TOTUS TUUS, MARIA !

LICHTEXPLOSIONEN

Blütenlese aus Thesen der Himmelskönigin
bezüglich der Finsternis und der Macht des Lichts

an Myriam van Nazareth

Im Rahmen Ihrer heiligsten Mission in den Letzten Zeiten, die Menschenseelen innerlich auf ihrem Weg zur Erschlieβung der Erlösungswerke Christi in ihrem eigenen Leben zu begleiten, inspiriert die Herrin aller Seelen die Verfassung einer Blütenlese von Betrachtungen zwecks Belehrung und Ermutigung einer jeden Seele, die fest entschlossen ist, ihr Leben auf Erden im ausschlieβlichen Dienst am Licht, der einzigen Quelle aller Liebe und allen Glücks zu führen, die allmächtig und unbesiegbar ist, aber deren Wirkungen auf Erden nur in der Seele sichtbar und spürbar werden sollen, die ihre Wünsche und Erwartungen eins mit den Wünschen und Erwartungen von Gott Selbst macht.

In dieser Seele besetzt das Göttliche Licht jetzt bereits den Thron und wird der Weg ins Ewige Paradies mit ihren sämtlichen Handlungen, Worten, Gedanken, Gefühlen, Wünschen und Bestrebungen verlegt, denn sie ist im Herzen jetzt bereits mit dem Herzen und dem Willen von Gott Selbst verschmolzen.

Die Heilige Jungfrau Maria war die einzige Menschenseele aus der ganzen Geschichte des menschlichen Geschlechts, die all dies zu jedem Zeitpunkt Ihres Lebens in absoluter Vollkommenheit gelebt hat. Jede(r) von uns hat, was den Sinn und Zweck unseres Lebens betrifft, genau dasselbe Lebensprogramm wie die Gottesmutter während Sie Ihre Lebensaufgabe auf Erden erfüllte.

Die Himmlische Herrin bietet den ihr so lieben Seelen die Betrachtungen und Thesen in der vorliegenden Schrift als weitere Hilfsmittel im Rahmen der Wissenschaft des Göttlichen Lebens an, die nur ein einziges Ziel verfolgt: die Seelen für die Vollendung von Gottes Heilsplan bereit zu machen, damit diese Welt endlich zum Paradies der wahren Liebe, des wahren Friedens und der Gerechtigkeit werden möge, das Gott im Sinn hatte als Er die Schöpfung als Zeichen Seiner uneingeschränkten und absolut vollendeten Liebe verwirklichte.

In dieser Blütenlese tragen die Themen je eine Nummer. Diese Nummern deuten allerdings nicht auf eine Reihenfolge im wahren Sinn des Wortes hin. Eigentlich können die Themen in gleich welcher Reihenfolge studiert werden. Jedes von ihnen bietet Denkanstöβe, aber am Fruchtbarsten für ein tiefes Verständnis des Ganzen ist ein Studium sämtlicher Themen, wobei man berücksichtigt, dass jedes Thema engstens mit jedem anderen im Zusammenhang steht.

In dem Maβe, wie die Seelen das von der Herrin aller Seelen in der vorliegenden Schrift gelehrte Wissen vertrauensvoll in ihrem Alltag anwenden, kann und wird der Griff des Bösen auf diese Welt geschwächt werden. Der endgültige und vollständige Sieg der Himmelskönigin über Satan und seine Zerstörungswerke ist uns von Gott verheiβen worden. Dieser Sieg wird jetzt voll und ganz von der Herrin aller Seelen in Ihren Belehrungen und Anweisungen, und besonders in Ihrem gröβtenteils verborgenen Wirken in den Ihr vollkommen geweihten Seelen vorbereitet, in dem Maβe, wie diese Seelen diese Weihe tatsächlich in tiefer Selbstverleugnung in der alltäglichen Praxis in Anwendung bringen.

Diese Schrift ist ein machtvolles und besonders aussagekräftiges Zeichen dafür. Diese Schrift ist ja mit der Kraft geladen, die Nebel der Verblendung, der Lüge, der Verwirrung und der so vielseitigen Versuchung auflösen zu helfen. Wenn der Nebel aufzieht, zeigt sich ein Licht, das versucht, die Strahlen aus Gottes Herzen zu den Seelen zu bringen: die 'Frau' in Ihrer höchsten und allumfassenden Eigenschaft als Herrin aller Seelen, d.h. einschlieβlich der Teufel, und somit mit der uneingeschränkten Macht ausgestattet, seine Werke endgültig unwirksam zu machen, vorausgesetzt, und in dem Maβe, wie Menschenseelen aktiv dabei mitwirken.

Gerade dort liegt die Verheiβung dieser Sammlung, ebenso wie die Erwartung, welche die Himmelskönigin den Seelen gegenüber hegt, die dazu bereit sein werden, Gott zu Ehren diese Sammlung in ihrem Leben zunutze zu machen. Mögen viele Seelen diese Schrift so in sich aufnehmen, wie die Himmlische Herrin es bezweckt hat: als Zeichen unüberbietbarer Himmlischer Liebe.

Myriam, im Herbst 2020

LUX ENIM TENEBRAS SEMPER VINCIT
(das Licht besiegt wahrhaftig immer die Finsternis)

Verzeichnis der Themen zur Betrachtung

  1. Wir leben die finstersten Zeiten der Heilsgeschichte
  2. Die Schöpfung als Schauplatz eines Kampfes
  3. Welchen Plan hegt Satan, und wie versucht er, ihn zu erfüllen?
  4. Wie lautet Gottes Antwort auf die Strategie der Finsternis?
  5. Wie verzerrt Satan Gottes Schöpfung?
  6. Wie kann Satan die Seele des Menschen zerstören?
  7. Was ist Sünde?
  8. Was ist das Wesen der Sünde?
  9. Die Herrin aller Seelen spricht oft vom 'Licht'
10. Sünde und Bekehrung
11. Was verführt eine Seele zur Sünde?
12. Die Finsternis geht gegen Seelen auf zwei Wegen vor
13. Jede Seele kann die Finsternis besiegen
14. Die unüberwindliche Macht Mariä
15. Die Angst Satans vor allem, was Maria zu Füβen liegt
16. Aktiver Kampf gegen die Finsternis
17. Maria als Heilmittel gegen jegliche Versuchung
18. Der endgültige Sieg über die Sünde
19. Wiedergutmachung von Finsternis aus der Vergangenheit der
ganzen Menschheit
20. Die Quelle von allem Negativen
21. Reinigung von Sünden
22. Maria als Schild gegen die Finsternis
23. Kampf gegen die Finsternis als gewollter Einsatz
24. Was heiβt 'Allmacht' im Zusammenhang mit Maria?
25. Welche Änderungen führt die Sünde in der Seele herbei?
26. Auf welchen Schwächen basiert Satan seine Strategie?
27. Wie kann sich die Seele gegen die Fallen Satans wappnen?
28. Kategorien der Versuchung
29. Welche Wege geht der Versucher um sich in die Seelen
hineinzuschleichen?
30. Wie kann sich die Seele gegen Versuchungen wappnen?
31. Wie soll 'Vernichtung des Bösen' verstanden werden?
32. Die wichtigsten Quellen der Sünde
33. Erforderliche Einstellung um zur Bekehrung zu gelangen
34. Über den Triumph Mariä
35. Marias Macht über die Finsternis


Lichtexplosionen

1. Wir leben die finstersten Zeiten der Heilsgeschichte

In der Offenbarung Mariä in Ihrer höchsten Eigenschaft als Herrin aller Seelen erweist Gott den Seelen wahrscheinlich die gröβte Barmherzigkeit seit dem Kreuzestod und der Auferstehung Seines Sohnes Jesus Christus. In dieser Eigenschaft entfaltet die Himmelskönigin in Ihrer Fülle die uneingeschränkte Macht, die Gott Ihr geschenkt hat. Sie ist von Gott dazu vorherbestimmt, die Führerin im Kampf zwischen Licht und Finsternis zu sein. Die Menschenseelen haben Gottes Verheiβung vom endgültigen Sieg der 'Frau', der Himmelskönigin, in diesem Kampf erhalten. Sie hat dazu eine uneingeschränkte Macht über alle Seelen erhalten: über Engel, Heilige, Menschenseelen, ebenso wie über alle Dämonen (die Seelen, die sich selbst dadurch verdammt haben, dass sie sich freiwillig vollkommen von jeglicher Liebe losgerissen haben).

Die Finsternis (das Ganze aller verdammten Seelen und ihrer ganzen Werke und Pläne, die unmittelbar gegen Gott und Seine Werke und Pläne vorgehen und dazu inspirieren, diesen entgegenzuwirken) hat im Lauf der Jahrhunderte durch unzählige Strategien und Werke alles daran gesetzt, die Seelen von Gott wegzuziehen, damit sie verloren gehen und Gottes Werke und Pläne zerstört werden. Seelen werden millionenweise in die Irre, in Untugend und Sünde geführt und für die einzige echte Wahrheit Gottes verblendet. Aus diesem Grund scheint die Finsternis nun die Welt vollkommen zu beherrschen.

Deshalb ruft Gott die Seelen mehr als je zuvor dazu auf, sich vollkommen und bedingungslos Maria, der Herrin aller Seelen, zu weihen, die alle Ihr geweihten Handlungen, Worte, Gebete, Aufopferungen, Sühneakte, Gedanken, Gefühle und Wünsche heiligt, diese mit Ihrer absolut vollendeten Liebe bekleidet und sie mit diesem vervielfachten Wert Gott darbietet, um sie Seinen Werken hinzuzufügen.

Darin verbirgt sich in diesen Letzten Zeiten die gröβte Waffe gegen die Kräfte der Finsternis. Jede Seele, die sich Maria weiht und diese Weihe in der Praxis des Alltags intensiv lebt, hilft beim Aufbau des Fundaments von Gottes Reich auf Erden.

Durch intensiv gelebte Weihe an Maria und aktive Mitwirkung bei Gottes Werken der Liebe hilft die Seele die Hoffnung auf den endgültigen Sieg des Lichts über die Finsternis in Wirklichkeit umzusetzen.

2. Die Schöpfung als Schauplatz eines Kampfes

Gott hat Seine Schöpfung dazu vorherbestimmt, Sein Reich zu sein. Die Menschenseele sollte als Sein Meisterwerk gelten, das dieses Reich auf Erden erhalten sollte. Zu jenem Zweck musste die Menschenseele den Stand der Heiligkeit, die ihr gewährt worden war, voll erhalten. Dem Bösen, dem die Erlaubnis erteilt worden war, die Menschenseelen zu prüfen, gelang es, das erste Menschenpaar zum Ungehorsam gegenüber Gottes Gesetz zu bringen: Die Erbsünde wurde begangen, und da jede Sünde aus einem Mangel an Liebe Gott gegenüber hervorgeht, wurde gleichsam der Bund zwischen Gott und der von Ihm beabsichtigten Vertreterin Seiner Werke auf Erden, der Menschenseele, zerrissen. Dieser Bund basierte schlieβlich auf der vollkommenen Liebe und einer einwandfreien Einhaltung des Göttlichen Gesetzes.

Gott hat es nicht bei diesem Zustand bewenden lassen wollen, da Ihm alles daran lag, die Menschenseelen in den Stand der Heiligkeit zurückzuführen. Er schloss mit der Menschheit den Neuen Bund, der auf Seiner barmherzigen Liebe und einem Leben nach Seinen Gesetzen von Seiten der Seelen basieren sollte. Gottes Sohn Jesus Christus schloss den Neuen Bund am Kreuz auf und unterschrieb ihn mit Seinem Blut. Der Menschenseele wurden die Grundsätze der Ewigen Wahrheit und das Vorbild der erlösenden Macht der liebevoll angenommenen und dargebrachten Leiden geschenkt, ebenso wie das Vorbild einer erschaffenen Menschenseele, die im Stand vollendeter Heiligkeit empfangen wurde und lebte: Maria, die Frau, die:

  • als makelloser Tabernakel der Heiligsten Dreifaltigkeit zur jungfräulichen Mutter Jesu Christi auserkoren wurde;
  • Satan als absolut unüberwindliche Gegnerin vorgeführt wurde;
  • die Führung im Kampf des Lichts gegen die Finsternis erhielt.

Maria, der Himmelskönigin, die seit 2005 den Seelen als Herrin aller Seelen bekannt gegeben wird, wurde die uneingeschränkte Macht über den Bösen und alle dessen Werke von Finsternis gewährt. Diese Macht kann Sie voll gegen die Finsternis im Leben der Seelen anwenden. Dieses Wissen zu lehren und den Seelen dabei zu helfen, es im höchst möglichen Ausmaβ zu ergründen und zu erkennen, ist eine der groβen Zielsetzungen des Maria Domina Animarum Werks, das diese Thesen im Auftrag Mariä, der Domina Animarum Omnium (Herrin aller Seelen) den Seelen schenkt.

3. Welchen Plan hegt Satan, und wie versucht er, ihn zu erfüllen?

Was beabsichtigt Satan?

Die Vernichtung der Menschheit und der ganzen Schöpfung Gottes.

Wie?

Dadurch, dass er das Verhalten des Menschen für sich wirken lässt, damit es der Verwirklichung seiner Pläne dient.

Wie tut er dies konkret?

Dadurch, dass er auf die Bedürfnisse (und somit die Schwächen) des Menschen einwirkt.

Welche Bedürfnisse bzw. Schwächen, und mit welchen Folgen?

Hauptsächlich Genusssucht, Selbstsucht, Geltungsdrang, Habsucht und Neugierde. Gemeinsam führen diese zur Zerstörung des Körpers, zur Vergiftung des Herzens, zu groβer Verwirrung im Geist, Zerrüttung sozialer Beziehungen, Untergang aller Tugenden, Tötung des eigenen Gewissens, Verschwinden des Sündenbewusstseins, Ausschaltung aller christlichen Werte, sehr schnelle Zunahme der allgemeinen Gottlosigkeit, allgemeine Unzufriedenheit, sehr schnelle Verminderung der Lebensfreude, groβe Unsicherheit und vollständiges Chaos in der Gesellschaft, und eine sehr rasche Zunahme der Anzahl von Seelen, die in relativem oder absolutem Stand der Ungnade leben.

Die letztendliche Zielsetzung Satans besteht in der Gründung seines Reiches auf Erden. Die moderne Gesellschaft scheint darauf hinzuweisen, dass er dabei ist, seinen Vorsatz zu verwirklichen. Die allgemeine Atmosphäre, die Sie in dieser Zeit in Ihrem Leben wahrnehmen, ist der Atem des Bösen, der wie eine sich ständig weiter verdichtende Wolke die Welt umhüllt. Daraus entspringt alles Chaos, alle Verwirrung, Unzufriedenheit, Lieblosigkeit, Gottlosigkeit und ein allgemeines Gefühl von Unglücklichsein, das Ihr Leben jeden Tag so sehr bedroht.

Nur ein einziges Heilmittel besitzt die Kraft, die Welt in der ursprünglichen Ordnung wieder herzustellen, die Gott ihr bei der Schöpfung gegeben hatte: die Rückkehr des Menschen zur Heiligkeit, d.h. zu einem Verhalten und zu inneren Verfassungen, die für die Vollendung der Werke fruchtbar sind, die der Gott der Liebe jeden Tag wieder auf Erden vollziehen möchte, und zwar durch die Hände, Münder, Herzen, Geister und den freien Willen aller Menschenseelen.

4. Wie lautet Gottes Antwort auf die Strategie der Finsternis?

● Er hat von Anfang an den letztendlichen Sieg des Lichts verheiβen, und hat diesen in der Unbefleckten Empfängnis und der ewigen Sündenlosigkeit der Heiligsten Jungfrau Maria vorabgebildet. Eine Göttliche Verheiβung ist wie ein ewig gültiges Gesetz, das mit Sicherheit erfüllt werden soll, und zwar in der Stunde, die Gott in Seiner Ewigen Weisheit festsetzt.

● er hat Seinen Sohn Jesus Christus als Gott-Mensch in die Welt gesandt um alle Prüfungen und Leiden der menschlichen Natur zu heiligen und sie mit der Kraft der Erlösung zu bekleiden, die Erlösung der Seelen aus den verheerenden Folgen der Erbsünde zu erschlieβen, Gottes Ewige Wahrheit zu lehren, und die heiligen Sakramente einzusetzen.

● Er hat dadurch Seinen Heilsplan für die Schöpfung völlig und ganz auf dem Erlösungsmysterium gebaut, das vorsieht, dass die Kombination von den Leiden, dem Kreuzestod und der Auferstehung Christi mit allen liebevoll angenommenen und aufgeopferten (geweihten) Leiden von Menschenseelen letztendlich die Wirkungen der Werke der Finsternis zunichte machen soll.

● Er hat das Mysterium der vollkommenen, bedingungslosen und ewig währenden Weihe an die Heiligste Jungfrau Maria ins Leben gerufen als einen heiligen Bund zwischen Menschenseelen und der Gottesmutter, wobei Menschenseelen ihr ganzes Leben und ihr ganzes Wesen durch die Gottesmutter auf eine vielfach verstärkte Weise aktiv und freiwillig in Seinen Heilsplan einschalten lassen können, durch die unendlichen Verdienste der makellosen Heiligkeit der Heiligsten Jungfrau veredelt.

● Er hat die Heiligste Jungfrau in diesen Letzten Zeiten den Seelen offenbart in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen, der allumfassenden Eigenschaft, in welcher die Königin von Himmel und Erden die Seelen, die sich Ihr vollkommen hingeben, innerlich neu gestalten hilft und sie die Wissenschaft des Göttlichen Lebens lehrt, dies alles im Hinblick auf deren Bildung zu wertvollen, optimal aufgeklärten Kämpfern gegen die Finsternis und in der Absicht, ihnen zu helfen, die Erlösungswerke Christi durch aktive Mitwirkung in sich zu vollenden.

In der Wissenschaft des Göttlichen Lebens bringt Gott den Seelen die Fülle der Wahrheit und die Lehre der Wahren Liebe, der Hoffnung und der Ermutigung. Die Herrin aller Seelen ist kraft Göttlicher Vollmacht im wahrsten Sinn des Wortes Herrin über die Finsternis, und wird diese zu Gottes Zeit für immer unter Ihrem Fuβ unwirksam machen. So ist Sie dazu berufen, die Werke Christi in den Seelen erschlieβen zu helfen, und wirkt dabei wie eine Himmlische Brücke von Licht.

5. Wie verzerrt Satan Gottes Schöpfung?

Die Mächte des Bösen bemühen sich bereits seit der Erbsünde, die Seelen für sich arbeiten zu lassen. Ein sehr groβer Teil der Menschheit ist dadurch zu Sklaven Satans heruntergekommen, die (in vielen Fällen unbewusst) auf vollkommene Weise seinen zerstörerischen Plänen dienen. 'Unbewusst' heiβt nicht, dass die Seele, die sich von Satan für die Verwirklichung seiner Werke einsetzen lässt, keinen Anteil an diesen Werken hat: Eine Seele wird nur zur Sklavin Satans wenn, und in dem Maβe, wie, sie ihren freien Willen von der Finsternis besetzen lässt und sie dadurch Entscheidungen zu treffen beginnt, welche den Interessen der Finsternis dienen.

Die Seele dient Satan oft viel beständiger und viel begeisterter, als sie Gott zu dienen weiβ. Warum ist das so? Weil der Mensch dabei meint, sich für seine eigenen Nöte einzusetzen, während er in Wirklichkeit dem Bösen dient und hilft, Gottes Schöpfung zu zersetzen, denn viele scheinbare Nöte von Menschenseelen sind in Wirklichkeit unechte Bedürfnisse, die ihnen von der Finsternis inspiriert werden, damit sie die Pläne und Werke der Finsternis vollenden helfen.

Satan zersetzt Gottes Schöpfung dadurch, dass er auf die Bedürfnisse des Menschen einwirkt. Bedürfnisse bilden die Ursache der Schwachheit des Menschen. Wer Bedürfnisse spürt, ist für sein Wohlbefinden von ihrer Befriedigung abhängig. Satan hat von Anfang an begriffen, dass er den Menschen vollkommen in seine Macht bekommen wird, sobald es ihm gelingt, die Befriedigung der Grundbedürfnisse des Menschen unter seine Kontrolle zu bringen. Wir müssen uns deshalb die Frage stellen, welche 'Schwächen' in der menschlichen Natur zu groβen Zielscheiben Satans geworden sind. Nur dann können wir ihm Seelen wegnehmen zugunsten Gottes und uns selbst zweckmäβig seinen Manipulationen widersetzen lernen. Dieses Wissen ist von gröβter Wichtigkeit, wenn wir das Reich Jesu Christi auf Erden gründen helfen wollen.

Satan gab sich nicht damit zufrieden, die lebensnotwendigen Bedürfnisse des Menschen zu beeinflussen. Er hat vor allem dafür gesorgt, dass eine stetig zunehmende Anzahl von Scheinbedürfnissen geboren wird. Es geht dabei um Dinge, die immer mehr Menschen als lebensnotwendig empfinden, während dies in Wirklichkeit nicht der Fall ist. Sehr häufig gehen diese Scheinbedürfnisse mit einer Mentalität einher, die (plötzlich oder allmählich) zur allgemeinen Norm in der Gesellschaft wird. Die Himmlische Herrin hat früher bereits darauf hingewiesen, wie sehr sich das Denken und Fühlen des Menschen im Lauf der Zeit verändert hat und welch groβer spiritueller Niedergang damit einhergegangen ist. Gott ist aus der Lebenswelt vieler Menschen entfernt worden, das Sündenbewusstsein ist erloschen und die Tür steht weit offen für Inspirationen, die nicht von Gottes Geist stammen. Der Mensch irrt dadurch immer weiter von dem Weg ab, den Gott für ihn vorgesehen hat.

6. Wie kann Satan die Seele des Menschen zerstören?

Dadurch, dass er sie in einen solchen Stand der Ungnade bringt, dass sie gemäβ dem Gesetz von Gottes Gerechtigkeit verdammt werden muss, also keinen Zugang zum Himmel bekommen kann. Dieser Stand der Ungnade ist der Zustand, der entsteht, wenn die Seele mit so vielen und bzw. oder so schweren Sünden beladen ist, dass sogar Gottes Barmherzigkeit und die Fürsprache der Himmelskönigin nicht mehr in einem solchen Maβe in Kraft treten können, dass die Seele für Gottes Freispruch bei Gottes Gericht gereinigt wird.

Satan wirkt auf die Seele durch Versuchungen (Verführungen) und Irreführungen ein, in der Absicht, ihr unaufhörlich Fallen zu spannen, die sie zu Fehltritten (Verstöβen gegen Gottes Grundgesetz der wahren Liebe, also Sünden) bringen sollen. Wenn die Seele solche Verstöβe häufig begeht, kann sie in den Stand der Ungnade fallen und gehört sie Satan.

Warum tut Satan dies?
Um Gott die Seelen zu rauben und sie zu seinen Sklaven im Reich der Hölle zu machen. Die ganze Schöpfung ist unaufhörlich in einem Kampf zwischen Gut und Böse (Licht und Finsternis) verwickelt. Dieser Kampf hat nur einen einzigen Gegenstand und ein einziges Ziel: Seelen zu gewinnen. Gott will allen Seelen die ewige Glückseligkeit schenken können, Satan dahingegen bezweckt das ewige Verderben für alle Seelen. Er ist darauf erpicht, den Menschen, der von Gott als König der Schöpfung und Spiegel von Gottes Heiligkeit gedacht war, vollkommen lächerlich zu machen und Gott dadurch zu zeigen, dass der Mensch, der vom Schöpfer mit Heiligkeit bekleidet worden war, zu nichts weniger als zu einem willenlosen Spielball in den Krallen des Bösen herunterkommen kann. Dadurch bezweckt Satan an erster Stelle Gott Selbst in Seiner Würde zu treffen.

Welche Strategie benutzt Satan, um dieses Ziel zu erreichen?
Er hat von Anfang an nach den Schwächen und Anfälligkeiten der menschlichen Natur gesucht. Keine zwei Seelen sind gleich. Die eine hat einen gröβeren oder kleineren Widerstand gegen die Versuchung als die andere. Jeder Mensch hat von Natur aus Bedürfnisse, weil er in einem Körper lebt: Nahrung, Kleidung, Unterkunft, Ruhe, medizinische Pflege… Diese Bedürfnisse müssen befriedigt werden, damit das Leben des Körpers erhalten bleibt. Diese Bedürfnisse hat Satan von Anfang an beeinflusst, und darüber hinaus hat er dafür gesorgt, dass er den Seelen noch zusätzliche 'Bedürfnisse' eingeben kann (indem er ihr einflüstert, dass sie dieses oder jenes auch absolut braucht) und dass die bereits vorliegenden Bedürfnisse vom Menschen als immer wichtiger empfunden werden.

Dadurch neigt der Mensch allmählich dazu, die Befriedigung seiner weltlichen Bedürfnisse zum einzigen Zweck seines Lebens zu machen. Damit ist der Keim des ewigen Verderbens gelegt: Satan ist darin erfolgreich, die menschliche Gesellschaft derart zu manipulieren, dass diese immer mehr der Verwirklichung der Zielsetzungen der Finsternis, des Bösen, zu dienen begonnen hat, nämlich der Zerstörung von Seelen. Wo gesagt wird, dass die Menschheit sich selbst zerstört, wäre es eigentlich genauer, zu sagen, dass Satan die Menschheit dazu anstiftet, sich selbst von ihm vernichten zu lassen, und dies freilich durch Hände und Geister, die er dadurch in seinen Dienst gestellt hat, dass sie sich von ihm missbrauchen lassen. Letztendlich ist es somit der freie Wille der Menschenseelen selbst, der die Welt dadurch in Finsternis untergehen lässt, dass er sich vom Willen Satans besetzen lässt.

7. Was ist Sünde?

Sünde ist jede Handlung, jedes Wort, jeder Gedanke oder jedes Versäumnis, durch welche die Seele eine oder aber mehrere der nachfolgenden Formen der Beschädigung zufügt:

1. Gottes Interessen wird Schaden zugefügt. Im weitesten Sinn dürfen Sie davon ausgehen, dass Sie Gottes Interessen in vielen Fällen schaden, in welchen Sie vor allem die Befriedigung Ihrer eigener Wünsche anstreben. Orientieren Sie Ihr Tun und Lassen an erster Stelle an Gottes Erwartungen.

2. Es wird Mitgeschöpfen Schaden zugefügt:

  • ihrem Leben. Zum Beispiel Mord, Abtreibung, Euthanasie...
  • ihrem Körper. Zum Beispiel Misshandlungen, nicht hinreichende oder schlechte Ernährung...
  • ihren Gefühlen. Zum Beispiel einem Mitmenschen Unfrieden ins Herz legen, ihn verletzen...
  • ihrem Geist. Zum Beispiel jemanden mutwillig in Verwirrung bringen, jemanden zur Verzweiflung treiben, geistigen Terror ausüben...
  • der Seele. Zum Beispiel jemanden an Ihrer Sünde mitschuldig machen, jemanden moralisch zwingen, Ihnen Recht zu geben, während Sie selbst im Irrtum sind, so dass er selbst ungewollt in Untugend verfällt; jemanden verfluchen oder verwünschen, ein schlechtes oder sündhaftes Beispiel geben, Ihr Kind unchristlich erziehen...
  • ihren Gütern und Besitz. Zum Beispiel Diebstahl, mutwillige Beschädigung und Zerstörung, Betrug, Erpressung...
  • ihren Beziehungen. Zum Beispiel zwischen Menschen Uneinigkeit stiften, einen Mitmenschen in Verdacht oder in Verruf bringen (Tratsch, Verleumdung, Klatsch)...
  • ihren Interessen. Zum Beispiel Ihrem Mitmenschen unehrliche Konkurrenz machen, die Bedürfnisse Ihres Mitgeschöpfes nicht ausreichend berücksichtigen.

3. Die Seele hindert sich selbst daran, die Aufgaben zu erfüllen oder die Wege zu gehen, die Gott von ihr erwartet. Zum Beispiel sich selbst vernachlässigen oder unzureichend Vorsicht walten lassen (sich selbst krank machen, Süchten anheim fallen, usw.); auch die meisten Untugenden wirken selbstzerstörerisch (Hass, Eifersucht, Verbitterung, Gefühle des Grolls, der Rache...).

8. Was ist das Wesen der Sünde?

Mit anderen Worten: Was macht eine Handlung, ein Wort, einen Gedanken, ein Gefühl oder einen Wunsch sündhaft? Mir wurden einst fünf Elemente offenbart, die in jeder sündhaften Handlung, jedem sündhaften Wort, Gedanken, Gefühl oder Wunsch vorhanden sind:

1. Die Sünde tötet oder verwundet die Gnade, die Gott Ihrer Seele gewährt hat.
Der sündhafte Akt entstellt die ursprüngliche Heiligkeit der Seele. Gott hat bei der Schöpfung der Seele eine Flamme von Heiligkeit in sie hineingelegt, ein heiliges Feuer, das auch einen kleinen Teil Seines Göttlichen Wesens enthält. Durch den sündigen Akt wird diese Flamme allmählich gelöscht, und zwar in dem Maβe desto mehr, wie die Sünden aufeinander folgen, diese schwerer sind und sie nicht oder unvollkommen gebeichtet und abgebüβt werden. Dies führt zu einer zunehmenden Kälte und Verblendung in der Seele: Das 'heilige Feuer' gibt immer weniger Wärme und Licht von sich. Jede Seele ist dazu gemeint, heilig zu leben. Heiligkeit ist die gröβte Gnade, denn sie vereinigt die Seele mit der Gottheit und gewährleistet ihr nach dem irdischen Leben die ewige Glückseligkeit im Himmel. Jeder sündhafte Akt verringert den Glanz dieser Heiligkeit und dadurch die wahre Lebenskraft der Seele.

2. Die Sünde ist ein Verstoβ gegen Gottes Willen.
Was ist Gottes Wille? Gott wünscht Sich das Heil der Seelen, die Heiligkeit der Schöpfung als Ganze und die Harmonie zwischen allen Elementen der Schöpfung. Der sündhafte Akt stört diesen ganzen Mechanismus, den Gott auf vollkommene Weise erschaffen hat. Dadurch macht die Sünde die Seele zur Verletzerin von Gottes heiligem Gesetz und legt dem Sünder eine Schuld gegen die Göttliche Gerechtigkeit in die Seele. Durch die Sünde wird der Mensch zum Störfaktor innerhalb des Systems, das Gott so makellos vorgesehen hat. Durch das Handeln, Sprechen, Denken, Fühlen oder Wollen in Abweichung von Gottes Willen wird die Seele gleichsam mit einem Flecken oder einer Wunde gekennzeichnet und verliert sie jedes Mal einen kleinen Teil ihrer ursprünglichen Schönheit.

3. Die Sünde ist eine Verleugnung der Liebe.
Jede Sünde ist letztendlich ein Verstoβ gegen die Liebe, die der Antrieb allen Lebens innerhalb der Schöpfung ist. Deswegen bildet jeder sündhafte Akt eine Störung des tiefen Wesens von allem Leben, wodurch die Nahrungs- und Kommunikationskanäle zwischen der Seele und Gott abgequetscht werden. Die Folge ist eine zunehmende 'Unterernährung' der Seele und eine wachsende Verfremdung der Seele Gott gegenüber. Gott hat der Seele alles gegeben und stellt ihr auch die gröβten Schätze im Ewigen Leben in Aussicht. Die Sünde ist wie ein Schlag, der Ihm im Tausch dafür verabreicht wird.

4. Die Sünde gleicht für Gott einer Entscheidung zugunsten des Bösen.
Diese Entscheidung heiβt jedoch eine Wiederholung des Ungehorsams der aufsässigen Engel. Jede Sünde beeinflusst den Kampf zwischen dem Licht und der Finsternis zugunsten Satans und vergröβert seine Macht über die Menschheit als Ganze. Der Ursprung jeder Sünde beruht immerhin auf einer Versuchung, einer Verführung oder einer Irreführung, die von den Kräften der Finsternis ausgeht, die versucht, die Seele von Gott wegzuziehen, um sie ins Verderben zu stürzen. Die Sünde selbst ist das Nachgeben gegenüber dieser bösartigen Einflüsterung und somit eine Entscheidung zugunsten des Bösen statt zugunsten der Reinheit, die Gott von jeder Seele verlangt. Dadurch kommt jede Sünde einer Entehrung Gottes als Schöpfer, Erlöser und Heiligmacher gleich.

5. Die Sünde lässt eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den erlösenden Leiden Christi und den Schmerzen Mariä als Miterlöserin erkennen.
Jesus ist Mensch geworden, um durch ein maβloses Leiden und den Tod am Kreuz jeder Seele guten Willens (d.h. jeder Seele, die ihren freien Willen bedingungslos mit dem Willen Gottes eins macht) den Erwerb der ewigen Glückseligkeit zu ermöglichen. Seine Leiden sind durch die Schmerzen ergänzt worden, die Seine Mutter, die Allerheiligste Jungfrau Maria, während Ihres ganzen Lebens an Prüfungen erlitten hat, vollbracht in ausdrücklichem Einklang mit Gottes Willen. Um die Früchte dieses Erlösungsplanes in Ihrem eigenen Leben in wirkliche Erlösung umzusetzen, wird von Ihnen ein Leben im Glauben an Jesus Christus als Erlöser erwartet, und ein Leben der Tugendhaftigkeit. Jeder sündhafte Akt kann von Gott als Mangel an Ehrerbietung und Liebe für das Erlösungswerk betrachtet werden. Jesus hat den Neuen Bund eingesetzt. Wir müssen diesen als einen Vertrag der Erlösung verstehen, wobei das Anteil einer jeden Seele an der Verpflichtung aus einer äuβersten Anstrengung besteht, dieses Erlösungswerkes durch ihr eigenes Tun und Lassen und ihre eigenen inneren Verfassungen würdig zu werden.

9. Die Herrin aller Seelen spricht oft vom 'Licht'

Dies hat bei manchen Seelen Anlass zur Annahme gegeben, es würde sich beim Maria Domina Animarum Werk um Esoterik handeln, und sie stützen diese Annahme auf bestimmte Begriffe und Bilder, die sie auf der Webseite der Herrin aller Seelen vorfinden. In mehreren Textstellen (nicht an letzter Stelle im Menüpunkt Ewiger Frühling) hat die Gottesmutter darauf hinweisen lassen, dass es sich da um eine Annahme handelt, die sowohl vollkommen absurd als auch eine Blamage an die Herrin aller Seelen ist.

Der Begriff vom 'Licht', dessen Sich die Himmelskönigin häufig bedient, wird manchmal falsch verstanden. Dieser Begriff, wenn er im Kontext dieses Werks benutzt wird, hat gar nichts mit Esoterik zu tun. Maria definiert das Licht als das Ganze von Gottes Führung und von den Inspirationen des Heiligen Geistes. Das Licht ist der Seinszustand Gottes, ein Zustand, der sich aus Seiner vollendeten Weisheit ebenso wie aus der Fähigkeit zusammensetzt, das Leben in der vollkommenen Göttlichen Liebe instandzuhalten. Das Licht ist die Fähigkeit alles so zu sehen, wie es in Bezug auf Gott wirklich ist. Dadurch bildet das Licht ebenfalls die Fähigkeit, die Liebe in einem heiligen Stand zu erhalten. Es lieβe sich auch so ausdrücken: Das Licht ist die Kraftquelle, aus welcher alles hervorgeht und durch welche alles Lebendige am Leben erhalten wird. Aus diesem Grund wird Gott von der Herrin aller Seelen manchmal mit der Sonne als Quelle des Lichts (= Wahrheit und Weisheit) und aller Wärme (= wahrer Liebe und wahren Friedens) für die ganze Schöpfung verglichen.

In manchen Gebeten im Rahmen von Marias Blumengarten wird darum gebeten, dass die Seele aus jeglichem Einfluss befreit werden möge, der sich nicht mit dem Licht von Gottes Liebe vereinen lässt. Konkret handelt es sich da um eine Bitte um Befreiung aus Einflüssen seitens einer jeden Kraft, die nicht Gottes Wahrheit in sich trägt, bzw. die bezweckt, Seelen für die echte Wahrheit über alles zu verblenden, einschlieβlich für die Wahrheit über sie selbst.

In den Augen der Himmelskönigin ist der zweckmäβigste Weg zu einer tiefen Reinigung und inneren Umgestaltung dieser der vollkommenen Hingabe und Weihe an Sie. In dem Maβe, wie eine Seele Ihr gehören will, sich mit ihrem ganzen Wesen Ihr verschenkt und sie diese Weihe an Maria in mehr Einzelheiten ihres Alltags in Anwendung bringt, kann die Himmelskönigin diese Seele tiefer und mehr dauerhaft umgestalten helfen. Dies heiβt mithin, dass Maria diese Seele dann viel zweckmäβiger 'innerlich' gegen die Finsternis stärken kann: Die Seele lernt ihr Umfeld und ihr Leben mit ganz anderen Augen betrachten, und zwar durch das Licht der wahren Hoffnung und der Erkenntnis, wie wertvoll eine richtige Einstellung allem Negativen gegenüber für Gott sein kann.

10. Sünde und Bekehrung

Eine Seele kann aus den unterschiedlichsten Gründen Verletzungen mit sich tragen. Im Grunde genommen verletzt sich die Seele jedes Mal, wenn sie einer Versuchung nachgegeben hat, denn in jenem Augenblick hat sie sich aus der Verbindung mit Gottes Herzen losgerissen. Durch diese Wunde verliert sie ein gewisses Maβ an Göttlichem Leben, was sie empfindlicher macht für weitere Versuchungen und ihr inneres Leben in einem gewissen Ausmaβ aus dem Gleichgewicht bringt. Die Gottesmutter kann der Seele dabei helfen, ein neues Gleichgewicht zu finden und sich von den Folgen ihres Fehltritts zu reinigen. Mag die Nacht der Sünde auch noch so dunkel gewesen sein, immer wieder folgt ein Morgen für die Seele, die diesen Morgen tatsächlich erleben will. Wenn sich die Erkenntnis von den eigenen Fehltritten mit einem Sehnen nach wahrer Liebe im Herzen verbindet, kann eine Bekehrung zustande kommen.

Bekehrung soll man sich nicht unbedingt als die Wende nach einem groβen Vergehen oder nach einem schwer sündhaften Leben vorstellen: Sich bekehren, kann die Seele täglich tun, sogar nach dem geringsten Fehltritt, denn Bekehrung ist jedes Umkehren nach der Erkenntnis dessen, dass man nicht ganz Gottes Gesetz entsprechend gehandelt, gesprochen, gedacht oder gefühlt hat, sogar in den kleinsten Dingen. Bekehrung ist wie das Sich-Erheben nach jedem Sturz unter der Bürde einer Versuchung. Keine Lebenshaltung eignet sich besser und zweckmäβiger zu diesen ständigen Bekehrungen und zu einem Rücktritt aus der ständigen Neigung zu sündigen als jene der vollkommenen Weihe an Maria insoweit diese tief im Herzen als die wahre Sinngebung für das Leben empfunden und in jedem Aspekt des Lebens gelebt wird.

Satan versucht ständig, die Seele in einer Atmosphäre gefangen zu halten, die diese erstickt. Das Leben in aufrichtiger Weihe an Maria ist wie eine sich ständig wiederholende Mund-zu-Mund Beatmung. Maria hegt und pflegt die Seele, die sich Ihr verschrieben hat und diesen Bund tatsächlich im Alltag heiligt und lebt, und Sie tut dies in einer Atmosphäre, die diese Seele freier atmen lässt, einer Atmosphäre, welche die Seele an jene erinnert, in welcher sie in Gottes Herzen erschaffen wurde.

Es lieβe sich so ausdrücken, dass die Sünde wie ein Ofen ist, der in einem kleinen Häuschen Kohlenmonoxid freisetzt: Die Seele erstickt langsam. Erkenntnis von der Sünde, und besonders die Weihe, ist wie das Öffnen aller Türen und Fenster.

Sünden brauchen keine sinnlose Verletzung zu hinterlassen. Die Sünde und die Reue können Maria geweiht werden. Ja, sogar Sünden, nicht weil diese dadurch wieder gut gemacht würden, sondern weil eine solche Weihe im Grunde genommen heiβt, dass die Seele ihren Fehltritt erkennt, sich von ihm reinigen möchte, und demütig um die Kraft bittet, diesen nicht mehr zu begehen. Eine solche Weihe kommt somit einem Schuldbekenntnis gleich, welches die Seele vor der groβen Fürsprecherin ausspricht, damit die Gnade der Vergebung und der Wiedergeburt auf einer 'sündenfreieren' seelischen Ebene bekommen werden kann.

Sünden Maria darbieten ohne aufrichtige Reue und ohne das felsenfeste Vorhaben, die inneren Verfassungen (Gefühle, Wünsche usw.) künftighin vollkommen mit selbstverleugnender Liebe zu erfüllen, ist zwecklos. Ein solches Vorgehen bereitet weder der schuldigen Seele Befreiung noch bringt es ein wiedergutmachendes Licht auf die Schöpfung herab, noch zeigt es Gott, dass die Seele es bedauert, Seine Liebe beschämt zu haben.

11. Was verführt eine Seele zur Sünde?

Maria ist das einzige Geschöpf, das jemals ein Leben geführt hat, das vollkommen frei von Sünde war. Wie jeder Mensch war auch Sie der Versuchung ausgesetzt, aber Sie hat jeder Versuchung auf wahrlich heldenhafte Weise Widerstand geboten. Ihre Macht über die Inspirationen des Bösen war vollkommen. Deshalb liegt es auf der Hand, dass Maria die meist Geeignete ist, an die eine Menschenseele ihre eigene Ohnmacht im Kampf gegen die Versuchung aufopfern und von der sie Kraft und Unterstützung zur Bildung eines gröβeren Widerstandes gegen die Versuchung erflehen kann.

Man könnte sich den Bösen wie ein Ungeheuer vorstellen, das ständig um die Burg der Seele herum schleicht, auf der Suche nach jedem bröckeligen Stein und jeder Spalte, damit es in die Burg eindringen kann. Die bröckeligen Steine und die Spalten in den Mauern sind die Schwächen der Seele, die undichten Stellen, durch welche sie das Göttliche Leben und die Gnaden verliert und durch welche der Einbrecher sich immer wieder die Herrschaft über die Burg verschafft. Der Böse studiert die Seele, ihre Neigungen, und bedient sich jeder zutage tretenden Schwäche um die Seele in seine Falle zu locken. Daher die Notwendigkeit für die Seele, ihren Charakter und ihren Willen so zu stärken, dass sie dem Einbrecher widerstehen kann, und ständig um die Vermehrung ihrer Liebe zu bitten, damit sie sich immer häufiger und beharrlicher für die Dinge des Himmels entscheiden kann.

Was verführt eine Seele zur Sünde? Sehr oft Selbstsucht, Habgier, Hochmut, Machtbegierde, Unzufriedenheit, Genusssucht, Hass, Mangel an Liebe, Mangel an Erkenntnis von Gutem und Bösem, und bzw. oder die Empfindung der Sinnlosigkeit des Lebens. Deswegen setzt die dauerhafte Befreiung aus der Sündhaftigkeit und aus der Verführbarkeit die Entwicklung von genau den entgegengesetzten Verfassungen voraus: Selbstlosigkeit, Liebe, Loslösung aus möglichst vielen materiellen Bedürfnissen, Demut, Abtötung des Selbst, Erkenntnis von Gutem und Bösem, und Sinngebung sogar bezüglich der kleinen Dinge im Leben. Das alles, und die Wege dorthin, lehrt die Herrin aller Seelen in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens. Immer wieder ergibt sich, wie wünschenswert es ist, dass eine Seele, die wahrhaftig den Weg in ein neues Leben finden möchte, sich im Rahmen eines gewissenhaft gelebten Bundes vollkommener Weihe an Maria hingibt.

12. Die Finsternis geht gegen Seelen auf zwei Wegen vor

Die Finsternis geht gegen Seelen auf zwei Wegen vor, es lieβe sich sagen: innerlich und äuβerlich.

Innerlich wirkt er durch:

  • Versuchungen
  • finstere Inspirationen
  • Beeinflussung des Gemüts
  • Angriffe gegen den Glauben, das Vertrauen, die Hoffnung und die Liebe.

Äuβerlich wirkt er durch:

  • die ganze Atmosphäre der Welt, welche er selbst durch alle Jahrhunderte hindurch von Boden auf so unterminiert hat, dass sie von seinem Denken geprägt und an der Verwirklichung seiner Ziele orientiert ist. Er sät in der ganzen Welt Verwirrung und Chaos. Verwirrung unterminiert das Bedürfnis nach Halt ebenso wie den Glauben (wenn es einen Gott gibt, wieso gibt es denn keine Sicherheiten?). Auβerdem hat er durch die Jahrhunderte einen Groβteil der Menschheit durch materialistisches und gottloses politisches, wirtschaftliches und wissenschaftliches Denken und gottlose Weltanschauungen und Philosophien vergiftet;
  • den Mitmenschen: Seelen werden gegen einander aufgestachelt, fügen sich gegenseitig Negatives zu, entmutigen sich gegenseitig. Die Finsternis kann das Leben einer Seele durch Einschreiten eines Mitmenschen zur Hölle machen, diese Seele misshandeln, foltern, entmutigen (Entmutigung lähmt die Schlagkraft einer Seele bei der Erfüllung ihrer Lebensaufgabe), sie verführen (durch Reizung des Sexualbedürfnisses), sie sogar physisch vernichten (Totschlag, Folterung, Aushungern ...).

Sehr vieles ist in dieser Welt bereits dadurch zerstört worden, dass Seelen ihre Mitmenschen verleumden, anschwärzen, als verlogen darstellen und ihnen jede Glaubwürdigkeit in den Augen anderer nehmen. Ganz besonders werden auf diese Weise Seelen angegriffen, die sich aufrichtig anstrengen, Gutes und Lichtvolles zu tun, zu sagen, anzustreben und zu verbreiten, damit auch diese Seelen in der Liebe geschwächt werden und das Vertrauen zu Gottes Schutz und zu Seinem liebevollen Wirken verlieren.

Gott macht Satan jedoch nicht ungebeten unwirksam, da es in der Natur Seiner Gesetze liegt, dass Menschenseelen ihr Leben vollkommen frei gestalten können sollen. Aus diesem Grund braucht alles Gebet und Aufopferungen, auch die Befreiung aus den Werken Satans. Gott muss gleichsam aus dem Mund (um es ganz richtig auszudrücken: aus dem Herzen) der Seele selbst erfahren, dass ihr alles daran liegt, Ihm (Gott) zu folgen und nur von Ihm und Seinen Gesetzen der Liebe geführt zu werden. Nur in dem Fall kann Gott einschreiten, auch dann, wenn von finsteren Einflüssen die Rede ist.

Ein Faktor, der es Gott erschwert, einzuschreiten, liegt darin, dass nicht viel Menschenseelen sich bewusst danach sehnen, Gottes Wirken in ihrem Leben und in der Welt absolut vorrangig zu machen, sodass Unmengen von Gebeten auf gewaltigen Widerstand prallen und somit kaum verwirklicht werden können. Es kann sehr viel Liebe, Ausdauer, Geduld und Vertrauen brauchen um bestimmte Umstände, die von Finsternis erfüllt sind, zu verändern. Dies liegt deshalb nicht an Gott, noch an irgendwelchem Unwillen seinerseits, noch an irgendwelcher Unfähigkeit seinerseits, sondern ausschlieβlich am niedrigen Gnadenstand, in den die Menschheit herabgesunken ist: Es bedarf gewaltiger Anstrengungen um die Auswirkungen der Sünde in dieser Welt einigermaβen auszugleichen. Ein hinreichender Ausgleich der Auswirkungen der Sünde würde in der Tatsache zum Ausdruck kommen, dass sich die Liebe in dieser Welt viel besser bemerkbar macht. Die Seelen würden dies als ein Gefühl wahrer Geborgenheit und innerlichen Friedens empfinden. Gerade eine solche Empfindung bringt Gottes ungehemmtes Wirken in einer Seele zum Ausdruck, so wie es im irdischen Paradies vor dem Sündenfall herrschte und so wie es im messianischen Zeitalter erneut herrschen soll.

13. Jede Seele kann die Finsternis besiegen

Die Herrin aller Seelen betonte es bereits mehrfach: Jede Seele kann den Bösen besiegen, durch die Macht einer wachsenden Liebe zu Gott und eines unerschütterlichen Glaubens an die Macht des Gekreuzigten Christus. Es kann sich für eine Seele als äuβerst zweckmäβig erweisen, finstere Einflüsse mit der Gegenwart der Himmelskönigin und einem aufrichtigen Bekenntnis zur Tatsache zu bedrohen, dass Maria ihre einzige und souveräne Herrin ist, und zwar als die goldene Brücke zu Gott Selbst, der Sie der Seele zur inneren Führerin ins Herz Christi geschenkt hat.

Die Angst des Bösen vor Maria ist unbeschreiblich. Ich habe dies mehrere Male erfahren dürfen, und die Himmelskönigin hat mich öfters zur Zeugin dieser Wahrheit gemacht. Damit der Böse sich von einer Bedrohung mit dem Namen MARIA einschüchtern lässt, ist es allerdings notwendig, dass die Seele felsenfest an die Macht der Himmelskönigin glaubt. Ich habe die Erfahrung machen dürfen, dass nichts ihn mehr überzeugt als die Anrufung des Namens MARIA von Seiten der Seele, wobei diese Letztere gleich irgendeinen Akt vollbringt bzw. ein Opfer der Selbstverleugnung zur Verherrlichung der Macht der Himmelskönigin über den Bösen und Ihrer Erhabenheit darbringt, z.B. dadurch, dass sich die Seele vor Maria auf die Knie wirft und Ihr Gebete und die freie Verfügung über sich anbietet. Dieser Nachweis, von Seiten der Seele, der Verherrlichung von Marias Macht über sie, kann den Bösen vollkommen lähmen.

Trotzdem soll berücksichtigt werden, dass manche Prüfungen, egal ob diese vom Bösen in die Wege geleitet werden oder nicht, sowieso durchstanden werden müssen, weil es Gottes Vorsehung so zugunsten der Seele verfügt (liebevoll angenommene Prüfungen bringen der Seele Früchte ein, obgleich die meisten für die Seele zu Lebzeiten verborgen bleiben sollen). Das kann daher rühren, dass:

  • die Seele bestimmte Entwicklungen machen muss, bei welchen ihr die betreffende Prüfung behilflich sein kann (Gottes Weisheit entscheidet darüber);
  • die Verwirklichung von Gottes Heilsplan zu einem bestimmten Zeitpunkt die Vollbringung bestimmter liebevoll angenommener und geweihter Leiden braucht, und Gottes Weisheit diese oder jene bestimmte Seele dazu einlädt, zu dieser Vollbringung beizutragen;

In diesen beiden Fällen ist es möglich, dass auch die selbsterniedrigende Verherrlichung an die Macht der Himmelskönigin die Seele nicht sofort befreit. Allerdings wird die Seele in einem solchen Fall – vorausgesetzt, sie schlieβt das Herz vollkommen dafür auf – irgendwie die Kraft bekommen, das benötigte Opfer zu vollbringen. Eine Prüfung, die ausdrücklich in einer Herzensverfassung, in welcher sich die Seele vollkommen eins mit der Himmelskönigin fühlt, durchstanden wird, kann im Herzen ein ganz ungewöhnliches (positives) Gefühl hinterlassen, sogar dann, wenn sich herausstellt, dass diese Prüfung eindeutig vom Bösen herbei geführt worden ist.

14. Die unüberwindliche Macht Mariä

Im Gebet 340 (das bereits im September 2001 geschrieben wurde), inspirierte die Heiligste Jungfrau einen sehr bemerkenswerten Satz: "In der unbesiegbaren Macht des Dreifaltigen Gottes und der Heiligsten Jungfrau Maria befehle ich jetzt allen Kräften der Quälerei, der Versuchung, der Täuschung und der Finsternis, von mir fortzugehen und ihre Machtlosigkeit im Licht des Kreuzes und zu Füβen der Gottesmutter zu bekennen".

Die Herrin aller Seelen möchte Sich folgendermaβen zu diesem Satz äuβern: Die Macht der Heiligsten Jungfrau Maria ist genauso unbesiegbar als jene von Gott Selbst, weil alle Macht Gottes von Seinem Willen ausgeht, und Marias Wille hundertprozentig identisch mit Gottes Willen ist (d.h.: vollkommen in Gottes Willen hinübergeflossen und völlig und ganz mit diesem Willen verschmolzen ist), und Sie während Ihres ganzen irdischen Lebens keinen einzigen Augenblick lang, sogar nicht bei der geringsten Gelegenheit, von diesem Willen abgewichen ist, weder in Taten, noch in Worten, Gedanken, Gefühlen oder demjenigen, was Sie unterlieβ. Genau diese vollkommene und ausnahmslose Gleichförmigkeit zwischen dem Willen Mariä und dem Willen Gottes berechtigt die Tatsache, dass Gott Ihr für alle Zeit und Ewigkeit eine absolut uneingeschränkte Macht gewährt hat. Aufgrund dieser Macht hatte Sie den Bösen von Ihrer Unbefleckten Empfängnis an unter Ihren Füβen, und soll Sie ihm letzten Endes unter diesen Füβen den Kopf zertreten.

Was heiβt eigentlich 'Macht'? Macht ist die Fähigkeit, die Verhaltensalternativen (die Wahl zwischen Möglichkeiten um sich zu verhalten) eines anderen Wesens zu beschränken. Anders ausgedrückt: Macht ist die Fähigkeit, ein anderes Wesen dasjenige tun zu lassen, was es eigentlich aus sich selber heraus nicht tun möchte, und dasjenige unterlassen zu lassen, was es eigentlich aus sich selber heraus lieber schon tun möchte. Aus dieser Begriffsbestimmung heraus betrachtet, ist die Macht Gottes selbstverständlich absolut. Auch die Macht der Himmelskönigin ist uneingeschränkt, weil Sie von Gott dazu bevollmächtigt ist, alle Seelen im Kampf zur Vollendung von Gottes Heilsplan zu führen:

  • Die Engel sind Ihr dabei als Diener geschenkt worden, und unterwerfen sich Ihr ohne die geringste Zögerung. Sie ist ja für sie die makellose Vertretung des vollendeten Gehorsams, des 'Hinüberflieβens-in-den-Willen-Gottes', was der Himmelskönigin Vergünstigungen ohne Ende eingebracht hat. Die Engel wissen, dass Marias Wort mit Gottes Wort identisch ist, und werfen sich deswegen genauso blitzartig zu Ihren Füβen nieder als sie es vor dem Thron Gottes tun. So verlangt es übrigens nicht Maria aus Sich heraus, sondern Gott Selbst verlangt dies von ihnen;
  • In Visionen zeigte mir die Herrin aller Seelen wiederholt, wie Sie Dämonen mühelos (d.h.: mit unfehlbarem Erfolg) zu Ihren Füβen befahl. Der einzige einschränkende Faktor, der Maria daran hindern kann, dies ununterbrochen zu tun, ist der freie Menschenwille, der sich dazu bewegen muss, Maria darum anzuflehen, diese Macht anzuwenden. Aus Sich Selbst darf Maria den Bösen und sein Gefolge nicht lähmen, weil Sie dann:
  1. gegen die Göttliche Verfügung verstoβen würde, die sagt, dass den Menschenseelen nichts aufgenötigt werden darf – auch keine Gunsterweise! – worum sie nicht selber durch Gebet bitten;
  2. gegen das Gesetz der Göttlichen Gerechtigkeit verstoβen würde, kraft dessen jede Gnade, d.h. jedes Geschenk aus Gottes Hand, 'bezahlt' werden soll, und zwar durch Aufopferungen, Gebete, Sühneakte, Verherrlichung an Gott und Seine Werke, liebevoll angenommene und geweihte Prüfungen und Leiden, und die konkrete Anwendung der wahren selbstlosen Liebe in allen Aspekten des Alltags (ebenso wie all dasjenige, was Jesus uns vorgelebt hat). Gott bittet darum, weil Er es für sehr wichtig hält, dass Menschenseelen Ihm zeigen, dass sie freiwillig genau dieselben Wünsche hegen als Er. Dies zeigen, erfolgt viel eindeutiger durch Aufopferungen und eine ganze Lebenseinstellung als durch Worte.
  • Die Menschenseelen sind Maria durch Jesus vom Kreuz herab geschenkt worden, das heiβt, Er hat die Seelen aller Zeiten unter die Obhut Seiner Mutter gestellt. Damit Maria diese Aufgabe als Behüterin und Führerin richtig erfüllen kann, muss Sie uneingeschränkt Macht über die Seelen ausüben können. Gott ist dabei so weit gegangen, dass Er Seinem Meisterwerk (Maria) die Macht gewährt hat, Seelen von innen heraus völlig 'neu zu gestalten', das heiβt: diese so zur Entfaltung bringen zu helfen, dass sie ihr ganzes Potential an Heiligung zur Entwicklung bringen können. Damit Sie dies konkret vollbringen kann, muss Maria das Verhalten der Menschenseelen vollkommen in Ihrer Macht haben können.
    Der freie Menschenwille entscheidet selber, aber diese Entscheidung ist folgenreich: Die Menschenseele ist nur dazu auf Erden, sich vollkommen zu heiligen und dadurch einen positiven Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan zu leisten. Stellt sich die Seele also nicht unter die Macht der Himmelskönigin, so verfehlt sie diesen ihr von Gott Selbst zwecks ihrer Heiligung gebotenen Weg zur völligen Entfaltung und zu einem fruchtbaren Leben.
    Aus dieser Sicht betrachtet, lieβe sich sagen: Die Menschenseele könnte dadurch als die mächtigere Partei erscheinen, dass sie über alles frei entscheiden darf. Die wahre Macht jedoch, hat die Himmelskönigin, die Herrin aller Seelen, denn im Grunde genommen kann Sie den ewigen Werdegang einer jeden Seele hochgradig bestimmen helfen.

In demselben angeführten Satz aus Gebet 340 wird den Kräften der Finsternis befohlen, ihre Machtlosigkeit im Licht des Kreuzes und zu Füβen der Gottesmutter zu bekennen. In diesem Befehl wird der Böse bereits an sein letztendliches Schicksal erinnert, in der Stunde der Gründung von Gottes Reich auf Erden unter den Füβen der Gottesmutter gedemütigt und endgültig unwirksam gemacht zu werden. Maria hatte ihn von Anfang an zu Ihren Füβen, da er gegen Sie gar nichts vermochte: Jeder seiner Versuche, Sie zu einer Sünde oder gar zu einer relativ kleineren Untugend zu verführen, scheiterte an Ihrer vollendeten Liebe und Ihrem unerschütterlichen Willen, nicht im Geringsten von Gottes Gesetz abzuweichen. Maria war die vollendete Verkörperung von Gottes Idealbild von der Menschenseele: makellos heilig. 'Heilig' bedeutet: in der Lage, Heil zu erwirken und somit der Verwirklichung von Gottes Heilsplan zuträglich zu sein.

In der Stunde, in welcher die Himmlische Herrin den Bösen endgültig unter den Füβen zertreten soll, wird dieser Akt nicht mehr Teil Ihres persönlichen Kampfes gegen den Bösen sein (so wie dies während Marias Leben auf Erden der Fall war), sondern wird er in Vertretung aller Menschenseelen erfolgen, als Zeichen dafür, dass die Menschheit nunmehr in den von Gott vorgesehenen Stand der Heiligkeit zurückgeführt worden ist. In jener Stunde wird Maria völlig und ganz 'die Frau', so wie Gott es im Buch Genesis meinte und im Sinn, wie Jesus Sie als 'Frau' ansprach: Die Frau, die dazu vorherbestimmt ist, als die verkörperte Sündenlosigkeit die Quelle der Sünde Satan, mit seinem ganzen Gefolge und seinen ganzen Werken sichtbar unter Ihren Füβen zu zermalmen, in Vertretung aller Seelen, die sich durch Sie vollkommen Gott hingegeben haben sollen.

15. Die Angst Satans vor allem, was Maria zu Füβen liegt

Im Gebet 265 (das im März 2001 geschrieben wurde) heiβt es: 'alles, was Dir zu Füβen liegt, wird vom Bösen gefürchtet'. Diese Aussage drückt eine besondere Wahrheit aus, in welcher sich ein groβes Element der Macht der Herrin aller Seelen verbirgt. Was liegt Maria zu Füβen? Gott hat Ihr alles zu Füβen gelegt, denn Sie ist unendlich weit über alles auβer Gott erhoben worden. Immerhin kann die Macht der Himmelskönigin über den Bösen und seine Werke nur in dem Maβe konkret ausgeübt werden, wie Menschenseelen Ihr tatsächlich zu Füβen liegen, und zwar aus freiem Willen. Keine Menschenseele ist zu einer von Gott bzw. von Maria erzwungenen oder auferlegten Sklaverei vorherbestimmt. Ich verweise gerne auf den Submenüpunkt Liebessklaverei, im Menüpunkt Weihe an Maria.

Wie es mir die Herrin aller Seelen seit den ersten Tagen meiner Berufung in Ihrem Dienst vorgeführt hat, entfaltet es eine ganz besondere Kraft gegen die Finsternis, wenn die Seele Maria buchstäblich möglichst oft und möglichst lange kniend zu Füβen liegt. Wichtiger noch ist allerdings die Lebensweise, durch welche die Seele im spirituellen Sinn der Himmelskönigin ununterbrochen zu Füβen liegt: die vollkommene, bedingungslose und lebenslänglich in sämtlichen Einzelheiten des Alltags aktiv gelebte Weihe an Maria. Wahrhaftig gelebte Weihe an Maria ist der Bund, durch welchen sich die Seele mit ihrem ganzen Wesen und ihrem ganzen Leben Maria hingibt. Alles, was sie ist und hat, was sie tut, denkt, sagt, fühlt und will, und was sie ganz bewusst unterlässt, wird Maria dargeboten, damit die Gottesmutter das alles im Kampf gegen die Finsternis einsetzen möge. Die Wirkungen der vollkommenen Weihe an Maria bilden ein auβerordentlich mächtiges Göttliches Mysterium, wie es die Herrin aller Seelen bereits in vielen Schriften hat nachweisen lassen.

In Visionen hat mich die Herrin aller Seelen wiederholt gnädigerweise schauen lassen, wie viel die Selbsterniedrigung einer Menschenseele zu Ihren Füβen den Bösen kostet. Er fürchtet sich sehr vor jeglichem Akt der Selbsterniedrigung einer Menschenseele zu den Füβen der Himmelskönigin, weil solche Akte ihm Zeichen der Macht der Herrin aller Seelen über jene Seele setzen, diese Akte Marias Macht verherrlichen, und eine solche Verherrlichung dazu führt, dass Sie Ihre uneingeschränkte Macht über alle Seelen (einschlieβlich der Dämonen) noch betonter zum Ausdruck bringen kann.

So ist die Menschenseele die Schlüsselfigur im ganzen Heilsgeschehen:

  • Um die Menschenseele geht es im Kampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gott und dem Bösen, zwischen Maria und der höllischen Schlange;
  • Die Menschenseele kann die Macht des Bösen über die Welt und die Seelen dadurch verstärken, dass sie sich für ihn entscheidet, seine Werke tut (indem sie in hohem Maβe auf Versuchungen, Verführungen und Täuschungen eingeht, d.h.: indem sie sich ohne viel Widerstand immer wieder versündigt), und seine Werke auch dadurch verherrlicht, dass sie alles Weltliche in den Mittelpunkt ihrer Interessen und ihres Handelns, Denkens und Bestrebens setzt;
  • Die Menschenseele kann die Macht des Bösen aber genauso sehr dadurch bändigen, dass sie sich beharrlich den Versuchungen widersetzt, der Welt und ihren Normen und Verirrungen möglichst wenig folgt, und sich dafür einsetzt, ihr Leben zu einem Weg der Heiligung werden zu lassen. Die Menschenseele kann Marias Macht, die sowieso uneingeschränkt ist (weil der Wille der Himmelskönigin völlig identisch mit dem Willen Gottes ist) zu einer tatsächlichen Allmacht über den Bösen werden lassen, indem möglichst viele Seelen sich in vollkommener, in der Praxis des Alltags richtig gelebter und angewandter Weihe an Maria restlos mit ganzem Wesen und Leben der Himmelskönigin verschenken.
    Gerade deswegen sagte die Herrin aller Seelen einst, die Seelen könnten die Welt dadurch im Nu aus den Krallen des Bösen befreien helfen, dass sie sich Ihr (Maria) zu Füβen werfen und Sie uneingeschränkt über sich herrschen lassen. Maria bekäme dadurch die Chance, Ihre Macht dazu anzuwenden, alles Böse und jegliche finstere Neigung in den Seelen auszumerzen, da Sie Ihr eigenes Herz in dem Maβe zum Herrscher im Herzen der Menschenseele werden lassen kann, wie sich diese Seele vollkommen Ihrer inneren Führung hingibt.

Die Herrin aller Seelen lässt darauf hinweisen, dass jeder Akt der Verherrlichung Ihrer Macht und Erhabenheit für den Bösen Furcht erregend wirkt, weil solche Akten in Gnaden umgesetzt werden, die sich irgendwo auf der Welt gegen ein Werk der Finsternis wenden.

Ich weise an dieser Stelle auf die auβerordentliche Gnade hin, welche den Seelen in der Vision geschenkt wurde, die unter Sonderoffenbarungen > Bekenntnis eines Dämons auf Befehl der Heiligen Jungfrau Maria vorzufinden ist.

16. Aktiver Kampf gegen die Finsternis

Die Himmelskönigin ist so mächtig, dass Sie durch ein einziges Wort, durch einen einzigen Wink, durch einen einzigen Blick eine Seele aus der Drohung seitens eines ganzen Heeres von Dämonen befreien könnte. Trotzdem verlangt Sie von der Seele eine aktive Mitwirkung im Kampf gegen alle Finsternis. Das hat mehrere Gründe.

Erstens soll die Seele durch ihre Mitwirkung nachweisen, dass sie ihren freien Willen tatsächlich dafür einzusetzen bereit ist, sich von jeder Finsternis abzuwenden und sich dem Licht Gottes zuzuwenden.

Zweitens wäre es für die Seele kaum verdienstvoll, wenn sie sich von der Macht der Himmelskönigin aus dem Kerker ihrer Finsternis 'entführen' lassen sollte. Mag die Seele noch so schwach sein, sobald sie ihren festen Willen zeigt, sich für Gott und gegen das Weltliche bzw. gegen die Versuchung und die Sünde zu entscheiden, kommt ihr die Gottesmutter entgegen. Müssen zehn Schritte gesetzt werden, so wird von der Seele der erste Schritt erwartet. Dieser gilt als Bestätigung vom Einsatz des freien Willens für den richtigen Zweck. Sehnt sich die Seele nach diesem ersten Schritt immer noch danach, selbst bei der Vollendung ihrer eigenen Erlösung mitzuwirken, so wird sich die Gnadenwirkung in Gang setzen. Wie sich dies zeigen wird, kann keiner im Voraus sagen.

Die zweckmäβigste Art und Weise, einer Seele eine dauerhafte Bekehrung bzw. ein beharrliches Entscheiden zugunsten ihrer Heiligung zu erwirken, besteht für die Himmelskönigin darin, diese Seele nicht lediglich durch Ihre Himmlische Macht über sich selbst hinaus zu erheben, sondern die Seele so zu unterrichten und sie so bei ihrer inneren Umgestaltung zu helfen, dass sich diese Seele aktiv an ihrer Befreiung beteiligen kann. So wirkt Gott unter allen Umständen, denn:

  • gerade darin liegt auch die wahre Macht einer bewusst und aktiv gelebten Weihe an Maria: Die Seele gibt sich freiwillig Maria hin;
  • gerade darin liegt die wahre Erlösung: Jesus hat die Erlösung losgekauft, aber jede Seele muss diese für sich selbst erschlieβen, mit anderen Worten: Die Erlösungswerke Christi sind die Saat, die Seele selbst muss diese Saat in sich zum Reifen bringen. Viele Christen vergessen dies immer wieder. Gott nötigt keinem etwas auf, auch nicht Seine Gnaden.

17. Maria als Heilmittel gegen jegliche Versuchung

Maria ist das Heilmittel gegen jede Versuchung. Das kann die Seele in dem Maβe empfinden, wie ihre Liebe zur Himmelskönigin wächst. In dem Maβe, wie die wahre, selbstlose Liebe im Herzen auflodert, verliert die Versuchung gleichsam ihren Reiz. Nach dem Maβ, wie eine Seele die Gottesmutter besonders liebt, wird diese Liebe diese Seele davon abhalten, dasjenige zu tun, wovon sie weiβ, dass Maria dies nicht mag bzw. dass Sie diese Dinge Selber nie tun würde. Gerade deshalb ist eine richtige Erkenntnis von den Tugenden und Untugenden und von Gottes Erwartungen den Seelen gegenüber, ebenso wie ein Grundwissen von den Verfassungen, Gesinnungen und Einstellungen der Gottesmutter Selbst und von der Art und Weise, wie Sie als Mensch auf Erden lebte, überaus nützlich, wenn nicht geradezu erforderlich.

Aus diesem Grund schenkt die Herrin aller Seelen den Seelen Ihre sämtliche Schriften im Rahmen der Wissenschaft des Göttlichen Lebens. Da es sich in dieser Wissenschaft um ein vollkommen schlüssiges System handelt, lässt sich ohne Weiteres sagen, dass sämtliche Myriam-Schriften genau dieses Wissen vermitteln, das die Seelen dazu befähigen soll, nicht nur Gutes von Bösem zu unterscheiden, sondern auch genau zu empfinden, aus welchen Gründen ein bestimmtes Verhalten oder eine bestimmte Einstellung entweder seelisch fruchtbar oder unfruchtbar ist. Im Klartext heiβt dies, dass die Wissenschaft des Göttlichen Lebens darauf abzielt, Seelen zu einer immer reineren Empfindung und Anwendung der wahren Liebe zu führen.

Dies alles hängt engstens mit einander zusammen. Jedes Mal, wenn die Seele einer Versuchung nachgibt, stellt sie dadurch eine persönliche Befriedigung über eine strikte Einhaltung von Gottes Gesetz. Es fehlt ihr somit in jenem Augenblick an wahrer Liebe zu Gott und Seinen Werken. Sobald diese Liebe gröβer wird als die Neigung, ein eigenes Bedürfnis zu befriedigen, gibt die Seele der Versuchung nicht nach. So lässt sich sagen, dass die Liebe in dem Augenblick vollkommen wäre, wenn die Seele nicht mehr die geringste Neigung in sich verspüren würde, sich zu versündigen bzw. Versuchungen nachzugeben. Das Maβ, in dem die Seele dazu neigt, Versuchungen nachzugeben, ist somit ein Gradmesser für das Maβ, in welchem sich in ihr die wahre Liebe entwickelt hat.

Es ist auβerordentlich verdienstlich, in dem Augenblick, wenn man versucht wird, zu Maria zu sagen: "Um Deinetwillen tue ich dies nicht", oder "Aus Liebe zu Dir tue ich dies nicht", oder "Dir zuliebe gebe ich dieser Neigung nicht nach". Eine solche Einstellung ist wahre Weihe, und bildet eine Abtötung, welche dem Wachstum auf dem Weg der Heiligung förderlich ist. Sogar die Überwindung einer kleinen Versuchung ist in Gottes Augen etwas Groβes, weil Er weiβ, dass dies der Seele zuweilen eine groβe Selbstüberwindung abverlangt. Ein solcher Moment ist wie ein gelungener Angriff auf die Burg des Bösen und ein Zurückschieben der Grenzen seines Reiches in der Seele.

Richtig gelebte Weihe an Maria ist eine Einstellung, die sich in mancher Hinsicht mit jener vergleichen lässt, welche man im Zustand des Verliebt-Seins in sich verspüren kann: Die Seele sehnt sich in jedem Augenblick nach dem bzw. der Geliebten, und wünscht sich nichts sehnlicher als die Einheit des Herzens. Sie will unbedingt so sein, wie der bzw. die Geliebte, weil sie eben die ganze Art und Weise, wie der bzw. die Geliebte ist, zutiefst verehrt, und weil sie ihm bzw. ihr unbedingt gefallen möchte. Etwas Ähnliches geht in der Seele vor, die sich aus reiner Liebe ganz Maria hingegeben hat: Sie will genau so sein, wie Maria war bzw. ist, und setzt alles daran, Ihr in allem zu gefallen. Sobald dieser Antrieb das ganze Wesen beherrscht, wendet sich die Seele von einer falschen Neigung nach der anderen ab, denn immer wieder wird sie die Feststellung machen: "Maria würde dies nicht mögen, Sie würde jenes nie machen, Sie würde nie so reagieren, Sie würde nie so denken, Sie würde nie so sprechen...". Wenn diese Einstellung auf genau die richtige Weise gelebt wird, führt dies eines Tages zum Tod der Versuchungen in der Seele.

18. Der endgültige Sieg über die Sünde

Die Darbietung von Wiedergutmachung für die Sünden, Fehltritte oder Versäumnisse des eigenen Lebens ist sehr kraftvoll, weil die Seele dadurch Gott gegenüber zum Ausdruck bringt, dass sie bedauert, jemals von Seinen Gesetzen abgewichen zu sein. Eigentlich heiβt dies, die Seele würde sich wünschen, sie hätte sich nie im Leben versündigt, was für den Bösen einer Demütigung gleichkommt.

Eine Wiedergutmachung entfaltet eine Wirkung, die in dem Maβe gröβer ist, wie die Seele im Willen ausharrt, die Sünden ihrer Vergangenheit nicht mehr zu begehen. Das Unterlassen der Sünde ist eine Frage des Herabbittens und des Einbauens einer Göttlichen Gnade. Die Erbsünde hat die Menschenseele sehr geschwächt. Dadurch ist der Kampf gegen die Finsternis sehr hart, verlangt er sehr viel von der Seele ab, und ist es alles andere als selbstverständlich, dass die Seele ihn gewinnt. Die Herrin aller Seelen betonte immer schon, wie wichtig es ist, dass die Seele diesen Kampf nicht alleine zu führen versucht, sondern Sie täglich um Schutz und Unterstützung bittet, da Sie ja von Gott dazu berufen worden ist, dem Bösen den Kopf zu zerschmettern, gemeinsam mit Ihren Dienern und Dienerinnen.

Erfolg im Kampf gegen die täglichen Versuchungen und die vielen Formen der Beeinflussung aus der Welt ist nicht so sehr eine Frage des Heldentums an gewissen Tagen, sondern vielmehr eine Frage der Verstärkung und Entfaltung der inneren Verfassungen der Tugendhaftigkeit von Boden auf. Man könnte sich diesen inneren Neuaufbau als das Aufziehen neuer Mauern in der Seele vorstellen, wobei der Zement des eigenen beharrlichen Willens zum Guten ständig mit dem Wasser der Gnade vermischt werden muss. Ohne dieses Wasser bleiben die neuen Mauern keinen Tag lang stehen. Gott weiβ das, und gerade deswegen schenkt er uns die Herrin aller Seelen mit Ihren Himmlischen Belehrungen, die uns die Mysterien unserer Seele aufdecken und die Anleitung vermitteln, gemäβ welcher jede Seele ihre Mauern erneuern kann und soll. Auf jeder Seite dieser Anleitung – die den Titel Wissenschaft des Göttlichen Lebens trägt – steht geschrieben, dass die Seele dies kaum ohne die Himmelskönigin tun kann.

Die Herrin aller Seelen mag noch so mächtig sein, ohne die aufrichtige und aktive Mitwirkung der Seele darf Sie nichts Konkretes tun. Sie braucht alles, was die Seele Ihr schenken kann: ihr Wesen, ihr Leben, ihren Willen (dies heiβt konkret: ihre eigenen Erwartungen, Wünsche und Vorstellungen), sogar die Reue wegen der Fehler ihres ganzen Lebens. Sobald dies alles in Ihrer Macht ist, kann Sie damit anfangen, die Schlange in der Seele zu zertreten. Unzählige höllische Schlangen sind bereits Ihren mächtigen Füβen zum Opfer gefallen. Die groβe Schlange wird zuletzt der Macht jener Füβe erliegen. So hat Gott es verheiβen. Dies soll aber erst dann vollbracht werden, nachdem sich viele Seelen der Herrin aller Seelen zu Füβen gelegt haben werden, wie ein Teppich der Verherrlichung in der Erwartung der Befreiung aus der Tyrannei der Finsternis. 'Erwartung' soll dabei nicht als passiven Zustand verstanden werden, sondern als ein geduldiges Leben sämtlicher Situationen des Lebens in einer Verfassung aktiven Einsatzes für die Vollendung aller Werke von Liebe, die Gott während des ganzen Lebens der Seele in ihr vollziehen möchte.

19. Wiedergutmachung von Finsternis aus der Vergangenheit der ganzen
Menschheit

Die Herrin aller Seelen wies bereits mehrmals darauf hin, welch besonderer Wert die Wiedergutmachung jeglicher Äuβerung der Finsternis aus der Vergangenheit hat. Der Begriff 'Wiedergutmachung' erinnert bereits daran, dass etwas 'nicht gut war', d.h.: nicht so war, wie Gottes Gesetz es haben möchte. Gottes Gesetze sind aus guten Gründen so, wie sie sind, weil sie Früchte der unfehlbaren Ewigen Weisheit und Ewigen Liebe sind, die darauf abzielen, alles so zu regeln, dass bei vollkommener Einhaltung der Vorschriften die Schöpfung in ihren ursprünglichen Stand zurückkehren kann. So sind einzig und allein die Menschenseelen schuld daran, wenn Finsternis und Elend die Hauptmerkmale der Welt zu sein und zu bleiben scheinen: Diese finsteren Entwicklungen und Zustände ergeben sich nur aus der Sünde, das heiβt, aus jeder Abweichung von Gottes Gesetz der Liebe.

Aus diesem Grund hat Wiedergutmachung immer etwas damit zu tun, dass ein Zustand des Mangels an Liebe durch die Darbietung von Liebe in irgendeiner Form ausgeglichen wird. Eine Seele begeht eine Sünde, sie (oder eine andere Seele) bietet etwas an, das von Gott als Akt der Liebe angenommen werden kann: Gebete, Handlungen oder Worte der Liebe oder der Nächstenliebe, Sühne, Weihe von Leiden oder eines ganzen Lebensweges, respektvollen Empfang eines Sakramentes, sogar die Opfergabe des eigenen Herzens.

Die Opfergabe des eigenen Herzens heiβt so viel wie das Verschenken von allem Herzeleid und vom ganzen Potential an Liebe, das die Seele irgendwie aufzubringen vermag. Das alles ist nichts anderes als ein Austausch von Licht gegen Finsternis. Besonders machtvoll sind solche Darbietungen, wenn sich die Seele auf die gröβten Gnadengaben Gottes beruft: das Kreuz Christi, die Wunden und das Blut Christi, die Leiden Christi, die Schmerzen Mariä, Ihre Unbefleckte Empfängnis.

Was passiert ist, ist passiert, daran kann man nichts ändern. Trotzdem wäre Gott kein Gott der Liebe, wenn Er nicht die Gelegenheit vorhergesehen hätte, die Wirkungen aller finsteren Dinge zu schwächen bzw. diese auszugleichen. Das ist gerade, was jede Seele tun kann, gleich mit den eigenen Fehltritten aus ihrem ganzen Leben. Dies ist der erste Schritt zur Reinigung der eigenen Seele und des Lebensweges, auf dem gleichsam alle Steine und Glasscherben entsorgt und durch Blumen ersetzt werden. Gott liebt keine Einöde, er mag lieber Blumen, die ja die Symbole des Lebens sind. Für Ihn ist es allerdings sehr viel erfreulicher, wenn Er diese nicht Selber aus dem Nichts schöpfen muss, sondern Ihm die 'Baumaterialien' für diesen Schöpfungsakt von Menschenseelen in die Hände gelegt werden, vorzugsweise durch Seine verehrte Königstochter, die Herrin aller Seelen.

Die Seele kann die Finsternis aus ihrem eigenen Leben durch eine radikale aufrichtige Umkehr ihrer inneren Verfassungen ausgleichen, um künftighin sich selbst von ganzem Herzen dem Dienst an Gott und an allen ihren Mitgeschöpfen unterzuordnen. Auβerdem ist es gut, die Aufopferungen, Kreuze und Prüfungen des Lebens auch von ganzem Herzen tragen zu lernen, im ausdrücklichen Sehnen danach, diese mögen etwas von der unermesslichen Finsternis wiedergutmachen, welche die Menschheit durch die Geschichte der Welt auf die Schöpfung herabgerufen hat. Finsternis kann einzig und allein durch aufrichtige, bedingungslose, vollkommen uneigennützige Liebe und uneigennützigen Dienst Gott und allen Mitgeschöpfen gegenüber ausgeglichen werden.

20. Die Quelle von allem Negativen

Sehr oft wird hinter negativen Vorgängen im eigenen Geist und im eigenen Herzen nicht das Wirken des Bösen geahnt. Auf den Bösen als Quelle von allem Negativen zu zeigen, soll nicht heiβen, dass die Menschenseele nicht selber für ihre negativen Verfassungen haften würde. Letzten Endes tut eine Seele deshalb etwas Böses, weil sie ihren freien Willen nicht dafür eingesetzt hat, es nicht zu tun. Der Böse ist zwar die inspirierende Kraft hinter jeder bösen Handlung, jedem bösen Wort, jedem bösen Gedanken und jedem bösen Gefühl, aber immerhin liegt gerade dort eine ständige Aufgabe für die Seele: Das ganze Leben ist in allen Einzelheiten, aus welchen es sich zusammensetzt, ein einziger ununterbrochener Kampf gegen Versuchungen, gegen alles, was hoch kommt und die Seele zu irgend etwas anregen kann, das der Heiligung der Seele und der Verwirklichung von Gottes Werken und Plänen nicht zuträglich ist.

Gerade aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass jede Seele sich selbst genügend kritisch beobachtet um die eigenen Schwächen und Verführbarkeiten aufzudecken. Nur so kann sie sozusagen die Risse in ihren Mauern finden, durch welche die höllische Schlange immer wieder in die Burg herein schleicht, in welcher Gott den Keim der Heiligkeit der Seele gelagert hat.

Ebenso wichtig ist es, das eigene Gewissen zu prüfen. Dieses Regelsystem, durch welches die Seele bei normalem (d.h. Gottes Plänen entsprechendem) Funktionieren vor jeder Abweichung von Gottes Erwartungen und von Seinen Gesetzen gewarnt wird, kann abgeschaltet werden. Dies erfolgt leicht, wenn die Seele dazu neigt, sich von weltlichem Denken und Betrachten führen zu lassen. Die Normen und Regeln der Welt weichen sehr oft von denen ab, die Gott in das Gewissen eingebaut hat. Gefährlich wird es erst recht, wenn die Seele groβe Stücke auf die Ansichten ihrer Mitmenschen hält, und ihr vieles daran liegt, was andere von ihr sagen und denken, mit anderen Worten: wenn der Mensch in den Augen seines Mitmenschen wichtig, interessant und als etwas Besonders erscheinen will.

Bedenken wir, dass sich auch darin eine List Satans verbirgt: Die meisten Seelen sind sehr empfindlich dafür, wie sie in den Augen anderer abschneiden, wie sie bewertet werden. So bekommt früher oder später jede Seele einiges von den Gesinnungen der Welt ab, die nicht im Einklang mit Gottes Gesetzen sind. Unzählige Sünden werden dadurch begangen, dass sich die sündigende Seele hinter den Meinungen und Ansichten anderer verbirgt. Da eine Mehrheit der Seelen Gott nicht mehr in den Mittelpunkt ihres Lebens setzt, lauert dort eine besonders groβe Gefahr für das Heil unzähliger Seelen. Sehr viele Seelen verlassen den schmalen Weg der Tugend dadurch, dass sie es nicht mehr wagen, 'anders' zu sein als die Mehrheit, bzw. dass sie eines Tages über sich selbst das Urteil verhängen, sie seien 'nicht normal'. Die Herrin aller Seelen warnt davor, die Seele, die sich hinter der 'Mehrheit' verbirgt, werde in der Stunde, in welcher Gott das Gericht über ihr vergangenes Leben abhält, ganz allein vor Gott und Ihr (Maria) stehen, ohne diejenigen, deren Ansichten sie ihr Verhalten immer wieder angepasst hat.

Gebet um Schutz gegen die Finsternis wird in dem Maβe wertvoller, wie sich die Seele nach einer wachsenden Fähigkeit sehnt, sich in ihrem Verhalten ebenso wie in ihrem inneren Leben ausschlieβlich von Gottes Erwartungen führen zu lassen. Konkret heiβt das eine sich verringernde Neigung, sich von Reaktionen seitens ihres Mitmenschen beunruhigen zu lassen. Die Verfassung, in welcher sich die Seele durch weltliche Ansichten nicht mehr leicht aus dem Feld schlagen lässt, lässt sich als 'Frieden Christi' bezeichnen: In dieser Verfassung empfindet die Seele ihre innere Atmosphäre so, als wäre sie endlich wirklich 'daheim', in Gottes greifbarer Gegenwart.

21. Reinigung von Sünden

Gottes Barmherzigkeit hat das Sakrament der Beichte vorgesehen, damit sich die Seele nach jedem Fehltritt wieder mit dem durch diesen Fehltritt 'verletzten' Gott versöhnen kann. Gott nötigt der Seele nichts auf, weil dies gegen Sein Gesetz verstoβen würde, das die Unversehrbarkeit des freien Menschenwillens vorgesehen hat. Gott hat Seine Geschöpfe als freie Wesen gewollt, weil das Wesen nur in der Freiheit den für es vorgesehenen Plan so gestalten und absolvieren kann, dass es dabei Verdienste sammeln kann. Nur die Freiheit ermöglicht es der Seele, Gott zu beweisen, dass sie sich aus sich heraus für Gott, Seine Liebe und Seine Gesetze entscheidet. Die aufgrund ihrer Entscheidungen gesammelten Verdienste sind es, welche der Seele die ewige Glückseligkeit einbringen sollen.

So nötigt Gott der Seele nicht einmal Seine Gnaden auf. Entscheidet sich die Seele frei dazu, sie möchte sich bei Gott dafür entschuldigen, dass sie Ihm nicht in allem gefolgt ist, so weist sie dadurch aus freien Stücken nach, dass ihr an Seiner Liebe etwas gelegen ist. Das ist wichtig, denn letzten Endes wird jede Seele aufgrund des Maβes gerichtet, in welchem sie 'die wahre Liebe geliebt hat', anders ausgedrückt: aufgrund des Maβes, in welchem sie die Liebe als Leitstern ihres Lebens ins Herz geschlossen hat.

Wenn man sich die Sünde als ein Büschel Unkraut vorstellt, so lieβe sich die Beichte mit einer Entwurzelung dieses Büschels vergleichen: Nach der aufrichtigen, reumütigen Beichte, der Lossprechung und der Genugtuung ist das Büschel weg. Dennoch bleiben immer noch Spuren: Nach Entfernung des Büschels ist ja ein Stückchen des Bodens der Seele aufgewühlt bzw. beschädigt, so dass die Seele immer noch unter den Folgen der früheren Anwesenheit des Unkrauts leiden kann. So kann, sogar nach vielen Beichten, die Seele irgendwie aussehen wie ein Boden, aus welchem viele Büschel Unkraut gejätet worden sind: Das Unkraut ist zwar weg, aber der Boden ist an vielen Stellen 'verletzt'.

Handlungen können rasch absolviert werden, Worte rasch gesprochen, Gedanken, Gefühle und Wünsche manchmal nur kurzfristig gehegt, aber das alles kann Folgen hinter sich ziehen, die eine Seele das ganze Leben lang verfolgen. Manche Seele hasst sich selbst ein Leben lang wegen etwas, was sie einst getan oder gesagt hat. Solche lebenslängliche Schmerzen kommen oft vor. Sie wühlen gleichsam die Seele dauernd auf und kosten sie nicht selten einen wesentlichen Teil ihrer Fruchtbarkeit für Gottes Werke.

Wie schafft die Seele auch die Spuren ihrer Sünden und Fehltritte aus der Welt? Durch alles, was jeden Mangel an Liebe aus ihrem Leben wieder ausgleicht: Gebete, Sühne, Abtötung, so vollkommen wie möglich in der Praxis des Alltags gelebte Weihe, ehrfürchtigen Empfang von Sakramenten, tatsächliche Wiedergutmachung, beharrliche Anwendung aller Tugenden.

Die vollkommene, bedingungslose und wahrlich in der Praxis gelebte Hingabe an Maria kann eine Seele sehr tief reinigen und heilen, weil die Himmelskönigin Gottes Liebe und Gnaden maβgeschneidert zu jeder einzelnen Seele bringen kann. Einst verglich Sich die Herrin aller Seelen mit einem vielfarbigen Glas, durch welches die Sonnenstrahlen in ein Zimmer herein strahlen. Der Mensch, der in das offene Sonnenlicht schaut, wird verblendet. Wenn er allerdings in die Farbenpracht schaut, die von dem Eintritt des Sonnenlichtes durch vielfarbiges Fensterglas in einem Zimmer auf den Boden gezaubert wird, wird er nicht verblendet, sondern durch eine unbeschreibliche Augenweide verzückt, die ihm ganz das Herz aufschlieβt. Das Sonnenlicht wird nun ohne Beschwerden, ja sogar mit voller Verzückung und positiver Wirkung, in die Seele aufgenommen. So kann Sich die Herrin aller Seelen wie ein Filter zwischen Gott und der Seele aufstellen, so dass die Seele die ihr zuflieβenden Gnaden sehr wirksam in sich aufnehmen kann.

Eine solche Wirkung vollzieht die Himmelskönigin in all demjenigen, was Sie in der Ihr geweihten Seele vollbringen darf, auch im Bereich der Tiefenreinigung nach der Sünde. Maria ist das gröβte Geheimnis Gottes. Von diesem Geheimnis werden uns jetzt in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens Seiten eröffnet, die bisher versiegelt oder aber verschleiert waren.

22. Maria als Schild gegen die Finsternis

In dem Maβe, wie die Seele die Himmelskönigin ins Herz schlieβt, wird sie Zeichen dafür erfahren, dass die Rede von einem Hinüberflieβen von Gesinnungen, Verfassungen, Vorzügen und Abneigungen usw. ist. Maria wird gleichsam zu einem Himmlischen Kleid in welches die Seele eingehüllt wird. In gewissem Sinn kann die Seele es so empfinden, als würde in ihr ein anderes Herz klopfen, oder noch genauer gesagt: als würde ihr Herz von Boden auf neu aufgebaut. In den unterschiedlichsten Hinsichten kann es ihr allmählich (oder aber auf einmal) vorkommen, als käme vieles aus der Welt um sie herum nicht mehr durch: Sie erfährt es, aber es berührt sie nicht mehr wirklich. Es handelt sich da abermals um eine bemerkenswerte Äuβerung der umgestaltenden bzw. neugestaltenden Wirkung der Herrin aller Seelen.

Maria als Schild. In dieser Eigenschaft vereinen sich in Ihr zwei Aspekte Ihrer Berufung den Seelen gegenüber: jener der Mutter Ihren Kindern gegenüber, und jener der Herrin denjenigen gegenüber, die unter Ihre Obhut aber auch unter Ihre Führung gestellt sind. Wenn sich die Seele Maria vollkommen hingibt, macht sie sich freiwillig zu Marias Besitz und Eigentum. Dies gehört voll und ganz zum Bund der vollkommenen und bedingungslosen Weihe, der letzten Endes nur bezweckt, dass die Seele sich mit ihrem ganzen Wesen und ihrem ganzen Leben uneingeschränkt in den Dienst von Gottes Heilsplan stellt.

Besitz und Eigentum der Himmelskönigin zu sein, unter Ihrer Herrschaft und Macht zu stehen, ist gar keine Einschränkung der persönlichen Freiheit, ganz im Gegenteil: Es ist der Weg in die wahre Freiheit der Seele, die erst dann recht unter diesem übermächtigen Schutz gegen all dasjenige steht, das die Seele und ihr Heil bedroht. Vergessen wir nie, was das eigentliche Wesen der Versuchung ist: Versuchung ist jeder Versuch von Seiten einer finsteren Kraft, die Seele dazu zu bringen, etwas zu tun, zu sagen, zu denken, zu fühlen oder zu wollen, was die Seele von Gott entfernen wird, oder etwas nicht zu tun, zu sagen usw., was sie näher zu Gott bringen kann wenn sie es täte, sagen würde usw. Die Herrin aller Seelen kann die Seele vor jeglicher Versuchung schützen, indem Sie:

  • alle Macht über den Bösen besitzt, und diese in dem Maβe ausüben kann, in dem das Gesetz von Gottes Gerechtigkeit dies unter bestimmten Umständen möglich macht;
  • alle Weisheit und alles Wissen besitzt, die erforderlich sind, um sowohl die Strategien des Bösen als auch die Schwächen der Menschenseele und die Wirkungen eines jeden Verhaltens im Rahmen von Gottes Heilsplan vollkommen zu ergründen;
  • dazu berufen ist, die Seelen so umzugestalten und so zu belehren, dass sie für den Kampf gegen die Finsternis gerüstet sind.

Eins darf die Gottesmutter nicht tun: Sie darf im Grunde genommen die Seele nicht vor jeder Versuchung schützen, da Sie in jenem Fall die Seele um jeglichen Verdienst bringen würde. Nichts ist ja fruchtbarer für die Seele als ein gewonnener Kampf gegen ein Element von Finsternis auf ihrem Lebensweg. Somit ist die Eigenschaft der Himmelskönigin als Schild vor allem so zu verstehen, dass Sie das Gewissen der Seele so übt und so aufmerksam macht, und sie ebenfalls so tief in den Geheimnissen von Tugend und Untugend belehrt, dass die Seele nicht mehr ahnungslos in jede Falle hinein geht.

Die Herrin aller Seelen hat durchaus die Macht, den Bösen daran zu hindern, sich überhaupt noch der Seele zu nähern. Die gröβte Entfaltung Ihrer Macht liegt gleichwohl vielmehr darin, dass Sie es vermag, Seelen so folgsam zu machen, dass diese aus reiner Liebe zu Ihr freiwillig gegen jede Versuchung kämpfen, und zwar unter Anflehung Ihrer Macht. Die Seele, die sich so vollkommen Maria weiht, dass diese Einstellung zu ihrer wahren Natur wird, bringt Gott eine Verherrlichung dar, die unüberbietbar ist. Letztendlich ist es die aufrichtige Liebe einer Seele zu Gott, zu Gottes Werken, zu Maria und zu ihren Mitgeschöpfen, die bestimmt, in welchem Maβe sie sich noch den Versuchungen ausliefert.

23. Kampf gegen die Finsternis als gewollter Einsatz

Am 24. August 2006 sagte Maria: "Ich weiβ, dass jeder Teufel Mir auf ein einziges Zeichen Meines Fingers zu Füβen liegt, so oft und so lange, wie Ich es will, und dass alle Teufel jedem Befehl aus Meinem Mund gehorchen sollen. Alles, was Ich will, kann Ich sie tun lassen. Ich habe die Macht, die ganze Hölle gleichzeitig im Nu zu Meinen Füβen zu bestellen. Ich habe die Macht, die Teufel als Meine Gefangenen zu behandeln. Sie können nicht anders als Mir gehorchen, wie demütigend Mein Befehl für sie auch sein möge".

Die Herrin aller Seelen sprach diese Worte in der Absicht, die Tatsache zu unterstreichen, dass, von Natur aus, der Böse ganz und gar nichts gegen Sie zu tun vermag, was Sie nicht will, und ausnahmslos all dasjenige tun muss, was Sie ihm befehlen würde. Für die Menschenseelen beinhalten diese Worte eine groβe Verheiβung und bilden sie ein kaum überbietbares Zeichen der Hoffnung. Das irdische Leben kann uns bisweilen dazu verführen, davon auszugehen, dass im Leben alles nach dem Bösen geht. Der Schein trügt gewaltig. Gott ist der einzige wahre Herr der Schöpfung, Maria ist kraft Göttlichen Erlasses Herrin über alles Erschaffene. Die Engel liegen Ihr zu Füβen, die Teufel sind Ihrer Macht ausgeliefert (was in dem Zeitpunkt bewiesen werden soll, in dem Satan Ihr unter dem Fuβ liegen wird), die Menschenseelen sind Ihr gegeben worden. Allerdings liegt bei der letztgenannten Kategorie das schwache Glied in der Kette: Das Maβ, in dem die Herrin aller Seelen eine Menschenseele tatsächlich führen kann, ist unmittelbar durch das Maβ bestimmt, in dem diese Seele ihren freien Willen Maria hingibt und in allen Situationen des Alltags konkret nach dieser Hingabe lebt.

Die groβe Hoffnung liegt eben darin, dass die Seele von sehr viel Finsternis befreit werden kann, wenn sie sich vollkommen der Himmelskönigin hingibt. Es muss darauf hingewiesen werden, dass eine sich immer weiter vertiefende Weihe an Maria die Seele nicht von Versuchungen befreit. Versuchungen und Angriffe von Seiten des Bösen werden auch der Seele gegenüber zugelassen, die sich vollkommen Maria hingibt. Je nach der Berufung der Seele, je nach dem Plan, den Gott mit ihrem Leben verfolgt, je nach der Bedrohung, die für den Bösen von der Seele ausgeht, und je nach demjenigen, was die Seele Gottes Ansicht nach durchstehen soll damit ihre Fruchtbarkeit gesteigert wird und sie sich in bestimmten Tugenden üben kann, können sich Versuchungen und Angriffe vom Bösen dann und wann sogar vermehren.

Sehr wichtig ist dabei jedoch, dass die Seele in dem Maβe, wie sie in der Anwendung ihrer Weihe an Maria wächst, völlig anders mit ihren Versuchungen und ihren Prüfungen umzugehen lernt. Sie betrachtet diese nicht mehr als reine Finsternis, sondern erkennt allmählich, dass sie auch neue Chancen in sich tragen, sich zu heiligen. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass die Seele nicht länger von der Versuchung bzw. von der Prüfung zerschmettert wird weil sie sich im Kampf alleine fühlt, sondern dass sie von der Gegenwart der Himmelskönigin durchdrungen ist, und sehr wohl erkennt, dass Ihre Liebe und Ihre Macht ganz für die Seele wirken. Die wahre Liebe, die wahre Hoffnung und der felsenfeste Glaube gehören zu den ersten Früchten von Marias Wirken in der Seele, die wirklich bereit ist, Ihr zu gehören.

Die vollkommene, richtig gelebte Weihe an Maria fügt dem Leben eine ungeahnte Kraft hinzu. Die Maria wirklich geweihte Seele fühlt sich nicht mehr alleine in dem Sinn, wie sie dies vorher unter Umständen manchmal empfand. Sie lebt dann sozusagen immer mehr aus dem Herzen der Gottesmutter heraus. Die Gottesmutter wusste, dass Sie dem Bösen überlegen war. Sie wurde während Ihres irdischen Lebens unzählige Male vom Bösen aufs Äuβerste versucht und angegriffen. Ausnahmslos scheiterten alle seine Strategien. Ab dem Augenblick Ihrer Unbefleckten Empfängnis war Maria seine Herrin. Er hat dies trotz allem nie wahrhaben wollen, wird dies aber in der Stunde der Verheiβung wahrhaben müssen. Die Wirkungen von Marias bedingungsloser und uneingeschränkter Macht über die Teufel und alle ihre Werke und Pläne kann die Menschenseele allerdings nur in dem Maβe empfinden, wie sie sich freiwillig und bewusst vollkommen Maria hingibt und mit Ihr beim Besiegen der Finsternis in jeder Einzelheit des Lebens mitwirkt, und zwar durch aktiven Einsatz für die Erfüllung von Gottes Gesetz der wahren Liebe in ihren ganzen Kontakten zu Mitgeschöpfen.

24. Was heiβt 'Allmacht' im Zusammenhang mit Maria?

Bemerkenswert wäre für manche Seele ohne jeden Zweifel die Bezeichnung 'Allmacht' in Bezug auf Maria. Dass diese Bezeichnung alles andere als eine Häresie in sich trägt, habe ich bereits in mehreren Schriften nachweisen dürfen, so zum Beispiel in der Morgendämmerung von Gottes Reich auf Erden und in Das verkannte Paradies, dort besonders im Punkt 3. Die 'Allmacht' der Himmelskönigin ist nicht, wie die Allmacht Gottes, eine Eigenschaft, welche Sie von Natur aus besitzen würde, sondern eine Eigenschaft in der Ordnung der Gnade, was heiβt, dass Ihrer Macht in deren Wirkungen tatsächlich keine Grenzen gesetzt sind, und zwar aufgrund der vollendeten Übereinstimmung zwischen Marias Willen und dem Willen Gottes, weil Gott Ihr diese Macht als Gnadengeschenk hat zuflieβen lassen. So hat Sich Maria tatsächlich als allmächtig über die Finsternis herausgestellt, denn in Ihr hat Gott eine Seele erschaffen, die jede einzelne Versuchung Ihres Lebens in der Praxis eines jeden Augenblicks und in jeder Situation hat besiegen können.

Auf ähnliche Weise ist von Marias 'Göttlicher Vollmacht über die gefallenen Engel' die Rede, womit die Himmelskönigin darauf hinweisen lässt, dass Gott Ihr grünes Licht im Kampf gegen die Finsternis geschenkt hat. Ohne eine solche 'Vollmacht' könnte nicht im wahren Sinn des Wortes von einem 'Sieg der Frau über die höllische Schlange' die Rede sein. Ein solcher Sieg ist nur dann möglich, wenn diejenige, die siegen soll, nicht in ihrem Wirken und den Wirkungen dieses Wirkens beschränkt wird. Maria ist von Gott zur Führerin im Kampf gegen die Finsternis in den Letzten Zeiten ernannt worden, und hat somit Göttliche Vollmacht, die gefallenen Engel sozusagen 'in Gottes Namen zu besiegen'. Es ist wichtig, dass sich die Seelen diese Vollmacht der Gottesmutter vor Augen halten, damit sie sich zuversichtlich an Sie wenden können wenn es gilt, Elemente von Finsternis aus ihrem Leben zu entfernen.

Von 'Allmacht' ist bei Maria somit im Sinn der tatsächlichen vollkommenen Verschmelzung Ihres Willens mit Gottes Willen die Rede. Gott ist von Natur aus allmächtig. Deswegen ist diejenige, deren Wille vollkommen mit Seinem Willen verschmolzen ist, in den tatsächlichen praktischen Wirkungen Ihrer ganzen Fähigkeiten allmächtig, weil Gott Ihr durchaus nichts abschlagen wird: Sollte Er Ihr auch nur den geringsten Wunsch abschlagen, so würde dies heiβen, dass Er Seinem eigenen Willen widerspricht, was unmöglich ist. Im selben Sinn soll es verstanden werden, dass die Herrin aller Seelen bereits mehrere Male hat schreiben lassen, dass für die Engel jeder Befehl von Ihr bedingungslos und unbestritten als Befehl von Gott Selbst gilt.

Aus demselben Grund übt die Königin von Himmel und Erden somit eine tatsächliche Allmacht aus, die nur durch den freien Willen, die freie Entscheidungsfähigkeit der Menschenseelen beschränkt wird. Diese selbe Beschränkung gibt es im selben Maβe der Allmacht von Gott Selbst gegenüber: Auch Er kann nicht alles nach Seinem Willen durchsetzen, weil Er den Menschenseelen die Möglichkeit geschenkt hat, sich in allen Situationen selber zu entscheiden. Uns ist dieses Phänomen als 'Unverletzlichkeit des freien Menschenwillens' bekannt.

25. Welche Änderungen führt die Sünde in der Seele herbei?

1. Bei jeder Sünde kommt ein Makel auf die Seele, sodass sie gleichsam immer weniger Licht um sich herum verbreitet. Dadurch verringert sich ihre Ähnlichkeit mit Gott und geht weniger Kraft von allem aus, was die Seele tut: Ihre Gebete, ihre Fürsprache, ihre Verherrlichungen und Lobpreisungen werden für Gott weniger anziehend und laden Ihn weniger ein, sie zu erhören, weil diese Seele Ihm gezeigt hat, dass ihr Wille nicht vollkommen mit Seinem Willen eins ist. Die Schönheit und Anziehungskraft der Seele verringert sich. Dadurch verringert sich auch der Nutzen, das 'Gewicht', das die Seele für die Verwirklichung von Gottes Plänen aufbringen kann. Ihr Beitrag zur Gründung von Gottes Reich wird kleiner, und ihre Verdienste für die Welt und für ihre Mitmenschen verringern sich ebenso.

2. Gott sucht Seinen Heilsplan durch jede Seele zu entwickeln, und zwar durch deren Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen. Er tut dies dadurch, dass Er Ströme von Liebe durch alle Herzen schickt. Jedes Mal, wenn eine Seele eine Sünde begeht, werden diese Ströme von Liebe unterbrochen. Dies bedeutet, dass die Verwirklichung des Teils von Gottes Heilsplan, der vorgesehen war, durch Vermittlung der Seele vollzogen zu werden, zeitweise eingestellt oder verunreinigt wird. Folglich trägt alles, was von der Seele ausgeht, nicht mehr Gottes Liebe und Reinheit in sich und hat es weniger 'Zahlungskraft' für die Wiedergutmachung Gottes Gerechtigkeit gegenüber.

3. Die Sünde verunreinigt das Fenster der Seele. Man kann sich dies so vorstellen. Gott legt bei der Schöpfung der Seele Sein Feuer in sie. Dieses Feuer kann wegen der Sünde nicht rein brennen und erzeugt Rauchentwicklung. Die Seele ist somit weniger geeignet, Gottes Licht (die Führung und Inspirationen des Heiligen Geistes) herein zu lassen. Dadurch werden die eigenen Handlungen und Worte und das innere Leben nicht ausreichend von Gottes Weisheit erleuchtet und wird die Einheit mit Gott geschwächt.

4. Durch die Sünde kommt das Gewissen in einen Zustand der Unruhe. Die Seele bekommt Unfrieden im Herzen. Dieser Unfriede schwächt ihre Verbindung mit Gott, denn nur ein Herz in wahrem Frieden hat wirklich Kontakt mit Gott. In dieser Verfassung innerer Unruhe oder inneren Unfriedens ('Fieber' der Seele) kann die Seele weder Licht um sich herum verbreiten noch Handlungen vollbringen oder Worte sprechen, die vollkommen von Gottes Geist beseelt sind. In diesem Zustand ist die innere Empfindung ein Brutherd der Verbitterung, der Unzufriedenheit mit sich selbst, des Mangels an Lebenslust und der Depression: Zustände, welche die Seele zu einem Instrument Satans machen können.

5. Das Begehen einer Sünde zieht in der Seele eine neue Spur, die das Wiederholen derselben Sünde erleichtert. Da wird also gleichsam ein neuer Weg gebaut. Die Gefahr ist groβ, dass das Unterbewusstsein diesen neuen Pfad allmählich als einen bequemen Fluchtweg wertet und dass die Seele für sich selbst eine Gewohnheit schafft, die sie immer weniger wachsam für Versuchung und Irrtum macht und die das Selbstbewusstsein allmählich auszuschalten beginnt, so dass die Seele eines Tages keinen Widerstand mehr gegen die Einflüsterungen des Bösen hat. Durch jede Sünde erwirbt Satan neue Rechte auf die Seele. Es ist, als ob die Seele durch jede Sünde einen Bund mit ihm unterschreibt.

6. Die Sünde schafft in der Seele einen Zustand der Unterernährung, der in dem Maβe schlimmer wird, wie die Sünden zahlreicher und schwerer sind. Dies kommt dadurch, dass die Seele während des Begehens einer Sünde von der Quelle der Gnaden abgeschnitten wird.

Wir können uns dies folgendermaβen vorstellen: Die Seele ist ein Ast am Baum, der Christus heiβt. Dieser Ast wird ununterbrochen mit dem Saft aus Gottes Boden versorgt und entwickelt zur rechten Zeit Blätter und Früchte. Während des Sündigens erlaubt die Seele, dass der groβe Feind von Jesus mit einem Hackmesser einen Knick an der Stelle macht, wo der Ast am Baumstamm festsitzt, so dass die Saftzufuhr behindert wird, der Ast weniger Nahrung bekommt, krank wird, immer weniger grünt und Früchte hervorbringt und in ernsten Fällen völlig und ganz verdorrt und abstirbt.

Durch die Sünde wird das ganze Wesen der Seele immer mehr zum Weltlichen hingezogen. Folgen sind die Schwächung des Gewissens, der Fähigkeit zur Heiligung und zur Vergeistigung und zur Entsagung.

7. Durch jede Sünde bekommt die Seele weniger Anteil am Strom der gemeinsamen Verdienste aller Seelen (sowohl jener auf Erden als auch jener im Himmel und im Fegefeuer). Diese Verdienste, die ihren Ursprung in Gebeten, in Aufopferungen, in Buβetun, in Leiden, in der Liebe zu Gott und zum Nächsten, in der vollkommen gelebten Weihe und in den heiligen Messopfern finden, bilden zusammen mit der übermächtigen Fürsprache der Allerheiligsten Jungfrau Maria, mit dem Einschreiten der Göttlichen Barmherzigkeit und mit den ewigen Früchten des Kreuzesopfers Jesu Christi den unendlich flieβenden Strom der Gnade.

Gemäβ dem Gesetz der Göttlichen Gerechtigkeit gibt jede Sünde der Seele weniger Recht auf die Gnade. Von dieser Regel kann Gott durch ein übergroβes Eingreifen Seiner Barmherzigkeit abweichen, wenn Er dies für die Verwirklichung Seiner Pläne und Werke für nützlich und notwendig erachtet, allerdings wird Er von der Seele irgendeine Form der Wiedergutmachung verlangen, in Form von Bekehrung, Reue, angenommenen Prüfungen und Äuβerungen aufrichtiger Liebe.

8. Gott versucht ununterbrochen in der Seele zu leben und sie nach Seinem Bild und Gleichnis zu kneten und zu formen. Durch die Sünde verliert die Seele zeitweise Gottes Gegenwart, weil Er nicht in einer Atmosphäre der Unreinheit wohnen kann. So wird Gottes Bild in der Seele verunstaltet und muss Gott Sein Knetwerk in der Seele neu beginnen.

9. Jede Sünde schafft eine Notwendigkeit zur Wiedergutmachung. Die Wiedergutmachung besteht zunächst in Reue: Reue ist ein erster Schritt der Rückkehr zur Liebe, und nur die Liebe kann eine neue Versöhnung zwischen der Seele und Gott schaffen. Um tatsächlich Vergebung zu bekommen, muss die Sünde im Sakrament der Beichte ausgesprochen werden. Anschlieβend ist noch eine Wiedergutmachung notwendig, um das Gleichgewicht in der Schöpfung wieder herzustellen, das durch die Sünde gestört ist, und diese Wiedergutmachung kann viele Formen haben.

26. Auf welchen Schwächen basiert Satan seine Strategie?

1. Die Genusssucht des Menschen

  • Der Wert aller Leiden, Prüfungen, Aufopferungen und Buβe wird immer weiter verdrängt. Der Mensch will nicht mehr leiden, und der spirituelle Wert der Leiden wird nicht mehr verstanden. Das Kreuz ist zum Anstoβ geworden. Jeder Schmerz muss sofort weg. Folgen sind u.a. die Billigung von Euthanasie (Leiden wird als 'unmenschlich' betrachtet) und der massenhafte Gebrauch schmerzstillender Medikamente;
  • Die sexuelle Zügellosigkeit. Das sexuelle Bedürfnis ist eines der von Satan am meisten aufgegriffenen Bedürfnisse. Folgen sind alle erotischen Ausschweifungen, Sittenlosigkeit, Pornographie, Prostitution, Abtreibung, usw.;
  • Unterschiedliche künstlich erzeugte körperliche und geistige Erfahrungen durch den Gebrauch von Alkohol, Drogen, bestimmten Medikamenten, Tabak, bestimmten Nahrungsmitteln, bestimmten Fernsehprogrammen (erotisch reizende Bilder, gewalttätige Bilder, Gruselbilder, usw.);
  • Unterschiedliche auβergewöhnliche 'Kicks', erzeugt durch tollkühnes Verhalten, lautstarke und aufpeitschende Musik, usw.;
  • Die Ausgehmöglichkeiten, künstlich erzeugte Gefühle sogenannter Freiheit, wobei der Eindruck geweckt wird, dass alles erlaubt ist, und die Nacht zum Tag gemacht wird. Der Mensch redet sich selbst dabei das Gefühl ein, dass er sich nicht an bestimmten traditionellen Bräuchen zu stören braucht, sondern die unterschiedlichsten ungewöhnlichen Dinge ausprobieren muss, um 'seine Grenzen zu erweitern' (die Erfahrung, ein 'vollständiger Mensch zu werden').

2. Die Selbstsucht und der Geltungsdrang des Menschen
Hier steht die Wiege der Gewalt, Kernelement von vielen verbrecherischen Handlungen und Bestrebungen. Gewalt in allen ihren Formen wird zur Befriedigung des Bedürfnisses des Menschen angewendet, sich zum Nachteil seines Mitmenschen zur Geltung zu bringen. Diese Verfassung ist durch die weitgehende Vertreibung der Nächstenliebe aus den Menschenherzen ermöglicht worden. Der Mensch wird egoistisch gemacht und ist dazu bereit, seinen Mitmenschen zu benachteiligen, damit er es selbst scheinbar besser hat. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass der Mensch seine körperlichen (stofflichen) Bedürfnisse als viel wichtiger betrachtet als die Bedürfnisse seiner Seele, die dennoch das Ewige Leben bestimmen.

3. Die Habsucht des Menschen
Diese bildet die Quelle des Materialismus in allen seinen Formen. Der Mensch wird immer unzufriedener. Er wünscht sich immer mehr, aber alle seine Wünsche liegen im Bereich des stofflichen Lebens. Je weiter sich die Gesellschaft entwickelt, desto mehr Scheinbedürfnisse verspürt der Mensch. Alles Materielle wird zum Abgott erhoben, es folgt eine ständig wachsende Gottlosigkeit und anwachsende Konkurrenz, Eifersucht, Neid, Missgunst. Der Mensch wird immer unglücklicher, denn in dem Maβe, wie seine materiellen Besitztümer zunehmen, wird er in der Seele ärmer, und für jedes Bedürfnis, das er befriedigen kann, entstehen zehn neue, so dass die Kluft zwischen seinen Begierden und seiner wirklichen Befriedigung immer gröβer wird. Der Materialismus hat mit dem Entstehen der Geldgesellschaft sehr stark zugenommen. Geld war als Tauschmittel vorgesehen, um die Werte von Gütern untereinander zu vergleichen. Der Besitz von Geld wurde allerdings zum Ziel an sich.

Das fieberhafte Anstreben des Gewinns im Austausch von Gütern verstärkt den Kommerzialismus: Die Produktion von Gütern und ihr Verkauf sind nicht mehr für die wirklichen Bedürfnisse des Menschen bestimmt, ganz im Gegenteil, es werden künstliche Bedürfnisse geschaffen, damit immer mehr verkauft werden kann, und die Qualität der Produkte wird herabgesetzt, damit möglichst schnell neue Produkte hergestellt und verkauft werden können (Wegwerfgesellschaft!). Damit dies alles 'zügig ablaufen kann', wird fieberhaft Werbung gemacht, die an sich auβerdem eine neue Quelle des Sittenverfalls ins Leben ruft.

4. Die Neugierde des Menschen
Der Mensch wird dazu angeregt, immer neue Wege zu suchen, die vorzugsweise so stark wie möglich von den üblichen abweichen. Wer diesen Tretmühlen nicht folgt, wird als altmodisch verspottet, sodass viele der Ansicht nachgeben, die ihre Mitmenschen über sie aussprechen. Die ersten Werte, die auf der Strecke bleiben, sind jene der traditionellen christlichen Lehre. Dies kann in zwei Richtungen gehen: Entweder wird jeglicher Glaube zur Seite geschoben, oder man geht auf die Suche nach anderen Religionen oder nach halbreligiösen Lebensauffassungen, die im Zusammenhang mit New-Age oder Esoterik stehen. Diese Weltbilder gehören zu den gröβten Fallen Satans: Sie beeinflussen das Bedürfnis von Menschen, neue, ungewohnte Dinge 'auszuprobieren', und ziehen diese Seelen völlig von Gott und der einen Wahrheit Christi weg.

Dieselbe Neugierde legt ebenfalls die Grundlage für die Sucht, sich in alles einzumischen, und für die massenhaft verübten Untugenden wie Klatsch, Verleumdung und Geschwätz, welche die ganze Gesellschaft zersetzen und viele Leben zerstören. Neugierde ist nur dann nützlich, wenn sie am Erwerben von Wissen orientiert ist, das dem Wachsen der Seele förderlich ist. In allen anderen Fällen ist ihr Nutzen zweifelhaft oder geradezu verderblich.

27. Wie kann sich die Seele gegen die Fallen Satans wappnen?

1. Indem sie aufmerksam auf die Eingebungen ihres Gewissens achtet
Für kurzen, vergänglichen Genuss setzen viele Menschen ihr ewiges Seelenheil aufs Spiel. Bedenken wir jedoch: Die Hölle bedeutet ewiges Leiden. Sie ist mit Seelen gefüllt, die für ewig bedauern, dass sie der Befriedigung nutzloser Scheinbedürfnisse, die ihnen von Kräften eingegeben worden waren, die nicht mit Jesus Christus vereinbar sind, zu viel Aufmerksamkeit geschenkt und den wahren Bedürfnissen ihrer Seele zu wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht haben, und die dadurch in ein Lebensmuster von Sünde und Untugend verfallen sind. Bedenken wir immer, dass die Göttliche Barmherzigkeit allen Seelen ein Leben lang die Gnade von Eingebungen schenkt, das Gute zu tun und die richtigen Akzente auf ihre Verhaltensweisen und Wünsche zu legen. Gott hat jede Seele mit einem Gewissen versehen. Die Seele soll nicht zulassen, dass es wegen eines kurzen Genusses getötet wird.

2. Indem sie vor Irreführungen und Täuschungen wachsam bleibt
Unsere Gesellschaft ist voller Verlockungen, die unsere Aufmerksamkeit von den wahren Bedürfnissen unserer Seele wegführen und uns an weltliche Dinge binden. Vorzugsinstrumente des Bösen sind Werbung, Massenmedien (Fernsehen, Zeitungen, Wochenzeitschriften, Rundfunk, Internet), bestimmte Schaufenster… Dies alles findet seinen Existenzgrund in der Geldgesellschaft. Üben Sie sich planmäβig darin, all diesem immer weniger Aufmerksamkeit zu schenken, und Ihr Geist und Herz werden spürbar reiner werden. Bedenken Sie, dass viele Dinge, die Sie in dieser Zeit um sich herum wahrnehmen, reines Gift für die Seele sind. Diese Dinge sollen über Maria Gott dargeboten werden, im Gebet und durch die richtige Lebenseinstellung getragen und im Übrigen völlig losgelassen werden.

3. Indem sie sich selbst in der Liebe in allen ihren Formen übt
Nächstenliebe, Toleranz, Milde, Sanftmut, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sind wie Nuklearraketen gegen die Einflüsse des Bösen. Wenn die Seele die Liebe zu einem Antrieb ihres ganzen Lebens, Wirkens und Sprechens werden lässt, wird sie sich nicht so leicht vor den Werken des Bösen beugen, denn dann spürt sie viel schneller, dass jede Sünde an erster Stelle eine Äuβerung von Mangel an Liebe ist, Mangel an Liebe zu Gott, Seiner Schöpfung und bzw. oder ihren Mitgeschöpfen. Liebe ist alles, was Satan nicht ist, und ist dadurch auch das gröβte Gegengift zur Auβerkraftsetzung seines Giftes, das seit vielen Jahrhunderten dabei ist, die ganze Menschheit zu vergiften und zu verseuchen. Das Reich Gottes auf Erden wird ein Reich sein, das die Liebe zum einzigen Fundament hat. Halten wir uns dies ständig vor Augen.

4. Indem sie ein immer intensiveres Gebetsleben anstrebt
Beten Sie für Ihren Mitmenschen und für alle Werke Gottes. Beten Sie zum Beispiel möglichst oft den Rosenkranz, denn er ist wie eine Kette, mit der Satan gefesselt wird. Bedenken Sie dabei vor allem, dass Gebet nicht an erster Stelle eine Sache vom Herunterleiern einer bestimmten Sequenz von Wörtern ist, sondern eine Lebenshaltung, durch welche die Seele in allem voll und ganz an Gott, Seinen Wünschen und der Erfüllung Seines Gesetzes der selbstlosen Liebe orientiert ist. Vergessen wir vor allem nicht, dass das ganze Leben ein einziges Gebet werden soll. Seien Sie dazu bereit, Aufopferungen darzubringen, und wenn möglich hin und wieder zu fasten bzw. manches zu entsagen. Fasten ist eine mächtige Waffe gegen das Böse. Fasten erfolgt nicht nur durch Entsagen von Nahrung, sondern ebenfalls dadurch, dass sich die Seele von der Neigung loslöst, finsteren Inspirationen oder Gewohnheiten nachzugehen. Die Seele kann dadurch ein sehr tiefes Fasten üben, dass sie sämtliche finsteren Neigungen in sich auszuhungern bemüht ist.

Vergessen Sie in erster Linie nie, dass das ganze Leben ein ununterbrochenes Gebet sein soll. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Seele sich vollkommen Maria weiht und sie diese Weihe in jeder Einzelheit ihres Alltags bewusst lebt.

5. Indem sie vollkommene Reinheit anstrebt
Machen Sie Ihr ganzes Wesen zu einem würdigen Tempel Gottes. Gott (und Maria, wenn die Seele Ihr geweiht ist) will in der Seele wohnen und wirken. Halten Sie deshalb Ihren Geist, Ihr Herz und Ihren Körper möglichst rein. Wie? Dadurch, dass Sie Keuschheit anstreben, keine negativen Gefühle und Gedanken hegen, nicht klatschen oder verleumden, weder lügen noch täuschen (auch nicht sich selbst in die Irre führen bzw. verblenden!), keinen Groll hegen, der Eifersucht keine Nahrung geben, weder Hass noch Neid im Herzen zulassen und nicht selbstsüchtig sind. Wahre Reinheit ist die Verfassung der Seele, die so lebt, dass sie wie ein Spiegel Gottes Licht unverzerrt und makellos zu widerspiegeln imstande ist.

6. Indem sie friedfertig ist
Enthalten Sie sich jeder Neigung zur Gewalt, nicht nur mit den Händen, sondern auch mit dem Mund (durch Streit, Uneinigkeit, verletzende Worte). Jeder Unfriede ist Nahrung für das Böse. Unfriede im Herzen ist eine riesige Quelle von Finsternis, der die ganze Welt (Mensch und Tier, sogar die Umwelt) zum Opfer fällt.

7. Indem sie bis zum Äuβersten vergibt
Satan versucht ständig, Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Vergebung vereitelt viele seiner Pläne und ist auch eine groβe Äuβerung der Liebe Gott gegenüber, denn Er wünscht Sich die Rettung aller Seelen und Er kann eine wankende Seele viel schneller retten, wenn dieser Seele von ihren Mitmenschen vergeben wird.

28. Kategorien der Versuchung

Einst offenbarte mir die Himmlische Herrin die nachfolgenden Kategorien von Versuchungen:

1. Versuchungen, die darauf abzielen, eigene Bedürfnisse zu befriedigen
Durch diese Kategorie versucht Satan, die Seele im Körperlichen, im Materiellen festzuhalten und sie von ihrem wirklichen Lebensziel wegzuführen: von der Befriedigung der seelischen Bedürfnisse. Einige Beispiele: Versuchung zum Diebstahl, sexuelle Verführung...

Dieser Form der Versuchung kann die Seele sich dadurch entziehen, dass sie in der Vergeistigung wächst. Je mehr die Seele sich selbst über die Einflüsse des Materiellen, des Weltlichen, zu erheben weiβ, desto weniger wird sie dazu neigen, materiellen Nöten zu erliegen oder Einflüsterungen nachzugeben, die ihr das Gefühl einreden wollen, dass es sich da wirklich um unentbehrliche Bedürfnisse handelt.

2. Versuchungen, die darauf abzielen, einem Mitmenschen Schaden zuzufügen
Durch diese versucht Satan, die Seele dazu zu bringen, gegen die Nächstenliebe zu verstoβen. Einige Bespiele: Versuchung zum Diebstahl, zum Vandalismus, zu jeder Form der Beschädigung von Gütern eines Mitmenschen, auch das bewusste Verletzen eines Mitmenschen und sogar die Neigung, einen Mitmenschen zu entmutigen (dadurch wird der Seele Schaden zugefügt)…

Gegen diese Form der Versuchung kann sich die Seele dadurch wappnen, dass sie in der wahren Liebe wächst. Wahre Liebe verhindert, dass die Seele noch Gefallen an irgendeinen Nachteil für einen Mitmenschen findet, ganz im Gegenteil: Sie sucht das Wohlbefinden des anderen.

3. Versuchungen, die darauf abzielen, dass die Seele sich selbst vernichtet
Durch diese Einflüsterungen beabsichtigt Satan, dass die Arbeitskraft der Seele zur Verwirklichung von Gottes Plan unterminiert wird. Einige Beispiele: Versuchung zu Gefühlen von Unfrieden, Ängsten, Zweifeln, Ungewissheit, Unsicherheit, Trübseligkeit, Depression, zu einem regelmäβigen Gebrauch von Drogen, von Tabak, von Alkohol, von bestimmten Medikamenten mit schädlichen Zutaten, von Nahrungsmitteln, die ungesund sind oder von denen die Seele weiβ, dass ihr Körper sie nicht richtig verträgt…

Gegen diese Form der Versuchung kann die Seele sich dadurch wappnen, dass sie sich der Tatsache bewusst wird, dass Gott in ihr lebt und dass ihr Körper der Tempel ist, mit dem die Seele auf dieser Welt leben muss, und dass die Gefühle und Gedanken die Nahrung für die Seele bilden. Der Körper, ebenso wie die Fähigkeiten zum Nachdenken und zum Fühlen, und der Verstand, sind Gaben Gottes, welche die Seele in die Lage versetzen sollen, die für sie vorgesehene Lebensaufgabe zu erfüllen. Es ist deshalb ihre Pflicht, ihr ganzes Wesen instand zu halten, allerdings ohne sich selbst zum Abgott zu machen. Alles, durch das die Seele ihr eigenes Wesen unterminiert, schafft Möglichkeiten für Satan, sie 'auszuschalten': Sie wird dann in spiritueller Hinsicht eine 'lebende Tote', die für Gottes Werke nicht mehr ins Gewicht fällt, auβer im negativen Sinn.

4. Versuchungen, die darauf abzielen, Gottes Plan zu hintertreiben
Dadurch versucht Satan, die Seele aktiv für seine eigenen Pläne arbeiten zu lassen. Einige Beispiele: Angriffe (in Wort und Tat) gegen die Kirche, Angriffe gegen glaubwürdige Instrumente von Jesus oder Maria, Mangel an Freude am Beten bzw. am Opfern, Mangel an Respekt vor dem Leben, Arbeiten für antichristliche Bewegungen...

Gegen diese Versuchungen kann sich die Seele dadurch wappnen, dass sie sich Maria vollkommen weiht und täglich um Erkenntnis und Führung betet, um dem rechten Weg zu folgen und trotz aller Rückschläge von diesem Weg nicht abzuweichen.

5. Versuchungen, die darauf abzielen, die Einheit zwischen Menschen zu zerstören
Dadurch versucht Satan, allen Frieden und alle Gefühle der Verbundenheit unter Gottes Kindern unmöglich zu machen, damit die Menschheit durch ihr Leben und ihre Taten Gott nicht verherrlicht, sondern Ihn schändet: Eine Menschheit, die in vollkommenem Unfrieden, in Zwietracht und Uneinigkeit lebt, gleicht nicht mehr der heiligen Frucht eines vollkommenen Gottes, sondern der verfaulenden Frucht eines vollkommenen Chaos, das nicht von einem Wesen hervorgerufen worden sein kann, das absolute Weisheit ist.

Dieser Gedanke ist an sich eine Versuchung für viele Seelen, die das Wesen der Schöpfung und die überaus wichtige Rolle des freien Willens des Menschen selbst in der Entwicklung des Lebens auf Erden nicht verstanden haben. Einige Beispiele für diese Kategorie von Versuchungen: sich verführen lassen zu Streit, zu Streitgesprächen, zur Polemik, zu Fehden, zum Krieg zwischen Völkern, Provokationen mit einer negativen Zielsetzung anzufangen, Kritiksucht (die Neigung alles und jeden zu bemäkeln)...

29. Welche Wege geht der Versucher, sich in die Seelen hineinzuschleichen?

Mir wurden einst zehn Wege als die wichtigsten gezeigt:

1. Die Schwachheit des Menschen
Wie bereits angedeutet, ist Schwachheit jeder Mangel an Widerstand gegen eine plötzlich aufkommende Lust zur Befriedigung von etwas, das als Bedürfnis empfunden wird, aber es eigentlich nicht ist. Beispiel: mehr essen oder trinken als zum Leben notwendig; Dinge kaufen, die zum Leben nicht notwendig sind; Mangel an Selbstbeherrschung auf vielen möglichen Gebieten, so dass das Sehen eines bestimmten Anreizes mehr oder weniger zu einer Form von 'Kurzschluss' führt und unzufrieden macht, wenn eine aufkommende Lust nicht befriedigt werden kann.

Es ist keine Sünde, sich etwas anzuschaffen oder etwas zu benutzen, was über das Lebensnotwendige hinausgeht, aber wenn dies zu einer Gewohnheit wird, gegen welche die Seele anscheinend wenig oder keinen Widerstand leistet, wird sie für Versuchungen oder verschiedene Untugenden anfällig (Unmäβigkeit, Unreinheit u.a.). Die Werbung spielt dabei eine verheerende Rolle.

2. Die Langeweile
Das heiβt: jeder Mangel an Sinngebung für das Leben.

Langeweile ist im Grunde genommen eine Äuβerung der Unfähigkeit, den Nutzen eines bestimmten Ereignisses oder einer bestimmten Situation zu verstehen. Sie ist eine Form des Unfriedens in der Seele, die nicht imstande ist, dieses Ereignis oder diese Situation mit Gottes Wirken, Plänen und Vorsehung auf ihrem Lebensweg in Verbindung zu bringen. In der Erfahrung der Langeweile gewinnt Satan dadurch zur Seele Zugang, dass sie nach Sinngebung sucht und diese nicht findet. Genau dadurch, dass sie in dieser Phase nicht vollkommen mit Gott verbunden zu sein scheint, lenkt Satan sie leicht weg zu Situationen, die ihr eine neue Ausfüllung der Leere in ihrem Leben versprechen. Oft werden auf diesem Weg die Kriminalität und die unterschiedlichsten Formen von abnormalem Verhalten geboren. Viele der Ausschweifungen, die Sie in diesen modernen Zeiten um sich herum feststellen können, sind Früchte davon.

3. Die Unwissenheit
Der Mensch hat nie einen allumfassenden Blick auf die volle Wirklichkeit der Dinge und Situationen um sich herum. Dadurch zieht er oft falsche Schlüsse, schätzt er Situationen unrichtig ein und sieht er oft nicht (oder erst sehr spät), dass er dabei ist, allmählich vom Leben in und mit Gott abzuirren. Unwissenheit kann in vielen Fällen entschuldigt werden, aber kann immerhin Ursache vieler Untugenden beim Mitmenschen sein, indem dieser nicht immer mit den vielen Fehlern ins Reine kommt, die der Unwissende macht und über welche er sich anscheinend keine Gedanken macht.

4. Die Verblendung
Sie hängt eng mit der Unwissenheit zusammen. Verblendung ist die Unfähigkeit, die Hand des Bösen in einem Ereignis, einer Situation oder einer Entwicklung zu sehen, weil die Dinge nicht immer das sind, was sie zu sein scheinen. Verblendung ist die Frucht eines Mangels an Unterscheidungsfähigkeit, indem die Seele keinen reinen Kontakt mit Gottes Geist hat. Diese Verfassung ist gefährlich, weil sie oft zum Fundament einer Lebenshaltung wird, bei der eine Sünde der anderen folgt: Die Urteilsfähigkeit kann auβer Kraft gesetzt werden, und die Seele sieht sogar die eigenen Untugenden nicht mehr. Viele führen ein Leben in geistiger Finsternis, beichten nie und sind dennoch überzeugt, dass sie nichts Falsches tun. Diese Seelen geben oft ihrem Mitmenschen die Schuld für alles, was in ihrem Leben falsch läuft.

Die gefährlichste Form der Verblendung ist deshalb die Selbstverblendung, die Verfassung, in welcher eine Seele nicht erkennt, und oft sogar nicht erkennen will, wie es um sie bestellt ist und wie sehr ihre Gedanken, Gefühle, Wünsche, Bestrebungen und Handlungen in Wirklichkeit von Gottes wahren Wünschen abweichen. Durchwegs wurzelt Selbstverblendung in einem Versuch der Seele, sich für Gottes Wahrheit und Gottes Gesetz zu verschlieβen, in der Absicht so bleiben zu können, wie sie eben ist, und die eigenen Erwartungen und Vorstellungen nach wie vor als die einzige Wirklichkeit betrachten zu können. Dort liegt einer der wichtigsten Gründe, weshalb sich unzählige Seelen das ganze Leben lang anscheinend nicht verändern und sich offensichtlich sogar nicht für ein mehr tugendhaftes Leben interessieren.

5. Die Sucht
Sucht ist das Ergebnis der Schwachheit in hohem Grad. Sie ist die Verfassung der Seele, die von Gefühlen der Scheinbefriedigung abhängig wird, die dadurch erzeugt werden, dass sie bestimmten Scheinbedürfnissen nachgibt. Sucht hat die Neigung, den Süchtigen zum äuβersten Bösen zu verführen, damit diese Befriedigung instand gehalten werden kann. In nahezu allen Fällen ist Sucht nur dadurch möglich, dass die Seele vollkommen unterernährt geworden ist und alle Aufmerksamkeit im Leben dem physischen Wohlbefinden gilt (bzw. dem, was so empfunden wird; oft ist dies ein gewaltiger Selbstbetrug).

Beispiele: Drogensucht, Abhängigkeit von Medikamenten wie Antidepressiva und Schlafmitteln, Sucht nach Süβigkeiten, bestimmte zwanghafte Gewohnheiten, sexuelle Ausschweifungen, usw. Sucht legt oft vollkommen unerwartete Wege offen für die unterschiedlichsten 'sekundären' Gewohnheiten, welche die Seele zum vollkommenen Sklaven Satans machen. So kann der Mensch zum Beispiel das Bedürfnis empfinden, ständig von harter Musik umgeben zu sein, dadurch im Ausgangsmilieu versinken und letztendlich in Drogen und Kriminalität verstrickt werden.

Die Herrin aller Seelen lässt auf noch eine andere Art von Süchtigkeit hinweisen, die weniger leicht ins Auge fällt, dafür allerdings eine weit geöffnete Tür zu einer vollkommenen Herrschaft Satans bildet: die Süchtigkeit nach dem eigenen 'Ich', nach der Empfindung, in den Augen anderer wichtig oder interessant zu erscheinen. Diese Sucht ist eine sehr gefährliche Form der Selbsterhebung, die gegen sämtliche Werte des Christseins verstöβt und bei welcher das Bild, das der Mensch seinem Mitmenschen von sich vorzaubern möchte, im Grunde genommen zu seinem Abgott wird. Eine Seele, die dieser Sucht anheimfällt, kann von einem alles beherrschenden Antrieb besessen werden, von jedem Mitmenschen gepriesen und bewundert zu werden. Für Satan gibt es keinen kürzeren Weg um eine Seele in allen erdenklichen Aspekten des Lebens und auf die unterschiedlichsten Weisen für seine Werke und Pläne einzusetzen.

6. Die Enttäuschung
Dies ist die Verfassung, in der die Erwartungen der Seele hinsichtlich bestimmter Entwicklungen im Leben sich nicht erfüllt haben. Enttäuschung ist im Grunde genommen Aufsässigkeit gegen (also Nicht-Annahme von) Gottes Verfügungen für den Verlauf des Lebensweges. Enttäuschung kann zu einem Verhalten führen, das genau das Gegenteil von dem ist, was die Seele anfangs beabsichtigte oder erstrebte. Zum Beispiel: Ein Christ kann ein Ketzer werden, ein Priester kann abtrünnig werden und ein ausschweifendes Leben führen.

Enttäuschung kann sich in kleinen Dingen verbergen und kann, wenn sie mehrmals auftritt, einen nahezu ständigen Unfrieden im Herzen schaffen, der einen sehr reichen Nährboden für Versuchungen bildet. Enttäuschung kann Anlass zu einer ganzen Lebenshaltung geben, die auf Spott, Gehässigkeit, Verleumdung, Klatsch, Geschwätz, Gotteslästerung usw. basiert, in einem verkrampften Versuch, den eigenen Unfrieden dadurch auszugleichen, dass man Mitmenschen (und alles, was heilig ist), niedermacht.

7. Die Müdigkeit
Körperliche, geistige oder emotionale Müdigkeit verringert oft den Widerstand gegen Versuchungen um von der Tugendhaftigkeit abzuweichen. Wenn der ermüdete Mensch unzureichend in der Liebe, der Hingabe, der Annahme und der Aufopferungsbereitschaft gereift ist, unterliegt er ständig der Gefahr, dass sein Zustand Anlass gibt zu Jähzorn, Unfreundlichkeit, Unzufriedenheit, Barschheit, Ungeduld, Reizbarkeit, Aggression und Unmäβigkeit (sich selbst durch die Neigung, sich 'zu verwöhnen', Schaden zufügen).

8. Die Angst
Angst ist ein fruchtbarer Nährboden für abnormales Verhalten. Angst gibt Anlass zu Zweifeln, Mangel an Vertrauen, unüberlegtem Handeln und Sprechen und manchmal zu aggressivem Verhalten. Angst beschleicht die Seele, sobald diese das Gefühl von Halt verliert. Oft entsteht so eine Lebenshaltung, bei der die Macht jedes Himmlischen Eingreifens in das Leben unterschätzt oder an diese Macht nicht mehr geglaubt wird.

9. Die Entmutigung
Dies ist die Verfassung der Seele, die von den Bürden und Rückschlägen des Lebens überwältigt ist oder die dadurch geschockt ist, dass sich eine Erwartung nicht erfüllt hat. Entmutigung legt die Seele lahm: Sie findet nicht mehr die Kraft, noch die Lust, für die Verbesserung ihres Lebensschicksals zu kämpfen oder den Hemmnissen auf ihrem Weg die Stirn zu bieten. Entmutigung ist das Werk Satans, der dadurch versucht zu verhindern, dass die Seele zur Verwirklichung von Gottes Plänen beiträgt. Eine oft vorkommende Folge ist die Gleichgültigkeit gegenüber allem, was heilig ist, und eine Schlaffheit in der Nächstenliebe in allen ihren Elementen.

10. Der Zweifel und die Unsicherheit
Eine Seele, die unsicher wird, hat kein festes Vertrauen in Gottes Wirken in ihrem Leben mehr. In gewissem Sinne erwartet sie immer mehr, dass ihre Unternehmungen misslingen werden. Unbewusst schneidet sich diese Seele von Gott ab und glaubt, dass sie alles mit eigener Kraft bewältigen muss, während sie übermäβig mit einem schlechten Verlauf der Dinge ihres Lebens rechnet. Mit anderen Worten: Die unsichere, zweifelnde Seele glaubt eigentlich, dass Satan mächtiger ist als Gott. So setzt sie sich selbst als Werkzeug für das Gute auβer Kraft.

30. Wie kann sich die Seele gegen Versuchungen wappnen?

Die Herrin aller Seelen bietet 10 Wege:

1. Durch Gebet um Selbsterkenntnis, Selbstbewusstsein, Erkenntnis über eigene Verhaltensweisen, Reaktionen und Gewohnheiten
So kann man die eigenen Schwächen entdecken. Lernen Sie sich selbst so zu betrachten, als ob Sie auf jemanden anderen schauen. So können Sie eine 'gefühlsfreiere' Sicht auf die Fallen bekommen, in die Sie immer wieder hineinzutreten drohen.

2. Durch Gebet um Versuchungen zu erkennen, und um Erkenntnis der Strategien Satans
Um den Feind wirkungsvoll zu bekämpfen, muss man ihn kennen und allmählich seine Vorgehensweisen erkennen.

3. Indem man mit dem inneren Blick an Maria und Jesus orientiert lebt
So wird die Seele automatisch auf Heiligkeit in Gedanken, Gefühlen, Worten, Wünschen und Handlungen abgestimmt. Wenn man auf Maria und Jesus ausgerichtet ist, kommt automatisch ein gewisses Hinüberflieβen von Ihnen zur eigenen Seele in Gang.

4. Indem man ein Leben von häufigem, konzentriertem und inbrünstigem Gebet führt
Während des konzentrierten, inbrünstigen Gebets kann Satan die Seele nicht wirklich berühren, denn Gebet schafft eine Verbindung zwischen dem Herzen und Gott Selbst. Ein Leben, das vom Geist wahren Gebets durchdrungen ist, schafft ein dauerhaftes starkes Band mit dem Licht.

5. Indem man lernt, jede Versuchung als eine Demütigung zu betrachten, die Satan die Seele erleiden lassen möchte
Dies wird die Seele dazu anregen, ihm nicht die Genugtuung zu verschaffen, dass er sie ohne weiteres manipulieren kann. Die Seele ist nicht dazu erschaffen worden, Spielball von Gottes Feind zu werden.

6. Indem man lernt, sich selbst zu prüfen in Handlungen, Worten, Gedanken und Wünschen
Dabei soll sich die Seele fragen, ob Handlungen, Worte, Gedanken und Wünsche auch negative Folgen für die eigene Seele oder die Seele eines Mitmenschen haben (können). Wenn die Seele zweifelt, und wenn der Zweifel nach intensivem Gebet zum Heiligen Geist nicht weicht, darf sie davon ausgehen, dass ihr Gewissen warnt, dass Gottes Geist sie von ihrem Vorhaben wegführen will, weil es nicht mit Gottes Absichten in Einklang ist. Wenn eine Handlung, ein Wort, ein Gedanke oder ein Vorhaben kein ungeteiltes Gefühl des Friedens hinterlässt, tut man gut daran, sie nicht (mehr) zuzulassen. Satan und seine Eingebungen hinterlassen keine guten Gefühle.

Diesbezüglich ist eine Warnung angebracht: Sie sollen sich dessen bewusst sein, dass eine negativ (finster) eingestellte Seele auch dann schlechte Gefühle spüren kann, wenn sie mit Worten in Berührung kommt, die von Licht aus authentisch Himmlischer Quelle erfüllt sind. In dem Fall ist Satan selber dabei, die Seele zu überzeugen, sie täte gut daran, diese Worte auf keinen Fall in sich zuzulassen, weil er befürchtet, diese könnten die Seele dazu bringen, ihre Verblendung und Täuschung zu erkennen.

7. Indem man lernt, Jesus und Maria in allen Mitmenschen zu sehen
Die Seele, die sich dies angewöhnt, wird nicht die Neigung verspüren, jemandem zu schaden.

8. Indem man lernt, zu erkennen, dass die Dinge der Welt nur einen relativen Wert haben
Dies heiβt, dass diese Dinge vergänglich sind und für die Seele keinen Nutzen haben. Die Seele soll auβerdem begreifen, dass sie die Dinge der Welt nur leihweise erhält. Gott bleibt Eigentümer von allem: von Ihrem Haus, Ihren Gütern, Ihren Kindern, Ihren Haustieren und Ihrem eigenen Leben.

9. Indem man sich im Bewusstsein übt, dass jede gute Tat, jedes gute Wort, jeder gute Gedanke die Gründung von Gottes Reich auf Erden voranbringen hilft
Jedes Nachgeben gegenüber einer Versuchung in Tat, Wort oder Gedanken hilft die Gründung von Gottes Reich auf Erden hinausschieben. Wenn die Seele begreift, dass Gottes Reich auf Erden das Ende von allem Elend, allem Leiden, allem Schmerz, allem Kummer und Unglück bedeutet, wird sie immer mehr Freude aus jedem Sieg schöpfen, den sie über den Verführer erringt, auch in den kleinen Dingen eines jeden Tages.

10. Indem man sich selbst und sein ganzes Leben vollkommen an Maria weiht
Dies ist die wichtigste, alles übergreifende Waffe. Eine wahre, aufrichtige, vollkommene, bedingungslose und ewig währende Weihe an Maria ist ein heiliger Bund, durch den die Seele sich selbst und alles, was sie hat, ihr ganzes Leben, alle Erfahrungen, alle Leiden und Bürden in Marias Hände legt, weil Sie es uneingeschränkt für das Heil der Seelen und ihre eigene Heiligung gebrauchen kann. Wenn die Seele sich vollkommen Maria hingibt und Sie in voller Freiheit in sich wirken lässt, wird sie gegen alle Versuchung geschützt, weil sie dann Marias Besitz und Eigentum wird und Maria Ihr Eigentum nicht durch die Werke ihres groβen Widersachers (Satans) verunreinigen lässt.

Alles, was wirklich in Marias Händen ruht, wird geheiligt. Das heiβt gleich, dass die Weihe an Maria nur in dem Maβe diese Wirkung erhalten kann, wie die Seele aktiv, freiwillig und beharrlich mit Maria mitwirkt, denn Gott nötigt Seine Wohltaten nicht auf, die Seele muss ständig den aufrichtigen Wunsch nachweisen, mit Ausdauer mit Gottes Werken und Plänen mitzuwirken. Wenn sie dies nicht tut, wird sie auch nicht die Fülle des Schutzes seitens ihrer Himmlischen Herrin genieβen können, da sie sich dann selber in einem höheren oder niedrigeren Ausmaβ diesem Schutz entzieht.

31. Wie soll 'Vernichtung des Bösen' verstanden werden?

Was ist unter 'Vernichtung des Bösen' zu verstehen? Im wahren Sinn des Wortes 'vernichtet' Gott nichts. Was Er allerdings durchaus tun kann und tun wird, vorausgesetzt, Ihm werden zu dem Zweck Gebete und Aufopferungen dargebracht, ist: die Werke der Finsternis lähmen, sie unwirksam machen. In dem Maβe, wie das Licht Christi in alle Seelen gestrahlt und von diesen Letzteren angenommen und angewendet wird, werden die Werke und Pläne Satans unwirksam. Das Licht Christi wirkt sich ja konkret hauptsächlich auf zwei Wegen aus:

  1. in einer richtigen Anwendung der Liebe in allen Situationen des Alltags;
  2. in der richtigen Erkenntnis von den höheren Werten des Lebens und von allem, was sich hinter den Ereignissen im Leben verbirgt. In dem Maβe, wie die Seele Gottes Wahrheit, die Fülle der vollendeten Wirklichkeit (siehe die diesbezügliche Betrachtung, die Sie auf der Webseite unter Belehrungen > Betrachtungen > die vollendete und die sichtbare Wirklichkeit vorfinden können) richtig erkennt, wendet sie sich gleichsam wie von selbst von der Finsternis ab und wird sie mehr von den Dingen des Himmels angezogen.

Wahre Liebe und tiefe Erkenntnis von den Dingen des Lebens und von sich selbst 'immunisieren' die Seele gegen die Machenschaften des Bösen, seine Manipulationen und die unzähligen Täuschungen, die er ständig in die Welt und die Situationen des Alltags zu bringen versucht. Jeder Mangel an wahrer Liebe hindert die Seele daran, sich in allen Situationen unbeirrbar für einen selbstlosen Einsatz zugunsten von Gottes Werken zu entscheiden. Jeder Mangel an Erkenntnis lässt die Seele bald den richtigen Blick auf den wahren Sinn aller Leiden und Prüfungen verlieren. Wenn vieles sinnlos erscheint, kann die Seele bald den Mut zu einem tugendhaften Leben verlieren, und verliert sie auch bald die Kraft, die sie aus einer starken Hoffnung schöpfen können sollte.

Vollkommene Weihe an Maria kann genau dies in der Seele Wurzeln schlagen lassen: ein ständiges Wachstum in der wahren Liebe, eine rasch zunehmende Erkenntnis und Selbsterkenntnis, eine rasch wachsende Sinngebung, und die Fähigkeit, mit den Prüfungen des Lebens so umzugehen, dass diese in Rohstoffe zur Aufbereitung von Gnaden für die Schöpfung verwandelt werden können. Die Seele, die sich vertrauensvoll der Herrin aller Seelen verschenkt, geht mit Ihr einen Bund ein, kraft dessen sie aus ihrem Leben gleichsam eine Gnadenfabrik machen und sich selbst dabei auf immer höhere Stufen der Heiligung erheben lässt. So wird die vollkommene Weihe an Maria zu einer mächtigen Waffe gegen die Finsternis, sowohl für die geweihte Seele selbst als auch für die ganze Schöpfung.

32. Die wichtigsten Quellen der Sünde

Die Hauptquellen der Sünde sind, gemäβ den Belehrungen der Himmlischen Herrin:

1. Unfähigkeit zum Aufnehmen, Verarbeiten und Weitergeben von Liebe. Dies kommt zum Ausdruck in Verfassungen wie Gleichgültigkeit, Kälte des Herzens, Selbstsucht, Egozentrik, Mangel an Einfühlsamkeit den Mitgeschöpfen gegenüber.

2. Unreinheit des Geistes, des Herzens, des Mundes und des Willens. Dies kommt zum Ausdruck in Verfassungen wie Unverträglichkeit, Kritiksucht, Hochmut, Überheblichkeit, Hass, Missgunst, Neigung zum Verleumden oder zum Klatschen, im Richten der Mitmenschen.

3. Anhänglichkeiten, die sich äußern in Gewohnheiten, Bindungen mit der Vergangenheit, mit Mitmenschen oder mit stofflichen Dingen, Materialismus mit allen seinen Folgen für das Verhalten, aber auch in krankhaften Neigungen, Süchten, unbeherrschten Trieben, sogar in Neugier.

4. Unverarbeitete Enttäuschungen oder nicht angenommene Prüfungen, die sich äußern in vielen Formen der Unzufriedenheit, Aufsässigkeit, allen Bestandteilen eines ungenießbaren Charakters, plötzlichen Ausbrüchen von Aggression, Misshandlung von Mitgeschöpfen, Zerstörungssucht.

Nicht selten sind Sünden die Kinder zweier oder mehrerer dieser Kategorien. Bedenken wir außerdem, dass sich die große Hauptursache der Sünde in einem Verlust von echtem Glauben an Gott und an die Liebe als große Lebenskraft verbirgt. Je tiefer und unerschütterlicher der Glaube wird, desto mehr wird sich die Seele aufrichtig anstrengen, alle Sünde und Untugend zu vermeiden, denn wahrlich tiefer Glaube erhebt die Seele über das Weltliche und alle seine Fallen hinaus.

33. Erforderliche Einstellung um zur Bekehrung zu gelangen

Die Himmelskönigin will in Ihrem Kampf gegen die Finsternis auf eine besondere Art und Weise vorgehen. Seit vielen Jahren betont Sie Ihrer Myriam gegenüber die Bedeutung einer Art des Betens, wobei darum gebeten wird, Finsternis in Licht zu verwandeln, indem jegliche Finsternis, mit welcher eine Seele bekleidet wird (wenn diese zum Beispiel verleumdet wird, Böses über sie gedacht wird usw.) von der Gottesmutter in Ihrer Liebe umgewandelt und in diesem erneuten, lichtvollen Zustand zur Quelle zurück geschickt wird, aus welcher diese Finsternis hervorgegangen ist. Der Mensch neigt leicht dazu, Böses mit Bösem zu vergelten oder mindestens seinerseits böse Gedanken denjenigen gegenüber zu hegen, die ihm böse gesinnt sind. Die Gottesmutter allerdings, lehrt die Macht der Liebe: wie die Seele versuchen sollte, mit Marias Hilfe Böses mit Licht und Liebe zu bekleiden.

Konkret heiβt dies, zum Beispiel: Eine Seele verbreitet Lügen über einen Mitmenschen. Anstatt dass dieser Letztere Böses über die Erstere denkt oder spricht, wünscht er ihr Gutes und bittet die Himmelskönigin dabei um Hilfe und Vermittlung. Maria wird dieser liebevollen Absicht Ihre eigene vollendete Liebe hinzufügen, und kann 'das Ganze' dazu anwenden, die 'lügende Seele' zur Erkenntnis und zur Bekehrung bringen zu helfen. Das heiβt: Sie kann Gnaden erwirken, dies zugunsten dieser Seele zu bekommen, aber diese Letztere muss aus eigenem freiem Willen dazu bereit sein, diese Gnade in sich wirksam werden zu lassen. Gerade deswegen kann die Bekehrung mancher Seele lange auf sich warten lassen.

Einer Seele, der besondere Gnaden zur Bekehrung zuflieβen, wird es vom Bösen zwangsläufig schwer gemacht, diese Gnaden in sich einzubauen. Sie wird dazu angeregt, sich Stolz zu stellen, sie wird so verblendet, dass sie nur Finsternis spürt, oder sie wird zu einer Verhaltensweise angestachelt, die eine Wiederherstellung liebevoller Verhältnisse erschwert. So gelingt es dem Bösen oft, die beiden Parteien in der Finsternis festzuhalten, denn das betende Opfer kann sich entmutigen lassen und seinerseits (erneut) finstere Einstellungen hegen.

Die Gottesmutter weist manchmal darauf hin, die betende Seele, die den Eindruck bekommt, ihre Anstrengungen zugunsten ihrer 'Feinde' wären erfolglos, sollte nie vergessen, dass sie auf jeden Fall einen Sieg davon trägt, wenn sie ausharrt. Tatsächlich kann die Seele, die ihr das Leben schwer gemacht hat, auch noch in der Stunde ihres irdischen Todes das wahre Licht erkennen, und immerhin erwirbt sich die betende Seele die Verdienste ihrer liebevollen Tätigkeiten. Wer Licht und Liebe verbreitet, ist in Gottes Augen ein Sieger, egal ob diese Tätigkeit ihr sichtbaren Erfolg einbringt oder nicht.

34. Über den Triumph Mariä

Der Triumph Mariä ist folgendermaβen zu verstehen: Maria ist Trägerin unendlicher Mysterien und einer Macht, die keine Menschenseele völlig fassen kann. Die auβergewöhnlichen Offenbarungen in Die Morgendämmerung von Gottes Reich auf Erden sind diesbezüglich sehr aufschlussreich. Der häufige Gebrauch des Namens MARIA erschlieβt die oberste Verherrlichung an das absolute Meisterwerk Gottes, und schlieβt dadurch das Tor zu einer vollkommen neuen Welt auf. Da diese neue Welt vollkommen Spiegel und Ausdruck von Gottes Reich sein wird, zeigt Sich die Herrin aller Seelen als das Tor des Himmels. Gott scheint den Seelen den Namen MARIA als das goldene Tor zu einer Wiedergeburt in einem neuen Frieden anzubieten: In der vollkommenen Weihe an die Herrin aller Seelen liegt – kraft der Erlösungswerke Christi – der Schlüssel zur Gründung von Gottes Reich in der Seele.

Gemäβ Gottes Verheiβung soll das Reich Gottes auf Erden durch den Triumph des Unbefleckten Herzens Mariä eingeläutet werden. Der endgültige Sieg Christi, des Lichts, ist bereits in der Bibel vorhergesagt und verheiβen worden, und es steht fest, dass dieser Sieg mit dem Triumph des Unbefleckten Herzens Mariä kommen wird, der Frau, die den Kopf der Schlange (Satan) unter Ihren Füβen zerquetschen soll: Das Bild der endgültigen Erniedrigung des Bösen durch die Heiligste der Menschenseelen, Maria, die Sich für diesen Kampf Ihre Armee auserwählt und ausbildet (die Seelen, die sich Ihr vollkommen und bedingungslos weihen und die diese Weihe in sämtlichen Einzelheiten ihres alltäglichen Lebens bis zum Äuβersten leben). Das Maria Domina Animarum Werk ist gerade dazu von der Himmelskönigin ins Leben gerufen, ein kraftvolles Werkzeug in Ihren Händen zu sein, zwecks Vollendung Ihrer besonderen Berufung im Kampf gegen die Finsternis in jeglicher Form in diesen Letzten Zeiten.

Jesus Christus hat durch Sein Leiden und Seinen Kreuzestod den Endsieg besiegelt. Gott hat jedoch gewollt, dass der Mensch an der konkreten Gestaltung des Sieges Anteil haben soll. Aus diesem Grund hat Jesus die Erlösung in Seiner Eigenschaft als Gott-Mensch aufgeschlossen, und hat Gott Maria als erschaffene Menschenseele zur Gallionsfigur im Sieg der Menschenseele über den Bösen gemacht. Marias vollendete Heiligkeit wird den Seelen zum Nachweis der Macht der Seele über das Böse angeboten. Wer sein Leben für Maria und in Ihrem Dienst hingibt (vollkommene Weihe von allem, was sich im Leben ereignet), versichert sich der ewigen Glückseligkeit, vorausgesetzt, dass er diesem Dienst treu bleibt und ihn in beharrlicher Tugendbeständigkeit ausübt, so wie Jesus diese in der Frohen Botschaft lehrte, d.h. auf einer soliden Grundlage selbstverleugnender Liebe und in demütiger Erkenntnis der eigenen Kleinheit.

Maria ist aus dem Grund Schrecken der Teufel, weil der Böse Sie niemals in die Knie hat zwingen können: Sie hat Sich nie versündigt. Ganz im Gegenteil hat Sie den Bösen unzählige Male in die Knie gezwungen, und wie Sie es an mancher Stelle in den Schriften nachweisen lieβ, tat Sie dies einige Male sogar wortwörtlich, sei es im Verborgenen, weil Sie Ihre Macht, die von Dämonen als Schrecken und Folter empfunden wurde und für alle Zeit empfunden werden soll, nie hat zur Schau stellen wollen.

Die Verheiβung des Triumphes Mariä ist nichts anderes als der sichtbare vollkommene Sieg Gottes über die Finsternis durch Maria als gröβtes Wunderwerk vollendeter Heiligkeit und somit vollendeter Liebe und Sündenlosigkeit. Es handelt sich somit um den Triumph der vollendeten Liebe über die Sünde und ihre Auswirkungen.

35. Marias Macht über die Finsternis

Eine Seele, die das Vorrecht erhalten hat, von der Herrin aller Seelen in einer langen Vision zur Zeugin eines Auftritts Ihrerseits Dämonen gegenüber gemacht zu werden, so wie dies in der Sonderoffenbarung Bekenntnis eines Dämons auf Befehl der Heiligen Jungfrau Maria aus dem Jahr 2007 beschrieben worden ist, kann für die restliche Zeit ihres Lebens nicht mehr dem geringsten Zweifel an der grenzenlosen Macht der Himmelskönigin über die Finsternis zum Opfer fallen.

Im Gebet 418 (Bittgebet zu Maria um Befreiung der Welt aus dem Griff des Bösen) heiβt es, Maria ist alle Macht gegeben, diese Welt aus der Finsternis zu befreien. Ihr ist von Gott tatsächlich die Führung im Kampf gegen die Finsternis anvertraut worden, und als Brücke zwischen Menschenseelen und Gott kann Maria tatsächlich jede Seele vollkommen aus Bedrohungen von Seiten der Finsternis befreien. Allerdings kann die Menschheit aus gar nichts befreit werden, weder von Maria noch von Gott Selbst, wenn die Seelen nicht ausdrücklich darum bitten und nicht fest daran glauben, dass die Gottesmutter dies tun kann. Gebet und Glaube sind erforderlich, damit Gnaden gespendet und wirksam gemacht werden können.

Marias 'Werk der Befreiung und Reinigung der Welt' ist ganz im Sinn der Belehrungen der Herrin aller Seelen so zu verstehen, dass Sie die Seelen, die sich Ihr in vollkommener Weihe hingeben, innerlich so umzugestalten versucht, dass diese immer fruchtbarer bei der Verbreitung von Licht zum Einsatz kommen können. Je mehr Seelen sich Maria hingeben, desto mehr kann sich die Welt von allem abwenden, was die bedrängende Wirkung der Finsternis erhöht. In diesem Sinn spielt die Gottesmutter gerade in diesen Letzten Zeiten eine Schlüsselrolle bei der Befreiung und Reinigung der Welt. Sie erfüllt diese Aufgaben voll und ganz kraft der Verdienste der Erlösungswerke Christi am Kreuz, und voll und ganz im Hinblick auf die vollkommene Erschlieβung der Früchte dieser Erlösungswerke in den Seelen, damit das Erlösungsmysterium seine volle Verherrlichung erhält.

Zu den Füβen der Herrin aller Seelen sollen die Feinde Christi 'zu Staub vergehen': In dem Maβe, wie die Menschenseelen die Werke der Finsternis der Macht der Himmelskönigin ausliefern, wird Sie diese Macht dazu anwenden, diese Werke unwirksam zu machen, so dass sich sagen lieβe, dass diese wie Häuser sind, die zertrümmert werden. Die Steine zerfallen zu Staub. In der vollkommenen Weihe an Maria wird den Seelen eine unschlagbare Waffe geboten, das Reich Satans auf Erden in einen einzigen Trümmerhaufen zu verwandeln. So vergehen die Feinde Christi in ihren Werken tatsächlich zu Staub.

Eine zusätzliche – sei es etwas mehr verborgene – Bedeutung wäre dabei noch aufzudecken: Gott hat die Herrin aller Seelen mit einer solchen Macht ausgestattet, dass jede erschaffene Seele kaum mehr als Staub zu Ihren Füβen ist. Bekennt sich eine Seele in dem Sinn zu ihrer Kleinheit vor der Herrin aller Seelen, so wird Maria diese Seele in Gottes Augen groβ machen. Die Feinde Christi allerdings, wird Sie – vorausgesetzt, diese Gnade wird von Ihr dargebotenen menschlichen Prüfungen beglichen – als Staub zu Ihren Füβen behalten, damit diese dem Vermächtnis Christi nicht schaden können.

Die Grenzenlosigkeit von Marias Macht über die Finsternis verherrlicht in beispiellosem Maβe die Macht von Gott Selbst, denn in Derjenigen, die unter den erschaffenen Menschenseelen die Verkörperung der vollendeten Sündenlosigkeit ist, war die Finsternis zu jedem Zeitpunkt ab Ihrer Unbefleckten Empfängnis bis einschlieβlich ihrer glorreichen Aufnahme in den Himmel vollkommen machtlos. Infolgedessen führte Sie ein Leben als vollendeter, vollkommen makelloser Spiegel von Gottes Herzen. Genauso wie ein vollkommen reiner Spiegel das Licht das auf ihn strahlt, in vollem Glanz um sich herum strahlen kann, besaβ Maria die Fähigkeit, in der Ordnung der Gnade eins mit der Macht Gottes zu sein, weil Sie vollkommen sündenlos und dadurch eine vollkommen reine Widerspiegelung von Gottes Herzen ist und Ihr Wille nicht im Geringsten von Gottes Willen abweicht, der die Quelle der Göttlichen Macht ist.

(diese Blütenlese wird bald um den nächsten Teil erweitert)