TOTUS TUUS, MARIA!

SCHLEIER AUS GOLD

Inspirationen von Seiten der Himmelskönigin

an Myriam van Nazareth

über die verborgenen Reichtümer hinter

72 Meilensteinen auf dem christlichen Kalender


Einführung

Um das Jahr 2010 herum fing die Gottesmutter damit an, Myriam Erläuterungen zu den tieferen Bedeutungen bestimmter Feste oder besonderer Perioden auf dem christlichen Kalender zu inspirieren. So wuchs seitdem eine besonders informationsreiche Sammlung von Belehrungen, die im Rahmen der Bildung einer jeden christlichen Seele eine wesentliche Rolle spielen können.

Die Himmelskönigin bezeichnet diese Sammlung als 'goldenen Schleier': Das Ganze dieser Belehrungen bildet eine Goldgrube an Erläuterungen zu einer Anzahl von Himmlischen Mysterien (Gold steht auβerdem symbolisch für die höchste Heiligkeit), aber die tiefen Hintergründe dieser Mysterien ist vielen Seelen verschleiert. Diese Schrift wird dadurch zu einer reichlich gefüllten Schatztruhe für die Ausbildung der Seele. Die Erkundung derselben kann manchen Schleier der Unwissenheit lüften.

So bildet auch diese Schrift einen wertvollen Teil der Wissenschaft des Göttlichen Lebens, des Ganzen von Marias Belehrungen darüber, wie sich die Menschenseele jeder Finsternis entleeren und sich am zweckmäβigsten gegen die Strategien der Finsternis wappnen kann, und wie sie das Göttliche Leben dadurch in sich zum Blühen bringen helfen kann, dass sie all dasjenige, was die Herrin aller Seelen sie lehrt, in Anwendung bringt, und sie selber zu einem immer reineren Spiegel von Gottes Licht wird.

Es ist nützlich, diese Sammlung zusammen mit den Edelsteinen der Gnade zu benutzen, da in jener Schrift Hintergründe zu einer Anzahl von Ereignissen aus dem Leben Jesu und Mariä vertieft werden, und die beiden Schriften dadurch gleichsam zu Zwillingsschwestern im Rahmen der Verkündigung der Herrin aller Seelen geworden sind.

Da es mehrere wechselnde Feste gibt, kann die Reihenfolge der behandelten Feste an manchen Stellen von Jahr zu Jahr verschieden sein. Dies sollte beim Gebrauch der vorliegenden Sammlung berücksichtigt werden.

Wir weisen mithin darauf hin, dass in dieser Sammlung auf die wechselnden Feste verwiesen wird an genau den Tagen, welche die Herrin aller Seelen vorschlägt. Dadurch kann es leichte Abweichungen von einigen innerhalb der Kirche vorgeschlagenen Gedenktagen geben, die bekanntlich im Laufe der Zeit dann und wann Verschiebungen aufweisen. Wir beabsichtigen dadurch nicht, gegen kirchliche Bräuche zu verstoßen, sondern handeln auch diesbezüglich lediglich im Gehorsam den Vorschlägen der Himmelskönigin gegenüber, die in allem eine Beachtung des historischen Ablaufs der Ereignisse im Leben Jesu beabsichtigt. Ihre Vorschläge bezwecken lediglich eine Bildung der Seelen im Rahmen Ihrer Belehrungen.

Möge dieses neue Geschenk der Gottesmutter an Ihre Kinder vielen Seelenblumen dabei helfen, zu einer bleibenden Blüte zu gelangen.

Möge die Einverseelung dieser Texte zu einer erfreulichen Entdeckungsreise durch den inneren Reichtum werden, der ausnahmslos in jedem/jeder von uns zugegen ist, weil er die Unterschrift ist, mit welcher Gott unsere Seele auf die Reise zu Ihm zurück gesandt hat.

In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam
Im Januar 2014


Inhalt

1. Januar
1. Maria, Mutter Gottes – Arche des Neuen Bundes

3. Januar
2. Der Heiligste Name Jesu

6. Januar
3. Die Heiligen Dreikönige

dritter Sonntag nach Weihnachten
4. Taufe Jesu im Jordan

23. Januar
5. Marias Verlobung mit Josef

2. Februar
6. Mariä Lichtmess (Darstellung Jesu im Tempel)

gleich nach Lichtmess
7. Flucht nach Ägypten

11. Februar
8. Erscheinung der Unbefleckten Empfängnis in Lourdes

20. Februar
9. Maria Mutter der Tränen

Aschermittwoch
10. Die vierzigtägige Fastenzeit

etwa sechs Wochen nach der Taufe Jesu
11. Hochzeit in Kana

19. März
12. Der Heilige Josef

vierter Sonntag der Fastenzeit
13. Mittefasten

21. März
14. Anfang des Frühlings

24. März
15. Der Heilige Erzengel Gabriel

25. März
16. Mariä Verkündigung

letzter Sonntag vor Ostern
17. Palmsonntag

Donnerstag nach Palmsonntag
18. Gründonnerstag

Freitag nach Palmsonntag
19. Karfreitag : Kreuzestod Christi – Maria Miterlöserin

Samstag nach Palmsonntag
20. Karsamstag

erster Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlings
21. Ostern : Auferstehung Christi

um Ostern herum
22. Auffindung des zwölfjährigen Jesus im Tempel

erster Sonntag nach Ostern
23. Barmherzigkeitssonntag

26. April
24. Maria Mutter vom Guten Rat

zweiter Sonntag im Mai (Muttertag)
25. Mariä Mutterschaft – Mutter der Kirche

Donnerstag nach dem fünften Sonntag nach Ostern
26. Christi Himmelfahrt

Samstag nach Himmelfahrt
27. Maria Königin der Apostel

siebter Sonntag nach Ostern
28. Pfingsten

24. Mai
29. Maria Hilfe der Christen

31. Mai (oder 2. Juli)
30. Mariä Heimsuchung

Sonntag nach Pfingsten
31. Dreifaltigkeitssonntag

zweiter Donnerstag nach Pfingsten
32. Fronleichnam

8. Juni
33. Maria Sitz der Weisheit

zweiter Sonntag im Juni (Vatertag)
34. Vaterschaft des Ewigen Vaters

dritter Freitag nach Pfingsten
35. Heiligstes Herz Jesu

dritter Samstag nach Pfingsten
36. Unbeflecktes Herz Mariä

27. Juni
37. Maria Mutter der Immerwährenden Hilfe

1. Juli
38. Fest des Heiligsten Blutes Jesu Christi

22. Juli
39. Heilige Maria Magdalena

2. August
40. Maria Königin und Herrin der Engel

5. August
41. Maria Schnee

6. August
Verklärung Jesu

In der vorliegenden Schrift ist zur Verklärung Jesu kein Text vorgesehen. Wir verweisen für dieses Fest auf die Schrift Edelsteine der Gnade, 10. Kapitel.

13. August
42. Maria Zuflucht der Sünder

15. August
43. Mariä Himmelfahrt

15. – 22. August
44. Die Tage von Marias einmaliger Verherrlichung

22. August
45. Mariä Krönung zur Königin von Himmel und Erden –
Fest der Herrin aller Seelen

Samstag vor dem letzten Sonntag des August
46. Maria Heil der Kranken

31. August
47. Maria Mittlerin aller Gnaden

Samstag nach dem Fest des H. Augustinus
48. Maria Trösterin der Betrübten

8. September
49. Mariä Geburt

12. September
50. Der Name Mariä

14. September
51. Kreuzerhöhung

15. September
52. Maria Schmerzensreiche Mutter

24. September
53. Maria vom Loskauf der Gefangenen

29. September
54. die Heiligen Erzengel

1. Oktober
55. Fest des Schleiers und des Schutzes der Gottesmutter

2. Oktober
56. Die Heiligen Schutzengel

7. Oktober
57. Maria Königin des Rosenkranzes

16. Oktober
58. Fest der Reinheit Mariä

November
59. November, Monat der Vergebung und Versöhnung

1. November
60. Allerheiligen – Maria Königin der Heiligen

2. November
61. Allerseelen – Maria Fürsprecherin

Samstag vor dem dritten Sonntag im November
62. Maria, Mutter der Göttlichen Vorsehung

21. November
63. Mariä Opferung im Tempel

Sonntag vor dem 1. Sonntag des Advents
64. Christkönigsfest

vierter Sonntag vor dem 25. Dezember
65. Advent

8. Dezember
66. Marias Unbefleckte Empfängnis

18. Dezember
67. Mariä Erwartung

25. Dezember
68. Weihnachten : Geburt Jesu Christi

27. Dezember
69. Der Heilige Apostel Johannes

28. Dezember
70. Die Heiligen Unschuldigen Kinder

erster Sonntag nach Weihnachten
71. Fest der Heiligen Familie

31. Dezember
72. Silvester

 

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1. MARIA, MUTTER GOTTES – ARCHE DES NEUEN BUNDES

1. Januar

TOTUS TUUS, MARIA !

Gott hat im Laufe der Zeit vieles vollzogen, das dem Heil der Seelen förderlich ist. Er bezweckt ja letztendlich nur eins: dass möglichst viele Seelen die Ewige Glückseligkeit in Seiner Gegenwart erben können. Der Schöpfer hat Sich allerdings von einer Regel binden lassen: Das Gesetz der Göttlichen Gerechtigkeit muss erfüllt werden, und jede Seele muss aus freiem Willen entscheiden, ob sie die Geschenke ihres Gottes in sich aufnehmen will oder nicht.

Zu den allergröβten Wundern gehört ohne den geringsten Zweifel das einmalige Vorrecht einer Menschenseele, die Mutter der Zweiten Göttlichen Person zu werden, und die Vorbereitung, durch welche diese Seele überhaupt in den Stand versetzt werden konnte, Tabernakel oder Trägerin des Allerheiligsten zu sein. Mit diesem Mysterium brachte die Herrin aller Seelen in Offenbarungen Ihre Eigenschaft als Arche des Neuen Bundes in Verbindung. Bei den Juden des Alten Bundes war die Arche eine Art von 'Behälter', in welchem dasjenige aufbewahrt wurde, was für die Juden als die Symbole der Gegenwart und des Wirkens Gottes galt.

Die Herrin aller Seelen bezeichnet Sich nicht nur als 'Arche des Bundes', sondern ausdrücklich als 'Arche des Neuen Bundes', und deutet damit an, dass Sie von Gott nicht 'nur' zum Tabernakel, Trägerin und 'Behälter' des Allerheiligsten gemacht worden ist, sondern mithin auch zum Tabernakel des Vermächtnisses Christi. Gerade auf dieser Grundlage basiert ja Ihre Berufung, als Herrin aller Seelen zu unterrichten und, wie Sie es Selber so treffend sagt, die Kenntnisse der Seelen von der Lehre Christi zu vertiefen und ihre Fähigkeit, diese Lehre im eigenen Alltag möglichst zweckmäβig anzuwenden, auf das Höchstmaβ zu steigern.

Innerhalb der Kirche war es immer schon üblich, am Oktavtag eines besonderen Festes (d.h. am achten Tag nach dem Gedenktag jenes Festes), noch einmal die Aufmerksamkeit auf das betreffende Fest zu lenken. Wie geeignet ist es, am Oktavtag der Geburt Christi Seine Mutter, die Seele, die Ihn zur Welt gebracht hat, in Ihrer Eigenschaft als Gottesmutter zu beleuchten. Dieser Oktavtag ist ausgerechnet Neujahrstag. Ist es nicht wunderbar, immer wieder ein neues Jahr mit dem Fest anfangen zu dürfen, das unsere Himmlische Mutter und Herrin in Ihrer Eigenschaft als Mutter Gottes beleuchtet? Eine Mutter ist ja Trägerin eines neuen Lebens, eines neuen Anfangs. Die Mutter Gottes ist darüber hinaus die Trägerin der Quelle des Göttlichen Lebens, das Sie in Sich herumträgt, auch während Sie Besitz von einer Seele nimmt: Genauso wie Christus beim Eintritt in die Seele unvermeidlich das Kreuz mit Sich trägt, so trägt die Gottesmutter als Arche des Neuen Bundes bei Ihrem Eintritt in die Seele unvermeidlich Christus und die Fülle Seines spirituellen Vermächtnisses mit Sich. Welcher Reichtum fällt da der Seele in den Schoβ, die dieses Meisterwerk Gottes hereinlässt und Sie zur Herrin der Wohnung macht. Glitzern wie Gold wird sie, denn in ihr wird das Göttliche Leben wachsen wie die Blumen im wiedergeborenen irdischen Paradies, das uns als 'Herrin aller Seelen' bekanntgegeben worden ist.

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2. DER HEILIGSTE NAME JESU

3. Januar

TOTUS TUUS, MARIA !

Die Herrin aller Seelen lehrt immer wieder, wie wichtig manche Wörter bzw. Klänge sind, in dem Sinne, dass es Wörter gibt, die von Gott Selbst mit einer auβerordentlichen Kraft geladen worden sind. Dasselbe gilt für einige Namen, die so mächtig sind, dass sie die Kräfte des Bösen bezwingen können, falls sie zuversichtlich, glaubensvoll und mit aufrichtiger Liebe ausgesprochen werden. Die wichtigsten und mächtigsten Beispiele solcher Namen sind 'Maria' bzw. 'Myriam' (die ursprüngliche, aramäische Version des Namens der Gottesgebärerin) und selbstverständlich 'Jesus', dessen wir heute gedenken.

Der Göttliche Erlöser erhielt Seinen Namen (den Namen über allen Namen, vor dem sich jedes Knie beugen muss...) am Tag, an dem Er gemäβ dem jüdischen Gesetz beschnitten wurde. Gott hat den Namen 'Jesus' Selbst in der Absicht aus Seinem Herzen bzw. aus der Quelle der Ewigen Weisheit strömen lassen, ihn zum Schlüssel zur Verwirklichung Seines Heilsplans zu machen:

  • Im Namen Jesu wurde die Erlösung der Seelen vollzogen;
  • Im Namen Jesu wurde das Vermächtnis Christi den Seelen aller Jahrhunderte hinterlassen als Grundlage für deren Bildung in der Heiligkeit;
  • Im Namen Jesu wird die Wahrheit Gottes von der Herrin aller Seelen zwecks Vertiefung der Erkenntnis der Seelen von dieser Wahrheit in konkret angewandter Lehre in die Seelen getröpfelt.

Allzu selten berücksichtigt die Seele, dass das Aussprechen des Namens 'Jesus' die erlösende Macht Gottes weckt und somit die Finsternis in der Welt ebenso wie in der Seele guten Willens besiegen helfen kann.

Beten wir heute zur Himmelskönigin, Derjenigen, Die uns dazu gegeben worden ist, uns für die Geheimnisse von Gottes Wahrheit und die Mysterien des Göttlichen Lebens aufschlieβen zu helfen und unsere Erkenntnisse von all demjenigen zu vertiefen, das in uns die wahre Freiheit der Heiligkeit erschlieβen kann. Sie ist es, die wie keine andere den Namen Jesu in die Seele streut, zur Erschlieβung ihres Bodens. Sprechen wir mit Maria zusammen dreimal langsam vor uns hin 'JESUS CHRISTUS', und bitten wir um Ihre Fürsprache, damit diese Göttlichen Klänge uns im wahrsten Sinne frei machen, frei von uns selber, und frei von der Bedrängnis seitens mancher innerer Finsternis.

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3. DIE HEILIGEN DREIKÖNIGE

6. Januar

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute lädt uns der Himmel dazu ein, uns in die Heiligen Drei Weisen einzufühlen, die sich eigens dazu auf den Weg machten, den 'neuen König' zu finden. Sie haben einer inneren Stimme Folge geleistet, die sie erkennen lieβ, dass sie Jemanden vorfinden würden, dessen Lebenszweck weit über die Interessen der Welt hinaus ging, Jemanden, der für das Ewige Heil aller Seelen geboren war.

Als sie denjenigen gefunden hatten, den sie von Anfang an suchten, erkannten sie Ihn als denjenigen, der Er wirklich war. Sie beschenkten Ihn und kehrten nach Hause zurück.

Von jeder Seele wird erwartet, dass sie Jesus sucht. Wir alle haben von Gott die Fähigkeiten erhalten:

  • alles Göttliche zu erkennen (Gott hat ja etwas von Sich Selbst in uns hinterlegt);
  • uns nach allem Göttlichen zu sehnen: Im Mittelpunkt unserer Seele liegt etwas, das sich – im Sinne eines Gesetzes aus der Physik betrachtet – mit einem Eisenkügelchen vergleichen lieβe, das von dem auβerordentlich mächtigen Magneten in Gottes Herzen angezogen wird. Der Magnet in Gottes Herzen ist die alles beherrschende Anziehungskraft der vollendeten Liebe.

Nur liegen diese Fähigkeiten so oft unter einer Schicht weltlicher Einflüsse aus dem Alltag begraben, dass die Seele einfach nicht länger Gott im Herzen trägt, und Ihn sogar nicht mehr sucht.

Was zeigen uns die Heiligen Drei Weisen? Sie suchen den Wahren König nicht lediglich aus einer Neugier, die bekanntlich vorübergehend ist, sondern in der Absicht:

  • Ihn zu verherrlichen (die Gabe des Goldes, Symbol für königliche Würde);
  • Ihm sich selbst darzubieten (die Gabe des Weihrauches, Symbol für Opfergaben und für das 'Niederbrennen' des Selbst zugunsten der Verwirklichung von Gottes Plänen und Werken);
  • Ihm zu zeigen, dass sie alle Prüfungen annehmen (die Gabe der Myrrhe, dieses Bitterkrautes zugunsten einer besseren Verdauung, das im spirituellen Sinn symbolisch für das 'Verdauen' von allem steht, was im Leben schwer verdaulich ist). Die Himmelskönigin weist darauf hin, dass dies sich im Grunde genommen auf eine Neigung zum inneren Frieden und zur Hoffnung in allen Prüfungen bezieht.

In den Heiligen Drei Weisen wird uns das Wesentliche von demjenigen gezeigt, was Gott von jeder Seele verlangt, damit sie ein fruchtbares Leben im Dienst Seiner Werke führen kann: Verherrlichung Gottes, vollkommene Weihe des Selbst, und selbstverleugnende Annahme der Kreuze des Lebens. Bemerkenswert ist übrigens auch dies: Die Drei Weisen wählen für die Heimreise einen anderen Weg als jenen, über welchen sie zu Jesus gekommen sind. Betrachten wir den Weg der Weisen mal als den Lebensweg. Wenn die Seele nach Jesus gesucht und Ihn tatsächlich gefunden hat, geht sie anschlieβend nicht mehr dieselben Wege: Die wahre Berührung mit Christus verändert die Seele und regt sie dazu an, die alten Wege der Täuschung und Verirrung und der öfters leichtfertig begangenen Sünden zu verlassen und gleichsam einen weiten Bogen um die Quelle der Sünde (im Falle der Drei Weisen durch Herodes symbolisiert) zu machen.

Bitten wir heute ganz besonders um die Fähigkeit, beharrlich dem Stern von Gottes Vorsehung zu folgen, der uns zu Christus bringen will, und unsere Verbindung mit Gott und Seinen Plänen und Werken als den wahren Sinn und Zweck unseres Daseins zu erkennen. Halten wir uns dabei ganz fest vor Augen, dass der wahre Stern 'Maria, Herrin aller Seelen' heiβt: Sie ist es, die Seelen massenhaft zu Christus, dem wahren Licht führt, und zwar dadurch, dass Sie die Seelen für die wahren Tiefen der Wahrheit der Ewigen Liebe aufschlieβt.

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4. TAUFE JESU IM JORDAN

dritter Sonntag nach Weihnachten

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir der Taufe Jesu im Jordan, wobei Johannes der Täufer, der Vorläufer des Messias, den Seelen bekanntgab, dass Sich der so lange erwartete Erlöser nun tatsächlich unter ihnen befand. Bemerkenswerterweise wies der Täufer gleich auf die Essenz der Mission von Gottes Sohn auf Erden hin: "Siehe das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt". Er wies Ihn also nicht dadurch aus, dass er Ihn etwa als 'Messias' bezeichnete (was dennoch sehr viele gefreut hätte), er ging einen Schritt weiter und lieβ gleich eindeutig erkennen, wozu der Messias nun da ist: Dieser ist nicht gekommen, wie sich es viele aus weltlichem Denken heraus gerne vorstellten, das Volk Israel aus den Lasten der römischen Besatzung zu befreien, sondern dazu, die Seelen aus den verheerenden Folgen ihrer Sünden zu erlösen, und zwar in der Eigenschaft als Opferlamm. Johannes der Täufer sät dort gleichsam den ersten Glaubensgrundsatz des Neuen Bundes in den Boden der Seelen: Erlöst soll die Seele werden, die daran glaubt, dass dieser Jesus der Christus, der Messias, der Erlöser ist, und dass Er die Erlösung durch die Opfergabe Seines Selbst vollziehen soll, wozu Er überhaupt auf Erden gesandt worden ist.

Johannes der Täufer weist also mithin darauf hin, dass Jesus bzw. Gott nicht an erster Stelle dazu da ist, damit die Seelen aus ihren weltlichen Prüfungen befreit werden, sondern damit sie zur Ewigen Glückseligkeit gelangen, und dass Gott an erster Stelle Interesse daran hat, dass die Seelen für das Ewige Leben befreit bzw. erlöst werden. Somit sollten die Seelen nicht an erster Stelle zwecks Befreiung aus ihrer weltlichen Bedrängnis zu Gott gehen, sondern zwecks Vollendung ihrer seelischen Fruchtbarkeit für das Ewige Leben.

Jesus steigt in den Jordan hinab, und taucht Sich in demselben Wasser unter, das von Gott bereits viel früher als Zeichen dafür benutzt wurde, dass Wasser für Ihn symbolisch für Reinigung ist: Auf Einladung des Propheten tauchte einst der Syrier Naaman sieben Mal im Jordan unter, und wurde von seinem Aussatz geheilt, weil er letztendlich an die reinigende Macht Gottes geglaubt hatte. Nun, da die Ära des Neuen Bundes anbricht, wird Jesus die Seelen darauf hinweisen, dass, im Grunde genommen, für Gott letztendlich nur die Seele zählt. Jesus wird zwar auch Körper heilen, wird allerdings immer die Tiefe der Seelen berühren in der Absicht, die seelische Heilung zu vollenden, da ja nur diese das Ewige Heil einbringt.

Siehe nun Jesus: Er bedarf keiner Reinigung, sondern ist Selber dazu gekommen, den Seelen ihre vollkommene Reinigung zu bringen. Zunächst aber, als erster öffentlicher Auftritt unter den Seelen, setzt Er das Zeichen dafür, dass Gott die Seele in dem Maβe reinigt, wie Glaube und Gehorsam Seinem Gesetz gegenüber vorliegen. Der Messias ist gekommen, den Aussatz der Seele zu heilen.

Der Neue Bund zwischen Gott und den Seelen ist voll und ganz an der Rückkehr der Seelen zur Nachfolge der Göttlichen Gesetze und des Vorbildes Christi in Bezug auf die Lebensweise orientiert, welche in der Seele die Grundlage erbaut, auf welcher sie ein heiliges Leben aufbauen soll. Der Messias taucht auch in unseren Tagen ständig Seelen im reinigenden Bad Seiner Lehre unter, und hat im Sakrament der christlichen Taufe eine erste Reinigung vorgesehen, aufgrund derer die tägliche Taufe im Licht der Inspirationen vom Heiligen Geist erst richtig wirksam für das Erblühen des Heils in der Seele wird.

Gott liegt alles daran, möglichst viele Seelen von ihrem Aussatz infolge der Sünden und jeglicher Unvollkommenheit in der Liebe zu Ihm und zu den Mitgeschöpfen zu heilen. Deswegen hat Er besonders für diese Letzten Zeiten ein weiteres Heilmittel vorgesehen. Er schenkt uns die Herrin aller Seelen als Jordan, in dem unser ganzes Wesen untergetaucht werden kann, um ihm im Wasser des Göttlichen Lebens aus dem Herzen der Himmlischen Königstochter eine Taufe zu bereiten, welche die Seele für eine Wiedergeburt für die wahre Heiligung erschlieβen kann. Tatsächlich, die vollkommene, bedingungslose und in der Praxis des Alltags beharrlich gelebte Weihe an die Herrin aller Seelen wirkt für die Seele wie eine Taufe, die tief reinigt und heilt, und welche so tief in die Seele vordringen kann, dass sie in einen blühenden Garten umgewandelt wird.

Die wahre Herrschaft der Himmelskönigin in einer Seele zeigt sich als eine Auferstehung der ersten Zeichen des Ewigen Frühlings in dieser Seele, zum Nachweis dafür, dass in dieser Seele künftighin das Blut der Erlösung strömt, das mit jedem Klopfen des Unbefleckten Herzens in ihr die Obstbäume der christlichen Tugenden zur Blüte bringt.

Jesus hat mit Seiner Taufe im Jordan darauf hingewiesen, dass das Leben als Mission zu Diensten von Gottes Heilsplan zu betrachten ist, die mit einer Reinigung und einem Aufschlieβen für den Heiligen Geist anfangen sollte, um durch eine Zeit der Besinnung in der Wüste der Entsagung und Loslösung von allem Weltlichen in das wahre Leben hinüberzugehen, wo die Seele das Wort Gottes mit ihrem Leben bezeugt, und Gott die Kreuze des Alltags liebevoll für die Vollendung der Erlösung der Seelen darbietet. Ebenso bereitet die vollkommene Weihe an die Himmelskönigin der Seele eine sehr tiefe Reinigung, schlieβt diese für den Heiligen Geist auf, lehrt sie die Entsagung und Loslösung von allem Weltlichen in der Wüste einer Einschränkung des Interesses für die vergänglichen Dinge der Welt, und führt sie durch einen ausgeprägten Sinn für die Aufopferung der Prüfungen des Lebens zur Vollendung ihrer Fruchtbarkeit. In der vollkommenen Weihe an Maria wiederspiegelt sich das Lebensmuster Christi.

Die Taufe erschlieβt die Seele für die Fülle der Gnade und versetzt sie in den Stand, zur vollkommenen Nachfolge Christi zu kommen. Diese Gnade kann in der vollkommenen Weihe an die Herrin aller Seelen ihre vollendete Wirkung erhalten. Aus diesem Grund lädt die Himmelskönigin heute die Seelen dazu ein, um die Gnade des Verdienstes der Taufe Jesu zu bitten, damit sie den Weg der vollkommenen Weihe an Maria mit Frucht gehen kann, denn es handelt sich da um den goldenen Weg in den Ewigen Frühling, die letztendliche Bestimmung eines jeden Menschenlebens.

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5. MARIAS VERLOBUNG MIT JOSEF

23. Januar

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir der Verlobung der Gottesmutter mit dem Heiligen Josef. Erwägen wir mal die Tatsache, dass Gott da zwei heilige Seelen zueinander geführt hat, damit diese gemeinsam die Verwirklichung eines auβerordentlich wichtigen, absolut einmaligen Göttlichen Plans ermöglichen: die Verwirklichung der Erlösung der Seelen. Gott hat verfügt und Seelen haben auf Sein Rufen gehört, und diese Verschmelzung von Gottes Willen mit dem freien Menschenwillen hat Groβes für sehr viele hervorgebracht.

Gott hat niemals auch nur das geringste Element der Heilsgeschichte 'nur so' in die Wege geleitet. Mit jedem Ereignis hat Er beabsichtigt, den Seelen aller Zeiten dadurch Gnaden zuführen zu können, dass durch das Ereignis ganz bestimmte Verdienste erwirkt werden, aus denen die Seelen guten Willens Nutzen ziehen können. So können wir alle heute Maria und Josef darum bitten, Sie mögen durch Ihre Fürsprache und Vermittlung erwirken, dass wir uns selbst für die Verlobung mit Gott aufschlieβen können, die ausnahmslos mit einer Verschmelzung des freien Menschenwillens mit Gottes Willen anfängt. Wie sollen wir dies verstehen?

Das ganze Leben einer Seele auf Erden ist eine Vorbereitung auf die Hochzeit mit Gott in der Ewigen Glückseligkeit. Als Verlobung einer Seele mit Gott betrachtet die Himmelskönigin ihre feste, freiwillige Entscheidung, beharrlich den Weg der Heiligung zu gehen. Diese Entscheidung brauchen die Seelen nicht als etwas Einmaliges zu verstehen, sondern als die freiwillige Verwurzelung, tief in der Seele, der Verfassung einer beharrlichen Hingabe an Gott und Seine Werke und Pläne. Eine solche Verfassung kann nur durch selbstlose Liebe, unerschütterliche Hoffnung und felsenfesten Glauben zustande kommen und genährt werden. Diese Verfassung kann die Seele über mehrere Wege in sich festigen. Einer der fruchtbarsten Wege ist die beharrliche Weihe an die Herrin aller Seelen.

Eine Seele, die diese Weihe an die Himmelskönigin in der Praxis des Alltags richtig lebt und anwendet, kommt mit den unterschiedlichsten Aspekten eines 'Lebens mit dem Göttlichen bzw. mit dem Himmlischen' in Berührung. Erinnert dies nicht an das Wesen einer irdischen Verlobung, wo doch auch der Zweck dieser Letzteren darin besteht, dass sich die beiden Verlobungspartner in möglichst vielen Aspekten des Lebens kennenlernen damit sie gemeinsam die Stürme des Lebens besiegen lernen können?

Die Absicht, die Stürme des Lebens gemeinsam zu besiegen... Liegt da nicht der Grund, wieso Gott zwei Seelen zueinander führt? Es ist mithin die Quelle der Heiligung, und somit die Vorbereitung auf die Hochzeit im Himmel, denn sich heiligen kann die Seele nur dadurch, dass sie ihre Prüfungen in der angebrachten Weise – das heiβt, gemäβ Gottes Gesetz der Liebe – zu besiegen bestrebt ist. Die Seele, die sich mit Gott verloben will, bekennt sich zu ihrem Willen, Ihm für immer zu gehören. Nur so kann Er sie tatsächlich in Seinen groβen Heilsplan einschalten, so wie Er es mit Maria und Josef getan hat, zum Heil so vieler Seelen. Sie haben ihr Leben voll und ganz in den Dienst von Gottes Heilsplan gestellt, und haben dadurch die Heilsgeschichte entschieden geändert. Ihre Herzensverfassung, ihre Liebe, ihr Glaube und ihre Hoffnung haben für uns alle die Saat des Ewigen Glücks vorbereitet.

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6. MARIÄ LICHTMESS (DARSTELLUNG JESU IM TEMPEL)

2. Februar

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute feiern wir die Darstellung Jesu im Tempel in Jerusalem. Der kleine Jesus, vierzig Tage alt, wird durch Maria im Tempel dem Ewigen Vater dargeboten. Es geht hier mehr als ein jüdischer Brauch in Erfüllung: In Wirklichkeit bietet Maria hier zum ersten Mal den Messias dar zugunsten der ganzen Menschheit, damit Sein ganzes irdisches Leben in seiner Fülle als Pfand für die Freisetzung erlösender Gnaden benutzt werden kann. Die Mutter Christi zeigt hier bereits die gewaltige Kraft und den unüberbietbaren Wert der Weihe als erster Handlung eines Lebens in vollendeter Aufopferung an Gottes Heilsplan, und lädt heute jede Seele dazu ein, sich in der Nachfolge Jesu durch Ihre Hände im Tempel Ihres Herzens Gott darbieten zu lassen, als erste Handlung eines Lebens in vollkommener Weihe zugunsten der Seelen.

Maria gegenüber wird an diesem Tag im Tempel prophezeit, dass ein Schwert der Schmerzen Ihre eigene Seele durchdringen wird. Durch die Darbietung des Messias an Gott hat Sie Sich auf aktive Weise voll und ganz mit der Berufung Christi als Erlöser der Seelen verbunden, und Sie erfährt, dass dies ebenfalls Ihr eigenes Leben und Ihr eigenes Wesen in den Dienst des Erlösungswerkes stellen wird. Zum ersten Male werden an jenem Tag somit öffentlich verkündigt:

  • die Berufung Jesu als Erlöser und als Verkörperung des wahren Lichtes, und
  • Marias Berufung als Miterlöserin. Ihr ganzes Wesen und Leben sollen ebenfalls aufgeopfert werden, damit in allen Zeiten in den von Jesus erlösten Seelen die Wirkungen dieser Erlösung durch Maria erschlossen werden mögen.

An diesem Tag wird gleichwohl nicht nur auf das Leben und die Berufung Jesu und Mariä verwiesen, sondern wird ebenfalls die Berufung eines jeden Christen aller Zeiten verkündigt. Jeder Christ soll:

  • in der Nachfolge Mariä sein ganzes Leben und sein ganzes Wesen in Selbstverleugnung in den Dienst der Verwirklichung von Gottes Heilsplan stellen;
  • sich genauso wie Jesus durch Marias Hände Gottes Plänen und Werken darbieten lassen. Dies heiβt vollkommene Weihe an Maria als Schlüssel zur Erschlieβung der vollen Fruchtbarkeit im Dienst an Gott;
  • ständig am Kampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen Erkenntnis und Verblendung, zwischen Wahrheit und Lüge Anteil haben, denn Christus wird ein 'Zeichen des Widerspruchs' sein und bleiben, und so wird es mit all denjenigen sein, die Ihm nachfolgen, besonders denjenigen, die Ihm in allen Einzelheiten nachfolgen, nämlich in der Einheit des Herzens mit Maria, dieser Einheit, die von Gott Selbst geheiligt worden ist, von Ihm verlangt wird und von Ihm in der mystischen Einheit der Vereinten Herzen Jesu und Mariä besiegelt worden ist.

Die Herrin aller Seelen wies eines Tages darauf hin, Sie werde an diesem Tag im Himmel auch als die Königin des Lichtes gefeiert. Ganz in diesem Kontext ist auch das nachfolgende Bild zu betrachten, das Sie einst vermittelte: Die Seele sollte sich zu Lichtmess Ihr hingeben als wäre sie eine Kerze, die am Feuer Christi angezündet wird. Die Seele ist der Wachs, die Himmelskönigin der Docht. Der Wachs lässt sich in den Docht hinüberflieβen (restlose Weihe an die Himmelskönigin). Der Docht ist der Träger des Feuers und des Lichtes (Maria als Trägerin vom Licht der Welt), und durch die Übertragung des Lichtes und des Feuers wird in der Seele alles Weltliche verbrannt. Das Stoffliche wird durch Licht und Wärme ersetzt: Die Seele vergeistigt sich in der innigsten Weihe an die Herrin aller Seelen (denn die tiefste Weihe an die Herrin vollzieht sich in einer uneingeschränkten und bedingungslosen Selbstaufopferung) und verwandelt sich ganz in Licht und Wärme (zur Heiligkeit, die ganz auf der wahren Liebe und dem Bekenntnis der Fülle der Wahrheit basiert).

Die Herrin aller Seelen erinnert dabei ausdrücklich an den wahren Zweck Ihres Maria Domina Animarum Werkes, dieses Apostolates der wahren Liebe, der Fülle der Wahrheit, und der wahren Hoffnung und Ermutigung, wobei diese beiden Letzteren nur dann und in dem Maβe geboren werden, wenn bzw. wie alles Weltliche in der Seele verbrannt wird. In jenem Sinne symbolisiert die brennende Kerze der innigsten Weihe an Maria voll und ganz den Zweck dieses Werkes der Herrin aller Seelen.

Bitten wir heute um die Kraft, das Licht und die Liebe um uns selbst mit Frucht den Händen der Gottesmutter auszuliefern, damit Sie in unserem Leben das Licht der Hoffnung leuchten lässt, das im Tempel in Jerusalem vorbereitet wurde und am Kreuz von Golgotha, bei der zweiten Darbietung Christi durch Marias Hände, für uns freigesetzt worden ist.

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7. FLUCHT NACH ÄGYPTEN

Auf Marias Bitte: 5. Februar

TOTUS TUUS, MARIA !

Gleich nachdem Maria und Josef den kleinen Jesus im Tempel in Jerusalem dargestellt hatten, flohen Sie mit Ihm nach Ägypten. König Herodes trachtete dem 'neugeborenen König' nach dem Leben, und Gottes Engel hatte Josef den Auftrag überbracht, mit Maria und Jesus ins Exil nach Ägypten zu gehen. Auf diese Weise sicherte Gott Seinen Erlösungsplan gegen die Drohungen von Seiten der Finsternis ab.

Gott brachte so ebenfalls Sein Licht in ein Land von Heiden und Abgöttern. Die Heilige Familie musste, um diese Bestimmung zu erreichen, zunächst durch ein dürres Niemandsland voller Gefahren ziehen.

An und für sich können nur sehr wenige Seelen sich bei diesem Geschehen, das in der Bibel nicht einmal wirklich erörtert wird, etwas Konkretes vorstellen. Dennoch will Gott die Seelen darauf hinweisen, dass der wahre Christ – die Seele, die versucht, Christus in allem nachzufolgen – immer von der Finsternis verfolgt werden soll, weil es Satan ein Anstoβ ist, wenn eine Seele das Licht anstrebt und es in sich einbaut, so dass es weiter verbreitet werden kann.

Die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten heiβt nicht, dass das Licht vor der Finsternis die Flucht ergreift. Sie weist in Wahrheit auf die heilige Pflicht des Lichtes hin, dafür zu sorgen, dass die Finsternis es nicht löschen kann. Jede Seele trägt in sich spezifische Gnaden, einen Himmlischen Schatz, der vor weltlichen Einflüssen behütet werden soll, die ihn verunreinigen oder ihn sogar unwirksam machen können. Weltliche Ziele und Interessen dürfen niemals die wichtigsten Antriebe unseres Lebens sein. Sie sind die Abgötter, die wir gegen das einzige Wahre, Unvergängliche austauschen sollen, gegen die Interessen und Ziele, die Gottes Heilsplan vollenden helfen. Die Heilige Familie ist in diesem Kampf unser Mustervorbild.

Heute ist es angebracht, die Heilige Familie um die Gunst anzuflehen, Sie möge die Reise ins Ägypten unserer Seele antreten um uns – mit unserer aktiven Mitwirkung – von unseren Abgöttern (den Anhänglichkeiten und hartnäckigen Gewohnheiten im weltlichen Leben) zu befreien, und inzwischen den dürren Wüstensand unserer Unfruchtbarkeit (unserer Unfähigkeit, in unserem Leben striktestens dasjenige in Anwendung zu bringen, was Gott von der Seele verlangt) zu heiligen, mit anderen Worten: Sie möge in uns den festen Willen erschlieβen, die Saat, welche der Himmel in uns ausstreut (die vielen Gnadengeschenke) aufblühen zu lassen.

Dieser Tag könnte ebenfalls für jede Seele zu einem ausgezeichneten Anlass werden, die beiden nachfolgenden Gnaden herabzubitten:

  • dass in ihr der innige Wunsch blühen möge, weltliche Kontakte und Einflüsse zu vermeiden und in das eigene Herz zu 'fliehen': Nur im eigenen Herzen kann die Seele sich selbst wirklich kennenlernen und wahrhaftig Gott und ihre Himmlische Herrin finden. Die Auβenwelt ist für die Seele so wie Herodes für den kleinen Christus: eine ständige Bedrohung. Sie bedroht das Göttliche Leben;
  • dass sie in der Verfolgung Kraft finden möge, ebenso wie Erkenntnis von ihrem eigenen Verhalten falls sie ihrerseits Christus in ihrem Mitmenschen verfolgt. Verfolgung findet nicht nur auf der physischen Ebene statt, sie ereignet sich viel häufiger dadurch, dass dasjenige, was eine Mitseele, die dennoch vom wahren Licht beseelt wird, tut, verkannt wird. Es gibt Seelen, die Gottes Plänen und Werken in weitgehendem Maβe dienen, sogar auf Kosten groβer Aufopferungen, jedoch trotzdem von vielen nicht oder völlig falsch verstanden, verleumdet und als unglaubwürdig dargestellt werden. Dies ist die raffinierteste und oft am wenigsten erkannte Form der Verfolgung Christi im Mitmenschen, bringt dadurch viel Finsternis auf die Welt herab, und bremst in beträchtlichem Ausmaβ die Gründung von Gottes Reich auf Erden.

Mögen Jesus, Maria und Josef uns unterstützen und führen in der Verfolgung, im Hüten unserer verborgenen inneren Schätze (von all demjenigen, was Gott uns täglich an – teilweise verborgenen – Gnaden schenkt, damit wir die Ewige Glückseligkeit erreichen können), und uns nach dieser irdischen Reise mit Sich zum Nazareth unserer wahren Endbestimmung mitnehmen.

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8. ERSCHEINUNG DER UNBEFLECKTEN EMPFÄNGNIS IN LOURDES

11. Februar

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir der Himmlischen Mutter, wie Sie Sich in Lourdes der Welt als die Unbefleckte Empfängnis bekanntgab.

Wenn Maria einer Seele erscheint, erfolgt dies weder zur Unterhaltung der betreffenden Seele noch in der Absicht, ihr eine Freude zu bereiten, sondern ausschlieβlich in der Absicht, durch diese Seele allen Seelen etwas vom Willen Gottes mitzuteilen und gegebenenfalls eine Brücke zu erschlieβen, über welche Gott neues Wissen bzw. neue Erkenntnisse zu den Seelen bringen möchte. Da Gott jede Seele in der Absicht auf Erden schickt, ihren persönlichen Beitrag zur Verwirklichung Seiner Pläne zu leisten, ist eine Erscheinung der Gottesmutter somit gleich eine Einladung an jede Seele, demjenigen was bei der Erscheinung mitgeteilt bzw. worum gebeten wird, Folge zu leisten.

Die wichtigste Einladung der Gottesmutter in Lourdes galt dem Gebet. Gebet ist mehr als 'Sprechen zu Gott', es ist Verbindung mit dem Herzen Gottes in den beiden Richtungen. Deshalb sollte der Aufruf von Lourdes als eine Anregung schlechthin zur Vergeistigung, zum Leben mit Gott im Mittelpunkt aller Interessen, betrachtet werden.

Wenn Sich Maria in dieser Grotte, Symbol für Schlichtheit und Dämmerung, darüber hinaus als 'die Unbefleckte Empfängnis' identifiziert, so wissen wir gleich, dass Sie diese Anregung aus einem Herzen an uns richtet, das makellos ist, von der Sünde weder beeinträchtigt noch verunstaltet, einem Herzen, das in vollendetem Einklang mit dem Rhythmus von Gottes Herzen schlägt, und dass somit den Werken und Plänen Gottes damit gedient ist, wenn wir dieser Anregung Folge leisten: Gebet, Kommunikation mit Gott, ein Leben das sich die Seele freiwillig um Gottes Interessen herum gestaltet... Als die Unbefleckte Empfängnis ist die Gottesmutter ja das Symbol der Heiligkeit schlechthin, das Symbol der Seele so wie Gott diese ursprünglich beabsichtigt hatte: der Seele in vollendeter Harmonie mit Gottes Willen und Gesetz, und dadurch als vollendeter Spiegel Seines Herzens; der paradiesischen Seele, bevor sie zur Grotte wurde. Erinnern wir uns dabei, dass die Herrin aller Seelen einst Ihre Aufgabe als das Bestreben beschrieb, die Seelen in den Stand der Heiligkeit vor dem Sündenfall zurückzuführen.

Dies alles heute mal richtig zu erwägen, kann uns einem besseren Verständnis vom wahren Sinn unseres irdischen Daseins einen Schritt näher bringen.

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9. MUTTER DER TRÄNEN

20. Februar

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir der Mutter der Tränen. Tränen verweisen auf Kummer, Trübsal. In der mystischen Empfindung ist ebenfalls das Weinen der Liebesverzückung bekannt. In den beiden Fällen handelt es sich um einen Reinigungsmechanismus der Seele, die – auβer dem Weinen um einen Verlust – im spirituellen Sinne Tränen schütten kann:

  • vor Reumut, wegen der Erkenntnis von eigenen Sünden;
  • aus der Empfindung des Schmerzes heraus, wegen der Sünden und der Lieblosigkeit der Seelen im Allgemeinen.

In den beiden Fällen ist dieses Weinen letztendlich auf die Liebe zurückzuführen, die als Göttliche Kraft die Seele zu einer Form der Wiedergutmachung für jeden Mangel an Liebe in der Schöpfung zu bringen versucht. Die Seele weint, entweder in sichtbaren Tränen oder tief innerlich, wegen der Erkenntnis, dass Gott, die Quelle und Verkörperung aller Liebe, von einer oder mehreren Seelen nicht vollkommen geliebt worden ist.

In der Allerheiligsten Jungfrau und Schmerzensreichen Mutter war von eigener Sünde gar keine Rede, da Sie unbefleckt empfangen war, und gerade aufgrund Ihrer absolut vollendeten Liebe zu Gott, zu Gottes Werken und Plänen, und zu allen Ihren Mitgeschöpfen, jeden Augenblick Ihres Lebens auf Erden im beharrlichen Willen verbracht hat, nicht die geringste Sünde zu begehen.

Maria hat Ihr ganzes Leben lang sehr viele Tränen geweint, nicht etwa – wie sich dies der Mensch so oft menschlich vorstellt – aus ganz menschlichen Gründen, wie z.B. wegen der Aussicht eines Lebens voller Leiden oder wegen der Feststellung der Tatsache, dass Ihr Sohn zu Tode verurteilt wurde und vor Ihren Augen einen nach menschlichem Empfinden ungerechten Tod starb, sondern aus tief mystischen Erkenntnissen bezüglich der unveränderlichen Sündhaftigkeit der Seelen heraus, die Gottes Herzen so viel Leid zufügte, und durch alle Jahrhunderte nach wie vor zufügen sollte.

Wie ist es möglich, dass die Heiligste Jungfrau immer noch weint? Der Menschenverstand kann nicht verstehen, wie sich die Glückseligkeit des Himmels mit Tränen vereinen lässt. Dies wird gleichwohl voll verständlich, wenn wir wissen, dass die Himmelskönigin aufgrund eines Göttlichen Mysteriums die Herzen, Geister und Körper sämtlicher Geschöpfe haargenau und vollkommen in Sich spürt, ebenso wie sämtliche Verfassungen des Mangels an Liebe zu Gott, zu Seinen Werken und zu den Mitgeschöpfen. In Ihr weint ein Herz, dass täglich Milliarden Male auf brutalste Art und Weise verletzt wird, durch jede Äuβerung der Lieblosigkeit auf dieser Welt, gegenüber Gott, den Mitmenschen, den Tieren, der ganzen Schöpfung als Liebeswerk Gottes. Maria ist die absolut vollendete Liebe; in jeder von dieser vollendeten Liebe abweichenden Verfassung empfindet Sie ein Werk der Finsternis, die einst den Gott-Menschen ans Kreuz gebracht hat.

Wie können wir der Mutter der Tränen wahrhaftig huldigen? In unserem Herzen mit Ihren Schmerzen mitfühlen, ist zwar tugendhaft und tröstend, allerdings in spiritueller Hinsicht an und für sich verhältnismäβig wenig fruchtbar. Was Sich Gott wirklich von den Seelen wünscht ist eine Vertiefung, die sie dazu bringt, zu erkennen, dass Maria, genauso wie Jesus, in Ihren irdischen Leiden und Schmerzen einzig und allein ein Opfer der Sündenbürde war, die von der ganzen Menschheit in allen Jahrhunderten gesammelt worden ist und immer noch wird. Die Mutter der Tränen versucht unaufhörlich, die Herzen zur Erkenntnis zu bringen, dass die Seele nur dadurch eine Wahre Liebe zu Gott, zu Jesus, zu Maria, zu Gottes Werken und Plänen und zu allen Mitgeschöpfen beweisen kann, dass sie ein Leben beharrlicher Anstrengungen führt, in allen Tugenden zu blühen und jeglicher Sünde und Täuschung aus dem Weg zu gehen.

Sünde ist das absolute Gegenteil der Wahren Liebe: Sünde ist Verstoβ gegen Gottes Gesetze, indem die Seele einer Versuchung nachgibt. Die Versuchung ist eine Inspiration von Seiten der Finsternis, welche die Seele:

  • dazu anregen will, etwas zu tun, zu sagen, zu denken, zu fühlen oder zu wollen, das nicht mit Gottes Gesetz im Einklang ist. Gottes Gesetz ist das Ganze Seiner Vorschriften, durch welche Er alle Seelen zu einem Verhalten führen möchte, das ihnen das Heil und somit die Ewige Glückseligkeit einbringt, oder
  • dazu anregen will, etwas zu unterlassen, das sie eben schon tun sollte um Gottes Werke und Pläne und ihre eigene Heiligung zu deren Vollendung führen zu helfen.

Die Mutter der Tränen weint nicht wegen der Leiden an sich, Sie weint wegen jeder Sünde, denn es sind die unzähligen Sünden aller Zeiten, welche die Leiden Christi erforderlich gemacht haben, und welche auch jetzt noch, zwanzig Jahrhunderte nach Seinem erlösenden Kreuzestod, die Menschheit in Elend und Finsternis festhalten, die tausende Gesichter hat.

Marias Tränen werden strömen bis ausreichende Zahlen von Seelen durch einen beharrlichen Kampf gegen den inneren Feind nachweisen, dass sie sich wirklich in der Wahren Liebe zu Gott, zu Jesus, zu Maria, zu Gottes Werken und Plänen und zu allen Mitgeschöpfen vervollkommnen wollen. Die fruchtbarsten Wege, über welche dieser Kampf gewonnen werden kann, lehrt Sie die Seelen als Herrin aller Seelen in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens. Die mächtigste Waffe in diesem Kampf ist die vollkommene Weihe an die Herrin aller Seelen, die aufgrund aller Ihr geweihten Anstrengungen im Kampf gegen die Finsternis, den Fürst der Finsternis unter Ihrem Fuβ endgültig demütigen und besiegen soll. Der Sieg der Herrin, der Frau, ist uns von Gott verheiβen und muss durch unser Leben in der Weihe aller unserer Prüfungen losgekauft werden. Durch die Weihe unserer Leiden, unserer Prüfungen und unserer Tränen an Maria wird Sie die Abgründe der Finsternis und der Sünde mit den Siegeln des Kreuzes Jesu Christi, Ihrer Unbefleckten Empfängnis und Ihrer ewig währenden Sündenlosigkeit versiegeln. Dann werden Ihre Tränen für immer in Gottes Herzen begraben werden.

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10. DIE VIERZIGTÄGIGE FASTENZEIT

Aschermittwoch

TOTUS TUUS, MARIA !

Ab heute werden wir zur jährlichen Fastenzeit eingeladen, in Vorbereitung auf das Fest der Auferstehung zu Ostern.

Die Fastenzeit ist eine Zeit der Reinigung. Die Auferstehung ist wie eine Wiedergeburt nachdem man etwas Altes abgelegt hat. Jesus brauchte diese Wiedergeburt nicht, Seine Auferstehung war ein Zeichen für die Seelen: Ein Zeichen der Hoffnung als Beweis für die absolute Macht des Lichtes über die Finsternis. Die erschaffene Seele soll eigentlich ständig neu geboren werden, weil das Leben auf Erden ununterbrochen Einflüssen anheimfällt, welche die Vollkommenheit bedrohen. Gerade zu diesem Zweck wird der Seele jeder neue Tag wie eine neue Chance geschenkt, näher zu Gott zu kommen.

Das Leben auf Erden gibt die Seele ständig Verunreinigungen von Seiten der weltlichen Einflüsse preis. Jede Versuchung ist wie ein Schatten, eine kleine Verfinsterung der Sonne von Gottes Licht und Liebe. Wenn einer Versuchung nachgegeben wird, zieht sich die Seele einen gewissen Schaden zu: Ihr Boden wird gleichsam an einer gewissen Stelle vergiftet. Manche Früchte auf ihrem Boden reifen nicht vollkommen aus, und verfaulen. Aus diesen Vorgängen ergibt sich Verunreinigung. In dem Maβe wie die Seele öfter Sünden und Untugenden anheimfällt, wird sie ein Opfer innerer Gärung. Sie wird krank und ihre Früchte bekommen nicht länger die reine Nahrung, die sie brauchen um Gottes Heilsplan 'nähren zu helfen'.

Solche Vorgänge müssen unter Kontrolle gebracht werden, und zwar durch jede Anstrengung der Seele, sich zu heiligen. Dies ist ein wesentlicher Teil der Lebensaufgabe einer jeden Seele auf Erden. Die Seele ist ein Werk Gottes und wird eines Tages zu Gott zurückgerufen. Es ist somit eine Liebesnotwendigkeit, dieses Bauwerk aus der Hand des Schöpfers in einem würdigen Stand zu erhalten, denn dessen Zustand in der Stunde des Übergangs der Seele zum wahren Leben bestimmt den Wert des Beitrages, den das Leben der Seele zur Vollendung von Gottes Heilsplan geleistet hat.

Deshalb ist es nicht berechtigt, die Fastenzeit als eine Zeit der Dürre, der Quälung und der Entbehrung zu empfinden. Sie bietet im Gegenteil eine Gelegenheit, durch Besinnlichkeit die Saat für eine vollkommene innere Erneuerung in sich aufzunehmen und zum Blühen zu bringen. Die Fastenzeit soll eine Zeit spiritueller Blüte sein, wobei das Unkraut der unheilsamen Gewohnheiten und Fehler gejätet werden kann, die Steine hemmender Erinnerungen aus unserem Boden entfernt werden sollen, und der Boden unserer Seele umgepflügt werden kann um eine völlig neue Fruchtbarkeit zu verwirklichen: Frühling in der Seele.

Eigentlich gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen der Fastenzeit und einem Leben in minutiös angewandter vollkommener Weihe an Maria. Eine richtig gelebte vollkommene Weihe ist eine ständige Reinigung und Wiedergeburt, ein Ablegen von demjenigen, was unfruchtbar ist, eine ständige Vertiefung der Selbsterkenntnis, der Erkenntnis von allem, was die Seele dadurch von Gott entfernt hält, dass es sie daran hindert, die Liebe in sich zum Blühen zu bringen. Vergessen wir nie, dass jede Lieblosigkeit wie eine Atomrakete aus höllischer Quelle ist: wo sie hinfällt, werden Herzen und Seelen zerstört.

Die Fastenzeit richtet an die Seele eine dreifache Rufstimme:

  • das Rufen des Ewigen Vaters, das die Seele an ihre höchste Herkunft und ihre höchste Bestimmung erinnern will;
  • das Rufen Christi, das die Seele daran erinnern will, dass ihre groβe Fruchtbarkeit in dem Ausmaβ verborgen liegt, wie sie ihr Leben zu einem liebevollen Spiegel des Lebens und des Kreuzweges des Messias auf Erden zu machen versteht, und in dem Ausmaβ, wie sie diese Berufung mit dem Mantel bekleidet, der ihr vom Kreuz herab mit den Worten dargereicht worden ist: 'Sohn, siehe, deine Mutter': Die vollkommene Weihe an Maria als ein ständiges 'Leben und Sterben für die Mitgeschöpfe und für Gott und alle Seine Werke', weil vollkommene, richtig gelebte Weihe an Maria ein Leben der höchsten Selbstverleugnung voraussetzt;
  • das Rufen des Heiligen Geistes, das die Seele an die üppigen Reichtümer erinnern will, welche sie in sich erhalten hat und welche sie in dem Maβe zu einer immer gröβeren Fruchtbarkeit erheben kann, wie sie ihr Leben an jeder Inspiration von Seiten der Göttlichen Vorsehung orientiert.

Diese drei Rufstimmen verschmelzen im sanften Geflüster der Herrin aller Seelen, der Gesandten der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, die die Aufgabe erhalten hat, in jeder Seele die Fähigkeit entfalten zu helfen, ihre Erlösung und Heiligung zu vollenden, und alle sich daraus ergebenden Früchte, mit der uneingeschränkten Macht Ihrer vollendeten Liebe bekleidet, mit den ewig währenden Verdiensten der Leiden und des Kreuzestodes Christi zu verbinden, zwecks Vollendung von Gottes Heilsplan, denn

die Vollendung von Gottes Heilsplan
=
der vollkommene Sieg über sämtliche Werke der Finsternis
=
die Gründung von Gottes Reich auf Erden
=
die Verwirklichung der messianischen Ära des Friedens und der Liebe.

Dies alles ist der Einsatz Ihres und meines Lebens. Dieser Einsatz ist von niemandem weniger als dem Sohn Gottes vorbereitet worden, und wird durch die Vermittlung Mariä, der Königstochter, durch alle Jahrhunderte in jeder Seele zum Blühen gebracht, vorausgesetzt, die Seele wirkt dabei mit, durch vollkommene Weihe an Diejenige, die uns nun bekannt gegeben worden ist als unsere Herrin, unsere Führerin zur höchsten Fruchtbarkeit für Gottes Werke, Der zu dem Zweck vollkommen gefolgt werden muss. Diese Fastenzeit will uns auch daran erinnern: Unser Ja-Wort an Maria, und durch Sie an Gott und Seine Werke und Pläne, ist der Schlüssel zur höchsten Fruchtbarkeit und zu einer Auferstehung für ein Leben, in welchem die Seele wirklich für das Licht zu leben bereit ist.

Die vollkommene Weihe an die Herrin aller Seelen ist eine ständige Aufopferung unseres freien Willens um künftighin gemäβ Gottes Willen zu leben. Sie kommt einem Ablegen des alten Menschen gleich, einer Abtötung des Selbst um in Maria hinüberzuflieβen, und durch Sie in Gott. Tatsächlich, die vollkommene Weihe an Maria, und die Fastenzeit, kommen aus derselben Quelle, erfordern eine gleiche Ausfüllung, und streben die Verwirklichung desselben Zieles an. Alle Werke Gottes sind eins in Herkunft und Bestimmung.

Ab heute lädt uns die Herrin aller Seelen zu einer Zeit der Besinnlichkeit ein, unter Begleitung Ihrer heiligen Worte im Kreuzzug in die Seele.

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11. HOCHZEIT IN KANA

etwa sechs Wochen nach der Taufe Jesu

TOTUS TUUS, MARIA !

Nach Seiner Taufe im Jordan zieht Sich Jesus in die Wüste zurück um dort Seine öffentliche Mission vorzubereiten. Nach vierzig Tagen kehrt Er zurück, und wenige Tage später ist Er zu einer Hochzeit eingeladen. Als sich herausstellt, dass es keinen Wein mehr gibt, lädt Maria die Diener dazu ein, dasjenige zu tun, was Er ihnen sagen wird. Sie weiβ, dass Er auf Ihr Wort hin die Anwesenden aus ihrer Not retten wird, und Er kann Sich Ihrem Wunsch nicht widersetzen, weil sich zwischen Ihnen eine mystische Verschmelzung auswirkt, die für immer das Durchströmen von Gottes Gnade zu den Seelen ermöglichen soll. Maria ist in Kana bereits voll und ganz die Brücke zwischen Himmel und Erden, zwischen Gott und den Seelen, und Gott Selbst zieht den Weg durch Ihr Herz jedem anderen Weg vor, weil Sie der einzige Kanal ist, der den Strom von Gottes Gnaden nicht verschmutzen kann.

Gott wählt ein scheinbar weltliches Ereignis für den ersten groβen Auftritt Seines Messias hinsichtlich der Seelen. Trotzdem geht in Kana unendlich viel mehr vor als weltlich schauende Augen sehen und weltlich empfindende Herzen begreifen. Jesus verwandelt Wasser in Wein auf einer Hochzeit, so sehen es die Augen an der Oberfläche. In Wirklichkeit geht hier allerdings Gröβeres vor:

Das Leben einer jeden Seele auf Erden ist eine Vorbereitung auf die Hochzeit dieser Seele mit Gott nach diesem Leben. Das Wasser kann als Symbol für die Prüfungen und Kreuze auf dem Lebensweg gelten. Wein ist gleichsam ein königliches Getränk, und auβerdem ein Symbol für das Blut Christi, das Blut der Erlösung. Die Herrin aller Seelen weist darauf hin, dass in Kana vorabgebildet wird, wie Sie Christus dazu bringt, die Prüfungen und Kreuze der Seelen guten Willens – d.h. Seelen, welche die Absicht hegen, die Hochzeit mit Gott einzugehen – in den Wein des Hochzeitsmahles zu verwandeln, oder noch anders ausgedrückt: die Prüfungen und Kreuze dieser Seelen in das Blut hinüberflieβen zu lassen, das die Seelen erlöst hat, so dass diese Seelen im wahren Sinne des Wortes ihr Leben als kleine Miterlöser vollenden. So verwandelt Gott durch Marias Vermittlung die Seelen aufgrund ihrer geweihten Prüfungen in Seelen im Stand der Verherrlichung.

Die Hochzeit in Kana erinnert uns daran, dass die Prüfungen und Kreuze unseres Lebens kein überflüssiger Ballast sind, und dass wir sie somit nicht wegflieβen lassen sollen. Sie sind Träger von Wasser Göttlichen Lebens, das wir in den Krügen unseres Herzens aufbewahren sollen, mit anderen Worten: mit Liebe bekleidet, für jeden Eintritt Christi in unser Herz bereithalten sollen. Wenn die Seele ein Leben ständiger Weihe ihrer Prüfungen an Maria führt, füllt sie dadurch die Krüge ihres Herzens mit Wasser Göttlichen Lebens, das auf Marias Wort hin von Gott Selbst zu seiner vollkommenen Auswirkung gebracht wird. Die Herrin aller Seelen zeigt Sich hier somit als die Brücke zur Vollziehung der Hochzeit der Seele mit Gott: der Vollendung des wahren Lebenszieles einer jeden Seele.

Das Evangelium erzählt, wie (nicht ohne Staunen) zum Bräutigam gesagt wird, er habe den guten Wein bis zum Ende aufbewahrt. Die Herrin aller Seelen lehrt diesbezüglich unterschiedliche spirituelle Hintergründe. Zu den bemerkenswertesten zählt jener, wobei Sie 'den guten Wein' als Vorabbildung des Blutes Christi zeigt, das die Himmlische Hochzeit für die Seelen ermöglichen soll. Blut lässt sich als Symbol für erlösendes Leiden betrachten. Das Blut Christi war der beste Wein, weil Sein Selbstopfer, Sein Leiden, das Gröβte der ganzen Heilsgeschichte sein sollte, weil es allumfassend war und es die Erlösung für sämtliche Seelen aller Zeiten erschlieβen musste, die sich wirklich nach ihrer Erlösung sehnen würden. Gott (der Bräutigam) hat den guten Wein (das erlösende Blut Christi) bis zum Ende (dem Neuen Bund) aufbewahrt, und hat der Menschheit gezeigt, dass Er Maria, die Mutter, Mittlerin, Fürsprecherin und Herrin, als festes und unentbehrliches Glied in der Vollziehung der Erlösung vorgesehen hatte, und somit als die Miterlöserin.

Bitten wir heute Maria um die Gnade, Sie möge in uns die Kraft, den Mut und den Willen lebendig erhalten, Ihr unaufhörlich unsere Prüfungen zur Verfügung zu stellen, damit Sie – die Sie so sehr um unser Wohl bemüht ist – uns in unseren Bedürfnissen mit den Worten zu Hilfe kommen möge: 'Die Seele hat keinen Wein mehr', mit anderen Worten: 'Die Seele sehnt sich nach Heiligung, damit sie ihre Himmlische Hochzeit vollziehen kann'. Gott betrachtet diese Worte als die Erfüllung Seines tiefen Wunsches nach Hingabe der Seele an Sein Gesetz, welche die Tore Seiner Schatzkammer öffnet. Die gröβten Wunder vollzieht Gott in der Seele, die sich freiwillig in die nachfolgende goldene Kette einschaltet:

  • liebevolle Weihe aller Kreuze an Maria →
  • Maria formt und knetet die Seele, und dreht den Schlüssel im Tor der Gnaden um →
  • die Prüfungen werden in Grundstoffe zur Erlösung und Heiligung umgesetzt →
  • zwischen der Seele und Gott wird die Hochzeit vollendet: Das Wasser ihrer Prüfungen (der Regenschauer ihres irdischen Lebens) wird in Wein Ewigen Lebens umgesetzt.

Betrachten wir heute diese Wunder von Gottes Liebe und die Rolle der Herrin aller Seelen in diesen Himmlischen Vorgängen, und danken wir für sie.

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12. DER HEILIGE JOSEF

19. März

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir des heiligen Josefs, des Nährvaters Jesu und des Lebensgefährten der Heiligsten Jungfrau Maria. Josef war ein wichtiges Glied in der Kette von Gottes Heilsplan: Für die Augen der Welt war er der Vater des 'Propheten aus Nazareth', in Gottes Augen war er wie ein Schirm, hinter welchem der Ansatz zum groβen Erlösungswerk Christi Schutz finden durfte.

Aufgrund seines Lebens, wie es uns die Herrin aller Seelen gezeigt hat, kann der heilige Josef als die erste groβe Ihr geweihte Seele betrachtet werden. Bitten wir ihn somit heute um seine lebenslange Fürsprache und Begleitung in unserem Dienst an die Himmelskönigin und an Gottes Erlösungswerk, das erst am Ende der Zeit vollendet sein wird.

In seiner Eigenschaft als Schutzpatron der Sterbenden begleitet er die Seele auch gerne beim Sterben an sich und an jeglicher weltlicher Anhänglichkeit. Stellen wir deshalb heute unseren ganzen Lebensweg unter seine Obhut. Derjenige, den Gott für würdig hielt, Jesus und Maria, die heiligsten Wesen, die diese Welt je gesehen hat, zu behüten, kann und wird auch jede(n) von uns erfolgreich vor jedem weltlichen Einfluss beschützen, der Jesus und Maria in uns bedroht, und wird uns gerne so umgestalten helfen, dass wir Christus in unserem Mitmenschen erkennen und lieben lernen, statt Ihn durch unsere Worte, Handlungen, Gefühle und Gedanken zu hassen, zu bedrohen oder vernichten zu wollen.

Möge der Heilige Josef uns dafür aufschlieβen helfen, ihn von Herzen als Vater des Haushaltes unserer Seele zu begrüβen.

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13. MITTEFASTEN

vierter Sonntag der Fastenzeit

TOTUS TUUS, MARIA !

Im Laufe des Jahres ist die Fastenzeit wahrscheinlich die eindeutigste Einladung für die Seele, über den wahren Sinn ebenso wie über die wahre Bestimmung ihrer Lebensreise nachzudenken. Dies alles bildet nicht zufällig den Wesenskern der Belehrungen, welche die Himmelskönigin durch Ihre Myriam erteilt.

Maria, die Gottesmutter, wird in dieser Zeit vom Allerhöchsten als die Herrin aller Seelen bekanntgegeben. In dieser Eigenschaft wurde Ihr die Führung und Begleitung der Menschenseelen in die Hände gelegt. Seit mehreren Jahren belehrt Sie die Seelen sehr intensiv durch die Wissenschaft des Göttlichen Lebens, die durch das Maria Domina Animarum Werk zu den Seelen gebracht wird. In diesen Belehrungen vertieft die Himmelskönigin systematisch das Wissen, das die Seelen brauchen um vollkommen in einem Ewigen Frühling aufzublühen. Dieser Ewige Frühling ist der goldene Weg in den Sommer der wahren Heiligung, welche die Krönung der Erschlieβung der Erlösung ist, die Jesus für jede Seele losgekauft hat. So lehrt Maria die Seele, wie sie den Schlüssel der Erlösung benutzen soll, damit sie ihren Kerker öffnen können möge: Die Herrin aller Seelen als Führerin zur Erschlieβung der Werke Jesu in der Seele.

Eins der wundervollsten Mittel, derer Sich die Herrin bisher bediente um diese groβe Aufgabe in den Seelen zu vollziehen, ist die Schrift mit dem Titel Die Ernte der Ewigen Liebe, in der den Seelen eine einmalige Erkenntnis von den Verfassungen vergönnt wird, durch welche Jesus sie erlöst hat. Diese Schrift besitzt eine auβergewöhnliche Fähigkeit, das Herz des Lesers für die Werke Christi aufzuschlieβen, und diesen Werken in seinem eigenen Leben nachzufolgen. Die Aufschlieβung des Herzens für die Fülle von Gottes Liebe ist ein auserlesener Weg der Reinigung für die Seele, und somit ein Weg der Fruchtbarkeit für die Fastenzeit, die schlieβlich von Ostern, dem Fest der Auferstehung, gekrönt wird. Die Fastenzeit soll die Seele zu einer Art von Wiedergeburt führen, einer Auferstehung aus dem Tod weltlicher Gewohnheiten, Gedanken und Erwartungen. Gerade deswegen kann die Fastenzeit tief im Herzen nicht von einer aufrichtigen Empfindung der Passion Jesu losgelöst werden.

Nicht nur ging Jesus durch Seine Passion zu Seiner Auferstehung, auβerdem wird auch von jeder Seele erwartet, dass sie ausgerechnet durch ihre täglichen Prüfungen, die Geiβelschläge und Kreuze des Alltags, zu einem neuen Leben kommt, einem Leben auf einer höheren seelischen Ebene, von Tag zu Tag näher zu Gott. Unser Herz und unser Geist sollen sich immer weiter von allem Weltlichen entleeren und immer weiter von Gedanken, Gefühlen, Wünschen und Bestrebungen erfüllt werden, die unmittelbar mit dem wunderbaren Vermächtnis im Zusammenhang stehen, das Jesus uns hinterlassen hat und das jetzt kraft Göttlicher Vollmacht durch Maria vollkommen für uns erschlossen wird.

Die Ernte der Ewigen Liebe ist ein besonderer Schlüssel zu der kleinen Tür zu jenem geheimen Garten, in welchem das Herz bereits nicht mehr ganz von dieser Welt ist. Dieses Buch zeigt, wie Gott die Nahrung Ewigen Lebens für die Seelen hat bereiten wollen. Es kann die Herzen dafür bereit machen, ihr Leben im Kerker gegen ein Leben im Garten des wahren inneren Friedens Christi auszutauschen: Die Heiligung der Seele ist ihr Weg in die wahre Freiheit eines Ewigen Frühlings im inneren Leben. Lassen wir uns in den kommenden Wochen so intensiv Maria anvertrauen, dass Sie uns quer durch die Passion Jesu für ein neues Leben im Schatten des Kreuzes gebären kann, wo kein Unkraut blühen kann.

Die Herrin aller Seelen lädt die Seelen dazu ein, ab jetzt bis zu Ostern Die Ernte der Ewigen Liebe in die Hand zu nehmen. Am sogenannten 'Laetaresonntag', dem vierten Sonntag der Fastenzeit, gedenken wir Mittefasten. Laetaresonntag hat seinen Namen aufgrund der Einführung zur lateinischen H. Messe an jenem Tag erhalten: 'Laetare, Jerusalem' (freue dich, Jerusalem). Mittefasten ist ein Grund zur Freude, weil wir die Fastenzeit, die uns zwecks Selbstergründung und Tiefenreinigung der Seele geschenkt wird, dann zur Hälfte hinter uns haben. Ein Teil der Aufgabe ist gleichsam vollbracht worden. Für die Seele sollte es aber eine Gelegenheit bilden, sich ernsthaft die Frage zu stellen, wie und in welchem Maβe sie dabei ist, ihre Aufgabe zu erfüllen. Tatsächlich, die Fastenzeit ist ein Kampf der Seele für die Steigerung ihrer Fähigkeit, zur Vollendung von Gottes Heilsplan beizutragen.

Im Grunde genommen sollte Mittefasten für die Seele ein Anlass dafür sein, sich daran zu erinnern, dass das ganze Leben ein Weg der Reinigung, der Heiligung, des Kampfes gegen die eigenen Schwächen ist Es ist für die Seele fruchtbar, sich ständig dessen bewusst zu bleiben, dass jeder beliebige Augenblick ihres Lebens ein Punkt auf ihrem Weg ist, an dem sie manches hinter sich hat, allerdings auch noch manches zu bewältigen hat, und zwar für eine ihr unbekannte Zeit, und dass die Bestimmung im Land der Glückseligkeit liegen soll und sie sich deshalb vor unerwünschten Kursänderungen in Acht nehmen soll. Das Ziel ist zu heilig und zu wunderbar, um es durch Mangel an Aufmerksamkeit in Bezug auf den wahren Zweck unserer Reise hier auf Erden zu verfehlen.

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14. ANFANG DES FRÜHLINGS

21. März

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute begrüβen wir einen neuen Frühling, ein Geschenk aus Gottes Hand, durch welches Er in Seiner Schöpfung die Verheiβung neuen Lebens spüren lässt. Der Schöpfer setzt immer wieder auch in der Natur Zeichen dafür, dass Er Quelle allen Lebens ist. Ohne Seine Urheberkraft wäre die Schöpfung nie gewesen, ohne Seine Intelligenz könnten wir nicht jeden Frühling die Wiedergeburt der Natur bezeugen.

Die Herrin aller Seelen weist immer wieder darauf hin, wie zahllos die erstaunlichen Zeichen sind, durch welche Gott in der Natur die Absichten verrät, die Er auch hinsichtlich des seelischen Lebens hegt. Nach dem Winter eines jeden vermeintlichen Sterbens im seelischen Leben kommt immer ein neuer Frühling, in welchem die Wachstumskraft in der Seele wieder zum Blühen kommt, und die Seele wie neu belebt ihren inneren Reichtum aufzubringen bereit ist, um die nächsten Früchte einzubringen. Jede Prüfung kann das innere Leben auf eine höhere Ebene erheben, vorausgesetzt, die Seele glaubt fest an ihren Ursprung aus Gott ebenso wie an ihre Bestimmung bei Ihm. Der Glaube wirkt dann wie der Mechanismus, der die Blütekraft in der Seele erweckt, wodurch die Seelenblume bereit wird, die Sonnenwärme der Liebe in sich aufzunehmen und diese voll zu entfalten, und sie Gottes Gesetze in sich so voll zu entfalten versucht, dass sie dazu imstande wird, die Sommerfrüchte in sich vorzubereiten, in deren Erwartung das Wachstum und die Blüte in einer wahrhaftig Göttlichen Kraft angeregt werden, die wir als die Hoffnung kennen.

Frühling in der Seele heiβt höchste Entfaltung der Fähigkeit, sich in sämtlichen Tugenden zu vervollkommnen. Das Fazit ist die Blüte des wahren, Göttlichen Lebens, Träger der Früchte der Heiligung. Flehen wir heute Maria, die Königin der Natur, die Behüterin des Göttlichen Lebens, die Verheiβung des neuen, ewigen Frühlings, um die Besiegelung unserer Wiedergeburt an. Sie wird in uns die Schönheit unseres Himmlischen Ursprungs, die Düfte der Vergeistigung und die Ruhe und Freude eines wahren inneren Friedens freisetzen. Zu diesem Bund der Verwirklichung des Frühlings in einer richtigen seelischen Wiedergeburt sind sowohl die Seele als Maria berufen. Diese Verwirklichung ist die Nachfolge Christi schlechthin.

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15. DER HEILIGE ERZENGEL GABRIEL

24. März

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute feiern wir den H. Erzengel Gabriel, den Engel, der von Gott damit beauftragt wurde, Marias Einwilligung dafür zu erbitten, Jesus als Gott-Mensch für ein Leben auf Erden zu gebären. Gabriel hat in dieser Begegnung mit der Heiligen Jungfrau seine Aufgabe als Übertrager der Kommunikation zwischen den Seelen und Gott voll zum Ausdruck gebracht. Vergessen wir nicht, dass Maria in Ihrem Ja-Wort im Grunde genommen die Zusage der ganzen Menschheit vertrat, Gott möge den Messias nun auf Erden geboren werden lassen damit sich das Erlösungsmysterium voll entfalten kann.

Wie sich in mehreren Textstellen in den Myriam-Schriften vorfinden lässt, macht uns die Herrin aller Seelen mit dem H. Erzengel Gabriel bekannt als dem Engel, der ein Menschenherz reinigen und es aufschlieβen helfen kann, damit die Seele zweckmäβiger für Gottes beseelende Besuche zugänglich und empfänglich wird, und sie auch zweckmäβiger die Verbindung mit Gott herzustellen vermag.

Der Wirkungsbereich dieses Erzengels ist hauptsächlich das Menschenherz. Dies zu wissen ist bedeutungsvoll, wenn wir berücksichtigen, dass Gott die Seele überwiegend durch das Herz zu berühren versucht. Die Seele kann Gottes Werke ebenso wie ihre eigene Rolle in denselben nur irgendwie ergründen lernen durch das Herz, nicht durch den Verstand. Nicht durch den Verstand sondern nur durch das Herz – das heiβt, durch richtig strömende Liebe – kann die Seele auf fruchtbare Weise zu Gott sprechen. Nur durch aufrichtige Verbindungen zwischen Herzen kann die Menschheit zum wahren Frieden kommen und kann jede individuelle Seele ihren ersten Lebensauftrag erfüllen, denn die Hauptaufgabe einer jeden Seele ist es, ein Glied in Gottes Liebeskette zu sein.

Aus diesem Grunde sollte jede Seele dem H. Erzengel Gabriel die Hand reichen, damit er ihr Herz auf die Wunderwerke vorbereiten helfen kann, die Maria dort als die Herrin aller Seelen im Dienst von Gottes Heilsplan und der Vollendung der Lebensaufgabe der Seele wirken möchte. Gabriel wartet auch auf unser Ja-Wort zu Gott damit Er Seinen Sohn in uns geboren lassen werden kann.

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16. MARIÄ VERKÜNDIGUNG

25. März

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir der jungen Gottesmutter in der Stunde, in welcher Gott Sie um Ihr Ja-Wort bat, die Mutter des Erlösers der Seelen zu werden. Gott hat in jener Stunde kräftiger und eindeutiger als je zuvor und je nachher den Seelen gezeigt, wie heilig und unverletzlich Ihm der freie Menschenwille ist. Gott, der Urheber des groβen Heilsplans für alle Seelen, der Sich so sehr danach sehnt, Seine ganze Schöpfung wieder zu dem Stand der paradiesischen Heiligkeit zurückzuführen, den sie durch die Erbsünde des Menschen verloren hatte, geht das Risiko ein, dass die Schaltstunde in der Ausführung Seines Planes in etwaiger Ermangelung der Einwilligung seitens einer erschaffenen Frau, bei der Verwirklichung dieses wesentlichen Elementes dieses Planes mitzuwirken, aufgeschoben werden muss.

Tatsächlich, die Geburt Jesu im Fleisch war unbedingt notwendig um den Göttlichen Heilsplan irgendwann ganz zu vollenden. Trotzdem, obgleich nach Seiner unfehlbaren Weisheit gerade dann die Fülle der Zeit für die Durchführung der Erlösungswerke des Messias gekommen ist, will Gott diesen Schritt nicht eigenmächtig durchführen, sondern gibt Er Maria, einer erschaffenen Frau, die Macht, über den Zeitpunkt des Göttlichen Einschreitens in der Heilsgeschichte zu entscheiden. Sollte Maria nicht spontan und freiwillig einwilligen, so wäre ein Aufschub des von Gott bestimmten Zeitpunktes notwendig.

Indem Gott Maria das Vorrecht der Unbefleckten Empfängnis gewährt und Ihr auβerordentliche Gaben in die Seele gelegt hatte, war Sie im höchst möglichen Ausmaβ für die ungeahnt schweren Anforderungen gerüstet, die ein Leben als Mutter des Erlösers an Sie stellen würde. Dennoch konnte Marias "Mir geschehe nach Deinem Wort" nicht vorprogrammiert werden, da Sie in jenem Falle nicht frei hätte entscheiden können. Das hätte dem Erlösungswerk jeden Wert genommen, denn nach Gottes Gesetz muss jeder Göttliche Akt spontan, freiwillig und liebevoll von einer oder mehreren Menschenseelen bekräftigt werden. Für Gott ist Sein Wille wie ein Schlüssel, der zu einem menschlichen Schloss passen muss um Seine Pläne oder Werke aufzuschlieβen. Dieses Schloss ist der menschliche Wille. Wenn sich dieser ganz Gott ausliefert, passen der Schlüssel und das Schloss ineinander und geht die Tür zur Verwirklichung eines Göttlichen Planes oder Werkes auf. Aus diesem Grunde musste Jesus das Erlösungswerk in einem menschlichen Körper erschlieβen und musste Er somit als Mensch aus einer erschaffenen Frau geboren werden, die Ihrerseits ebenfalls zunächst ein 'Ja, Ich will' in Gottes Herz hinterlegen sollte.

'Ja, ich will...': genau die Worte, durch welche der Bund der Ehe besiegelt wird. An diesem Tag wird im Himmel die Stunde gefeiert, in welcher Maria in Vertretung der ganzen Menschheit aller Zeiten den Bund der Ehe mit Gott geschlossen hat. In Ihr geht 'der Mensch' mit Gott die Ehe ein. Der Heilige Geist sollte diesen Bund an Ihr vollziehen, und die Frucht der Ehe sollte der Sohn Gottes sein, den Sie zu den Seelen bringen sollte, durfte und wollte. Maria erschlieβt hier voll und ganz Ihre einmalige Berufung als Brücke zwischen Gott und den Seelen. Am Kreuz sollte Jesus eindeutig darauf hinweisen, dass Ihre Berufung nicht mit Ihrem irdischen Leben enden, sondern für alle Zeiten in Kraft bleiben sollte: "Frau, siehe, Deinen Sohn – Sohn, siehe, deine Mutter", mit anderen Worten: 'Maria, die Menschenseelen werden Dir gehören – Menschenseelen, ihr werdet Maria gehören, und Sie wird Diejenige sein, aus Der ihr für das wahre Leben (neu)geboren werden sollt'.

Marias Ja-Wort soll somit die von Gott vorgesehene praktische Verbindung zwischen Maria und den Menschenseelen einleiten. Die Einwilligung, die Mutter des Erlösers zu sein, macht also Maria mithin zum Schaltpunkt über welchen Gott die ganzen Heilsvorgänge laufen lassen will: Sie wird in der Fülle mit Gott und gleichzeitig in der Fülle mit jeder Menschenseele verbunden, was gleich heiβt, dass in Maria die Menschenseele ganz in Gott hinüberflieβen kann, und Gott in die Menschenseele. Die viel später, in unserer Zeit, zu verkündende allumfassende Eigenschaft Mariä als Herrin aller Seelen wird an jenem Tag geboren als Frucht Göttlicher Logik in Verbindung mit Marias vollendeter Hingabe an Gottes Pläne und Werke. Marias Wille löst sich hundertprozentig in Gottes Willen auf, was Ihr die nahezu uneingeschränkte Teilnahme an Gottes Macht erwirkt.

Uns wird jetzt das Vorrecht geschenkt, diese mächtige Königin und Behüterin der Werke Gottes um die Vermittlung der Gnade anzuflehen, voll dazu bereit zu sein, unsererseits unseren eigenen Willen spontan und bedingungslos in dem heiligen jungfräulichen Boden des Herzens unserer Himmlischen Herrin zu begraben, damit er Gottes Heilsplan voll zu Diensten stehen kann. Die Seele, die dazu bereit ist, wird im wahren Sinne des Wortes ein 'Mensch guten Willens': Ein Mensch guten Willens ist eine Seele, die ihren Willen völlig in Gottes Willen auflösen lässt und somit in allen Bereichen die Aufgaben ihres Lebens aufgrund von Gottes Willen erfüllt.

Das ist eine der wesentlichen Lehren des heutigen Festes. Das Ja-Wort will wiederholt werden, von jeder Seele, und immer wieder. Da liegt der wahre Grundsatz der vollkommenen Weihe verborgen, und somit das Geheimnis der Vollendung der Fruchtbarkeit als Menschenseele. Möge die Herrin aller Seelen uns heute so vollkommen mit Sich erfüllen, dass in uns jeglicher Wille, der Gottes Werken und Plänen zuwider wirkt, allmählich auf immer erlischt. Es gibt keinen anderen Weg zum Tod der Finsternis in dieser Welt. Unsere Himmlische Herrin hat dies voll erkannt, und hat Sich trotzdem für ein Leben schwerer Prüfungen entschieden damit sich dieser Traum Gottes erfüllt. Folgen wir Ihr ab heute auf diesem Weg des Heils in unserer Seele und in der Welt.


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17. PALMSONNTAG

letzter Sonntag vor Ostern

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute hält Jesus Einzug in Jerusalem. Jerusalem war als 'heilige Stadt' gemeint, etwa als Symbol für Gottes Reich auf Erden. In Wirklichkeit allerdings, war die Stadt – genauso wie jede Stadt – eine Brutstätte der Sünde, und somit vielmehr Symbol für die Herrschaft der Finsternis in den Seelen: Gottes Reich war von Satan besetzt. Der Einzug Jesu in Jerusalem lässt sich somit als die Ankündigung von Gottes Absicht betrachten, Sein Reich von der Finsternis zurückzuerobern. Wenige Tage später sollte der Messias tatsächlich mit Seinem Blut das Urteil unterschreiben, durch welches Satan seine faktische 'Allmacht' über die Seelen für immer verlieren sollte. 'Allmacht', tatsächlich, denn ohne das Erlösungswerk Jesu sollte keine einzige Seele je noch das Himmelreich sehen, weil es keine einzige Seele gibt noch jemals eine gegeben hat, die nicht wiederholt in die von Satan gesetzten Fallen geht bzw. Gegangen ist – auβer Maria, der Gottesmutter.

Gott tut nichts ohne die freiwillige aktive Mitwirkung seitens der Menschenseele. Er nötigt Seine Wohltaten nicht auf. Als das Volk Jerusalems dem Erlöser zur Begrüβung mit Palmen zuwinkte und jubelte, setzte Gott ein Zeichen, für welches durch die Jahrhunderte leider sehr viele blind bleiben sollten: Die Palme steht symbolisch für den Sieg der Seele über sich selbst. Die Seele muss tatsächlich sich selbst, jegliche Neigung, den unzähligen Einflüsterungen und Einflüssen von Seiten der Finsternis nachzugeben, besiegen, um in das Reich des Lichtes eintreten zu können. Dieses Reich darf nicht als etwas betrachtet werden, das der Seele zusteht und ihr im Himmel in den Schoβ fällt, sondern als Zustand, den die Seele bereits während ihres Lebens auf Erden bewusst und aktiv leben soll. Das Leben im Reich des Lichtes ist das Göttliche Leben, das Tag für Tag breiter erobert und tiefer eingebaut werden muss. Es ist der Zustand der Seele, die sich freiwillig für Gott und Seine Werke entscheidet, für ein Leben im Dienst der Vollendung von Gottes Heilsplan für die ganze Schöpfung, und die mit diesem Ziel vor Augen ihren eigenen Schwächen und all demjenigen den Krieg ansagt, was sie unwürdig macht, in diesem Reich des Lichtes zu leben und fruchtbar zu werden.

Palmsonntag ist eine Einladung, aktiv an unserer eigenen Erlösung zu arbeiten. Dieser Tag beinhaltet ebenfalls eine Einladung, in diesem Kampf auszuharren, denn die Palme der Selbstüberwindung verwelkt sehr bald, wenn die Seele eines Tages den Erlöser verrät, so wie Judas dies einige Tage nach Palmsonntag tat. Bedenken wir dabei, dass die Seele nicht Jesus in einer physischen Gestalt zu begegnen braucht um Ihn zu verraten und Ihn dem Kreuz auszuliefern: Die Seele tut dies dadurch, dass sie ihren Mitmenschen verfolgt und den Wunsch nährt, ihn zu zerstören, unwirksam zu machen, seine Berufung oder seine guten Werke zu zerstören, ihn anzuschwärzen oder für die Augen der Menschen zu verleumden. Dies alles macht die Palme der eigenen Werke in Wahrheit zu einem Zeichen des Verrates Christi im Mitmenschen, und zu einem Zeichen der Selbstsucht und des Hochmuts: Die Seele darf nie das Gefühl bekommen, der Sieg über sich selbst könne jemals endgültig sein solange sie auf Erden lebt, denn die Finsternis gibt ihre Beute nicht leicht auf.

Lasset uns heute Christus, das wahre Licht, mit Sehnsucht in das Jerusalem unserer Seelen aufnehmen, damit Er unsere Erlösung nochmals für uns aufschlieβt. Lasset uns Ihn dabei mithin eindringlich um die Gnade anflehen, unsere Palme möge stark und frisch bleiben, damit sie in der Stunde, in welcher unser inneres Jerusalem vor Gott erscheinen darf, die Schönheit und Reinheit unseres Herzens bezeugen möge, und Er uns die Palme schenken möge, die in Ewigkeit nicht mehr verwelken kann.

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18. GRÜNDONNERSTAG

Donnerstag nach Palmsonntag

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute finden wir Jesus im Garten Gethsemani. Der Erlöser hat Sich in die Dunkelheit der Nacht zurückgezogen, in welcher Er durch einen Seiner nächsten Nachfolger verraten werden soll. Jesus liegt mit zerrissenem Herzen kniend zwischen den Olivenbäumen und weint über die Menschheit. Bedenken wir, dass die Herrin aller Seelen einst die Olive als Symbol für den Frieden Christi, den wahren Herzensfrieden, die wahre innere Ruhe und die Fähigkeit zur vollkommenen Hingabe und zur Annahme aller Göttlichen Verfügungen, und somit für den Gehorsam, die Verschmelzung des eigenen Willens mit dem Willen Gottes zeigte. Wie sehr trifft deshalb dieser Hintergrund zu, denn betrachten wir mal wieso das Herz Jesu in dieser Nacht vor Schmerz zerschmettert ist. Die Schmerzensreiche Mutter zeigt mir die fünf nachfolgenden Faktoren der Bedrängung als die wichtigsten Ursachen:

  1. Jesus leidet unermesslich unter der Betrachtung der immensen Sündenmasse, welche die Menschenseelen durch alle Jahrhunderte angesammelt haben, und welche sie in späteren Jahrhunderten sogar in noch höherem Maβe ansammeln werden. Die Seelen haben sich in sehr weitgehendem Maβe von der von Gott für sie beabsichtigten Heiligkeit entfernt. Die Seelen entscheiden sich massenhaft für die Finsternis, und werden dies in Zukunft nach wie vor tun. Jesus leidet dabei ebenfalls unter der Erkenntnis, dass gerade die anhaltende Sündhaftigkeit der Menschenseelen das Leiden in der Schöpfung instand hält, denn gerade die Sündhaftigkeit der Menschenseelen muss durch die gesammelten Leiden der ganzen Schöpfung abgebüβt werden, in Vereinigung mit den ewig dauernden Verdiensten der Leiden Christi und mit der Verherrlichung an Gott in allen ihren Formen (H. Messe, Gebete, Anbetung, Wiedergutmachung, vollkommene Weihe usw...).
    Jesus leidet so schwer unter der Sündhaftigkeit, weil diese immer mit Mangel an Liebe von Seiten der Menschenseele Gott gegenüber, und in vielen Fällen auβerdem Mitgeschöpfen gegenüber, im Zusammenhang steht. Diese Lieblosigkeit kommt in absichtlichen Verletzungen, Selbstsucht, dem Zufügen physischer oder emotionaler Leiden, und auf so viele andere Weisen zum Ausdruck.
  2. Jesus leidet unermesslich wegen der Verblendung und Verführbarkeit der Menschenseelen. Die Menschenseele war von Gott begnadet mit der Gabe der Erkenntnis und der Weisheit, und des Wiedererkennens von all demjenigen, was von Gottes Willen abweicht. Die Erbsünde und jedes weitere Nachgeben gegenüber den Einflüsterungen seitens der Finsternis haben Menschenseelen immer weiter von Gott entfernt. Immer mehr Seelen – und was dabei das Schlimmste ist: ebenfalls innerhalb des Christentums – verraten Jesus durch jedes Nachgeben gegenüber den Verführungen aus der Welt, und verfolgen Jesus in ihrem Nächsten, durch die unterschiedlichsten Versuche, den Letztgenannten unwirksam zu machen und seine guten Werke im Dienst an Gott zu zerstören und bzw. Oder als unglaubwürdig darzustellen oder sogar als Äuβerungen der Finsternis zu verleumden. Jesus leidet schrecklich unter der Erkenntnis, dass ausgerechnet Seine Nachfolger, die Christen aller Zeiten, sich in einem solch hohen Ausmaβ von Satan, dem Meister der Lüge, werden missbrauchen lassen. Die Menschenseele, als Krone der Schöpfung gemeint, erkennt das Licht nicht länger wieder, ja setzt hin und wieder alles daran, das Licht in den Werken ihres Mitmenschen zu zerstören in der verheerenden Täuschung, sie wäre eigentlich dabei, Gottes Werken damit zu dienen.
  3. Jesus leidet unermesslich unter der zunehmenden Gottlosigkeit unter den Seelen. Die Gottlosigkeit ergibt sich in hohem Maβe aus der Verblendung. Immer mehr Menschenseelen lassen sich durch das Elend in der Welt zu der Überzeugung führen, es könne gar keinen Gott geben. Sämtliches Elend in der Welt ist eine Folge der Sünde, welche die ganze Schöpfung zerrüttet und diese immer weiter von Gott entfernt. Unzählige Seelen kommen allerdings aufgrund der bedrängenden Finsternis in der Welt zur Gottlosigkeit.
    Gottlosigkeit ist die Verfassung, in welcher die Seele jeden Glauben an die Existenz und das Wirken Gottes verloren hat, und sich demzufolge so zu verhalten beginnt, als wäre das Leben auf Erden der Anfang und das Ende von allem, als würde nach diesem Leben nichts mehr folgen, und in welcher sie deshalb ihre ganzen Handlungen, Gedanken, Gefühle und Bestrebungen ausschlieβlich an der Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse orientiert, statt das alles in den Dienst von Gottes Heilsplan für die ganze Schöpfung zu stellen.
    Jesus litt im Garten Gethsemani nicht nur unter der Gottlosigkeit der Heiden, die nicht den wahren Gott kennen, sondern noch mehr unter der getarnten Gottlosigkeit unter den Christen (denjenigen, die das Vorrecht genieβen, mit der einzigen Wahrheit Gottes in Berührung zu kommen!), die daraus besteht, dass so viele Seelen, die sich als Christen betrachten, so leben als gäbe es kein Ewiges Leben, als gäbe es weder Gott noch Sein Gesetz der Liebe noch die Vermittlungen Seiner Gnade und Seiner Vorsehung, und die durch ihre Handlungen und Worte oft zügellos die Werke der Finsternis fördern, indem sie ihrem Mitmenschen oft bewusst und absichtlich Schaden zufügen und dessen Leben zerstören, entweder wegen ihres eigenen Unfriedens (= Widerstand gegen Gottes Verfügungen für ihr Leben!) oder wegen des Anstrebens materieller Gewinne. Solche Christen verleugnen Christus durch ihr Herz, das sich sehr weit von Ihm entfernt hat und in Wirklichkeit nur noch sich selbst und den eigenen stofflichen Bedürfnissen dienen will, und zu dem Zweck die wahre Liebe verbannt hat. Lasst uns erkennen, dass Zerstörung immer mit der Unterschrift Satans versehen ist, der sich zum Ziel gesetzt hat, auch durch unmittelbare Einwirkung aber vorzugsweise durch Menschenseelen, sämtliche Werke Gottes und alle Geschöpfe zu vernichten.
  4. Jesus leidet unermesslich unter der Oberflächlichkeit, welcher unzählige Christen anheimfallen. Er ist in die Welt gekommen, die Göttliche Saat auszustreuen, und Er wird dies besonders in späteren Zeiten auch durch Seine Mutter weiterhin intensiv tun. Sehr viele Göttliche Samen gehen allerdings dadurch verloren, dass die Äcker unzähliger Seelen kaum empfänglich und somit kaum fähig sind, diese Saat aufzunehmen. Die Göttlichen Belehrungen in der Fülle der Wahrheit werden sehr bald vergessen oder wegen eines nur sehr oberflächlichen Interesses nicht in das eigene Verhalten und nicht in die eigenen Verfassungen und Gewohnheiten eingebaut. Unzählige Seelen gehen ihren eigenen Weg, und vergessen den wahren Zweck ihres Lebens auf Erden: in Vereinigung mit Gottes Herzen bei der Vollendung Seines Heilsplans für die ganze Schöpfung mitzuwirken, und die eigene Heiligung zu vollenden. Oberflächlichkeit flieβt übrigens durchwegs in Gleichgültigkeit hinüber, die in der Gesellschaft so vielen Abweichungen gegenüber Gottes Wünschen zugrundeliegt.
    Der tiefe Schmerz Jesu wurzelt in der Erwägung, dass diese Verfassung gerade unter Seinen Nachfolgern, den Christen, so allgemein werden soll, unter denjenigen, die das Vorrecht genieβen, Gottes einzige Wahrheit kennenzulernen, und die trotzdem das Feuer in ihren Herzen werden löschen lassen unter den erstickenden Einflüssen des Lebens in der Welt, die immer mehr von den Verfassungen Satans geprägt werden soll (unaufhörliche Versuchung zu Verhaltensweisen, Verfassungen, Einstellungen, Interessen und Zielsetzungen, welche die Seele von Gott entfernen, und zur Verblendung, Gottlosigkeit, Oberflächlichkeit, Lieblosigkeit und Unreinheit in allen ihren Formen).
  5. Jesus hat gerade die Eucharistiefeier eingesetzt, sieht aber, was in Zukunft mit dieser geschehen wird. Er leidet unermesslich unter der späteren Verwässerung der traditionellen, von Ihm Selbst eingesetzten Werte in der Kirche und den Sakramenten. Der Anblick des Modernismus in der Kirche und des so oft herabwürdigenden Umgangs mit den Sakramenten hat Jesus im Garten Gethsemani ein herzzerreiβendes Leiden gekostet. Die Menschenseele lässt sich so sehr verblenden, dass sie der Verführung anheimfällt, Gottes Verfügungen abzuändern. So ist der Modernismus Ausdruck der Überzeugung, der Mensch könne und müsse Gottes Intelligenz 'berichtigen'. Tatsächlich, die Herrin aller Seelen bezeichnete den Modernismus einst im weiten Sinne des Wortes als den Glauben, die Welt müsse dadurch verbessert werden, dass die alten, traditionellen Werte verändert werden, und als die Neigung, eigene Vorschriften einzusetzen, die vom ursprünglichen Gesetz Gottes abweichen, und im engen Sinne des Wortes als jegliche Änderung, durch welche sich das Dienstwerk der Kirche von seinen ursprünglichen spirituellen Zielsetzungen entfernen lässt um sich den Interessen der Welt anzupassen.

In dieser Nacht schwitzt Jesus Blut. Blut ist die Flüssigkeit, die sämtliche Lebensprozesse im Körper ermöglichen hilft. Das Blut Jesu gilt als Träger des Göttlichen Lebens schlechthin. Das Blutschwitzen Jesu in Seiner Gestalt als Gott-Mensch symbolisiert im tiefen Sinne des Wortes die Tatsache, dass die Menschenseelen das Göttliche Leben abstoβen. Lasset uns den Acker unserer Seele heute vollkommen für die Aufnahme des Göttlichen Lebens aufschlieβen, das in der Passion in immensen Strömen für uns bereitgestellt worden ist.

Im Garten Gethsemani leitet Jesus die endgültige Erlösung durch eine immense Abbüβung aller Sünde und Sündhaftigkeit ein, wobei Er diese in Sein Herz – Quelle der vollendeten Göttlichen Liebe – hereinzieht. Nur die Liebe kann die Sünde entkräften. Aus diesem Grunde kann die Sündhaftigkeit der Menschheit nur durch Leiden ausgeglichen werden, die vollkommen von wahrer Liebe durchdrungen sind. Sünde ist Ungehorsam Gott gegenüber, somit Ungehorsam gegenüber dem Gesetz der Liebe. Jede Handlung, jedes Wort oder jeder Gedanke der Liebe gleicht die Wirkung einer Sünde aus.

Die Erlösung hätte nie vollendet werden können wenn nicht zunächst das Fundament der Sünde – die Lieblosigkeit in allen ihren Formen – in den Feuerofen des Herzens Jesu geworfen worden wäre. Dies ist es, was in der Nacht von Gethsemani in vollkommener Weise erfolgt ist, allerdings von jeder Seele durch ihre eigene Reumütigkeit, tägliche Bekehrung und ein Leben in wahrer Liebe zu Gott und zu allen ihren Mitgeschöpfen ergänzt werden soll. Möge in unserem Herzen die Verfassung des Herzens Jesu im Garten Gethsemani zum Blühen kommen.

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19. KARFREITAG : KREUZESTOD CHRISTI – MARIA MITERLÖSERIN

Freitag nach Palmsonntag

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute feiern wir das Fest, das einst von der Herrin aller Seelen als das 'Hochfest der Liebe' bezeichnet wurde. Gottes Messias Jesus Christus war in der Absicht in die Welt gesandt worden, die letztendliche Wirkung des groβen Verstoβes gegen Gottes Gesetz der Liebe von Seiten der Menschenseelen, nämlich die Unmöglichkeit für die Seelen, nach der Erbsünde noch irgendwann in die Ewige Glückseligkeit hineinzugehen, in einer Menschengestalt durch eine allumfassende Sühnung auszugleichen. Gottes Plan hat es so verfügt, dass das Leiden Christi Erlösung bringen soll. Was heiβt dies eigentlich, und wie sollen wir es verstehen?

Bei jeder Sünde wird einer Einflüsterung seitens der Finsternis nachgegeben, gegen Gottes Gesetz der Liebe zu verstoβen. Dadurch wirkt jede Sünde der Verwirklichung von Gottes Heilsplan für die ganze Schöpfung entgegen, oder schiebt sie dessen Vollendung auf. Durch jede Sünde vergröβert eine Seele die Macht der Finsternis über sie. Wegen der schrecklichen Sündenschuld der ganzen Menschheit durch alle Zeiten ist die Macht der Finsternis über die Menschheit als Ganze sehr groβ geworden. Damit Gottes Heilsplan zur Vollendung gebracht wird und individuelle Seelen aus dem Griff der Sünde erlöst werden, muss die Macht Satans abgebaut und letztendlich gebrochen werden. Dies muss durch Anstrengungen erfolgen, durch welche Seelen diese Wirkungen der Versklavung gegenüber der Sünde ausgleichen.

Kraft eines Göttlichen Mysteriums gibt es kein wirkungsvolleres Mittel zum Ausgleich der Wirkungen der Sünde als die wahre Sühnung in menschlicher Gestalt, durch physische, geistige, emotionale und seelische Leiden. Von wahrer Abbüβung ist die Rede wenn eine Seele:

  1. freiwillig auf eine Erfahrung verzichtet, welche sie normalerweise als angenehm empfindet oder die normalerweise eines oder mehrere ihrer Bedürfnisse befriedigen kann, oder
  2. sich freiwillig einer Erfahrung, welche sie als unangenehm empfindet, die sie eine Anstrengung kostet, wodurch eines oder mehrere ihrer Bedürfnisse nicht befriedigt werden, oder welche in ihr das Gefühl wecken kann, dass sich ein Bedürfnis sogar noch steigert, wohl unterzieht, und
  3. dasjenige, was dies sie an Gefühlen des Leids oder der Entbehrung oder eines unbefriedigten Bedürfnisses auf physischem, geistigem, emotionalem oder seelischem Gebiet kostet, bewusst und freiwillig Gott (oder Maria) darbietet,
  4. zwecks Erfüllung von Gottes Willen hinsichtlich der Schöpfung, eines Göttlichen Werkes oder Plans, oder der Erlösung und Heiligung einer Seele, und somit
  5. von einer Herzensverfassung angetrieben, in welcher die wahre, selbstlose, bedingungslose Liebe vorherrscht.

Alle möglichen Erfahrungen, die zu diesem Komplex gehören können, den die Herrin aller Seelen als 'wahre Sühnung' definieren lässt, sind von Christus geheiligt, mit anderen Worten: Sie sind durch Seine Leiden mit der Fähigkeit bekleidet, Heil über die Schöpfung herabflehen zu helfen. Dies ist es, was gemeint ist, wenn wir sagen, dass jede Seele in ihrem eigenen Leben und in ihrem eigenen Wesen "ergänzen soll, was noch an den Leiden Christi 'fehlt'": Christus hat die Erlösung dadurch erschlossen, dass Er die Sündenbürde der ganzen Menschheit auf eine allumfassende Weise ausgleicht, indem Er jede Form der Sühnung heiligt; von jeder Menschenseele wird verlangt, dass sie sämtliche Erfahrungen, welche Gottes Vorsehung auf ihrem Lebensweg zulässt und welche die Fähigkeit in sich tragen, Jesus Christus in Seinem Groβen Sühnungsakt nachzufolgen – im Kleinen sowie im Gröβeren –, freiwillig, bewusst und in wahrer Liebe Gott darbietet, in der Absicht, Er möge dadurch in Seiner Schöpfung die Wirkungen der Werke Christi vollenden.

Durch die endlosen Qualen Seines Lebens als Gott-Mensch weist Jesus den Seelen nach, dass protestlose und liebevoll angenommene und durchstandene Leiden zur Verherrlichung führen, weil sie den menschlichen Willen der Seele mit Gottes Willen vereinen, mit diesem Willen, der schöpft, erlöst, heiligt, heilt und wiederherstellt. Diese Welt kennt Elend und Leid ohne Ende, aber nur ein Bruchteil desselben ist 'protestloses und liebevoll angenommenes und durchstandenes' Leid. Lasset uns nie vergessen, dass nur jenes Leiden die Erlösung in den Seelen vollenden hilft, alles übrige Leid lässt Ströme Göttlichen Blutes in die Erde hinwegflieβen, wo es nicht für die Blüte von Göttlichem Leben in Seelen benutzt wird.

Seit der Erbsünde lebt in der Menschenseele eine angeborene Neigung, die Leiden und Prüfungen zu vermeiden, oder anders ausgedrückt: das Kreuz abzuwerfen. Diese Verfassung trennt die Seele von den Früchten der Erlösung. Eine Seele, die das Kreuz abwirft, verleugnet Christus und Seine Liebe, und führt in Gottes Augen ein unfruchtbares Leben. Sie hat das Gesetz der Liebe nicht verstanden, und schlieβt sich selbst dadurch unbeschützt für die Sklaverei gegenüber der Sünde auf. Jesus kennt die menschliche Schwäche und schenkte aus diesem Grund den Seelen vom Kreuz herab die Goldene Reiseführerin für ihren Lebensweg, den Transformator, der ihre armselige Kraft unendlich verstärken kann, die Himmlische Brücke über die bedrohenden, tosenden Flüsse ihrer Prüfungen: Maria, die Schmerzensreiche Mutter, die hier die Mutter aller Menschen wird: "Frau, siehe, Deinen Sohn; Sohn, siehe, deine Mutter". In Ihren selbstverleugnenden Schmerzen am Fuβ des Kreuzes wirkt sich in der schmerzensreichen Gottesmutter die Berufung als Miterlöserin mit Christus voll aus, und zwar in erster Linie auf der unsichtbaren Ebene Ihrer mystischen Verschmelzung mit dem Erlöser.

Auf dem Gipfel des Erlösungsaktes bekommt die Mutter Christi sämtliche Seelen in Ihre Obhut. Der Erlöser zeigt dadurch, dass der goldene Weg zur vollständigen Erschlieβung der Erlösung in der Seele jener ist, welchem die Seele folgt, wenn sie sich ganz Maria hingibt in der Absicht, in innigster Einheit mit Ihr den irdischen Lebensweg zu vollenden. Vollkommene, bedingungslose und lebenslängliche Weihe an Maria wird zum Schlüssel, der die Seele völlig für die Einwirkungen von Gottes erlösender Liebe aufschlieβt, und der in ihr die Fruchtbarkeit erschlieβt, durch welche sie sich aktiv an der Vollendung von Gottes Heilsplan beteiligen kann.

Möge dieser Karfreitag jeden und jede von uns am Fuβ des Kreuzes finden, am Ort, wo der Baum der wahren Liebe für alle Zeiten blüht, und wo jede Seele somit reichlich die Früchte des Göttlichen Lebens zu sich nehmen kann. Mögen wir sehr wohl erkennen, dass nur die Seele, die das Kreuz inniger geküsst hat als die Rosen am Rande ihres Lebensweges, für die Verzückung der Auferstehung bereit ist. Die Seele auf Erden kann den Schatten Jesu sehen in den Erfahrungen, die sie freuen. Sein Herz jedoch, wird sie nur in den Kreuzen des Lebens finden, denn nur das Kreuz ist von Seinem Blut umarmt worden.

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20. KARSAMSTAG

Samstag nach Palmsonntag

TOTUS TUUS, MARIA !

Jesus hatte Seine Leiden und Seinen Tod vorhergesagt. Er hatte ebenfalls Seine Auferstehung vorhergesagt. Trotzdem ist die Empfindung der Wirklichkeit immer eine Sache des Glaubens an den Ausgang derselben, denn sehr oft haben die Entwicklungen den Schein gegen sich, und das Negative, das Finstere oder das Unangenehme neigt dazu, der Seele die Kräfte, die Freude und den Mut zu rauben, und vor allem: sie glauben zu lassen, sie wäre in die Falle einer Illusion getappt. So etwa müssen es die Seelen empfunden haben, die Christus gefolgt waren und die geglaubt hatten, dass Er der Messias, der Sohn Gottes ist. Ein Gott, Der verraten wird... Wieso wusste Er dies nicht im Voraus? Ein Gott, Der verspottet wird... Wieso überzeugt Er Seine Feinde nicht? Ein Gott, Der geschlagen wird... Wieso lässt Er Sich von Menschen überwältigen? Ein Gott, Der stirbt... Da stirbt mithin gleich der Glaube. Mit dem Kreuzestod Jesu trennten sich endgültig die wahren Christen (diejenigen, die in ihrem Herzen die Wahrheit gelesen hatten und diese nicht mehr verleugneten), von den oberflächlichen Gläubigen (denjenigen, die nur Christus hinterherliefen solange Er vor ihren Augen Wunder vollbrachte, allerdings nicht mehr empfänglich waren für das Mysterium, das Unsichtbare).

Die unbefleckte Schmerzensreiche Mutter wurde zwischen der Grablegung Ihres Sohnes und Seiner Auferstehung unvorstellbar schwer vom Bösen angegriffen. Der Fürst der Finsternis lieβ kein Mittel unversucht, Sie ins Wanken zu bringen. Tatsächlich: Sie war die Miterlöserin, Diejenige, Der durch ein Göttliches Mysterium eine so weitgehende mystische Verschmelzung mit Christus gewährt worden war, dass Sie an Seinen ganzen inneren Verfassungen Anteil hatte, und folglich Seine Leiden an Körper, Geist, Herz und Seele in vollkommener Weise der Allerheiligsten Dreifaltigkeit hatte darbieten können, in Verschmelzung mit der Fülle Ihres eigenen Wesens und Ihrer eigenen Verfassungen. Hätte Sie, deren Herz in jenen Stunden durch die Schmerzen zermalmt war, Ihren Glauben an die Auferstehung beeinträchtigen lassen, so wäre die Auswirkung des Erlösungsmysteriums beschmutzt gewesen.

Maria lebte innerlich die Fülle des Erlösungsmysteriums. Sie verstand vollkommen wie unentbehrlich die Leiden in menschlicher Gestalt für die Wiederherstellung der Heiligkeit der Menschenseelen, die endgültige Niederlage der Finsternis und die Gründung von Gottes Reich auf Erden sind. Marias Schmerzen sollen nicht als menschliche Äuβerungen der Mutter betrachtet werden, die ihren Sohn vor ihren Augen hat sterben sehen: Marias Schmerzen sind die hochmystischen Elemente der Sühnung aufgrund der Fülle Ihrer Erkenntnis:

  • von den Wirkungen der Sünde für die Schöpfung;
  • von dem Ausmaβ, in dem die Sünde Gottes Liebe daran hindert, Seine Gnaden und Wohltaten über die ganze Schöpfung auszugieβen;
  • von dem weitgehenden Maβe, in dem die Sünde alles Elend in der Welt festhält, und dadurch mithin unzählige Seelen dazu bringt, nicht mehr an die Existenz Gottes zu glauben;
  • von den Folgen der Verblendung der Seele, die wegen der Einflüsterungen seitens der Finsternis ihren Gott nicht mehr wiedererkennt, und Ihn somit verraten, verspotten, geiβeln und kreuzigen kann, ohne in Ihm Gott zu erkennen;
  • von der Tatsache, dass dies alles nicht mit dem Kreuzestod Jesu enden sollte, ganz im Gegenteil: Unzählige Christen werden in allen Jahrhunderten Christus weiterhin verraten, verspotten, verurteilen, geiβeln und kreuzigen in ihren Mitgeschöpfen.

Die Passion Jesu ist nicht auf Golgotha beendet, sie wird solange dauern, wie auf Erden auch nur eine einzige Seele einen Mitmenschen verrät, verspottet, verleumdet, richtet oder verurteilt, schlägt, ihm an Körper, Herz oder Seele Schaden zufügt, das Kreuz ihres Lebensweges abwirft weil sie nicht dazu bereit ist, ihren eigenen erforderlichen Anteil an der Vollendung des Erlösungsmysteriums zu vollbringen... Die Passion Jesu wird solange dauern wie auf Erden Sünden begangen werden, denn jede Sünde ist eine Verleugnung der Liebe. In jeder Sünde, in jeder Untugend, wird die Ewige Liebe verurteilt, gegeiβelt, und hin und wieder wirklich gekreuzigt.

Karsamstag ist ein Tag der Besinnlichkeit, der Betrachtung der Tiefe des eigenen Glaubens an Gott und an die Gewissheit darüber, dass Er auferstehen wird. Auf unser Leben angewendet heiβt dies: Lasset uns ausfindig machen, inwiefern wir glauben, dass Gott (das Licht, das Gute, die Liebe) wahrhaftig die Finsternis besiegen wird. Die Seele, die davon überzeugt ist, dass die Finsternis immer das letzte Wort hat, glaubt nicht an Gottes Macht, und hat auch nicht die Weisheit und die Gerechtigkeit verstanden, die sich hinter den Leiden des irdischen Lebens verbergen. Die Auferstehung kommt nicht nur nach der Passion, sie kann nur dank der Passion kommen. Jede Seele sehnt sich inständig nach einer neuen Welt der Liebe und des Friedens, einem Paradies des Glücks. Wie gering ist allerdings die Zahl der Seelen, die erkennen, dass diese neue Welt auf ihrem eigenen Lebensweg losgekauft werden muss. Jesus kann nicht wiederkommen in eine Welt, in welcher nicht zunächst die Menschenseelen den Boden für das neue Paradies auf die Göttliche Saat vorbereitet haben, durch:

  • selbstlose und bedingungslose Liebe zu Gott und zu ihren Mitgeschöpfen in Handlungen, Worten, Gedanken, Gefühlen und Bestrebungen;
  • liebevolle Annahme von Leiden und Prüfungen (Nachfolge Christi bis in ihre äuβersten Konsequenzen!);
  • vollkommenen Gehorsam gegenüber Gottes Gesetz: unermüdliche Anstrengungen in der Selbstüberwindung und in der Überwindung einer jeden Neigung um Selbstsucht, Groll, Hass, Zerstörungsdrang und weltlichem Denken nachzugeben;
  • einen absolut vollkommenen Einsatz für Gottes Heilsplan durch vollkommene Weihe ihres ganzen Lebens und ihres ganzen Wesens an Gott, vorzugsweise durch Maria, damit nichts verloren geht, denn jedes Menschenleben wird von Gott in dieser einzigen Absicht geschenkt: dass es die Vollendung der Erlösung in allen Seelen voranbringen helfen möge. Jede Einzelheit eines jeden Menschenlebens beinhaltet eine Gelegenheit, das Kreuz von Golgotha irgendwo auf Erden in einer Seele zum blühen zu bringen.

Die Schmerzensreiche Mutter leidet heute weil Gott Selber leidet. Den Schmerz wegen der Sünde wird es solange geben, wie die Sünde lebt. In jeder Sünde stirbt gleichsam ein Teilchen von Gottes spürbarer Gegenwart in der Schöpfung, denn in jeder Sünde ist ein dunkler Nebel enthalten, der das Licht von Gottes Liebe in der Schöpfung für ein oder mehrere Geschöpfe (den Sünder und sein(e) Opfer – und auf jeden Fall gehört auβerdem Gott Selbst immer zu den 'Opfern' einer Sünde) eine Zeit lang, manchmal ein Leben lang, verdüstert. Die gröβte Frucht dieses Tages bestünde für jede Seele daraus, dass sie:

  • die Sünde bedauert, und zwar an erster Stelle in den eigenen Schwächen und Verstöβen, und dass sie diese als Leid betrachten lernt, das sie Christus zugefügt hat;
  • glaubt an die Macht der Passion in den Kreuzen ihres eigenen Lebensweges, und sie diese deshalb nicht länger als Feinde, sondern als Verbündete betrachtet;
  • einen felsenfesten Glauben an den Sieg des Lichtes über die Finsternis (die Auferstehung nach der Passion) entwickelt.

Lasset uns heute jede Träne, die je auf dieser Welt vergossen wurde, der Schmerzensreichen Mutter darbieten, die diese zu einem Ozean der Heilung von den Wirkungen unzähliger Sünden sammeln wird, und in diesem Ozean die Wunden des leidenden Christus waschen wird. Dieser Ozean wird den Boden fruchtbar machen, auf welchem das Paradies der neuen Welt mit dem Einsatz unseres ganzen Lebens und aller Liebe, die wir aufbringen können, erbaut werden soll. Jede Selbstüberwindung wird die Auferstehung des Reiches Christi voranbringen.

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21. OSTERN : AUFERSTEHUNG CHRISTI

erster Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlings

TOTUS TUUS, MARIA !

Gott kommt allen Seinen Versprechen nach. Er tut auch keine halben Dinge. Er lässt keinen Zug abfahren in der Absicht, ihn unterwegs im offenen Felde stehen zu lassen. Die Erbsünde hatte die Erlösung der Seelen, die Befreiung aus der Unmöglichkeit, sich je noch die Ewige Glückseligkeit zu erwerben, notwendig gemacht. Diese Erlösung musste vom Sohn Gottes in einem menschlichen Körper vollzogen werden, weil Erlösung aus den Wirkungen der Sünde nur aufgrund einer Kombination der nachfolgenden Faktoren bereitet werden kann:

  • wahrer, selbstloser, bedingungsloser Liebe in allen ihren Formen, Gott und allen Mitgeschöpfen gegenüber;
  • eines bedingungslosen Gehorsams gegenüber Gottes Gesetzen und Verfügungen. Konkret heiβt dies: bedingungslose Annahme von allem, was Gottes Vorsehung auf unseren Lebensweg bringt;
  • freiwilliger, bedingungsloser und bewusst gelebter Weihe von allem, von allen Ereignissen in einem Menschenleben in allen Einzelheiten, an Gott;
  • bedingungslos angenommener und geweihter Leiden und Prüfungen in einem menschlichen Körper und mit einem menschlichen Herzen.

Nur Gott Selbst in einer Menschengestalt konnte je die Kombination dieser erforderlichen Bedingungen in einem absolut vollkommenen Ausmaβ in den Schoβ von Gottes Heilsplan legen. Das Opfer des Messias war vollkommen. Er vollbrachte eine absolut vollendete Opfergabe aus dem Körper, der Ihm bereitet worden war, aus allen Emotionen Seines schwer heimgesuchten Herzens, und aus allen so unterschiedlichen Einzelheiten Seines Lebens, das so sehr durch Verfolgung, Unverständnis, Hass, und die unzähligen überwältigenden Zeichen der Sünde um Ihn herum geprägt war. Gott unterstrich allerdings die vollendete Einheit zwischen der menschlichen und der Göttlichen Natur des Messias durch die Auferstehung, welche die Passion, das vollkommene Erlösungsopfer, durch einen Akt krönte, den nur Gott vollziehen kann – weil Er das Leben IST: Aus eigener Kraft für ein 'neues Leben' aufzuerstehen.

In der Auferstehung liegt ein groβes Zeichen der Hoffnung für alle Seelen, die dazu bereit sind, Jesus in allem nachzufolgen: Nicht nur weist sie nach, dass die Prüfungen des Lebens – vorausgesetzt, sie werden in den Verfassungen getragen, welche unentbehrlich sind um Erlösung zu bringen – nach diesem Leben eine Auferstehung für das wahre Leben möglich machen, auβerdem zeigt sie, dass die Finsternis (die Prüfungen, die Kreuze des Lebens) immer stirbt, dass jedoch das Licht (das wahre Göttliche Leben) gleichsam in der Seele schlummert wie ein Keim im Winter, der darauf wartet, durch die Wirkungen von Gottes Intelligenz im Frühling geweckt zu werden und auch auf sichtbare Weise zu zeigen, dass das Licht in Wirklichkeit immer über allem steht, auch über der Finsternis, die auf unserem Lebensweg schon öfter das einzig Sichtbare und Spürbare ist.

Christus konnte aufgrund Seiner Göttlichen Natur aus eigener Kraft auferstehen. Die Seele, die ihr Leben auf Erden an einer möglichst vollkommenen Nachfolge Seiner Verfassungen orientiert, wird nach ihrem Leben von Gott auferweckt. In diesem Aufwecken berührt die Kraft Gottes die Seele, die in einem stofflichen Körper das Leben auf Erden vollendet hat, aber in sich Trägerin eines Keimes ist, der etwas von Gott enthält. Die Herrin aller Seelen bezeichnet diesen Keim als 'Keim der Heiligkeit'. Gott nimmt gleichsam 'das Göttliche Element im Menschen' wieder zu Sich. Es lieβe sich so betrachten, dass die Auferstehung der Seele nach ihrem irdischen Leben möglich ist wenn der Keim der Heiligkeit tatsächlich in Heiligkeit aufbewahrt worden ist. Die Heiligkeit der Seele ist tatsächlich der spirituelle Frühling, den sie in sich trägt: die Wachstums- und Blühkraft ihrer inneren Verfassungen, wobei die Frühlingsblüten die Zeichen der Kraft und Reinheit sind, mit welchen sie die Tugenden in Anwendung bringt.

Ostern ist ein Symbol für Wiedergeburt, Auferstehung aus dem Alten, Frühling als Sieg des Lichtes (Sieg der Frühlingssonne der Fülle der Wahrheit) über die Finsternis (den dunklen Winter der Täuschung und der Verblendung) und der Wärme (der Liebe in allen ihren Äuβerungen) über die Kälte (die Lieblosigkeit und die automatisch mit ihr einhergehende Sünde in ihren unzähligen abscheulichen Formen). Ostern steht auch symbolisch für Fruchtbarkeit, seelische Fruchtbarkeit als das Maβ, in dem die Seele Gottes Erwartungen hinsichtlich ihres Lebens tatsächlich befriedigt. Ein Leben nach Gottes Zufriedenheit ist ein Leben, das Ihm die Rohstoffe bietet, aus denen Er die Vollendung Seines Heilsplans bereitet. Dieses Gröβte aller Göttlichen Werke ist, wie überhaupt, ein Bauwerk, das nur durch eine vollendete Kombination von dem Zement von Gottes Willen mit den Steinen des menschlichen Willens errichtet wird. Ein seelisch fruchtbares Menschenleben wird von Gott mit der Auferstehung für das wahre Leben in Seiner ewig dauernden Gegenwart belohnt.

Ein Menschenleben ist sehr ereignisreich, aber auch reich an unsichtbaren inneren Entwicklungen in der Seele. Je weniger von all dem verloren geht, desto fruchtbarer kann das Leben in Gottes Augen vollendet werden. Verloren geht all dasjenige, was nicht ausdrücklich und liebevoll mit Gott geteilt wird. Lasset uns heute sämtliche Einzelheiten unseres Lebens und alle unsere inneren Verfassungen und alle unsere Prüfungen als eine umfassende Passion betrachten, sie mit dem Erlöser ans Kreuz schlagen, und sie durch innige Weihe an Maria dem Grab Ihres so mächtigen Herzens anvertrauen. Aufgrund unserer Weihe wird Sie das wahre Leben auf das alles herabrufen, und kann Sie uns neu geboren werden lassen, denn Ihr sehnlichster Wunsch ist es, dass jede Seele Christus bis in die Auferstehung folgt. Die Auferstehung, welche Gott der Seele vorzugsweise bereitet, ist jene in innigster Einheit mit Maria, deren sterblicher Körper sogar nie den Tod gekannt hat, denn in Ihr war der Frühling unvergänglich ab Ihrer Unbefleckten Empfängnis bis einschlieβlich Ihrer Aufnahme in den Himmel. In Ihr war die Auferstehung gleichsam bereits vollendet während Sie noch die Passion Ihres schmerzensreichen Lebens lebte. Dies ist ebenfalls unsere Berufung, aber ohne die Begleitung und Ergänzung von Seiten Derjenigen, Die uns vom Kreuz herab geschenkt worden ist, wird es uns kaum gelingen, den Stein vom Grab unserer Menschlichkeit wegzurollen.

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22. AUFFINDUNG DES ZWÖLFJÄHRIGEN JESUS IM TEMPEL

um Ostern herum

TOTUS TUUS, MARIA !

Die Mission Christi auf Erden setzte sich wesentlich aus zwei Aufgaben zusammen:

  1. Er musste die Seelen aus dem ewig dauernden Todesurteil erlösen, das sie für sich selbst dadurch unterschrieben hatten, dass sie den allerersten Bund zwischen Gott und dem ersten Menschenpaar gebrochen hatten. Gott schloss nunmehr einen Neuen Bund der Heiligkeit und der Erlösung mit den Seelen, und lieβ diesen durch Seinen Messias als Gott-Menschen mit dem Göttlichen Blut am Kreuz unterschreiben, wobei das Kreuz ewig dauernd als Siegel der Erlösung gelten sollte. Das Todesurteil wurde begraben, und das Grab sollte durch das Blut Christi versiegelt werden;
  2. Er musste die Seelen in den Stand versetzen, aktiv bei ihrer Erlösung mitzuwirken, da diese kraft des Göttlichen Gesetzes, das in allem den freien Menschenwillen berücksichtigt, sonst ungültig wäre. Aus diesem Grunde musste Er sie in Gottes Wahrheit unterrichten.

Jesus gab bereits eine erste Reihe öffentlicher Belehrungen im Alter von zwölf Jahren, im Tempel in Jerusalem. Sein niedriges Alter wies nach, dass Seine Unterrichtung aus einer Himmlischen Quelle hervorkam, und Seine Weisheit nicht von dieser Welt sein konnte. Der Tempel steht hier symbolisch für die Seele, als Zeichen dafür, dass Gott es bevorzugt, Seine Belehrungen unmittelbar in die Seele zu legen. Gott unterrichtet in der Seele, die sich Ihm aufschlieβt, und zwar in der Zurückgezogenheit im eigenen Herzen.

Soviele Seelen vergessen, dass Gott Seine Werke an erster Stelle tief in ihnen zu vollbringen versucht. Sie suchen Ihn überall, auβer in sich selbst: Sie entfernen sich vom Jerusalem der eigenen Seele, lassen Gott dort alleine zurück, und verlieren Ihn. Er hat Sich in ihnen niedergelassen, sie allerdings, suchen Ihr Heil in der Welt. Das eigene Herz und die eigene Seele werden zu den gröβten Unbekannten. Bekehrung ist eine Verfassung, in welcher die Seele plötzlich auf ihren Irrwegen umkehrt und zum Jerusalem der eigenen Seele zurückkehrt um dort Jesus zurückzufinden. An wahrer Bekehrung arbeitet die Seele 'drei Tage lang', wobei 'drei Tage' symbolisch steht für 'ein ganzes Leben lang', denn wahre Bekehrung muss Tag für Tag weiter ausgearbeitet und erneuert werden.

Wenn die Seele Jesus tief in sich zurückgefunden hat, wird Er mit ihr 'nach Hause zurückkehren', mit anderen Worten: Er wird der Seele auf allen ihren Wegen folgen, bis sie Ihn aufs Neue verliert.

Lasset uns heute neu damit anfangen, uns selbst zu entdecken und zur wahren Selbsterkenntnis zu gelangen. In uns liegt ein Tempel, von Gott gemacht, in dem Er ständig unterrichtet, lebt, wirkt. Wir können Seine Gegenwart und Sein Wirken dort nur wahrhaftig entdecken in der Stille, in der Besinnlichkeit, im aufrichtigen Sehnen danach, nur mit und bei Ihm zu sein, weg von den Täuschungen der Welt. Wo Gott ist, ist die Wahre Liebe. An und für sich ist diese wie eine Blüte, die Verzückung, Freude und Frieden bringt. Verbindet man das eigene Herz mit ihr, so wird sie zu einer Frucht, welche die Seele wahrlich nährt. Dies ist es, was geschieht, wenn die Seele unaufhörlich Gott in sich selbst sucht, und sie lernt, die Welt als Garten voller Blüten aus Kunststoff zu betrachten: Aus der Ferne anziehend, aber eine tiefe Enttäuschung wenn man sie in die Hand nimmt, denn sie sind weder duftend noch fruchtbar. Die Welt ist keine Trägerin des Lebens, Gott schon, aber Er kann nur eine Seele zum Leben erwecken, wenn diese aktiv nach Ihm sucht.

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23. BARMHERZIGKEITSSONNTAG

erster Sonntag nach Ostern

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute feiern wir Gottes Barmherzigkeit. Es handelt sich da um eines der gröβten Geschenke von Gottes Liebe für die Seelen, ein Geschenk, das allerdings nicht von allen Seelen richtig verstanden wird.

Die Barmherzigkeit ist der Ausdruck von Gottes grenzenloser Liebe, durch welchen Er Sich dazu bereit zeigt, Sünden und Fehler zu vergessen, die eigentlich an sich Bestrafung verdienen würden. Sie ist, mit anderen Worten, der ultimative Ausdruck Seiner Milde, Seiner Vergebung und Seiner Güte. Barmherzigkeit ist die Eigenschaft, durch welche Gott der Menschheit weiterhin die Gnade der Vergebung schenkt, trotz der Tatsache, dass sie diese als Ganze sogar nicht mehr verdient, besonders weil die Menschenseele aufgrund des Neuen Bundes nicht länger eine Entschuldigung dafür hat, ein Leben in blinder Sündhaftigkeit zu führen.

Reine Liebe, die beim Geliebten Schwachheit vorfindet, wird zu Barmherzigkeit, dem Wunsch, sich des Geliebten in dessen Schwachheit und Kleinheit zu erbarmen, ihn zu beschützen und mit allen guten Dingen zu überhäufen. Die Barmherzigkeit ist eine Form sehr tiefer Liebe, im Bewusstsein dessen, dass der Geliebte schwach und klein und verletzlich ist, aber mit dem festen Willen, trotzdem vollkommen dessen Würde zu wahren.

Die Seelen freuen sich sehr wegen dieses Göttlichen Geschenkes, und mit Recht. Trotzdem weist die Himmelskönigin darauf hin, dass einige Bedingungen erfüllt werden müssen damit es kein 'totes' Geschenk bleibt. Gottes Barmherzigkeit ist kein erworbenes Recht, sondern eine Gnade, und kann sich in der Seele nur in dem Maβe auswirken, wie diese:

  • sich eins mit Gottes Willen zu machen versucht. Dies heiβt, dass sie in allem voll die Verwirklichung Seiner Anliegen anstrebt. Wegen der andauernden Sündhaftigkeit der ganzen Menschheit ist Gottes Barmherzigkeit eine unverdiente Äuβerung Seiner vollendeten Liebe. Die Seele kann ihrerseits Gottes Liebe nur dadurch ansatzweise gewissermaβen konkret würdigen, dass sie die Verfügungen von Gottes Vorsehung in ihrem Leben anzunehmen versucht, im Klartext: dadurch, dass sich die Seele nicht gegen die Prüfungen und Kreuze des Lebens auflehnt, und nicht einen Groβteil ihrer täglichen Anstrengungen an Versuchen orientiert, von diesen Prüfungen und Kreuzen befreit zu werden;
  • die konkrete Anwendung der Wahren Liebe in allen ihren Formen anstrebt, Gott und allen ihren Mitgeschöpfen gegenüber. Sämtliche Äuβerungen von Selbstsucht, Materialismus, Gleichgültigkeit Gott und den Mitgeschöpfen gegenüber, Mangel an Ehrfurcht Gott und Seinen Werken (u.a. Seinen Werken in den Mitgeschöpfen) gegenüber, dem Willen zu verletzen oder zu zerstören, hindern Gottes Barmherzigkeit daran, sich im eigenen Leben auszuwirken;
  • eine makellose Reinheit anstrebt. Die Seele kann kaum auf die Wirkungen von Gottes Barmherzigkeit in ihrem Leben Anspruch erheben solange sie in ihrem Herzen negative Verfassungen und Einstellungen gegenüber ihrem Mitmenschen hegt, diesem zu schaden versucht, Jesus in ihrem Mitmenschen verfolgt oder verleumdet, den Werken, die Gott in ihrem Mitmenschen und durch ihn zu verwirklichen versucht, in die Quere kommt, und im Allgemeinen der Finsternis durch ihr Verhalten, ihre Worte, ihre Gedanken, Gefühle, Wünsche oder Bestrebungen dient.
  • aufrichtig dazu bereit ist, zu vergeben. Eine Seele, die ständig einen Groll hegt wegen irgendwelchen Vergehens, das ihr Mitmensch vermeintlich gegen sie begangen habe, oder die nicht von Herzen vergibt, weist dadurch nicht nur einen groβen Mangel an Liebe auf, sondern ebenfalls eine ungesunde Bindung an die Einzelheiten ihrer Vergangenheit, wodurch sie gegen den wahren Zweck des Lebens verstöβt: Im Leben auf Erden hat keine einzige Einzelheit eine Bedeutung oder einen Wert an sich, sondern jede Einzelheit dient ausschlieβlich der Vervollkommnung der Seele. Die Seele, die an Einzelheiten festhält, steht ihrem eigenen Wachstum und ihrer eigenen Blüte im Wege, und kann – genauso wie beim Mangel an Vergebung – ihrem Mitmenschen und Gottes Heilsplan beträchtlich schaden.

Gottes Barmherzigkeit ist der Mechanismus, der die Auswirkungen von Gottes Gerechtigkeit lindert. Die Seele darf nie davon ausgehen, dass sie Gottes Barmherzigkeit automatisch zuteilwird, ohne eindeutige Zeichen des guten Willens in ihren Anstrengungen um Gottes Gesetz einzuhalten (durch die Erfüllung der vier oben aufgeführten Punkte). Die Seele kann tatsächlich die Wirkungen von Gottes Barmherzigkeit in ihrer eigenen seelischen Entwicklung und auf ihrem eigenen Lebensweg selber lähmen oder abschalten, falls sie durch ihr Verhalten, ihre Worte, ihre Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen zu erkennen gibt, dass sie das Licht (die Liebe) nicht von Herzen MEHR liebt als die Finsternis (Sünde, Untugend, aber auch Gleichgültigkeit gegenüber der aktiven Anwendung der Liebe). Je mehr die Seele Gottes Barmherzigkeit für sich selbst abschaltet, desto mehr schaltet sie selbst die Wirkungen von Gottes Gerechtigkeit für sich selbst ein, die ihr Leben gemäβ der nüchternen Bilanz der Liebe richten wird, welche sie aufgebracht hat, oder eben nicht.

Aus diesem Grund ist dieser Tag an erster Stelle ein Aufruf von Gottes Liebe an die Seele, damit sich diese ihrerseits in ihrer Liebe zu Gott, zu Seinen Plänen und Werken, und zu allen ihren Mitgeschöpfen vervollkommnet. Lasset uns heute ganz bewusst dafür beten, diese Gnade zu erhalten, damit wir nicht nur in der Absicht zu Gott gehen, Seine Geschenke entgegenzunehmen, sondern um uns selbst Ihm darzubieten. Nur dazu haben wir dieses eine Leben erhalten.

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24. MARIA, MUTTER VOM GUTEN RAT

26. April

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir der Mutter vom Guten Rat. Die Gottesmutter trägt diesen Titel als Zeichen dafür, dass Sie als Braut des Heiligen Geistes die Geister und Herzen für Gottes Licht erschlieβen helfen kann. Ratlosigkeit ist eine Verfassung, welcher die Seele dann anheimfällt, wenn ihr ihre Lebenslage oder aber ein Element ihres Lebens, das sie für wichtig hält, wie ein unlösbares Problem vorkommt.

Die Herrin aller Seelen lehrt, dass die Menschenseele in dem Maβe zu besseren, tieferen, klareren Erkenntnissen von ihrer Lebenslage und sämtlichen Elementen derselben gelangt, wie sie sich von Gottes Licht führen lässt. 'Sich von Gottes Licht führen lassen' tut die Seele in dem Maβe, wie sie nicht immer gleich mit dem Verstand an ihre Umwelt und ihre Lebenssituationen herangeht, sondern sich hin und wieder ihrer selbst entleert und tief in sich hinein hört, und dabei durch den festen Willen beseelt ist, ihre ganzen Einstellungen, Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle und Bestrebungen in den Dienst von Gottes Plänen und Werken zu stellen. Gottes Geist spricht nicht ausschlieβlich im Verstand, sondern in erster Linie im Herzen. Die Seele stellt ihren Kontakt zu Gott bekanntlich an erster Stelle im Herzen her. Aus diesem Grunde sagt die Himmelskönigin immer wieder, die Seele soll 'weniger denken und mehr fühlen'.

Als Mutter vom Guten Rat erinnert uns die Gottesmutter daran, dass Sie auch in jener Hinsicht Brücke zwischen der Seele und Gott ist, dass Sie die Seele, der es zeitweise an jeglichem Wegweiser durch das Labyrinth des Lebens fehlt, für die Durchströmung des Göttlichen Lichtes, der Inspirationen, der Weisheit, der Erkenntnisse, aufschlieβt. Sie macht also gleichsam die Zufahrtsstraβe in die Seele frei, so dass diese das Licht von Gottes Wirken in sich auftanken und ihre Verwirrung, ihre seelische Blindheit, ihr inneres Chaos, ihre innere Finsternis wieder durch den Frieden der Sicherheit ersetzen kann, dass Gott 'wieder da ist'.

So weist die Mutter vom Guten Rat der Seele den Weg, über welchen diese ihre Lebensreise auf die zweckmäβigste Weise absolvieren kann. Dies tut Sie an jeder Wegkreuzung, wo sich die Seele nicht zu der zu wählenden Richtung zu entscheiden vermag oder sich nicht mehr weiter traut. Sie wartet nur auf das Bitten und das Vertrauen der Seele.

Die Mutter vom Guten Rat möchte die Hand sein, die den Lichtschalter anknipst wenn die Welt das Herz verfinstert hat. So bringt Sie die Strahlen des Heiligen Geistes in die Seele hinein und wird Sie zum Zeichen der Hoffnung für die Seele, die sich durch das Leben schleppt, unter den Bürden eines Übermaβes an weltlichen Eindrücken und Gedanken, die den leichten Flug des Herzens gehemmt und jeglichen klaren Blick auf die wahre Bestimmung und den wahren Sinn ihrer Lebensreise verschleiert haben.

Lasset uns Ihr heute unser Herz und alle seine Nebel anvertrauen, damit Sie uns wieder für das Licht aufschlieβen kann, das den wahren Frieden Christi bringt.

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25. MARIÄ MUTTERSCHAFT – MUTTER DER KIRCHE

zweiter Sonntag im Mai (Muttertag)

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute feiern wir unsere Mütter. Gerne gedenken wir ebenfalls der Mutter aller Mütter, die so leicht vergessen wird, wie es Maria Selbst im Jahre 2001 voller Sehnsucht im Gebet 283 zum Ausdruck bringen lieβ.

Die Mutter ist eine Seele, die dazu berufen ist, für ihre Kinder ein Ruhepunkt zu sein, eine Oase der Zuflucht in den schmerzvollen oder schwierigen Stunden des Lebens, eine Quelle neuen Friedens und sicherer Geborgenheit, wenn sich das Kind von allen verlassen fühlt. Sie ist da wenn alles leer erscheint, sie salbt wenn Wunden geschlagen sind. Das alles, weil es ihre Berufung ist, weil Gott sie so hat werden lassen.

Die Mutter Jesu besaβ das Charisma, dies alles in höchster Vollkommenheit zu verwirklichen, nicht nur für Jesus bis einschlieβlich dessen Passion, sondern für jede Seele, mit der Sie durch Gottes Vorsehung in Berührung gebracht wurde. Dieselbe Vorsehung Gottes hat Maria jedem und jeder von uns als Ewige Mutter geschenkt. Gerade dieses Göttlichen Geschenkes gedenken wir heute in Wirklichkeit als einer der gröβten Äuβerungen von Gottes Liebe und des Ausmaβes, in welchem Er Sich von Anfang an nach unserem Ewigen Heil gesehnt hat.

Tatsächlich, letztendlich hat Jesus gerade zu jenem Zweck (unserem Ewigen Heil) Maria allen Seelen, und alle Seelen Maria geschenkt, und zwar vom Kreuz herab, wo Er das einmalige Werk unserer Erlösung krönte. Wir müssen daraus wohl den Schluss ziehen, dass Marias Mutterschaft als Teil der Vollendung unseres Heils gemeint war. Es gibt somit wohl keinen besseren Grund, das Geschenk dieser Mutterschaft richtig zu würdigen.

Vergessen wir nie, dass die Verkündigung Mariä als Herrin aller Seelen letztendlich Ihre Mutterschaft als Grundlage hat. Tatsächlich, gerade weil Gott uns Maria zur Herrin bzw. Führerin bzw. inneren Umgestalterin unserer Seele geschenkt hat innerhalb einer von Ihm Selbst (in der Gestalt Jesu und aus Seinem Munde) bestätigten Mutterschaft über alle Menschenseelen, trägt Ihre Eigenschaft als Herrin aller Seelen voll und ganz Gottes Unterschrift: Die Heilige Jungfrau ist für jede Menschenseele immer gleichzeitig Herrin und Mutter, weil in Ihr die Macht und die Weisheit zur inneren Führung und Umgestaltung jeder Seele unter allen Umständen mit der Liebe und dem Schutz der Mutterschaft verbunden sind.

Das ist es halt, was etwas Groβes nicht nur groβ macht, sondern wahrhaftig auf die Göttliche Quelle verweist: die Liebe. Das heutige Fest soll ein Fest des Dankes dafür sein, dass Gott uns sowohl eine Mutter bereitet hat, die unser irdisches Leben als Reise zur seelischen Vervollkommnung und somit zur Ewigen Glückseligkeit in die Wege geleitet hat, als auch eine Mutter, die uns für das wahre Leben für die Ewigkeit, das Göttliche Leben, gebären möchte und kann: Maria, Mutter Gottes und Mutter unserer armen Seele zugleich. Bieten wir Ihr heute den Blumenstrauβ unseres Herzens und unseres guten Willens an, am Ende unserer Reise aus diesem Exil durch Sie und mit Ihr durch das Goldene Tor ins Paradies hineinzuwandern.

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26. CHRISTI HIMMELFAHRT

Donnerstag nach dem fünften Sonntag nach Ostern

TOTUS TUUS, MARIA !

Christ ist die Seele in dem Maβe, wie sie bereit ist, im Alltag Christus nachzufolgen, und dies auch in jeglicher Situation zu tun versucht. Wer an Jesus denkt, sieht meistens gleich Folgendes:

  • den Lehrenden
  • den Wunderwirkenden
  • den Leidenden
  • den Auferstehenden

Keine Seele kann Jesus ganz aus eigener Kraft in der Vollkommenheit nachfolgen, dies alles muss in der innigsten Zusammenarbeit zwischen Gott und der Seele zustande gebracht werden, wie Gott es überhaupt für alle Seine Werke vorgesehen hat: Gott bedient den Schlüssel, die Menschenseele muss das Schloss bereitstellen, im Mittelpunkt ihres Wesens.

Was heiβt es denn konkret, Jesus nachzufolgen bzw. mit Ihm mitzuwirken, damit Schlüssel und Schloss zueinander passen und die Seele sich aufschlieβen lassen kann? Es heiβt:

  • dem lehrenden Christus nachfolgen = sich die Lehre Christi – die Lehre der vollendeten, in jeder Einzelheit des Alltags angewandten Liebe – völlig einverseelen und dementsprechend handeln, denken, sprechen, fühlen, anstreben, sein. In dieser Zeit versucht Gott, die tieferen Erkenntnisse von dieser Lehre durch Maria in den Seelen reifen und blühen zu lassen, in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens;
  • dem wunderwirkenden Christus nachfolgen = sich den Wundern der inneren Umgestaltung, der seelischen Heilung, aufschlieβen, welche Gott in dieser Zeit in hohem Maβe durch die Mutter Christi zu wirken versucht. Die Umgestaltung der Seele in eine wahrhaftig heilige Seele ist tatsächlich das Gröβte der Wunder. Zu dem Zweck hat Gott Maria die Vollkommenheit und die Macht geschenkt, Seelen innerlich ganz umzugestalten. Deshalb ist Sie die Herrin aller Seelen, die Domina Animarum Omnium, kraft Göttlicher Verfügung, in welcher Eigenschaft Sie die Ihr vollkommen geweihten Seelen auf den goldenen Weg zur Heiligung führt;
  • dem leidenden Christus nachfolgen = sämtliche Prüfungen des Lebens liebevoll und protestlos annehmen, tragen, und sie zwecks Vermehrung und Krönung ihrer Heilwirkung für die Seele und ihrer Lebenskraft innerhalb von Gottes Heilsplan an Maria weihen, die von Gott als Goldene Brücke zum Heil, zum Herzen Christi, vorgesehen worden ist;
  • dem auferstehenden Christus nachfolgen = so leben, dass auch die eigene Seele die Verheiβung der Auferstehung und somit auch jene der Himmelfahrt an sich verwirklichen lassen kann. Genau die Wege dorthin lehrt Gott uns durch die Herrin aller Seelen.

Heute feiern wir das Fest der Himmelfahrt Christi. Gott sehnt Sich danach, dass jede Seele nach ihrem irdischen Leben den eigentlichen Weg in den Himmel antreten kann. In gewissem Sinne bereitet die Seele ihre 'Himmelfahrt' bereits hier auf Erden dadurch vor, dass sie sämtliche Bürden und Prüfungen ihrer Reise durch dieses Tal der Tränen in vollkommener Ehe mit der wahren Liebe und mit der Anwendung der Kenntnisse und Erkenntnisse von Gottes Wahrheit so wirkungsvoll in Gottes Herzen sät, dass ihr ganzes Leben zu einer immer mehr blühenden Vergeistigung wird: Sie löst sich immer entschiedener von ihren weltlichen Anhänglichkeiten und Gewohnheiten los, damit ihr 'Flug nach oben' immer leichter wird. Alles Weltliche, jegliche Spur der Welt in der Seele, wird dem Blühen der Seele untergeordnet. Die Seele wird so, wie Gott sie ursprünglich gemeint hat: immer mehr Geist (nicht in der Bedeutung eines 'denkenden Wesens', sondern in jener eines 'von der Materie losgelösten Wesens' und 'eines Wesens, das sich möglichst weitgehend von allem Denken, Fühlen und Wünschen losgelöst hat, das am Materiellen orientiert ist'). Für dieses 'Säen in Gottes Herzen', wodurch die Seele den Gipfel ihrer Fruchtbarkeit verwirklichen kann, hat Gott den Seelen eine Erfolgsmethode geschenkt: jene der vollkommenen und beharrlich gelebten Weihe an Maria.

Durch die vollkommene, beharrlich gelebte, bedingungslose Weihe an Maria bereitet sich die Seele nach Gottes höchsten Wünschen auf eine völlige Vergeistigung und eine Wiedergeburt für das wahre, Göttliche Leben vor. Diese Wiedergeburt ist wie eine Auferstehung, die eigentlich Tag für Tag erneut wird, bis sie in der 'Himmelfahrt' der Seele ihre Vollendung für die Ewige Glückseligkeit erhalten kann, nachdem die Seele die ihr von Gott erteilte Lebensaufgabe vollkommen absolviert haben wird.

Jesus brauchte keine Wiedergeburt, Er war die lebende Vollkommenheit. Seine Himmelfahrt sollten wir somit nicht lediglich als den Endpunkt des Lebens Christi als Gott-Mensch auf Erden betrachten, sondern – und da liegt für jede(n) von uns heute die groβe Einladung und Herausforderung – als die groβe Verheiβung nach dem unaufhörlichen Kampf, dem wir hier auf Erden ausgeliefert sind. Gott wird uns zu Sich in den Himmel nehmen. Allerdings obliegt uns zunächst die heilige Pflicht, die Saat des Heils, mit welcher Er jede(n) von uns so reichlich versehen hat, dem Boden Seines Herzens anzuvertrauen, in einer lebenslänglichen Arbeit mit den Werkzeugen, die Christus für uns geheiligt hat: die Leiden, die Prüfungen, die Bürden, die wahre Liebe, die Aufgeschlossenheit für die Fülle der Wahrheit, und die richtig und bedingungslos gelebte Weihe.

Der Weg ist uns bekannt, und Jesus Selbst hat ihn durch das Herz Seiner Mutter verlegt. Die Seele, die durch jenes Herz zu Gott zu reisen bereit ist, wird nach der richtigen Berührung desselben niemals mehr dieselbe sein. Sie wird aus dem Grab ihrer weltlichen Gebundenheit und ihrer Schatten auferstehen, und Jesus auf dem Weg in den Himmel folgen.

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27. MARIA KÖNIGIN DER APOSTEL

Samstag nach Christi Himmelfahrt

TOTUS TUUS, MARIA !

Am Samstag nach der Himmelfahrt Christi gedenken wir der Mutter Christi in Ihrer Eigenschaft als Königin der Apostel. Maria wurde von den Jüngern Jesu von Anfang an nicht nur als die Mutter ihres Lehrers, sondern auch als eine auβerordentlich hoch erleuchtete Seele betrachtet, der sie auch mit viel Erfolg seelische Fragen anvertrauen konnten. Das würden sie nach der Himmelfahrt Jesu auch tatsächlich öfters tun. Noch während des Lebens Jesu auf Erden, betrachteten die Frauen aus dem Gefolge des Messias Maria als 'die Mutter' bzw. 'die Herrin', an die sie sich gerne richteten um Erläuterung als sie die reichen Himmlischen Worte Jesu nicht ganz verstanden.

Nach der Himmelfahrt Jesu war Maria voll und ganz die moralische Stütze und die Brücke der Ermutigung für die Apostel in deren Schwierigkeiten bei der Evangelisierung. Marias unüberbietbare Heiligkeit, Ihre innere Ruhe, Ihr spürbarer Friede, Ihre vollendete Weisheit, Ihre brennende Liebe und Ihre ganze Ausstrahlung schlechthin machten Sie für die Apostel zu einer nie versiegenden Quelle der Geborgenheit und des Haltes. Öfters hatte ich das unverdiente Vorrecht, in Visionen einiges aus den Beziehungen zwischen den Aposteln und Derjenigen schauen zu dürfen, Die sie als ihre Mutter, Herrin und Königin zugleich betrachteten. Unvergesslich ist dabei der Anblick dieser einzigartigen Ausstrahlung, dieser wunderschönen sanften Augen, dieser Zärtlichkeit in allem Handeln und Sprechen. Ein einziges Wort, ein einziger Blick der Mutter Christi genügte für eine erschütterte Seele damit sie wieder das Licht der Hoffnung und eine völlig neue Kraft fand.

Maria will dies alles auch für jede(n) von uns sein und tun. Apostel im weiteren Sinne des Wortes ist jede Seele, die ihr Leben dadurch ganz an der Förderung von Gottes Heilsplan orientiert, dass sie Gottes Wort, Gottes Werke und ein Vorbild tugendhaften Lebens zu den Seelen zu bringen versucht, und zu diesem Zweck alles daran setzt, ihr ganzes Wesen zu einem Spiegel von Gottes Herzen und zu einem brauchbaren Werkzeug in Seinem Dienst umwandeln zu lassen. In diesem Sinne wäre zum Beispiel jede Seele, die sich für die Verkündigung der Wissenschaft des Göttlichen Lebens und die praktische Anwendung der Worte der Herrin aller Seelen einsetzt, als Apostel der Gottesmutter zu betrachten, und durch Sie, als Apostel Christi, wo doch die Herzen Jesu und Mariä durch ein mystisches Mysterium eins sind, und Ihre Werke, Worte und Zielsetzungen vollkommen eins sind.

Die Seele, die sich mit ihrem ganzen Wesen und ihrem ganzen Wirken Maria verschrieben hat, und Maria gemäβ Gottes sehnlichem Wunsch als ihre Herrin betrachtet, kann das Wirken der Himmelskönigin im Mittelpunkt ihres Herzens, ihres Handelns, ihres Denkens, ihrer Vorlieben und Abneigungen und des ganzen Ablaufs ihres Lebens spüren lernen, entsprechend dem Maβe ihrer Aufgeschlossenheit für Marias Führung und für die Wogen Ihrer Liebe. Für diese Seele will Maria im wahrsten Sinn des Wortes Diejenige sein, Die nun, nach der Himmelfahrt Jesu, wie ein Magnet die Ausgieβungen des Heiligen Geistes zu den treuen Seelen hin zieht, die sich um Sie herum gesammelt haben. Die Königin der Apostel ist der Magnet, der Sich nur dieses einzige Ziel gesetzt hat: Sich im Herzen der treuen Seele anzusiedeln als ständige und unwiderstehliche Einladung an den Heiligen Geist, damit die Seele die Fülle von Gottes Licht und Liebe in sich aufnehmen und verwerten kann.

Als Königin der Apostel gewährt Maria denjenigen besonderen Schutz und besondere innere Führung, denen die Verbreitung und die Erhaltung der Fülle von Gottes Wahrheit wichtig ist, und die sich diese zum wesentlichen Teil ihres Lebensauftrags gesetzt haben, weil sie der Einladung von Gottes Geist Folge geleistet haben. Bitten wir Sie heute darum, Sie möge uns alle zu würdigen Hütern von Gottes Schätzen machen.

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28. PFINGSTEN

siebter Sonntag nach Ostern

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwestern in Jesus und Maria,

Selig sind wir, die wir heute das Pfingstfest feiern und dabei des Kommens des Heiligen Geistes über die junge Kirche Christi gedenken dürfen. Als der von Jesus verheiβene Geist Gottes auf die im Zönakel um Maria versammelten Apostel herabstieg, taufte Er gleichsam die Kirche der einzigen Wahrheit Gottes im Feuer der Ewigen Liebe und der Ewigen Weisheit.

Die Seele, in die das Feuer des Heiligen Geistes eingegossen wird, wird für Gottes Wahrheit aufgeschlossen. Was ist denn Gottes Wahrheit? Die Himmelskönigin, Braut des Heiligen Geistes, bezeichnet Gottes Wahrheit als die Fülle der vollendeten Wirklichkeit. Den Begriff 'vollendete Wirklichkeit' erläuterte Maria eindeutig in Ihrer Ausführung zur Offenbarung vom 25. März 2012. (Unter diesem Wort zum Pfingstfest finden Sie den Begriff noch einmal ausführlich erläutert).

So wie am Ostermorgen Jesus auferstand und so die Seelen für ihre eigene Auferstehung aus der Finsternis der Sünde, der unheilvollen Gewohnheiten und Anhänglichkeiten und der untugendhaften Gedanken, Gefühle und Wünsche aufschloss, so will der Heilige Geist am Pfingstmorgen den Seelen die richtige Wiedergeburt in sämtlichen Tugenden bereiten. Die Auferstehung wies die Fruchtbarkeit der liebevoll getragenen Leiden und Prüfungen für die Erlösung der Seele nach, die Ausgieβung des Heiligen Geistes weist im Grunde genommen eindeutig nach, dass die Seele die Vollendung ihrer Heiligung, die ja letztendlich das Ziel aller Erlösung sein muss, erst wirklich im aufgeschlossenen Kontakt mit dem Heiligen Geist verwirklichen kann.

Wenn wir die Tatsache berücksichtigen, dass wir alle nur dazu da sind, die Heiligung unserer Seele anzustreben, und auf jenem Weg unsere gröβtmögliche Fruchtbarkeit innerhalb von Gottes Werken zu verwirklichen, so verstehen wir gleich den unüberbietbaren Wert der Ausgieβung des Heiligen Geistes in uns. An Gott soll es nicht liegen: Sein Geist sucht in jeder Seele ein Bett, auf dem Er ruhen und auf dem Er Sich nähren kann. 'Sich nähren' tut der Heilige Geist von jedem Zeichen der Sehnsucht der Seele nach Gottes Gegenwart und Wirken in sich und nach der eigenen Heiligung, in der Erkenntnis, dass nur die Heiligung die Seele näher zu Gott bringt. 'Ruhen' tut der Heilige Geist dann, wenn Er die Bereitschaft der Seele vorfindet, Trägerin der Wahrheit und der Gegenwart Gottes zu sein. Mit einer solchen Seele verbindet Sich Gottes Geist und versucht Er auf immer höheren Stufen zu verschmelzen. Da liegt ja Gottes Bestreben: In allem möchte Er mit der Seele Hochzeit schlieβen um gemeinsam Seiner Schöpfung die Fülle seines Glanzes zu verleihen.

Es ist bemerkenswert, dass die Herrin aller Seelen an mehreren Stellen in den Schriften unmissverständlich darauf hinweist, dass Sie durch Ihr Wirken in der Seele letztendlich bezweckt, die Seele auf ein fruchtbareres Wirken des Heiligen Geistes in der Seele vorzubereiten. Die Himmelskönigin ist die Himmlische Gärtnerin, die Saat der Heiligung wird in Gottes Herzen bereitet. In dem Maβe, wie die Seele ihren Boden für die Umgestaltung, Bearbeitung und Gesundung durch die Hand der Herrin aller Seelen bereit stellt (vollkommene Weihe an Maria in jeder Einzelheit des Alltags und Marias Beantwortung derselben!), kann der Heilige Geist den Boden, der durch die Wirkungen der Weihe eingesät wird, ganz für Gottes Werke benutzen. So vollendet der Heilige Geist die Fruchtbarkeit der Seele:

  • die Seele ist ein Grundstück, dessen Boden bei der Schöpfung mit einer gewissen Beschaffenheit und gewissen Eigenschaften versehen worden ist. Der Seelenboden enthält somit Schätze aus Gottes Hand, und ist auβerdem Träger von Gottes Intelligenz, die in ihr sämtliches Wachsen regeln kann, und zwar in dem Maβe, wie die Seele an Gott orientiert bleibt;
  • der Seelenboden wird von der Göttlichen Nahrung befruchtet, die ihr aus den ewigen Verdiensten der Leiden Christi anvertraut wird;
  • vertraut sich der Seelenboden voll und ganz Marias Obhut an, so wird die Himmelskönigin zur Hüterin, Bearbeiterin, Verwalterin und Betreuerin des Bodens. Sie bereitet in diesem die Ernte für Gottes Reich vor;
  • der Heilige Geist tauft den Seelenboden im Feuer des Göttlichen Lebens, das alles Gotteswidrige in ihm verbrennt in der Wahren Liebe und alles, was in der Seele enthalten ist und was sie zusätzlich in sich hat aufnehmen können, zur vollen Reife bringt.

Damit wäre bereits der immense Wert des heutigen Festes ins richtige Licht gerückt. Der Heilige Geist kommt nur zu diesem einzigen Zweck zu den Seelen: um die Vollendung vorzubereiten. Bevor der Weizen geerntet wird, möchte der Herr der Ernte diesen veredeln, nicht nur einmal im Jahr, sondern Tag für Tag. Der heutige Tag erinnert uns daran, dass Gott groβe Pläne mit jeder Seele hegt. Gottes Geist sehnt Sich danach, jede Seele zum Gipfel ihres Mensch-Seins zu führen, damit die Welt erkennen möge, dass sie ein Spiegel Gottes ist. Von Gott sind wir alle ausgegangen, zu Ihm sollen wir zurückkehren, nicht als Fremde sondern als richtige Heimkehrer: An unserem Weizen soll Er erkennen können, dass wir aus Seiner Saat gewachsen sind. Die Herrin aller Seelen ist genau dazu berufen, dies in der Seele verwirklichen zu helfen: Sie will mit der Seele die Hochzeit eingehen, damit diese für die letztendliche Hochzeit mit Gott – Vater, Sohn und Heiligem Geist – bereit ist.

Heute werden wir wieder auf eine ganz besondere Art und Weise an die Verheiβung dieser Hochzeit erinnert. Möge der Göttliche 'Vollender' uns heute vollkommen aufgeschlossen vorfinden, besprengt mit dem Parfüm Seiner Himmlischen Braut.

Exkurs über die vollendete Wirklichkeit

Maria wies früher bereits darauf hin, dass es eine sichtbare und eine vollendete Wirklichkeit gibt. Die vollendete Wirklichkeit ist die allumfassende Wirklichkeit, von der die Seele auf Erden nur einen Bruchteil (die sichtbare Wirklichkeit) wahrnehmen kann. Auf diesem Unterschied basieren mehrere Dinge, u.a.:

  • die mystische Wahrnehmung, die im Grunde genommen eine (dauerhafte oder aber kurzfristige, je nach Gottes Willen) Erweiterung der sichtbaren Wirklichkeit ist. In der mystischen Wahrnehmung wird es der Seele vergönnt, Dinge zu sehen, zu hören, zu spüren und bzw. oder zu empfinden, die über das normal Sichtbare hinaus steigen. Jene Dinge gehören zur 'vollendeten' Wirklichkeit. Es gibt sie, aber normalerweise nehmen wir diese auf Erden nicht wahr;
  • die vollkommene Anwendung der Tugend der Hoffnung: In dieser vollkommenen Anwendung lebt die Seele so als wäre der Zustand, auf den sie hofft, bereits vollendet. In Wirklichkeit ist er das, aber die Seele merkt davon noch nichts. Die wahre Hoffnung ist deshalb ein Ausdruck eines vollendeten Glaubens. Die Seele lebt so, als wäre ihre Wirklichkeit bereits die vollendete Wirklichkeit, die sie eines Tages, nach ihrem irdischen Leben, in der Fülle leben wird.

So zeigte mir die Herrin aller Seelen bereits wiederholt Sich Selbst auf einem Thron mit dem Bösen unter dem Fuβ bzw. Dämonen, die Ihr kniend zu Füβen liegen. Sie erläutert solche Bilder mit den Worten, dass unsere sichtbare Wirklichkeit die Seelen nicht ahnen lässt, dass die Macht der Himmelskönigin über den Teufel und seine Werke absolut vollendet ist. Die äuβerste Demütigung Satans unter den Füβen der Himmelskönigin ist Teil der vollendeten Wirklichkeit, weil sie Gegenstand einer Göttlichen Verfügung ist. Die Herrin erläuterte diesbezüglich, dass jede Göttliche Verfügung ab Ihrem 'Entstehen' unverzüglich Teil der vollendeten Wirklichkeit ist, weil kein einziges Wort Gottes jemals unerfüllt bleibt. Unsere sichtbare Wirklichkeit hängt mit unserer Empfindung der Zeit zusammen. Die vollendete Wirklichkeit hängt mit dem Zeitlosen zusammen. Was wir jetzt noch nicht sehen, kann sehr wohl bereits in Gottes Herzen in der Fülle verwirklicht sein. Wir brauchen allerdings die Entwicklung der Heilsgeschichte (= das Fortschreiten der Zeit) um festzustellen, dass immer mehr Elemente der vollendeten Wirklichkeit in die sichtbare Wirklichkeit hinüberflieβen.

Aus diesem Grund sagt die Herrin aller Seelen mit Recht, dass der Satan jetzt bereits Ihr Sklave ist. In Gottes Herzen liegt er Ihr endgültig zu Füβen, und zwar seit Ihrer Unbefleckten Empfängnis. Sie Selbst empfand die Fülle dieser Macht bereits während Ihres irdischen Lebens, in welchem Sie lediglich Dämonen zu Ihren Füβen zu befehlen brauchte um festzustellen, dass diese nicht anders konnten, als sich vor Ihr niederzuwerfen. Einige Male hat Sie dies auch getan, wie Sie in mancher Schrift der Wissenschaft des Göttlichen Lebens hat erwähnen lassen. Die Engel haben dies seitdem bezeugen können. Wir werden es später sehen dürfen. Ihre absolute Macht über den Bösen kam übrigens auch durch Ihre vollkommene Sündenlosigkeit zum Ausdruck.

Das Bild der Himmelskönigin mit dem Fuβ auf der Schlange – symbolisch für Satan und sämtliche Werke der Finsternis – ist ein Ausdruck der vollendeten Wirklichkeit: Die Gottesmutter hat in Gottes Wirklichkeit den Kampf gegen die Mächte der Finsternis bereits voll und ganz gewonnen, weil dieser Sieg Teil von Gottes Heilsplan ist. Von den Seelen auf Erden wird nun ein Leben in vollkommenem Glauben, vollkommener Hoffnung und vollkommener Weihe (die ja der vollkommenste Ausdruck der wahren Liebe zu Gott und Seinen Werken und Plänen ist) verlangt, damit die vollendete Wirklichkeit vollständig in die sichtbare Wirklichkeit hinüberflieβen kann. Dieses Letztere wird bei der Gründung von Gottes Reich auf Erden im absoluten Sinne der Fall sein. In Gottes Reich auf Erden wird jedes Herz ausschlieβlich und hundertprozentig nur von den Wirkungen des Heiligen Geistes geprägt sein – einem vollendeten Pfingsten.

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29. MARIA HILFE DER CHRISTEN

24. Mai

TOTUS TUUS, MARIA !

Der Titel der Gottesmutter, dessen wir heute gedenken, bringt auf eine ganz besondere Weise Gottes Liebe zum Ausdruck. Christ zu sein ist nicht, wie es sich der Mensch denken würde, eine Frage des Ortes, an dem eine Seele ihren irdischen Lebensweg antritt, noch eine reine Frage der Familie, welcher sie von Gottes Vorsehung anvertraut wird, noch eine reine Frage der Erziehung. Wahrhaftig Christ zu sein, ist eine Berufung. 'Christsein' im wahrsten Sinn des Wortes, ist kein Namensschild, sondern die Bezeichnung einer im Alltag konkret gelebten Lebenshaltung, einer in der Alltagspraxis angewandten Einstellung des Herzens: Es heiβt Nachfolge Christi, nicht an erster Stelle im Sinne einer 'Nachahmung' Seines Lebens – denn die konkrete Gestaltung des Lebens in allen Einzelheiten wird letzten Endes immer von Gottes Vorsehung gelenkt – sondern im Sinne der Vereinigung mit den Herzensverfassungen Jesu, durch welche die Seele an die Situationen, die Gottes Vorsehung auf ihren Weg bringt, vollkommen im Geist Christi herantritt.

Das aufrichtige Sehnen danach, so zu leben, als wäre das eigene Herz Spiegel der Wahren Liebe, ist eine Berufung, ein lebenslänglicher Auftrag. Wegen der Tatsache, dass sich jedes Menschenleben vor dem Hintergrund des Kampfes zwischen Licht und Finsternis abspielt, sind Prüfungen in jedem Leben gleichsam vorprogrammiert. Von alleine geht gar nichts, Gott hat es so vorgesehen, dass alles im Leben nur in dem Maβe fruchtbar wird wie die Seele es in innigster Zusammenarbeit mit Gott zu vollbringen bestrebt ist. Daher gerade der unüberbietbare Segen der vollkommenen Weihe an Maria.

Die Gottesmutter ist in absoluter Vollkommenheit dafür gerüstet, die Seelen bei ihrer inneren Entfaltung zu führen, sie so umzugestalten, dass die Himmlische Saat ihrer Talente, Gaben und der ihnen zuflieβenden Geschenke von Gottes Vorsehung zur höchst möglichen Fruchtbarkeit gelangen kann. Das alles ist im wahren Sinne des Wortes Hilfe bei der Vervollkommnung des Christ-Seins und somit bei der Ausfüllung dieser wundervollen Berufung, kleine Spiegel Christi zu sein. Vergessen wir nicht, dass den Christen die Obhut über das Vermächtnis Jesu Christi, Gottes Wahrheit, die Schatzkammer der traditionellen, von Jesus erschlossenen Werte, anvertraut worden ist.

Letztendlich gilt es in diesem Leben für jede Seele, für all dasjenige, was sie von Gott erhält, sogar – ja, dort noch am meisten – für das gewöhnlich als unangenehm Erfahrene, das Höchstmaβ an Wirkung zu erzielen. Nichts passiert im Leben 'nur so', es hat alles einen tiefen Sinn, und Gott lässt viele Dinge, deren Sinn sich unserem Verständnis entzieht, deswegen zu, weil sie uns als Lebensversicherung für das Ewige Leben dienlich sein können. Aus diesem Grund sollte Maria als Hilfe der Christen nicht in erster Linie als Diejenige betrachtet werden, die für Lösungen im Bereich unserer weltlichen Nöte zuständig ist. Solche Lösungen erhält die Seele wesentlich aufgrund ihres felsenfesten Glaubens an Gottes Liebe und an die sinnvollen Wirkungen Seiner Vorsehung. Die Gottesmutter, Hilfe der Christen, ist den Seelen an erster Stelle als Brücke über die Schluchten geschenkt worden, die auf ihrem Lebensweg hin und wieder versuchen, eine geschmeidige seelische Entwicklung zu unterbrechen.

Während der Böse die Absicht hegt, die Seele möglichst zweckmäβig von Gott und ihrer Heiligung entfernt zu halten, ist es Marias Berufung, die Seele immer näher zu Gott zu bringen und sie seelisch im höchsten Ausmaβ entfalten zu helfen. So ist Sie die Hilfe der Christen, Diejenige, Die dazu berufen ist, der Seele dabei zu helfen, wahrhaftig Christ zu sein. Das Leben Christi auf Erden hatte kein einziges stoffliches Ziel, sondern war ausschlieβlich an der Erfüllung von Gottes Heilsplan und an der Erschlieβung der Fruchtbarkeit der Seelen innerhalb dieses Plans orientiert. Wahre Nachfolge Christi setzt voraus, dass für uns genau dasselbe gilt: Jede(r) von uns lebt nicht für die Verwirklichung von stofflichen Zielsetzungen, sondern für die aktive Mitwirkung bei der Erschlieβung seiner bzw. ihrer eigenen Fruchtbarkeit innerhalb von Gottes Heilsplan. Zu dem Zweck sieht die Himmelskönigin Ihre Aufgabe an erster Stelle in der Beschützung der Seele guten Willens vor jeglichem finsteren Einfluss, der sie von auβen her in ihrer seelischen Entfaltung stören kann, und vor jeglicher Gefahr, die sie von innen her bedroht: jeglicher Herzensverfassung und jeglicher Schwäche, die der Blüte der zerstörenden Saat der Finsternis zuträglich sein kann.

Kaum eine Seele auf Erden ist dazu imstande, den wirklichen Wert und die wirkliche Natur der Ewigen Glückseligkeit so abzuschätzen, wie diese wirklich sind. In dem Maβe, wie sich die diesbezügliche Erkenntnis der Seele vertieft, wird sie die Unermesslichkeit des Geschenkes ergründen lernen, das in Marias Eigenschaft als Hilfe der Christen verborgen liegt. Unendlich viel gröβer ist das Geschenk, sich einer vollkommenen Brücke in Gottes Herzen bedienen zu dürfen als einer Brücke, wie sich die Seelen diese gewöhnlich vorstellen: einer Brücke über jegliche weltliche Schwierigkeit. Nur eine Brücke der ersten Art führt in das Land der ewigen Glückseligkeit, der wahren Bestimmung unseres Lebensweges auf Erden.

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30. MARIÄ HEIMSUCHUNG

31. Mai

TOTUS TUUS, MARIA !

Es ist ein Tag Himmlischer Freude wenn die Gottesmutter bei der Seele zu Besuch kommt. Wenn Maria die Seele besucht, bringt Sie unvermeidlich ebenfalls den kleinen Jesus, die Mensch gewordene Gottheit, und den Heiligen Geist mit in die Seele herein. Die junge Heilige Jungfrau scheute keine Mühe um Ihre Verwandte Elisabeth zu besuchen: Es kostete Sie eine lange Reise durch eine schwierige Landschaft. Im Grunde genommen war Sie hier Botschafterin von Gottes Vorsehung, die durch Sie Elisabeth gleichzeitig zwei Dinge deutlich machte, wobei wir Elisabeth als Vertreterin der Menschenseele in deren Beziehung zu Christus und Seiner Mutter betrachten dürfen:

  1. dass Sie die Mutter des seit langem erwarteten Messias, des Christus, vom Sohn Gottes, war;
  2. dass Sie die gesegnete Brücke war, derer Sich Gott bediente um den Vorläufer des Messias vom Heiligen Geist in seiner Berufung bestätigen zu lassen, und zwar während sich dieser Vorläufer noch im Mutterschoβ befand.

Die Gottesmutter bringt hier somit den Messias und Seinen Vorläufer miteinander in Berührung während sich jeder der beiden noch im Mutterschoβ befindet.

Maria erfüllt in Ihrem Besuch bei Elisabeth eine bemerkenswerte Rolle: Sie zeigt Sich als:

  • Diejenige, die Gott in Seiner Fülle zu einer Seele bringen kann (Sie trägt den Messias in Ihrem Schoβ);
  • Diejenige, die ein Göttliches Zeichen für die wahre Lebensberufung einer Seele setzen kann. Maria erinnert jede Seele daran, dass es ein wesentlicher Teil ihrer Lebensaufgabe ist, Christus zu verkündigen, so wie Johannes der Täufer dies tat;
  • Diejenige, die von Gott zu einer einmaligen Rolle und einem einmaligen Einfluss innerhalb Seines Heilsplans gerufen worden ist, und die deswegen von jeder Seele mit einem ausreichend seelischen Wachstum würde selig gepriesen werden;
  • Diejenige, die der Seele die Vollkommenheit in den Tugenden vorleben kann (Sie wohnt drei Monate lang bei Elisabeth um dieser Letztgenannten in einer Verfassung vollkommener Selbstverleugnung in allem beizustehen, und Sie zeigt dabei Ihrer Gastfrau wie eine Seele in vollkommener Verschmelzung mit Gottes Herzen in einer Atmosphäre der Besinnlichkeit und der salbenden Stille heilige Werke vollbringen kann).

Heute will die Mutter Christi jede(n) von uns besuchen um die so heilvolle Rolle, zu welcher Sie von Gott für alle Zeiten gerufen war, auch in unserem Leben zu erfüllen. Um dies alles zu tun, bemüht Sie Sich, eine schwierige Reise durch die vielen Barrieren seitens unserer menschlichen Schwächen, unserer weltlichen Anhänglichkeiten, unserer Zweifel, unserer Neigungen um den unterschiedlichsten Untugenden nachzugeben usw., anzutreten. Lasset uns die Gastfreundschaft aufbringen, Ihr die Gelegenheit zu bieten, in uns Ihr heiliges Vorbild vorzuleben. Solange wir Ihr dies ermöglichen, wird Sie Sich unbemerkt durch den Tempel unserer Seele bewegen, und diesen mit dem Atem des Heiligen Geistes erfüllen.

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31. DREIFALTIGKEITSSONNTAG

Sonntag nach Pfingsten

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Ein einziger Gott in Drei Personen: ein Mysterium, das uns daran erinnert, dass Gott eigentlich die lebende Unendlichkeit ist. Das Göttliche lässt Sich nicht aufteilen, lässt Sich nicht einschränken, und existiert ganz aus eigener Kraft. Nichts auβerhalb des Göttlichen Wesens kann Einfluss auf es nehmen, es ist einfach alles, und es umfasst einfach alles, was es überhaupt gibt. Alles ist letzten Endes auf Gott zurückzuführen, weil es aus Seiner Schöpfungsmacht hervorkommt.

Nichts von all dem, was es gibt, kann einer anderen Quelle entspringen als jener von Gottes Herzen. Allerdings ist vieles von dem, was wir wahrnehmen können, menschlicher Herkunft, aber sogar in jenen Fällen hat der Mensch es nicht erschaffen: Er ist für jedes seiner Erzeugnisse mindestens für die Baustoffe desselben auf Gott angewiesen. Nur kann die menschliche Intelligenz selber die Baustoffe so umgestalten, so zusammenfügen, so bearbeiten, dass etwas ganz anderes dabei herauskommt, dessen Göttliche Herkunft sich nicht mehr unbedingt feststellen lässt. Urheber von allem, ist letzten Endes immer Gott allein. Ohne Ihn ist nichts.

Sogar dieses Mysterium der allumfassenden Herrlichkeit Gottes wird hin und wieder als Grund dafür aufgegriffen, Gott als Schuldigen für alles Elend in der Welt, für die Unvollkommenheiten der sichtbaren Schöpfung, darzustellen. Wenn auβer Gott nichts ist und nichts sein kann, muss das alles doch wohl an Ihm liegen? Diesem gottfeindlichen Denken ist eine groβe Täuschung unterlaufen: Dass in dieser Welt so vieles der Finsternis verfallen ist, liegt nicht an Gottes Wirken, und kann gar nicht an Seinem Wirken liegen, da das Wesen und Wirken Gottes vollendete Liebe ist und somit nichts anders als vollendete Liebe hervorbringen kann. Gott hat Seinen Geschöpfen allerdings einen (sogar Seinerseits) unverletzlichen freien Willen geschenkt. Der freie Menschenwille kann somit ohne Gottes Einschreiten in den Dienst finsterer Werke gestellt werden, und der unvollkommene Menschenverstand kann sehr leicht Schlussfolgerungen ziehen, die von der unfehlbaren Göttlichen Intelligenz abweichen.

Gott ist Liebe, und somit können sich Seine Werke aus gar nichts anderem als aus vollendeter Liebe zusammensetzen. Gottes Werke könnten wir im Grunde genommen in drei Kategorien aufgliedern, die letztendlich alle an erster Stelle den Menschenseelen gelten:

  1. Werke der Schöpfung: Im Grunde genommen werden diese Werke, die alle damit zu tun haben, dass etwas (Sichtbares oder Unsichtbares) aus dem Nichts gemacht wird, dem Ewigen Vater zugeschrieben. Da Gott Liebe ist, erschafft Er aus reiner Liebe heraus, und in der Absicht, Sich Selbst und Seine Geschöpfe in zusätzliche Liebe einzuhüllen bzw. die Atmosphäre Seiner Schöpfung um neue Liebe zu bereichern. Gott kann gar keinen anderen Zweck verfolgen als jenen.
  2. Werke der Erlösung: Diese Werke haben alle mit der Befreiung der Seelen aus der Gefangenschaft gegenüber der Sünde zu tun. Sie bezwecken die Verwirklichung der vollendeten Freiheit der Seele. Gott bezweckt, die Seelen auf einen Punkt hinzuführen, wo sie nicht mehr willenlos der Macht der Sünde bzw. jeglicher Versuchung ausgeliefert sind. Die Freiheit der Seele wird dort vollkommen, wo die Seele selber Macht über die Sünde bzw. die Versuchung hat. Diese Wende wurde vom Sohn Gottes, Jesus Christus, für jede Seele durchführbar gemacht. Die Erlösungswerke sind Schlüssel zur Befreiung der Seele aus den Kerkern, in welche sie von ihren Unfähigkeiten, Gottes Liebesgesetzen gerecht zu werden, eingesperrt wird.
  3. Werke der Heiligung: Diese Werke bezwecken die Vervollkommnung der Seelen als Bauwerke Gottes. Dies heiβt nicht, dass je von Gott ein Werk ausgegangen wäre, das unvollkommen wäre. Obgleich vieles in Menschenaugen unvollkommen ist, passt alles genau zu Gottes Plänen mit der Schöpfung und kann es der letztendlichen Vollendung dieser Pläne dienlich sein, weil es von Seinem Willen ausgegangen ist und von Seiner Intelligenz gelenkt wird. Unvollkommen wird etwas, wenn es durch menschliches Einschreiten so in seiner Form, in seiner Entwicklung oder in seinem Ziel beeinflusst wird, dass diese nicht länger Gottes Plänen entsprechen. Aus diesem Grund eben, muss auch die Menschenseele geheiligt werden, da sie unter den unzähligen finsteren Einflüssen der Welt zwangsläufig in ihrer Form, ihrer Entwicklung und ihrem Ziel von Gott entfernt wird. Heiligung heiβt eigentlich: in seinem Wesen und Wirken derart zur Göttlichen Herkunft zurückgeführt werden, dass man in allem Sein und Wirken Heil erzeugen kann, für Gottes Pläne und für seine Mitgeschöpfe. Diese Werke werden letzten Endes in erster Linie dem Heiligen Geist zugeschrieben.
    Zu den Werken der Heiligung zählen auch Werke der (seelischen) Heilung und der Neugestaltung, bei denen es sich ebenfalls um Berichtigungen vor dem Hintergrund der unterschiedlichsten Abweichungen von Gottes Gesetzen handelt.

Alle diese Werke sind Äuβerungen von Gottes Allmacht und vollendeter Liebe. Besonders für die zu den Kategorien 2 und 3 gehörenden Werke bedient Er Sich gerne einer von Ihm auserwählten Brücke: Maria, der Herrin aller Seelen, die seit dem irdischen Leben Jesu auf der höchsten mystischen Ebene mit dem Erlöser ebenso wie mit dem Heiligen Geist verbunden war, sehr aktiv bei der Heiligung der Ihr geweihten Seelen mitwirkt, und deren Werke im Bereich der seelischen und physischen Heilung und der Neugestaltung von Seelen wohlbekannt sind.

Gott ist vollendet, und alle Seine Werke sind vollendet, solange sie nicht von irgendeiner Kraft auβer Ihm berührt werden. Sie geben alle Seiner vollendeten Liebe zu Seiner Schöpfung Ausdruck. Das heutige Fest sollte ein Fest des Dankes für diese Absichten Gottes sein, die letzten Endes ausschlieβlich an unserer ewigen Glückseligkeit orientiert sind. Die Allerheiligste Dreifaltigkeit hat nie etwas anders bezweckt, als dass alle Ihre Geschöpfe die vollendete Liebe, den vollendeten Frieden und das vollendete Glück bereits auf Erden empfinden können. Aus diesem Grunde erschuf Gott die Erde ursprünglich als Paradies. Die Erbsünde (also ein menschliches Einschreiten) nahm diesem Göttlichen Werk Seine Heiligkeit. Aus demselben Grunde liegt unsere Bestimmung auch bei Ihm, Der vollendete Liebe, vollendeter Friede und vollendetes Glück ist. Maria, unsere Himmlische Herrin, kennt jeden Meter des Weges in das Ewige Paradies. Sie ist uns als Reiseführerin dorthin geschenkt worden, aus Liebe.

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32. FRONLEICHNAM

zweiter Donnerstag nach Pfingsten

TOTUS TUUS, MARIA !

Am Gründonnerstag setzte Jesus die Heilige Eucharistie ein. Der Heiland machte nie einen Hehl daraus, dass Er unbedingt bei den Seelen bleiben wollte. Dieses Versprechen war für Ihn einfach Teil des Neuen Bundes: Gott setzt Sich Selber vor Seinen Geschöpfen gegenwärtig. Das ist bemerkenswert. Als Gott die ersten Menschenseelen erschuf, war Er für diese in wahrnehmbarer Form da, weil die ersten Seelen mit einer solchen mystischen Empfindung gerüstet waren, dass Sich Gott, von ihrer Wahrnehmung heraus betrachtet, dauernd in greifbarer Nähe befand. Durch die Erbsünde riss gleichsam das Band dieser spontan feststellbaren Einheit zwischen der Menschenseele und Gott. Mit dem Neuen Bund hat Gott dieses Band wieder herstellen wollen, und zwar in verschiedenen Hinsichten. Der Sohn Gottes kam ja:

  1. den Seelen die Wahrheit der Göttlichen Gesetze in Erinnerung zu bringen, in der Absicht, dass die Seelen ihrem Gott erneut näher kommen können;
  2. durch ein absolut vollendetes Leben von Liebe und Leiden die Erlösung der Seelen aufzuschlieβen, damit sie Gott näher kommen können;
  3. Seine Kirche zu gründen, in welcher und durch welche Gott die Seelen auf eine besondere Art und Weise berühren kann, und zwar durch die Sakramente.

Am Gründonnerstag setzte Sich Jesus Christus, Gottes Sohn, im Allerheiligsten Sakrament gegenwärtig, und zwar für alle Zeiten. In dieser Einsetzung verbarg Gott immense Schätze der Erlösung für jede Seele, die sich danach sehnen würde, sich aus reiner Liebe ihren Gott 'einverleiben zu können'. Das wunderbare Ereignis der Einsetzung der Heiligen Eucharistie als Vertretung der Gegenwart Gottes wurde noch am selben Abend – aus menschlicher Sicht betrachtet – 'überschattet', wegen der Leiden, die im Laufe der darauf folgenden etwa achtzehn Stunden vollbracht werden sollten.

Heute allerdings, gedenken wir auf feierliche Weise der Erfüllung der Göttlichen Verheiβung Seiner feststellbaren, ununterbrochenen Gegenwart bei uns. Zwar musste diese Verheiβung durch den Vollzug der erlösenden Leiden gekrönt und besiegelt werden, aber an sich gibt es kaum etwas Gröβeres als eine Liebe, die Gott dazu veranlasst, unbedingt bei den Geschöpfen bleiben zu wollen, die Ihm wegen der Unvollkommenheit ihrer Liebe zu Ihm so viel Kummer bereiten, und diesen selben Geschöpfen dazu noch den Umgang mit Seiner eucharistischen Gegenwart anzuvertrauen: Das Geschöpf darf, trotz seiner Sündhaftigkeit – d.h. trotz seiner Unfähigkeit, mit Gott unter allen Umständen so umzugehen, wie es das Gesetz der Liebe voraussetzt – die feststellbare Gegenwart seines Gottes genieβen und spürbar in sich aufnehmen (jede Seele), und sogar berühren (die Priester).

Im Grunde genommen lässt sich somit sagen, dass Sich Gott den Seelen völlig hingibt, sogar 'ausliefert'. Ganz einmalig ist dies in dem Sinne nicht, dass Er Sich den Seelen ebenfalls auslieferte damit sie an Ihm Seine schrecklichen Leiden vollziehen. Gerade vor jener Auslieferung jedoch, lieferte Er Sich für alle Zeiten den Seelen aus im allerheiligsten Altarsakrament. Bemerkenswert: Gott macht Sich für alle Zeiten für die Seelen verfügbar, erreichbar, macht Sich ihnen sogar zur tastbaren Nahrung. Gleich darauf beweist Er die Wahrhaftigkeit dieser Verheiβung dadurch, dass Er Sich grenzenlos den Seelen ausliefert zwecks Vollziehung Seiner Leiden: Er legt wortwörtlich Sein Leben als Gott-Mensch in die Hände der Menschen. Jesus Christus hat uns beweisen wollen, dass Seine Liebe zu uns vollendet ist, dass Sein Vertrauen zu uns vollendet ist, und dass der freie Menschenwille tatsächlich unverletzlich ist, denn die Seele darf ihren Gott sogar in den Tod führen.

Allerdings lehrte Jesus uns in diesem Vorgang auch, dass Gott Sich sogar einer sündhaften Anwendung des freien Menschenwillens bedienen kann um Seinen Heilsplan dessen Vollendung wesentlich näher zu bringen:

  • Der freie Menschenwille führte den Gott-Menschen in den Tod, Gott Seinerseits vollzog gerade in jenem Akt Sein Mysterium zur Erlösung der Seelen;
  • Nun darf der Menschenwille frei darüber entscheiden, wie er mit seinem Gott in den Sakramenten umgeht. Gott Seinerseits hat Sich zum Ziel gesetzt, gerade durch jene Berührung den freien Menschenwillen in Seinen erlösenden und heiligenden Willen hinüberflieβen zu lassen.

Liebe, alles nur Liebe... Wo Gott auch immer erscheint und wirkt, wird die Saat der vollendeten Liebe ausgestreut und versucht sie, oft quer durch den Felsboden der menschlichen Härte als Blume wahren Lebens aufzuschieβen. Dies alles heiβt nicht, dass Gott es billigt wenn die Menschenseele ihren freien Willen auf irgendwelche Weise einsetzt, die Seinem Heilsplan nicht dient oder die nicht mit Seinem Willen übereinstimmt. Es liefert allerdings den untrüglichen Nachweis für die Vollkommenheit Seiner Liebe, Seiner Weisheit und Seiner Macht, dass Er alles daran setzt, aus jeglicher Äuβerung der Finsternis Licht zu bereiten. Für den Menschenwillen ist dies keine Einladung zur Sünde oder Untugend, sondern ein Zeichen der Hoffnung für die Seele guten Willens. Heute ist ein geeigneter Tag, uns mal über das alles Gedanken zu machen.

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33. MARIA SITZ DER WEISHEIT

8. Juni

TOTUS TUUS, MARIA !

Maria, die Gottesmutter, wird als Sitz der Weisheit bezeichnet. Die Weisheit kann sehr wohl als das 'Steuersystem' der Intelligenz Gottes gelten. Sie ist die Fähigkeit, durch welche Gott auf vollkommene Weise alles durchschaut und innerhalb des komplexen Ganzen der Schöpfung sämtliche Elemente derart miteinander in Harmonie bringen kann, dass ihre gegenseitigen Beziehungen und Wechselwirkungen eine Entwicklung gewährleisten können, die Heil über jedes dieser Elemente bringt. Vor diesem Hintergrund betrachtet lässt sich leicht der Schluss ziehen, dass Gott Seinen Heilsplan gerade aufgrund Seiner absoluten Weisheit entworfen hat und diesen auch aufgrund Seiner unfehlbaren Weisheit am zweckmäβigsten zu dessen Bestimmung hin zu lenken versucht. Weil Gott nichts ohne die Mitwirkung der Seelen tun möchte, liegt Ihm so viel daran, dass die Seelen ständig zu Ihm beten, damit sie die Weisheit immer weiter in sich entfalten können, so ähnlich wie die Rose ihre Blättchen eins für eins aufschlieβt wenn sie das Licht der Sonne in sich auftrinkt.

Die Weisheit ist dasjenige, was die Seele in den Stand versetzt, innere Zusammenhänge in Gottes Schöpfung, in Seinen Mysterien und in den Gesetzen des Lebens zu sehen und dies alles ansatzweise, aus dem Herzen heraus, zu verstehen.

In der Seele lieβe sich die Weisheit als die Fähigkeit bezeichnen, Gottes Licht vollkommen in sich zunutze zu machen und sich dadurch eine tiefere Erkenntnis von Gottes Motiven zu verschaffen, sozusagen ansatzweise den tieferen Sinn Seiner Beweggründe und Seiner Gesetze zu fassen. Es ist letzten Endes die Weisheit, welche die Seele dazu in den Stand versetzt, ihren freien Willen mit Gottes Willen zu vereinigen, was wiederum – zusammen mit der beharrlich gelebten und angewandten Liebe – der unentbehrlichste Schritt auf dem Weg der Heiligung ist. Nur die Weisheit und die Liebe machen eine Seele zu einem Spiegel von Gottes Herzen.

Maria ist unter den Seelen der einzige absolut vollendete, makellose Spiegel. In Ihrem Herzen haben sich die wahre Liebe und die Weisheit höchstgradig entfalten können, eben weil Sie Ihren freien Menschenwillen im absolut höchsten Ausmaβ in Gottes Willen hat hinüberflieβen – ja, hat auflösen – lassen.

Die Mutter Christi trug die Ewige Weisheit Jesus Christus neun Monate lang unter dem Herzen, was Sie zum heiligsten Tabernakel und gleichsam zum Thron, zum Sitz, der verkörperten Ewigen Weisheit machte. Bedenken wir dabei, dass zwischen Ihr und Jesus nicht nur die physische Einheit existierte, welche jede Mutter mit der Frucht im Mutterschoβ verbindet, wo doch die Frucht ihre Nahrung und ihren Sauerstoff völlig aus dem Blut der Mutter bezieht. Durch ein Göttliches Mysterium wurde Maria auch in einer vollständigen mystischen Einheit mit Jesus untergetaucht. Diese mystische Einheit gab es bereits während Maria den Messias noch in Ihrem Schoβ trug, und diese Einheit sollte erhalten bleiben. Somit hatte Maria in einem absolut einmaligen Ausmaβ Anteil an den Herzensverfassungen Jesu, sollte Sie auf allen Ebenen Ihres Wesens und Empfindens an Seinen Prüfungen und Leiden Anteil bekommen, und sollte Sie ebenfalls mit Erkenntnissen gesegnet werden, welche unter allem Geschaffenen absolut einzigartig waren.

Die Gottesmutter erlebte bereits auf Erden so weitgehende und tiefgreifende Wechselwirkungen mit dem Göttlichen, dass mit Recht von einem vollkommenen Auflösen Ihres Wesens in der Gottheit die Rede sein kann. Maria wurde so hochgradig von Gottes Weisheit, von Seiner Intelligenz, von Seinem Willen und von Seiner Liebe erfüllt, beseelt und geführt, dass Sie von Gott hemmungslos als das vollendete Werkzeug Seiner Gegenwart und Seiner Wirkungen benutzt werden konnte. Aus diesem Grund gilt Sie als der absolut makellose Spiegel Gottes und als die vollendete Bevollmächtigte Seines Wirkens zu den Seelen hin.

Als Maria vom Heiligen Geist überschattet wurde, wurde Sie so vollkommen von Ihm erfüllt, dass Sie die Gegenwart und das Wirken von Gottes Geist in absoluter Vollkommenheit in allen Ihren Handlungen, Worten, Gedanken, Gefühlen, Wünschen, und in Ihrem ganzen 'Sein' ausstrahlte, ausatmete, vergegenwärtigte. Das Wesen Gottes hing einfach wie eine Wolke von Himmlischem Tau um Sie herum, unsichtbar für die Augen des Fleisches, sehr wohl spürbar allerdings für die empfindlichsten Seelen, die bei Ihrem Anblick vor Verzückung wie berauscht waren wegen der Ausstrahlung von Gottes Gegenwart, in welcher Sie so vollkommen untergetaucht war. Maria war und ist der Thron des Heiligen Geistes, der Sitz von welchem herab Gottes Weisheit Seine Geschöpfe regieren kann, wenn diese Ihr dies ermöglichen. Sich dem Sitz der Weisheit zu verschlieβen, ist wie die Verneinung dieses verzückenden Wunderwerkes aus Gottes Herzen.

Maria als Sitz der Weisheit ist kein fiktiver Begriff, kein Ausdruck mittelalterlicher marianischer Frömmelei, sondern eine sehr reelle Wirklichkeit. Das hat Gott den Seelen in den Tagen Jesu und in den Tagen Seiner jungen Kirche gezeigt, und das zeigt Er ihnen in unseren Tagen immer noch. Als Sitz der Weisheit schenkt die Gottesmutter zurzeit den Seelen die Wissenschaft des Göttlichen Lebens, dieses wundervolle schlüssige System von Thesen und Belehrungen im Bereich der Mysterien der Seele und der Werke und Pläne Gottes.

Beten wir, die wir doch noch jüngsthin den Heiligen Geist um Sein Pfingstfeuer baten, heute besinnlich zur Herrin aller Seelen als Sitz der Weisheit, damit die Weisheit, die aus Gott strömt und durch Seinen Thron, so ungeahnt tief von Seinen Gaben erfüllt, jedem und jeder von uns nach seiner bzw. ihrer persönlichen Aufnahmefähigkeit und Aufnahmebereitschaft zur Verfügung gestellt wird, ungehemmt in uns hineinflieβen kann. Maria kann jede Seele genau in dem Maβe und in dem Rhythmus aufschlieβen und erschlieβen, die es ihr ermöglichen, voll und ganz aufzublühen. Sie ergründet jede Seele aufs Tiefste, und hat die Macht erhalten, die seelische Nahrung genau nach unseren Bedürfnissen und nach der Notwendigkeit, die sich aus Gottes Plan mit jedem und jeder von uns ergibt, in uns hineinströmen zu lassen. Sie ist und bleibt ja immer auch die Mutter, Die uns in Sich tragen will um uns mit Sich Selbst zu ernähren und uns für das Göttliche Leben zu gebären.

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34. VATERSCHAFT DES EWIGEN VATERS

zweiter Sonntag im Juni (Vatertag)

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir unserer Väter. Der Vater aller Väter allerdings, der Ewige Vater, der Schöpfer aller Dinge und aller Seelen, wird an diesem Tag leicht vergessen. Das rührt daher, dass sich die Seele gewöhnlich nur über dasjenige freut, was für sie sinnlich wahrnehmbar ist und ihr auβerdem Anlass zur Freude gibt. Eigentlich treffen diese beiden Bedingungen gerade auf den Ewigen Vater in einem gröβeren Ausmaβ als auf was auch immer in unserem Leben zu:

  1. Ist der Ewige Vater nicht wahrnehmbar? Dies ist eine Frage der Art und Weise, wie die Seele auf ihr Leben und ihre Lebenswelt zu schauen pflegt. Konkret im Leben der Seele zugegen ist eigentlich an erster Stelle dasjenige, was sich tief in ihr auszuwirken versucht. Nichts durchdringt die Seele mehr und tiefer als Gott. Vieles in unserem Alltag ist für uns konkret wahrnehmbar, nützt uns allerdings viel weniger als es uns unsere weltlichen Bedürfnisse glauben lassen möchten. Gott dahingegen, hat jede Faser unseres Wesens von Sich Selbst erfüllt. Ob wir Seine Einwohnung überhaupt spüren, und in welchem Maβe, liegt an dem Maβe, wie wir vergeistigt oder aber in der Welt verwurzelt leben, ebenso wie an dem, was wir als Zweck und Ziel unseres Lebens betrachten. Lebt die Seele an ihrer Berufung als Kind Gottes orientiert und lebt sie somit letztendlich vielmehr für dasjenige, was nach diesem irdischen Leben kommt, so werden Gott und Sein Wirken auch in den kleineren Dingen des Alltags die Achse von demjenigen sein, was sie in allem treibt. Gott ist dann für die Seele eine konkrete Realität, auch wenn sie nicht mit der mystischen Empfindung Seiner Gegenwart gesegnet ist.
  2. Ist der Ewige Vater für die Seele kein Anlass zur Freude? Auch dies ist eine Frage der Perspektive. Ohne Gott lebt die Seele nicht einmal. Jede Sekunde ihres Lebens wird von Ihm beseelt. Gewöhnlich ist das Leben auf Erden, aus der Wahrnehmung der Seele heraus, keine Quelle der Freude. Die Welt ist finster und kann somit kaum etwas anderes als Finsternis hervorbringen. Dennoch erkennt die Seele, die sich nicht von weltlichem Denken sondern von Gottes Geist führen lässt, dass jede Prüfung ein Kind der wahren Liebe Gottes ist. Die meisten Prüfungen führt nicht Gott herbei, aber Er lässt sie meistens zu, weil Ihm nur eins wichtig ist: Er sehnt Sich innigst danach, jede Seele für ewig bei Sich in der Glückseligkeit zu haben. Dazu muss sie jedoch ihren Anteil an der Vollendung des Göttlichen Heilsplans vollbringen, d.h. Jesus Christus in der Fülle von demjenigen nachfolgen, was Er die Seelen durch Sein Leben und Seine Worte gelehrt hat – in den Kreuzen, und in der wahren selbstlosen Liebe. Welch groβes Zeichen von Gottes Allmacht: Alle weltliche Finsternis wird in dem Maβe von Ihm in ewiges Licht umgewandelt, wie die Seele den Vollzug dieser Umwandlung bereits in ihrem Herzen 'vorzeichnet' – durch liebevolle, vertrauensvolle Annahme und Weihe.

Wenn die Seele meint, Gott würde ihr keinen Anlass zur Freude geben, hat sie Gottes Wirken und Seine Zielsetzungen sogar ansatzweise nicht verstanden. Gott bereitet nicht nur jeder Seele Freude, Er ist Quelle aller Freude. Fehlt es der Seele an der Fähigkeit, im Herzen die Prüfungen des Lebens aus Himmlischer Sicht zu betrachten, so wird sie nie erkennen, was Gott wirklich für sie, für ihr Leben und für die ganze Schöpfung bedeutet. In jenem Falle wird Gott für die Seele entweder ein unwichtiger Faktor sein (nicht selten ist Gott der Seele völlig gleichgültig) oder hält sie Ihn gar für den groβen Schuldigen, der entweder so gleichgültig ist, dass Er die ganze Finsternis auf Erden tatenlos gewähren lässt, oder aber die Finsternis sogar Selber auslöst.

In anderen Fällen hält die Seele Gott für das groβe Hindernis auf dem Weg einer zügellosen Anwendung unterschiedlicher Untugenden. Denken wir nur an die groβe Täuschung des liberalen Denkens, nach welchem die traditionellen christlichen Werte 'einer ungehemmten Empfindung der Freiheit des Individuums im Wege steht'. Für die Seele, die ihr Leben vor dem Hintergrund dieser Täuschung führt, ist Gottes Gegenwart keine Freude, sondern ein Anstoβ, der möglichst bald und möglichst gründlich aus der Gesellschaft zu entfernen ist. 'Freiheit' ist keine wahre Freiheit wenn sie aus der zügellosen Anwendung der unterschiedlichsten Untugenden und aus einem Anstreben der Befriedigung rein weltlicher Bedürfnisse hervorgeht: In Wirklichkeit ist eine solche Freiheit die Unterschrift unter dem Todesurteil für das Ewige Leben, also unter einem Vertrag ewig dauernder Sklaverei der Finsternis gegenüber.

Solche Verirrungen sind äuβerst schmerzhaft, weil sie:

  • gerade das Gegenteil der Wirklichkeit sind;
  • auf einer Blindheit basieren, die der Böse in allen Seelen herbeizuführen versucht, damit sie die wahre Liebe nicht mehr erkennen und sie in allem Weltlichen versinken wie in Treibsand, aus welchem sie sich kaum noch zu befreien vermögen. Die Verblendung in Bezug auf Gottes Wirken ist wohl die meist verbreitete und tiefst verwurzelte Quelle des Glaubensverlustes in Seelen, und somit eins der erfolgreichsten Gifte, welche der Böse den Kindern Gottes täglich zu verabreichen versucht. Er gewinnt dadurch unzählige Seelen für sich, denn es handelt sich dabei um eine Blindheit, derer sich die meisten Seelen nie bewusst werden.

Gott ist der Vater aller Dinge und aller Seelen. Seine Saat ist der Keim, aus welchem alles Leben entspringt, und welcher der Träger des inneren Programms ist, nach welchem sich das Leben in seiner unendlich verschiedenen Eigenheit entwickelt. In diesem Programm ist bereits dasjenige vorgesehen, was das Lebewesen benötigt um das Höchstmaβ an Fruchtbarkeit und Nutzen innerhalb des Göttlichen Heilsplans zu verwirklichen. Die Saat des Ewigen Vaters ist somit der Blaudruck der vollendeten Liebe. Die Liebe ist die einzige Quelle allen Lebens und aller Freude. Die Auswirkungen der Liebe machen sich nicht immer gleich bemerkbar. Allerdings gehört es mit zu der Lebensaufgabe einer jeden Seele, so schauen, fühlen und denken zu lernen, dass sie dank voller Ausnutzung des Göttlichen Lebensprogramms in sich, in der stillen Sicherheit leben lernen kann, dass alles Göttliche sich irgendwann in seiner Fülle spürbar auswirkt, zuweilen zu unseren Lebzeiten, öfter noch nachher.

Lasset uns diesen Himmlischen Nachweis von Gottes Vaterliebe, den uns die Himmelskönigin heute hat schenken wollen, dankbar annehmen und erwägen, aus Liebe zu unserem Vater im Himmel, Der alles einzig und allein für unser Ewiges Glück gemacht hat, Dessen Geschenke allerdings von den meisten Seelen kaum erkannt und auch nur von einer Minderheit wirklich gewürdigt werden.

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35. HEILIGSTES HERZ JESU

dritter Freitag nach Pfingsten

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir des Heiligsten Herzens des Göttlichen Erlösers. Das Herz steht symbolisch für die Liebe, das Zentrum (den Mittelpunkt) der emotionalen Empfindung (einfacher gesagt: des Gefühlslebens), und für den 'Motor des Lebens'. Sobald das Herz aufhört zu klopfen, ist das stoffliche Leben des Menschen zu Ende. Wenn wir das Herz aus dieser Perspektive betrachten, entfaltet sich vor dem Geistesauge gleichsam das Wesen der Gottheit schlechthin:

  • Gott ist Liebe. Immer wieder führt die Herrin aller Seelen aus, dass die Liebe die Essenz allen Lebens ist, die Kraft Gottes schlechthin, welche hauptsächlich in Werken der Schöpfung, der Erlösung, der Heiligung und der Heilung bzw. Umgestaltung in Erscheinung tritt. Alles was ist, ist eben gerade kraft der Liebe, und dasjenige, was ist, kann nur kraft der Liebe wachsen, sich vollenden, oder von demjenigen befreit werden, was es daran hindert, auf seine Vollendung hin zu wachsen. In all dem sehen wir entweder Schöpfung, oder Erlösung, oder Heiligung, oder Heilung (Umgestaltung), oder mehrere dieser Vorgänge am Werk. Das Wesentliche dabei ist, dass nur die Kraft Gottes dies alles bewirkt, durch die Liebe, den Kraftstoff des Göttlichen Lebens;
  • Gott ist der Mittelpunkt aller Dinge. Ohne Gott existiert nichts, ohne Ihn funktioniert nichts. Die ganze Schöpfung ist ein Netz, in dem alles mit allem verbunden ist, wie ein Netz aus Milliarden von Fäden. Gott ist die Kraft, die alles Leben durch dieses Netz strömen lässt. Sollte Er auch nur eine Sekunde damit aufhören, so würde alles Leben mit einem Schlag enden. Gott ist das Zentrum der Schöpfung, der Punkt aus dem alles strömt, und zu dem alles zurückkehrt. Er ist das Einzige, was weder Anfang noch Ende hat.
  • Gott ist der Motor des Lebens. Ein Motor ist etwas, das etwas anderes (ein Ganzes, von dem der Motor ein Teil ist oder mit dem er verbunden ist) in Bewegung setzt bzw. mit Kraft versieht, damit dieses 'andere etwas' seine Funktionen erfüllen kann. Diese Beschreibung trifft auch genauestens auf Gott zu, in Bezug auf alles Leben. Ohne Gott bekommt die Schöpfung nicht die Kraft zugeführt, derer sie bedarf um ihre Funktionen zu erfüllen, bzw. ohne Gott kann sich in der Schöpfung gar nichts bewegen. Wo Leben zugegen ist, ist mithin Gottes Kraft wirksam. 'Leben' ist dabei als die gemeinsame Wirkung der wahren Liebe, der Göttlichen Weisheit und der Göttlichen Intelligenz zu verstehen. Aus dieser Perspektive betrachtet, hat zum Beispiel der Böse nicht das wahre Leben in sich, da es ihm vollkommen an wahrer Liebe, Göttlicher Weisheit und Göttlicher Intelligenz fehlt: Das alles hat er in jener Stunde von sich gestoβen, als er sich von Gott losriss.

Die Gottesmutter schenkt den Seelen diesen kleinen Abstecher, damit sie sich irgendwie vorstellen können, was Gott für die ganze Schöpfung bedeutet. Gott als Liebe (= Lebenskraft schlechthin), Mittelpunkt und Motor. Genau vor diesem Hintergrund lässt sich das Herz Jesu besser als Gegenstand der Anbetung erfassen. Dieses Heiligste Herz lieβe sich als die Verkörperung von allem Göttlichen betrachten:

  • Das Herz Jesu trägt für alle Zeit und Ewigkeit die ganze Kraft Gottes in Sich, die Fülle der Liebe, des Lebens;
  • Das Herz Jesu ist das Zentrum, in welchem die Erlösungswerke gekrönt wurden, da letzten Endes jedes Leiden durch die Herzensverfassung zum Erlösungsleiden wird;
  • Das Herz Jesu ist der Ausgangspunkt jeder Heilung auf jeder Ebene des Lebens, weil im Herzen der Wille lebt und wirkt, der sich die Dinge sehnlichst so wünscht, dass sie Ausdruck der Göttlichen Vollkommenheit werden, aus welcher sie hervorgegangen sind;
  • Das Herz Jesu ist der Feuerofen, an dem sich jede Seele orientieren soll, weil Er Quelle von Licht (= Gottes Wahrheit) und Wärme (= Gottes Liebe) ist, und die Seele das wahre Leben in dem Maβe in sich blühen lassen kann, wie sie sich mit dem Herzen Jesu zu verbinden bereit ist;
  • Das Herz Jesu vergegenwärtigt den Herzschlag Gottes, ohne den in der Schöpfung nichts läuft. So wie der Herzschlag in einem Körper das Blut (Träger von Nahrung und Sauerstoff, und Entsorgungsmittel für Stoffe, welche dem Leben schaden können) zu allen Zellen befördert und unaufhörlich durch den Körper kreisen lässt, so führt das Heiligste Herz Jesu Christi jeder Seele Nahrung und Sauerstoff zu, und entsorgt es die schädlichen Abfälle, welche die Finsternis in ihr zu lagern versucht.

Wenn wir heute dies alles in Erwägung ziehen, und uns dabei das Bild Jesu am Kreuz, dem Werkzeug unserer Erlösung, vor Augen halten, so dürfte uns einleuchten, wie wahr es ist, dass Gott den Seelen alles gegeben hat, dessen sie bedürfen um die Fülle des wahren Lebens in sich zum Blühen zu bringen und somit in die Ewige Glückseligkeit einzugehen. Der Herzschlag Gottes hat Sich im klopfenden Herzen des Gott-Menschen verkörpert, und dieses Herz, das die ganze Erlösung der Seelen aus einer vollendeten Liebe heraus vollbracht hat, lieβ Sich am Kreuz durchstechen, damit der Inhalt auf sichtbare Weise auf die Schöpfung ausgegossen werden kann. Anscheinend hat die Ewige Liebe uns sagen wollen:

Ich habe Mich nun für euch entäuβert, und veranschauliche dies jetzt auch für eure verblendeten Augen, denn so wie Sich dieses Herz Seines ganzen Blutes und Wassers entleert, so entleeren Wir, Vater, Sohn und Heiliger Geist, Uns für alle Zeit und Ewigkeit von allem, was Wir an Liebe in Uns tragen. Unendlich wie Wir Selbst soll diese Liebe, diese Quelle allen Lebens, aller Erlösung, aller Heiligung und Heilung, strömen, damit jede Seele, die aus freiem Willen und in der Sehnsucht nach Unserer Gegenwart von ihr trinkt, Uns in sich tragen möge, bis sie ganz in Uns hinüberflieβen wird.

Worte der Herrin aller Seelen als Sprachrohr der Dreifaltigen Gottheit und in Ihrer mystischen Einheit des Herzens mit Jesus Christus... Nehmen wir diese Worte voller Dankbarkeit an, sie vertreten die Fülle der Liebe aus dem Heiligsten Herzen Jesu.

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36. UNBEFLECKTES HERZ MARIÄ

dritter Samstag nach Pfingsten

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute wird den Seelen erneut eine Gelegenheit geboten, sich an Gottes Liebe zu erinnern. Marias Unbeflecktes Herz ist Ausdruck des Ausmaβes, in dem Sich Gott nach der vollkommenen Reinheit des Herzens einer Menschenseele sehnt. Das Herz der Gottesmutter ist für alle Zeit und Ewigkeit das Symbol des Herzens, das:

  • die wahre Liebe dadurch in sich zur Vollendung hat bringen wollen, und gebracht hat, das es zu jeder Zeit Gott und Seinen Werken den einzigen Platz in seinem Leben eingeräumt hat;
  • Leidenschaften jeglicher Art niemals eine Chance gegeben hat. Die Himmelskönigin Selbst definiert Leidenschaften als jegliche Form der Liebe – oder im Allgemeinen: jegliche Art von Gefühlen –, die weder an Gott Selbst noch an Gottes Gegenwart und Wirkung in den Mitgeschöpfen orientiert ist, also im Grunde genommen jegliche Gemütsbewegung, die nicht zur wahren, an Gott orientierten Liebe gehört und welche die Seele nicht zu Gott führen kann. Leidenschaften machen unruhig, weil sie von den Plänen und Erwartungen abweichen, die Gott der Seele gegenüber hegt, und das Gewissen der Seele dies im Verborgenen auch erkennt. Sie verhindern die Vollendung der Pläne, die Gott mit der Seele hat. Zu den Leidenschaften gehören Aggression, Jähzorn, Ungeduld, Unverträglichkeit, Aufsässigkeit, Neid, Unfrieden, an stofflichen Bedürfnissen orientierte Herzensverfassungen usw.;
  • sich in keiner einzigen Hinsicht von den Einflüssen der Welt und den sinnlichen Eindrücken so tief berühren lässt, dass es nicht länger ein zuverlässiges Werkzeug für Gottes Werke sein kann.

Die Gottesmutter lebte bereits auf Erden aus einer makellosen Verfassung der Gefühle und Bestrebungen heraus. Ihr Wille war identisch mit dem Willen Gottes. Genau deswegen hat Gott in absolut vollendetem Ausmaβ und in absolut vollendeter Form durch Sie wirken können, und empfand jede Seele, die irgendwie für das Seelische, das Erhabene, empfindlich war, Maria als Spiegel Gottes, als Raststätte, als Ort der Geborgenheit, als heilende Gegenwart, als Quelle vollendeten Friedens. So wünschte Sich Gott von Anfang an die Menschenseele: als eine lebendige, wahrnehmbare Vergegenwärtigung Seines Lichtes und Seiner vollendeten Liebe, mit einer Heiligkeit ohne Makel. Die drei oben aufgeführten Eigenschaften des Herzens der Gottesmutter beschreiben im Grunde genommen diese vollendete Seele:

  • Maria war vollendete Liebe. Es lieβe sich sagen, dass Ihr Herz mit jedem Schlag die Liebe Gottes unbeeinträchtigt durch die Schöpfung weiterleitete. Die Herrin aller Seelen vergleicht die Liebe oft mit dem Stamm eines Baumes, dessen Äste sämtliche Tugenden sind: Alle Tugenden entspringen aus der Liebe, und werden durch sie genährt. Maria war wie ein einmaliger Obstbaum, mit vollkommen unversehrtem Stamm und auβerordentlich fruchtbaren Ästen. Die Qualität Ihrer Säfte war so einzigartig (weil Sie ausschlieβlich im Boden von Gottes Willen Wurzeln schlagen wollte), dass auf Ihrem Seelenbaum kein Ungeziefer (= Untugenden und Neigungen, irgendwelchen Versuchungen nachzugeben) gedeihen konnte. Deshalb war Ihre seelische Fruchtbarkeit absolut einmalig, anders ausgedrückt: Ihre Heiligkeit (= Fruchtbarkeit für Gottes Heilsplan!) war vollendet, Ihre Werke und Worte waren vollendete Ausführungen von Gottes Beschlüssen, Ihre Gedanken, Gefühle und Bestrebungen waren vollendete Kopien von allem, was in Gottes Herzen lebt. Genau aus diesem Grund wurde Ihr die Fülle der Weisheit und eine uneingeschränkte Macht gewährt: Sie besaβ ja genau die Eigenschaften und Verfassungen eines absolut und uneingeschränkt zuverlässigen Werkzeugs zur Verwirklichung von Gottes Absichten;
  • Maria war frei von jeglicher Leidenschaft, anders ausgedrückt: Ihre Gefühlswelt war vollkommen im Einklang mit demjenigen, was in Gott Selber lebt. Somit war Ihr ganzes inneres Leben auf einer Grundlage aufgebaut, die haargenau demjenigen entsprach, dessen Gott bedurfte um Seine Werke durch Sie in unversehrter Form zu vollziehen. Von der Beschaffenheit der Grundlage des Herzens, des Gefühlszentrums in der Seele, wird ja die Heiligkeit (= die Fruchtbarkeit für die eigene seelische Entfaltung und für Gottes Heilsplan) von all demjenigen bestimmt, was sich in der Seele vollzieht. In Maria war kein einziger Antrieb wirksam, der nicht hundertprozentig von Gottes Erwartungen gelenkt und durch die Erkenntnis von Seinen Bedürfnissen genährt wurde;
  • Maria war souveräne Herrin Ihrer Sinne, und kein einziger Eindruck aus Ihrem Umfeld hat es je vermocht, diese Herrschaft zu brechen. Im Gegensatz zu den meisten Seelen war das Herz der Gottesmutter wie eine uneinnehmbare Festung. All dasjenige, was Sie sah und hörte, sämtliche Eindrücke aus der Welt um Sie herum, wurde in Ihr – ganz bewusst von Ihrem Willen gesteuert – so verarbeitet, dass es völlig in den Dienst der Verwirklichung von Gottes Werken gestellt werden konnte: Sie weihte alle Ihre Eindrücke und Erfahrungen ununterbrochen an Gott und lieβ nicht zu, dass diese Ihr inneres Leben auch nur im Geringsten vom Weg wegführte, den Sie zur Gestaltung Ihrer Lebensaufgabe vollenden sollte. Ihre Seele war Herrin über Ihren Körper, Ihre seelischen Bedürfnisse waren die Magneten, die Sie ständig zu Gott hin zogen, Ihre physischen Bedürfnisse waren für Sie, zusammen mit Ihren Schmerzen über jegliche Abweichung von Seelen gegenüber der Liebe, die Rohstoffe Ihrer endlosen Aufopferungen und Ihrer einzigartigen Sühneleiden.

Aus diesem Herzen heraus, das von Anfang an ein makelloser Spiegel von Gottes Licht war, unterrichtet nun die Herrin aller Seelen Ihre Wissenschaft des Göttlichen Lebens, in der Absicht, Ihrerseits möglichst viele Seelen in möglichst treue Kopien Ihres eigenen Herzens, Ihrer eigenen überaus fruchtbaren Verfassungen, Ihrer eigenen so heilvollen Lebensanschauung umzuwandeln. Keine(r) von uns ist unbefleckt empfangen, aber die Grundlagen unseres seelischen Lebens können durchaus von Maria gesundet und befruchtet werden, in dem Maβe, wie wir es Ihr ermöglichen, tatsächlich Herrin unserer Seele zu sein. Die ganze Weihe an Maria, vorausgesetzt, dass diese richtig in allen Einzelheiten des Alltags angewendet wird, bezweckt letzten Endes dies: Dass das Herz der Ihr geweihten Seele so empfänglich wird, dass Maria gleichsam die Säfte aus Ihrem so fruchtbaren Seelenbaum ungehemmt in die Seele hinüberflieβen lassen kann.

Das heutige Fest gilt als eine Einladung, genau dies zu tun, bzw. in der Seele gerade den Wunsch auflodern zu lassen, mit dem Herzen zu verschmelzen, das als ein ungeahnter Speicherraum von Gottes Schätzen betrachtet werden kann. Vollkommene Weihe an das Unbefleckte Herz der Herrin aller Seelen ist der goldene Weg zu einer absoluten Verwirklichung unseres seelischen Potentials, und somit der goldene Weg in die Ewige Glückseligkeit.

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37. MARIA MUTTER DER IMMERWÄHRENDEN HILFE

27. Juni

TOTUS TUUS, MARIA !

Das heutige Fest Mariä erinnert die Seelen an die Tatsache, dass ihnen die Gottesmutter in jeglicher Hinsicht als Hilfe, als Halt, als Unterstützung geschenkt worden ist. Das Maβ, in dem die Seele dieses Geschenk zu ihrem Nutzen einsetzt, wird eigentlich dadurch bestimmt, inwiefern sie Marias Berufung, ihre eigene wahre Bestimmung und die dorthin führenden Wege richtig verstanden hat.

Die Seele, die das Leben als dasjenige betrachtet, was es scheinbar ist – eine Verkettung weltlicher Ereignisse – wird dazu neigen, vor allem dann zu Maria zu gehen, wenn es ihr an irgend etwas fehlt, das mit den Sorgen des Alltags in Zusammenhang steht. Sie wird zu Maria gehen 'weil man ja nie wissen kann, es kann ja nicht schaden', und wird sich aus einem eher oberflächlichen Denken und Erwarten heraus einiges von Marias Vermittlung versprechen, das sich vorzugsweise auf sichtbare Weise in ihrem Leben auswirken sollte.

Die Seele dahingegen, die wirklich verstanden hat, worum es in diesem Leben geht – die eigene Heiligung und die Fruchtbarkeit für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan – erkennt sehr wohl, dass Maria den Seelen dazu gegeben worden ist, sie in das Herz Gottes zu begleiten, genauso wie Jesus auch nicht Seine Wunder in der Absicht wirkte, Seelen im materiellen, stofflichen, physischen Sinne des Wortes zu helfen und zu heilen, sondern ihnen durch den Kanal des Fassbaren und Wahrnehmbaren zu helfen, sich für dasjenige aufzuschlieβen, was wirklich gilt: für das seelische Wachstum durch Erkenntnis von Gottes Gegenwart und Wirken.

Der Beistand der Gottesmutter entfaltet sich am Zweckmäβigsten – wenn wir uns den wahren Sinn und Zweck des Menschenlebens vor Augen halten, wie Gott dieses gemeint hat – in den Schwierigkeiten auf dem Weg der Heiligung. Keine Seele wird von Gott dazu in die Welt gesandt, dort dieses oder jenes Weltliche zu verwirklichen, sondern dazu, sich zu heiligen, d.h. sich seelisch so zu entfalten, dass sie Heil, Licht und Liebe um sich herum verbreitet, egal was sie tut (beruflich oder sonst wie). Gottes Vorsehung zeichnet für jede Seele den Entwurf eines Weges, und rüstet die Seele zwecks Absolvierung jenes Weges in Seinem Sinne mit Gaben, Talenten, Fähigkeiten und täglichen Gnaden. Lebensaufgabe der Seele ist es dann, den Göttlichen Entwurf auf die fruchtbarst mögliche Weise zu verwirklichen. Keine Seele kann von alleine diese Aufgabe ganz befriedigend bewältigen.

Gerade deswegen hat Gott durch den Mund Christi die Gottesgebärerin den Seelen anvertraut, und umgekehrt. Letztendlich ist Jesus auch nur zu dem Zweck in die Welt gesandt worden, die Seelen dadurch für die Vollendung ihrer wahren Lebensaufgabe zu rüsten, dass Er sie zur wahren Erkenntnis von Gottes Gesetz zu bringen versuchte. Das heiβt konkret, dass Jesus Seine Mutter und die Seelen nur zu diesem einen Zweck für alle Jahrhunderte zueinander führen wollte: damit Maria den Seelen zur Führerin auf dem Weg zur Heiligung, zur Erschlieβung der Erlösungswerke Jesu in ihnen werden kann, und die Seelen die seelische Reife erhalten, Maria als solche zu erkennen.

Maria als Mutter der Immerwährenden Hilfe: Sie ist immer da, in allen Lebenslagen greifbar nahe und trotzdem oft im wahren Sinne des Wortes unbekannt, denn viele Seelen suchen Sie nur als Lebensgehilfin wenn es ihnen um die Lösung ihrer weltlichen Probleme geht. Immerhin sind sowohl Maria als jede einzelne Seele zu viel Gröβerem berufen. Selig diejenigen, die Maria wirklich finden. Um die Hilfe, zu welcher Sie berufen ist und die Sie jeder Seele so gerne schenkt – weil Sie von Gott dazu berufen ist und Sie weiβ, wie wichtig diese für das Ewige Glück der Seelen ist – wird Sie verhältnismäβig wenig gebeten. Für die Seele, die sich Ihr wirklich aufschlieβt, kann Maria wahrhaftig wie eine sanfte Brise sein, die ein verirrtes Blatt sanft mit sich führt und es genau dort leise niederlegt, wo es hin gehört um den Plan zu erfüllen, den Gott noch mit ihm hat.

Die Immerwährende Hilfe ist die ununterbrochene Unterstützung und Ergänzung der Schwächen und Lücken, welche die Seele bis in die Ewigkeit begleiten kann und will, wo Gottes Herz schlägt als Quelle der Liebe, die alles grenzenlos und zeitlos in sich birgt.

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38. FEST DES HEILIGEN BLUTES JESU CHRISTI

1. Juli

TOTUS TUUS, MARIA !

An diesem ersten Tag des Juli gedenken wir freudigen Herzens des heiligsten, kostbarsten Blutes unseres Göttlichen Erlösers. Obgleich es sich so leicht sagt, 'das Blut Jesu hat uns erlöst', kann sich sogar nicht jeder Christ richtig vorstellen, was diese Worte genau bedeuten.

Die Erbsünde hatte den Seelen das Leben in der ständig spürbaren Gegenwart Gottes genommen, und hatte ihnen vor allen Dingen die unversehrte Heiligkeit genommen, durch welche ihnen das Ewige Leben im Himmel gewährleistet sein soll. Gott hat es in Seiner vollendeten Liebe so vorgesehen, dass die Erbsünde nicht unbedingt zur Folge haben sollte, dass automatisch jeder Seele der Eintritt in den Himmel verweigert wird. Die Erbsünde war eine Sünde des Ungehorsams Gottes Gesetz gegenüber, und somit von Seiten der ersten Menschenseelen ein Bruch des heiligen Bundes mit Gott. Ein Bruch des Bundes mit der Quelle allen Lebens kommt gleichsam einer freiwilligen Entscheidung zugunsten des Verlustes des wahren, Göttlichen Lebens gleich. Gerade deswegen lässt sich sagen, dass die Erbsünde automatisch den Tod der Seelen herbeigeführt hätte, wäre nicht Gottes vollendete Liebe gewesen.

Dieser Gedanke ist wesentlich, denn keinem bzw. keiner von uns wäre je die Ewige Glückseligkeit, der Seinszustand im Göttlichen Leben, zuteilgeworden – im Klartext: Jede(r) von uns wäre zu einer Ewigkeit im Seinszustand des seelischen Todes verdammt worden – hätte Sich Gott nicht zu einem umwälzenden Einschreiten der Ewigen Liebe zugunsten einer 'Neubelebung' der Seelen entschieden. Die Heiligste Dreifaltigkeit sandte die Zweite Göttliche Person, Jesus Christus, in die Welt, um die Saat des Göttlichen Lebens erneut in die Seelen auszustreuen. Wieso lag in diesem Einschreiten eine Lösung für die Seelen verborgen?

Kraft eines Göttlichen Gesetzes können die verheerenden Folgen der Werke der Finsternis (der Versuchungen, denen seitens der Menschenseelen durch Untugend und Sünde freiwillig nachgegeben wird) dadurch unwirksam gemacht werden, dass sie durch freiwillig dargebotene (geweihte) Leiden in einer Verfassung der Annahme, der aufrichtigen Liebe, der unerschütterlichen Hoffnung und des felsenfesten Glaubens an Gottes Wirken zugunsten des ewigen Wohls Seiner Geschöpfe (anders ausgedrückt: an die Realität des Göttlichen Heilsplanes) ausgeglichen werden. Jesus Christus kam gerade in der Absicht in die Welt, vor den Augen der Seelen dieses Göttliche Gesetz durch Sein Vorbild zu gestalten.

Leiden können sich auf den unterschiedlichsten Wegen in einem Wesen entfalten. Sehr viele Leiden vollziehen sich vollkommen unbemerkt in den Herzen. Ein Herz kann ohne Tränen weinen und gleichsam ganz im Verborgenen sterben. Eine Seele kann sich so anfühlen, als wäre sie dabei, völlig zu verbluten. Andere Leiden vollziehen sich durch die unterschiedlichsten Krankheiten oder andere physische Störungen. Noch andere Leiden kennzeichnen sich unter anderem dadurch, dass der Körper Blut verliert. Damit wären wir ganz beim Thema: Was hat es mit dem Blut auf sich?

Das Blut ist in einem Körper der stoffliche Träger des Lebens, in dem Sinne, dass durch das Blut alle Nahrung, alles Wasser und der ganze Sauerstoff zu jeder Körperzelle befördert wird, und durch das Blut ebenfalls sämtliche Substanzen, welche für den Körper unbrauchbar oder sogar giftig (geworden) sind, zu den Stellen befördert werden, wo sie letzten Endes entsorgt werden, damit das Leben im Körper erhalten bleibt.

So soll das von dem Gott-Menschen Jesus Christus vergossene Blut völlig und ganz als Lebensspender betrachtet werden. Jeder einzelne Tropfen des Göttlichen Blutes ist Träger der Fülle des Göttlichen Lebens. Jesus wurde im Körper so vollkommen 'zerstört', dass buchstäblich bis zum letzten Tropfen Sein Blut aus Seinem heiligsten Körper gepresst wurde. Welch erhabenes Symbol: Gott nimmt eine physische Menschengestalt an, und lässt Sich in der Fülle Seines Wesens für die Seelen auspressen, d.h. gleichsam des Göttlichen Lebens 'entleeren', wobei mit dem Blut Seine ganze Liebe, Trägerin der Fülle des Göttlichen Lebens, der Erde anvertraut wird damit jede Seele, die sich dieses Geschenk zunutze machen möchte, diese Saat Göttlichen Lebens in sich aufnehmen und durch vollkommene Nachfolge Christi zum Blühen und Reifen bringen kann.

Das Blut Jesu wurde somit zum Werkzeug, durch welches die neue Ernte für Gottes Reich vorbereitet wurde: Es verkörpert die Saat der Ewigen Liebe und des Göttlichen Lebens. Es lieβe sich sagen, dass die unzähligen Wunden, die Sich Jesus freiwillig und vor vollendeter Liebe am Körper und im Herzen zuzog, die Neubearbeitung des Feldes von Gottes Reich auf Erden darstellen, das völlig durchpflügt werden musste damit der Boden der Seelen für eine neue Fruchtbarkeit aufgeschlossen wird, während das Blut die vollkommen fruchtbare Saat des Göttlichen Lebens ist, die in die neuen Furchen ausgestreut werden musste.

Obgleich jeder Tropfen des Göttlichen Blutes die Fülle des Göttlichen Lebens enthält, lieβ Sich Jesus Seines ganzen Blutes entleeren, weil Gott die Gesamtheit Seiner Liebe und des Göttlichen Lebens mit den Seelen verbinden will. Jede Seele braucht dies, damit sie die in ihrem Boden enthaltene Fruchtbarkeit vollkommen erschlieβen und die Heiligkeit entwickeln kann, um ihren Seelenboden vor dem Aufblühen des Unkrauts der Sünde zu beschützen.

Vertrauen wir heute zuversichtlich alle unsere Verletzungen, unsere Schwächen und unseren Seelenboden überhaupt dem Herzen der Gottesmutter an, das durch Göttliche Fügung zum Kelch wurde, in dem alle Leiden und alles Blut Christi gesammelt und in Vertretung der ganzen Menschheit aller Zeiten Gott dargeboten wurden. Mögen auf Ihre Vermittlung hin unser ganzes Wesen und unser ganzes Leben im Göttlichen Blut getauft werden, damit sich unser Potential an Fruchtbarkeit für Gottes Heilsplan vollkommen erschlieβen und jede Spur der Finsternis in uns ertrinken möge. Nur so werden wir gemeinsam den Neuen Bund zwischen Gott und den Seelen bekräftigen helfen, denn diese Bekräftigung wird Gott dazu bringen, den Eintritt des Ewigen Frühlings auf Erden voranzubringen. In dem Maβe, wie das Blut Jesu jetzt noch in Seelen voll benutzt und zur Ehe mit dem freien Menschenwillen zugelassen wird, wird sich der Stand der Gnade der Menschheit wieder erheben und wird sich die Sündhaftigkeit entwurzeln lassen, damit der von Gott gesäte Weizen durch die Nahrung aus dem Blut Christi reifen und die von Gott herbeigesehnte Ernte einbringen kann.

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39. DIE HEILIGE MARIA MAGDALENA

22. Juli

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir der Heiligen Maria Magdalena, die auch eine Rolle in Myriams Bildung im vollkommenen Dienst der Königin von Himmel und Erden gespielt hat. Maria Magdalena wurde gegen Ende der neunziger Jahre zusammen mit dem heiligen Apostel und Evangelisten Johannes von der Heiligen Jungfrau Maria Myriam als 'Begleitheilige' zugeteilt. Dies wird am besten verständlich wenn man bedenkt, dass Myriam anfangs von Maria in Ihrer Eigenschaft als Schmerzensreicher Mutter gerufen wurde, und Maria Magdalena und Johannes auβer der Heiligen Jungfrau Selbst die 'Heiligen der Passion' schlechthin waren.

Maria Magdalena und Johannes spielten für Myriam vor allem eine unterstützende und belehrende Rolle – und tun dies nach wie vor – während der vielen Stunden der Betrachtung der Passion, des Wesens des Erlösungsmysteriums, und bei Myriams Bildung während der mystischen Erfahrungen im Hinüberflieβen zwischen Marias Schmerzensreichem Herzen und Myriams eigenem Herzen. Daran änderte sich nichts als Sich die Gottesmutter 2005 zum ersten Male Myriam zeigte in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen, und die mystische Ausbildung an einem erweiterten Ziel orientiert wurde. Die beiden Heiligen lieβen Myriam bisher regelmäβig Anteil an ihren eigenen Herzensverfassungen in unterschiedlichen Situationen während ihres irdischen Lebens haben, dies alles im Hinblick auf die Vertiefung der Erkenntnisse von den Hintergründen des Erlösungsmysteriums und von Gottes Heilsplan, und zwar immer in dem Maβe, wie ihre Vermittlung ausdrücklich von der Himmelskönigin erlaubt bzw. angeordnet wurde.

Maria Magdalena wurde von einem Feuer angetrieben, das hochgradig von drei Verfassungen geprägt wurde:

  • einer auβergewöhnlichen Liebe zu Gott und zu Seinen Erlösungswerken;
  • einer zerreiβenden Reumütigkeit über die Fehler, die sie begangen hatte als sie noch in der Grauzone der Unwissenheit lebte;
  • einem intensiven Schmerz über die Sünde im Allgemeinen.

Diese liebe Schwester in Gottes Herrlichkeit kann sehr erfolgreich für Seelen angerufen werden, die:

  • Gefangene der Sünde oder weltlicher Anhänglichkeiten sind;
  • nicht zur Reue kommen können;
  • nicht zur Erkenntnis von Tugend und Untugend kommen können;
  • Gott und Seine Werke nicht erkennen und nicht lieben;
  • an schlechte Gewohnheiten angekettet sind, die ihre Seele verfinstern und verunreinigen, und die dadurch nicht zur Bekehrung gelangen.

Maria Magdalena war ein Wunderwerk der Bekehrung. Sie wurde auβerordentlich tief von Jesus berührt, und wurde in ihren Kontakten mit Maria, die während einiger Jahre sehr häufig und intensiv waren, vollkommen umgestaltet. Die Herrin aller Seelen sagte einst zu Myriam, dass Sie jede Seele gemäβ dem Muster umgestalten möchte, nach welchem Sie Maria Magdalena innerlich geknetet hat. Die Heilige Jungfrau spielte die Hauptrolle bei der vollkommenen Reinigung des Herzens und der Liebe der Maria Magdalena, und verwandelte sie innerlich so gründlich, dass ihr ganzes Tun und Lassen auf sehr heilvolle Weise vollkommen in den Dienst an Gottes Werke gestellt werden konnte.

So passen die Natur und der seelische Lebenslauf der Maria Magdalena, ebenso wie ihre Beteiligung an Myriams Bildung, vollkommen zum Sinn und Zweck des Maria Domina Animarum Werkes, wovon sie gleichsam eine der Schutzheiligen ist.

Möge Maria Magdalena, dieses Wunderwerk heilender Reue, jeder Seele, die heute ihre Fürsprache und Vermittlung herabbittet, dabei helfen, sich für die Wunderwerke aufzuschlieβen, welche die Herrin aller Seelen in den Seelen vollziehen will, die Ihr Maria Domina Animarum Werk aufrichtig lieben. Maria Magdalena kann tatsächlich ebenfalls für Seelen angerufen werden, die Hilfe dabei brauchen, ihr Herz für die Wahrheit dieses Werkes der Herrin aller Seelen aufzuschlieβen, und zwar genau deswegen, weil diese Heilige bereits früh in der Ausbildung Myriams von der Herrin Selbst dazu berufen wurde, als Begleiterin tätig zu sein.

Möge jede(r) von Ihnen sich heute über die auβergewöhnliche Liebe dieser Heiligen freuen.

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40. MARIA KÖNIGIN UND HERRIN DER ENGEL

2. August

TOTUS TUUS, MARIA !

Am 2. August gedenken wir der Himmelskönigin als der Königin und Herrin der Engel. Viele Seelen sind sich nicht darüber im Klaren, was dies in Wirklichkeit zu bedeuten hat. Die Engel sind die vollkommen heiligen Diener Gottes und die zuverlässigsten Kämpfer in diesem Krieg, der erst dann aufhören wird, wenn Gottes Reich auf Erden gegründet worden ist: dem Krieg zwischen dem Licht (Gottes Wahrheit und Werken) und der Finsternis (sämtlichen Werken, durch welche der Böse versucht, Gottes Werke zu zerstören, und die Liebe und die Fülle der Wahrheit zu unterminieren bzw. unwirksam zu machen bzw. diese durch Täuschung von Menschenseelen so umzuorientieren, das sie seinen Zwecken dienen).

In diesem Kampf ist der Himmelskönigin die Führung anvertraut worden. Sie hat dazu die Waffen und die Macht erhalten. Eins der wichtigsten Attribute dieser Macht ist Ihre Herrschaft über die Engel. Vergessen wir nie, dass die Engel die Teufel bekämpfen mit der Waffe der vollkommenen Liebe und der vollendeten Dienstbarkeit an Gott. Die Himmelskönigin sehnt Sich sehr danach, dass die Menschenseelen in jenem Sinne den Engeln immer ähnlicher werden, dass auch die Seelen sich der Vollkommenheit in der Liebe und im Dienst an Gottes Werken immer mehr nähern.

Je mehr sich eine Menschenseele vergeistigt und sich die Verfassungen und Einstellungen der Engel 'einzuverseelen' lernt, desto zweckmäβiger wird ihr Leben als Beitrag zu diesem Kampf für das Licht und gegen die Finsternis. Diese Seele wird dann ebenfalls zu einer zuverlässigen Kämpferin in der Armee, deren Führerin Diejenige ist, für die Gott das Vorrecht vorbestimmt hat, den Kopf der höllischen Schlange zu zertreten.

Als sich Luzifer gegen Gott erhob, wurde er mitsamt seinem Gefolge aus dem Himmel verbannt. Es waren die treuen Engel, die diesen Kampf gegen die aufsässigen Engel führten. Dieselbe Armee Gottes führt auch jetzt noch den Kampf gegen die Mächte der Finsternis. Die Himmelskönigin hat die unmittelbare Macht über die Himmlischen Heerscharen erhalten. Ihr Aufgabenbereich in diesen Letzten Zeiten ist im Wesentlichen um zwei Tätigkeiten herum zentriert:

  • die Belehrung der Menschenseelen und deren innere Umgestaltung. Im Rahmen dieser Tätigkeit lehrt Sie die Wissenschaft des Göttlichen Lebens und hat Sie von Gott die Macht erhalten, Seelen innerlich vollkommen umzugestalten, damit diese den Weg der Heiligung fruchtbarer zu gestalten imstande sind;
  • die Führung im Kampf gegen die Finsternis, der dadurch besiegelt werden soll, dass die Finsternis endgültig unter Ihrem Fuβ erniedrigt und unwirksam gemacht wird.

Bei der Verwirklichung dieser Aufgaben sind die Engel als verborgene Mitspieler mitbetätigt. Durch den aktiven und freiwilligen Beitrag der Menschenseelen soll allerdings bestimmt werden, wann diese Aufgaben vollkommen erfüllt sein werden. Maria bemüht Sich ständig, diese beiden Aufgaben miteinander zu verbinden. Je mehr Menschenseelen sich von ganzem Herzen am Kampf gegen die Finsternis beteiligen, desto näher kommt die Fülle von Gottes Zeit für die Vollendung des Sieges über die Wirkungen der Sünde in der Schöpfung. Die Himmelskönigin ist die Königin und Herrin aller Engel, ebenso wie die Königin und Herrin aller Menschenseelen und die Beherrscherin aller Werke der Finsternis und ihrer Urheber. Sie sehnt Sich inständig danach, dass wir alle uns den Engeln anschlieβen.

Damit wir als Menschenseelen im Kampf für den endgültigen Sieg des Lichtes fruchtbar werden und mit den Engeln eine Feuerkette bilden können, müssen wir uns selbst beharrlich vervollkommnen. Das kann die Seele in dem Maβe tun, wie sie sich ihrer von Gott auserwählten Herrin hingibt. Tun wir dies heute gemeinsam mit den Engeln, und beten wir zu den Engeln um ihr Feuer, ihre Liebe, ihre Reinheit des Herzens und ihre Hingabe an die Himmelskönigin zu Diensten von Gottes Werken.

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41. MARIA SCHNEE

5. August

TOTUS TUUS, MARIA !

Am 5. August wird Maria Schnee gefeiert. Dieses Fest bezieht sich auf ein Ereignis von vor Jahrhunderten, als die Gottesmutter den Papst Liberius dazu einlud, für Sie in Rom eine Kirche zu bauen. Den genauen Ort und die Maβe sollte Sie durch ein besonderes Zeichen zu erkennen geben. Tatsächlich, am 5. August, mitten im Sommer im Herzen Italiens, lieβ Sie an einer ganz bestimmten Stelle in Rom Schnee vom Himmel fallen, so dass nur die Fläche auf welcher Maria die Kirche sehen wollte, mit Schnee überdeckt war.

Die Herrin aller Seelen verkündigte vor einiger Zeit, dass der Schnee im spirituellen Sinne symbolisch für Reinigung und Wiedergeburt, Neugestaltung, völlige Erneuerung steht. Sie lieβ Ihre Myriam dies im Gebet 1186 zum Ausdruck bringen. Lasset uns heute dieses Gebet der Himmelskönigin darbringen mit der Bitte, Sie möge die Wiedergeburt von Seelen erwirken, die sich in Finsternis verstrickt haben.

Es mitten im Sommer schneien zu lassen, mag ein besonderes Zeichen von Marias Macht sein. Ein noch viel gröβeres Zeichen Ihrer Macht setzt Sie ständig in der Umwandlung und Neugestaltung der Seelen, die sich wahrhaftig Ihr hingeben. In solchen Seelen kann sich die innere Landschaft genauso vollkommen verändern wie es mit einer Landschaft nach Überdeckung mit einem Schneeteppich der Fall ist. Die Wiedergeburt einer Seele in vollkommener Hingabe an Maria ist für Gott genauso verzaubernd wie es eine Schneelandschaft im Sommer für Menschenaugen sein muss.

Frischer Schnee hat etwas 'Jungfräuliches': Fällt er während der Nacht, so kann er den Anblick eines ganzen Gebietes so vollkommen umwandeln, dass man die Landschaft am Morgen kaum wiedererkennt. Welch mächtiges Symbol: Die Herrin aller Seelen kann Seelen, die sich Ihr in der Nacht ihrer seelischen Not in vollkommener Weihe ganz verschenken, so tief reinigen und sie so sehr von Grund auf neu aufbauen, dass sie ähnlich einer verschneiten Landschaft wie verzaubert wirken und in den Stand versetzt werden, seelisch ein neues Leben zu beginnen, wobei sie sich selbst mehr oder weniger wie ein unbeschriebenes Blatt vorkommen, unberührt wie die Jungfrau, weil sie die Landschaft ihrer Vergangenheit durch die Weihe wie durch den schneeweiβen Mantel der Himmelskönigin bedeckt wissen. Wenn der Schnee eines Tages unter der Sonne der Liebe schmilzt, hinterlässt er das Wasser für eine neue Fruchtbarkeit des Seelenbodens, der jetzt für einen neuen Frühling bereit ist.

Betrachten wir heute ganz besonders die Macht der Herrin unserer Seelen, die uns zu dem Zweck zugewiesen worden ist, unseren Seelenboden neu zu gestalten. Sie kann es zu jeder Zeit in unserer Seele schneien lassen, damit wir nicht mehr auf manche Stellen unseres Bodens schauen, und feststellen können, wie Sie den neuen Frühling in uns vorbereitet. Zwar dient uns die Vergangenheit als Lehrschule auf dem Weg der Heiligung, aber dennoch soll die Seele ihre Vergangenheit in Marias Herzen begraben, damit sie nicht an die Fülle der Ereignisse aus ihren ganzen vergangenen Jahren gefesselt bleibt, sondern vollkommen von der Himmelskönigin umgewandelt werden kann, durch eine Wiedergeburt, welche die Seele in den Stand versetzt, ein neues Leben anzufangen ohne die Vergangenheit als abbremsenden Ballast zu empfinden.

Heute wird die Seele daran erinnert, dass die Herrin aller Seelen Ihre ewige Berufung dadurch zu verwirklichen versucht, Seelen so umzugestalten, dass weder Gott noch die Seelen sie noch wiedererkennen, damit sie voll in den Kampf für die Vollendung von Gottes Heilsplan eingeschaltet werden können. Die Himmelskönigin gestaltet den Anblick der Seele vollkommen neu, in dem Maβe, wie diese sich für Ihr Wirken aufschlieβt und empfänglich macht. Während dieses Vorgangs fördert Sie die Fruchtbarkeit des Seelenbodens, damit die Seele imstande ist, vollkommen aufzublühen. In jeder Seele kann Sie es 'schneien' lassen, jeden beliebigen Tag, um an ihr das Wunder zu vollziehen. Seien wir zu jeder Zeit für Sie bereit.

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42. MARIA ZUFLUCHT DER SÜNDER

13. August

TOTUS TUUS, MARIA !

Am 13. August feiern wir Maria als die Zuflucht der Sünder. Bei jeder Sünde, das heiβt bei jedem Verstoβ gegen das Gesetz der Liebe, kann die Seele bei Ihr Zuflucht nehmen, um sich in den Tränen ihrer Reue waschen zu lassen. Aus diesen Tränen kann Maria ein wahres Heilmittel machen, und Sie kann der Seele erneut die Kraft und die Entschiedenheit erwirken, um sich ihren Mitgeschöpfen gegenüber, für Gott und Seine Werke, für die Liebe, zu entscheiden.

In der Zuflucht der Sünder findet die Seele eine Himmlische Kraftquelle, aus welcher im Laufe der Jahrhunderte Ströme von Tränen hervorgequollen sind, die im Feuer der erhabensten Heiligkeit mit einer einmaligen Macht der Miterlösung geladen worden sind. Wer bei Maria Zuflucht nimmt, kann dies in der Absicht tun, sich über sich selber und sein Schicksal zu beklagen. Gnadenreich wird dieser Akt allerdings erst dann, wenn die Seele vor Maria das Herz ausschüttet in der Absicht, von Ihr gestärkt zu werden im Kampf gegen die eigenen Schwächen, gegen die eigene Verführbarkeit, um künftighin jeglicher Versuchung bewusst die Stirn bieten zu können. Die Himmelskönigin hat Sich ja zum Hauptziel gesetzt, jeder Seele dabei zu helfen, sich zu heiligen. Die Heiligung ist an erster Stelle ein Vorgang, der sich durch eine zunehmende Fähigkeit kennzeichnet, Heil zu erwirken. Das Heil der Seele für sich ebenso wie für die anderen fängt immer mit der Selbstüberwindung an.

Als Zuflucht der Sünder ist die Gottesmutter wahrhaftig die Verkörperung der Hoffnung für die Menschenseele, die auf ihrem Lebensweg ständig von den Versuchungen und anderen Einflüssen gejagt wird, die ihr schaden und sie von der Verheiβung der Ewigen Glückseligkeit entfernen können.

Die Zuflucht der Sünder können wir uns wie eine warmes Häuschen der Geborgenheit vorstellen, in welches jede Seele sich flüchten kann wenn die Stürme des Lebens auf sie herabkommen. Die Sünde schwächt die Lebenskraft der Seele. Jede Sünde ist ein Verstoβ gegen das Gesetz der Liebe. Die Wahre Liebe ist allerdings Trägerin des Wahren Lebens. Es lieβe sich auch so ausdrücken: Durch jede Sünde wird die 'undichte Stelle', welche die Erbsünde in der Seele herbeigeführt hat, daran gehindert, sich allmählich zu verkleinern (diese 'Verkleinerung' würde in diesem Bild den Heiligungsvorgang veranschaulichen). So verliert die Seele das wahre Leben in dem Maβe, wie sie sich versündigt.

In Marias Herzen findet die Seele neue Kraft. Die Himmelskönigin trägt die Atmosphäre des Göttlichen Lebens in Sich in absoluter Vollendung, und besitzt daher die Fähigkeit, der verfinsterten Seele das Licht der vollendeten Hoffnung, der vollendeten Liebe und des vollendeten Glaubens zu übertragen. In dem Maβe, wie die Seele dieses Licht in sich aufnimmt, findet sie ein neues Gleichgewicht wieder, aus welchem heraus sie ihren Wiederaufbau gestalten helfen kann. Das wahre Glück findet die Seele nur in dem Maβe, wie sie den inneren Frieden findet. Diesen Letzteren findet sie nicht in der Welt, sondern in der Empfindung von Gottes Nähe und von der Realität Seiner Liebe.

In Maria ist Gott am Nächsten, und findet Seine Liebe ihre greifbarste Verkörperung. Sie ist wie ein Asyl der Geborgenheit, wie ein Boden, der so reich an Göttlicher Nahrung ist, dass er für Unkraut vollkommen steril ist. In der Zuflucht der Sünder kann die Seele sich selbst so wiederfinden, wie sie wirklich ist, ebenso wie den wahren Sinn ihres Lebens und das wahre Wesen ihres Lebensauftrags, gerade weil in Maria alle Unruhe, alle Angst und jegliche Verunsicherung der Seele über das eigene Schicksal im Ewigen Leben dahinschmilzt in der Sonne der vollendeten Liebe.

Schlieβen wir uns heute vollkommen für Marias Liebe auf, ebenso wie für die Hoffnung, mit welcher Sie jede Seele erfreut, die sich Ihr liebevoll hingibt.


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43. MARIÄ HIMMELFAHRT

15. August

TOTUS TUUS, MARIA!

Maria wird in der Fülle Ihres Wesens in den Himmel aufgenommen. Gott tut keine halben Dinge. Alle Seine Werke sind absolut vollendet. Für unsere unvollkommene und so sehr eingeschränkte Wahrnehmung ist dies nicht immer ersichtlich. Allerdings liegt der Keim der Vollkommenheit in allem, was einst von Gott ausgegangen ist. Bei der Gottesmutter hat sich dieser Keim in seiner absoluten Fülle entwickelt. Der Samen ist zu einer verzückenden Blume sondergleichen aufgeblüht, die in Zeit und Ewigkeit nicht verwelken kann, weil sie ununterbrochen die Göttliche Liebe in Strömen in sich aufgetrunken hat, die in keinerlei Weise jemals auch nur im Geringsten gehemmt wurden. Dies rührt daher, dass Maria keine einzige Hemmung in der Aufnahme des Liebesstroms wollte, und jede Sekunde so zu leben bestrebt war, dass Gott Sich in Seiner Fülle in Ihr auswirken konnte.

Maria sah es als Ihre einzige Aufgabe an, die Lebensaufgabe, die Ihr von Gottes Weisheit zugeteilt worden war, mit Gottes Gnade vollkommen zu erfüllen, damit der Beitrag, zu dem Sie zwecks Verwirklichung von Gottes Heilsplan berufen war, voll geleistet wird. Jede Seele ist genau dazu berufen: Ihren persönlichen Beitrag zu der Vollendung von Gottes Werken auf Erden zu leisten. Maria hat dies uneingeschränkt erkannt, und es zu Ihrer einzigen letztendlichen Aufgabe gemacht. Aus diesem Grund wollte Sie im höchst möglichen Ausmaβ die Loslösung von jeglicher weltlichen Bindung im irdischen Leben verwirklichen und in allem Gottes Werkzeug sein. Das Ergebnis war ein Leben in absolut vollendeter Hingabe, Selbstverleugnung und Bekleidung sämtlicher weltlichen Handlungen und Erfahrungen mit dem Kleid der Weihe und der Vergeistigung. Mit jedem Atemzug brachte Sie Heil über die Schöpfung, weil Ihre Einstellung absolut vollkommen war, und Ihr Wille vollkommen identisch mit dem Willen Gottes.

Gott lässt nichts verloren gehen. Die Herrin aller Seelen lehrt, dass alles, sogar jedes Tier, am Ende des Lebens zu Ihm zurückkehrt. Das heiβt, die Seele bzw. das Lebensprinzip ist dazu vorherbestimmt, nach der Lebensreise den Kreis wieder zu schlieβen indem Gott sie bzw. es wieder in Sich aufnimmt. Nur die Seele, die sich dazu entscheidet, nicht zu Gott zurückzukehren, schneidet sich freiwillig von Seiner ewigen Gegenwart und der Verwirklichung der Fülle der Gnade in der eigenen Seele ab.

In Maria allerdings hat Gott dadurch ein Zeichen setzen wollen, dass Er sogar der stofflichen Komponente Ihres Wesens die höchste Ehre erwies und den Nachweis dafür den Seelen aller Zeiten als Vermächtnis hinterlieβ: Sie wurde mit Ihrem ganzen Wesen in den Himmel aufgenommen, nichts wurde den Auswirkungen der Vergänglichkeit überlassen.

Die Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel mit Seele und Körper ist ein unüberbietbares Zeichen von Gottes Liebe zu einem Geschöpf. In dieser Seele war das Gleichnis, das Bild, der Spiegel Gottes so vollendet wie dies in einem erschaffenen Wesen nur irgendwie möglich ist. Was zeichnet denn Maria so sehr aus? Das Maβ, in dem Sie Sich in jeder einzelnen Handlung, in jedem einzelnen Wort, in jedem einzelnen Gedanken, Gefühl und Wunsch mit Gottes Willen eins zu machen verstand, und diese Einheit auch sehr inbrünstig anstrebte.

Die wahre Nachfolge Mariä ist eine gewaltige Aufgabe. Gott verlangt von keiner Seele, dass sie dieser Aufgabe in allem tadellos und makellos gerecht wird, wohl aber, dass sie den eigenen freien Willen uneingeschränkt dieser Erhabensten aller Seelen zu Füβen legt, damit Sie diesen völlig den Göttlichen Werken zu Diensten stellen kann. Das kann nur in dem Maβe gelingen, wie die Seele sich selbst nicht mehr als wichtig und nicht mehr als eigenständig betrachtet. Wenn die Seele erkennt, dass sie nur durch die Gnade und zum Heil der ganzen Schöpfung lebt, und nichts von alleine vollbringen kann, ist in ihr der Keim genügend herangereift um sich in eine Blume umwandeln zu lassen durch die Gnade, aber mit ihrer aktiven und freiwilligen Mitwirkung. Das Geheimnis der Heiligung liegt im beharrlichen Anstreben der wahren, selbstlosen Liebe, und im Hinüberflieβen des eigenen freien Willens in den Willen Gottes.

Die Gottesmutter wird heute den Seelen wie ein Muster der Heiligung und Verherrlichung vorgeführt. Die Seele muss Gottes Nähe anstreben. Macht sie liebevoll und entschlossen einen Schritt auf Gott zu, so macht Er für Sein Teil gleich zehn auf sie zu. Lebt sie ausschlieβlich noch für die Erfüllung Seiner Pläne, so zieht Er sie ungehemmt zu Sich. In der Gottesmutter hat Er dies vor den Augen der ganzen Schöpfung getan: Weil Sie Sich zu Ihren Lebzeiten nur von Ihm hatte verzücken lassen, wollte Er Sich für alle Ewigkeit auch von Ihr verzücken lassen: von der absolut vollendeten Heiligkeit Ihrer Seele und von der makellosen Reinheit Ihres Körpers, Symbol dafür, dass sogar das Stoffliche sich der Herrschaft der Finsternis entziehen und selber Macht über die Finsternis ausüben kann.

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44. DIE TAGE VON MARIAS EINMALIGER VERHERRLICHUNG

15 – 22. August

TOTUS TUUS, MARIA !

Als Gott die Heiligste Jungfrau Maria nach Ihren Tagen auf Erden zu Sich rief, tat Er das nicht dadurch, dass Sie so wie andere Seelen dem Lebensgericht unterzogen wurde: Er nahm Maria zu Sich mit Seele und Körper, um Ihr ganzes Wesen unmittelbar in die absolute Herrlichkeit zu erheben.

Maria genoss das einmalige Vorrecht einer Erhebung über alles Erschaffene. Sie wurde zur Königin von Himmel und Erden gekrönt, und im Jahre 2006 offenbarte Sie durch Myriam, dass Ihre Krönung ebenfalls die Gelegenheit war, bei welcher Gott Sie öffentlich unter dem Titel Herrin aller Seelen bekanntgab.

Marias Eigenschaft als Königin und Herrin von allem Erschaffenen basiert auf:

  • Ihrer Unbefleckten Empfängnis;
  • einem vollkommen sündenlosen Leben auf Erden;
  • Ihren beispiellos großen Verdiensten während Ihres Lebens auf Erden, wegen Ihrer vollkommenen Teilnahme am großen Erlösungswerk und der einmaligen Heiligkeit Ihrer ganzen Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche und inneren Verfassungen;
  • Ihrer ununterbrochenen vollkommenen Einheit mit dem Willen Gottes.

Aufgrund dieser Elemente wurde Maria mit einer einmaligen Macht und Herrlichkeit bekleidet.

Gott zeigt Maria den Seelen als das große Vorbild der Ähnlichkeit mit Seinem Herzen und der vollkommenen Einschaltung in Seine Werke und Pläne. Als Herrin aller Seelen lehrt Sie uns jetzt die Wissenschaft des Göttlichen Lebens als die Kunst, Ihr vollkommen nachzufolgen, denn

vollkommene Nachfolge Mariä
=
vollkommene Nachfolge Jesu Christi,

und somit der ideale Weg für die Seele,
Ihr Christ-Sein in der Fülle zu verwirklichen

In diesen Tagen werden außergewöhnliche Gnaden der Heiligung auf die Seelen herabgegossen, die sich aufrichtig danach sehnen, Maria, und durch Sie Christus, nachzufolgen. Im vollkommenen Dienst an Maria, der Königin und Herrin von allem Erschaffenen, wird der Dienst an Gott vollkommen. Die Herrin aller Seelen betonte bereits wiederholt, dass nicht Sie Selbst verlangt, verherrlicht zu werden, dass allerdings Gott Sich danach sehnt, dass die Menschenseelen Maria verherrlichen. Die Seelen sollen berücksichtigen, dass in Maria Gott Selbst in Seinem absoluten Meisterwerk verherrlicht wird, und dass diese Verherrlichung sehr viel Licht auf die Schöpfung herabruft.

Diese Tage laden die Seelen dazu ein, die Erkenntnis in sich Wurzeln schlagen zu lassen, dass Gott die Seele in dem Maβe verherrlichen will, wie sie sich aus freiem Willen danach sehnt, sich zu Seinem Bild und Gleichnis zu entfalten. Zu dem Zweck ist jede Seele ja gerade auf Erden.

Was ist überhaupt unter 'Verherrlichung' zu verstehen? Verherrlichung einer Seele heiβt, das in ihr enthaltene bzw. zum Ausdruck und zur Auswirkung gebrachte Licht auf eine besondere Weise zu ehren, so dass die Himmlische Quelle dieses Lichtes und dessen heilvolle Macht erkannt werden können. Das hat Gott in der absoluten Fülle mit der Mutter Christi getan, und das möchte Er mit jeder Seele in einem möglichst hohen Ausmaβ tun können.

Der Schöpfer lieβ Maria die allerhöchste Verherrlichung zuteilwerden, die eine Seele jemals erhalten könnte, weil keine Seele Ihr an Heiligkeit je auch nur annähernd gleichkommen könnte. Nie wurde eine Seele so weitgehend in Gott aufgenommen als Sie.

Für jede Seele liegt da gleichsam ein Programm vor: die Nachfolge Mariä, so wie diese in den Schriften Myriams gelehrt wird, denn Sie ist der makellose Spiegel aller erschaffenen Vollkommenheit. Diese Nachfolge wird sich kaum in der Fülle verwirklichen lassen wenn sich die Seele nicht zunächst voll und ganz Maria hingibt, durch einen Akt der vollkommenen Weihe, der von einem Leben in Ganzhingabe an Maria in allen Einzelheiten des Alltags gefolgt wird. Erst unter jenen Voraussetzungen kann die Himmelskönigin die Ihr geweihte Seele schrittweise mit Sich verschmelzen lassen bzw. Sich in die Seele hinüberflieβen lassen. Die ganzen Belehrungen in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens zielen gerade darauf ab: dass die Seele für diese Verschmelzung empfänglich gemacht wird, sich dauerhaft für Marias Wirkungen in sich aufschlieβt, und sich somit freiwillig für ein Leben in der gröβten seelischen Fruchtbarkeit entscheidet.

So will Gott die Seelen an der Verherrlichung Seiner Königstochter Anteil haben lassen, denn Er zwingt keine Seele zu ihrem Glück: Gemäβ dem Gesetz der Gerechtigkeit muss die Seele sich aus freiem Willen und dauerhaft für den Weg der gröβten Fruchtbarkeit entscheiden. Ohne diese freie Entscheidung und den lebenslänglich richtigen Einsatz des freien Willens kann die Seele ihrer Herrin und Königin nicht in Ihrer Verherrlichung folgen.

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45. MARIAS KRÖNUNG ZUR KÖNIGIN VON HIMMEL UND ERDEN –
FEST DER HERRIN ALLER SEELEN

22. August

TOTUS TUUS, MARIA !

Eine Königin ist ein weibliches Wesen, das entweder einen Staat führt oder an der Seite des Königs in einem gewissen Ausmaβ – öfters mindestens teilweise im Verborgenen – an dessen Verwaltungsakten beteiligt ist und durchwegs in gewissen Kontexten als Vertreterin des Königs gelten kann. Eine Herrin ist ein weibliches Wesen, das konkrete Macht ausüben kann und dem die Herrschaft über ein Gebiet, ein Haus, bestimmte Menschen usw. zusteht. Diese Privilegien hat Gott in Seinem Reich und in Seinem Heilsplan für Maria vorgesehen: Er hat Sie von Anfang an über alles Erschaffene erhoben, und bestätigte Ihre Ausnahmeposition vor allen Himmelsbewohnern am Tag Ihrer Aufnahme in den Himmel. Maria wurde von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit als Königin von Himmel und Erden verkündigt, und wurde den Himmelsbewohnern gegenüber als Herrin aller Seelen bezeichnet. Gott verkündigte für alle Zeit und Ewigkeit die einmalige Macht der Gottesmutter über alles Erschaffene. Ihr steht es somit zu, über alle Seelen zu herrschen.

Gott tut nichts 'nur so'. Mit allen Seinen Handlungen und Worten verfolgt Er einen Plan. Marias Macht als Königin und Herrin ist von Gott als etwas ganz Konkretes gedacht. Er hat Ihr Macht über alle Seelen geschenkt damit Sie jede Seele von innen heraus umgestalten kann in der Absicht, ihr dabei zu helfen, zweckmäβiger zum Bild und Gleichnis Gottes zu reifen und die Erlösungswerke Christi in sich auf fruchtbarste Weise zu vollenden. So ist Maria voll und ganz:

  • Königin: Sie vertritt in vielerlei Hinsicht den König – Gott – und hatte bereits während Ihres irdischen Lebens Teil an manchem Verwaltungsakt, z.B. dem Erlösungswerk. Sie ist übrigens von Gott zum Spiegel Seines Herzens gemacht, der das Licht in alle Herzen hineinstrahlen kann, und Sie tut dies auf eine solche Weise, dass die Seelen Gottes Licht in angemessenen Dosen in sich aufnehmen können, je nach der individuellen Verfassung;
  • Herrin: Gott hat Ihr Macht gegeben um Seelen intensiv zu führen, zu belehren, umzugestalten, zur wahren Reifung und Fruchtbarkeit zu bringen, und alle Finsternis zu beschämen, zu demütigen und restlos zu besiegen. Als die Frau mit dem Fuβ auf der Schlange ist Maria voll und ganz Herrin, sogar über Satan, sein Gefolge und seine Werke.

In Marias Krönung weist Gott nach, welchen Wert Er auf die Freiheit von Sünde legt. In dem Maβe, wie die Seele sich der Versuchung und Täuschung widersetzt, vergröβert sich ihre Macht auf Gottes Herz. Das heiβt: Die Seele kann immer gröβere Wunder wirken, von Gott immer gröβere Vermittlungen und Gnaden mit Erfolg herabbitten. Der freiwillige und beharrliche Kampf gegen die Versuchung, Täuschung und Sünde ist ja ein Bekenntnis dafür, dass sich die Seele voll für Gott und die Liebe entscheidet. Sie wird dadurch sehr fruchtbar. Das alles hat in Maria den absoluten Gipfel erreicht. Keine einzige Seele kommt Maria an Vollkommenheit in der Anwendung der wahren Liebe gleich.

Aus diesem Grund ist Maria die Heiligste unter allen erschaffenen Seelen, und ist Sie mit Recht hoch über alles erhoben worden, als Königin von Himmel und Erden. Alle Seelen, ob Engel, Glückselige, Menschenseelen, Seelen im Fegefeuer oder Verdammte, sind Ihr untergeordnet. Daher Ihr Titel als Herrin aller Seelen. Sie ist allen Seelen nicht nur als Vorbild gesetzt, sondern Sie hat tatsächlich die Macht erhalten, sie umzugestalten, immer unter Berücksichtigung des freien Menschenwillens: Marias Wirken wird nur in dem Maβe erfolgreich, wie die Seele aktiv mit Ihr mitwirkt.

Der wahre Sinn der Krönung Mariä zur Königin und Herrin über alles Erschaffene liegt in Gottes Absicht, durch die Mutter Seines Sohnes die Erlösung in jeder individuellen Seele zu vollenden. Jesus hat die Erlösung der Menschenseele erschlossen, d.h. Er hat es der Seele ermöglicht, sich überhaupt aus den verheerenden Folgen der Erbsünde loszulösen. Jede individuelle Seele soll diese Erlösung in sich voll erschlieβen: Die Saat muss begossen werden, damit aus ihr die Blume heranwachsen kann.

Maria ist dazu berufen worden, die Seele innerlich so umzuwandeln, zu führen und zu begleiten, dass sich dieser Vorgang optimal, d.h. mit der höchst möglichen Gewähr voller Fruchtbarkeit für die seelische Entwicklung und für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan, gestalten kann. Dazu braucht Maria eine Macht, die Sie unmittelbar aus Gott Selber schöpfen kann. Diese Macht wird dadurch besiegelt, dass Marias Wille identisch mit dem Willen Gottes ist, wodurch Sie in Ihrer Fülle der Gnade ausnahmslos alles erwirken kann, was Gottes Plänen und Werken dienlich ist. Dies ist es, was Maria zur Herrin aller Seelen gemacht hat: Sie besitzt die uneingeschränkte Macht der Führung, der Begleitung, der Umgestaltung, der seelischen Heilung, und keine Macht auβer Gott kann Ihr widerstehen, einschlieβlich jener der Finsternis.

Das heutige Fest kann sich die Seele am besten dadurch zunutze machen, dass sie sich vollkommen, bedingungslos und auf ewig Maria in Ihrer allumfassenden Eigenschaft als Königin und Herrin aller Seelen weiht, und diese Weihe ab sofort genau in Anwendung zu bringen versucht, Tag für Tag. Diese Weihe kommt einem Bekenntnis seitens der Seele gleich, durch welches sie Gott sagt: 'Ich will Deinem Meisterwerk Maria gehören, um von Ihr ganz nach Deinem Bild umgestaltet zu werden. Ich glaube, dass Sie die Macht besitzt um dies zu können, und die Liebe um dies zu wollen'. Die vollkommene Weihe an Maria in Ihrer allumfassenden Eigenschaft als Herrin aller Seelen ist eine kaum überbietbare Ehrerweisung und Verherrlichung an Gott in Seinem gröβten Meisterwerk und leistet Wiedergutmachung für viele Werke von Finsternis.

Marias Krönung zur Königin und Herrin über alles Erschaffene machte Sie zum Groβen Zeichen der:

  • Verzückung für die Engel und die Heiligen
  • Ermutigung für die Seelen im Fegefeuer
  • Hoffnung für die Menschenseelen auf Erden
  • Angst für die Dämonen

Für jede Seele, auf jeder Existenzebene, ist die Königin von Himmel und Erden und Herrin aller Seelen das Groβe Zeichen der kommenden Erfüllung von Gottes Verheiβung des endgültigen Sieges der Frau über die Werke der Finsternis.

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46. MARIA HEIL DER KRANKEN

Samstag vor dem letzten Sonntag im August

TOTUS TUUS, MARIA !

Am Samstag vor dem letzten Sonntag des August gedenken wir der Gottesmutter als Heil der Kranken. Die Herrin aller Seelen erinnert die Seelen daran, dass ihr Körper und dessen Gesundheit an sich nicht zum Ziel der Anstrengungen werden dürfen, die sie im Leben leisten. Der Christ soll im wahrsten Sinne des Wortes Nachfolger Jesu Christi sein, somit gilt sein Körper als Diener der Seele. Aus diesem Grund sagte Maria einst, dass Gott die Gesundheit der Seele für unendlich viel wichtiger hält als die physische Gesundheit. Selig die Seelen, die dies begriffen haben, und welche die Himmelskönigin nicht um physische Heilung bitten, sondern um Heilung der Seele. Jesus Selbst wirkte Seine zahlreichen Wunder an physischen Beschwerden und Behinderungen auch nicht um des physischen Heiles willen, sondern damit die Geheilten wieder zu Gott finden und seelisch gesund werden, aufgrund der Tatsache, dass ihre physische Heilung ihnen dabei hilft, fester daran zu glauben, dass es tatsächlich einen Gott gibt, dass dieser Gott die Liebe verkörpert, und dass Er mit den Seelen beschäftigt ist.

Gott hat den menschlichen Körper zum Sühnewerkzeug werden lassen, als Antwort auf die verheerenden Wirkungen der Erbsünde. Jesus hat uns die Macht freiwillig aufgeopferter physischer Leiden gegen die Herrschaft der Finsternis dadurch bestätigt, dass Er durch den Vollzug des Erlösungsmysteriums den Neuen Bund zum endgültigen Vertrag der Christen guten Willens machte: Das Christentum lehrt die Seelen, dass die einzige wahre Erlösung in den freiwillig und liebevoll dargebrachten Leiden liegt. Aus diesem Grund kann Gott die physische Heilung gar nicht als eigentliches Ziel Seines Einschreitens in das Leben einer Menschenseele betrachten. Sollte Er dies tun, so würde Er dadurch die Vollendung Seines Heilsplans Selber aufhalten. Wo Er schon physische Heilungen zulässt, so tut Er dies in der Absicht, dass diese in der betreffenden Seele den Weg zur Heiligung freimacht, und weil dies irgendwie in den Plan passt, den Er mit dieser spezifischen Seele verfolgt.

Die tiefe Heilung der Seele ist die Heiligung. Ein Körper mit Lasten führt die Seele leichter zur ewigen Glückseligkeit als ein Körper in vollkommener Gesundheit. Die einzige Voraussetzung ist diese, dass die Lasten des Körpers:

  • von Herzen angenommen werden,
  • in Liebe getragen,

und damit ihre heilbringenden Gaben vollendet werden:

  • an Maria geweiht werden.

So werden Prüfungen, einschlieβlich physischer Beschwerden, zu dem Zweck zugelassen, dass sie die Seele bilden helfen. Man kann seinem Mitmenschen nichts Besseres wünschen als die Gnade der Tragkraft in allen physischen Prüfungen im Leben, und der Erkenntnis, dass in den Kreuzen des Lebens die Schlüssel zum Himmelstor verborgen liegen.

Die Herrin aller Seelen möchte ab heute so gerne das Heil unserer seelischen Krankheiten sein, denn Sie weiβ, dass die Seele nur dazu auf Erden ist, sich zu heiligen und die Verwirklichung von Gottes Werken und Plänen zu fördern. Der Körper ist lediglich 'Fahrzeug' der Seele für das Leben auf Erden. Solange der Körper einen Groβteil der Aufmerksamkeit beansprucht, löst sich die Seele nicht aus der Oberflächlichkeit los, und wird ihre Heiligung gehemmt.

Vergessen wir nie: Es ist unsere Berufung, wahre Christen zu sein. Der wahre Christ ist eine Seele, die Christus in allem nachfolgt. Das Leben Christi hatte allerdings nur dieses eine Ziel: Er sollte Sich mit dem Kreuz der Sünden vereinen um die verheerenden Folgen der Sünden der Menschheit mit Sich kreuzigen zu lassen. Zu diesem Zweck hat Er ein Leben von Leiden und Prüfungen auf Sich genommen. Die Seele, die ihre täglichen Kreuze abwerfen möchte, kann sich nicht als Christ bezeichnen, und verfehlt somit die Verwirklichung ihrer wahren Aufgabe, ihrer wahren Berufung in diesem Leben. Maria, das Heil der Kranken, möge uns alle heute an erster Stelle von der Krankheit heilen, durch welche wir dazu neigen, uns über unsere Kreuze zu beschweren. Die Seele, die sich von jener Krankheit heilen lässt, ist wahrhaftig heil, denn ihr wird es an nichts fehlen während der Reise zu der sie wirklich geboren wurde: der Reise in das Reich der ewigen Glückseligkeit.

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47. MARIA MITTLERIN ALLER GNADEN

31. August

TOTUS TUUS, MARIA !

Die Herrin aller Seelen bezeichnet den Monat August als Monat Ihrer Verherrlichung. Dieser Monat endet mit dem groβen Fest Mariä als Mittlerin aller Gnaden, und bekommt gleichsam eine Verlängerung in der Novene bis zum 8. September, dem Geburtsfest der Heiligen Jungfrau. Diese Novene ist Trägerin einer groβen Symbolik: Die Reise von der Mittlerin aller Gnaden bis hin zur Geburt der Gottesmutter lädt die Seelen dazu ein, für die Gnade der Geburt aus Maria, einer Wiedergeburt für ein Leben wahrer Heiligung zu beten.

Gnaden sind Vermittlungen von Gottes wegen, die auf irgendwelche Weise dabei helfen können, das Leben auf Erden fruchtbarer zu gestalten. Die Gnade hat unzählige Erscheinungsformen, weil Gott durch unzählige Mittel und Wege die Seele zur Entfaltung zu bringen versucht. Die Entfaltung der Seele ist als Vervollkommnung im Göttlichen Leben zu verstehen. Gerade in der Erschlieβung und Begleitung der Entfaltung der Seele liegt die wahre Berufung der Gottesmutter, besonders in diesen Letzten Zeiten. Am Liebsten spendet Gott ja diese Gaben durch Maria, die Er in allen Ihren Eigenschaften den Seelen als Brücke zwischen Ihm und den Seelen vorführen will. Die Seelen sollten Himmlische Gnaden nicht gleich an erster Stelle als Wege zur Linderung ihrer Prüfungen betrachten, sondern als Hilfsmittel bei der Heiligung, für die Steigerung der seelischen Fruchtbarkeit. Letztendlich bezwecken alle Gnaden, den Seelen den Zutritt zur Ewigen Glückseligkeit irgendwie zu erleichtern bzw. den Seelen zu helfen, das Tor zu ihrer Glückseligkeit zu finden.

Möge die Herrin aller Seelen jede(n) von uns auf die Gnade der vollkommenen Vergebung und Reinigung von Spuren der Sünde, Fehlern, Schwächen, Versäumnissen, krankmachenden Erinnerungen und Äuβerungen der Untugend aus unserem ganzen Leben vorbereiten, so dass wir dadurch gleichsam aus Ihr neu geboren werden können. Es gibt keine gröβere Gnade als jene, aus der Unbefleckten Empfängnis, dem kristallklaren Wasser unmittelbar aus Gottes Herzen, für ein völlig neues seelisches Leben aufzuerstehen. Das ist es gerade, was die Herrin aller Seelen mit jeder Seele anstrebt: Sie lädt die Seele ein, sich Ihr so vollkommen hinzugeben, dass Sie die Seele 'in Sich' zu einer wahren Frucht aus dem Obstgarten von Gottes Reich heranreifen lassen und diese so vollkommen mit Ihren eigenen Verfassungen prägen kann, dass die Seele ihre wahre Berufung als Kind Gottes richtig gestalten kann. Dann ist sie erst recht ein Kind der Gnade und ein Spiegel von dem Herzen, das Selber für Zeit und Ewigkeit die Blume der Gnade schlechthin sein soll.

Maria sehnt Sich danach, Sich in jeder Seele so vollkommen auswirken zu können, dass diese aus Ihr neu geboren werden kann für ein Leben in innigster Einheit mit Ihr, denn Maria ist Diejenige, die die Worte Jesu in Wirklichkeit umsetzen kann, wo Er sagt, der Mensch soll neu geboren werden, und zwar aus dem Geist. Die Herrin aller Seelen bringt den Atem von Gottes Geist in die Seele und 'gestaltet die Seele neu' so dass diese die Gaben, die sie von Gott erhält, optimal benutzen kann, zwecks Förderung ihrer eigenen seelischen Blüte und Förderung von Gottes Werken.

Die Seele muss aktiv an diesem Vorgang beteiligt sein, in konkret gelebter täglicher Weihe an die Königin von Himmel und Erden. Nur eine solche innere Einstellung schlieβt die Seele auf zweckmäβige Weise für die Gnaden auf, welche Gott ihr durch Maria spenden möchte.

Marias Eigenschaft als Mittlerin aller Gnaden bringt einen der Aspekte zum Ausdruck, ohne welchen die Beschreibung der Mission der Gottesmutter hinsichtlich der Seelen unvollständig wäre. Als Mittlerin aller Gnaden schlieβt die Himmelskönigin die Tür zur Umgestaltung der Seelen auf ihrem Weg der Heiligung auf. Diese Umgestaltung, an welcher die Himmelskönigin einen so groβen Anteil haben kann, gehört zu den eindrucksvollsten Äuβerungen Ihrer Macht über die Seelen. Durch diese Wirkung hilft Sie bei der Ausbildung Ihres Heeres gegen die Kräfte der Finsternis. Die Ernte dieser Wirkung der Tätigkeiten der Herrin aller Seelen soll erst recht in der Stunde sichtbar werden, wenn die Frau Sich den Fürsten der Lüge und der Vernichtung unter die Füβe legen wird. Sie heute als Mittlerin zu verherrlichen und uns von Ihr in das Wasser der Göttlichen Gnaden eintauchen zu lassen, kann uns völlig neue Wege zu einer vollkommen neuen Fruchtbarkeit erschlieβen und uns auf aktive Weise am zerschmetternden Sieg der Himmelskönigin über den Feind der Ewigen Liebe teilhaben lassen... Ausdruck der gröβten Gnade.

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48. MARIA TRÖSTERIN DER BETRÜBTEN

Samstag nach dem Fest des hl. Augustinus

TOTUS TUUS, MARIA !

Marias Mission zugunsten der Seelen eignet sich besonders dazu, Seelen Trost zu spenden. Sie ist die Mutter der Mütter, unter deren Obhut Jesus Selbst sämtliche Menschenseelen gestellt hat. Die Menschenseele ist wegen der Erbsünde in jeglicher Hinsicht sehr geschwächt und verletzlich. Aus diesem Grunde wird jede Seele im Laufe ihres irdischen Lebens unvermeidlich hin und wieder Traurigkeit empfinden. Traurigkeit empfindet die Seele nicht nur bei manchem weltlichen Verlust, diese Empfindung kann sich ebenfalls kund tun – sei es nicht immer bewusst – wenn die Seele mit sich selber bzw. mit demjenigen, was sie als Seele ist, nicht zufrieden ist. Diese letztere Traurigkeit könnte man als ein 'stilles Weinen des Gewissens' bezeichnen.

Egal ob sich das Gemüt durch äuβere Lebenseinflüsse oder aber durch innere seelische Vorgänge betrübt, die Gottesmutter ist ganz besonders dafür gerüstet, Trost zu spenden, da es sich dabei darum handelt, dort Licht zu bringen, wo die Finsternis dabei war, Wurzeln zu schlagen. Licht bringen heiβt: die Seele für neue Erkenntnisse von der Wahrheit aufschlieβen. Eine Seele, die erkennt, dass ihr Kummer und ihre Prüfungen einen Platz in ihrem Leben haben müssen, weil diese gerade ihren persönlichen Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan bilden und die Fruchtbarkeit ihres Lebens von dem Ausmaβ ihrer Nachfolge Christi bestimmt wird, lässt sich von ihren Leiden nicht dauerhaft betrüben: Sie erkennt, dass die Finsternis nur dann das letzte Wort hat, wenn die Seele nicht wirklich an die Macht und den letztendlichen Sieg des Lichts glaubt.

Die Himmelskönigin ist dazu berufen, Seelen, die sich Ihr uneingeschränkt hingeben, innerlich so umzugestalten, dass in diesen leichter genau diejenigen Verfassungen Wurzeln schlagen, welche die Seele fruchtbarer machen, d.h.: die Seele leichter zu Verhaltensweisen und inneren Einstellungen führen, welche der Verwirklichung ihrer seelischen Lebensberufung Vorschub leisten. Eine Seele, die so eingestellt ist, dass sie die Aufgaben, die sie im Leben zwecks Förderung von Gottes Werken zu vollbringen berufen ist, genau so erfüllen kann und will, wie Gott es von ihr erwartet, wird einen Herzensfrieden entwickeln, der sie gleichsam gegen dauerhaften Trübsinn 'immun macht'. Genau dort vollzieht sich das groβe Wunder, das die Trösterin der Betrübten in so vielen Seelen vollbringt, nachdem diese ihr Leben unentwegt in Ihren Dienst gestellt haben.

Die Trösterin der Betrübten ist nicht lediglich eine Mutter, die ihr Kind in jeder Stunde der Not in die Arme schlieβt, Sie ist mithin die Herrin, die in Ihrem Diener bzw. Ihrer Dienerin den Seelenboden so umgestaltet, dass in diesem leichter die Blumen der Freude, des inneren Friedens und der wahren Hoffnung in einem solchen Ausmaβ aufblühen, dass das Unkraut finsterer Stimmungen nicht mehr leicht den Garten des Gemütslebens überwuchert.

Wahre Heiligung ist eine Frage der inneren Reinigung, der ständigen inneren Umgestaltung und der Stärkung gegen jegliche Entwicklung und jeglichen Vorgang in der Seele, welche die Fruchtbarkeit des Lebens im Dienst an Gottes Werken beeinträchtigen. Die Begleitung dieser Umgestaltung ist das Wesen der Hauptaufgabe der Herrin aller Seelen. Als Trösterin der Betrübten versucht die Himmelskönigin, Seelen so zu rüsten, dass sie den ständigen Angriffen des Bösen immer besser gewachsen sind, der bekanntlich die Herzen dadurch zu unterminieren versucht, dass er in diesen seine finsteren Gefühle Wurzeln schlagen lässt. Eine betrübte Seele ist ja eine Seele, deren Schlagkraft sich bald verringert, so dass sie leichter seinen Listen anheimfällt und nicht länger seinen Werken durch das Licht und die Wärme ihres Frohmuts und ihrer Hoffnung in die Quere kommt.

Legen wir heute zuversichtlich unsere Herzen zu den Füβen der Trösterin der Betrübten, damit Sie uns von jeder Spur der Entmutigung und der seelischen Übermüdung reinigt, und wir jeden Winkel unseres Herzens, der aus welchem Grunde auch immer seit langem verfinstert ist, aufs Neue von den Sonnenstrahlen des Vertrauens, der Ermutigung und der Überzeugung streicheln lassen können, dass Gott uns glücklich sehen möchte. Ein Garten, über dem selten eine Wolke ihr Wasser ausschüttet, wird unfruchtbar. Ebenso sollen manchmal Tränen sein, damit sich das Herz nicht verhärtet.

Unsere Himmlische Mutter wartet darauf, das Wunder eines neuen Sonnenaufgangs heute an jedem und jeder von uns zu vollziehen, damit wir uns wieder über Gottes Wirken in unserem Leben freuen können. Dieses Wirken kann ja in den unterschiedlichsten Formen in Erscheinung treten, und nicht alle diese Formen werden von der Seele gleich als Geschenk erkannt. Es ist Marias sehnlichster Wunsch, jedes Herz so zu beherrschen, dass dieses in seinen Tränen nicht ertrinkt, sondern durch sie zu einer neuen Fruchtbarkeit kommen kann.

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49. MARIÄ GEBURT

8. September

TOTUS TUUS, MARIA !

Am 8. September feiern wir Marias Geburt. Als die Gottesmutter geboren wurde, leuchtete ein besonderes Licht durch die ganze Schöpfung, und bebte die Hölle, so offenbarte es die Herrin aller Seelen einst Ihrer Myriam. Durch diese Erscheinungen verkündete Gott bereits die Macht und Erhabenheit, welche diese Seele für alle Ewigkeit besitzen sollte, und Ihre Berufung als Mutter des Lichtes (Jesu Christi).

Eine Geburt ist immer der Anfang der Lebensreise einer Seele auf Erden. Diese soll eine Reise in das Herz Gottes sein, eine Reise der Heiligung. Ein irdisches Leben ist in Gottes Augen gelungen wenn die Seele das Licht der Wahrheit und die Wärme der Liebe ihrem Weg entlang gesät hat. Diese Saat bekommt jede Seele bei ihrer Empfängnis in sich gestreut, und sie kann diese ständig in dem Maβe vermehren wie sie Gott, Seine Werke und alle ihre Mitgeschöpfe liebt. Maria hat Sich in all dem ausgezeichnet: Sie war gleichsam die Verkörperung der Liebe und des Lichtes. Sie wurde nur mit dieser einzigen Lebensaufgabe geboren: Sie sollte den Messias und Erlöser zu den Seelen bringen.

So geschah es. Marias Seele wurde unbefleckt erschaffen, und neun Monate später mit einem physischen Körper verbunden. Ihr Körper wurde somit bereits durch eine vollkommen heilige Seele geheiligt, und wurde von Maria durch die Erhaltung einer makellosen Reinheit als Tempel von Licht ohne Schatten instand gehalten. Marias Körper:

  • war so vollständig von Gottes Licht erfüllt,
  • wurde so unaufhörlich von Ihrer makellos heiligen Seele durchstrahlt, und
  • wurde durch einen ständigen Gebrauch Ihres freien Willens in vollkommener Übereinstimmung mit Gottes Gesetz der Liebe so voll und ganz in den Ozean von Gottes Licht untergetaucht,

dass er haargenau die Absicht verwirklichen sollte, die Gott mit ihm hegte: Maria sollte mit Körper und Seele, mit Herz, Geist und Willen der vollendete Tabernakel der Heiligsten Dreifaltigkeit sein, die Himmlische Bleibe des Göttlichen Messias.

So wurde das Kind Maria geboren als das Groβe Zeichen, die Morgensonne als Bote der Mittagssonne Jesus Christus, die Zeugin von Gottes Absichten mit der Menschheit und mit Seiner Schöpfung: Maria war der erste Sonnenstrahl am Morgen des vollendeten Frühlingstages, an dem die Ewige Liebe die Gründung von Gottes Reich verkündete. Sie sollte die letztendliche unmittelbare Brücke des Ewigen Frühlings der Erlösung sein, und als etwas weniger als ein halbes Jahrhundert später auf Golgotha der Kreuzbaum blühen sollte, sollte Sie von der Mittagssonne die Aufgabe erhalten, jede Seele in den Sommer von Gottes Reich auf Erden hinein zu begleiten und zu führen.

Das Kind Maria wurde geboren als Zeichen dafür:

  • dass eine Menschenseele Gottes Licht in sich bewahren, blühen lassen und um sich herum verbreiten kann,
  • dass die Menschenseele tatsächlich Kind des Lichtes und der Heiligkeit sein kann, und nicht als Kind der Finsternis und der Sünde beabsichtigt war, und
  • dass der wahre Zweck eines jeden Menschenlebens darin liegt, dass die Seele Tabernakel und Behüterin des Lichtes – des Christus – sein soll. So wie Maria zu dem Zweck geboren wurde, dass Jesus aus Ihr geboren werden sollte, so soll jede Seele so vollkommen eins mit Maria werden, dass sie dank dieser Vereinigung selber zum Tabernakel, zur Behüterin Christi werden kann. Das kann sie dadurch erreichen, dass sie inständig darum bittet, aus Maria neu geboren werden zu dürfen, für ein neues Leben der Vergeistigung.

Lasset uns an diesem groβen Tag uns selbst und unser ganzes Leben Maria weihen, dann kann Sie uns in Sich aufnehmen und können wir aus Ihr neu geboren werden für ein Leben, in welchem auch wir die Himmlische Saat unserem ganzen Lebensweg entlang ausstreuen können, und wir durch unsere ganze Lebensweise Christus zu den Seelen bringen können.

Möge die Himmelskönigin uns heute vollkommen in Sich untertauchen, so dass wir neu geboren werden für ein neues Leben in Liebe, als Zeugnis gegen die Finsternis.

Möge die Unbefleckte Unschuld heute jede(n) von uns mit Sich bekleiden, damit wir den Weg zur wahren Unschuld wiederfinden mögen, der letzten Endes der einzige Weg in das Paradies ist.


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50. DER NAME MARIÄ

TOTUS TUUS, MARIA !

12. September

Am 12. September gedenken wir des hochheiligen Namens MARIA. Einst erklärte mir die Himmelskönigin, dass Gott Selbst Ihr diesen Namen gegeben hat, und dass dieser – in Marias Muttersprache, dem Aramäischen: 'Mär-i-am' – heiβt: 'Ozean von Göttlicher Macht, von Reichtum und Glorie'. Wir können es somit so betrachten, dass Gott bereits im Namen dieser höchst Erhabenen aller erschaffenen Wesen die Fülle Ihrer einmaligen Eigenschaften verborgen hat, und in diesem Namen bereits nachgewiesen hat, dass es sich da auf keinen Fall um eine 'gewöhnliche' Seele handelte.

Der Name MARIA ist Träger einer auβerordentlichen Macht. Jedes Mal, wenn er mit Ehrfurcht, Liebe und Verehrung ausgesprochen wird, sogar leise im Verborgenen des Herzens, werden Gnaden freigesetzt, weil dieser Name Göttliches Leben in sich trägt. Das Aussprechen des Namens MARIA kann eine verfinsterte Seele befreien, ein Werk der Finsternis lähmen und die Seele gegen dämonische Angriffe schützen. Jedes Mal, wenn eine Menschenseele ihn ehrfürchtig und liebevoll ausspricht, findet dies sein Echo im Himmel, wo es Wellen der Verherrlichung auslöst und dadurch einen neuen Lichtstrahl über die Schöpfung herabruft.

Gott Selbst bezeichnet Maria als Sein absolutes Meisterwerk. Das ehrfürchtige und liebevolle Aussprechen Ihres Namens stellt eine Huldigung dieses Meisterwerkes dar. Die Huldigung eines Göttlichen Werkes erhöht deren Auswirkungen in und zwischen den Geschöpfen. Wenn wir bedenken, dass Gott Maria die Macht und die Aufgabe erteilt hat, Seine Heilswerke in den Letzten Zeiten in den individuellen Seelen zur Vollendung führen zu helfen, heiβt dies mithin, dass ein häufiges Aussprechen des Namens MARIA wie ein Schlüssel auf eine Schatztruhe wirkt, aus welcher Gottes Gnaden ausgiebig über den Weg unserer Heiligung ausgestreut werden. Maria Selbst weist darauf hin, dass ein häufiges ehrerbietiges und liebevolles Aussprechen Ihres Namens die Gründung von Gottes Reich der vollendeten Liebe und des vollendeten Friedens voranbringen hilft.

Genau das ist es, was wir unter dem 'Triumph Mariä' verstehen sollen: Ihr Name ist Träger unendlicher Mysterien und einer Macht, die keine Menschenseele völlig fassen kann. Der häufige Gebrauch dieses Namens erschlieβt die oberste Verherrlichung an das absolute Meisterwerk Gottes, und schlieβt dadurch das Tor zu einer vollkommen neuen Welt auf. Da diese neue Welt vollkommen Spiegel und Ausdruck von Gottes Reich sein wird, zeigt Sich die Herrin aller Seelen als das Tor des Himmels. Gott scheint den Seelen den Namen MARIA als das goldene Tor zu einer Wiedergeburt in einem neuen Frieden anzubieten: In der vollkommenen Weihe an die Herrin aller Seelen liegt der Schlüssel zur Gründung von Gottes Reich IN DER SEELE.

Am 3. Oktober 2006 durfte Myriam das Nachfolgende aufzeichnen:

"Um 22:10 Uhr, während des Gebets des letzten Gesätzes des Rosenkranzes, der Krönung Mariä, sehe ich in einer Vision plötzlich in Buchstaben aus Feuer den Namen MARIA wie ein Akronym, wobei jeder Buchstabe des Namens meiner Herrin den Anfangsbuchstaben eines lateinischen Wortes darstellt. Maria sagt:

"Betrachte die tiefe Bedeutung Meines hochheiligen Namens. Er schließt in sich Meine wahre Berufung":

Maria

Augustissima

Regina

Imperatrix

Animarum

Der Name MARIA setzt sich also zusammen aus

MARIA AUGUSTISSIMA REGINA IMPERATRIX ANIMARUM,

was auf Deutsch heißt:

Maria, höchsterhabene Königin und Herrscherin der Seelen.

Einige Augenblicke nach dieser Vision sagt Maria:

"Das Aussprechen dieser fünf Wörter nacheinander bildet bereits ein außergewöhnlich kräftiges Gebet".

Möge dieser Tag jede(n) von uns in die unendliche, hochheilige Macht des Namens MARIA eintauchen. Jedes Mal, wenn eine Seele diesen ausspricht, kommt ein Echo zu dieser Seele zurück, in Form von Wellen der Segnung, wobei sich der Klang dieses Namens gleichsam um die Seele herum schmeichelt wie ein Hauch aus Gottes Herzen, wie eine Brise aus dem Ewigen Paradies. Stellen wir uns dies alles vor als Strahlen von Licht und Leben für die ganze Schöpfung, Strahlen, welche die Seele tief reinigen und heilen können, und zwar in dem Maβe, wie die Seele Maria tatsächlich und selbstlos liebt, ganz fest auf Sie hofft in Ihrer Eigenschaft als Brücke zum seelischen Heil, und ganz fest an Maria in der Fülle Ihrer einmaligen Eigenschaften glaubt.

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51. KREUZERHÖHUNG

TOTUS TUUS, MARIA !

14. September

Am 14. September gedenken wir der Kreuzerhöhung. Der Himmel will die Seelen daran erinnern, dass das Kreuz ein Zeichen der Verherrlichung ist. Jesus Christus hat durch Seinen Tod am Kreuz das Todesurteil, das durch die Erbsünde über die Seelen verhängt worden war, in eine Verheiβung Ewiger Glückseligkeit umgewandelt für jede Seele, die mit ihren eigenen Kreuzen genau so umgeht, wie Jesus es getan hat: in Annahme, ohne Widerstand, in Weihe an Gottes Heilsplan, voller Liebe, und in der unerschütterlichen Überzeugung, dass sie den Seelen Heil bringen und dass sie dabei helfen können, Gottes Werke zu deren Vollendung zu führen.

Gott erhöht in unserem Herzen das Kreuz als Zeichen des Sieges über die Finsternis. Die Seele, die das Kreuz Christi mit dem Feuer einer aufrichtigen Liebe zu Gott, zu Seinen Werken und Plänen in das eigene Herz hineinbrennt, vertraut dadurch allmählich sämtliche Kreuze des eigenen Lebensweges dem Feuer von Gottes Herzen an, denn diese Seele hat den Ruf des leidenden Christus gehört, Ihm bei der Vollbringung des Erlösungsaktes Gesellschaft zu leisten. In diesem Feuer erzeugen auch unsere eigenen Kreuze, besonders jene, welche wir an Maria weihen und mit Ihr gemeinsam tragen, Licht und Wärme für die ganze Schöpfung.

Das Erlösungswerk Christi ist in einer Seele erst dann wahrhaftig vollbracht, wenn in dieser Seele das Kreuz erhöht worden ist, freiwillig, in wahrer Liebe, voller Hoffnung und in innigster Weihe. Die Herrin aller Seelen lädt uns heute dazu ein, zum Kreuz Ihres Sohnes hinaufzuschauen, und zwar aus Ihrem Herzen heraus, das darin nicht die schändliche menschliche Verurteilung sah, sondern das ewig dauernde unverwüstliche Zeichen:

  • des Sieges der Liebe über die Finsternis, auch im Leben einer jeden Seele in allen Jahrhunderten;
  • des Sieges der Weihe über das Elend, die Aussichtslosigkeit und die Sinnlosigkeit aller Prüfungen;
  • der Versiegelung eines jeden Lebens, das in bedingungsloser Liebe geführt wird, mit dem Siegel Gottes als Verheiβung der ewigen Herrlichkeit.

Das Kreuz war das Siegel auf dem Neuen Bund, diesem Gottesgeschenk, das die Seelen lehren wollte:

  • dass die Kreuze unbedingt notwendig sind, denn dass sie die Einheit mit Christus in der Seele besiegeln, und somit "ergänzen, was noch an den Leiden Christi fehlt", wie es der H. Paulus so treffend formulierte;
  • dass genau die Kreuze die Sturmböcke sind, welche die Seele aus ihrem Kerker von Finsternis befreien können, und zwar in dem Maβe, wie die Seele sie bedingungslos annimmt.

Es gibt keinen anderen Weg zum Heil als jenen der Hochzeit zwischen unseren eigenen Kreuzen und dem Kreuz Christi, dem Zeichen der Verherrlichung durch die Prüfungen und dank der Prüfungen. Lasset uns heute dem Baum unseres ewigen Heils einen Ehrensalut darbringen. Dieser Baum ist von Jesus eingeweiht worden und wartet auf unsere Hingabe, damit er als Standarte von Gottes Reich blühen kann. Solange die Seele ihre Kreuze nicht voll annimmt, bleiben sie totes Holz. Zu lebendigen, blühenden Bäumen werden sie dadurch, dass die Seele sie protestlos annimmt und mit Liebe zu Gott und zu ihren Mitgeschöpfen als Opfergabe mit dem Kreuz Christi verschmelzen lässt, vorzugsweise durch aufrichtige Weihe an Maria, die Mutter des Kreuzes und Königin von Golgotha.

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52. MARIA SCHMERZENSREICHE MUTTER

15. September

TOTUS TUUS, MARIA !

Am 15. September gedenken wir der Himmelskönigin als der Schmerzensreichen Mutter. Als die Schmerzensreiche Mutter will Maria die Seelen daran erinnern, dass die Prüfungen und Kreuze des Lebens die wahren Träger des Heils für die Seele und für die ganze Schöpfung sind. Da die Menschenseele auf Erden in einem physischen Körper lebt, ist sie besonders anfällig für die unzähligen Eindrücke, welche aus der Auβenwelt auf sie zukommen, ebenso wie für die Empfindungen, welche mit der stofflichen Natur ihres Wesens einhergehen. Gerade aus diesem Grund neigen unsere Leiden und Prüfungen dazu, unsere Gedanken, Gefühle und Wünsche vollkommen oder mindestens hochgradig zu beherrschen. Die Anhänglichkeit hinsichtlich der weltlichen Arten des Denkens und Fühlens ist die gröβte Gefahr für die Seele, eine Gefahr, die trotzdem von wenigen Seelen richtig erkannt wird. Die Schmerzensreiche Mutter ist uns diesbezüglich als das Muster der Vergeistigung schlechthin gesetzt worden. Jeder Menschenseele obliegt die Pflicht, jeden Meter ihres Lebensweges dazu zu benutzen, sich zu heiligen. Der Heiligungsvorgang lässt sich nur in dem Maβe vollenden, wie es der Seele gelingt, sich zu vergeistigen.

Die Gottesmutter hat während Ihres irdischen Lebens unendlich viel mehr und schwerer gelitten als es die meisten Menschenseelen wissen bzw. sich vorstellen können, und zwar im Herzen ebenso wie physisch. Marias Leiden hingen mit Ihrer auβergewöhnlichen mystischen Begabung und Berufung zusammen. Sie war dazu berufen:

 - die physischen, geistigen, moralischen und seelischen Empfindungen Ihrer Mitgeschöpfe genauestens im eigenen Wesen nachzuempfinden. Über diese besondere mystische Begabung durfte ich bereits im Buch Die Bächlein des Heils berichten. Diese Begabung musste die Gottesmutter in vollendeter Form besitzen, im Hinblick auf die Vollbringung Ihrer ewig dauernden Aufgabe als Begleiterin der Menschenseelen und deren Heiligung. Es handelt sich da um ein Mysterium der 'Mit-Abbüβung', auf welchem – ebenso wie auf Marias vollendeter Liebe – die unvorstellbare Macht Ihrer Fürsprache basiert;

 - die physischen, geistigen, moralischen und seelischen Empfindungen Ihres Sohnes, des Gott-Menschen, mitzuempfinden. Gerade darin liegt die fest gegründete Wahrheit der Eigenschaft Mariä als Miterlöserin mit Christus.

Das irdische Leben der Schmerzensreichen Mutter brachte den absoluten Gipfel der Fruchtbarkeit ein, gerade wegen der Art und Weise, wie Sie Ihre unzähligen Prüfungen durchstand: in vollendeter Liebe, in vollendeter Annahme und in vollendeter Weihe. Sie vermochte es, ohne jegliche Auflehnung alles in Dankbarkeit anzunehmen, was Sie auf Ihrem Lebensweg fand. Für Sie war jegliche Prüfung ein Geschenk der Göttlichen Vorsehung an Sie, die Sie in den Stand versetzte, Gottes Heilsplan ein wenig fördern zu helfen und Gott den Trost Ihres Mitempfindens mit dem Leid entgegenzubringen, das Ihm wegen der unzähligen Sünden der Seelen ständig zugefügt wird.

Marias Schmerzen hatten letzten Endes mit Ihrer 'Überempfindlichkeit' gegen die Folgen der Sünden für den Gnadenstand der Seelen und die Zerrüttung des Gleichgewichtes in der Schöpfung zu tun. Diese 'Überempfindlichkeit' wiederum basierte auf Ihrer vollendeten Liebe zu Gott, zu Seinen Werken und Plänen, und zu allen Ihren Mitgeschöpfen. Jede Sünde, jede Untugend von Seiten einer Seele war Maria wie ein Messerstich ins Herz, gerade weil Sie genau erkannte, was sogar die geringste Sünde oder Untugend für Gott bedeutet.

Lasset uns Sie um die Kraft bitten, Ihr nachzufolgen, die Sie in Ihrem Leben auf Erden nichts geschenkt bekommen hat, sondern alle Finsternis durch die unendliche Macht Ihrer Liebe zu Gott, zu Seinen Werken, zu Seinem Heilsplan und zu allen Ihren Mitgeschöpfen besiegt hat. Diese vollendete Liebe ist es, durch welche Maria zur Besiegerin aller Kreuze geworden ist.

Nur die wahre, bedingungslose und selbstlose Liebe in allen Leiden macht die Prüfungen des Lebens fruchtbar. Maria war die Meisterin dieser Lebenseinstellung schlechthin, und sehnt Sich danach, die Fundamente dieses Verdienstes in die Lämmer Christi einzuprägen, damit auch sie in allen Leiden strahlen, denn eine Seele, die in allen Leiden vor Liebe, Hingabe und Gottvertrauen leuchtet, wird zum Schrecken aller Finsternis. Wo die Leiden und Prüfungen des Lebens Hochzeit mit der wahren Liebe, der vollkommenen Hingabe und dem felsenfesten Gottvertrauen schlieβen, wird in der Seele das Christkind geboren: die Vollendung der Erlösung und der Heiligung.

Mögen wir alle, die wir ja jede(r) auf die eigene Art und Weise von einem schweren Herzen und den vielen Bürden der Vergangenheit und bzw. oder der Gegenwart bedrückt werden, uns der Schmerzensreichen Mutter anschlieβen. Eine Seele, die ihre Bürden, Prüfungen, Leiden und Schmerzen durch das Schmerzensreiche Herz der Gottesmutter mit dem Kreuz Christi zu vereinigen bestrebt ist, heiligt die eigenen Prüfungen und macht sie völlig und ganz fruchtbar, und verherrlicht die Leiden und Schmerzen des Erlösers und der Miterlöserin. Gerade diese Vereinigung und diese Verherrlichung sind es, welche die zerschmetternde Macht des Kreuzes und der erlösenden Leiden und Schmerzen Jesu und Mariä über die Finsternis zur vollen Entfaltung bringen. Die Himmelskönigin liebt es, Ihre Macht zur Umgestaltung der Herzen durch die Verdienste Ihrer Schmerzen auszuüben. Sie findet ja Ihre einzige Freude darin, Ihre Kinder, Ihr von Gott geschenkt, für ewig bei Sich zu wissen, und kann Sich diesen Wunsch nur dadurch erfüllen, dass Sie Ihre ewige Berufung den Seelen gegenüber mit Einsatz Ihrer ganzen Macht erfüllt.

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53. MARIA VOM LOSKAUF DER GEFANGENEN

24. September

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir der Heiligsten Jungfrau Maria vom Loskauf der Gefangenen. Dieses Gedenken bezieht sich auf Marias dringende Einladung im 13. Jahrhundert, einen Orden zu gründen zwecks Loskauf von Christen, die von Muslimen gefangen genommen worden waren. Diese Einladung von Seiten der Himmelskönigin hat allerdings eine Bedeutung, die viel tiefer greift und sich auf alle Zeiten bezieht:

In Ihrer Eigenschaft als Jungfrau vom Loskauf der Gefangenen weist Maria darauf hin, dass Gottes einzige Wahrheit, die christliche Lehre, in dieser Welt immer Verfolgungen und Freiheitsentzug ausgesetzt sein wird, und dass das Christentum durch die Kraft der Nächstenliebe und der Selbstverleugnung instandgehalten werden soll.

Die Herrin aller Seelen weist ebenfalls darauf hin, dass jede Seele in einem gewissen Ausmaβ die Gefangene finsterer Einflüsse (Versuchungen, weltlicher Eindrücke) ist. Alle Menschenseelen sind in sehr unterschiedlichem Ausmaβ Gefangene ihrer eigenen Schwächen und der Neigung, sich von der Finsternis von den Wegen zum Licht wegführen zu lassen. Jede Versuchung, der nachgegeben wird und somit von einem Verhalten gefolgt wird, das (je nach dem Grad der Abweichung von Gottes Gesetz der Liebe und der Schwere der Folgen für die Seele) als 'Untugend' oder als 'Sünde' einzustufen ist, legt der Seele eine zusätzliche Kette um, die sie in einem immer höheren Maβe zur Dienerin der Interessen der Finsternis macht.

Aus diesem Grunde lädt Maria die Seelen dazu ein, sich uneingeschränkt in Ihre Hände zu geben, damit Sie sie aus der Macht aller Finsternis befreien und sie im Herzen und im Geist am Licht der Wahrheit ausrichten kann. Nur das Fühlen und Denken nach Gottes Gesetz, und die Orientierung an den höheren Bedürfnissen der Seele, machen die Seele im wahren Sinne des Wortes frei.

Das Erlösungswerk Jesu Christi hat die Seelen aus der Sklaverei dem Bösen gegenüber losgekauft. Der Kerker ist dadurch aufgeschlossen worden, allerdings muss jede Seele selber aus freiem Willen den Kerker verlassen für ein neues Leben im ungeteilten Dienst an Gottes Werken. Das Verlassen des Kerkers erfolgt in keiner Weise zweckmäβiger als durch innig gelebte Weihe an Maria. Die Seele, die sich vollkommen der Herrin aller Seelen verschenkt für ein Leben in Ihrem Dienst, verlässt ihren Kerker an der Hand der Königin von Himmel und Erden, und wird von Ihrer Liebe, Ihrer Weisheit und Ihrer Macht begleitet, in der Absicht, die durch das Erlösungswerk Jesu erworbene Freiheit tatsächlich in Fruchtbarkeit innerhalb von Gottes Heilsplan umzusetzen.

Jesus hat den Schlüssel im Schloss eines jeden Seelenkerkers umgedreht. Die Seele, die diesen Schlüssel Marias Macht anvertraut, erwirbt sich die gröβte Sicherheit, dass sich der Kerker nie wieder schlieβt. Die einzige Bedingung ist ihr Wille, Kind des Lichtes und der wahren Freiheit zu bleiben. Die wahre Freiheit ist die Heiligkeit, die Verfassung der Seele in welcher die Versuchungen und die weltlichen Einflüsse immer weniger Macht über die Seele walten lassen können. Es lieβe sich so ausdrücken: In dieser Verfassung führt die Seele ihr eigenes Leben und orientiert sich dabei völlig und ganz an der Tugendhaftigkeit, der sie wie einem Gesetzbuch im Herzen ganz spontan folgt; je mehr die Seele dahingegen von den unterschiedlichsten Versuchungen gelenkt wird, desto mehr lebt sie nicht selbst, sondern 'wird sie gelebt', und zwar von der Finsternis als Antrieb ihres Tuns und Lassens. Die Himmelskönigin ist eine Befreierin für jede Seele, die sich aufrichtig Ihr weiht und bereit ist, selbstlos nach den Regeln der vollkommenen Weihe zu leben, die letzten Endes Regeln der wahren Nachfolge Christi sind.

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54. DIE HEILIGEN ERZENGEL

29. September

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute feiern wir die heiligen Erzengel. Sie werden auch als die Fürsten des Himmlischen Hofes bezeichnet. In Ihrer besonders aufschlussreichen Offenbarung vom 28. September 2006 wies die Herrin aller Seelen darauf hin, welche Rolle die Erzengel im Leben der Menschenseelen erfüllen können, wenn sie sich aktiv am Leben dieser Seelen beteiligen dürfen. Im Grunde genommen lässt sich diese Rolle so umschreiben, dass :

  • der Hl. Erzengel Michael der Engel des Schutzes ist
  • der Hl. Erzengel Raphael der Engel der Begleitung und der Heilung ist
  • der Hl. Erzengel Gabriel der Engel der Kommunikation ist

Dies ist eine interessante Feststellung, denn diese Stichwörter in der 'Aufgabenstellung' der Fürsten des Himmlischen Hofes den Seelen gegenüber drücken alle zusammen das Wesen von Gottes Besorgnis aus, die Verbindung zwischen jeder Menschenseele und Seinem Herzen instand zu halten, damit jede Lebensreise tatsächlich an Seinem Herzen orientiert bleibt und auch dort endet.

Die Lebensreise der Seele ist ja eine Reise auf einem Weg voller Gefahren, Hindernisse und Quellen der Verblendung:

  • Die Gefahren werden durch Satan und alle seine Werke auf unseren Lebensweg gebracht. Diese Werke bedrohen die Seele, den Geist, das Herz, manchmal den Körper, und ganz im Besonderen auch den freien Willen der Menschenseele. Der Hl. Erzengel Michael ist der Führer der kämpfenden Engel, deren Aufgabe darin besteht, zu verhindern, dass teuflische Einflüsse der Seele schaden oder die Erfüllung ihrer Lebensaufgabe verhindern oder mindestens beeinträchtigen;
  • Die Hindernisse (Prüfungen) können die Seele auf Irrwege führen oder sie andere Wege einbiegen lassen als jene, die Gott für sie vorgesehen hat, und können die Seele sehr verletzen. Der Hl. Erzengel Raphael wird uns als Reiseführer und Heiler geschenkt. Wir sollen uns diese Heilung nicht an erster Stelle als Heilung physischer Krankheiten vorstellen (obgleich auch Heilung auf jener Ebene nicht ausgeschlossen ist), sondern in erster Linie als Gesundung der seelischen Verfassungen, damit die Seele im einzigen Leben, das sie auf Erden hat, die richtigen Fundamente für das Ewige Leben erbauen kann;
  • Viele Seelen werden in dieser Zeit durch die unzähligen Machenschaften der Finsternis verblendet. Der Hl. Erzengel Gabriel ist dazu berufen, das Herz zu reinigen, damit es leichter Gott finden, durch einen reineren Kanal mit Ihm in Kontakt treten kann, und Ihn so erkennen lernen kann, wie Er wirklich ist, d.h.: Gott und Seinen Werken den richtigen (den allerwichtigsten) Platz im Leben einzuräumen vermag. Verblendung kann nur dann Wurzeln schlagen, sobald das Herz nicht länger nur an Gott orientiert ist. Eine irrende Seele verliert bald den wahren Glauben, die wahre Hoffnung, und die Liebe in der einzigen Form, die ihr selbst und der Schöpfung Heil bringen kann.

Also:

  • der Hl. Erzengel Michael beschützt vor Gefahren;
  • der Hl. Erzengel Raphael begleitet durch die Hindernisse und heilt die Folgen aller Hindernisse;
  • der Hl. Erzengel Gabriel richtet die Kommunikation der Seele auf Gott, so dass die Seele nicht zu leicht der Verblendung anheimfällt.

Die Königin und Herrin der Engel übt einen Teil Ihrer Macht innerhalb von Gottes Heilsplan durch die (meist unsichtbaren) Vermittlungen der Erzengel auf dem Lebensweg von Seelen aus, die sich selbst und ihr Leben vollkommen Ihr ausliefern. Lasset uns Sie heute darum bitten, dass Sie diese Vermittlungen immer wieder in die Wege leiten möge. Die Himmelskönigin mag es sehr, wenn sich Seelen durch Vermittlung der Erzengel Ihr weihen und Sie dadurch in den Stand versetzen, Ihr Wirken in diesen Seelen noch wirksamer zu gestalten.

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55. FEST DES SCHLEIERS UND DES SCHUTZES DER GOTTESMUTTER

1. Oktober

TOTUS TUUS, MARIA !

Am ersten Tag des Rosenkranzmonats gedenken wir:

  • des Schutzes von Seiten der Heiligsten Jungfrau Maria, und
  • des Schleiers der Gottesmutter.

Wir können diese beiden Elemente dadurch miteinander verbinden, dass wir Marias Schleier als Vorhang von Licht und Heiligkeit betrachten, den Sie über diejenigen ausbreitet, die Ihr vollkommen gehören wollen.

Marias Schleier ist das Kleidungsstück, das den Körper der erhabensten und heiligsten aller Menschenseelen einhüllt, und lieβe sich somit als das hochheilige Kleid betrachten, mit welchem Gott den von Ihm versiegelten Tabernakel hat bekleiden wollen, ein Kleid, das diesen Tabernakel von der Welt abhob und unter welchem die reichsten Gaben, die Gott jemals in einer einzigen Seele versammelt hatte, ungeteilt zur vollen Blüte gelangen sollten.

Der Schleier der Gottesgebärerin ist ebenfalls das Kleidungsstück, auf dem die Krone Ihrer Erhabenheit und Ihrer Macht ruht. Dadurch steht er symbolisch für Ihre unübertroffene Heiligkeit. Wenn Maria Ihren Schleier über die Seele ausbreitet, erhält diese Seele den mächtigen Schutz der Himmelskönigin gegen alle Finsternis, gegen alles, was die Seele zur Untugend und Sünde zu führen versucht. Von dem festen Willen der Seele, sich zu heiligen, wird es abhängen, inwiefern dieser Schutz tatsächlich (seelische) Früchte für das Ewige Leben einbringt.

Marias Schleier war das Kleidungsstück, durch welches Sie Sich den Augen der Welt entzog, nicht lediglich deswegen, weil dies in der Kultur Ihres Landes unter manchen Umständen üblich war, und auch nicht deswegen, weil Sie etwas zu verbergen hätte, sondern deswegen, weil Sie in Ihrer Bescheidenheit nicht auffallen wollte und auβerdem die Welt möglichst wenig Zutritt zu Ihrer Seele gewähren wollte. Aus diesem Grund lieβe sich Marias Schleier sogar als Symbol für die Seele betrachten, die sich so viel wie möglich den Einflüssen der Welt verschlieβen möchte.

Bitten wir heute Maria, Sie möge uns mit dem Schleier Ihrer Heiligkeit bekleiden, damit Ihr unendlich mächtiger Schutz uns im täglichen Kampf gegen all dasjenige stärken möge, das uns auf dem Weg zur wahren Heiligkeit hindert, denn der wahre Lebensweg ist gerade als Weg zur Heiligkeit gemeint. Möge Sie uns ebenfalls dabei helfen, uns innerlich derart zu verändern, dass in uns das Interesse für das Weltliche von Tag zu Tag geringer wird. Die Himmelskönigin wartet darauf, dass jede Seele sich ungeteilt in Ihren übermächtigen Schutz gibt, damit Sie dasjenige, von dem Sie weiβ, dass es freiwillig Ihr gehört, von allem Weltlichen abheben und es in den Mantel Ihrer Heiligkeit und Tugendhaftigkeit einhüllen kann, in welchem es von der Finsternis zwar noch beatmet, jedoch nur noch schwer im Sinne der Finsternis verändert werden kann.

Möge die Erfüllung dieses Anliegens die wahre Frucht dieses Rosenkranzmonats werden.

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56. DIE HEILIGEN SCHUTZENGEL

2. Oktober

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute wird jede Seele daran erinnert, dass Gott ihr ein groβes Geschenk vermittelt hat, an welches sie sich gewöhnlich selten erinnert: ihren Schutzengel.

Für Gott ist jede Seele unendlich kostbar. Sie trägt in sich einen Keim der Heiligkeit, der sie zum Bild und Gleichnis Gottes aufblühen lassen kann, was letztendlich das Ziel eines jeden Menschenlebens ist. Da das Leben auf Erden eine ständige Bedrohung für eine heilvolle Entwicklung der Seele und für die Blüte des Keims der Heiligkeit darstellt, hat Gott jeder Menschenseele einen Wächter zugeteilt mit dem Auftrag, er soll den Seelentempel vor jeglicher Beschädigung schützen, welche die Seele daran hindern könnte, dieses erhabene Ziel zu erreichen.

Dieser Wächter ist der Schutzengel. Im Grunde genommen besteht seine Aufgabe daraus, für seinen Schützling eine Brücke Göttlichen Lichtes zu sein, wodurch er:

  • die Seele möglichst empfänglich für jeden Kontakt mit Gott, mit der Königin der Engel und mit jeder Kraft zu erhalten versucht, die von Gott ausgeht oder die mit Ihm vereinbar ist. Im Rahmen dieser Aufgabe wird er ebenfalls versuchen, die Beseelung der Seele aus Gottes Weisheit heraus möglichst wirksam zu machen;
  • die Seele gegen jeglichen schädlichen Einfluss von Seiten der Finsternis abzuschirmen versucht.

Der Schutzengel ist eigentlich der Wächter des Keims der Heiligkeit, welcher sich mit einem Diamanten vergleichen lieβe, der in Gottes Herzen erzeugt worden ist. Dieser Diamant kann an Pracht und Wert für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan für alle Seelen sehr verschieden sein. Diese Pracht und dieser Wert nehmen in dem Maβe zu, wie die Seele die Gnadenwirkung in sich aktiv zum Blühen zu bringen versucht – ein Vorgang, der auf dasjenige hinausläuft, was wir als 'Heiligung' bezeichnen. Der Schutzengel setzt sich somit bis aufs Äuβerste dafür ein, dass sein Schützling das Feuer, um sich nach den Göttlichen Gaben zu sehnen und diese optimal in sich einzubauen, instandhält.

Der Schutzengel kann seine Aufgabe nur in dem Maβe fruchtbar machen, wie die Seele sich helfen lässt. Wenn die Seele entschieden der Stimme von Finsternis und Täuschung folgt, so kann der Schutzengel sie nicht vor den Folgen behüten. In jenem Falle kann sogar Gott Selber dies nicht tun, denn Gott respektiert den freien Willen der Menschenseele, und erwartet von Seinen Engeln dasselbe.

Unser Lichtbruder, der Schutzengel, ist uns nicht umsonst gegeben worden. Tragisch ist nur, dass die Schutzengel wahrscheinlich die meist vernachlässigten Wesen in der Schöpfung sind. Wären sie nicht so absolut vollkommen in Gott und in der Liebe zu Ihm und zu Seinen Werken verwurzelt, so wären sie deswegen auch noch die Einsamsten. Einsam im wahren Sinne des Wortes kann ja keine Seele sein, die im Herzen völlig und ganz in Gottes Gegenwart aufgeht und ständig in Sein Herz hinüberflieβt. Das Herz unseres Schutzengels schlägt vollkommen nach dem Rhythmus des Göttlichen Lebens, und sollte eigentlich für seinen Schützling der Anhaltspunkt sein, der dem Letztgenannten immer wieder hilft, seinen Kurs im Leben nach Gottes Liebesgesetz zu berichtigen.

Dies überhaupt tun zu können setzt allerdings voraus, dass die Menschenseele in der Stille des Herzens ihren Schutzengel sucht. Dieser ist alles andere als eine Fiktion, ein Hirngespinst: Es gibt ihn, und er ist für die Seele ein wichtiger Bach, durch welchen das Wasser des Göttlichen Lebens das Menschenherz beflieβen kann – in dem Maβe, wie sich die Seele für die Wahre Liebe aufzuschlieβen bereit ist.

Möge heute jede(r) von uns den Bund mit dem eigenen Schutzengel bekräftigen, als Bestätigung der Sehnsucht danach, wahrhaftig ein Kind des Lichtes zu sein. Die Einhaltung des Bundes mit dem Schutzengel kann die Seele mit einem Licht durchdringen, das jeden verfinsterten Winkel im Seelentempel für die Heiligung aufschlieβt, und das die Türchen zu vielen unbekannten Seelenkämmerchen aufbrechen lässt, was die Seele zu reinigenden Erkenntnissen führt.

Die Herrin aller Seelen lädt jede Seele heute dazu ein, sich durch die Hände ihres Schutzengels Ihr darbieten zu lassen, damit Sie das Band zwischen der Seele und ihrem Schutzengel zu immer höheren Stufen der Fruchtbarkeit für die Menschenseele führen möge. Das Leben ist ein ständiger Kampf für die Heiligung. Keine Seele wird für diesen Kampf sich selbst überlassen. Der Bund mit dem Schutzengel ist eine groβe Glaubensprobe. Lasset uns heute unseren Schutzengel darum bitten, uns vor jeder Täuschung und Verirrung zu bewahren, damit kein Nebel und keine Finsternis noch unser wahres Ziel den Augen unserer Seele entziehen kann.

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57. MARIA KÖNIGIN DES ROSENKRANZES

7. Oktober

TOTUS TUUS, MARIA !

Am 7. Oktober feiern wir Maria als die Königin des Rosenkranzes. Der Rosenkranz ist das Gebet der Allerheiligsten Jungfrau schlechthin. Er ist ein Gebet, das eine auβergewöhnliche Macht über die Finsternis und alle ihre Werke entwickeln kann. Die Bedeutung dieses Titels der Gottesmutter greift allerdings noch tiefer. Die Königin von Himmel und Erden lädt die Seelen dazu ein, heute Folgendes zu erwägen:

Eine Königin ist im Grunde genommen das weibliche Oberhaupt eines Staates. Als Königin des Rosenkranzes lässt Maria Sich als Führerin eines Reiches betrachten, das Ihr von Gott in die Hände gegeben ist und das sich aus einem Kranz, einer Kette von Rosen zusammensetzt. Die Rosen sind dabei die Seelen. Von Natur aus besitzt die Himmelskönigin nicht die Seelen, Sie betreut sie, und kraft Göttlicher Vollmacht führt Sie die Seelen und bildet sie aus, damit sich in ihnen die richtige Verfassung für den Eintritt in das Ewige Reich ansiedeln kann. Erinnern wir uns an die Aussage der Herrin aller Seelen:

'Jede Seele ist eine Rose aus Gottes Hand'.

Die Rose ist die Königin der Blumen. Die Menschenseele war von Gott als die Königin Seiner Schöpfung beabsichtigt. Die einzige wahre Königin ist Maria, die Allreine, die makellos Heilige, die als Einzige in allem Gottes Willen und Seine Werke auf eine absolut vollendete Weise zur Entfaltung gebracht hat, und dadurch die einzige unverwelkbare Rose war, ist, und für immer sein wird.

Diese Rosen sollen sich zu einem Kranz, einer Krone, einer Kette aneinanderreihen. Es ist ein wesentlicher Bestandteil von Marias Aufgabe und Zielsetzung, sämtliche Seelen wie Rosen zu einem Kranz aneinanderzureihen. Auf diesem Grundsatz basiert ja Ihre Lichtkette: die Aneinanderreihung von Seelen, die durch ihre Werke Gottes Heilsplan aktiv fördern und dadurch Licht über die Schöpfung verbreiten. Die Herrin aller Seelen ist die Ausführerin dieses ganzen Projektes, welches das Fundament von Gottes Reich auf Erden sein soll.

Das Rosenkranzgebet ist als ein kraftvolles Gebet gemeint, welches das durch das Erlösungswerk Christi freigesetzte Licht in den individuellen Seelen erwecken und so die Werke Christi 'ergänzen' soll (d.h., es in den individuellen Seelen erschlieβen und dadurch voll wirksam machen soll). Die Königin des Rosenkranzes ist Diejenige, die von Gott die Macht und die Aufgabe erhalten hat, diese Erschlieβung der Werke Jesu in den Seelen zu koordinieren und zu gestalten, damit diese Werke tatsächlich die Erlösung in den individuellen Seelen bekräftigen können. Es lieβe sich so betrachten, dass die Seele durch das Beten des Rosenkranzes vor Gott bezeugt, dass sie aktiv am Leben Jesu und Mariä beteiligt sein will, und dadurch auch deren Früchte in sich zum Reifen bringen will.

Die Königin des Rosenkranzes will über das Herz des betenden Christen herrschen können, und die Seele zur Dienerin Ihres Reiches machen, denn dazu ist jede Seele berufen: Dienerin von Gottes Reich zu sein, das in der Königin von Himmel und Erden konkret gestaltet wird. Als Königin des Rosenkranzes will die Himmlische Herrin durch Göttliche Vollmacht die Rosen aus Gottes Hand im Garten zusammen bringen, der von Jesus Christus für sie geöffnet worden ist, und Sie will sie nach Ihrem Muster gestalten: der Himmlischen Rose, der Verkörperung der Erlösung unter den erschaffenen Seelen. Diese Zielsetzung, welche Gott durch Maria zu erfüllen beabsichtigt, hegt Sie deswegen, weil Sie, die Sie ja von den Göttlichen Mysterien Kenntnis und Erkenntnis erhalten hat, weiβ, dass gerade die Seelen, die sich von Ihr führen und im Herzen bilden lassen, den Gipfel der Fruchtbarkeit für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan am leichtesten erreichen.

Lasset uns heute den Boden küssen, auf dem Ihre Füβe ruhen, denn er ist das Reich des Rosenkranzes, der Boden, auf welchem Gott Sein Irdisches Paradies erneut gründen möchte, als Zeichen der Fruchtbarkeit, der Schönheit, der Lebenskraft und des Himmlischen Duftes der blühenden Menschenseele. Diesen Boden küssen können wir dadurch tun, dass wir die Werke umarmen, die Maria in uns vollziehen will, einschlieβlich unserer alltäglichen Kreuze, welche die Verkörperung von Gottes Werken in unserem Seelentempel bilden.

Möge die Königin des Rosenkranzes heute unsere Seelenrosen als Blumen vorfinden, die sich nach dem Wasser der Heiligung sehnen. Die Rose steht symbolisch für die Liebe, die ja bekanntlich die Essenz des wahren Lebens ist. Das wahre Leben lässt sich ohnehin nur durch einen ständig gepflegten Heiligungsvorgang instandhalten, denn Heiligung basiert auf einem immer stärker ausgeprägten Besiegen aller Finsternis auf dem Lebensweg. Die Finsternis ist es, die das Leben der Seele bedroht. Nur die Seele, die bestrebt ist, sich ständig weiter zu heiligen, hält das wahre Leben instand.

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58. FEST DER REINHEIT MARIÄ

16. Oktober

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir der Reinheit der Heiligsten Jungfrau Maria. Die Gottesmutter ist für alle Zeit und Ewigkeit ein einzigartiges Wunderwerk Gottes, mit jeglichem Aspekt der Vollkommenheit bekleidet. Sie ist der Spiegel der absolut vollendeten Heiligkeit. Die Heiligkeit einer Seele ist das Maβ, in dem diese Seele in einer Verfassung lebt, durch welche sie 'Heil' über die ganze Schöpfung bringt, oder noch genauer gesagt: in einer Verfassung, durch welche ihr ganzes inneres Sein und alles, was von ihr ausströmt, aufgrund der Gesetze von Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit eine Intensivierung der Ausgieβung von Gottes Gnaden über die Schöpfung veranlasst. Nach dieser von der Herrin aller Seelen Selbst geschenkten Begriffsbestimmung war und ist Maria ab Ihrer Geburt und bis in alle Ewigkeit das heiligste Wesen, das jemals aus Gottes Herzen geboren wurde, da Sie in Ihrem Sein und Handeln, Denken und Fühlen, Wollen und Sprechen ein einmaliges Maβ an Heil über die ganze Schöpfung gebracht hat. Ihr Leben auf Erden war absolut vollkommen, Ihre inneren Gesinnungen vertraten die vollendete Heiligkeit. Sie war sozusagen die erschaffene Verkörperung von Gottes Licht.

Wir können es so betrachten, dass die Heiligkeit einer Seele hauptsächlich auf zwei Grundsteinen basiert: auf der wahren, selbstlosen Liebe zu Gott und zu allen Seinen Werken und Plänen einschlieβlich sämtlichen Mitgeschöpfen, und auf der Reinheit. Die Herrin aller Seelen definierte bereits 2003 die Reinheit als das Maβ, in dem eine Seele ein makelloser Spiegel für Gottes Licht ist. Die Seele lieβe sich tatsächlich als Spiegel betrachten, der Gottes Licht einfängt, um es in sich aufzunehmen und es ebenfalls um sich herum zu verbreiten. Mit jeder Abweichung von der wahren Liebe wird dieser Spiegel mit einem Schlammspritzer versehen. Je öfter sich solche Abweichungen verzeichnen lassen, desto zahlreicher werden die Spritzer. Je gröβer die Abweichungen, desto gröβere Flecken kommen dazu. Von Spritzer zu Spritzer und von Fleck zu Fleck verringert sich die Fähigkeit des Spiegels, all dasjenige, was ihr von Gottes wegen zuflieβt, in sich voll fruchtbar zu machen und es in unversehrter Form um sich herum zu verbreiten.

So betrachtet wird die wahre tiefere Bedeutung der Reinheit ganz klar: Das Maβ der Reinheit bestimmt in hohem Ausmaβ die Fähigkeit der Seele, sich voll zu entfalten und wahrhaftig fruchtbar für Gottes Heilsplan zu sein. Ein Spiegel fängt Licht ein. Gottes Licht ist Träger der Wahrheit. Die Wahrheit wiederum, ist die tiefe Wirklichkeit, der Kern von Gottes Handeln und Seinen Absichten, anders gesagt: Die Wahrheit ist eigentlich die Trägerin von Gottes Gesetz. Die Wahrheit bezieht sich auf das Ganze des Wissens und der Erkenntnisse, derer die Seele bedarf um sich in den Stand zu erheben, der sie dazu bereit macht, zu Gott und dem Ewigen Leben zurückzukehren.

Maria trug in Sich das höchste Maβ an Gottes Licht, das ein erschaffenes Wesen überhaupt je tragen bzw. ertragen kann. Jedem Geschöpf gegenüber, dem Sie begegnete, verkörperte Sie Gottes Gegenwart und Wirken, Seine Liebe, Sein Gesetz, Seine Erwartungen den Seelen gegenüber, und das Wesen und die Natur der Heiligkeit in ihrer absoluten Vollendung.

Der Reinheit der Gottesmutter zu gedenken, ist unendlich viel mehr als ein Lobpreis an Maria. Es ist ebenfalls:

  • ein Lobpreis der Vollkommenheit von Gottes Werken, Seiner Liebe der Menschenseele, der von Ihm beabsichtigten Krone der Schöpfung gegenüber, und
  • eine Einladung an uns selbst, diese Reinheit als Baustein unseres Seelentempels anzustreben, d.h. beharrlich für die Gnade zu beten, den Anblick unserer Seele aus Gottes Augen heraus, in den ursprünglich von Gott gemeinten Stand wiederherzustellen.

Es handelt sich dabei nicht um eine Tagesaufgabe, sondern um ein Lebenswerk. Genau dazu sind wir überhaupt hier auf Erden. Dieses Leben ist ein unaufhörlicher Kampf vom Licht, das Gott uns ununterbrochen zuflieβen lässt, gegen die Finsternis um uns herum und in den verborgensten Winkeln unserer Seele, wo die Saat der Finsternis auch unbemerkt ausgestreut wird und zum Blühen kommen kann. Wir führen diesen Kampf nicht alleine, uns ist gerade zu dem Zweck die Gottesmutter als Herrin anvertraut worden: Sie ist mit der Reinheit eins geworden, und hat deswegen Ihr ganzes Leben lang die Finsternis zu Ihren Füβen behalten. Aus dieser Darstellung möge ersichtlich werden, wie wahr es ist, dass Maria in der Stunde Ihrer Unbefleckten Empfängnis der Schöpfung gegenüber als Spiegel Gottes berufen worden ist, und dies für ewig bleiben soll.

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59. NOVEMBER, MONAT DER VERGEBUNG UND VERSÖHNUNG

TOTUS TUUS, MARIA !

Im Jahre 2006 inspirierte die Herrin aller Seelen Ihrer Myriam einen besonderen Gebetsplan für den November. Sie bezeichnete bei jener Gelegenheit den Monat November als Monat der vollkommenen Vergebung und Versöhnung.

Gott hat der Mutter Christi die Macht und die Aufgabe erteilt, Sich den Seelen in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen vorzustellen in der Absicht, in dieser letzten Phase von Gottes Kampf gegen die Finsternis möglichst viele Seelen innerlich so umzugestalten und auszubilden, dass sie sich in der zweckmäβigsten Weise heiligen und den endlos vielseitigen Täuschungs- und Zerstörungsstrategien des Bösen gewachsen sein können. Maria wurde auf diese Erhabenste aller Aufgaben bereits bei Ihrer Unbefleckten Empfängnis vorbereitet, und Jesus besiegelte diese Aufgabe vom Kreuz herab, als Er Seine Mutter den Seelen, und die Seelen Seiner Mutter anvertraute. Erst in dieser Zeit allerdings hat der Allerhöchste es in Seiner unfehlbaren Weisheit verfügt, dass die Seelen Maria formell in Ihrer Eigenschaft als Herrin, Führerin, Lehrerin, Begleiterin, 'innere Umgestalterin' kennenlernen sollen. In dieser Eigenschaft bezweckt die Himmelskönigin letztendlich nur dieses:

  • die Erlösungswerke Christi in jeder individuellen Seele, die bereit ist, sich völlig und uneingeschränkt in vollkommener und beharrlich gelebter Weihe Ihr hinzugeben, zu krönen, d.h. voll zur Entfaltung zu bringen; anders ausgedrückt: die Erlösungswerke Christi in den Seelen richtig konkret zu erschlieβen;
  • diese Erschlieβungswerke in jeder individuellen, sich Ihr hingebenden Seele dadurch vorzubereiten, zu entwickeln und zu vollenden, dass Sie die Seele die Wissenschaft des Göttlichen Lebens lehrt, und zu versuchen, sie innerlich so tiefgreifend umzugestalten, dass in ihr der Keim der Heiligkeit voll erschlossen werden kann und die Seele immer mehr in den Stand versetzt wird, Heil und Licht zu verbreiten in allem, was von ihr ausgeht. Die Wissenschaft des Göttlichen Lebens ist wesentlich eine sehr umfassende Sammlung konkreter Erläuterungen und Vertiefungen zur Lehre Jesu Christi, die bezweckt, diese Letztgenannte unausrottbar in den Seelen Wurzeln schlagen zu lassen.

So bildet Sich die Himmelskönigin, die ja von Gott seit jeher als Führerin im Kampf gegen die Finsternis vorherbestimmt worden ist, Ihr Heer aus, auf deren Umwandlung zur Heiligkeit hin die Gründung von Gottes Reich auf Erden vorzunehmen ist. In dieser Phase von Gottes Heilsplan bezweckt Gott nur dieses: dass die Menschenseelen durch innere Umgestaltung bereit gemacht werden, sich derart zu heiligen und die Werte eines wahren christlichen Lebens so vollkommen den Täuschungen und Irreführungen der Welt vorzuziehen, dass sie ein felsenfestes Fundament für die Gründung Seines Reiches auf Erden bilden können.

Die Himmelskönigin versucht dies alles dadurch zu ermöglichen, dass die vollkommene Umgestaltung möglichst vieler Seelen den Gnadenstand der Menschheit vor Gottes Gerechtigkeit in einem solchen Ausmaβ erhebt, dass in der ganzen Schöpfung das Gesetz der wahren Liebe – das ja an einem bestimmten Punkt in der Heilsgeschichte systematisch von Christus gelehrt werden sollte! – erneut zum führenden Maβstab allen Lebens wird, so wie es vor der Erbsünde der Fall war, weil damals die beiden ersten Menschenseelen noch wie Spiegelbilder von Gottes Herzen lebten.

Gott bezweckt in diesen Letzten Zeiten die Vollendung der Erlösung und Heiligung der Menschenseelen, damit Sein Reich endgültig auf Erden blühen kann. Zu dem Zweck will Er nicht die abtrünnigen Seelen vernichten, sondern möglichst viele von innen heraus reinigen und neu gestalten. Daher Seine Einladung zur freiwilligen Umgestaltung, zur freiwilligen Kursänderung. Die verheerenden Wirkungen der Einflüsse der Welt – die durch die Jahrhunderte vom Bösen in ein Labor zur Erzeugung seiner Früchte umgewandelt worden ist – müssen in den Seelen entwurzelt werden, und in jeder Seele müssen völlig neue Verfassungen im Denken und Fühlen, im Wollen und Betrachten, im Empfinden und im Anstreben zum Blühen gebracht werden. Dies alles gehört zur Aufgabe, die Maria als Herrin aller Seelen von Gott erhalten hat, eigens für diese Letzen Zeiten.

Die Herrin aller Seelen versucht Seelen mit Ihren eigenen Herzensverfassungen zu befruchten damit sie umdenken lernen, und zwar ganz nach dem Muster Christi. Aus diesem Grund ist die Herrin aller Seelen die von Gott auserkorene Brücke zur Gründung Seines Reiches durch Vollendung der Erschlieβung der Heiligkeit in jeder Seele, die bereit ist, ihr ganzes Wesen und ihr ganzes Leben durch vollkommene Weihe Maria zur Verfügung zu stellen, damit Sie das alles in neuen Boden für Gottes Reich umwandelt.

Gottes Heilsplan lässt sich also nur durch eine völlige Umwandlung der Gesinnungen, der inneren Verfassungen der Seelen vollenden. Einer der verheerendsten Einflüsse des Bösen in den Seelen ist die Neigung zum Groll, zur Unversöhnlichkeit. Seelen tun sich gegenseitig manches an. Vergebung zu spenden und sich wieder von Herzen die Hand zu reichen, bereitet der Zwietracht und Zerrissenheit ein Ende. Zwietracht und Zerrissenheit gehören jedoch zu den mächtigsten und zweckmäβigsten Waffen Satans, mit denen er unzählige Seelen für alle Ewigkeit zu seinen Sklaven macht. Aus diesem Grund kann Gottes Heilsplan nie vollendet und Sein Reich auf Erden nie gegründet werden solange sich Seelen streiten, Vergebung verweigert und Versöhnung abgelehnt wird.

Daher dieser Aufruf von Seiten der Herrin aller Seelen, damit jede Seele zunächst vor der eigenen Tür kehre. Mögen die Seelen sich im November zu einer Kette der Vergebung und Versöhnung aneinanderschlieβen, die sich auf alle Mitgeschöpfe, auf das ganze Leben und sogar über die Grenzen des Todes ausbreitet. Beten und leben wir alle den ganzen Monat lang diesen Novembergebetsplan, der wesentlich ein Plan der Versöhnung ist. Vergebung befreit, schlieβt der Seele den Himmel auf, bringt das Licht der Hoffnung in die Herzen, und dreht den Schlüssel im Tor zu Gottes Reich um, weil sie Gott verherrlicht und den Bösen entwaffnet. In der Vergebung und Versöhnung leuchtet Licht wo einst Finsternis herrschte. Vergessen wir nie: Jede Seele wird in der Stunde ihres Lebensgerichtes nach dem Maβ der Liebe gerichtet, die sie allen ihren Mitgeschöpfen gegenüber aufgebracht hat. Jeder Mangel an Vergebung und Versöhnung bildet eine Unvollkommenheit in der Liebe, und dadurch eine Schuldenbürde, die der Seele den Weg in den Ort der Läuterung pflastert, weil wegen dieses Mangels ihr Leben in Gottes Augen nicht vollendet ist.

Afb. Novembergebedsplan MDA Ap

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60. ALLERHEILIGEN – MARIA KÖNIGIN DER HEILIGEN

1. November

TOTUS TUUS, MARIA !

In manchem Herzen ist Allerheiligen mit einer gewissen Traurigkeit verbunden, weil dieser Tag an die Sterblichkeit, die Vergänglichkeit, und an das Ableben von Menschen erinnert, die uns einst so teuer waren. Wir bedauern, dass sie nicht mehr da sind, dass wir ihrer Liebe, ihrer Hilfe, ihres Rates und der Geborgenheit ihrer Gegenwart entbehren müssen. Trotzdem ist diese Empfindung wie eine kleine Wurzel, die im Boden der meisten Seelen ein eigenständiges Leben zu führen versucht, ohne selbst als Kanal für die Ernährung der Seele dienlich zu sein.

Es ist bekanntlich alles eine Frage der Perspektive, des Blickwinkels. Die Herrin aller Seelen erinnert uns daran, dass der Tod kein Ende ist, sondern der Anfang der wahren Blüte der Seele sein kann. Das irdische Leben könnte sich die Seele tatsächlich als die Zeit der Aussaat, der Bearbeitung des Bodens und des ersten Wachstums, an manchen Stellen auβerdem des ersten Blühens, in manchen Fällen sogar des wahren Frühlings vorstellen. In der Stunde des Lebensgerichtes wird der ganze Wachstumsvorgang überprüft, vor dem Hintergrund des Planes, den Gott mit dem irdischen Leben dieser Seele gehegt hat. Der Boden und die Pflanzen werden gemustert, und der groβe Säer stellt fest, inwieweit sich aus der Bodenbeschaffenheit, den Vorgängen im Boden und dem Stand der Pflanzen Zeichen dafür herauslesen lassen, dass die Seele die Gesetze der Göttlichen Intelligenz in sich genau befolgt hat. So lieβe sich ja der Heiligungsvorgang vorstellen.

Nach der Stunde des Lebensgerichtes gibt es für die Seele, die ihre Pflanzen und ihren Boden nicht durch die Stürme der Versuchungen, die schlechte Nahrung der Untugenden und die verheerende Bewirtschaftung der Sünde unheilbar zerstört hat, entweder die Aufnahme in das Paradies, in welchem der Seelenboden gleich Gottes Reich angeschlossen wird, oder die Gelegenheit, sich vollkommen zu reinigen und die Blüte voll zu entwickeln. Diese beiden letzten Bilder beziehen sich selbstverständlich auf den Himmel bzw. auf das Fegefeuer.

In dem Maβe, wie sich die Seele zu vergeistigen weiβ, löst sie sich Schritt für Schritt von jedem Element weltlichen Denkens los, und so versteht sie allmählich, und freut sich stufenweise immer mehr darüber, dass der Tod ein notwendiger Teil des Lebens ist, der vollkommen in Gottes Heilsplan und Seinen Entwicklungsplan für die ganze Schöpfung überhaupt hinein passt. Die Seele fängt an, den Tod als die nächste Phase im Blütevorgang der ihr so lieben Seelen zu betrachten, und Schritt für Schritt lernt sie, auβer dem Schmerz darüber, dass ihr ihre Geliebten so fehlen, auch schon mal Freude beim Gedanken daran zu empfinden, dass ihre Geliebten Gott, und somit dem wahren Glück, inzwischen eigentlich näher gekommen sind, und mithin zuweilen sogar eine erste Freude beim Gedanken an den eigenen Übergang, den ja jeder irgendwann vollziehen soll bzw. muss.

Allerheiligen soll ein Tag des Lobpreises und der besinnlichen Freude sein, und wird auch zu einem solchen Tag in dem Maβe, wie die Seele das Denken und Fühlen nach dem Muster des Weltlichen, des Vergänglichen, gegen ein neues Denken und Fühlen nach dem Muster des Unvergänglichen austauscht, das ja völlig und ganz vom Hauch von Gottes Gegenwart durchdrungen ist. An diesem Tag soll die Seele Gottes Herrlichkeit und Liebe gedenken, denn in den Heiligen weist Gott den Seelen nach, dass ihre Endbestimmung als eine Heimkehr in das unverwelkbare Paradies der unendlichen Glückseligkeiten gedacht ist, gegen welche das Elend eines winzig kurzen Lebens (vor dem Hintergrund der Unendlichkeit) im Grunde genommen ein verschwindend geringer Preis ist. Die Heiligkeit ist die Krönung der Lebensreise, für welche – und das erkennt die Seele nach dem Maβe ihrer Blüte – Gott keine anderen Wege vorgesehen hat, als Wege der höchsten und absolut vollendeten Liebe.

Allerheiligen ist somit das Fest von Gottes Geschenken von Gnade und Barmherzigkeit, die es der Seele erst ermöglichen, sich vom freien Boden mit dem Samen her, ganz zu einem paradiesischen Feld voller Blüten zu entfalten. Die Herrin aller Seelen gab Sich eines Tages als die Königin der Heiligen bekannt, und bittet darum, Sie an diesem Tag auch in jener Eigenschaft anzurufen. Diesen Titel trägt Sie mit Recht, da Sie:

  • die Macht, die Weisheit und den Auftrag erhalten hat, alle Seelen sowohl innerlich als durch Belehrung zu begleiten, umzugestalten und auszubilden;
  • Selbst das absolute Muster der Heiligung einer erschaffenen Seele ist, da in Ihr der Boden ebenso wie der Samen Gottes (der Keim der Heiligkeit) sich in absoluter Vollkommenheit und in genauester Einhaltung der Göttlichen Gesetze haben entfalten können.

Allerheiligen will die Seelen daran erinnern, dass sie nur zum Zweck der Heiligung und der gemeinsamen Verwirklichung von Gottes Plänen und Werken auf Erden sind, und dass das Maβ, in welchem die Seele noch während ihres irdischen Lebens den Heiligungsvorgang absolviert, für Gott mithin als Maβ der Fruchtbarkeit ihres Lebens gilt. Dieses Fest erinnert die Seelen ebenfalls daran, dass Gott Sein Versprechen der Glückseligkeit hält für jede Seele, die spontan und freiwillig die Verwirklichung Seiner Bedürfnisse den Scheinzielsetzungen des weltlichen Lebens vorzieht.

Die Heiligen sind wie Blumen der unterschiedlichsten Gattungen. Jede Gattung hat ihre Merkmale, ihre besonderen Eigenschaften, ihre Eigenheit, ihre spezifischen Inhaltsstoffe und ihren spezifischen Werdevorgang. So hat auch jede Seele ihre Eigenheit, ihren Werdegang, ihre spezifischen Verdienste, ihre Stärken, dasjenige, in dem sie sich von allen anderen abheben kann – nicht aus der Sicht einer 'Konkurrenz', sondern im Zusammenhang mit ihrer einzigartigen Rolle innerhalb von Gottes Heilsplan. Jede Seele trägt in sich die einmalige Aufgabe, mit welcher sie in die Welt gesandt worden ist, die eigene Bodenbeschaffenheit, den eigenen Keim der Heiligkeit, und bekommt Tag für Tag die Himmlische Nahrung zugeführt, kraft welcher sie ihren ganz individuellen Weg krönen kann.

Die Heiligen können der Seele dabei helfen. Dazu allerdings, muss die Seele die Heiligen in der geeigneten Weise hinzuziehen. Die fruchtbarste Weise, dies zu tun, ist das Gebet um die Entwicklung der Verdienste, der Verhaltens- und Denkmuster, der seelischen Lebenswelt eines jeden Heiligen innerhalb der eigenen Seele. Nur auf diese Weise reicht die Lichtkette der Herrin aller Seelen tatsächlich über die Grenzen des irdischen Todes hinaus und wird sie zu einer Kette von Seelen auf den verschiedenen Ebenen des Daseins, mit welcher der Fürst der Finsternis den Füβen der Frau ausgeliefert werden soll. Möge die Königin der Heiligen uns heute diese Gnade erwirken, von der sich die weltliche Betrachtung keine Vorstellung machen kann.

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61. ALLERSEELEN – MARIA FÜRSPRECHERIN

2. November

TOTUS TUUS, MARIA !

Zu den Wesenszügen, die Gott am meisten kennzeichnen, gehört bekanntlich an allererster Stelle die absolut vollendete Liebe. Sollte Sich das Wesen Gottes aus irgendwelchen Komponenten oder Bausteinen zusammensetzen, so lieβe sich sagen, dass Er aus Liebe besteht. Die Liebe ist Gottes Natur schlechthin. Sie ist die Essenz des Göttlichen Lebens, der Kraftstoff, durch welchen die Schöpfung überhaupt funktionieren kann, da ohne die Strömung der vollendeten Liebe alles Leben einfach abschaltet. Die Herrin aller Seelen hat dieses System unter anderem auf eine einzigartige Weise im wundervollen Manifest Die Bächlein des Heils darlegen lassen.

Gottes Wesen zeichnet sich, auβer durch die Liebe, auβerdem durch die Geduld aus. Die Geduld ist der Wesenszug, durch welchen die Zeitlosigkeit von allem Göttlichen zum Ausdruck kommt. Gott ist geduldig, weil Ihm die Ewigkeit gehört, aber auch weil Seine Liebe absolut vollendet, makellos und uneingeschränkt ist. Wo sich die Liebe und die Geduld die Hand reichen, werden andere Wesenszüge der Heiligkeit geboren, wie die Milde, die Barmherzigkeit und die Vergebungsbereitschaft. Nur eins setzt Gottes Barmherzigkeit Grenzen: das Gesetz Seiner Gerechtigkeit, durch welches das ganze System der Schöpfung überhaupt im Gleichgewicht erhalten wird: Jeder Verstoβ gegen das Gesetz von Gottes Liebe muss irgendwann ausgeglichen werden, durch:

  • Anstrengungen, Sühne, Leiden, Weihe, Gebete und Aufopferungen von Seiten der Menschenseelen, wobei sowohl die Seele, die sich eines Verstoβes schuldig gemacht hat, als auch andere Seelen durch Nächstenliebe alles ausgleichen können;
  • den reichhaltigen Schatz der Verdienste aller Heiligen, und an allererster Stelle der Leiden Christi, deren Verdienste noch täglich durch die heiligen Messopfer auf Erden 'ergänzt' werden. Es handelt sich bei den Verdiensten Christi um eine von Natur aus nie versiegende Quelle, da die erlösenden Leiden mit einer zeitlosen Wirkung bekleidet worden sind;
  • fürsprechendes Einschreiten von Seiten der Himmelskönigin, die gerade kraft Ihrer absolut vollendeten Liebe und der unendlichen Verdienste Ihres eigenen makellos heiligen irdischen Lebens eine uneingeschränkte Macht auf den Ablauf der Ausgleichsvorgänge ausüben kann;
  • Gottes eigenes Einschreiten, wenn Er durch Akte Seiner Barmherzigkeit eine Sündenschuld teilweise, manchmal ganz, auβer Spiel setzt, so dass diese nach Gottes Ansicht für die Befriedigung des Gesetzes der Göttlichen Gerechtigkeit nicht mehr berücksichtigt zu werden braucht.

So wirkt, ganz kurz dargestellt, das System, nach welchem sich die Schöpfung von jeder Verletzung der tragenden Liebe zu erholen versucht, damit das Leben möglichst wenig an Kraft einbüβt. Das Göttliche Leben ist zwar absolut vollkommen und kann durch nichts in seinem Wesen beeinträchtigt werden, allerdings kann es in seiner Strömung, und somit in seinen Wirkungen, gehemmt werden durch jeden Einfluss, der nicht hundertprozentig makellose Liebe in sich trägt. Die Heiligkeit einer Menschenseele ist der Stand, in welchem diese Seele das Göttliche Leben ungehemmt in sich einbaut, es strömen lässt und es in anderen Geschöpfen entwickeln hilft.

Die Herrin aller Seelen hat es bereits öfters vorbringen lassen: Der Zweck eines jeden Lebens auf Erden liegt darin, dass die Seele die eigene Heiligung anstreben und ihren persönlichen Beitrag zur endgültigen Verwirklichung von Gottes Plänen und Werken leisten soll. Durch jede Sünde, jede Untugend, jede Unvollkommenheit in der Gestaltung des Göttlichen Lebens in sich, verzögert die Seele die Vollendung ihres Lebenszieles und beeinflusst sie die Verwirklichung von Gottes Plänen und Werken negativ oder trägt sie mindestens nicht positiv zu dieser Verwirklichung bei. Sie bürdet sich selbst dadurch gegenüber Gottes Gerechtigkeit eine Schuld auf, die sie allerdings durch alles Positive – das heiβt konkret: alles, was die wahre Liebe strömen lässt und dafür sorgt, dass diese sich auswirken kann – teilweise oder ganz tilgen kann.

So kann Gott nach dem irdischen Ableben, vor dem Hintergrund Seines Gesetzes der Liebe und der unzähligen Einzelheiten der Art und Weise, wie die Seele mit jeder der unzähligen Situationen ihres Lebens umgegangen ist, eine Bilanz der seelischen Fruchtbarkeit des vergangenen Lebens ziehen. Letztendlich wird die Seele nach dem Maβe gerichtet, wie sie die Liebe hat strömen lassen, diese sich voll hat auswirken lassen, und dadurch Gottes Gegenwart und Wirken voll auf ihre Umgebung hin hat leuchten lassen. In den Himmel wird die Seele in jener Stunde aufgenommen, in der ihre Liebe vollkommen geworden ist und das Feuer dieser Liebe in ihr sämtliche Spuren ihrer Unvollkommenheiten 'ausgemerzt hat'.

Aus diesem Grund führt die Herrin aller Seelen aus, dass die Seele im Fegefeuer leidet unter der Einwirkung eines 'Feuers', das wesentlich das Feuer der vollendeten Liebe ist, das in ihr auch die Reue über ihre Unvollkommenheiten und die oft unzähligen Elemente der Schulden ihres irdischen Lebens hoch auflodern lässt. Die Leiden der Seele im Fegefeuer sind wesentlich Liebes- und Reueleiden. In der Stunde ihres Lebensgerichtes vor Gottes Thron wird der Seele in einem Blitz der 'Film' ihres vergangenen Lebens gezeigt, in allen seinen unzähligen Einzelheiten. Die Seele schaut dabei jede Einzelheit ihres irdischen Lebens so wie Gott Selbst den betreffenden Augenblick empfunden hat. In jeder Sekunde, in jeder Situation des Lebens geht in der Seele einiges vor, aus dem heraus sie in dieser oder jener Weise reagiert, sich verhält, dieses oder jenes spürt, denkt, will, tut oder nicht tut.

Das alles, in allen Einzelheiten, wird von Gott vor dem Hintergrund der Herzensverfassung der Seele zu den betreffenden Zeitpunkten beurteilt. Kraft der Tatsache, dass Gott alle inneren Verfassungen, Gedanken, Gefühle und Bestrebungen der Seele bekannt sind, wird in jedem der meistens vielen Millionen Sekunden, aus denen sich ein Menschenleben zusammensetzt, in Gott eine bestimmte Empfindung geweckt. Das Ganze dieser Empfindungen vermittelt Gott eine unfehlbare Erkenntnis von dem Maβe, in dem eine Seele für Seine Werke und Pläne fruchtbar gewesen ist.

Solange in einer Seele Unvollkommenheiten in der Anwendung der wahren Liebe wirksam oder zugegen sind, und Spuren solcher Unvollkommenheiten nicht ausgeglichen worden sind, kann die Seele nicht unmittelbar in den Himmel zugelassen werden. Das hat nichts mit einer mangelnden Liebe von Gottes wegen zu tun, sondern damit, dass jede Unzulänglichkeit irgendwie und irgendwann ausgeglichen werden muss und dass eine Seele, in welcher die Liebe noch nicht vollkommen geworden ist und noch Spritzer auf dem Seelenspiegel sind, in der Atmosphäre der absolut vollendeten Liebe und Reinheit des Himmels nicht leben kann (einst sagte die Herrin aller Seelen, dass diese Seele 'jene Atmosphäre nicht ertragen würde').

Laut Aussage der Herrin aller Seelen wird Sie am Allerseelentag im Himmel als die Fürsprecherin gefeiert, da die unvorstellbare Macht Ihrer Fürsprache durch die Jahrhunderte bereits das Lebensgericht unzähliger Seelen in günstigem Sinne beeinflusst hat. Es lieβe sich vorbringen, dass Gott doch alles über das vergangene Leben einer jeden Seele weiβ, und Fürsprache aus diesem Grunde wohl nutzlos sei. Der ganze Mechanismus wird besser verständlich, wenn wir wissen, dass die Fürsprache der Himmelskönigin nicht lediglich als ein Plädoyer zu verstehen ist, sondern als ein Einschreiten, bei dem Maria die Seele in das unvorstellbare Feuer Ihrer Liebe einhüllt, so dass Schulden dieser Seele durch die unbeschreibliche Wirkung dieses Flammenmeeres aus dem Unbefleckten Herzen der Herrin aller Seelen auf Gottes Gerechtigkeit beglichen werden. So zeigte es mir die Herrin einst bildlich. Gott weist in diesem Mechanismus eindeutig nach, wie wichtig Ihm die makellose Liebe und Nächstenliebe sind.

Wenden wir uns heute an die unendliche Macht der Liebe der Himmelskönigin, der Fürsprecherin, die das ewige Schicksal unzähliger Seelen sehr beträchtlich beeinflusst hat und nach wie vor beeinflusst. Aufgrund unseres Flehens und unserer Anstrengungen reiner Liebe kann Sie auch heute unseren Lieben im Ort der Läuterung bei der Vervollkommnung deren Liebe und der Begleichung deren Schuld Gott – der Ewigen Liebe – gegenüber mächtig helfen.

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62. MARIA, MUTTER DER GÖTTLICHEN VORSEHUNG

Samstag vor dem dritten Sonntag im November

TOTUS TUUS, MARIA !

Gottes Liebe ist unendlich und uneingeschränkt. Er hatte von Anfang an Groβes mit der Menschenseele vor. Sogar nachdem die Menschenseele im irdischen Paradies dem heiligen Bund mit Ihm untreu geworden war, lieβ Er sie nicht im Stich. Der Ewigen Liebe blieb es auch nachher ein besonderes Anliegen, alles daran zu setzen, dass die Menschenseele zu Ihm zurückfinden kann und das ewige Glück nicht verspielt. Der Schöpfer ist ständig mit den Seelen beschäftigt:

  • Er hat Seinen Sohn in die Welt gesandt, damit Dieser ein Leben voller Aufopferungen und Abbüβungen in einer Menschengestalt absolviert zur Erlösung der Seelen guten Willens, da die Menschenseele seit der Erbsünde der Erlösung bedarf;
  • Er hat den Seelen die Lehre Christi hinterlassen, und lässt Sein Gesetz der Liebe durch die Königstochter, die Heilige Jungfrau Maria, näher erläutern und durch Sie die Wege der Vervollkommnung für die Menschenseelen vertiefen;
  • Er versucht durch die Wirkungen Seiner Gnade die Lebenswege der Seelen in Seinem Sinne zu beeinflussen, indem Er die Entwicklungen der unzähligen Elemente Seines Heilsplans, die unzähligen Situationen auf dieser Welt und die Verhaltenselemente der Menschenseelen ständig zu lenken versucht.

Dieser letztgenannte Weg Göttlicher Vermittlungen bildet das System, das wir als 'Gottes Vorsehung' kennen. Gottes Vorsehung ist der Regelmechanismus innerhalb der konkreten Ausführung von Gottes Heilsplan. Sie versucht zu beeinflussen, was geschieht, zu welchem Zeitpunkt, und durch wen, nicht durch Zwang sondern durch sanfte Anregungen von Gottes wegen in den Herzen der Menschen, die in einer bestimmten Situation eine Rolle spielen können. Die Göttliche Vorsehung ist gleichsam eine praktische Anwendung von Gottes Weisheit, durch welche Er den Lauf Seines Heilsplans regelt und gestaltet. Im Grunde genommen hat Gottes Vorsehung nur ein einziges Ziel: Sie will die Menschheit zur Heiligkeit führen, damit Gott die Verheiβung verwirklichen kann, welche Er durch Jesus Christus der Welt gemacht hat: jene der Gründung Seines Reiches auf Erden.

Besonders in diesen Letzten Zeiten schickt Gott Maria, die Mutter Seines Sohnes, Braut des Heiligen Geistes und Tochter Seines Wohlgefallens zu den Seelen. Durch Ihre einzigartigen Werke der inneren Umgestaltung, die Sie als die Herrin aller Seelen in den Seelen zu vollziehen versucht, und durch die Belehrungen in den Geheimnissen des Göttlichen Lebens, die Sie den Seelen in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens schenkt und durch welche Sie die Lehre Christi auf eine einzigartige Weise für die Seelen verständlicher macht und ihnen diese Lehre im eigenen Leben voll erkennbar macht und erschlieβt, spielt Maria jetzt mehr als je zuvor eine Schlüsselrolle in der Erschlieβung der Winke von Gottes Vorsehung auf den Lebenswegen der Seelen, die bereit sind, sich Ihr vollkommen hinzugeben. Anders ausgedrückt: Sie macht diese Seelen auf eine einzigartige Weise für die Winke von Gottes Vorsehung empfänglich und gestaltet die Seelen innerlich dermaβen um, dass diese die Zeichen Gottes in ihrem Leben schneller erkennen und sie zweckmäβiger in seelische Fruchtbarkeit umsetzen können.

Aus diesem Grund hat Gott uns Maria als die Mutter der Vorsehung bekannt gemacht. Selber hat Sich die Gottesmutter wiederholt als die Herrin der Göttlichen Vorsehung bezeichnet, weil Sie 'die Macht besitzt, Lebenswege neu zu verlegen, indem Sie über die Fülle von Gottes Gnaden verfügt'. Die Himmelskönigin kann Seelen, die sich Ihr vollkommen hingegeben haben, so weitgehend umgestalten, dass diese ihren Lebensweg viel zweckmäβiger absolvieren und dadurch in einem wesentlich höheren Maβe zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan beizutragen imstande sind, weil sie an Heiligkeit wachsen und somit immer mehr Licht und Liebe über die Welt verbreiten helfen können.

Gottes Vorsehung wirkt in den kleinsten Dingen des Alltags wie in den Gröβeren, und Maria ist ständig dabei, die Seelen, die auf Sie zu hören bereit sind, innerlich so zu gestalten und auszurichten, dass diese viel schneller auf die unzähligen Zeichen gefasst sind, die Gottes Vorsehung unaufhörlich setzt. Die Seele, die Ihre Weihe an die Gottesmutter intensiv lebt, sieht nicht nur solche Zeichen schneller, sie erkennt auch genauer deren wahre Bedeutung und vermag es, auf viel fruchtbarere Weise auf diese Zeichen zu reagieren, d.h. ihr ganzes Verhalten, Denken und Wünschen ganz an diesen richtig erkannten Zeichen Gottes zu orientieren und dadurch Gottes Wirken in dieser Welt gegenwärtig zu stellen.

So gestaltet die Herrin der Vorsehung Seelen neu, damit sie zu richtigen Werkzeugen bei der Verwirklichung von Gottes Heilsplan für die Seelen werden, und lehrt Sie Seelen, Gottes Gnade möglichst zweckmäβig in sich und in ihrem Leben umzusetzen. Die Herrin von Gottes Vorsehung lenkt, Sie steuert Licht in Seelen hinein und macht Seelen zu Zeugen von Gottes unaufhörlichem Wirken und zu Spiegeln Seines Lichtes.

Die Fruchtbarkeit eines Menschenlebens wird von dem Ausmaβ bestimmt, in dem die Seele sich heiligt und sie den für sie vorgesehenen Beitrag zur endgültigen Verwirklichung von Gottes Heilsplan tatsächlich leistet. Diese beiden Lebensaufgaben kann die Seele allerdings nur in dem Maβe erfüllen, wie sie Gottes Zeichen in ihrem Leben versteht, denn durch diese Zeichen versucht Gott, der Seele bei jeder der unzähligen Kreuzungen auf ihrem Lebensweg die fruchtbarste Richtung zu zeigen. Die Zeichen und Winke der Vorsehung sind die stillen Wegweiser am Wegrand, die Herrin der Göttlichen Vorsehung ist die Lehrerin, die 'Ausbilderin', die durch Ihre Belehrungen und Ihr inneres Wirken den Reisenden bereit macht, die Wegweiser zu sehen und sie richtig zu verstehen. Bitten wir heute inständig darum, Sie möge uns vollkommen für Gottes Gegenwart und Sein gnädiges Wirken auf unserem Lebensweg aufschlieβen, damit wir dem gerecht werden, wozu wir berufen sind. Vergessen wir nie: Die erste Lebensberufung einer jeden Seele liegt in ihrer ständigen Heiligung durch jede Situation ihres Lebensweges.

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63. MARIÄ OPFERUNG IM TEMPEL

21. November

TOTUS TUUS, MARIA !

Von Gott ist der Mensch ausgegangen, zu Gott soll er zurückkehren. Zwischen dem Ursprung und der Bestimmung der Menschenseele liegt eine Reise auf einem Weg, dessen Beschaffenheit und umgebende Landschaft zwar teilweise von Gottes Vorsehung bestimmt sind, allerdings in einem wichtigen Ausmaβ von der Seele selbst mitbestimmt werden. Die Seele wird von ihrem Schöpfer mit Gaben, Talenten und Fähigkeiten ausgerüstet, wird auf der Lebensreise Tag für Tag mit Gottes Gnaden genährt und soll ihr ganzes Potential mitsamt ihrer Schwächen kennenlernen, damit sie die zweckmäβigsten Mittel findet um ihre seelische Fruchtbarkeit im Höchstmaβ erblühen zu lassen. Dasjenige, was die Seele von Gott erhalten hat und weiterhin ständig geschenkt bekommt, soll sie als Göttliche Saat betrachten. Es gilt für die Seele zu lernen, diese Saat genau zu den richtigen Zeitpunkten und genau an den richtigen Stellen auszustreuen, damit ihr Lebensweg Schritt für Schritt in eine Spur von Blumen und Obstbäumen umgewandelt wird. Anders ausgedrückt: Die Seele erhält von Gott ihre Munition für den Kampf gegen alle Finsternis auf dem Heimweg zu Ihm zurück, und all dasjenige, womit sie ihrerseits Gottes Blumen und Früchte als sichtbare Zeichen Seiner Gegenwart und Seines Wirkens in der sie umgebenden Landschaft vorbereiten helfen soll.

Mit diesem und ähnlichen Bildern bringt die Herrin aller Seelen das Ziel und den Zweck eines jeden Menschenlebens und die Fruchtbarkeit (das Gelingen!) der Seele in der Ausführung ihrer wahren Lebensaufgabe zum Ausdruck. Die Gottesmutter Selbst besaβ die vollendete Erkenntnis von der wahren Bestimmung einer jeden Menschenseele, ebenso wie von der Unbeschränktheit von Gottes Liebe zu Seiner Schöpfung. Alles in Ihrem Leben orientierte Sie daran, Gott Ihrerseits dadurch eine möglichst vollendete Liebe entgegenzubringen, dass Sie bestrebt war, aus jedem Augenblick eines jeden Tages und einer jeden Nacht eine Perle vollendeter Fruchtbarkeit für Seine Werke und Pläne zu machen.

Die Zielsetzung der Himmelskönigin wird auf wunderbare Weise in Ihrem Eintritt in den Tempel in Jerusalem symbolisiert. Als Maria Sich im noch so zarten Alter von drei Jahren voller Verzückung von Ihren Eltern im Tempel darbieten lieβ, unterzog Sie Sich dadurch nicht auf passive Weise einem Ritual, das sich andere für Sie ausgedacht hatten: Im tiefsten Sinne des Wortes opferte Sich Maria Selbst persönlich, aktiv und durchaus bewusst Ihrem Göttlichen Geliebten. Im Tempel betrat Sie im tiefsten Sinne des Wortes das Herz Gottes als Symbol dafür, dass Sie so vollkommen mit diesem Herzen verwurzelt war, dass Sie Ihm gleichsam Ihr Leben darbot in einem Alter, wo es noch nicht einmal richtig hatte anfangen können.

Es wäre sehr einfach, Marias Opferung Ihrer Selbst im Tempel als notwendigen Weg für Sie zu betrachten. Immerhin war Sie ja dazu vorherbestimmt, die 'Schlüsselstunde' der Heilsgeschichte vorzubereiten, denn aus Ihr sollte der Messias, der Erlöser der Menschheit, geboren werden. Gottes Vorsehung könnte Sie somit sehr wohl dazu inspirieren, Sich ab dem zartesten Alter jahrelang zurückzuziehen. Trotzdem war das Kind Maria keinesfalls ein passiver Spielball des Schicksals oder ein willenloses Blatt auf der Brise einer Göttlichen Eingebung, Sie war eine erschaffene Seele mit einem unverletzlichen freien Willen. Diesen Willen hätte Sie so einsetzen können, dass Sie wie jedes durchschnittliche Mädchen von Galiläa aufwächst. Dahingegen wollte die kleine Maria Gott, und Gott allein, gehören, aus reinster Liebe zu Ihm, zu Seinen Werken, zu Seinem Heilsplan, zu den Menschenseelen.

Ihr war im Augenblick, in dem Sie in den Tempel in Jerusalem eintrat, noch jegliche Kenntnis von Ihrer Vorherbestimmung zur Mutterschaft Christi entzogen. In Ihrem Bewusstsein sollte dieses Wissen erst zwölf Jahre später, beim Besuch des Erzengels Gabriel, freigesetzt werden. Maria handelte aus dem einzigen Impuls der reinsten selbstlosen Liebe heraus. Gott lehrte bei der Opferung der kleinen Maria im Tempel eindeutig den Hintergrund der vollkommenen, bedingungslosen und ewigwährenden Weihe an Ihn. Mariä Opferung Ihrer Selbst im Tempel war in Wirklichkeit die Besiegelung Ihrer vollkommenen Weihe an Gott.

Bitten wir heute die Gottesmutter inständig darum, in uns das Feuer des Willens zu schüren, Ihr unser ganzes Wesen und unser ganzes Leben im Tempel Ihres Herzens darzubieten. Sie hat Sich ohnehin zum Ziel gesetzt – denn das ist gerade Ihre Berufung und Ihre Mission – die Kinder der Erlösung zur Vollendung zu führen. Es gibt dazu keinen zweckmäβigeren Weg als jenen der vollkommenen Weihe an Maria. Maria ist die Behüterin der Göttlichen Saat, und Ihr sind sowohl der Lebensweg einer jeden Seele, deren Beschaffenheit, als auch die Landschaften am Wegrand in der Fülle bekannt. Damit die Seele die von Christus losgekaufte Erlösung in sich voll erschlieβen kann, muss sie die ihr zur Verfügung stehende Saat zweckmäβig ausstreuen. Die Herrin aller Seelen ist die vollendete Führerin auf dem Weg und besitzt die Fähigkeit, jeden Weg in einen Weg umzugestalten, der Gott Nutzen einbringt. Durch Ihr Einschreiten im Mittelpunkt der Seele und auf dem Lebensweg, versteht Sie es, die Seele so erblühen zu lassen, dass diese nicht nur Gottes Heilsplan fördern helfen kann, sondern auch die eigene Heiligung auf immer höhere Ebenen erhebt.

Die Seele neigt dazu, dem Gegenstand ihrer Liebe immer ähnlicher werden zu wollen, und diesem letztendlich auch ähnlich zu werden in dem Maβe, wie sie in ihrem Willen ausharrt und sich ihre Liebe nicht verringert. Der reine Menschenwille und die reine Liebe sind Eigenschaften einer kindlichen Seele, die sich von der Welt nicht verseuchen lässt und sich ganz an den Dingen orientiert, die über das Weltliche und seine Vergänglichkeiten hinausgehen. Prägen wir uns somit heute das Wesen der jungen Maria unauslöschlich ein: ein Liebesfeuer, das aus Gott hervorgekommen ist und um nichts in der Welt noch irgendwann von dem Heimweg zu Ihm abweichen will, und sich deswegen ganz in Ihm begräbt. Die wahre Weihe an Maria ist eine freiwillige Darbietung der Seele aus reiner, selbstloser Liebe im Tempel des Herzens der Himmelskönigin, um im Feuer von Marias Liebe und der eigenen Liebe zu Maria, Gott vollkommen zu gehören und das ganze Leben dafür einzusetzen, das eigene Wesen und den eigenen Lebensweg in ein Blumenparadies umwandeln zu lassen, das ein Spiegel, eine Vorabbildung, von Gottes Reich auf Erden ist.

Maria möchte Ihr eigenes Wesen und Ihr eigenes Leben, eine Wonne für das so schwer verletzte Herz Gottes, in jeder Seele neu zum Ausdruck bringen, damit sich Gottes Wonne in Seiner Schöpfung verewigt. Das ist Ihr ewiges Liebesgeschenk an den Schöpfer, bei dessen Gestaltung wir mitwirken dürfen. Auf jede(n) von uns wartet da eine Herausforderung der Liebe. Weder Gott noch der Mensch hält dies für eine leichte Aufgabe, aber sie ist die Einzige, die wir in diesem Leben haben. Die Seele, die den Kampf für die Vollendung ihrer Liebe aufgibt, kann nicht den Ewigen Frühling ernten, den sie bereits auf dem eigenen Lebensweg durch ihre Säarbeiten vorbereiten soll.

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64. CHRISTKÖNIGSFEST

Sonntag vor dem 1. Sonntag des Advents

TOTUS TUUS, MARIA !

Als Gott die Erde erschuf, war diese wie ein Spiegelbild Seines Reiches gedacht. Gottes Reich ist dabei als eine Lebenssphäre zu verstehen, in welcher sämtliche Geschöpfe vollkommen nach Gottes Regeln der Liebe und des Friedens leben und sich in ihnen Gottes Gesetze und Gottes Intelligenz völlig ungehemmt und unverzerrt auswirken können. Von allen Geschöpfen auf Erden ist die Menschenseele das einzige, das sich heiligen kann: Der Menschenseele ist es gegeben, durch ihr Verhalten, ihre Worte, ihre Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen Heil über die ganze Schöpfung bringen zu helfen, d.h. die ganze Schöpfung an den Früchten einer treuen und tadellosen Anwendung von Gottes Gesetzen teilhaben zu lassen.

Der Menschenseele ist dies nicht nur gegeben, es wird von ihr verlangt, mit anderen Worten: Es ist Wesensteil des Lebensauftrages einer jeden Menschenseele, ihr ganzes Verhalten und ihre ganzen inneren Verfassungen so vollkommen an Gottes Gesetzen zu orientieren, dass sie in allem, in ihrem ganzen Tun und Lassen, ja in ihrer Art des Seins und sogar durch ihre einfache Gegenwart, Heil erzeugen hilft und somit Gottes Reich instand halten bzw. dessen Gründung fördern hilft.

Die Erbsünde war der erste Akt, durch welchen die Menschenseele kein Heil über die Schöpfung brachte. Die Erbsünde war eine Handlung aufgrund einer Herzensverfassung, die nicht mehr an Gottes Gesetz orientiert war. Aus diesem Grunde wird sie als 'Sünde' bezeichnet: Sünde ist jeder Verstoβ gegen Gottes Gesetz, und läuft letzten Endes immer auf einen Verstoβ gegen die Liebe hinaus, weil die wahre Liebe die Essenz des Göttlichen Lebens ist, und alles, was nicht das Göttliche Leben fördern, verbreiten und blühen hilft, Gottes Werken und Plänen entgegenwirkt und somit der Erzeugung des Heils nicht zuträglich ist. Durch den Sündenfall der Menschenseele und ihre anschlieβende Neigung zum sündigen auf die unterschiedlichsten Weisen, entfernte sich die Schöpfung immer weiter vom Seinszustand, den wir als 'Reich Gottes' kennengelernt haben.

Als Jesus als Gott-Mensch in die Welt gesandt wurde in der Absicht, die Menschenseelen aus den ewigen Wirkungen der Sünde zu erlösen, errichtete Er dadurch die neuen Grundmauern von Gottes Reich auf Erden. Der mit Dornen gekrönte Christus war somit in Wirklichkeit der König des neu zu gestaltenden Reiches. Auf den Grundmauern muss das Gebäude vollendet werden, damit die Schöpfung die richtige Verfassung in sich trägt, Palast des Göttlichen Königs zu sein. Dort liegt eine Aufgabe für jede(n) von uns. Wir sollen an den Mauern bauen, nach genau denselben Grundsätzen wie die Grundmauern errichtet wurden, also genauestens nach dem Lebensmuster Christi, das uns heute noch in Erinnerung gebracht und nach dem Maβ unseres Verständnisses erläutert wird, und zwar durch die Wissenschaft des Göttlichen Lebens.

Unser Leben mag durch unzählige Zeichen der Finsternis überschattet werden, aber in uns versucht der König des Göttlichen Lichtes, der Wahrheit, der Ewigen Weisheit und Liebe, uns in unserem ganzen Denken und Fühlen, Wollen und Sein, erneut an Gott allein zu orientieren, damit wir mit jedem Seufzer, mit jedem Blick, mit jedem Wort, mit jedem Hauch unseres ganzen Wesens die Verfassung von Gottes Herzen über die Schöpfung ausströmen lassen können wie ein Parfüm aus Himmlischen Gärten, denn genau so hat Gott die Menschenseelen gemeint: wie Himmlische Gärten, aus denen die Düfte Seiner Gegenwart und Seines Wirkens hervorströmen.

Gottes Reich ist nicht etwas, das wir dort drauβen zu sehen bekommen, es ist eine Lebens- und Empfindungswelt, die tief in uns reifen und blühen soll, wie ein Samen, der sich langsam in eine Blüte und darauf in eine Frucht verwandelt, ganz nach Gottes Wachstumsgesetzen und Seiner Intelligenz, aber mit unserer beharrlichen und freiwilligen Mitwirkung als Grundvoraussetzung. Von der Art der Anwendung unseres freien Willens in jeder Sekunde des Tages und der Nacht hängt es ab, ob und in welchem Ausmaβ sich Gottes Wachstumsgesetze und Seine Intelligenz in unserer Seele auswirken können und der Göttliche Entwurf in uns zur Vollendung kommen kann. Das Ergebnis dieses Vorgangs in jeder individuellen Seele liefert dann einen Beitrag zur Gestaltung von Gottes Reich, das sich in und auβerhalb unseres Selbst als die Verwirklichung eines neuen Paradieses bemerkbar machen soll.

Die Gottesmutter wird von Gott als die Wiedergeburt des Irdischen Paradieses bezeichnet (genau wie im Titel von Myriams Buch innerhalb der Wissenschaft des Göttlichen Lebens). In Ihr ist Gottes Reich auf Erden absolut vollendet. In jedem/jeder von uns handelt es sich da um eine Lebensaufgabe, der Königin des Himmelreiches diesbezüglich nachzufolgen, denn Nachfolge Mariä ist identisch mit Nachfolge Jesu, des Königs von Gottes Reich. Das Reich Gottes auf Erden ist das vollendete Reich Christi. Christus wirklich als König erkennen heiβt nicht, Ihn König nennen, sondern sich beharrlich bemühen, Sein Vorbild genauestens in die Praxis umzusetzen und im ganzen Tun und Lassen des Alltags eine ständig wachsende Heiligkeit anzustreben. Christus ist nicht dazu berufen, König eines Scheinreiches zu sein, sondern König eines wiedergeborenen Paradieses, das dadurch Vorabbildung des Himmelreiches ist, dass die Untertanen allen ihren Mitgeschöpfen gegenüber Spiegel ihres Königs sind.

Bitten wir heute um die Gnade, unser seelisches Leben so einrichten zu können, dass wir Christus durch eine möglichst treue Nachfolge nicht nur König nennen, sondern durch unser ganzes Wesen zeigen, dass Er für uns König ist.

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65. ADVENT

Anfang am vierten Sonntag vor Weihnachten

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute beginnt der Advent, eine Einladung für die Seele um sich auf die Geburt vom Licht der Welt in sich vorzubereiten. So wie Maria, die von Gott auserwählte Mutter Seines Sohnes, in dieser Zeit mit dem lebendigen Licht schwanger ist, so ist Sie auch schwanger mit dem Licht, das Sie in jede Seele ausgieβen will, die vom Willen beseelt wird, für das Licht und alle Werke des Lichtes zu leben.

Die Seele, die das Geschenk, das Gott den Seelen in Maria hat schenken wollen, in der Fülle anzunehmen und in sich zu erschlieβen bereit ist, kann in Ihr den Stern von Bethlehem wiederfinden, welcher der Seele auf ihrem Lebensweg voranzugehen versucht und dabei ständig auf Christus, die Quelle allen Lichtes, hinweist. Die Seele, die es sich zur Aufgabe setzt, ihr ganzes Leben in allen Einzelheiten am Licht Gottes zu orientieren, wird früher oder später kaum umhin können, der Gottesgebärerin zu folgen. Tatsächlich, der Mensch kann auf einer Reise durch ein wasserreiches Gebiet letztendlich seine Bestimmung auch dadurch erreichen, dass er die Flüsse und Teiche ständig schwimmend überquert, aber wieso sollte er eine goldsichere Brücke verschmähen, die ihm auβerdem von Gott Selber geschenkt worden ist? Jeder Lebensweg wird hin und wieder von tosendem Wasser gekreuzt, in dem es von Gefahren wimmelt. Die Goldene Brücke, die 'Maria' heiβt, hat sie alle besiegt.

Lasset uns heute und bis hin zu Weihnachten uns selbst ganz für die Göttlichen Geschenke aufschlieβen, die uns das wahre Göttliche Leben, den wahren Frieden Christi und den Glauben bringen werden, die uns zu einer vollkommenen Hingabe an Gottes Verfügungen bringen sollen. Der Christus wird nicht in irgendeiner Grotte in den Hügeln eines fernen Landes geboren, Er möchte um jeden Preis in der Grotte einer jeden Seele wahrhaftig geboren werden, denn nicht die Grotte in den Hügeln bedarf der Heiligung, sondern die Menschenseele.

Die wahre Aufgeschlossenheit des Herzens erwirbt sich die Seele am Schnellsten in der vollkommenen Weihe an Maria. Sie ist es, der Gott zur Aufgabe gesetzt hat, das Licht in jeder Seele neu zu gebären damit die Seele mit diesem Licht im Herzen aus dem Grab ihrer weltlichen Anhänglichkeiten auferstehen kann, nachdem sie die Welt in sich gekreuzigt hat. Die Reise hat eine Himmlische Bestimmung. Wer ist die Seele, die es sich leisten kann, sie ohne Himmlische Führung anzutreten, und die sich damit brüsten kann, sie ohne solche Führung erfolgreich zu absolvieren? Käme es in Gottes Augen nicht etwa Hochmut gleich, die Gottesgebärerin zu umgehen während man das Licht sucht? Gott hat ja gewollt, dass das Licht der Welt Sein irdisches Leben in Marias Mutterschoβ anfängt.

Wer die Herrin aller Seelen von Herzen in sich aufnimmt, wird sich über die Geburt Christi in sich freuen, denn Sie gebiert Ihn in jeder Seele, die alle Werke Gottes über alles liebt.

Möge das Licht der Unbefleckten Empfängnis und des kommenden Christus unsere Finsternis in dem Maβe unwirksam machen, wie wir das Licht wahrhaftig lieben.

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66. MARIAS UNBEFLECKTE EMPFÄNGNIS

8. Dezember

TOTUS TUUS, MARIA !

Die Unbefleckte Empfängnis der Gottesmutter, derer wir heute gedenken, ist ein Göttliches Vorrecht, das nach der Erbsünde des ersten Menschenpaares nur ein einziges Mal in der Heilsgeschichte gewährt worden ist. Sie steht für das einmalige Wunder der absolut vollendeten Heiligkeit einer Menschenseele. In der Einmaligkeit der Unbefleckten Empfängnis erinnert Gott die Seelen daran, dass es sich da um etwas Auβerordentliches handelt. Die Seelen werden gleichzeitig daran erinnert, dass Gott ursprünglich jede Menschenseele als absolut heilig gedacht hatte, dass allerdings durch die Erbsünde, diese Sünde des Ungehorsams Gott gegenüber, durch welche der heilige Bund zwischen den Menschenseelen und Gott von den Seelen gebrochen wurde, in allen Jahrhunderten jede Menschenseele mit einer Narbe versehen werden sollte.

Diese Narbe in unserer Seele ist mehr als ein Schönheitsfehler, sie ist wie eine Undichtigkeit, die es der Seele sehr erschwert, die Fülle des Göttlichen Lebens in sich zu behalten. Sie ist wie eine Eisenbahnweiche, die den Zug regelmäβig vom Gleis, das die Seele zur Heiligung führen soll, abweichen lässt: Sie hat in der Seele die Neigung geboren, sich zu versündigen, d.h. der Stimme der Versuchung eher zu gehorchen als der Stimme von Gottes Führung. Es lieβe sich bildlich auch so ausdrücken: Die Erbsünde hat in der Seele eine Furche gezogen, durch welche das Wasser des Göttlichen Lebens, mit welchem Gott die Seele beflieβt und das mit der Kraft der Heiligung geladen ist, ständig aus der Seele wegzuflieβen geneigt ist, so dass die Seele nicht die Fülle des wahren Lebens in sich festhalten kann. Aus diesem Grund ist das irdische Leben der Menschenseele ein unaufhörlicher Kampf für die Instandhaltung des wahren, Göttlichen Lebens bzw. für die Rückgewinnung desjenigen, was die Seele ständig an Göttlichem Leben verliert.

Maria sollte die Fülle des Göttlichen Lebens in sich behalten, und diese Göttliche Gabe darüber hinaus durch ein vollkommen sündenloses Leben krönen. Die Unbefleckte Empfängnis machte Maria gleich zu einem hochheiligen Tabernakel, in welchem Sie die Gottheit Christi bewahren, physisch ernähren und der Welt schenken konnte. Die Unbefleckte Empfängnis war gleichsam der unbedingt erforderliche makellose Rahmen, innerhalb dessen der Göttliche Erlöser in die Welt getragen werden musste.

Die Himmelskönigin lässt an eine Ihrer Ausführungen bezüglich des Aufenthaltes von Seelen im Fegefeuer erinnern, in welcher Sie erkennen lässt, dass eine nicht vollkommen durch das Feuer der Liebe geläuterte Seele den Eintritt in den Himmel mit der dortigen uneingeschränkten Gegenwart der Ewigen Liebe, gar nicht ertragen könnte. Nun denn, ebenso hätte eine mit der Erbsünde beladene Seele auf keinen Fall die uneingeschränkte Berührung mit der Gottheit ertragen können: Nur eine Frau, die von der Fülle der Heiligkeit durchdrungen war und somit die makellose Liebe in ihrer absoluten Fülle in Sich trug, konnte Mutter des Gott-Menschen werden.

Maria hat nicht nur die Unbefleckte Empfängnis erhalten, Sie ist die Unbefleckte Empfängnis, die Verkörperung der absoluten Reinheit, des vollendeten Einklangs mit dem Willen Gottes, der allerhöchsten Heiligkeit. Heiligkeit heiβt die Fähigkeit, in allem und durch alles Heil über die Schöpfung zu verbreiten, sogar durch dasjenige, was man ist, die inneren Verfassungen. Diese Fähigkeit ist das Maβ der Fruchtbarkeit eines Menschenlebens für die Förderung der Verwirklichung von Gottes Plänen und Werken. Dies heiβt mithin, dass Marias Seele Quelle der höchst möglichen Fruchtbarkeit war, und keine Seele jemals Gottes Werken und Plänen mehr gedient hat als Sie.

Im Grunde genommen feiern wir somit heute:

  • Gottes unendliche Liebe, die sich dazu bereit zeigte, trotz der Untreue der Menschenseelen Ihm gegenüber, deren Ehre dadurch so weitgehend wiederherzustellen, dass Er eine von ihnen mit so viel Heiligkeit bekleidete, dass Sie Sein Licht makellos bis in die Abgründe der Finsternis sollte weiterleiten können. In dieser Seele sollte dadurch ein Samen reifen, der – vorausgesetzt, er wird vom freien Willen der Seele selbst gebührend genährt – diese Seele mit einer uneingeschränkten Macht und einer fabelhaften Fähigkeit zu lieben bekleidete. In Maria ist der Samen zu einem Blumenparadies geworden, unendlich mächtig auf Gottes Herzen durch den Duft einer absolut vollendeten Liebe;
  • diese uneingeschränkte Fruchtbarkeit einer Menschenseele, welche die allerhöchste Ehrerweisung und den allerhöchsten Dienst an Gott darstellt, weil von Fruchtbarkeit nur dann die Rede ist, wenn es sich um ein Leben handelt, dass vollkommen freiwillig entsprechend Gottes Gesetzen geführt wird. In Maria hat sich dieses kaum zu verwirklichende Ideal tatsächlich voll und ganz verwirklicht. Gott hat das scheinbar Unmögliche möglich gemacht, und hat dies durch eine Menschenseele getan. Der Allerhöchste hat somit in der Unbefleckten Empfängnis eindeutig nachgewiesen, wieviel Ihm daran liegt, nichts, sogar nicht einmal das Allerwichtigste, ohne den freiwilligen Einsatz der Menschenseele zu vollbringen.

Diese beiden Elemente zusammen bilden die Verkörperung der vollendeten Einhaltung und Anwendung des Bundes zwischen Gott und der Menschenseele: Gott ergieβt Sich in die Menschenseele, und die Menschenseele entleert sich vollkommen vor Gott. Bemerkenswert ist, dass diese Wechselwirkung zwischen Gott und den Menschenseelen hier so gestaltet ist, dass alles über Maria läuft: in der Unbefleckten Empfängnis vertritt Maria die ganze Menschheit in ihrer Beziehung zu ihrem Gott. Maria als Brücke und als Vertreterin zwischen Gott und den Seelen: es sollte Ihre ewige Berufung sein.

Lasset uns an diesem Tag unser ganzes Wesen, unser ganzes Leben und unsere gegenseitige Verbundenheit auf eine besondere Weise Maria weihen, damit unsere eigene Seele an den mächtigen Wirkungen Ihrer vollendeten Liebe und Ihrer vollendeten Reinheit, der Geheimnisse Ihrer einmaligen Erhabenheit, teilhaben möge, denn Sie ist die Goldene Brücke in das Herz Gottes. In Ihr ist die Menschenseele voll und ganz Bild und Gleichnis Gottes. Weil es nie Gottes Absicht war, die Auswirkungen dieses Wunders auf eine einzige Seele zu beschränken, ist es nun ein wesentlicher Teil der Aufgabe der Herrin aller Seelen, die Seelen nach Ihrem Bilde umzugestalten, damit sie 'in den Gnadenstand zurückkehren können, welchen die Seelen vor der Erbsünde besaβen' (Worte der Herrin als Ausdruck Ihres 'Arbeitsplanes'). Wir können an der Verwirklichung dieses Wunders in der eigenen Seele nur in dem Maβe aktiv mitarbeiten, wie wir uns der Herrin aller Seelen im Alltag in vollkommener, konkret gelebter Weihe hingeben. Das ist nicht der Funke eines einzigen Augenblicks, sondern eine Lebensaufgabe.

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67. MARIÄ ERWARTUNG

18. Dezember

TOTUS TUUS, MARIA !

Genau eine Woche vor der Geburt Jesu gedenken wir Seiner Mutter in froher Erwartung. Gott hatte es so verfügt, dass der Messias wie ein gewöhnliches Menschenkind in die Welt kommen sollte, getragen in einem Mutterschoβ. Dies war notwendig, weil sonst die Erlösung, die durch das Opfer des Messias für die Menschenseelen bereitet werden sollte, nicht vollkommen sein konnte. Die Erlösung der Seelen aus dem sicheren Tod durch die Sünde sollte durch eine vollständige Abbüβung der sündhaften Neigungen des Menschen losgekauft werden. Aus diesem Grunde musste der Erlöser in Seinem Mensch-Sein mit allen Schwächen der menschlichen Natur bekleidet werden, ab dem Mutterschoβ.

Marias frohe Erwartung war die Ausführung eines wundervollen Göttlichen Erlasses, und ist deswegen in vieler Hinsicht einmalig. Von Sich heraus wollte Sie Jungfrau bleiben, als Zeichen einer vollkommenen Weihe Ihres Lebens an Gott. Maria führte von Kind an ein Leben in Abtötung der Bedürfnisse Ihrer menschlichen Natur. Ein groβer Schritt in dieser Abtötung war Ihr Vorsatz, auf die Mutterschaft zu verzichten. Gott hatte Sie jedoch zur einmaligen Rolle als Mutter des Erlösers vorherbestimmt, und schenkte Ihr diese Rolle mit Bewahrung Ihrer Jungfräulichkeit. Maria schenkte Gott die Fülle Ihrer menschlichen Natur und erhielt im Austausch die Fülle der Gottheit: Der Heilige Geist vertraute Ihr den Sohn Gottes an, und der Letztgenannte tauchte Sie neun Monate lang in der ausgiebig strömenden Quelle der Heiligkeit unter. Es sollte der Anfang einer ewig dauernden mystischen Verschmelzung mit dem Herzen des Erlösers sein.

Marias frohe Erwartung ist ein Göttliches Werk, und soll von den Menschenseelen als solches verehrt werden. Sie ist wohl das eindeutigste Zeichen der Verschmelzung zwischen der menschlichen Natur und der Gottheit, das Gott jemals gesetzt hat. Es ist deshalb auch das Zeichen einer Liebe, die jede Vorstellung der Menschenseele weit übersteigt: Gott lässt Sich zum Menschen machen, und gestaltet zu diesem Zweck einen Mutterschoβ in einen Tabernakel um, der im höchst möglichen Ausmaβ eins mit der Gottheit wird. Dieses Zeichen der absolut uneingeschränkten Liebe ist durch die restlose Aufopferung des freien Willens einer Menschenseele ermöglicht worden, die Ihr Leben vollkommen und bedingungslos in den Dienst von Gottes Werken hat stellen wollen und dazu keine Anstrengung scheute um in allem vollkommen eins mit dem Willen Gottes zu sein und zu bleiben.

Durch die Geburt Christi sollte Gott die Richtung der ganzen Heilsgeschichte ändern: Zum ersten Male nach dem Sündenfall von vor viertausend Jahren sollte wieder die Sonne der wahren Hoffnung aufgehen um jeder Seele, die Christus nachfolgen sollte, den niemals endenden Tag der Ewigen Glückseligkeit in Aussicht zu stellen. Marias frohe Erwartung erinnert die Menschenseelen daran, dass diese Sonne aus Ihrem Mutterschoβ aufgegangen ist, und dass Sie folglich die Morgendämmerung von Gottes Reich auf Erden (übrigens mit Verweis auf das Buch mit diesem Titel) ist, diejenige, deren Ja-Wort die Erlösung aller Seelen guten Willens ermöglicht hat.

Preisen wir heute die Gottesmutter, die von Gott die Macht erhalten hat, den Schlüssel zu unserer Erlösung zu bedienen, und die die Ausführung dieser Mission mit einer grenzenlosen Liebe angefangen hat als Sie einwilligte, den Messias in Ihrem Schoβ zu empfangen, trotz Ihrer Vorkenntnisse des Schicksals, das in der Welt auf Christus wartete, und folglich der Tatsache, dass Sie Sich dadurch bewusst für ein Leben von Dornen entschied. Neun Monate lang betete und opferte Maria in der tiefsten mystischen Einheit mit dem Messias in Ihrem Mutterschoβ für eine möglichst groβe Fruchtbarkeit Seiner Mission auf Erden für die Seelen aller Zeiten. Flehen wir Sie an, Sie möge uns die Gnade der Einheit mit Ihr erwirken, damit auch wir den Messias in uns tragen und von der Frucht Seiner Mission gesättigt werden mögen, die nur bezweckte, die Rückkehr des Lichtes in jeder Seele zu erschlieβen.

Afb. Maria Verwachting MDA Ap

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68. WEIHNACHTEN : GEBURT JESU CHRISTI

25. Dezember

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir der Geburt des Göttlichen Erlösers. An diesem Tag fing das Erlösungswerk des Gott-Menschen zugunsten aller Seelen aller Zeiten im wahren Sinne an, da das Christkind gleich der Entbehrung ausgesetzt war, die bereits mit dem Ort und der Zeit Seiner Geburt zusammenhing. Als das Licht kam der kleine Christus in die Welt, um der Finsternis die uneingeschränkte Macht über das letztendliche Schicksal der Menschenseelen zu nehmen. Die Geburt Christi lieβe sich somit als die erste unmittelbare Vorbereitung der Seelenäcker auf ihre ewige Fruchtbarkeit bezeichnen. Im winterlichen Bethlehem wurde dem Bösen der Frühling von Gottes Reich für alle Seelen guten Willens in Aussicht gestellt. Der Göttliche Erlass zur Menschwerdung von Gottes Sohn war der gröβte Wendepunkt in der Heilsgeschichte, der dreiunddreiβig Jahre später gekrönt werden sollte. Gott unterzieht Sich den Prüfungen von Leben, Leiden und Tod, um den Menschenseelen ein Zeichen dafür zu setzen, wie ein heiliges, fruchtbares Leben wirklich aussieht.

Sowohl die Vorbereitung als auch der ganze Vorgang der Geburt Christi war ein Meisterwerk Göttlicher Vollkommenheit. In Maria wurde eine Menschenseele auf die möglichst weitgehende Verschmelzung mit der Gottheit vorbereitet. In Ihr fand Gott die vollendete Harmonie zwischen Seinen Heiligungswerken und dem Willen einer Frau, diese Heiligkeit in absoluter Vollkommenheit blühen zu lassen. Maria war 'die Seele guten Willens schlechthin', da ja 'eine Seele guten Willens' als eine Seele zu verstehen ist, die aus freiem Willen bestrebt ist, in allem den eigenen Willen voll und uneingeschränkt in den Willen Gottes hinüberflieβen zu lassen. Die Gottesgebärerin war eine Meisterin der Selbstverleugnung, die nur von einem einzigen Antrieb bewogen wurde: Sie wollte nur da sein, ein Leben zu absolvieren, das hundertprozentig Gottes Werken und Plänen dienlich war.

Maria bekam von Gott einen Helfer, den Hl. Josef, der von demselben Willen wie Sie angetrieben wurde, und dem durch Göttliche Erleuchtung von Anfang an eindeutig klar war, dass auch sein Leben nur dazu dienen sollte, die Mission des Gott-Menschen auf Erden ermöglichen zu helfen. So wie Er dies in unzähligen (oft gewissermaβen verborgenen) Fällen auch in unserem Leben tut, bediente Gott Sich eines irdischen Ereignisses um Seinen Plan auszuwirken: Die Volkszählung auf Befehl des römischen Kaisers führte Josef und Maria nach Bethlehem. In Wirklichkeit, auf der Ebene von Gottes Heilsplan, unternahmen Sie die Reise durch das unwirtliche Land der Seelen in der winterlichen Kälte der Herzen, um Christus in einer verlassenen Grotte zu gebären, Symbol für die dürftige Verfassung der Mehrheit der Menschenseelen: finster, kalt, feucht in Ermangelung jeglicher Wärme, sozusagen von Gott verlassen und nur von Tieren bewohnt. Zwar ist die Liebe von Tieren unkomplizierter als jene der Menschenseelen, aber in diesem Bild wird darauf hingewiesen, dass Tiere sich nicht heiligen können; ebenso machen unzählige Menschenseelen ihre eigene Heiligung nahezu unmöglich. Auβerdem verweist die Gegenwart der Tiere, so lehrt es die Himmelskönigin, in diesem Bild ebenfalls auf die Leidenschaften, die unkontrollierten, nicht an Gottes Plänen orientierten Verhaltensweisen, durch welche die Seele hin und wieder ihre Heiligung gefährdet.

In der Adventszeit hat uns die Herrin aller Seelen dazu eingeladen, uns einem Vorgang der Aufschlieβung unserer Selbst hinzugeben, damit wir erkennen, wie winterlich und unwirtlich unsere Lebensreise oft ist, nicht nur wegen der vielen Prüfungen sondern zum Groβteil wegen der Art und Weise, wie wir selber mit ihnen umgehen wo es gilt, fruchtbar für den Plan zu werden, den Gott mit unserem Leben verfolgt. Die Adventszeit sollte eine Zeit der Aufdeckung der eigenen innerlichen Finsternis jeglicher Art sein und dazu führen, dass wir alle reumütigen Herzens bekennen, vor uns selbst und vor Gott, dass unsere Seele und unser Herz, die Er als kleine Paläste bzw. als heilige Tempel in Seinem Reich vorgesehen hatte, mehr Ähnlichkeit mit einer Grotte aufweisen: finster wegen unterschiedlicher Verirrungen, kalt wegen Mangel an aufrichtiger und bedingungsloser Liebe, und von Gott verlassen, weil wir Ihn selber durch unser Leben, unser Denken und unser Wollen hin und wieder in den Hintergrund verweisen, wenn nicht ganz verbannen.

Gott lässt vieles zu, weil Er mit der Menschenseele geduldig ist und der freie Menschenwille für Ihn heilig ist. Diese Geduld unterstreicht die Vollkommenheit Seiner Liebe. Eines jedoch, kann Er nie zulassen: dass Er irgendwann aufhören sollte, jeder Seele Seinen eigenen Sohn anzubieten, nicht 'nur' als Besucher, sondern innerlich, in Form einer sich immer wieder vollziehenden Geburt innerhalb der Seele. Das Weihnachtswunder will sich jeden Tag in jeder Seele wiederholen, bis die Seele bewusst und freiwillig erlaubt, dass sich dieses Wunder tatsächlich vollzieht. Aus keinem anderen Grund hat Jesus die Sakramente eingesetzt, und aus keinem anderen Grund hat die Allerheiligste Dreifaltigkeit die Mission der Gottesmutter als Herrin aller Seelen angeordnet: Maria wiederholt Ihre Reise durch das unwirtliche Hügelland der Seelen in winterlicher Verfassung Tag für Tag, betritt die Seelengrotte, sobald Sie dort freiwillig und widerstandslos aufgenommen wird, und richtet diese Grotte anschlieβend so ein, dass diese für die Geburt Christi bereit ist.

Das Jesuskind hat in einer Grotte für uns geboren werden wollen. In der Grotte allerdings, wo Er Seine Mutter vorfindet, weiβ Er, dass die Einrichtung allmählich so geändert wird, dass diese der Vollendung Seiner Werke in der Seele von Tag zu Tag dienlicher wird. Die Vollziehung des Weihnachtswunders beginnt dort, wo die innere Finsternis der Erkenntnis von der Fülle der Wahrheit weicht, die Kälte dem Blühen des Fruchtbaumes der Tugenden weicht, und die Seele die eigenen Bedürfnisse eins nach dem anderen durch Gottes Bedürfnisse zu ersetzen bereit ist: Die Grotte wird zum Tempel, und die sich heiligende Atmosphäre des Seelentempels strahlt durch dessen Umfeld, so dass das unwirtliche Bethlehem des Lebens dieser Seele allmählich in ein fruchtbares, blütenreiches Land umgestaltet wird.

Die Herrin aller Seelen lieβ es einst in Ihrem Weihnachtswunsch an die Seelen schreiben: Weihnachten im Herzen ist der Frühling eines neuen Lebens. Die Lebensaufgabe einer jeden Seele besteht letztendlich darin, die wahre Nachfolge Christi in sich und in allen Aspekten ihres Leben ständig zu vervollkommnen, damit sie sich heiligt und den von Seiten Gottes von ihr erwarteten Beitrag zur Vollendung Seines Heilsplans in der Fülle leisten kann. Die Seele ist in der Erfüllung dieser Aufgabe nicht allein: Gott Selbst arbeitet voll an ihrer Seite an der Verwirklichung desselben Zieles mit. Zu dem Zweck sendet Er uns die Herrin aller Seelen und bettelt Er darum, in jeder Seele Sein Weihnachtswunder wiederholen zu dürfen. Gott hört einfach nicht auf, uns den Brei unserer Heiligung löffelweise zu verabreichen, und schenkt uns gleich Diejenige, Die uns wie kein anderer diesen Brei verdauen helfen kann.

Nachfolge Christi setzt voraus, dass Christus zunächst in uns geboren werden und wachsen kann. Erforderlich dazu sind an erster Stelle die Gottesgebärerin, die Liebe zum Kreuz, und das Weihnachtswunder. Geben wir allen diesen Zutaten für den Brei unserer Heiligung eine Chance, und zwar auf die Art und Weise, wie es wahren Kindern Gottes gebührt. Dem Christkind ist kalt, Es sucht die Wärme Ihrer und meiner Liebe. Die Mutter wird uns in dem Maβe beistehen, wie wir es Ihr ermöglichen. Der kleine Jesus wird in uns wachsen durch das Feuer unserer Selbstverleugnung und die Nahrung eines jeden Aktes in Seiner Nachfolge. Er will mit jedem und jeder von uns gemeinsam die Lebensreise vollbringen und Seine Herrlichkeit mit uns teilen, sonst kann Er sogar Seine Göttliche Glückseligkeit nicht als vollendet empfinden.

So ist Weihnachten für die Seele, die ihre Heiligung als Kind Gottes ernst nimmt, kein Ereignis, das sie an ein Geschehen aus ferner Vergangenheit erinnert und im Übrigen lediglich Anlass zu einem Fest gibt, dessen Sinn sie nicht einmal mehr erkennt, sondern eine alltägliche Lebensaufgabe: Der Geist von Weihnachten ist die Luft, von welcher Jesus in der Seele leben muss, um in ihr Seine Werke zu vollenden. Beten wir heute gemeinsam, dass wir die Saat, die an diesem Tag wieder einmal in uns ausgestreut wird, nicht den Raubtieren der weltlichen Einflüsse auf unserem Lebensweg ausliefern.

Gnadenreiche Weihnachten im Dienst der Herrin aller Seelen,
Myriam

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69. DER HEILIGE APOSTEL JOHANNES

27. Dezember

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir des hl. Apostels und Evangelisten Johannes. Dieser Heilige wird im Schoβ vom Apostolat der Herrin aller Seelen aus drei Gründen auf eine besondere Art und Weise ins Licht gerückt:

  1. Er war der Heilige der Liebe schlechthin, der von der Ewigen Liebe, dem Christus, auf eine besondere Weise geliebt wurde wegen seiner reinen Liebe, seiner kindlichen Unschuld und Reinheit, und seiner auβerordentlichen Treue zu Jesus bis an den Fuβ des Kreuzes von Golgotha;
  2. Er war der Heilige, in dem Jesus Maria den Seelen, und die Seelen Maria gab, und der als das groβe Muster der Weihe einer Seele an Maria betrachtet werden kann (er 'nahm Sie in sein Haus auf', = machte Sie zur Herrin seiner Seele);
  3. Er spielte, und spielt nach wie vor, eine besondere Rolle in Myriams mystischer Bildung, da der hl. Johannes zusammen mit der hl. Maria Magdalena von der Herrin aller Seelen Myriam als Begleitheilige anvertraut wurden.

Lasset uns heute um die Vermittlung dieses 'Musterapostels' für die Kirche Christi beten, ebenso wie für die Vervollkommnung unserer eigenen Liebe, Reinheit und Unschuld.

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70. DIE HEILIGEN UNSCHULDIGEN KINDER

28. Dezember

TOTUS TUUS, MARIA !

Heute gedenken wir der hl. Unschuldigen Kinder, die im Zeitraum nach der Geburt Jesu im ganzen Gebiet um Bethlehem herum im Auftrag von König Herodes ermordet wurden. Der Letztgenannte sah im prophezeiten 'König von Israel', der nach den Berechnungen in jenen Tagen in Bethlehem geboren werden sollte, eine Bedrohung für sein weltliches Königtum, und glaubte, er müsse die Gefahr dadurch ausrotten, dass er sämtliche Neugeborenen in jener Gegend töten lässt, damit er dessen versichert ist, dass der 'neue König' keine Gelegenheit bekommt, ihm irgendwann die Krone zu nehmen.

Herodes setzte in diesem Akt einen Plan Satans in die Praxis um, der nichts unversucht lieβ, die Mission Christi, des Gott-Menschen, zu vereiteln noch bevor diese wirklich anfangen konnte. Satan verrät da seine groβe Befürchtung: Seelen, die erlöst werden, sind Seelen, die ihm für ewig entzogen werden. Er wusste jedoch, dass der Bund zur Erlösung der Seelen mit dem Leben, dem Leiden und dem Sterben Christi als Gott-Mensch anfangen musste, und in seinem Hochmut glaubte er, dass er Gott daran hindern kann, diesen Plan in die Praxis umzusetzen. Gott erlaubte nicht, dass Sein Messias durch einen Gesandten Satans ermordet wird.

Die groβe Lektion hinter all dem ist diese: Gott hat zwar dem Bösen die Gelegenheit geboten, die Menschenseelen während ihres Lebens auf Erden zu prüfen, damit diese sich aus eigenem freiem Willen entscheiden können, wem sie für immer gehören wollen: Gott oder Satan, dem Licht oder der Finsternis, der Wahrheit oder der Lüge (oder der Täuschung oder Verirrung). Trotzdem liefert Gott den letztendlichen Ablauf Seiner Pläne, deren Vollendung, nie Satan aus. Die Finsternis hat nie das letzte Wort, ihre Macht kann sich nur zeitweise auswirken. Während der Phase dieser 'Auswirkung' kann sie sich viele Sklaven erwerben. Herodes war ein Beispiel der Sklaverei der Finsternis gegenüber: Er verleugnete alle Liebe in der Absicht, seinen vergänglichen Status als Haupt eines weltlichen Königreiches sicherzustellen, und lieβ sich in Wirklichkeit vom Bösen gebrauchen in einem Versuch, Gottes Heilsplan in die Quere zu kommen, und zwar genau an dem Punkt, wo der Spieβ zu Gottes Gunsten umgedreht werden sollte.

In dem Mord an den unschuldigen Kindern symbolisiert Satan auβerdem den Mord an der Unschuld einer jeden Menschenseele: All dasjenige, was die Seele zu Gott hinzieht, muss getötet werden. Die Sündenlosigkeit darf auf Erden keine Chance bekommen, denn sie bringt Licht in die Finsternis und lässt die Seelen die Wahrheit erkennen wo zuvor Täuschung und Verirrung herrschten.

Mit jedem Kind, das freiwillig getötet wird, wird ein kleiner Faden aus dem Netz von Gottes Heilsplan losgerissen. Jede Seele kommt mit bestimmten Aufgaben in die Welt, durch welche sie Gottes Heilsplan zu seiner Vollendung führen helfen soll. Jedes Kind, das nicht durch eine Göttliche Verfügung weggenommen wird, sondern durch menschlichen Willen getötet wird, ist ein Stein, der aus Gottes Bauwerk losgerissen wird, so dass die Vollendung desselben verzögert wird.

So verführt Satan die Seelen dazu, sich durch Handlungen in seinen Dienst zu stellen, welche der Auswirkung von Gottes Heilsplan entgegenwirken, während dieser Plan doch nur von Gott entworfen wurde und von Ihm ausgeführt wird um das wahre Glück aller Geschöpfe auf Erden voranzubringen.

Lasset uns heute die hl. Unschuldigen Kinder um ihre Vermittlung bei Gott für jede Seele bitten, die im Begriff ist, Inspirationen nachzugeben, welche die Vollendung von Gottes Heilsplan aufhalten. Lasset uns alle Verdienste des Martyriums der hl. Unschuldigen Kinder der Herrin aller Seelen darbieten, damit Sie diese durch die unendliche Macht Ihrer Fürsprache in Gnaden von Licht für diese Welt umsetzen kann, und damit Sie dafür sorgen kann, dass jede(r) von uns das Kind in sich wiederfinden möge, denn die Unschuld des Kindes ist der Schlüssel zum Königreich des Himmels.

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71. FEST DER HEILIGEN FAMILIE

erster Sonntag nach Weihnachten

TOTUS TUUS, MARIA !

Gott hat die Menschenseelen erschaffen damit sie gemeinsam Sein Reich bilden. Dieses Ziel Gottes lässt sich nur dann erreichen, wenn (und in dem Maβe, wie) möglichst viele Seelen sich in den beiden Lebenszielen einer jeden Seele auf Erden vervollkommnen: in der eigenen Heiligung, und im Leisten des persönlichen Beitrages zur Vollendung von Gottes Heilsplan zugunsten der Seelen.

Damit sich dieses Ziel verwirklichen kann inspiriert Gott ständig die zweckdienlichsten Lebensweisen und Lebensorganisationen. So erschuf Er den ersten Mann, und kurz darauf die erste Frau, damit diese zueinander geführt werden. Mann und Frau waren als sich gegenseitig ergänzend gedacht. So entstand im Grunde genommen die Basisfamilie, die lebenslängliche Verbindung eines Mannes mit einer Frau. Von dieser Verbindung versprach Sich Gott, dass sie zum Grundstein der Lebensorganisation der Menschenseelen auf Erden werden sollte, weil die Verbindung Mann-Frau die geeignetsten Voraussetzungen für die Seele schafft, sich in sämtlichen Tugenden und in einer heiligen Lebensweise zu vervollkommnen.

Mann und Frau ergänzen sich, weil jedes der beiden Geschlechter ganz spezifische Merkmale besitzt, nicht nur physisch, sondern auch auf den höheren Ebenen des menschlichen Wesens. Aus diesem Grund brauchen Mann und Frau einander in vieler Hinsicht. Die Ausfüllung eines Lebens mit einem Mitglied des anderen Geschlechtes kann gleichwohl auf sehr verschiedene Weisen gestaltet werden.

Die Heilige Familie von Nazareth (Jesus, Maria und Josef) gilt als das absolute Vorbild einer heiligen, das heiβt 'Heil bringenden' Familie, einer Familie, deren Mitglieder in einem aufrichtigen Anstreben aller Tugenden zusammenleben, deren Beziehungen untereinander vollkommen von wahrer selbstloser Liebe geprägt sind, und die diese Einstellung auch in allen ihren Beziehungen nach auβen hin vorherrschen lassen.

Gerade dieses Anstreben sämtlicher Tugenden innerhalb der Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern macht eine Familie zu einem unverwüstlichen Ganzen. Die Familien in unserer modernen Gesellschaft leiden schwer unter Zerrissenheit weil die Gottlosigkeit an sehr vielen Herzen frisst. Gott und der Wille, Seine Werke zu tun (denken wir lediglich an das Leben in praktischer Weihe an Maria!), ist der Zement, der alles zusammen hält.

In der heiligen Familie von Nazareth hat Gott den Seelen eine Musterverbindung zwischen einem Mann, einer Frau und einem aufwachsenden Kind vorgeführt, die ein gemeinsames Leben führten auf die Art und Weise, wie Gott diese vor der Erbsünde für die Menschenseelen gedacht hatte: Ein Leben, in der Mann und Frau ausschlieβlich dazu da sind, sich gegenseitig in der Seele zu erheben bzw. die heiligen Vorsätze des jeweiligen Lebensgesellen ständig zu bestätigen, und in welchem Gott und Seine Werke uneingeschränkt im Mittelpunkt stehen. Josef und Maria führten ja ein vollkommen vergeistigtes Leben, in welchem jede Handlung, jedes Wort, jede Bestrebung, jeder Gedanke, jedes Gefühl ausschlieβlich an der Förderung der Vollendung von Gottes Heilsplan orientiert waren.

Es lieβe sich die Einschränkung vorbringen, dass Sich die Heilige Familie aus drei Seelen zusammensetzte, die in jeder Hinsicht 'ungewöhnlich' waren: Gottes Sohn, der Unbefleckten Empfängnis, und einem Mann, der eigens dazu auf Erden war, den Gott-Menschen und dessen Gebärerin zu beschützen und Sie in den stofflichen Aspekten des irdisches Lebens zu unterstützen, und dem zu diesem Zweck auβerordentliche Gnaden gewährt worden waren. Die Heilige Familie von Nazareth war somit in allen Ihren Wirkungen tatsächlich heilig. Jede 'gewöhnliche' Familie, die sich aus einfachen Seelen zusammensetzt, kann diesem Ideal kaum gleichkommen. Trotzdem gilt in Gottes Augen für alles, dass sich jede Seele unaufhörlich anstrengen soll, seinen Idealvorstellungen möglichst nahe zu kommen. Nicht nach dem Ergebnis wird die Seele gerichtet und bewertet, sondern nach der Anstrengung.

Beten wir heute zur Heiligen Familie um die Gnade, unsere engsten Beziehungen, insbesondere jene im Rahmen einer Familie, beharrlich so gestalten zu können und zu wollen, dass wir aus unserem Familienleben bzw. aus unseren engsten Verbindungen mit Mitseelen solide Grundsteine für die Gründung von Gottes Reich auf Erden machen können.

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72. SILVESTER

31. Dezember

TOTUS TUUS, MARIA !

Das Jahr geht zu Ende. Wir befinden uns auf der Schwelle eines neuen Jahres. Heute bekommen wir die Gelegenheit, die Herrin unserer Seele darum anzuflehen, Ihre Vermittlung und Begleitung erhalten zu dürfen, den alten Menschen abzulegen, das heiβt, all dasjenige, was wir in uns tragen, das allerdings die Blüte unserer Seele vielmehr verhindert als sie zu fördern.

Eigentlich ist gerade dies der letztendliche Zweck unserer vollkommenen Weihe an die Herrin aller Seelen: Sie will jede(n) von uns 'neu schaffen', umgestalten, von allem entkleiden, was unserer Heiligung im Wege stehen kann. Vollkommene Weihe an die Herrin aller Seelen ist ein heiliger Bund, der es der Seele ermöglicht, dass ihr altes Ich ersetzt (neu geschaffen) wird, und somit aus der Himmlischen Herrin neu geboren wird für das wahre Göttliche Leben. Die Herrin reiβt das Alte nicht ab ohne etwas Neues zu erbauen, das besser und heiliger wird, und somit Gottes Heilsplan mehr dienlich ist.

Da liegt mithin der Neujahrswunsch, den ich in tiefer Demut aus dem Herzen der Himmelskönigin an jede Seele weiterleiten darf: Mögen wir alle heute die Gnade in uns aufnehmen, unser Herz vollkommen den Wirkungen der Himmlischen Herrin aufzuschlieβen, die uns nach Ihrem Muster und gemäβ der Lehre Jesu Christi völlig für das Reich Gottes auf Erden kneten will.

So wie in dieser Nacht ein Jahr endgültig in die Geschichte eingeht und ein neues Jahr aufsteht, so bekommen die Seelen die Gelegenheit, sich mit ihrer aktiven Mitwirkung in vollkommener Weihe an Maria vollkommen umwandeln zu lassen, das Alte im Herzen der Herrin zu begraben, und das Neue aus Ihr geboren werden zu lassen.

In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen wünschen Myriam und das Maria Domina Animarum Werk jedem und jeder von Ihnen im neuen Jahr einen neuen Frühling im Herzen und in der Seele.