele in der richtigen Herzensverfassung lebt, und unter gewissen Umständen sind die Wirkungen dieser 'vorläufigen' Lösungen sogar vollendet. Nur Gott kann dies endgültig entscheiden.

Liebe Schwester, wegen der Loslösung aus den Bindungen, von denen Sie schreiben, empfehle ich von Herzen die Lektüre der so gnadenreichen Schrift Morgensonne und Nebel. Immer noch wird die uneingeschränkte Macht der Himmelskönigin zur Befreiung einer Seele aus finsteren Bindungen sehr verkannt bzw. sehr unterschätzt. Die erste Arznei liegt einfach in der Bestrebung verborgen, die wahre Liebe in allen Einzelheiten unseres Verhaltens und unseres inneren Lebens walten zu lassen. Die wahre, selbstlose Liebe ist eine Herrin, vor der sich sogar die tiefste Finsternis auf die Knie wirft bzw. werfen muss. Sie befreit die Seele aus allen Handschellen, Ketten und Kerkern. Nur die Liebe macht völlig frei. Die höchste Form der wahren Freiheit der Seele heiβt Heiligkeit. Das Maβ der Heiligkeit einer Seele wird ja von dem Maβ bestimmt, wie sie wahre, selbstlose Liebe um sich herum verbreitet und in ihrem Alltag anwendet.

Schauen Sie nicht auf die Schatten zurück, die hinter Ihnen liegen. Die liegen ja gerade dort, weil Sie die Sonne vor sich haben. Der Lebensweg ist ein Weg zur Sonne der verkörperten Liebe und Wahrheit: Gott. Die einzige Bedeutung unserer Vergangenheit liegt in den Lektionen, die sie uns gelehrt haben soll. Diese Lektionen bezwecken unsere Bildung. Diese Bildung ist ein ständiges Bauen an den Mauern unseres Seelentempels. Unser Ziel liegt in der Vollendung dieses Bauwerkes, also in der Zukunft. An der Vergangenheit lässt sich nichts ändern. Die Wirkungen der Vergangenheit allerdings, können wir jetzt noch reinigen und alles Negative oder Unvollkommene durch liebevolle Weihe und durch die Verwirklichung der besten Vorsätze ausgleichen helfen. Dort liegt die wahre Aufgabe eines jeden Tages. Unser Gestern darf keine Bremse sein, sie soll im Gegenteil eine Begründung für zweckmäβigere Anstrengungen sein, unser Funktionieren als Seele zu optimieren. Diese Optimierung soll jeden Tag neu in die Hand genommen werden.

Die Bremsen der Erinnerungen müssen losgelöst werden, und das lässt sich nur durch Vertrauen, Glauben und Hoffnung machen. Das Auftanken für immer weitere Etappen der Lebensreise erfolgt dadurch, dass die Seele versucht, sich in der Anwendung der selbstlosen Liebe zu vervollkommnen. Die Führerin schlechthin bei allen diesen Aufgaben ist die Herrin aller Seelen: Sie kennt den Weg und seine Hindernisse, Sie kennt die Bestimmung, Sie kennt die Beschaffenheit der Seele, Sie kennt die Landschaft und das Klima während der Lebensreise, und Sie kennt die Vorgänge der Heiligung.

Betrachten Sie diese Fastenzeit ruhig als dasjenige, wozu sie uns alle Jahre wieder geschenkt wird: als Werkzeugkiste, die alles enthält, wodurch sich die Seele aus ihrem Kerker befreien kann. Sie ist eine Zeit der Selbstanalyse, die allerdings ohne jegliche Verspannung erfolgen soll: Bei dieser Selbstanalyse soll es sich vielmehr um eine dankbare Diagnose handeln, welche die stumme Karte unserer Seele für unsere Erkenntnis ausfüllen hilft. Jeder Tag ist eine Gelegenheit, neu anzufangen, und wenn Sie berücksichtigen, dass Gott auf die Herzensverfassung und auf die aufrichtigen Absichten schaut, welche die Seele hegt, so erscheint gleich die Hoffnung berechtigt, dass Sie sich in Gottes Augen tatsächlich zu jeder Zeit eine bessere Note als am Tag zuvor verdienen können. Sie brauchen nur fest an sich und an Maria als Führerin auf Ihrem täglichen Weg zu glauben, und an der Vollkommenheit von Gottes Liebe. Für Gott ist nichts unmöglich, auch nicht, aus Ihnen morgen einen 'besseren' Menschen zu machen als Sie es heute in Ihren eigenen Augen sind. Er braucht dazu nur Ihren guten Willen, Ihren festen Glauben, und Ihre Liebe. Lassen Sie sich dabei von niemandem entmutigen, und schon gar nicht von einer inneren Verunsicherung. Der Weg zu Ostern ist ein Weg in ein neues Leben. Die richtige Hoffnung ist ein Baum, an welchem die Früchte des wahren Friedens im Herzen reifen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam