Wichtige Vorbemerkung: Die Belehrungen mit Bezug auf die Strategien der Finsternis zur Zerrüttung von Gottes Werken und Plänen und zur Verunreinigung und Lähmung der Seelen auf ihrem Weg zur ewigen Bestimmung bei Gott stehen im Mittelpunkt der erhabenen Mission Mariä, der Herrin aller Seelen. Die Himmelskönigin lässt deswegen mit Betonung auf den engsten Zusammenhang zwischen den nachfolgenden Schriften bzw. Rubriken auf dieser Webseite hinweisen:
  • Umwandlung der Finsternis (in Maria lädt ein vorzufinden)
  • Morgensonne und Nebel (in Belehrungen > Bücher vorzufinden)
  • Weihe an Maria im Kampf gegen das Böse im Alltag (in Weihe an Maria > Weihe in der Praxis vorzufinden)
  • Das Licht leuchtet in der Finsternis (in Belehrungen > Kurze Belehrungen vorzufinden)
  • Maria und das Böse (in Belehrungen > Kurze Belehrungen vorzufinden)
  • Bekenntnis eines Dämons auf Befehl der Heiligen Jungfrau Maria (in Offenbarungen > Sonderoffenbarungen vorzufinden)

TOTUS TUUS, MARIA !

DAS LICHT LEUCHTET IN DER FINSTERNIS

Über die Blüte des unverwelkbaren Glücks

Grundlegende Unterrichtung der Heiligen Jungfrau Maria an die Seelen –
durch Bewusstwerdung zum wahren Glück

Myriam van Nazareth

Am Anfang war nur Gott. Weil Gott aus nichts anderem als aus Liebe besteht, wollte Er Leben außerhalb Seines eigenen Wesens erschaffen, denn Er sehnte Sich so sehr danach, dass Seine Liebe strömen möge und dass sie von außen zu Ihm zurückkehren möge, in einem ewigen Kreis, der Ihm die höchste Freude bereiten sollte. Nur das Lebendige kann die Liebe durchströmen lassen, denn das tiefe Wesen, die Essenz, der Treibstoff des Lebens ist die Göttliche Liebe. So erschuf Gott die Engel und verlieh ihnen die Gabe Seiner vollkommen heiligen Liebe, die es ihnen ermöglichte, das wahre Göttliche Leben in sich aufrecht zu erhalten. So wurden die Himmel mit einer vollkommenen Lichtkette bevölkert.

Das Licht ist der Seinszustand Gottes, ein Zustand, der aus Seiner vollkommenen Weisheit besteht, ebenso wie aus der Fähigkeit, das Leben in der vollendeten Göttlichen Liebe instand zuhalten. Das Licht stellt die Fähigkeit dar, sämtliche Dinge so zu sehen, wie sie tatsächlich sind. Für die geschaffenen Seelen stellt es somit auch die Fähigkeit dar, sich selbst so zu sehen, wie sie im Verhältnis zu Gott tatsächlich sind. Dadurch stellt das Licht ebenfalls die Fähigkeit dar, die Liebe in einem heiligen Zustand zu bewahren.

Die wahrhaft heilige Liebe ist die Verfassung, die es der Seele ermöglicht, Gott als die einzige Quelle allen Lebens zu erkennen und Ihn aus diesem Grunde über alles, also auch über sich selbst zu stellen und sämtliche Handlungen, Gedanken und Wünsche an Ihm zu orientieren, das heißt: danach zu streben, dass alles, was in der eigenen Seele vorgeht und was von ihr ausgeht, ausschließlich zum Ziel hat, Gottes Absichten zu verwirklichen.

Eines Tages machte Gott Seinen Wunsch bekannt, außer den Himmeln auch die Erde zu erschaffen, die Er unter anderen mit dem Menschen bevölkern wollte, einem Wesen, das mit einer großen Heiligkeit ausgestattet sein und auf Erden Gott und Seine Liebe vertreten sollte. Gott teilte den Engeln diesen Vorsatz mit.

Luzifer, der höchstrangige Engel, begann seine eigenen Wünsche den Wünschen Gottes vorzuziehen. Er begann, sich selbst mehr zu lieben als er Gott liebte. Dadurch verlor sein Herz die reine Verbindung zum Göttlichen Herzen. Luzifer trennte dadurch sich selbst von den vollkommenen Strömen der Göttlichen Liebe, so dass er allmählich das wahre Göttliche Leben verlor. Er war aus dem Grunde auch nicht länger dazu imstande, die Göttliche Liebe zu den anderen Engeln durchströmen zu lassen. Durch diesen Mangel an Strömung der Kraft des Göttlichen Lebens wurde die ganze Lichtkette geschwächt. Luzifer war dem Menschen gegenüber neidisch, da der Mensch ja in Gottes Augen eine so wichtige Rolle innerhalb der Schöpfung spielen sollte. Er lehnte sich deshalb gegen Gott auf und riss viele Engel mit sich. Aufgrund mehrerer Äußerungen des Ungehorsams dieser aufsässigen Engel gegenüber Gottes Plänen wurden diese aus dem Himmel vertrieben. Weiterhin sollten sie als Teufel bezeichnet werden.

Gott erschuf den ersten Menschen, teilte ihm eine Frau zu und verband diese beiden in einem intimen Bund. Sie sollten über die Schöpfung auf Erden herrschen und Gottes Heiligkeit über die Erde strömen lassen in dem Kreislauf der vollkommenen Liebe, in den das erste Menschenpaar nun aufgenommen worden war. Gott schloss mit ihnen den Bund, dass sie an sämtlichen Herrlichkeiten des Göttlichen Lebens teilhaben sollten, dafür jedoch in striktem Gehorsam gegenüber Gottes Vorschriften zu leben hätten. Luzifer, der mit seinem Gefolge aus dem Himmel vertrieben worden war und seitdem Satan hieß, hatte mit den Seinigen den Eid geschworen, dass sie sich wegen der Vertreibung aus der Herrlichkeit des Himmels rächen würden und dass sie für alle Ewigkeit Gott bekämpfen und Seine Pläne und Werke unterminieren würden, und dass er (Satan) die Erde seiner Herrschaft unterwerfen würde. Er flüsterte der ersten Frau, Eva, den Ungehorsam gegenüber einer von Gottes Vorschriften ein, und sie verführte ihrerseits ihren Gefährten, Adam. So beging das erste Menschenpaar die Erbsünde. Das heißt, dass die Folgen dieses Verstoßes wie eine Erbschaft an sämtliche Seelen übertragen werden sollten, die nach Adam und Eva auf Erden leben würden. Der heilige Bund mit Gott war zerbrochen. Kraft eines Göttlichen Gesetzes hat all dasjenige, was eine Seele tut, Auswirkungen auf die ganze Schöpfung auf Erden. Deshalb soll kraft dieses Göttlichen Gesetzes jede Menschenseele seit Adam und Eva zwei Lebensziele verwirklichen:

1) sie soll sich durch ihr Leben auf Erden ihre Heiligkeit (welche die beiden ersten Seelen geschenkt bekommen hatten) selber erwerben;

2) sie soll darüber hinaus durch ein Leben einer gewissen Dauer auf Erden zur Verwirklichung von Gottes Plan beitragen müssen, und über jede Seele sollte nach ihrem Leben auf Erden von Gott ein Urteil gesprochen werden, je nach dem Maße, in dem sie zur Verwirklichung dieses Planes beigetragen hat oder nicht. Dieses Urteil sollte ebenfalls über das ewige Leben der Seele entscheiden.

Das wäre also das Ziel jedes Menschenlebens auf Erden: Jede Seele ist zu dem Zweck auf Erden, zur Verwirklichung von Gottes großem Plan beizutragen. Was beinhaltet dieser große Göttliche Plan? Gott wollte von Anfang an jede Menschenseele nach ihrem Leben auf Erden in einem Zustand vollkommenen Heils (Heiligkeit), das heißt in einem Zustand vollkommener Übereinstimmung mit Gottes Gesetz und Gottes Willen, also einem Zustand unversehrter Göttlicher Lebenskraft zu Ihm in den Himmel aufnehmen. Zu dem Zweck würde jede Seele während ihres Lebens auf Erden in einer solchen Verfassung leben müssen, dass die vollkommene Strömung der Göttlichen Liebe und des Göttlichen Lebens möglich würde. Diese Absicht wird als Gottes Heilsplan bezeichnet. Die Verwirklichung dieses Heilsplans würde bedeuten, dass Gott Sein Reich auf Erden gründen kann: die Erde würde dadurch wirklich Teil des Reiches der vollkommenen Liebe, des vollkommenen Friedens und der vollkommenen Glückseligkeit, so wie es im Himmel besteht. Wegen der Erbsünde konnte die Menschenseele die Heiligkeit nicht mehr erreichen. Gott sagte dem Menschen vorher, sein Leben auf Erden würde schwer werden. Obgleich die Seelen diese Verfügung bis heute wie eine Strafe erfahren, verbarg Gott in ihr Seinen größten Plan der Liebe: die Menschenseele sollte durch einen heiligen Umgang mit allen ihren irdischen Leiden, Prüfungen und Bürden ihre ursprüngliche Heiligkeit zurückerobern und Gottes Reich auf Erden gründen helfen. Das wäre mithin der wahre Sinn des Lebens auf Erden.

So würden die Seelen gemeinsam zur Gründung von Gottes Reich auf Erden beitragen und sich wieder vollkommen mit Gott versöhnen. Satan hatte seinen Eid der Verwüstung jedoch nicht vergessen und säte in den Herzen einen wahren Terror der unterschiedlichsten Verführungen. Die Menschenseelen wurden zahlreicher, und die Zahl der Sünden stieg an. Aufgrund der Erbsünde und der Unfähigkeit der Seelen, die wahre Liebe strömen zu lassen, wurde die Kraft des Göttlichen Lebens in ihnen so geschwächt, dass der Mensch die Fähigkeit verlor, die Existenz Gottes und Seine Wirkung in seinem Herzen wahrzunehmen und den Sinn seines eigenen Lebens auf Erden zu begreifen. Die Liebe wurde immer weiter verunreinigt und die Sünde wuchs immer schneller an, denn jede Sünde wird erst in einem Augenblick begangen, wo die Liebe zu Gott mangelhaft ist. Jede Göttliche Verfügung bleibt solange gültig, bis sie sich verwirklicht hat. Bereits vor der Schöpfung des Menschen verfügte der Schöpfer, dass Sein Sohn Jesus Christus zu einem gewissen Zeitpunkt der Heilsgeschichte Mensch werden sollte, um Sich mit der menschlichen Natur zu vereinen und die Menschenseele vollkommen in das Göttliche Leben aufzunehmen. Zu dem Zweck sollte Gott eine Frau erschaffen, Maria, die Er vollkommen von den Folgen und Auswirkungen der Erbsünde befreien sollte, damit Sie im Stand der vollendeten Heiligkeit den Sohn Gottes in Ihrem Fleisch tragen kann. Maria, die Mutter von Gottes Sohn, sollte somit als die Unbefleckte Empfängnis geboren werden.

Weil die Menschheit offensichtlich den großen Plan Gottes nicht aus eigener Kraft verwirklichen konnte, fasste Gott den Entschluss, die Menschwerdung Seines Sohnes sollte der Verwirklichung eines ganz spezifischen Zweckes dienen: Jesus Christus sollte durch ein Leben in vollkommener Heiligkeit und durch Predigung über das Gesetz Gottes die Menschheit lehren, wie sie sich wieder mit Gott versöhnen konnte. Darüber hinaus sollte Er durch die makellose Aufopferung eines Leidens ohnegleichen im Fleisch, im Herzen, im Geist und in der Seele die Schuld der ganzen Menschheit gegenüber der Göttlichen Gerechtigkeit in einem so hohen Ausmaß tilgen, dass sich eine neue Grundlage der Koexistenz zwischen Gott und Seinen Seelen bilden konnte: der Neue und Ewige Bund. Diese Tilgung von Schulden gegenüber der Göttlichen Gerechtigkeit wird die Erlösung der Menschenseelen genannt: Durch das Übermaß an Sünden und die Unfähigkeit, dieses Übermaß selber zu beseitigen, war die Menschenseele nach der Erbsünde völlig und ganz von Gott getrennt.

Durch das Einschreiten Gottes in Jesus Christus als Erlöser wurde das Tor zur ewigen Glückseligkeit wieder entriegelt. Der Neue Bund schloss den Zugang zum Himmel wieder auf. Für Gott bedeutete der Neue Bund ein neuer Weg zur Gründung Seines Reiches auf Erden. Das ursprüngliche Gesetz galt immer noch: Der einzige Zweck eines jeden Menschenlebens war nach wie vor der Beitrag zur Verwirklichung dieses großen Göttlichen Planes UND die Vollendung der eigenen Heiligung. Das heißt mithin, dass jede Seele die Erlösung in ihrem eigenen Leben vollenden muss. Gott stellt jeder Seele eine einzige Forderung: Sie bekommt ein einziges Leben auf Erden, mit einer Dauer, die nur Gott bekannt ist und die durch Gottes Weisheit aufgrund desjenigen festgesetzt wird, was die Seele gemäß dem Göttlichen Plan während ihres irdischen Lebens vollbringen soll. Vor Ablauf ihrer Lebenszeit auf Erden muss die Seele die höchst mögliche Fruchtbarkeit erzielen, um das Ziel, zu dem sie berufen worden ist (das spezifische Werk, das sie innerhalb Gottes Heilsplans zu vollenden hat), zu erreichen. Die Seele kann diese höchste Fruchtbarkeit nur erreichen wenn sie sich vollkommen mit Gottes Willen und den Gesetzen Gottes vereint. Der Weg ist ihr von Gottes Sohn Jesus Christus gezeigt worden, ebenso wie vom Helfer, den Jesus den Seelen versprochen hatte: dem Heiligen Geist. Der große Nachlass eines Lebens in voller Fruchtbarkeit sollte sein: ein hoher Grad des Glücks bereits auf Erden, und nachher die ewige Glückseligkeit.

Was hat die Seele also zu tun, um ein richtig sinnvolles Leben zu führen? Jede Seele hat dazu drei Hauptaufgaben zu erfüllen:

1. Sie soll ihre wahre Berufung herausfinden , damit sie zielbewusst leben kann. Das heißt, dass sie über die Frage nachsinnen soll: Wie lautet mein spezifischer Auftrag innerhalb der Werke Gottes? Die Berufung der Seele hat nichts zu tun mit dem Beruf, den sie in diesem Leben ausübt. Ihre Berufung ist die Aufgabe, die Gott ihr anvertraut hat, um ihren Beitrag zur Verwirklichung Seines Planes zu liefern. Ihre wahre Berufung ist von Gott in ihr Herz gelegt worden. Die Seele kann sie dort finden, vorausgesetzt, sie gibt in ihrem Leben Gott die höchste Stelle. Die Seele, die sich an die weltlichen Dinge bindet, wird durch die Wahrnehmung ihrer Umwelt daran gehindert werden, im Mittelpunkt ihres Herzens ihre wahre Berufung zu lesen. Aus diesem Grunde führen viele Seelen ein Leben, das in Gottes Augen so gut wie nutzlos ist: sie finden nie ihre wahre Berufung innerhalb des großen Göttlichen Planes und wandern ziellos durch das Leben, ähnlich einem losgerissenen Schiff, das den Bestimmungshafen nicht findet und daher ziellos und ohne jeglichen Anhaltspunkt auf einem Ozean herumtreibt. Seelen, die sich für die Werke Gottes anzustrengen wünschen, sind manchmal dazu geneigt, Gelegenheiten zu suchen, um Heldentaten zu vollbringen. Vergessen wir aber nicht, dass jede Seele in Gottes Augen groß sein kann, indem sie einfach ihre Alltagsaufgaben in vollkommener Tugend zu erfüllen versucht. Die Berufung einer Seele ist nicht immer etwas Auffälliges. Bedenken Sie, dass ALLES, jede Situation, jede Begegnung eine neue Aufgabe darstellt, die Gott Ihnen anvertraut, und aus der Sie das Beste zu machen haben, damit die Vollendung Seines Planes dadurch vorangebracht werden kann.

2. Sie soll ihre Talente, Gaben und Fähigkeiten nutzen. Ihre Seele soll die Fähigkeiten und Eigenschaften, die es Ihnen ermöglichen, Ihre spezifische Aufgabe (Berufung) innerhalb dieses Lebens zu gestalten, mit den Erwartungen Gottes in Übereinstimmung bringen und soll diese Fähigkeiten und Eigenschaften dazu benutzen, das spezifische Ziel, wozu Ihre Seele in die Welt geschickt wurde, zu verwirklichen. Erinnern wir uns an das Evangelium des Herrn, der Seine Talente (im biblischen Sinne: Geld) den drei Dienern anvertraute: zwei von ihnen wirtschafteten mit den Talenten ihres Herrn, der Dritte aber grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld. Wenn Sie Ihre Talente unbenutzt lassen, verstecken Sie diese gleichsam in der Erde: Sie vertrauen sie der Erde an (symbolische Bedeutung: lassen sie durch weltliche Einflüsse verunreinigen). Infolgedessen wird Ihr Leben in Gottes Augen nutzlos. Die Seele soll ihre Talente, Gaben und Fähigkeiten dazu benutzen, Gottes Werke zu tun und den großen Heilsplan zu verwirklichen.

3. Sie soll ein heiliges Leben führen. Ein heiliges Leben ist ein Leben, das der eigenen Seele und anderen Seelen Heil bringt und dadurch der Erfüllung von Gottes Heilsplan Vorschub leistet. Es ist ein Leben aus einer Seele, die den Strom der Göttlichen Liebe möglichst weitgehend erhält. Der Weg eines heiligen Lebens umfasst wesentlich vier große Aufgaben:

(1) Das Anstreben sämtlicher Tugenden. Der Weg der Tugend ist auf die Inspiration seitens der Allerheiligsten Jungfrau hin im Buch Frühlingsblüten am Lebensbaum (vorläufig nicht endgültig verfügbar) ausführlich erörtert worden.

(2) Das Vermeiden von allem, was Gottes Werken schadet. Das heißt wesentlich, dass von jeder Seele erwartet wird, dass sie in allem Tun und Lassen aktiv die Einheit mit dem Willen und dem Gesetz Gottes anstrebt und dass sie aktiv an dem Kampf gegen alle Finsternis teilnimmt. In erster Linie heißt es: jegliche Sünde und Untugend zu vermeiden versuchen und sich darin üben, gegen jegliche Versuchung wachsam zu sein und die eigenen Schwächen, Fehler, schlechten Gewohnheiten usw. zu erkennen.

(3) Sämtliche Leiden, Prüfungen und Bürden in Liebe und Demut annehmen, damit sie die höchst mögliche Wirkung erzielen. Die Barmherzigkeit Gottes hat bestimmt, dass eine im Körper lebende Seele ihre Schuld Gott gegenüber durch Leiden tilgen kann. Voraussetzung dafür ist, dass die Seele sämtliche Leiden, Bürden, Prüfungen, Krankheiten und seelischen Schmerzen von ganzem Herzen annimmt, mit anderen Worten: dass sie sich diesen ohne Widerstand im Herzen unterzieht, ohne sich darüber zu beschweren und ohne diese gegenüber ihren Mitgeschöpfen zu missbrauchen (zum Beispiel, indem sie bewusst versucht, Mitleid zu erregen). Darüber hinaus sollen sämtliche Prüfungen aufgeopfert werden. Der mächtigste Weg dazu ist die vollkommene Weihe Ihres ganzen Wesens und des vollständigen Weges Ihres Lebens an die Allerheiligste Jungfrau Maria. Sie stellen dadurch Ihr ganzes Leben mit jeglichem Missgeschick und Leiden zu Diensten der Miterlöserin, der Gott die Führung über die Vollendung der Erlösung und des Göttlichen Heilsplans anvertraut hat.

(4) Das Anstreben des Göttlichen Lebens. Dieses Anliegen gehört zu den größten Lebensaufgaben einer jeden Seele, wie es uns das Heilige Messopfer klarzumachen versucht, wo der Priester sagt: "Lasset uns teilhaben an der Gottheit Christi, der unsere Menschennatur angenommen hat". Die Vollendung (Krönung) des wahren heiligen Lebens ist das Göttliche Leben. Eigentlich heißt das Göttliche Leben: immer weniger aus den Sinnen des Körpers heraus und immer mehr aus den Sinnen der Seele heraus zu leben: das 'Hören' der Stimme des Heiligen Geistes in Seinen unhörbaren Eingebungen im Mittelpunkt des Herzens und die Erkenntnis von der wahren Essenz sämtlicher Ereignisse des Alltags, sämtlicher Umstände, sämtlicher Mitgeschöpfe, quer durch den oberflächlichen Schein bis tief in ihren Wesenskern hinein. Es heißt, völlig über die weltliche Erfahrung hinauszusteigen, viel weiter sehen zu lernen als dasjenige, was die Sinne über Ihre Umwelt enthüllen. Das Göttliche Leben wird ganz von der Liebe, der Reinheit und dem vollendeten inneren Frieden getragen. Wir könnten das alles auch als 'übernatürliches Leben' bezeichnen: Leben mit dem Herzen, so tief im Herzen Gottes begraben, dass man sogar während der Erfüllung der Alltagsaufgaben im Herzen ständig mit Gottes Interessen, Seinen Werken und Plänen beschäftigt ist.

Dieser letzte Punkt führt uns zu einer der meist absoluten Bedingungen, um Ihr Leben in Heiligkeit zu führen: das Wiedererkennen der riesengroßen Gefahr der Unwissenheit. Seit der Erbsünde haben die Seelen die Fähigkeit verloren, Gottes Gegenwart in ihrem Leben wahrzunehmen und in ihrem Herzen mit Gott verbunden zu bleiben. Die Seelen leben seitdem zum größten Teil in Unwissenheit. Dies ist nicht darauf zurückzuführen, dass Gott sie nicht belehrt:

  • zunächst unterrichtete Gott die Seelen durch die Propheten;
  • später sandte Er Seinen Sohn Jesus Christus in die Welt;
  • Jesus versprach Seiner jungen Kirche den Heiligen Geist. An Pfingsten erfolgte dessen Herabkunft;
  • durch den Neuen Bund hindurch unterrichtet Gott die Seelen durch:

* den Heiligen Geist

* die Allerheiligste Jungfrau Maria

* die täglichen Winke der Göttlichen Vorsehung

Aber: die Seelen werden durch die Scheinrealität um sich herum geblendet. Durch die Jahrhunderte sind die Seelen ständig von Gott weggeleitet worden, indem:

  • das Denken (in Wissenschaft, Philosophie, Wirtschaft, Politik) völlig auf den Interessen des weltlichen, materiellen Lebens gegründet ist;

  • die Empfindung des Göttlichen in den Herzen unmöglich gemacht wird. Gott, Seine Werken, Seine Pläne, Seine Mysterien, Seine Gegenwart und Seine Liebe sind nicht mit den Sinnen wahrzunehmen und nicht wissenschaftlich nachzuweisen. Aus diesen Gründen wird das Göttliche Leben und alles, was dazu gehört, so betrachtet, als ob es nicht existieren würde, und der Glaube daran als lächerlich und naiv bezeichnet. Gott wird aus Seiner Schöpfung entfernt. Die Folgen stellen wir in unserer Umgebung fest: Unfriede, Gefühle des Unglücklich-Seins, die Empfindung der Sinnlosigkeit und Ziellosigkeit.

Gottes Licht will die Seelen zur Bewusstwerdung führen, zur Wachsamkeit gegenüber Gottes Plänen und Werken, der eigenen Position und Rolle innerhalb dieser Göttlichen Pläne und Werke und den Gründen ihres eigenen Unglücks, ihrer eigenen Unzufriedenheit und Unfruchtbarkeit auf der spirituellen Ebene. Ich habe bereits erwähnt, dass die Seelen weniger Fühlung mit Gott und Seiner Gegenwart halten, als es ursprünglich der Fall war. Schuld daran ist die Sünde, welche die Seele von Gott entfernt. Deshalb kann die Seele nur zur Bewusstwerdung gelangen, wenn sie die Strategien Satans durchschaut.

Satan versucht, sämtliche Seelen in Schlingen zu fangen, indem er sie endlosen Ketten von Versuchungen unterzieht. Er studiert jede Seele, lernt ihre spezifischen Bedürfnisse und Schwächen kennen und orientiert seine Werke der Unterminierung an seinem diesbezüglichen Befund. Seine Absicht ist es, jede Seele von Gott wegzuführen, damit sie keinen positiven Beitrag zu Gottes Werken (der Verwirklichung von Gottes Heilsplan) mehr liefern kann, sondern dahingegen vollkommen in die Zerstörungswerke des Bösen eingeschaltet werden kann.

Unter anderem in den Sturmschriften hat Maria die Strategien Satans ausführlich erläutern lassen. Wesentlich lässt sich sagen, dass es seine Hauptabsicht ist, jede Seele in mindestens einer der vier nachfolgenden Verfassungen zu fesseln:

(1) Er versucht die Seelen in der Verblendung festzuhalten. Die Seelen sind für die Fülle der Wahrheit Gottes blind, weil die Erbsünde Gottes Weisheit aus ihnen vertrieben hat und jede weitere Sünde sie immer weiter schwächt, indem diese sie von der Strömung von Gottes Licht und Liebe trennt. Satan missbraucht das, indem er den Seelen einflüstert, Gott existiere gar nicht und sogar er selber (Satan, das Böse, die Sünde) existiere nicht. So vermag er zu erwirken, dass die Seelen zügellos sündigen und gegenüber jeder Versuchung, jedem Bösen, jeder Untugend und jeder Sünde verblendet werden. Es scheint, als ob alles ohne Strafe zugelassen wäre. So lässt sich die Menschheit ins Verderben stürzen und fangen die Seelen damit an, aus dem Standpunkt heraus zu leben: "Ich lebe nur einmal, ich will daher für mich selbst alles rausholen (und wenn es auf Kosten meiner Mitgeschöpfe geht)". Es ist von größter Bedeutung, dass sich die Seele darüber bewusst wird, dass alles, was eine Seele tut, sagt, wünscht oder unterlässt, die ganze Schöpfung beeinflusst. Jede Sünde, aber auch jede gute Tat beeinflusst das Ganze. Diese Tatsache möge als Beispiel dafür gelten, dass es innerhalb des Göttlichen Heilsplans eine große unsichtbare Realität gibt: ich sehe nicht die Folgen meiner Taten, aber diese Folgen sind durchaus reell, und haben eine ewig dauernde Auswirkung.

Es gelingt Satan, sehr viele Seelen zur Überzeugung zu führen, dass es keinen Gott gibt und dass dieser somit auch nichts tut. Tatsächlich, während die Werke Satans meistens sichtbar sind (sämtliche Äußerungen von Elend, Leid, Missbrauch, Sünde usw.), sind Gottes Werke meistens unsichtbar, zum Beispiel: die meistens verborgenen Werke Mariä als Mittlerin aller Gnaden, Fürsprecherin, Herrin aller Seelen. Ich verweise auf eine Offenbarung Mariä vom 24. Januar 2008:

"Die Werke des Lichtes sind wie ein Eisberg: neunzig Prozent sind unsichtbar, nur ein kleiner Teil wird wahrgenommen. Wenn die durchschnittliche Seele eine Wirkung von Gottes Werken wahrnimmt, sind diese Werke schon längere Zeit dabei, sich zu vollziehen. Nur die am meisten aufgeblühte Seele wird sich schneller der Göttlichen Werke in ihrem Leben bewusst".

Am 13. Oktober 2006 sagte Maria schon:

"Der wahre Glaube ist die Überzeugung, dass die Wirklichkeit viel umfassender ist als der beschränkte Teil derselben, den der Mensch mit seinen Sinnen wahrnehmen kann. So viele Dinge vollziehen sich außerhalb der Wahrnehmung und des Bewusstseins des Menschen. Die Göttliche Wirklichkeit ist der Bereich der vielen Mysterien, die sich im Unsichtbaren auswirken. Die Göttliche Weisheit und die Göttliche Vorsehung lenken das alles. Nahezu das Ganze Meiner Machtausübung wirkt sich im Unsichtbaren aus. Alle Meine Beziehungen zu den Engeln, zu den Teufeln und zum Lebenskern sämtlicher Seelen entfalten sich im Unsichtbaren. Die Realität der Welt vertritt nur einen Bruchteil dieses Ganzen".

Am 22. November 2006 sprach Maria:

"Die Welt, so wie diese sich jeden Tag den Seelen aufzwingt, ist nicht die Göttliche Realität, sondern ein menschliches Gebilde, von Satan beeinflusst, der die Seelen von allem Göttlichem zu entfernen versucht und sich inständig bemüht, die Seelen ihre Würde verlieren zu lassen".

Am 22. Mai 2008 sagte Maria: "Es ist Meine Aufgabe für die Letzten Zeiten, die Umnachtung der Seelen durch das Göttliche Leben zu ersetzen".

Wenn Gottes Licht in der Finsternis leuchtet, beginnt die Seele, den wahren Sinn aller Dinge zu begreifen. Diesen Vorgang können wir als Bewusstwerdung bezeichnen. Das Licht hat bereits mit dem Leben und der Lehre Christi geleuchtet, und der Heilige Geist hat die junge Kirche aufgeklärt, aber die Finsternis hat dafür gesorgt, dass sich über die Wege der unterschiedlichsten Denkströmungen (in der Politik, Wissenschaft, Philosophie) und gesellschaftlichen Entwicklungen (Industrialisierung und technologischen Entwicklungen, mit allen deren Folgen) ihre Nebelschleier unaufhörlich verdichten.

(2) Er versucht, die Seelen zum Materialismus zu verführen. Materialismus ist der Lebensstil und die Auffassung nach dem/der den materiellen Bedürfnissen die volle Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Der Mensch ist in einem materiellen Körper erschaffen, der bestimmte Dinge braucht, um zu überleben. Ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit für den Körper ist also unentbehrlich. Was Satan anstrebt, ist dies: die Seele dazu zu verführen, dass sie sich so sehr mit dem Körper und dessen materiellen Bedürfnissen beschäftigt, dass sie vergisst, dass nicht der Körper zum Aufblühen gebracht werden muss, sondern die Seele. Der Mensch IST eine Seele, aber HAT einen Körper, nicht umgekehrt. Je mehr der Mensch mit seinem Körper beschäftigt ist, desto mehr vernachlässigt er seine Seele und dadurch auch seine ganzen Beziehungen zu Gott, der in der Seele wohnt und dort Seine Werke vollzieht.

(3) Er versucht, die Seelen zur Genusssucht zu verführen. Sobald die Seele nicht in erster Linie für die Verwirklichung von Gottes Plänen lebt, orientiert sie sich an sich selbst. Sie wird dann die Neigung erfahren, ihr sämtliches Tun und Lassen und alle ihre Wünsche auf die Erfahrung des Angenehmen abzuzielen. Sie lässt sich dabei durch die Signale, die der Körper nach einer Erfahrung spüren lässt, führen. So kann sie von Alkohol, Tabak, Nahrung, bestimmten Nahrungsmitteln, sexuellen Handlungen oder bestimmten erotischen Reizen oder vom Reiz bestimmter Spiele oder Tätigkeiten abhängig werden. Die Genusssucht führt eine allmähliche Unterernährung der höheren Seelenfunktionen herbei und veranlasst die Seele, jeden Kontakt zu den verborgenen Werken Gottes in ihrem Wesenskern zu verlieren. Das Leben fühlt sich 'leer' an. Genusssucht regt darüber hinaus die Seele dazu an, all demjenigen, was Leiden und Bürden mit sich bringt, zu entfliehen. Dadurch beraubt sie sich selbst des goldenen Schlüssels zu ihrer Heiligung und zum Tor zu Gottes Reich auf Erden.

(4) Er versucht, die Seelen zum Hochmut zu verführen. Diese Verfassung öffnet einen der kürzesten Wege zum Verfall. Die hochmütige Seele neigt bald zur Uneinigkeit, zum Mangel an Solidarität, zum Verständnismangel gegenüber dem Mitmenschen, zum Vergebungsmangel, sogar zur Selbstvergötterung. Sie erhebt sich über den Mitmenschen und trennt sich allmählich von jeglicher Göttlichen Hilfe, indem sie so selbstgefällig wird, dass sie automatisch davon ausgeht, ihr eigenes Verhalten sei vollkommen.

Wie mächtig sind doch diese vier Verfassungen, die Früchte sind von der Saat, die Satan so reichlich in die Seelen zu säen versucht. Unsere ganze Gesellschaft ist bis in ihre tiefsten Schichten durch diese Verfassungen verseucht. Diese Verfassungen sind wie vier dicke Äste an einem Baum. Jeder dieser Äste bildet wiederum kleinere Zweige, und schließlich kommen die Früchte, die zwar schön aussehen, innerlich aber von Maden angefressen sind: sie können den Seelen nicht zur Nahrung dienen, und sind ein Gräuel in Gottes Augen. Die kleinen Zweige und Früchte tragen Namen wie: Uneinigkeit, Konkurrenz, Wettbewerb, Machtgier, Jagd nach Status und Ansehen, Jagd nach Reichtum, zügellose Befriedigung von Bedürfnissen (und von den endlosen Scheinbedürfnissen des Lebens in einer hochentwickelten Gesellschaft). Alle diese Neigungen und Anstrebungen bilden die Bausteine für die Scheinrealität, die zehn Prozent des Eisbergs, die sichtbar über dem Wasser türmen, während neunzig Prozent der Realität überirdisch und unsichtbar sind. Der Mensch sieht nichts anders mehr als diese Scheinrealität, und lässt sich durch diesen kleinen Bruchteil der Wirklichkeit (das materielle Leben) zum Gefühl verführen, dass alles, was Mühe kostet oder nicht dazu imstande ist, seine kurzfristigen Scheinbedürfnisse zu befriedigen, unsinnig ist. Einige für die Seele besonders schädliche Folgen:

  • der Mensch scheut jeden Seinszustand, der keinen Genuss mehr einbringt, und greift bald nach Schmerzmitteln, befürwortet Euthanasie, usw.;
  • der Mensch weigert sich, die Verfügungen der Vorsehung in seinem Leben anzunehmen, sucht den Genuss des sexuellen Umgangs, treibt aber die Frucht des Umgangs ab;

Die Liste lieβe sich endlos ergänzen.

Jedes Mal, wenn eine Seele eine Untugend begeht oder einer Versuchung nachgibt, wird in ihr ein Gefühl der Verunreinigung hinterlassen. Dieses Gefühl sorgt dafür, dass die Seele Unzufriedenheit und trübe Gefühle des Unglücklichseins erfährt. Einige Quellen der Unzufriedenheit:

  • Materialismus. Vom Materialismus war bereits die Rede. Die Seele wird dazu verführt, endlosen Reihen von Scheinbedürfnissen nachzugeben, und sehnt sich nach immer mehr und immer neuen Dingen. Bald erfährt die Seele (oft unbewusst), dass sie allmählich Gefangene eines immer anwachsenden Gewebes wird. Sie wird Gefangene des Fiebers ihrer eigenen unaufhörlich anschwellenden Wünsche. Je mehr unbefriedigte Wünsche, desto mehr hat die Seele das Gefühl, zu ersticken. Eine der größten Gefahren dieser Entwicklungen liegt darin, dass sie zur Brutstätte der Kriminalität wird;

  • Mangel an Versöhnlichkeit. Eine Seele, die nicht vergibt, verübt gleichsam allmählich Selbstmord: sie wird von Groll verzehrt. Bedenken Sie darüber hinaus, dass Gott jeder Seele ihre Schulden in dem Maße vergibt, wie diese Seele selbst anderen vergibt. Das heißt, dass die Seele, die einem Mitmenschen nicht von ganzem Herzen vergibt, sich dadurch dem Risiko aussetzt, ihre eigenen Fehler während langer Zeit abbüßen zu müssen, weil die Göttliche Barmherzigkeit ihr in jenem Falle weniger entgegenkommt, als sie dies im Falle der Vergebung tun würde.

  • Uneinigkeit und Spaltung. Jesus sagte bereits, dass derjenige, der Spaltung herbeiführt, nicht Seine Werke tut. Es ist deshalb leicht verständlich, dass die Seele, die in Uneinigkeit lebt, den Frieden zwischen Menschen stört oder Menschen gegeneinander anstachelt, sich nicht wohl fühlt, oft ohne zu wissen, aus welchem Grunde das so ist: sie dient den Werken der Finsternis.

  • Neid und Eifersucht. Viele Seelen lassen sich durch äußerliche Zeichen verblenden, die scheinbar darauf hinweisen sollten, dass es dem Mitmenschen besser ergeht als ihnen selbst. Diese Seelen fühlen sich unglücklich, weil ihnen unbewusst vorschwebt, dass das Schicksal (die Göttliche Vorsehung) sie ihrem Mitmenschen gegenüber benachteiligt. Am empfindlichsten gegen solche Gefühle sind die Seelen, die oberflächlich leben und somit nicht den unbeschreiblichen Reichtum der innerlichen Suche nach dem Himmlischen kennen. Die eifersüchtige Seele ist eine Seele, die ständig über den Zaun in den Nachbargarten hineinschaut, um diesen Seelengarten mit ihrem eigenen Seelengarten zu vergleichen. Dadurch vergisst sie, in ihrem eigenen Garten zu arbeiten und die dort von Gott vergrabenen Schönheiten zu entdecken. Neid und Eifersucht führen Wettbewerb, den Geist der Konkurrenz, Nachrede und Verleumdung herbei, ebenso wie die Neigung, mehr 'das Leben des andern als das eigene Leben zu führen'.

  • Blindheit für eigene Fehler und Schwächen. Viele Seelen sind davon überzeugt, dass sie recht haben, und finden Splitter im Auge des Mitmenschen, während ihnen der Balken im eigenen Auge entgeht. Die Seele, die für die eigenen Fehler blind ist, verliert die heilbringende Neigung, an sich selbst zu arbeiten. Immerhin sind es doch oft die eigenen Fehler und Schwächen, die Punkte, in denen die Seele leicht verführt werden kann, die in ihr Gefühle der Unzufriedenheit hinterlassen. Jedes Mal, wenn die Seele einer Schwäche nachgibt (einer Gewohnheit, die der Seele Schaden zufügen kann, einem Punkt in ihrem Verhaltensmuster, in dem sie schwer den Versuchungen widerstehen kann), kann in ihr ein schlechtes Selbstgefühl hochkommen. Satan macht sie zweimal zum Opfer: das erste Mal, indem sie der Versuchung nachgibt, und das zweite Mal durch das schlechte Selbstbild, das sie erntet. Dies wirkt auch im Unbewussten: die Seele kann wiederholt eigenen Schwächen nachgeben, sich dieser Schwächen nicht bewusst werden und dennoch ein ungünstiges Selbstbild entwickeln. Dieses Gefühl wächst oft so stark an, dass die Seele eines Tages davon überzeugt ist, dass sie wertlos und ihr Leben ein einziger großer Fehler ist.

  • die Prüfungen auf dem Lebensweg nicht annehmen. Viele Seelen machen sich selbst das Leben zur Hölle, indem sie sich innerlich in stillem Widerstand gegen ihren Lebenslauf verzehren. Oft jahrelang beklagen sie sich über die 'Geißel des Schicksals' und lassen sich wegen der Schwierigkeiten, denen sie auf verschiedenen Ebenen unterliegen, jeden Frohmuts berauben. Sie haben nicht verstanden, dass gerade diese Schwierigkeiten beweisen, dass Gott sich des Wachstums ihrer Seele annimmt, nämlich dass sie immer neue Chancen bekommen, den Weg Christi zu gehen. Sie sind besonders empfindlich gegen den irrigen Gedanken, dass Gott sie nicht liebt, wodurch sie in vielen Fällen den Glauben und die Hoffnung verlieren.

  • zu viel aus dem Geist und zu wenig aus dem Herzen heraus leben. Unsere Gesellschaft ist im Laufe der letzten Jahrhunderte immer mehr auf einer Grundlage der Vernunft, der intellektuellen Analyse, der Forschung und der Beweisführung aufgebaut worden. Der größte Faktor, welcher dem wahren Kern jeglichen Lebens und sämtlichen Ereignissen Richtung zu geben versucht, ist GOTT. Gerade dieser Faktor wird aus den Herzen gebannt. Das Leben aus dem HERZEN, dem Mittelpunkt jeglicher Kommunikation mit dem Übermenschlichen, wird aus der Gesellschaft entfernt. Aber: Die Seele, die alles mit der reinen Vernunft betrachtet, für alles intellektuelle Erklärungen sucht und Gott, dem großen Unnachweisbaren, in ihrem Leben keinen Platz mehr gewährt, findet nie den wahren innerlichen Frieden. Das kann auch nicht anders sein, denn diese Seele füllt ihr Haus mit nichts außer Finsternis.

Den Feind wiederzuerkennen, ist der erste Schritt zum Sieg im Kampf. Dieses Erkennen ist eine Gnadenwirkung, welche die Frucht des liebevollen Gebetes ist, ebenso wie des tiefen und aufrichtigen Wunsches, Gottes Werke zu tun. Das wahre, unverwelkbare Glück kann nur auf der Grundlage der nachfolgenden Entwicklungen blühen:

(1) Bewusstwerdung. Es ist wichtig, dass die Seele für ein gewisses Verständnis von Gottes Plänen und Werken betet. Diese Kenntnis macht frei. Gerade aus diesem Grunde wird Maria in diesen letzten Zeiten als die Herrin aller Seelen zu den Seelen gesandt: Sie unterrichtet die Seelen über Aspekte von Gottes Wahrheit, die bisher unbekannt waren. Diese Kenntnis eröffnet den Seelen unbekannte Möglichkeiten, um als Blumen wahrer Heiligkeit aufzublühen. Diese Kenntnis unterrichtet die Seelen über den Grund und die Art vieler Dinge, die sie auf ihrem täglichen Lebensweg finden, und unterrichtet sie über den Wert vieler Dinge, die ohne diese Kenntnis zwecklos oder unsinnig erscheinen können. Das Leben in unserer modernen Gesellschaft mit ihren Verwirrungen und Lieblosigkeiten scheint vollkommen unsinnig für die Seelen, die sich der umfassenden Realität, die über allem lebt, nicht bewusst werden: der Mysterien des Göttlichen Lebens, die sich 'über den Köpfen' vollziehen und innerhalb derer auch sie selber eine Rolle spielen, und zwar in jeder Handlung, in jedem Wort, in jedem Wunsch, die von ihnen ausgehen oder in ihnen leben.

(2) Loslösung. Solange sich die Seele an Dinge, Ereignisse, Situationen, Besitz, Entwicklungen, Erinnerungen, Beziehungen, Gewohnheiten usw. bindet, ist sie Sklave ihres Schicksals: bei jeglicher Änderung in ihrem Leben wird diese Seele den Wellen preisgegeben. Sie wird unsicher, ängstlich, unfruchtbar für Gottes Werke. Viele Seelen leben in der Vergangenheit, können ihre verstorbenen Angehörigen oder Freunde nicht loslassen, sind Sklave bestimmter Bedürfnisse usw. Diese Seelen kommen in ihrem Wachstum zum Stillstand, erfüllen nicht die sich aus ihrer Berufung ergebenden Aufgaben, verschwenden die Zeit, die Gott ihnen gibt, damit sie Seine Werke tun, und fallen sehr leicht Gefühlen der Unzufriedenheit, des Wehmuts, des Widerstandes, des Grolls und der Verbitterung zum Opfer.

(3) Versöhnungsbereitschaft. Es gibt wahrscheinlich keine mächtigere Waffe gegen Satan als die Vergebung an den Mitmenschen. Wenn sich zwei Seelen gegeneinander auflehnen, werden sie in ihren innerlichen Verfassungen oft lebenslänglich Sklave Satans, indem sie Groll hegen, Bitterkeit empfinden, Hass spüren, Rachsucht lebendig erhalten und Unreinheit im Herzen und im Mund betreiben. Nicht selten werden gegenseitig sündige Handlungen begangen. Sobald einer von ihnen aufrichtige Vergebung schenkt, wird diese Kette zerbrochen. Plötzlich strömt zwischen diesen Seelen wieder Licht, anfangs in einer Richtung, in vielen Fällen nach einiger Zeit in beide Richtungen. Die Seele, welche die versöhnende Hand reicht, erfährt Gefühle wahrer Befreiung, indem Gottes Gnade reichlich in ihr Herz hineinströmt. Sie findet den wahren Frieden zurück.

(4) Versöhnung mit Gott. Jede Seele kann entgleisen, in großen aber auch in kleinen Dingen, jeden Tag wieder. Dadurch verfällt sie einem Zustand der Schuld gegenüber Gott. Aus diesem Grunde ist es notwendig, danach zu streben, so zu leben, dass jeden Tag 'Ihre Rechnungen Gott gegenüber beglichen werden'. Das wird durch eine sakramentale Beichte ermöglicht. Weil diese nicht zu jeder Zeit gesprochen werden kann, ist Versöhnung – in Erwartung des Sakramentes – auch durch Akte aufrichtiger Wiedergutmachung gegenüber Gott und den Mitgeschöpfen möglich, durch konkrete Akte der Liebe gegenüber den Mitgeschöpfen, durch das Anstreben eines möglichst heiligen Lebens und durch die reuevolle Weihe Ihrer Fehler, Schwächen, Sünden und Vernachlässigungen an Maria, mit der Bitte, Sie möge die Gnade der Vergebung und jene der Beichte zu Gottes Zeit erwirken.

(5) Kenntnis von und Glaube an Gottes Hilfsmittel(n). Gott steht für jede Seele bereit, jede Stunde des Tages und der Nacht. Viel mehr als Sie es sich zu träumen wagen, kümmert Er Sich um Ihr Leben und Ihr Schicksal. Er kann Ihnen kein Leben ohne Prüfungen schenken, denn Er würde Ihnen dadurch keinen Dienst erweisen: ein Leben ohne Prüfungen ist ein Leben ohne Möglichkeiten, sich Verdienste zu erwerben, und somit wie ein leeres, unbeschriebenes Buch – wertlos. Wie kommt Gott Ihnen entgegen? Durch:

  • die Göttliche Vorsehung. Nichts geschieht 'zufällig'. Den Zufall gibt es gar nicht. Dinge geschehen zu einem bestimmten Zeitpunkt und in einer bestimmten Weise, weil Gottes Weisheit die Faktoren, die das Ereignis oder die Situation in die Wege leiten können, in eine bestimmte Richtung zu lenken versucht. Nur der freie Wille der beteiligten Seelen kann dieser Lenkung entgegenwirken, in dem Ausmaß, wie Seelen NICHT auf die Stimme des Heiligen Geistes in sich hören. Gott schafft nie Unheil, nur Menschen tun das, indem sie ihren Willen in einer solchen Weise benutzen, dass dieser vom Göttlichen Willen abweicht. Gott verfügt alles so, dass, wenn Sie auf Ihre innere Führung hören, Ihr ewiges Heil gewährleistet werden kann. Deshalb ist es auch notwendig, dass Sie sämtliche Entwicklungen auf Ihrem Lebensweg aufrichtig und ohne Widerstand annehmen;

  • die Göttliche Barmherzigkeit. Dies ist ein System, wodurch Gott den Seelen entgegenkommt. Wenn Gott etwas von Ihnen verlangt, ist es möglich, dass Er Ihnen ein Stück Wegs entgegenkommt, wenn Er merkt, dass Sie zu schwach sind, das Ziel aus eigener Kraft zu erreichen, aber sich durchaus aufrichtig danach sehnen, es zu schaffen. Eine der Äußerungen der Göttlichen Barmherzigkeit ist das Sakrament der Beichte: Gott schenkt der Seele Vergebung, wenn sie sich aufrichtig danach sehnt, gereinigt zu werden und Seine Liebe zu erfahren. Damit irgendwelcher Anspruch der Seele auf Gottes Barmherzigkeit berechtigt ist, muss sie sich richtig anstrengen, um in ALLEM, was sie tut und anstrebt, Seinem Gesetz und Seinem Willen zu gehorchen.

  • die vollkommene Weihe an Maria. Die Möglichkeit, zu erfahren, wie sich durch eine vollkommene Hingabe Ihres ganzen Wesens an Maria Ihr Leben total verändert, wird von Maria Selbst das größte Göttliche Geschenk an die Seelen seit der Menschwerdung Jesu genannt.

Das bringt uns zum Folgenden:

Um den wahren inneren Frieden und das unverwelkbare Glück zu finden und zu erhalten, braucht die Seele Himmlische Führung und Himmlischen Schutz. Wieso? Weil Gott jede Seele in die Welt schickt, um dort zur Erfüllung Seines Heilsplans beizutragen, und jede Seele dadurch automatisch an dem Kampf zwischen dem Licht und der Finsternis beteiligt ist. Wie sich aus sämtlichen Offenbarungen und Schriften ergibt, die Maria in Ihrer Myriam van Nazareth auswirkt, hat Gott MARIA den Auftrag erteilt, die Werke Christi, die Verwirklichung von Gottes Heilsplan in Zusammenarbeit mit den Seelen zu vollenden. Die Voraussetzung, um vollkommen an diesem Göttlichen Geschenk teilhaben zu können, ist die vollkommene, bedingungslose und ewige Weihe Ihres ganzen Wesens und Ihres ganzen Lebens an Maria. Der tiefe Sinn der vollkommenen Weihe an Maria wird unter anderem im kurzen Text Die vollkommene Weihe an Maria. Das wahre Glück für Sie und für die Welt erörtert. Maria ist dazu berufen worden, in diesen letzten Zeiten die Seelen weiter für das Licht zu erschließen, damit diejenigen, die sich Ihr vollkommen, lernen, die Finsternis um sich herum (die Welt), die Strategien Satans und die Finsternis in sich selbst (weltliche Bindungen, weltliches Denken und Handeln, schlechte Gewohnheiten, Schwächen) wiederzuerkennen und so tief mit der vollkommenen Liebe und den vollkommenen Tugenden Mariä ernährt werden, dass sie die Kraft erhalten, jegliche Äußerung der Finsternis mit Feuer zu bekämpfen. Maria ist die Morgendämmerung nach der Nacht, die Kraft, die Ihr Leben mit Freude und Hoffnung erfüllt.

Der absolute Gipfel der Sinngebung ist die vollkommene Aufopferung sämtlicher Prüfungen Ihres ganzen Lebens an Maria, damit Sie diese mit dem Leib und Blut des leidenden Christus verschmelzen lässt. So wird Ihr ganzes Leben in den Heilsplan Gottes aufgenommen, der alle Ewigkeit und alle Seelen umfasst.

Die zentralen treibenden Kräfte, die Gott in jede Seele legt, sind die Liebe, der Glaube und die Hoffnung. Zusammen liefern diese Kräfte den wahren Herzensfrieden (den Frieden Christi) als Träger der wahren Fruchtbarkeit von all demjenigen, was die Seele für Gottes Heilsplan tut. In wahrer Liebe, in aufrichtigem Glauben und in lebendiger Hoffnung zu leben, macht das Herz richtig frei und die Seele glücklich. Das kommt in Frohmut, innerlichem Frieden, Begeisterung und wahrer Lebenskraft zum Ausdruck. Die Seele, die Gott und alle ihre Mitgeschöpfe wirklich liebt, die unerschütterlich an Gottes Heilswerke und an Seine Bestrebung glaubt, jede Seele zur ewigen Glückseligkeit zu führen, und die erwartet, dass mit ihr je nach ihrem aufrichtigen Sehnen nach Gottes ewiger Gegenwart geschehen wird, erfährt bereits auf Erden die vollkommene Befreiung von all demjenigen, was die Seele bedrängt. Die Bedrängnis ist eine Frucht der Werke der Finsternis. Das Licht Gottes macht die Seele Seiner unendlichen Liebe bewusst und taucht dadurch die Seele bereits auf Erden in die Erwartung der Glückseligkeiten des Paradieses unter. Maria ist der Vollmond in der Nacht und die Morgendämmerung des neuen und ewigen Frühlingstages. Die Seele, die sich von Ihr auf dem Weg aus ihrer Finsternis begleiten lässt, wird in unfehlbarer Weise zum Licht der Mittagssonne (Christus) geführt und wird durch keinen weltlichen Einfluss, keinen weltlichen Gedanken und keine weltliche Erinnerung mehr in die Unzufriedenheit eingetaucht. Die Seele, die sich selbst und ihr Leben Marias vollkommener Herrschaft ausliefert, erfährt bereits auf Erden die Blüte des unverwelkbaren Glücks.

Am 5. Juni 2007 sprach Maria als die Herrin aller Seelen:

"Der wahre Herzensfriede ist nur in dem Maße möglich, in dem sich die Seele der Himmlischen Wirklichkeit bewusst ist. Ich meine damit, dass sämtliche Widerwärtigkeiten des Alltags das Herz nicht mehr richtig beunruhigen können, wenn sich die Seele dessen bewusst ist, dass sie von Kräften getragen wird, die weit über den Dingen der Welt stehen, in die sie nach diesem Leben vollkommen aufgenommen werden kann, wenn sie mit Gott und Seinem Gesetz der Liebe im Reinen ist".

In und für Maria, die Herrin aller Seelen – Ihre Myriam

Im Juni 2008