www.maria-domina-animarum.net

TOTUS TUUS, MARIA !

SIEBEN SAMEN FÜR DAS REICH GOTTES

Sondergebete zu Maria mit Betrachtungen
um sich zum Christsein zu bekennen

an Myriam van Nazareth

Zu Allerheiligen 2017 sprach die Herrin aller Seelen zu Myriam die nachfolgenden Worte:

"Das wahre Christsein wird grundsätzlich durch die nachfolgenden sieben Anstrebungen gekennzeichnet: Der Christ entscheidet sich entschlossen für eine umfassende Anwendung der Liebe, des Glaubens, der Hoffnung, der Reinheit und der Reue, und für eine strikte Nachfolge Christi bis einschlieβlich des Kreuzes, und opfert im Sinne der Worte des hl. Paulus sein Leben entschlossen zur 'Ergänzung des Opfers Christi' auf, das heiβt zur Fortsetzung dieses Erlösungsopfers.

Dadurch, dass sich der Christ entschlossen und beharrlich zum Ziel setzt, diese sieben Anstrebungen zu verwirklichen und sie in allen Einzelheiten und in jeder Minute seines Lebens richtig zu leben, erreicht er die Fruchtbarkeit, durch welche er seine Berufung als Werkzeug für die Vollendung von Gottes Heilsplan zugunsten der ganzen Schöpfung verwirklichen kann, der letztendlich die Gründung von Gottes Reich auf Erden herbeiführen soll.

Ich möchte dir zu diesem Zweck sieben Gebete inspirieren, welche den Seelen helfen können, diese sieben Anstrebungen mit Ausdauer zu verwirklichen. Durch das Ganze dieser sieben Gebete kann sich die Seele auf eine auβerordentliche Weise zu ihrem Christsein bekennen".

Bald nach dieser Offenbarung fing die Himmelskönigin an, sieben auβerordentlich machtvolle Gebete zu inspirieren (die in der Gebetesammlung Marias Blumengarten unter den Nummern 1401-1407 enthalten sind), die nicht lediglich als Gebete, sondern ebenfalls als Material zur tiefen Betrachtung und zur Gewissensprüfung gemeint sind.

Die Herrin aller Seelen beauftragte Myriam damit, das Ganze zu veröffentlichen in Form eines Aufrufs, den Sie mit Betonung an alle Christen richten möchte. Das Ganze der sieben Gebete in dieser Schrift bildet ein umfassendes Bekenntnis des Christseins, das in dem Maβe, wie die Seele versucht, diese in ihrem Alltag strikt zu verwirklichen, der Seele helfen kann, sich in ein auβerordentliches Licht im Kampf gegen die Finsternis umzugestalten, in diesem Kampf, um den sich die Berufung jeder Menschenseele dreht. Tatsächlich, jede Menschenseele erhält auf Erden ein einziges Leben mit der Aufgabe, ein fruchtbares Werkzeug zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan für die ganze Schöpfung zu sein.

Während diese besonderen Gebete zustande kamen, betonte die Himmelskönigin die Tatsache, dass ein striktes Leben des Christseins nichts weniger ist als die mächtigste Waffe für die Aufrechterhaltung des Weltfriedens und die Gründung eines neuen Gleichgewichts in der so tief verzerrten Schöpfung. Wahres Christsein ist an und für sich eine Verkörperung der wahren Liebe, eines felsenfesten Glaubens, einer unerschütterlichen Hoffnung, einer makellosen Reinheit, kurzum: der Verwirklichung von Gottes Idealbild mit Bezug auf jede geschaffene Seele, die dank des in ihr enthaltenen Keims der Heiligkeit mithin fähig ist, Spiegel von Gottes Herz zu sein und dadurch gewaltige Kräfte heilender und wiederherstellender Liebe und heilenden und wiederherstellenden Lichts unter den Geschöpfen aufzubringen. Die Seele muss zu diesem Zweck lediglich aus eigenem freiem Willen dieses heilige Vermögen erschlieβen.

Wieso inspiriert die Herrin aller Seelen für diesen Aufruf den Titel Sieben Samen für das Reich Gottes?

Durch sämtliche Einzelheiten seines Alltags soll der Christ sieben Samen bereiten, die zur Gründung von Gottes Reich auf Erden beitragen können.

Die Namen dieser Samen:

1. strikte Nachfolge Christi
2. Darbietung des ganzen Lebens an Christus
3. Anwendung der wahren Liebe
4. Anwendung des wahren Glaubens
5. Anwendung der höchsten Reinheit
6. Anwendung der wahren Hoffnung
7. Verfassung der aufrichtigen Reue wegen jeden Verstoβes gegen Gottes Gesetz.

Die sieben Gebete in dieser besonderen Sammlung sind von der Gottesmutter als Bekenntnisse inspiriert worden, die im Herzen eines jeden einzelnen Christen Wurzeln schlagen sollen und gemeinsam das ganze Lebensprogramm des Christen zum Ausdruck bringen. Das Maβ, in dem der Christ diese sieben Bekenntnisse tatsächlich tief und aufrichtig in Anwendung bringt, bestimmt die Keimkraft der sieben Samen, welche er in der Stunde seines Lebensgerichts durch Maria Gott wird überreichen können als persönlichen Beitrag zur Gründung von Gottes Reich auf Erden.

Alle diese Bekenntnisse werden durch Maria an Gott gerichtet, weil die Gottesmutter die goldene Brücke zwischen den Seelen und Gott ist und Sie aufgrund Ihrer ewig vollendeten makellosen Liebe mit der Macht bekleidet ist, jede Opfergabe seitens einer Menschenseele zu ergänzen, zu vervollkommnen und die Auswirkungen derselben innerhalb von Gottes Heilsplan tatsächlich erschlieβen zu helfen.

Eine aufrichtige Verwirklichung und Gestaltung des Christseins heiβt: dem Aufruf Jesu stattgeben, jede Seele soll ein Licht für ihre ganze Lebenswelt sein.

Myriam, Advents- und Weihnachtszeit 2017

INHALT

Dieser Aufruf setzt sich aus sieben besonderen Gebeten in einer Umrahmung von Kurzbelehrungen zusammen:

1. Nachfolge Christi

Gebet 1401. Bekenntnis zur Nachfolge Christi durch Maria

2. Darbietung meines ganzen Lebens an Christus

Gebet 1402. Darbietung meines Lebens an Christus durch Maria

3. Wahre Liebe

Gebet 1403. Bekenntnis zur Liebe durch Maria

4. Wahrer Glaube

Gebet 1404. Bekenntnis zum Glauben durch Maria

5. Wahre Reinheit

Gebet 1405. Bekenntnis zum Sehnen nach Reinheit durch Maria

6. Wahre Hoffnung

Gebet 1406. Bekenntnis zur Hoffnung durch Maria

7. Wahre Reue

Gebet 1407. Bekenntnis zur Reue durch Maria

Schlussbetrachtungen

Die Sieben Samen für das Reich Gottes

1. Nachfolge Christi

Es ist schon tragisch wieviele Seelen sich selbst für Christen halten, in Wahrheit allerdings sehr häufig gegen Gottes Gesetze der wahren Liebe, gegen alle Tugenden und gegen sämtliche durch Jesus vorgelebten Lebensgrundsätze verstoβen in ihrem ganzen Tun und Lassen, aber mindestens genauso häufig in ihren tiefen, verborgenen inneren Verfassungen. Diese Seelen täuschen und verblenden ständig sich selbst und ihre Mitmenschen. Für Gott sind sie kaum bzw. gar nicht fruchtbar, und viele von ihnen bringen es nicht fertig, durch das Vorbild ihres Alltags Nichtchristen dazu anzuregen, auch selber Christen zu werden. Damit ein Nichtchrist dazu angeregt wird um seinerseits Christus nachzufolgen, müssen Sie gegebenenfalls durch Worte, an erster Stelle jedoch durch das konkrete Vorbild Ihres eigenen Lebens und durch Ihre eigenen inneren Verfassungen diesen Nichtchristen davon überzeugen, wie wertvoll es ist, Christ zu sein: im Auge des Letztgenannten soll es sich lohnen bzw. soll es reizvoll wirken, so zu werden, wie Sie sind. Er soll in Ihnen einen Menschen sehen, der wahrhaftig vom einzigartigen Wert des Christseins überzeugt ist und der aus dem Herzen 'etwas' ausstrahlt, das ihm die Empfindung von Gottes Nähe und die Botschaft vermittelt, dass wahre Liebe keine Illusion ist sondern in einem Christen tatsächlich lebt.

Eine Seele kann sich nur in dem Maβe als Christ bezeichnen, wie sie Jesus Christus in sämtlichen Einzelheiten des Lebens nachfolgt. Jesus ist das Muster für die vollkommene Anwendung von Gottes Gesetz der wahren selbstlosen Liebe, die ihrerseits nur in dem Maβe gelebt werden kann, wie die Seele sich selbst für weniger wichtig als Gottes Pläne und Werke hält. Nur in einer Verfassung der Einfachheit, der Demut und einer vollkommenen Orientierung an der Verwirklichung von Gottes Heilsplan kann eine Menschenseele wirklich ein Werkzeug sein, das durch Gottes Hand in jeder Situation, in jeder Begegnung mit Mitgeschöpfen und zu jedem Zeitpunkt eingesetzt werden kann, zu dem Gott dieses Werkzeug dazu gebrauchen kann, Seinen Plan zur Vollendung führen zu helfen.

Eins der wesentlichsten Merkmale, die eine Menschenseele zum wahren Christen macht, ist ihre Bereitschaft um von Herzen, bewusst, gewollt und spontan jede Prüfung, jedes Kreuz des Lebens anzunehmen in einer Verfassung des aufrichtigen Sehnens danach, sie bzw. es Gott darzubieten als Rohstoff, aus dem Licht bereitet werden kann, das irgendwo auf der Welt ein Werk der Finsternis lähmen helfen oder die Auswirkungen desselben rückgängig machen kann.

Die Herrin aller Seelen sprach bereits wiederholt von der wahren Nachfolge Christi. Zum Beispiel in der nachfolgenden Offenbarung:

"Ich rufe jede Seele betont zur wahren Nachfolge Christi auf, indem sie zu Quellen der wahren Liebe, des Glücks und der Geborgenheit für alle ihre Mitgeschöpfe – Menschen und Tiere – wird. Vergesst nie, dass Gott, die Ewige Liebe, all dasjenige, was die Seele ihren Mitgeschöpfen gegenüber tut, so empfindet, als ob es unmittelbar Ihm gegenüber getan wird".

In einer anderen Offenbarung sagte Sie:

"Der Göttliche Schlüssel zum wahren Glück ist die vollkommene Nachfolge Christi. Dieser Schlüssel muss täglich nachgeschliffen werden, denn die weltlichen Einflüsse machen ihn stumpf. Das Himmlische Messer dazu ist die vollkommene Weihe an Mich, die Herrin aller Seelen".

Sehr tiefe Worte sprach die Himmelskönigin in einer anderen Offenbarung:

"Es ist ein einmaliges Merkmal von Gottes Liebe, dass Er, der absolut Vollendete, der aus Sich Selbst existiert und weder Anfang noch Ende hat, Seine Werke nur in dem Maβe als vollendet betrachtet, wie diese durch den Willen von Menschenseelen bekräftigt werden. So hat Er es in den Erlösungswerken Christi nachgewiesen, der Mensch werden musste um aufgrund der Einheit von Göttlicher und menschlicher Natur die Erlösung zu vollziehen, und so weist Er es ebenfalls in jedem Menschenleben nach, das in Gottes Augen nur in dem Maβe seine volle Fruchtbarkeit erreicht, wie die Seele Christus dadurch nachfolgt, dass sie die Kreuze ihres Lebens auf Erden freiwillig und widerstandslos annimmt und mit Liebe trägt".

Als Hilfsmittel für tiefe Betrachtung und Anwendung der wahren Nachfolge Jesu Christi schenkt die Himmlische Herrin das nachfolgende Gebet:

1401. BEKENNTNIS ZUR NACHFOLGE CHRISTI DURCH MARIA

(Myriam van Nazareth)

Liebe Mutter Maria, Mutter Jesu und Hilfe der Christen,
Gott hat Seinen Sohn in die Welt gesandt damit jede Seele, die Gottes Gesetz aufrichtig lieben und durch ihr ganzes Leben auf Erden Sein Gesetz der wahren Liebe erfüllen soll, Ewig Leben erhält und kraft ihrer Erlösung ein Werkzeug für die Gründung von Gottes Reich von Liebe und Frieden auf Erden wird.
Durch Seine Leiden, Seinen Kreuzestod und Seine Auferstehung hat Jesus auch für mich die Quelle erschlossen, aus der ich ein Leben lang schöpfen kann um jede Versuchung zu besiegen und immer mehr zu einem Spiegel der Ewigen Liebe zu werden.
Zur Verherrlichung Seiner Werke der Erlösung und der Liebe bekenne ich mich zum Sehnen danach, in meinem ganzen Tun und Lassen und in allen meinen inneren Verfassungen Christus nachzufolgen. Geruhe deswegen, die nachfolgenden Worte des Messias endgültig als Lebensprogramm in mein Herz zu prägen, damit ich mein Leben aus Seinem Herzen führen möge.

  1. "Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, nicht das Stoffliche zum Mittelpunkt meines Lebens zu machen, sondern mein Herz vollkommen für Gottes Führung und Vorsehung aufzuschlieβen, damit ich für die Erfüllung Seiner Werke leben kann.

  2. "Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und Ihm allein dienen". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, nicht dadurch Sklave/Sklavin der Finsternis zu sein, dass ich weltlichen Versuchungen nachgebe, sondern mich in allem in den Dienst an den Werken von Licht und Liebe zu stellen, die Gott auch in mir vollbringen möchte.

  3. "Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, mir keine Fragen wegen Gottes Wirken zu stellen, sondern blind darauf zu vertrauen, dass Gott in jedem Ereignis meines Lebens einen Schlüssel zur Vollendung meines wahren Lebensziels verbirgt, das Er im Hinblick auf meine Ewige Glückseligkeit für mich vorgesehen hat.

  4. "Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, mein Herz durch unschuldige, spontane Liebe von jeder Verunreinigung durch weltliches Denken und Fühlen zu reinigen.

  5. "Geh und sündige von jetzt an nicht mehr". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, künftighin jede Sünde und jede Untugend zu vermeiden, denn ich möchte nicht länger der Finsternis dabei helfen, Gottes Schöpfung zu schaden und das Licht von Gottes Werken auszulöschen.

  6. "Wer das Leben um Meinetwillen verliert, wird es gewinnen". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, vielmehr dasjenige anzustreben, was mein Leben für Gott fruchtbar macht als dasjenige, was meine eigenen weltlichen Wünsche befriedigen kann, denn dieses Leben ist lediglich eine Vorbereitung, die das wahre Leben nach meinem Dahinscheiden bestimmt.

  7. "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, niemals Richter über irgendwelches Geschöpf zu sein, denn jedes Leben ist nur eine Sache zwischen dem Geschöpf selbst und Gott, und meine Rolle besteht nur darin, Licht, Wärme und wahren Frieden in jenes Leben zu bringen.

  8. "Seid wachsam, denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, jeden Augenblick eines jeden Tags und einer jeden Nacht so zu leben, dass ich bereit bin, in wahrer Reinheit und mit einer üppigen Ernte an Früchten der Liebe meinem Schöpfer zu begegnen für das Gericht über mein Leben.

  9. "Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, Licht, Frieden, Liebe und Wärme auf die Schöpfung herabzubringen ohne zu beabsichtigen, dass mich mein Mitmensch als Wohltäter(in) erkennt.

  10. "Wenn sie tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, das Göttliche Leben voller Liebe und Glauben in meinem ganzen Wesen so stark machen zu helfen, dass das Gift weltlicher Einflüsse meiner Seele nicht die Reinheit und die Kraft für Gottes Werke rauben kann.

  11. "Lass die Toten ihre Toten begraben". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, mich aus der Macht weltlicher Ziele, Interessen und Beweggründe loszulösen, damit mein ganzes Tun und Lassen tatsächlich Leben in die Schöpfung bringen helfen möge.

  12. "Weg mit dir, Satan, geh Mir aus den Augen, denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, mich in allem von Gottes Absichten führen zu lassen und die Situationen meines Lebens nicht nach dem zu beurteilen, wie die Welt diese betrachtet.

  13. "Wer Mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, menschliche Weisheit und menschliches Wissen nicht zur Leitlinie meines Lebens werden zu lassen, sondern in allem die Weisheit von Gott Selbst zu suchen und Seinem Gesetz zu folgen wie einem Vollmond in der Nacht.

  14. "Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, kein einziges finsteres Gefühl oder keinen einzigen finsteren Wunsch in meinem Herzen wuchern zu lassen, denn ein unreines Herz ist die Quelle aller Sünde und allen Verderbens in der Seele.

  15. "Mich hasst die Welt, weil Ich bezeuge, dass ihre Taten böse sind". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, immer den Mut und die Selbstverleugnung anzustreben um nur gemäβ Gottes Gesetz zu leben, auch dann, wenn die Welt dies nicht versteht oder aber mich deswegen verachtet.

  16. "Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, Gott nicht nur mit Worten zu verherrlichen, sondern durch ein wahrhaftig heiliges Leben, denn jedes Wort, das ich Gott anbiete ohne es in der Praxis zu leben, ist ein Verstoβ gegen einen Bund, den ich mit Worten Ihm gegenüber eingegangen bin.

  17. "Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, mich so sehr in der Selbstverleugnung zu vervollkommnen, dass mein ganzes Leben zu einem Schatz werden möge, aus dem Seelen den Wunsch schöpfen können um sich von ihrer Selbstsucht abzuwenden.

  18. "Wenn jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, nicht an finsteren Verfassungen festzuhalten, die zu Verstöβen gegen Gottes Gesetz Anlass geben und die Macht der Finsternis über diese Welt vergröβern.

  19. "Jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, die Schwierigkeiten meines Lebens bewusst in der Absicht aufzuopfern, dass ich durch sie meine eigene innere Finsternis und alle Finsternis besiegen kann, welche die Welt in mich hereinzubringen versucht.

  20. "Lazarus, komm heraus". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, das Grab zu verlassen, das ich mir selbst durch weltliche Anhänglichkeiten, Gewohnheiten, Erinnerungen und weltliches Denken bereitet habe, und ins Sonnenlicht des wahren Lebens mit Gott einzutreten.

  21. "Weint nicht über Mich, weint über euch und eure Kinder". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, mich immer mehr dessen bewusst zu werden, dass auch meine eigene Finsternis zum Elend beiträgt, dem die Welt und meine Mitgeschöpfe zum Opfer fallen.

  22. "Wer Mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge Mir nach". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, die Kreuze meines Lebens dadurch fruchtbar zu machen, dass ich sie durch Deine Hände Gott darbiete, damit sie zur Befreiung der Welt aus dem Einfluss des Bösen beitragen, denn jede Seele ist gerufen um Miterlöserin mit Jesus zu sein.

  23. "Friede sei mit euch". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, den wahren inneren Frieden zu finden durch den festen Glauben daran, dass alles in meinem Leben einen tiefen Sinn hat, der Gottes Heilsplan in dem Maβe erfüllen helfen soll, wie ich annehme, dass Gott mir für mein eigenes Wohl nicht alles schenken kann, was ich wünsche.

  24. "Konntet ihr nicht einmal eine Stunde mit Mir wachen?". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, gewissenhaft über die Reinheit meiner Seele und über die Fruchtbarkeit meiner ganzen Verfassungen und meines ganzen Tuns und Lassens für Gott zu wachen, damit ich nicht trotz der Drohung der vielen Versuchungen und Täuschungen einschlafe.

  25. "Wie Ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, alle meine Mitgeschöpfe bis zum Äuβersten zu lieben, damit die Unterschrift, die Christus in meine Seele geprägt hat, aus mir strahlen möge wie eine Sonne, die Seelengärten erblühen hilft.

  26. "Nicht wie Ich will, sondern wie Du willst". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, meine eigenen Wünsche vollkommen Gottes Willen unterzuordnen, der die Quelle allen Lebens, aller Erlösung, Heiligung, Heilung, Liebe und allen Friedens ist.

  27. "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, durch Vergebungsbereitschaft und Sinn für Versöhnung alle Böswilligkeit in meinem Mitmenschen brechen zu helfen und ihm zu helfen, umzukehren.

  28. "Heute noch wirst du mit Mir im Paradies sein". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, durch tiefe Reue wegen jeder Lieblosigkeit und wegen jedem Fehler meines Lebens Gottes Liebe zu verherrlichen, dessen Barmherzigkeit mir nur in dem Maβe das Paradies erschlieβen kann, wie ich zur aufrichtigen Erkenntnis und aufrichtigen Liebe gelange.

  29. "Frau, siehe, Dein Sohn! Siehe, deine Mutter!". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, das Vermächtnis Jesu voll und ganz dadurch zu ehren, dass ich mich vollkommen Dir weihe und ich diesen Bund tatsächlich in jeder Einzelheit meines Lebens lebe.

  30. "Mich dürstet". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass mein Vorbild und meine Liebe so wie Wasser sein mögen, das das Feuer der Versuchungen in Mitseelen auslöscht, damit sie tatsächlich nach einem Leben in wahrer Liebe zu Gott und zu allen Geschöpfen dürsten.

  31. "Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, Sühne für jeden Augenblick zu leisten, in dem ich in einem Mitgeschöpf das Gefühl geweckt oder aber verstärkt habe, Gott gäbe es gar nicht, oder in dem ich in einem Mitgeschöpf das Gefühl verstärkt habe, es sei einsam, verlassen und nicht geliebt.

  32. "Es ist vollbracht". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass ich zu Gottes Zeit im Gefühl dahinscheiden kann, ich habe alles, wozu mir dieses Leben geschenkt worden ist, möglichst gut und in der gröβt möglichen Liebe vollbracht.

  33. "Vater, in Deine Hände lege Ich Meinen Geist". In Hingabe an Dich bekenne ich mich zum Sehnen danach, jetzt, in diesem Augenblick, meinen ganzen Lebensweg in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft, durch Dein Herz Gott darzubieten, damit dessen Wert vollkommen erschlossen und von Dir befruchtet wird, und Gott zugunsten Seiner Werke über ihn verfügen kann, denn von Ihm bin ich ausgegangen und in Seinem Herzen liegt meine Endbestimmung.

O Maria, Führerin auf meiner irdischen Reise, Dir verschenke ich mich jetzt voll und ganz, damit ich in Dir restlos mit dem Weg, der Wahrheit und dem Leben, dem aus Dir geborenen Christus, verschmelzen möge. Für diese Gnade will ich leben und sterben, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. (sich bekreuzigen).

2. Darbietung meines ganzen Lebens an Christus

Die Herrin aller Seelen basiert Ihre ganze Lehre (die Wissenschaft des Göttlichen Lebens) auf dem heiligen Bund der vollkommenen, bedingungslosen und lebenslänglichen Weihe an Maria. Sie macht keinen Hehl daraus, dass diese Weihe letztendlich darauf abzielt, dass die Seele, die sie spontan, von Herzen, bewusst, gewollt und unter allen Umständen des Lebens in ihrem ganzen Tun und Lassen, in allen Worten, Gedanken, Gefühlen, Wünschen und Bestrebungen tatsächlich lebt, wahrhaftig völlig und ganz Gott gehört und somit in jeder Hinsicht als Werkzeug für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan brauchbar ist.

Weihe ist ein heiliger Bund, bei dem sich die Seele freiwillig dazu bereit erklärt um jede Einzelheit, jeden Aspekt ihres Lebens und jedes Element ihres ganzen Wesens vollkommen in den Dienst an Gottes Werken zu stellen. Gott kann mit jedem Element Ihres Alltags und mit der Art und Weise, wie Sie jeden Augenblick eines jeden Tages und einer jeden Nacht mit allen diesen Elementen umgehen, sehr viel mehr tun als Sie ahnen. Jedes Element Ihres inneren Lebens und Ihres Umgangs mit den unzähligen Situationen, die gemeinsam Ihr Leben bilden, kann Träger von Licht und bzw. oder Finsternis sein, je nach dem, was bei all dem in Ihren Gefühlen und Gedanken vorgeht und nach der Art und Weise, wie Sie Ihren freien Willen benutzen um auf jede Situation des Lebens zu reagieren.

Die Herrin aller Seelen lehrt seit vielen Jahren über den überaus groβen Wert der Opfergabe, die eine Seele Ihr darbringen kann, wenn sie alles Obenerwähnte uneingeschränkt der Himmelskönigin zur Verfügung stellt. Maria kann alles, was Sie freiwillig von einer Ihr geweihten Seele erhält, mit der unendlichen Macht Ihrer vollendeten Heiligkeit bekleiden. Vollendete Heiligkeit sollen Sie dabei als die Eigenschaft verstehen, durch welche die Gottesmutter Meere von Heil aus all dem bilden kann, was durch Ihre Hände geht. All dasjenige, was Sie von einer Seele erhält und was Sie durch Ihre eigene Heiligkeit ergänzt, wird dadurch zur Quelle des Rohstoffs, aus dem Gott Gnaden von Licht für die ganze Schöpfung bereitet.

Die Himmlische Herrin betont die Tatsache, dass Sie auf mystische Weise eines Herzens mit Jesus Christus ist, und dass somit alles, was Sie Ihr in einer Verfassung der aufrichtigen Weihe darbieten, automatisch ebenfalls als Opfergabe Ihres Lebens an Jesus Christus gilt. So wird eine aufrichtig gelebte Weihe an Maria zu einem goldenen Samen, den Sie durch Maria ausstreuen für die Gründung von Gottes Reich auf Erden. Diese Gründung ist die letztendliche Zielsetzung von Gottes Heilsplan und bildet dadurch mithin den einzigen wahren Sinn und Zweck des Lebens einer jeden Menschenseele auf Erden. Die Seele, die ihr Leben in der Absicht führt, eigene Pläne, Wünsche, Zielsetzungen und Bedürfnisse zu verwirklichen und zu befriedigen, dient letzten Endes den Werken der Finsternis; die Seele dahingegen, die in der Absicht lebt, Gottes Pläne, Wünsche, Zielsetzungen und Bedürfnisse zu verwirklichen und zu befriedigen, erfüllt ihre wahre Lebensberufung im Dienst am Kampf des Lichts gegen die Finsternis. Diese Seele ergänzt gleichsam die Werke Christi: Gott betrachtet Seine Werke nur in dem Maβe als vollendet, wie Er diese im Zusammenwirken mit Menschenseelen vollziehen kann. Aus diesem Grunde sind die Werke Christi, einschlieβlich der Erlösungswerke, grundsätzlich keine vollreifen Früchte, sondern Himmlische Samen, die durch die freiwillige Mitwirkung von Menschenseelen erschlossen werden sollen, damit sie die Fülle ihrer Göttlichen Auswirkung bekommen.

Die Herrin aller Seelen sprach einst die nachfolgenden Worte:

"Die hohen Grade der Tugendhaftigkeit kann die Seele nur in dem Maβe erwerben wie sie es versteht, ihre Lebensaufgabe durch Verhaltensmuster und Verwirklichungen im Einklang mit Gottes Plänen zu vollbringen, ebenso wie dadurch, dass sie Wege geht, die von Gott gesegnet sind weil sie dem Erreichen von Zielsetzungen dienlich sind, welche Seine Werke vollenden helfen. Es gibt keine andere Weise, auf welche die Seele heilig werden kann. Siehe doch, welche Verherrlichung Gottes Glorie in einer Seele erhält, die während ihres Lebens auf Erden den Stand der Heiligkeit erreicht".

Bei einer anderen Gelegenheit sprach Sie von den Teilen der hl. Messe und wies auf die Gabenbereitung als auf den Zeitpunkt, wo die Seele grundsätzlich ihr Leben Christus darbieten sollte:

"Während der Gabenbereitung deckt die Seele den Tisch und lädt sie Jesus dazu ein, Sich zu Tisch zu legen. Sie schenkt Ihm den Wein ihrer Liebe und setzt Ihm die Früchte ihres Lebenswegs vor".

Das Wesen dieses zweiten Samens (der Darbietung Ihres ganzen Lebens an Jesus Christus) fasste die Gottesmutter einst in die nachfolgenden Worte:

"Der letztendliche Sinn und Zweck des Lebens einer jeden Seele auf Erden ist kein anderer als dieser: die Darbietung ihres ganzen Wesens und ihres ganzen Lebenswegs zugunsten der Gründung von Gottes Reich auf Erden. Die Stunde ist gekommen, in welcher die Seelen sich dessen bewusst werden sollen, dass ein fruchtbares Leben ein Leben von ständigem Kampf gegen die Oberflächlichkeit in der Anwendung ihres Christseins ist. Ich bin dazu gesandt worden, die Seelen zu den Tiefen ihres eigenen Wesens zu führen".

Die Seele kann ihr ganzes Leben und ihr ganzes Wesen unmittelbar an Jesus Christus weihen, aber diese Weihe erhält einen Mehrwert wenn sie durch Maria erfolgt. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass Maria von Gott zur goldenen Brücke zwischen den Seelen und Ihm gemacht worden ist. In der vollkommenen, bedingungslosen, lebenslänglichen und Tag für Tag beständig gelebten Weihe möglichst vieler Menschenseelen an Sie liegt der Schlüssel zur Vollendung von Gottes Sieg über die Finsternis. Selbstverständlich wurde dieser endgültige Sieg durch die Leiden, den Kreuzestod und die Auferstehung Jesu Christi losgekauft, aber die einzelne Seele kann ihn über keinen einzigen Weg zweckmäβiger erschlieβen als durch die Weihe an Diejenige, Die als einzige erschaffene Menschenseele ein vollkommen heiliges Leben geführt hat, d.h. ein Leben in vollendeter wahrer Liebe und ohne die geringste Sünde oder Untugend. Jesus war der Gott-Mensch, war jedoch nicht 'erschaffen' worden, Maria dahingegen war von Natur eine erschaffene Menschenseele und ist deswegen für Satan das Muster der absolut vollendeten Menschenseele, der einzigen Seele, die niemals durch irgendwelche Versuchung oder Eingebung seitens der Finsternis besiegt worden ist. Sie ist deshalb von Gott zur Königin von Himmel und Erden und zur Herrin aller Seelen erhoben worden, denn Sie hat als einzige erschaffene Menschenseele bewiesen, dass die Seele nicht durch die Finsternis besiegt werden kann, wenn sie sich wirklich unter allen Umständen des Lebens entschlossen, freiwillig und von Herzen für Gott entscheidet. Maria ist auβerdem von Gott mit der Macht bekleidet worden, um Seelen innerlich umgestalten zu helfen und in ihnen die Fähigkeit erschlieβen zu helfen, den Höchstbeitrag zur Vollendung von Gottes Heilsplan zu leisten.

Die Darbietung der Seele an Jesus Christus kann auf keine einzige Weise der Vollkommenheit näher kommen als wenn sie durch Marias Hände erfolgt: Ihre vollendete Liebe und die makellose Einheit Ihres Willens mit dem Willen Gottes macht Sie zur vollkommenen Ergänzung einer jeden menschlichen Darbietung und Weihe. In Anbetracht der Tatsache, dass sämtliche von Maria vorgenommenen Handlungen und ihre ganzen inneren Verfassungen von Gott als vollkommen mit Seinen eigenen Anliegen und Absichten betrachtet werden, kann allem Tun und Lassen und allen inneren Verfassungen einer Menschenseele in aufrichtiger und tief gelebter Weihe an Maria von Gott ein Wert beigemessen werden, der mit dem Wert derselben von Maria Selbst vergleichbar ist. Dies ist einer der Gründe weshalb eine Seele, die in der Praxis des Alltags eine aufrichtige Weihe an Maria lebt, in der Regel schweren Prüfungen ausgesetzt ist: Die Darbietung ihres Wesens und der ganzen Elemente ihres Lebenswegs soll durch die Zeichen ihres eigenen Willens geläutert werden, damit die Seele in diesem hochheiligen Bund der Weihe ausharren kann.

Als Hilfsmittel für tiefe Betrachtung und Anwendung der Darbietung des ganzen Lebens an Jesus Christus schenkt die Himmlische Herrin das nachfolgende Gebet:

1402. DARBIETUNG MEINES LEBENS AN CHRISTUS DURCH MARIA

(Myriam van Nazareth)

Liebe Mutter Maria, vollendete Brücke zwischen jeder Seele und Christus,
Mit Dir als Kronzeugin bekenne ich mich zum Sehnen danach, dass mein ganzes Leben ab der Stunde meiner Empfängnis bis zur Stunde meines Lebensgerichts vor Gottes Thron Jesus Christus gehören möge.
Ich bekenne mich zur Erkenntnis von der tiefen Bedeutung meiner Lebensaufgabe, denn als Christ bin ich von Gott dazu gerufen worden, die Werke Christi durch mein Leben auf Erden sowohl in meiner eigenen Seele als in der ganzen Schöpfung fortsetzen zu helfen.
Ich danke meinem Gott, der mich für würdig gehalten hat, meinen ganzen Lebensweg mit allen seinen Blumen und Disteln, mit seinem fruchtbaren Boden und seinem unfruchtbaren Sand, mit seinem Sonnenschein und seinem Regen, durch Deine Hände und kraft meines Bundes der vollkommenen Hingabe an Dich dem Kreuz der Erlösung, des Lichts und der Wahrheit hinzuzufügen, damit ich Seine ewig reifende Ernte erschlieβen helfen möge, zur Sättigung vieler.
Das Göttliche Weizenkorn ist in die Erde gefallen damit die Erde mit wogenden Feldern Himmlischen Goldes bedeckt wird, als Zeugen der Fruchtbarkeit von allem, was aus Gottes Herzen hervorkommt. Aus diesem Grund will ich den Boden meiner Seele mit dem Pflug einer Liebe bearbeiten, die jeden Stein der Untugend zermahlt.
In der Umarmung meiner eigenen Kreuze umarme ich auch Sein allerheiligstes Vermächtnis, welches das Feuer der Erlösung und der Heiligung für jede Seele bereitet hat, die Seine Werke von Herzen liebt und bereit ist, die Saat dieser Werke auf dem Acker ihres eigenen Lebens auszustreuen als Zeugnis gegen den Säer allen Unkrauts.
Siehe, o hoch auserkorene Mutter des Göttlichen Erlösers, ich lebe nur dazu, das Licht Christi in der Welt dort leuchten zu helfen, wo Wolken von Selbstsucht und Gleichgültigkeit das Blühen von Gottes Blüten zu stören drohen. Mein Herz wird vom Eifer verzehrt, Gottes Gegenwart in jedem Wort, in jeder Handlung und in jedem verborgenen Sehnen meines Herzens spürbar zu machen, welches das Testament Seines heiligen Bundes als den einzigen Schatz erkannt hat, den Gott im Boden meines Lebensweges begraben hat.
Deswegen, o Göttliche Mutter, flehe ich Dich an, den Tabernakel meiner Seele, und meinen Lebensweg als Sänfte meiner Seele, mit dem Gold Deiner unbefleckten Heiligkeit bekleiden zu wollen, damit der Weizen meiner Lebensernte veredelt werden möge zu einer würdigen Opfergabe an den Ewigen Vater, der meinen Acker geschaffen hat, an den Göttlichen Messias, der meinen Acker besät und die Saat mit Seinem Blut Göttlichen Lebens begossen hat, und an den Heiligen Geist, der Tag für Tag alles Ungeziefer und die Saat allen Unkrauts auf Seiner läuternden Brise aus dem Paradies verweht.
Geruhe, meine Seele und meinen ganzen Lebensweg in Deinem Herzen, dem heiligsten Tabernakel der Gottheit, aufzubewahren, und geruhe, sie in der Stunde meiner Begegnung mit meinem Schöpfer im Schatten des Kreuzes Christi zu begraben, denn Ihm allein will ich für immer gehören, für Ihn will ich leben und sterben im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. (sich bekreuzigen).

3. Wahre Liebe

Die Anwendung und Vervollkommnung der wahren Liebe in der Menschenseele ist der absolute Mittelpunkt der Wissenschaft des Göttlichen Lebens. Die Seele kann das Göttliche Leben, das gottebenbildliche Leben, nur dadurch zum zentralen Motor ihres inneren Lebens machen, dass sie die wahre selbstlose Liebe in allen Einzelheiten ihres ganzen Tuns und Lassens und in allen ihren inneren Verfassungen beständig lebt. Die wahre Liebe ist die Essenz, die Trägerin des Lebens. Sie ist die Kraft, durch welche Gott schafft, erlöst, heiligt und wiederherstellt, sie ist die treibende Kraft Seiner ganzen Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Vorsehung, Seiner ganzen Werke und Pläne.

Die wahre Liebe ist die Eigenschaft, welche die Heiligkeit einer Seele bestimmt. Heiligkeit ist nichts anderes als das Maβ, in dem eine Seele durch ihr ganzes Tun und Lassen und alle ihre inneren Verfassungen Heil auf die Schöpfung bringen hilft.

Jesus Christus war die vollendete Verkörperung der wahren Liebe, dadurch, dass Sein ganzes Tun und Lassen und alle Seine inneren Verfassungen jeden Augenblick Seines Lebens als Gott-Mensch vollkommen im Einklang mit Gottes Willen waren. Unter den erschaffenen Menschenseelen war Maria die einzige, die die wahre Liebe auf vollkommene Weise verkörperte, aufgrund der Tatsache, dass Ihr ganzes Tun und Lassen vollkommen mit dem Göttlichen Gesetz im Einklang war und ihre ganzen inneren Verfassungen Spiegel von Gottes Herzen waren. Ihr Wille war vollkommen im Einklang mit dem Willen Gottes, und die Vollkommenheit der Art und Weise, wie Sie die wahre Liebe lebte, kam in einem Leben ohne die geringste Sünde, Untugend oder Abweichung vom Göttlichen Gesetz zum Ausdruck. Die wahre Liebe ist ja der absolute Gegenpol der Sünde: Eine Sünde ist ein Verstoβ gegen die wahre Liebe in einer oder mehreren ihrer unzähligen Äuβerungen. Die Herrin aller Seelen verglich einst die wahre Liebe mit einem Baum, dessen Äste die Tugenden sind, die alle durch den Baumstamm aus dem Boden genährt werden, in dem er seine Wurzeln hat. Der Baum der wahren Liebe kann nur in dem Maβe blühen, wie er feste Wurzeln in einem reichen Boden hat (dem Boden von Gottes Gesetz), und die Seele vollkommen ungehemmt, spontan und freiwillig in jenem Boden verwurzelt bleibt. Je mehr sich die Seele in jeder Hinsicht und zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens an Gott allein orientiert, desto reifer können die Früchte an ihrem Lebensbaum werden. Dies alles hängt letztendlich mit wahrer selbstloser Liebe zu Gott, zu Gottes Werken und Plänen und zu allen Mitgeschöpfen zusammen (die wesentlich ebenfalls Werke Gottes sind).

Die Herrin aller Seelen bildet Ihre ganze Belehrung rund um die wahre Liebe. Einige Ihrer aussagekräftigen Thesen dürften reichen um an dieser Stelle den immensen Wert dieses Motors des seelischen Lebens zu erläutern:

In der Kurzbelehrung Die Saat der Erlösung lieβ Sie Folgendes aufzeichnen:

"Gottes Heilsplan bezweckt die Gründung von Gottes Reich auf Erden. Diese Gründung heiβt konkret, dass die wahre Liebe in möglichst vielen Menschenseelen zum Leben erweckt werden muss, wodurch den Werken der Finsternis auf dieser Welt jegliche Kraft geraubt werden soll und der wahre Friede Christi die Verfassungen aller Herzen beherrschen soll. (...) Der Eintritt in die Ewige Glückseligkeit des Himmels ist für die Seele nur möglich wenn sie die Fülle der Liebe in sich aufgenommen und eingebaut hat. Unsere Lebensreise auf Erden ist im Grunde genommen ein Weg der Vervollkommnung der Empfindung und Anwendung der wahren Liebe".

Ein anderes Mal sprach Sie zu Myriam folgendermaβen:

"Wahre Liebe ist die Essenz, das wahre Wesen des Göttlichen Lebens. Sie ist die Verfassung, in welcher sämtliche Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen der Seele von Herzen, freiwillig und spontan bezwecken:

1. auf vollkommen selbstlose, uneigennützige und bedingungslose Weise in jedem Mitgeschöpf die Lebenskraft in der Seele, im Geist, im Herzen und im Körper zu steigern und das Gefühl des Wohlbefindens in der Seele, im Geist, im Herzen und im Körper zu verstärken, und die Würde des Mitgeschöpfes als Werk Gottes uneingeschränkt und unversehrt instand zu halten und zu verteidigen; und
2. den höchstmöglichen Beitrag zur Verwirklichung und Vollendung von Gottes Plänen und Werken auf Erden zu leisten, mit anderen Worten: zur Erfüllung Seines Gesetzes, wobei das Leisten dieses Beitrags ohne weiteres gegenüber der Befriedigung eigener Bedürfnisse und Interessen bevorzugt wird".

Dadurch, dass die wahre, selbstlose Liebe der letztendliche Maβstab für die wahre Fruchtbarkeit und den wahren Wert eines Menschenlebens als Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan ist, kann eine Menschenseele nur dadurch Gottes Werke tun, dass sie beständig die wahre Liebe lebt, und wirkt jeder Verstoβ gegen die wahre Liebe der Erfüllung von Gottes Werken und Plänen entgegen. Wahrlich Christ kann man deshalb nur in dem Maβe sein, wie man in jeder Einzelheit des Lebens Tag für Tag alles Tun und Lassen, alle Gefühle, Gedanken, Wünsche und Bestrebungen vollkommen und bedingungslos an der Verbreitung der wahren Liebe zu jedem Mitgeschöpf orientiert. Den wahren Christen erkennt man an dem Maβe, wie ein Mensch Spiegel der Liebe Christi ist.

Die Gottesmutter warnt andauernd vor der Neigung unter den modernen Christen, zu oberflächlich zu handeln, zu denken und zu fühlen.

Als Hilfsmittel für tiefe Betrachtung und Anwendung der wahren Liebe schenkt die Himmlische Herrin das nachfolgende Gebet:

1403. BEKENNTNIS ZUR LIEBE DURCH MARIA

(Myriam van Nazareth)

Liebe Mutter Maria, die Du Christus, die Verkörperung der ewigen wahren Liebe geboren hast,
In Deiner mächtigen Gegenwart und in der Sicherheit Deiner mächtigen Unterstützung bekenne ich mich zum Sehnen danach, jeden Augenblick meines weiteren Lebens mein ganzes Tun und Lassen und alle meine inneren Verfassungen vollkommen, bedingungslos und ausnahmslos gemäβ dem Göttlichen Gesetz der selbstlosen Liebe zu gestalten, so wie Christus mir sie ab Seinen ersten Leiden in der Kälte von Bethlehem bis einschlieβlich Seines letzten Atemzugs am Kreuz von Golgotha vorgelebt hat.

  1. Ich bekenne mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass mein ganzes Tun und Lassen und alle meine inneren Verfassungen die Schöpfung mit Licht durchstrahlen, das irgendwo auf der Welt ein finsteres Vorhaben entkräften oder aber eine Äuβerung der Lieblosigkeit verhindern möge.

  2. Ich bekenne mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass meine Gegenwart und alle meine Handlungen und Worte für alle meine Mitgeschöpfe Zeichen der Wärme sind, die Herzen von der Kälte der unzähligen Verstöβe gegen die Liebe heilen helfen, die Tag für Tag auf dieser Welt begangen werden.

  3. Ich bekenne mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass alle meine Mitgeschöpfe bei mir die Geborgenheit finden mögen, die in ihnen die Sicherheit blühen lassen, dass Gott sie tatsächlich liebt.

  4. Ich bekenne mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass alle meine Mitgeschöpfe bei mir den inneren Frieden finden, der sie von der Angst und den Unsicherheiten heilt, durch welche die Lieblosigkeit dieser Welt sie bedrängt.

  5. Ich bekenne mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass ich alle meine Mitgeschöpfe bei jedem Kontakt in Freude wegen der Erkenntnis einhüllen möge, dass unsere Begegnung nur durch eine Himmlische Macht zustande gebracht sein kann, die jedes Geschöpf unendlich liebt.

  6. Ich bekenne mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass mein ganzes Wesen und meine ganze Seinsweise in allen meinen Mitgeschöpfen die Saat einer unverwelkbaren Hoffnung ausstreuen kann, aus welcher sie die Kraft schöpfen um ihre ganzen Prüfungen mit erhöhtem Mut zu tragen.

  7. Ich bekenne mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass mein ganzes Wesen und meine ganze Seinsweise wie Brücklein sein mögen, die allen meinen Mitgeschöpfen dabei helfen, ihre ganzen Prüfungen zu überwinden, damit sie aus meiner selbstlosen Liebe die Kraft schöpfen mögen um sich über die Finsternis ihres Lebens zu erheben.

  8. Ich bekenne mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass meine Gegenwart allen meinen Mitgeschöpfen ein wahres Vertrauen in Gottes Liebe und in den Wert ihrer eigenen Liebe inspirieren möge.

  9. Ich bekenne mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass mein ganzes Tun und Lassen und alle meine inneren Verfassungen alle meine Mitgeschöpfe so tief von den Wunden des Lebens heilen helfen können, dass sie sich spontan mehr für das Einströmen der wahren Lebenskraft aufschlieβen können, die Gott ihnen durch sämtliche Wirkungen Seiner Liebe schenken will.

  10. Ich bekenne mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass meine Gegenwart auf dem Lebensweg aller meiner Mitgeschöpfe in ihnen die Lebenslust steigern möge wegen der Erkenntnis, dass sie von Gott mit Leben beseelt werden, ebenso wie den Drang, Seine Liebe ihrerseits in Licht und Freude für ihr eigenes Umfeld umzusetzen.

  11. Ich bekenne mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass mein ganzes Tun und Lassen in allen meinen Mitgeschöpfen das Gefühl verstärkt, dass ihr Leben sinnvoll ist und dass ihr Dasein für mich etwas bedeutet.

  12. Ich bekenne mich zum Sehnen danach, so zu leben, dass alle meine Mitgeschöpfe trotz meiner Kleinheit mit dem erhebenden Gefühl erfüllt werden mögen, dass Gott ganz nahe ist und dass die wahre Liebe der einzige Sinn allen Lebens ist.

O Königin der Himmlischen Liebe, mein ganzes Wesen schmachtet nach einer makellosen Nachfolge Jesu in der wahren Liebe, denn keine andere Kraft hat das Leben geschaffen und erlöst, und geht zum Äuβersten um die Heiligkeit des Lebens wiederherzustellen, damit die ganze Schöpfung die Fülle von Gottes Frieden erfahren möge.
Aus diesem Grund bitte ich Dich flehentlich, geruhe, meinem Sehnen nach Erschlieβung der Liebe in meinem Herzen entgegenzukommen, damit mein ganzes Tun und Lassen, alle meine Worte und meine tiefsten und verborgensten Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen Strahlen von Liebesfeuer in die ganze Schöpfung bringen mögen und derjenige beschämt werden möge, der alle Liebe zu zerstören versucht, und alle Seelen umkehren mögen, die seinen Werken der Lieblosigkeit dienen.
Zur Verherrlichung des Fürsten der Göttlichen Liebe und aller Werke der Liebe, die Er in allen Zeiten Seiner Schöpfung bereitet hat und versucht hat zu bereiten, will ich ab jetzt alle meine Mitgeschöpfe in bedingungsloser und restloser Selbstverleugnung hegen und ihnen dienen, und jedes von ihnen in mein tiefstes Sehnen nach ihrem Glück und ihrer Blüte auf allen Ebenen ihres Wesens und in allen Situationen ihres Lebens einhüllen.
Zur Verherrlichung der Ewigen Liebe biete ich Ihm durch Dein brennendes Herz in tiefer Reue mithin jeden Augenblick meines ganzen Lebens dar, in welchem ich auf irgendwelche Weise versäumt habe, die wahre Liebe zu Gott und bzw. oder zu einem Mitgeschöpf zu leben, damit die Saat der bedingungslosen, selbstlosen Liebe jetzt noch in mir blühen möge und die Finsternis alle Wirkungen der Werke verlieren möge, die sie jemals durch mich hat vollziehen können.
In diesem Sehnen will ich leben und sterben im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (sich bekreuzigen).

4. Wahrer Glaube

Der Christ bezeichnet sich als 'Gläubigen'. Trotzdem weist die Herrin aller Seelen darauf hin, dass der 'Glaube' vieler Christen im Grunde genommen nicht über die Annahme hinausgeht, dass Gott existiert. Wahrer Glaube geht sehr viel weiter. Wahrer Glaube fängt an dem Punkt an, wo die Seele wirklich auf Gottes Liebe vertraut und sich dadurch in jeder Situation des Lebens von Gott getragen weiβ. Wahrer Glaube bringt die Seele dazu, alles in ihrem Leben als möglichen Weg zu ihrem Ewigen Heil anzunehmen. In dieser Hinsicht ist wahrer Glaube eigentlich die Brücke, die für die Seele den Spalt schlieβen kann wenn sie sich einer Situation gegenüber sieht, in welcher sie weiβ, dass sie jenes Element ihrer Lebensaufgabe aus eigener Kraft nicht verwirklichen kann: Wahrer Glaube ist dann die Überzeugung, dass Gottes Wirken die Situation entweder anders verlaufen lassen kann als menschlicherweise zu erwarten wäre, oder dass die Seele Kräfte oder Wege finden wird, die sie näher zu einer fruchtbaren Lösung bringen werden. Wahrer Glaube ist somit immer die Überzeugung, dass mit Gott gerechnet werden soll, als unsichtbarem aber festem Spieler im oft wenig durchschaubaren Spiel des Lebens. Es geht somit immer darum, dass die Seele ein felsenfestes Vertrauen zu Gottes Liebe für sie hat:

Jede Menschenseele wird in der Absicht in die Welt gesandt, eine Lebensaufgabe im Dienst an der Erfüllung von Gottes Heilsplan für die letztendliche Gründung Seines Reiches der vollendeten Liebe und des vollendeten Friedens auf Erden zu vollbringen. Die Seele muss diese Aufgabe selber erfüllen. Dies heiβt, dass Gott für sie Situationen und Wege vorbereiten hilft, immer in der Absicht, ihren Lebensweg möglichst fruchtbar zu gestalten und sich dadurch möglichst groβe Verdienste zu sammeln. Dies alles kann sie nur in dem Maβe tun, wie sie an alle Situationen und Wege, die sie vor sich findet, aus Herzensverfassungen herantritt, die vollkommen im Einklang mit Gottes Gesetz der wahren Liebe sind. An den unzähligen Kreuzungen auf ihrem Lebensweg soll sie sich aus eigenem freien Willen für die Richtung entscheiden, in welche sie ihren Weg fortsetzen möchte. In dem Maβe, wie sie sich innerlich durch die Stimme der wahren Liebe führen lässt und fest darauf vertraut, dass Gott alles lenkt, wird sie treffsicherer die richtigen Wege wählen. Die 'richtigen' (fruchtbaren) Wege sind dabei jene, die sie näher zu Gott bringen und sie als Dienerin nützlicher machen.

Ohne wahren Glauben ist eine Seele wie ein steuerloses Schiff: Es kann zwar fahren, verliert allerdings die Richtung und wird höchstwahrscheinlich nie den Bestimmungshafen erreichen. So soll man auch die Worte Jesu verstehen, wenn Er sagt, dass derjenige, der glaubt, gerettet wird. Um wahrlich die Frucht der Erlösung zu ernten, soll das Glauben durch einen Gebrauch des freien Willens ergänzt werden, der voll und ganz mit Gottes Willen im Einklang ist. Der Glaube ist jedoch der Kompass, der die Reiseroute zeigt. Die Reise kann ihre Bestimmung nicht erreichen ohne eine einwandfreie Navigation. Es lieβe sich auch so betrachten: Durch den Glauben lebt die Seele in der Überzeugung, dass ihre Lebensbestimmung bei Gott liegt. Je nach der Kraft des Glaubens wird die Seele deshalb stärker oder weniger stark zu Gott hingezogen werden. Bei schwachem Glauben verliert Gott Seine Anziehungskraft und wird die Seele Gott viel weniger die Gelegenheit bieten, tatsächlich Spieler in ihrem Lebensspiel zu sein. Welche Fuβballmannschaft gewinnt leicht ein Spiel, in dem es seinen begabtesten Spieler vollkommen ignoriert oder aber diesem kein einziges Mal den Ball zuspielt?

In einem Antwortbrief lieβ die Herrin aller Seelen einst den wahren Glauben folgendermaβen sehr aussagekräftig umschreiben:

Wirklich und wahrhaftig glauben, heiβt:

  1. davon überzeugt sein, dass Gott existiert;
  2. unentwegt nach der Überzeugung handeln, dass Gott der Seele nur das vollendete Glück bereitet;
  3. mit Sicherheit annehmen, dass Gott die Seele auf jedem Meter ihres Lebenswegs an dieser Bestimmung zu orientieren versucht;
  4. niemals daran zweifeln, dass Gott die Seele auf diesem Weg nur in vollkommene Liebe einhüllt, und dass Er alle Seine Werke zugunsten des Ewigen Heils der Seele entwirft und gestaltet, ungeachtet jeder Prüfung, die in Form von Regen oder Sturm den Lebensweg der Seele erschweren kann;
  5. unentwegt davon ausgehen, dass Menschenaugen sich in der Wahrnehmung des eigenen Schicksals irren können, dass Gott allerdings auch in allen augenscheinlich unangenehmen Dingen des Lebens ungeahnt wertvolle Geschenke verbirgt, und dass die Seele dies alles nach ihrem irdischen Leben in der Fülle erkennen wird.

Wahrer Glaube ist die Kraft, die eine Menschenseele in den Stand versetzen kann, weit über sich hinauszusteigen, dadurch, dass gerade der Glaube eine Seele für Gottes Anziehung empfindlich macht. Wahrer Glaube ist deshalb eine innere Orientierung an Gott, welche der Seele die Überzeugung vermittelt, dass sie nicht auf sich allein gestellt ist und welche ihr das Vertrauen vermittelt um sogar während schwerer Prüfungen den Kampf nicht aufzugeben. Dieses Vertrauen schöpft die Seele aus der Überzeugung, dass dieser unsichtbare Faktor immer unbemerkt wirksam ist um sie aufrecht zu erhalten, während sie an und für sich ohne weiteres mangels Halt und wegen der Aussichtlosigkeit, für ein unerreichbares Ziel zu kämpfen, zusammenbrechen würde.

Als Hilfsmittel für tiefe Betrachtung und Anwendung des wahren Glaubens schenkt die Himmlische Herrin das nachfolgende Gebet:

1404. BEKENNTNIS ZUM GLAUBEN DURCH MARIA

(Myriam van Nazareth)

Liebe Mutter Maria,
Gott mein Schöpfer hat mich mit dem Glauben als innerem Licht bekleidet, das meine Seele mit Seiner einzigen Wahrheit bestrahlt: mit der Sicherheit, dass es Ihn gibt, mit dem Sinn und Zweck Seiner Werke und Absichten.
In Deiner Gegenwart bezeuge ich vor Gott meine Liebe zu diesem inneren Licht und mein Sehnen danach, es mein ganzes Leben lang instand zu halten.

  1. Ich bekenne mich zum Glauben an den einzigen wahren Gott, der Schöpfer und Beseeler von allem Lebenden ist und Quelle von allen Rohstoffen, aus denen das Leblose gemacht ist oder aber durch menschliches Eingreifen gebildet werden kann.

  2. Ich bekenne mich zum Glauben daran, dass die Schöpfung aus Gottes vollendeter Liebe als Netzwerk gemacht worden ist, das durch Gottes Gesetz der Anwendung vollkommener, reiner, selbstloser Liebe gelenkt und genährt wird, dass diese Liebe die Kraft ist, die Trägerin allen Lebens ist, und dass jeder Verstoβ gegen dieses Gesetz das Gleichgewicht innerhalb der Schöpfung und die Harmonie zwischen den Geschöpfen verzerrt und Gottes Gegenwart in der Schöpfung weniger spürbar macht.

  3. Ich bekenne mich zum Glauben daran, dass Gott die Menschenseele als Krone Seiner Schöpfung erschaffen hat, dass Er von jeder Menschenseele erwartet, dass sie strikt gemäβ des Göttlichen Gesetzes lebt, und dass die Menschenseele wegen der Folgen eines jeden Ungleichgewichts innerhalb der Schöpfung vor Gott haftet.

  4. Ich bekenne mich zum Glauben daran, dass Gottes letztendliches Ziel die Vollendung Seines Heilsplans ist, der die Gründung Seines Reichs der vollendeten Liebe und des vollendeten Friedens in der ganzen Schöpfung bezweckt, und dass jede Menschenseele berufen ist als Werkzeug zur Erfüllung dieses Ziels durch die eigene Heiligung und ein beharrliches Leben der selbstlosen Liebe zu Gott und zu allen Mitgeschöpfen in jeder Einzelheit ihres Lebens auf Erden.

  5. Ich bekenne mich zum Glauben als zu der Kraft, die mich dauernd daran erinnert, dass ich von Gott ausgegangen bin, dass ich durch ein Leben nach Seinem Gesetz für ein ewiges Leben in der Glückseligkeit zu Ihm zurückkehren kann, und dass Er mich ständig unterstützt um jeden Augenblick dieses einen Lebens auf Erden gemäβ Seinen Erwartungen zu verbringen.

  6. Ich bekenne mich zum Glauben daran, dass jede Menschenseele nach ihrem Leben auf Erden von Gott nach dem Maβ gerichtet wird, wie ihre Handlungen und ihre inneren Verfassungen Gottes Anliegen haben verwirklichen helfen oder aber diesen Anliegen entgegengewirkt haben, und dass die Macht von Gottes unfehlbarem Urteil auf Seiner Fähigkeit basiert um jeden Augenblick des Lebens einer jeden Seele jede Handlung, jeden Gedanken, jedes Gefühl, jeden Wunsch, jede Bestrebung und jede innere Verfassung dieser Seele ebenso wie sämtliche Folgen derselben für alle ihre Mitgeschöpfe restlos zu kennen und zu ergründen.

  7. Ich bekenne mich zum Glauben an die Existenz vom Guten und vom Bösen, zum Glauben daran, dass das Böse nicht aus Gottes Unfähigkeit sondern aus jeder Neigung der Menschenseele hervorkommt um ihren freien Willen nicht ungeteilt für die Erfüllung von Gottes Gesetz der wahren Liebe einzusetzen und daran, dass somit alle Finsternis in der Schöpfung aus jeder Abweichung zwischen dem Willen der Menschenseele und Gottes Willen hervorkommt, und daran, dass die makellose Nachfolge von Gottes Gesetz die Schöpfung zu Gottes Reich von Liebe und Frieden machen würde.

  8. Ich bekenne mich zum Glauben an den letztendlichen Sieg des Lichts über die Finsternis mit der Gründung von Gottes Reich auf Erden, und daran, dass der Zeitpunkt jener Gründung vom Maβe bestimmt werden soll, in dem mehr Menschenseelen Gottes Gesetz strikt nachleben und ihren Willen in allem mit Gottes Willen eins machen.

  9. Ich bekenne mich zum Glauben daran, dass die Wirklichkeit mehr umfasst als das Stoffliche, das ich wahrnehmen kann, dass die Bestimmung und das Ziel des Lebens auf Erden nicht stofflicher Natur sind, und dass das Stoffliche dazu neigt, die Seele von der wahren Einheit mit Gott wegzuführen. Ich bekenne mich deshalb zu meiner heiligen Pflicht, in innigster Verbundenheit mit Gottes Herzen zu leben durch eine ständige Anwendung der Selbstverleugnung, Dienstbarkeit und die Bestrebung, allen meinen Mitgeschöpfen gegenüber ein Spiegel Gottes zu sein.

  10. Ich bekenne mich zum Glauben daran, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, als einziger Messias Gottes in menschlicher Gestalt in die Welt gesandt worden ist um den Menschenseelen Gottes Gesetz in Erinnerung zu bringen, damit sie sich durch eigenen aktiven Einsatz für die wahre Erlösung aufschlieβen können, und daran, dass Er als das Licht der Welt auf Erden gelebt hat als Verkörperung von Gottes Gesetz der Liebe, als absolut vollendete Verheiβung des Endsieges des Lichts über die Finsternis.

  11. Ich bekenne mich zum Glauben daran, dass Jesus Christus das Lamm Gottes ist, der Erlöser, der durch Seine Leiden und Seinen Kreuzestod den Eintritt in die ewige Glückseligkeit für jede Seele losgekauft hat, die ein Leben in strikter Einhaltung von Gottes Gesetz der wahren Liebe und in aufrichtigem Streben danach führt, dem Vorbild des Lebens Jesu Christi nachzufolgen.

  12. Ich bekenne mich zum Glauben an den Kreuzestod des Gott-Menschen Jesus Christus als Blitz, der die Fesseln der Sklaverei gegenüber der Finsternis für jede Seele versengt, die sich wahrhaftig aus der Macht der Finsternis befreien will, und an Seine Auferstehung als die Verheiβung, dass jede Seele, die für die Einhaltung von Gottes Gesetz lebt, noch hier auf Erden aus dem Tod ihrer Sklaverei gegenüber der Finsternis in das Göttliche Leben der Einheit der Herzen mit Gott hinübergehen kann.

  13. Ich bekenne mich zum Glauben an das Vermächtnis Jesu Christi in Seiner Gegenwart und Seinem Wirken durch die Sakramente der heiligen römisch-katholischen Kirche als Hilfsmittel für die Seele in ihrer Bestrebung, die Einheit des Herzens mit Gott zu erlangen und instand zu halten, und an die Macht dieses Vermächtnisses zum Besiegen der Finsternis in der Welt in dem Maβe, wie dieses Vermächtnis von Seelen in aufrichtiger Liebe und Reinheit und im Glauben an die Heiligste Dreifaltigkeit als Quelle allen Lebens benutzt wird.

  14. Ich bekenne mich zum Glauben an den Heiligen Geist als Erschlieβer der einzigen Wahrheit und sämtlicher Elemente des wahren Lichts in den Seelen, als Wegweiser für die Seelen zu deren Bestimmung bei Gott, als Erschlieβer aller Selbsterkenntnis und aller Erkenntnis von Gottes Gesetz und von den Mysterien des Göttlichen Lebens, und als Erschlieβer jeglicher Erkenntnis von Sünde und Tugend, von den Wegen der Finsternis und den Wegen des Lichts.

  15. Ich bekenne mich zum Glauben an Gottes Vorsehung als Ausdruck Seiner Intelligenz, Weisheit und Liebe, durch welche Er jede Entwicklung innerhalb Seiner Schöpfung so zu lenken versucht, dass diese Geschöpfen helfen möge, ihre Rolle innerhalb Seines Plans möglichst zweckmäβig zu erfüllen und ihre von Gott vorgesehene Bestimmung zu erreichen.

  16. Ich bekenne mich zum Glauben an die einmalige Mutterschaft der Heiligsten Jungfrau Maria über Christus aufgrund Ihrer Unbefleckten Empfängnis, Ihrer ewigen Jungfräulichkeit und Ihres absolut vollendeten und lebenslänglichen Freiseins von jeglicher Sünde und Untugend, zu meinem Glauben an Marias Aufnahme in den Himmel mit Leib und Seele als Zeichen für Gottes Lohn für ein sündenloses Leben in vollem Einklang mit Seinem Gesetz, und an Marias einmalige Rolle in der Vollendung von Gottes Heilsplan und im endgültigen Sieg des Lichts über die Finsternis.

O Maria, Fels des Glaubens, vollkommen eins im Herzen mit dem Licht der Welt, Deinem Herzen vertraue ich dieses Bekenntnis meines Glaubens an den Gott der Ewigen Liebe an, denn sie hält die Blühkraft meiner Seele für alle Saat instand, die Er jemals in mich ausgestreut hat und nach wie vor ausstreuen möchte. Möge meine bewusste Hingabe an Deine Vollkommenheit an mir die Verheiβung Christi vollziehen, die das Ewige Leben für jede Seele in Aussicht stellt, die glaubt, dass Gott die Quelle von allem Leben, von aller Erlösung und Heiligung ist.
In diesem Glauben will ich leben und sterben im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (sich bekreuzigen).

5. Wahre Reinheit

Am 16. Oktober 2017 sprach die Heilige Jungfrau zu Myriam die nachfolgenden Worte:

"Reinheit ist die Verfassung, in welcher die Seele wahrlich Gott immer mehr ebenbildlich wird, das Maβ, in dem der Spiegel der Seele keine Spritzer aufweist. Diese Spritzer zieht sich die Seele selbst durch jede Finsternis zu, die sie in ihren Gefühlen, Gedanken, Wünschen, Bestrebungen, Handlungen oder Worten zulässt.
Die Seele verunreinigt sich selbst durch all dasjenige, in dem sie nicht vollkommen im Einklang mit Gottes Willen lebt, d.h. durch all dasjenige, wodurch sie an sich selbst festhält. Dieses 'Festhalten an' heiβt ein 'Sich nicht von unfruchtbaren Gewohnheiten, Persönlichkeitsmerkmalen oder Verhaltensmustern loslösen', welche nicht zur Verwirklichung der Lebensaufgabe einer jeden Seele beitragen, der Vollendung von Gottes Werken und Plänen zu dienen.
Die Reinheit der Seele bestimmt ihre Würde als Kind Gottes: Eine Menschenseele würdigt sich selbst durch jede Spur von Finsternis in Gefühlen, Gedanken, Wünschen, Bestrebungen, Handlungen oder Worten herab.
Richtig 'menschenunwürdig' ist all dasjenige, wodurch die Seele ihre Reinheit der Finsternis ausliefert".

Bereits in der Belehrung Die Saat des Paradieses inspirierte Maria die nachfolgende Begriffsbestimmung für die Reinheit:

"Reinheit ist die Eigenschaft, durch welche die Seele Spiegel Gottes sein kann, das Maβ, in welchem sie Gott ebenbildlich ist. Eine Seele in vollkommener Reinheit ist eine Seele, die Gott ähnlich sieht und somit im Stand der Gnade (im Stand der Heiligkeit) lebt. Reinheit ist somit die Fähigkeit um all dasjenige, was die Seele verunreinigen und sie von Gott entfernen kann, von sich fern zu halten. In der Reinheit hat Gott die Würde der Seele verborgen, denn in dem Maβe, wie die Seele ihre Reinheit aufrecht erhält, sieht sie Gott Selber mehr ähnlich".

Reinheit lässt sich als die Verfassung betrachten, in welcher in der Menschenseele der Keim der Heiligkeit voll und ganz erblüht ist, sodass die Seele der Schöpfung gegenüber tatsächlich als Spiegel von Gottes Wesen gelten kann. Es ist für die erschaffene Seele nicht möglich, absolut makelloser Spiegel von Gottes Herzen zu sein, denn jede erschaffene Seele begeht Verstöβe gegen Gottes Gesetz und weicht dadurch vom Bild von Gottes Wesen ab. Die einzige Ausnahme war Maria, die Unbefleckte Empfängnis und einzige vollendete, ganz sündenlose Seele, die aufgrund dieser Sündenlosigkeit in jeder Hinsicht und zu jedem Zeitpunkt Ihres Lebens ein vollkommen makelloser Spiegel von Gottes Herzen und von Seinem Willen war, und dadurch als einzige erschaffene Seele tatsächlich als vollkommene Verkörperung von Gottes Gesetz der wahren Liebe gilt.

Reinheit ist somit die Verfassung, in welcher die Seele in ihrem ganzen Tun und Lassen und in ihren ganzen inneren Verfassungen auf keinerlei Weise den Werken der Finsternis dient: Ihr ganzes Tun und Lassen und ihre ganzen inneren Verfassungen verkörpern so spontan die wahre Liebe und sind spontan so vollkommen an Gottes Erwartungen orientiert, dass die Seele gleichsam automatisch vollkommen im Einklang mit Gottes Willen handelt, spricht, denkt, fühlt, wünscht und anstrebt und dadurch allen Mitgeschöpfen gegenüber gleichsam Gott Selbst vertritt. Das Wort 'automatisch' darf diesbezüglich nicht so verstanden werden, dass ihr bewusster freier Wille keinen Anteil an ihrem Tun und Lassen und sämtlichen inneren Verfassungen hätte. 'Automatisch' heiβt hier nichts anderes als dass es für die wirklich reine Seele selbstverständlich ist, dass sie ganz spontan, 'von Natur aus' dasjenige tut, unterlässt, denkt, fühlt, will und anstrebt, was Gott Selbst tun, unterlassen, denken, fühlen, wollen und anstreben würde, sollte Er in Menschengestalt auf Erden leben. Tatsächlich: Das hat Er bereits, in der Gestalt Jesu Christi. Vom Christen wird erwartet, dass er sein ganzes Wesen so programmiert, dass er gleichsam so wie Christus Selber durch das Leben geht.

Als Hilfsmittel für tiefe Betrachtung und Anwendung der wahren Reinheit schenkt die Himmlische Herrin das nachfolgende Gebet:

1405. BEKENNTNIS ZUM SEHNEN NACH REINHEIT DURCH MARIA

(Myriam van Nazareth)

Liebe Mutter Maria, verzückendste Lilie aus den Gärten von Gottes Himmel,
Deine makellose Liebe zu Gott, zu Seinem Willen und zu Seinen Werken und Plänen brachte Dich dazu, in Deinem ganzen Tun und Lassen und in allen Deinen inneren Verfassungen Gottes Idealbild von der Menschenseele vollkommen zu verwirklichen.
Dank Deines beharrlichen und alles beherrschenden Willens um Gottes vollendete Liebe mit einem Leben in vollkommenem Einklang mit den Erwartungen zu beantworten, die Er jeder Menschenseele gegenüber hegt, kann ich jetzt von Hoffnung erfüllt zu Dir kommen und dich flehentlich darum bitten, dass Du mit Deinen eigenen Händen die Saat Deiner allerreinsten Seele und Deines allerreinsten Herzens in meinem Seelenboden ausstreuen mögest.
Siehe doch den Schlamm, der den Spiegel meiner Seele daran hindert, Gottes Licht in sich aufzunehmen und es in der Fülle seiner Kraft auf den Lebensweg der Mitgeschöpfe spiegeln zu helfen, die Gott mit mir in Berührung bringen möchte damit ich mich vervollkommnen und ihnen Freude bereiten kann.
Geruhe, mich zu beatmen, denn aus Deinem Mund strömt das Parfüm von Lilien, wie diese Welt auβer Dir nie welche gesehen hat.
Geruhe, mich zu umarmen, denn aus Deinem Herzen strömt die Fülle von Gottes Liebe.
Geruhe, das Bild Deiner allerreinsten Schönheit in mich zu prägen, denn sie hat nur dadurch blühen können, dass kein einziger Augenblick Deines Lebens jemals das Herz der Quelle der Ewigen Liebe verletzt hat.
Dein Wille hat nie erlaubt, dass auch nur ein einziger, eine einzige bzw. ein einziges Deiner Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche oder Bestrebungen den Spiegel Deiner unbefleckt empfangenen Seele hätte verunreinigen können, und die Quelle aller Heiligkeit hat Dir die Ernte der Vollkommenheit Seines Bildes im Austausch bereitet.
Durch Dich bekenne ich mich vor unserem Gott zum Sehnen danach, meinerseits Sein Herz dadurch in Verzückung zu versetzen, dass ich meinen Seelengarten für das Erblühen eines Frühlings reinige, der nie mehr vorübergeht.
Deswegen bekenne ich mich zum Sehnen danach, jeden weiteren Augenblick meines Lebens restlos auf jede Handlung, jedes Wort, jeden Gedanken, jedes Gefühl, jeden Wunsch und jede Bestrebung zu verzichten, die nicht vollkommen Seinen Wünschen Folge leisten und welche die Fruchtbarkeit meines Seelengartens dem Unkraut der Finsternis ausliefern würde.
Ich will nicht mehr zulassen, dass irgendwelche Spur der Finsternis das Licht in meinem Garten in Nebel einhüllt, denn Gott hat auch mich dazu berufen, Seine Gegenwart jedem Mitgeschöpf gegenüber zu widerspiegeln.
Ich will meine Seele für nichts mehr aufschlieβen auβer für das Flüstern Seines Willens, denn allzu oft habe ich sie dadurch verunreinigt, dass ich zögerte, nur für das Wohl meiner Mitgeschöpfe zu leben und nur Freude an jeder Gelegenheit zu finden, nicht anderes zu sein als ein Werkzeug zur Verherrlichung der Schönheit der Quelle allen Lichts.
Ich will den Spiegel meiner Seele restlos von den Schlammspritzern jeder negativen Verfassung gegenüber meinen Mitgeschöpfen reinigen, ebenso wie von denen eines jeden Augenblicks, in welchem ich mich selbst und meine vermeintlichen Bedürfnisse und Wünsche mehr hegte als die Liebe und die Selbstverleugnung Gott oder irgendeinem Mitgeschöpf gegenüber.
Ich will mich endgültig von jeder unfruchtbaren Gewohnheit, jedem unfruchtbaren Persönlichkeitsmerkmal, jeder unfruchtbaren Verfassung und jedem unfruchtbaren Verhalten loslösen, die nicht zur Verwirklichung der Lebensaufgabe meiner Seele im Dienst an der Vollendung von Gottes Werken und Plänen beitragen können.
O Königin der obersten Reinheit, in einem Boden wahrer Reinheit findet kein einziger Samen der Finsternis noch Nahrung. In einer Seele, die ihre Wurzeln Tag und Nacht mit dem Wasser eines Willens reinigt, der nur für Gott lebt, stirbt jede Versuchung, jede Verirrung und jede Unfähigkeit um eigene Schwächen zu überwinden, denn die Seele, die sich nur nach der wahren Reinheit sehnt, sehnt sich wesentlich nach nichts anderem als der wahren Einheit mit dem Herzen Gottes.
Aus Liebe zu Gott und zu allen Seinen Werken bekenne ich mich zum Sehnen danach, dass alle meine Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle und Wünsche nichts auβer Licht gebären mögen. Möge ich so die wahre Fruchtbarkeit für Gottes Reich auf Erden in mir zustande bringen, denn in dieser Verfassung werde ich endlich meinem Göttlichen Geliebten ähnlich sehen und wird alles, was von mir ausgeht, in vollkommenem Einklang mit Gottes Willen und Seinen Plänen sein.
So hat Gott mich gemeint, und so möge es durch meine freie Entscheidung bis zum Ende meiner Tage sein, zur Ehre und zur Verherrlichung von Demjenigen, Der mich aus Liebe in die Welt gesandt hat damit ich durch mein ganzes Tun und Lassen und durch meine ganzen inneren Verfassungen die Reinheit Seines Herzens bezeugen möge.
In diesem Sehnen will ich leben und sterben, an Deiner vollkommen reinen Hand und im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (sich bekreuzigen).

6. Wahre Hoffnung

Die Herrin aller Seelen bezeichnet Ihr Maria Domina Animarum Werk als das Apostolat der wahren Liebe, der Hoffnung, der Ermutigung und der Fülle der Wahrheit. Viele Seelen verwirren 'Hoffnung' mit einem Zustand von erregtem Abwarten bis etwas Erfreuliches erfolgt. Die Heilige Jungfrau weist darauf hin, dass eine solche passive Einstellung nicht die wahre Hoffnung ist. Wahre Hoffnung ist eine Verfassung, in welcher eine Seele tatsächlich Gottes Rolle in ihrem Leben voll und ganz mit einkalkuliert, mithin allerdings selber alles daran setzt damit sich der herbeigesehnte Zustand tatsächlich verwirklichen lässt. Gott, in Seiner unvorstellbaren Liebe zur Krone Seiner Schöpfung, der Menschenseele, betrachtet nichts als vollendet solange nicht die Seele aktiv mit Ihm mitgewirkt hat damit es zustande kommt. Die Seele soll in allem ihre Absicht nachweisen, ihren freien Willen eins mit dem Willen Gottes zu machen. Sobald es ihr gelingt, dies zu verwirklichen, ist die Verfassung der Hoffnung tatsächlich gerechtfertigt. Gott nötigt nichts auf. Aus diesem Grunde kann die Seele nur in dem Maβe auf Sein Einschreiten vertrauen, wie sie sich Ihm tatsächlich vollkommen aufschlieβt, wie sie ihre inneren Verfassungen vollkommen rein erhält damit sie Seine Werke wirklich würdig und fruchtbar in sich empfangen und sie tragen kann, und wie sie durch eigenen aktiven Einsatz Gottes Werke gestalten hilft.

Im Grunde genommen lieβe es sich so betrachten, dass wahre Hoffnung die Verfassung der Seele ist, die wahrhaftig erkennt, dass alles in ihrem Leben Kanal des Lichts ist, in dem Maβe, wie sie ihren Willen eins mit Gottes Willen macht, denn in jener Verfassung wird nichts sie noch entmutigen: Sie lebt dann in der Überzeugung, dass auch das weniger Angenehme letztendlich in Licht umgewandelt wird, nach dem Maβ ihrer freiwilligen und zuversichtlichen Mitwirkung mit Gott. Die Seele in der Verfassung der wahren Hoffnung weiβ gleichsam mit Sicherheit, dass alles in ihrem Leben der Mühe wert ist, denn dass es letztendlich dem Sieg von Gottes Licht und Liebe dient, und zwar sowohl in der ganzen Schöpfung als auch in ihrem eigenen Ewigen Leben.

Die wahre Hoffnung ist unbedingt notwendig damit sich die Seele tatsächlich nahtlos in Gottes Heilsplan eingliedern lässt.

In der Kurzbelehrung Die Quellen des Himmels lieβ die Himmelskönigin Folgendes aufzeichnen:

"Die Hoffnung ist die Tugend, durch welche die Seele dazu fähig ist, sich in allem gestärkt zu wissen und alles dadurch relativieren zu können, dass sie nicht auf die dunklen Wolken am Horizont schaut, sondern in ihrem Herzen bereits den blauen Himmel jenseits des Horizonts sieht und erfährt, das heiβt: so lebt als wäre der blaue Himmel bereits da. Die Seele, in welcher die wahre Hoffnung aufblüht, ist von der Überzeugung beseelt, dass das Gute, das Licht, im Zeitlosen bereits vollendet ist, d.h. jetzt bereits in Gottes Herzen Wirklichkeit ist".

In einem Antwortbrief inspirierte die Himmlische Herrin die nachfolgenden Worte:

"Die Himmelskönigin lehrt uns, die wahre Hoffnung als die Verfassung zu betrachten, durch welche die Seele die Dinge so zu betrachten und zu empfinden imstande ist, als wären sie bereits vollendet, und zwar vollkommen im Einklang mit den Gesetzen Gottes. Die Seele, die eine wahre Hoffnung hegt, bezeugt gleichsam Gott gegenüber, dass sie innerlich nicht nur glaubt sondern weiβ, dass Er in Seiner Wirklichkeit (die sich jetzt noch teilweise dem menschlichen Blick entzieht) dasjenige, worauf sie hofft, verwirklicht hat, und zwar in einer vollendeten Form, d.h. dass dieses jetzt bereits Wirklichkeit und völlig mit Gottes Willen bekleidet ist, und somit bereits ganz im Sinne Seines Heilsplans für das Heil der Seelen mitwirkt.

Durch die wahre Hoffnung sagt die Seele eigentlich zu ihrem Schöpfer: 'Ich weiβ, dass Du, Der Du nichts als Liebe bist, dies bereits in Nahrung für meine Seele umgewandelt hast. Zwar sehe ich dies noch nicht, aber ich weiβ, dass Deine Liebe so vollendet ist, dass ich mich blind auf Dich verlassen kann'."

Als Hilfsmittel für tiefe Betrachtung und Anwendung der wahren Hoffnung schenkt die Himmlische Herrin das nachfolgende Gebet:

1406. BEKENNTNIS ZUR HOFFNUNG DURCH MARIA

(Myriam van Nazareth)

Liebe Mutter Maria, Regenbogen der Hoffnung am drohenden Himmel über meinem heimgesuchten Seelengarten,
In Gottes Wirklichkeit hat in Seiner Schöpfung das Licht der wahren Liebe bereits endgültig alle Finsternis besiegt. Weil ich bedingungslos an Seine Liebe und Sein Sehnen danach glaube, mir die ewige Glückseligkeit zu bereiten, weiβ ich, dass jede Prüfung, die Seine Vorsehung auf meinem Lebensweg zulässt, Trägerin eines Schlüssels zum Tor des Paradieses ist.
In meiner Seele scheint das Licht der Hoffnung, denn so wie Wolken die Sonne zwar verbergen, sie allerdings nicht töten können, so können die Prüfungen meines Lebenswegs Gottes Liebe nur für meine Augen, nicht aber für mein Herz verbergen.
Kein Stein auf meinem Weg kann meine Seele daran hindern, ihre Reise zu Gott zu vollenden, denn mein Herz weiβ, dass Er meinen Reiseweg entworfen hat als Weg in das Reich des Ewigen Sommers.
Deshalb bekenne ich mich in Deiner Gegenwart Gott gegenüber zu meinem Sehnen danach, das Licht der Hoffnung in mir nie erlöschen zu lassen, denn in der wahren Hoffnung schlieβt jede Prüfung die Himmlische Vermählung mit der Erwartung, dass unverwelkbare Blumen aus der Saat der Prüfung erblühen sollen.
Kein Nebel weltlicher Täuschung wird mich an den Kreuzungen meines Lebenswegs auf Irrwege lenken, denn mein Seele weiβ, dass die Sonne Deiner Liebe alle meine Entscheidungen erleuchten soll.
Kein Platzregen von Rückschlägen wird die Ernte der schönen Tage in meinem Herzen zerstören, denn ich weiβ, dass der Acker meiner Seele nie ohne Deinen mächtigen Schutz sein wird.
Kein Gewitter von Drohungen aus der Welt wird mein Gemüt und mein Vertrauen erschüttern, denn ich weiβ, dass Gott jede Drohung dazu benutzt, den Himmel über meinem Seelengarten nach dem Maβ meines Glaubens zu reinigen.
Kein Sturmwind von Missgunst oder Eifersucht wird die Bäume meines Sehnens nach selbstloser Liebe entwurzeln, denn ich weiβ, dass Gott aus aller Selbstverleugnung auch für meine eigene Seele reiche Nahrung reifen lässt.
Keine Finsternis von Unwissenheit wird für mich die Wahrheit verbergen, die Gott jeden Tag in mein Herz sät, so wie Er dies in jedem Herzen zu tun versucht, denn ich weiβ, dass keine Nacht Herrin über die Seele wird, die sich wahrhaftig nach der Mittagssonne aus dem Licht der Welt sehnt.
Kein Gegenwind aus Widerständen oder Unwillen seitens Mitmenschen wird mich daran hindern, die Bestimmung zu erreichen, zu der Gott mich zu führen versucht, denn ich weiβ, dass Er Seine Himmlischen Blumen in mich sät nach dem Maβ meiner aufrichtigen Bemühungen zugunsten Seiner Pläne und Werke.
Keine brennende Sonne der Versuchungen wird meinen Seelengarten versengen, denn ich weiβ, dass Gott den milden Regen der Gnade und des Herzensfriedens auf jeden Seelengarten herabkommen lässt, der tatsächlich für Seine Interessen leben und sterben will.
Keine frostige Kälte von Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit auf meinem Lebensweg wird meinem Seelengarten die Lebenskraft rauben, denn ich weiβ, dass kein Winter in einem Herzen König werden kann, das den König vom Reich des Ewigen Sommers nie loslässt.
Kein Hagel von Leiden an Körper und Herzen wird den Blumen meines inneren Friedens bleibend schädigen, denn ich weiβ, dass Gottes Liebe in der Seele, die fest an Seine Liebe glaubt, alles Eis auftauen lässt und alle Blumen aufrichtet.
O Maria, Königin der Hoffnung, Mutter von Demjenigen, Der die Hoffnungslosigkeit der Erbsünde am Kreuz von Golgotha zu Tode gebracht hat damit die Groβe Verheiβung im Garten einer jeden Seele guten Willens aufersteht, Dir verschenke ich mich ungeteilt, denn Deine Liebe kann die Saat der Hoffnung in mir zum Blühen bringen helfen.
Durch meine vollkommene und lebenslängliche Selbsthingabe an Dich bekenne ich mich vor Gott zu meinem felsenfesten Vertrauen zu Seiner Vorsehung auf meinem Lebensweg, denn in der wahren Hoffnung auf den endgültigen Sieg Seiner Werke über alle Finsternis und auf die endgültige Blüte des Baums vom Kreuz der Erlösung will ich leben und sterben im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (sich bekreuzigen).

7. Wahre Reue

Die Lebensberufung eines jeden Christen besteht an erster Stelle darin, dass er unter allen Umständen und zu jedem Zeitpunkt seines Lebens ein Werkzeug für die Verwirklichung von Gottes Plänen und Werken sein soll. Dies heiβt, dass die Seele zu jeder Zeit ihre inneren Verfassungen (Gedanken, Gefühle, Wünsche, Bestrebungen) an Gott und an der Nachfolge Seines Gesetzes der Liebe orientiert halten soll. Jede Abweichung von diesem Gesetz ist eine Untugend (Handlung oder Verfassung, welche die Fruchtbarkeit der Seele für Gottes Werke oder für Seinen Heilsplan verringert) oder aber eine Sünde (ein freiwilliges Befolgen einer Eingebung aufgrund derer sie dazu angeregt wird, von Gottes Gesetz abzuweichen, entweder durch eine Handlung oder durch ein Wort, Gefühl, einen Gedanken, einen Wunsch oder ein Versäumnis).

Weil jede Untugend und jede Sünde die Seele eine bestimmte Zeit lang als Werkzeug für die Verwirklichung von Gottes Werken unwirksam macht, oder sie sogar zu einem Faktor der Verzögerung bzw. zu einem Hindernis bei der Erfüllung dieser Werke macht, ist es notwendig, dass die Seele möglichst bald aus einem solchen Zustand der Unfruchtbarkeit oder der Finsternis aufsteht um sich erneut am Licht und an der Liebe zu orientieren, und dass sie diese Auferstehung möglichst beständig macht. Letzteres ist nur in dem Maβe möglich, wie die Seele ihre Abweichungen tatsächlich bereut: Ohne wahre Reue kommt eine Seele nie zu einer radikalen Umkehr der Neigung um finsteren Inspirationen nachzugeben. Die Seele wird ihr Herz erst dann beharrlich ausschlieβlich am Dienst an Gottes Werken orientieren, sobald sie tatsächlich vom Sehnen danach durchdrungen ist, jeglicher Finsternis den Rücken zuzuwenden und nicht länger früheren finsteren Mustern anheimzufallen. Der Schritt aus finsteren Verfassungen zur wahren Reinheit des Herzens, welche in der Seele einen gröβeren Widerstand Wurzeln schlagen lässt, ist nur in dem Maβe beständig, wie sich die Seele spontan nicht mehr versündigen will. Dieser Wille schöpft seine Kraft aus wahrer Reue.

Reue ist die Verfassung des Herzeleids in einer Seele, die aufrichtig und tief erkennt, dass sie durch eigenes Tun und Lassen, eigene Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche oder Bestrebungen gegen Gottes Gesetz der wahren Liebe verstoβen hat und dadurch einem Werk oder Plan Gottes geschadet hat, einem Mitgeschöpf Schaden oder Nachteil zugefügt hat bzw. es von der Erfahrung des Wohlbefindens oder des wahren Glücks abgeschnitten hat, die Lebensprüfungen dieses Mitgeschöpfs durch eigenes Tun und Lassen unnötig erschwert bzw. diesem Mitgeschöpf körperliche, geistige oder moralische Leiden zugefügt hat. Das Herzeleid der aufrichtigen Reue wirkt sich in der Seele durch einen alles beherrschen Antrieb aus, den begangenen Verstoβ direkt wiedergutzumachen, oder falls dies – wegen des Todes eines benachteiligten Mitgeschöpfes – nicht mehr möglich ist, durch Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche und bzw. oder Bestrebungen der wahren Liebe die durch den Verstoβ hervorgerufene Finsternis ausgleichen zu helfen.

Wahres Christsein, d.h. das Leben einer Herzensverfassung, die ständig und mit gröβter Ausdauer am Willen orientiert ist, Christus durch den Dienst an Gottes Werken nachzufolgen, ist unmöglich ohne eine tief verwurzelte Reue über jede Abweichung hinsichtlich der Erwartungen, die Gott jeder Seele gegenüber hegt. Wir dürfen nie aus dem Auge verlieren, dass Gott insbesondere jedem Christen gegenüber sehr hohe Erwartungen hegt, weil gerade das Christentum seine ewig gültige, einzige Wahrheit instand halten und ständig das Göttliche Leben in der Schöpfung aussäen helfen muss. Die Seele, in der die Verfassung einer durchaus lebendigen Fähigkeit zur wahren Reue Wurzeln geschlagen hat, ist ein wertvolles Werkzeug im Kampf gegen die Finsternis und eine kraftvolle Zeugin für das Licht Christi, denn diese Seele ist so ausgerichtet, dass jede Finsternis ihr ein Anstoβ ist und dass sie es als Unehre Gott gegenüber betrachtet, immer wieder Handlungen oder Verfassungen anheim zu fallen, die Gottes Werken nicht dienen, diesen entgegenwirken oder diese irgendwie entstellen oder dazu beitragen, sie vom von Gott bezweckten Ziel abweichen zu lassen. Die Seele in der Verfassung wahrer Reue erkennt ständig, dass Jesus Christus wegen der Wirkungen ihrer sündigen Natur gelitten hat, und sieht genau zu, dass sie weder durch irgendeine Verfassung noch durch irgendwelches Element ihres Tuns und Lassens zu den Leiden Christi beiträgt, die ja von allen Zeiten sind.

Als Hilfsmittel für tiefe Betrachtung und Anwendung der wahren Reue schenkt die Himmlische Herrin das nachfolgende Gebet:

1407. BEKENNTNIS ZUR REUE DURCH MARIA

(Myriam van Nazareth)

Liebe Mutter Maria, meine mächtige Fürsprecherin beim Thron des unfehlbaren, allwissenden und alles spürenden Göttlichen Richters,
Zu Dir ruft mein zerrissenes Herz, denn ich habe wiederholt den Plan beschämt, den Gott mit meinem Leben hatte, und habe Seine grenzenlose Liebe den Wölfen meiner Selbstsucht preisgegeben.
Dir und dem gekreuzigten Jesus biete ich die Opfergabe meines ganzen Lebens mit seinen ganzen Kreuzen, Prüfungen und Schmerzen als Ansatz zur Wiedergutmachung Eurer gemeinsamen Qualen wegen jeden Verstoβes, der jemals auf der ganzen Welt von Menschenseelen gegen Gottes Gesetz der wahren Liebe begangen wurde.
In tiefster Dankbarkeit für die Aufschlieβung der dunkelsten Ecken meines Seelenkerkers demütige ich zu Deinen Füβen mein Herz, das unter zerreiβenden Schmerzen wegen meiner eigenen Unvollkommenheiten in der Liebe, der Dienstbarkeit und der Selbstverleugnung und wegen jeder Gleichgültigkeit gegenüber dem Wohl und dem Glück von Mitgeschöpfen gequält wird, die Gott als Geschenke zu meiner Vervollkommnung auf meinen Lebensweg geführt hatte.
In Dein vollkommen liebendes Herz schütte ich meine Tränen wegen jedes Versäumnisses, wegen aller Fehler, Unzulänglichkeiten, Irrtümer, Täuschungen, Untugenden und Sünden meines ganzen Lebens, denn sie legen Zeugnis gegen die vollendete Reinheit ab, mit der mein Schöpfer meine Seele bekleidet hatte.
Aus Liebe wurde ich geschaffen, für die Liebe lebe ich, und im Reich der vollendeten Liebe liegt meine Bestimmung. Meine vielen Unvollkommenheiten haben die Quelle der ewigen Liebe betrübt, in meiner eigenen Seele das Leben geschwächt, und Mitgeschöpfen das Licht und die Wärme genommen.
Siehe, am Baum meines Gewissens ist die schmerzhafte Frucht der Reue zur Reife gekommen, denn mein Herz hat die Sonne der unendlichen Liebe gespürt, die Gott in meinen Mitgeschöpfen und in den Werken Seiner Vorsehung auf meinem Lebensweg verborgen hat. Darf ich die Wunde meines aufwachenden Herzens mit meinen Tränen waschen, denn sie besiegelt das Todesurteil meiner Sklaverei gegenüber dem Bösen.
In meinen ganzen Unvollkommenheiten habe ich Gottes Liebe missbraucht und Seine Barmherzigkeit beschämt. Siehe, das Licht vom Feuer meiner Reue zeigt mir jetzt die Wege, die Er für mich vorgesehen hatte, die ich aber in meiner Blindheit und Selbstsucht verlassen habe. Es zeigt mir ebenfalls wie sehr meine Seele verhungert solange ich sie nicht bewusst mit den Früchten eines tiefen Sehnens danach nähre, Gott, alle Seine Werke, Seine ganze Schöpfung und alle meine Mitgeschöpfe mit Verleugnung meines Selbst zu lieben, denn ich bin zu keinem anderen Zweck geschaffen worden als dazu, durch mein ganzes Wesen Zeugnis von Seinem Licht und Seiner Wärme abzulegen.
In das alles verzehrende Feuer meiner Reue werfe ich sämtliche Verstöβe meines Lebens, damit die finsteren Wirkungen derselben jetzt noch zur Versöhnung meiner Seele mit ihrem Gott verzehrt werden mögen und damit alle Mitgeschöpfe, die je durch mich gelitten haben, neues Leben und die Fülle der Liebe ernten mögen.
In Deiner Gegenwart und in der Hoffnung auf Deine heilende Liebe bekenne ich mich vor Gott zu meinem Herzeleid wegen des ganzen Leids, das ich durch jede Handlung, jedes Wort, jeden Gedanken, jedes Gefühl, jeden Wunsch, jede Bestrebung, jedes Versäumnis und jede innere Verfassung über die Schöpfung gebracht haben kann, durch welche ich die Strömung von Gottes Liebe und des Göttlichen Lebens zu Mitgeschöpfen hin gestört, vergiftet oder aber unterbrochen haben kann.
Ich bekenne mich zu meinem Herzeleid wegen der ganzen Schäden, die ich Werken oder Plänen Gottes innerhalb Seiner Schöpfung zugefügt haben kann, entweder unmittelbar oder indirekt durch Finsternis, die ich in Herzen gesät haben kann.
Ich bekenne mich zu meinem Herzeleid wegen jedes Augenblicks, in dem ich einem Mitgeschöpf gegenüber kein Kanal des Lichts, der Liebe, der Wärme, der Geborgenheit oder des Glücks war, sondern Leid, Schmerz, Kummer, Angst oder Verlust von Lebenslust oder Lebenskraft gebracht habe.
Ich bekenne mich zu meinem Herzeleid wegen jedes Augenblicks, in dem ich für ein Mitgeschöpf kein Spiegel von Gottes liebender Gegenwart und liebendem Wirken war.
O makellose Zuflucht der Sünder, Gottes allumfassendes Muster für alles Lebendige, wie oft habe ich doch dem Netz von Gottes Schöpfung und meiner eigenen Seele Schaden zugefügt. Wieviel Dank schulde ich für das unverdiente Geschenk der Reue, das den Zutritt zu den Wunden in meiner Seele für die heilende Kraft von Gottes Barmherzigkeit freimacht.
Alles in mir sehnt sich danach, Gott tatsächlich Herr und Dich tatsächlich Herrin über alle meine spontanen Bedürfnisse zu wissen, denn nur in dem Maβe, wie mein Herz Dir wahrhaftig zu Füβen liegt, wird mein inneres Leben keinen Motor mehr auβer der wahren Liebe und dem Bedürfnis haben, so wie Du in allem ein makelloser Spiegel von Gottes Licht und dadurch eine Freude und ein Segen für alle meine Mitgeschöpfe zu sein.
Möge ich die erhabene Gnade erhalten, dass meine Reue jede Spur der Vergiftung durch eigene Schuld aus meiner Seele wegbrennen möge, damit ich künftighin ein Leben in wahrer Nachfolge Christi führen möge und Gott auf dem Acker meiner Seele den goldenen Weizen finden möge, der ein Leben lang darauf gewartet hat, aus der Saat Göttlichen Lebens und neugestaltender Liebe zu reifen, die Er bereits in der Stunde meiner Empfängnis in mir ausgestreut hat und die Er ein Leben lang mit der Sonne Seiner Führung bestrahlt und mit dem Regen Seiner Vorsehung begossen hat.
In dieser Reue will ich leben und sterben, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (sich bekreuzigen).

Schlussbetrachtungen

Die ganze Heilsgeschichte setzt sich aus aufeinander folgenden Elementen des ständigen Kampfes zwischen dem Licht und der Finsternis, zwischen Gott und Luzifer (Satan), zwischen Christus und dem Antichrist zusammen. Der 'Antichrist' ist sowohl der gefallene Engel, der vor seinem Fall Luzifer genannt wurde (d.h. eine Seele), als auch die Verkörperung aller gottesfeindlichen Verfassungen, der Geist, der Gottes Wahrheit als Lüge und Illusion darzustellen versucht und der Seelen vergiftet und ihnen das Göttliche Leben raubt. Dieser 'Geist', der durch Satan und sein Gefolge verkörpert wird, wird gerade als 'Antichrist' bezeichnet, weil er der absolute Gegenpol von all demjenigen ist, was durch Christus, dem Sohn Gottes, dem Mensch gewordenen Göttlichen Licht, der lebendigen vollendeten Liebe, verkörpert wird. Im weitesten Sinne des Wortes versteht die Herrin aller Seelen unter 'dem Antichrist': Satan, ebenso wie die Verkörperung seiner ganzen Bosheit in Menschenseelen. Jede Menschenseele wird Tag für Tag vom Satan beeinflusst und ist somit ein Boden, in welchem Samen vom Geist des Antichristen ausgestreut werden. Es kommt allerdings darauf an, wieviele Samen eine einzelne Seele zulässt, die in ihr die Gelegenheit bekommen um frei aufzublühen. Der wahre Feind der Seelen ist der Geist des Antichristen, das Ganze der Äuβerungen der Sünde, des Mangels an Liebe, der Auflehnung gegen die Prüfungen (die ja nur dazu dienen, die Finsternis aus dem werdenden Reich Gottes auf Erden zu verbannen). Aus diesem Grund soll der Antichrist für jeden Christen die Verkörperung von allem sein, was er um jeden Preis in allen inneren Verfassungen und im ganzen Tun und Lassen vermeiden soll, und soll der Antichrist als groβer Feind und Zerstörer des Ewigen Heils der Seelen und aller Werke Gottes betrachtet werden, an erster Stelle des Netzes der wahren Liebe, das alle Geschöpfe miteinander verbindet.

Der Lebensweg der Menschenseele auf Erden ist keine gradlinige Reise, er ist ein Trajekt voller Kurven, bergauf bergab, unterbrochen von Pfützen, Steinen auf dem Weg usw. Auβerdem handelt es sich da um einen Weg, der Tag für Tag häufig von den Lebenswegen von Mitgeschöpfen gekreuzt wird und mit Kreuzungen besät ist, an welchen die Seele Entscheidungen treffen muss: In welche Richtung soll es jetzt weitergehen, damit das Ewige Heil und das Wohl der Mitgeschöpfe ebenso wie die Vollendung von Gottes Werken gewährleistet sind? Gerade diese häufigen Entscheidungen bestimmen das Maβ, in dem ein Menschenleben in Gottes Augen in positivem Sinne zu Seinen Werken beiträgt oder eben der Verwirklichung Seiner Werke entgegenwirkt, weil jede Entscheidung nachweist, aus welcher Herzensverfassung die betreffende Seele ihren freien Willen gebraucht: In welchem Ausmaβ ist sie ganz an Gott und Seinem Gesetz orientiert?...

Die Gottesmutter warnt dauernd vor der Neigung unter den modernen Christen, zu oberflächlich und dadurch zu leichtfertig zu handeln, zu denken und zu fühlen. Sie meint eine Oberflächlichkeit und Leichtfertigkeit im Bereich der bewussten Empfindung des Christseins. Viele Christen erkennen kaum die tiefe Bedeutung von Worten aus dem Evangelium, von Gottes Geboten oder vom eigenen Verhalten, eigenen Worten, festen Mustern und Gewohnheiten, und fallen dadurch leicht einem Lebensmuster anheim, das für Gottes Werke in hohem Maβe unfruchtbar ist. Über diesen Weg möchte die Himmelskönigin deshalb abermals jeden Christen betont dazu aufrufen, sich voll und ganz für die Entwicklung eines gröβeren Bewusstseins hinsichtlich der Folgen einzusetzen, die sein Tun und Lassen und seine ganzen inneren Verfassungen für alle Mitgeschöpfe auf seinem Lebensweg mit sich bringen. Nicht nur durch konkrete Handlungen und Worte beeinflusst ein Mensch seine Umwelt, er tut dies genauso sehr durch alle seine Gedanken, Gefühle, Wünsche, Bestrebungen und durch dasjenige, was er auf seine Umwelt abstrahlt: Ein Mensch kann unbewusst viel Licht, aber auch viel Finsternis auf den Lebensweg von Mitgeschöpfen werfen. Deshalb ist es so wichtig, damit die wahre Lebensberufung als Christ (nämlich die Fortsetzung der Werke Christi und die Verbreitung Seines Lichts) erfüllt wird, dass jeder Christ sich unter allen Umständen des Lebens bewusst dafür einsetzt, dass diese Berufung erfüllt wird und er ein spürbarer Kanal von Licht und Liebe ist.

Der Christ darf nie aus den Augen verlieren, dass Gottes Gesetz und die Lehre Christi eine immerwährende Gültigkeit besitzen und somit unabänderlich sind. Jede Seele soll deswegen ihr Christsein so leben, wie Christus Selbst es eingesetzt hat. Jede Äuβerung von Modernismus ist ein menschliches Einschreiten und verstöβt somit gegen Gottes ewig gültiges Gesetz.

Der Christ darf sich auβerdem nicht durch die Erwägung in den Schlaf wiegen lassen, Jesus habe den Neuen Bund eingesetzt und seitdem habe Gottes Barmherzigkeit ihre höchsten Auswirkungen bekommen: Gottes Barmherzigkeit kann in der einzelnen Seele nur in dem Maβe ihre volle Wirkung erhalten wie diese Seele Gott zeigt, dass sie diese verdient, und zwar dadurch, dass sie sich von Herzen und aufrichtig dafür einsetzt, Gottes Gesetze einzuhalten. Jedes Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit seitens einer Seele, die leichtfertig an ihren Fehlern, Verstöβen, untugendhaften Gewohnheiten und unreinen Herzensverfassungen festhält, ist kühn, d.h. diese Seele geht automatisch davon aus, dass Gott auch ohne ihren Einsatz alles für sie in Ordnung bringt.

Die Menschenseele soll auch nie aus den Augen verlieren, dass jede Seele für ihr eigenes Tun und Lassen und ihre eigenen inneren Verfassungen haftet. Die Himmelskönigin weist darauf hin, dass keine einzige Seele es ohne weiteres vor Gott rechtfertigen kann wenn sie an eigenen Untugenden und finsteren Gewohnheiten und Lebensmustern festhält unter dem Vorwand, "keiner habe sie auf ihre Fehler und die Folgen derselben hingewiesen". Die Gottesmutter betont, dass der Heilige Geist und Gottes Vorsehung ständig jede Seele an Gottes Gesetz zu orientieren versuchen. Viele Entgleisungen in Seelen sind auf die Tatsache zurückzuführen, dass viele Seelen ihre eigene Empfänglichkeit für Eingebungen Gottes bereits selber dadurch blockieren, dass sie tief im Geist der Welt Wurzeln schlagen.

Im Laufe der Geschichte ist das Christentum häufig beschuldigt worden, vielen Missständen und vielem Elend in der westlichen Welt zugrunde zu liegen. Der groβe Trugschluss liegt jedoch darin, dass nicht das Christentum (mit anderen Worten: nicht die Lehre Christi) die vielen Äuβerungen des Niedergangs im Westen herbeigeführt hat, sondern im Gegenteil die vielen Seelen, welche die christlichen Werte, Normen und Gebote aus ihrem Leben verbannt haben. Nicht Gott ist schuld am Elend in der Welt, sondern die Menschenseelen, die Gottes Gesetz nicht einhalten. In dem Maβe, wie Menschenseelen gegen Gottes Gesetz der wahren Liebe verstoβen, werden die Äuβerungen von Elend, Leiden, Finsternis und Chaos in der Welt entweder zahlreicher und intensiver, oder eben weniger. Die Sünde, und nichts auβer der Sünde, ist für alle Äuβerungen der Finsternis in der Welt verantwortlich. Gott hat Seine Schöpfung vollkommen gemacht. Jedes Ungleichgewicht bringt deshalb menschliches Verhalten und menschliche Verfassungen zum Ausdruck, die nicht im Einklang sind mit Gottes Gesetz.

Gerade aus diesem Grunde richtet die Himmelskönigin diese Schrift an alle Christen in Form eines Aufrufs zur Besinnung und zum Beten in der Absicht, ein Gegengewicht gegen alle Finsternis, alles Elend, alle Bedrohung des Weltfriedens, und sogar gegen die ganze Gewalt in der Natur und in den Wetterbedingungen zu bilden. Dies alles kann in dem Maβe umgekehrt werden, wie Seelen zu einer aufrichtigen Anwendung von Gottes Gesetz zurückkehren. Gott hegt Seine diesbezüglichen Erwartungen in erster Linie uns, Christen, gegenüber. Wir haften an erster Stelle dafür, dass in der ganzen Schöpfung Gottes Gegenwart und die Äuβerungen Seiner vollendeten Liebe wieder spürbar werden.

Damit die Seele im tiefsten Sinn des Wortes Christ wird, der tatsächlich dazu fähig ist, das einmalige Vermächtnis Christi verbreiten und erschlieβen zu helfen, braucht sie eine eindeutige Richtlinie. Deswegen vermittelte die Herrin aller Seelen Myriam die nachfolgenden Hauptgrundsätze des Christseins, und bittet eindringlich darum, dass jede Seele diese häufig und tief betrachtet als Leitfaden für eine wahre Nachfolge Christi, denn sie erschlieβen in der Seele die Fähigkeit, wahrhaftig Gott ebenbildlich zu sein:

1. Der wahre Christ hegt einen unerschütterlichen Glauben an den dreieinigen Gott, an Seine Liebe, an Seinen Heilsplan, an Seine Vorsehung und an den Wert Seiner ganzen Vermittlungen in der Schöpfung. Er führt sein Leben in innigster Einheit mit Gott, in wahrer Gottesfurcht. Die Herrin aller Seelen definierte einst Gottesfurcht als "die Furcht davor, gegen Gottes Gesetz zu verstoβen, aus Liebe zu Seinen Werken, Plänen und Verfügungen. Diese 'Furcht' ist somit keine Furcht vor den Folgen solcher Verstöβe für sich selbst, und auch keine Angst vor Gott, sondern Furcht davor, dass man womöglich nicht ausreichend liebt und somit Gott manches vorenthält".

Der Antichrist setzt dem Folgendes entgegen: Unglaube, Gottlosigkeit, die Neigung, Gott einen immer kleiner werden Platz im Leben einzuräumen. Dies ist es, was sich im groβen Stil unter unzähligen Seelen zuträgt und was im Laufe der letzten Jahrhunderte an erster Stelle in der westlichen Welt immer ausgeprägter zutage tritt. So wird Gott aus Seiner eigenen Schöpfung verbannt.

2. Der wahre Christ lebt für Gottes Werke. Er erkennt voll und ganz, dass jede Seele ausschlieβlich dazu auf der Welt ist, Werkzeug für die Erfüllung von Gottes Werken zu sein. Aus diesem Grund soll der Christ in seinem ganzen Tun und Lassen und in allen Gedanken, Gefühlen, Wünschen und Bestrebungen vollkommen an Gott orientiert leben. Je nachdem mehr Seelen vollkommen aus diesen Verfassungen heraus leben, wird sich die Chance, dass Chaos, Elend und Unrecht in der Welt zustande kommen, verringern, so lautet eine formelle These der Himmelskönigin.

Für Gottes Werke leben heiβt mithin, eine möglichst weitgehende Loslösung von weltlichen Dingen anstreben. Alles, was über die Befriedigung des Lebensnotwendigen hinausgeht, fällt leicht der Finsternis anheim oder führt mindestens die Seele weg von einem Leben in Gottes Dienst. Die Seele, die keinen besonderen Wert auf stoffliche Dinge legt, lebt in der Verfassung der Vergeistigung und wird ebenfalls eine groβe Mäβigung bei der Befriedigung ihrer stofflichen Bedürfnisse anstreben.

Im Übrigen strebt der wahre Christ eine groβe Aufgeschlossenheit und Gefügigkeit gegenüber der Führung durch den Heiligen Geist an, denn Gottes Werke lassen sich nicht mit dem menschlichen Verstand vollbringen, sondern nur in inniger Verbundenheit mit Gottes Intelligenz und Weisheit.

Der Antichrist setzt dem Folgendes entgegen: Das Festhalten an der Auffassung, dass der Mensch auf Erden ist um ein Leben für sich selbst zu führen, mit allem, wozu diese Auffassung führt: der Neigung, sich selbst in vieler Hinsicht in den Mittelpunkt aller Anstrengungen zu stellen. Auβerdem versetzt er viele Seelen in Erstarrung, wodurch sie an bestimmten Auffassungen festhalten und die Neigung aufweisen, sich Gottes Wahrheit zu verschlieβen, sogar dann, wenn man ihnen die Unrichtigkeit bzw. den Unsinn ihrer eigenen Vorstellungen vorhält.

Die ganze Welt ist in hohem Maβe durch Besitzdrang vergiftet, ebenso wie durch die Neigung zur übermäβigen Befriedigung stofflicher Bedürfnisse, durch Materialismus, den Geist des Wettbewerbs, unlautere Konkurrenz und Verschwendung. Dabei ist von gröβter Wichtigkeit, dass wir uns dessen bewusst sind, dass auch sämtliche Äuβerungen des Hasses in dieser Welt letztendlich weltlichen Anhänglichkeiten zuzuschreiben sind. Dies gilt in hohem Maβe für jeden Krieg, alle Äuβerungen des Rassismus usw. Nahezu jede Form des Kampfes zwischen Geschöpfen steht in hohem Maβe mit der Tatsache im Zusammenhang, dass Geschöpfe sich gegenseitig stoffliche Güter und Besitz missgönnen und sich wegen Gütern und Besitz streiten. Die Schöpfung kann nicht tiefer abrutschen als in den Zustand, in dem das eine Geschöpf das andere als 'Feind' betrachtet: in jenem Zustand wirken nicht mehr alle Elemente innerhalb des Netzes der Schöpfung gemeinsam bei der Vorbereitung von Gottes Reich mit, sondern wirken sich die Elemente gegenseitig in unterschiedliche Richtungen entgegen und gerät das ganze System aus den Fugen.

Nur wenige Einstellungen hat der Antichrist im Laufe der Geschichte machtvoller beeinflussen können als den Materialismus (die Betonung der Befriedigung stofflicher Bedürfnisse, und demzufolge der Besitzvermehrung als Ziel an und für sich). Der Materialismus hat in der Welt im groβen Stil Wirtschaftssysteme erzeugt, die in hohem Maβe für viele Missstände verantwortlich sind, z.B. Hungersnöte in groβem Umfang in der dritten Welt, ungerechte Verteilung von Gütern, zügellose Zerrüttung der Umwelt u.a. Das Denken in der modernen Welt lässt es so vorkommen, als hätte dies alles hauptsächlich natürliche Wurzeln (wegen der Verteilung von Rohstoffen im Boden u.a.), in Wahrheit allerdings liegt der Hauptgrund im maβlosen Verfall des Fühlens, Denkens und Wollens in einer immer gröβeren Anzahl von Seelen, die in die Fallen vom Fürsten des Materialismus gegangen sind, des Erzfeindes von Gottes Werken der Liebe.

3. Der wahre Christ lebt eine bedingungslose selbstverleugnende Liebe allen seinen Mitgeschöpfen gegenüber, und zwar spontan und unter allen Umständen des Lebens, genauso wie Jesus es vorgelebt hat.

Der Antichrist setzt dem Folgendes entgegen: Jede Sucht nach Genuss, Selbstsucht, Egoismus, vor allen Dingen die Befriedigung eigener (vermeintlicher) Bedürfnisse vornehmen, nicht selten sogar dann, wenn dies einem oder mehreren Mitgeschöpfen Schaden zufügt, bis hin zur Gleichgültigkeit hinsichtlich des Schicksals und des Wohls von Mitgeschöpfen.

Der Antichrist sät mithin in viele Seelen die Neigung zur Schwärmerei, einem falschen Gefühl der Liebe (meistens zu Gott, Maria...), das jedoch vielmehr auf Phantasie und Selbsttäuschung basiert und das durch den Unwillen gekennzeichnet wird, Leiden, Unbequemlichkeiten oder Prüfungen anzunehmen. Wahre Liebe unterscheidet sich von der Schwärmerei dadurch, dass die Seele, die wahrhaftig und aufrichtig liebt, dazu bereit ist, sich auch dann tatsächlich für den Geliebten hinzugeben, wenn die Umstände des Lebens dies schwierig machen. Die schwärmende Seele ist nicht dazu bereit, bis zum Äuβersten zu gehen: Sie täuscht Liebe vor, ist allerdings nicht dazu bereit, sich selbst zu verleugnen.

4. Der wahre Christ übt spontan die Dienstbarkeit und Hilfsbereitschaft allen Mitgeschöpfen gegenüber. Er schlieβt mit Gott Bünde, kraft derer er von ganzem Herzen und bedingungslos für Mitgeschöpfe (Kinder, Ältere, Tiere...) sorgt, und er lebt auch auβer dem Rahmen dieser Bünde strikt aufgrund einer spontanen Neigung um jedem Mitgeschöpf auf seinem Lebensweg in allen seinen Nöten behilflich zu sein. So macht sich der Christ zum Halt für seine Mitgeschöpfe, wodurch er diesen hilft um ihre spezifische Lebensaufgabe möglichst fruchtbar zu erfüllen.

Der Antichrist setzt dem Folgendes entgegen: Die Neigung, gedient werden zu wollen, Mitgeschöpfe ihrem Schicksal zu überlassen (d.h. sie zu vernachlässigen bzw. ihnen nicht – oder nicht bedingungslos – in ihren Nöten beizustehen), und Bünde der Fürsorglichkeit zu brechen.

5. Der wahre Christ führt ein Leben der Weihe, der vollkommenen Hingabe an den Dienst an Gottes Werken. Die Weihe ist ein Bund, kraft dessen die Seele ihr ganzes Wesen und ihr ganzes Leben ausdrücklich Gott zur Verfügung stellt als wären diese Rohstoffe, aus denen Gnaden des Heils für die ganze Schöpfung bereitet werden können. Der goldene Weg der Weihe ist jener der intensiv gelebten vollkommenen Weihe an Maria.

Der Antichrist setzt dem Folgendes entgegen: Die Neigung zur Auflehnung, zum Widerstand, die Neigung um nur für die Befriedigung eigener Lebensvorstellungen zu leben, den eigenen Weg Himmlischen Inspirationen und Belehrungen vorzuziehen, die Neigung um sich selbst und eigene Bedürfnisse für wichtiger zu halten als jene von Gottes Heilsplan für die ganze Schöpfung. So versucht der Antichrist möglichst viele Seelen daran zu hindern, Licht bereiten zu helfen, das letztendlich die Gründung von Gottes Reich auf Erden vorbereiten soll. Auβerdem geben sich viele Christen der Illusion hin, sie wären an Maria oder an Jesus geweiht, weil sie einst ein Weihegebet ausgesprochen haben. Falls diese Seelen allerdings diese Weihe nicht in allen Einzelheiten ihres Lebens tatsächlich in Anwendung bringen, ist keine Rede von einer Weihe. Man könnte es so betrachten, dass diese Seelen mit Gott einen Vertrag geschlossen haben, der jedoch unwirksam bleibt.

6. Der wahre Christ folgt Jesus dadurch, dass er die Kreuze des Lebens von Herzen auf sich nimmt, und dass er eine Verfassung der spontanen Buβfertigkeit, der Aufopferungsbereitschaft und der Annahme des täglichen Schicksals in Anwendung bringt. Die Seele, die jedes Kreuz verabscheut, kommt nie zur wahren Nachfolge Christi.

Der Antichrist setzt dem Folgendes entgegen: Die Neigung, alle Prüfungen und Leiden abzulehnen und das Kreuz auszubannen. Viele Christen vergessen, dass das Kreuz symbolisch für ihre Erlösung steht, und dass die Fruchtbarkeit eines Menschenlebens in hohem Maβe durch das Maβ und die Verfassung bestimmt wird, wie bzw. in welcher die Seele dadurch zur Fruchtbarkeit der (erlösenden) Werke Christi beiträgt, dass sie die eigenen Kreuze in bewusster Einheit mit Jesus trägt. Der Antichrist bringt dadurch sehr viel Finsternis auf die Schöpfung, dass er unzählige Seelen dazu anregt, dem Kreuz abzuschwören. Wegen Bequemlichkeit und bzw. oder Genusssucht sind viele Seelen sehr empfindlich für diese Versuchung. Diese Einstellung widerspiegelt sich in der ganzen Gesellschaft in der weit verbreiteten Neigung um jeden Schmerz und jede Unannehmlichkeit zu jedem Preis gleich zu beseitigen bzw. zu bekämpfen. So wird jede spontane Aufopferungsbereitschaft zum Gegenstand der Kritik.

7. Der wahre Christ strebt eine möglichst groβe bedingungslose Vergebungsbereitschaft und Bereitschaft zur Versöhnung an. Das heiβt nicht, dass alles Böse, das ein Mitmensch Ihnen zufügt, gebilligt werden soll, sondern dass Sie es anstreben, dieses Böse von Herzen mit Licht zu beantworten. Finsternis, die mit Finsternis vergolten wird, kann nicht in Licht umgewandelt werden und führt zu einem doppelten Sieg des Antichristen. Finsternis dahingegen, die mit Licht beantwortet wird, nimmt Werken des Antichristen ihre Wirksamkeit.

Parallel dazu übt der wahre Christ eine erhebliche Toleranz, die in der Neigung zum Ausdruck kommt, nicht gleich an diesem und jenem etwas auszusetzen bzw. nicht leicht negative Reaktionen von sich zu geben.

Der Antichrist setzt dem Folgendes entgegen: Die Neigung zu Groll, zu Rachsucht, Verfluchung, Verwünschung, zum 'Aug um Auge, Zahn um Zahn' Prinzip, und die häufige Versuchung von Seelen um Mitmenschen zu Unrecht von Bösem bzw. von böswilligen Absichten zu verdächtigen, sodass viele Fälle der Rachsucht vollkommen unbegründet sind und somit viel Finsternis künstlich aufrecht erhalten wird.

Der Toleranz setzt der Antichrist Neigung zu Aggression, zu Kritiksucht, zu Reizbarkeit und zur Neigung entgegen, auf alles negativ zu reagieren und bzw. oder nur die eigenen Auffassungen als die Richtigen zu betrachten.

8. Der wahre Christ lebt spontan die Demut und die Schlichtheit. Durch diese Verfassungen bekennt sich der Christ zur Erkenntnis, dass er nichts mehr ist als ein einziges Element in einem groβen Netz mit Milliarden von Knotenpunkten (allen Geschöpfen), und dass nicht er an und für sich wichtig ist, sondern lediglich die Tatsache, dass er Werkzeug für die Vollendung von Gottes Werken ist, und dass dies nur in dem Maβe Früchte einbringen kann, wie er ein reiner Knotenpunkt ist, der den Strom von Gottes Liebe durch das ganze Netz weder hemmt noch verfinstert.

Der Antichrist setzt dem Folgendes entgegen: Die Neigung zu Hochmut, Stolz, zur Jagd nach Macht und Anerkennung, zu Selbsterhebung, zu Arroganz wegen eigener vermeintlicher Gröβe oder Wichtigkeit.

9. Der wahre Christ strebt eine möglichst groβe Reinheit an. Im Grunde genommen handelt es sich da um nichts anders als um die Bestrebung, Gott ebenbildlich zu leben. Jede Menschenseele ist dazu berufen.

Der Antichrist setzt dem Folgendes entgegen: Die Verunreinigung sämtlicher Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen. Die ganze Gesellschaft ist von unzähligen Elementen von Finsternis durchdrungen, die gemeinsam das Antlitz der Welt zu einem Produkt machen, das nicht mehr ahnen lässt, dass die Schöpfung ursprünglich von Gott Selbst entworfen worden ist. Dasjenige, was wir von der Welt sehen, ist deswegen nicht mehr dasjenige, was Gott damit bezweckt hat, sondern in sehr hohem Maβe das Ergebnis vieler menschlicher Vermittlungen, die in unzähligen Fällen kaum von Gottes Geist und der Bestrebung inspiriert sind, Sein Gesetz zu erfüllen.

10. Der wahre Christ übt unter allen Umständen die Sanftmut. Diese Verfassung macht die Seele für ihre Mitgeschöpfe zu einem Kanal der Wärme und der Zärtlichkeit in allen ihren Handlungen, Worten und ihrer ganzen Ausstrahlung.

Der Antichrist setzt dem Folgendes entgegen: Die Neigung zu Jähzorn, zu Wut, zu Unfreundlichkeit, zu Distanziertheit, zu einem leichtfertigen und hemmungslosen Verletzen von Mitgeschöpfen oder zum Erfüllen des Gemüts von Mitgeschöpfen mit Kälte. Jeder Mangel an Sanftmut verbreitet Kälte über die Schöpfung und macht dadurch Gottes Gegenwart weniger spürbar.

11. Der wahre Christ lebt in allen Situationen des Lebens Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit. In dem Maβe, wie Sie aufrichtig sind, weiβ jedes Mitgeschöpf genau, woran es mit Ihnen ist. Die aufrichtige Seele täuscht nicht, lügt und betrügt nicht. Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit machen eine Seele zweckmäβiger als Halt für ihre Mitgeschöpfe und vergröβern dadurch ihren Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Werken. Die Seele soll sich dessen bewusst sein, dass alle Handlungen, Worte, Gedanken und Gefühle mit Bezug auf ein Mitgeschöpf ebenfalls mit Bezug auf Gott Selbst gelten, denn Gott spürt alles, was einem Geschöpf angetan wird, sowohl im positiven als auch im negativen Sinn. Wer ein Mitgeschöpf betrügt, betrügt auch Gott.

Der Antichrist setzt dem Folgendes entgegen: die vielen Formen der Irreführung, des Betrugs und der Lüge.

12. Der wahre Christ hegt einen aufrichtigen Respekt vor jedem Mitgeschöpf. Respekt ist die Verfassung, in welcher eine Seele sich der Würde ihres Mitgeschöpfes als Geschöpf Gottes bewusst ist und nach diesem Bewusstsein lebt. Auch in dieser Beziehung gilt durchaus, dass der Umgang mit einem Mitgeschöpf und die Verfassung, die man einem Mitgeschöpf gegenüber hegt, ebenfalls als Umgang mit Gott Selbst bzw. als Verfassung Gott Selbst gegenüber gelten. Wer ein Mitgeschöpf nicht respektiert, zeigt einen Mangel an Respekt vor einem Werk Gottes.

Der Antichrist setzt dem Folgendes entgegen: Verspottung, Demütigung, die Behandlung von Mitgeschöpfen als minderwertig. Über die ganze Welt ist dies täglich Millionen von Malen der Fall, z.B. jedes Mal dann, wenn ein Tier als Gegenstand ohne Gefühle und ohne Würde behandelt wird. Seelen sind sich oft nicht dessen bewusst, dass Gott sie sogar nach der Art und Weise richtet, wie sie mit Tieren umgehen, und nach der Verfassung ihres Herzens während sie mit Tieren umgehen. Die Herrin aller Seelen gab Myriam gegenüber bereits wiederholt ihrer tiefen Traurigkeit wegen der gewaltigen Finsternis Ausdruck, die auf dieser Welt Tag für Tag von Menschenseelen dadurch erzeugt wird, dass so häufig lieblos und respektlos mit Tieren umgegangen wird.

An dieser Stelle ist es durchaus angebracht, die Aufmerksamkeit auf die These der Herrin aller Seelen zu lenken, dass sich der Gnadenstand der ganzen Menschheit und der ganzen Schöpfung schon allein durch liebevolleren und respektvolleren Umgang von Menschenseelen mit Tieren erheblich steigern würde. Sie weist darauf hin, dass es sich da um einen Aspekt des Christseins handelt, dem durch die Jahrhunderte sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, und auf den aus diesem Grund ungeahnt gewaltig vom Antichristen eingewirkt worden ist. Maria betont die Tatsache, dass es notwendig ist, dass unter den Christen eine tiefere Erkenntnis hinsichtlich des liebevollen und respektvollen Umgangs mit Tieren Wurzeln schlägt, denn dass in Ermangelung einer radikalen Umwandlung in der Einstellung vieler Seelen ihren nichtmenschlichen Mitgeschöpfen gegenüber vielen Anstrengungen im Rahmen des letzten Kampfes in der Vorbereitung auf die Gründung von Gottes Reich auf Erden die Fruchtbarkeit geraubt werden soll. Die Gottesmutter lässt in vollem Ernst verkünden, dass der wahre Christ alle seine Mitgeschöpfe, nicht nur seine Mitmenschen, spontan als Werke Gottes, als Kanäle der Liebe betrachtet, und somit alle seine Mitgeschöpfe als solche behandelt. Jeder Mangel an Liebe im Umgang mit, und in der Einstellung gegenüber, nichtmenschlichen Mitgeschöpfen wirft einen Makel auf das Licht in dieser Schöpfung und nährt deshalb unmittelbar die Finsternis. Die Himmelskönigin erinnert daran, dass Sie bereits im Buch Die Bächlein des Heils die Haftung einer jeden Menschenseele in diesem Zusammenhang hat nachweisen lassen.

Die Herrin aller Seelen ruft alle Christen dazu auf, sich grundlegend für ein bewusstes, tiefes und bedingungsloses Leben der wahren Nachfolge Jesu Christi zu entscheiden, und führt ausdrücklich aus, dass alles Elend, alles Chaos und Unrecht in der Welt ebenso wie jegliche Bedrohung des Weltfriedens in dem Maβe beseitigt werden können, wie sich die Seelen im Tun und Lassen und in sämtlichen inneren Verfassungen entschieden aufs Neue an Gott und an der Erfüllung Seines Heilsplans für die ganze Schöpfung orientieren. Sie weist betont darauf hin, dass Gott Seine Erwartungen in erster Linie an die Christen hegt.

Jesus Christus ist Mensch in der Absicht, die Erlösung und somit das Ewige Heil loszukaufen für jede Menschenseele, die bereit sein sollte, ihren freien Willen vollkommen in Gottes Willen hinüberflieβen zu lassen. Ab Seiner Geburt im Fleisch bis hin zu Seinem Tod am Kreuz hat Er den Seelen das Vorbild des Göttlichen Lebens vorgelebt. Jedem Christ obliegt die heilige Pflicht, diesem Vorbild bewusst und gewissenhaft nachzufolgen. Es gibt für die Schöpfung keinen anderen Weg um zum vollkommenen Gleichgewicht zurückzukehren, das Gott einst geschaffen hat. Vollkommener Friede, vollkommene Harmonie zwischen allen Geschöpfen, einschlieβlich der vollkommenen Harmonie in der Umwelt und sogar in den Wetterbedingungen, ebenso wie die Verbannung aller Missstände in der Welt, dies alles ist nur in dem Maβe dauerhaft möglich, wie dem Vorbild Christi, der strikten und selbstlosen Anwendung der wahren Liebe in allem Tun und Lassen und in allen inneren Verfassungen, von allen Christen unter allen Umständen des Lebens nachgelebt wird. Rein menschliche, weltliche Lösungen können die Schöpfung nicht mehr in den Stand zurückführen, den Gott bezweckt hat.

Den Menschenseelen obliegt die Verantwortung für den Stand der ganzen Schöpfung. Der Letztere steht in direktem Zusammenhang mit dem Maβ, in dem die Menschenseelen heilig leben, oder umgekehrt, gegen Gottes Gesetz der wahren Liebe und gegen sämtliche Grundsätze verstoβen, die auf die vollkommenste Weise vom wahren Christsein verkörpert werden.

 

Auf Anordnung der Herrin aller Seelen beschlieβe ich diesen Aufruf mit dem Testament der Liebe von Jesus Christus, wie dieses mir vom Göttlichen Erlöser während der Erstellung der Ernte der Ewigen Liebe inspiriert wurde. Ich zitiere aus dem letztgenannten Buch:

Ich sehe Jesus auf der großen Terrasse des Landguts von Lazarus in Bethanien, wie ich dies ein paar Jahre zuvor bereits in einer Vision gesehen habe. Es dürfte höchstens zwei oder drei Tage vor Gründonnerstag sein, denn der Mond ist fast voll und in früheren Visionen über die Geschehnisse im Garten von Gethsemani habe ich jedes Mal gesehen, dass es in der Nacht des Verrats an Jesus Vollmond war. Ich sehe Jesus in einem intensiven Gespräch zum Ewigen Vater. Ich lese in Seinem Herzen, das vor Verzückung vibriert:

"O Mein Vater, die Stunde ist gekommen, um Dir Mein Testament der Liebe zu weihen. Zwar ist es Dir bekannt, da Unsere Herzen vor der Gründung der Erde bereits eins waren, aber trotzdem Ich will es Dir weihen, während Ich noch im Fleische bin, damit es der Menschheit zu größerem Heil gereichen möge. Geruhe, es anzunehmen, als ob es von allen Menschenseelen an Dich gerichtet würde. Ich weihe es Dir im Verborgenen, damit es offenbart werden möge, wenn Unsere Zeit dazu gekommen sein wird. Dies ist Mein Testament der Liebe: dass alle Seelen Mir nachfolgen sollen, indem sie die drei Wege Meines Lebens im Fleische auch in ihrem eigenen Leben beschreiten:

1. indem sie Dich verherrlichen und Jenen, welche von Dir gesandt werden, Deinen heiligen Namen zu vergegenwärtigen;

(Das dazugehörige Bild zeigt mir, dass Jesus hier eigentlich Sich Selbst, den Heiligen Geist und Maria meint — Jesus zeigt mir ebenfalls die Sakramente)

2. indem sie Unsere Ewige Wahrheit bekennen, nicht nur in Worten, sondern auch durch das Vorbild eines heiligen und tugendhaften Lebens;

3. indem sie den Kelch annehmen, den Unsere Vorsehung für sie bereitet hat, Tag für Tag, in Liebe und ohne Auflehnung.

Dies, Mein Vater, ist es, wonach Ich Mir so sehr sehne, damit die Seelen die Früchte ernten mögen, die Du für sie bestimmt hast. Ich Selbst bin der Acker, der die Saat in Sich trägt. Bereits ist der Pflug im Anzug. Wenige Stunden noch und sie wird die Hochzeit mit Meinem Blut schließen, damit die Saat für jede Seele reifen möge, welche die Ernte in der Stunde hüten wird, in der sie selbst dazu berufen werden soll, in Regen und Wind, unter der brennenden Sonne und unter dichten Nebeln.

O Vater, Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die wahre Liebe kennen lernen, das tiefe Wesen all Unseres Tun und Lassens und von ihrem eigenen Leben in Uns.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte spüren mögen, was ihren Gott in all Seinen Verfügungen für ihren Lebensweg und für die ganze Menschheit treibt,

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die bedingungslose Liebe erkennen als die einzige Quelle des wahren Glücks, der wahren Freude, des wahren Frohsinns, des wahren inneren Friedens.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte in sich das Feuer finden mögen, sich selbst vollkommen zu verleugnen, damit all ihre Mitgeschöpfe den wahren Frieden und das wahre Glück finden mögen, durch ihre Taten, ihre Worte und ihre Lebensweise.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte für all ihre Mitgeschöpfe Zeichen und Quelle des wahren Lichtes sein mögen: Zeichen und Quelle von Ermutigung, Hoffnung und Unterstützung.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die Liebe erkennen als das einzige Heilmittel für alle Unruhe, allen Zweifel, allen Unfrieden und alle Versuchung.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die wahre und aufrichtige Liebe erkennen als den einzigen Weg zur wahren inneren Befreiung und dadurch als den einzigen Weg zur Ewigen Glückseligkeit.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte Meine Mutter erkennen als die vollreife Frucht der Liebe und Sie in sich aufnehmen als die Stimme, das Licht und den Herzschlag ihres Gottes Selbst.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die Kraft erkennen mögen, die von der bedingungslosen Liebe ausgeht, dass sie erfahren mögen, wie das Blut ihres Gottes durch alle Beziehungen mit ihren Mitgeschöpfen in dem Maße hindurch strömt, in dem sie in all ihren Mitgeschöpfen einen Keim ihres Gottes erkennen.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die Liebe verherrlichen werden durch die vollkommene Verleugnung ihres eigenen stofflichen Lebens und ihrer eigenen stofflichen Bedürfnisse, im Bewusstsein, dass Unser Geist sie dann über ihre Schwächen erheben wird.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte verstehen mögen, dass Ich von Dir gesandt worden bin als Verkörperung des allerheiligsten Bundes der Liebe zwischen Gott und ihnen selbst.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die Liebe erkennen mögen als die Göttliche Macht, die alle Finsternis besiegt.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die Liebe erkennen mögen als die Sonne, die alle Früchte ihrer Lebenswerke reifen lässt, damit diese ihnen die ewige Seligkeit bringen werden und bereits auf Erden den wahren inneren Frieden.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte begreifen und empfinden mögen, dass jedes Leid, das sie einem Mitgeschöpf zufügen, sie ihrem Gott zugefügt haben, dass nämlich ihr Gott eine Faser Seines Herzens in all Seine Geschöpfe gelegt hat.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte lernen mögen, die unendliche Macht der erlösenden und heiligenden Liebe aus Unserem Göttlichen Herzen freizumachen durch die äußerste Anwendung der Vergebungsbereitschaft und der restlosen Versöhnung.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte Mich als die Mensch gewordene Liebe erkennen mögen, als das Vorbild für die Liebe, die durch die Annahme des Kreuzes befreit und verherrlicht, und dass sie Meine Werke erkennen und annehmen mögen als die Ernte der Ewigen Liebe".