TOTUS TUUS, MARIA !

DIE SEELE ALS 'LIEBESSKLAVIN DER HIMMELSKÖNIGIN'

(Myriam van Nazareth)

Einige Denkanstöβe zu dem überaus wichtigen Begriff der sogenannten 'Liebessklaverei' bzw. der 'Sklaverei Maria gegenüber'.

(aus den von der Himmelskönigin geschenkten Antwortbriefen und Offenbarungen)

Anlässlich des Antwortbriefes 518 wurde Myriam eine Bemerkung wegen des Begriffs 'Sklaverei Maria gegenüber' zugeführt. Es stellt sich dabei heraus, dass dieser Begriff auf manche Seelen Anstoβ erregend wirkt, weil seine wahre Bedeutung immer noch falsch, d.h. viel zu weltlich verstanden wird. Ich habe mich dazu in der 'wichtigen Anmerkung zum Brief 518' geäuβert, möchte den Seelen gleichwohl hiermit noch einmal mit mir auf eine kleine Reise durch das Paradies der Blumen mitnehmen, welche die Herrin aller Seelen durch Ihr Maria Domina Animarum Werk hat aufschieβen und pflegen lassen.

Der Begriff der 'Liebessklaverei' Maria gegenüber ist grundlegend. Wer ihn nicht so verstehen kann, wie er wirklich vom Himmel inspiriert worden ist, kann im Herzen nie die wahre Gesinnung der vollkommenen Weihe an Maria empfinden und kann somit dieses unüberbietbare Geschenk Gottes auf dem Weg zur Heiligung nicht in sich zunutze machen.

Der Begriff wurde vor gut drei Jahrhunderten vom Heiligen Grignion de Montfort geprägt, und wurde gnädigerweise von der Heiligen Jungfrau in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen im Laufe der letzten Jahre in der Tiefe dargelegt und in dieses wundervolle System eingebaut, das Sie unter der Bezeichnung Wissenschaft des Göttlichen Lebens in die Herzen zu hinterlegen bemüht ist. Ich zitiere zunächst aus Antwortbrief 402:

'Liebessklaverei' gegenüber Maria und die 'Herrschaft' Mariä sollten in der Seele keine Gedanken auslösen, die sie an ein totalitäres Regime erinnern. In den Augen der Welt sind diese Begriffe sehr oft ein Anstoß. Dabei stellen diese ganz im Gegenteil die absolute Verherrlichung des Gipfels der Liebe dar. Schauen Sie:

Gott respektiert uneingeschränkt den freien Menschenwillen. Er zwingt keine Seele zu etwas. Marias Wille ist hundertprozentig völlig identisch mit dem Willen Gottes, somit zwingt auch Sie niemanden zu etwas. Jede Seele kann sich zu jeder Zeit freiwillig aus der besonderen Liebesbeziehung zur Herrin aller Seelen zurückziehen. Maria ruft, bittet, lädt ein und argumentiert aus der Ewigen Göttlichen Wahrheit heraus, aus welchen Gründen Sie die Seele ruft, bittet und einlädt. Ihr Beweggrund ist nur jener: Sie will jede Seele an Sich ziehen, weil alles, was in Marias Herzen 'bearbeitet' und unmittelbar aus Marias Herzen Gott übermittelt wird, vollkommen geheiligt und somit ein vollendetes Liebesgeschenk an Gott ist und folglich in den Augen des Allerhöchsten den Gipfel der Fruchtbarkeit innerhalb der Verwirklichung Seines großen Heilsplans erreicht hat.

Also bittet Maria — im Interesse der Seele selbst, die dadurch die Gelegenheit bekommt, sich die höchste Glückseligkeit zu erwerben — die Seele darum, Ihr ein Leben lang zu folgen, damit Sie den Lebensweg dieser Seele heiligen kann und die Seele so von innen heraus umgestalten kann, dass diese wieder den Stand der ursprünglich für sie vorgesehenen Heiligkeit erreichen kann. Maria zwingt diese Seele zu gar nichts, diese entscheidet sich ganz autonom. Geht sie auf den Ruf der Himmelskönigin ein, so öffnet sie sich selbst die Tür zu einem Leben in der unmittelbaren Gegenwart und unter der Führung, Begleitung und Belehrung der allerschönsten der jemals erschaffenen Seelen, die von Gott Selbst für den absoluten Gipfel der Vollkommenheit auserkoren worden ist.

Das Sehnen geht also von Gott und Maria aus, weil die Seele aufgrund der Erbsünde kaum noch imstande ist, sich aus sich heraus nur nach den Wegen der Heiligkeit zu sehnen. Maria sät deshalb diese Sehnsucht wie eine Himmlische Saat in die Seele. Die Seele hat selber die Wahl: Sie kann diese Saat im Rauch ihres weltlichen Denkens, Fühlens und Bestrebens ersticken lassen. Dann geschieht auch nichts Weiteres. Lässt sie diese Saat dahingegen aufblühen, dann geschieht das Wunder der Wunder: Die Seele sehnt sich von sich heraus immer inständiger nach der Gegenwart Gottes und der ständigen Führung Mariä, und der Bund des wundervollsten Austausches beginnt, sich auszuwirken: Weihe erntet Gnaden der Heiligung, dargebotene und liebevoll aufgeopferte Leiden und Prüfungen ernten die Wiedergeburt einer Seele, die allmählich ganz anders zu denken, zu fühlen, zu wünschen, zu handeln, zu sprechen und zu betrachten beginnt. Die Seele sieht ihre Welt in einem völlig neuen Licht, sie sieht diese immer mehr durch die Augen Mariä, mit Liebe erfüllt und im Einklang mit den Göttlichen Gesetzen.

Die Seele tritt in jenem Augenblick das Erbe des Göttlichen Lebens an, 'Euro um Euro'. Dies, liebe Schwester, ist die 'Herrschaft' Mariä: Sie beteiligt die Seele immer tiefer an Ihren eigenen vollendeten Eigenschaften und Einstellungen, damit sich diese Seele immer mehr dem Stand des Lebens nähern kann, welche die Seele vor der Erbsünde besaß. Maria beherrscht die Seele, ist Herrin dieser Seele, weil diese Letztere sich freiwillig in die wahre Himmlische Liebe verliebt hat, und aus diesem Grunde der Herrschaft Mariä in ihrem seelischen Leben gar nicht mehr widerstehen WILL.

Der Begriff 'Herrschaft' ist im weltlichen Kontext tatsächlich negativ belegt, weil er dort nichts mit Liebe zu tun hat. Im Himmlischen Kontext dahingegen bezieht sich die Herrschaft voll und ganz auf die gelungene Vermählung zwischen dem menschlichen und dem Göttlichen Willen, was nichts anders ist als die Verwirklichung des letztendlichen Zweckes eines jeden Menschenlebens".

Im Brief 37 heiβt es:

"Sie schreiben, Sie können sich nicht Maria weihen, weil Sie 'frei sein wollen'. Alle Schriften durch Myriam van Nazareth erläutern jedoch gerade, wie sehr die vollkommene Weihe an Maria die größte Form der Befreiung ist. Die Seele wird erst frei in dem Maße, wie sie geheiligt ist. Gerade die Heiligung ist die Absicht der vollkommenen Weihe an Maria. Maria ist ja die Brücke von der Seele zu Gott, von der Narbe der Erbsünde zur Heilung durch tugendhaftes Leben im Herzen der Königin der Liebe, von Sklaverei gegenüber weltlichem Denken, Fühlen und Leben zur vollkommenen Freiheit der Seele in der Einheit mit Maria, dem goldenen Tor zu Gottes Herzen.

Wenn Maria über Ihre 'Herrschaft' spricht und über die Seelen als 'Dienerinnen' oder sogar 'Sklavinnen der Liebe', so meint Sie gerade dies: Die Seele sollte Maria die Gelegenheit geben, in ihr alle Verführbarkeit und Schwachheit zu beherrschen, und sich so vollkommen in den Dienst an Maria stellen wollen, dass sie sich selbst dadurch befreien helfen kann. Ich schildere Ihnen gerne das Bild, das Maria mir gegenüber einst verwendete:

Die Seele ist gefangen in einem Kerker von weltlicher Verführbarkeit, Schwachheit und Untugend. Maria wartet draußen vor der Tür mit allen Gnaden, welche die Seele braucht, um neues Licht, Nahrung, Frieden und Glück zu erhalten und völlig frei zu werden von ihren weltlichen Bindungen. Aber die Tür des Kerkers kann nur von innen aus geöffnet werden. Die Seele selbst muss durch ihren Willen, von Maria befreit zu werden, den Riegel wegschieben. Tut sie das (indem sie den Bund der Dienstbarkeit an Maria unterschreibt), so tritt Maria herein und beherrscht in der Seele Schritt für Schritt alles, was die Seele gefangen hält. Ich muss übrigens darauf hinweisen, dass Gott Selbst diese Verhältnisse so verfügt hat: Er hat Maria zur Führerin über die Himmlischen Heerschare gemacht, damit Satan von einer erschaffenen Seele erniedrigt wird. Die Vollendung des Heilsplans wird dadurch erzielt, dass sich die Seelen in den Dienst an Maria stellen, um die von Jesus gekaufte Erlösung in sich individuell zu vollenden, weil Maria die Macht erhalten hat, diesen Heiligungsvorgang einer jeden Seele, die sich Ihr hingibt, zu begleiten und ständig zu berichtigen, bis in das Herz Gottes. Ein wunderbares Geschenk..."

Ganz ähnlich hieβ es im Brief 283:

"Sklavin/Sklave Mariä zu sein, heißt: sich so restlos der Liebe und der Führung der Braut des Heiligen Geistes hinzugeben, dass die Seele selbst sich in Liebe und Licht verwandelt, und was ist dies denn anders als... die Vollendung der Heiligung und der höchstmögliche Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan?"

Im Brief 274 heiβt es:

"Die Sklaverei der Himmlischen Herrin gegenüber ist eine Lebenseinstellung, in welcher die Seele so vollkommen in den Bann der vollendeten Liebe kommt, dass sie sich Schritt für Schritt selber in Liebe verwandelt und dadurch in den Stand versetzt wird, die Herzensverfassung der Geliebten (Maria) so sicher nachzuempfinden, dass sie einfach wie von Natur aus für dasjenige lebt, was die Geliebte (Maria) von ihr verlangt. Es ist dabei also die Rede von ungehemmter Hingabe aus reiner selbstverleugnender Liebe. Ohne dieses letzte Element würde diese Beziehung völlig unfruchtbar bleiben. Eigentlich ist dieser Zustand mit einem Holzklotz vergleichbar, der auf einem Wildbach treibt. Er denkt nicht nach, fürchtet sich nicht, lässt sich einfach dorthin treiben, wohin ihn das Wasser bringt. Das Wasser ist sozusagen Herr des Baches, nicht der Klotz. So beherrscht die Herrin (das Wasser) den Lebensweg (den Bach) der Seele (des Klotzes)".

Die Ergründung der 'Liebessklaverei' war im Übrigen das Hauptthema des Briefes 275:

"Maria gibt Sich durch dieses Apostolat in Ihrer höchsten Eigenschaft als Herrin aller Seelen bekannt. Wenn Sie von 'Sklaverei' Ihr gegenüber spricht, meint Sie damit keineswegs, dass die Seele ihren freien Willen aufgeben müsste. Maria respektiert den freien Willen einer jeden Seele voll und ganz als das Wertvollste, das Gott ihr geschenkt hat, nämlich als Schlüssel zur Heiligung. Wenn sich die Seele, die sich vollkommen und bedingungslos Maria hingibt, 'Liebessklave' nennt, so bezeichnet sie damit lediglich die Rolle, die sie ab dieser bedingungslosen und vollkommenen Weihe zu erfüllen berufen ist: die Rolle als Dienerin Mariä in jeglicher Hinsicht. Die Seele, die mit Maria den heiligen Bund der vollkommenen Weihe eingeht, akzeptiert dadurch ausdrücklich, dass Maria, die ja von Gott Selbst zur Führerin im Kampf gegen die Finsternis zur Erschließung der Erlösungswerke Christi in der individuellen Seele berufen worden ist, die Macht besitzt, die Seele zum Heil zu führen und ihre sämtlichen Prüfungen, Leiden an Körper, Herz und Seele und ihren ganzen Lebensweg mitsamt allen ihren Anstrengungen auf dem Weg zur Heiligung in Heil für die ganze Schöpfung umzuwandeln. Maria ist der Transformator, der dies alles in Rohstoff für die Spendung von Gnaden umsetzt.

Durch die vollkommene und bedingungslose Weihe wird die Seele voll und ganz Dienerin derjenigen, die Führerin im Kampf gegen die Werke der Finsternis ist. Dadurch wird alles, was die Maria geweihte Seele der Herrin der Himmlischen Heerscharen darbietet, in Waffen zur Unterminierung der Werke der Finsternis umgeschmiedet. Die Seele ist also Dienerin Mariä, wird aber zur 'Sklavin' durch die Himmlische, vollendete Liebe: Maria setzt Sich die Neugestaltung der Ihr geweihten Seele zum Ziel, Sie macht aus ihr ein Werkzeug der wahren Liebe, denn nur in dem Maße, wie sich die Seele selbst allmählich in Liebe verwandeln lässt, werden alle ihre Werke, ihre Prüfungen, ihre Schmerzen, Krankheiten, Lasten, Herzeleid usw. zu Werken von Licht, welche die Wirksamkeit der Werke der Finsternis Schritt für Schritt verringern.

Da liegt also die tiefe Bedeutung dieses Begriffs des 'Sklaven Mariä': Die Seele ist 'Dienerin', weil sie sich selbst und alle ihre Handlungen, Erfahrungen und Empfindungen in den Dienst an Maria (und durch Sie in den Dienst Gottes) stellt, wird aber zur Sklavin durch die innere Umgestaltung in eine Herzensverfassung, die sie auf die wahre Heiligkeit vorbereitet: jene der Empfindung immer höherer Ebenen der wahren Liebe, die es ihr ermöglichen, sich völlig selbstlos den Wünschen Gottes und den Erfordernissen Seines Heilsplans hinzugeben. Die Seele bietet sich dabei allmählich so spontan Maria dar, dass von einer Sklaverei der Liebe gegenüber Maria die Rede ist. Die Hingabe des Selbst, die selbstlose Aufopferung aller Einzelheiten des Alltags, erfolgt deswegen, weil die Seele zu der inneren Erkenntnis gelangt ist, dass sie dadurch den goldenen Weg zum Heil gefunden hat und von der wahren Liebe angetrieben wird, diesem Weg aus reiner Überzeugung zu folgen. Die Seele wird in dem Sinne zur 'Sklavin Mariä', dass sie im Licht dieser Erkenntnis und in der Empfindung dieser Liebe wie von selbst Maria uneingeschränkt ergeben ist.

Der/die 'Sklave/Sklavin Mariä' ist wahrhaftiges Eigentum Gottes, indem er freiwillig alle seine Werke, seine inneren Gesinnungen und Verfassungen und alle Einzelheiten seines Lebensweges in Rohstoff für Lichtwerke umwandeln lässt. Solange die Seele die Sünde und die ganze Verhaltensatmosphäre, die zur Sünde Anlass gibt, mehr liebt als sie die Werke und Pläne Gottes liebt, verschenkt sie sich im Grunde genommen dem Bösen. Da Maria in diesem ganzen Vorgang der Ausführung von Gottes Werken und der Vorbereitung derselben in den Menschenseelen die Bevollmächtigte Gottes ist, verfügt Sie uneingeschränkt über die Ihr geweihte Seele, führt und begleitet Sie diese auf dem Weg zur Heiligung und vollzieht Sie, unter der Voraussetzung der freiwilligen Mitwirkung von Seiten der Seele selbst, deren Neugestaltung in ein Werkzeug des Lichtes. Die Maria geweihte Seele ist ganz durch Maria Eigentum Gottes. Maria ist ein Geschöpf, ist aber von Gott Selbst dazu bestimmt worden, Spiegel Seiner Werke und Brücke zu Seinem Herzen zu sein.

Der Hauptgrund, wieso Gott es bevorzugt, dass die Seele durch Maria zu Ihm geht und sich Maria zum Vorbild setzt, liegt darin, dass Gott Seine Werke erst dann als vollendet betrachtet, wenn sie durch die freiwilligen Beiträge und die freiwillige Nachfolge von Seiten der Menschenseele ergänzt werden. Es wird dabei sozusagen ein Bund zwischen Gott und dem freien Willen der Seele vollzogen. In Maria sind die Werke Gottes in dem absolut vollendeten Maße ergänzt worden und haben in der absoluten Vollendung geblüht. Wenn sich somit die Seele völlig und ganz, uneingeschränkt und bedingungslos Maria hingibt, gibt sie sich dem Meisterwerk Gottes hin, folgt dem Meisterwerk Gottes und verehrt dieses als Spiegel der Vollkommenheit, in dem Gott den Seelen die absolute Heiligkeit vorführen will. Gott ist das Licht, Maria ist der Spiegel dieses Lichtes, der so gestaltet ist, dass er das Göttliche Licht in jede Seele an ihre individuelle Beschaffenheit genau angepasst hineinstrahlen kann. Dieser Spiegel ist so unendlich wendbar und wechselt so unfehlbar die Wirkungen, dass er sozusagen genau die Farbe und Lichtstärke weiterleitet, welche die Seele zu jedem Zeitpunkt hinsichtlich ihrer seelischen Entwicklung gerade braucht. Von den unzähligen Gründen, wieso Maria das Meisterwerk Gottes genannt werden soll, ist diese Eigenschaft als Spiegel Gottes vielleicht noch der Größte.

In Maria werden Gottes Werke in höchster Form gepriesen. Deshalb ist in der vollkommenen Weihe an die Herrin aller Seelen nicht die geringste Spur von Götzendienst, sondern darin vollzieht die Seele die höchst mögliche Verherrlichung von Gott und Seiner Lichtwerke. So hat es der Ewige Vater in der Unbefleckten Empfängnis Mariä vorbereitet und bei der Krönung Mariä im Himmel bestätigt, und so hat es der Sohn Jesus gewollt, als Er vom Kreuz herab die Seelen Seiner Mutter anvertraute, weil Sie den Weg der Heiligkeit durch und durch kannte und die Macht besaß, diese Heiligkeit in angemessenen Dosierungen in jede Seele hineinzutröpfeln.

Liebe Schwester, seien Sie unbesorgt. Ihre Vorsicht ist begründet und lobenswert. Nur die völlige Hingabe aus dem Herzen heraus, nicht die Leistungen des Verstandes, wird Ihnen allerdings das Licht der Erkenntnis der Echtheit dieses Phänomens vermitteln, denn Gottes Geist flüstert Seine Weisheit in den Wellen der Liebe. Sobald die Seele dazu kommen kann, Gottes Heilswerke und die Absichten und Wege Seines Heilsplans wirklich über all dasjenige zu lieben, was ihr die Welt oder der menschliche Verstand zu bieten haben, wird ihr die richtige Erkenntnis von der Wahrheit und dem unüberbietbaren Wert der vollkommenen Weihe an Maria, ebenso wie jene von der Wahrheit der Wissenschaft des Göttlichen Lebens, vom Heiligen Geist von selber geschenkt. In dem Maße, wie der Logik des Verstandes nicht länger die Herrschaft in der Seele gewährt wird, blüht die Himmlische Logik in der Seele aus dem Keim der Heiligkeit auf, den Gott der Seele bei ihrer Schöpfung geschenkt hat.

Liebe Schwester, das Phänomen der Sklaverei der Seele gegenüber Maria wurde bereits vom Hl. Grignion de Montfort vorgebracht, dessen Thesen kirchlich anerkannt worden sind. In dieser Zeit vertieft die Himmelskönigin in hohem Maße jene Erkenntnisse, erweitert sie und verbindet sie mit tiefen Belehrungen zum Göttlichen Leben, damit vieles vom Göttlichen Heilsplan für die Seelen verständlicher wird. Es handelt sich bei diesem Verständnis und dieser Erkenntnis aber nicht um reines Wissen und Argumentieren mit dem Verstand, sondern um eine ständig fortschreitende Entfaltung der Fähigkeit des Herzens, die Absichten und Wünsche Gottes nachzuempfinden. Mit diesen Belehrungen über das Wesen Mariä, das Wesen und die wahren Bedürfnisse der Seele und das Wesen des Göttlichen Heilsplans bezweckt Gott nur eins: die Seelen auf die Vollendung ihrer Heiligung und die Gründung von Gottes Reich auf Erden vorzubereiten. Es ist mehr als der Mühe wert, sich nach diesen Erkenntnissen zu sehnen und diesem Weg zu folgen, der unmittelbar zum Herzen Gottes führt".

Auch im gesprochenen Wort erwähnte die Himmelskönigin einige Male den Begriff der Liebessklaverei Ihr gegenüber. So sagte Sie in der Offenbarung am 21. April 2006:

"Meine Thronbesteigung in einer Seele bedeutet das Ende ihrer Sklaverei. Sklavin Mariä zu sein, bedeutet, die vollkommene Freiheit des Reiches der Himmel zu erben".

Am 20. Oktober 2006 sprach die Herrin aller Seelen:

"Sage den Seelen, dass von Ihnen eine Entscheidung verlangt wird: Ertragen sie weiterhin das Raubtier, das sie im Innern tiefer und tiefer anfrisst und zu seinen Sklaven macht, und dienen sie ihm weiterhin als ihrem Herrn, oder wählen sie eine Sklaverei, die sie frei macht und zu der Kraft der wahren Heiligkeit führen wird, nämlich die süße Sklaverei gegenüber der Herrin, die Gott Selbst für sie vorherbestimmt hat, Maria, der Königin von allem Geschaffenen?".

Zu den obigen Worten lieβ mich die Herrin später in einem Betrachtungstext schreiben:

"Es ist bemerkenswert, wie leicht es falsch verstanden wird, wenn die Rede von 'Sklaverei' Maria gegenüber ist. Dieser Begriff soll nicht nach der weltlichen Bedeutung des Wortes verstanden werden, sondern nach der spirituellen Bedeutung. In spiritueller Hinsicht ist Sklaverei das Höchstmaß an Bindung der wahren vollendeten Liebe gegenüber. Die vollendete Liebe heißt in Wahrheit 'Gipfel der Freiheit'. Die Seele, welche die wahre Liebe in sich zur Vollendung zu führen versucht, wird immer weniger die Gefangene der eigenen Schwächen, der eigenen Anfälligkeit gegenüber der Versuchung, der eigenen Verführbarkeit. Die Seele ist seit der Erbsünde Sklavin der Verführbarkeit, der Sündhaftigkeit. Je mehr die Seele an Liebe wächst, desto weniger wird sie dazu neigen, der Sünde anheim zu fallen, da die Sünde der absolute Gegenpol der wahren Liebe ist. Jede Sünde, wie gering auch immer, weist einen Mangel an Liebe Gott gegenüber auf. Aus diesem Grunde lässt sich sagen, dass sich die Seele solange versündigen wird, bis ihre Liebe vollendet ist.

Die vollkommene Hingabe an Maria bildet die Grundlage der vollkommenen Befreiung der Seele aus der Macht der Versuchungen. Maria ist die Brücke zwischen der Seele und dem Himmel. Wer sich zur Sklaverei der Himmlischen Herrin gegenüber bekennt, wird von Ihr Schritt für Schritt aus den eigenen sündhaften Neigungen befreit, und zwar in dem Maße, wie sie ihren freien Willen der Himmelskönigin abtritt. Sklavin der Königin der vollendeten Liebe zu werden, leitet die wahre Freiheit der Seele ein. Die vollendete Freiheit als Seele ist die Heiligkeit. Die Aufgabe, die Sich Maria als Herrin aller Seelen den Seelen gegenüber gesetzt hat, ist gerade die Heiligung einer jeden Seele, die sich uneingeschränkt Ihr hingibt (vollkommene Weihe) und diese Hingabe in allen Einzelheiten des Alltags in Anwendung bringt".

Sklaverei lässt den Menschen aus der weltlichen Sicht an Ketten und Seufzer, an den Kerker der Gefangenschaft dem Willen einer anderen Person gegenüber denken. Aus Himmlischer Sicht allerdings, ist die Sklaverei der Himmelskönigin gegenüber der goldene Weg in die wahre Freiheit: Sie befreit die Seele aus den Ketten der Gefangenschaft ihrer Schwächen und Untugenden gegenüber. 'Sklavin' Mariä zu sein, heiβt im wahren Sinne des Wortes: Im Herzen nichts anders mehr tun können, als der Stimme der vollendeten Liebe zu gehorchen. In Wirklichkeit wird dann die Wahre Liebe zur souveränen Herrin der Seele. Bedenken wir dabei, dass die vollendete Liebe das absolute Gegenteil der Sünde ist. In dem Maβe, wie die Seele Sklavin der Liebe ist, wird sie freier von der Sünde und verwirklicht sie in einem vollkommeneren Ausmaβ die beiden Zielsetzungen des Lebens einer jeden Seele: die eigene Heiligung, und das Leisten des höchst möglichen Beitrags zur Vollendung von Gottes Heilsplan.

Das alles bringt den Weg zum Ausdruck, den die Herrin aller Seelen durch Ihr Maria Domina Animarum Werk lehren kommt.

Ut adveniat Regnum Dei, adveniat Regnum Mariae

(damit Gottes Reich komme, möge Marias Reich kommen)

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Myriam