TOTUS TUUS, MARIA !

ANWENDUNG DER WISSENSCHAFT DES GÖTTLICHEN LEBENS

Briefe von der Himmelskönigin an einzelne Seelen
151-225

Auf Einladung der Gottesmutter ist das Verzeichnis der in den Briefen behandelten Themen entfernt worden. Die Himmelskönigin hat aus dem nachfolgenden Grund darum gebeten:
Jeder Brief behandelt von Natur aus unterschiedliche Themen. Deswegen lassen sich sämtliche behandelten Themen kaum in einem Titel fassen. Ein Titel wirkt somit gleichsam einschränkend. An anderen Stellen dieser Webseite haben wir bereits darauf hinweisen müssen, dass es Teil der Art und Weise ist, wie die Gottesmutter Ihre Kinder unterrichten will, dass Sie betont, wie wichtig es ist, dass Seelen selber spontan, freiwillig und aus ihrem eigenen Einsatz und Interesse heraus die Texte studieren. Mit Ihren eigenen Worten ausgedrückt: "Durch Mein Maria Domina Animarum Werk werden die Seelen in den Himmlischen Garten hinein geführt, sollen allerdings durch ihren eigenen freien Willen ihren Weg zwischen den Blumen finden. Gott bildet nur Seelen, und bereitet nur Gnaden für Seelen, nach dem Maß, in dem sie aktiv bei ihrer Bildung und Blüte mitwirken".
Bei den Briefen selbst werden in den Titeln nach wie vor andeutungsweise bestimmte Themen verzeichnet. Diese Andeutungen vertreten keinesfalls den vollständigen Inhalt eines Briefes. Bei der Lektüre der meisten Briefe wird sich herausstellen, dass ihr Inhalt die in ihrem Titel angedeuteten Themen übersteigt.


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Brief 151
Umgang mit einem widerspenstigen Kind – der Segen, der oft mit Prüfungen einhergeht

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es kommt in dieser Zeit des Unglaubens, der Tyrannei der weltlichen Verirrungen und des Lobpreises an den Abgott des Materialismus nicht mehr oft vor, dass sich eine Familie in dem Wunsch aneinander schließt, einen Gebetssturm in den Himmel zu schicken, um eine junge Seele zu befreien. Widerspenstige Kinder werden so oft nur als Quellen des Unheils betrachtet, während sie im Grunde genommen eigentlich selber die ersten Opfer ihrer Verfassung sind. Es freut mich zu spüren, dass Sie dies durchaus begriffen haben.

Ihre Frage 'Wie kann ein Kind schon so gestört sein', ist eigentlich eine Frage nach einem Göttlichen Geheimnis. Trotzdem erlaubt uns Maria im Falle Ihres Sohnes die nachfolgenden Kenntniselemente.

Gottes Heilsplan basiert auf einem System, das durch die Strömungen der Liebe instand gehalten wird und sich selbst immer wieder bestätigt. So kann zum Beispiel eine Seele, die manchem sinnlichen Genuss entsagt, dadurch Wiedergutmachung für die Geißelung Jesu leisten, usw. In dieser Welt wird zügellos gesündigt, viel mehr als Wiedergutmachung geleistet wird. Aus diesem Grunde wird so oft gerade von den Seelen guten Willens so viel verlangt. Manche Prüfung kommt uns als eine Art von 'getarntem Segen' auf den Weg. Bei Ihnen ist das mit X. (im Original stand hier der Name des Kindes) der Fall. Ihr Sohn ist klug. Es mangelt ihm nicht an Verstand. Seine Verfassung ist auch gar nicht Ihre Schuld.

Zunächst versichere ich Ihnen, dass im Falle Ihres Sohnes nicht von einer Geistesstörung die Rede ist, sondern von einer 'seelischen Funktionsstörung'. Gott lässt diese Störung (vorläufig noch) zu, damit Sie in Ihren Anstrengungen die vielen Kinder berücksichtigen, die unter ähnlichen Verfassungen leiden, die aber nicht das Glück haben, Teil einer Familie zu sein, in der das Christ-Sein kein leeres Wort ist. Regelmäßig lässt Gott Prüfungen bei Seelen zu, welche die richtige Gesinnung besitzen, um diese Prüfungen so zu tragen, dass diese zu Akten der Wiedergutmachung für manche Verirrungen, Sünden oder Formen seelischer Blindheit in der Welt werden können. In Ihrem Falle schildert die Gottesmutter das nachfolgende Bild, das Ihnen vielleicht als Sprungbrett zu einer größeren Erkenntnis dienen kann:

Bei X. findet die Seele keine Ruhe. Es ist, als ob er innerlich aufbrennen würde, wie in einem ununterbrochenen Fieber der Seele. Diese Verfassung findet ihren Ursprung in einer Phantasie, die sich nie zu beruhigen scheint. Das Kind wird gleichsam von einem Wirbelsturm von sehr rasch aufeinander folgenden Gedanken und Vorstellungen im Geist getrieben. Diese Aufeinanderfolge vollzieht sich so rasch, dass er diese Gedanken und Vorstellungen gar nicht verarbeitet. Folglich wird er sozusagen in alle Richtungen zur gleichen Zeit getrieben. Es ist, als ob in diesem Vorgang jegliche Bremse abgeschaltet wird, einschließlich des Gewissens. Dieses scheint gar nicht zum Einsatz zu kommen. Demzufolge lernt das Kind nichts aus seinen Fehlern, noch aus Ratschlägen, noch aus etwaigen Beanstandungen. Dies ist also nicht darauf zurückzuführen, dass er diese geistig nicht in sich aufnehmen kann, sondern darauf, dass seine innere Verfassung diese nicht eindringen lässt. Deswegen wiederholt er ständig dieselben Fehler, dieselben (manchmal ungezogenen) Handlungen. Keine Bemerkung von der Mutti, vom Vati, von den Geschwistern usw. scheint ihn auch nur im Geringsten zu berühren, weil er noch während einer Beanstandung innerlich bereits einen neuen Eindruck verfolgt, der ihn wieder vollkommen beschäftigt... für sehr kurze Zeit, bis der Nächste kommt, usw.

Es scheint so, als ob jeder Eindruck im Geist Ihres Sohnes eine Seifenblase wäre, die unter dem Einfluss des Wirbelsturmes in wenigen Augenblicken zerplatzt und spurlos verschwindet. Jeder Eindruck ist kurzlebig, aber während er lebt, beherrscht er völlig den Geist und führt er ein eigenständiges Leben, das jeglichen zusätzlichen Eindruck völlig verdrängt und ausschließt. Aus diesem Grunde reagiert X kaum, wenn ihm zum Beispiel etwas verboten wird oder wenn man versucht, ihn an etwas zu beteiligen, das nicht gerade zu seinen Vorstellungen passt. Sie können dadurch oft den Eindruck bekommen, dass Sie als Familie in einen Zug einsteigen, gemeinsam mit X, dass Letztgenannter aber bald von einem Zeitpunkt zum anderen auf einem anderen Gleis in einem anderen Zug in eine andere Richtung fährt, ohne Vorwarnung, als ob Sie ihn dauernd 'verlieren'.

Wie ist es zu dieser Verfassung gekommen? Das ist eine Frage, die sich in diesem Falle schwer beantworten lässt. Vieles in unserem Leben 'ergibt sich so, wie es ist', weil es innerhalb von Gottes Heilsplan in jener Form einen Zweck hat. Das hat alles mit den unterschiedlichen Lebenswegen aller Hauptbeteiligten zu tun, an erster Stelle mit denen der Eltern und Geschwister. Jede Verfassung einer Seele hat zu jedem Zeitpunkt etwas zu bedeuten, das sich nicht wissenschaftlich (d.h. also eigentlich: durch Menschenverstand!) erklären lässt. Durchaus spielen beim Zustandekommen einer Verfassung oft Elemente eine Rolle, die aus gewissen Begebenheiten und Umständen hervorkommen können, zum Beispiel: Nahrungseinflüsse, Erbfaktoren, (traumatische und andere) Erfahrungen im Leben usw. Aber der Mensch darf nie aus den Augen verlieren, dass sogar eine Vielfalt von Risiken nicht das zu erwartende Ergebnis einbringen wird, wenn dies nicht in Gottes Heilsplan hineinpasst. Aus demselben Grunde kommt es vor, dass ein Arzneimittel nicht hilft, wo es eigentlich helfen 'sollte', oder dass eine Krankheit nie auftritt, während ja doch viele so genannte Risikofaktoren zugegen sind. So ist Ihnen allen diese Prüfung auf den Weg gebracht worden, damit Sie alle sich in mehreren Tugenden – Geduld und Beharrlichkeit in der Liebe trotz allem, was in diesem Falle an manchen Tagen wie eine richtige Zumutung auf Sie zukommt – vervollkommnen können. Auch X selbst muss diesen Weg gehen, damit seine Seele Lehren daraus zieht.

Eine Lehre aus etwas ziehen, heißt, dass die Lage nicht aussichtslos ist. Tatsächlich. Die Tatsache, dass die Situation bereits mehrere Jahre lang dauert, heißt weder, dass sie kein Ende nehmen wird noch dass Gott kein Einschreiten zulassen würde. Gottes Vorsehung gibt manchmal Zeichen und beobachtet, wie die Seelen mit diesen Zeichen umgehen. Die Himmelskönigin lädt Sie alle jetzt zu einer Offensive der Nächstenliebe ein. Voller Freude vermittle ich hiermit die Bestandteile Ihrer Einladung. Sie sollten sich dabei vor Augen halten, dass ein verhaltensgestörtes Kind eine Seele ist, die befreit werden soll. X ist ein armer Gefangener. Sie können seine Ketten zerbrechen, alle gemeinsam und mit Maria als Führerin und Quelle Himmlischer Kraft:

1. Sehr behilflich wäre, dass Sie alle sämtliche Schmerzen, die Sie in den vergangenen Jahren wegen dieser Prüfung haben durchstehen müssen, an Maria weihen. Nur wenn diese Schmerzen geweiht werden, werden sie sinnvoll und können sie Maria eine beträchtliche Menge aufgeopferten Leidens schenken, aus dem Sie die Befreiung bereiten kann. Alles Leid trägt in sich einen erlösenden Wert und ist deswegen gleichsam die Unterschrift Gottes auf den grauen Seiten unseres Lebensbuches, das Zeichen Seiner immerwährenden liebevollen Gegenwart. Sehr viele Leiden verfehlen dadurch ihren erlösenden Wert, dass sie hauptsächlich als Quelle der Bedrängnis empfunden werden und nicht an Maria geweiht werden.

Sie sollten dieses System folgendermaßen betrachten: Die Seele findet eine Prüfung auf dem Lebensweg. Gott verbindet mit diesem Leid Seine erlösende Liebe, aber diese 'kommt erst aus der Schachtel heraus', sobald sie durch Weihe erschlossen wird. Ja, wir könnten es so bezeichnen, dass die Macht der Liebe auf einer Bumerangwirkung beruht: Gott schenkt Liebe – oft in getarnter Form, zum Beispiel in einer Prüfung, die entweder unmittelbar von Ihm ausgeht oder die von der Finsternis ausgeht, aber von Gott mit einer Quelle der Liebe versehen wird – und die Seele kann diese entweder 'ungeöffnet liegen lassen' oder sie aufschließen und zu Ihm zurückströmen lassen, mit der eigenen Liebe vermischt. Gott + Seele = vollständiger Bund der Erlösung! Alles erhält die Fülle seiner Wirkung, sobald sich der Kreis schließt.

2. Da die Verfassung Ihres Sohnes im höchsten Maße von der Finsternis beeinflusst wird, in der Absicht, Sie als betende Familie unwirksam zu machen bzw. auseinander fallen zu lassen, sind Befreiungsgebete zugunsten seiner Seele und seines Geistes angesagt. Sehr wichtig sind diesbezüglich die Gebete Nr. 1006 und 1047. Auch die Nummern 417, 612, 683 und sogar 1019 wären sehr empfehlenswert. Selbstverständlich ist es nicht notwendig, alle diese Gebete täglich auszusprechen. Sie können sich ruhig jeden Tag welche auswählen. Sie werden diese Gebete so Maria darbieten müssen, als ob X sie selber ausspräche, weil sie in der ersten Person verfasst sind.

3. Sprechen Sie Maria auch als die Mutter der Ruhe, die den Seelen innere Ruhe bringt, an. Gebet Nr. 381 ist der Mutter der Ruhe geweiht.

4. Beten Sie, wenn möglich, täglich Gebete zum Heiligen Geist. Sie finden zurzeit eine reiche Auswahl solcher Gebete auf unserer Webseite. X muss vom Heiligen Geist aufgeschlossen werden. Da sich dieser Vorgang sehr zweckmäßig durch Vermittlung der Herrin aller Seelen vollzieht, ist auch eine ständige Weihe an Maria unentbehrlich. Unter 'ständiger Weihe' ist der Vorgang zu verstehen, durch welchen eine Seele sozusagen ununterbrochen mit Maria verbunden wird. Gewöhnen Sie sich an, ständig zu Maria zu sprechen und dabei um die Erschließung Ihres Sohnes zu bitten. Indem Sie dies tun, bilden Sie gleichsam eine Brücke zwischen seinem 'Kerker' und Marias Herzen. Es wird dabei die Macht der sogenannten 'sekundären Gnade' wirksam, von welcher in mehreren der Myriam-Schriften die Rede ist.

5. Sorgen Sie im Haus noch mehr als je zuvor für eine Atmosphäre von Liebe, Aufopferungsbereitschaft und unerschütterlicher Hoffnung. Eine solche Atmosphäre kann wie ein Leuchtturm verstanden werden, durch welchen Sie dem Heiligen Geist 'die Stelle andeuten, wo Er landen soll', mit anderen Worten: durch welchen Sie Ihn voll und eindeutig im Seelentempel Ihres Sohnes einladen.

Da es sich bei X, wie heutzutage bei vielen Kindern, um ein seelisches Ungleichgewicht handelt, wird sich seine Verfassung nur durch ein Gegengewicht von Liebe und inständigem Aufopfern umkehren lassen. Wie mir die Gottesmutter früher mal anvertraute, leidet unsere Welt unter den Zuckungen, die durch die schreckliche Sündenbürde hervorgerufen werden. Diese Zuckungen sind wie seelische Erdbeben. Gottes Gesetz hat die Prüfungen als Mittel vorgesehen, der Schöpfung immer wieder ein neues Gleichgewicht zu bereiten. Aus diesem Grunde gibt es gegen die Sintflut von Krankheiten und seelischen Störungen nur ein einziges Arzneimittel: die Liebe. Diese muss Gott dargeboten werden, unmittelbar und indirekt (durch die Mitgeschöpfe): Gebete, Aufopferungen, Heilige Messen, Sühneakte, Akte der Nächstenliebe und der Liebe zu den Tieren, protestlose Darbietung und Weihe der Prüfungen, Danksagung, Verherrlichung, Lobpreis. Das ist es gerade, was wir durch die obengenannten Punkte 1 bis 5 bezwecken. Keiner kann Ihnen sagen, wann sich die Verfassung Ihres Sohnes umgestalten lassen wird. Die Gnadenwirkung hat jedoch bereits angefangen, und ich möchte Sie alle betont ermutigen. Mit der Aufopferung meiner eigenen Liebe zu Ihnen allen an Maria, die Herrin aller Seelen, können Sie rechnen. Es würde mich sehr freuen, wenn ich eines Tages von dem Sieg des Lichtes in dieser kleinen Seele erfahren dürfte.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 152
die römisch-katholische Taufe im Vergleich zur Taufe evangelischer Glaubensgemeinschaften

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Vielen Dank für Ihre lieben Worte. Es freut mich, zu erfahren, dass Ihr Mann bereit wäre, eine neue Taufe vornehmen zu lassen.

Tatsächlich wäre eine römisch-katholische Taufe für ihn ebenso wie für Ihren Sohn sehr günstig, weil eine evangelische Taufe in Gottes Augen nicht die Kraft des wahren Sakramentes besitzt, somit die Seele nicht im selben Sinne aufschließt, noch denselben Wert als Beitrag zum ewigen Heilsplan Gottes entfaltet. Für den Sohn hieße diese Taufe eine zusätzliche Brücke für die Ergießung des Heiligen Geistes, was in seinem Fall sehr günstig wäre. Die Taufe macht die Seele auch für die Wirkungen der Weihe an Maria besser zugänglich. Bieten Sie übrigens Ihren Sohn womöglich täglich der Gottesmutter dar, damit Sie ihn wirklich von innen aus lenken und führen und ihm den wahren inneren Frieden bereiten kann.

Vor allen Dingen: Vergessen Sie alle niemals, dass Maria Sie alle sehr liebt. Diese Liebe ist mit nichts zu vergleichen. Ich spüre diese in jedem Brief, in jedem Gebet und in jedem Text, den es mir vergönnt wird, im Dienst der Herrin aller Seelen zu schreiben. Es war mir auch im Brief an Sie, sowie in den vorliegenden Zeilen, eine aufrichtige Freude, eine kleine Brücke dieser Liebe und der wahren Hoffnung sein zu dürfen.

Möge Maria Ihnen spürbar dadurch helfen, dieses Kreuz erfolgreich zu tragen, dass Sie Ihnen Ihren eigenen Frieden in die Herzen legt, diesen vollendeten Frieden, der wie der Duft von tausend Blumen in der Seele wirkt.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 153
Der Unterschied zwischen dem Sakrament der Firmung und der Weihe an Maria – Vorbereitung auf die Firmung

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwestern in Jesus und Maria,

Unser christlicher Glaube ist der goldene Weg in das Reich der Ewigen Glückseligkeit. Durch Sein Leben und Seine Leiden als Messias Gottes hat Jesus diesen Weg für uns erschlossen. Durch den Heiligen Geist lässt Gott diesen wunderbaren Weg erhellen, damit die Seelen guten Willens ihn von den Irrwegen der Finsternis unterscheiden und ihn als den einzigen Weg in das Reich der unvergänglichen Liebe erkennen können. Das Geschenk wird dadurch vervollständigt, dass die Heiligste Dreifaltigkeit Maria, das makellose Geschenk von Golgotha ("Sohn, siehe, deine Mutter") in diesen Letzten Zeiten als die Herrin aller Seelen zu den Seelen sendet.

Die Herrin aller Seelen ist Diejenige, die für die Seelen die Wissenschaft des Göttlichen Lebens entfaltet. Diese Wissenschaft können wir als das Gesetzbuch des wahren Lebens und der einzigen, ewigen und unvergänglichen Wahrheit bezeichnen. Maria erläutert den Seelen jetzt die Gesetze, die Gottes Mysterien Richtung geben und in allem Leben wirksam sind. Selig die Seelen, die diese Gesetze nicht lediglich als Kenntnisse in sich aufnehmen, die ihnen etwas einbringen können, sondern als Mittel, um Gott durch ein heiliges Leben zu dienen. Aus diesem Grunde freut Sich die Königin des Himmels über die Seele, die Sie auch in Bezug auf diejenigen Gesetze befragt, die wenig bekannt sind.

Da Sie der Herrin aller Seelen offensichtlich ganz ergeben sind, ist es mir eine Freude, Ihnen unserer Herrin zu Diensten dadurch weiterhelfen zu dürfen, dass ich Ihr die Fragen zu Füßen lege, die Sie in Ihrem Brief vorgebracht haben. Ich versuche, diese der Reihe nach aufgrund der Inspirationen von Seiten unserer Herrin zu beantworten, damit die Antworten haargenau demjenigen entsprechen, was Sie mir zu jeder Frage ins Herz gelegt hat.

1. Bei der Firmung ergießt Sich der Heilige Geist in die Seele. Bei der Weihe an Maria gibt sich die Seele doch ebenfalls dem Heiligen Geist durch Maria hin? Kann die Seele die Fülle der Firmung erhalten, ohne sich Maria hinzugeben?
Da sollten wir einen deutlichen Unterschied zwischen der Wirkung des Sakramentes und den Entwicklungen in der Seele nach Erhalt des Sakramentes machen. Jedes Sakrament erwirkt der Seele eine Berührung von Seiten Gottes. Wie alles Göttliche ist diese Berührung eins, ungeteilt und vollständig. Das heißt, dass Gott Sich im Sakrament der Firmung der Seele in Seiner Fülle hinzugeben versucht, ohne Ausnahme. Ob die Seele Maria geweiht ist oder nicht, der Heilige Geist ergießt Sich voll und bedingungslos in die Seele, weil die Heilige Kirche beim Spenden dieser Göttlichen Gnade als Brücke in Vertretung Christi gilt. Soweit die Wirkung des Sakramentes an sich.

Ein Unterschied tritt allerdings nach Erhalt des Sakramentes zutage. Die Seele, die sich vollkommen Maria hingegeben hat und diese Hingabe in der Fülle im Alltag lebt, wird von der Himmelskönigin in einem solchen Maß für den Eintritt des Heiligen Geistes und die Benutzung Seiner Einwirkung in der Seele erschlossen, dass sie sozusagen genau auf die geeignete Wellenlänge eingestellt wird, um es dem Sakrament, dieser Göttlichen Berührung, zu ermöglichen, die Seele bis in die Tiefe zu reinigen und zu nähren.

Eine Seele, in der Maria die Herrschaft ausüben kann, wird in einem dauernd zunehmenden Maße in einen Tempel umgewandelt, in dem das Göttliche Gesetzbuch alles Leben regiert. Selbstverständlich kann eine Seele, in der die Herrin aller Seelen wirklich lebt und herrscht, durch ein Sakrament schneller und gründlicher auf immer höhere Ebenen des Göttlichen Lebens erhoben werden, weil diese Seele von innen heraus die vollendete Führung genießt. Maria ist die Braut des Heiligen Geistes. Wo Sie herrscht, kann der Geist Gottes die Seele zweckmäßiger in die Verfassung bringen, die sie braucht, um das letztendliche Ziel zu erreichen.

2. Was ist der Unterschied zwischen dem Erguss und den Gnaden des Heiligen Geistes bei der Firmung und jenen bei der Weihe an Maria?
Der Zweck des Sakramentes der Firmung liegt darin, dass die Firmung – einfach ausgedrückt – den Vorgang, durch welchen die Seele Christ wird, krönen soll. Dieser Vorgang fängt bei der Taufe an und wird bei der Firmung gleichsam bestätigt. Man könnte es so ausdrücken, dass die Seele durch die Firmung 'zum erwachsenen Christen wird'. Gott verspricht im Sakrament der Firmung einen Erguss des Heiligen Geistes, durch welchen die Seele in den Stand versetzt werden soll, ein fruchtbares Leben in der Nachfolge Christi zu absolvieren. Wir müssen uns vor Augen halten, was Gott von jeder Seele verlangt. Die Herrin lehrt immer wieder, dass jede Seele zwei Hauptziele zu verfolgen hat:

  • sie soll die eigene Heiligung anstreben;
  • sie soll den von ihr erwarteten Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan leisten und sich zu dem Zweck in sämtlichen Tugenden zu vervollkommnen versuchen.

Genau diese beiden Zwecke werden auch durch die Weihe an Maria angestrebt. Wo liegt denn der Unterschied? Laut der Herrin liegen die Unterschiede in zwei Kategorien:

a) in der Natur der Gnadenspendung

  • Die Firmung ist ein Sakrament, und erwirkt der Seele daher von Natur aus einen Erguss Göttlicher Gnaden.
  • Die Weihe an Maria ist kein Sakrament und erwirkt der Seele daher nicht von Natur aus, sondern in der Ordnung der Gnade einen Erguss Göttlicher Gnaden.

b) in den Auswirkungen der Gnadenspendung

  • Die Firmung kann, genauso wie jedes Sakrament, ihre Auswirkungen auf Dauer dadurch verfehlen, dass sie in manchen (vielen?) Fällen nicht vollkommen freiwillig entgegengenommen wird, das heißt: nicht aus eigener Initiative des Firmlings heraus;

  • Die Weihe an Maria wird normalerweise immer aus freiem Willen eingegangen. Der freie Wille ist genau der Schlüssel zum Erguss der Gnaden, denn Gott wartet auf Zeichen der freiwilligen Beteiligung der Seele an Seinen Werken. In dem Maße, wie die Weihe an Maria richtig im Alltag gelebt wird, wird sie zur Quelle unaufhörlich strömender Gnaden oder nicht. Es ist der freie Wille, der bestimmt, ob die Seele sich tatsächlich Maria und Ihrem Wirken in sich hingibt oder nicht.

Ein durchgezogener Vergleich zwischen den Wirkungen eines Sakramentes und einer nichtsakramentalen Quelle der Gnade lässt sich im Übrigen kaum machen, weil es sich um Gnadenquellen völlig verschiedener Natur handelt. Die Herrin betont auf jeden Fall Folgendes:

Der Nichterhalt eines Sakramentes, insbesondere eines solchen Sakramentes, das der Seele nur ein einziges Mal gespendet werden kann (wie zum Beispiel der Firmung), stellt für die Seele eine Lücke dar, die sich nicht ausfüllen lässt. Wenn die Seele das Sakrament der Firmung nicht erhält, ist ihre Aufnahme in die Kirche Christi nicht vollkommen. Sobald die Seele das Sakrament der Firmung erhalten hat, gibt es keinen mächtigeren Wind, sie zum Herzen Gottes hinzutreiben, als jener der vollkommenen Weihe an Maria.

Die Weihe an Maria bildet eine Gnadenquelle, welche die Seele in dem Maße zum Bilde und Gleichnis Gottes umgestalten kann, wie sie sich freiwillig zu den Füßen der Herrin nieder wirft und sich Ihr in allem hingibt. Maria wünscht Sich, dass sich jede Seele Ihr hingeben soll, betrachtet Ihre Wirkung in der Seele jedoch als Ergänzung und Vervollkommnung der Wirkungen der Sakramente, nicht als Ersatz für dieselben. Konkret heißt dies: Das Sakrament der Firmung ist unentbehrlich, die Weihe an Maria vervollkommnet und vertieft dessen Wirkungen bzw. erschließt die Seele für die Fülle der Wirkungen der Sakramente. Unter der Voraussetzung, dass die Seele das Sakrament erhalten hat, ist der freiwillig eingegangene und voll gelebte Bund der vollkommenen Weihe an Maria wie eine goldene Fahrkarte für die Reise zum Paradies.

3. Wenn die Vorbereitung auf die Firmung modernistisch ist, darf man dann als Maria geweihte Seele dem Priester vorschlagen, dass man selbst die Vorbereitung vornimmt? Falls ja, was wünscht Sich Maria als Vorbereitung, oder wünscht Sie Sich, dass wir alles hinnehmen, damit wir es Ihr weihen können?
Die Herrin aller Seelen setzt Sich zum Ziel, den Seelen die Kenntnisse zu vermitteln, die sie in die Lage versetzen können, ihr Leben genau mit dem Willen Gottes in Übereinstimmung zu bringen, weil die Gleichförmigkeit zwischen dem menschlichen Willen und dem Willen Gottes die Seele zur vollendeten Heiligkeit führt. Es ist Ihnen bekannt, dass Maria genau aus dem Grunde manche gesellschaftliche Entwicklung an den Pranger stellt, dass diese die Gleichförmigkeit zwischen dem menschlichen Wille und dem Willen Gottes unmöglich macht. Jede Äußerung des Modernismus gehört zu den Entwicklungen, die das menschliche Verhalten von der Fülle der Gnade wegstoßen.

Im Falle einer durch Modernismus verzerrten Vorbereitung auf die Firmung wird man eine Vorbereitung schwer selber in die Hand nehmen können, weil man die junge Seele, die auf die Firmung vorbereitet wird, dadurch aus einem gesellschaftlich organisierten System (Kirche, Schule, staatlich vorgeschriebenem Lehrprogramm...) wegrückt. Dieses Vornehmen kann es dem Firmling deshalb unter gewissen Umständen schwer machen. Wahrscheinlich wird es der Priester bzw. der Lehrer auch gar nicht erlauben, dass Sie Ihr Vorhaben durchführen. Was Sie dafür auf jeden Fall tun können, und das wäre ganz im Sinne Gottes, ist Folgendes:

Sie lassen Ihr Kind die Vorbereitung im Rahmen des organisierten Systems machen, prägen ihm dabei jedoch ein, dass manche Elemente derselben allerdings in Gottes Augen noch schöner gestaltet werden können bzw. dass es Wege gibt, auf welchen man Gott eine größere Freude bereiten kann. Sie bringen Ihr Kind den größten Respekt für das Sakrament, für Gott usw. bei und prägen ihm immer wieder die wahre Liebe zu Gott ein, ebenso wie die Wege, durch welche diese wahre Liebe zum Ausdruck gebracht werden können. Sie sind dann dabei, das Kind voll in Marias Sinn zu erziehen und es im tiefsten Sinne auf die Firmung (Krönung des Eintritts in die Kirche) vorzubereiten. So beschützen Sie das Kind auch gegen etwaige schädigende Einwirkungen auf die junge Seele, denn die Seele, welche die wahre Liebe gekostet hat, gibt sich nicht leicht weiteren Quellen der Verunstaltung preis.

Die Hinnahme von Vorbereitungselementen, von denen Sie wissen, dass die Herrin aller Seelen betont davon abrät, bzw. die nicht den traditionellen Riten der Kirche entsprechen, kann von Maria in Licht umgewandelt werden, und zwar in dem Maße, wie Sie sich nicht gegen sie auflehnen. Die Gnadenwirkung wird sogar durch von der kirchlichen Tradition abweichende Riten nicht beeinträchtigt, solange die Seele selbst im Herzen weiß, dass Gott noch besser gedient werden kann und sie selbst im Herzen durch Liebe und Weihe des selbst empfundenen Herzeleides jene Abweichungen aufopfert. Die liebevolle Aufopferung von demjenigen, was wir uns eigentlich anders wünschen, ist Nachfolge Christi: Er stand mit gebundenen Händen da und unterzog sich freiwillig allem, was den Seelen die Erlösung einbringen sollte. Diese Erlösung ist gekommen, weil Jesus alles mit Liebe dem Vater dargeboten hat. So können Sie alles mit Liebe Maria darbieten.

Ihre weiteren Fragen werden Gegenstand eines weiteren Briefes sein.

Inzwischen von Herzen, in Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 154
der Wunsch, das Sakrament der Firmung mit Erlaubnis der Kirche im Rahmen einer Tridentinischen Messe zu erhalten — Welche Gesinnung sollte der Firmling während des Empfangs der Firmung haben? — primäre und sekundäre Gnaden

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwestern in Jesus und Maria,
Es folgt der zweite Teil der Antworten auf Ihre Fragen.

4. Unsere Kinder möchten die Heilige Firmung im Rahmen einer Tridentinischen Heiligen Messe erhalten. Darf man als Maria geweihte Seele diesen Wunsch dem Bischof oder dem Priester mitteilen oder greift man dadurch den Entwicklungen vor?
Das darf man auf jeden Fall tun. Sobald die Frage gestellt ist, erwartet Gott von Ihnen, dass Sie die Antwort, wie diese auch immer lauten mag, als eine Verfügung Seiner Vorsehung annehmen. Ist die Antwort negativ, so schenkt Gott Ihnen und Ihrem Kind auf jeden Fall trotzdem die Fülle der mit der Tridentinischen Heiligen Messe verbundenen Gnaden, weil Sie den Wunsch im Herzen trugen und weil Sie sich bedingungslos mit der Entscheidung der Kirche abgefunden haben. Diese Fülle der Gnade erhalten Sie, weil das Dreieck der seelischen Fruchtbarkeit (Liebe + Gehorsam + Leiden) vollkommen ist:

  • Liebe: Ihr Sehnen, Gott optimal zu dienen (durch eine Heilige Messe nach dem Tridentinischen Ritus);
  • Gehorsam: die Annahme der Entscheidung einer Person, welche die Kirche bzw. Christus vertritt;
  • Leiden: Ihr Schmerz wegen der Ablehnung.

5. Die Heilige Firmung findet an einem Samstag statt (also nicht an einem Sonntag oder kirchlichen Feiertag, an denen der Empfang der Heiligen Kommunion 'verpflichtend wäre'). Was sollen wir als Eltern antworten, wenn unser Kind aus Liebe zu Gott bei seiner Firmung nicht die Handkommunion im Rahmen einer modernistischen Messe empfangen will, weil es weiß, dass Maria dies nicht mag und dass die Eltern aus diesem Grunde nicht zur Kommunion gehen möchten?
Ihnen als erwachsenen Christen, die das Sakrament der Firmung erhalten haben, ist es unbenommen, wenn nur Handkommunion gespendet wird, diese durch geistige Kommunion zu ersetzen. Tatsächlich, die Herrin aller Seelen mag die Handkommunion nicht, weil Gott Selbst die kniende Mundkommunion bevorzugt. Die Herrin betont dies immer wieder und erläutert auch die Gründe, die mit Ehrerbietung Gott gegenüber und mit Belastung des Gesetzes von Gottes Gerechtigkeit zu tun haben. Nun denn:

  • Wäre es an einem Sonntag oder kirchlichen Feiertag, so würde Ihnen Maria raten, in Anbetracht des einmaligen Anlasses der Firmung trotzdem zur Kommunion zu gehen und Ihren Schmerz über die Tatsache, dass es sich um Handkommunion handelt, Ihr (der Mutter der Eucharistie) als Akt der Wiedergutmachung darzubieten. An jenem Tag nicht zur Kommunion zu gehen, wäre in Marias Augen nur dann vertretbar, wenn Sie Ihrem Kind Ihre Ansicht erklären können und es volles Verständnis dafür zeigt. Gott wird Ihnen die Ablehnung der Heiligen Kommunion an einem Sonntag oder kirchlichen Feiertag grundsätzlich nicht Übel nehmen, wenn diese Ablehnung aus einer reinen Liebe und einem reinen Respekt Ihm gegenüber hervorgeht.
  • Da es ein Samstag ist, können Sie ohne weiteres die geistige Kommunion anwenden.

Der Firmling selbst soll auf jeden Fall die Heilige Kommunion empfangen. Maria bittet darum, dass Sie dem Kind einprägen, sogar wenn Sie als Eltern nicht zur Kommunion gehen, es soll auf jeden Fall die Kommunion empfangen, weil:

  • diese einmalige Feier sonst in Gottes Augen unvollständig ist;
  • die Gnadenwirkung, die von Seiten Gottes auf die Kirche herabkommt, jeden Mangel für die individuelle Seele in dem Maße ergänzt, wie die Seele mit Liebe erfüllt ist und sich aufrichtig nach Jesus sehnend die Kommunion entgegennimmt. Gott bewertet den Vorgang nach der Herzensgesinnung der jungen Seele. Diese Gesinnung können Sie als Eltern hochgradig beeinflussen. Für Sie gilt dabei, dass Ihre Anstrengung, Ihrem Kind die wahre Liebe beizubringen und vorzuleben, entscheidend ist. Hört das Kind nicht auf Ihre Ratschläge bzw. stellt es sich blind und taub gegen dasjenige, was Sie ihm einzuprägen versuchen, so machen Sie sich Gott gegenüber auf keinen Fall schuldig.

6. Was kann der Firmling bzw. der Empfänger der Erstkommunion während des Erhalts des Sakramentes oder während der Handauferlegung selber tun, damit er die Fülle der Gnade erhält?
Entscheidend für die Auswirkung eines Sakramentes ist immer die Gesinnung des Herzens. Wichtig ist, dem Kind ans Herz zu legen, es soll sich im Herzen vollkommen an dem Heiligen Geist, an Jesus und an Maria orientieren und sich nach deren Eintritt in das eigene Herz sehnen wie nach dem Eintritt von demjenigen, was es am Liebsten haben würde. Gerade deswegen ist es so wichtig, dem Kind eine inständige Liebe zu Gott, zu Jesus und zu Maria beizubringen. Es muss in der Lage sein, sich unter 'Jesus', 'dem Heiligen Geist' und 'Maria' Jemanden vorzustellen, ohne den es gar nicht leben möchte. Wenn das Kind sich dann bei der Firmung ganz fest vor Augen hält, dass dieser bzw. diese in ihre Seele hereinkommt, wird es durch diese Empfindung so mit Freude erfüllt werden, dass sich die Seele wie von selbst weit öffnet. So wird der Erhalt des Sakramentes im wahrsten Sinne des Wortes wie ein neuer Anfang empfunden werden.

7. Die Mutter hat dieses schöne Gebet geschenkt, das wir als Taufpate oder Taufpatin oder als Eltern während der Firmung des Kindes beten können. (gemeint ist das Gebet aus Brief Nr. 138, siehe *) Kann dieses Gebet auch zeitlos dargeboten werden, zugunsten unseres Gatten und unserer Kinder, die bereits die Firmung erhalten haben? Kann man es auch als Tante beten, wenn man weiß, dass weder die Eltern noch der Taufpate noch die Taufpatin gläubig sind oder dass diese ihren Glauben nicht leben?

* "Maria, Heilige Mutter Christi und Braut des Heiligen Geistes, ich bitte um eine lebenslängliche Führung und Begleitung dieser Seele durch den Heiligen Geist auf dem Weg in der Nachfolge Christi. Für mich selbst bitte ich um die Erleuchtung, für diese Seele ein würdiger Spiegel Göttlicher Tugend zu sein und zu bleiben".

Dieses Gebet kann selbstverständlich zeitlos dargeboten werden, genauso, wie man zum Beispiel ein Gebet für einen Sterbenden noch nach dessen Tod Maria darbieten kann. Die Herrin betont dies immer wieder. Allerdings wird die Wirkung des Gebetes, wenn man es an der Stelle einer anderen, gegebenenfalls ungläubigen Seele betet, in hohem Maße von der Aufnahmebereitschaft dieser Seele bestimmt werden. Man kann für eine Seele dadurch die sekundäre Gnade bereiten helfen, dass man Gebete und Aufopferungen für sie darbringt. Die primäre Gnade jedoch, wird erst dann erschlossen, wenn die begünstigte Seele aus eigenem freien Willen Gott und Seine Werke in ihrem Leben zulässt.

Trotzdem ist sogar in jenem Falle das Gebet nicht sinnlos, weil die sekundäre Gnade ihre kräftigste Wirkung zum Zeitpunkt des Lebensgerichtes entfaltet. Einst zeigte mir die Herrin aller Seelen in einer Vision, wie eine ungläubige Seele während ihres Lebensgerichtes (also gleich nach dem irdischen Tod) vor dem Thron Gottes, als sie der Drohung der ewigen Verdammnis ins Gesicht blicken musste, sich Maria zu Füßen warf und Sie inständig um Ihre Vermittlung zu flehen begann. Die Herrin zeigte Sich mir darauf wie eine brennende Säule, deren Hitze einen Anteil der Sünden der fast verdammten Seele wegbrannte, so dass diese Seele, von der gewaltigen Macht der vollendeten Liebe Mariä angesteckt, die Reue und die Liebe aufbringen konnte, deren sie bedurfte, um gerettet zu werden.

Die Herrin sagte mir darauf, Sie habe mir da ein sehr regelmäßig vorkommendes Ereignis gezeigt, wobei Ihre Macht und Ihre Liebe die Rettung einer sonst verdammten Seele herbeigeführt hatten. Sie fügte dem hinzu, diese Seele hätte dies der sekundären Gnadenwirkung zu verdanken. Das heißt: Die Gebete und Aufopferungen von Seelen zugunsten ihrer ungläubigen Lieben können es für das Gesetz der Göttlichen Gerechtigkeit rechtfertigen, dass Maria Ihre uneingeschränkte Macht und Liebe so voll gelten lässt, dass Seelen gerettet werden, die sonst verloren wären.

Ihre letzte Frage hat die Gottesmutter vorläufig nicht beantwortet. Falls noch eine Antwort kommt, werden Sie diese selbstverständlich gleich erfahren.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 155
das Gebet und das System der etwaigen Erhörung – Probleme in der Ehe

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Was das Gebet für einen frommen Ehemann für die Tochter betrifft: Tatsächlich, dieses Gebet scheint nicht erhört worden zu sein. Trotzdem möchte ich Ihnen ans Herz legen, deswegen nicht an der Macht des Gebetes zu zweifeln. Ich sage dies betont aus dem nachfolgenden Grunde:

Betrachten Sie die Natur, das Ziel und den Zweck des Gebetes als spirituelle Erscheinung. Wie ich in mehreren Schriften habe verkünden dürfen, ist Gebet Kommunikation mit Gott, in beide Richtungen. Jedes Mal, wenn eine Seele etwas zu Gott sagt, sei es in wörtlich ausgesprochener Form, sei es in Gedanken, sogar in einem einfachen Gefühl (z.B. man betrachtet eine Blume, und während einiger Sekunden öffnet sich das Herz und stößt einen unhörbaren Seufzer aus: "Mein Gott, ist die schön! Und das hast Du für uns gemacht!"), ist die Rede von 'Gebet'. Jedes Mal, wenn eine Seele sich etwas ausruht, den Geist zu entleeren versucht und irgendwie 'Kontakt zu Ihrer ursprünglichen Quelle sucht', ist sie eigentlich dabei, zu beten. Sie öffnet sich dann für die Quelle des ewigen Friedens, für die (durchwegs 'unhörbare') Stimme der ewigen Weisheit, und sucht so, die innere Ruhe wiederzufinden, indem sie sich eine Injektion neuer Lebenskraft erhofft. Das alles ist Gebet, weil die Seele sich der Möglichkeit aufschließt, Gottes Führung zu bekommen.

Nun, eine Form des Gebetes ist jene, in der die Seele sich etwas wünscht, weil sie der Ansicht ist, die Erhörung dieses Wunsches könne nur Gutes auf ihren Lebensweg bzw. für die seelische Entwicklung der eigenen Seele oder anderer Seelen bringen. Zu dieser Klasse von Gebet gehört jenes, das Sie zugunsten Ihrer Tochter zu Gott hochgesandt haben. Was geschieht? Gott hört dieses Gebet bzw. liest es in Ihrem Herzen und setzt dafür Gnaden frei, und zwar in dem Maße, wie das Gebet vertrauensvoll, liebevoll, und mit der richtigen Absicht vor Ihn gebracht worden ist.

Darauf folgt die zweite 'Auswertung': Gott setzt gleichsam Ihr Gebet vor den Hintergrund Seines ewigen Heilsplans. Aus dieser Verlinkung ergibt sich für die Ewige Weisheit der nächste Schritt Seiner Vorsehung: Was lässt sich für die Seele machen? Da Gott lauter vollendete Liebe ist, wirkt Er nun ausschließlich auf Vermittlungen hin, die Ihnen in der Seele das höchstmögliche Wachstum gewährleisten können. Konkret heißt dies aber, dass die von Ihnen vorgebrachte Absicht unter gewissen Umständen von Ihm nicht als diejenige betrachtet wird, deren Erhörung Ihnen das 'höchst mögliche Wachstum gewährleisten kann'. Was ist in Ihrem Fall geschehen (ich erläutere Ihnen den Vorgang so, wie ihn mir die Herrin aller Seelen zeigt):

Gott hat es in Seiner unfehlbaren Weisheit so verfügt, dass es für die betreffenden Seelen am besten sein wird, dass die Tochter Herrn X heiratet. Wieso? Aus unterschiedlichen Gründen, von denen die Einzelheiten in Gottes Geheimnis beschlossen liegen, von denen der Kern aber dieser ist:

Die Tochter und Herr X sind von der Göttlichen Weisheit füreinander bestimmt, weil sie im Rahmen des Sakramentes der Ehe eine gemeinsame Aufgabe zu erfüllen haben. Die Ehe wird in den Fällen, wo es sich um einen Himmlischen Bund handelt, durch das Siegel eines Sakramentes versiegelt. Durch die Ehe, und in der Ehe, führt Gott Seelen zusammen, durch deren gemeinsamen Auftritt Er gewisse Ziele verfolgt, und zwar aufgrund der respektiven Begabungen, Talente und Lebensberufungen der beiden Partner. Die Ehepartner werden von Gott füreinander bestimmt, weil sie voneinander manches zu lernen haben. Sogar in den Fällen, wo einer der beiden Ehepartner dem Anschein nach ein Nichtsnutz ist, hat dieser trotzdem dem anderen im Bund etwas zu lehren, denn dieser Letztgenannte bekommt aufgrund der (vielleicht abwegigen) Verhaltensmuster des Ersten dauernd Anstöße, über sich selbst hinauszuwachsen, über den eigenen Schatten zu springen, an seinen Schwächen und Unfähigkeiten zu arbeiten usw.

Gerade darin liegt der Grund, wieso in so vielen Ehen nichts zu klappen scheint: Die Ehepartner sind von der Vorsehung zusammengeführt worden, damit sie voneinander lernen, aber aufgrund mancher schwerwiegender Diskrepanz entwickeln sie sich zu Gegenpolen füreinander und wachsen mehr auseinander, als dass sie zusammenfinden. Wenn solche Klüfte nicht durch eine immer heiligere Liebe überbrückt werden, ergeben sich früher oder später ernsthafte Verzweigungen in dem Teil des Lebensweges, den die beiden zusammen und in Einheit zu gehen haben. Ein sehr wichtiger Faktor ist hier auch das ständige Einschreiten des Bösen, der alles daran setzt, die Kluft weiter zu vertiefen und jegliche Diskrepanz zu gegenseitiger Feindseligkeit auswachsen zu lassen.

Ist das Gebet denn sinnlos gewesen? Nein. Für weltliche Augen ist es das schon, auf der Ebene der Ewigen Weisheit allerdings ist es nützlich gewesen, nur hat Gott die Gebetsblumen etwas 'umdisponiert': Er hat aus diesen Blumen 'ein unerwartetes Parfüm' bereitet. Er hat aus ihnen Gnaden freigesetzt, die Ihnen und Ihrer Ehefrau jetzt die Kraft schenken, diese seelische Geißelung durchzuhalten, und zwar in einer solchen Weise, dass diese Ihnen beiden letztendlich dazu dienen wird, Ihre Seelen voll zu entwickeln. Den Ansatz zu dieser Entwicklung erfahren Sie heutzutage in Form des heftigen inneren Kampfes. Ein innerer Kampf erfolgt immer aus den Anstrengungen, welche die Seele leistet, um äußere Umstände, die sie als 'von Gottes Gesetz abweichend' empfindet, zu meistern und sich über diese zu erheben. Aus solchen Vorgängen ergibt sich das seelische Wachstum. Gott weiß das. Er weiß auch, dass Sie dieses selbe Wachstum nicht hätten erleben können, wenn Sie nicht diese Anregungen auf Ihrem Lebensweg vorgefunden hätten.

Darin liegt der riesige Unterschied zwischen demjenigen, was wir bekommen möchten, und demjenigen, was Gott für uns verfügt, weil es die Ebene unserer ewigen Glückseligkeit erhöht: Wir können in weltlicher Sicht ein ruhiges Leben führen, in dem die Tochter und der Schwiegersohn tatsächlich ein Traumpaar sind, alle Beteiligten trotzdem (oder: deswegen!) seelisch aber kaum vorankommen. Andererseits kann Gott uns genau das Komplex von Gegebenheiten zukommen lassen, das wir benötigen, um einen richtigen seelischen Aufstieg zu erleben, vorausgesetzt, es gelingt uns, die Gnade vollkommen 'einzuverseelen'. Aus menschlicher Sicht führen wir dann ein Leben, das zeitweise von innerem Kampf und Herzeleid geprägt ist.

Der Grund, weshalb Seelen zuweilen das Vertrauen verlieren, ist, dass sie leider nicht die unzähligen wundervollen Wirkungen von Gottes Vorsehung 'hinter den Kulissen' sehen, Wirkungen, die ausschließlich eine größere Glückseligkeit im Ewigen Leben bezwecken.

Für die Tochter und den Schwiegersohn sind diese Entwicklungen von Gott ebenfalls als Sprungbretter zu einer höheren Ebene der seelischen Empfindung gedacht. Ausschlaggebend für sie ist das Maß, in dem sie entweder die Situation als Anlass für ein neues seelisches Wachstum benutzen oder aber sich von den Stricken des Bösen vollkommen auf Irrwege führen lassen.

Uns sagt Maria immer, es handele sich um Prüfungen, die Gnaden einbringen, weil gnadenreiche Dinge gewöhnlich über schmerzensreiche Wege zustande kommen.

Ich trage Sie alle in einem inbrünstigen Herzen weiter.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 156
die Wichtigkeit des spirituellen Wachsens im Christ-Sein und der Erziehung in der Liebe zu Gott – die Macht des Dreiecks 'Erkenntnis + freier Wille in den Dienst Gottes + Weihe an Maria'

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Wenn sich die Seele auf ihrem Lebensweg umschaut, sieht sie unvermeidlich manche Schatten. Wahrscheinlich gibt es keine Seele, die sagen könnte, sie hätte mit allen ihren Entscheidungen gleich ins Schwarze getroffen. Wie könnte das überhaupt sein, da jedes Menschenleben irgendwie auch ein Prozess von sich entwickelnder Weisheit ist. Auch die Spiritualität ist zwangsläufig ein Prozess der Bewusstwerdung. Zwar kommt jede Seele aus Gottes Hand und ist mit dem Keim der Heiligkeit versehen, aber da gibt es auch diese Unmenge von weltlichen Einflüssen, welche die Seele in tausend unterschiedlichen Weisen vom Denken und Empfinden wegführen, das Gottes Absichten verwirklichen könnte. Ach, und da unternimmt die Seele dies und das, in der Überzeugung, dass sie dabei wäre, 'das Leben zu bewältigen'. In Wirklichkeit handelt es sich durchwegs um Entscheidungen, die sie auf dem Weg durch die Welt vorankommen lassen sollen. Was vergessen wird, ist die Bestimmung im Land des Lichtes. So wirft die Seele ihre eigenen Schatten, die sie erst später erkennt.
Liebe Schwester, wichtig ist nicht so sehr, dass Sie damals Gutes versäumt haben, wichtig ist, dass Gottes Vorsehung Ihr Herz darauf angesprochen hat, Ihnen neue Wege gezeigt hat und Sie auf das wahre Licht hingewiesen hat. Wichtig ist ebenfalls, dass das Geflüster der Ewigen Weisheit bei Ihnen Widerhall gefunden hat, denn dieser Widerhall ist wie der Weckruf in das Gewissen hinein.

Machen Sie sich keine Vorwürfe wegen der verfehlten Chance, von Anfang an 'eine gute Christin' zu sein. Es gibt Christen, die ihre christliche Erziehung zwar beibehalten, diese auch eventuellen Kindern weitergeben, dafür aber ein sehr oberflächliches Christ-Sein leben. Es gibt aber auch Christen – und Sie gehören zu dieser zweiten Kategorie –, die ihr Leben als Christ anfangen, nicht so richtig wissen, worum es eigentlich geht, deswegen irgendwann mal 'den Zug verlassen', aber Jahre später zu jenem Gleis zurückfinden und erst dann verstehen, welche Bestimmung der Zug eigentlich hat. Sie leben dann in jener zweiten Phase ein nicht oberflächliches, sondern sehr tiefes Christ-Sein. Im Allgemeinen kommen diese Christen mit einem viel reicheren Gepäck ans Ziel als jene der ersten Kategorie.

Gott ist wenig damit gedient, wenn eine Seele zwar ihr ganzes Leben lang Christ ist, sogar in die Kirche geht, beichtet usw., dafür aber kein spirituelles Wachstum aufweist. Das gibt es, und zwar sehr häufig, weil es sehr vielen Christen an wahrer Liebe und Inbrunst mangelt. Sie leben eine eher oberflächliche Form von Christ-Sein aus 'Gewohnheit', aus welchem Grunde auch immer. Die weitaus größten Verdienste erwirbt die Seele für sich selbst und für Gottes Heilsplan, wenn sie sich eines Tages wirklich nach Gottes Licht zu sehnen beginnt. In ihr wird dadurch der freie Wille für den Dienst an Gott erschlossen. Was ist denn mit der 'verlorenen Zeit' anzufangen?

Die Herrin aller Seelen lehrt, dass nichts jemals für Gottes Heilsplan verloren ist, es sei denn, die Seelen lassen es selber dadurch verloren gehen, dass sie es nicht an Maria weihen. Betrachten wir somit Ihre eigene Situation:

Sie gingen in Ihrer Kindheit regelmäßig in die Kirche. Niemand erläuterte Ihnen aber, was dort denn eigentlich vorgeht. Somit leuchtete Ihnen nicht ein, was für einen Sinn der Kirchenbesuch überhaupt hatte. Sie wurden aber zum Beiwohnen des Gottesdienstes gezwungen. Sie zogen sich von all dem zurück: Nicht der freie Wille entschied sich zum Dienst an Gott, sondern Zwang und deshalb Furcht vor unangenehmen Maßnahmen. Gott wurde in Ihrem jungen Herzen mit Zwang verbunden, nicht mit Liebe. Sie unterließen es, die Kirche zu besuchen, und später erzogen Sie auch die Tochter nicht wirklich im Sinne der Liebe zu Gott. Sie haben aber nicht die Anwendung Ihres Christ-Seins deswegen aufgegeben, weil Sie Gott nicht lieben wollten, sondern deswegen, weil Ihre Kenntnisse und Ihre Empfindung von dem Wirken Gottes nicht ausreichten. Was man nicht selber empfunden hat, kann man auch nicht mit Inbrunst und Überzeugung weitergeben und vorleben. Dann kam der nächste Schritt:

Sie wurden von Gottes Geist aus dem seelischen Schlaf geweckt und fanden bei der Herrin aller Seelen Bestätigung für die Herkunft und die Realität dieses Weckrufes. Was tut die Seele nach einer plötzlichen Bewusstwerdung, während welcher sie völlig neue Erkenntnisse und eine ungeahnte Tiefe von Gottes Wirklichkeit gewinnt? Sie schaut sich um, und sie wird an die nebligen Strecken ihres Lebensweges erinnert, wo die Blumen farblos waren und ihre Düfte nicht ihren Himmlischen Ursprung verraten konnten, weil sie von den Wolken der seelischen Blindheit zerdrückt wurden. Was ist nun die Rolle der Herrin aller Seelen?

Sie ist der bezaubernde Regenbogen der wahren Hoffnung. Sie stellt Sich zwischen der Sonne (Gottes Licht) und den Tränen (der Enttäuschungen und Verletzungen) und dunklen Wolken (der Blindheit) der Vergangenheit der Seele, und das Ergebnis ist der Regenbogen der Hoffnung. Maria leuchtet der Seele die Worte Ihres Herzschlages entgegen, die unaufhörlich wiederholen "Ich bin bei dir, fürchte dich nicht, Ich führe dich zu Gott, sobald du 'ja' zu Mir sagst". Gerade in jenem verzückend schönen Herzen Mariä können alle Ihre Schmerzen wegen Ihrer 'Unzulänglichkeiten' oder 'Versäumnisse' begraben werden. Marias Herz kann man mit einem Paradies vergleichen, in dessen Boden sämtliche geweihten Schmerzen und Prüfungen von Seelen durch das vollendete Göttliche Leben verarbeitet und in Material umgesetzt werden, aus dem Gnaden bereitet werden. Deswegen können Sie der Tochter, dem Schwiegersohn und den Enkelkindern am besten dadurch helfen, all Ihr Leid an Maria zu weihen und Sie zu bitten, Sie möge Ihnen allen daraus Gnaden von Licht und Liebe erwirken.

Liebe Schwester, Wolken gibt es über dem Lebensweg in jeder Menge. Eine Wolke hat es in sich, es dem Licht der Sonne schwer zu machen, den Erdboden zu bescheinen. Löst die Wolke sich aber auf, so regnet sie aus, macht sie den Boden fruchtbar und räumt den Platz für neuen Sonnenschein aus heiterem Himmel. Sehen Sie die Parallele?

  1. Es gab anfangs für Sie die Wolken der seelischen Blindheit.
  2. Zu einem gewissen Zeitpunkt haben Sie die Erkenntnis gewonnen, dass das Leben Ihnen weit mehr zu bieten hat: Es fing an zu regnen (Ihr Schmerz über die verlorene Zeit).
  3. Der Boden ist mit dem Wasser der Gnade befruchtet worden. Alles bekommt einen neuen Sinn, und die Sonne kann wieder Ihren Lebensweg erreichen.

Dies könnte man als die bildliche Vorstellung der Macht des Dreiecks "Erkenntnis + freier Wille in den Dienst Gottes + Weihe an Maria" bezeichnen. Ein richtiges Wunder Göttlicher Liebe. So weit geht Gottes Liebe, dass Ihr Schmerz über die verlorene Zeit gerade zur Grundlage für die befreiende Gnade zugunsten Ihrer Nachkömmlinge wird.

Liebe Schwester, auf Ihre weitere Frage in Bezug auf die arme Dame, die in der Beichte vom Priester so tief enttäuscht worden ist, darf ich leider nicht eingehen, weil es mir von der Gottesmutter nicht erlaubt wird, mich zu Entscheidungen von Seelenhirten zu äußern. Beten wir gemeinsam für diese Seele und versichern wir ihr von ganzem Herzen, dass Gott sie sehr liebt. Nur die Liebe und ihr eigener Glaube an die Wirkung von Gottes Liebe und Barmherzigkeit kann sie innerlich befreien. Gott Selbst hat ihr Herz ergründet und weiß, wie groß ihre Liebe ist. Auch ihre Tränen werden eines Tages durch den Regenbogen Mariä die Sonne von Gottes Liebe strahlen sehen. Sprechen Sie zu Ihr von den Wundern, die Maria in dieser Zeit erwirkt.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 157
der rechte Umgang mit einem autistischen Kind – Warum werden Bitten um weltliche Dinge nicht so leicht oder gar nicht erhört? – Wie können wir den Seelen im Fegefeuer helfen? – die Weihe an Maria leben – Warum wird die Seele, die Maria dienen und Sie bekannt machen will, ständig verfolgt und gedemütigt?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Für Ihren Brief danke ich von ganzem Herzen. Im Grunde genommen können Sie die Beantwortung der meisten Ihrer Fragen in den Myriam-Schriften (also in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens) finden. Trotzdem gibt mir die Gottesmutter die Erlaubnis, einige Ihrer Fragen aufzugreifen und sie aus der Himmlischen Perspektive näher zu beleuchten.
Ihr Sohn leidet an Autismus. Zu Ihrer Frage, wie Sie ihn besser verstehen können, darf ich Ihnen zu meiner Freude das nachfolgende Bild schildern, das mir Maria zum Wesen der autistischen Seele geschenkt hat:

Ihr Sohn ist der kleine Gefangene einer eigenen Welt, in der er sich der Außenwelt verschließt. Es ist dabei die Rede von einer seelischen Blockade.

Ihr diesbezügliches Leiden und die vielen Anstrengungen, die Ihnen der Umgang mit Ihrem Sohn ohne jeden Zweifel kostet, können Sie verdienstvoll an Maria weihen, um dadurch für die vielen Seelen Wiedergutmachung zu leisten, die sich in jenem Sinne seelisch in eine eigene Welt zurückziehen, dass sie nur dasjenige anstreben, was ihnen persönlich gefällt, statt dasjenige anzustreben, was Gott von ihnen verlangt.

Bemerken Sie die Parallele zu Ihrem Sohn, seien Sie allerdings davon überzeugt, dass Maria damit nicht meint, dass Ihr Sohn so gesinnt ist, noch dass er freiwillig nur die eigenen Interessen verfolgt. Maria meint lediglich, dass wegen der Parallele, der symbolischen Ähnlichkeit, von Ihnen diese Prüfung in dieser Form verlangt wird. Betrachten Sie jetzt das Bild:

Die Seele Ihres Sohnes hat sich gleichsam in einer Hütte versteckt und betrachtet die Grenzen dieser Hütte als die Grenzen ihrer Welt. Ihr Sohn macht sich wenig daraus, was um ihn herum vorgeht. Er tut so, als ob die Landschaft um die Hütte herum ihn nichts anginge. Wie soll man denn seine Aufmerksamkeit wecken? Dadurch, dass man sich alle Mühe gibt, 'draußen' die Sonne aufgehen und strahlen zu lassen und möglichst viele schöne Blumen um die Hütte herum aufblühen zu lassen. Wenn draußen wirklich anziehendes Wetter ist und die Blumen ihre Mäntel von Schönheit und ihre Düfte ausbreiten, kann es sein, dass im Herzen des Hüttenbewohners nach und nach ein Funke auflodert, der ihn dazu treibt, schon mal das Fensterchen zu öffnen, und wenn er genügend von den Verzückungen der Düfte und der Blumenpracht da draußen angetan wird, schon mal einen Schritt hinauszuwagen.

Verstehen Sie dieses Bild? Je mehr um Ihren Sohn herum die wahre Liebe strahlt (die Sonne) und eine Atmosphäre der Geduld, des Verständnisses, der Anteilnahme usw. herrscht (die Blumen), desto größer wird die Chance, dass sich seine Seele danach zu sehnen beginnt, sich nach und nach an 'jener Welt da draußen' – vor allem Sie als die Mutter – zu beteiligen, nicht überstürzt (denn dann könnten die Blumendüfte in ihm eine 'Allergie' wach rufen), sondern Schritt für Schritt.

Die Anwesenheit der schönen Blumen genügt nicht, die Düfte müssen auch sanft auf seine Hütte zuwehen. Der leise Wind, der dies tun wird, heißt 'Aufopferung und Weihe'. Beten Sie jeden morgen, Maria möge Ihnen die Kraft schenken, aus Marias Herzen heraus dieser Seele entgegenzutreten, mit der Sonne der Liebe und den Blumen aller Tugenden im Herzen. Maria Selbst wird alle Ihre Aufopferungen, Ihre Schmerzen, Ihre Schwierigkeiten, Ihre Mühe, Ihre Frustrationen usw. in diese Brise verwandeln, welche die Hütte dieser Seele langsam mit den Düften verzücken wird, die eigentlich aus Marias Herzen angeweht kommen, die aber durch Sie (als Mutter) hindurch zu der kleinen Seele gebracht werden sollen.

Die Aufschließung dieser Seele kann sich nur in dem Maße verwirklichen, wie Sie eine harmonische, liebevolle Atmosphäre zu schaffen wissen, aus der jegliches Zeichen der Verspannung so viel wie möglich gebannt wird. Sogar einfache Gebärden oder Mienen können die Aufschließung verzögern, wenn sie nicht mit nichts als Liebe geladen sind.

Es gilt, der Seele des Sohnes möglichst viele Elemente vorzuhalten, die diese Seele nötig hat, damit sie aus sich herauszutreten gewillt ist. Was hat jede Seele nötig? Liebe in allen ihren Formen. Die Liebe ist das Benzin jeder Seele.

Es kann sich als hilfreich erweisen, nach gemeinsamen Interessen zu suchen, weil gemeinsame Interessen Brücken schlagen können, über welche eine Kommunikation zwischen Seelen in Gang gesetzt wird. Wenn Sie zu dem Jungen sprechen, beachten Sie seine Reaktionen. Was scheint ihn gegen den Strich zu gehen? Was lebt in seiner Phantasie? Um dies ausfindig zu machen, könnten Sie versuchen, ihm Bilder zu zeigen, vor allem solche, die normalerweise die Seele ansprechen: schöne Landschaften, Tiere, religiöse Bilder. Vielleicht, wenn sich dies überhaupt als möglich erweist bzw. wenn nichts für den Jungen selbst dagegen spricht, versuchen Sie, ihm den Umgang mit einem Tier zu gewähren? (Dies allerdings nur, wenn sich herausstellt, dass er dazu imstande ist, Tiere als lebendige Wesen zu betrachten, die Liebe und Zärtlichkeit brauchen).

Ob der Sohn vollständig geheilt werden kann, lässt sich nicht sagen, weil Gott solche Geheimnisse nicht leicht preisgibt: Diese Kenntnis würde Sie viele der Verdienste kosten, die Sie sich durch die tägliche Betreuung Ihres Sohnes erwerben können. Betrachten Sie es so: Der Sohn ist in gewissem Sinne wie ein hilfloses Kind. In jedem Kind lebt aber das Jesuskind. Jede von Ihnen vorgenommene Handlung, jedes gesprochene Wort, jedes Lächeln, schenken Sie in Wirklichkeit dem Jesuskind in Ihrem Sohn. Die größten Verdienste können Sie sich durch die wahre Hoffnung erwerben. Die Frage, wo der Sohn bleiben wird, wenn Sie sterben, ist durchaus normal, aber Sie dürfen sich ruhig damit trösten, dass Gott auch weiß, dass Er Sie eines Tages zu Sich rufen wird, und dass der Sohn dann vielleicht noch da ist. Gott versucht unaufhörlich, jeder Seele das Allerbeste zu bereiten. Deshalb möchte ich Ihnen ans Herz legen: Weihen Sie Ihren Sohn vertrauensvoll Maria und bitten Sie die Gottesmutter, Sie möge voll und ganz seine Mutter sein, insbesondere, sobald seine irdische Mutter zu Gott zurückgerufen wird. Sie wird dafür sorgen, dass es dem Sohn an nichts fehlt. Gott lässt die Seinen nicht im Stich. Aufgrund Ihrer täglichen liebevollen Anstrengungen für den Sohn, wird Maria später die Betreuung dieser Seele völlig auf Sich nehmen. Bei Maria ist er in den besten Händen.

Sie fragen ob es eine Sünde ist, dass der Sohn die Heilige Kommunion aus Ihrer Hand empfängt, da sich die Priester scheuen, ihm diese zu reichen und der Sohn die Kommunion aufgrund seiner Behinderung nicht selbst empfangen kann? Diesbezüglich sagt Maria Folgendes: Die Seelen kennen den Standpunkt, den Maria von Gottes Wegen bezüglich des Empfangs der Heiligen Kommunion vertritt, aber in diesem Falle ist der beste Weg jener, dass Sie jedes Mal, wenn ein Ihnen unbekannter Priester die Heilige Kommunion spendet:

  • zunächst die Lage an Maria weihen, damit Sie beim Gespräch, das sie gleich darauf mit dem Priester haben werden, wirklich zugegen ist;
  • auf den Seelenhirten zugehen, ihm die Lage Ihres Sohnes erklären und dass Sie darauf gemäß der Entscheidung des Priesters vorgehen. Sie sollen dabei davon ausgehen, dass Sie im Gehorsam gegenüber der Kirche handeln. Wichtig ist aber, dass Sie annehmen, was kommt, und dass Sie sich dabei ständig im Herzen mit Jesus und Maria vereinigen.

Was Ihre Leiden betrifft: Es versteht sich, dass Sie an manchen Tagen nicht mehr wissen, wie Sie noch länger durchhalten sollen. Trotzdem werden Ihnen die Kräfte nicht leicht ausgehen, wenn Sie bei allem, was Sie tun, Ihr Herz und Ihren Körper an Maria schenken, damit Sie Ihnen neue Kräfte zuströmen lässt. Vergessen Sie nicht, dass es für Maria im Grunde genommen so ist, als ob Sie dabei sind, Marias kleinen Sohn zu betreuen. Die physischen Störungen, unter denen Sie leiden, hängen gleichsam auf symbolische Weise mit Kräfteverlust zusammen. Auch diese können einen neuen Sinne bekommen, wenn Sie die Blutungen in diesem Sinne an Maria weihen, jedes Mal, wenn sie vorkommen: "Liebe Himmlische Mutter Maria, möge dieses Blut von Dir in Kraft seelischer Befreiung für .... (Name des Sohnes) verwandelt werden und ihm als Wasser Göttlichen Lebens zufließen".

Sie fragen, warum die meisten Bitten unerhört bleiben? Sie dürfen nie vergessen, dass das Leben auf Erden wie eine Kette ist, von der jedes Glied im Herzen Gottes geschmiedet wird, so dass die ganze Kette ein Himmlisches Bauwerk ist. Wie sich die Glieder dieser Kette zueinander verhalten und wie stark die Stellen sind, an denen die Glieder ineinander greifen, wird aber in hohem Maße von der Art und Weise bestimmt, wie die Seele mit den Gliedern (= allen Situationen und Ereignissen des Lebens) umgeht. Das ist so, weil Gott nichts alleine tun möchte, es macht Ihm immer tausend Mal mehr Freude, wenn sich die Seele aktiv an Seinen Werken beteiligt. Bitten wir nun um weltliche Dinge, so ermöglichen wir die Eingliederung von weltlichen (nicht Himmlischen) Gliedern in unsere Kette. Diese Glieder sind aber nicht rostfrei. Je mehr von solchen Gliedern Gott in unsere Kette einbauen ließe, desto schwächer würde die ganze Kette. Deshalb wird Er nicht leicht auf Bitten um weltliche Dinge hören, und zwar zu unserem eigenen Glück.

Den armen Seelen im Fegefeuer kann man nur durch Gebet, Aufopferungen und Heilige Messen helfen. Ob Sie von diesen Seelen aufgesucht werden, kann ich Ihnen nicht bestätigen. Nur steht fest, dass es zu den großen Anliegen der Gottesmutter gehört, die Seelen im Fegefeuer so bald wie möglich zum Gipfel ihrer Läuterung führen zu können, damit diese in das Ewige Reich hineingehen können. Es hängt vor allem von unseren Anstrengungen und von der Verbindung derselben mit Marias vollendeter Liebe ab, inwieweit wir helfen können, diesen Vorgang zu beschleunigen.

Wie können Sie die Weihe an Maria empfangen, ohne dabei überfordert zu sein? Die vollkommene Weihe an Maria ist ein heiliger Bund, welchen die Seele mit Maria und durch Sie mit Gott eingeht. Der Himmelskönigin und Gott gibt sich die Seele nur aus uneingeschränkter Liebe und in blindem Vertrauen. Deshalb kann dieser Bund der Seele keine Verdienste einbringen, wenn sie sich fürchtet, überfordert zu werden. Das Überfordertsein bekommt völlig neue Dimensionen für die Seele, die sich Maria wirklich vollkommen und bedingungslos hingegeben hat, das heißt, da die Maria geweihte Seele voll und ganz für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan und die Gründung von Gottes Reich auf Erden eingesetzt wird, wird sie unvermeidlich schwer geprüft werden. Je größer aber ihre Liebe zu Gott, zu Maria und zu ihren Geschöpfen wird, desto 'leistungsfähiger' wird sie werden und desto mehr wird sie sich über jede Prüfung freuen. Es gibt keine größere Verzückung als jene, sich selbst völlig für Maria zu verleugnen, dafür aber die Himmelskönigin erfreut zu wissen, denn Ihr Lächeln übersetzt sich im Herzen als einen zuvor ungeahnten Frieden und eine tiefe innere Ruhe.

Warum werden wir ständig verfolgt und gedemütigt? Weil wir in unserer Armseligkeit Maria zu dienen versuchen. Maria (die "Frau") ist Gegenpol des großen Feindes des Göttlichen Lichtes (der 'höllischen Schlange'). Die Seele, die Maria als Derjenigen zu dienen und Sie als Diejenige bekanntzugeben versucht, Die Sie wirklich ist, wird unvermeidlich verfolgt, denn diese Seele weckt die Wut desjenigen, der eines Tages vollkommen von der Himmelskönigin erniedrigt und unwirksam gemacht werden soll (der Schlange unter Marias Fuß).

Ob sich Ihr Wunsch verwirklichen wird, kann Ihnen niemand sagen, weil es uns nicht erlaubt ist, die Zukunft vorherzusagen. Sie können am besten dadurch am Evangelisationswerk mitwirken, dass Sie in allen Situationen des Alltags und in jeder Beziehung zu Menschen ein leuchtendes Vorbild der christlichen Tugend und der wahren Weihe an Maria sind. Bitten Sie Maria inständig darum, Sie möge Sie von innen aus führen und stärken, denn ohne Sie kann keine Seele das Licht Christi verbreiten.

Mögen die Wärme und das Licht Gottes ständig Ihr Herz umhüllen und Ihre Kinder in der Bewusstwerdung von Gottes Liebe führen. Selbstverständlich trage ich Sie im Herzen weiter.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 158
Wovon hängt es ab, ob eine Seele in den Himmel kommt? – Hosen oder Rock für die Frau: kein Grund zur Verdammung, lediglich eine Frage der Liebe

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Vielen Dank für Ihre Frage. Ich verstehe Sie durchaus. Wenn es um das seelische Heil geht, ist nichts unwichtig. Ich kann Sie allerdings beruhigen. Zwar bevorzugt es die Gottesmutter, dass die Frau keine Hosen trägt, aber ich versichere Ihnen, dass Gott keine Seele aufgrund der Bekleidung ihres physischen Körpers verurteilt. Ob eine Seele in den Himmel kommt oder nicht, hängt in erster Linie von ihrer Fähigkeit und ihrem Willen ab, die wahre Liebe strömen zu lassen und sämtliche Tugenden in ihrem Leben in die Praxis umzusetzen, in allen ihren Handlungen, Worten, Gedanken, Gefühlen und Wünschen, jeden Augenblick eines jeden Tages.

Lassen Sie sich somit nicht den Frieden nehmen. Jede Seele, die Gott tatsächlich liebt, sowohl direkt als auch in allen Mitgeschöpfen, und die sich bemüht, Gottes Gesetzen zu gehorchen, ihre Prüfungen im Alltag in Liebe anzunehmen und für ihre Mitgeschöpfe in allem eine kleine Quelle von Licht und Wärme, von Liebe, Frieden und Freude zu sein, ist ein Kind Gottes und wird von Ihm bedingungslos geliebt, beschützt und geführt. Jeder, der behauptet, Gott würde einer Seele aus irgendwelchem Grunde den Himmel verschließen, der nicht mit der seelischen Verfassung und mit der Art und Weise zu tun hat, wie diese Seele ihr Leben gestaltet ebenso wie mit ihrem Einsatz, Gottes Liebe in ihrer Lebenswelt strömen zu lassen, wird nicht aus Himmlischen Quellen inspiriert.

Sie werden Gott nicht verlieren, solange Sie sich nach Seiner Gegenwart in Ihrem Herzen sehnen, Marias Anweisungen befolgen und keine finsteren Gesinnungen in Ihrem Herzen und Geist Wurzeln schlagen lassen. Die Art und Weise, wie Sie sich kleiden, bestimmt für Gott nicht den 'Wert' Ihrer Seele innerhalb Seines Heilsplanes noch das Maß ihrer Vervollkommnung, kann Gott gegenüber allerdings ein Zeichen dafür setzen, dass Sie das, was Er bevorzugt, beachten.

Mir ist bekannt, dass es Maria und somit Gott – denn was Maria und Gott bevorzugen, ist vollkommen identisch – weniger gefällt, dass die Frau Hosen trägt und dass der Mann an sakralen Orten (Kirche, Kapelle...) Boxershorts trägt. Das heißt nicht, dass Seelen sich verdammen, wenn sie dies trotzdem tun, es ist nur eine Frage der Liebe. Den Grund hat mir Maria bisher nie erklärt. Nur hat Sie einst angedeutet, der Mensch würde gerne dasjenige tragen, was seinem bzw. seiner Geliebten am meisten gefällt, und so sollte er eigentlich auch das, was Derjenige bzw. Diejenige (Gott bzw. Maria) bevorzugt, beachten, Der bzw. Die ihn mehr lieben als ein Mensch es jemals tun könnte. Eine rührende Wahrheit...

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 159
Seelische Mühsal und innerer Friede – der Verstand und sämtliche mit ihm im Verbindung stehenden Fähigkeiten als bevorzugte Versuchsgelände des Bösen
– Woher kommt das Bedürfnis, zu richten? – Sorgen wegen der Finanzlage

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester, lieber Bruder in Jesus und Maria,

Voller Sympathie schreibe ich Ihnen aus dem Herzen unserer so liebenden Himmlischen Mutter. Maria weist so oft darauf hin, dass unser Lebensweg nur selten geradeaus geht, sondern gewöhnlich sehr kurvig ist. Sie meint damit, dass wir die Dinge fast nie für lange Zeit voraussehen können. Kaum hat sich die Seele an etwas gewöhnt, schon kommt die nächste Kurve und ändert sich die Landschaft. Die Unvorhersehbarkeit unserer Zukunft ist, zusammen mit der Art und Weise, wie wir unseren freien Willen benutzen, die große Quelle unserer Verdienste als Seelen Gottes. Sie ist allerdings auch die große Quelle seelischer Mühsal. So vieles kommt täglich auf die Seele zu, und die ständige Notwendigkeit, sich anzupassen, erschöpft manchmal Geist und Seele. Mit dieser Erschöpfung siecht zuweilen auch die Hoffnung dahin. Die Seele befindet sich da an einer Front, an der ein Kampf zwischen weltlichem und übernatürlichem Denken wütet. Diese Dauerprobe können Sie bestehen, wenn Sie jetzt trotz allem die Sonne in Ihrem Herzen aufgehen lassen.

Alles, was im Leben einer Seele geschieht, hat eine Bedeutung. Gott will jede Seele durch ein fruchtbares Leben führen, damit ihr Eintritt in das Ewige Paradies vollkommen berechtigt ist. Maria, die Herrin aller Seelen, lehrt, dass der Lebensweg ein Weg ist, auf dem die Seele vor allen Dingen die Vervollkommnung in der wahren Liebe anzustreben hat. In dem Maße, wie die Seele in der wahren Liebe wächst, entfaltet sich in ihr das Licht Gottes, das die wahre Hoffnung weckt: Die Seele sieht, was wirklich IST, und wächst in der Überzeugung, dass nichts sie noch davon abhalten kann, wahrhaftig glücklich zu werden. Das wahre Glück gibt es in der Fülle nur im Himmel, aber auch auf Erden kann die Seele ein hohes Maß an Glück erreichen, das wir als inneren Frieden bezeichnen: Im inneren Frieden erfährt die Seele die Nähe Gottes in einem so beherrschenden Maße, dass sie in der Stille ihres Herzens davon überzeugt ist, dass alles in Ordnung geht. Die Prüfungen flößen der Seele in diesem Zustand keine echte Angst mehr ein, denn jedes Gefühl der Unruhe lässt sich rasch wieder beschwichtigen. Im inneren Frieden lebt die Seele bereits die Wirkung des Sieges über die Finsternis in ihrem Leben.

Liebe Schwester, lieber Bruder, unser Lebensweg ist selten mit Wegweisern und schon gar nicht mit Verbotsschildern versehen. Gott hat so Seine Art, um Seelen zu Sich zu ziehen: Er versucht ständig, die Seelen von der Neigung zu heilen, Ihn außerhalb ihrer Selbst zu suchen. Man könnte es fast so ausdrücken, dass das wahre Glück für Gott daraus besteht, dass Er Seelen innigst mit Ihm verbunden weiß, und zwar aus freiem Willen. Deshalb regt Er jede Seele dazu an, Ihn im eigenen Herzen zu suchen. Manchmal setzt Er dazu Zeichen. Ein Ereignis kann für viele Seelen ohne wesentliche Bedeutung sein, für manche aber, enthält es eine Botschaft von oben. Bei Ihnen ist dies der Fall gewesen, als die Umgehungsstraße gebaut wurde, die Sie Kundschaft gekostet hat. Ich erläutere Ihnen gerne die Erkenntnis, die mir Maria diesbezüglich schenkt:

Der Bau dieser Umgehungsstraße ist für Sie persönlich als Symbol für eine Einladung zu deuten, in Ihrem Leben einiges zu ändern. Sie können es so betrachten, dass es an der Zeit ist, 'den regen Verkehr und den Trubel' von Ihren Seelen wegzuleiten. Der Mensch hat sich das tägliche Brot zu verdienen, braucht aber – vor allem in der Periode, die normalerweise als zweite Lebenshälfte gelten kann – in zunehmendem Maße Momente der Besinnlichkeit, der inneren Stille, des 'Mangels an menschlichen Eindrücken', damit er den wahren Weg zum Herzen Gottes wiederfindet. Erst sobald der innere Wirbel, die 'Turbulenz' des Herzens, das Fieber des Denkens und des Analysierens sich legt, werden Ihre Herzen bereit sein, den richtigen neuen Weg zu finden. Sie werden dann gleichsam die 'Umgehungsstraße' finden, die Ihren Lebensweg zurzeit nötig hat, damit sich Ihre Seelen voll entfalten können. Jetzt können Sie dies vielleicht noch nicht ungehemmt erkennen, weil der Nebel menschlichen Denkens noch ungenügend aufgezogen ist, aber Ihr Blickwinkel ist dabei, sich zu erweitern.

Was heißt das: 'der richtige neue Weg'? Das heißt: Der Weg, den Gott für Sie vorgesehen hat. Es kann sich dabei durchaus um einen Weg handeln, den Sie nicht berücksichtigt haben, aber es wird der Weg sein, auf dem Sie den wahren inneren Frieden finden werden, sobald Sie sich daran gewöhnt haben, nach all diesen Jahren weltlicher Turbulenz 'umzudenken'. Der innere Friede wird wie die ungeahnte Landschaft hinter einer jetzt noch verschlossenen Tür sein. Der Schlüssel zu dieser Tür zeigt sich Ihnen in einer veränderten Weise, sämtliche Elemente Ihres Lebens, Ihres Alltags und Ihrer Vergangenheit zu betrachten.

Zurzeit sehen Sie um sich herum hauptsächlich Dunkelheit, in sich hauptsächlich Schatten. Dies rührt daher, dass sich Ihr eigenes Denken zwischen Gottes Licht und Ihre Seele gestellt hat. Diese Schatten äußern sich als Verwirrung, Niedergeschlagenheit, Mangel an Lebenskraft und an Begeisterung. Sobald Sie von innen aus das Licht der wahren Hoffnung gefunden haben werden, werden Sie auch um sich herum ein neues Licht vorfinden.

Häufiges Denken, Analysieren von Situationen, Grübeln über dasjenige, was war oder was hätte sein können, ist eine reiche Quelle der Verfinsterung für die Landschaft neben unserem Lebensweg. Die Menschenseele ist dazu erschaffen worden, nicht aus dem Verstand oder dem Denken heraus, sondern aus dem Herzen (dem Fühlen und Empfinden) heraus zu leben. Der Verstand kann nie das wahre Licht finden; Gott strahlt dieses immer in das Herz hinein, wo ja jegliche Verarbeitung der Göttlichen Liebe (Trägerin aller Lebenskraft) stattfindet. Die Schwierigkeit liegt für die Seele darin, dass das Herz sehr oft von den geistigen Fähigkeiten überschattet wird, die ja ständig durch die vielen Tausenden von Sinneseindrücken genährt werden, die während des Tages in den Geist hereinströmen. So geht es Tag für Tag weiter, ein Leben lang. Nur ein möglichst weit geöffnetes Herz kann diesen 'seelischen Müll' entsorgen, und zwar dadurch, dass dieser im Feuer der wahren Liebe verzehrt wird, das von dem Sauerstoff des Heiligen Geistes geschürt wird und wiederum das Licht der wahren Hoffnung hervorbringt. In Maria als Herrin aller Seelen schenkt Gott den Seelen in dieser schwierigsten Ära der Geschichte eine Quelle der Reinigung ohnegleichen.

Die Seele, die sich von den Schatten des Lebens bedrängt fühlt, versucht, sich öfters dadurch aus dieser Bedrängnis zu befreien, dass sie zu urteilen, zu richten anfängt: entweder andere Seelen oder sich selbst oder die Umstände. Sobald der Geist seine innere Ruhe findet, verschwindet dieses Bedürfnis, zu richten, und geht eine neue Sonne auf. Die Verbannung dieses Bedürfnisses, zu richten, bringt die wahre Befreiung. Das Bedürfnis der Seele, zu richten, basiert nicht immer auf einer böswilligen Natur: oft ist es die logische Frucht des Denkens. Solange die Seele versucht, ihr Leben auf dem rationellen Weg in den Griff zu bekommen, wird sie jedem Element ihrer Lebensgeschichte einer Bewertung beimessen, in der Ansicht, sie könne nur so jedes Ereignis auf ihrem Lebensweg (in Vergangenheit und Gegenwart) richtig einstufen. In gewissem Sinne ist dieses Vorgehen nicht vollkommen rein, weil die Seele eigentlich dabei ist, ein Werk von Gottes Vorsehung (ihren Lebensweg) zu richten.

Wie sollten Sie jetzt vorgehen? Die Himmelskönigin wird Ihnen Selber den Weg zeigen, wird dies jedoch erst tun, sobald Ihre Herzen so sehr für Ihre lichtvollen Inspirationen geöffnet sind, dass sich Ihre Geistesprozesse von selbst läutern können. In den Obstgarten eines Lebens im Licht der wahren Hoffnung geht man nur leichten Fußes hinein.

Machen Sie sich keine Sorgen wegen der Finanzlage. Ich versichere Ihnen mit größter Betonung, dass der Mensch oft sein eigener größter Feind ist, genau aufgrund der Neigung zum Grübeln, Denken, Analysieren. Der Verstand und sämtliche mit ihm im Verbindung stehenden Fähigkeiten bilden das bevorzugte Versuchsgelände des Bösen, der unseren Gedanken und Erinnerungen gerne schwarze Beimischungen hinzufügt, so dass wir leicht Untergangsstimmungen anheim fallen, sobald wir auf einer bedrängenden Strecke unseres Lebensweges nach vorne schauen: Wir wiegen dann sozusagen unsere Zukunft mit derselben Waage, auf die bereits unsere Vergangenheit drückt. Wie schwer wird es dann, unser Zukunftsbild positiv ausschlagen zu lassen! Glauben Sie fest an das Versprechen Jesu, dass der Seele, die sich völlig den Dingen von Gottes Reich hingibt, 'alles andere geschenkt werden soll', weil Gottes Vorsehung die Menschenseelen doch noch viel inständiger betreut als die Lilien auf dem Felde.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, Sie mögen sich künftighin wie Blumen betrachten können, die für Gott noch schöner sind als die Lilien. Wenn Sie die Schwierigkeiten Ihres vergangenen Lebensweges jetzt von Herzen so anzunehmen bereit sind, wie sie Ihnen geschenkt worden sind, und diese an Maria weihen, mit der Bitte, Sie möge diese aufgrund Ihrer liebevollen Annahme umgestalten, wird Sie Ihnen aufgrund dieser Aufopferung Gnaden erwirken, die es Ihnen ermöglichen werden, einen Umschwung Ihrer Betrachtungsweise zu entwickeln. Sie werden erfahren, dass eine aufrichtige Weihe an Maria und eine Übertragung Ihres Herzens und Ihres Lebensweges an die Königin der Herzen Ihren Lebensweg in ein Blumenfeld verändern kann. Wenn Sie auf Ihr Leben zurückschauen, wird sich allmählich herausstellen, wie Sie auch den Wert dieses Weges erkennen können. Der sich aus dieser Erkenntnis ergebende innere Friede wird Sie dermaßen befreien, dass wegen der Beseitigung der Verkrampfung die nächste Kurve auf Ihrem Weg Ihnen keine Angst mehr machen wird. Zuversichtlich werden sie in diese Kurve gehen und Sie werden merken, dass die Verheißungen Gottes keine leeren Worte sind.

Selbstverständlich bete ich, dass Sie das Licht der Erkenntnis auf die Zukunft hin voll und ganz in sich aufnehmen können, damit auch Sie die wunderbare Erfahrung der ständigen Gegenwart von Gottes Liebe machen können.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 160
Unterricht in Sexualkunde
– Wege für die Seele, Informationen zur übertragen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Die Gottesmutter hat Ihr Myriam-Apostolat als eine Quelle der Hoffnung, der Ermutigung, der Liebe und der Verbreitung der einzigen und vollen Himmlischen Wahrheit ins Leben gerufen. Deswegen freut es Maria, auch anlässlich Ihrer Frage die eindeutige Stellungnahme des Himmels verlautbaren zu können.

Ihre Aufgabe ist es, Jugendlichen Sexualkunde zu unterrichten und Ihnen die Verhütungsmittel vorzuführen. Ich verstehe Ihr Problem, da Verhütungsmittel sowieso gegen das Göttliche Gesetz verstoßen. Die Seelen, die Ihnen den Rat gegeben haben, Ihre Aufgabe treu zu erfüllen, dazu jedoch Ihre eigene Meinung zu äußern, haben Sie richtig beraten. Ich schildere Ihnen auch gerne den Grund dafür und die konkrete Möglichkeit, diese Aufgabe im Sinne Gottes zu gestalten:

Gottes Weisheit geht davon aus, dass jede Seele, welche berufliche oder gesellschaftliche Aufgabe sie auf der Welt auch erfüllen möge, als erste Aufgabe hat, Gottes Licht zu verbreiten, weil nur aufgrund der lichtvollen Beiträge von Seiten der Menschenseelen das Reich Gottes auf Erden endgültig gegründet werden kann. Konkret heißt dies, dass die Seele, vor allem dann, wenn sie in Bezug auf die einzige Wahrheit Gottes informiert ist, diese Wahrheit mit anderen Seelen teilen soll, sei es in Worten, sei es in Taten, oder in beiden. Kenntnis der Wahrheit Gottes in Bezug auf immer zahlreichere Bereiche des Göttlichen Lebens wird zurzeit von Gott durch Maria als die Herrin aller Seelen verbreitet, in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens. Deshalb trifft dieser Göttliche Auftrag auf jeden Fall auf sämtliche Seelen zu, die von Gottes Vorsehung mit unserem Apostolat in Berührung gebracht werden.

Es stimmt, dass die Verantwortung darüber, ob die Verhütungsmittel tatsächlich benutzt werden oder nicht, bei den Jugendlichen selber liegt, da sie den ihnen gereichten Informationen in ihrem Leben den richtigen Platz schenken müssen. Genau deswegen aber, besteht Ihre Rolle jetzt hauptsächlich daraus, neben den (vor allem biologischen, auch sozialen) Sachkenntnissen auch das wahre Licht mit in diese Seelen hineinzuführen. Das gesprochene Wort scheint da der geeignetste Weg zu sein, ist aber nur einer der Ihnen zur Verfügung stehenden Wege. Bedenken Sie Folgendes:

Die Tatsache, dass Sie diese Aufgabe auszuführen haben, beruht auf einer Entscheidung Gottes. Er hat Sie an diese Stelle gebracht, weil Er es für angebracht und zweckdienlich hält – alles im Hinblick auf die Erfüllung Seines großen Heilsplanes –, dass gerade Sie diese Aufgabe erfüllen und nicht irgendeine Kollegin. Das heißt, dass Gott Sie jetzt beobachtet, um festzustellen, was in Ihrem Herzen vorgeht, während Sie Ihre Aufgabe erfüllen. Wie Sie auf die Seelen einwirken, liegt zum Teil außerhalb Ihrer Macht; was in Ihnen vorgeht aber, entscheidet über die wahre Fruchtbarkeit dieser Aufgabe für Ihre eigene Seele und wird zur Quelle der wahren Verbreitung, der wahren 'Botschaft', die sie bei dieser Tätigkeit überbringen. Weil Sie wirklich sicher sein möchten, dass Sie sich in Gottes Augen fruchtbar machen, gibt Ihnen die Gottesmutter die nachfolgende Anweisung:

Die faktische Verantwortung für den Gebrauch der Verhütungsmittel liegt bei den Jugendlichen selbst. Ihnen obliegt aber ein Teil der moralischen Verantwortung. Das heißt, dass es wichtig ist, was während der Erfüllung Ihrer Aufgabe auch auf dem nicht verbalen Wege von Ihnen ausgeht, denn die Jugendlichen hören Ihnen nicht nur mit den Ohren zu, sondern großenteils auch mit der Seele. So – 'im Verborgenen' – werden sie in Ihnen Ihre eigene Gesinnung in Bezug auf dieses Thema spüren. Sogar wenn Ihre Worte 'weiß' sagen, kann es sein, dass von Ihrem Herzen vielmehr 'grau' oder sogar 'schwarz' ausgeht, wenn Sie verstehen, was ich meine. Der Unterschied zwischen den beiden Kanälen der Kommunikation (den Wegen der Übertragung) ist Folgender:

  • Die Stimme überträgt Worte, die einen bestimmten Inhalt übermitteln und zusätzlich auch durch Klanghöhe, Betonung, Zögerungen, Rhythmus usw. schon etwas von der Herzensgesinnung des Sprechers verraten können. Darüber hinaus spricht auch der Rest des Körpers mit (die Hände, die Körperhaltung, Gesichtszüge usw.).

  • Während des Sprechens fließt aber eine Unmenge an 'unsichtbaren und unhörbaren' Informationen in die Seelen der Zuhörer, die in den Letztgenannten ungeahnt vieles zustande bringen können. Es handelt sich hier um seelische Übertragungen. Auf diese kann der Sprecher nur bedingt Einfluss nehmen, das heißt: Je mehr er diese zu beeinflussen versucht, desto weniger spontan wird sein Auftreten auf die Zuhörer wirken. Deswegen der nachfolgende Rat seitens der Gottesmutter:

Eine Seele wird in dem Maße umso mehr Licht (die einzige Wahrheit Gottes!) verbreiten können, wie ihr Herz von Maria beherrscht wird. Bitten Sie vor jedem Treffen mit Jugendlichen die Herrin aller Seelen darum, Sie möge vollkommen, uneingeschränkt Besitz von Ihrem Herzen nehmen. Sie werden allmählich spüren, wie in Ihnen ein Feuer zu lodern beginnt, von dem sich die Flammen auf Ihre Zuhörer übertragen. Je weniger bewusst Sie sich dessen sein werden und je spontaner Sie Maria in Ihnen und durch Sie sprechen, handeln und lieben lassen, desto inständiger wird die Übertragung auf die Zuhörer wirken, so dass die wahre Botschaft Ihrer Mitteilung letzten Endes diese sein wird: "Ich führe euch diese Mittel vor, wecke aber in Wirklichkeit eure Erkenntnis der diesbezüglichen Wünsche eures Gottes. Spürt selber, wie viel Finsternis in diesen Mitteln zugegen ist und welche Finsternis sie in euer Leben bringen können".

Wenn die Seelen dem Weltlichen den Vorrang gewähren, werden sie sich leicht für den Gebrauch der Verhütungsmittel entscheiden. Wird in ihnen aber die wahre Liebe geweckt, so werden sie auch die Mitglieder des anderen Geschlechtes leichter als Seelen, als 'vergeistigte Werke Gottes' zu betrachten lernen. Sie können ihnen dabei helfen, diese wahre, vergeistigte Liebe zu entdecken, die ja in jeder Seele im Keim schlummert, da Gott sie so gemacht hat. Die Seele, welche die wahre Liebe empfinden lernt, ist eine Seele, in welcher die wahre Fruchtbarkeit für Gottes Heilsplan geweckt wird. Der seelische Verdienst, den Sie sich als Beraterin dadurch erwerben können, diesem Vorgang in jugendlichen Seelen Vorschub zu leisten, ist in Gottes Augen unermesslich. Weihen Sie sich deshalb vollkommen an Maria, bitten Sie die Gottesmutter, Sie möge durch Sie sprechen und handeln, und Sie werden ein starkes Glied in Marias Lichtkette sein. So hat Gott Ihnen die Gelegenheit bereitet, einen konkreten Beitrag zu der Bildung einer neuen christlichen Jugend zu liefern. Der wahre Christ ist eine Seele, die sich in allem bemüht, das wahre Leben um sich herum zu verbreiten. Dieses wahre Leben setzt sich wesentlich aus wahrer Liebe zusammen. Die wahre Liebe werden Sie in dem Maße in die Seelen fließen lassen können, wie Sie tatsächlich Maria gehören.

Sehr gerne flehe ich die Herrin aller Seelen an, Ihr Herz auf diese schöne Aufgabe vorzubereiten und Sie so in einen richtigen Tempel des Lichtes umzugestalten.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 161
die Berufung Myriams – die Verbindung zwischen zwei Seelen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es sollte Ihnen gar nicht Leid tun, wenn Sie mir dadurch Schmerzen bereitet haben könnten, dass ich die Gesinnungen des Verfassers eines jeden Briefes mitbekomme. So will es halt die Herrin aller Seelen, weil ich sonst nicht Ihre Werke tun könnte. Das gehört eben dazu. In jedem solcher Schmerzen liegt auch viel Segen für die betreffende Seele verborgen, denn alle Finsternis wird gleich an Maria übertragen. Nur indem ich die Seele durchschauen kann, wird es mir ermöglicht, ganz konkret und gezielt um Hilfe zu bitten.

Zu Ihrer Bemerkung, Sie wissen, dass manche Seele Eifersucht überkommt, weil Maria Myriam ausgewählt hat, lässt mich die Herrin aller Seelen Folgendes schreiben:

Diese Seelen sollten und dürfen deswegen nicht eifersüchtig sein. Diese 'Auserwählung' hat alles mit einer Berufung zu tun, das heißt also: mit dem spezifischen Lebensweg, den ich zu gehen habe, und der spezifischen Lebensaufgabe, die ich zu erfüllen habe. Diese Berufung hat ihre wunderschönen Seiten, bringt dafür auch Schmerzen einer Zahl und Verschiedenheit, welche die meisten Seelen nicht ahnen können. Das gehört alles dazu. So hat es Gott in Seiner unfehlbaren Weisheit verfügt, somit ist es so auch richtig. Das macht diese Berufung eben zu einem goldenen Weg. Vergessen Sie nicht, dass ich die schönen Stunden mit einer teuren Verantwortung bezahlen muss. Wie könnte es auch anders sein, da der Kampf um die Fruchtbarkeit der Ewigen Wahrheit in den Seelen kein Spiel ist, sondern der ernsthafteste Vorgang in Gottes Wirklichkeit.

Die Berufung einer jeden Seele ist für Gott wichtig. Keine Seele spielt für Ihn eine unwichtige Rolle, denn alle gemeinsam bilden wir das Ganze Seiner Schöpfung, eines vollständigen Systems, in der jede Menschenseele, jedes Tier, jede Pflanze seine bzw. ihre Rolle zu spielen hat, durch einen riesigen Komplex von täglichen Wechselwirkungen in Milliarden von Richtungen. Ihre Rolle ist dabei für Gott ebenso wichtig wie meine. Es kommt nur darauf an, wie wir unsere Rolle spielen und mit welcher Verfassung des Herzens.

Was die Beziehung zu X betrifft, sollten Sie sich an erster Stelle dessen bewusst sein, dass alles, was schon gewesen ist, keinen Zeitverlust darstellt. Gott hat mit allem einen Plan, auch mit jeder Beziehung, die längere Zeit 'hängen zu bleiben' scheint. Denken Sie an das Bild der Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Elementen des Schöpfungssystems. Er hat von Ihnen viel gelernt, Sie auch von ihm. Die wichtigsten Lektionen erteilen sich die Seelen gegenseitig auf der seelischen Ebene: Jegliche Beziehung zwischen Menschen, und auch zwischen einem Menschen und einem Tier, ist immer eine Belehrung in vielen Tugenden, in Verhaltensmustern und eine Entdeckungsreise durch die eigenen Schwächen und Begabungen. Alle (sogar die unausgesprochenen) Elemente der Kommunikation zwischen Seelen bilden Belehrungen, Möglichkeiten zur seelischen Entfaltung und Ausbildung. In diesem Sinne sollten Sie sowieso für die Zeit des Zusammenseins dankbar sein.

Nun stellt sich die Frage: Was erwarten Sie persönlich von der Zukunft Ihrer Beziehung mit X und was erwartet er davon? Da es sich nicht um eine Beziehung unter dem Siegel des Sakramentes der Ehe handelt, ruht auf Ihnen beiden keine seelische Verpflichtung außer der Regel der Tugendhaftigkeit, die laut Göttlichem Gesetz jede Beziehung zwischen Seelen und zwischen Seelen und Tieren beherrschen soll. Angesichts der heutigen Reibungen: Wie kann es weitergehen? Was genau veranlasst X dazu, so zu reagieren? Eines kann ich Ihnen mit Sicherheit sagen, weil es mir unsere Himmlische Herrin gebietet, es Ihnen zu sagen: X braucht Sie, auf den unterschiedlichsten Ebenen und in den unterschiedlichsten Hinsichten, und genau weil Sie für ihn so wichtig sind, verhält er sich Ihnen gegenüber zurzeit so merkwürdig. Irgendwie ist er mit seinem ganzen Wesen von Ihnen abhängig, und es ist, als ob er es sich nicht leisten kann bzw. will, Sie Ihre 'Überlegenheit' über ihn merken zu lassen. Würden Sie es ihm sagen, so würde er es auch heftig bestreiten, denn er will sich selbst diese Abhängigkeit nicht eingestehen.

Trotzdem dürfte dieses Verhältnis in Ihrer weiteren Beziehung zum Hindernis werden, falls es ihm nicht gelingt, besser damit umzugehen. Genau deswegen wäre es angebracht, X eines Tages mal in aller Ruhe zu fragen, was er genau von Ihnen verlangt, wie er sich eine Zukunft mit Ihnen vorstellt und was er sich zum Beispiel von einer Ehe verspricht. Seine etwas entgleiste Beziehung zu Ihren Eltern ist sehr schade, sollte aber nie eine Hauptrolle spielen, denn Gott bringt zwei bestimmte Seelen zueinander, die daraufhin gemeinsam ein Leben aufzubauen haben, ungeachtet der Beziehungen, die hinzukommen. Ich schildere Ihnen das folgende Bild:

Die Verbindung zwischen zwei Seelen ist wie eine teilweise Verschmelzung von zwei Lebenswegen. Jede Seele soll den eigenen Lebensweg gehen und wird immer, jede Sekunde, ihre strikt individuellen Aufgaben erfüllen müssen. Jede Seele reagiert ja zum Beispiel immer strikt individuell auf ihre Umwelt und hat ihre individuellen Lektionen aus allen Begebenheiten ihres Alltags zu lernen. Aber die Verbindung zwischen zwei Seelen, vor allem jene des Ehesakramentes, bringt zur gleichen Zeit die Verpflichtung des strikt individuellen seelischen Lebens und jene des gemeinsamen seelischen Lebens. Die beiden Lebenswege laufen somit individuell weiter, verschmelzen jedoch zur gleichen Zeit auf einer anderen Ebene. Die Kontakte zu Eltern und Schwiegereltern sind dabei als Nebenwege zu betrachten, die dann und wann den gemeinsamen und den strikt individuellen Lebensweg berühren, ihn allerdings auf keinen Fall jemals beherrschen noch seine Richtung ändern dürfen. X darf sich aus diesem Grunde auch nicht von der etwas misslungenen Beziehung zu Ihren Eltern davon abhalten lassen, Sie persönlich auf Händen zu tragen, sich Ihnen vollkommen zu geben.

Die Himmelskönigin greift nie auf schroffe Weise in Beziehungen ein, aber wenn Sie Maria inständig das Herz von X darbieten, wie in einer Weihe, mit der Bitte, Sie möge ihn so vollkommen beherrschen, dass sich in ihm nur noch reine, heilige Gefühle und Empfindungen entwickeln können, und dass Sie ihn dazu bringen möge, sich völlig dem Licht der wahren Hoffnung und einer klaren Erkenntnis seines eigenen Herzens und seiner Erwartungen Ihnen gegenüber aufzuschließen, so wird Sie das tun. Das ist jetzt das Opfer, das die Herrin aller Seelen von Ihnen verlangt. X selbst ist zurzeit zu verwirrt, um sich dieser Botschaft mit dem Verstand aufzuschließen. Deswegen sollten Sie es besser von Herz zu Herz tun, im Verborgenen, mit Maria als 'Satelliten': Sie beten und opfern inständig zu Maria, weihen Ihr alles, was mit X und Ihrer Beziehung zu ihm zu tun hat, und Maria wird diese Liebesstrahlen – um das blendende Licht Ihrer eigenen Himmlischen Liebe verstärkt – in das Herz von X ergießen. Beharren Sie in dieser 'Übung', die sich als eine Prüfung der Grundlagen Ihrer Beziehung zu X empfinden lassen wird, und die Zeit wird Ihnen eines Tages selber die Antwort geben, aufgrund des Verhaltens von X.

Zurzeit gibt mir die Herrin aller Seelen keine konkreteren Ratschläge als die Obenerwähnten. Ich kann verstehen, wieso: Gott beabsichtigt immer, alle betreffenden Seelen aus einer Situation den höchsten Nutzen ziehen zu lassen. 'Den höchsten Nutzen' können Sie beide erst aus dieser verwirrenden Lage ziehen, nachdem Sie – nach einer langen Periode von teilweise entgleisenden Gesprächen – auch auf der verborgenen, rein seelischen Ebene zueinander gefunden haben werden. Von X kann in dieser Hinsicht jetzt nicht viel verlangt werden, Sie aber, liebe Schwester, können jetzt in Gottes Augen eine Heldin der reinen Liebe werden. Ich helfe Ihnen von Herzen gerne, die Brücke durch Maria zu X zu erbauen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 162
die Einsamkeit – das Fegefeuer, die armen Seelen
und das Lebensgericht

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ich danke von Herzen für Ihren Brief. Gerne möchte ich Sie in Ihrer Einsamkeit mit dem Worte Jesu vertrösten, wo Er sagt: "Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?" Jesus meinte damit auch, dass es dem Menschen nichts nützt, bei seinem Mitmenschen erfolgreich zu sein, in der Welt 'wichtig' zu sein, von Menschen auf Händen getragen zu werden oder sogar nur viele Freunde zu haben, wenn dadurch der Seele Schaden zugefügt wird. So ist es oft: Je mehr Bindungen die Seele zu den Menschen hat, desto größer ist das Risiko, dass sie von Untugenden und finsteren Einflüssen angesteckt wird. Gehen Sie voller Zuversicht zur Gottesmutter. Sie werden tief im Herzen spüren, dass Sie alles in allem sein kann: Herrin, Mutter und Freundin zur gleichen Zeit. Verbringen Sie Ihre Zeit ruhig in Gedanken und Gefühlen bei Jesus und Maria, und Sie werden den wahren Frieden finden.

Sie fragen, ob es stimmt, dass die armen Seelen (aus dem Fegefeuer) um Gebete bitten. Das stimmt. Wenn Gott das Leben einer Seele auf Erden beendet, wird das irdische Leben dieser Seele ebenso wie die Verfassung, in der sie sich zum Zeitpunkt ihres Todes befand, von Ihm beurteilt. Man könnte sagen: Gott misst in der Seele den Gehalt an Liebe. Dieser Gehalt bestimmt, wohin die Seele für das ewige Leben geht. Sehr viele Seelen müssen eine Zeit lang einer Reinigung unterzogen werden. Diesen Reinigungsvorgang nennen wir 'den Aufenthalt im Fegefeuer'. Das 'Feuer', das die Reinigung der Seele vollzieht, ist wesentlich:

  • ein Feuer der Liebe,
  • ein Feuer der Reue,
  • ein Feuer des Sehnens.

   1. Ein Feuer der Liebe: Das wahre Leben der Seele besteht aus Liebe. Die Liebe ist die eigentliche Kraft, die dafür sorgt, dass eine Menschenseele lebt. Sie ist der Kraftstoff der Seele. Ohne die Liebe ist die Seele wie ein Auto ohne Benzin: Nichts bewegt es, es kommt nicht voran. Wenn die Seele im Laufe ihres Lebens auf Erden zu wenig Liebe schenkt (in Taten, in Worten, sogar in Gedanken über ihren Mitmenschen!), findet Gott in ihr 'zu wenig Lebenskraft'. Die Seele braucht aber einen gewissen Gehalt an Liebe und Lebenskraft, um in das ewige Paradies hineingehen zu dürfen. Das rührt daher, dass die Seele, in der zu wenig reine Liebe wirksam ist, das Leben im Himmel gar nicht ertragen könnte, weil sie unter solchen Umständen die Fülle der mächtigen, makellosen Liebe, die von Gott, von Maria, von den vollkommen geläuterten Himmelsbewohnern ausgeht, nicht in sich aufnehmen kann. Der Kontrast mit ihrer 'Unreinheit' ist dann zu groß und die Ströme der reinsten Liebe würden auf sie wie ein Feuer einwirken, das sie nicht an den Verzückungen der Glückseligkeit teilhaben lässt, sondern sie 'verbrennen' würde. Deshalb ist es als eine Art von 'Schutzmaßnahme' der Göttlichen Barmherzigkeit zu betrachten, dass eine Seele, die wegen Mangel an Liebe relativ 'unrein' ist, zunächst eine Läuterung im Feuer der wahren Liebe benötigt, bevor sie in den Himmel hineingehen darf.

   2. Ein Feuer der Reue: In der Stunde nach dem Ableben erscheint die Seele vor Gott, um von Ihm gerichtet zu werden. Auch die Himmelskönigin ist bei diesem Vorgang zugegen. Gott entfaltet für die Seele einen gewaltigen Akt der Barmherzigkeit: Er zeigt ihr in einigen Augenblicken jede Einzelheit ihres gerade beendeten Lebens so, wie Er diese Einzelheiten gesehen und empfunden hat. Die Seele bekommt dadurch die Gelegenheit, sich selbst so zu sehen, wie sie wirklich ist bzw. gewesen ist, welche Fehltritte, Sünden, Nachlässigkeiten und Untugenden sie auf Erden begangen hat und warum Gott diese als Fehltritte, Sünden, Nachlässigkeiten oder Untugenden betrachtet. Das heißt: Die Seele bekommt eine gewaltige Lektion in der Erkenntnis von Gottes Gesetzen. Sie lernt also die Fülle von Gottes Wahrheit kennen, und aufgrund dieser neuen Kenntnis begreift sie vollkommen, wie es um sie bestellt ist und was ihr jetzt bevorsteht.

Wenn die Seele den Reinigungsvorgang im Fegefeuer durchmachen muss, empfindet sie diesen Prozess die ganze Zeit lang im Bewusstsein des 'Filmes', den sie über ihr eigenes Leben gesehen hat, und der eventuellen Schmerzen, die sie Gott durch ihre Fehltritte, Sünden, Nachlässigkeiten und Untugenden zugefügt hat. Weil sie jetzt ganz genau weiß, welche Schmerzen Gott ihretwegen gelitten hat und sie während der Augenblicke vor Gott und Maria die überwältigende Himmlische Liebe hat erfahren können, empfindet sie jetzt Schmerzen über ihre Unvollkommenheit. Diesen Schmerz nennen wir 'Reue'. Die Seele bereut all dasjenige, wodurch sie Gott Leid getan hat, weil das alles nichts anders war als ein Mangel an Liebe und sie jetzt begriffen hat, dass es die Liebe ist, welche die Seele zum Bild und Gleichnis Gottes macht. Diese Reue brennt im Fegefeuer in der Seele wie ein reinigendes Feuer.

   3. Ein Feuer des Sehnens: Weil die Seele nach ihrem irdischen Leben genau weiß, wie sich die wahre Himmlische Liebe anfühlt, und sie sich auch dessen bewusst ist, dass sie, sobald sie genügend geläutert ist, um diese wahre Himmlische Liebe in ihrer Fülle in sich aufzunehmen, weil sie dann Gott ein ganzes Stück näher gekommen sein wird, in den Himmel wird hineingehen dürfen, sehnt sie sich ständig nach der ewigen Nähe Gottes und Mariä. Dieses Sehnen verzehrt gleichsam die Seele, weil die ständige Erinnerung an die wahre, makellose, verzückende Liebe Gottes und Mariä, die sie in der Stunde nach ihrem Ableben empfunden hat, eine alles beherrschende Macht über sie ausübt.

Liebe Schwester, Sie können es sich so vorstellen, dass Gott dieses dreifache Feuer dazu vorgesehen hat, in der Seele im Fegefeuer die Spuren der von ihr während ihres Lebens auf Erden begangenen Fehltritte, Sünden, Nachlässigkeiten und Untugenden allmählich zu entfernen. Wichtig ist dazu, dass die Seele im Fegefeuer selbst die wahre Liebe möglichst kräftig in sich entwickeln kann, denn das Maß, in dem sie sich aufgrund dieses Feuers nach der 'Abbüßung' ihrer Fehltritte, Sünden, Nachlässigkeiten und Untugenden und nach der wahren Vollkommenheit ihrer Liebe sehnt, bestimmt in hohem Maße, wie bald sie für den Eintritt in den Himmel bereit sein wird. Gott beweist durch dieses System, wie wichtig, wie zentral für Ihn die Liebe ist. Nur die Liebe bestimmt den Wert eines Lebens, nur die Liebe bestimmt den Eintritt in die ewige Glückseligkeit und den Zeitpunkt desselben.

Um ihre Läuterung im Fegefeuer zu absolvieren, kann die Seele jede Hilfe von Seiten der Seelen auf Erden gebrauchen. Die Seelen auf Erden können die Läuterung einer Seele im Fegefeuer dadurch sehr beschleunigen, dass sie Gebete, Heilige Messen, Aufopferungen, Sühneakte und vollkommene Weihe an Maria darbieten. Gebete, Heilige Messen, Aufopferungen, Sühneakte und vollkommene Weihe an Maria sind fünf Wege von Liebe. Diese Liebe kann der Läuterung einer Seele im Fegefeuer hinzugefügt werden.

Die Herrin aller Seelen lehrt in dieser Zeit die Seelen auf Erden die Gesetze Gottes, damit sie wissen, wie sie ihr Leben am fruchtbarsten machen können. Aufgrund dieses Wissens können die Seelen auch lernen, wie sie den Seelen im Fegefeuer helfen können. Dies ist ein Beispiel für die Liebe, die über die Grenzen des Todes hinaussteigt. Manchmal wird es Seelen im Fegefeuer erlaubt, sich auf Erden kundzutun, wobei diese um Heilige Messen oder Gebete bitten können. Solche Vergünstigungen werden durchwegs von der Heiligen Jungfrau erwirkt, die ja die Königin des Fegefeuers und die Herrin aller Seelen ist. Maria offenbarte auch bereits, dass Gott Ihr die Macht geschenkt hat, Seelen früher als vorhergesehen werden konnte, aus dem Fegefeuer zu erlösen, wenn sich auf Erden Seelen vollkommen an Maria weihen und diese Weihe Tag für Tag genauestens in die Praxis umsetzen. In diesem Falle wird die Läuterungszeit der Seele im Fegefeuer durch zwei Liebegeschenke gekürzt:

  • durch die von der Weihe an Maria auf Erden aufgeweckte Liebe;
  • durch die unvorstellbare Macht, die von Marias Willen ausgeht: Wenn Sich Maria die Befreiung von Seelen aus dem Fegefeuer wünscht, entwickelt Sie dabei ein so gewaltiges Liebesfeuer, dass das Gesetz der Göttlichen Gerechtigkeit dadurch um ein Vielfaches früher befriedigt werden kann.

Die Gottesmutter macht keine Aussagen darüber, ob Seelen im Fegefeuer auch dadurch Zeichen setzen, dass sie Geräte ein- oder ausschalten können. Falls Sie solche Erscheinungen erleben, weihen Sie am besten Ihre Wohnung und die betreffenden Geräte an Maria mit der Bitte, Sie möge über sie herrschen und nicht erlauben, dass sie von Kräften benutzt werden können, die nicht mit Gott vereinbar sind und nicht Seine Werke vollbringen können. Alles, was unter die Herrschaft der Herrin aller Seelen gestellt wird, gehört Gott und den Werken der Ewigen Liebe.

Liebe Schwester, ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen friedliche Tage in der spürbaren Gegenwart der Gottesmutter, die Ihnen die Seligkeiten der makellosen Liebe ins Herz gießen wird. Ich trage Sie gerne in Marias Unbeflecktes Herz hinein.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 163
die Bewältigung eines schweren, ungewissen Lebensweges durch den Glauben

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Manchmal kommt der Seele der Glaube wie ein Spaziergang in die Nacht hinein vor. Wo führt der Weg überhaupt hin? Wird sie den Wegrand scharf genug erkennen, damit sie sich nicht verirrt? Was wird unterwegs auf sie zukommen? Wird sie überhaupt ans Ziel kommen? Was wird sie dort vorfinden? Alle diese Fragen kommen schon mal in der Seele hoch, wenn sie mit dem Glauben klarzukommen versucht. Der Verlauf des Lebens ist ohnehin schon wie ein Blick in die Leere der Nacht: Man sieht nie weit vor sich. Gerade wegen der vielen Ungewissheiten kommt es sowohl beim Spaziergang in die Nacht hinein wie im Leben schlechthin auf den Mut und die Zuversicht an. Die Seele, die sich nicht in dasjenige hinein traut, das für sie ungewiss ist, fängt mit der Reise nicht einmal an.

Das Leben ist eine Reise, welche die Seele aus dem Herzen Gottes heraus über die Welt zurück zum Herzen Gottes führen soll. Der Lebensweg wird zwar als Entwurf in die Seele gezeichnet, muss aber durch die Handlungen und Entscheidungen der Seele konkret gestaltet werden. Sie bekommt zwar Gepäck für unterwegs (Talente, Gaben, Fähigkeiten), muss aber täglich genährt werden, damit das Gepäck ihr wirklich den vollen Nutzen einbringt. Die tägliche Nahrung bekommt sie von Gottes Vorsehung, die ihr Tag für Tag die Gnaden zum Leben nach dem Willen Gottes schenkt. Gottes Gnadenspendung wird in dem Maße umso reicher sein, wie die Gestaltung des Lebensweges dem von Gott gezeichneten Entwurf desselben besser entspricht.

Die Seele ist sich des Verlaufs ihres Lebensweges nie im Voraus bewusst. Gott hat nicht gewollt, dass die Seele sich ihren Weg im Voraus klar vor Augen stellen kann, denn dann würde sie Seinem Plan für ihr Heil hin und wieder entgegenwirken. Wenn die Seele genau wüsste, was hinter jeder Kurve ihres Lebensweges auf sie zukommen wird, so wäre sie auf alles vorbereitet, würde sie keine spontanen Entscheidungen mehr treffen müssen und würde sie wahrscheinlich öfters ihrem Schicksal zu entfliehen versuchen. Dies alles liefe darauf hinaus, dass sich die Seele kaum noch Verdienste erwerben könnte. Viele Verdienste erwirbt sich die Seele durch den Glauben. Wirklich und wahrhaftig glauben heißt:

  1. von der Existenz Gottes überzeugt sein;

  2. unbeirrbar gemäß der Überzeugung handeln, dass Gott nur die Vollendung des Glücks für die Seele bereithält;

  3. mit Sicherheit annehmen, dass Gott die Seele auf jedem Meter ihres Lebensweges an dieser Bestimmung zu orientieren versucht;

  4. nie daran zweifeln, dass Gott die Seele auf diesem Weg nur mit vollendeter Liebe umhegt und dass Er alle Seine Werke zugunsten des ewigen Heils der Seele entwirft und gestaltet, ungeachtet jeglicher Prüfung, die als Regen oder Sturm den Lebensweg erschweren kann;

  5. unbeirrbar davon ausgehen, dass sich die menschlichen Augen in der Wahrnehmung des eigenen Schicksals irren können, dass Gott aber auch in allen anscheinend unangenehmen Begebenheiten des Lebens ungeahnt wertvolle Geschenke verbirgt und dass die Seele das alles nach diesem irdischen Leben in der Fülle wird erkennen können.

Sogar wenn die Seele einen großen Glauben besitzt, kann es sein, dass es ihr schwer fällt, hinter den Ereignissen und Entwicklungen auf ihrem Lebensweg die Hand Gottes zu erkennen. Trotzdem wirkt Gott sehr vieles im Verborgenen aus, und – wie wunderbar hat Er alles vorgesehen! – bedient Sich sogar öfters der Kräfte, die an sich nicht mit Ihm vereinbar sind. Dies ist ein wunderbares Geheimnis, das die Hoffnung für die Seelen unendlich erweitert. Ich könnte es auch so ausdrücken: Dies ist der Vollmond, der ganz unerwartet der Finsternis der Nacht ihre Wirkungen nehmen kann. In diesem Sinne greife ich gerne Ihre Aussage auf: "Auch wenn ich wenig hätte, aber wenig aus Gottes Hand, so wäre ich völlig in mein Dasein ergeben". Sie könnten dieses ungemütliche Gefühl folgendermaßen zu bewältigen versuchen:

Der Staat, der, wie Sie es ausdrücken "immer unwilliger in der Verpflichtung vorgeht, Menschen zu erhalten", wird in unserer modernen Gesellschaft immer tiefer durch liberales Denken geprägt: Jedem seine eigene Freiheit, und zwar im Höchstmaß. Der Einzige, dem keine Freiheit mehr gewährt werden darf, ist Gott. Gott wird das Recht abgesprochen, Seine Geschöpfe nach Seinem (dennoch unfehlbaren) Ermessen zu führen und zu lenken: Der Mensch soll sein eigener Gott sein. Was tut nun Gott? In Seinem Gesetz, das ewige Geltung hat, verfügt Er es so, dass die Seele, die alles, was ihr von einer liberalen, weitgehend gottlosen Instanz aus zustößt, an Gott weiht, es so betrachten darf, als wäre es im Grunde genommen Er, Gott Selbst, der alles so lenkt, weil es der Seele für die Ewigkeit Nutzen bringt. Welche Einstellung ist somit die Fruchtbarste, wenn Sie schwer damit umgehen können, dass Sie vom Staat erhalten werden?

  • Was das 'Gute' betrifft: Betrachten Sie es ruhig so, dass dies Ihnen aus Gottes Hand zufließt, weil Gottes Vorsehung es zugelassen hat.
  • Was das 'weniger Erfreuliche' betrifft: Weihen Sie dies Maria und bitten Sie die Himmelskönigin, Sie möge es mit dem Licht der Gnade erfüllen, damit die in ihm enthaltene Finsternis ihre negativen Wirkungen auf Gottes Heilsplan verliert.

So können Sie es sich angewöhnen, in allem Gottes Wirken zu empfinden, als ob Er Ihnen das Gute zukommen lässt und auch die Prüfungen zulässt, weil diese in der Seele gnadenreich werden, sobald die Seele sie geweiht und anschließend ohne Auflehnung angenommen hat.

Die Herrin aller Seelen hat mich gelehrt, in allem dadurch Frieden zu finden, dass ich ja alles Ihr geweiht habe und es somit so betrachten soll, dass Sie, die Herrin, über jede Einzelheit meines Lebens herrscht. Es schenkt tatsächlich einen tiefen Frieden, wenn man in allem aufrichtig zu Maria sagt: "Alles ist gut, meine Herrin, weil Du es so für mich gewollt hast". Auch das weniger Erfreuliche bringt ja Gnaden ein, vorausgesetzt, die Seele lässt sich nicht aufwühlen.

Die weltliche Komponente unseres Lebens könnten wir wie einen Schatten, eine manchmal etwas drohende Wolke über unserem Lebensweg betrachten. Allerdings müssen wir davon überzeugt sein, dass eine Wolke nicht ein ganzes Leben lang über unserem Weg hängen bleibt und dass sie es an sich hat, sich früher oder später aufzulösen. Gott aber ist die Sonne, und die ist immer zugegen, auch wenn sie sich hin und wieder verbirgt. Dort liegt das Wesentliche des Glaubens: Immer so handeln, denken und erwarten zu können, als ob die Sonne scheint, und auch, wenn man sie gerade nicht sieht, auf die dunkle Wolke zeigen zu können und dabei freudigen Herzens zu sagen: 'Dort ist die Sonne'. Tatsächlich, dort strahlt sie, lediglich zeitweise von der Seele getrennt durch eine Wolke, die ja nichts anderes ist als Dunst, der dazu noch Fruchtbarkeit verschafft, wenn er ausregnet. Der Schein trügt: Auch jede Wolke bringt letzten Endes Segen. Man muss nur lernen, nicht mit den Augen, sondern mit dem Herzen nach oben zu schauen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 164
In jeder Prüfung ist auch ein Keim neuen Lebens zugegen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Das Leben ließe sich manchmal mit einer Wanderfahrt durch eine sehr windige Landschaft vergleichen. Ausgerechnet wenn wir eine gerade Strecke vor uns haben und meinen, wir könnten mal zügig vorankommen, bläst ein kräftiger Wind uns auf den Kopf, so dass wir eher wanken und nicht mehr richtig aus den Augen schauen können, als dass wir eilig auf die nächste Kurve zugehen können. Wenn diese Kurve dann letztendlich kommt, wissen wir nicht, was hinter ihr auf uns wartet. Eins nur ist sicher: Wenn wir auf den schwierigsten Strecken nicht alles daran setzen, voranzukommen, werden wir es auch nie erleben können, dass wir vielleicht nach der Kurve von Bäumen beschützt werden. Gottes Vorsehung wacht über uns. Deshalb dürfen die Stürme des Lebens uns nie befürchten lassen, wir wären am Ende und uns würde niemand mehr helfen. Sogar wenn uns alles feindselig wirkt, ist da noch Jemand, Der Sich ständig um uns kümmert.

Deshalb möchte ich Ihnen helfen, liebe Schwester, so fest daran zu glauben, dass nichts Weltliches Ihnen etwas anhaben kann, wenn Sie sich ganz fest Maria darbieten. Unsere Prüfungen sind notwendig, aber aussichtslos ist eine Lage nur dann, wenn die Seele die Hoffnung aufgibt. Die wahre Hoffnung ist die Gesinnung, in der die Seele gewillt ist, mit Sicherheit anzunehmen, dass immer das Licht das letzte Wort hat. Es ist die Gesinnung der Seele, die sich während des Gewitters bereits auf den Regenbogen freut, der mit Sicherheit bald kommen wird. Es ist die Gesinnung der Seele, die ein graues Leben zu führen scheint, aber tief im Herzen die Vögel singen hört und die Sonne scheinen sieht, weil sie weiß, dass sich der Lebensabend der Seele, die sich an Gott und Maria festhält, immer unter einer seligen Abendsonne gestaltet. Sie wissen, dass gerade an diesen verzückenden Sommerabenden, an denen uns die Abendsonne so schön und streichelnd zulächelt, viele Blumen am herrlichsten duften... Sie verstehen ohne jeden Zweifel, worauf ich mit diesen Bildern hinaus will.

Der feste Glaube an die Wirkungen der Gottesmutter im eigenen Leben ist der Schlüssel zu vielen Wundern, durch welche die Göttliche Vorsehung manche weltliche Bedrängnis als unwichtig und vergänglich an den Pranger stellt. Maria ist ja Selbst Gottes Regenbogen der wahren Hoffnung. Ihr Wirken hat keine einzige Grenze außer jener der menschlichen Bereitschaft, sich Maria im festen Glauben hinzugeben.

Legen Sie Ihr Leben einfach in Marias Hände. Sie wird Ihnen völlig ungeahnte Wege und Ihre wirklichen Aufgaben zeigen und Sie wird Ihnen einen tiefen Frieden eingießen, der Sie in den Stand versetzen wird, viele Dinge in Ihrer Lebenswelt ganz anders zu betrachten. Die Gebete mit den Nummern 373 und 893 wären für Sie sehr hilfreich.

Voller Liebe versichere ich Ihnen, dass ich die Herrin aller Seelen darum bitte, Sie möge Ihnen erwirken, dass Sie die Winde auf Ihrem Lebensweg künftighin so benutzen können, dass diese nicht gegen Sie, sondern für Sie wirken. Der Wind einer jeden Prüfung ist ja im Grunde genommen auch Träger vom Atem des Heiligen Geistes, das heißt: In jeder Prüfung ist auch ein Keim neuen Lebens zugegen. Aus dem Wind einer Prüfung kann man durch die vollkommene Weihe des Lebensweges an Maria einen Wind neuen Lebens machen. Dabei fängt diese Umwälzung durch eine einfache Änderung unseres Blickwinkels an: Dadurch, dass die Seele sich selbst davon überzeugt, dass nie der Schein der Dinge um sie herum das letzte Wort hat, sondern die Kräfte, die sich hinter diesem Schein verbergen und die vom Willen Gottes in Gang gesetzt und gelenkt werden. Es ist Maria, die im Leben einer Ihr geweihten Seele diese Kräfte verwaltet. Das ist Ihre Berufung. Die Ihrige, liebe Schwester, ist es, Maria zu folgen, im festen Glauben an Ihre Liebe und daran, dass Gott zwar manches zulässt, aber nie, dass die Seele, die fest an Ihn glaubt, von den Winden des Lebens gelähmt wird.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 165
Worin besteht die Aufgabe jeder Seele? Die Herrin begründet die Unechtheit von Drohbotschaften

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Wahrscheinlich ist Ihnen bekannt, dass mir von Seiten der Gottesmutter untersagt worden ist, mich öffentlich zu irgendwelchen Aussagen von Seelen zu äußern, die – ob tatsächlich oder angeblich – die Stimme Gottes verkündigen. Allerdings kann ich Ihre Bitte um Rat durchaus verstehen. Ich habe deswegen Maria um Hilfe gebeten und habe die Erlaubnis erhalten, Folgendes zu schreiben:

Es ist im Laufe der letzten Jahrzehnte sehr vieles an 'Prophezeiungen' verkündigt worden. Man könnte es so ausdrücken, dass es sich da um einen Urwald handelt, nicht nur, weil der Leser sich sehr leicht in den sich widersprechenden Inhalten derselben verirrt, sondern auch, weil die angeblichen Botschaften bzw. Prophezeiungen auffällig oft die Stimme eines alles andere als liebenden Gottes vertreten. Als meine Berufung von Seiten der Himmelskönigin noch in der Anfangsphase war – vor inzwischen etwa dreizehn Jahren –, musste ich mich öfters mit dieser Erfahrung auseinandersetzen. Sehr bald erlaubte mir Maria nicht mehr, noch irgendwelche (tatsächlichen oder angeblichen) 'Himmlischen' Worte 'zu mir zu nehmen' außer denjenigen, die Sie persönlich in mir sprechen sollte, da Sie mich 'von allem rein' haben wollte. Seitdem weiß ich gar nicht mehr, was alles verkündigt wird. Eins aber darf ich selber seit über dreizehn Jahren erfahren, und gerade das möchte ich jetzt betonen:

Ich habe Maria und Jesus als Wesen kennengelernt, deren Liebe sich die Seelen einfach nicht vorstellen können. Ich habe zwar:

  • aus diesen hochheiligen Mündern viele Worte gehört, die einen tiefen Kummer wegen des sündhaften und unmoralischen Verhaltens unzähliger Menschenseelen verraten (Ausdruck der sogenannten 'ewig dauernden Schmerzen');
  • in deren Herzen eine große Enttäuschung über die fast grenzenlose Verführbarkeit der Seelen 'gelesen';

aber...

ich habe weder von Maria noch von Jesus jemals drohende Worte zum Nachteil der Menschheit erfahren. In über neunzig Prozent der 'Kontakte' kommen mir die Worte, Visionen und andere mystische Übertragungen von Seiten der Gottesmutter zu, in den anderen Fällen ist, nicht ausschließlich, aber wohl vorwiegend Jesus der Urheber. Nun denn, in allen Fällen sind in diesen Übertragungen die nachfolgenden Elemente und Merkmale zugegen:

  • eine unvorstellbare, brennende Liebe;
  • im Falle des gesprochenen Wortes: eine unüberbietbar zärtliche, ausgewogene Weise des Sprechens, die jegliches Gefühl der Unsicherheit oder der Furcht gleich auslöscht und durch einen sehr tiefen, vollendeten Frieden ersetzt, so wie ihn keine Menschenseele übertragen könnte;
  • dem Inhalt nach: Übermittlung einer wirklich überirdischen Hoffnung, Ermutigung und eines felsenfesten Vertrauens angesichts der Zukunft, des Endsieges vom Licht über die Finsternis, des Wertes einer jeden Aufopferung und der vollendeten grenzenlosen Liebe Gottes, Jesu, Mariä.

Betrachten Sie die Belehrungen, Offenbarungen, Texte, Briefe, Anweisungen, usw., die Maria in Ihrer höchsten, erst seit wenigen Jahren offenbarten Eigenschaft als Herrin aller Seelen durch unser Apostolat schenkt, und urteilen Sie selber: Nirgendwo in den bisher etwa viertausend veröffentlichten Textseiten werden Sie eine Drohung an die Menschheit vorfinden. Wie vorhin angedeutet, heißt dies auf keinen Fall, dass der Himmel nicht bitter bedauert, was auf dieser Welt vorgeht. Meine eigene Erfahrung im Kontakt mit Maria und Jesus und den von Ihnen vermittelten Belehrungen hat mich allerdings gelehrt, dass der Himmel nicht wegen der Sünde und Untugend droht, sondern zur Tugend und Heiligkeit ermutigt. Ein riesiger Unterschied! Drohungen verbreiten keine Hoffnung (= Licht), sondern Angst und Unsicherheit (= Finsternis). Gott und Maria verbreiten ausschließlich Licht, Sie können gar keine Finsternis verbreiten, weil Ihre Liebe vollendet ist und Sie vollkommen eins mit Gottes Wahrheit sind.

Ich schreibe dies alles nicht aus mir selber heraus, sondern – wie überhaupt in jeglichem Text und Brief – im Auftrag der Himmelskönigin. Ich habe es bereits mehrere Male schreiben müssen: Gott will den Seelen keine Angst machen, Er will sie erziehen, in ihnen die Wissenschaft des Göttlichen Lebens reifen lassen, damit sie Seine Liebe und die Wunder Seiner Werke kennenlernen. Er sehnt Sich nur danach, dass die Seelen das Göttliche Leben in sich verwirklichen, und in unseren Tagen wird Maria in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen in der Absicht zu den Seelen abgeordnet, die Wissenschaft des Göttlichen Lebens zu lehren, in welcher die Seelen den Weg zur Heiligung finden können. In den durch dieses Apostolat verbreiteten Texten klopft Marias Herz, das gleichsam ständig das Wasser Göttlichen Lebens zu den Seelen hinströmen lässt. Marias Herz soll man sich dabei wie eine Himmlische Burg von Liebe und Hoffnung vorstellen. Nur durch die Erweckung einer vollendeten Hoffnung in den Seelen kann in diesen Letzteren die Saat der Heiligung wirklich zum Blühen gebracht werden.

Das ist es, was Gott in diesen Letzen Zeiten bezweckt: Er will in den Seelen den Rest der tauglichen Saat der Heiligung zum Blühen bringen, damit der Ewige Frühling Seines Reiches auf Erden kommen kann. Das kann Er durchaus dadurch tun, dass Er in den Seelen den Glauben daran weckt, dass sie selber noch völlig umkehren und die Schöpfung noch ganz umwandeln helfen können. Er kann dies jedoch nicht dadurch tun, dass Er durch Drohung in den Seelen die Hoffnung völlig lähmt und wegen Entmutigung aus ihnen die Lust zur seelischen Selbstentfaltung vertreibt.

Liebe Schwester, ich richte niemanden, ebenso wenig tut dies die Gottesmutter. In Beantwortung Ihrer Bitte um Rat schildere ich Ihnen lediglich meine eigenen Empfindungen aus meiner inzwischen langjährigen mystischen Erfahrung mit der Himmelskönigin und mit Jesus. Diese Quellen und Brücken der vollendeten Liebe und Hoffnung überbringen keine Angst, keine Gefühle der Unsicherheit und der Entmutigung, keine Verspannungen, die in den Seelen jegliche Entfaltung zur Vervollkommnung hin im Keim ersticken. Ich weiß und bezeuge mit absoluter Sicherheit, dass Jesus und Maria in allen Seelen all dasjenige hochzubringen versuchen, das noch irgendwie geheiligt werden kann, und dass Sie zu diesem Zweck alles daran setzen, in jeder Seele einen möglichst tiefen inneren Frieden zustande zu bringen.

Das ist der Weg, den Gott zwecks Verwirklichung Seines Heilsplans dabei ist zu erbauen: einen Weg, der sich aus der versammelten Hoffnung von Seelen zusammensetzt, die mit Sicherheit erkennen, dass Er nur Gutes mit ihnen vorhat. Die Aufgabe von jedem und jeder von uns besteht jetzt darin, den in jeder Seele vorhandenen Keim der Heiligkeit dadurch voll zum Blühen zu bringen, dass wir die uns geschenkten Belehrungen in unserem Leben anwenden. Je mehr Seelen dies tun, statt die Zeit mit der Verbreitung und Lektüre von Drohbotschaften zu vergeuden, desto schneller, vollständiger und gründlicher wird sich der Göttliche Plan der vollendeten Liebe auf Erden verwirklichen. Vielleicht lässt sich mit diesen Worten der ganze Sinn und Zweck der Offenbarung der Herrin aller Seelen zusammenfassen.

Ich hoffe von Herzen, dass diese Worte, welche Ihnen die Himmelskönigin Selbst ins Herz legen lässt, Sie von jeglicher Unruhe befreien und Ihre Frage beantworten mögen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 166
Maria sät die Saat Ihrer eigenen Vollkommenheit, Heiligkeit und Schönheit in jeden Seelenboden, der dazu bereit ist, Sie in sich aufzunehmen und Wurzeln schlagen zu lassen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Mit einer besonderen Freude erfahre ich, wie die Saat, die unsere Himmlische Mutter und Herrin durch mein Herz in die Seelen zu säen geruht, im Obstgarten Ihrer Seele schon die Früchte versprochen hat. Ja, Gott wirkt auch (vor allem) in dieser Zeit noch Wunder. Er hat Sich zum Ziel gesetzt, dass Seine Schöpfung erneut die Schönheit des Anfangs aufweisen sollte. In Maria hat Er das verlorene Paradies neu aufgebaut und Er hat Sie als eine Brücke zwischen Ihm und den Seelen gedacht, damit Sie diese Göttliche Absicht in uns allen verwirklichen kann: Maria sät die Saat Ihrer eigenen Vollkommenheit, Heiligkeit und Schönheit in jeden Seelenboden, der dazu bereit ist, Sie in sich aufzunehmen und Wurzeln schlagen zu lassen.

Wie schön ist doch das Versprechen der Morgendämmerung vor der Mittagssonne des Sommertages. Wie ermutigend die Hoffnung, wenn der verzaubernde Duft der Unbefleckten Gottesmutter die Seele an ihren Ursprung und an ihre Bestimmung im Paradies erinnert. Jede(r) von uns trägt die Saat Mariä in sich, sobald er/sie Maria wirklich zu lieben gelernt hat, so wie Sie wirklicht ist, in der Fülle Ihrer Heiligkeit und Ihrer zärtlichsten Liebe.

Liebe Schwester in Jesus und Maria, ich bin von Maria dazu berufen worden, die Seelen auf den entzückenden Gedanken vorzubereiten, dass auch sie aus dem Teich dieser Verzückungen trinken dürfen, die in Maria versammelt sind. Tropfen für Tropfen soll ich Marias hoffnungsvolle Worte in die Herzen hineintröpfeln, und während ich das tue, erlebe ich auch selber wieder die Entzückungen der unaussprechlichen Berührung mit dieser reinsten aller Seelen. Wie sehr leidet mein Herz unter dem Unglauben mancher verblendeter Seelen, aber wie erfreut ist es, wenn das Getränk aufgenommen wird und über alle Maßen erquickt. Die Offenbarungen, die mir Maria in Worten und Bildern vermittelt, enthalten nichts weniger als den Schlüssel zum Reich Gottes, der in den Herzen das wahre Glück erschließen kann, nicht wie es die Welt gibt, sondern wie Gott es gibt, in aller Vollkommenheit. Jede Seele, die den Schlüssel im eigenen Herzen gefunden hat, soll ihn auch verwenden, denn Gottes Geschenke dienen nur der Vervollkommnung der Seele für Sein Reich, das uns nun durch Maria und mit Ihr verkündet wird.

Mögen Maria und Jesus Sie und alle, die durch Sie Marias Saat in sich aufnehmen, mit einer reichen Ernte an Himmlischem Obst segnen. Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie an den Himmlischen Worten, die ich den Seelen verkünden darf, dieselbe Freude haben, wie ich selbst sie schon seit Jahren erfahre, und dass diese Sie besonders dann zu neuem Leben erwecken dürfen, wenn die Wolken des Alltags bedrohlich erscheinen. Vergessen wir nie: Wir sind alle füreinander da und solange wir unseren Blick auf den Vollmond richten, der Maria ist, kann uns die Nacht nicht innerlich verdüstern und ist die eine Seele nur ein Gebet und ein Lächeln von der anderen entfernt.

Mit besonderer Liebe, für und durch die Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 167
die Myriam-Gebete

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,
Gerne beantworte ich Ihre Fragen der Reihe nach:

Bei der Fülle der wirklich schönen angebotenen Gebete fühle ich mich etwas überfordert, sie alle zu beten, da sie doch Zeit kosten. Soll man alle einmal gebetet haben?
Gebete sollten nie als eine 'Aufgabe' betrachtet werden, sondern als Himmlische Geschenke. Das Ganze der Myriam- Gebete könnte man wie einen ausgedehnten Blumengarten betrachten. Jede Blume hat ihre spezifischen Eigenschaften, die Gott in sie gelegt hat und womit Er auch spezifische Absichten verfolgt. Obwohl jede Blume ein Geschöpf Gottes ist und somit auch Trägerin Seiner Liebe, wird sich allerdings nicht jede Menschenseele zu derselben Blume am meisten hingezogen fühlen. Genau das sollten Sie auch mit den Gebetsblumen in sich selbst überprüfen: 'Welche ziehen mich persönlich zu diesem Zeitpunkt am meisten an?' Sie werden spüren, dass sich Ihre Vorliebe von Tag zu Tag ändern kann. Betrachten Sie diese Änderungen getrost als Führung der Göttlichen Vorsehung, die Sich nur von einem einzigen Leitfaden führen lässt: Was braucht diese Seele zu diesem Zeitpunkt, über welche Wege kann sie dies erreichen und was steht ihr als Hilfsmittel dazu genau zur Verfügung? Solche Hilfsmittel für die Verwirklichung Ihrer spezifischen Lebensaufgabe sind die Gebete. Maria inspiriert diese wie Saat, das in das Herz Ihrer Myriam gestreut wird und in Seelen weiter gesät wird. Versuchen Sie, richtig in sich hineinzuspüren, was Ihnen der Geist Gottes bei jedem der Gebete zu sagen hat...

Welche Gebete sind der Gottesmutter die liebsten oder welche haben die meisten Verheißungen?
Maria sind sie alle gleich lieb, weil sie alle Samen aus Ihrem Herzen sind. Die Verheißungen hängen ganz von dem ab, wozu sie gebetet werden. Zum Beispiel: Wenn Sie zu einem gewissen Zeitpunkt einen besonderen Schutz brauchen, wird Maria Ihnen diesen ohne den geringsten Zweifel gewähren, wenn Sie ganz zuversichtlich ein Gebet wählen, das Schutz gewährt. Wenn Sie sich 'leeren Herzens' fühlen, könnte ein Gebet zweckdienlich sein, in dem Maria in floskelhaften Worten gerade zu Ihrem Herzen spricht, usw. Die 'Verheißungen' eines Gebetes lassen sich kaum in allgemein geltenden Worten oder Zahlen fassen, weil der 'Wert' eines Gebetes nicht von Gott unterschiedlich bestimmt wird, sondern für zehn Seelen zehn Mal verschieden sein kann, je nach den Bedürfnissen und der Lebensaufgabe einer jeden Seele.

Sind nicht Betrachtung und Kontemplation im allgemeinen wertvoller als zu viele mündliche Gebete?
Durchaus. Dem muss ich als zu der Mystik berufene Seele vollen Herzens beipflichten. Allerdings sind die Myriam-Gebete an erster Stelle als Brücken zu Marias Herzen gemeint. Jedes Myriam-Gebet enthält Schlüssel zum Herzen der Gottesmutter UND zum eigenen Herzen, man sollte sogar sagen: enthält Schlüssel zur Vereinigung mit der Gottesmutter, aufgrund der Tatsache, dass Sie Ihre Himmlische Liebe in jedem Gebet strömen lässt. Jedes Gebet bildet auch für sich eine Brücke zur wahren Kontemplation, indem die wahre Kontemplation umso reicher und fruchtbarer wird, wie sie aus reicherem (fruchtbarerem) Boden hervorgeht. Die Früchte des Landes sind umso üppiger, wie sie aus gut genährtem Boden hervorgehen. Etwas Ähnliches gilt für die Seele und die Früchte, die noch in ihr verborgen sind. Viele der Myriam-Gebete sind in einem Zustand engen mystischen Kontaktes entstanden. Dies macht sie oft besser als 'Sprungbrett' zur Betrachtung geeignet. Diese Gebete sind ja unter anderem als Nahrung für die Seele gemeint, weil sie in den Rahmen der 'Ausbildungsaufgabe' der Herrin aller Seelen zu den Seelen hin gehören.

Ich vermute, dass man die Gebete zu einem bestimmten Anlass beten soll (z.B. wenn ein Festtag Mariä kommt oder im persönlichen Leben...). Können Sie mir diesbezüglich Genaueres sagen?
Die fruchtbare Benutzung mancher Gebete zu bestimmten Anlässen steht fest. Dennoch werden Sie innerlich spüren können, dass Maria auch Sie persönlich dazu aufrufen kann, bestimmte Gebete zu einem ganz anderen Zeitpunkt vor Ihr niederzulegen, z.B. ein Gebet zur Unbefleckten Empfängnis kann sich durchaus außerhalb des 8. Dezembers als sehr fruchtbar erweisen. Das kommt dadurch, dass die Göttliche Vorsehung oft Seelen Inspirationen zu Zeitpunkten zukommen lässt, in denen dies für diese Seelen und deren Entwicklung günstig ist, oder als reine Verherrlichung der Liebe Gottes.

Gottes Heilsplan mit den Seelen ist eigentlich zeitlos. Gott versucht, die Seelen auf liturgische Festtage hinzuweisen, in der Absicht, sie mögen dadurch in sich spüren lernen, was die Ereignisse hinter den Festen in der Tiefe bedeuten. Er wünscht Sich allerdings sehr, dass auch außerhalb bestimmter Feste alle Ereignisse aus den allerheiligsten Leben Jesu und Mariä wirklich in den Herzen lebendig bleiben. Aus diesem Grunde ist das Beten oder sogar einfach die stille und tiefe Betrachtung eines jeden Gebetes, an welchem Tag des Jahres auch immer, wie Nahrung für die Seele.

Sehr gerne zu Diensten,
In Liebe und für die Herrin aller Seelen, die Verkörperung der reinsten Liebe zwischen Gott und der Schöpfung,
Myriam


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Brief 168
Leiden als Beitrag zu den Erlösungswerken Christi. Leiden kann die Seele ein Stück Himmel empfinden lassen – Bedeutung aller physischen Leiden – der spirituelle Wert der Gesundheit

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Gerne lasse ich Ihnen durch Ihre liebe Freundin diese kleine Himmlische Umarmung zukommen. Sie mögen sich dessen bewusst sein, dass die Himmlische Mutter aller Menschen, die Trösterin der Betrübten und Heil der Kranken, keiner Seele näher ist als derjenigen, die physisch leidet. Wie könnte Sie den leidenden Menschen nicht auf eine ganz besondere Weise lieben, wo doch Ihr Göttlicher Sohn Sich für die ewige Glückseligkeit so vieler Seelen den Körper buchstäblich hat vernichten lassen. Maria weiß, welchen Preis das Heil der Seelen hat und welchen Wert deshalb die Seele hat, die sich in schweren chronischen Leiden dem leidenden Christus anzuschließen versucht.

Liebe Schwester, Ihre liebe Freundin, die Sie darum gebeten haben, mir diesen Brief zu schreiben, wird sich ohne jeden Zweifel darüber freuen, dass ich mich an Sie selbst richte, denn die Gottesmutter hat Ihnen in dieser Stunde höchster Not etwas zu sagen, das Sie ohne weiteres als eine Himmlische Liebeserklärung an Sie verstehen dürfen:

Jede Krankheit ist kein Zustand, sie ist eine Aufgabe, die Gott dem Kranken stellt, weil diese Seele damit sehr vieles tun kann, sowohl für sich selbst als auch für Gott. Durch die Erbsünde verlor die Menschheit ihre Heiligkeit. Gott entwarf deshalb Seinen Heilsplan, der daraus bestehen sollte, dass die Seele sich durch seelische und physische Leiden die Erlösung aus dem Zustand des 'seelischen Exils' erwerben kann. Damit dieses ganze System geheiligt wird, hat Er Jesus Christus als Mensch gewordenen Messias und Erlöser in die Welt gesandt, damit der Christus Sich im Körper restlos aufopfert und in diesem Leiden sämtliche Krankheiten und physische Leiden heiligt und den Zutritt der Seelen in den Himmel durch diese schrecklichen Leiden loskauft. Der Göttliche Heilsplan hat es so vorgesehen, dass jede Seele ihren Beitrag zu den Erlösungswerken Christi zu leisten hat, damit der Stand der Gnade der Menschheit als Ganze erhoben werden kann. So bekommt jede Seele im eigenen Leben viele Chancen, Christus nachzufolgen und die eigenen Leiden mit den Seinen zu vereinigen.

Liebe Schwester, wie elend Ihr derzeitiger Zustand sich auch anfühlt, er ist Ausdruck einer Hochzeit mit dem leidenden Jesus, zu der Gott Sie nun eingeladen hat. Maria sehnt Sich danach, Sie den ganzen Weg lang tragen und Quelle von Licht und Ermutigung für Sie sein zu können, weil Ihr der unüberbietbare Wert des Leidens bekannt ist. Jede Stunde, die Sie in dieser physischen Verfassung durchmachen, bringt Gott einen Nutzen ein, der den Nutzen einer in guter Gesundheit zugebrachten Stunde sehr weit übersteigt. Der unheilbar kranke Mensch ist für die Schöpfung und Gottes Werke überaus wertvoll. Mit jedem Atemzug, den er Gott mit Liebe darbietet, führt er dem Teich der Gnaden, aus dem Gottes Gaben in die Seelen ergossen werden, einen neuen Tropfen zu. Die Herrin aller Seelen möchte die ununterbrochene Aufopferung Ihres Leides durch die uneingeschränkte Macht der Himmlischen Liebe ergänzen, damit jede Minute, die Sie nun in diesem Kampf ausharren, viele Seelen stürmen kann, die den Kampf für ihr seelisches Wohl schon längst aufgegeben haben. So werden Ihre Tage zu Tagen einer vollzogenen Hochzeit mit dem Göttlichen Erlöser.

Wie können Sie Maria helfen, aus diesem Zustand schwerer chronischer Krankheit seelisches Gold für viele zu bereiten?

   1. Es scheint in der menschlichen Natur zu liegen, dass sich der kranke Mensch entweder seiner Krankheit widersetzt oder sich gegen diese auflehnt oder gar Gott wegen ihr böse ist oder dass er in irgendwelcher Weise seine Krankheit als seinen größten Feind betrachtet, mit dem er nichts zu tun haben will und dem er die Schuld dafür gibt, dass 'nichts noch so ist wie früher, bevor dieses Unheil mich traf'. Maria bittet Sie dahingegen, ab heute jede Minute Ihrer Krankheit so bewusst wie möglich zu leben. Das heißt nicht, dass sie von Ihrem physischen Zustand besessen sein sollten, ganz im Gegenteil. Es heißt auch durchaus nicht, dass Sie dauernd an die Krankheit oder deren Symptome denken sollen. Seine Krankheit im spirituellen Sinne bewusst zu leben, heißt: Sich im Herzen dessen bewusst zu sein, dass jede Empfindung, die mit dem Zustand der Krankheit einhergeht, auf einer nicht wahrnehmbaren Ebene von Gottes Wirklichkeit Kräfte in Gang setzt, die Gottes Heilsplan mächtig fördern können.

Der Mensch kann lernen, Krankheit so innig gemeinsam mit Maria und mit Jesus zu tragen, dass diese eine ungewöhnliche Form von Freude im Herzen wach ruft. Es handelt sich dabei um eine Art von Bewusstwerdung davon, dass man dabei ist, für Gott 'endlich mal richtig etwas zu tun'. Die Seele in dieser Verfassung kann eine derartig kraftvolle Unterstützung von Seiten der Schmerzensreichen Gottesmutter und des Leidenden Jesus empfinden, dass sie trotz allen Elends eine Wiederbelebung des Herzens erfährt, so ähnlich wie ein Mensch, der zwar keine große physische Kraft mehr aufbringen kann, aber in aller Ruhe auf die mild streichelnde Abendsonne schaut und sich einfach in jenen Frieden auflösen lässt.

   2. Halten Sie sich jeden Augenblick so lebendig wie möglich vor Augen, dass Sie in einer Lebensphase gelandet sind, wo sich auf der niedrigsten Ebene Ihres Wesens (dem Körper) die Dornen anzuhäufen scheinen, aber die höheren Ebenen der Seele ein Stück Himmel empfinden, von dem die Düfte die Seele heilen und erheben und sich, falls Sie Maria, die Königin der Himmlischen Gärten, darum bitten, allmählich auf die anderen Empfindungsebenen Ihres Wesens (Gefühle, Denken...) erweitern können. Wenn man einem Menschen, der leidet, etwas vorführt, das ihm nicht bekannt ist, das aber sehr schön ist, wird dieser Mensch während einiger Zeit seine Leiden 'vergessen': Er wird sich über die Schönheit ebenso wundern wie über die Frage, wieso diese Erscheinung ihm bisher nicht bekannt war. Was geht da vor?

In diesem leidenden Menschen werden Gefühle und Gedanken ausgetauscht, diese werden ständig vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen, Erinnerungen und Wünsche 'interpretiert' und..., während sich sämtliche Ebenen seines Wesens mit diesem Phänomen beschäftigen, werden seine Bewusstseinsvorgänge von seinen Leiden weggezogen. Diesen Vorgang könnte man mit jenem vergleichen, wobei sich an einer bestimmten Körperstelle Blut anstaut. Wenn es gelingt, anderen Körperstellen Reize zuzufügen, die einen Teil des Blutes an sich ziehen, so wird an der 'kranken' Körperstelle eine spürbare Erleichterung eintreten. Man könnte fast sagen: 'Diese Stelle zieht nicht länger alle Aufmerksamkeit an sich'. So ähnlich kann sich im kranken Menschen dadurch eine Erleichterung einstellen, dass eine neue Art, seine Leiden zu betrachten, im Bewusstsein, dass diese in der Seele Blumen blühen lassen, gleichsam einen Teil des Druckes im leidenden Körper ablässt. Je nachdem dieses 'Ablassventil' besser zu funktionieren beginnt, atmet der kranke Mensch etwas auf und findet in dieser Druckverringerung eine Quelle neuen Friedens, ein 'neues Gleichgewicht'.

   3. Weihen Sie Ihre Krankheit und jede Minute, die sie in dieser physischen Verfassung zubringen müssen, an Maria, und bitten Sie diese Himmlische Zuflucht der Kranken, Sie möge jede Einzelheit Ihres Leidens im heiligsten Boden Ihres Herzens begraben, wo das Ganze voll in den Göttlichen Heilsplan eingeschaltet werden kann. Freuen Sie sich dabei über die Wirkungen von Gottes Gesetz der Liebe, das es so verfügt hat, dass jeder Dorn des Fleisches, den eine Seele in Marias Herz begraben lässt, wegen dieser Darbietung, wegen des Vertrauens zu der Himmlischen Mittlerin und wegen des Sehnens der Seele danach, Gott dieses Geschenk zu bereiten, von Gott in seelisches Rosenparfüm umgewandelt wird. Das heißt konkret: Alles physische Leiden, das in Liebe und Annahme Maria geweiht wird, beschleunigt die Erlösung und Heiligung der eigenen Seele und öffnet die Tür zur Erlösung anderer Seelen.

Gerade dieses System macht es verständlich, wieso eine Seele, die Jesus im Leiden nachfolgen will, durch bewusste und liebevolle Darbietung ihrer Leiden an Gottes Heilsplan im vollsten Sinne des Wortes 'die Leiden Jesu ergänzt' (wie es der Heilige Apostel Paulus so geheimnisvoll ausdrückte). Gott und Maria kann man einfach kein schöneres Geschenk bereiten als jenes der Selbsthingabe, denn 'keine größere Liebe kann der Mensch haben als jene, dass er sein Leben für seine Freunde gibt'. Im geweihten Leiden gibt der Mensch sich selbst völlig hin und verzichtet auf alles, was ihm noch weltliches Glück versprechen könnte. Sagt nicht der Mensch, es gäbe nichts Wertvolleres als die Gesundheit? Das stimmt, aber nicht ganz so, wie es der Mensch gewöhnlich versteht: Das wirklich Wertvolle der Gesundheit liegt darin, dass man über sie verfügen kann als Geschenk an Gott für das Heil von Mitmenschen, die seelisch nicht mehr gesund sind.

Wenn man die Gesundheit verliert, braucht man diesen Verlust nicht als Einbruch der Dunkelheit zu betrachten, denn Gott lässt den Verlust an Gesundheit in sehr vielen Fällen zu, damit gerade die Sonne in der Seele aufgehen kann. Ich könnte es sogar so schildern: Wenn der Körper leidet, packen sich die Wolken auf dem Lebensweg zusammen und glaubt der Mensch, es gäbe für ihn nie wieder Sonnenschein. Nun kann er zwei Dinge tun: Entweder erlaubt er, dass sich sein Bewusstsein auf so niedriger Ebene zusammenballt, dass es für immer unter dieser Wolkendecke lebt, oder er zieht seine bewussten Empfindungen auf die höheren Ebenen seines Wesens zusammen, die über diese Wolkendecke hinausreichen. Auf jenen Ebenen strahlt die Sonne an einem vollkommen makellosen Himmel. Sogar im tiefen Leiden des Körpers kann die Seele den Sommer von Gottes Gegenwart leben.

Schwere chronische Krankheit ist oft als eine Einladung Gottes zur Vervollkommnung zu verstehen. Jede Seele ist zur Heiligung berufen. Die Seele kann sich nie heiligen, wenn sie nicht den Garten der Vergeistigung betritt, der als Vorgarten zum Paradies gilt. Dieser Vorgarten ist wie eine Strecke auf dem Weg der Heiligung, die man auf keinen Fall umgehen kann. Vergeistigung ist nichts anders als die Verschiebung des Schwerpunktes der Empfindung und der Interessen 'nach oben'. Das heißt, dass sich die Seele immer weniger an dem weltlichen und immer mehr an dem ewigen, unvergänglichen Teil ihrer Empfindungen und Ziele orientiert.

Dieser Vorgang muss ein solides Fundament bekommen. Das einzige solide Fundament ist jenes der Aufopferung von immer mehr Elementen der Körperlichkeit. Krankheit und Gesundheit werden dabei als immer weniger wichtig empfunden, oder vielleicht noch genauer ausgedrückt: Sie verlieren ihre Macht über das Denken, Fühlen und Wünschen der Seele, weil diese sich ganz andere, viel wertvollere Ziele setzt und weiß, dass das wirkliche Leben, die wahren Verdienste und das wahre Heil auf einer ganz anderen Ebene der Empfindung wachsen. Immer mehr betrachtet sie ihr 'Körperkapital' lediglich als Werkzeug in Gottes Hand, nicht mehr als Ziel an sich. Dieser Vorgang heißt 'sich loslösen'. Nur wenn die Seele den Ballast ihres weltlichen Gepäcks abwirft, kann sie zu höheren Ebenen aufsteigen. Solange die Seele an den Interessen des Körpers festhält, kann sie Gott nicht wirklich die Hand reichen.

Liebe Schwester, Sie befinden sich jetzt in der wichtigsten Phase Ihres Lebens, der Phase, in der sich dasjenige erfüllen soll, wozu Sie berufen sind. Die vielen Dornen des Alltags können gemeinsam ein mächtiges Feuer erzeugen. Durch die ständige Weihe eines jeden Tages von Leiden an Maria und das liebevolle Leben dieser Leiden vertrauen Sie diese Dornen Marias brennendem Herzen an. In jenem Feuer werden sämtliche Dornen der geweihten Leiden der ganzen Menschheit verbrannt, um Liebeswärme zu erzeugen, die frierende Herzen heilt. Auf jedem Dorn, der aus Ihrem angenommenen und Maria dargebotenen Leiden bereitet wird, steht Ihr Name geschrieben. Sie werden die Frucht dieser Dornen auch selber tief in der Seele empfangen. Sie werden feststellen, dass jeder Dorn Ihnen eine Umarmung von Gott einbringt. So wird der Zustand, der in weltlicher Hinsicht als der Schwierigste und Widrigste gilt, zu einer Führung durch einen Garten, der auf die Seele wie eine Berührung vom Zaun zum Paradies wirkt.

Ich möchte Sie besonders liebevoll in die Arme schließen und Ihnen im Namen der ganzen Menschheit für Ihre Annahme dieser schweren Erfahrungen danken, die jedem und jeder von uns Heil bringen können. Seien Sie sich immer der liebevollen Gegenwart Mariä sicher, die für Sie immer die Himmlische Rose inmitten der Dornen bleiben wird. Ich wünsche Ihnen im Herzen eine Sonne, die nie mehr untergeht und die den Duft dieser Rose in Ihrer Seele spürbar machen wird.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 169
Der Einzug des Modernismus in die Klöster und den Gehorsam gegenüber dem Oberen, der dafür die Verantwortung trägt – wann hat das Betrachten von Gegenständen (Bildern, Landschaften, Tieren usw.) einen spirituellen Wert?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Die Himmelskönigin vergleicht das Leben einer Seele gerne mit einer Wanderung auf einem Weg durch die unterschiedlichsten Landschaften. Es ist bereits eine Gnade, die Bestimmung zu kennen (das Ewige Leben bei Gott). Viele kennen diese nicht und streifen daher ziellos durch die Landschaft. Es ist auch eine Gnade, sich sicher sein zu können, dass der Lauf des Weges eine besondere Bedeutung hat und dass man ihm folgen soll, um sicher ans Ziel zu kommen. Die Bestimmung zu kennen und zu wissen, dass dem Weg gefolgt werden soll, gewährleistet allerdings bei weitem nicht, dass die Reise ohne Schwierigkeiten verläuft. Die Landschaften neben dem Weg kann man sich nämlich nicht auswählen, und manche Blumen am Wegrand sind keine Heilkräuter, sondern Gift. So ähnlich erfährt es die Seele, die, vom Geist Gottes getrieben, dem Ruf zum Höheren Folge leistet und sich mit Entwicklungen auseinandersetzen muss, die sie nicht am Rand ihres Weges erwartet hatte und die sie als Gift für sich empfindet.

Da sich Ihre Freundin nicht mit dem Gedanken abfinden kann, nach Ablegen der ewigen Gelübde an das betreffende Kloster gebunden zu sein, wo Modernismus Einzug gehalten hat, scheint der Rat von seiner Exzellenz dem Bischof hier eindeutig die Stimme von Gottes Vorsehung zu vertreten. Wenn eine Seele die Gnade der Erkenntnis von demjenigen, was Gott gefällt und demjenigen, was Ihm weniger gefällt, in sich blühen lässt, wird sie sich jedes Mal bedrängt fühlen, wenn sie etwas miterlebt bzw. dazu gezwungen wird, sich an etwas zu beteiligen, das nach ihrer Erkenntnis gegen die Liebe zu Gott verstößt. Auf Dauer wird die Seele dies nicht durchhalten, weil sie ihre Erkenntnisse nicht dauernd wird verleugnen können und sie unter dem Gefühl ächzen wird, sie werde dazu verpflichtet, Gott weniger zu geben als dasjenige, was sie Ihm geben möchte, bzw. sie werde dazu genötigt, Gott Freude zu nehmen.

In jenem Sinne wäre für diese Seele der erste notwendige Schritt schon jener, tief im Herzen zu prüfen, ob sie seelisch damit fertig werden kann, eindeutige Abweichungen vom Gesetz der Liebe immer wieder hinzunehmen, denn letzten Endes ist jede Äußerung von Modernismus eine Abweichung vom Gesetz der Liebe zu Gott (und folglich auch der Liebe zur ganzen Schöpfung), weil in jeder Äußerung von Modernismus zugunsten weltlicher Entwicklungen und Auffassungen entschieden wird, statt geradlinig und kompromisslos an Gott orientiert zu bleiben. Gottes Vorschriften ändern sich nicht gemäß den gesellschaftlichen Entwicklungen, weil Gottes Weisheit vollendet ist und somit durch alle Jahrhunderte genau dieselbe bleibt. Gott hat alle Seelen geschaffen und Sich dabei immer derselben Grundsätze bedient. Gesellschaftliche Entwicklungen haben mit menschlichem Denken zu tun, nicht mit Göttlichem Denken. Wäre dies der Fall, so müsste man annehmen, dass Gottes Weisheit auch einer ständigen Entwicklung bedarf. Eine solche Annahme käme einer Beleidigung an Gottes Unfehlbarkeit gleich, zumal die gesellschaftlichen Entwicklungen und die Mentalitätsänderungen bei den Seelen durch die Jahrhunderte in vieler Hinsicht auch durch finstere Einflüsse bedingt sind, die nur Gottes Werke unwirksam machen möchten.

Wie sich die Schwester auch immer entscheiden mag, sie soll sich auf jeden Fall über eines im Klaren sein: Wenn – und insofern als – sie im Gehorsam gehandelt hat bzw. handelt, liegt jegliche etwaige moralische Verantwortung nicht bei ihr, sondern bei der Seele, von der das Handeln, das Vorbild bzw. die Vorschriften, Gebote und Verbote ausgehen. In diesem Sinne lässt sich ein Ordensgeistlicher bzw. eine Ordensschwester nichts zuschulden kommen, wenn er bzw. sie unter dem Siegel des Gehorsams modernistische Handlungen vornimmt, während das eigene Herz unter der Erkenntnis leidet, dass diese Handlungen nicht das Höchstmaß an Gnaden einbringen und Gott nicht die größtmögliche Liebe darbringen. Jedes diesbezügliche Herzeleid kann der Schmerzensreichen Mutter als Sühneopfer angeboten werden und dadurch etwas von demjenigen ausgleichen, was durch die Handlungen verloren geht.

Ich bete inständig zur Mutter der Kirche, dass die Schwester eine Lösung findet, die sie in den Stand versetzt, das Ordensleben nicht aufgeben zu müssen, denn ich bin davon überzeugt, dass es sich bei ihr um eine wahre Berufung handelt.

Zu Ihrer weiteren Frage: Ob das Betrachten von Landschaftsbildern, welche die Seele irgendwie zu 'erheben' und für die Welt Gottes offen zu machen scheinen, eine weltliche Beschäftigung ist, weil es meist weltliche Bilder sind und keine reine von Gott geschenkte Natur mehr? Kann man das an Maria weihen und somit erheben?
Wie es die Gottesmutter in Bezug auf die Musik bereits hat andeuten lassen (Brief Nr. 107), gehen von allen Elementen der Schöpfung, ob diese nun in Klängen oder durch andere Kanäle der Sinneswahrnehmung empfunden werden, unterschiedliche Signale aus. Der menschliche Geist kann diese Signale auch beeinflussen bzw. diese so untereinander vermischen, dass 'Botschaften' entstehen, die in sehr vielen unterschiedlichen 'Tönen' die Seele beeinflussen können. Schöpfungselemente, die im unversehrten ('jungfräulichen') Zustand auf die Seele wirken können, werden in einer Seele, die möglichst rein an Gott orientiert lebt, erhebende Wirkungen ausüben. Als Beispiel könnte ich darauf hinweisen, dass die Seele in einer Verfassung mystischer Berührung mit Maria bzw. mit Jesus usw. bei der Betrachtung eines einfachen Tieres, sogar eines solchen, das 'im normalen Zustand' nicht immer als positiv betrachtet wird, zum Beispiel eines Insektes, in Tränen versetzt werden kann. Das kommt daher, weil die Seele in jener Verfassung, in welcher sie innigst der Liebe Gottes aufgeschlossen ist, in diesem Tierchen ein Element der Liebe empfindet, mit welcher Gott es erschaffen hat. Wir dürfen nie vergessen, dass Gott durch jedes Geschöpf Seine Liebe strömen lässt. Genau aus diesem Grunde kommt die schlechte Behandlung eines jeden Tieres einem Mangel an Liebe zu Gott gleich.

Das Betrachten eines Landschaftsbildes, auch in Form eines Gemäldes, kann eine weltliche Beschäftigung sein. Sie kann aber auch dadurch zu einer spirituellen Erfahrung erhoben werden, wenn die Seele dazu imstande ist, im Bild 'in der Tiefe' die Schönheit von Gottes Schöpfung zu erkennen oder diese gleichsam 'hineinzudenken'. Man kann ja ein Bild mit den Augen betrachten oder mit dem Herzen oder (was noch tiefer geht) mit der Seele. Im letzteren Fall werden spirituelle Empfindungen erzeugt, die manchmal die Seele sogar für die mystische Komponente der Wirklichkeit erschließen können. Das heißt, dass die Seele alles Weltliche, alles Stoffliche, 'automatisch auf die Ebene der Empfindung von Gottes Liebe und Herrlichkeit erhebt'. Dabei durchschaut die Seele gleichsam die Oberfläche, um in das Herz der Dinge vorzudringen, das heißt: in das tiefe Wesen, wie Gott es hat werden lassen. Genau in diesem 'Herzen' der Dinge entdeckt die Seele den Liebesstrom, mit dem Gott es versehen hat. Dies ist es, was die mystische Wahrnehmung zu einer Lichterfahrung macht: Die Seele erkennt in allem die Wirkungen Gottes, das Gesetz der vollendeten Liebe und dessen Verfügungen im Bereich der Weisheit, der Vorsehung usw.

Eine Landschaft betrachten (sogar in einem Bild, Gemälde usw.) kann zu einem richtigen Gebet werden, wenn es der Seele gelingt, dieses Betrachten zu einer seelischen Übung zu machen, die sie mit Gottes Liebe in Berührung bringen kann. Wenn die Seele in dieser Betrachtung Gott verherrlicht und preist wegen der Liebe, mit welcher (und aus welcher heraus) Er sämtliche Elemente der betrachteten Landschaft erschaffen hat, man Ihm dafür dankt und Ihm die empfundene Freude und das empfundene Erstaunen als Geschenk darbietet (zum Beispiel durch Weihe an Maria!), so schließt sich der Kreis und wird die Erfahrung zu einem vollwertigen Gebet. Gott schenkt, die Seele empfängt, fügt etwas aus sich selbst hinzu (Staunen, Freude, Liebe, Dankbarkeit, Wunsch zur Weihe) und schenkt dies ihrerseits an Gott zurück: Es entsteht der vollendete Kreis der Kommunikation zwischen Gott und Seinem Geschöpf. Alles, worin sich Gott und ein Geschöpf in beide Richtungen berühren, erzeugt Erhebung des Gnadenstandes der ganzen Schöpfung.  Dessen sollte sich jede Seele ständig bewusst sein.

Für die Betrachtung einer Landschaft in einem Bilde oder Gemälde kann dasselbe gelten, unter der Bedingung, dass die Seele dazu imstande ist, 'hinter der menschlichen Vermittlung', welche das Geschaffene durch Farbe, Kreide, Bleistift usw. zum Ausdruck bringt, das tiefere Wesen des Dargestellten zu empfinden, als ob es nicht durch Menschenhand ausgedrückt worden wäre, sondern gerade aus der Hand des Schöpfers käme. Sie betrachtet dann zum Beispiel nicht die braunen und grünen Pinselstriche, die einen Baum darstellen, sondern 'das Wesen eines von Gott erschaffenen Baumes', mit Gottes Liebe, dem Wachstumsplan usw., die in jenem enthalten sind. Nur in jenem Falle wird die Seele die reine Liebe spüren können, welche der Schöpfer auch durch die Menschenhand hat ausdrücken lassen. Der Künstler kann ja die Liebe Gottes ausdrücken, vorausgesetzt, er folgt den Inspirationen von Gottes Geist.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 170
Die Reinigung des Herzens

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Tochter der Gottesmutter,

Dieser Brief möge für Sie der Sonnenaufgang der Hoffnung sein. Indem Sie in Ihrem Brief um Hilfe gerufen haben, hat Gott Ihren Wunsch gespürt, für die Wiedergeburt des Guten in Ihrem Leben zu kämpfen. Gerade dieser Wunsch veranlasst Ihn nun dazu, Ihnen zur Hilfe zu kommen, durch Seine vollkommene Vertreterin, Maria, die auch Ihre Mutter ist.

Der wichtige erste Schritt, um Erhörung Ihrer Gebete zu bekommen, ist dieser der Reinigung des Herzens. Ein reines Herz entwickelt eine viel größere Kraft auf das Herz Gottes, das alle Gnaden spendet. Ein reines Herz ist ein Herz, das wie ein Spiegel der wahren Liebe ist, weil es sich von Spannungen befreit hat und richtig Vertrauen zu Gott und Seiner Barmherzigkeit hat. Sie sollten also um Reinigung Ihres Herzens beten, und zwar zu Maria, der Königin der reinen Liebe und Trösterin der Betrübten. Gott hat Maria die Macht geschenkt, jede Seele neu zu gestalten, sie möge noch so viel gelitten haben und noch so sehr verletzt sein. Die Seele zieht sich oft selber Verletzungen zu, indem sie der Überzeugung zum Opfer fällt, sie habe alles falsch gemacht und es gäbe keinen Weg zurück. Dadurch funktioniert sie bald gar nicht mehr, und ihre Kraftlosigkeit scheint sie in der Überzeugung zu stärken, dass in ihrem Leben nichts mehr klappt und dass sie eine Versagerin sei.

Gerade in diesem Zeitpunkt ist Ihr Herz dazu bereit, Gottes Barmherzigkeit zu ernten, wenn Sie ZU DER HEILIGEN JUNGFRAU MARIA GEHEN.

Gott hat den Seelen ein wunderbares Zahlmittel zur Verfügung gestellt, um vollkommene Reinigung zu erwirken: Weihe an Maria. Weihen Sie alle Leiden, die Sie diese ganze Zeit bereits durchstanden haben, an Maria, und bitten Sie die Heilige Jungfrau, Sie möge Ihnen aufgrund derselben eine vollkommene Befreiung des Herzens schenken. Glauben Sie fest daran, dass dies wirkt! Jesus hat den Seelen gezeigt, wie sie sich verhalten sollen, um in Gottes Liebe und im Stand der Gnade zu leben. Eines Seiner großen Vorbilder war dieses des Leidens. Sein unermessliches Leiden (auch im Herzen, denken Sie an den Garten Gethsemani) hat den Seelen die Befreiung aus dem Tod der Sünden erwirkt. Nun, auf ähnliche Weise kann die Seele sich selbst aus der Trübsal befreien helfen, indem sie ihre Leiden an Maria weiht, damit Sie es dem barmherzigen Gott als Opfer zur Befreiung darbietet. Gott kann Maria die Früchte einer solchen Aufopferung nicht verweigern. Sagen Sie ganz einfach, mit allen Kräften, die Sie irgendwie in sich sammeln können:

Wiederholen Sie dieses Gebet wenn nötig einige Male ganz langsam, und spüren Sie, wie Maria Sie umarmt. Sie kennt das Leid des Herzens wie keine andere. Sie wird Ihr Herz in Sich aufnehmen und es zusammen mit dem jungfräulichen Schmerzensreichen Herzen vor Gottes Thron bringen. Das wird Sie persönlich an die Schwelle eines neuen Lebens bringen. Die Weihe wird die Reinigung Ihres Herzens in die Wege leiten, und Sie werden empfinden, dass ein sich reinigendes Herz wie ein Tor ist, das sich für den neuen Sonnenaufgang öffnet, denn durch Weihe an Maria schließen Sie mit Ihr einen Bund, aufgrund dessen Maria damit anfangen wird, Ihr Leben 'umzugestalten'. Sie wird Ihnen Licht, Liebe, Wärme, Hoffnung und Vertrauen eingießen und wird in Ihnen die Zuversicht erwecken, dass von da an das Licht wieder die Zügel Ihres Lebens in die Hand nimmt.

Der nächste Schritt, wie ihn Maria mir eingibt, ist dieser: Bitten Sie Maria inständig, Sie möge in Ihnen leben und handeln, und nehmen Sie anschließend Kontakt zu X auf. Er leidet auf ähnliche Weise wie Sie und wünscht sich ebenso sehnlich, die Verbindung zwischen Ihnen beiden möge in der Tiefe wiederhergestellt werden. Er traut sich nicht und Sie trauen sich nicht. ABER... Wenn Sie Maria und Ihre unendliche Himmlische Liebe in sich ergossen bekommen, sind Sie die bevorrechtete Partei und erwartet Gott von Ihnen, dass Sie die Beziehung wieder aufzunehmen versuchen. Streben Sie ein offenes Gespräch mit X an und bitten Sie Maria, Sie möge in Ihnen die Gesinnung einer verständnisvollen Milde, einer gesunden Reue (d.h. ohne übermäßige Selbstvorwürfe, denn diese lähmen nur die Fähigkeit zu lieben), eines inständigen Sehnens nach Wiedergutmachung und neuem Anfang aufblühen lassen, und Sie, die Sie sich jetzt noch wie im Winter fühlen, werden die Blumen eines Frühlings des Herzens aufblühen spüren. Sie werden den Mut haben, diesen für Gott äußerst wichtigen Schritt zu machen. Es gilt, X spüren zu lassen, dass Sie wie ein neuer Mensch sind, ein Mensch, der sich von vielem geläutert hat und der nun fertig und imstande ist, eine reife, ausgewogene Beziehung zu einer Mitseele einzugehen. Er wird spüren, dass Sie etwas Ungewöhnliches in sich tragen, das zuvor nicht da war (nämlich die unvorstellbare, reine Liebeskraft der Gottesmutter).

Das ist nun, was Gott von Ihnen erwartet. Wieso? Weil Gott mit jeder Begegnung, mit jedem Kontakt, mit jeder Beziehung zwischen Seelen etwas ganz Besonderes beabsichtigt: Er will Seine eigene, Göttliche Liebe durch sämtliche Seelen strömen lassen und Er sieht voller Erwartung zu, wie Seelen miteinander umgehen. Bisher hat in Ihrer Beziehung zu X etwas gefehlt, das für Gott wesentlich ist: die reine Liebe, die strömt und strömt und weder Hemmungen erfährt noch Grenzen oder Bedingungen setzt. Sie hatten Ihre Gefühle nicht immer in der Hand, weil die inneren Bewegungen Ihres Herzens ungenügend vom wahren Licht beseelt waren. Künftighin aber, nach aufrichtiger, sehnsüchtiger Weihe an Maria, wird sich das allmählich gründlich ändern. Die Gnade wird über Sie und X ergossen werden in dem Maße, wie Sie gerade in jenem Bereich Wiedergutmachung leisten: Zeigen Sie Gott, dass Sie:

  1. von Seinem größten Geschenk an die Seelen Gebrauch machen: von der Weihe an Maria, Seine Vertreterin den Seelen gegenüber;
  2. Sein größtes Bedürfnis – die Bestrebung, die wahre Liebe strömen zu lassen – mit Einsatz aller Ihrer Kräfte befriedigen wollen.

Gott ist jetzt dabei, Ihren Glauben an die Tatsache zu prüfen, dass ALLES wieder gutgemacht werden kann, solange die Seele vertraut, dass Gott jedes Sehnen nach Seinem Einschreiten mit Unmengen neuer Kraft und Liebe beantwortet.

Trauen Sie sich getrost, diese Gesinnung von Maria zu erbitten, und Sie wird Sie zu einer Wiedergeburt führen: sowohl in sich selbst, als auch in der Beziehung zu X. Beten Sie auch für ihn, damit er die aufrichtige Liebe so entgegennimmt, wie sie gemeint ist und damit er von seiner Angst befreit wird und sich Ihnen völlig aufschließen kann, und das Wunder wird geschehen. Maria lässt Ihre zuversichtlichen Kinder nie im Stich.

Sie werden auch alle Ihre Angst loswerden, denn wo die wahre Liebe geboren wird, herrscht die Gottesmutter, und vor Ihr flieht jegliche finstere Gesinnung, wie – unter anderen – die Angst.

Sehr gerne bete ich für Sie, damit die Himmlische Saat Ihnen diesen neuen Frühling des Herzens bringt.

Maria liebt Sie beide sehr. Nehmen Sie Ihre Hand und betreten Sie zuversichtlich den Weg zur Befreiung!

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 171
Das Sühneleiden

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Zunächst bitte ich um Entschuldigung dafür, dass sich eine Antwort auf die von Ihnen gestellte Frage in Bezug auf die Exerzitien erübrigt hat, weil die Gottesmutter mich erst heute dazu veranlasst, Ihnen zu schreiben. Die Beantwortung eines jeden Briefes erfolgt nun einmal zu Marias Zeit, und da Sie die Macht erhalten hat, die Fügungen von Gottes Vorsehung auf unser Leben anzuwenden und zu lenken, müssen wir auch dies als etwas annehmen, womit der Himmel eine gewisse Absicht verfolgt.

Es ist nie leicht, die goldene Regel zu finden, wenn es gilt, sich in der Krankheit behandeln zu lassen oder nicht. Maria hat mir persönlich diesbezüglich Regeln übermittelt, an denen ich mich zu halten habe. Diese gelten jedoch für mich persönlich, und ich darf diese nicht anderen Seelen vorhalten, weil nicht alle Seelen dieselben Aufgaben im Leben zu erfüllen haben. Für Sie gilt also, dass Sie, wie Sie es selber haben erkennen dürfen, dazu berufen sind, Ihre chronischen Leiden dem Himmel als Sühneakte darzubieten. Im Allgemeinen gesprochen, gilt somit, dass diese Leiden in dem Maße umso verdienstvoller werden, wie Sie diese voll und ganz so annehmen, wie sie kommen. Allerdings gilt auch, dass sogar die Seele, die Sühneleiden erbringt, ihr 'physisches Kapital' insoweit schützen soll, dass sie nicht selber daran schuld ist, dass sie bald nichts mehr zu bieten hat. Sie verstehen schon, was ich meine. Maria lässt mich Ihnen die nachfolgende Regel ans Herz legen:

Um das Höchstmaß an erlösender Kraft durch Ihre Sühneleiden zu erwirken, ist es angebracht, dass Sie auf Marias Führung hin – um diese zur Wirkung zu bringen, sollen Sie Ihr alles weihen: Ihre Leiden, die Schwankungen in diesen, die Unfähigkeit zu essen und die damit einhergehenden Reaktionen an Körper und Seele, usw. – die nachfolgenden Elemente möglichst zweckmäßig zu kombinieren versuchen:

  • Ihre Leiden möglichst bewusst zu empfinden. Dadurch bekommen diese einen noch viel tieferen Sinn und bringen infolgedessen nicht selten richtige Freude und tiefen Frieden ins Herz. Ich kann dies aus Erfahrung bestätigen, da mich die Herrin aller Seelen diesbezüglich öfters Übungen unterzieht;

  • in Augenblicken, wo Ihnen die Leiden schwerer als üblich fallen, etwas zur Unterstützung einzunehmen bzw. verabreichen zu lassen. Dazu muss Folgendes erläutert werden. Mir steht es nicht zu, Ihnen Vorschriften zu machen, welche Heilmittel sie verwenden dürfen und welche nicht. Lediglich zur Information teile ich Ihnen mit, dass mir persönlich, wenn schon, von Maria nur die Verwendung rein natürlicher Hilfsmittel gestattet wird. Sie gibt dafür nicht falsch zu verstehende Gründe. In den Fällen, wo mir Maria den Gebrauch eines natürlichen Hilfsmittels gestattet, sagt Sie immer, Sie mache auch daraus eine Übung in vollkommenem Gehorsam, weil Sie die Macht hat, zu bestimmen, ob und wann und wie lange dieses Mittel mir Erleichterung verschafft oder nicht. So beantworte ich mithin auch Ihre Frage, ob Sie sich voll auf Maria verlassen sollen. In meinem Falle gilt dies durchaus, weil meine Beziehung zu Maria eine ist, die von Ihr Selbst unter die Gesetze der mystischen Hochzeit gestellt worden ist, zu der Sie mich berufen hat. Für Sie gilt auf jeden Fall, dass Maria Sie im Herzen führen wird, und zwar in dem Maße, wie Sie sich tatsächlich bis in die Einzelheiten Ihr hingeben wollen. Die Hingabe ist ohnehin eine Voraussetzung für eine fruchtbar gelebte Weihe.

Eigentlich könnte man es so sehen, dass auch die Seele, von der der Himmel Sühneakte verlangt, sich trotz dieser Aufopferungen nie vernachlässigen darf, denn in Gottes Augen käme dies der Euthanasie gefährlich nahe, und wie Sie wahrscheinlich wissen, wird Euthanasie von Gott aus dem Grunde als eine ernsthafte Sünde betrachtet – für die Seele, die diese wünscht oder aber leichtsinnig genehmigt –, dass sie auf Gottes Plan mit einer Seele eingreift und somit gegen die Hingabe an Gottes Verfügungen verstößt.

Bei Sühneleiden, die einen raschen Verlust an Körperkräften herbeiführen können, soll immer auch die Tatsache berücksichtigt werden, dass die Seele dafür zu sorgen hat, dass sie nicht durch den Willen, ihre Sühneaufgabe zu strikt zu erfüllen, anderen Seelen Schaden zufügt, wenn sich dies überhaupt vermeiden lässt. Zum Beispiel: Es ist nicht länger als eine verdienstvolle Tugend zu betrachten, wenn sich eine Seele eines so strengen Fastens unterzieht, dass sie deswegen nicht für ihre hilfsbedürftigen Kinder sorgen kann, usw. Ich kann Sie mit Folgendem trösten: Wenn die Seele in den Sühneleiden mit Vernunft und aufrichtiger Liebe vorgeht, wird sie mit Sicherheit tief im Herzen die Himmlische Führung erhalten, damit sie wahrhaftig von der Weisheit regiert wird.

Was die Vision der guten Seele betrifft, die Ihnen hat helfen wollen, soll ich von unserer Himmlischen Herrin in Wahrheit Folgendes sagen:
Diese Seele ist tatsächlich getäuscht worden. Trotzdem betont die Königin des Himmels, diese Seele soll sich nicht schuldig fühlen, weil sie vollkommen guten Herzens dasjenige getan hat, was sie für Himmlischen Rat gehalten hat. Sie hat sich um einen Akt der reinen Nächstenliebe bereichert, hat sich aber nichts zuschulden kommen lassen. Eine Seele, die vom Bösen getäuscht wird, versündigt sich nicht, wenn sie nicht hat sündigen wollen, also nichts Falsches im Sinn hatte. Diese Seele kann deswegen beruhigt sein. Es stimmt schon, dass es zwischen Ihnen und Gott einen Bund gibt, aber die vorerwähnte Seele darf ihre 'Fehlleistung' nicht als Vergiftung eines heiligen Bodens betrachten, zumal da das Mittel, das sie Ihnen empfohlen hatte, normalerweise vollkommen unschädlich ist. Nur hat es bei Ihnen nicht geholfen bzw. haben Sie es nicht vertragen können, weil Ihr Körper viele Mittel wegen der Schleimhautprobleme gar nicht verarbeiten kann.

Ich schließe Sie beide gerne in mein Herz und bitte um die wundervolle spürbare Gegenwart der Herrin aller Seelen. Möge die Liebe der Herrin Ihren restlichen Lebensweg mit dem Regenbogen der wahren Hoffnung beleuchten, der bekanntlich nur aus dem Sieg der Sonne über den Regen geboren wird.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 172
Primäre und sekundäre Gnade – der Segen eines behinderten Kindes für die Familie – die Hoffnung – über Gebetsgruppen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es freut mich, dass Sie vor langer Zeit den Schritt gemacht haben, Ihre Familie an Maria zu weihen. Ich verstehe, dass Sie etwas enttäuscht – vielleicht ist der richtige Ausdruck eher 'emotional überwältigt' – sind, weil Sie bisher keine Zeichen der Erhörung feststellen konnten. Damit Sie einiges aus der richtigen Perspektive sehen können, sollte ich Ihnen deswegen Folgendes mitteilen, das Ihnen 'von oben' als Strahl der Hoffnung geschenkt wird:

Wenn eine Seele einer anderen Seele ein Geschenk der Nächstenliebe machen will, zum Beispiel dadurch, dass sie diese andere Seele an Maria weiht, damit diese von der Himmelskönigin in besonderer Weise betreut werden möge, kann dieser anderen Seele die erbetene Gnade erwirkt werden. Allerdings handelt es sich da um dasjenige, was Maria als 'sekundäre' Gnade bezeichnet. Eine 'primäre' Gnade ist eine Gnade, die einer Seele geschenkt wird, die selber um diese Gnade gebeten hat. Eine 'sekundäre' Gnade ist eine, die einer Seele geschenkt wird, weil eine andere Seele für sie um diese Gnade gebeten hat. Es handelt sich bei der Weihe einer anderen Person somit um das Erflehen einer sekundären Gnade.

Was die Wirkung einer Gnade betrifft, gibt es zwischen einer primären und einer sekundären Gnade keinen Unterschied. Der Unterschied liegt in der Bereitschaft zur Aufnahme der Gnade. Eine primäre Gnade wird gewöhnlich besser aufgenommen als eine sekundäre, weil die Seele eine primäre Gnade ja für sich selbst erfleht und somit normalerweise dem Erhalt derselben geöffnet ist. Eine sekundäre Gnade dahingegen, stößt oft auf die Mauer des freien Willens der Seele, die diese aufnehmen soll. Konkret heißt dies, dass, wenn Ihr Mann und Ihre Kinder vor dem Hintergrund ihrer Lebensweise und ihrer Lebenserwartungen eigentlich nicht besonders an der von Ihnen erbetenen Gnade interessiert sind, ihr freier Wille dieser Gnade gegenüber nicht sehr aufnahmefähig sein wird. Der Geist Gottes 'klopft an der Tür ihrer Seelen', aber der freie Wille, der anderswohin orientiert ist, hört nicht auf dieses Klopfen.

Ist da denn nichts zu machen? Doch. Die Kraft der Nächstenliebe wird in hohem Maße von der Geduld, von der Ausdauer bestimmt. Eine kurzfristige, heftige Anstrengung kann sich sozusagen jede Seele leisten. Eine langfristige Anstrengung dahingegen wird nur in Stand gehalten, 'wenn genügend Kraftstoff im Behälter ist'. Dieser Kraftstoff ist, genau so, wie es für alles Leben gilt, die Liebe. Dass Sie keine Änderungen feststellen können, liegt nicht an einer Gleichgültigkeit Gottes bzw. Mariä, sondern an einem mangelnden Willen der betreffenden Seelen, sich selber aktiv Maria hinzugeben. Maria nimmt nämlich nichts, Sie lässt sich die Dinge freiwillig schenken, weil Sie nur unter diesen Voraussetzungen Ihre neugestaltende Macht in Seelen anwenden kann. So erfordert es das Gesetz der Göttlichen Gerechtigkeit.

Ich könnte es in einem Bilde so ausdrücken, dass das seelische Gesetz der Wirkung der Weihe auf einer mathematischen Formel basiert, die sagt:

das Maß der Wiedergeburt = das Maß der freiwilligen Hingabe

Das heißt, dass die Wirkungen der Wiedergeburt einer Seele aufgrund der Weihe an Maria vollkommen durch das Maß bestimmt werden, in dem sie sich Maria freiwillig hingibt. Ließe sich die Hingabe mit '10 Punkten' bewerten, so ließe sich erwarten und feststellen, dass die Wiedergeburt fünf Mal so stark wird, als wenn die Hingabe mit '2 Punkten' zu bewerten wäre. Dass diese Gleichung stimmt, rührt daher, dass der andere Faktor, der mitspielt, immer unverändert bleibt und somit auf das Maß in der Gleichung keinen Einfluss nimmt: Der immer konstante Faktor ist die Liebe Mariä bzw. Gottes. In jeglicher Berührung zwischen Göttlichen und menschlichen Elementen ist das Menschliche das einzige Element, das veränderlich ist. Auf Gott ist immer voll Verlass, das schwache Glied in der Kette ist immer der menschliche Beitrag.

Es gilt somit, zu versuchen, das Maß der freiwilligen Selbsthingabe der anderen Seelen zu beeinflussen. Sie können dies dadurch tun, dass Sie durch beharrliche Gebets- und Aufopferungsanstrengungen ebenso wie dadurch, dass Sie eine spürbare Liebe um sich herum verbreiten, den relativen Mangel an seelischer Aufgeschlossenheit bei den Mitgliedern Ihrer Familie auszugleichen versuchen.

Jesus hat nichts anderes gemacht als genau das: Er hat die Gleichgültigkeit, den Mangel an Aufgeschlossenheit mancher Seele durch die Ausstrahlung Seiner Liebe umzukehren versucht. Die Tatsache, dass Er Gottes Sohn war, heißt nicht, dass Ihn dies keine Anstrengung kostete, ganz im Gegenteil: Jesus besaß eine so vollendete Erkenntnis von der Sündhaftigkeit und den Mängeln einer jeden Seele, dass Er ständig gegen ein zerreißendes Herzeleid anzukämpfen hatte. Noch schlimmer: Er wusste, wie unglaublich viele nicht auf Seine Worte und Seine Liebe hören würden, und trotz dieser unvorstellbar bedrängenden Empfindung ging Er in Seiner Hingabe für die Seelen bis zum Äußersten. So tat es auch Maria, wenn auch vollkommen im Verborgenen: Ihre Schmerzen wegen der Seelen spielten sich auf der ganz verschlossenen Bühne Ihres eigenen Herzens ab, bis Ihr in den letzten Lebensjahren auf Erden das Herz fast buchstäblich zerriss. Jede Seele, die viel unter der Verfassung der ihr umgebenden Seelen leidet, möge sich vor Augen halten, dass Maria Schmerzen gelitten hat, die tausende Male schlimmer waren, weil Sie die Verfassung aller Seelen ergründete, mit denen Sie in Berührung kam: Ein unbeschreibliches Leiden für ein Herz, dem die Fülle von Gottes Wahrheit offenbart worden ist und in dem Gott die Fülle Seiner Liebe wie in einem Tabernakel aufbewahrte.

Maria hat diese von Ihnen erbrachte Weihe auf jeden Fall angenommen. Ein Leben als geweihte Seele ist aber mehr als jedes andere Leben ein Leben der Prüfungen. Sie können dies unter anderem im Manifest Marias Tempel lesen, zum Beispiel im Kapitel 1, Punkt 12, erstem Absatz.

Die behinderte Tochter ist ein Segen Gottes, auch wenn dies Ihnen angesichts Ihres schwierigen Lebens zurzeit nicht einleuchtet. Gott verfolgt mit allem eine Absicht. Aus welchem Grunde ausgerechnet diese oder jene Seele ein behindertes Kind zu betreuen bekommt, kann auf Erden niemand sagen, weil dies ein Geheimnis ist, das im Herzen Gottes beschlossen liegt. Später, nach diesem Leben, wenn Ihnen Gott den für Sie vorgesehenen Lebensplan enthüllen und erläutern wird, werden Sie die unfehlbare Logik dieser Göttlichen Verfügung zu sehen bekommen. Eins nur kann durchaus mit Sicherheit gesagt werden: Jede Verfügung, die Gott für einen bestimmten Lebensweg erlässt, zielt auf ein Höchstmaß an ewiger Glückseligkeit für die betreffende Seele ab. Aus diesem Grunde schrieb ich, dass es sich hier um einen Segen Gottes handelt.

Sie haben Angst für Ihre Kinder. Ich verstehe Sie ganz gut, weil mir Maria gezeigt hat, aus welchem Grunde. Trotzdem darf ich Ihnen von Seiten der Gottesmutter nur Folgendes ans Herz legen:

Haben Sie keine Angst, auch wenn Ihnen die objektiv feststellbare Lage um Sie herum Sorgen bereitet. Im für Ihre Augen verschlossenen Teil der Wirklichkeit tut sich eine ganze Menge. Die Finsternis mag noch so sehr toben, auch Gottes Licht ist wirksam, und in Ihrem Vertrauen zu Maria liegt der Schlüssel zum 'Generator des Göttlichen Lichtes' (dem Herzen Gottes). Die Hoffnung ist gerade eine Haupttugend, weil ihre Macht auf das Herz Gottes so ungeahnt groß ist. Die Liebe ist der Kraftstoff aller Elemente der Schöpfung, der Glaube ist der Schlüssel zur Erlösung, die Hoffnung kann als Schlüssel zur Empfindung des wahren Glückes auf Erden betrachtet werden.

Die Hoffnung lässt die Seele jeden Zustand, möge dieser noch so heikel erscheinen, so betrachten, als wäre er bereits von Gott in bester Ordnung gelöst. Genau so sollten Sie jetzt den Zustand mit den Kindern betrachten lernen: Als ob Sich Maria ihrer jetzt schon uneingeschränkt annimmt. Von Ihnen wird jetzt eins erwartet: vertrauensvolle Hingabe im Bewusstsein, dass Ihre Leiden im Herzen (und Ihre physischen Leiden) die seelische Befreiung der Kinder loskaufen, Rose für Rose, aber Sie müssen zu dem Zweck diese Leiden in Liebe an Maria weihen und Ihr diese Tag für Tag zu Füßen legen. Sagen Sie ruhig zu Maria: "Himmlische Mutter, ich biete Dir meine Tränen um meine Kinder an, geruhe, mit diesen die Seelen meiner Kinder zu waschen". Wenn es eine Seele gibt, die diese Worte in ihrer vollen Tiefe verstehen wird, ist es Maria.

Die Gebetsgruppe befriedigt Sie nicht. Auch das kann ich verstehen. Ich möchte Ihnen folgendes Bild schildern, das mir Maria diesbezüglich schenkt:
Überall dort, wo Seelen zusammen gebracht werden, will Gott einen Tempel erbauen. Ein Tempel symbolisiert Gebet, Lobpreis, und Berührung mit dem Herzen Gottes. Gott braucht dazu Steine und Zement.

Die Steine werden von der Göttlichen Vorsehung geliefert: Es sind die Kerne der Seelen selbst. Jede Seele ist um einen Keim der Heiligkeit aufgebaut. Wenn Seelen etwas gemeinsam machen, berühren sich diese Keime, um gemeinsam heilige Früchte einzubringen. Heilige Früchte sind alle Wirkungen, die Heil auf die Schöpfung herabbringen. Die Steine werden also zusammengefügt.

Der Zement setzt sich aus demjenigen zusammen, was von den Seelen ausgeht. Wenn nun dieser Einfluss zu wenig vergeistigt, anders gesagt zu 'weltlich' ist, ist das Ganze des Zementes unstabil und das Bauwerk (der Tempel) wird unzuverlässig. So ist es mit vielen Gemeinschaften von Seelen, so ist es leider auch mit vielen Gebetsgruppen: Sie werden von Gott zusammenberufen, untergraben aber sich selbst, ihre eigene Stärke, ihre letztendliche Wirkung, indem manche Mitglieder allzu weltlichen Ballast in die Gruppe bringen und die Gebetstreffen rasch zu weltlichen Treffen werden.

Eine Gebetsgruppe ist von Gottes Vorsehung immer als Tempel gemeint, wird von den Beteiligten aber leider oft zu einer Gemeinschaft für hauptsächlich weltliche soziale Kontakte herabgewürdigt. Je mehr die Herzen in einer Gebetsgruppe an dem reinen Kontakt zum Himmel orientiert sind und die Gebetsabsichten nicht die eigenen, sondern jene des Himmels, des Göttlichen Planes, sind, desto kräftiger werden die Gebete, die erbracht werden. Ich habe es bereits wiederholt schreiben müssen: Es wird sehr viel Gebet wegen allzu menschlicher bzw. weltlicher Gebetsabsichten und Herzensgesinnungen verschwendet. Wenn die richtigen Voraussetzungen fehlen, kann es durchaus sein, dass eine Seele, welche die Anhänglichkeiten gegenüber weltlichen Einstellungen und Einflüssen in sich loszulösen versucht und nur für die Dinge leben möchte, die vom Weltlichen losgelöst sind, sich in einer Gebetsgruppe nicht sehr wohl fühlt.

Vergessen wir nie: Jede Seele ist nicht für die weltlichen Dinge auf Erden, sondern nur, damit sie sich heiligt, sich dem Ideal, zum Bild und Gleichnis Gottes auszuwachsen, immer weiter nähert, und damit sie Gottes Heilsplan verwirklichen hilft. Alles andere ist Ausfüllung, die nur der seelischen Entwicklung dienen sollte, jedoch niemals ein Ziel an sich bilden darf.

Ich nehme Sie mit allen Ihren Anliegen in mein Herz auf und erflehe für Sie die Kraft, in sich eine Lichtbrücke zu erbauen, auf der Ihre Sorgen zur Ruhe kommen und Sie sich uneingeschränkt in Maria hinüberfließen lassen können. Das Himmlische Licht wirft bekanntlich keine Schatten, weil es jedes Element des Lebens von allen Seiten gleichzeitig beleuchtet.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Myriam


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Brief 173
Wie kann die geweihte Seele ihren Nächsten, ihrer Familie zur Hilfe eilen?

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Eine der wichtigsten Lektionen, die Jesus die Seelen lehrte, heißt: "Dein Glaube hat dich gerettet". Ich möchte Sie mit genau jenen Worten vertrösten, denn ich bin mir sicher, dass Ihre Familie beschützt wird, solange Sie an Ihrem Glauben festhalten, wie Sie es zurzeit offensichtlich tun. Tatsächlich, Sie fassen selber den Wesenskern des Christ-Seins zusammen, wo Sie schreiben, dass jeder Mensch seine Kreuze zu tragen hat. Das ganze Mysterium unseres Heils basiert auf dieser Wahrheit. Das bedeutet aber keineswegs, dass Sie nicht um Unterstützung bitten dürften. Es freut mich, dass Sie es getan haben, denn Jesus hat Sich nichts inständiger gewünscht, als dies: dass alle eins werden. Eins sein, heißt, eine Kette schmieden. Da kann es sich um eine Kette aus Eisen handeln – in diesem Falle ist die Einheit ein leeres Wort, lediglich eine Äußerlichkeit, die als eine Art von moralischer Verpflichtung empfunden wird – oder es kann eine Kette aus Feuer sein. In jenem Falle handelt es sich um eine Solidarität aus reiner Liebe, die nicht auf den Seelen 'lastet', sondern sie belebt.

Wenn eine Seele eine andere um Unterstützung bittet, drückt sie den Willen aus, mit dieser anderen etwas zu teilen. Es ist der Wille, der den Dingen Leben schenkt, Dinge in Bewegung setzt, Nächstenliebe weckt und die Gegenwart Gottes auf die Seelenkette herabbittet. Selbstverständlich schließe ich Sie alle ins Herz und betone hiermit, dass Maria Sie nicht im Stich lassen wird. Ihre Weihe an Maria macht Sie zum aktiven Mitglied im gemeinsamen Kampf gegen alle Finsternis. Aus diesem Grunde werden die Bürden spürbarer, aber sie werden auch viel nützlicher.

Weihen Sie Ihre Frau an Maria und bitten Sie die Gottesmutter darum, Sie möge die guten Seiten Ihrer Frau richtig blühen lassen und sie im Übrigen aus ihrer derzeitigen Blindheit befreien. Sehr wichtig ist, dass Sie sich gegenseitig Vergebung schenken. Ein Fehltritt darf niemals die Gelegenheit bekommen, im Herzen ein eigenes Leben zu führen. Lässt man dies zu, so wird die Wahrnehmung des anderen leicht verzerrt: Man sieht ihn bzw. sie bald wie durch eine dunkle Brille. Durch eine solche Brille sieht man aber nicht mehr die Sonne um den anderen herum und aus dem anderen heraus scheinen, man sieht nur eine dunkle Gestalt, die von einer unwirklichen Welt umgeben ist.

Versuchen Sie, sich an Ihre Frau so zu erinnern, wie sie in den schönsten Augenblicken war, als Sie noch nichts als Sonne im Herzen des anderen und im eigenen Herzen spürten. Diese Sonne ist immer noch zugegen. Dasjenige, was den Schmerz herbeigeführt hat, sollten Sie als eine Schlammschicht betrachten, nicht als die Geliebte selbst. Wenn eine geliebte Person in eine Grube gefallen ist, wird man versuchen, diese aus der Grube herauszuhelfen und sie zu waschen. Oft ist es das genau, was Seelen tun sollten, wenn zwischen ihnen etwas Bedauernswertes geschehen ist. Sie sollten einander wieder auf den Weg ziehen und sich gegenseitig waschen, das heißt: nach dem Schönen im anderen suchen und dieses im Herzen wieder strahlen lassen.

Beten Sie zu Maria, der Königin der Familien und Königin des Friedens, und bitten Sie die Himmlische Königin, Sie möge den Weg zwischen dem Herzen Ihrer Frau und Ihrem eigenen Herzen, lieber Bruder, vollkommen reinigen und ihm neues Leben einhauchen. Mit nichts als positiven Gefühlen nehmen Sie nach Gebet Kontakt zu Ihrer Frau auf, vergeben ihr und bitten auch für sich selbst um Vergebung. Wenn man sich gegenseitig die Schwächen vergibt, spürt man besser die Verbundenheit und den Willen, sich gegenseitig zu stärken und gemeinsam zu wachsen, damit es der Finsternis nicht mehr gelingt, die Beziehung durch Feindseligkeit und Misstrauen zu zerstören.

Selbstverständlich trage ich Sie und Ihre ganze Familie im Herzen weiter und empfehle ich Sie alle der Herrin aller Seelen, die jeglichen Nebel und jegliches Elend durch Ihre Liebe auflösen kann. Ich glaube an einen günstigen Ausgang, weil ich weiß, dass Sie nicht aufgegeben haben und dass Sie den Glauben an Gott und Maria nicht verloren haben. Das ist sehr wichtig, denn dieses Fundament werden Sie brauchen, wenn Sie mit dem Wiederaufbau anfangen. Es ist ein Fundament, dessen Zement aus Liebe besteht.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 174
Unterschied zwischen dem Katholizismus und dem Protestantismus hinsichtlich des Heils der Seele – Zeichen (Düfte usw.), die einer Seele zuteil werden – über das Beten in Gebetsgruppen – Myriam darf sich als mystisches Instrument der Himmelskönigin nicht urteilend über von der Kirche heilig oder selig gesprochene Personen äußern

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Sie können sich wahrscheinlich kaum vorstellen, wie viel Freude es meinem Herzen bereitet, wenn ich feststelle, dass Seelen von der evangelischen Überzeugung her zum römisch-katholischen Glauben finden. Vielleicht wäre dem nicht in demselben Maβe der Fall, wenn ich nicht auf der mystischen Ebene der Betrachtung hätte sehen dürfen, welchen Unterschied es zwischen den beiden Bekenntnissen für das Heil der Seele gibt. Unsere Brüder und Schwestern in der evangelischen Glaubensgemeinschaft verpassen so unbeschreiblich viel. Ich könnte den Unterschied kaum besser zum Ausdruck bringen als durch das nachfolgende Bild, das mir die Gottesmutter geschenkt hat:

  • Die Seele, die sich zum einzigen Glauben bekennt, der die Fülle der Wahrheit Gottes hütet, ist eine Seele, die einen Spazierweg nach dem anderen durch den Vorgarten zum Paradies erkundet und sich dabei bereits mit der unendlich reichen Verschiedenheit an Blütenarten vertraut zu machen versucht.

  • Die Seele, die sich nicht zum einzigen Glauben bekennt, der die Fülle der Wahrheit Gottes hütet, ist eine Seele, die nicht einmal den Vorgarten zum Paradies betritt, sondern auf den Rundwegen umherläuft, von dort aus schon dann und wann einen flüchtigen Eindruck von einer Blüte mitbekommt, aber diese Blüten nicht richtig kennen lernt.

Als ich Maria zu diesem Bild befragte, sagte Sie eindeutig, zu der ersten Kategorie gehören ausschließlich die Seelen, die:

  1. sich zum römisch-katholischen Christentum bekennen, und
  2. diesen Glauben im Alltag richtig leben.

Einst fragte ich Maria danach, ob das alles auch heißt, dass nur ein bekennender römisch-katholischer Christ in den Himmel kommen kann. Die Himmelskönigin antwortete darauf, dies sei eine Frage der vollständigen Bewertung, für welche nur der unfehlbare Gott zuständig und zu welcher nur Er imstande ist. Alles sei auch zum Teil eine Frage der Tugendhaftigkeit. Der römisch-katholische Glaube, falls tatsächlich im Alltag gelebt, sei allerdings der einzige unmittelbare Weg zur Heiligung. Das Wort 'unmittelbare' ist also auch keineswegs mit 'automatisch' gleichzustellen.

Meine Freude aber basiert auf der Tatsache, dass es mir vergönnt worden ist, nicht nur zu glauben, sondern eindeutig zu wissen, dass der römisch-katholische Glaube den goldenen Schlüssel in sich trägt und dass somit ein sicherer Grund zum 'Feiern' vorliegt, wenn eine Seele diesem Ruf von Gottes Geist gefolgt ist.

Dies bringt mich zu Ihrer Frage, ob es passend wäre, über Ihre Konversion zu schreiben bzw. mit Bekannten darüber zu reden? Liebe Schwester, manchmal rät die Gottesmutter davon ab, mit Seelen aus einer anderen Glaubensrichtung (z.B. aus der evangelischen Glaubensgemeinschaft) wirklich tief über Glaubensfragen zu sprechen, es sei denn, man spürt eine Offenheit, die ein fruchtbares, friedliches, verständnisvolles Gespräch möglich macht. Mir ist allzu gut bekannt, wie hoch das Feuer lodern kann, Seelen an der eigenen Verzückung, an der eigenen Freude, teilhaben zu lassen. Jemand, der gerade aus der Wüste in einer Oase gelandet ist, wird auch nur zu gerne den Leidenden in der Wüste zurufen, der richtige Weg sei dieser oder jener.

Tatsächlich, vieles kann missverstanden werden. Deshalb ist das gesprochene Wort auch nicht immer geeignet: Man kann schon zu Worte kommen, bekommt dafür aber nicht immer die Gelegenheit, sich voll auszusprechen, ohne auf irgendein Abstellgleis geschoben zu werden. Vor vielen Jahren las ich mal, ein chinesischer Philosoph habe einst geschrieben: "Hast du etwas Wichtiges zu sagen und kannst du es nicht in wenigen Sätzen zusammenfassen? Geh dann hin und schreib ein Buch darüber!" Ich glaube, das ist es gerade, was Sie vorhaben, und ich möchte Sie ermutigen, es zu tun, weil Sie das richtige 'Gepäck' haben, es zu einem wertvollen Zeugnis werden zu lassen. Eins kann ich Ihnen versichern: Wenn Sie Ihre Konversion schriftlich bezeugen wollen, weihen Sie diese Arbeit vorab an Maria, und Sie wird jede Seite mit Ihrer Unterschrift versehen.

Etwas ganz anderes: Sie riechen manchmal kurz Weihrauch oder Lilienduft und fragen, was dies bedeutet? Über die Wahrnehmung von Düften und die spirituelle Bedeutung davon wird viel geplaudert und leider auch sehr viel spekuliert. Sicher ist, dass der Himmel in bestimmten Fällen sinnlich wahrnehmbare Zeichen setzt. Grundsätzlich erfolgt dies aber nur mit einer gewissen Absicht. Sehr viele Seelen berücksichtigen nicht die Tatsache, dass mystische Phänomene nie zum Vergnügen geschenkt werden, sondern nur dazu, die Seelen, die diese wahrnehmen dürfen, seelisch zu erheben bzw. diese etwas zu lehren. Die Seele muss immer etwas damit tun. Ein Zeichen, vorausgesetzt, es hat einen authentischen mystischen Ursprung, ist nichts weniger als eine Einladung an die Seele, auch ihrerseits ein Zeichen zu setzen, und zwar ein Zeichen des Wachstums, der Bereitschaft, eine gewisse Anstrengung auf dem Weg hin zu Gott zu machen.

Es wird leicht angenommen, dass es eine feste und unabänderliche Beziehung zwischen einem Zeichen und seiner Absicht oder seiner Bedeutung gibt. Das ist nicht immer der Fall. Ein Zeichen hat immer die Bedeutung, die Gott ihm geben will und die schon sehr beträchtlich von demjenigen abweichen kann, was die Seele in ihm sehen möchte, und diese Bedeutung hängt von dem seelischen Entwicklungsstand und der Lebensaufgabe der empfangenden Seele ab ebenso wie von den Umständen, unter denen das Zeichen geschenkt wird. Oft weist Weihrauchduft auf die Notwendigkeit hin, ein Opfer zu bringen, während Lilienduft oft als Zeichen von Marias Nähe gedeutet wird. In bestimmten Fällen trifft das zu, aber es handelt sich da nicht um ein Göttliches Gesetz "wenn A, dann folgt nur B" oder "wenn B, dann muss es aus A hervorgehen".

Deshalb bin ich sehr vorsichtig damit, Seelen eine Deutung solcher Zeichen zu vermitteln, und sogar damit, Maria nach der Bedeutung zu fragen, weil die Wahrnehmung eines Zeichens letzten Endes eine Sache zwischen Gott und der Seele ist. Falls diese Zeichen für Ihre Seele wirklich wichtig sind bzw. eine bestimmte Bedeutung im Zusammenhang mit dem Punkt Ihres Lebensweges haben, an dem Sie sich zurzeit befinden, werden sich die Zeichen früher oder später in konkrete Inspirationen umwandeln.

In Bezug auf Ihre Frage, ob die Begleitung des Elternrosenkranzes der Wille Gottes ist: Der Elternrosenkranz ist ohne weiteres eine lobenswerte Initiative. Nur kann man sich fragen, ob Sie für die eigene Seele etwas Erhebendes tun, wenn die Atmosphäre in der Gebetsgruppe nicht eine Widerspiegelung der Atmosphäre ist, die einem Gebet erst seinen Wert verleiht: Besinnlichkeit, Friede, Ruhe, Frohmut, positive und lichtvolle Gesinnung der Herzen, Orientierung am Himmel statt an weltlichen Gedanken. Sobald weltliches Denken, weltliche Gefühle, weltliche Gesprächsthemen und Verfassungen, die von der Tugendhaftigkeit abweichen, in eine Gebetsgruppe Eintritt halten, verliert die Initiative einen Großteil ihrer Auswirkung. Sehr viele Gebetsgruppen scheitern an der Unfähigkeit der Mitglieder, das Kleid des weltlichen Denkens und Wünschens abzulegen und sich voll und ganz an Gott und Seinen Bedürfnissen zu orientieren. Ich vermute, Ihre Seele hat gespürt, dass manches in diesem Punkt nicht stimmt, und widersetzt sich dem. Haben Sie das feste Gefühl, sie werden in der Gebetsgruppe eher bedrängt als gefördert, beten Sie dann lieber alleine oder mit ein paar Seelen, die es genau so sehen, wie Sie. Ihr Gebet wird wertvoller sein, als das Gebet in einer Gruppe von Dutzenden von Seelen, die den Stricken der Welt anheim gefallen sind.

Ist es der Wille Gottes, dass man in dieser Zeit Gold kaufen soll? Eindeutig: Nein, auf gar keinen Fall. Gott verlangt nie, dass sich Seelen damit beschäftigen, spekulierende Handlungen im finanziellen oder materiellen Bereich vorzunehmen. Die christliche Seele erbaut sich das seelische Fundament nur aus dem nichtmateriellen Glauben an Gottes Vorsehung. Vermischt sie diesen Zement mit dem trüben Wasser aus materiellen Quellen, so bricht ihr Seelentempel eines Tages zusammen.

Im Zusammenhang mit Ihrer Frage zu der Heiligen, die Sie beim Namen erwähnen, und Ihre Bedenken in Bezug auf die Richtigkeit der Schriften dieser Heiligen, muss ich Folgendes sagen: Ich verstehe Ihre Frage durchaus und es freut mich sogar, dass Sie so weit hin denken. Allerdings wird mir von der Gottesmutter nicht erlaubt, Ihre Frage zu beantworten. Der Grund ist Folgender: Wenn die Heilige Kirche eine Seele heilig spricht, erfolgt dies durchwegs nach Überprüfung desjenigen, was über das Leben dieser Seele und über ihre alltäglich gelebte Tugendhaftigkeit bekannt ist, und außerdem nach Überprüfung etwaiger Schriften, die von dieser Seele hinterlassen worden sind. Es wird die Frage gestellt, ob da eine Inspiration vorliegt, die eindeutig vom Geist Gottes stammt. Wenn die Kirche zum Schluss kommt, diese Seele kommt aufgrund der üblichen Regeln für die Seligsprechung bzw. Heiligsprechung in Betracht, so wird dieser Fall gleichsam 'mit dem Siegel des Heiligen Geistes versiegelt'. Ab jenem Augenblick darf ich mich als mystisches Instrument der Himmelskönigin darüber nicht mehr äußern, denn durch jegliches Urteil meinerseits würde ich gegen zwei Spielregeln verstoßen, an die ich gebunden bin:

  1. Ich darf ohnehin keine einzige Seele richten.
  2. Durch jegliche Aussage über eine heilig gesprochene Seele würde ich gleichsam das Siegel des Heiligen Geistes, das Gott durch Vermittlung der heiligen römisch-katholischen Kirche angebracht hat, brechen. Mir, als unmittelbarem Instrument der Himmelskönigin, würde dies von Gott als Sakrileg in Rechnung gestellt werden.

Ich bin mir sicher, dass Sie für meine Schweigsamkeit Verständnis haben werden, weil mir die Regel des Gehorsams Maria gegenüber heilig ist.

Auf jeden Fall danke ich Ihnen von Herzen für diesen Anlass, in diesem Brief Himmlische Saat zur Reifung bringen zu dürfen, denn dazu sind wir alle berufen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 175
Die Einsamkeit – Ein entmutigendes Selbstbild und die innere Krise als Frucht der Versuchung

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Es ist bemerkenswert, wie Seelen, die sich zu den Interessen des Himmels und des Ewigen Lebens hingezogen fühlen und die seelischen Werte in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen versuchen, in weltlicher Hinsicht oft in einem 'einsamen' Leben landen. Das ist kein Zufall. Durchwegs ist es die Göttliche Vorsehung, welche die Seele 'vereinsamen' lässt, weil Sie diese vor den Verunreinigungen der Welt zu schützen versucht und sie dazu veranlassen möchte, tief in sich die viel umfangreichere Wirklichkeit zu finden, von der die meisten Seelen nur einen Bruchteil berücksichtigen. Es scheint sich in dieser modernen Welt eine Art von ungeschriebenem Gesetz entwickelt zu haben, laut dessen die Wahrung der christlichen Werte die Seele zu einem 'Grenzfall' macht.

Ich kann Ihre Schmerzen mitsamt dem inneren Kampf wegen der vergangenen Jahre in 'Einsamkeit' nachvollziehen. Zunächst jedoch diesen Hinweis, damit sich eine wesentliche Bodenschicht Ihrer Seele reinigen kann:

Weihen Sie diese Vereinsamung und die Anschuldigungen, die Sie manchmal gegen sich selbst gerichtet haben, an Maria, damit Sie diese in Ihre Liebe einhüllt und sie jetzt noch voll fruchtbar macht, denn nur in der Stille lernt die Seele sich selbst kennen. Wenn die Seele beträchtliche Teile ihrer Zeit mit anderen Seelen verbringt, entwickelt sich zwar ihr 'soziales Selbst', d.h. es entfalten sich Verhaltens- und Reaktionsmuster, durch welche die Seele auf ihre Umwelt reagiert, aber das 'seelische Selbst', der eigentliche Wesenskern, neigt dazu, unterentwickelt zu bleiben, weil es sich gewöhnlich hinter dem 'sozialen Selbst' verbirgt. Die Seele verhält sich dann in allen Situationen, 'wie es die anderen von ihr erwarten'.

Dieser Zustand ist für die Seele ungünstig, denn auch das Gewissen wird bald zu einem Kollektivkörper: Eine Gesamtheit von Seelen, die viel miteinander umgehen, entwickelt eine Art von Verhaltenscode, der den einzelnen Seelen leicht das Gefühl vermittelt, dass jegliche Untugend oder Sünde 'von der Gemeinschaft getragen wird', also 'geteilt wird'. Das kann verheerend wirken: Das Gewissen ist die Alarmanlage der Seele. Wenn diese zum Gemeingut wird, macht sich der Böse sehr leicht zum Herrn der Hebel, weil sich die einzelnen Seelen ja doch leicht der Verantwortung entziehen.

Darüber hinaus lebt die Seele mit einer Vielfalt von Kontakten völlig an den fünf Sinnen orientiert. Nur die Stille und die Armut an Kontakten lädt dazu ein, das eigene Innere zu entdecken und dort den Kontakt zum Höheren hegen zu lernen.

Wenn zum Beispiel Maria eine Seele für Sich allein haben will, so lenkt Sie die Entwicklungen im Leben dieser Seele dermaßen, dass diese sich allmählich von allen menschlichen Kontakten, einem nach dem anderen, losgelöst sieht. Eine Seele, die viele Kontakte hegt, welche außerhalb des spirituellen Bereiches ihre Gestaltung finden, ist einfach ungeeignet für einen Weg im engsten Kontakt mit Maria. Zunächst sammeln sich dann zu viele sinnliche Eindrücke im Geist und im Herzen, und im Übrigen ist die Aufmerksamkeit nicht voll und ganz an dem eigenen Wesenskern orientiert, wo Maria 'spricht, fühlt und denkt' (in den unterschiedlichsten Formen), denn das ist genau, was Sie in der Ihr geweihten Seele zu tun versucht: Sie will durch diese Seele wirken und sprechen können, in innigster Einheit mit ihr.

Der innere Kampf der Seele in der weltlichen Vereinsamung hängt durchwegs damit zusammen, dass sie sich immer wieder die Frage stellt, wo sie denn einen Fehler gemacht hat, der sie von allem losgeschnitten hat, als ob sie eine Ausgestoßene wäre. Ich lege Ihnen deswegen ans Herz: Sprechen Sie möglichst viel zu Maria und seien Sie sich immer dessen bewusst, dass das Herz in dem Maße umso mehr sagt, wie der Mund schweigt bzw. schweigen muss. Der tiefe Inhalt desjenigen, was das Herz sagen möchte, verliert sich oft in unseren Worten. Einst verglich Maria mir gegenüber diesen Vorgang mit einer Flüssigkeit, die durch ein Rohr zu einem Becken fließt und von der den ganzen Weg entlang überall Teiche zurückbleiben, so dass nur noch ein Bruchteil das Becken überhaupt erreicht. Deswegen schaut Sich Gott bzw. Maria lieber das Innere des Herzens an, als lediglich auf die Form unserer Worte zu hören. Sie haben es schon gerne, dass wir zu Ihnen sprechen, wissen aber auch, dass das Herz sehr viel mehr zu sagen hat als unsere armseligen Worte.

Tatsächlich, wie Sie andeuten, die Stille und Einsamkeit führt die Seele öfters zu Gedanken aus der Vergangenheit. In der Stille rebelliert oft der Geist, solange nicht das Herz und die höheren Schichten des seelischen Lebens Herr unserer Seele sind. Oft werden aus dem Geist Inhalte freigesetzt, auf welche wir schwer Einfluss nehmen können. Sehr oft handelt es sich da gerade um die peinlichsten und schmerzensreichsten Erinnerungen unseres Lebens. Wenn die Seele diese nicht möglichst vollkommen mit der Gottesmutter zu teilen versteht, verhalten sich diese Inhalte bald wie eine Flutwelle. Sie werden leicht vom Bösen aufgebauscht, der sie darüber hinaus so sehr zu verunstalten versucht, dass sie uns dadurch entmutigen, dass uns ein Spiegel vorgehalten wird, der uns unser Selbst in einem stark verzerrten Bild zeigt.

Nicht selten ist dies der Anfang einer Persönlichkeitskrise. Wie es mir die Herrin aller Seelen zeigt, ist dies in gewissem Maße bei Ihnen der Fall gewesen: Es ist Ihnen im Unbewussten ein Bild von sich gezeigt worden, das Sie dazu veranlasst hat, in mancher Hinsicht an sich zu zweifeln, und das Sie auch manchmal zu Überreaktionen anregt. Der Böse bezweckt damit, dass Ihr Selbstbild Sie anekeln soll. Es gibt für ihn keinen kürzeren Weg, die Seele zu lähmen. Vergessen Sie nicht, dass die Seele in dieser Verfassung daran gehindert werden kann, die Anweisungen 'von oben' in unverzerrter Form in sich zu empfangen. Aus diesem Grunde werden Sie an manchem Tag den Eindruck haben, dass Ihre 'Telefonverbindung' mit Maria bzw. Gott gestört ist. Das alles haben Sie eigentlich auch selbst ausgedrückt, wo Sie schreiben, dass Sie sich immer weiter von sich selbst entfernt haben.

Das Ergebnis sind die sogenannten Fehlentwicklungen in Ihrem sozialen Umfeld, die eigentlich vor allem auf einer dauerhaften Verunsicherung über Ihre eigene Natur basieren. Wenn sich die Seele selten von einer anderen Seele bestätigt weiß, kann sie letzten Endes in dem Gefühl untergehen, jede ihrer Handlungen wäre eine Fehlleistung und niemand könne sie überhaupt lieben. Diese Empfindung kann das Herz so verletzen, dass es nicht mehr aufhört, leise zu bluten. So lässt sich leicht verstehen, dass der Seele manchmal das Gefühl kommt, sie verliere langsam alles Leben. Tatsächlich, Gott nährt die Seelen durch das Herz, das Zentrum, in dem die Ströme der Göttlichen Liebe empfangen und weitergeleitet werden müssen.

Je heftiger der innere Kampf, desto mehr wird sich das Herz danach sehnen, die Liebe strömen zu lassen – solange sich die Seele dessen bewusst ist, dass Gott tatsächlich da ist, dass Er durchaus mit ihr beschäftigt ist und dass Er alles daran setzt, ihre Lebensebene zu erheben. Um die Liebe strömen zu lassen, ist irgendeine Form des innigen Kontaktes notwendig. Die Seele braucht nicht unbedingt der Stille und der Zurückgezogenheit den Rücken zuzuwenden. Sie kann ja auch lernen, die Liebe auf der Ebene der höchsten seelischen Vorgänge strömen zu lassen: In der Kommunikation mit den höheren Wesen (Gott, Maria), aber sogar in der Kommunikation gegenüber Tieren, die an erster Stelle auf das Herz des Menschen und auf die Ströme hören, die unmittelbar aus seiner Seele fließen und die weit über das gesprochene Wort hinaussteigen. Eine andere Möglichkeit ist jene, dass man sich mit einer anderen Seele verbindet – vorausgesetzt, auch diese Verbindung wird voll und ganz in den höheren Flug der Seele auf Gott hin eingeschaltet.

Wenn Sie die Möglichkeit einer Verbindung mit der besagten Frau nicht loslässt, ist es möglich, dass Ihnen die Vorsehung Gottes die Gelegenheit bieten möchte, mit dieser Seele Ihren Lebensweg zu teilen. Allerdings kann Ihnen die Himmlische Herkunft dieses Lebenswandels erst dadurch nachgewiesen werden, wenn sich herausstellen sollte, dass diese Frau Ihre spirituellen Ansichten ohne weiteres teilen kann. Sie haben das Vorrecht genossen, mit der Wissenschaft des Göttlichen Lebens in Berührung zu kommen. Nur die Göttliche Vorsehung liegt diesem Meilenstein zugrunde. Sie sehen sich deshalb jetzt vor der Prüfung gestellt, herauszufinden, ob sie diesen goldenen Weg zur Heiligung in sich zu hegen bereit sind. Falls eine Verbindung mit dieser Seele darauf hinauslaufen sollte, Ihren bisherigen seelischen Weg aufzugeben, würde es sich dabei ohne jeden Zweifel um eine Versuchung handeln. Es wird ein Wunder der Erleuchtung notwendig sein, um bei solchen Seelen Verständnis für Ihre spirituellen Ansichten zu finden, da es sich bei diesen Menschen eindeutig um eine Lebensanschauung handelt, welche Marias Erhabenheit und den Heiligungsweg durch und mit Maria betont ablehnt und in vielen Fällen geradezu verketzert.

Zuweilen führt wahre Liebe auch religiöse Lebensanschauungen zueinander. Wenn die betreffende Frau dazu bereit ist, den von Gott für diese Zeiten mehr denn je gewählten Weg, diesen des Lebens in vollkommener Weihe an Maria, mit Ihnen zu teilen, gibt es kein Problem. Ist sie dazu nicht bereit, so wird sich Ihre Seele letzten Endes von sich selbst verraten fühlen. Selten sind die Seelen, die richtig einzuschätzen vermögen, wie groß das Problem ist, das mit einer Verbindung zwischen Seelen einhergeht, die sich zu einem verschiedenen Glauben bekennen. Der römisch-katholische Glaube ist der einzige Hüter der Fülle der Göttlichen Wahrheit. Es ist außerordentlich wichtig, diesen nicht aufzugeben, wenn man kraft Wirkung der Göttlichen Vorsehung schon in diesem Glauben geboren ist. Selig sind wir, dass wir diesen Vorsprung auf dem Weg zum Ziel geschenkt bekommen haben. Dieser Vorsprung wird noch größer für die Seelen, welche die Wissenschaft des Göttlichen Lebens in sich einzubauen gewillt sind. Geben Sie diese Geschenke nie preis. Jeder Anlass, dies dennoch zu tun, ist eindeutig als weltliche Versuchung zu betrachten – Worte der Herrin aller Seelen.

Das Sühnen der Missverständnisse in Ihrem Leben, kann nur mit einer Gesinnung der Offenherzigkeit anfangen, sich selbst und Gott gegenüber. Weihen Sie diese an Maria, bekennen Sie sich zu den Momenten der Schwäche, die es gegeben hat, und bitten Sie die Gottesmutter aufgrund Ihrer Offenherzigkeit um die Erschließung neuer Wege, d.h. um eine tiefe und aufrichtige Versöhnung, im Verborgenen Ihres Herzens, mit jeder Seele, mit der es jemals ein Missverständnis gegeben hat. Diese Versöhnung in der Tiefe des Herzens, mit Verbannung eines jeden Grolls, wird einen völlig neuen Frieden in Ihnen schaffen. Dieser wird sich in einer bemerkenswerten Ruhe zum Ausdruck bringen lassen, was Sie in die Lage versetzen wird, etwaige neue Beziehungen in einem viel stärkeren Gleichgewicht anzutreten.

Sie haben das Fundament für das alles bereits erbaut, indem Sie die Verbindung mit der Himmlischen Königin in sich gestärkt haben. Die Kraft eines Tempels wird ja von der Stärke seines Fundamentes bestimmt. Bauen Sie sich deshalb ruhig auf, mit Maria. Vergessen Sie nie, dass die Seele mit Maria nie allein ist. Je inständiger man sich nach Ihrer herrschenden Gegenwart sehnt, je ausgeprägter wird Sie Sich gegenwärtig stellen. Sie wird Ihnen Wege zeigen, um mit allem ins Reine zu kommen, das Sie jetzt noch quält und aus dem Gleichgewicht zu bringen versucht.

Fruchtbar 'gegensteuern' kann die Seele nie allein, Sie kann dies nur in dem Maße, in dem sie aus dem Herzschlag Mariä heraus lebt. Die Himmlische Königin wird Ihre eigene vollendeten Verhaltens- und Denkmuster in die Ihr hingegebenen Seele hineinfließen lassen. Gerade aus dem Grunde kann man sagen, dass Maria der Seele das wahre Glück und den tiefen Herzensfrieden erwirkt.

Ich bringe Ihren bisherigen Lebensweg und jeglichen Dorn in Ihrem Herzen jetzt noch vor die Herrin aller Seelen, damit Ihre erhabenste Liebe den Lebensweg in ein Blumenfeld neuen Lebens verwandelt und die Dornen verbrennt. Im Licht dieser Verbrennung und im Duft dieser Blumen wird Ihnen die Erkenntnis geschenkt werden, dass alles einen Sinn gehabt hat, von dem Sie keine Ahnung haben konnten.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 176
Über Schwächen und Rückfälle – wenn sich die Seele 'schmutzig' fühlt – Nicht wahrnehmbare Früchte der Weihe an Maria
– Umgang mit der Vergangenheit

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es gibt auf Erden keine Seele, die nicht gegen spezifische Schwächen anzukämpfen hätte. Dass die Seele dabei rückfällig werden kann, braucht uns nicht zu wundern. Schließlich ließe sich das Phänomen, Rückfälle zu erleiden, durch das nachfolgende Bild veranschaulichen:

Eine Schwäche könnte man mit einer Rinne vergleichen, die in der Seele ausgegraben wird. Die Seele ist die ganze Länge dieser Rinne entlang 'verletzt'. Durch diese Rinne fließt Wasser Göttlichen Lebens weg, es geht einfach verloren. Die Rinne wird bei jeder Schwierigkeit, welche die Seele in Bezug auf diese Schwäche prüft, etwas weiter vertieft. Bei jedem Versuch der Seele, sich über die Schwäche hinweg zu setzen, ihr allmählich 'Herr zu werden', wird ein Heilungsvorgang in Gang gesetzt. So wird die Seele ständig hin und her gerissen und neigt die Wunde an manchen Tagen dazu, die ganze Aufmerksamkeit der Seele an sich zu ziehen. Das kommt dadurch, dass eine Wunde, die zu heilen beginnt, wieder aufgerissen wird, wieder weiterheilt, auf Neue aufgerissen wird, usw., sich entzünden kann.

So wie eine Wunde in unserem physischen Körper bei Entzündung weh tut, Schwellung aufweist, rot wird und Fieber erzeugt, so ließe sich sagen, dass eine Wunde in der Seele, die 'sich entzündet', ebenfalls weh tut (die Seele leidet unter dem Bewusstsein ihrer Rückfälle), Schwellung aufweist (das Problem wird im Bewusstsein immer größer), rot wird (die Seele versucht, die Wunde mit dem 'Blut der wahren Lebenskraft' zu umhegen, damit sie geheilt werden kann) und Fieber erzeugt (die Seele lebt den heftigen Kampf zwischen der ständigen Versuchung und dem Gewissen, das dabei als 'Immunsystem' wirkt).

Wissen Sie, dass gerade das Phänomen der Menschenseelen, Rückfälle ihrer Schwächen zu erleiden, auf höchster mystischer Ebene von Jesus dadurch abgebüßt wurde, dass Er während des Kreuzweges wiederholt unter dem Kreuz stürzte. Gott symbolisiert dadurch unter anderem die Tatsache, dass die Menschenseele gewöhnlich wiederholt gleichartigen Prüfungen erliegt. Jesus hat diese Verführbarkeit, den Mangel an Widerstand gegen die persönlichen Schwächen der Seele, durch die schrecklichen Leiden dieser Stürze abgebüßt. Das Bild ist aussagekräftig: Die Stürze unter dem Kreuz (der Prüfungen), die symbolisieren, dass die Prüfung der Seele zu stark wird, und das zu Boden Fallen, das symbolisiert, dass die Seele während des Rückfalls ziemlich hart mit dem Irdischen (dem Boden) in Berührung kommt, sich dabei verschmutzt und bluten kann (= ein Bild, das ausdrückt, wie das Göttliche Leben aus der Seele wegfließt und sie weiter schwächt und wie dieses Göttliche Leben sich mit der Erde vermischt, also verunreinigt wird).

Gerade die Tatsache, dass dieses Phänomen in den Leiden Jesu ausdrücklich mit eingeschlossen wurde, weist darauf hin, dass Gottes Barmherzigkeit sich auch Ihrer Rückfälle erbarmt hat. Bitten Sie deshalb den Kreuz tragenden Jesus, Er möge Ihnen die Kraft schenken, die Ihn dazu instand gesetzt hat, nach jedem Falle wieder aufzustehen. Maria wird Ihnen sehr gerne dabei helfen. Nur müssen Sie fest daran glauben. Ich verspreche Ihnen meine unwürdige, aber liebevolle Unterstützung.

Sehr treffend schreiben Sie, Sie fühlen sich innerlich so schmutzig und unrein. Das braucht Sie nicht zu wundern, denn es ist Ihre Seele, die in diesem Gefühl spricht. Ihre Seele trägt in sich eine Anzahl 'unverdaulicher' Erinnerungen, die sie als 'verunreinigend' empfindet. Diese innere Verunreinigung ist es, die sich körperlich in die Neigung umsetzt, Elemente aus der Welt (wie die Nahrung) gleichsam unter Zwang 'an die Welt zurückzugeben' (das Sich-Erbrechen). Wieso ist die Seele denn dazu geneigt, trotzdem immer wieder Nahrung zum Körper zu führen? Weil sie einerseits Befriedigungen sucht und andererseits, das Weltliche irgendwie vernichten will. (Sie schluckt es ein, gibt es aber 'in nicht mehr zu verwendender Form' zurück).

Die Empfindung, Sie würden verflucht sein, ist eine Versuchung vom Bösen, der Sie so weit haben möchte, dass Ihr Selbstbild völlig zerstört wird. Glauben Sie nach wie vor weiterhin an Ihre besondere innere Schönheit, denn diese ist nicht tot, sie schläft nur, und die Schönheit ist Ihren Augen dadurch entzogen, dass der innere Kampf gleichsam eine Menge Staub über sie hingelegt hat. Je mehr Sie beten, desto härter wird der Widerstand des Bösen sein. Das kann anscheinend die Wirkung eines Fluches haben, ist in Wirklichkeit jedoch ein verdeckter Segen, denn dies weist gerade darauf hin, dass Maria Sie unbedingt in der Tiefe reinigen will. Wenn es Ihnen gelingt (und da schreibe ich ganz bewusst nicht 'falls', sondern 'wenn' – dies ist nur eine Frage der Zeit und des Vertrauens), beharrlich das Licht in sich zu suchen, anstatt sich der Gegenwart der Finsternis sicher zu sein, werden Sie die Kraft finden, diese Schranke zu überwinden.

  • Maria liebt es, bei der Reinigung einer Seele folgendermaßen vorzugehen. Sie gibt auch Ihnen jetzt diese Anweisungen:

  • Schauen Sie nicht länger auf dasjenige, was Ihnen als 'Schwächen' und 'negative Merkmale' vorkommt. Jedes Mal, wenn Ihre Gedanken und Gefühle sich an dieses negative Selbstbild heften, wird dieses weiter genährt und wird es stärker. Es verhält sich bald wie ein Tyrann, der glaubt, er habe das Recht, Ihre Seele zu beherrschen. Lenken Sie dahingegen Ihre Aufmerksamkeit immer mehr auf jedes Merkmal, das Ihnen an sich gefällt. Diese gibt es auf jeden Fall, auf gleich welcher Ebene Ihres Wesens, auch wenn Ihre Wahrnehmung davon zurzeit verschleiert ist. Die Absicht ist dabei nicht, dass diese Merkmale ein Leben an sich führen sollten, sondern, dass diese Ihnen dabei helfen, die Liebe Ihres Schöpfers in Ihnen wiederzufinden, denn Er hat sehr vieles in Ihnen verborgen, das der Mühe des Entdeckens wert ist.

  • Versuchen Sie, sich an Ereignisse oder Augenblicke zu erinnern, die Ihnen damals eine Freude bereitet haben. Maria rät immer wieder davon ab, sich in Gedanken über die Vergangenheit versinken zu lassen. Trotzdem kann es für Sie heilvoll sein, dies während der schwersten Augenblicke zeitweise zu tun, zur Überbrückung auf das andere Ufer hin, wo der vollkommene Friede mit sich selbst auf Sie wartet. Auch aus schönen Erinnerungen lacht Gottes Liebe der Seele zu. Denken Sie ruhig manchmal an die Zeit zurück, wo Sie noch mehr mit sich zufrieden waren. Sie werden feststellen, dass Ihre Erinnerung Sie zu einer Zeit zurückführen wird, wo Sie noch nicht über alles nachdachten. Die Grübelei ebenso wie die Neigung, sich selbst zu analysieren, sind große Feinde der Seele. Der Grund liegt darin, dass der Böse den Menschen sehr gerne dazu veranlasst, alles Negative aus dieser chaotischen Welt und alles, was im eigenen Leben ungelöst erscheint, in der eigenen Wahrnehmung so zu betonen, dass die Seele entmutigt wird und dass sie herabgewürdigt wird. Der Böse will jeder Seele die Würde nehmen, damit sie nicht mehr an ihre Herkunft aus Gottes Hand glauben kann. Beten Sie vor allem um Beherrschung Ihrer Gedanken und sämtlicher negativen Erinnerungen und um Erschließung Ihres Herzens, und glauben Sie an Ihre Würde, Ihre Schönheit und Ihre Fähigkeit zu lieben. Glauben Sie felsenfest: Diese drei Merkmale sind alle da, nur sind sie zurzeit noch wie 'fast greifbar', allerdings von Ihnen getrennt durch ein tosendes Wasser. Glauben Sie fest daran:

    • dass dieses Wasser lediglich ein seichter Bach ist. Solange Sie an sich glauben können, werden Sie nicht in ihm ertrinken.

    • dass Maria die Macht besitzt, auf Ihren inständigen Wunsch hin das Wasser zu besänftigen. Die einzige Voraussetzung ist Ihre vertrauensvolle Weihe an Maria.

    • dass Sich Maria genau dieses Wassers (= Ihrer Anfechtungen, Ihres ungestümen Gemütes) bedienen möchte, um Sie seelisch zu reinigen. Dies versucht Sie dadurch zu tun, dass Sie Ihnen Erkenntnisse von Ihrem inneren Zustand und von Ihren verborgenen Fähigkeiten vermitteln will.

  • Begeben Sie sich möglichst regelmäßig in die freie Natur. Sie werden merken, dass Sie dort viel leichter Neuanschluss an Gottes Liebe finden werden, denn Er wird zu Ihrem Herzen sprechen durch jede Blume, durch jeden Baum, durch jeden Vogel usw. Wenn Sie das Wunder der Göttlichen Liebe wirklich kennen lernen wollen, können Sie auf sehr fruchtbare Weise Maria darum bitten, Sie möge in Ihnen die Fähigkeit erwecken, sich in der freien Natur eins mit Gottes Schöpfung zu fühlen und richtig zu spüren, dass Sie in dieser eine Rolle spielen, dass Gott Sie nötig haben will, weil Er Sie unendlich liebt, und dass Sie ein Diamant sind, auf den Er nicht verzichten möchte. Bereiten Sie sich die Freude, während eines Spazierganges ins Grüne hinein die Blume zu finden, die für Sie die Schönste ist, und prägen Sie sich anschließend ein, dass Sie für Gott eine noch viel schönere Blume sind.

Die goldene Regel bei all dem ist: Erzwingen Sie nichts und stellen Sie sich selbst gegenüber keine zu großen Anforderungen auf einmal. Streben Sie in allem die Geburt eines neuen inneren Friedens an und beachten Sie weniger Ihre Misserfolge und mehr Ihre Fortschritte in der Selbstüberwindung und im Entdecken von demjenigen, das in Ihnen noch die Fähigkeit hat, zu blühen. Die Gottesmutter sagte mir einst in einer Privatoffenbarung: "Gib Mir einen Seelengarten, in dem Ich noch zu einem einzigen Prozent an Blühkraft finden kann, und Ich werde dieses eine Prozent so hegen und pflegen, dass daraus bald ein üppiger Garten wächst. Der Garten braucht dies nur selbst zu wollen". Maria achtet übrigens nicht auf negative Merkmale, Sie sucht nur die positiven und fördert deren Wachstum. Versuchen Sie genau dasselbe mit sich selbst. Für den Himmel heißt Wiederaufbau nicht 'Bekämpfung des Negativen', sondern 'Pflege des Positiven'. Je stärker das Positive betont und weiter gereinigt wird, desto schwächer wird das Negative, bis es ganz abstirbt.

Dies alles ist genau Ihre Aufgabe für die kommende Zeit. Etwas Sinnvolleres könnten Sie nicht tun. Seien Sie sich dessen bewusst, dass es in Gottes Augen eine Heldentat ist, wenn eine Seele, die sich selbst für unrein, hässlich und ekelhaft hält, in sich das wahre Leben entdeckt und dieses zum Blühen zu bringen versteht.

Sie fühlen sich zu unwürdig, um sich Jesus und Maria zu nähern, weil sie sich wie schmutzig und vom Bösen verfolgt vorkommen. So ergeht es vielen, wenn nicht jedem bzw. jeder von uns an manchen Tagen. Selig die Seele, die sich für zu schmutzig hält, sich Jesus und Maria zu nähern, denn sie hat Sinn für die Wahrheit, dass der Mensch aufgrund seiner Sündhaftigkeit nie vollkommen rein ist. Nur sollten wir uns auch der Wirklichkeit bewusst sein, dass Gottes Liebe unendlich ist und wir uns Ihm und Maria auch nähern dürfen, wenn wir uns 'seelisch' krank fühlen. Jesus ging ja auf Aussätzige zu, um sie zu heilen. Sind wir eigentlich nicht alle Aussätzige in der Seele? Wieso denn sollte Er nicht zu Ihnen kommen, da Ihm doch alles daran gelegen ist, dass Sie sich wohl fühlen? Schafft Gott denn Blumen, damit sie nie richtig aufblühen? Vorzugsweise kommt Er in diesen Letzten Zeiten zu den Seelen durch Maria als die Herrin aller Seelen, die ja die vollendete Liebe Gottes vertritt und Sein heilendes Licht in angebrachten Dosen auf die Seelengärten strahlen lässt.

Die Weihe an Maria erscheint manchen Seelen unfruchtbar. Dieser Eindruck beruht auf der Perspektive, aus denen die Seele gewöhnlich alles zu betrachten und zu bewerten lernt. Ich habe es bereits in mancher Schrift betonen müssen: Die Wirklichkeit, die wir durch die Sinne wahrnehmen können, umfasst nur wenige Prozente der ganzen Wirklichkeit Gottes. Die Tatsache, dass uns die Fruchtbarkeit der Weihe entgeht, heißt somit nur, dass sich diese Fruchtbarkeit nicht (hauptsächlich) in dem Bereich auswirkt, den wir wohl wahrnehmen können. Die Seele könnte sich aber zwei berechtigte Fragen stellen:

  • Wieso hätte Gott über neunzig Prozent der Wirklichkeit (nämlich den Teil, den der Mensch gewöhnlich nicht wahrnehmen kann) überhaupt erschaffen, wenn dieser Teil bedeutungslos wäre?

  • Wenn wir schon die Existenz dieser über neunzig Prozent an nicht wahrnehmbarer Wirklichkeit annehmen: Heißt die Tatsache, dass wir nur einige Prozente der Wirklichkeit wahrnehmen können, dass all dasjenige, was sich in jenem Großteil von über neunzig Prozent abspielt, gar nicht existiert? Das ist es gerade, was uns die gottlosen Strömungen aus Wissenschaft und Philosophie glauben lassen möchten. Diese haben aber gerade die Quelle allen Elends erschlossen, welche Gott durch die Herrin aller Seelen und die Wissenschaft des Göttlichen Lebens wieder trocken legen will.

Die von Ihnen ausgesprochene Weihe wirkt tatsächlich, nur vorläufig im nicht wahrnehmbaren Bereich, und das freut mich: Die rasch sichtbaren Früchte sind öfters diejenigen, die auch am schnellsten verfaulen. In sehr vielen Bereichen der Natur lässt sich feststellen, wie viel Arbeit Gott im Verborgenen leistet. Bedenken Sie zum Beispiel, wie lange der Samen oder die Blumenzwiebel vor dem Frühling bereits tätig ist, zu einer Blume auszuwachsen, bevor man das erste frische Grün an der Bodenoberfläche bemerken kann. Die ganze Zeit über könnte man sich die Frage stellen, 'ob sich da überhaupt etwas tut?'. So ist es mit Ihnen ebenso wie mit Ihren Leidensgenossen: Sie alle haben sich zurzeit mit dem Schlamm und der Erde auseinanderzusetzen, aber in ihnen wirkt bereits die Verheißung des Frühlings. Teilen Sie bitte diese Ansichten diesen Seelen mit, damit sie wissen, wie sehr sie alle geliebt werden. Betrachten Sie sich alle wie der Krokus, der Frühlingsblüher, der sich oft noch aus hartem winterlichem Boden emporringt, um uns unter der Frühlingssonne zu erfreuen. Der Krokus ist für Maria aber das Symbol des Sühneleidens.

Liebe Schwester, keine Seele, die von der Himmlischen Liebe berührt worden ist, wird Sie jemals wegen Ihres heutigen Zustandes verurteilen, denn Gott und Maria durchschauen Ihr Herz und wissen, wie Sie leiden. Diese Leiden ohne weiteres wegnehmen, können Sie gerade deswegen nicht, weil Sie Sie so sehr lieben und der schwere innere Kampf, den Sie leisten, für Sie besonders verdienstvoll wird, wenn Sie diese schwere Strecke auf Ihrem Lebensweg im beharrlichen Glauben und Hoffnung zurücklegen. Hören Sie niemals auf, an die Wirkungen Ihrer Weihe an Maria zu glauben, denn es handelt sich da um Gold, das Sie jetzt noch nicht sehen können bzw. dürfen. Die Schatztruhe ist da, ist zurzeit allerdings noch verschlossen und wartet nur auf Ihre gemeinsame Arbeit mit Maria, um den Schlüssel umzudrehen. Es hat gewaltige böse Einflüsse gegeben. Diese sind jetzt gebrochen, aber es gilt jetzt, sich innerlich wieder aufzubauen, damit Sie die Kraft haben, die Schatztruhe aufzubrechen.

Liebe Schwester, ich kämpfe in Herz und Seele mit Ihnen allen mit. Hätte Maria nicht mehr an Sie alle geglaubt, so hätte Sie mich nicht diesen Brief schreiben lassen. Gemeinsam schaffen wir es, weil wir uns alle lieben und uns gegenseitig nie im Stich lassen werden. Der Frühling kommt sehr bald, auch für Sie.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 177
Die gelebte Weihe

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Welche Freude bereitet es mir, zu erfahren, wie sehr die Herrin aller Seelen Ihr Leben dadurch verändert hat, dass Sie Ihnen einen besonderen inneren Frieden schenkt. So geht Sie am Liebsten vor: Umgestaltung von innen aus, so dass die Seele nicht unbedingt frei von Prüfungen wird – denn das würde ihr jeden Verdienst nehmen –, aber ihren Lebensweg in einem ganz anderen Licht zu betrachten beginnt. Ihr Leben wäre ein Muster für jede Seele, die sich Maria hingeben möchte. Es besagt die Tatsache, dass die Seele, die sich vollkommen an Maria weiht und dabei in ihrem Alltag auch tatsächlich voll und ganz an Marias grenzenlose Macht glaubt, ein richtiges Gefühl der inneren Freiheit bekommt. Das Wunder der vollkommenen Weihe an Maria!

Sie fragen nun, wie Sie – Gottes Plan für Sie entsprechend – handeln können, ohne diesen Plan zu kennen? Eigentlich wird das Leben Ihnen diesen Weg von selbst zeigen, weil Sie sich eben vollkommen Maria hingegeben haben. Maria hat bereits ein paar echte Wunder in Ihrem 'neuen' Leben vollbracht. Sie verfolgt damit eine Absicht. Gott lässt nie einen Zug abfahren, um ihn irgendwo im offenen Feld anhalten zu lassen: Er führt ihn bis zur Endstation. Wenn Sie jetzt den heiligen Bund der vollkommenen Weihe unterschrieben haben, sind Sie dadurch in den Zug eingestiegen. Indem Sie diese Weihe auch im Alltag richtig zu leben versuchen, hat der Zug auch losfahren können. Wenn Sie in der gelebten Weihe beharren, werden Sie zur Endstation gelangen. Der Zug wird solange fahren, wie Sie die Reise durch die Weihe Ihrer Prüfungen zahlen. Gottes Vorsehung wird Ihnen durch Maria regelmäßig eine Landkarte zeigen, damit Sie die Fahrtrichtung selber bestimmen können, aber wenn Sie ein vollkommen offenes Herz bewahren, werden Sie bei Ihren Entscheidungen beraten werden, tief im Herzen.

Es gibt keine Enzyklopädie, in der sämtliche möglichen Lebenssituationen und die in denselben zu treffenden Entscheidungen verzeichnet sind. Deswegen trägt der getaufte Christ ja gerade in sich ein kleines 'Gästezimmer' für den Heiligen Geist. In sich tragen Sie dazu aber noch die vollendete Beraterin, die Sie aus dem Buch von Gottes Weisheit heraus führt, und die Ihnen einflüstern wird, was genau zu Ihrem persönlichen Lebensbuch passt.

Ein Leben in vollkommener Weihe an Maria ist ein Leben blinden Vertrauens, wobei sich die Seele ohne weiteres die Augen verbinden lässt und sich auf den Weg macht, in der Sicherheit, dass Maria ihr inneres Licht ist und dass sie den zu gehenden Weg der höchsten Fruchtbarkeit mit dem inneren Auge schauen wird. Nur selten wird Maria der Seele mehr als eine Seite auf einmal aus diesem Buch zeigen. Deshalb ist höchste Flexibilität angesagt: Die Seele soll sich voll an der erstkommenden Kurve orientieren, so dass sie jeden Meter ganz bewusst lebt, und erst nach dieser Kurve soll sie sich um die Strecke bis zur nächsten Kurve kümmern, usw. Maria betont den Wert eines solchen Vorgehens für jede Seele, weil das bewusste Leben eines jeden Meters des Lebensweges im Hinblick auf die Fruchtbarkeit des gesamten Weges äußerst wichtig ist. Der Verdienst unseres Lebens wird vom Glauben bestimmt, und Glaube hat alles mit Vertrauen und Hingabe zu tun. Gerade deswegen sollte sich die Seele nie darum kümmern, was morgen auf sie wartet, sondern zunächst das Beste aus dem heutigen Tag zu machen versuchen. Sich heiligen, tut die Seele nicht gestern, nicht morgen, sondern heute. Morgen sorgt Maria schon dafür, dass ich mich nicht verlaufe, wenn ich Ihr heute mein Vertrauen gezeigt habe... Wenn ich dies nicht tue, wäre Sie dazu berechtigt, davon auszugehen, dass ich mich selbst für den besseren Führer halte und somit 'auf Ihre Dienste verzichten kann'.

Bezüglich Ihrer Frage, was für den Monat Mai am meisten in Marias Sinne wäre, soll ich Ihnen die Einladung der Herrin aller Seelen überbringen, die Hilfe in der Familie Ihres Sohnes zu bevorzugen. Sie bittet darum nicht nur aus Gründen der Nächstenliebe, sondern in einer doppelten Absicht:

  1. In Anbetracht Ihrer derzeitigen Verfassung des Herzens sind Sie dazu imstande, in anderen Seelen den Herzensfrieden zu fördern und diese Seelen mit dem Licht von Marias Führung zu umhegen, so dass auch in ihnen unbewusst die Frage aufkommen kann, wo Sie denn doch diese bemerkenswerte Kraft her holen. Diese Frage wäre bereits ein erstes Fensterchen hin zu der 'anderen Wirklichkeit'.

  2. Ihr Angebot, in der Familie auszuhelfen, wird Bande erhöhter Solidarität schmieden. Wenn Sie sich zum Beispiel für eine Wallfahrt entscheiden, würde das eher als eine Tat der Ich-Bezogenheit wirken, während die Entscheidung, Ihrem Sohn und seiner Familie zu helfen, einer Art von Selbstverleugnung gleichkommt. Diese wird Ihnen unter diesen Umständen einen größeren Verdienst und für mehrere Seelen einen größeren Nutzen einbringen. Vergessen Sie außerdem nie, dass Nächstenliebe Herzen in den Stand versetzen kann, sich leichter zu öffnen. Sie könnten es so sehen, dass eine Tür, die wegen Staubanhäufungen in den Ritzen geklemmt ist, sich dadurch wieder öffnen lässt, dass man den Staub entfernt. Genau das kann man in einer Seele durch die Nächstenliebe bewirken: Die Seele wird freier, fühlt sich so, als ob eine Last von ihr weggenommen wird, und schließt sich leichter auf. Die Staubanhäufungen sind als weltlicher Ballast zu verstehen. Die Liebe ist da das geeignete Gegengift.

Wenn Sie ein offenes Herz bewahren, voll an Maria orientiert, werden Sie dadurch ebenfalls einen offenen 'Kommunikationsweg' zu Ihr haben. Die Empfindung im eigenen Herzen wird Ihnen zum Wegweiser dafür dienen, ob Sie richtig handeln, denn Maria schärft das Gewissen einer jeden Seele, die sich Ihr vollkommen hingibt. Das Gewissen ist die 'Straßenverkehrsordnung' für die Reise auf Ihrem Lebensweg. Es trägt in sich eine Abschrift der Göttlichen Gesetze. Wenn Sie nicht im Sinne Ihrer Himmlischen Herrin handeln, kann es durchaus sein, dass Sie sehr bald Gefühle eines unbestimmten Unfriedens verspüren. Dies wird die Verkehrsampel des Gewissens sein, die angefangen hat, gelb zu blitzen. Ihr Verstand kann schon versuchen, dieses Gefühl nicht zu beachten. Das Gewissen aber, das den Gehorsam seinem Gott und seiner Herrin gegenüber als heilig empfindet, lässt sich nie hinters Licht führen. und diesen Ausdruck dürfen sie hier sogar buchstäblich nehmen, denn das Gewissen orientiert sich ausschließlich am Licht Gottes.

Liebe Schwester, jede Wanderung durch die Landschaft des Göttlichen Lebens ist eine Verzückung für die Seele. Sie zeigt ihr immer neue Blumen aus der unerschöpflichen Quelle des Göttlichen Herzens vor. Trotzdem ist es heilvoll, immer nur den Duft weniger dieser Blumen auf einmal in die Seele aufzunehmen, weil dieses Himmlische Parfüm so kraftvoll ist, dass die Seele sich langsam daran gewöhnen soll. Nur dann erhebt es sie wirklich. In diesem Sinne biete ich Ihnen gerne mein Herz an – das ja vollkommen der Himmlischen Herrin gehört – für jeden Augenblick, in dem sich Ihre Seele nach den Wogen der Himmlischen Liebe sehnt.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Myriam


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Brief 178
Die Weihe an Maria – einiges aus Marias irdischem Leben – die außergewöhnliche Heilung körperlicher Leiden durch Maria

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Mit besonderer Freude darf ich heute, an diesem wunderbaren Fest der Menschwerdung Jesu, damit anfangen, die Fragen zu beantworten, die Sie eine Weile her durch meine Winzigkeit der Himmelskönigin vorgelegt haben. Leider muss eine Seele manchmal etwas länger warten, bevor der Himmel sich öffnet, um sich ihrer Fragen anzunehmen, aber wenn es dann geschieht, ist es genau Gottes Zeit dafür. Ein System voller Liebe, mit Menschenverstand nicht immer zu fassen, aber so heilvoll.

Was die Weihe des Herzens eines Mitmenschen an Maria betrifft, tun Sie tatsächlich gut daran, die Worte "Maria, mächtige Herrin aller Seelen, ich weihe Dir das Herz von X" auszusprechen, so wie Sie es tun. Sie fragen, ob diese Formel ausreicht? Betrachten wir mal das tiefe Wesen der Weihe, damit die Antwort auf diese Frage ersichtlich wird:

Eine Weihe an Maria setzt sich hauptsächlich aus drei Elementen zusammen:

1. aus demjenigen, das wir mit der Weihe beabsichtigen. Es geht immer darum, Maria die Gelegenheit zu bieten, über eine Seele so weitgehend zu herrschen, dass diese von Ihr möglichst weitgehend geheiligt werden kann. Darüber hinaus schenken wir dann diese Seele eigentlich Maria, damit Sie diese voll in den Göttlichen Heilsplan einschalten kann. Diese Wirkung wird sich nur dann voll entfalten können, wenn die betreffende Seele eines Tages diese Weihe aus freiem Willen annimmt und sie diese in der Praxis des Alltags zu leben beginnt.

2. aus der Art und Weise, wie wir die Weihe vor Maria bringen. Dabei geht es:

  • um die Worte, die wir benutzen (bestimmte Formulierungen und Wörter sind Träger von außerordentlichen Kräften, die Ströme von Gnaden freisetzen können – daher übrigens auch die enorme Bedeutung der Benutzung der richtigen, traditionellen Konsekrationsworte in der Heiligen Messe), aber auch

  • um dasjenige, das in unserem Herzen vorgeht. Genau dieselben Worte, ausgesprochen mit brennender Liebe im Herzen oder aber in Gleichgültigkeit, entfalten eine vollkommen verschiedene Wirkung auf das Herz Gottes. In jedem Gebet, so auch in einer Weihe, betet eigentlich nicht der Mund, sondern das Herz. Gott hört nicht mit Ohren, sondern mit dem Herzen. Somit hört Er nicht in erster Linie auf Klänge, sondern auf Herzensverfassungen. Das braucht uns gar nicht zu wundern, wo ja auch die Engel im Himmel miteinander von Herz zu Herz kommunizieren, nicht mit gesprochenen Worten.

3. aus der Aufopferung, durch welche wir die Weihe zu tragen bereit sind. Dieses Element ist ziemlich wenig bekannt. Eine vollkommene Weihe an Maria ist ein heiliger Bund. Wenn dieser richtig gelebt wird, setzt er dauernd Gnaden frei. Diese Gnaden müssen 'getragen' werden, d.h., sie brauchen eine Grundlage, auf der ihre Freisetzung instand gehalten werden kann. Aus diesem Grunde ist es durchaus normal, dass die Seele, die sich vollkommen Maria weiht, durchwegs viele Prüfungen zu tragen haben wird. Diese Prüfungen dienen voll dem Zweck der Weihe, denn sie tragen zu der seelischen Bildung des Geweihten bei und helfen somit, ihn zu heiligen. Wenn Sie nun Seele X an Maria weihen, so braucht es Sie nicht zu wundern, wenn Sie selbst manche zusätzliche Prüfungen zu tragen bekommen.

So wirkt dieses System. Wenn mich Maria dazu einlädt, Seelen an Sie zu weihen, so fragt Sie immer gleich, ob ich dazu bereit bin, die Bürde dieser Seelen tragen zu helfen. Erst wenn ich von ganzem Herzen und im vollen Bewusstsein desjenigen, was dies für Sie, für Gottes Heilsplan, für die betreffenden Seelen und für mich bedeuten wird, 'ja' zu Ihrer Frage gesagt habe, erteilt Sie mir den endgültigen Auftrag, die Weihe vorzunehmen. Sie werden sich vielleicht erinnern, dass mich die Herrin aller Seelen irgendwo hat schreiben lassen, dass eine der Aufgaben meiner Berufung daraus besteht, 'eine Brücke zu sein, über welche Sie zu den Seelen geht und die Seelen zu Ihr gehen werden können'. Genau das ist es, was Maria damit meint: Die Weihe anderer Seelen an Maria wird erst dann wirksam, wenn die Seele, die diese Weihe vornimmt, dazu bereit ist, diese Seelen in der eigenen Seele, im eigenen Herzen und im eigenen Körper 'tragen zu helfen'. Was dies genau für die Seele mit sich bringt, die diese Weihe ausspricht, hängt allerdings teilweise auch von ihrer genauen Berufung innerhalb von Gottes Heilsplan ab.

Mit dieser Erläuterung möchte ich Sie nicht davon abschrecken, Seelen bzw. eine Seele an Maria zu weihen, ganz im Gegenteil. Ich möchte anhand dieser Erläuterung lediglich darauf hinweisen, wie groß eine Weihe schon ist. Es ist sehr wichtig, dass die Seelen sich dessen bewusst sind.

Sie fragen, wie alt Maria war, als Sie Josef geheiratet und Jesus bekommen hat, und ob Sie hellblondes Haar hatte?
Einige Monate nachdem Maria Jesus in Sich empfing, sollte Sie 15 Jahre alt werden. Ihre Haarfarbe war ein solches blond, dass es, besonders wenn die Sonnenstrahlen darauf fielen, richtig gülden aussah. Ich habe dies in Visionen mehrere Male feststellen können. Einmal sah ich Sie sogar ohne Kopfbedeckung, weil Sie alleine in Ihrem Häuschen war. Jesus war vielleicht drei oder vier Jahre alt, also muss Sie etwa 18 Jahre alt gewesen sein. Sie trug die Haare in einem langen Zopf, der wirklich fast wie Gold aussah. Auch wenn Sie einen Schleier trug, kam es manchmal vor, dass sich ein paar Locken güldenen Haares blicken ließen. Wie Sie bemerken, ist eine helle Haarfarbe nicht üblich für Frauen aus den südlichen Ländern. Trotzdem war dies Marias Haarfarbe. Die Haarfarbe Jesu unterschied sich nicht viel von dieser Seiner Mutter. Eine unbeschreiblich wunderschöne Kombination mit Marias Haarfarbe bildeten Ihre Augen, die von einer Schattierung von Blau waren, die ich auf Erden noch bei niemandem gesehen habe. Wenn man diese Augen sieht, wird man gleichsam auf der Stelle verzaubert.

In Bezug auf Ihre Frage, ob Maria Sie heilen wird, wenn Sie Sie darum bitten, und ob es sich bei Ihren Leiden um eine Abbüßung oder um eine Strafe handelt. Obgleich sehr viele Seelen Maria an erster Stelle in der Absicht besuchen (an einem Wallfahrtsort zum Beispiel), bzw. zu Maria beten, um von Ihr Körperheilung zu bekommen, gehört die physische Heilung zu den Gnaden, die Maria am wenigsten gerne erwirkt. Allerdings, Sie erwirkt vielen die Gnade der körperlichen Heilung, aber Sie erwirkt diese Gnade nie als Ziel an sich: Wenn Maria einem Menschen physische Heilung erwirkt, tut Sie dies an erster Stelle, damit dieser Mensch künftighin sein ganzes Leben voll und ganz an Gott orientiert. Die physische Heilung ist ein Mittel, dessen sich der Himmel bedient, weil die meisten Seelen nun einmal dauernd mit den materiellen und physischen Dingen des Lebens beschäftigt sind. Sie werden durch diese Heilung gleichsam ins Bewusstsein der höheren Wirklichkeit gezogen: der ewigen Interessen der Seele, weil diese ja die einzigen sind, an denen die Seele ihr ganzes Handeln und Wollen orientieren sollte. Es besteht die Chance, dass Maria Ihre körperlichen Leiden heilen wird. Allerdings wird Sie, weil Sie inzwischen Fortschritte auf dem Weg der Weihe gemacht haben, dafür Gegenleistungen auf der seelischen Ebene verlangen.

Es ist wenig bekannt, weil die Evangelien nicht darauf schließen lassen, aber mir ist aus meiner Ausbildung durch Maria bekannt, dass Jesus nicht alle Kranken, die zu Ihm kamen, physisch geheilt hat. Er tat dies nicht aus Mangel an Liebe und noch weniger aus Mangel an Fähigkeit, die betreffenden Krankheiten zu heilen, sondern weil Er damit eine Lektion in höherer Spiritualität erteilen wollte bzw. musste. Es hat Fälle gegeben, in denen Jesus Seinen Jüngern anvertraut hat, Er könne bzw. dürfe diesen Kranken nicht heilen, 'weil dieser seine neu gewonnene Gesundheit seelisch missbrauchen wird' oder 'weil dieser aufgrund des Göttlichen Plans mit seinem Leben noch einige Zeit lang diese Prüfung durchstehen muss'. Ob eine Krankheit aufgrund von Gebet, Wallfahrt, Aufopferungen, Sühneleiden usw. geheilt wird, hängt in weitgehendem Maße davon ab, ob eine Heilung zum betreffenden Zeitpunkt innerhalb von Gottes Plan für diese Seele passt, ob sich diese Seele durch eine noch länger anhaltende Krankheitsperiode die Vervollkommnung in bestimmten Tugenden zu erwerben hat, und ob eine Heilung überhaupt zum von Gott für diese Seele vorgesehenen Lebenslauf und zu ihrer Berufung passt.

Wie ich vorhin noch schrieb, gibt es Seelen, die dazu berufen sind, entweder einmalig oder dann und wann oder als Teil ihrer Lebensaufgabe Seelen an Maria zu weihen. Es ist eher Regel als Ausnahme, dass solche Seelen sehr oft krank sind, Schmerzen und Leiden der unterschiedlichsten Arten zu durchstehen haben und überhaupt keine Heilungen für sich selbst beanspruchen können. Diese Seelen begreifen dann aufgrund der Beseelung durch Maria bzw. durch Jesus, dass es höhere Werte als jene einer tadellosen physischen Gesundheit gibt, und sie entfalten dadurch völlig Marias Macht, diese freiwillig aufgeopferten Leiden in Gnaden umzugestalten, die andere seelisch wachsen lassen können, oder gegebenenfalls physisch heilen lassen können.

Was sollten Sie persönlich tun? Maria sagt mir dazu nur Folgendes: Weihen Sie die Leiden, die Sie bisher durchstanden haben, in Liebe an Sie, bitten Sie Sie, diese Leiden mögen Seelen mit dem Göttlichen Licht erfüllen, und bieten Sie sich weiterhin dazu an, für die Anliegen Mariä zu leiden. So schenken Sie Ihr die volle Freiheit, aus Ihren Leiden das Allerbeste für Gottes Heilsplan zu machen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Sie entweder selber geheilt werden oder so viel Liebe und Unterstützung empfinden, dass die Leiden auf Sie nicht länger wie eine Bürde zukommen. So wirkt dies auf der Ebene des Austausches wahrer Liebe: Die Seele gibt sich völlig hin und wird sozusagen 'als Gegenleistung' auf eine höhere Ebene des Empfindens gezogen, auf der sie ihr ganzes Leben in einem völlig neuen Licht zu sehen lernt.

Liebe Schwester, auf Ihre weiteren Fragen möchte Maria in einem späteren Brief antworten. Selbstverständlich stehe ich nach wie vor zur Verfügung und bringe alle Ihre Anliegen vor Maria, damit Sie Ihnen die Verzückung Ihrer Gegenwart tief im Herzen schenken mag.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 179
Ermutigung zu einem Leben im Vertrauen auf Maria im eigenen Inneren

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ihr derzeitiger seelischer Werdegang ist für mich sehr erfreulich, zumal da er ein schönes Beispiel dafür ist, wie Maria immer wieder Seelen durch Bewusstmachung ihrer stärksten inneren Feinde zu einer Erschließung des wahren Lichtes in sich führt. Ich kann es nicht überbetonen, liebe Schwester: Dieses Licht trägt jede Seele in sich, es möge ihr noch so sehr vor sich selbst ekeln. Schließlich sollen Sie sich immer dessen bewusst bleiben, dass Sie die schwere Zeit, die Sie gerade dabei sind, aus sich wegzuwaschen, nicht selber gesucht haben. Letztendlich werden jedem und jeder von uns durch den Bösen ständig die unterschiedlichsten Fallen gestellt, und eine Unaufmerksamkeit, ein Augenblick seelischer oder sogar physischer Schwäche oder einfach eine Kombination unglücklicher Umstände kann in der Seele eine 'Undichtigkeit' herbeiführen, durch welche sie allmählich sich selbst verliert, das heißt: durch welche ihr die wahre Lebenskraft genommen wird.

Wichtig ist nicht, dass sie einst gefallen sind, sondern, dass Sie jetzt aufstehen. Gott vergibt jeder Seele, die den Glauben und die Liebe aufbringt, aus der Asche ihres Elends aufzuerstehen, und wenn sie dies gemeinsam mit Maria tut, ist es, als ob sie ihr Lebensbuch durch Maria neu verfassen lässt: Ihr Lebensweg wird mit neuen Blumen übersät und die Spuren jeder innerlichen Verunreinigung werden gründlich weggewaschen. Wesentlich ist jetzt, dass Sie an sich selbst glauben. Das ist kein Hochmut, denn Sie können es so betrachten: Die Seele, die sich mit ihrem ganzen Lebensweg und ihrer ganzen Hoffnung an Maria weiht und diese Weihe täglich in voller Liebe zu leben versucht, glaubt an Maria in sich. Sollten Sie ein negatives Selbstbild instand halten, so würden Sie eigentlich Maria in sich beleidigen.

Jeder Brief, den die Herrin aller Seelen an eine leidende Seele schreiben lässt, ist buchstäblich eine Umarmung voller Himmlischer Liebe. Es freut mich sehr, diese Strahlen der Frühlingssonne, die durch Maria verkörpert wird, an die sich erneuernde Blume Ihrer Seele weiterleiten zu dürfen, denn im Licht der wahren Hoffnung vermitteln wir uns alle in Wirklichkeit den wahren Frieden und das wahre Glück, und wo sich Seelen dieses Geschenk machen, wird das Fundament einer besseren Welt erbaut.

Selbstverständlich bleibe ich sehr gerne zu Ihrer Verfügung als die kleine Brücke von Liebe, Hoffnung und Unterstützung, zu der mich die Gottesmutter gemacht hat.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 180
Wie kann man einer verirrten Seele helfen?

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Vielen Dank für Ihre zusätzlichen Fragen. Gerne erläutere ich einiges, damit keine Missverständnisse vorliegen können.

Wenn ich schreibe, dass Gott mit der Verirrung Ihrer Tochter ein Zeichen setzen will, so meine ich damit am allerwenigsten, dass für diese Seele nicht gebetet werden soll. Die Bedeutung dieser Formulierung ist, dass Gott es öfters zulässt, dass Seelen sich verirren, damit:

  1. diese Seelen selber die Lektionen daraus ziehen, dass Irrwege nicht den wahren inneren Frieden einbringen können und sich aufgrund dieser Feststellung – die nicht nur auf dem Wege des Verstandes gemacht werden soll, sondern vor allem im Mittelpunkt des Herzens, wo sich die Seele mit dem Gesetz Gottes verbindet, aus reiner Liebe – zur notwendigen Berichtigung ihres Kurses entscheidet. Gerade dies ist gemeint mit 'ein Zeichen setzen'.

  2. andere Seelen, die von Gottes Vorsehung mit dem Lebensweg der verirrten Seele in Berührung gebracht worden sind, wie zum Beispiel Vater und Mutter in Bezug auf das Kind, diese Verirrung als solche erkennen und sich aufgrund der Feststellung der Existenz dieser spezifischen Verirrung in der eigenen Lebenswelt dazu entscheiden mögen, ihre Gebete und Aufopferungen zu einem wesentlichen Teil auf den Ausgleich dieser spezifischen Verirrung auszurichten. Das Zeichen Gottes ist als eine Signalfunktion zu verstehen, durch welche Gott gleichsam zu Seelen sagt: "Da stimmt etwas nicht, das kommt aber mehr vor, als du denkst, Ich rufe dich dazu auf, Mir etwas zum Ausgleich zu bieten".

So ungefähr könnten sich die Seelen die Art und Weise vorstellen, wie Gott versucht, Verirrungen und Sünden von Seelen ausgleichen zu lassen. Er ist allmächtig, beeinträchtigt aber nie den freien Willen und lädt Seelen dazu ein, die vielen Arten von Fehltritten auf dieser Welt ausgleichen zu helfen, damit die Wirkungen der Werke des Bösen gelähmt werden. Man darf es ruhig auch so sehen – so die Herrin aller Seelen –, dass Gott, indem Er Verirrungen zulässt, dadurch gleich dem Bösen ein Zeichen zu setzten versucht, dass Er in den Herzen von Seelen, die mit einer verirrten Seele verbunden sind, den Aufruf ertönen lässt, sich dafür zu entscheiden, ihre Prüfungen, die ja teilweise auch mit der verirrten Seele zusammenhängen, als Grundstoff für Gnaden darzubieten und somit die Werke des Bösen unwirksam zu machen.

Wie diese Entwicklung ausgehen wird, kann keine Seele sagen, weil das irgendwo in Gottes Plänen geborgen liegt. Wenn tatsächlich böse Einflüsse wirksam sind, was hier offensichtlich der Fall ist, sind oft viele und langwierige geweihte Prüfungen notwendig, um diese Wirkung umzukehren. Der Grund liegt unter anderem darin, dass die verirrte Seele ständig ihren freien Willen dafür einsetzt, dem Irrweg weiterhin zu folgen. Wichtig wären – außer den vielen Anstrengungen und allem Kummer Ihrerseits:

  1. dass Sie den freien Willen der Tochter an Maria weihen, Tag für Tag. Sie können dazu die Gebete 910, 985 und 1160 verwenden, wobei Sie nur in die dritte Person (sie, ihr... bzw. Verwendung des Namens Ihrer Tochter) umformulieren müssten. Maria sagt immer, der freie Wille ist das Letzte, was Seelen aufgeben wollen. Gott tritt aber keine geschlossenen Türen ein. Er klopft leise, klopft noch einmal usw. Es ist der freie Wille, der die Tür letzten Endes aufschließen muss, damit Gott mit der Gnade der Bekehrung den Tempel der Seele betreten kann;

  2. dass Sie das Herz der Tochter ständig in Liebe hüllen. Selbstverständlich tun Sie das als Vater und Mutter ohnehin, aber es handelt sich hier um eine Empfindung auf einer höheren spirituellen Ebene als gewöhnlich, nämlich um die Einhüllung dieses Herzens in lauter liebevolle Gedanken, ohne die geringste Beimischung an Groll oder welcher negativen Empfindung auch immer. Das ist viel schwerer, als man annehmen würde. Laut Marias Belehrung schafft die Einhüllung eines Herzens in lauter positive Gedanken und Gefühle in der Seele, an welcher diese Gedanken und Gefühle orientiert sind, eine Atmosphäre, die so mit Licht erfüllt ist (Licht ist wie der Hauch Gottes!), dass der Böse allmählich seinen ganzen Einfluss auf diese Seele verliert. Das ist keine leichte Aufgabe, denn obgleich es sich um die eigene Tochter handelt, ist es schwierig, in der irrenden Seele nicht die Unterschrift des Bösen zu sehen, was es an sich schon weniger leicht macht, keine geteilten Gefühle zu hegen. Genau weil es nicht leicht ist, kann es reife Früchte einbringen. Versuchen Sie es, Sie sind in diesem Kampf nicht allein.

Dass sich andere durch die eigenen Werke bekehren, in der unmittelbaren Nähe jedoch Seelen 'von den Löwen zerfleischt werden', wie Sie es treffend ausdrücken, lässt sich spirituell erklären. Der Böse weiß genau, dass er eine Seele, die sich ganz den Werken Gottes zu widmen versucht, am härtesten treffen kann, wenn er seine Bombe ganz nahe explodieren lässt, damit der Lebensweg der ihn bekämpfenden Seele tüchtig erschüttert wird. Nur wenn die eigenen Fundamente wanken (halten Sie sich das Bild der Explosion in unmittelbarer Nähe vor Augen), könnte die Seele sich dazu bewegen lassen, den Kampf aufzugeben, vor Hoffnungslosigkeit, Entmutigung, Erschöpfung, Furcht usw. Ja, der Böse ist ein riesiger Feind, aber für die Seele, die Maria fest im Herzen herrschen lässt, zeigt sich letzten Endes, dass es sich um einen Riesen mit tönernen Füßen handelt.

Ich wünsche Ihnen einen lichtvollen Erfolg. Wir lassen uns gegenseitig nicht im Stich. Seien Sie sich dessen bewusst, dass der Kampf durchwegs anders aussieht, als das menschliche Auge ihn wahrzunehmen glaubt, denn im Herzen Gottes ist auch der Sieg über die Verirrung Ihrer Tochter bereits verfügt. Machen Sie jeden Tag des Wartens auf den sichtbaren Erfolg zu einer Rose für Gottes Reich. Der Anblick des Rosengartens zum Zeitpunkt, den Gott für diesen Erfolg festgelegt hat, wird Sie verzücken. Während der Wartezeit bleibt uns nur die Vertröstung auf diesen Augenblick, der mit Sicherheit kommt.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 181
Bedeutung physischer, geistiger und emotionaler Leiden, Ermüdungen und Unbequemlichkeiten für die Läuterung der Seele und ihre Entwicklung zur Heiligkeit – die 'Warum-Frage' hinsichtlich unserer Leiden – Sonntage in der Fastenzeit

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Das Leben einer jeden Seele auf Erden ist in gewissem Sinne ein Kreuzweg. Gott hatte für die Seelen ein Leben wie im Vorgarten des Himmlischen Paradieses vorgesehen. Die Erbsünde hat den Seelen dieses Vorrecht genommen. Seitdem muss die Menschheit sich diese paradiesische Glückseligkeit durch Anstrengungen erwerben: Diese Glückseligkeit ist kein geschenktes Recht mehr. Die physischen, geistigen und emotionalen Leiden, Ermüdungen und Unbequemlichkeiten unseres Lebens und bei unseren Werken bilden gerade diese Anstrengungen. Dieses System ist von Gott mit erlösender Kraft bekleidet. Das heißt, dass gerade diese physischen, geistigen und emotionalen Leiden, Ermüdungen und Unbequemlichkeiten die Seele läutern, mit anderen Worten: sie so in ihrer Entwicklung zur Heiligkeit fördern, dass sie die Seele aufschließen wie eine Blume, die völlig geöffnet sein muss, um die Fülle von Gottes Liebe in sich aufnehmen zu können. Die Aufnahme der Fülle von Gottes Liebe ist der Zustand, den wir als 'das Ewige Leben in der Himmlischen Glückseligkeit' bezeichnen.

Jesus hat uns dieses System durch Seine schrecklichen Leiden und Seinen Tod am Kreuz erschlossen. Maria, die Mutter Christi, hat Sich Selbst und Ihren eigenen Lebensweg auf mystische Weise vollkommen mit diesem erlösenden Leiden Jesu vereint, in den noch so wenig bekannten schrecklichen Leiden, die auch Sie auf Erden durchstanden hat, an Körper und Seele. Jede Seele auf Erden bekommt von Gott die Chance, sich an diesem System hochheiliger erlösender Leiden zu beteiligen und so völlig Jesus nachzufolgen. Es gibt auf Erden nichts Größeres, nichts Heilvolleres.

Die Seele wird diese Chance automatisch bekommen, weil diese von Gottes unendlicher Liebe ausgeht. Sie kann mit diesem Geschenk zwei Dinge machen: Sie kann es annehmen und sich dadurch die Gnade der Erschließung ihrer Erlösung erwerben, oder sie kann sich dagegen auflehnen. Diese letztere Möglichkeit heißt nicht, dass sie von ihren Leiden befreit werden soll, sondern, dass diese ihr keine Gnaden einbringen werden. Die Seele wird sich ihrem Schicksal widersetzen, wenn es ihr an Liebe zu Gott, zu Seinem Heilsplan und zu ihren Mitgeschöpfen mangelt. Ihre Mitgeschöpfe kann sie ja durch ihre Leiden erlösen helfen, oder – wenn es sich um Tiere handelt – kann sie deren Lebenswelt durch ihre Leiden im Gleichgewicht erhalten helfen.

Gottes Weisheit bestimmt, welche Arten von Leiden jeder Seele zufließen werden. Dies hängt mit den nachfolgenden Faktoren zusammen:

  • mit den Entwicklungen von Gottes Heilsplan;
  • mit den spezifischen Lebensberufungen der unterschiedlichen Seelen;
  • mit der Beschaffenheit, mit der die physischen Körper versehen sind, in denen diese Seelen ihr Leben führen müssen.

Jede Seele muss ihren Lebensweg in einem spezifischen physischen Körper absolvieren. Dieser Körper ist mit bestimmten Merkmalen, Schwächen usw. versehen. Dadurch ist manche Seele für Krankheit A anfälliger, manche Seele für Krankheit B usw. Gott verfolgt damit eine Absicht. Darüber hinaus verbindet Er mit den fast unendlichen physischen Krankheitsbildern und Behinderungen auf der seelischen Ebene die Möglichkeit der Abbüßung bestimmter Entgleisungen in der spirituellen Wirklichkeit. Dies heißt nicht unbedingt, dass eine Seele einer bestimmten Krankheit unterliegt, weil Gott sie eine spezifische Entgleisung, eine spezifische Art von Sünden usw. abbüßen lassen will, sondern dass die Seele die Chance bekommt, ihre Krankheit so (vorzugsweise an die Gottesmutter) zu weihen, dass diese dafür benutzt werden kann, Gnaden zu erwirken, die bestimmte Entgleisungen auf den höheren Ebenen der Wirklichkeit (also, auf den Ebenen der seelischen Entwicklungen, z.B. spezifische Sünden) ausgleichen.

Es kann der Fruchtbarkeit einer Seele auf Erden sehr zuträglich sein, wenn sie ihre physischen Behinderungen in Annahme und Liebe an Maria weiht und dabei den Loskauf der Menschheit aus den Auswirkungen bestimmter Sünden (oder der Sündhaftigkeit im Allgemeinen) erfleht.

Ich kann nachvollziehen, wieso Sie sich in Bezug auf Ihre Leiden die bekannte 'Warum-Frage' stellen. Maria beantwortet diese Frage in manchen Fällen, wenn es für die Seele notwendig ist, dies zu wissen. Nur Gottes Weisheit kann bestimmen, wann dies der Fall ist. In den meisten Fällen beantwortet Maria diese Frage nur dadurch, dass Sie die Seele auf die ungeahnten Früchte ihrer Leiden hinweist. Sie tut dies aus reiner vollendeter Liebe, weil es der Seele durchwegs viel mehr Verdienste einbringt, wenn sie nicht weiß, was hinter ihren Leiden steckt. Das 'Warum' unseres Schicksals ist immer in Gottes Mysterien geborgen, und so soll es auch sein: Je weniger wir hier und jetzt von dem Rosengarten unserer Himmlischen Verdienste sehen dürfen, desto mehr sehen wir in der Ewigkeit davon. Ich könnte es so ausdrücken: Verlangen Sie nicht, das 'Warum' Ihres Schicksals hier und jetzt zu kennen, denn dieses Warum ist wie eine Blume die, wenn man sie sich mit irdischen Augen anschaut, verwelkt, und nur unverwelkbar bleibt, wenn man sie sich erst mit den verherrlichten Augen des Himmelsbewohners anschaut.

Der Mensch glaubt manchmal, er 'verdiene' die Antwort auf die Fragen, die mit seinem Wohlbefinden im Zusammenhang stehen. Die Wahrheit Gottes lautet jedoch, dass die Menschenseele gar nichts mehr verdient, seit sie den Heiligen Bund mit Gottes Liebe gebrochen hat. Vertrösten Sie sich deswegen mit der Sicherheit, dass Sie dies alles später, nach diesem Leben, in der Fülle wissen werden. Erst dann wird Ihre Seele dazu imstande sein, diese Information richtig zu bewerten und sie richtig zu würdigen. Die Herrin aller Seelen vertraute mir einst an, die Mehrheit der Seelen wünschen sich in der Stunde des Gerichtes vor Gottes Thron, nach diesem Leben, inständig, sie hätten sich auf Erden viel weniger mit dem Warum ihres Schicksals beschäftigt und dieses Letztere einfach viel bewusster gelebt, in Einheit mit den Herzen Jesu und Mariä.

Über die von Ihnen erwähnten Seelen kann bzw. darf ich keine Informationen erteilen. Maria erteilt diese Informationen äußerst selten, weil Sie unbedingt vermeiden will, dass Seelen sich gegenseitig beurteilen und weil die seelische Verfassung einer Seele eine Sache ist, die sich strikt zwischen dieser Seele und Gott vollzieht.

Auch die Frage, wie viele Heilige Messen eine bestimmte Seele benötigt, kann nie beantwortet werden. Der Grund liegt in der Tatsache, dass die Befreiung aus dem Fegefeuer mit einem so vielseitigen Komplex von Faktoren zusammenhängt, dass die Zeit der Läuterung einer Seele nicht in Zahlen ausgedrückt werden kann. Alles kommt letzten Endes darauf an, in welchem Maß diese Seele die wahre Liebe in sich aufnimmt, denn es sind die Vorgänge der wahren Liebe in einer Seele, welche den Zeitpunkt ihrer Befreiung aus dem Fegefeuer bestimmen.

Soll man die Sonntage während der Fastenzeit auch fasten? Nein. Allerdings legt Maria den Seelen nahe, sie mögen sich auch an den Sonntagen in der Fastenzeit mäßigen. Fasten ist übrigens nicht nur eine Frage der Mäßigung in der Nahrungsaufnahme, sondern noch mehr eine Frage der Reinigung im Herzen. Das Herz (das Gefühlsleben) soll von manchem Ballast befreit werden, und Gewohnheiten, welche dem Wachstum der Seele nicht zuträglich sind, sollen bewusst bekämpft werden. Die Fastenzeit ist von Gott als eine Zeit der Tiefenreinigung beabsichtigt. Es versteht sich, dass dieser Vorgang nicht unterbrochen werden kann, weil es Sonntag ist. Gerade die Sonntage sollten Einladungen zur Verherrlichung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit sein. Verherrlichung von Gott ist unmöglich, wenn sie nicht von einer Seele ausgeht, die in allem die wahre Reinheit (auch jene des Herzens) anstrebt. Vergessen wir nie: Fasten ist keine Tätigkeit, es ist eine Gesinnung und soll in vielerlei Hinsicht zu einer Lebenshaltung werden.

In Marias Namen möchte ich Ihnen für die Leiden danken, die Sie in Annahme auf sich nehmen, und Sie dazu einladen, diese noch inständiger an Sie (Maria) zu weihen, im Bewusstsein, dass es sich um Geschenke handelt, deren wahre Natur Sie jetzt noch nicht sehen dürfen, später schon. Da kommt die Zeit, in der Sie sehen werden, dass sich die Dornen der Rosen in Wahrheit aus reinem Gold zusammensetzen. Das Gold ist bekanntlich die Farbe der vollendeten Heiligkeit, die nicht von dieser Welt ist.

In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 182
Das Wachsen der Seele ist keine geradlinige Entwicklung – Beseelung durch den Heiligen Geist – Gehorsam einem Vorgesetzten gegenüber ist Gehorsam Gott
gegenüber

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

So wie jedes Wachstum ist auch das Wachsen der Seele keine geradlinige Entwicklung. Die seelische Entwicklung lässt sich sehr wohl mit der Erfahrung des Bergsteigers vergleichen, der hin und wieder einen Sprung wagen muss, der, wenn er gelingt, ihn auf eine höhere Ebene bringt, aber wenn er misslingt, ihn abstürzen lassen kann. Der riesige Unterschied zu der Lage des Bergsteigers besteht allerdings darin, dass die Seele, die sich vollkommen Maria geweiht hat, von Ihr tadellos und unfehlbar aufgefangen wird, mit dieser einzigen Voraussetzung: Sie muss den Sprung unternehmen.

Liebe Schwester, es freut mich, dass die Aufdeckung mancher Schwäche schmerzhaft ist, weil Sie nur dann auf der höheren Ebene landen: Der Schmerz ist jener der Läuterung. Keine Kugel kann entfernt werden, ohne sie herauszuholen. Dieser Vorgang schafft zunächst eine noch größere, blutende und schmerzliche Wunde, aber mit dem Bluten spült auch manches Unreines heraus und fängt durch die Wirkung von Gottes Intelligenz im Körper gleich der Heilungsprozess an. So ist es auch in der Seele: An jenen Augenblicken, wo es uns trotz tugendhafter Anstrengungen vor uns selbst am meisten ekelt, sind die Wirkungen der Gnade Gottes am tiefsten. Unsere Seele gleicht manchmal einer Baustelle: Schotter, Trümmerhaufen, Schmutz, Balken, Wasserpfützen, Gruben... unwirtlich, feucht, windig und kalt, und trotzdem der Anfang einer ganz neuen Wohnung, die einmal der Ort sein wird, zu dem wir bei Regenwetter unsere Zuflucht nehmen, um die Geborgenheit, die Wärme und die innere Ruhe wiederzufinden. Ihre Seele ist zurzeit eine Baustelle der Gottesmutter. Lassen Sie Maria alle Macht über sich ausüben und Sie werden Wunder erleben, denn Ihre Macht heißt 'vollendete Liebe'.

Der derzeitige Knoten in Ihrer Seele ergibt sich aus einer zeitweiligen Unfähigkeit, loszulassen. Sie haben eine schöne Seele. Deren Schönheit basiert auf Ihrem sehnsüchtigen Wunsch danach, die wahre Liebe Gottes unaufhaltsam strömen zu lassen. Schon als Kind hat Ihnen jeder Mangel an Liebe innigst wehgetan. Sie wollten jedem Geschöpf die wärmste Liebe schenken und sehnten sich nach aufrichtiger Liebe. Diese Strömung ist in Ihrem Leben bisher oft verhindert worden. Sie haben in Ihrem Leben in letzter Zeit im Grunde genommen nur zwei richtige Anhaltspunkte, mit denen Sie wirklich Liebe austauschen können. Ich brauche Ihnen diese beiden Punkte nicht zu verraten, Sie kennen diese ja selbst. Der Herd der Geborgenheit, der für Sie zurzeit am Greifbarsten ist, liegt in der Schule. Es stimmt deswegen, dass Sie unbewusst davon abgehalten werden, sich bei der gesetzten Schulaufgabe völlig zu geben. Dazu soll ich Folgendes sagen:

Sie sind besonders intelligent. Das ist eine Gabe Gottes. Ihre Himmlische Mutter und Herrin möchte mit Ihnen zusammen einen fruchtbaren Lebensweg gehen und verspricht Sich vieles davon, weil Sie weiß, wie groß Ihre Fähigkeit zu lieben ist. Sie wagen es in letzter Zeit nicht mehr, es sich selbst gegenüber zuzugeben, weil Sie gerade das Gefühl haben, Sie wären nicht imstande, aufrichtig zu lieben. Das ist ein Irrgedanke, geben Sie dem nicht nach. Vieles wird der Seele verborgen, manchmal vom Himmel, manchmal vom Bösen. Im ersten Fall handelt es sich um die verborgenen Geschenke, die wir selbst aus unserem freien Willen und unserem beharrlichen Sehnen heraus entdecken müssen, damit sie voll fruchtbar werden. Im zweiten Fall handelt es sich um die Verblendungswerke des Bösen, der uns glauben lassen möchte, wir taugen zu nichts, weil er uns um jeden Preis daran hindern will, Gott und Maria mit dem zu dienen, was wir aus unseren Himmlischen Geschenken machen und so gegen ihn anwenden können.

Betrachten Sie es mal so: Sie wissen mit Sicherheit, dass Sie ein Herz und eine Leber haben, obwohl Sie diese nie gesehen, gehört, gerochen, betastet, geschmeckt haben. Sie wissen mit Sicherheit, dass Sie sich eine Sendung im Fernsehen anschauen können, weil es Fernsehwellen gibt, die durch die Luft übertragen werden, obwohl Sie diese Wellen nie in der Luft gesehen, gehört, gerochen usw. haben. Genau so ist Ihre Fähigkeit zu lieben unversehrt in Ihnen zugegen, ja sie ist um ein Vielfaches verstärkt, seit Sie die Allerheiligste Jungfrau Maria näher kennen, aber Ihnen haben die Umstände den Blick verdüstert. Daher rührt auch das Gefühl, sie wären völlig blockiert: Eine Blockade im Funktionieren eines Menschen ist oft nichts anderes als das Kind einer Blockade in der seelischen Empfindung, wenn die Seele Unterbrechungen in der Strömung der Göttlichen Liebe in ihrer Umwelt nicht verkraften kann. Dem Kern der Seele kommt es dann vor, als ob das größte Geschenk Gottes vergeudet würde und sich die Geschöpfe gegenseitig im Verborgenen krank machen. Das ist ein Knotenpunkt, mit dem manche Seele im Laufe ihres Aufstiegs in der seelischen Entwicklung nicht zurechtkommt. Dieses Symptom verbirgt keine 'Krankheit', sondern im Gegenteil eine gründliche Gesundung der Seele.

Ihnen sind die Wunder einer inbrünstigen Liebe, einer scharfen Intelligenz und eines tiefen Sehnens geschenkt worden, ein reines Leben zu führen, das Sie Gott wie tägliche Blumen anbieten möchten. Ihre Himmlische Mutter und Herrin möchte Sie auf eine Reise durch die Wunder der Seele mitnehmen, aber bittet Sie um eins: Bezeugen Sie Ihr – und durch Sie, Gott – die reinste Liebe, indem Sie die Jahresaufgabe fertig machen, und zwar mit Einsatz dieser schönen, doppelten Gabe Gottes: Ihrer Intelligenz und Ihrer Liebe. Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen, wie tief man in einer Schulaufgabe gehen kann, wenn man sie mit richtiger Liebe antritt. Sobald man nicht nur den Verstand, sondern auch die Liebe in einer Schulaufgabe zur Entfaltung bringt, kommt es einem gleich vor, als schriebe man die Arbeit eigentlich nur zum Teil selbst: Den übrigen Teil schreibt eine Kraft, die außerhalb sich selbst steht. Diese Kraft ist die Beseelung vom Heiligen Geist. Beseelung ist viel mehr als Erschließung des Verstandes, sie ist Entfachung mit einem Feuer, das daraus hervorgeht, dass sich die Seele freiwillig dem Göttlichen Leben aufgeschlossen hat. Wo das Göttliche den heiligen Kern der Seele berührt, entfaltet sich die schöpferische Kraft Gottes. Die Seele selbst wird umgestaltet und schafft ihrerseits große Dinge, weil diese Dinge den Hauch Gottes in sich tragen.

Dies ist der Akt der Liebe, auf den die Gottesmutter zurzeit wartet. Noch heute Abend werde ich die Herrin Ihrer Seele und meiner Seele aus allen Kräften darum flehen, Sie möge Ihnen die Kraft, die Beseelung, die Ausdauer und die Zuversicht schenken, diese Arbeit zu Ende zu bringen. Ich zweifle keinen Augenblick daran, dass es eine schöne Arbeit wird, denn der Heilige Geist wird Sie vollkommen aufschließen und Maria wird Ihnen die Hand bewegen und das Herz nähren. Indem Sie die Fülle Ihrer Begabung darauf verwenden, diese Arbeit fruchtbar zu vollenden, werden Sie genau dasjenige tun, wonach Sie sich jetzt sehnen – wie Sie es selber ausdrücken: Sich in die Arme Gottes fallen lassen.

Die Vollendung dieser Aufgabe ist nicht nur ein Akt der Liebe Gott und Maria gegenüber. Sie ist ebenfalls ein Akt des Gehorsams einer Göttlichen Verfügung gegenüber. Tatsächlich: Jede Aufgabe auf unserem Lebensweg, auch eine Schulaufgabe, die uns erteilt wird, sollen wir als eine Aufgabe betrachten, die Gott Selbst uns erteilt und die Teil unseres gesamten Lebensauftrags ist. Die Göttliche Vorsehung tut mit all dem etwas. Sogar eine Schulaufgabe wird von Gott voll dazu benutzt, die Seele des Schülers in manchem auszubilden, nicht nur geistig, auch seelisch, im Bereich der Tugenden und der Bildung unserer Einstellung dem Leben, sich selbst und vielen anderen Dingen gegenüber. Wenn man sich in einer Schulaufgabe nicht vollkommen gibt, kommt das in Gottes Augen einem mangelhaften Gehorsam gegenüber Seinen Verfügungen gleich. Die meisten Seelen lernen dies nie so zu betrachten, aber so ist es: Ein Vorgesetzter auf Erden erfüllt immer die Rolle desjenigen, der (selbstverständlich unbewusst) die Verfügungen Gottes auf Erden vertritt. Aus diesem Grunde wird Gott Sie reichlicher segnen, wenn Sie aus Respekt vor der Lehrerin, vor dem Schulvorstand usw. jede Aufgabe rechtzeitig einzureichen versuchen, nach Einsatz aller Ihrer Fähigkeiten.

Nach dieser Arbeit werden Sie die Führung Marias empfinden in Bezug auf dasjenige, was Ihnen nach diesem Schuljahr bevorsteht. Eins nur verlangt Maria inständig von Ihnen: Vertrauen auf Ihre Himmlische Liebe. Betrachten Sie sich als Bergsteigerin, Sie werden Ende dieses Monats das Edelweiß pflücken und im Mai werden Sie sich den Gipfel unter die Füße legen. Eine Menschenseele ist nicht erschaffen worden, um sich von den Betrübungswerken des Bösen entmutigen zu lassen. Verherrlichen Sie die unüberwindliche Macht der Herrin aller Seelen, indem Sie Ihre wunderbare Begabung auspacken und sich deren Inhalt völlig verinnerlichen.

Sie besteigen den Berg nicht alleine. Sie werden eine unfehlbare Führerin haben, und Ihre Myriam ist immer da, um zu dienen. Ich sehe erfreulichen Nachrichten Ihrerseits entgegen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam, Laudate Mariam!


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Brief 183
Warum bleiben uns Göttliche Mysterien verborgen? – Fehlgeburten: Verbleib der Seelen dieser Kinder, Weihe dieser Kinder an Maria, nachträgliche Taufe

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Viele Dinge hier auf Erden passieren, ohne dass wir, Menschen, ihren tieferen Sinn durchschauen dürfen. Wir können das bedauern, aber immerhin ist es Gottes Weisheit, die diesen Schleier über unsere Erkenntnis fallen lässt. Seelen dürfen nicht die Fülle von Gottes Absichten und Plänen durchschauen, weil es sich da zunächst um Göttliche Mysterien handelt und jede Seele darüber hinaus finsteren Einflüssen ausgesetzt ist. Gott lässt Seine Geheimnisse in Bezug auf die Vollziehung Seiner Pläne nicht von Augen ergründen, deren Wahrnehmung nicht makellos sein kann. Aus diesem Grunde hat unter den erschaffenen Seelen nur Maria, die Unbefleckte Empfängnis, bis in den Kern vieler Göttlicher Mysterien schauen dürfen und eine außerordentliche Macht über die Gestaltung deren Erfüllung erhalten, in diesem Sinne, dass Sie uneingeschränkte Macht über die Seelen erhalten hat. Durch diese Macht besitzt Sie die Fähigkeit, die Denk- und Gefühlsmuster der Seelen so zu lenken, dass die Seelen bereit sind, ihren freien Willen mit dem Willen Gottes gleichförmig zu machen. Dies gilt allerdings nur in dem Maße, wie sich die Seelen Maria hingeben.

Aus dem verschleierten Charakter unserer Wahrnehmung ergibt sich für uns manche Unsicherheit. Gerade diese gehört zu unseren wertvollsten Schätzen, denn wenn wir alles wüssten, hätten wir nicht länger den Verdienst eines blinden Glaubens. Ihre so interessante Frage darf ich auf jeden Fall ohne weiteres beantworten:

Sie haben zwei Kinder durch Fehlgeburten verloren und fragen, ob diese Kinder bereits in der ewigen, uneingeschränkten Anschauung Gottes sind, oder ob dazu noch etwas fehlt, das Sie als Familie beitragen können.

Wie es die Herrin aller Seelen früher bereits angedeutet hat, wird die Seele eines Kindes, das Opfer einer Fehlgeburt wird, ohne weiteres in den Himmel aufgenommen. Der Grund ist einfach dieser, dass diese Seele sich in keinerlei Weise hat versündigen können. Sie können als Familie trotzdem tatsächlich etwas tun, nicht etwas, das diesen beiden Seelen zugute kommen soll, sondern etwas, das als Akt der Wiedergutmachung zugunsten des Göttlichen Heilsplanes zu verstehen ist:

Die Herrin aller Seelen bittet Sie darum:

  1. Sie mögen die Seelen der beiden Kinder, die Sie durch Fehlgeburt verloren haben, ebenso wie die Zeit, in der Sie als Mutter diese beiden Seelen in sich haben tragen dürfen, formell Maria weihen, das heißt: für die Ewigkeit Maria anvertrauen. Das ist wichtig, weil ein solcher Weiheakt diese Seelen und die Zeit, in der sie im Mutterschoβ getragen wurden, aus freiem Menschenwillen mit Gottes Werken verbindet. Gott verfolgt auch mit Fehlgeburten ganz bestimmte Absichten. Die Weihe der Geschehnisse selbst und sämtlicher damit einhergehender Gefühle, Schmerzen usw. gilt in Gottes Augen als Akt der Hingabe, was alles vollkommen fruchtbar macht. Weihe an Maria, ungeachtet desjenigen, was man Ihr weiht, verbindet das Geweihte mit dem Herzen Gottes, wodurch es voll in den Göttlichen Heilsplan aufgenommen wird.

  2. Sie mögen mit dieser Weihe einen Akt der Wiedergutmachung für die vielen Abtreibungen verbinden, die täglich absichtlich erfolgen. Während bei der Abtreibung die Rede von freiwilliger Beendung der Schwangerschaft ist, handelt es sich bei spontaner Fehlgeburt um ungewollte Beendung. Indem Sie Ihre beiden schmerzhaften Erlebnisse in Hingabe an den Göttlichen Heilsplan annehmen und Maria gegenüber Ihren Glauben daran aussprechen, dass Gott diese beiden Opfer benötigt hat und Sie Ihm diese somit von Herzen schenken möchten, leisten Sie Wiedergutmachung für die vielen Handlungen, durch welche Seelen Gottes Vorhaben nicht respektieren. Sie werden tief im Herzen merken, dass manche graue Wolke sich in der Sonne einer neuen Hoffnung auflöst und dass Sie freier atmen werden. Die Seele wird einen Weg finden, wieder im Licht von Gottes Gegenwart zu baden.

Ihre Frage bezüglich des Geschlechtes der beiden Kinder, die Sie nicht haben gebären dürfen, wird von der Gottesmutter nicht beantwortet. Durchwegs bedeutet das Ausbleiben einer Antwort, dass es sich um Kenntnis handelt, welche die Seele für ihren Heilsweg nicht braucht. Für die verherrlichte Seele, und das sind Ihre beiden ungeborenen Kinder auch, gilt, dass deren Geschlecht in jenem Teil von Gottes Wirklichkeit unwichtig ist. Auch die Namen dieser beiden Kinder könnte ich Ihnen aus einem ähnlichen Grund nicht sagen. Tatsächlich erhält auch die ungeborene Seele in der Herrlichkeit einen Namen. In manchen Fällen heißt eine Seele im Himmel sogar anders als auf Erden. Nähere Einzelheiten darf ich Ihnen dazu momentan nicht mitteilen.

Die nachträgliche Taufe, die Sie vorgenommen haben, ist in Gottes Augen auf jeden Fall etwas Schönes. Sie bezeugt Respekt gegenüber Gottes Verfügung, diese Seelen zu sich zu nehmen, und sagt eigentlich aus, dass Sie diesem Göttlichen Einschreiten eine sakrale Bedeutung beigemessen haben und dass Sie auf Seine Barmherzigkeit hoffen, Er werde diese beiden Seelen als getauft, also als Mitglieder der Christengemeinschaft betrachten. Das hat Er tatsächlich getan.

Freuen Sie sich über diese beiden Fürsprecher im Himmel. Sie werden Sie und Ihre ganze Familie mit dem Licht ihrer unaufhörlichen Gebete begleiten. Einmal werden Sie selbst diesen beiden Mitgliedern Ihrer Familie im Paradies zum ersten Mal richtig begegnen. Es wird eine Begegnung sein, deren Schönheit Sie sich kaum vorstellen können, denn sie wird in ganz anderen Umständen stattfinden als jegliche Begegnung hier auf Erden. Diese Freude verdienen Sie sich jetzt bereits, durch Weihe, Hinnahme und wahre Hoffnung. Eins möchte ich Ihnen auf jeden Fall nicht vorenthalten: Die beiden Seelen sind Ihnen dankbar dafür, dass Sie ihnen Liebe und die Wärme und Nahrung des Mutterleibes geschenkt haben, um sie anschließend an Gott 'abzutreten'. Durch die Weihe wird dies zu einem Akt selbstloser Nächstenliebe, der Ihnen allen ins Lebensbuch geschrieben worden ist. Freuen Sie sich darüber, so wie ich es mit Ihnen und für Sie tue.

Seien Sie meines liebevollen Gebetes versichert!

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 184
Den tiefe Sinn des Leidens – Leiden und die gelebte Weihe an Maria – Leiden als ewige Lebensversicherung

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Wie auffällig hat doch jede Familie zu leiden, in der sich das wahre Licht den Weg in die Herzen hat bahnen dürfen. Gott weiß, wie sehr ich Ihnen durch die Worte Mut machen möchte, es werde bald 'besser gehen'. Leider kann ich das nicht. Das Leiden ließe sich eigentlich, etwas überspitzt ausgedrückt, mit einem Virus vergleichen: Gegen ein Virus gibt es keine Arznei, man kann nur den Widerstand stärken, damit es der Körper selber überwinden kann. So ähnlich ist es mit dem Leiden: Es gibt keine Arznei dagegen, man kann nur den Widerstand der Seele stärken, damit sie das Leiden in der richtigen Weise 'besiegt', das heißt: damit sie das Leiden so in sich einzubauen weiß, dass sie von ihm genährt wird, dass sie heiliger wird. Ja, das Leiden ist nur in ihrer Auswirkung einem Virus ähnlich, wenn die Seele es zulässt, dass diese Art von Wirkung erzeugt wird. Das Leiden ist in Wirklichkeit von Gott als die Schatztruhe der Seele gemeint. Die Seele kann aus dem Kontakt mit dem Leiden zwei gegensätzliche Dinge übrig halten: Entweder wird sie von ihm geschwächt, unterminiert, verunsichert, sogar zur Gotteslästerung oder zum Verlust des Glaubens veranlasst, oder aber sie weiß solchermaßen damit umzugehen, dass sie es in Geschenke an Gott umwandelt und sich dadurch Schritt für Schritt heiligt, indem sie es als Schlüssel zum Tor der Gnaden anzuwenden versteht.

Sie schreiben es selbst: Immer wieder muss ich es betonen: Jedes Leiden hat einen sehr tiefen Sinn. Bald werden Sie diese These in der Schrift Die Ernte der Ewigen Liebe weiterhin bestätigt und belegt finden. In weltlicher Hinsicht ist Leiden immer 'beladen'. Wir empfinden es leicht als etwas Beschwerliches, weil es in jenem Sinne eine finstere Komponente in sich trägt, dass die Einstellung des Menschen gegenüber ihm sehr leicht vom Bösen beeinflusst wird. Das Leiden trifft die Seele (physisch, seelisch, geistig, emotional...), und sie hat gleich gegen manche hochkommende Empfindung anzukämpfen: Was, wenn dies weiter geht? Was, wenn es sich noch verschlimmert? Werde ich noch 'normal' funktionieren können? Was mit denjenigen, die mir teuer sind? Werde ich niemandem zur Last fallen? Werde ich nun von anderen abhängig? Wo ist Gott denn geblieben? usw...

Der Böse greift die Seele an und arbeitet darauf hin, dass sie das Herz verschließt, aus Furcht, von ihren Emotionen überwältigt zu werden, und den Verstand weit öffnet. Sobald die Seele dieser Veränderung nachgibt, wird sie dem Bösen und seinen Einflüsterungen nahezu unbewaffnet ausgeliefert, denn das Denken und Analysieren verwandelt sich rasch in Grübeln und Zweifeln, und da betritt die Seele das bevorzugte Gelände der Versuchung zur Entmutigung. Das alles bringt Finsternis in der Empfindung des Leidens: Die Seele tritt nicht leicht unbefangen an ein Leiden heran. Das kann sie aber durchaus lernen, durch die gelebte Weihe an Maria.

Sobald sich die Seele an Maria weiht, wird sie buchstäblich Soldat im Kampf gegen die Finsternis. Die Menschheit braucht Erlösung. Jesus hat uns die Erlösung durch Seine Leiden 'gekauft', aber wir müssen die Wirkungen Seiner Leiden in unserem eigenen Leben erschließen. Dies alles wäre nicht nötig gewesen, wären da nicht die Erbsünde und sämtliche weiteren gelungenen Versuchungen von Seiten der Finsternis gewesen. Da Gott die Leiden als 'Gegengift' gegen die Wirkungen der Sünde oder als 'Münze' zum Loskaufen der Seelen aus den Wirkungen der Sünde verfügt hat, ergibt es sich wie von selbst, dass die Seele, die sich vollkommen Maria, der von Gott ernannten Führerin im Kampf gegen die Finsternis und in der Heiligung der Seelen in der Nachfolge Christi, hingibt, zur Zielscheibe Satans wird. Die Seele wird dann geprüft, wird wegen dieser Prüfungen obendrein noch vom Bösen angegriffen. Ihr wird vorzugsweise in ihrer unmittelbaren Umwelt entgegengewirkt, denn sonst wäre die Auswirkung nicht so groß, und bald hat sie den Eindruck, ihr Leben wäre seit ihrer Weihe an Maria vom Regen in die Traufe gekommen.

Im Grunde genommen aber ist diese Empfindung wie die Auster, in der sich die Perle verbirgt, oder wie die harte Schale, in der sich das Fruchtfleisch verbirgt: Man findet den Schatz erst, nachdem man mit Mühe und Not die Truhe hat öffnen können und wollen (Man muss sich zunächst etwas von dieser Beharrlichkeit versprechen und davon überzeugt sein, dass die Anstrengung wirklich der Mühe wert ist). Dieses Letztere ist eigentlich nichts anders als der wahre Glaube.

Gott hat mit jeder Seele einen Plan. Er weiß, was notwendig ist, damit Sein Heilsplan sich verwirklichen kann und möglichst viele Seelen die Früchte der Erlösungswerke ernten können, und Er weiß auch, was Er von dieser und von jener Seele erwarten kann, inwieweit sie zum Kampf bereit ist, wie weit ihre Liebe geht, usw. In Ihrer Familie hat Er die Saat reifer Früchte gespürt und einen starken Willen, um voranzukommen. Genau deswegen wächst im Boden Ihrer Familie bereits das Getreide, aus dem Gott das Brot Ewigen Lebens bereitet. Sie bekommen diese Getreidepflanzen nicht leicht zu Gesicht, weil der Boden ständig von Wind und Regen umgewühlt wird. Deswegen sind Sie sich der bevorstehenden Ernte nicht immer bewusst. Wäre es Ihnen behilflich, wenn ich Sie mit der Versicherung vertröste, dass sich gerade unter der Bodenoberfläche manches tut? Als Mitglied einer Bauernfamilie leuchtet Ihnen dieses Bild ohne jeden Zweifel ein. Was können Sie mit all dem denn tun?

Ich weiß, dass es nicht leicht ist, einem chronisch erkrankten Menschen von einer Therapie abzuraten, vor allem nicht dann, wenn er unter ärztlicher Aufsicht steht. In Wahrheit kann ich nur sagen, dass die Gottesmutter immer an erster Stelle rein natürliche Heilmittel bevorzugt. Hat sich ein Patient jedoch unter ärztliche Überwachung stellen lassen, so missbilligt es der Himmel, vom Standpunkt des Patienten aus, nicht, wenn dieser sich auch klassisch-medizinischen Empfehlungen fügt, aus 'Gehorsam'. Kann mit natürlichen Heilmitteln kombiniert werden, desto besser, weil diese wesentlich genauer dem von Gott geschaffenen Naturgesetz und der Göttlichen Intelligenz entsprechen.

Warum muss der Vater so leiden? Das weiß nur Gott. Sie können auf jeden Fall dessen versichert sein, dass auch schwere Leiden nicht ein 'einseitiges Geben' darstellen: Sie sind lediglich die 'menschliche Prämie' einer Lebensversicherung, welche zur ewig dauernden Herrlichkeit berechtigt. Jeder Euro, den wir im Rahmen dieser Lebensversicherung an Gottes Heilsplan bezahlen, bringt eine Auszahlung von vielen Tausenden von Euros im Paradies ein. Den genauen Grund eines jeden Leidens dürfen wir hier auf Erden selten erfahren, in der Stunde des Lebensgerichtes schon, und glauben Sie mir: Dieser Grund macht immer einen sehr tiefen Sinn, denn er ist eine Frucht der Göttlichen Liebe und Weisheit. Für wen oder was müssen Sie und Ihre Familie sühnen? Buchstäblich für die Sünden der ganzen Menschheit ab dem irdischen Paradies bis zum Ende der Zeiten, denn zu jener Sühne sind wir alle berufen.

Meine größte Hoffnung ist es, Ihnen durch diese von Maria inspirierten Worte einen kleinen Strahl der niemals untergehenden Sonne aus dem Paradies des Ewigen Friedens zukommen lassen zu können. Meine besondere Freude ist, zu wissen, dass Worte der Ermutigung immer auf einer Grundlage Göttlicher Wahrheit beruhen, denn was nach diesem Leben kommt, wird schöner in dem Maße, wie wir hier die Leiden, die Prüfungen, in Liebe, Weihe und Hoffnung angenommen haben. Jeder Tag des Leidens wird mit einer Ewigkeit von Rosen vergolten. So verfügt es das Gesetz der Göttlichen Liebe.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 185
Umgang mit einer Seele, mit der man scheinbar nicht oder nur schwer auskommt – Das Gesamtsystem der Schöpfung

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Gott führt Seelen zusammen und Er tut dies immer mit dem seelischen Wohl jeder Seele und der Verwirklichung Seines Heilsplans für sämtliche Seelen im Herzen. Aus menschlicher Sicht stellt sich öfters heraus, dass es Seelen gibt, mit denen wir nicht 'kompatibel' sind. Diese 'Unvereinbarkeit' kann zwei Ursachen haben:

  1. Entweder die andere Seele weicht in mehreren Hinsichten so beträchtlich von unseren eigenen Verfassungen und Gesinnungen ab, dass wir (manchmal nur zeitweise, manchmal auch nur zu bestimmten Zeitpunkten oder in bestimmten Kontexten) ziemlich schwer mit ihr auskommen;
  2. oder wir spüren in dieser Seele eindeutige Zeichen der Untugend, der Finsternis, und unser Gewissen lehnt sich gegen jeglichen Umgang mit ihr auf.

Obwohl uns in den beiden Fällen nicht gerade wohl ums Herz ist, gilt auf jeden Fall, dass immer die Göttliche Weisheit und Seine Liebe mit im Spiel sind. Gott bringt diese Seele nicht auf unseren Weg, damit diese uns 'quält' oder damit wir uns an ihr ärgern, sondern weil diese Seele uns manches zu lehren hat und wir selber diese Seele manches zu lehren haben.

Betrachten Sie das Gesamtsystem der Schöpfung. Milliarden von Lebewesen leben auf Erden, mit diesem einzigen Ziel (von Gott aus betrachtet): Gottes Schöpfung, die von der Sündhaftigkeit der Menschenseelen schwer ins Ungleichgewicht gebracht worden ist, auf ein neues Gleichgewicht auf einer höhere Ebene der Gnade zuzuführen. Zu diesem Zweck führt Seine unfehlbare Vorsehung Geschöpfe (Menschen und Tiere) zueinander, damit sie einander durch die Art und Weise belehren, wie sie sind. Ein Tier kann sich nicht versündigen, es hat keine Seele im engen Sinne des Wortes (Maria bezeichnet den Wesenskern des Tieres als 'das Lebensprinzip') und es liefert keine unmittelbaren Beiträge zum Göttlichen Heilsplan, liefert dafür aber durchaus unzählige indirekte Beiträge zu demselben, und zwar durch seine Beziehungen zu den Menschen und durch die Einflüsse, die es auf unterschiedliche Weisen auf das Verhalten der Menschenseele nehmen kann (die Rolle der Tiere in diesem System sollte zwei Jahre nach Verfassung dieses Briefes in der Schrift Die Bächlein des Heils erörtert und nachgewiesen werden).

Wie geht Gott da vor?

Er kennt die Gesinnungen, Verfassungen, Schwächen, Talente, Neigungen, Gewohnheiten, artgebundenen Merkmale usw. eines jeden Geschöpfes, und aufgrund der Möglichkeiten (die u. a. durch die geographische Ansiedlung bedingt sind) versucht Er, Situationen in die Wege zu leiten, durch welche bestimmte Geschöpfe miteinander in Berührung kommen. Manchmal wächst daraus eine Dauerbeziehung, manchmal nur eine zeitweise Berührung oder eine Beziehung, die durch schwankende Frequenz der Kontakte gekennzeichnet wird. Jede Menschenseele hat Angehörige, Freunde, möglicherweise Haustiere, Menschen und Tiere, denen sie in bestimmten Zeitabständen begegnet, und Geschöpfe, mit denen sie weniger gut auskommt. Egal welche Note wir einem Mitgeschöpf auf einer Skala von 0 bis 10 geben möchten, jedes Mitgeschöpf hat im Rahmen unserer seelischen Entwicklung eine Rolle zu erfüllen. Zuweilen besteht diese Rolle lediglich darin, uns darin zu üben, sehr viel Geduld und Verträglichkeit an den Tag zu legen. Manche Seelen geben uns Kopfschmerzen oder haben auf uns eine ekelhafte Wirkung, und trotzdem hat Gott den Kontakt zwischen diesen Seelen und uns vorgesehen oder billigt es wenigstens eine Zeit lang.

Es kommt oft vor, dass der Böse eine unverkennbare Rolle in unserer Einstellung gegenüber bestimmten Seelen spielt. Es gibt Seelen, die in Gottes Augen durchaus gut abschneiden, aber dennoch auf uns keine anziehende Wirkung ausüben. Uns ist dann, als ob wir mit einer solchen Seele nichts erreichen, als ob diese uns irgendwie 'im Wege steht'. Die tugendhafte Einstellung in jenem Fall ist jene, wobei wir zunächst in unser eigenes Herz schauen, ob da nicht die Rede von einem Mangel an Toleranz oder von Hochmut oder von welcher Untugend auch immer ist.

Gott verlangt von uns nicht, dass wir unbedingt mit jedem eine dauerhafte Beziehung eingehen. Was Er in jedem Fall von uns erwartet, ist, dass wir uns jeder Seele aus einem tugendhaften, liebevollen Herzen heraus nähern, und wenn uns diese Seele wirklich 'nicht liegt', dass wir sie im Gebet an Maria weihen, damit Sie diese Seele mit Licht und Liebe füllt. Dabei ist es uns nicht erlaubt, über diese Seele ein Urteil zu sprechen oder sie mit irgendwelcher Bewertung zu versehen, sondern nur, dass wir Maria bitten, diese Seele zu reinigen und, wenn irgendwie möglich, mit uns vereinbar zu machen. Liegt bei dieser Seele tatsächlich irgendeine Untugend vor oder ist sie mit irgendeinem seelischen 'Fehler' behaftet, der sich auf uns negativ auswirken kann, so wird Maria Selbst es so verfügen, dass unsere gemeinsamen Wege es irgendwann möglich machen, in Liebe getrennte Wege zu gehen. Selbstverständlich spreche ich hier nicht von Beziehungen unter dem Siegel des Ehesakramentes, weil für solche Beziehungen in Gottes Gesetz Sonderbestimmungen gelten. Gottes Vorsehung wird das Beste für Sie bereiten, und Maria wird Sie lenken und führen, auch in der Seele, damit Sie mit der Situation möglichst gut und tugendhaft umgehen.

Es kommt öfters vor, dass der Böse Situationen herbeiführt, die unseren Blick auf unseren Mitmenschen verschleiern und die dafür sorgen, dass es den Anschein hat, dass dieser Mitmensch 'so und so ist', während dies nicht ganz der Wirklichkeit entspricht. Genau aus diesem Grunde sollen wir immer vorsichtig sein, uns von unserem Mitmenschen ein gewisses Bild zu machen. Solche Bilder können trügen. Sie können ruhig davon ausgehen, dass, solange Sie von Ihrem Mitmenschen eigentlich nur das Beste erwarten, die Beziehung zu diesem Mitmenschen wirklich von Gottes Licht erfüllt sein wird. Sie werden ihr ganzes Verhaltensmuster gegenüber diesem Mitmenschen aus einem lichterfüllten Herzen ge­stalten und Sie werden somit das Licht anziehen. Das Göttliche Licht vervielfacht sich ebenso schnell wie die Finsternis es tut. Deswegen bestimmt unsere Herzenseinstellung hochgradig die Art und Weise, wie unsere Beziehungen mit unseren Mitgeschöpfen verlaufen.

Aus diesen Gründen möchte ich Ihnen, auf Inspiration der Herrin aller Seelen, vorschlagen, dass Sie die besagte Person aus Ihrem Brief inständig an Maria weihen, dass Sie insbesondere darum bitten, Sie möge Ihre Beziehung und sämtliche Kontakte mitsamt Ihres eigenen Herzens und des Herzens dieser Person ausdrücklich unter Ihre Herrschaft bringen. Es könnte da in diesem Sinne ein Wunder geschehen, dass sich diese Person anschließend allmählich ganz anders zu Ihnen verhält und dass sich herausstellt, dass eigentlich viele Missverständnisse die Beziehung getrübt haben. Geben Sie einander eine neue Chance. Diese Person weiß zwar nichts von Ihrem Vorhaben, aber unterschätzen Sie nie Marias Macht als Königin der Herzen: Es gehört zu den großen Aufgaben der Herrin aller Seelen, Herzen vollkommen neu zu gestalten, damit sie ein tugendhafteres Leben anfangen können und besser imstande sind, die Liebe strömen zu lassen.

Selbstverständlich bete ich um Unterstützung bei der herbeigesehnten Umwandlung dieser Beziehung, denn Gott hat Sie zueinander geführt, damit Sie gemeinsam Früchte einbringen und Sie sich in beide Richtungen seelisch befruchten. Der Böse möchte diese 'Befruchtung' ausschließen, weil es sich da um ein Werk Gottes handelt. Bitten Sie Maria, Sie möge Ihre Macht anwenden, ihn in seinen finsteren Wirkungen zu lähmen. Hoffen Sie und glauben Sie an die Wirkung des Lichtes in dieser Seele, die ja schließlich Christus in sich birgt.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 186
Das Bild des Lebensweges als das Pflücken von Früchten – Das rechte Ausüben des Amtes einer Schöffin und die Einbeziehung der Herrin aller Seelen dabei

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Die Gottesmutter stellt den Lebensweg einer Seele in den unterschiedlichsten Weisen dar, je nachdem, was Sie uns deutlich machen möchte. So lässt Maria Sie nun Ihren Lebensweg wie das Pflücken von Früchten in einer Obstzucht betrachten. Stellen Sie sich vor, Sie sollen eine gewisse Allee von Obstbäumen entlanggehen. Ihr Lebensweg wäre dann diese Allee in ihrer Gesamtheit, die Sie bis zum Ende gehen müssen. Bei jedem Obstbaum jedoch haben Sie eine gewisse Aufgabe zu erfüllen: Sie sollen da eine bestimmte Menge an Früchten pflücken und sollen sich dabei von einer inneren Stimme führen lassen, welche Früchte Sie genau zu pflücken haben, in welcher Verfassung diese sein sollen, usw. So können Sie den Ihnen bevorstehenden Auftrag am Mittwoch betrachten: wie einen Baum, von dem Sie gewisse Früchte zu pflücken haben.

Das Eigenartige unserer Lebensaufgabe ist, dass wir nur wissen, dass wir sie absolvieren müssen, und dass wir dies innerhalb einer uns geschenkten Zeitfrist machen müssen. Was wir nicht wissen, ist, welche Gattung von Früchten wir am jeweils nächsten Baum vorfinden werden, was da genau auf uns wartet, welche Früchte wir dort genau zu sammeln haben und wie viele. Dieses Bild schenkt Ihnen Maria jetzt, um Sie auf die richtige Verfassung hinzuweisen:

Der Auftrag von Mittwoch ist eine von sehr vielen Aufgaben, die gemeinsam Ihren Lebensauftrag bilden. Scheinbar hat er kaum etwas mit dem Rest Ihres Lebens zu tun. So verhalten sich allerdings eigentlich auch zwei Bäume gegenseitig: Sogar wenn zwei Bäume gleich nebeneinander stehen, brauchen die Früchte doch nicht unbedingt die gleichen zu sein, sie können sogar von einer vollkommen verschiedenen Gattung sein. Trotzdem handelt es sich für Sie um eine Aufgabe, die irgendetwas für Ihr seelisches Heil zu bedeuten hat. Gottes Vorsehung bringt Sie in diese Lage, damit Sie das Beste daraus machen und weil Er der Ansicht ist, dass diese spezifische Gerichtsverhandlung an jenem spezifischen Tag gerade eine Seele wie Sie 'nötig hat'. Gott hat es für angebracht gehalten, dass, in Anbetracht Ihrer derzeitigen seelischen Entwicklung, Sie an jenem Tag bei jenem Gericht als Schöffin auftreten.

Wie sollten Sie sich nach Ansicht der Gottesmutter verhalten? Wie überhaupt hat die Aufgabe eines Schöffen einerseits eine weltliche, andererseits eine spirituelle Komponente. Was von Ihnen aus der weltlichen Sicht erwartet wird, ist grundsätzlich durch den gesetzlich geregelten Aufgabenbereich eines Schöffen bedingt. Aus der spirituellen Sicht allerdings ist die Hauptaufgabe einer jeden Seele in einer jeden Situation jene: dass sie das Göttliche Licht strömen lässt. In Anbetracht des Kontextes (im Rahmen eines Gerichtsverfahrens) werden Sie an jenem Baum die richtigen Früchte dann pflücken, wenn Sie sich durch Liebe, Gerechtigkeit, Milde, Verständnis und Geduld führen lassen und sich jeden Augenblick vor Augen halten, dass jede Seele auf Erden dafür zu sorgen hat, dass sie gegenüber jedem Mitgeschöpf die Gegenwart Gottes spürbar macht.

Die Seele kann sich durchwegs kaum vorstellen, welche Bedeutung ein einfacher Kontakt zwischen Seelen haben kann, und zwar manchmal langfristig. Eine liebevolle, verständnisvolle 'Berührung' zwischen Seelen, hinterlässt zuweilen Eindrücke, die eine Seele für den Rest ihres Lebens prägen. Ein einfaches, aufrichtiges Lächeln, die Wahl eines genau richtigen Wortes zum richtigen Zeitpunkt, eine friedliche, spontane Ausstrahlung usw. können in Seelen, die durch viel Finsternis gehen, manchmal eine Wiedergeburt der Hoffnung zustande bringen, die sie dazu befähigt, an eine Wiedergeburt für ein fruchtbareres Leben zu glauben. Sie dürfen nicht vergessen, dass gerade im gerichtlichen Umfeld viele Seelen von inneren Spannungen geprägt sind und öfters kaum noch an das wahre Licht und die wahre Liebe glauben können. Da jede Seele von Natur aus ein ganzes Leben lang eigentlich nur eins sucht – die Bestätigung ihres Wunsches, es möge doch wahre Liebe geben und sie möge diese doch mal richtig empfinden –, können Sie während einer Gerichtsverhandlung auf manche Seelen einen wesentlich tieferen Eindruck machen, als Sie ahnen können, und zwar einfach dadurch, dass aus Ihnen spontaner Friede strömt. Sie pflücken dabei also nicht nur vom Baum, den die Göttliche Vorsehung Ihnen persönlich als Teilchen Ihrer Pflückarbeit zugewiesen hat, sondern Sie werden ebenfalls in die Lage versetzt, anderen Seelen vielleicht neu Kraft zu schenken für deren Weg und deren Auftrag zwischen den ihnen zugewiesenen Obstbäumen...

Liebe Schwester, das Gericht ist nicht der geträumte Ort, um die Seele aufblühen zu lassen. Trotzdem könnten Sie dort Lichtstrahlen weiterleiten. Das weltliche Gericht sucht die weltliche Gerechtigkeit. Manchmal ist diese durchaus mit der ewigen Gerechtigkeit vereinbar, manchmal auch nicht. Ihre Handlungsfreiheit in jenem Kontext wird von manchen Regeln eingeschränkt, aber es gibt einen Weg, auf dem Sie mit Sicherheit im Sinne Gottes vorgehen können: Weihen Sie sich am betreffenden Morgen ganz besonders Maria, der Herrin aller Seelen, und bitten Sie Sie inständig, Sie möge so voll Besitz von Ihnen nehmen, dass Sie durch Sie spricht, handelt, denkt, lächelt, fühlt und dass Sie Ihre Weisheit und Erkenntnis in Sie ausschüttet. Sie werden merken, dass Sie bald in einen ungeahnten Frieden gehüllt werden und dass Sie wie von selbst wissen werden, wie der Pflückvorgang zu gestalten ist.

Ein Ausnahmezustand wie dieser, lehrt die Seele, auch in anderen – 'üblicheren' – Bereichen des Alltags an alles nur mit Maria im Mittelpunkt des Herzens heranzutreten. Dies ist einer der Gründe, weshalb Gottes Vorsehung dann und wann unsere alltägliche Routine bricht, damit wir daran erinnert werden, unsere Weihe an Maria richtig zu leben. Maria will das Leben der Ihr geweihten Seelen fruchtbar machen, aber wir müssen uns rechtzeitig daran erinnern, dass Sie da ist um, in Erwartung unserer Bitte an Sie, tatsächlich die Stütze unserer Seele, das Klopfen unseres Herzens und die Laterne auf dem dämmerigen Pfad unserer Entscheidungen zu sein. Sie werden merken, dass Maria, wenn Sie Sie tatsächlich dazu einladen, beim Pflücken nicht nur Ihren Arm bewegen wird, sondern darüber hinaus aufgrund der Wärme Ihrer vollendeten Liebe und Ihres Himmlischen Friedens noch die zu pflückenden Früchte schneller reifen lassen wird.

Sie sehen den Ereignissen am Mittwoch mit einiger Befürchtung entgegen. Schließen Sie deshalb diesen kleinen, jedoch wichtigen Bund mit der Himmlischen Herrin, und Sie wird Ihnen auch in jener Aufgabe einen Frieden schenken, der Sie in den Stand versetzen wird, diese Aufgabe als eine Gelegenheit zur seelischen Bereicherung zu betrachten. Ich bete für Sie, damit Sie sich unterstützt fühlen. Ich bete selbstverständlich auch für die übrigen Anliegen, die Sie in Ihrem Brief vorbringen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 187
Warum müssen Marias Diener besonders unter dem Widerstand des Bösen leiden?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Zunächst möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich Ihre letzten drei Briefe noch nicht habe beantworten können. Das liegt nicht an den Briefen, sondern lediglich an der riesigen Menge von Aufgaben, die mir die Gottesmutter seit der Passionszeit ununterbrochen erteilt hat. Die Antworten kommen so bald wie möglich, versprochen.
Auf Ihre Frage von vorhin möchte ich dennoch gleich antworten, weil mich Maria damit beauftragt.

Ja, ohne jeden Zweifel hat Ihre etwas dunkle Zeit unter anderen damit zu tun, dass Sie die Probleme Ihrer Leidensgenossen tragen helfen. Das versteht sich auch deswegen, weil Sie da einen Bund seelischer Unterstützung eingegangen sind, was Ihnen reiche seelische Früchte einbringt. Die Finsternis reagiert immer darauf, weil eine Seele, die andere Seelen weiht, Licht verbreiten und Gnaden freisetzen hilft. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Ich bete für Sie sehr gerne um Kraft und danke Ihnen im Namen aller dieser Seelen für diesen Akt der Nächstenliebe, durch welchen Sie der Gottesmutter eine besondere Freude bereiten. Ich schildere Ihnen gerne kurz das nachfolgende Bild, um Ihnen verstehen zu helfen, was da auf der spirituellen Ebene wirklich vorgeht:

Die Herrin aller Seelen sagte mir vor mehreren Jahren, ich sollte die Tatsache berücksichtigen, dass, wenn ich ein Leben zu Ihren Füßen führen möchte, ich die Nähe des Bösen in Kauf nehmen müsste. Sie zeigte mir in einem wunderbaren Bild den Grund für diese Worte: Eine der besonderen Aufgaben Mariä in den Letzten Zeiten ist die Führung im Kampf der Seelen gegen die Finsternis. Dieser Kampf und die Verheißung vom Ausgang dieses Kampfes werden im Bild der Schlange veranschaulicht, die unter Marias Fuß gefangen, gedemütigt und besiegt wird. Die Seele, die Marias Dienerin sein will und diesen Dienst in jedem Augenblick und in jeder Situation des Alltags richtig lebt, lässt sich im Bild einer Figur veranschaulichen, die zu Marias Füßen kniet. Wenn nun Marias Dienerin kniend zu den Füßen der Herrin aller Seelen liegt, wird sie sich dadurch in unmittelbarer Berührung mit der höllischen Schlange befinden. Die Herrin aller Seelen führt Ihre Erklärung folgendermaßen weiter:

"Je mehr die höllische Schlange sich unter Meinem Fuß im Bewusstsein ihrer Niedergeschlagenheit und Machtlosigkeit windet und erkennen muss, wer ihre wahre Herrin ist, desto härter schlägt sie ihren Schwanz nach der Seele, die sie unter Meinen Fuß gelegt hat, und speit sie ihr Gift in die Richtung der Seele, die diese Demütigung möglich gemacht hat. Erleide dies alles für Mich mit inbrünstiger Liebe, denn das Feuer der wahren Liebe ist das unausrottbare Gegengift für das Gift des Feindes der Seelen".

So schenkt Maria Ihnen zugleich Erklärung und Wegweiser, alles in einem. Mögen diese Worte Sie ermutigen, Ihren Kampf fortzuführen, denn Sie führen ihn nicht allein. Die Tatsache, dass Sie zurzeit wenig Licht finden, basiert nicht auf einer Abwesenheit Mariä oder Gottes, sondern darauf, dass der Böse zeitweise zwischen Ihnen und Maria liegt. Halten Sie sich fest vor Augen: Der Widerstand der Schlange nimmt in dem Maße zu, wie der Fuß der Himmelskönigin kräftiger zu drücken beginnt. In dem Maße, wie Sie Ihren Dienst an Maria fortsetzen, und zwar voller Liebe und Hoffnung, desto rascher wird die höllische Schlange dessen überzeugt sein, dass sie gegen Maria nichts vermag, denn: Marias Macht kennt nur eine einzige Grenze, und diese heißt 'Schwachheit des menschlichen Glaubens'. Bieten Sie die Stunden der Finsternis der Herrin dar, Sie wird diese ins Feuer Ihrer Liebe werfen damit sie sich in Licht verwandeln.

Vergessen Sie nie: Wer mit Maria ist, ist mit Gott, und wer mit Gott ist, ist nie mehr allein. Er ist Derjenige, der aus Regen Wasser Göttlichen Lebens macht und dadurch Trübsal in Freude umwandelt.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 188
"Selig ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes" – über das reine Herz und den reinen Glauben – alles soll zu Gottes Zeit erfolgen, sonst trägt es keine reifen Früchte

TOTUS TUUS, MARIA !

(Antwortbrief an eine mexikanische Seele)

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Zunächst möchte ich herzlich für die Offenheit Ihres Briefes danken. Ein offenes Herz ist ein Tor zum Himmel: Es breitet sich vor Gott aus, baut eine Brücke hin zu Ihm und zeigt Ihm den Wunsch, Ihm zu begegnen.

Dass die Gottesmutter Mexiko besonders liebt, hat Sie mich während der Weihe Ihres Landes am 2. Februar spüren lassen. Sie liebt ganz besonders die Stärke des Glaubens, den viele Seelen in Ihrem Lande trotz harter Prüfungen aufbringen können. Viele Seelen in der modernen Welt haben manches davon zu lernen. Die Armut und die unterschiedlichsten Prüfungen können in der Seele zwei gegensätzliche Wege aufschließen: Entweder verliert die Seele dadurch den Glauben an Gottes Liebe, oder aber Sie wird noch beharrlicher in der Nachfolge Christi. Je reiner das Herz, desto größer die Chance, dass die Seele dem zweiten Weg folgt. Die Reinheit des Herzens wird im höchsten Maße von dem Maß bestimmt, in welchem die Seele von materiellen Einflüssen geprägt ist oder nicht. In jenem Sinne haben unsere mexikanischen Freunde in der Armut eigentlich einen Segen, eine Freundin für das seelische Heil.
Das Materielle hat immer schon, durch die ganze menschliche Geschichte hindurch, die Herzen und Seelen verunreinigt, weil die Seele, sobald sie sich in materiellen Dingen verliert, Gott nicht mehr als Denjenigen anschauen kann, Der Er wirklich ist: Quelle und Bestimmung von allem. Da liegt der Grund, wieso Jesus sagte: 

"Selig ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes". Der Arme geht nicht mit einer vollen Reisetasche auf das enge Türchen zur Ewigen Glückseligkeit zu, die es ihm nicht möglich macht, hineinzugehen.

Es freut mich so sehr, dass Sie an die Probleme des Alltags aus der spirituellen Perspektive heraus herantreten. Eine Seele kann in jede Situation mit weltlichen 'Lösungen' einsteigen, aber was nützt ihr sogar die plötzliche Umwandlung dieser Situation, wenn diese Lösung sie von dem von Gott für sie vorgesehenen Weg wegführt? Alles soll zu Gottes Zeit erfolgen, sonst trägt es keine reifen Früchte. Betrachten wir doch den Obstbaum. Wenn die Früchte ihre volle Reife im August erreichen, weil Gottes Intelligenz es so vorgesehen hat, dass ihr Wachstumsplan sich unter 'normalen' (= natürlichen, also von Gott vorgesehenen und nicht durch menschliches Einschreiten abgeänderten) Umständen in jenem Monat vollendet, so nützt es uns kaum, bereits im Juni die Fruchtansätze zu pflücken. Wir würden diese nicht einmal verdauen, und außerdem enthalten diese im Juni noch nicht die durch ihren artgebundenen Stoffwechsel umgewandelten Bodenschätze, von denen sich unser Körper ernähren kann.

Sagt Jesus nicht "Dein Glaube hat dich gerettet"? Der Glaube tritt ja erst recht dort zutage, wo sich die Seele mit einem schweren Problem auseinandersetzen muss und sie trotzdem nicht selber eingreift, sondern sich an Maria wendet. Die Seele sieht nicht, wie Maria das Kleid der Lösung webt, sie muss sich gedulden, bis es fertig ist, aber was für ein Kleid bekommt sie zu Gesicht, wenn Maria fertig ist, nachdem Sie ungestört hat arbeiten können! Die Seele hat nur die Wolle zu liefern, durch ihren Umgang mit der Prüfung, ihren Glauben an Maria und ihre Geduld. Maria Selbst färbt, webt und bekleidet. Wir brauchen gar nicht zu wissen, wie und wann Sie was tut, nur dessen versichert zu sein, dass Sie es tut, und gleich im Grad der Vollendung. Das liebe ich so sehr an der Seele mit reinem Herzen: Sie ist sich der menschlichen Unvollkommenheit bewusst und betrachtet diese sogar als ein Geschenk, denn diese ist für sie unter allen Umständen eine Einladung, um aus der Quelle allen Segens zu trinken, statt aus einem Kanal, der von weltlichem Denken verseucht sein kann. Menschliche Entscheidungen können ja kaum vollendet sein, wo sie doch nur auf einer Vision basieren, die nicht einmal zehn Prozent von Gottes Wirklichkeit umfasst.

Selbstverständlich bringe ich Ihre Anliegen sehr gerne zu den Füßen unserer Himmlischen Herrin. Sie machen es mir ja nicht einmal so schwer, dies zu tun, da Sie den Weg selber bereits mit Ihrem Glauben und Ihrer Liebe gepflastert haben. Wissen Sie, diese Tugenden sind es, welche Ihr Land in Marias Augen so schön machen: der reine Glaube und die reine Liebe der Seelen, die sich Ihr so darbieten, wie sie wirklich sind, ohne den geringsten Bedarf, um sich zu verstellen. Mexiko wird noch reich begnadet werden, aufgrund der alltäglichen Opfer. Die einfachen Seelen werden jetzt schwer geprüft. In dem Maße, wie sie sich Maria, der Königin von Mexiko, zu Füßen werfen und von Ihr den Schlüssel zu ihrem Heil erwarten, wird Mexiko aus der Asche seines Elends auferstehen, wie der Phönix. Die Macht der Armut. Ja, in der Schwäche liegt die Kraft, wie es bereits der Heilige Paulus sagte. Das ist so etwas wie Himmlische Mathematik: Für weltliches Handeln gilt, dass 1 plus 1 manchmal 2 macht, manchmal auch weniger. Wenn menschliches Wollen aber zunächst das Einschreiten der Himmelskönigin sucht, wird 1 plus 1 leicht zu 10 und noch viel mehr, denn alles, was Göttlichen Ursprungs ist, vervielfacht sich unendlich weiter.

Ich weiß mit Sicherheit, dass die Lösung für Ihre Frage Ihnen von Maria eingeflüstert werden wird, denn die Seele, die aufrichtig auf die Herrin vertraut, begräbt dadurch den Riegel ihres Herzens in den hochheiligen Boden des Herzens der Himmelskönigin. Gnaden, die nicht zunächst durch eine halbgeschlossene Tür in das Herz hineinsickern müssen, strömen frei und unverändert. Ich bete für Sie, für Ihre Anliegen und für die mexikanischen Seelen, dass sie den Glauben an die mächtige Jungfrau von Guadelupe, die Herrin aller Seelen, nie verlieren, denn dieser Glaube ist es, durch welchen die Sonnenstrahlen, die aus Gottes Herzen auf die Seelen scheinen, in den Himmel reflektiert werden, weil der Spiegel eines reinen Herzens durch das Sehnen nach Gottes Gegenwart gewaschen wird.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 189
Wann ist es für erwachsene Kinder sinnvoll, von zuhause auszuziehen? – Ist es besser für eine Frau, sich nicht im Badeanzug zu zeigen? – Hatte Jesus Brüder? – Etwas über das Leben des Heiligen Josefs – Wie alt war Maria, als Sie starb? – Konnte Maria die Ereignisse in Ihrem Leben vorhersehen? – Wie empfinden Seelen in der ewigen Glückseligkeit die ewige Verdammnis anderer Seelen? – Die Toleranz anderen Religionen gegenüber

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Immer wieder freut sich mein Herz, wenn mir eine Seele freimütig und aus einem aufrichtigen Herzen schreibt, weil das aufrichtige Herz die Seele einer Blume ähnlich macht, die sich der Schöpfung so zeigt, wie sie ist. Das ist sehr wichtig, denn die Gottesmutter kann einer Seele nicht helfen, wenn diese sich verstellt. Die Offenheit Ihres Herzens ist wie eine Einladung, das Sonnenlicht hereinzulassen. Da Maria die Widerspiegelung des Göttlichen Lichtes ist, sehnt Sie Sich danach, in den Tempel Ihrer Seele hineinstrahlen zu können. Die Lichtkette, nach der Sich Maria so sehr sehnt, kann ja nur aus Liebe und Offenheit hergestellt werden.

Die Frage, ob Sie für Maria fruchtbarer wären, wenn Sie von zuhause ausziehen würden, sollte ich, aus Himmlischer Sicht, bejahend beantworten, und zwar wegen der verwirrenden Umstände in der Familie und der vielen Einflüsse, die Sie offensichtlich in der spirituellen Entfaltung abbremsen. Nur müssen Sie sich sicher sein, dass Sie sich auch finanziell selbständig machen können, und sollten Sie unbedingt dafür sorgen, dass sich die Wege der Familienmitglieder nicht in einer Atmosphäre von Unfrieden trennen. Es ist zum Beispiel für keine der betreffenden Seelen günstig, den anderen das Vermächtnis irgendwelcher Vorwürfe zu hinterlassen. Wichtig ist, dass Sie sich keinen Druck machen, vor allem jetzt, wo Sie eine Phase erheblicher Belastung zu durchqueren haben. Der Vater hat offenbar nicht verstanden, dass das Materielle nicht das Ziel des Lebens auf Erden ist. Das bringt mit sich, dass er seine ganze Umwelt aus rein materieller Sicht interpretiert, was bekanntlich nur zu falschen Schlussfolgerungen führen kann. Früher oder später kann dies nicht anders als zu verunreinigten und belasteten Beziehungen führen, denn mit einer Seele, die von verdüsterten Grundsätzen angetrieben wird, kommt die Seele, die sich nur am Licht der Ewigen Wahrheit orientiert, leicht auf Kollisionskurs. Für das Heil Ihrer Seele wäre es somit besser, etwas Abstand zu gewinnen.

Dem Vater zu raten, mir zu schreiben, wäre vorläufig kein fruchtbarer Schritt, wo er doch ungenügend an den Himmlischen Ursprung unserer Werke glaubt. Jede Seele muss aus freiem Willen, in spontaner Offenheit und in festem Glauben die Begegnung mit der Herrin aller Seelen suchen. Die Himmelskönigin betritt nur das Haus einer Seele, die sich Ihr in aufrichtiger Liebe aufschließt, Sie ist keine Einbrecherin, die abgeriegelte Türen eintritt.

Zu Ihrer Frage, ob Sie besser nicht mehr in Badeanzug schwimmen gehen: Wie früher bereits erwähnt, hängt es von der Einstellung des Herzens ab, ob etwas Untugend (oder sogar Sünde) ist oder nicht. Wenn eine Frau in der Öffentlichkeit im Badeanzug erscheint, in der Absicht, Männer sexuell zu reizen, so ist die Rede von Untugend. Tut sie es ohne die geringste Spur einer solchen Absicht, so handelt es sich nicht um Untugend. Führt dies zu offensichtlicher Reizung bei Männern, so können Sie folgendermaßen vorgehen:

  • entweder betrachten Sie es so, dass es dem Mann bzw. den Männern obliegt, sich gegen solche Reize zu stärken. Man könnte von der Ansicht ausgehen, Ihre Anwesenheit wäre für den Mann bzw. die Männer so etwas wie eine Einladung von Seiten der Göttlichen Vorsehung, sich in mehreren Tugenden zu vervollkommnen. Sie trifft auf jeden Fall keine Schuld;
  • oder Sie betrachten es so, dass Sie es besser völlig und ganz zu unterlassen versuchen, sich noch im Badeanzug zu zeigen. Das käme einem Akt der Nächstenliebe und des Verzichtes auf ein Bedürfnis gleich, in der Öffentlichkeit schwimmen zu gehen. Vielleicht finden Sie den goldenen Mittelweg, indem Sie darauf achten, welches 'Publikum' zugegen ist?

Zu Ihrer Frage zu der Bibelstelle, wo es heißt, Jesus hätte 'Brüder', und Ihre Aussage, Sie können nicht glauben, dass die Herrin noch weitere Kinder außer Jesus hatte, muss ich entschieden sagen: Jesus hatte keine Brüder im Sinne unseres Sprachgebrauchs. Im Hebräischen wurden damals mehrere Verwandtschaftsgrade mit der Bezeichnung 'Bruder' angedeutet. Ein Bruder des Heiligen Josefs, zum Beispiel, hatte Söhne. Diese Männer wurden im damaligen Sprachgebrauch als 'Brüder Jesu' bezeichnet. Wie Sie es selbst schreiben: Es würde Gottes ganzem Heilsplan widersprechen, wenn Maria außer Jesus noch andere Kinder gehabt hätte. Es ist bedauerlich, dass mancher Begriff in der Bibel bei den Übersetzungen in unsere westlichen Sprachen Verwirrung gebracht hat, weil mancher kultureller Unterschied ungenügend berücksichtigt worden ist. Der Böse selbst hat dadurch viele Seelen in die Irre führen können, weil sie aufgrund falscher Vorstellungen nicht mehr an die wahren Fundamente des Göttlichen Heilsplans glauben können: die Jungfräulichkeit Mariä, die Göttliche Natur Christi usw.

In den Apokryphen haben Sie gelesen, Josefs Frau wäre gestorben und er habe Kinder aus erster Ehe gehabt, die somit Brüder Jesu waren. Ich betone diesbezüglich, dass dies durchaus nicht stimmt. Ich weiß mit Sicherheit, dass Josef nie im Leben eine Frau angerührt hat, nicht Maria und nicht irgendwelche andere. Josef war Frauen gegenüber sogar sehr schüchtern. Gott hat ihn mit dieser Verfassung erschaffen, damit er genau in Seinen Heilsplan hineinpasst und seine Berufung in Verbindung mit der makellosen Jungfrau erfüllen kann. Mir ist gezeigt worden, wie er, als er Maria zum ersten Mal begegnete, vor Ihr niederkniete, vor lauter Ehrfurcht. Dieser Mann war einfach von Gott einzig und allein für Maria bestimmt, als Ihr Diener und Helfer. Er betrachtete Sie wie ein Engel und behandelte Sie wie eine Königin, sogar eine überirdische Königin. Er begriff intuitiv vollkommen, dass Sie alles andere als ein 'gewöhnliches' menschliches Wesen war, weil ihm diese Erkenntnis von der ersten Begegnung an gewährt wurde.

Wie alt war Josef, als er Maria kennen lernte? Wie mir offenbart wurde, war er ungefähr zwanzig Jahre älter als Sie. Somit war er in jenen Tagen etwa Mitte dreißig.

Wie alt war Maria als Sie starb? Niemand weiß es genau. Ich weiß, dass Ihr Alter zum Zeitpunkt Ihres 'Einschlafens' irgendwo zwischen 63 und 70 lag. Ich habe mir dies aufgrund unterschiedlicher Andeutungen Ihrerseits ausrechnen können. Ich habe Sie dies nie wortwörtlich gefragt, die Ehrfurcht vor Ihr verbietet mir dies irgendwie. Ihre äußere Erscheinung gibt da auch keine Auskunft. Ich habe Maria in Visionen mehrere Male in den Tagen kurz vor Ihrem Einschlafen gesehen. Dieser Anblick ist unvergesslich: Eine Frau, spürbar physisch erschöpft, aber so wunderschön, so voller 'jugendlicher' Frische, mit vollkommen faltenloser Haut, strahlend vor Frieden und Liebe, mit Händen und Füßen, die aussahen wie jene einer zwanzigjährigen Frau. Ich habe es früher bereits erwähnt: Ob man Maria im Alter von 20, 40 oder 60 sieht, die Schönheit bleibt genau dieselbe, nur vielleicht noch reifer mit den Jahren. Maria sah zu Lebzeiten einfach außergewöhnlich beeindruckend aus, strahlend vor Liebe, Würde und trotzdem besonderer Demut, außerordentlich friedlich, ruhig, still, beherrscht, und das alles sowohl mit 14 als Tempeljungfrau als auch mit 48 auf Golgotha oder mit 63 bzw. 70 bei Ihrem Einschlafen.

Wieso ist Maria vor dem Engel Gabriel erschrocken als er Ihr erschien, wo Sie doch wusste, dass er kommen würde? Maria wurden manche Elemente Ihres Lebens nicht im Voraus bekannt gegeben. Gott hatte Ihr vollkommene Kenntnisse und Erkenntnisse eingegossen, aber die Kenntnisse wurden stufenweise in Ihrem Bewusstsein freigesetzt. Gott hatte dies so verfügt weil es Marias Verdienste verringert hätte, wenn Sie alles im Voraus gewusst hätte. Sie erfuhr zwar vieles, dass Sie hätte ahnen lassen können, dass mit Ihr etwas Außerordentliches los war, aber wie Sie Selber mir sagte, sah Sie diese Fähigkeiten, Vermögen und Eigenschaften nur als Zeichen von Gottes Liebe zu Seinen Geschöpfen, mit anderen Worten: Sie ging nicht automatisch davon aus, dass außer Ihr keine Seele diese Dinge erlebte.

Ein Beispiel: Maria sprach bereits als Baby mit den Engeln und Sie hat mich in Visionen schauen lassen, wie Sie als sehr junges Mädchen immer von vielen Engeln umgeben war, denen Sie Befehle gab. Sie gehorchten Ihr blind und warfen sich Ihr zu Füßen. Sie sah diese Engel ununterbrochen. Trotzdem – so die Worte der Herrin Selbst – hatte Sie keine bewusste Kenntnis davon, dass Sie von Gott dazu bestimmt war, Königin der Engel bzw. Herrin aller Seelen zu sein. Außerdem hatte Sie gar keine Angst vor dem Bösen, den Sie ebenfalls sehen konnte. Auch ihm befahl Sie mehrmals, sich Ihr zu Füßen zu werfen, zu Ehren Gottes, und auch er gehorchte Ihr vollkommen. Auch darüber machte Sie Sich keine besonderen Gedanken. Mit diesen Beispielen weist Maria darauf hin, dass Sie zwar die Empfindung Ihrer Macht und besonderer Fähigkeiten machte, aber dennoch manche Entwicklungen und Ereignisse in Ihrem Leben ebenso wie den Zeitpunkt, an dem diese auftreten sollten, nicht vorhersehen konnte.

Zu Ihrer Frage: Werden die Seelen, Maria und Jesus im Paradies in der Ewigkeit glücklich sein, wenn Seelen in der Hölle zurückbleiben? Ich meine, dann wird es doch immer einen Grund zum Weinen geben?
Es stimmt durchaus, dass Gott ebenso wie jede verherrlichte Seele, die Gottes vollendete Liebe voll in sich aufgenommen hat und somit aus nichts anderem als Liebe besteht, trotz der vollendeten Glückseligkeit des Paradieses auch den Schmerz einer jeden Abweichung von dieser Liebe empfinden können. Das scheint sich zu widersprechen, ist aber so zu verstehen: Gott ist vollendete Liebe. Jede erschaffene Seele kann das Paradies erst dann betreten, wenn ihre Empfindung der Liebe so vollkommen und makellos geworden ist, dass in ihr jegliche Spur der Unreinheit im Feuer der Liebe weggeläutert worden ist. Bei ihrem endgültigen Eintritt in das Paradies wird der Seele übrigens auch eine solche Erkenntnis von den Gesetzen der Göttlichen Gerechtigkeit und dem Willen Gottes eingegossen, dass sie hundertprozentig restlos mit dem Willen Gottes verschmilzt. Dies bringt mit sich, dass:

  • die Seele vollkommen weiß, aus welchen Gründen eine Seele für die Ewige Glückseligkeit verloren geht, nämlich dadurch, dass diese letztere Seele die vollendete Liebe letztendlich nicht in sich zugelassen hat und sich somit nicht von jeglichem Element hat reinigen lassen, das sie von Gottes Willen entfernt, und

  • die Seele es aus diesem Grunde als eine logische Vollziehung und Auswirkung des unfehlbaren Gesetzes der Göttlichen Gerechtigkeit erfährt, wenn unwillige Seelen nie das Paradies betreten können.

Interessant zu bedenken ist dabei:

  • dass die verherrlichte Seele also unerschütterlich, felsenfest und vollkommen an die Unfehlbarkeit einer jeden Göttlichen Verfügung glaubt, so dass wegen dieser (an sich schmerzhaften!) Entwicklung trotzdem nicht die geringste Spur des Bedenkens in ihr aufkommen kann, und
  • dass dieser Seele durchaus bekannt ist, dass eine Seele, in der die Liebe nicht voll reifen kann, weil sie diese nicht aus freiem Willen in der Fülle in sich zulässt, nicht imstande ist, im Paradies zu leben, weil eine Seele, die nicht hundertprozentig mit der wahren Liebe erfüllt ist, in der Atmosphäre des Himmels einfach versengt würde. Solange die Seele nicht die Fülle der vollendeten Liebe in sich trägt, kann sie die Atmosphäre der vollendeten Liebe um sich herum – wie sonderbar dies aus klingen mag – nicht ertragen. Wenn Maria in einer Seele auf Erden spricht, Sich ihr zeigt usw., muss Sie Sich gleichsam dem Entwicklungsstand der Liebe dieser Seele anpassen, sonst würde die Seele im Kontakt mit ihrer Himmlischen Herrin gleich 'verbrannt' werden. Genau deswegen muss eine Seele, die zu einem mystischen Leben berufen wird, so gründlich für die Aufgaben ausgebildet werden, wozu sie berufen wird. Sie muss zunächst für den ungewöhnlichen Kontakt mit der Himmelskönigin gerüstet werden, sonst würde die Berührung von Seiten Mariä der Seele sogar schaden: Die brennende Himmlische Liebe der Herrin würde die Seele einfach niederschmettern, und sie käme dadurch womöglich bleibend ins Ungleichgewicht.

Nun denn, aus diesen Gründen leidet zwar die verherrlichte Seele unter dem Verlust einer jeglichen Seele für die Ewige Glückseligkeit, weil ihr wegen ihrer Vervollkommnung in der Liebe jegliche Abneigung von Seiten einer Seele gegenüber der Ewigen Liebe unendlich Leid tut, aber aufgrund eines Göttlichen Mysteriums findet sie sich mit diesem Zustand auch hundertprozentig ab, weil sie die Vollziehung des Göttlichen Willens und die Befriedigung des Gesetzes der Göttlichen Gerechtigkeit wie eine unendliche Verzückung empfindet. Ich kann dies anhand eines Beispiels veranschaulichen, das mich persönlich außerordentlich beeindruckt hat:

Vor einigen Jahren schenkte mir die Herrin aller Seelen über lange Zeit eine Reihe von Visionen in Bezug auf Ihre 'Beziehung zu' bzw. Ihren Umgang mit Dämonen. Eines Tages zeigte Sie mir, wie Sie einige Dämonen bestrafte, in Gegenwart mehrerer Engel. Diese Engel lagen Ihr kniend zu Füßen, und während ihre Herrin die Strafe über diese Dämonen verhängte, zitterten diese Engel in tiefster Verzückung, während sie Maria inbrünstig priesen. Maria erklärte mir dies mit den Worten, die Engel empfänden diese Bestrafung jener Dämonen durch ihre Herrin als einen Akt des Ausgleichs zugunsten der Göttlichen Gerechtigkeit. Das war der Grund eines Verhaltens, dass an sich zu der erstaunenden Annahme hätte Anlass geben können, die Liebe dieser Engel wäre mangelhaft, da sie ja mit Verzückung darauf reagierten, dass ihre Königin Dämonen bestrafte, die schließlich auch geschaffene Seelen sind. Nur: Es handelte sich da um 'tote' Seelen, Seelen, welche die Liebe vollkommen abgelehnt hatten, und die Herrin aller Seelen vollzog an ihnen einen Akt des Ausgleich der beleidigten Göttlichen Gerechtigkeit und lieferte dabei einen Nachweis Ihrer uneingeschränkten Macht über die Finsternis.

Wie soll man sich Menschen anderer Religionen gegenüber verhalten? Ist es falsch, ein Gesetz zu erlassen oder dies als Bürger zu wählen, das z.B. die Ganzkörperverschleierung oder Moscheen verbietet?
Die Herrin aller Seelen lehrt, genauso wie Jesus, Toleranz. Wir Christen sollen die Anhänger anderer Religionen lieben, weil sie, genauso wie wir, einen heiligen Keim, die Unterschrift unseres einzigen Schöpfers, in der Seele tragen. Wie Jesus sagte, wird man daran erkennen, dass wir Ihm nachfolgen, dass wir uns lieben, uneingeschränkt und bedingungslos. Weder Hautfarbe noch Kultur, Muttersprache, ethnische Angehörigkeit oder Religion des anderen entbindet uns von der Einhaltung der Gesetze Gottes, die von uns gegenseitig aufrichtige Liebe, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Respekt erwarten. Derjenige, der trennt oder teilt, ist kein Nachfolger Christi und tut nicht Seine Werke.

Was der Gesetzgeber an Gesetzen und Vorschriften erlässt, tut er aus Gründen, die oft rein weltliche Absichten verfolgen. Trotzdem lehrt Maria, dass wir versuchen sollen, gesetzliche Vorschriften als Instrumente zu betrachten, durch welche Gottes Vorsehung auf die Verwirklichung des Göttlichen Heilsplans für alle Seelen und alle Zeiten zuzusteuern versucht. Es werden viele Gesetze erlassen, die nicht ganz den Göttlichen Gesetzen entsprechen. Trotzdem bedient sich Gottes Vorsehung auch solcher Gesetze, um die Menschheit ans letztendliche Ziel zu bringen. Die Seele hat das Recht, sich der Abstimmung solcher Gesetze zu widersetzen. Werden sie einmal angenommen, so trägt der Gesetzgeber die moralische Hauptverantwortung. Entscheidend ist in jenem Fall, was genau im Herzen der individuellen Seele vorgeht, während sie einem Gesetz gehorcht oder eben nicht gehorcht.

Gesetze, die zum Beispiel das Verbot der Ganzkörperverschleierung erlassen oder Moscheen verbieten, werden durchwegs aus weltlichen Gründen verordnet, manchmal im Hinblick auf die öffentliche Sicherheit, manchmal mit anderen Absichten. An sich könnte dies spirituell als Mangel an Toleranz bewertet werden. Andererseits ließe sich auch die These vorbringen, die Moslems sollten sich der Kultur des Landes anpassen, wo sie sich ansiedeln. Die Einstellung, die Maria von uns als individuelle Seelen, fern von jeglicher politischen Überzeugung, verlangt, ist, dass wir die Gewohnheiten dieser Seelen akzeptieren, sie in Frieden lassen und ganz einfach für sie beten, genauso, wie wir füreinander beten. Was Gott dann will, das da geschieht, wird geschehen, und es wird gut sein, weil es in Seinem Herzen entsprungen ist.

Muss man den Islam als Bedrohung für unsere Kultur betrachten? Oder soll man alles, was die Moslems ausüben wollen, zulassen?
Licht und Finsternis sind überall zugegen. Sehr wichtig ist, dass wir als Nachfolger vom Licht der Welt, an das Gute in jeder Seele glauben, ob Christ oder Moslem. Betrachten wir die Moslems nur als unsere Feinde, so werden sie eines Tages genau das sein: unsere Feinde, weil wir nicht daran geglaubt haben, dass sie auch Licht in der Seele tragen können und wir sie deswegen nicht aus der Verborgenheit unserer Seele heraus dazu eingeladen haben, auch ihrerseits uns lieben und verstehen zu lernen. Felsenfest müssen wir nur in einem einzigen Punkt aufrecht stehen: wenn Anhänger einer anderen Religion Schritte unternehmen, uns die einzige Wahrheit zu rauben, deren Hüter wir als Christen sind, weil Gott Selbst uns durch Jesus Christus dazu berufen hat.

Das Christentum muss ein Vorbild der Toleranz sein, darf aber unter keiner Bedingung Kompromisse mit anderen Religionen eingehen, welche die christlichen Werte auch nur im Geringsten aus dem Mittelpunkt ihrer einzigen Wahrheit zu rücken versuchen. Die christliche Lehre setzt sich einzig und allein aus der einzigen Wahrheit Gottes zusammen. Uns obliegt die Verpflichtung, für diese Wahrheit zu leben und zu sterben, wie es uns Jesus vorgelebt hat. Vergessen wir nicht: Sogar wenn sich die christliche Seele glaubenswidrigen Aktionen seitens Anhänger anderer Religionen widersetzt, verleugnet sie dadurch nicht das Gebot der Liebe, ganz im Gegenteil: Es gibt keine Liebe, die schöner, größer und wertvoller wäre als jene, eine Seele auf ihren Irrtum hinzuweisen und ihr durch das Vorbild eines unerschütterlichen Glaubens und einer kompromisslosen Liebe zu Gott zu beweisen, dass man die einzige Göttliche Wahrheit, jene des römisch-katholischen Glaubens, im Mittelpunkt des Herzens empfunden hat.

Ich danke Ihnen aufs Herzlichste für diese neue Gelegenheit, mit Ihnen aus der herrlichen Quelle im Herzen der Himmelskönigin trinken zu können.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 190
Das Mysterium ungeborener und totgeborener Kinder – Der Sinn des Lebensweges jedes geborenen Kindes – Welche Auswirkungen hat eine Abtreibung auf die gesamte Schöpfung?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es ist mir eine besondere Freude, Ihnen bestätigen zu können, dass Ihre ungeborene Tochter tatsächlich in der Herrlichkeit auf Sie wartet. Ich könnte es einfach nicht überbetonen, denn diese Botschaft enthält die Salbe einer großen Hoffnung für viele Eltern, die ganz unnötig unglücklich sind: Die Herrin aller Seelen, Mutter der Mütter, versichert allen Eltern von totgeborenen Kindern, dass ihre Kinder ausnahmslos in den Himmel aufgenommen worden sind, weil ihre Seelen sich nicht haben versündigen können und aus diesem Grunde kein einziges Mal gegen das Gesetz der Göttlichen Liebe haben verstoßen können. Jeder, der Sie etwas anders glauben lassen möchte, ist kein Botschafter der wahren Himmlischen Hoffnung.

Vielleicht ist Ihnen bekannt, dass die Herrin aller Seelen als Symbol für die Hoffnung immer wieder auf den Regenbogen hinweist: Der Regenbogen entsteht dadurch, dass das Sonnenlicht in der Luft durch Regentropfen scheint und sich beim Durchgang durch diese Tropfen in die unterschiedlichen Farben aufteilt. Genau so ist es im Leben des Menschen: Der Mensch, der über einen Schicksalsschlag weint und sich mitsamt seinen Tränen der Himmelskönigin weiht, wird erfahren, dass Maria das Licht der Göttlichen Liebe (= Sonnenstrahlen) auf das weinende menschliche Herz (= Regentropfen) scheinen lässt und dadurch einen Regenbogen in der Seele 'zaubert' (neue Hoffnung, eine Erfahrung, die Freude bringt).

Gott braucht keine Leiden an sich, Er braucht aufgeopferte Leiden, und diese haben Sie Ihm geschenkt. Sein Heilsplan für alle Seelen zielt darauf ab, dass jede Seele das wahre ewige Glück finden kann. Leider muss dieses Ewige Glück durch Leiden 'gekauft' werden. Aus keinem anderen Grund ist Jesus Mensch geworden und ist Er den Weg des Kreuzes für uns gegangen, damit unsere Prüfungen für den Heilsplan erschlossen werden, d.h., damit sie uns tatsächlich den Verdienst der Erlösung einbringen können. Gott hat unzählige Opfer nötig. Ihr Kind hat Ihm, gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Mann, das Opfer dargebracht, nicht den normalen Weg auf Erden absolvieren zu können.

Ja, da handelt es sich um ein Göttliches Mysterium: Wir könnten darüber staunen, dass es möglich ist, dass eine Seele es bedauert oder gar darunter leidet, nicht den normalen Lebensweg gehen zu können. Trotzdem ist dies genau, was die ungeborene Seele tun möchte. Das beweist gerade die unversehrte Liebe einer jungen Seele, die gerade aus der Quelle von Gottes Herzen hervorkommt, wo die Schöpfung neuer Seelen erfolgt: Die Seele wird einem Mutterleib anvertraut, in dem sich eine Samenzelle und eine Eizelle vereint haben. Sie ist mit einem Wachstumsplan Gottes versehen, ebenso wie mit Talenten, mit der stummen Karte ihres bevorstehenden Lebensweges usw. Genauso wie für jede Seele, sind der Sinn und Zweck ihres Lebens auf Erden nur dieser: Sie hat zu der Verwirklichung von Gottes Heilsplan für sämtliche Seelen beizutragen. Wie sie das tun wird, ist ihr noch nicht bekannt. Es treibt sie nur dieser einzige Motor: Gottes Wille, und dieser einzige Kraftstoff: die Liebe, die sie von Gott als erste Nahrung für ihren Lebensweg mitbekommt. Die Seele ist, wenn sie im Mutterschoβ ankommt, so von diesem Antrieb erfüllt, auf Erden Gottes Willen zu tun und zur Vollendung Seiner Werke beizutragen, dass es ihr Leid tut, wenn sie noch vor ihrer Geburt im Fleisch zurückgerufen wird. Weil ihre Liebe noch nicht von weltlichen Einflüssen beeinträchtigt und somit noch vollkommen rein ist, nimmt sie dennoch ohne weiteres den Göttlichen Beschluss an, das Leben auf Erden nicht anfangen zu können, aber sie bedauert durchaus die 'verfehlte Chance', Gottes Willen in der Nachfolge Christi erfüllen zu dürfen, das heißt: durch einen Weg der Prüfungen.

So zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Denken der Seele nach Berührung mit der Welt und jenem der Seele, die nie diese Berührung erfahren hat: Die Seele in der Welt scheut leicht die Leiden und Prüfungen, während die Seele im Mutterleib diese voll annimmt, weil ihre Liebe noch nicht verunreinigt ist. Sie will nur eins: dasjenige vollbringen, wozu Gott jeder Seele einem physischen Körper anvertraut. Es verbirgt sich da eine außerordentlich wichtige Lektion für jede Seele: Die Fruchtbarkeit des Lebens auf Erden hängt vom Maß der reinen Liebe ab, denn es ist die reine Liebe, welche die Seele dazu befähigt, die volle Fruchtbarkeit und die heilvolle Wirkung aus jedem Leiden herauszuholen.

Liebe Schwester, unsere Himmlische Mutter und Herrin lässt mich diese Erkenntnis von diesem Mysterium Ihnen mitteilen, damit Sie dessen versichert sind, dass Ihre liebe Tochter so rein und liebevoll war bzw. ist, dass sie im Himmel am einzigen für sie geeigneten – weil von Gott Selber verfügten – Ort ist, und damit diese Kenntnis von dem Vorgang in einer Seele vor der Geburt aus dem Mutterschoβ Ihnen ein Gefühl richtiger Nähe zur Tochter geben möge.

Auf jeden Fall haben Sie den kurzen Weg Ihres Mädchens durchaus mit Blumen bestreut, indem Sie es Gott anvertraut haben, so dass Er es voll und ganz in Seinen Heilsplan einschalten kann. Wer Gott alles vom Wenigen gibt, das er hat, bekommt von Gott alles vom unermesslich Vielen zurück, das Er hat. Außerordentlich groß in Gottes Augen ist die Abtretung Ihres Kindes, damit ein anderes Kind, das abgetrieben werden sollte, überleben darf. Ich kann kaum anfangen, Ihnen zu beschreiben, was dies für Gott und für die Gottesmutter bedeutet. Freiwillige Abtreibung gehört zu den Handlungen, von denen viele Seelen kaum eine Ahnung haben, aus welchem Grund es sich da um eine Sünde handelt. Wenn das völlig verzerrte menschliche Denken es darüber hinaus noch zu rechtfertigen weiß, diese Handlung sogar gesetzlich anzuerkennen, steht die Falle für die nichts ahnende Seele erst recht weit offen.

Gott braucht die Lebenswege aller Seelen, die Er in die Welt kommen lässt. Zwar ruft Er Selbst manche von ihnen 'vorzeitig' zu Sich zurück, aber das hat Gründe, die vollkommen in die Logik Seines Heilsplans hineinpassen, denn diese 'vorzeitige' Rückkehr ist in Gottes Augen eine Form von Martyrium. Die Seelen aber, die Er auf der Welt braucht, um das von Seinem Sohn Jesus Christus erschlossene Erlösungsmysterium zu ergänzen, sollen tatsächlich diese Chance bekommen. Wenn nun eine Seele durch menschliche Entscheidung abgetrieben wird, schneidet dies einen Weg ab, den Gott als Beitrag zur Verwirklichung Seines Heilsplanes für alle Seelen vorgesehen hatte, der schließlich jedem und jeder von uns Glück und Frieden bringen soll.

Aus diesem Grund ist jede Abtreibung wie ein Felsbrocken, der Gott vor die Füße geworfen wird und den Er zunächst wegräumen muss. Im Klartext: Jede Abtreibung stellt den Gnadenstand der ganzen Menschheit um einiges zurück, und dieser Rückgang muss durch Göttliches Einschreiten (Spendung neuer Gnaden) ausgeglichen werden. Um dieses Einschreiten zu rechtfertigen, müssen irgendwo auf der Welt Seelen zusätzliche Prüfungen durchstehen. Aus diesem Grunde ist Abtreibung als Mangel an Liebe zu Gott und zum Mitmenschen zu betrachten, ebenso als eine menschliche Abänderung des Göttlichen Willens. Der Mensch stellt sich da über seinen Gott, die Unwissenheit über die Allwissenheit, die Torheit über die vollendete Weisheit. Wenn wir uns dessen bewusst sind, dass Gottes Wille unfehlbar ist und Motor eines jeden Schöpfungs- und Gnadenaktes ist, lässt sich leicht ausdenken, was eine Abtreibung in der Schöpfung anrichtet.

Ist denn jede Seele, die eine Abtreibung ausführen lässt, verdammt? Die Berücksichtigung und Einhaltung bestimmter Regeln vorausgesetzt, lässt sich diese Frage zum Glück verneinend beantworten. Es gibt immer einen Weg zurück. Dieses Thema an dieser Stelle weiter zu erörtern, würde allerdings den Rahmen dieses Briefes sprengen.

Ich freue mich mit Ihnen bereits auf das Wiedersehen mit Ihrer kleinen Tochter im Paradies. Sie haben sie nach der Fehlgeburt in die Arme nehmen dürfen. Ich versichere Ihnen, dass das nächste Mal, wenn Sie sie in die Arme nehmen werden, tausend mal schöner sein wird, weil sich das Wiedersehen in einer Atmosphäre vollendeter Glückseligkeit und Herrlichkeit und in Gegenwart Gottes und Mariä vollziehen wird. Möge diese Aussicht Sie alle über die schwersten Strecken Ihres weiteren Lebensweges helfen. Glauben Sie an Maria, Sie ist die Himmlische Rose, die Sie auf Ihrem Lebensweg vor allem mit Ihrem Duft verzaubern möchte, wenn Sie auf einen Dorn getreten sind.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin alles Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 191
Deutung von Träumen, Visionen und übersinnlichen Phänomenen – inwieweit ist eine Krankheit Satan zuzuschreiben und wie geht man mit einer Krankheit um? – Über negative Gemütsverfassungen – Körperliche Heilung und Befreiung der Seele – Die Annahme von Prüfungen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Vieles zwischen Himmel und Erden entzieht sich unserer Wahrnehmung, und noch mehr entzieht sich unserer Erkenntnis. So hat Gott es verfügt, und weil Seine Verfügungen auf unfehlbarer Weisheit basieren, müssen wir davon ausgehen, dass Er mit diesem Entzug nur unser Wohl beabsichtigt hat. Mit diesen Worten könnte ich bereits das Thema des vorliegenden Briefes andeuten, da ja die Aufdeckung mancher Elemente der Göttlichen Wirklichkeit überhaupt das Thema der Wissenschaft des Göttlichen Lebens ist.

Zunächst aber zu Ihrer ersten Frage, ob der Himmel wünscht, dass ein Seelenführer an Ihre Seite kommt? Ich soll bejahend antworten. Weihen Sie eine solche neue 'Beziehung' in Ihrem Leben auf jeden Fall im Voraus Maria und suchen Sie auch nicht aktiv: Ein solcher Kontakt soll wirklich eine Frucht der Vorsehung sein, nicht des persönlichen Einschreitens. Je nach demjenigen, was der Himmel von Ihrem Lebensweg erwartet, wird die Vorsehung zu Gottes Zeit die geeignete Begleitung auf Ihren Weg bringen.

Mit der Deutung von Visionen, Träumen ebenso wie von übersinnlichen Phänomenen, soll man äußerst vorsichtig sein. Mir untersagt die Herrin aller Seelen meistens, Seelen Erläuterungen zu persönlichen Erfahrungen zu vermitteln, sogar dann, wenn Sie mir die notwendige Erkenntnis dazu gewährt hat. Maria gewährt solche Erkenntnisse öfters, in dem Maße, wie diese für die Erfüllung meiner Aufgabe in Ihrem Dienst notwendig sind. Trotzdem darf ich mich nur selten dazu äußern, weil – wie Sie es ausdrückt – solche Phänomene eine Sache zwischen dieser Seele und Gott sind und diese Seele selber, im eigenen Herzen, ausfindig machen soll, was sie damit tun sollte, was Gott genau mit der Erfahrung beabsichtigt. Nur eins wird mir erlaubt, zu der von Ihnen geschilderten Erfahrung mitzuteilen: Zu einer Wiedergeburt aus Maria sind Sie tatsächlich eingeladen. Das ist allerdings jede Seele, die Maria innigst zu folgen bereit ist. Das Bild enthält auch die vorsichtige Bestätigung, dass diese Wiedergeburt, wenn sie die von Gott beabsichtigte Fruchtbarkeit erhalten soll, nicht ohne Prüfungen erfolgen kann. Jedes gnadenreiche Ereignis auf unserem Lebensweg hat einen Preis. Das Leben im Dienst an Maria ist ein Weg zwischen Rosensträuchern, aber man kommt nicht hindurch, ohne sich hin und wieder die Hand oder das Bein aufzureißen.

Ihre Frage, ob das von Ihnen geschilderte Krankheitsbild Satan zuzuschreiben ist? Die Gottesmutter bejaht diese Frage nicht noch verneint Sie diese, lässt mich diesbezüglich aber Folgendes ausführen. Satan kann tatsächlich Krankheiten hervorrufen bzw. sie verschlimmern. Weiht man eine Krankheit inständigst Maria, so wird Ihr durch diese Weihe die Freiheit gewährt, die Auswirkungen dieser Einflüsse Satans unter Ihren Machtbereich zu bringen, so dass sich diese nur in jenem Maße entwickeln können, die Sie (Maria) zulässt. Das heißt mithin, dass man Ihr die Freiheit gewährt, die Krankheit auch instand zu halten, falls dies Ihrem (Marias) Plan mit der geweihten Seele entspricht. Die Wirkung der besagten Weihe kann eingeschränkt werden, wenn man sie für eine Seele außer sich selbst vornimmt, weil dann auch der freie Wille dieser anderen Seele mit im Spiel ist.

Was den Einfluss betrifft, den Satan auf Gemütsverfassungen nehmen kann, so lässt sich im Allgemeinen sagen, dass jegliche negative Verfassung des Herzens auf eine Wirkung der Finsternis zurückzuführen ist. Tatsächlich, es ist bemerkenswert, dass eine schlechte oder wenigstens 'unangenehme' physische Verfassung auch vom Himmel in die Wege geleitet werden oder mindestens gebilligt werden kann und dass in jenem Falle die Herzensverfassung des Leidenden nicht negativ ist. Wenn nicht Satan, sondern Gott die Hauptrolle in einem Krankheitsbild erfüllt, wird die leidende Seele diese lichtvolle Gegenwart als einen vorherrschenden Einfluss empfinden, der die Finsternis des Leidens vollkommen oder zumindest sehr weitgehend beherrscht. Ist der Leidende aber emotional nicht wohlauf, so kann man davon ausgehen, dass er sich im Krankheitsprozess nicht vollkommen dem Licht zugewendet hat. Er wird in jener Verfassung nicht die seelischen Früchte des Leidens pflücken, es sei denn, eine andere Seele weiht an seiner Stelle den ganzen Zustand an Maria. In jenem Falle werden die finsteren Auswirkungen in der Seele wenigstens teilweise entkräftet, und zwar im Verhältnis zum Maße, in dem sich die leidende Seele der Gnadenwirkung aufschließt, oder nicht.

Wie Sie mit Recht schreiben, waren bei Jesus Befreiung und Heilung eng miteinander verbunden. Das kann kaum anders sein, wo doch die einzige richtige und wahre Befreiung jene ist, wobei die Seele von den Auswirkungen ihrer Finsternis geheilt wird. Als Jesus Menschen heilte, beabsichtigte Er nie ausschließlich eine Körperheilung. Körperheilung ohne seelische Befreiung ist nie dauerhaft, weil dem Körper dann rasch durch Spuren seelischer Finsternis die Lebenskräfte geraubt werden. Die Gesundheit des Menschen wird von dem Maße bestimmt, in dem er sich im Herzen freiwillig dem Licht aufschließt. Viele Seelen sind physisch ziemlich fit, dafür allerdings seelisch wie vollkommen ausgelöscht, sodass ihr Handlungen und Worte ihnen kaum Heil einbringen. Umgekehrt gibt es Seelen, die physisch ständig leiden, dafür aber eine immense Kraft an Frohmut, Hoffnung und Annahme entwickeln, so dass jedes ihrer Worte die Himmelstore aufbrechen könnte.

Im Bereich der Krankheit haben Sie Probleme mit der Annahme, und fragen um Marias Standpunkt dazu. Weitaus die meisten Seelen haben Schwierigkeiten mit der Annahme in den Prüfungen. Wie sagt es doch die Herrin aller Seelen so treffend: "Der freie Wille ist das Letzte, was die Seele Mir gibt". Es liegt seit der Erbsünde in der menschlichen Natur, sich kaum blind dem Glauben hingeben zu können. Die Herrin aller Seelen möchte diesen Mangel in möglichst vielen Seelen auslöschen, weil Sie weiß, wie fruchtbar die Seele ist, die blind annehmen kann, ganz einfach, weil sie spürt, dass für sie das Beste bereitet wird. Die Himmlische Herrin übt mich seit Jahren darin, in allem die nachfolgenden zwei Punkte zu absolvieren:

  1. es Maria zu weihen;
  2. nach dieser Weihe völlig aufrichtig und im festen Glauben zu sagen: "Alles ist gut, weil es aus Deiner Hand kommt".

Sobald die Seele eine Situation, ein Ereignis, ja auch ein Leiden, Maria geweiht hat, gehört das Geweihte der Himmelskönigin und verfügt Sie eigenmächtig darüber. Deswegen ist der weitere Verlauf ab jenem Augenblick so zu betrachten, als käme er nur aus Ihrer Hand. Da Sie nur das Beste mit der Seele vorhat, strömt dann auch aus Krankheit und Leiden nichts als Heil für die Seele.

Ein dritter Schritt bestünde noch daraus, um Kraft zu bitten, damit man aus einem heiteren Herzen heraus mit der Situation umgehen kann. Weiht man eine Situation an Maria und widersetzt man sich nachher trotzdem deren Ablauf, so ist diese Einstellung mit jener einer Seele zu vergleichen, die im hochheiligen Boden des Herzens der Himmelskönigin einen Gegenstand begräbt (Weihe), diesen Gegenstand aber bald wieder ausgräbt, um selber weiterhin darüber zu verfügen. Nicht nur wird diese Weihe dann ohne Frucht bleiben, außerdem ist man so vermessen gewesen, den Boden der Himmelskönigin umzuwühlen.

Tatsächlich, es kommt durchaus vor, dass Seelen ganz bewusst an einer Situation, die sie eigentlich beeinflussen können, nichts ändern, sogar wenn sie wissen, dass die Situation sie krank machen kann. Der Wert eines solchen Verhaltens wird von Gott nach der Verfassung des Herzens bestimmt. Geht man so vor aus Mangel an Vorsicht, so wird Gott dies nicht billigen, denn dann kommt die Seele Gottes Plan mit ihr in die Quere. Geht man so vor aus Nächstenliebe, zum Beispiel um einer anderen Seele das Leben zu retten, so wird dies fruchtbar und heilvoll sein. Es kann viele Gründe geben, wieso eine Seele etwas so tut und nicht anders oder etwas völlig und ganz unterlässt. Gott bewertet das Vorgehen immer nach der vorherrschenden Gesinnung, nach dem Maße der Liebe, des Glaubens, der Hingabe und Annahme der Seele.

Eines steht in allen Fällen fest: Wenn Ihnen ein Leiden auf den Weg kommt, für das Sie nicht selbst verantwortlich sind und von dem Ihnen nicht bekannt ist, wo es her kommt, mit anderen Worten: von dem Sie den Anfang nicht bewusst haben sehen kommen, so gibt es nur einen einzigen Weg, das Heil, das Gott in diesem Leiden für Sie verborgen hat, vollkommen reifen zu lassen: Weihen Sie das Leiden an Maria, stellen Sie sich Ihr uneingeschränkt in diesem Leiden zur Verfügung und bitten Sie Sie um die Kraft, es auf heilbringende Weise tragen zu können, und zwar aus Ihrem eigenen Makellosen Herzen heraus, voller Liebe. Das ist wahre Nachfolge Christi.

Liebe Schwester, wenn sich die Seele richtig dem Hauch des Heiligen Geistes aufschließt, hört sie nicht mehr auf, über den Umfang und den Reichtum der Wunder zu staunen, die Gott in Seiner Schöpfung verborgen hat. Diese immer neuen Entdeckungen sind immer wieder Quellen der Verzückung für die Seele. Sie verweisen bereits auf eine der größten Quellen der ewigen Verzückung im Paradies: die unaufhörliche Empfindung der Liebe, die Gott über Tausende und Abertausende von Wegen in die Seelen leitet. Er hat diese Liebe in allen Ecken Seiner Schöpfung wie Schätze begraben, in den für die Seelen auf Erden noch unsichtbaren sowie in den sichtbaren Elementen der Schöpfung.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 192
Vorsicht mit 'Botschaften', die keine Hoffnung, keine Liebe, sondern Angst und seelische Zerschmetterung verbreiten – unser Apostolat als "das Apostolat der wahren Hoffnung, der wahren Liebe, der Ermutigung und der Fülle der Wahrheit" nach Marias Bezeichnung

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Es trifft mich besonders schmerzlich, dass Sie diese Erfahrung gemacht haben.
Ich habe durchaus kein gutes Gefühl bei diesem Vorgang, weil ich nach dreizehn Jahren in innigster Berührung mit Maria und mehrerer Phasen des innigsten Kontaktes mit Jesus nur dies sagen kann und muss: GOTT MACHT SEELEN NIE ANGST.

Maria schaut Sich eine Seele an, sieht sämtliche Felsbrocken (Untugenden, Schwächen), sucht aber, bis Sie auch nur ein einziges Blümchen findet (etwas Positives), und fängt gleich damit an, dieses zu begießen, zu hegen und zu pflegen mit Himmlischer Nahrung und verzückender Liebe, solange, bis der ganze Seelengarten sich in einen Garten von Blumen verändert, in dem die Felsbrocken zunächst immer weniger auffallen und diese selbst allmählich im Wasser des Göttlichen Lebens und in der Sonne der Liebe aufgelöst werden. Dies ist das Bild, mit dem mich Maria Ihnen neue und berechtigte Hoffnung schenken lässt.

Sehr zu meinem Bedauern muss ich sagen, weil:

  1. ich dies inzwischen aus eigener Erfahrung weiß, und
  2. Maria mir dies immer wieder bestätigt,

dass die Seelen äußerst vorsichtig mit 'Botschaften' umgehen sollen, die keine Hoffnung, keine Liebe, sondern Angst und seelische Zerschmetterung verbreiten.

Allerdings, die Lage in dieser Welt sieht erbärmlich aus, und tatsächlich, Maria und Jesus sind mit vielem alles andere als zufrieden, aber eins könnte ich einfach nicht überbetonen: Jesus und Maria sprechen nie zu einer Seele in einer solchen Weise, dass diese über sich selbst verzweifelt wird, und dies tun Sie schon gar nicht durch eine andere Seele, da diese (das 'Werkzeug') auf keinen Fall in die Verführung kommen darf, die angesprochene Seele als etwas 'Unwertes' zu betrachten.

Mit Ihrer Seele ist nichts los, was zu irgendwelcher Verzweiflung berechtigen würde.

Mir bricht das Herz immer wieder, wenn ich feststelle, wie viele Seelen anderen Seelen Schäden zufügen, die manchmal unheilbar sind, weil diese Erstgenannten als 'Werkzeug vom Himmel' Worte verbreiten, die angeblich vom Himmel kommen, dafür aber keine Spur von Liebe, Licht und Hoffnung beinhalten. Dies sind Werke der Finsternis. Mich wunderte anfangs, dass Maria mich dazu auserwählte, Seelen Himmlische Kenntnisse zu vermitteln, wo 'es doch schon so viele Botschaften gegeben hat' (das war mein Gedanke). Mittlerweile jedoch, habe ich durchaus begriffen: Diese Welt und die individuellen Seelen brauchen sehr dringend neues, wahrlich Himmlisches Licht. Es gibt keinen anderen Weg, die Finsternis aus den Herzen, aus den Seelen und aus dieser Welt zu vertreiben.

Es ist kein Zufall, dass das Maria Domina Animarum Apostolat von Maria Selbst das Apostolat der wahren Hoffnung, der wahren Liebe, der Ermutigung und der Fülle der Wahrheit genannt wird. Die Seelen brauchen das alles, um sich durch den Urwald der Irreführungen in dieser Welt den Weg zum Himmelstor zu bahnen. Ich bestätige deshalb betont, dass Worte, die keine Hoffnung, keine Liebe und keine Ermutigung in sich tragen, nicht aus der Quelle des Ewigen Lichtes stammen. Eine Seele mag sich noch so versündigt haben, sogar dann, ja vor allem dann, hebt der Himmel dasjenige hervor, was in dieser Seele noch Licht hervorbringen kann. Gott will nicht den Tod des Sünders. Das wäre genau, was eintreten kann, wenn Er Finsternis über die Seele ausschütten sollte. Was wäre denn der Unterschied zwischen Jesus und Maria einerseits und Satan andererseits, wenn auch die Ersteren Worte von Finsternis in die Seelen streuen würden?

Die Herrin aller Seelen hat mir seit langem die Erkenntnis geschenkt, dass Sie nur von einem einzigen Willen getrieben wird: jenem zur Vervollkommnung. Dieser Antrieb ist nicht, wie dieses 'Werkzeug' behauptet, etwas Überhebliches, ganz im Gegenteil, er ist eine absolute Notwendigkeit, um die Erlösung und Heiligung in uns zu vollenden! Selbstverständlich soll die Seele auf jeden Fall um den Erguss des Heiligen Geistes in sich bitten, und zwar unaufhörlich. Es gibt keinen anderen Weg, um die Gnade der seelischen Wiedergeburt zu erhalten und in sich blühen zu lassen. Die ganze Wissenschaft des Göttlichen Lebens basiert ja letztendlich auf dieser Wahrheit. Mit besonderer Freude lade ich Sie deshalb dazu ein, sich die seelische Nahrung in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens zu sammeln, die ja den Seelen in diesen finsteren Zeiten geschenkt wird, damit sie die neue Blütekraft finden, die notwendig ist, um gemeinsam die Finsternis aus dieser Welt zu verbannen.

Sie mögen Ihre Arznei in der Versicherung finden, dass Maria und Jesus Sie besonders lieben, gerade wegen Ihrer Anstrengungen, trotz eines harten Lebens an Gottes Liebe festzuhalten. Ich fürchte, dies ist gerade, was 'jemand' durch dieses 'Werkzeug' zerstören möchte.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 193
Über die Hand- und die Mundkommunion

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Seien Sie unbesorgt. Behalten Sie den inneren Wegweiser in Ihrem eigenen Herzen bei: Beharren Sie in der Mundkommunion, und halten Sie sich Folgendes vor Augen:
Wenn Sie in einer Kirche mit zum Beispiel hundert Seelen als Einzige die Mundkommunion empfangen, so sind Sie für den leidenden Christus die Rose, welche Ihn die hundert Dornen in dieser Pfarre vergessen lässt. Wen liebt Er dann für hundert? Die Rose!

Gott vergisst nie diejenigen, die es um Seinetwillen gewagt haben, gegen den Strom zu rudern, aus Liebe und Ehrfurcht. Diese Liebe ist es, die Ihnen die Ewige Glückseligkeit einbringen wird, nicht die 'hundert' unwilligen oder gleichgültigen Seelen, hinter welchen Sie sich manchmal vielleicht verstecken möchten. Ganz im Gegenteil: Wenn Sie es aufbringen können, für diese Seelen um Vergebung und Erkenntnis zu beten, so werden diese Ihnen einen Großteil ihres Heils zu verdanken haben und werden Sie in Gottes Augen als diejenige gelten, die aufgrund eines geistigen Martyriums als Vertreterin der Liebe Ihrer ganzen Pfarre vor Ihm erscheint.

Tatsächlich, die Anwendung der Mundkommunion bürdet uns heutzutage zuweilen das Gefühl auf, wir seien Aussätzige. Ist das nicht schön? Dies ist der sicherste Weg, die Augen Christi auf uns zu ziehen, damit Er uns von allen unseren anderen Makeln heilt. Die merkwürdigen Gefühle, wenn wir als Einzige in der Kirche die Mundkommunion empfangen, kommen nicht aus unserer Seele, sondern aus dem ekelhaften Hauch des Drachens, dem wir ein Anstoß sind. Gott lässt diese Gefühle zu, damit die Rose unserer Seele unter dieser Prüfung und unter dieser Bezeugung unserer Liebe zu Ihm richtig blüht.

Die Göttliche Vorsehung hat Sie in diese Lage gebracht, damit Sie Seelen an das wahre Licht erinnern können. Möge die Welt noch so finster sein, immer wird das Licht das geeignete Brennholz finden, um anzuzünden und die Wärme und das Licht weiterzuleiten. In Ihrer Pfarre sind Sie jetzt dieses Brennholz. Selig diejenigen, die sich anzünden lassen. Sie werden auch in sich selbst alles Unerwünschte verbrennen lassen.

Heute feiern wir die Herrin als Mutter der Immerwährenden Hilfe. Beten Sie mit mir zu Ihr, damit Sie es ist, die in Ihnen die Mundkommunion empfängt, Ihrem Sohn zuliebe. Ein besonderer Friede wird Ihnen zuteil werden.

Geben Sie nie auf, Sie führen den richtigen Kampf, und der Preis übersteigt jede Vorstellung.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 194
Die Sündhaftigkeit der Seelen aufgrund der Erbsünde – wenn die Seele ehrlich ihre Sündhaftigkeit erkennt... – Die neuschaffende Macht der Herrin aller Seelen – der freie Wille als das 'Gesetzbuch der Seele' – Abtretung des freien Willens an Maria als Heldentum – das Bild der Seele als 'Sonnenkollektor'

TOTUS TUUS, MARIA !

Hochwürden, lieber Bruder in Jesus und Maria,

Wie sehr freuen sich die Engel, wenn eine Menschenseele Erkenntnis von eigenen Schwächen erlangt und sich über alles nach einer Wiedergeburt sehnt. Sie freuen sich darüber aus dem nachfolgenden Grunde:

Eigentlich gibt es nur eine einzige Kategorie von Menschenseelen: sündhafte. Wir könnten es so betrachten, dass jede Seele seit der Erbsünde 'undicht' geworden ist. Einst zeigte mir die Herrin aller Seelen diesbezüglich das nachfolgende Bild: Vor der Erbsünde war die Menschenseele einem Baby ähnlich, das wie durch einen Nabelstrang unmittelbar und hundertprozentig mit der Mutter (in diesem Falle Gott) verbunden ist. Das Baby (hier: die Seele) bezieht seine Nahrung (die Gnadenwirkung) direkt von Gott. Beim Sündenfall riss gleichsam der Nabelstrang auf und hinterließ auf der Seele eine Narbe. Die Narbe ist die Undichtigkeit, die 'funktionsleere' Stelle, welche die Seele daran hindert, die Heiligkeit voll in sich blühen zu lassen. Die Seele muss nunmehr ihre Nahrung mittelbar – das heißt: aus eigener Anstrengung in einer tugendhaften und prüfungsreichen Existenz – beziehen, statt unmittelbar aus Gottes Herzen durch den 'Nabelstrang der Begnadung'.

Während es nur eine einzige Kategorie von Menschenseelen gibt, die Sündhaften – mit Ausnahme Mariä, der Unbefleckten Empfängnis, von der Erbsünde befreit –, gibt es allerdings die unterschiedlichsten Arten, mit diesem angeborenen Makel umzugehen: Die eine Seele ist wesentlich fruchtbarer als die andere. Die Fruchtbarkeit einer Seele wird durch das Maß bestimmt, in dem sie nach der Gnade dürstet und in dem sie sich die aufgenommene Gnade zunutze macht. Wenn nun die Seele ganz ehrlich erkennt, dass sie unvollkommen ist, wird die Gnade gleichsam flüssiger, so dass sie tiefer in die Seele vordringen kann. 'Flüssiger' wird sie dadurch, dass sie von allem befreit wird, was sie zäher und dichter macht: Hochmut, Eigendünkel. Die Seele beraubt sich selbst dadurch der Fülle der Göttlichen Nahrung, dass sie von sich selbst erfüllt ist. In einer solchen Seele kann nichts mehr strömen, weil sie mit vielem vollgestaut ist, das die Seele vor den feinen Tropfen der Göttlichen Gnade verschließt.

Über die Seelen, die ihre Unvollkommenheit erkennen, freuen sich die Engel, weil gerade diese Seelen sich dieses Ballastes entleert haben oder damit beschäftigt sind, sich desselben zu entleeren. Für solche Seelen ist die Liebe wirklich der Weg zum Paradies, der Glaube wirklich das Tor des Paradieses und die Hoffnung wirklich der Schlüssel dieses Tores: Diese Seele verwirklicht einfach ihre Erlösung, zu Ehren Christi. Für Sie, lieber Bruder, wird somit das Wort des Apostels Paulus volle Geltung bekommen: "Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig". Die Seele mit reumütigem Herzen ist wie ein Tempel, in dem die Fenster auf der Sonnenseite geöffnet sind: Das Licht Gottes kann ungehemmt hinein strahlen und füllt den Tempel mit der Lebenskraft, aus der sie ihre Wiedergeburt bereiten soll. Ja, lieber Bruder, die Herrin aller Seelen wird die Finsternis in Ihnen in Licht verwandeln, denn das hat Sie sich gerade zum Ziel gesetzt, in jeder Seele, die sich Ihr völlig und aufrichtig hingibt. Sie Selbst bezeichnet dies als Ihre 'neuschaffende Macht'. Regelmäßig erinnert mich die Herrin daran, dass Sie in jeder Seele Folgendes bezweckt:

All dasjenige, was dem Heil und der Fruchtbarkeit der Seele nicht zuträglich ist, will Sie:

  1. falls es sich heiligen lässt: heiligen (das heißt: in Licht verwandeln);
  2. falls es sich nicht heiligen lässt: aus der Seele entfernen.

Da es sich hier in jedem Falle um Finsternis handelt, ließe sich fragen: Wieso denn kann manches geheiligt werden und manches nicht? Die Antwort liegt sehr oft lediglich im freien Willen der Seele: Geheiligt kann all dasjenige werden, das von der Seele für die Machtausübung durch Maria aufgeschlossen wird, es sei denn, es trägt bereits unwiderruflich und gewollt den Tod in sich.

Lieber Bruder, der freie Wille ist so etwas, wie das Gesetzbuch im Tempel der Seele. Die Seele bestimmt durch ihren freien Willen über dasjenige, was sie machen wird oder eben nicht machen wird. Wenn nun Maria den Seelentempel betritt, weil sich die Seele Ihr hingibt (vollkommene Weihe!), übernimmt Sie im Tempel der Seele die Herrschaft und legt das Gesetzbuch der Seele (den freien Willen) unter Ihre Füße. Sie könnte es auch zerreißen, aber das würde gegen das Gesetz Gottes verstoßen, kraft dessen der menschliche freie Wille heilig und unverletzbar ist. Sie bewahrt das Gesetzbuch also, bringt es allerdings vollkommen unter Ihre Macht. Es ist der Seele unbenommen, Sie darum zu bitten, das Gesetzbuch jeden Augenblick wieder anzuwenden, aber es ist eine Frage der Liebe, ob Sie dies tut oder nicht. Die vollkommene Liebe zu Gott ist jene, aufgrund derer die Seele sich vollkommen Gott hingibt (durch Maria) und Marias Macht über sich restlos annimmt und künftighin den Erlässen ihrer Herrin ohne weiteres Folge leistet.

Bezüglich Ihrer Frage, wie Sie alles besser machen können, um ein besseres Leben zu führen, kann ich somit im Sinne der geschilderten Bilder aus dem Herzen der Himmelskönigin heraus antworten: Werden Sie ein Held in der Abtretung Ihres freien Willens an Maria. Bitten Sie die Herrin in möglichst vielen Einzelheiten Ihres Alltags darum, Sie möge Ihnen den Weg weisen, wie Sie sich genau dahin stellen können, dass der Herrin gedient wird, damit Sie möglichst kräftige Gnadenströme freisetzen kann. Schenken Sie Maria bedingungslos den Tempel Ihrer Seele, und Sie wird an Ihnen die Vision des Propheten Ezechiel vollziehen: Aus Ihrem Seelentempel werden Ströme von Gnadenwasser hervorfließen, die allmählich zu einem Fluss anschwellen werden, und sämtliche Ihnen anvertrauten Lämmer werden sich an diesem Fluss laben und sich von den Früchten am Flussrand ernähren können. Lieber Bruder, dieses Bild drückt eigentlich die Berufung jeder Seele aus. Berücksichtigen wir, dass aus unserem Seelentempel nur in dem Maße Ströme von Leben schenkendem Wasser hervorfließen können, wie wir unseren freien Willen an die von Gott berufene Herrin der Seelentempel abtreten.

Jeder Seelentempel kann mit Licht erfüllt werden. Was ist eigentlich Finsternis? In der sichtbaren Welt wäre Finsternis als 'Abwesenheit von Licht' zu bezeichnen. Es genügt, eine finstere Stelle zu beleuchten, und gleich ist es, als ob die Finsternis nie da gewesen wäre. Ist es denn in der Seele, in der unsichtbaren Welt, anders? Wo das Göttliche Licht strahlen darf (jawohl, 'darf', denn darüber entscheidet der freie Menschenwille), verschwindet jeder Schatten. Ob aus der Seele die Finsternis wirklich dauerhaft verschwindet, wird durch die Bereitschaft der Seele bestimmt, das Licht in sich zunutze zu machen. In jenem Sinne sollte unser Seelentempel eigentlich mit einem Sonnenkollektor versehen sein: Er soll Gottes Licht nicht nur für die Dauer des Sonnenscheins in sich strahlen lassen, er soll die im Sonnenlicht enthaltene Energie speichern, damit die Eigenschaften dieses Göttlichen Lichtes dauerhaft im Seelentempel wirken können. Als 'Sonnenenergie' wäre in diesem Bild zu betrachten: Die Gesamtheit der Gnaden, durch welche Gott uns nährt und uns in die Lage versetzt, voll aufzublühen und an Heiligkeit zu reifen.

Sehr gerne helfe ich Ihnen in meiner Armseligkeit, diesen Sonnenkollektor vertrauensvoll zu bauen. Die Sonnenseite haben Sie ja selber entdeckt. Das Licht ist immer da und der vollendete Spiegel (die Herrin aller Seelen) ist sowieso Ihrem Tempel zugewandt. Ich weihe voller Freude auch Ihre Lämmer an die Herrin, damit Ihre Pfarre zu einem sonnenüberfluteten Weinberg wird. Unser Vertrauen wird das Maß bestimmen, in welchem sich dies vollziehen wird. Nie ist für jene Seele etwas verloren, die sich zu einer Wiedergeburt entschlossen hat, denn sie wird von der Morgendämmerung von Gottes Reich, der Herrin aller Seelen, in das Morgenland für einen immer währenden Sonnenaufgang umgewandelt.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Myriam


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Brief 195
Vergleich des Lebens mit einer Wallfahrt – über das Wallfahren

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Der Aufenthalt der Seele auf Erden ist, im Grunde genommen, immer eine Entdeckungsreise, sogar eine Schatzsuche. Gott erschafft die Seele, und schickt sie in die Welt, genauer gesagt: Er verbindet sie mit dem Prinzip eines physischen Körpers, der als Träger der Seele auf Erden eine Lebensreise zu absolvieren hat. Dabei ist die Seele mit allem ausgestattet, was sie braucht, um eine fruchtbare Lebensreise zu Gott zurück zu machen. Genährt wird die Seele auf dieser Reise durch Gottes Gnade, durch welche sie ihr ganzes Gepäck an Talenten, Begabungen und Fähigkeiten rentabel machen und reifen lassen kann. Wir könnten es so betrachten, dass in jeder Seele ein Empfänger eingebaut ist, der es der Seele ermöglicht, die Signale aus Gottes Herzen in sich zu empfangen, ebenso wie ein Element, das ständig zum Herzen Gottes angezogen wird, das wir uns als einen riesigen Magneten vorstellen könnten. So kommt es, dass die Seele tief innerlich immer Gott sucht und dass 'etwas' in ihr nie vergisst, dass Gott Quelle und Bestimmung ihres Daseins ist. Sehr viele Seelen vergessen dies, was die bewusste Erkenntnis betrifft, aber ganz tief innerlich, im sogenannten Keim der Heiligkeit, liegt dieses Wissen gespeichert und versucht es, dem ganzen Leben und Wirken, Denken und Fühlen, Sprechen und Wünschen Richtung zu geben.

Diese eingebaute Neigung der Seele, immer Gott zu suchen, ist das Leitmotiv eines jeden Menschenlebens. Eine der Äußerungen dieses Leitmotivs, ist die Wallfahrt. Im Grunde genommen, pilgert die Seele, weil sie Gott sucht. Es ließe sich sogar sagen, dass die Wallfahrt eine Art von spürbarem Ausdruck der Lebensreise ist, die ja eigentlich nichts anders als eine ununterbrochene, lebenslängliche Wallfahrt ist, das heißt, so empfindet es der Mittelpunkt der Seele, durchwegs im Verborgenen und unbewusst.

Es kommt öfter vor, als Sie denken, dass eine Seele nach einer Wallfahrt betrübt und bedrängt ist. Das kann mehrere Gründe haben, von denen die wichtigsten sind:

  1. Die Seele sucht bei der Wallfahrt die 'überirdische' Wirklichkeit. Das heißt: Der Mittelpunkt der Seele sucht diese, der bewusste Geist verfolgt jedoch oft ganz andere Motive. Nach der Rückkehr von einer Wallfahrt kann es der Seele dadurch manchmal etwas schwer fallen, sich anzupassen.

  2. Aus ähnlichen Gründen kann die Seele bei der Heimkehr auch etwas enttäuscht sein, zumal wenn sie sich von der Wallfahrt etwas Bestimmtes versprochen hatte, das nicht (spürbar) in Erfüllung gegangen ist. Dies wird vor allem dann der Fall sein, wenn die Seele großenteils aus weltlichen Gründen und mit weltlichen Zielsetzungen eine Wallfahrt antritt. Schließlich kann die 'Frucht' einer Wallfahrt einfach nicht nach weltlichen Maßstäben bewertet werden, da Gott zu über neunzig Prozent im Verborgenen wirkt.

  3. Gerade weil sehr viele Seelen eine Wallfahrt hauptsächlich mit weltlichen Motiven antreten, wird eine Wallfahrt leicht in eine weltliche Atmosphäre gehüllt. Diese ist es, welche der Seele bei der Heimkehr das Gefühl vermitteln kann, dass sie in eine Leere hineinfällt. Der Mittelpunkt der Seele spürt einen Mangel, eine nicht erfüllte Erwartung und fühlt sich enttäuscht und sogar irgendwie von Gott Selbst im Stich gelassen. Vor allem die Seelen, die aus rein spirituellen Gründen die Wallfahrt gemacht haben, werden nach der Rückkehr leicht betrübt sein. Diejenigen, welche eine Wallfahrt dazu machen, menschliche Kontakte zu hegen oder herzustellen, Einkäufe zu tätigen oder ganz einfach eine 'andere Art von Reise' zu machen, werden im Gegenteil den 'Erfolg' der Wallfahrt nach dem Maße bewerten, in welchem sich ihre weltlichen Ziele erfüllt haben.

Die Gottesmutter bedauert Zustände wie die Letztgenannten sehr, aber leider kommen sie besonders häufig vor. Die Seele kann in den unterschiedlichsten Weisen auf den empfundenen Mangel reagieren. Sie kann eine zeitlang den Frohmut verlieren, oder – was noch schlimmer ist – sie kann sich von Gott betrogen fühlen, denn sie hat Ihn gesucht, dahingegen aber Bestätigungen der weltlichen Komponenten dieses Lebens gefunden. Eine andere Reaktionsweise ist die Rebellion oder gar die Neigung zu lästern.

Liebe Schwester, seien Sie in dem Sinne beruhigt, dass nicht Sie selbst diese Worte hochkommen lassen, sondern der Böse, der in Sie Unzufriedenheit wie Unkraut zwischen dem Getreide gesät hat. Versuchen Sie nicht gezielt, dieses Unkraut zu entwurzeln: Dieser Vorgang könnte auch dem Getreide schaden. Weihen Sie lieber mit mir gemeinsam den ganzen Acker Ihrer Seele an Maria, damit Sie das Getreide so lebenskräftig macht, dass das Unkraut von selbst erstickt wird. Sehen Sie den Unterschied? Man kann das Übel auszurotten versuchen, dabei aber auch das Gute beeinträchtigen oder in seiner Blühkraft hemmen. Man kann aber auch rein positiv vorgehen und das Gute fördern. Im letzteren Falle wird nichts 'getötet', sondern wird im Gegenteil nur das Leben gefördert. Das heißt: Es wird nur den Werken Gottes Vorschub geleistet und Seinem Lebensgesetz gefolgt. Wenn dieses Gesetz sich auswirken darf, zerfällt das Böse wie von selbst und wird im Feuer der Liebe verzehrt, ohne dass die Seele bewusst einschreiten sollte und dabei zu nachdrücklich vom Verstand heraus an die Dinge herangeht. Wenn die Seele aus dem Verstand heraus lebt, wird sie kaum noch dazu kommen, sich einfach auf den Wogen der Göttlichen Wirkungen gehen zu lassen und sich dadurch vollkommen dem wahren Leben aufzuschließen. Gerade die Hingabe an Gott, damit Er die notwendigen Schritte vornimmt, macht die Seele fruchtbar.

Sie werden bemerken, dass, sobald Sie sich fest dazu entschließen, mit Maria gemeinsam das Licht der wahren Hoffnung in Ihnen neu geboren werden zu lassen, in Ihnen Schritt für Schritt die verfinsterten Elemente Ihres Herzens durch Lichtstrahlen ersetzt werden. Nicht nur das Lästern 'wird sich legen', sondern sämtliche dürren Zweige des Bäumchens der Unzufriedenheit werden aus Ihnen entfernt werden. In dem Maße, wie Ihr Herz durch tief gelebte Weihe an die Herrin aller Seelen gereinigt wird, werden Sie auf Ihre Umwelt völlig erneut wirken, wie eine sonnige Erscheinung. Sonniges Wetter weckt die Herzen, weil die Sonne alles zu neuem Leben anregt. Auch die Seele kann diese Wirkung zeitigen, weil ein Herz, das vollkommen von Maria beherrscht wird, zu einem Spiegel wird, der das Licht und die Wärme aus Gottes Herzen weiterleitet. Recht gerne unterstütze ich Sie dabei im Gebet zur Herrin, denn eine Lichtkette werden wir gemeinsam nur dadurch, dass wir das Licht und die Wärme unter uns weiterleiten, von Spiegel zu Spiegel, und so um uns herum Frühlingsgärten aufblühen lassen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 196
Über den Willen, der Tridentinischen Heiligen Messe beizuwohnen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es wird so oft gesagt und geschrieben: Gott ist Liebe. Die größte Äußerung dieser Liebe besteht daraus, dass Seine Vorsehung, Seine Weisheit und Sein Gesetz es in allem so lenkt, dass die Schöpfung und die Menschenseele insbesondere den größten Nutzen aus jeder Entwicklung ziehen können, in dem Maße, wie sie sich nach dem Göttlichen Willen und Gesetz fügt. Für die Menschenseele verweist dieser 'größte Nutzen' immer auf die ewige Glückseligkeit im Himmel. Gott möchte jede Seele bei Sich im Ewigen Reich der Liebe haben. Das versteht sich: Er schickt jede Seele nur in die Welt, damit sie hier zur Vollendung Seiner Werke und Seines ewigen Heilsplanes beiträgt und dann zu Ihm zurückkehrt. Keine einzige Seele möchte Er wegen Mangel an Fruchtbarkeit verloren gehen sehen. Aus diesem Grunde stehen uns unzählige Wege offen, um die täglichen Gnadenportionen in uns voll benutzen zu können.

Weil Gott sehr wohl weiß, dass die Seele auf Erden aus unzähligen Ecken daran gehindert wird, das Beste (das heißt buchstäblich: das Heilvollste) aus jeder Situation und Entwicklung zu machen, bewertet Er unsere Anstrengungen nicht nach deren Ausgang, sondern nach unserer Herzensverfassung. Sie sind nicht in der Lage, sehr oft der Tridentinischen Heiligen Messe beizuwohnen, sehnen sich aber danach, nur Heiligen Messen nach diesem Ritus beizuwohnen, weil Ihnen die modernere Messefeier keinen Frieden mehr bringt. Es ist Gott Selbst, der diese Empfindung in Ihnen geweckt hat und der Sie durch diese Empfindung, die nichts anders als der Ausdruck Seiner Nähe ist, noch inniger an Sich zu ziehen versucht. Gott tut keine halben Dinge, kein Werk fängt Er an, ohne es zu vollenden. Wenn Er diese Sehnsucht in Sie gelegt hat, während Er weiß, dass Sie nicht in der Lage sind, regelmäßig Tridentinischen Heiligen Messen beizuwohnen, so hat Er dies deswegen getan, weil Er weiß, dass Sein Gesetz der Liebe durch den Stand Ihres Herzens befriedigt werden kann: Das Sehnen nach der Tridentinischen Heiligen Messe ist eine ständige Äußerung der Liebe und des Sehnens nach Gottes spürbarer Gegenwart. Diese Empfindung wirkt in der Schöpfung wie ein Sonnenstrahl, der Spuren von Fruchtbarkeit hinter sich her zieht.

Liebe Schwester, wenn Sie sich aufrichtig nach Tridentinischen Heiligen Messen sehnen, diesen aber wirklich nicht beiwohnen können, so betrachtet Gott es so, als werde Ihm aus Ihrem Herzen der Lobpreis dargeboten, der Ihm aus einer Tridentinischen Heiligen Messe entgegen kommt. Ich könnte es so ausdrücken, dass es für Ihn so ist, als würde in Ihrem Herzen eine Tridentinische Heilige Messe gefeiert. Betrachten Sie Folgendes zur Erläuterung:

Jede Handlung, jede Gemütsbewegung, jedes Wort, jeder Gedanke, jeder Wunsch, jedes Versäumnis wird in das Göttliche Buch des Lebens eingetragen. Jedes dieser Elemente – auf der ganzen Welt sind dies täglich viele und viele Milliarden – hat laut Gottes Gesetz seine eigene Bewertung, seine eigene Note. Gott wartet dabei nicht einmal, bis eine Handlung dieses oder jenes Ergebnis aufweist, Er bewertet sie bereits anhand der Verfassung des Herzens, aus dem diese Handlung gelenkt wird: Welches Gemüt herrscht dort vor? Welche Absichten hegt dieses Herz? Welcher Grad der Tugendhaftigkeit, insbesondere der Liebe, weist die Entwicklung seines Gemütes auf? Das alles bestimmt das Maß der Reinheit des Herzens und bestimmt somit auch die Kraft von jeder Regung, die dort ihren Ursprung findet. Nun ist es so, dass in einem Herzen, das sich danach sehnt oder das beabsichtigt, etwas Bestimmtes zu tun, sei es etwas Lichtvolles oder aber etwas Finsteres, sich gleichsam der Film von demjenigen abspielt, was dieses Herz vorhat, oder noch anders ausgedrückt: der Vorentwurf von demjenigen gezeichnet wird, was verwirklicht werden soll. Diesen Film schaut Sich Gott bereits an, diesen Vorentwurf trägt Er in das Buch des Lebens ein.

In Ihrem Fall gilt somit, dass Ihr inständiger Wunsch, nur Tridentinischen Heiligen Messen beizuwohnen, von Gott jedes Mal nicht als ein Bauplan, sondern als ein fertig gebautes Haus betrachtet wird. In das Buch des Lebens wird eingetragen, dass Sie an diesem und an jenem Tag den Lobpreis einer Tridentinischen Heiligen Messe erbracht haben. Das wird desto mehr dann der Fall sein, wenn Sie die (andere) Messe, der Sie in Wirklichkeit beiwohnen müssen, Maria, der Herrin aller Seelen, Mutter der Kirche und Mutter der Eucharistie, zur Ergänzung der Gnadenwirkung darbieten. Ihr Sehnen, in der Einheit mit Marias uneingeschränkter Macht zur Freisetzung von Gnaden, wird diese zusätzliche Gnadenspendung erwirken.

Ein anderes Beispiel: Wenn eine Seele in aufrichtiger Reue den Entschluss fasst, zur Beichte zu gehen, unterwegs zum Beichtstuhl aber tödlich verunglückt, empfängt Gott diese Seele so, als wären ihr die Sünden, die sie zu beichten beabsichtigte, vergeben. Sie hat zwar nicht das Sakrament der Beichte erhalten, hatte aber 'den Vorentwurf dazu in ihrem Herzen gezeichnet'.

Halten Sie an dem Sehnen danach, Tridentinischen Heiligen Messen beizuwohnen, ganz fest, denn der Geist Gottes hat diese Sehnsucht in Ihnen reifen lassen. Dieses Sehnen an sich ist bereits ein Gottesgeschenk, das Ihnen ständig Gnaden einbringt. Der Keim der Heiligkeit in der Seele weiß haargenau, was die Seele nötig hat, um das Ewige Heil zu erwerben. Sollte die Seele nicht diesen Keim in ihrem Mittelpunkt tragen, so wäre sie gar nicht zu solchen Empfindungen imstande, denn das Weltliche im Menschen ist eine tote Komponente, ein Element, das keine Lebenskraft besitzt, weil in ihm nicht Gottes Liebe strömt. Die Sehnsucht nach der Tridentinischen Messe rührt daher, dass die Seele in diesem Ritus die Gegenwart Gottes und somit den Duft des Ortes ihrer letztendlichen Bestimmung gewittert hat. Im Herzen, in dem sich diese Empfindung kundtut, ist die Seele den Bund mit Gott eingegangen. Durch diesen Bund schließt sich diese Seele der Befruchtung von Seiten Gottes auf. Die nicht erfüllte Sehnsucht nach Beteiligung an einem Gottesdienst unter der Form, die vom Himmel Selbst als die Gnadenreichste verkündigt worden ist, wirkt in der Seele wie eine Lichtbrücke, über welche Gott Licht zu den Seelen führt. Solcher Brücken bedient Gott Sich gerne, um manchen Gnadenverlust auszugleichen, der sich aus den modernen Messfeiern ergibt. Sogar in diesem Sinne betrachtet, bildet das Sehnen alleine bereits ein Gegengewicht für manches Element der Finsternis. Sogar wenn es an Möglichkeiten konkreter Verwirklichungen fehlt, kann doch jede Seele dazu beitragen, lediglich durch eine lichtvolle Verfassung des Herzens den Bösen um manchen Gewinn zu bringen.

Weihen Sie jede Heilige Messe, der Sie beiwohnen, Maria und bitten Sie die Himmelskönigin, Sie möge Ihnen die Möglichkeit erleichtern, dem Tridentinischen Ritus regelmäßiger folgen zu können. Ihre Geduld, Hinnahme und Hoffnung bis dahin können Ihnen eines Tages diese Tür öffnen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 197
Die Wiederkunft Christi – Das Lesen geistiger Lektüre – Die Berufung zum Ordensleben – Alltagsgespräche und Zuwendung zur Welt – Die Bedeutung der Liebe bei der Beteiligung an Gottes Heilsplan

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es kennzeichnet Gottes Liebe, dass sie nur schenken will, möglichst viel schenken will und genau zur fruchtbarsten Zeit schenken will. Manchmal wundert es mich, wieso ich manche Briefe, obwohl sie so reich an Inhalt sind, nicht gleich beantworten darf. Da muss man sich aber das Bild vor Augen halten, dass unsere Himmlische Herrin zum genau richtigen Zeitpunkt auf genau jene Taste drückt, die mit einem bestimmten Brief übereinstimmt. Da schließt sich eine Welt von Wahrnehmung auf, die sich genau auf die in diesem Brief vorgebrachten Themen bezieht, und so weiß ich, dass die Zeit gekommen ist, jenen Brief zu beantworten. Ein Mysterium, schön und offensichtlich fruchtbar, weil es aus Himmlischer Quelle stammt.

Sie befürchten, in weltlicher Hinsicht vieles dadurch versäumt zu haben, dass Sie seit langem so viel Zeit auf Lektüre bezüglich der Wiederkunft Christi gewidmet haben. Sie fragen sich, ob dies so von Gott gewollt war, oder aber ob dies Ihrerseits eine „Flucht“ vor der Realität dieser Welt gewesen ist.

Die Wiederkunft Christi steht fest. Sie wurde bereits von Jesus Selbst verkündigt und ist somit über jeden Zweifel erhaben. Über die Form dieser Wiederkunft kann zurzeit keine Seele konkrete Angaben machen. Eins nur weiß ich diesbezüglich mit Sicherheit: Die Gottesmutter sagte mir bereits vor mehreren Jahren, dass sich die Wiederkunft Christi an erster Stelle in den Herzen vollziehen wird. Sie meint damit, dass jede individuelle Seele in sich für eine neue Art der seelischen Empfindung, der Betrachtung, der Erkenntnis bereit gemacht werden soll, und sagte mir, diese Vorbereitung der Seelen sei es gerade, womit Sie in diesen Letzten Zeiten so intensiv beschäftigt ist. In diesem Sinne lässt sich leicht erklären, wieso es heißt, das Reich Gottes sei nicht etwas außerhalb der Seele, sondern ein innerer Zustand. Jesus kam ein erstes Mal, geboren aus Maria, um die Lehre der Ewigen Wahrheit zu verkünden und zu festigen, damit die Seelen Gottes Gesetz so kennen lernen, wie es wirklich ist, und so ihr Verhalten heiligen können und um die Erlösung der Seelen zu erschließen. Wenn Er das zweite Mal kommt, wird es nicht sein, um ein zweites Mal gekreuzigt zu werden, sondern um Gottes Reich auf Erden einzuweihen. Das alles wird jetzt von Maria in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen vorbereitet, und zwar in den individuellen Seelen, die von Ihr ihre Erlösung und Heiligung gestalten lassen wollen.

Wann sich die Wiederkunft Christi verwirklichen wird, lässt sich nicht beantworten. Die Herrin aller Seelen weist lediglich darauf hin, dass jede Seele unentwegt an sich arbeiten und sich dabei von Ihr führen lassen soll, da Sie in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen gerade dazu berufen worden ist, die Seelen auf die Gründung von Gottes Reich vorzubereiten, sie solchermaßen umzugestalten, dass ihre seelische Entfaltung sie wirklich empfänglich für die Gnaden der endgültigen Vervollkommnung macht, so dass sie den Gipfel ihrer Fruchtbarkeit erreichen. Maria tut das alles durch innere Führung, durch Neugestaltung von Gesinnungen und durch Belehrung in der Fülle der Göttlichen Wahrheit. Zu dem Zweck unterrichtet Sie in allen Ihren Belehrungen (also auch in den Briefen) als Herrin aller Seelen die Wissenschaft des Göttlichen Lebens.

Gott wird im Zusammenhang mit der Wiederkunft Christi nie ein Datum erwähnen, denn dies verstieße vollkommen gegen Sein Gesetz, das es so verfügt hat, dass der Seele das Höchstmaß an Gnaden dann zufließt, wenn sie sich den Verdienst der wahren Liebe, der wahren Hoffnung und des wahren Glaubens erwirbt. Die Vervollkommnung in diesen drei Haupttugenden wäre bald nicht länger Ziel des Einsatzes der Seele, wenn die Wiederkunft Christi den Seelen mit Sicherheit zu einem ganz bestimmten Datum in Aussicht gestellt würde. Die Seele muss blindes Vertrauen zum liebevollen Wirken Gottes zeigen und sich auf der Grundlage dieses Vertrauens voll für die Verwirklichung der großen Verheißung einsetzen können. Anders ausgedrückt: Von der Seele wird hemmungsloser aktiver Einsatz für die Werke Gottes erwartet, während sie blind davon ausgeht, dass Gott Seinen Teil des Bundes sowieso erfüllt: Alles Gute lässt Er den Seelen zufließen, und zwar zu dem dazu geeignetsten Zeitpunkt.

Ob es sich bei der Beschäftigung mit dem Mysterium der Wiederkunft Christi um Zeitverlust oder um irgendwelchen anderen Verlust im Bereich des weltlichen Lebens handelt, lässt sich schwer sagen: Es hängt alles von demjenigen ab, was die Seele aus diesem Leben auf Erden machen will. Wo Sie schreiben, Sie hätten sich so intensiv mit mystischer Lektüre und Lektüre in Bezug auf die Wiederkunft Christi befasst, dass Sie dadurch Ihre 'weltliche Ausbildung' einigermaßen vernachlässigt haben, soll man zunächst davon ausgehen, dass die Beschäftigung mit weltlichen Themen einerseits der Ausbildung für das Leben auf Erden dienlich sein kann, dafür jedoch ausschließlich dem Funktionieren in einem Teil der Wirklichkeit gewidmet ist, der sehr klein ist, wenn man ihn mit der Gesamtheit der Göttlichen Wirklichkeit vergleicht. Ich habe es bereits einige Male schreiben müssen: Die sinnlich wahrnehmbare Wirklichkeit, die unserem weltlichen Handeln Richtung gibt, bildet nicht einmal zehn Prozent der ganzen Wirklichkeit, die sich zu über neunzig Prozent aus nicht sinnlich wahrnehmbaren Elementen zusammensetzt. Genau aus diesem Grunde ist die Wahrnehmung in der mystischen Erfahrung und noch mehr in der Empfindung der Ewigen Glückseligkeit so unglaublich vielseitig, einer sich unendlich entfaltenden Blume ähnlich.

Andererseits kommt es selbstverständlich darauf an, wie man sich genau mit nicht weltlicher Lektüre befasst und welche Lektüre man genau heranzieht. Vorsicht ist geboten, weil ein unvorstellbar großer Teil der 'spirituellen' Lektüre kaum oder gar nicht die Seele nährt. Maria warnt betont davor. Viele Seelen lesen und lesen, nehmen aber keine wirkliche seelische Nahrung zu sich. Die Herrin aller Seelen betont mir gegenüber seit Jahren, wie ungeahnt groß der Bedarf der Seelen an wirklicher seelischer Nahrung ist. Was ist denn 'seelische Nahrung'? All dasjenige, was die Seele dadurch wirklich näher zu Gott und zu ihrem eigenen Heil bringt, dass es in ihr die von Gott empfangenen Fähigkeiten und Gnaden reifen lässt, um ihre wahre Lebensberufung, das Ziel und den Zweck, zu dem sie wirklich auf der Welt ist, konkret zu gestalten und zu vollenden. Wirkliche seelische Nahrung ist dasjenige, was in der Seele das Verständnis für und die Erkenntnis von immer größeren Teilen der Wirklichkeit wachsen lassen hilft und der Seele somit hilft, ihr Handeln ebenso wie ihre tiefsten Gesinnungen so zu reinigen, dass das gesamte seelische Leben immer fruchtbarer und heiliger wird.

In diesem Sinne bietet jahrelange Lektüre von Botschaften über die Wiederkunft Jesu der Seele dadurch oft keine wirkliche Nahrung, dass diese Botschaften die Seele durchwegs nichts darüber lehren, wie sie diese Wiederkunft in sich verwirklichen soll, denn vergessen wir nie: Die Wiederkunft Christi ist kein Geschenk, das wir passiv in den Schoß bekommen, sondern ein Verdienst, den wir individuell durch aktiven Einsatz in der Heiligung zu erwerben haben. Jesus hat uns erlöst, aber jeder und jede von uns muss diesen goldenen Schlüssel selbst im Schlüsselloch der eigenen Seele umdrehen. Gott nötigt den Seelen nichts auf. Jede Seele muss Ihm durch ihre Lebensweise und ihre Herzensverfassung nachweisen, dass sie Seine Geschenke auch tatsächlich haben will. Selig deswegen diejenigen, die nicht voller Ungeduld nach einem Sich nähernden Jesus Ausschau halten, ähnlich einer Mutter, die in der offenen Tür gespannt auf ihr Kind wartet, das sich verspätet hat, sondern sich Tag für Tag selber dafür anstrengen, dass diese Wiederkunft tatsächlich vorangebracht wird. Diese letztgenannte Seele wird den Vorgeschmack dieser Wiederkunft bereits in sich spüren lernen, denn sie wird die genau richtige Gesinnung entwickeln, um die Gegenwart Christi von Tag zu Tag eindeutiger in ihrem Inneren zu spüren. Das kommt dadurch, dass diese Seele nicht aufgehört hat, das Kreuz der Welt weiter mit Christus zu tragen. Die erstgenannte Seele dahingegen, hat eigentlich das Kreuz abgelegt, während sie darauf wartet, bis Jesus mit dem Kreuz beladen auf sie zukommt.

Mir ist klar, dass Sie sich nicht deswegen so intensiv mit der Wiederkunft Christi beschäftigt haben, weil Sie ständig neue Reize suchten, sondern weil Sie Hoffnung daraus geschöpft haben, weil die Empfindungen des weltlichen Lebens Sie nicht befriedigen konnten. Dabei ist an sich nichts Falsches, nur ist es wichtig, sich eines Tages völlig den wahren Lektionen zuzuwenden, die der Himmel den Seelen gibt, und zu wissen, dass genau diese Einstellung die Wiederkunft Jesu herbeiführen wird.

In Ihnen ist das 'seelische' Denken und Fühlen so ausgeprägt, dass bei Ihrem Interesse für mystische Kenntnis keine Rede von einer 'Flucht' ist, sondern von einer Berufung. Ich soll Ihnen deshalb den Wunsch der Herrin aller Seelen mitteilen, Sie mögen ernsthaft überlegen, ob es für Sie, im Hinblick auf den Stand Ihres Lebens, in Erwägung käme, sich einem Ordenslebens hinzugeben, da der Gedanke anscheinend auch bereits in Ihnen hochgekommen ist. Fassen Sie in dieser Hinsicht keine übereilten Entschlüsse, denn es handelt sich da um etwas besonders Wichtiges. Ihr Herz muss gründlich darauf vorbereitet werden. Wenn dies wirklich Ihre Berufung ist, so werden Sie die Antwort in sich selbst finden. Notwendig ist, wie überhaupt bei jeder Entdeckungsreise nach der persönlichen Lebensberufung, dass Sie die eigene Seele und das eigene Herz zu ergründen versuchen, und zwar dadurch, dass Sie eine zeitlang die eigenen Reaktionen zu den unterschiedlichsten Begebenheiten auf Ihrem Lebensweg beobachten. Die Himmlische Herrin wird diesen Versuch, sich selbst in der Tiefe kennen zu lernen, damit krönen, dass Sie Ihnen immer mehr Aspekte Ihrer Seele, Ihres tiefen Wesens, aufdecken wird. Die Antwort in Bezug auf den zu gehenden Weg wird sich daraus ergeben. Mit meinem Gebet können Sie fest rechnen.

Die Tatsache, dass Sie immer schon introvertiert waren und sich nie an oberflächlichen Alltagsgesprächen beteiligen konnten, ist durchaus ein Vorteil für die Reifung Ihrer Seele. Alltagsgespräche ebenso wie eine Zuwendung hin zu den sinnlichen Erfahrungen in dieser Welt bilden ein beträchtliches Hindernis für die Entwicklung der seelischen Fähigkeiten und für den tieferen Kontakt zu Gott und zu Maria. Die Ergründung der seelischen Geheimnisse wird für die Seele vollkommen unmöglich, solange sie sich an der Außenwelt orientiert: Die Seele findet die wirklich wichtigen und notwendigen Kenntnisse fast ausschließlich in sich, da der Kontakt mit Gottes Geist sich immer innerlich vollzieht. Genau deswegen eignet sich die Seele nicht für eine mystische Berufung, solange sie sich der Verinnerlichung ihrer Empfindungen widersetzt, zu der Maria die Seele führt, nachdem Sie diese zu einem mystischen Auftrag gerufen hat.

Die Seele kann sich selbst, Gottes Wirklichkeit, Maria, die Mysterien des Göttlichen Lebens, usw. nur in dem Maße näher kennenlernen und erkennen, wie sie sich öfter und tiefer in das eigene Herz zurückzieht. Alltagsgespräche neigen dazu, die Ergründung des eigenen Herzens in den Hintergrund zu stellen. Der Geist bewegt sich dabei so oberflächlich, dass die Seele nie dazu kommt, sich selbst wirklich zu entdecken. Das heißt mithin, dass sie weder die eigenen Schwächen ausfindig macht, noch irgendwelche Anregung zur richtigen Entfaltung spüren wird. So kommt sie nie näher zu Gott, und verfällt eines Tages dem Glauben, die Gegenwart Gottes sei eine Täuschung.

Etwas Sinnvolles zum Göttlichen Heilsplan beitragen kann jede Seele – ja, soll jede Seele –, dadurch, dass sie in allem, mit allem und durch alles Liebe erzeugt. Die Seele kann zu einer Quelle von Liebe werden. Letzten Endes ist nur Gott Quelle der Liebe: Er erzeugt sie, denn sie ist der Brennstoff für die ganze Schöpfung und die Grundlage allen Lebens. Nur kann jede Seele aus dem Grundstoff der Liebe, den sie täglich in Gottes Gnadenwirkung erhält, dieser Liebe die unterschiedlichsten Verwendungen vermitteln und sie kann diese in gewissem Sinne 'vervielfachen'. Die Seele ist dazu imstande aufgrund ihres Keimes der Heiligkeit, des Göttlichen Prinzips, das sie in ihrem Mittelpunkt trägt und das der Keim ist, aus dem sich die Früchte ihrer Heiligung entwickeln sollen. Wenn sich die Seele dazu entschließt, mit all demjenigen, was sie von Gott erhalten hat und weiterhin erhält – sowohl bei ihrer Schöpfung als auch durch die alltäglichen Vermittlungen der Göttlichen Vorsehung –, wirklich etwas Sinnvolles aufzubauen, durch welches sie ständig Licht unter den Geschöpfen verbreiten kann, ist sie dabei, ihre wirkliche Berufung auf dieser Erde zu gestalten. Die Herrin aller Seelen zeigt uns den Weg. Folgen Sie Ihren Anweisungen und Sie werden durch die erschaffende Kraft der Liebe die Scherben Ihres Lebens zusammenfügen, und zwar zu einem Tempel des Lobpreises.

Liebe Schwester, Ihre weiteren Fragen beantworte ich von Herzen gerne in einem späteren Brief. Sie sind besonders wichtig, weichen aber zu sehr von den ersten von Ihnen vorgebrachten Themen ab, um sie gleich mitzubeantworten. Ich möchte Ihnen auf jeden Fall jetzt schon meine volle Unterstützung auf Ihrem seelischen Weg anbieten, denn mir ist klar, dass Sie dabei sind, aus den Steinen der vielen Leiden ein geeignetes Bauwerk aufzuziehen, das Sie eines Tages mit der Geborgenheit der spürbaren Nähe Gottes erfreuen wird. Darüber freut Sich die Herrin sehr, denn Sie findet darin eine Frucht der Erlösungswerke Ihres Sohnes.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 198
Über Verhaltensmuster und Reaktionsweisen – Die Verflechtung der unzähligen Situationen des Alltags auf der ganzen Welt – Wie kann man sich vom Ballast der Enttäuschungen befreien?

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Jede Seele hat ihre eigenen Eigenschaften. Keine zwei Seelen haben eine identische Verfassung. Die Verfassung einer Seele wird von all demjenigen bestimmt, mit dem sie von Gott ausgestattet worden ist, mitsamt allen Gnaden, welche ihr die Göttliche Vorsehung täglich zufließen lässt. Sie wird aber weiterhin von allen Eindrücken und Einwirkungen beeinflusst, die auf ihrem Lebensweg auf sie zukommen. So lässt sich verstehen, wieso eine Seele, die an sich die Neigung hätte, sich mit vielem abzufinden, allmählich von dieser angeborenen Einstellung abzuweichen beginnt und unter Einfluss mancher Begebenheiten auf ihrem Weg allmählich dazu neigt, zurückzubeißen und zuweilen sogar als Erste zu beißen. Je länger der Aufenthalt der Seele auf dieser Erde dauert, desto mehr kann sie zu einem Produkt ihrer Vergangenheit werden. Trotzdem gibt es da auch eine gute Nachricht: Die Entwicklung der Verhaltens- oder Reaktionsmuster in dem menschlichen Charakter ist kein unabänderliches Naturgesetz. Aus A ergibt sich nicht unbedingt B, und aus B nicht unbedingt C, usw. Ich erläutere gerne das Bild, das die Herrin aller Seelen in die Herzen prägen möchte:

Den Lebensweg einer Seele auf Erden soll man sich nicht als einen geradlinigen Pfad vorstellen. Der Lebensweg ist nicht nur ein sehr kurvenreicher Weg, sondern auch ein Weg, auf dem die Seele jeden Tag viele Kreuzungen begegnen kann, auf denen sie Entscheidungen über die zu folgende Richtung zu treffen hat. Diese Entscheidungen beziehen sich nicht nur auf zu verrichtende Handlungen oder zu sprechende Worte, sondern auch auf die Art und Weise, wie die Seele innerlich auf die Einflüsse reagiert, die auf sie zukommen. Ein kleines Beispiel: Stellen Sie sich vor, sie möchten durch eine Tür in ein Gebäude hineingehen. Genau zu demselben Zeitpunkt aber hat sich ein Mitmensch zu genau derselben Handlung entschieden. Sie stoßen mit ihm zusammen. Was tun Sie? Sie können, zum Beispiel:

  • sich entschuldigen, dem Mitmenschen den Vorrang gewähren, und sich nichts mehr dabei denken;
  • sich auch entschuldigen, innerlich aber diesen Menschen wegen seiner 'Ungeschicktheit' verwünschen;
  • diesem Mitmenschen zulächeln, die Sache ganz leicht nehmen und sogar den Humor hinter dem Zusammenstoß sehen;
  • dem Mitmenschen ganz offen Vorwürfe machen.

Vier Weisen – es gibt sicher noch welche –, um mit einer kleinen Situation umzugehen. Diese vier Weisen werden sowohl in Ihnen selber als auch in dem Mitmenschen unterschiedliche Gefühle wecken, und diese werden darüber hinaus noch unterschiedlich nachwirken, vielleicht noch Stunden oder Tage später. Bedenken Sie mal, was es für die Welt als Ganze für einen Unterschied machen kann, wie Menschen mit den Milliarden von Situationen umgehen, denen sie alle zusammen täglich begegnen! Jede Seele fängt im Verborgenen sehr vieles ab und wird ständig von allen diesen Eindrücken geformt, geknetet, umgestaltet, manchmal verunstaltet, manchmal gefördert, manchmal verzückt. Sehr viele kleine Dinge hinterlassen Spuren, die irgendwie ein Leben lang nachwirken, durch die Macht der Erinnerung und der Verbindung zwischen Erfahrungen, die sich ähnlich angefühlt haben. Dennoch hat die Seele immer die freie Wahl, wie sie mit allem umgeht.

Maria wird in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen zu uns gesandt, um genau das in uns neu zu gestalten: unsere Verhaltensmuster und Reaktionsweisen, die nicht so fruchtbar sind, wie sie es sein sollten und könnten. Die Einflüsse aus der Welt, auf welche ich anfangs verwies, lassen die Seele oft vom Kurs abkommen, dem sie aufgrund des in ihr vorhandenen Göttlichen Planes eigentlich folgen könnte und sollte. Die Herrin aller Seelen kommt gerade, um diese negativ wirkenden Kursabweichungen wieder zu berichtigen, braucht dazu aber die eindeutige Einwilligung der betreffenden Seele.

Da Sie es selber so formulieren, dass Sie aus dem Teufelskreis aggressiver Reaktionen herauskommen möchten, steht von Ihnen aus die Tür für diese Himmlischen Einwirkungen offen. Aus Ihrer Vergangenheit tragen Sie noch einen Rucksack voller Enttäuschungen mit sich. Dieses Gewicht würden Sie weiterhin mit sich schleppen müssen, wenn es keine Möglichkeit gäbe, ihn unterwegs zu leeren. Wie leert man einen Rucksack von Enttäuschungen und negativen Erinnerungen?

  • Manche Seelen versuchen, zu vergessen, sehen dadurch den Rucksack nicht mehr, werden dennoch weiterhin voll von dessen Gewicht gehindert.

  • Andere Seelen versuchen, sich des Inhaltes dadurch zu entleeren, dass sie ihre Unzufriedenheit an ihren Mitgeschöpfen auslassen. Sie werfen den Inhalt gleichsam mit Gewalt hinaus, bekommen dafür aber die Steine einer chronisch bedrückten Seele zurück.

Es gibt allerdings einen Weg, sich des Ballastes der Enttäuschungen des Lebens wirksam, fruchtbar und endgültig zu entleeren:

  1. Weihen Sie Ihre ganze Vergangenheit Maria. Sprechen Sie sich vor Ihr ruhig aus, entweder ganz im Allgemeinen oder, falls dies Ihnen hilfreicher erscheint, unter Erwähnung der Einzelheiten, die in Ihnen hochkommen und die Sie spürbar seelisch krank machen.

  2. Weihen Sie Maria anschließend Ihre Seele, Ihr Herz und Ihren Geist, und alle Ihre Verhaltens- und Reaktionsmuster, die Ihnen wie Klötze am Bein vorkommen. Bitten Sie Maria darauf inständig, Sie möge in Ihnen alles reinigen und umgestalten, wovor Ihnen an sich selbst ekelt, damit Sie künftighin fruchtbarer und heilvoller leben können.

  3. Bitten Sie Maria inständig um Ihre alltägliche Begleitung, damit Sie einen völlig neuen inneren Frieden erhalten. Die Seele, die den wahren inneren Frieden in sich entdeckt, findet alles Weltliche bald nicht mehr wichtig. Wenn Sie den wahren Frieden in sich finden, kann die Vergangenheit mit ihren Enttäuschungen ebenso wie die Gegenwart mit ihren irritierenden Einflüssen Ihnen kaum noch etwas anhaben: Diese verlieren ihre Macht über Sie. Unzählige Seelen sind ein Leben lang unglücklich, weil die Gespenster der Vergangenheit immer wieder auf ihrem Lebensweg herum spuken und sie so intensiv mit den Ereignissen in ihrem Umfeld beschäftigt sind, dass ihr Herz und ihr Geist einfach keine Ruhe mehr finden.

Die 'Zauberformel' ist dabei gar nicht so magisch: Die Seele braucht nur den Einflüssen der Welt und jenen der eigenen Vergangenheit immer weniger Wichtigkeit beizumessen, und schon wird sie spüren, wie die innere Befreiung einsetzt. Der Seele, die wirklich daran glaubt, dass es ein ewiges Leben gibt, in dem alles absolut vollendet ist und gegenüber dem das heutige irdische Leben nur wie ein Tropfen in einem Ozean ist, fällt es nicht so schwer, die Dinge des irdischen Lebens sehr zu relativieren. Für sie sind diese Dinge keine Steine mehr, sondern Sandkörner.

Die Seele, die sich vollkommen Maria hingibt, und Ihr in jeglicher Beziehung im Alltag folgen will, wird bald von Ihr mit ganz neuen Betrachtungsweisen gesegnet werden, und in den Noten, die sie jedem Aspekt ihres Lebens zuerteilt, wird sich bald vieles beträchtlich verschieben. Die bisher vorherrschenden Gedanken mit damit einhergehenden Gefühlen können dann bald vollkommen unwichtig erscheinen. Ein kleines Beispiel:

Viele Seelen vergeuden ihr Leben dadurch vollkommen, dass sie einen Groll gegen einen Mitmenschen hegen. Dieser Groll gibt vielen Verhaltensmustern eine ganz besondere Richtung und macht die Seele träge und schwer: Sie 'verdaut einiges gar nicht'. Wenn sich diese Seele mit ihrer ganzen Vergangenheit und ihren ganzen Persönlichkeitsmerkmalen vollkommen Maria hingibt, wird sie, in dem Maße umso schneller, wie sie sich tatsächlich befreien lassen will, eines Tages diesen Groll völlig abwegig finden, sie wird dem Mitmenschen in der Stille ihres Herzens vergeben, und ein Stein wird ihr von der Seele rollen. Dabei hat sie ihre Beziehung zu diesem Mitmenschen vielleicht 20 oder 30 Jahre lang mit einer 1 bewertet, jetzt wird die Note zu einer 5, was den negativen Einfluss derselben auf die Seele betrifft: Der Einfluss wird minimal und verschwindet aus ihrem Blickfeld. So werden immer mehr Elemente des alltäglichen Interesses aus dem Blickfeld der Maria geweihten Seele in 'vollkommen unwichtig' umgestaltet, so dass die Seele sich künftighin mit demjenigen beschäftigen kann, was wirklich wichtig ist: ihrem seelischen Wachstum, der Vollendung ihrer Erlösung, ihrer Heiligung. Die süße Frucht dieser Entwicklung heißt 'Frieden und Glück'.

Lieber Bruder, jeder Teufelskreis lässt sich durchbrechen: Wo der Wille die wahre Liebe weckt und darauf mit der Gnade Hochzeit schließt, wird die Seele neu geboren. Dort verändert sich der Teufelskreis in den Kreis, der die unendliche Gottheit symbolisiert, durch welche jedes Werk seine Vollendung findet: Saat wird zu Blume, Blume bringt neue Saat, usw. Ich übertrage Sie der Herrin, damit Maria Ihre ganzen Schwierigkeiten im hochheiligen Boden Ihres Herzens begräbt. Was dort aufblüht, bringt nur noch Früchte des ewigen Heils.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 199
Die Esoterik als Irrweg zum Glück – Was ist Wahrheit? – Die Heiligung als Weg zum wahren inneren Frieden, zur Wahrheit Gottes und zum wahrem Glück – Über die Berufung, den eigenen Weg der Seele

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es freut mich, dass Sie sich entschlossen haben, sich aus den Stricken der Esoterik zu befreien. Die Esoterik ist ein Mittel, durch welches Seelen vom Bösen systematisch von Gottes einziger Wahrheit und somit von der ewigen Glückseligkeit weggeführt werden. Eigentlich ließe sich der Unterschied zwischen der einzigen Wahrheit Gottes und der Esoterik folgendermaßen veranschaulichen:

Die Esoterik spiegelt den Seelen einen Weg ins Glück vor; Gottes Wahrheit ist aber das Glück. Gottes Wahrheit ist wie eine Schatztruhe voller Goldmünzen, die Esoterik dahingegen ist lediglich ein Bild, das eine angebliche Schatztruhe darstellt: Es ist nichts als Papier, auf dem in goldener Farbe angebliche Goldmünzen gezeichnet sind. Der Wert dieser 'Goldmünzen' ist jedoch nur jener des Papierbogens, der diese Darstellung enthält. Die Gabe der Erkenntnis zerreißt diesen Bogen im Nu. Überlegen Sie sich auch folgendes Bild: Der von der Esoterik vorgespiegelte Weg schmeckt süß wie Honig, verwandelt sich dafür in der Seele in bittere Galle, weil die Seele, die aus Gottes Herzen hervorkommt und somit tief innerlich Gutes und Böses wiedererkennt, eines Tages zur Erkenntnis gelangt, dass sie vom Bösen betrogen und Gefangene seiner Täuschungen geworden ist. Der Weg der wirklichen Wahrheit Gottes dahingegen schmeckt manchmal wie bittere Galle, verwandelt sich dafür in der Seele in Himmlischen Honig. Der bittere Geschmack ist jener der Prüfungen, die, wenn die Seele sie richtig nutzt, die Heiligung und dadurch die ewige Glückseligkeit herbeiführen. Nun hat die Seele die Wahl:

  • Entweder entscheidet sie sich für den Honig, der sich spätestens in wenigen Jahren in Galle verwandelt,
  • oder sie entscheidet sich für die Galle, die sich spätestens in wenigen Jahren in Honig verwandelt, der ewig (das heißt: Milliarden Male Milliarden von Jahren) süß bleibt.

Bedenken Sie tatsächlich: Nur die einzige Wahrheit Gottes, jene, die uns durch Jesus Christus, den Heiligen Geist und die Gottesmutter vermittelt wird, trägt den Schlüssel der ewigen Glückseligkeit in sich. Die Esoterik ihrerseits, stirbt mit dem Menschen, der sich mit ihr beschäftigt hat. Wie könnte sie in das ewige Leben hineinführen, wo sie selber vollkommen tot ist. 'Leben' ist eine Gabe aus Gottes Herzen. Esoterik kommt nicht von Gott, da Gott die einzige Quelle des Lebens ist. Somit trägt die Esoterik kein Leben in sich. Man kann sie essen bis zur vermeintlichen Sättigung, letztendlich wird sie nicht nähren, sondern unverdaulich in der Seele liegen. Die Systeme der Esoterik mögen sich verführerisch anhören oder verführerisch aussehen, die ewige Verzückung und das ewige Leben bringen sie nicht. Schließlich kann man das Bild einer Frucht bewundern und vielleicht von ihm verzückt werden, aber was geschieht, wenn man dieses Bild isst? Es nährt nicht, es bleibt unverdaut im Magen liegen.
Was ist Gottes Wahrheit? Ich zitiere aus der Sturmschrift Nr. 10:

"Was ist die Wahrheit? Die Wahrheit ist die tiefe Wirklichkeit, der Kern von Gottes Handeln und von Gottes Absichten. Weil Gottes Handeln und Seine Absichten (Sein Heilsplan für die Seelen) durch die Liebe aufgebaut, genährt und gelenkt werden und die Liebe also Gottes Gesetz ist, können wir sagen, dass die Wahrheit die Kenntnis von Gottes Gesetz ist".

Diese Kenntnis von Gottes Gesetz wird in diesen Zeiten durch Maria, die Herrin aller Seelen, in der Tiefe erläutert, in dem Ganzen Ihrer Unterrichtungen, Offenbarungen, Briefen usw., die gemeinsam ein System von Kenntnissen und Erkenntnissen bilden. Die Himmelskönigin bezeichnet dieses System als die Wissenschaft des Göttlichen Lebens. Der Himmel vermittelt diese Kenntnisse und Erkenntnisse in dieser Zeit in der Absicht, den Seelen den Weg zur Heiligung, den Weg ins wahre Glück zu zeigen. Es handelt sich dabei nicht um 'ein' Glück, das viel verspricht, aber in Wirklichkeit vollkommen leer ist, weil es auf Inhalten basiert, die sich in den Strahlen des wahren Lichtes völlig auflösen, wie Nebel in der Sonne, sondern um das Glück schlechthin, den letztendlichen Schatz aus dem Herzen Gottes, der Quelle und der Bestimmung aller Dinge.

Den Weg, den ich Ihnen als Weg in den wahren inneren Frieden, in die Wahrheit Gottes und in das wahre Glück zeigen möchte, ist jener, den uns Maria in diesen Zeiten als die Herrin aller Seelen zeigt und umfassend erläutert. Dieser Weg hat viele bereits die wahre Hoffnung finden lassen, und die Blüten am Rande dieses Weges verwelken nie, weil sie aus dem Herzen Gottes stammen, der sie uns durch die verzückende Liebe der Gottesmutter ins Herz legt.

Den eigenen Weg, d.h. die eigene Berufung, findet die Seele, die sich vollkommen Maria hingibt, weil sich Maria im heiligen Bund der vollkommenen, bedingungslosen und ewig dauernden Weihe an Maria zum Ziel gesetzt hat, die Seele, die sich Ihr völlig hingibt, zur Heiligung zu führen. Die Heiligung ist der Weg in die einzige wahre Freiheit, die Befreiung von allem, was die Seele in den Ketten weltlichen Denkens, Fühlens und Wollens gefesselt hält. Die Seele, die sich Maria restlos hingibt, erhält von Ihr die Erleuchtung, die sie in den Stand versetzt, ihre wahre Berufung im Leben zu erkennen. Diese Erkenntnis wird Ihnen Maria in dem Maße umso früher schenken, wie Sie mit Ihr gemeinsam an Ihrer eigenen Befreiung arbeiten wollen. Marias Absicht ist es ja, die Seele, über welche Sie frei verfügen kann, d.h., in der Sie frei arbeiten und die Sie frei umgestalten kann, in ein Leben hineinzuführen, in dem sie die höchst mögliche Fruchtbarkeit für Gottes Werke erzielen kann. Das kann sie nur tun, sobald sie ihre wahre Berufung kennt. Alles andere wird sich von Tag zu Tag ergeben, in der wahrlich lichtvollen Nahrung, die Ihnen die Herrin aller Seelen auf Ihrem Lebensweg löffelweise verabreichen wird. Sie wird Sie gegen die Prüfungen des Alltags stärken und Sie zu einer Burg von Licht machen.

Liebe Schwester, sehr gerne begleite ich Sie im Herzen auf diesem neuen Weg, der Sie in ein Land hineinführen wird, dessen Schönheit sich nicht, wie bei der Esoterik, aus Luftspiegelungen, sondern aus den Landschaften des Ewigen Frühlings zusammensetzt, die Gott uns in diesen Letzten Zeiten durch Maria verheißen hat.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 200
Den Unterschied zwischen einer kirchlichen und einer nur standesamtlichen Eheschließung – Die vollkommene Weihe als Mittel, die Vergangenheit zu bewältigen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Herzlichen Dank für Ihren Brief, welcher der Gottesmutter die Möglichkeit schenkt, Licht in eine Situation scheinen zu lassen, die viele Seelen berühren. Sie sind jahrelang nur standesamtlich, nicht kirchlich verheiratet gewesen. Der Unterschied innerhalb von Gottes Gesetz ist riesig.

Die standesamtliche Ehe gilt in den Augen vieler Menschen als die einzige eheliche Verbindung, die wirklich zählt. Dennoch hat diese Verbindung einzig und allein Konsequenzen im Bereich des weltlichen Lebens und ist für Gott unwichtig. Ich habe bereits wiederholt darauf hinweisen müssen, dass sich das weltliche Leben in einem Rahmen abspielt, der sich auf nicht einmal zehn Prozent der ganzen Wirklichkeit bezieht. In den Augen der Welt gelten ein Mann und eine Frau nur dann als ein Ehepaar, wenn sie standesamtlich verheiratet sind. Diese weltliche Verbindung schafft eine Anzahl von gesetzlich geregelten Rechten und Verpflichtungen, die sich lediglich auf weltliche Aspekte des Lebens beziehen. Wie anders ist es für die kirchliche Ehe!

Die kirchliche Ehe ist ein Bund, den ein Mann und eine Frau für die Ewigkeit eingehen. Es handelt sich da um einen Bund, der vor Gott geschlossen wird und der für ewig unter Gottes Gesetz steht. Dieser Bund verbindet Seelen im Rahmen von Gottes Heilsplan. Die standesamtliche Ehe tut dies nicht. Aufgrund der kirchlichen Ehe obliegen dem Mann und der Frau gewisse Verpflichtungen und stehen ihnen auch gemeinsame Rechte zu. Die kirchliche Ehe regelt das Verhältnis zwischen dem Ehemann und der Ehefrau im seelischen Sinne, das heißt, vollkommen im Hinblick auf die von den beiden zu vollbringenden Aufgaben im Rahmen des Göttlichen Heilsplans. Gott bringt einen Mann und eine Frau zusammen, damit sie sich im Bereich des seelischen Wachstums, der Einhaltung der Tugenden, der Heiligung gegenseitig ergänzen, sich gegenseitig bestätigen und berichtigen. Die kirchliche Ehe könnte man somit als einen 'Arbeitsvertrag' im Dienst von Gottes Heilsplan bezeichnen. So lässt sich der Unterschied in Gottes Augen, zwischen standesamtlicher und kirchlicher Ehe noch am besten folgendermaßen ausdrücken:

Durch die kirchliche Ehe folgen ein Mann und eine Frau dem Ruf des Heiligen Geistes, um sich für ewig auf dem Weg zum ewigen Heil miteinander zu verbinden, weil Gottes Vorsehung diese beiden Seelen füreinander bestimmt hat, aus dem einfachen Grunde, dass die Göttliche Weisheit sich von dieser Verbindung eine Förderung der Göttlichen Heilswerke für die ganze Menschheit verspricht. Genau deswegen ist der Bund der kirchlichen Ehe für Gottes Gesetz unverbrüchlich. Gottes Werke müssen vollbracht werden. Deshalb verfügt es das Göttliche Gesetz so, dass jeder Bund, der zwecks Erfüllung eines Heilswerkes eingegangen wird, erfüllt werden muss. Die Nichterfüllung eines solchen Bundes kommt einer Unterbrechung eines Göttlichen Planes gleich und bedeutet somit, dass sich eine Äußerung von Gottes Weisheit durch eine menschliche Entscheidung nicht länger auswirken kann: Der Mensch stellt sich über seinen Gott. Die standesamtliche Ehe dahingegen, ist eine rein menschliche Verbindung mit nur weltlichen Konsequenzen, die nicht mit bestimmten von Gott erteilten Aufgaben im Rahmen des Göttlichen Heilsplanes einhergeht.

Betrachtet man die standesamtliche Ehe aus rein christlicher Sicht, so soll klargestellt werden, dass auch in jener Ehe, wie überhaupt in jeder menschlichen Beziehung, die Tugenden als leitende und lenkende Grundsätze gelten sollten. Dies hat dann aber nur damit zu tun, dass die Seele sich immer, unter allen Umständen, von einem tugendhaften Verhalten führen lassen soll. Die kirchliche Ehe jedoch übersteigt diesen Grundsatz in jeder Hinsicht: Da wird von den Eheleuten nicht nur ein tugendhaftes (d.h. christlich reines) Verhalten erwartet, sondern auch eine gezielte Zusammenarbeit, die vollkommen an der Förderung und der Verwirklichung des Göttlichen Heilsplans orientiert sein soll. Die Eheleute versprechen sich gegenseitige Anstrengungen zur Heiligung, von sich selbst ebenso wie vom jeweiligen Ehepartner. Sie arbeiten gemeinsam auf ein Ziel hin, das ihnen unmittelbar von Gott gesetzt worden ist.

Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse, beantwortet Ihnen nun die Gottesmutter Ihre spezifischen Fragen. Es ist für Sie nicht selbstverständlich zu glauben, dass Sie, da Sie nicht kirchlich verheiratet waren, keine Verpflichtungen Ihrem Mann gegenüber haben und Sie sich scheiden lassen können. Wie Sie es ausdrücken: Wären Sie kirchlich verheiratet gewesen, müssten Sie alles ertragen und zusammenbleiben.

Genau so ist es. Das Brechen einer standesamtlichen Ehe ist kein Bruch eines vor Gott eingegangenen Bundes, sondern einzig und allein der Bruch einer weltlichen Verbindung mit weltlicher Grundlage und weltlichen Konsequenzen. Durch diese Scheidung ändern Sie nichts an dem Lauf irgendeines Göttlichen Werkes und lassen sich im Rahmen Ihres Beitrages zu der Verwirklichung Seines Heilsplanes nichts zuschulden kommen. Ihre Entscheidung, diese Verbindung zu brechen, verstößt nicht gegen ein Sakrament, stellt somit auch keine Entweihung dar, trägt nicht zu den Leiden des Erlösers bei. (Ich verweise auf das Buch Die Ernte der Ewigen Liebe, in dem Sie erfahren können, dass das Brechen eines vor Gott geschlossenen Bundes, z.B. einer kirchlichen Ehe, dem Zweiten Fallen Jesu unter dem Kreuze mit zugrunde liegt). Zur Beantwortung Ihrer Frage lässt mich die Himmelskönigin somit eindeutig Folgendes vermitteln:

Sie haben Ihrem Mann gegenüber nur eine einzige Verpflichtung: jene, die unter allen Seelen gilt, nämlich jene der Nächstenliebe und eines tugendhaften Benehmens (Verträglichkeit, Geduld, Hilfsbereitschaft...), weiterhin nicht die Verpflichtung der Treue, wie diese vom Sakrament der kirchlichen Ehe besiegelt wird und die in jenem Fall nicht gebrochen werden darf. Ganz eindeutig lässt mich die Herrin aller Seelen auch bestätigen, dass Sie ihm gegenüber keinerlei körperliche Zuneigung schuldig sind. Durch die Ablehnung derselben können Sie Ihre Würde wiederherstellen und zur gleichen Zeit Ihrem Mann helfen, in der Demut zu wachsen. Ihre Ablehnung wird Ihnen von Gottes Geist inspiriert, weil Ihr Mann daraus eine Lehre ziehen soll. Sein wachsendes Verlangen und Ihre Ablehnung werden für ihn zum Sühneakt – Worte der Himmlischen Herrin.

Dem Bruch Ihrer Ehe steht aus der Sicht des Göttlichen Gesetzes nichts im Wege und hat auf Ihr seelisches Heil auch nicht die geringste negative Einwirkung. Vor Gott sind Sie dadurch in keiner Weise gebunden.

Ich füge all dem allerdings ganz betont hinzu, dass diese Erläuterung der Gottesmutter keinesfalls als offene Tür oder Einladung zum zügellosen oder leichtsinnigen Bruch standesamtlicher Ehen verstanden werden soll. Diese Erläuterung ist lediglich eine Belehrung über den spirituellen Unterschied zwischen kirchlicher und standesamtlicher Ehe, nichts mehr und nichts weniger.

Was der Gottesmutter jetzt sehr gefällig wäre, ist ein Leben der vollkommenen Weihe an Sie als die Herrin aller Seelen, weil Maria Sie in einem solchen Leben erst recht begleiten und zur wahren Erkenntnis führen kann. Sie haben aus der Vergangenheit die richtige Lehre gezogen und können jetzt noch dadurch diese Vergangenheit heiligen, d.h., für Gottes Werke fruchtbar machen, dass Sie Maria bitten, Sie möge die vergangenen Jahre in Ihr Herz begraben. Wichtig ist für Gott nicht, wie die Vergangenheit ausgesehen hat, sondern was die Seele mit den Erfahrungen aus dieser Vergangenheit heute tut. "Reumut + Hoffnung + Sehnen nach Wiedergeburt" ist die Formel, die allem einen völlig neuen Wert gibt. Wenn man das Leben mit einem Buch vergleicht, so würde sich die Vergangenheit aus allen Seiten zusammensetzen, die der heutigen Seite vorangehen. Nun, die Weihe der Vergangenheit bedeutet, dass die Seele Maria darum bittet, jede dieser Seiten mit Ihrer heiligsten Unterschrift zu versehen. Dies bedeutet eine Heiligung mancher finsteren Ecke in Ihrer Seele. Versuchen Sie, die Wirkungen dieser Weihe durch eine Lebensbeichte zu ergänzen.

Sie bereuen manches, sind aber auch zu schönen Erkenntnissen davon gelangt, was (auch, ja vor allem, in seelischer Hinsicht) nicht hundertprozentig in Ordnung war. Diese Erkenntnisse sind Liebeserklärungen von Gott Ihnen gegenüber. Beantworten Sie diese, durch eine vollkommene Weihe an Maria. Sie wird in Ihnen einen völlig neuen Frieden zustande bringen.

Auf Ihre Angst, Sie könnten vielleicht den Rat der Gottesmutter nicht umsetzen, kann ich von Maria aus antworten: Fürchten Sie sich nicht, denn Sie haben den Willen gezeigt, für den Himmel jetzt das Richtige zu tun. Die Gottesmutter wird Sie so begleiten und von innen heraus führen, dass sich für Sie die Tür zu einer Wiedergeburt für ein richtiges seelisches Wachstum aufschließen wird. Das Einzige, worauf Sie wartet, ist Ihre vollkommene Weihe an Sie. Sehr gerne bete ich für die Erschließung des Pfades zu diesem neuen Leben.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 201
Über scheinbar nicht erfüllte Wünsche

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Die Wünsche, die in einer Seele hochkommen, sind wie der Motor, der sie dazu anregt, Dinge in Bewegung zu setzen. Oft lassen sich Wünsche nicht verwirklichen. In der Seele hinterlässt ein nicht erfüllter Wunsch durchwegs das Gefühl, die Seele sei nicht nur nicht vorangekommen, sondern sogar weiter zurückgeschlagen denn je. Das kommt daher, dass die Seele, während sie einen Wunsch hegt, im Herzen bereits den ganzen Weg der auszuübenden Handlung bis einschließlich der eigentlichen Verwirklichung anbahnt. Wenn sich nun herausstellt, dass sich der Wunsch nicht erfüllt oder sich nicht erfüllen kann, vollzieht sich im Herzen gleichsam eine Art von 'Abreißarbeiten': Der 'Weg' wird dann innerlich aufgebrochen, die Seele muss sich der 'neuen' Situation – so empfindet sie dies, obgleich im Grunde genommen gar nichts Wahrnehmbares passiert ist – wieder anpassen und ist enttäuscht, weil ein Plan unfruchtbar geblieben ist. Oft empfindet die Seele dies dazu noch als ein persönliches Versagen.

Manchmal ist es für die Seele ein Segen, wenn ein Wunsch sich nicht erfüllt. Die Göttliche Vorsehung behütet sie vor manchem Unglück, vor mancher Fehlleistung, vor Schritten, die für die Entwicklung ihres Heils nicht fruchtbar sein würden. Darüber hinaus soll die Seele davon ausgehen, dass Gott für jeden nicht erfüllten Wunsch etwas Besseres bereitet hat. Die einzige Voraussetzung, um diese Erfahrung zu machen, ist die Hinnahme. Oft wird uns die Verwirklichung eines Wunsches nicht leicht gemacht, weil die Prüfung, die mit der Abtretung unseres freien Willens einhergeht, für Gottes Heilsplan sehr fruchtbar werden kann. Halten wir uns das sogenannte Dreieck der seelischen Fruchtbarkeit vor Augen:

Gehorsam + Liebe + Leiden = seelische Fruchtbarkeit.

Nehmen wir gleich Ihre Frage als Beispiel:

Sie bedauern, dass der Priester Ihnen nicht mehr erlaubt, in der Hauskapelle noch Heilige Messen feiern zu lassen, und fragen sich wieso, weil Sie es mit dieser Weigerung schwer haben.

Entweder lassen Sie sich von diesem Verbot lähmen und verfallen einer Unzufriedenheit, die Sie in Ihrer Weihe an Maria künftighin unwirksam macht, oder Sie bieten Ihre Herzensverfassung mit der Enttäuschung Maria an und bitten Sie darum, Sie möge mit diesem Kummer etwas Konkretes tun. Am Kräftigsten wirkt dies, wenn Sie keine Bedingungen stellen und die Himmelskönigin gewähren lassen. Sie hat das Wissen, die Liebe und die Macht, aus jeder Prüfung etwas zu machen, das erlösende Kraft freisetzt. Die vertrauensvolle Weihe führt in vielen Fällen auch dazu, dass die Seele, die diesen Akt der Weihe vorgenommen hat, mit einem ganz neuen Frieden begnadet wird. Sie werden merken, dass entweder etwas passiert, das Sie nicht ahnen konnten, oder aber, dass Sie einiges so vollkommen anders betrachten, dass Ihr Herz sich von vielem Ballast befreit und dass Sie bald noch anders für die Gottesmutter wirksam werden. Lassen Sie sich überraschen. Bieten Sie der Himmelskönigin mithin auch den physischen Zustand des Ehemannes an, als eine Aufopferung von Leiden. Sie kann mit all dem Türen zu einer neuen Landschaft öffnen: Ihnen allen einen Blickwinkel verschaffen, der Sie den tiefen Sinn vieler Rückschläge wird begreifen lassen und dadurch Ihre Seelen mit dem Blut der wahren Hoffnung füllen wird.

Ich flehe die Herrin an, Sie möge Ihre Macht dazu anwenden, Ihnen dieses Schönste aller Geschenke zu bereiten: jenes einer inneren Umwandlung, in welcher Ihr Kummer aus Vergangenheit und Gegenwart sich in eine Zukunft voller Sonne verwandeln kann.

In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 202
Über die Göttliche Gerechtigkeit – Der Zustand der Jungfräulichkeit – Die Reinheit als Voraussetzung für das Strömen der Liebe – Wie kann ich die negativen Auswirkungen der Vergangenheit beseitigen? – Über die menschliche Schwäche

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Immer wieder spüre ich die besondere Freude der Himmelskönigin, wenn Ihr Fragen übermittelt werden, aus denen sich ergibt, dass die Seele an die tieferen Mysterien unseres Daseins interessiert ist. Ich möchte Ihre Fragen der Reihe nach so gut wie buchstäblich zitieren, weil diese eine genaue Beantwortung verlangen, die eindeutig verstanden werden kann.

Ist es möglich, wenn man seine Jungfräulichkeit verloren hat und ein sündhaftes Leben führte, dennoch wieder die vollkommene Reinheit der Seele zu erlangen?
Auf die Jungfräulichkeit lässt mich die Herrin aller Seelen anlässlich Ihrer nächsten Frage zurückkommen. Was die vollkommene Reinheit der Seele betrifft, muss ich Folgendes erläutern:

Das Göttliche Gesetz ist etwas Sonderbares. Es basiert im Grunde genommen auf zwei Komponenten, die anscheinend völlig entgegengesetzt sind: der vollendeten Liebe und der vollendeten Gerechtigkeit. Bei 'Gerechtigkeit' stellt sich die Seele durchwegs etwas Strenges vor, das mit Strafe zu tun hat. Wir müssen uns da aber vollkommen darüber im Klaren sein, was die Göttliche Gerechtigkeit genau ist. Ich zitiere aus den Sturmschriften und der Himmlischen Hochzeit:

"Die Göttliche Gerechtigkeit ist das System, gemäß welchem Gott als ewiger Richter über den letztendlichen Wert aller Taten, Worte, Gedanken, Wünsche und Nachlässigkeiten unseres ganzen Lebens urteilt. Gottes Gerechtigkeit wägt auf unfehlbare Weise, aufgrund Seiner unbestreitbaren Weisheit und Allwissenheit, alles Gute und alles Böse unseres Lebens gegeneinander ab. (...) Die Göttliche Gerechtigkeit ist die automatische Auswirkung des Ewigen Gesetzes, das Gott als Leitprinzip in Seine Schöpfung gelegt hat. Wir haben diese und jene Sünde begangen, aber auch diese und jene guten Dinge getan, und aufgrund von diesem allen verwirklicht unsere Seele am Tag ihres Gerichtes ein bestimmtes Ergebnis, das ihr weiteres Schicksal bestimmt".

Trotzdem, gerade wegen der alles beherrschenden Liebe, ist die Bewertung einer Seele vor dem Göttlichen Gericht keine Frage von reiner Mathematik. Die Göttliche Gerechtigkeit sorgt dafür, dass die Schöpfung trotz wiederholter Sünden nicht vollkommen in ein nicht wiederherzustellendes Ungleichgewicht herabsinkt. Die Wirkung einer jeden Sünde – und täglich werden weltweit Milliarden von Sünden begangen – wird früher oder später ausgeglichen, öfters erst nach vielen Jahren. Das wiederherstellende System der Gerechtigkeit wirkt völlig zeitlos. In diesem Sinne betrachtet, stellt sich heraus, dass die Göttliche Gerechtigkeit somit letzten Endes auch eine Äußerung vollendeter Liebe für die Seelen ist.

Die Bewertung eines Menschenlebens ist deshalb keine Frage reiner Mathematik, weil Gott nicht lediglich alles aufzählt und bewertet, um zu einer Schlussfolgerung in Form einer kühlen Note zu gelangen, sondern Sich an erster Stelle die Entwicklung der Seele anschaut. Das heißt, dass zum Beispiel eine Seele, die sich schwer versündigt hat, ab einem gewissen Zeitpunkt jedoch ein immer tugendhafteres Leben geführt hat, um in den letzten Jahren ihres Lebens sogar eine beträchtliche Stufe der Heiligkeit zu erreichen, von Gott nicht aufgrund ihrer Vergangenheit gerichtet wird, sondern aufgrund des Standes der Gnade, den sie in der letzten Phase ihres Lebens erreicht hatte und von dem sie nicht mehr abweichen wollte. Wenn diese Seele gewillt und bestrebt ist, sich von jeglicher Sünde und Untugend fernzuhalten, sie ihre Vergangenheit aufrichtig bereut und diese in der sakramentalen Beichte und anschließend in vollkommener Weihe zur Reinigung an Gott übertragen hat, wird sie von Gott als heilig betrachtet und ist sie tatsächlich rein.

Zwei wunderschöne Beispiele in dieser Beziehung sind die Heiligen Maria Magdalena und Paulus, in denen Gott uns vorführt, wie sich die Seele von sehr verfinstert zu lichterfüllt entwickeln kann. Das Geheimnis liegt in der Liebe, der wesentlichen Kraft des Göttlichen Lebens, die alle Schöpfung, alle Erlösung und alle Heiligung herbeiführt. Die Liebe ist wie ein Göttliches Feuer, dass immer in zwei gleich aufeinander folgenden Phasen wirkt: Es verzehrt in der Seele alle finsteren Elemente, eins nach dem anderen, und gestaltet gleich die Verletzungen um, die sich die Seele durch jede Sünde und Untugend zugezogen hat, ebenfalls eine nach der anderen. Weil jedoch das seelische Leben keine Sekunde lang still steht, bleibt die Chance bestehen, dass immer wieder neue Verletzungen (kleine oder größere) entstehen, so dass eine vollendete Reinheit der Seele auf Erden im absoluten Sinne eine Illusion ist. Nur der Himmelskönigin ist dieses Vorrecht gewährt worden.

Die Seelen sollen sich ganz fest vor Augen halten: Für Gott ist die Wirkung eines jeden Elementes der Schöpfung zeitlos. Wenn wir die Zeitlinie betrachten, so ließe sich sagen: Für Gott ist nur die Gegenwart wichtig, in etwas geringerem Maße die Zukunft und fast gar nicht die Vergangenheit:

  • die Gegenwart: Für Gott zählt dasjenige, was die Seele jetzt tut, wie sie es tut und aus welcher Herzensverfassung heraus sie es tut. Diese Elemente sind entscheidend für den Wert, die Fruchtbarkeit der Seele;

  • die Zukunft: Für Gott zählt, was die Seele für Gottes Werke noch tun möchte und wie groß ihr Einsatz ist, um künftighin an sich zu arbeiten. Wie ich bereits früher habe schreiben müssen, zeichnet die Seele durch ihre Wünsche auf die Zukunft hin in ihrem Herzen bereits die Entwürfe ihrer weiteren Tage;

  • die Vergangenheit: ist für Gott nur noch wichtig, wenn Fehltritte der Seele nicht bereut, nicht gebeichtet und nicht wieder gutgemacht worden sind. Jeder Fehltritt aus der Vergangenheit, der bereut, gebeichtet und wieder gutgemacht worden ist, ist für Gott inexistent.

Die Antwort auf Ihre Frage lautet also auf jeden Fall: Ja, die Seele kann eine (relativ) vollkommene Reinheit erlangen, trotz vieler Sünden in ihrer Vergangenheit.

Gibt es eine Möglichkeit, trotz Verlust der Jungfräulichkeit wieder in eine seelische Verfassung zu kommen, die einer Jungfräulichkeit gleich kommt?
Bei 'Jungfräulichkeit' denkt der Mensch gewöhnlich automatisch an eine physische Eigenschaft. Trotzdem ist die Bedeutung der Jungfräulichkeit viel breiter zu betrachten. Ich zitiere aus einer Offenbarung der Herrin aller Seelen vom 9. Juni 2006:

"Jungfräulichkeit kann als Freisein von weltlichen Einmischungen oder Beeinflussung oder von Entehrung durch ein Eingreifen weltlichen Ursprungs betrachtet werden. In diesem Sinne betrachtet, kann jeder Meiner Diener Mir in der Jungfräulichkeit folgen. Es ist das Freisein von jeder weltlichen Einmischung, das der Jungfräulichkeit ihren Himmlischen Duft verleiht. Jungfräulichkeit ist nicht an erster Stelle ein Zustand, sie ist vielmehr eine Lebenshaltung. So ist Jungfräulichkeit in Bezug auf den Körper durch Nichtvorhandensein körperlicher Gemeinschaft nicht an sich heiligend, sie ist dies erst, insofern das Herz diese Verfassung tatsächlich anstrebt. Von Meinen Dienern erwarte Ich an erster Stelle eine Jungfräulichkeit im Herzen und im Geist: dass sie ihre Denk- und Gefühlswelt so vollkommen wie möglich auf die Dinge der Ewigkeit abstimmen. Weltliche Einflüsse können zwar nicht im absoluten Sinne vermieden werden, aber die Haltung Meiner Diener gegenüber diesen kann jeden Zustand heiligen. Jede weltliche Einmischung oder Beeinflussung, die vermieden werden kann, muss bewusst vermieden werden. (...) Eine jungfräuliche Seele ist eine Seele, die sich bewusst und gewollt vollkommen in die Dinge des Himmels untertauchen lässt und die die Dinge der Welt von Natur aus zu scheuen und zu verachten lernt".

Mit genau diesen Worten hat die Himmlische Herrin eigentlich bereits vor vier Jahren Ihre heutige Frage beantwortet.

Ich weiß, dass die Voraussetzung einer innigeren Vereinigung mit Jesus eine große innere Reinheit ist und dass den jungfräulichen Seelen eine tiefere Vereinigung mit Jesus möglich ist.
Maria wies bereits vor Jahren, unter anderem in der Himmlischen Hochzeit, darauf hin, dass die Reinheit als das Maß zu verstehen ist, in dem die Seele dazu imstande ist, Gottes Licht weiterzuleiten. Je reiner die Seele wird, desto inniger kann sie mit Jesus und Maria in Berührung kommen und bleiben. In einer Seele, an der viele Makel von Sünden, Gleichgültigkeit gegenüber Gottes Liebe und gegenüber dem Schicksal der Mitgeschöpfe haften (Mangel an Reue, an Nächstenliebe, an Interesse für Gottes Pläne usw.), wird der Strom der Liebe gehemmt, zuweilen sogar ganz eingestellt. Eine solche Seele kann den Kontakt mit Jesus und Maria auf keinen Fall aufrechterhalten, weil sie sich wegen eines Übermaßes an Finsternis (oder einfach 'Schatten') ungenügend für das Licht aufschließt.

Die Seele, die auf den Weg der Mystik gerufen worden ist, kann dies haargenau empfinden: Die Gottesmutter verlangt von dieser Seele, dass sie alles daransetzt, ständig frohgemut zu sein. Der Grund liegt darin, dass die frohgemute Seele wie ein offenes Fenster für die Strahlen von Gottes Geist ist: Licht und Liebe strömen ungehemmt durch sie hindurch. Jungfräuliche Seelen im oben angeführten Sinne sind tatsächlich besser für eine tiefere Vereinigung mit Jesus geeignet, weil sie die Hemmungen aus der Welt in diesem Sinne so weitgehend wie nur möglich ausschalten, dadurch dass sie eine innere Gesinnung entwickelt haben, welche es ihnen möglich macht, die Wichtigkeit der weltlichen Komponenten auf ihrem Lebensweg sehr stark zu relativieren. In ihnen ergibt sich daraus ein sich immer weiter vertiefender innerer Friede.

Ich würde so gern meine verdorbene, sündhafte Vergangenheit rückgängig machen.
Die Seele kann ihre Vergangenheit an sich nicht rückgängig machen, weil sie diese und jene Handlungen verübt oder aber unterlassen hat, diese und jene Worte gesprochen oder nicht gesprochen hat, diese oder jene Gedanken, Gefühle und Wünsche gehegt oder nicht gehegt hat. Die Wirkungen ihrer Handlungen, Versäumnisse, Worte, Gedanken, Gefühle und Wünsche allerdings kann sie weitgehend rückgängig machen. Maria hat dies bereits wiederholt betont. Genau darin liegt die größte Waffe der Menschenseelen gegen den Bösen: Sollte jede Seele ihre Vergangenheit inständig an Maria weihen, so wäre der Böse in kürzester Zeit gelähmt. Ihm würde einfach aller Wind aus den Segeln genommen. Hat uns Jesus nicht im guten Schächer das große Vorbild gesetzt? Dieser Mann hatte eine ausgesprochen sündhafte Vergangenheit. Trotzdem versprach Jesus ihm in seiner letzten Lebensstunde das Paradies. Sie können die Auswirkungen Ihrer Vergangenheit dadurch für Ihre Seele ebenso wie für den Göttlichen Heilsplan und den Stand der Menschheit als Ganze unwirksam machen, dass Sie:

  1. eine Lebensbeichte sprechen;

  2. sämtliche Unreinheiten, denen Sie sich hingegeben haben, tatsächlich und aufrichtig bereuen und diese durch Akte der Reinheit wieder gutmachen. Unter 'Akte der Reinheit' wäre hier zu verstehen: Handlungen und Worte, Gedanken und Wünsche, welche die Reinheit unter Ihren Mitmenschen und zwischen Ihnen und Ihren Mitmenschen fördern helfen. 'Reinheit' ist dabei im weitesten Sinne zu betrachten: als Reinheit des Körpers, des Mundes, des Herzens, der Gedanken, usw.;

  3. Ihre Vergangenheit und Ihre künftigen Herzensverfassungen inständig an Maria weihen;

  4. Maria bitten, Sie möge den Weg mit Ihnen gehen und Sie in allem begleiten, Ihnen inspirieren und Ihren Willen zum Guten verstärken, damit Sie nicht mehr in dieselben Fallen treten. Insbesondere muss auch die Liebe verstärkt werden, denn letzten Endes ist die Nachgiebigkeit gegenüber jeder Verführung oder Versuchung eine Frage der Unvollkommenheit der Liebe.

Diese vier Schritte können Sie als die Wiege für Ihre Wiedergeburt betrachten.

Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich Jesus betrogen habe, da ich ihm vor langem einmal versprochen hatte, dass ich mich ihm weihen wolle und Jungfrau bleiben würde. Jedoch konnte ich dieses Versprechen nicht halten.
Petrus – der erste Papst der Kirche der einzigen Wahrheit! – ist uns zum Vorbild der menschlichen Schwäche vor die Augen gestellt worden. Er hatte sich vorgenommen, er würde sein Leben für Jesus geben. Sehr kurz nach diesem Versprechen verleugnete er Jesus dreimal aus Furcht um das eigene Leben. Jede Seele kämpft mit diesem Problem. Ein Versprechen zu erfüllen, ein Leben lang, ist eine außerordentliche Prüfung, weil diese Erfüllung voraussetzt, dass die Seele (manchmal viele) Schwächen dauerhaft besiegt. Sie können auf jeden Fall künftighin die Jungfräulichkeit hinsichtlich der weltlichen Einflüsse anstreben. Diese in Ihrem Leben fruchtbar zu machen, erfordert eine ständige Selbstüberwindung und einen Blick, der unentwegt an den Interessen Gottes statt an den eigenen Interessen orientiert ist. Gerade dort sollte der Schwerpunkt einer jeden vollkommenen Weihe an Maria liegen. In den Augen Jesu werden Sie genauso sehr zu einer Jungfrau werden, wie es einst Maria Magdalena geworden ist, diese so große Heilige, die den Krug ihrer Körperlichkeit aus Liebe zur Reinheit gebrochen hat und in Gottes Augen zu einer Himmlischen Blume wurde: Der Bruch des Kruges hat in ihr das Parfüm der Heiligkeit freigesetzt.

Liebe Schwester, das Wesentliche der Frohen Botschaft ließe sich eigentlich so formulieren: Für die Seele, die wirklich an Gottes Liebe glaubt und fest entschlossen ist, ein Leben von Austausch wahrer Liebe mit Gott zu führen, gibt es keinen Untergang, sondern geht die Sonne des Ewigen Frühlings auf. In dieser Seele wird es nie mehr Nacht.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 203
Über die Beweggründe, in ein Kloster einzutreten – Über das Aussehen der Seele – Die Schönheit der Seele und des Körpers – Der Seinszustand im Himmel – Weihe an Jesus bzw. Maria soll zu einer Verbindung sich ständig tiefer reinigender Liebe wachsen – Was erntet die Seele im Himmel?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Die Herrin aller Seelen lässt mich die Beantwortung Ihres sehr interessanten Briefes an dem Punkt anfangen, wo Sie Ihre Erwägung erwähnen, in einen Orden einzutreten. Die Himmelskönigin würde Ihnen sehr gerne Ihre mächtige Unterstützung dabei gewähren, weil Sie weiß, dass Sie im Herzen seit langem viel mehr an den Interessen des Himmels als an jenen der Welt orientiert sind. Allerdings möchte Maria Sie auf etwas sehr Wichtiges hinweisen: Die Entscheidung, in einen Orden einzutreten, darf auf keinen Fall aus der Furcht hervorkommen, man wäre zu schwach, um all den Versuchungen der Welt standzuhalten. Der Eintritt in ein Kloster darf nie eine Flucht sein: In jenem Falle ist er an erster Stelle das Ergebnis einer Suche, den täglichen Kampf gegen sich selbst loszuwerden. Es ist sehr wichtig, dass wir uns ständig vor Augen halten, dass Gott mit dem Kampf gegen die eigenen Schwächen hinsichtlich der Versuchungen des Alltags und der Umwelt einen großen Plan verfolgt: Gerade durch diesen Kampf erwirbt sich die Seele ihre Heiligung. Flieht nun die Seele aus Furcht um das eigene Heil, weil sie sich dem Kampf gegen die eigenen inneren Schatten nicht gewachsen fühlt, so wird sie in der relativ 'beschützten' Umgebung (z.B. dem Kloster) die Heiligung nicht in dem Maße erreichen, wie sie es sich erhofft hat.

Gott zeichnet Entwürfe für den Weg, der uns und dem Heilsplan Gottes das größte Heil einbringen kann. Biegen wir in einen 'alternativen' Weg ein, so werden wir durch eine Landschaft weiterreisen müssen, in welcher die Obstbäume weniger üppig blühen. Ein Fluchtweg bietet nie den wahren Frieden.

Ganz anders wäre es, wenn Sie in einen Orden eintreten, um ein Leben der Selbstentdeckung zu beginnen, und Sie vor dem Eintritt das bevorstehende Leben der Himmelskönigin weihen und Sie anflehen, dass Sie die Entfaltung Ihrer Seelenblume in die Wege leitet und vollendet. Sie werden ohne jeden Zweifel dem inneren Kampf begegnen, den Sie nach Gottes Weisheit gewinnen müssen, aber mit Maria haben Sie eine ungeahnt mächtige Alliierte und eine Schatztruhe an lebenspendender Liebe an Ihrer Seite.

Sehen Sie den Unterschied? In einen Orden eintreten, soll die Seele aus dem Willen heraus tun, sich vollkommen ungehemmt einem Leben zu öffnen, das von Gott frei gestaltet werden darf. Die Einstellung soll etwa diese sein: "Mein Gott, hier bin ich, um Deinen Willen zu tun, was da auch kommen möge, denn Du hast mich gerufen, Du wirst mir somit die Nahrung und den Schutz vermitteln, um den Kampf siegreich zu vollbringen". Wenn die Seele dahingegen in einen Orden eintritt wie in einer Flucht, ist es, als ob sie eher ein altes Leben beenden, als ein neues Leben beginnen will. Die Seele soll immer an einer Wiedergeburt orientiert sein, eher als an dem Tod einer Lebensphase, auch wenn es sich bei der letzteren Phase um ein Leben voller Finsternis handelt. Selbstverständlich soll die Seele sich anstrengen, sich aus aller Finsternis zu befreien, aber sie darf nicht bewusst fliehen: Die Seele soll davon ausgehen, dass Gottes Vorsehung mit einem gewissen Zustand in ihrem Leben einen Plan hat. Die Seele soll sich eher nach ihrer Heiligung sehnen und um stärkere Schultern beten, als das Kreuz abzulehnen und sich nur nach dem Beenden einer Lebensphase zu sehnen.

Den Orden, in dem Gott Sie gerne hätte, wird Maria Ihnen nicht durch mich zeigen, weil der Geist Gottes die intimsten Dinge gerne im Mittelpunkt des Herzens bekannt gibt, an diesem verborgenen Ort, wo Gott der Seele Seine Liebeserklärungen zuflüstert. Hören Sie auf Ihr Herz, und in einem Augenblick, in dem Sie es nicht erwarten, wird Er Ihnen den Weg zeigen.

Jetzt zu Ihren einzelnen Fragen:

Wie ist die Seele eigentlich aufgebaut? Ist sie der körperlichen Form ähnlich? Hat die Seele, unabhängig vom Körper, ein anderes Aussehen?
Die Seele ist vollkommen nichtstofflich. Die Frage nach dem 'Aufbau' der Seele lässt sich somit schwer beantworten. Mehrere Male zeigte mir die Himmelskönigin in Visionen Seelen in einer Darstellung, die es gewissermaßen möglich macht, manches aus dem seelischen Leben in den Griff zu bekommen. Sie zeigte mir die Seele in Form einer Kugel, die sich aus Licht in den unterschiedlichsten Farben zusammensetzte. Dieses Licht vermischte sich unaufhörlich, so dass die Lichtkugel keine Sekunde lang identisch aussah. Maria erklärte mir, dass die Farben, von denen ich viele Schattierungen auf Erden nie gesehen hatte, mit seelischen Verfassungen ebenso wie mit der Entwicklung von Tugenden, den Wirkungen von tugendhaften bzw. von sündhaften Handlungen, Worten, Gedanken, Gefühlen, Wünschen und Bestrebungen, der Einströmung von Gnaden u. a. übereinstimmten.

Die Seele ist wie eine ganze Welt, in der sämtliche Fähigkeiten, Talente, Gaben, die Strömungen der Göttlichen Liebe, die Auswirkungen von Gnaden, Einflüsterungen vom Bösen, der freie Wille und viele andere 'Komponenten' sich gegenseitig unaufhörlich beeinflussen. Die Seele kann sich selbst nicht bewusst verwalten. Verwaltung setzt bewusste Erkenntnisse voraus, und an jenen fehlt es der Seele in hohem Maße. Auch aus diesem Grunde ist es so wichtig, dass die Seele sich unter die Herrschaft der Himmelskönigin stellt, damit Sie sämtliche seelische Prozesse beherrscht.

Die Seele setzt sich also ausschließlich aus nichtstofflichen Kräften zusammen. Aus diesem Grunde kann sie nicht mit den Augen des Körpers, sondern nur mit den 'Augen' der Seele wahrgenommen werden. Hier auf Erden ist dieses 'Wahrnehmen' eigentlich eher ein 'Empfinden'. Die mystisch ausgebildete Seele kann die Beschaffenheit einer Seele gleichsam gemäß einem inneren Vorgang rekonstruieren, den man sich – sehr vereinfacht dargestellt – einem Radar- oder einem Sonarbild ähnlich vorstellen könnte: Die Seele empfängt von der anderen Seele eine Vielfalt an Signalen, aufgrund derer sie sich ein Bild der anderen Seele formen kann, das sie zuweilen sogar visuell erfassen kann. Alles hängt davon ab, was Maria bzw. Gott zulässt, das die Seele sieht oder empfindet.

Der körperlichen Form ist die 'Form' der Seele nicht ähnlich. Wie ich vorhin erläuterte, hat die Seele keine feste 'Form', sondern ist eigentlich ein sich ständig bewegendes 'Lichtfeld'. (Ich suche Worte, um dasjenige zu bezeichnen, das sich nicht wirklich in Worte erfassen lässt). Wie ich habe sehen dürfen, verändert sich das Aussehen einer Seele blitzartig schnell, und es scheint an Formeigenschaften keinen Mangel zu geben. Ich habe Seelen gesehen, die aussahen wie ein Feuerball, wie eine sich rasch verändernde Flamme, auch wie eine Eiskugel, wie flüssiges Feuer, wie ein blendendes vielfarbiges Licht, wie ein dunkler Nebel, usw. Ich habe auch die Macht gesehen, welche die wahre Liebe auf Seelen ausübt. Ein Beispiel:

Ich sah einst eine etwas neblige Seele, die sich – gerade vor dem Lebensgericht gleich nach dem Tod des Körpers – zu Marias Füßen niederwarf und die Himmelskönigin inbrünstig um Ihre Fürsprache anzuflehen begann. Während dieses Flehens verwandelte sich die neblige 'Gestalt' in eine Glut. Sobald Maria ein Wort zu ihr sprach, nahm sie die 'Form' einer lodernden Flamme an. Dies hing damit zusammen, dass die Himmelskönigin die Finsternis dieser Seele mit Ihrer übermächtigen Liebe verband, wodurch diese Seele zum Teil gereinigt wurde und zum Teil so in den Bann der Himmelskönigin kam, dass sie schlagartig Feuer und Flamme wurde.

Könnte rein theoretisch ein hässlicher Körper, eine wunderschöne Seele bergen?
Durchaus. Sehr oft verbirgt Gott eine wahrhaftig heilige Seele in einem Körper ohne jegliche auffällige Schönheit. Eine der größten Aufgaben einer jeden Seele auf Erden ist es, mit allen ihren physischen Eigenschaften fertig zu werden, da sehr viele Erfahrungen aus dem Alltag von der physischen Erscheinung des Menschen geprägt werden: Sind wir schön, so werden wir zum Teil ganz andere Erfahrungen machen, als wenn wir nicht schön wären. Gott verbirgt die wahre Schönheit der Seele vor den physischen Augen, weil Er Seine Schönheiten nur den seelischen Augen derjenigen offenbaren will, die tiefer schauen und Seine wahren Schönheiten zu suchen bereit sind, weil sie wissen, dass diese den Gipfel Seiner Liebe in sich tragen.

Wie schaut im Himmel die Vereinigung mit Jesus aus?
Wenn die Seele das irdische Leben verlässt, wird sie von Gott gerichtet. Sie kann erst in das Paradies kommen, wenn ihre Liebe vollkommen geworden ist. Gerade dazu dient das Fegefeuer: Es bietet der Seele die Chance, sich vollkommen zu reinigen. Jede Unreinheit stammt letzten Endes aus einer Unvollkommenheit in der Liebe. Wenn die Seele das Paradies betritt, heißt dies, dass ihre Liebe vollkommen geworden ist. Somit steht nichts mehr ihrer Vereinigung mit Jesus im Wege. Wir sollen uns das Ewige Leben im Himmel nicht als eine Aufeinanderfolge von Handlungen, Bewegungen usw. im irdischen Sinne des Wortes vorstellen, sondern eher als einen Seinszustand, der sich in diesem Sinne ständig ändern kann, dass die Seele auch in der Ewigen Glückseligkeit ständig Einflüsse empfindet (die unendlich verschiedenen Verzückungen!). Die Vereinigung mit Jesus sollen wir uns als eine Verschmelzung der Seele mit der Göttlichen Liebe vorstellen, in der die Seele sich unbegrenzt in das Herz Gottes aufgenommen weiß.

Wenn man sich Jesus komplett weiht und in Ehelosigkeit leben will, darf man dann Jesus so lieben, wie man seinen Partner lieben würde?
Die Liebe zu Jesus genauso wie die Liebe zu Maria, sieht ganz anders aus als die Liebe zu einem Ehepartner. Die Liebe zu Jesus und Maria, wenn man sich Ihnen vollkommen hingegeben hat, ist eine Liebe der Verschmelzung der Herzen, ein Zustand, in dem man sich vollkommen und ungehemmt Jesus und Maria aufschließt, damit Sie ungehemmt in der Seele arbeiten können. Es handelt sich somit nicht um eine Verbindung der Hilfsbereitschaft, der gemeinsamen Heiligung, so wie in der sakramentalen Ehe, sondern um eine Verbindung der Dienstbarkeit und der Weihe zum Zweck der eigenen Heiligung und der Verwirklichung von Gottes Heilsplan.

Je reiner und vollkommener die Liebe wird, desto mehr wird sie ausschließlich auf der seelischen Ebene empfunden und gelebt. Die Verbindung mit Jesus und Maria soll immer zu einer Lebenserfüllung werden, zu einem Zustand, in dem die Seele die Vervollkommnung der Vergeistigung anstrebt, da es sich in dieser 'Beziehung' im Grunde genommen um eine Brücke zur Vollendung handelt, ja handeln muss. Die Seele, die sich eine 'eheähnliche' Verbindung mit Jesus bzw. Maria anders vorstellt als in einer völlig vergeistigten Form, mit der Heiligung als einzigem Zweck, hat diese Beziehung nicht verstanden. Deshalb darf die Liebe zu Jesus und Maria unter keiner Bedingung auf einer Grundlage der Schwärmerei basieren, sonst stürzt sie bei der geringsten Prüfung zusammen. Im Grunde genommen, sollte die vollkommene Weihe an Jesus bzw. Maria immer zu einer Verbindung sich ständig tiefer reinigender Liebe wachsen.

Wird man im Himmel das ernten, wonach man sich im tiefsten Inneren sehnt?
Ich kann diese Frage mit einem vorsichtigen 'Ja' beantworten. Ja, wenn dasjenige, wonach man sich innigst sehnt, vollkommen mit Gottes Gesetzen in Übereinstimmung ist; nein, wenn der tiefste Wunsch sich nicht mit dem Sinn der Ewigen Glückseligkeit vereinen lässt. Die Ernte, die einer Seele im Himmel zufällt, wird von mehreren Faktoren bestimmt: In erster Linie von der Bilanz des irdischen Lebens dieser Seele, des Weiteren, unter anderen, von der Göttlichen Barmherzigkeit, der Fürsprache Mariä und den Einwirkungen von Heiligen Messen, Gebeten und Aufopferungen, die für diese Seele dargebracht worden sind. Auch der aufrichtige Wille der Seele spielt eine Rolle. Wenn eine Seele ziemlich sündhaft ist, sich allerdings dennoch inständig nach der Ewigen Glückseligkeit im Himmel sehnt, also absolut für ewig bei Gott leben will, so wird sie sich dadurch leichter für die Liebe aufschließen können und wahrscheinlich die Gnadenwirkung besser benutzen können. Man könnte es sich so vorstellen, dass die Sehnsucht nach irgendwas eine Brücke zwischen dem Herzen und demjenigen baut, nach dem man sich sehnt. So ist es auf Erden, und so ist es auch auf das Ewige Leben hin. Das Maß, in welchem die Seele die Vollendung der Liebe in sich verwirklicht, wird bestimmen, inwieweit sie diese Brücke vollenden wird.

Sehr gerne unterstütze ich Sie in allen Ihren Vorhaben zugunsten der Werke Gottes.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 204
Das Unverständnis der Welt hinsichtlich eines der Herrin aller Seelen geweihten Lebens – Der Wert der Vergeistigung – Golgotha: Nirgendwo ist die Liebe spürbarer als dort, wo der Schmerz am Größten ist

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es bereitet mir eine riesige Freude zu bemerken, wie Sie sich von der weltlichen Art und Weise, die Dinge zu betrachten, loslösen, zumal da es Ihnen scheinbar nicht nur Gold einbringt. Sehr treffend schreiben Sie, Sie stehen alleine da, seit Sie versuchen, der Herrin aller Seelen zu folgen. Eigentlich ist das ein erfreuliches Zeichen. Sie müssen richtig verstehen, dass diese Welt nicht viel Licht verträgt, dass viele Seelen (ja, auch unter den 'Christen'!) Maria am liebsten völlig vergessen würden und schon gar nicht bereit sind, Ihre außerordentlichen Eigenschaften und Ihre außerordentliche Rolle innerhalb des Göttlichen Heilsplans anzuerkennen und dementsprechend zu leben. Die Offenbarung Mariä in der Eigenschaft als Herrin aller Seelen ist noch sehr jung, und Gott führt den Seelen dabei die Gottesmutter in einem solchen Licht vor, dass die Augen der Welt, das heißt, alles weltliche Betrachten und Denken, dieses Licht scheut und am liebsten so tut, als ob es dieses Licht gar nicht gäbe. So sollten Sie es verstehen, wenn Sie mit der Begeisterung über dieses außerordentliche Himmlische Geschenk schnell alleine stehen und viele Seelen Sie gar nicht verstehen können, zum Teil auch nicht verstehen wollen. Die geeignete Einstellung haben Sie allerdings gefunden, dessen bin ich überzeugt: Maria ist mächtiger als alle Menschen zusammen, Sie brauchen sich also nicht zu fürchten.

Wir leben auf Erden nicht für die Dinge und Interessen der Welt, sondern für jene der Ewigkeit. Die Herrin lehrt es die Seelen aus jeglicher denkbarer Sicht. Deshalb darf es Sie auch nicht entmutigen, wenn Ihr Freund sich keine Freundin wünscht, die 'in einer überirdischen Wirklichkeit lebt'. Sie haben bis zu diesem Punkt einen Weg zurückgelegt, entlang welchem Sie so viel weltlichen Ballast hinter sich gelassen haben, dass Sie leichter und leichter voranschreiten. Lassen Sie sich nicht die Gedanken dadurch verfinstern, dass Seelen Ihnen den Eindruck vermitteln, Sie würden nicht mehr zum 'wahren' Leben passen, denn dasjenige, was die meisten Seelen heutzutage als 'wahres' Leben bezeichnen, ist in Wirklichkeit ein nicht greifbarer Schatten, der sich völlig im Nichts auflöst, wenn das Licht der wahren Erkenntnis auf ihn strahlt. Die Seele, die sich die Lehren der Herrin aller Seelen zu eigen macht, wird bald feststellen, dass sehr vieles um sie herum pure Illusion ist. Wenn sie dazu noch bemerkt, wie unzählige Seelen wegen dieser Illusion ihr ewiges Heil vergeuden, kann ihr durchaus schwer ums Herz werden. Das ist es gerade, was Ihnen an Ihrem Freund so sehr schmerzt.

Wundern Sie sich nicht darüber, dass er Ihnen nicht folgen kann, wenn Sie ihm von der Herrin sprechen. Für viele Seelen, die sich nicht bemühen herauszufinden, was sich hinter dem Zaun unseres wunderschönen christlichen Glaubens, in diesem paradiesischen Garten der einzigen Wahrheit Gottes, abspielt, ist Marias Eigenschaft als Herrin aller Seelen keine lebendige Wirklichkeit. Ich versichere jeder Seele guten Willens, dass Maria in dieser Eigenschaft tatsächlich eine der verzückendsten Ecken in diesem paradiesischen Garten von Gottes Wirklichkeit ist, aber was kann man tun, wenn diese Worte wie auf eine Mauer zurückgestoßen werden? Das Herz des Zuhörers muss sich richtig öffnen, um diese Schönheiten hereinzulassen und sie zu genießen, um sich von ihnen nähren zu lassen und um sich diese Wahrheit so einzuverleiben, dass die Seele vollkommen durch sie umgestaltet wird. Nur zu gut kann ich Ihren Schmerz nachvollziehen.

Die Herrin hat Ihnen bei einer früheren Gelegenheit mal den Rat gegeben, Geduld mit Ihrem Freund zu üben, damit er die Chance bekommt, sich durch die Vermittlung der Worte, welche Sie zu ihm sprechen, umgestalten zu lassen. Da Sie, wie ich damals bereits schrieb, in mehrerer Hinsicht eine große Macht über ihn ausüben, sollte er sich leicht durch Sie auf den rechten Weg führen lassen. Das Problem liegt aber darin, dass er sich in die entgegengesetzte Richtung zu entwickeln scheint, gerade weil er nicht den Eindruck vermitteln möchte, dass er Ihnen folgt. Allerdings stellt sich da ein Problem, wenn Sie mit ihm eine Ehe eingehen würden:

Die Gottesmutter betont immer wieder die Notwendigkeit, dass Seelen ihren Partner unablässig mit Liebe, Geduld und Licht umhegen. Dennoch... darf die Seele es auf die Dauer nicht zulassen, dass ihr ganzer Entwicklungsweg, von dem sie jeden Meter mit so viel Mühe zurückgelegt hat, unwirksam gemacht würde. Sie haben sich dadurch einen Goldschatz zugelegt, dass Sie die Ketten der Welt eine nach der anderen abgelegt haben. Selbstverständlich klebt manche dieser Ketten schon mal an ihnen, bevor sie sich endgültig entfernen lässt, aber lassen Sie sich diesen Schatz nie mehr nehmen. Eines Tages müsste Ihr Freund sich darüber im Klaren sein, dass Sie nicht 'schweben', sondern sich auch ihm gegenüber in der einzig richtigen Weise benehmen, indem Sie alles daransetzen, ihn auf diesem Flug aufwärts mitzunehmen. Haben Sie noch etwas Geduld mit ihm, lassen Sie ihn auch nicht ohne weiteres im Stich, denn das wäre nicht der Weg Christi, aber machen Sie ihm durchaus klar, dass Sie sich nicht mehr für die Dinge der Welt entscheiden können. Die Herrin hat Sie so weit an der Hand geführt, Sie möchte diese Reise mit Ihnen vollenden. Vergessen Sie nie, welch besonderes Geschenk dies ist. Jetzt sehen Sie dies noch nicht, später werden Sie sich dafür selig preisen, dass Sie sich jetzt nicht vom Weg haben ablenken lassen.

Nein, Sie haben nicht zu wenig Liebe in sich. Das einzige Problem, das Sie mit der Liebe haben, ist dieses, dass Sie nicht mehr mit der Liebe umgehen, wie es die meisten Seelen von Ihnen erwarten. Das Problem liegt nicht an Ihnen, sondern an der Unfähigkeit Ihrer Umgebung, die Beweggründe Ihres Herzens nachzuempfinden. Eines Tages müssten diese Seelen, einschließlich Ihres Freundes, aus eigenem freiem Willen selbst den Zaun zum Paradies der ewigen Wahrheit öffnen. Dieser Zaun ist nie verriegelt, er ist lediglich angelehnt, damit die Schlange der Finsternis an ihm vorüberglitscht. Jede Seele aber kann ihn mühelos öffnen, da der Wundergarten ihre endgültige Bestimmung und ihr Erbe ist.

Ihre Ostervision, wenn ich diese Erfahrung nun mal so bezeichnen darf, ist aussagekräftig. Sie haben die Empfindung der Verlassenheit von Golgotha gemacht. Sehr gefreut hat mich Ihre Beschreibung, wo Sie es so ausdrücken: "Dieser Ort Golgotha ist so düster und dunkel und doch ist er der schönste Ort auf der ganzen Welt. Es gibt keinen schöneren. Es ist, als ob der Wind dort ständig bläst und den Sand oder das Geröll aufwühlt und Jesus dort noch immer am Kreuz hängt als ewiges und unvergängliches Zeichen". Wie wahr. Ich bin bereits mit sehr vielen Visionen beglückt worden, und außer jenen in Bezug auf die Herrlichkeit und Marias Macht haben keine Visionen jemals in mir tiefere Verzückungen hinterlassen als jene, in denen ich an diesen Ort Golgotha überbracht wurde. Diese Verlassenheit, die so stark von der Gegenwart Jesu und Mariä geprägt wird, dass sogar der Wind auf diesem Hügel nicht den Geruch des Todes, sondern die Düfte des Paradieses in das Herz zu wehen scheint. Nirgendwo ist die Liebe spürbarer als dort, wo der Schmerz am Größten ist. Viele der tiefsten Verzückungen sind mir von Maria ausgerechnet in Ihrer Eigenschaft als Schmerzensreicher Mutter geschenkt worden.

Dieses Bild von Golgotha hat eine sehr tiefe Bedeutung, auch für Sie persönlich: Sie nähern sich rasch der Lebensphase, in welcher Sie tief auf Ihre Beharrlichkeit im seelischen Wachstum geprüft werden sollen. Sie werden der Einsamkeit aus der Welt begegnen. Diese Erfahrung machen Sie ja bereits. Ich kann Ihnen aber in Wahrheit versichern, dass Sie in dieser Prüfung die Nähe der Herrin immer greifbarer empfinden werden. Wenden Sie sich unentwegt dem Licht zu. Wenn Sie sich der Sonne zuwenden, werden hinter Ihnen nur Schatten liegen. Tatsächlich, die Vergangenheit ist wie eine Sammlung von Schatten: ungreifbar, dunkel und im Wesen inhaltslos. Fürchten Sie sich nicht, denn Diejenige, Die Gottes Liebe und Macht uns gegenüber verkörpert, liebt Sie innigst.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 205
Die Fruchtbarkeit eines Menschenlebens – Der spiritueller Umgang mit Kriegserlebnissen

TOTUS TUUS, MARIA !

Hochwürden und lieber Bruder in Jesus und Maria,

Ihr Brief hat mich sehr gefreut, besonders weil sich herausstellt, dass dessen Inhalt einem Plan der Göttlichen Vorsehung entspricht: Die Gottesmutter beauftragt mich damit, ihn dazu aufzugreifen, die Seelen auf einen sehr wichtigen Weg zur vollkommenen Fruchtbarkeit und zur inneren Befreiung aufmerksam zu machen.
Maria weist darauf hin, dass die Fruchtbarkeit eines Menschenlebens durch das Maß bestimmt wird, in dem die Seele:

  1. vergeben kann;
  2. sich von ihren weltlichen Bedürfnissen loslösen und sich von ihren Anhänglichkeiten der Welt und ihrer eigenen Vergangenheit gegenüber befreien kann.

Lieber Bruder, die Himmelskönigin möchte die für Sie höchst beeindruckende Phase Ihres Lebensweges aufgreifen, um einen Aufruf an die Seelen zu richten. Sie haben den Krieg von ganz nahe erlebt und sind aus der russischen Kriegsgefangenschaft wieder heimgekehrt. Die Göttliche Vorsehung hat damit einen Plan verfolgt. Seelen schauen manchmal dem Tod ins Auge, um trotzdem ziemlich unerwartet weiterleben und sich diese Erfahrung zunutze machen zu können. Die Gottesmutter möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass gerade diese Erfahrung von Elend, Entbehrung und von Berührung mit Lieblosigkeit und dem Winter der Seelen einen ungewöhnlichen Schatz in der Seele begraben kann, der dort so leicht unter dem Schlamm des 'Vergessen-Wollens' verborgen und dadurch oft unbenutzt bleibt.

Gott hat der Menschheit bereits viele Zeichen Seiner Barmherzigkeit geschenkt. Als die zwei Größten bezeichnet Maria:

1. das Leben, die Werke und die Passion Jesu;

2. das System der vollkommenen Weihe an Maria.

Verbinden wir diese beiden mal miteinander:

  1. Jede Seele erfüllt auf Erden eine spezifische Rolle, die immer an der Verwirklichung eines wundervollen Ganzen orientiert ist: an der Vollendung des Göttlichen Heilsplanes für die ganze Menschheit aller Zeiten. In der alltäglichen Praxis bedeutet dies, dass jede Seele Jesus Christus nachfolgen soll, denn Er hat uns die Gestaltung eines vollkommen fruchtbaren Lebens vorgelebt. Die Seele kann somit auch das Kreuz nicht entbehren, ganz im Gegenteil: Sie soll das Kreuz als ihren goldenen Schlüssel zum Himmelstor lieben. Dies wäre also die Wiederholung der Passion in jedem individuellen Leben. Die Gestaltung dieser individuellen 'Passion' wird von Gottes Vorsehung bestimmt, und zwar je nach demjenigen, was Gott für jede Seele für das Fruchtbarste hält.

  2. Gott schickt jede Seele auf eine Reise, auf einen 'Kreuzweg mit Verherrlichung als Endziel'. Er schickt sie aber nicht in eine Wüste ohne Wegweiser. Aufgrund der unterschiedlichsten Einflüsterungen und Hinweise entlang ihres Weges versucht Gottes Vorsehung, die Seele mit Maria in Berührung zu bringen, die ja auch am Wegrand stand, als damals Jesus mit dem Kreuz durch die Gassen von Jerusalem in Richtung Golgotha zog. Wieder mal werden wir Zeuge dieser wundervollen Parallele: So wie Jesus, so auch uns. Maria wurde uns von Jesus Selbst vom Kreuz herab dazu gegeben, dass wir in Ihr den Himmlischen Wegweiser auf dem Kreuzweg unseres Lebens erkennen. So schließt sich der Kreis der Göttlichen Barmherzigkeit in der Verschmelzung unserer Chance, eine erlösende und heiligende 'Passion' in Nachfolge Christi anzunehmen, mit dem Wegweiser, der sich in der vollkommenen Weihe an Maria verbirgt.

Die Herrin aller Seelen weist darauf hin, dass jede Seele, die dem Gräuel des Krieges zum Opfer gefallen ist, einen Goldschatz in sich erhalten hat, den sie jetzt noch voll rentieren lassen kann. Gottes Werke sind zeitlos. Deshalb ist es möglich, das ganze Elend des Krieges (Hass, Unsicherheit, Verfolgung, Gefangenschaft, Angst, Entbehrung, Schmerzen an Körper und Seele, Verlust von Angehörigen und Bekannten, Besatzung mit allen ihren Folgen, Finsternis in Tausenden von Formen) jetzt noch an Maria zu weihen, mitsamt der ganzen Herzensverfassung, unter welcher man damals gelitten hat und oft seitdem ununterbrochen leidet.

Maria ruft jede Seele, die unmittelbar oder aber durch das Schicksal von lieben Angehörigen oder Bekannten mit dem Krieg in Berührung gewesen ist, dazu auf:

  1. diese Erfahrung jetzt noch Ihr, der Himmelskönigin, zu weihen;

  2. Ihr gegenüber aufrichtige Vergebung zugunsten der Seelen bzw. der Nation darzubieten, die ihr bzw. ihren Bekannten oder Angehörigen Schaden oder Leid zugefügt haben. Vergebung macht im Herzen der benachteiligten Seele aus Feinden Freunde, das heißt: die Wirkungen der Werke der Finsternis werden in Wirkungen zugunsten von Gottes Heilsplan umgesetzt, und in der Seele vollzieht sich diese geheimnisvolle Umwandlung, kraft welcher der scheinbare Feind in Wirklichkeit zu einem Kanal der Gnade wird, vorausgesetzt, die leidende Seele weiß sich aus der Tyrannei des Hasses und des Grolls zu befreien;

  3. ihr Herz und ihren Geist und etwaige körperliche Folgeschäden unter Marias Obhut zu stellen, damit Sie jedes Leid, jeden Schmerz, jede Behinderung, jeden Alptraum, jede negative Erinnerung, jeden Groll, jede Unfähigkeit, Menschen zu vergeben usw., in Gnaden umsetzt.

Die Gottesmutter will alle diese Weihen und alle Vergebung im Flammenmeer Ihrer vollendeten Liebe zu Befreiung der geschädigten Herzen umschmelzen. Im Herzen des wahren Christen gibt es keinen Feind und darf es auch nie einen geben, sondern nur Mitseelen, die ebenfalls auf dem Weg zu ihrer Erlösung sind, auf diesem Weg allerdings gegebenenfalls dem Bösen oder aber finsteren Absichten ihrer weltlichen Behörden zum Opfer gefallen sind. Vergessen wir dies nie. Nicht diese andere Seele, ob Deutscher, ob Russe, ob Engländer oder was auch immer, hat uns Leid zugefügt, sondern der Böse, nachdem er diese Mitseele auf irgendwelche Weise zu seiner Gefangenen oder zum Opfer seiner Machenschaften gemacht hat.

Lieber Bruder, es ist mir eine besondere Freude, diese Anweisungen der Himmelskönigin ins Licht stellen zu dürfen. Nie hat der Böse mehr Seelen zu seinen Sklaven gemacht, mehr Menschen gegeneinander aufgestachelt, mehr Menschen dazu veranlasst, Gott zu verfluchen, als durch den Krieg. Unzählig sind die Seelen, die jetzt noch, nach Jahrzehnten, wegen des Krieges einen Groll gegen eine oder mehrere Nationen und deren Angehörigen hegen. Das alles sind Zeichen dafür, wie die Wirkungen der Finsternis sich ausdehnen, ähnlich den sich immer weiter ausdehnenden Kreisen um ein Steinchen herum, das ins Wasser geworfen worden ist. Trotzdem liegt es an den Seelen, ob diese sich ausdehnenden Kreise jemals gestoppt werden oder nicht: Sie werden zwar mit der Zeit geschwächt, aber gestoppt können sie nur dadurch werden, dass sie an ein Ufer heranrollen. Das Ufer ist in diesem Falle die Weihe an Maria, welche die Wellen eines jeglichen negativen Gefühles in sich aufnimmt und sterben lässt, während sie die Seele den Weg hinein in das paradiesische Land hinter dem Ufer führt.

So macht Gott aus allem Bösen Gutes, aus aller Finsternis Licht, aus allem Elend Glückseligkeit, aus aller Gefangenschaft Befreiung, durch Jesus und Maria – Sie lassen Sich ja nicht voneinander trennen –, aber immer unter der Voraussetzung der Hingabe des freien Menschenwillens an die Kanäle, durch welche Gott Seine Wunder wirkt. Gott ist allmächtig, aber ohne die arme Menschenseele tut sich gar nichts im großen Heilsplan. Gibt es eigentlich einen größeren Akt der Liebe von Gott zu uns?

Lieber Bruder, sehr gerne schließe ich mich der Weihe sämtlicher physischen und seelischen Schmerzen aus Ihrer Vergangenheit an und bitte dabei die Himmelskönigin, Sie möge für die Menschheit den Segen erwirken, dass jedes Element von Elend, Hass und Feindseligkeit, jede Untugend und jeder Tod eines Menschen im Rahmen eines jeglichen Krieges, der auf Erden bereits gewütet hat, den Bösen eine Seele kosten möge. Gott kann dies zur Wirklichkeit machen, nur müssen wir es wollen und dazu bereit sein, unsere Liebe, Weihe an Maria und bedingungslose Vergebungsbereitschaft als Preis für dieses Geschenk zu zahlen. Die Herrin aller Seelen wiederholt es immer wieder:

Die Macht des Bösen ist nur so groß wie die Schwäche der Seele, und die Wirkungen seiner Werke nur so groß wie das Versäumnis der Seele, diese Werke an Maria zu weihen, damit Sie diese gegen den Bösen anwenden kann. In dem Maße, wie sich die Seelen gemeinsam dieser Kenntnisse bedienen, wird die Befreiung der Menschheit aus allem Elend vorangebracht werden. So hat es Gottes Liebe verfügt.

Sehr gerne schließe ich Sie in mein Herz, jedes Mal, wenn ich Maria mein ganzes Wesen und alle meine Anliegen für die Seelen guten Willens darbiete. Darf ich demütigst um Ihren priesterlichen Segen für das Apostolat und meine arme Seele bitten, damit das Siegel Christi auf diesen beiden ruhen möge, denn dieses Siegel ist es, welches die Seele zu einem blühenden Garten Gottes macht.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 206
Die Rolle des Priesters, vor allem in klösterlichen Gemeinschaften – Der rechte Empfang der Heiligen Kommunion

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Vielen Dank, auch an Ihre Freundin, für die Offenherzigkeit in dem Brief in Bezug auf die entscheidende Phase im Ordensleben. Ich verstehe den inneren Kampf nur zu gut. Viele Seelen nehmen vieles, was das seelische Leben betrifft, ohne weiteres hin, ohne sich irgendwelche Fragen zu stellen, ob dieses oder jenes ihr seelisches Heil positiv oder negativ beeinflussen kann. Das ist schade, weil gewisse Handlungen oder Gewohnheiten entscheidend für den Stand des Seelenheils werden können. Vor allem dann, wenn die Göttliche Vorsehung der Seele die Gelegenheit geschenkt hat, sich über Gottes Wahrheit näher zu informieren, ist es wichtig, dass sich die Seele an den neu erworbenen Kenntnissen orientiert. Neues Wissen aus Gottes Herzen unmittelbar in sich aufzunehmen und gleich anwenden zu wollen, ist Ausdruck der Liebe zu Gott und zu Seinen Werken. Die Gottesmutter schätzt das besonders. Deshalb freuen mich Ihre Fragen.

Ist es Gottes Wille, dass es in einer Ordensfamilie keine priesterliche Seelenführung gibt? Es ist nie Gottes Wille, dass es einer Seele an priesterlicher Begleitung mangelt. Jesus Selbst hat die Priesterweihe eingeführt und hat Seine Priester als Hirten für die Lämmer vorgesehen. Konkret bedeutet dieses Bild, dass der Sohn Gottes es in Seiner Weisheit so verfügt hat, dass die Lämmer eine gewisse Führung und einen gewissen Schutz gebrauchen können. Darüber hinaus sind die Priester die einzigen gültigen Brücken, über welche Gott uns die Sakramente spendet. Kein Sakrament kann und darf auf einem anderen Weg zu den Seelen kommen als durch einen ordentlich geweihten Priester.

Was ich nicht wissen kann – und darüber gibt mir die Gottesmutter aus verständlichen Gründen keine Auskunft: Sie will ja die Privatsphäre des betreffenden Ordens bzw. des betreffenden Klosters schützen – ist, ob in der Ordensfamilie, zu der Ihre Freundin gehört, sakramentale Beichte gespendet wird (individuell, durch einen Priester). Diese Bemerkung ist wesentlich, weil mir die Herrin aller Seelen im Allgemeinen die nachfolgenden Anweisungen gibt, welche der Freundin genügen sollten, um selbst zu entscheiden, ob die konkreten Vorgänge im Kloster mit Gottes Willen übereinstimmen:

In der Heilsgeschichte gibt es Beispiele dafür, dass Seelen, auch solche, die nicht die Priesterweihe empfangen haben, so sehr an Heiligkeit wachsen, so mystisch begnadet sind und sich in einer so engen Berührung mit Gott bzw. mit der Gottesmutter bewegen, dass es ihnen ermöglicht wird, so tief in die Geheimnisse der Göttlichen Wirklichkeit und der Mysterien der seelischen Vorgänge vorzudringen, dass sie nach einer gewissen Zeit (durchwegs nach Jahren) in der Lage sind, andere Seelen auf dem Weg zur seelischen Entfaltung und zur Heiligkeit zu begleiten. In jenen Fällen erlaubt der Himmel dies nicht nur, es handelt sich da oft sogar um eine richtige Berufung. Allerdings zieht der Himmel auch in jenen Fällen eine Grenze, wo es um das Spenden der Sakramente geht. Eine Seele, und möge sie noch so begnadet sein, darf ohne Priesterweihe unter keiner Bedingung die Heilige Kommunion spenden, die Beichte hören usw. Beichten kann eine Seele bei jedem. Als Sakrament aber gilt dies nur, wenn Gott durch einen ordentlich geweihten Priester die Absolution vermittelt.

Über das Problem mit dem Kommunionsempfang schrieb ich in einem früheren Brief bereits. Vorausgesetzt, es handelt sich um Mundkommunion, kann die Seele durch die richtige Herzensverfassung auch dann die Fülle der Gnade erhalten, wenn es ihr nicht möglich ist, während des Kommunionsempfangs zu knien. Dass der Papst nur kniende Mundkommunion spendet, soll uns alle sehr freuen, denn dies entspricht vollkommen den Wünschen Gottes. Ich kann es einfach nicht überbetonen: Kommunionempfang in den Mund und kniend sind für Gott die zwei Voraussetzungen für den Erhalt der Fülle der mit der Heiligen Kommunion einhergehenden Gnaden. Ist der Empfang aus wahrhaftigen Gründen nicht in kniender Körperhaltung möglich, so kann die richtige Herzensverfassung ('Knien im Herzen') diesen Mangel ausgleichen. So lautet die Anweisung der Himmelskönigin.

Liebe Schwester, ich hoffe von ganzem Herzen, Ihnen die Informationen vermittelt zu haben, derer Sie bedürfen, um die richtige Entscheidung zu treffen. Leider ist es mir nicht erlaubt bzw. nicht möglich, manche Einzelheiten zu beantworten, weil ich den Seelen nur dasjenige vermittle, das Maria mir in Bezug auf ihre Fragen erlaubt zu antworten. Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, dass diese Einschränkung mehrere Gründe haben kann, dass diese Gründe dennoch immer auf das Heil der Seele abzielen.

Eins möchte ich auf jeden Fall zu Ihrer Ermutigung klarstellen: Sie persönlich haben sich bisher in allen diesen Bereichen nach Gottes Gesetz nichts zuschulden kommen lassen, weil Sie immer aus Gehorsam gehandelt haben bzw. sich den Vorschriften gefügt haben.

Von Herzen wünsche ich Ihnen den Erguss des Heiligen Geistes, um die Himmlischen Informationen richtig einstufen zu können und das Richtige zu tun. Ich flehe die Himmelskönigin an, Sie möge Sie dabei führen. Sie ist schließlich die Mittlerin der Göttlichen Gnaden. Selbstverständlich bin ich nach wie vor bereit, Ihnen zu helfen, wo dies auch immer möglich ist. Ihre Berufung ist zu schön und zu wahrhaftig, um sie nicht nach Gottes Wunsch auszufüllen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 207
Der Sinn des scheinbar sinnlosen Leidens eines demenzkranken Menschen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Seele in Jesus und Maria,

Vielen Dank für Ihren Brief. Dem lieben Vater können wir jetzt am besten dadurch helfen, dass wir ihn gemeinsam (Sie und ich) der Himmelskönigin weihen, mit allen seinen Leiden, damit Maria seine Seele aufgrund dieser geweihten Leiden mit der Gnade versieht, die Fülle der seelischen Erlösung zu bekommen. Diese Erlösung ist die einzige, um welche es im Leben geht. Vergessen wir nie, dass jegliches Leiden, und mag es noch so sinnlos erscheinen, für Gott einen sehr tiefen Sinn hat und irgendwo in Seinen Heilsplan für die ganze Menschheit hineinpasst. Weihe und Annahme sind da die Schlüssel zur wahren Befreiung, denn sie bezeugen Gott gegenüber Gehorsam und Liebe. Ich weiß durchaus, dass dies nicht leicht ist, aber es ist überaus fruchtbar. Hier auf Erden dürfen die Seelen dies noch nicht sehen, nachher sehen sie es und begreifen die Tiefe von Gottes Liebe, die dahinter steckt.

Ich bitte gleich die Gottesmutter um Kraft für alle betroffenen Seelen, insbesondere für den Vater. Zu Ihrer Ermutigung kann und darf ich Ihnen auf jeden Fall sagen, dass der Vater auf der Ebene seines seelischen Lebens weiß, was vorgeht, und im Mittelpunkt seiner Seele diesen Zustand annimmt, weil er weiß, dass dieser seinem Heilszustand förderlich ist. Am besten können Sie ihm deswegen dadurch helfen, dass Sie ihn mit viel Liebe umhegen und die Gottesmutter um Kraft und Schutz für den Vater und für Sie alle bitten, damit jeder Tag zu einem wertvollen Opfer werden kann. Jedes Kreuz, das in Liebe angenommen wird, ist wie eine Injektion heiligenden Parfüms in die Seele.

Vertrauen Sie darauf, Gott weiß, was Er tut, und lässt dies alles nur zu, weil Er dem Vater laut Seines Gesetzes dadurch besondere Gnaden schenken kann.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 208
Die Gefahren weltlicher Kontakte – die einzig richtige Einstellung den vielen Unheilsbotschaften gegenüber – Wie soll man den Zorn Gottes verstehen? – Sollen oder dürfen wir den Mitmenschen zurechtweisen?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Wer sich der Herrin aller Seelen hingibt, landet in einer ungeahnt schönen Wirklichkeit. Das heißt: Die Prüfungen nehmen oft noch zu, aus Gründen, die ich bereits habe erläutern dürfen, aber das Herz entwickelt allmählich, manchmal auch schlagartig, völlig neue Betrachtungsweisen, und tatsächlich, es stellt sich dann und wann heraus, dass die Seele manche Schwäche plötzlich besiegen kann. Wissen Sie, wo das her kommt? Das kommt aus der Tatsache, dass die vollkommene Weihe an die Herrin die Fähigkeit der Seele zu lieben, meistens in kurzer Zeit vervielfältigt. Die wahre Liebe ist das Benzin des Göttlichen Lebens. Alles Gute, was eine Seele tun kann, kann sie nur durch die Liebe vollbringen. Deshalb ist die Liebe, diese Königin und Stammmutter aller Tugenden, der Hebel, durch welchen die Herrin in der Seele schaltet und waltet. Wenn die Seele Aufopferungen darbringen will, muss sie unbedingt versuchen, dies aus einer aufrichtigen Liebe heraus zu tun, sonst bleibt die Anstrengung so unfruchtbar wie das Ausstreuen eines Samens, der nur aus einer leeren Hülse besteht und keinen Keim entwickelt hat. Es freut mich festzustellen, dass Sie dies begriffen haben, dass Sie dementsprechend zu leben versuchen und dass Sie auch spüren, dass die Herrin tatsächlich dabei ist, die Herrschaft in Ihrem Wesen zu übernehmen.

Ihre Ansicht über den Kontakt zum Freund ist richtig. In Gottes Augen kann jeder Kontakt zwischen Seelen, die sich gerne haben, fruchtbar sein, vorausgesetzt, dieser Kontakt bezweckt an erster Stelle die gegenseitige Befruchtung im seelischen Fortschritt. Wenn sich die beiden Seelen (gegenteiligen Geschlechtes) in ausreichendem Maße in der seelischen Betrachtungs- und Empfindungssphäre verwurzelt haben, um sich nicht dem sexuellen Umgang hinzugeben, steht sogar einem längeren Kontakt vor der Ehe nichts im Wege. Schenken Sie sich Maria und bitten Sie die Königin der Reinheit, mit Körper und Seele in der Atmosphäre Ihres verschlossenen Gartens leben zu dürfen, wo die wahre Liebe – die Liebe zu Gottes Gesetz und zu Gottes Werken – alles beherrscht. Sie wird Sich Ihrer annehmen.

Betrachten wir nun Marias Erläuterung zu Ihren einzelnen Fragen:

Sie haben geschrieben, dass man sich auch von Menschen freimachen soll. Soll ich aber mit andersgläubigen Menschen den Kontakt suchen oder eher meiden?
Die Anweisung, sich von Menschen freizumachen, gibt die Herrin aus dem Grunde, dass sehr viele Seelen sich so stark an Menschen binden, dass sie dadurch gehemmt werden, sich auf den höheren Ebenen ihres Wesens zu entfalten. Viele menschliche Kontakte, bei denen hauptsächlich oder ausschließlich weltliche Gesprächsthemen angerührt werden, orientieren die Seele an der Welt, an sinnlichen Eindrücken, während die vielen Kontakte an sich bereits die Seele daran hindern, das eigene Herz, die eigenen Schwächen, die eigenen Verhaltensmuster, die eigene Lebensberufung zu entdecken und auf Gottes Geist in sich zu hören. Die Geräusche, Bilder und Gerüche der Welt drängen die feinen Empfindungen des Überirdischen oft so brutal zur Seite, dass die Seele den übergroßen Teil der Wirklichkeit, in dem gerade die wahren Gnaden strömen, nie kennenlernt. Das schafft eine große, bodenlose Leere in der Seele.

Die Herrin geht nicht ohne System vor. Sie will dafür sorgen, dass die Seele vollkommen den Werken der Herrin in sich geöffnet ist. Dies ist bei einer Überwältigung durch weltliche Eindrücke nicht möglich. Je mehr die Seele an menschlichen Kontakten orientiert ist, desto weniger lebt sie auf der Wellenlänge, auf welcher Gott Seine Signale sendet und Seine Gnaden überträgt. Unsere Sinne sind nicht, wie es die meisten Seelen meinen, an erster Stelle für das Leben in der Welt gemeint, sondern für die Wahrnehmung von Gottes Herrlichkeit und Gegenwart in unendlich vielen Dingen. Nicht die weltlichen und menschlichen Eindrücke bringen der Seele ihr ewiges Heil ein, sondern die Herzensgesinnungen. Damit diese Letzteren heilbringend sind, muss die Seele jede Gelegenheit ergreifen, das eigene Herz und alles, was da vorgeht, richtig kennenzulernen und das alles gemäß den Belehrungen der Herrin aller Seelen zur Entfaltung zu bringen.

Kontakte, die von seelischem Inhalt geprägt sind, sind in Ordnung, unter der einzigen Voraussetzung, dass die Seele immer noch die Gelegenheit des tiefen Kontaktes mit dem eigenen Inneren hegen soll. Der Kontakt zu andersgläubigen Seelen muss nicht unbedingt gemieden werden, nur darf die Seele nie den christlichen Glauben verleugnen, da dieser der Hüter der einzigen Wahrheit Gottes ist.

Was die Erscheinungen, Botschaften und Berichte von Garabandal betrifft, ist es mir von Seiten der Gottesmutter nicht erlaubt, irgendwelche Aussagen zu machen. Nur dieses eine muss ich sagen: Lassen Sie sich nicht aufwühlen. Geben Sie sich uneingeschränkt und bedingungslos Maria hin und folgen Sie Ihren Belehrungen und Weisungen. Sie wird mit Ihnen den Weg gehen, der zur Heiligung führt. Alles andere ist Nebensache und darf unter keiner Bedingung den Verstand beschäftigen. Mir ist es nicht erlaubt, irgendwelche Lektüre in Bezug auf irgendwelche Erscheinungen zur Kenntnis zu nehmen. Die Himmlische Herrin hat mir nur diese Regel auferlegt, der ich blind zu folgen habe: Ihr in allem restlos und bedingungslos zu gehorchen, mein Herz hundertprozentig von Ihr beherrschen und lenken zu lassen und ausschließlich von dem zu leben, was Sie mir persönlich in das Herz legt, mich persönlich schauen, hören und empfinden lässt, und das alles mitsamt Ihrer ständigen Botschaft der grenzenlosen Hoffnung und Liebe mit den Seelen zu teilen, auf Ihre ausschließlichen Anweisungen und jeweils zu Ihrer Zeit.

Ich bezeuge, dass der blinde Gehorsam der Herrin gegenüber einen ungeahnten Frieden schenkt: Was auch immer gesagt, geschrieben oder verbreitet wird, die Seele, die der Herrin wirklich gehört, lässt sich auch von den vielen Unheilsbotschaften nicht mehr beunruhigen. Die Herrin warnt betont davor. Die Seelen sollen sich aus Ihrer Hand ernähren lassen und sich anstrengen, diese Himmlische Nahrung für ihr seelisches Wachstum einzusetzen, anstatt sich mit unverdaulichen Drohungen zu beschäftigen. Der Himmel will uns keine Angst machen, sondern uns von Innen heraus auf heilvolle Wege führen, indem wir unseren freien Willen mit dem Willen Gottes verschmelzen lassen.

Wie soll man den Zorn Gottes verstehen? Ist Gott zornig und wütend auf die Menschen? Oder war dies vor Jesu Zeit auf Erden so? Ich meine, ist Gott nur Liebe?
Sie schreiben es: Gott ist nur Liebe und wird in Seinen Werken, Plänen und Worten nur von Liebe angetrieben, weil Er aus nichts anderem als aus Liebe besteht. Der Zorn Gottes ist ein Begriff, der sich in erster Linie mit dem Alten Testament in Verbindung bringen lässt. Tatsächlich hat uns das Vermächtnis Jesu die Göttliche Barmherzigkeit hinterlassen. Der zornige Gott verweist auf den strafenden Gott. Wir sollten richtig verstehen, dass das System von Gottes Gerechtigkeit ewig dauernde Gültigkeit besitzt und dass somit jede Sünde, jede Abweichung vom Göttlichen Gesetz, in unserer Zeit genau dieselben Folgen haben kann wie vor der Zeit Jesu auf Erden. Der Unterschied ist aber, dass seit der Zeit Jesu drei Faktoren zu unserem Gunsten wirken:

  1. das ewig dauernde Erlösungsopfer Christi;
  2. die Wirkungen der Heiligen Messen, die nach dem römisch-katholischen Ritus gefeiert werden;
  3. Marias ständige Fürsprache.

Wir könnten es so ausdrücken, dass vor der Zeit Jesu jeglicher Verstoß gegen Gottes Gesetz den Zorn Gottes hervorrief, weil die Seele gesündigt hatte und alleine für die Wiedergutmachung aufzukommen hatte. Nach den Tagen Jesu wirkten gleich die obengenannten 'drei Mächte' zugunsten der Seele. Gott gewährt der Seele den Vorteil von drei mächtigen Wegen zum Ausgleich, setzt aber diese Voraussetzung: Die Seele soll voll mit diesen 'drei Mächten' mitwirken,

  1. indem sie sich zum erlösenden Wert der Werke Jesu Christi bekennt. Dies ist es, was wir eigentlich unter 'Glauben' verstehen;
  2. indem sie sich an der Fortsetzung und Instandhaltung dieser Werke beteiligt, indem sie dem Heiligen Messopfer beiwohnt und die Sakramente empfängt;
  3. indem sie das Vorbild Jesu Christi in ihrem eigenen Leben zu wiederholen versucht, durch ein Leben in allen Tugenden und mit liebevoller Annahme aller Kreuze des Alltags;
  4. indem sie, wenn sie Gott wirklich beweisen möchte, dass sie Seine Gnaden in ihrer Fülle in sich einbauen will, sich vollkommen und bedingungslos Maria weiht, damit Sie sämtliche seelischen Fähigkeiten zur vollen Blüte bringen kann und die Seele zur Fülle der Erlösung und der Heiligung führt.

Ihre Frage, ob Gott zornig oder wütend auf die Menschen ist, soll ich folgendermaßen beantworten: Zorn und Wut passen gar nicht zu einem Wesen, das aus vollendeter Liebe besteht. Der 'Zorn' Gottes im Alten Testament war bereits vielmehr eine Äußerung von Enttäuschung darüber, dass ein Geschöpf, das mit der Fähigkeit versehen ist, vollkommen heilig zu sein, d.h., mit allen seinen Handlungen, Worten, Gedanken, Gefühlen und Wünschen Heil über die Schöpfung zu verbreiten und die Verwirklichung von Gottes Werken voranzubringen, so weitgehend gegen die Gesetze seines Schöpfers verstößt und sich dadurch das größte Geschenk, die Heiligkeit, nicht zunutze machen kann. Durch strenge Bestrafung, oft zu Lebzeiten, wurde die Seele in jener Zeit daran erinnert, dass sie auf einem Irrweg war.

Jetzt, in der Ära der Barmherzigkeit, geht Gott anders vor: Die Enttäuschung bleibt, ist sogar noch um ein Vielfaches größer geworden, aber Gott straft jetzt kaum durch besonderes Eingreifen zu Lebzeiten; Er flüstert jetzt leise in die Herzen und versucht die Seelen in Marias Herz hineinzuführen, wo Er doch der Königin und Herrin aller Seelen die Macht geschenkt hat, jede Seele guten Willens 'neuzugestalten', d.h., sie solchermaßen zu kneten und reifen zu lassen, dass diese dazu gebracht wird, sich aus freiem Willen wieder Gottes Gesetz hinzuwenden. Es handelt sich da gleichsam um eine neue Art des Vorgehens, die wegen der vorhandenen Grundlage (des Erlösungswerkes Christi) unendlich viel heilvoller wirken kann als die einfache Bestrafung. Gott bezweckt ja nur die Bekehrung des Sünders, und durch die Werke Christi, die Heilige Kirche und die uneingeschränkten Vollmachten der Herrin aller Seelen kann Er genau das nun erreichen.

Ist es falsch, wenn man andere auf ihre Fehler hinweist oder sagt, dies ist eine Sünde, das musst du beichten etc.? Was soll man tun, wenn man sieht, dass andere die Gebote missachten? Dies einfach im Stillen an die Herrin weihen oder auch persönlich sagen oder nur sagen, wenn man weiß, die andere Person ist gläubig?
Innerhalb der Schöpfung hat jede Seele ganz spezifische Aufgaben zu erfüllen. Es ist deshalb kein Zufall, dass wir genau mit dieser oder jener Person zu diesem oder jenem Zeitpunkt in Berührung kommen. Das alles ist Teil der Göttlichen Strickarbeit, die wir als 'Heilsplan' bezeichnen. Jedem und jeder von uns obliegt die Verpflichtung, den anderen Seelen dabei zu helfen, sich zu heiligen. Dieser Verpflichtung brauchen wir aber nicht unbedingt durch das gesprochene Wort nachkommen. Es gibt zwei Kanäle, die durchwegs zweckmäßiger sind und die vor allem dem Bösen keine Nahrung bieten:

1.   Gebete und Aufopferungen für die anderen darbringen.

2.   Den anderen das Vorbild heiliger Gesinnungen und Vorgehensweisen bringen.

Die Herrin lehrt mich seit Jahren, vorzugsweise durch diese beiden Kanäle das Heil für meine Mitmenschen zu erflehen, und zwar immer in Verbindung mit Weihe an Sie, die Sie die Macht besitzt, die Tore der Gnade im Nu aufzubrechen, wenn nur der freie Wille der betreffenden Seele die Gnadenwirkung in sich zulässt. Dort liegt der Knoten.

Manchmal ist es schon hilfreich, einer Seele unmittelbar Ratschläge zu geben. Am Fruchtbarsten werden diese Ratschläge dann, wenn die Seele selber aus einer Not heraus darum bittet oder wenn wir wissen, dass sie für gut gemeinte Ratschläge empfänglich ist und sie sich nicht für die Nöte von Gottes Werken verschlossen hat. In dem Sinne kann es tatsächlich ein Hindernis geben, wenn wir versuchen, eine nichtgläubige Seele in der Tugend oder Untugend zu unterrichten. Ganz feste Regeln gibt es da also kaum, eine gewisse Flexibilität und Anpassung an die Einstellung der Seele, mit der wir es zu tun haben, kann notwendig sein.

Das Vorbild zeigen, ohne Worte, wirkt manchmal wie eine Zauberformel: Die Seele beobachtet uns, wird irgendwie von unserem Frieden und unserer Liebe ergriffen und verändert sich allmählich von selbst, wobei sie meint, sie hätte aus freien Stücken den Entschluss gefasst, ein anderer Mensch zu werden. Der freie Wille ist übermächtig, sogar in Gottes Augen, und soll sich auswirken können. Erst wenn sich die Seele aus freiem Willen ein neues Verhalten zulegt, bringt dieses neue Verhalten auch tatsächlich Früchte für Gottes Heilsplan ein. Es handelt sich dann um ein Verhalten, das nicht aus irgendwelchem Zwang, sondern aus einer neugeborenen Liebe zum Guten hervorgeht.

Aus all dem geht die unendliche Liebe Gottes hervor, die sich so ausgiebig auf die Seelen herabgießen will, dass sich der Strom der Liebe ständig in unzählige Bächlein aufteilt, um sich auch in völlig unerwarteten Situationen des Alltags kundzutun. Gerade dafür haben wir unsere Sinne, damit sie die Bächlein finden und sie in das Herz hereintrinken, denn ohne Gottes Liebe klopft in der Seele nicht das Leben, das sie zum Kind Gottes macht.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 209
Über das Rosenkranzgebet

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Bitte entschuldigen Sie die Verspätung in der Antwort. Es gehört zu der Richtung, welche die Himmelskönigin für mich auf meinem Lebensweg bestimmt hat, dass ich nicht selbst über meine Zeit verfügen kann. Das hat jedoch einen riesigen Vorteil: Alle Saat keimt dann genau 'in der richtigen Jahreszeit', um die von Gott damit beabsichtigten Früchte einzubringen.
Sie fragen die Himmelskönigin nach der Art und Weise, wie Sie das Rosenkranzgebet verlangt.

Der Rosenkranz ist so kräftig, so gesegnet, so heilig, und trotzdem gibt es kaum ein Gebet, das so oft mit so wenig Würde dargebracht wird. Die Gottesmutter veranschaulichte mir dieses von Ihr so besonders geliebte Gebet einst folgendermaßen:

  • Das Rosenkranzgebet soll wie ein Spaziergang durch einen paradiesischen Rosengarten sein.

  • Mit jedem "Gegrüßet seist Du, Maria..." pflückt die Seele eine Rose, die sie beim 'Amen' der Himmelskönigin zu Füßen legt.

  • Die Herzensverfassung, mit der diese Rose gepflückt und zu den Füßen der Königin gelegt wird, bestimmt dasjenige, was die Königin mit diesem Geschenk tun kann.

  • Das Maß an aufrichtiger Liebe, mit dem das Gebet gesprochen wird, bestimmt die Qualität des Parfüms, das Maria aus jeder Rose wird bereiten können.

  • Die Ehrfurcht, die im Herzen lebt, während die betende Seele die Rose eines jeden "Ave" zu den Füßen der Königin legt, bestimmt das Maß, in welchem die Himmelskönigin die Ihr von Gott erhaltene Macht tatsächlich wird anwenden können.

  • Den Bösen ekelt das Parfüm aus jeder Gebetsrose an. Je stärker es duftet, desto weiter kann die Seele ihn dahinfliehen lassen. Der Duft einer jeden Gebetsrose wird in dem Maße stärker, wie das Herz der betenden Seele mit Liebe zu Gott, zu Maria, zu den Werken Gottes und zu allen Geschöpfen erfüllt ist. In dem Maße, wie die Liebe der betenden Seele reiner und inständiger wird, wird das Parfüm durch die vollendete Liebe der Königin Selbst noch viele Male weiter konzentriert.

  • Ein mit Liebe und Ehrfurcht dargebrachtes Rosenkranzgebet gilt als eine Aufopferung von Liebe (Rosenblättchen) und der Prüfungen des Lebens (Dornen). Beide soll die Seele ihrer Himmlischen Herrin in der Absicht schenken, sie von Ihr heiligen und in den Göttlichen Heilsplan für alle Seelen einbauen zu lassen.

Dieser letzte Punkt verweist auf eine überaus wichtige Eigenschaft des Rosenkranzgebetes: Es ist nicht als Gebet für die Erflehung persönlicher Gnaden gemeint, sondern als Gebet mit einem besonderen erlösenden Wert für die Menschheit als Ganze.  Der Rosenkranz ist eigentlich an sich sowohl:

  1. eine Sammlung von Gebeten, von denen jedes einen besonderen Wert besitzt (Gegrüßet seist Du..., Vater unser..., usw.) als auch

  2. ein Leitfaden zur Betrachtung von Meilensteinen im Leben Jesu und Mariä.

Sehr oft wird dieser zweite Aspekt dadurch vernachlässigt, dass die betende Seele den Rosenkranz zu einer Aufreihung von "Aves" ohne weiteres herabwürdigt. Wenn die Meilensteine aus dem Leben Jesu und Mariä nicht im Rahmen der jeweiligen Gesätze betrachtet werden, wird das Rosenkranzgebet relativ inhaltslos. Die Himmelskönigin sagt dazu Folgendes:

  • Der Wert eines "Vater unser" und eines "Gegrüßet seist Du..." darf noch so groß sein, wenn diese Gebete ohne konkrete seelisch nährende Bilder vor dem inneren Auge ausgesprochen werden, liegt die Gefahr vor, dass sie unkonzentriert 'heruntergeleiert' werden. Etwas 'herunterleiern' heißt, es ohne Gefühl vor sich hin aussprechen. Erinnern wir uns immer, dass ein gesprochenes Wort erst dann etwas in Gang setzen kann, wenn es nicht mit den Lippen, sondern mit dem Herzen gesprochen wird. Nur die Liebe bestimmt den Wert jeder Handlung und jedes Wortes.

  • Die Betrachtungen für jedes Gesätz und dazu vorzugsweise für jedes individuelle "Gegrüßet seist Du..." helfen dem Betenden, das Pflücken der Rose auf einem hochheiligen Weg zu vollbringen: dem Weg, der von Jesus und bzw. oder Maria gegangen worden ist. Die betende Seele wird dadurch gleichsam zur Gefährtin Jesu und Mariä auf deren Lebensweg. Erinnern wir uns, dass die Herrin aller Seelen bereits wiederholt darauf hinwies, dass die Verschmelzung im Herzen mit den Werken Jesu und Mariä für die Seele besondere Gnaden erschließt. Der letztendliche Sinn und Zweck des Lebens Jesu und des Lebens der Gottesmutter auf Erden lag darin, dass Sie mit jeglicher Handlung, mit jeglichem Wort und mit jeglicher Herzensverfassung die Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle und Wünsche aller Seelen geheiligt und für die Erlösung der Menschheit als Ganze erschlossen haben.

Die Tatsache, dass der Rosenkranz als Gebet mit einem besonderen erlösenden Wert für die Menschheit als Ganze gemeint ist, hängt damit zusammen, dass Maria von Gott dazu bestimmt worden ist, als eine Art von Satelliten zwischen Ihm und den Seelen zu funktionieren. Riesige Mengen von Göttlichen Gnaden, von Göttlichen Liebesströmen und Göttlichem Leben strahlt Er durch Sie zu den Seelen, während sämtliche Gebete und Aufopferungen der Ihr geweihten Seelen durch Sie zu Gottes Herzen hin gestrahlt werden. Maria ist allerdings viel mehr als nur eine Verbindungsstation: In Ihr scheint Gott eine Schaltanlage gebaut zu haben, derer Sie Sich frei bedienen kann. Das heißt, dass Maria die Macht besitzt, riesige Mengen von Gnaden, die aufgrund der ewig geltenden Werke Christi und der seelischen Anstrengungen, die auf Erden erbracht werden, freigesetzt werden, über die Seelen zu verteilen. Der Strom, durch welchen diese Schaltanlage genährt wird, wird unter anderem durch die Rosenkränze geliefert, die täglich auf Erden gebetet werden. Aus diesem Bild dürfte ersichtlich sein, wieso die Seele das Rosenkranzgebet besser nicht dafür benutzt, sich individuelle Gnaden zu erbitten, noch dafür, für ganz bestimmte Wünsche und Anliegen zu beten.

Maria bittet durch Ihre Myriam immer wieder darum, die Seelen mögen Ihr nur bedingungslose Geschenke anbieten, weil nur solche Geschenke die uneingeschränkte Entfaltung und Anwendung Ihrer Macht ermöglichen. Ein bedingungsloses Geschenk ist eins, das Ihr aus reiner Liebe dargeboten wird, ohne jegliche Bedingung damit zu verbinden. Ein Beispiel: ein Rosenkranzgebet, das die betende Seele ausschließlich für Marias Anliegen darbietet. Wenn keine Seele den Rosenkranz für eigene Intentionen beten würde, könnte Maria viel gezielter und zweckmäßiger die Befriedigung der wirklichen (ewig gültigen) Bedürfnisse von Gottes Heilsplan voranbringen. Betrachten Sie diesbezüglich das nachfolgende Bild:

Wenn Sie den Rosenkranz beten und mit diesem Gebet die Verwirklichung einer ganz bestimmten Intention verbinden, hindern Sie Maria daran, Ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten als Himmlische Floristin voll anzuwenden. Dabei erstellt die Himmelskönigin so gerne Ihre absolut vollendeten Blumenarrangements (die unterschiedlichsten Gnaden), aber Sie muss dazu über eine uneingeschränkte Freiheit verfügen können. Jeder Rosenkranz, der für Marias Anliegen gebetet wird, wird aufgrund der vollendeten Göttlichen Weisheit und unter voller Anwendung der Göttlichen Vorsehung dazu benutzt, Gottes Heilsplan zu verwirklichen, der ja nur an dem ewigen Wohl aller Seelen orientiert ist. Die Himmelskönigin sehnt Sich inständigst danach, dass das Rosenkranzgebet Ihr ohne jegliche Intention angeboten wird, oder aber — ausnahmsweise, nicht als Regel — zum Erflehen von gezielten Gnaden, wobei die Intention dann allerdings der Himmlischen Herrin in Form einer Weihe des Problems dargereicht wird.

Zusammenfassend lässt sich Ihre Frage "wie Maria verlangt, dass die Seelen den Rosenkranz beten" also folgendermaßen beantworten:

  1. Sprechen Sie jedes Teilchen des Rosenkranzes konzentriert aus.

  2. Stellen Sie sich während des Gebetes vor, Sie pflücken mit jedem "Ave Maria" eine Rose, die Sie am Schluss des "Ave" zu Marias Füßen legen.

  3. Stellen Sie sich bei jedem "Vater unser" und jedem anderen Gebetsteil (außerhalb der "Ave Marias") vor, dass die Allerheiligste Dreifaltigkeit die gepflückten und noch zu pflückenden Rosen mit dem Blut Christi besprengt.

  4. Stellen Sie sich den gesamten Verlauf des Rosenkranzes als einen Spaziergang durch einen Himmlischen Rosengarten vor, der Sie an den Meilensteinen der heiligsten Leben Jesu und Mariä vorbeiführt. Wenn Sie dabei dieser Meilensteine tatsächlich gedenken, ist es, als ob Sie Rosen aus einem Boden pflücken, der von den Füßen Jesu und Mariä betreten, befruchtet und geheiligt worden ist.

  5. Seien Sie sich dessen bewusst, dass die Qualität der dargebotenen Rosen von dem Maß an Liebe mitbestimmt wird, die in Ihnen während des Gebetes herrscht.

  6. Bieten Sie Maria die Rosen an, ohne die geringste Bedingung damit zu verbinden. Beabsichtigen Sie nur eins: dass das Gebet Maria gefällt und Ihr dienlich ist und dass Sie frei über die etwaigen Früchte dieses Gebetes verfügen kann, da Ihre Aufgabe ja darin besteht, die Seelen zu ihrer Vollendung zu führen und die letzten Vorbereitungen von Gottes Reich auf Erden zu absolvieren.

  7. Seien Sie sich dessen bewusst, dass Sie sich mit der Darbietung dieser Gebetsrosen im Grunde genommen aktiv an der Verwirklichung des Göttlichen Heilsplans beteiligen und Sie konkret Gottes Reich des vollendeten Friedens, der vollendeten Liebe und somit der Befreiung aus der Herrschaft der Finsternis voranbringen helfen.

Wenn Sie sich dies alles vor Augen halten, wird das Rosenkranzgebet einen neuen Sinn bekommen und Ihnen zu einer Freude werden. Einst sagte Maria zu einer Seele, der Rosenkranz sei Ihre größte Freude. Diese Aussage wird sehr verständlich, wenn wir die Aufgabe berücksichtigen, die Gott Ihr für die Letzten Zeiten erteilt hat, und uns dann dessen bewusst werden, dass das Rosenkranzgebet im außerordentlichen Maße mit den Eigenschaften gesegnet ist, die notwendig sind, damit Maria diese Aufgabe erfüllen kann. Vergessen wir künftighin aber nie mehr: Maria sehnt Sich nicht inständig nach Rosenkränzen, Sie sehnt Sich inständig nach in der richtigen Form und Gesinnung gebeteten Rosenkränzen.  Der Unterschied zwischen diesen beiden ist unübersehbar, lässt sich aber vollkommen nach den uns von der Herrin aller Seelen geschenkten Belehrungen in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens erklären.

Ich wünsche Ihnen eine Wiedergeburt in einem Rosengarten mit seelischen Freuden ohne Ende, denn das Herz des Pflückers wird an den Verzückungen des lichterfüllten Herzens der Himmlischen Gärtnerin teilhaben.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 210
Über den Kommunionempfang – über die Beichte

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria, 

Wie schön ist es für die Seele, die Freude zu entdecken, die mit der Wahrheit Gottes in das Herz übertragen wird. Wie bedauerlich ist es denn auch, dass so viele Seelen und Organisationen spirituelle 'Wahrheiten' verbreiten, deren Inhalt fraglich ist. Es werden Bücher verbreitet, welche die Seelen nicht in Gottes Wahrheit unterrichten und sie somit keinen Schritt näher zur Verwirklichung ihrer Lebensaufgabe innerhalb des Göttlichen Heilsplans bringen, sondern ganz im Gegenteil die Seelen mit 'spirituellen' Themen beschäftigen, die ihnen wenig anderes als Zeitverlust einbringen und sie beunruhigen. Der Himmel bedauert das sehr. Sollte man solche Seelen bzw. Organisationen aufklären? Das Problem liegt darin, dass dies alles eine Frage des Glaubens ist. Wie überzeugt man jemanden, der mit einer 'Wahrheit' Geld verdient, dass es sich da nicht um die Wahrheit handelt? Die beste Art und Weise, dabei vorzugehen, ist immer jene, dass man Maria Selbst einschreiten lässt. Dann nimmt Sie auf die denkbarst fruchtbare Art und Weise dasjenige vor, was Gottes Plänen dienlich ist, und Sie tut dies außerdem zu Gottes Zeit.

Auch das Ungünstige wird letzten Endes irgendwie von Gott für Seine Werke und Pläne benutzt. Die Voraussetzung ist nur, dass wir dafür beten, möglicherweise Opfer darbringen und die bedauerliche Begebenheit inständig und vertrauensvoll Maria weihen. Es kann etwas länger dauern, bevor wir uns über eine Änderung freuen dürfen, aber wenn sie kommt, wird sie sehr fruchtbar sein: Gott wartet, bis der Boden eine ausreichende Fruchtbarkeit erreicht hat, bevor Er die Saat ausstreut. Inzwischen müssen die Seelen dadurch das geeignete Klima schaffen, dass sie ihre Gebete und Opfer bringen.

Anders kann es manchmal sein, wenn eine uns persönlich bekannte Seele einen Irrweg geht: Wenn wir dieser Seele die Gründe erläutern, wieso ihr Verhalten abwegig ist, kann es sein, dass sie unsere Argumentation annimmt und in den Weg des Heils einbiegt. Das kann uns selbstverständlich auch mit einer Organisation gelingen, vorausgesetzt, es liegt eine lobenswerte Offenheit vor, was leider oft nicht der Fall ist.

Zu Ihrer Frage in Bezug auf den Kommunionempfang kann ich Sie auf frühere Veröffentlichungen, besonders in Briefen, verweisen. Allerdings möchte ich den Ratschlag der Gottesmutter betont wiederholen, dass die Seelen vermeiden sollten, die Heilige Kommunion aus anderen Händen als denen eines ordentlich geweihten Priesters oder eventuell Diakons (weil die Kirche dies erlaubt) zu empfangen. Das heißt also: Keine Kommunion aus der Hand eines Küsters, auch nicht aus der Hand einer Ordensschwester...

Was die Beichte betrifft: Es ist tatsächlich möglich, außerhalb des Beichtstuhls eine gültige Beichte zu sprechen, indem man einem Priester gegenüber, wie es bei Ihnen erfolgt ist, über sein Leben oder die 'Schicksalstage' aus seinem Leben spricht und dabei die eigenen Fehltritte reumütig offen legt. Der Priester darf dies als eine Beichte betrachten, wenn er erkennen kann, dass die für eine gültige Beichte erforderlichen Elemente darin enthalten sind, dass also die zu ihm sprechende Seele aus der für den Empfang des Sakramentes geeigneten Herzensverfassung heraus gesprochen hat. Trotzdem wäre es wünschenswert, wenn Sie die Gelegenheit haben, auch jene Phase aus Ihrem Leben noch einmal in einer formellen Beichte vorzubringen. Allerdings könnten Sie dies in jenem Falle etwas 'kürzer gefasst' tun, indem Sie die Ereignisse als Verstöße gegen bestimmte Tugenden vorzubringen versuchen. Das Buch Frühlingsblüten am Lebensbaum, das Sie auf unserer Webseite vorfinden können, dürfte dabei helfen. Der Brief Nr. 23 über die 'abstrakte Beichte' wäre vielleicht auch hilfreich.

Tatsächlich, der Priester kann Absolution für 'sämtliche' Sünden erteilen, auch wenn die Seele nicht jede Sünde gebeichtet hat. Sie könnten sich da zwei verschiedene Situationen vorstellen:

  1. Entweder: Es handelt sich um eine Lebensbeichte. Die Seele wird von manchem bedrückt, weil ihr klar ist, dass sie sich da und dort nicht richtig verhalten hat. Sie nimmt sich also vor, das alles in einer Lebensbeichte zu erfassen, und bemüht sich aufrichtig, all dasjenige, woran sie sich irgendwie erinnern kann, auszusprechen. Das tut sie auch, aber nach der Beichte fällt ihr ein, dass sie eigentlich auch zu diesem oder jenem Zeitpunkt noch dies oder das gemacht, gesagt, gedacht, gewünscht oder nicht getan hat, wodurch sie eine Sünde begangen hat. Diese Seele kann dies im Grunde genommen selbstverständlich nachträglich beichten. In Gottes Augen gilt aber, dass der aufrichtige Vorsatz, alles zu beichten, wodurch sie irgendwann in ihrem Leben gegen Gottes Gesetz verstoßen haben kann, weil sie wirklich den inständigen Wunsch hegt, vollkommen mit Gott ins Reine zu kommen, nicht aus Zwang oder aus Furcht, sondern aus reiner Liebe zu Gott und zu der Schöpfung, an sich genügt, damit diese Seele vollständige, allumfassende Absolution für jeden Fehltritt ihres Lebens bekommt;

  2. Oder: Die Seele hat nicht die ausdrückliche Absicht, ihr ganzes Leben 'rein zu waschen', hebt nur einige Sünden hervor, spricht diese aus und geht davon aus, dass sie jetzt vollkommen gereinigt ist. Der Priester erteilt dennoch allgemeine Absolution. Wie ist die Lage jetzt für Gott? Diese Situation befindet sich in einer 'grauen Zone'. Die Seele hat zwar Absolution über sämtliche Sünden erhalten, aber Gott kann in ihr einen Mangel an Liebe zu Ihm und zu Seiner Schöpfung vorfinden. Trotz der allgemeinen Absolution fehlt etwas, denn wir dürfen nicht vergessen, dass die Wirkung des Sakramentes der Beichte nicht damit vollendet wird, dass der Priester die Absolution erteilt, sondern erst beim nächsten Schritt, nämlich damit, dass die Seele ihre Beichte und die damit einhergehende Reue dadurch krönt, dass sie Wiedergutmachung für die gebeichteten Sünden leistet. Es hängt also ganz davon ab, ob sie dies tut, und wenn ja, in welcher Herzensverfassung (Liebe und Reue oder vielleicht eher Unwillen oder Groll usw.).

Die Gottesmutter vertraute mir einst an, keine Seele wäre dazu imstande, sich an jeden Fehltritt ihres Lebens genau zu erinnern. Deshalb wäre es für jede Seele angebracht, mindestens einmal im Leben eine abstrakte Lebensbeichte zu sprechen (wie im Brief 23 erläutert). Das kann die Seele vielleicht erst dann erfolgreich tun, wenn sie imstande ist, eigene Fehltritte zu erkennen und so genau wie möglich Untugenden zu erkennen. Die wichtigsten Elemente sind aber auf jeden Fall der gute Wille, die Liebe und die aufrichtige Absicht, das ganze Leben für Gottes Heilsplan rein zu waschen.

Liebe Schwester, die Beichte ist wie eine Brücke von Liebe zu Gottes Herzen. Außer der Bereitwilligkeit zur Selbstverleugnung und zum Leiden aus reiner Liebe, gibt es keine wertvollere Liebeserklärung an Gott als die Beichte, aufrichtig und reumütigen Herzens gesprochen, aus dem einzigen Sehnen heraus, jeglichen Gott zugefügten Schmerz wieder gutzumachen. Folgen Sie Ihrem Herzen. Wenn Sie diese zusätzliche Beichte sprechen möchten, so ist es durchaus nicht ausgeschlossen, dass dieser Wunsch Ihnen vom Geist Gottes eingegossen worden ist, damit Er Ihnen einen völlig neuen inneren Frieden bereiten kann. Dieser innere Friede ist sehr oft die Frucht einer Beichte, weil sich die Seele dadurch von einer Schuld gegenüber Demjenigen befreit fühlt, Der ihr keine Sekunde ihres Lebens etwas anderes als Nahrung für die ewige Glückseligkeit bereitet hat, sei es auch sehr oft im Verborgenen. Die Beichte, in der richtigen Gesinnung gesprochen, ist ein Rosenstrauß an die Ewige Liebe, durch welchen die Seele ihrem Gott den Duft der von ihr so sehr herbeigesehnten Heiligung anbietet ebenso wie die Dornen, mit denen sie einst Sein Herz durchstochen hat, die sie jetzt aber dem Feuer Seiner Liebe anvertraut, damit sie Gnaden der Wiedergeburt über die Menschheit bringen.

In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 211
Über das Sakrament der Ehe

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Darf ich zunächst herzlich dafür danken, dass Sie die uns allen von Seiten der Gottesmutter übermittelte Liebe mit einer anderen Seele geteilt haben. Wie es Maria immer wieder betont, soll die wahre Liebe unaufhörlich strömen, da sie das Göttliche Geschenk schlechthin ist. Sie spendet ja das Göttliche Leben und bringt in der Seele alles zur Entfaltung, was Gottes Werken förderlich sein kann. Vielleicht ist es praktischer, wenn ich mich jetzt an die Frau Kollegin wende, da sich die Antwort schließlich auf die von ihr geschilderte Situation bezieht.

Liebe Schwester, auch Sie grüße ich herzlichst. Mit großer Freude habe ich erfahren dürfen, wie die Gottesmutter uns die Gnade geschenkt hat, die von Ihnen vorgebrachte Situation sofort aufzugreifen. Deutlichkeitshalber führe ich Ihre Fragen buchstäblich an und vermittle Ihnen dabei gerne die Antwort, wie sie mir von der Heiligsten Jungfrau geschenkt worden ist.

Ich wäre bereit, mich von meinem Mann zu trennen. Mein Kollege kämpft jedoch trotz der starken Zuneigung gegen seine Gefühle an, da er dies mit seinem katholisch christlichen Glauben nicht vereinbaren kann.
Liebe Schwester, die Haltung des Kollegen ist lobenswert, zumal da in der 'Beziehung' – hier verwende ich dieses Wort sozusagen im allgemeinen, sozialwissenschaftlichen Sinne des Wortes – zwischen Ihnen und ihm auch von körperlicher Zuneigung die Rede ist. Der Kollege hält es mit Recht nicht für vertretbar, den gegenseitigen Gefühlen nachzugeben, er hält es im Grunde genommen für sündhaft, und leidet in der Seele unter jeglicher Zuneigung, weil er Sie als eine verheiratete Frau betrachtet. Das wird ihm von Gott als Gerechtigkeit angerechnet, denn er hält eine intimere Beziehung zu Ihnen für Ehebruch im Sinne des Verstoßes gegen ein Sakrament, was eine schwere Sünde wäre. Von dieser Grundlage ausgehend, biete ich Ihnen die nachfolgende Darlegung der Himmelskönigin und anschließend Marias Rat zum Überlegen:

Für Sie, als Angehörige der evangelischen Gemeinschaft, ist eine Auflösung der evangelischen Ehe und das Eingehen einer Beziehung mit einer römisch-katholischen Seele rein spirituell erlaubt und keine Sünde. Dies ist also in Gottes Augen zulässig, unter den nachfolgenden Voraussetzungen:

  1. Die andere Seele, in diesem Falle der Kollege im römisch-katholischen Glauben, darf nicht katholisch kirchlich verheiratet sein oder darf nicht im Hinblick auf eine eventuelle neue Beziehung eine katholische Ehe aufgelöst haben.

  2. Die Beziehung soll mit einer römisch-katholischen Eheschließung besiegelt werden. Die Himmlische Königin weist auf diese Bedingung hin, weil nur eine Beziehung im Rahmen des Sakramentes eine körperliche Beziehung zulässig macht.

  3. Der Kollege darf den römisch-katholischen Glauben nicht aufgeben. Das heißt: Er darf das Sakrament der Ehe nicht dadurch entwürdigen, dass er dieses nur dazu benutzt, damit eine körperliche Verbindung von Gott zugelassen wird.

  4. Das Ehepaar soll vor Gott das Versprechen eingehen, eventuelle Kinder aus der zu schließenden Ehe römisch-katholisch taufen zu lassen.

  5. Die Kirche lässt zu, dass eine evangelisch getaufte Seele römisch-katholisch heiratet. Trotzdem gibt Maria dem Wunsch Ausdruck, dass die evangelisch getaufte Seele vor der katholischen Eheschließung die römisch-katholische Taufe beantragt. Die Himmelskönigin sagt diesbezüglich, es wird keine Sünde begangen, wenn diese Seele auf diese Taufe verzichtet, aber sie bezeugt durch die römisch-katholische Taufe, die als Erwachsene im vollen Bewusstsein empfangen würde, den Wunsch und die Absicht, völlig und ganz der römisch-katholischen Kirche anzugehören.

Die Himmlische Herrin lässt mich allen Seelen die nachfolgende Überlegung unterbreiten. Diese ist keinesfalls für Sie persönlich gemeint, sondern für jede Seele in einer ähnlichen Lage:
Die von Maria vorgebrachte Darlegung darf von Seelen, die evangelisch verheiratet sind, auf keinen Fall als Anregung zum Leichtsinn in der Auflösung ihrer Ehe betrachtet werden. Das Eingehen der ehelichen Verbindung, auch wenn es sich um eine evangelische Ehe handelt, ist immer eine Frage der Tugendhaftigkeit. Auch die Seele, die dem evangelischen Glauben anhängt, soll den Bund der Ehe als Einladung betrachten, in Verbindung mit einer anderen Seele in gegenseitiger Berechenbarkeit und im gegenseitigen Vertrauen etwas Schönes und Fruchtbares aufzubauen, das auf vollkommener Nächstenliebe basiert und somit, auch wenn es nicht durch ein Sakrament besiegelt worden ist, Gott dienlich sein kann und Seine Werke und das ganze Vorgehen Seiner Vorsehung ehrt.

Liebe Schwester, sollten Sie den Schritt unternehmen, sich mit dem Kollegen im Rahmen einer katholischen Ehe zu verbinden, so heiße ich Sie von ganzem Herzen in der prachtvollen Welt des römisch-katholischen Glaubens willkommen. Dieser wird Ihr Leben um sehr vieles bereichern. Ihre Seele wird einen Frieden finden, den sie nie vorher hat finden können, denn sie navigiert dann künftighin in spiritueller Hinsicht gleichsam vom Heimathafen aus. Gerade das Ganze der Belehrungen, die Maria in diesen Letzen Zeiten durch unser Apostolat den Seelen schenkt und die Sie als Wissenschaft des Göttlichen Lebens bezeichnet, liefert den Seelen den Nachweis dafür, dass der römisch-katholische Glaube unendlich viele Reichtümer besitzt, welche auch weitaus den meisten katholischen Seelen bisher unbekannt waren. Ich freue mich besonders für Sie, die Sie sich als bisher evangelische Seele jetzt vor der Tür dieser wunderbaren Welt befinden. Möge Maria, die Mutter aller Mütter, auch bald Ihre Seele in einen Rosengarten umwandeln können.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 212
Was die Herrin aller Seelen durch Ihren Kanal weiterleitet, kann dann und wann von demjenigen abweichen, was in der Kirche zurzeit gängig oder gar Regel ist

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Ich danke von Herzen für Ihre Bemerkung. Allerdings möchte ich gleich vorwegnehmen, dass ich in jedem Brief ausschließlich dasjenige weiterleite, was mir die Gottesmutter als die Ansicht übermittelt, die sich aus dem Göttlichen Gesetz ergibt. Wenn Seelen Lebensfragen vor Maria bringen lassen, so antwortet die Himmelskönigin manchmal nicht oder nicht gleich. Wenn Sie tatsächlich antwortet, so tut Sie das in einer einzigen Absicht: Den Seelen das Idealbild zu zeigen, wie dies in Gottes Herzen lebt und das sie sich möglichst genau zum Vorbild nehmen sollten bzw. dem sie ohne Befürchtung, eine Sünde zu begehen, folgen dürfen. Sie berücksichtigt dabei nur die Himmlische Perspektive, ohne jegliche menschliche bzw. gesellschaftliche Beimischung.

Ich bin mir durchaus dessen bewusst, dass es hin und wieder vorkommen kann, dass ich in Briefen oder in anderen Texten mal eine These vorbringe, die nicht hundertprozentig mit auf Erden gängigen Thesen übereinstimmt. Zuweilen kann sich dies aus menschlicher Sicht leider negativ auf die Glaubwürdigkeit des armen Kanals der Herrin aller Seelen auswirken. Trotzdem kann ich ganz und gar nichts dafür. Bei meiner Berufung durch die Himmelskönigin habe ich dieses Risiko ausdrücklich als den Preis angenommen, den ich als mystisches Instrument hin und wieder werde zahlen müssen. Aus diesem Grunde ist ein mystischer Kanal ständig möglichen Kritiken ausgesetzt: Dasjenige, was der Kanal weiterleitet, kann dann und wann von demjenigen abweichen, was in der Kirche zurzeit gängig oder gar Regel ist. Gottes Geist wirkt bekanntlich durch die mystischen Übertragungen erneuernd, oder vielleicht genauer ausgedrückt: bringt durch solche Übertragungen hin und wieder die Menschenherzen in das Herz Gottes zurück.

Ich bin mir sicher, dass Sie mich in diesem Punkt verstehen werden. Meine Aufgabe ist es, in allem ausschließlich die Himmlische Sicht zu vertreten. Ich habe denn auch nie im Leben Theologie oder Kirchenrecht studiert, beziehe jedoch mein sämtliches Wissen aus den Belehrungen, die mir die Himmelskönigin auf mystischem Wege übertragt und mit welchen Sie lediglich die Heiligung der Seelen bezweckt.

Von jeder Seele wünscht Sich Gott nur, dass sie, sobald sie die Gnade einer mystischen Kenntniserweiterung hat erhalten dürfen, dieses neue Wissen in sich zum Reifen bringt und anschließend unter Anwendung aller Tugenden dementsprechend lebt. Falls eine Seele bei der Anwendung einer Himmlischen Wahrheit trotzdem auf ein kirchliches Veto stößt, so hat sie dies als von Gottes Vorsehung zugelassenes Opfer zu tragen, darf sich inzwischen jedoch sicher sein, dass sie sich in Gottes Augen auch in Gedanken nicht versündigt hat. In diesem Sinne danke ich auch im Namen der Gottesmutter allen Seelen guten Willens, die in der Suche nach der Wahrheit Gottes beharrlich sind.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 213
Die Wissenschaft des Göttlichen Lebens – Über esoterische Webseiten und inhaltlose Webseiten

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Vielen Dank für Ihr Interesse an der Wissenschaft des Göttlichen Lebens. Aus Anlass der von Ihnen diesbezüglich vorgebrachten Fragen möchte die Herrin aller Seelen einiges eindeutig klarstellen, damit keine Seele irgendwelche Vorstellungen hegt, die nicht der einzigen Wahrheit Gottes entsprechen. Ich zitiere Ihre Fragen und gebe gleich die Antworten der Himmelskönigin dazu:

Welche Schriften gehören zum Kern dieser Wissenschaft?
Es gibt keine Schriften, welche sich als Mittelpunkt oder Essenz der Wissenschaft des Göttlichen Lebens bezeichnen lassen. Die Wissenschaft des Göttlichen Lebens ist die Bezeichnung des von Gott durch die Herrin aller Seelen in diesen Letzten Zeiten an die Welt verkündeten Systems, das von Maria umschrieben wird als "das Ganze von Unterrichtungen und Richtungsanzeigern, durch welche die Seelen gelehrt wird, die Ähnlichkeit mit Gott in ihrem Leben auf Erden in einem möglichst hohen Maße zu verwirklichen". All dasjenige, was die Gottesmutter durch Ihre Myriam verkünden bzw. schreiben lässt, bildet gemeinsam dieses Ganze. Jedes Element der Belehrungen, Offenbarungen, sogar der Gebete und Briefe, ist Baustein dieses riesigen Bauwerkes, das wir insgesamt als den Tempel dieser Wissenschaft bezeichnen könnten. Das eine Element ist genauso wichtig wie das andere. Jede Seele, welche die durch dieses Apostolat veröffentlichten Texte aufmerksam studiert, wird früher oder später die Feststellung machen, dass die unzähligen darin enthaltenen Wissenselemente genau ineinander passen und ein schlüssiges System bilden.

Sehr viele bisher kaum erkannte Elemente des Wesens und des Lebens der Seele und der Werke und Pläne Gottes werden den Seelen wie immer neue Punkte dargeboten, die eine stumme Karte zum Leben erwecken. Ein Element gibt allen anderen ihren wahren Sinn, und viele geben einem einzigen Element seinen wahren Sinn. Gerade deswegen ist das ganze ein System. Die Logik, mit welcher alles zusammenpasst, beweist die Himmlische Herkunft des Ganzen. Gerade die Briefe weisen die Tauglichkeit des Systems der Wissenschaft des Göttlichen Lebens nach, denn in ihnen wird diese Wissenschaft auf unzählige Lebensfragen in Anwendung gebracht.

Kann ein erfolgreiches Studium dieser Wissenschaft durch Sie bescheinigt werden?
Da das unterrichtete Thema so umfassend ist und die Seele, das seelische Leben, die Göttlichen Mysterien, die Elemente der Werke und Pläne Gottes und überhaupt die ganze Wirklichkeit der Göttlichen Gesetze zusammen einen Wissensbereich bilden, der buchstäblich unendlich ist, kann der Unterricht in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens nie zu Ende gehen und kann die Seele in dieser Himmlischen Wissenschaft nie fertig studieren. Dazu braucht sie buchstäblich die Ewigkeit, und sogar in der Ewigkeit wird es außer Maria nie eine Seele geben, die vollständig in die Geheimnisse Gottes und des Göttlichen Lebens eingeweiht sein wird. Was hieße denn in diesem Kontext ein erfolgreiches Studium, wenn dieses Studium nie absolviert werden kann?

Erfolgreich wird die Seele in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens übrigens nicht dadurch, dass sie dieses Wissen in sich aufnimmt, sondern dadurch, dass sie dieses Wissen in ihrem Leben erfolgreich anzuwenden weiß. Selig die Seele, die dieses Wissen so sehr zu ihrem eigenen Fleisch und Blut werden lässt, dass sie in jeder Lebenssituation genau dasjenige spüren lernt, was Gott da von ihr erwartet, und dieser Erwartung durch vollkommen tugendhaftes Verhalten gerecht wird. Die Himmlische Herrin lehrt diese Wissenschaft nicht, um aus den Seelen Gelehrte zu machen, sondern um aus ihnen Heilige zu machen.

Nie im Leben würde ich mir anmaßen, eine Bescheinigung für ein erfolgreiches Studium in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens auszustellen. Das kommt nur unserer Herrin und Gott zu. Mir steht kein einziges Urteil über meine Mitseelen zu, zumal ich übrigens selber striktestens von der Himmlischen Herrin ausgebildet werde. Übrigens: Wozu sollte eine solche Bescheinigung überhaupt dienen? Diese könnte nur bezeugen, dass eine Seele die Prüfung über dieses Himmlische Wissen bestanden hat. Das wäre nicht in Gottes Sinn, wo Er doch nicht im Geringsten an demjenigen interessiert ist, was eine Seele weiß (mit dem Verstand), sondern ausschließlich an demjenigen, was sie damit zugunsten Seiner Werke zu tun bereit ist (mit dem Herzen!).

Außerdem ist es aus den vorerwähnten Gründen für eine Seele gar nicht möglich zu sagen, sie habe das Studium der Wissenschaft des Göttlichen Lebens absolviert und dies wäre ihr bescheinigt worden. Keine Seele auf Erden kann diese Wissenschaft jemals vollständig in sich aufnehmen, geschweige denn, sie in der Fülle im Stande der Heiligkeit anwenden. Maria ist gekommen, uns dies zu lehren. Dieser Lernprozess ist die Universität des Lebens, weil die Seele auf ihrem Lebensweg täglich in tausenden von äußerlichen Situationen und innerlichen Vorgängen auf alle möglichen und denkbaren Reize reagieren muss und dies auf gar keinen Fall immer auf die heiligst mögliche Weise tun kann. Die Tatsache, dass eine Seele – wäre dies überhaupt möglich – die Wissenschaft des Göttlichen Lebens in allen seinen Elementen in sich aufgenommen hat, gewährleistet keinesfalls, dass sie für Gott und die Schöpfung immer das Günstigste tut, sagt, denkt, fühlt, wünscht und anstrebt.

Welche Bücher bzw. Schriften sollte man studiert haben?
Da kann ich einfach nur antworten: alle, denn sie sind erst der Anfang des Wissens, das uns die Herrin aller Seelen von Seiten Gottes bringen will. Erst in diesen Zeiten hat es die Göttliche Weisheit für angebracht und notwendig gehalten, den Seelen diese Belehrungen und Erkenntnisse vermitteln zu lassen. Man wird leicht verstehen können, dass es sich dabei nicht um einen einfachen und kurzfristigen Prozess handelt, sondern um eine tiefgreifende mystische Entwicklung, die darauf abzielt, immer mehr Seelen immer tiefer in die Erkenntnis von demjenigen hineinzuführen, was die Größe und die Herrlichkeit Gottes und die Erhabenheit Seines Meisterwerkes (Maria) ein für allemal in das richtige Licht rückt. So vieles ist notwendig, damit sich die Seelen von der Finsternis abwenden und das ihnen geschenkte Licht Gottes zu würdigen wissen.

Mindestens genauso wichtig wie das Himmlische Wissen ist die alltägliche Weihe an Maria, in welcher die Seele ihr spirituelles Wissen jede Sekunde anwenden muss. In der Anwendung der vollkommenen Weihe an Maria weist die Seele ihren Wert für Gottes Heilsplan nach. Wissen rentiert nicht, wenn es keine Anwendung findet. Für Gott gilt dies womöglich noch mehr als in der Welt.

Sie schreiben mir: "Maria wirkt an vielen Stellen, auch außerhalb der Kirche. Schauen Sie mal auf die Internetseiten von (... Name einer Webseite)"
Ich muss Sie von der Herrin aller Seelen aus sehr betont darauf hinweisen, dass eine große Vorsicht erforderlich ist mit Webseiten, die zwar Maria anhimmeln, aber gleichzeitig die Fallen der Esoterik weit öffnen. Normalerweise ist es mir von der Himmelskönigin nicht erlaubt, ohne weiteres Webseiten, sogar mit spirituellem Inhalt, zu besuchen, weil Sie ungehemmt mit mir und durch mich arbeiten will, und dies nur in dem Maße tun kann, wie ich meinen Geist und mein Herz vollkommen rein erhalte und nur für Ihr unmittelbares Wirken in mir bereit bin. Überraschenderweise hat Sie mir gleich erlaubt, die von Ihnen aufgeführte Webseite kurz zu besuchen. Ich habe gleich verstanden, wieso: Sonst hätte ich Sie nie vor der Irrlehre und dem Irrweg warnen können, welche auf jener – augenscheinlich marianischen – Webseite den Seelen dargeboten werden. Leider gehört es nicht zu den mir von der Herrin gesetzten Aufgaben, aber wäre dies wohl der Fall, so könnte ich Ihnen nach diesem Webseitenbesuch von höchstens zwei Minuten viele Punkte der Esoterik und der Irreführung auf jener Webseite nachweisen. Vor dem Hintergrund der Wissenschaft des Göttlichen Lebens würden die dortigen Texte nicht lange Bestand haben, und genau dasselbe könnte ich Ihnen über viele scheinbar marianische bzw. christliche Webseiten nachweisen, über welche Informationen an mich weitergeleitet wurden.

Die Herrin aller Seelen hat früher bereits davor gewarnt, Texte von anderen Webseiten ohne weiteres mit Ihren Belehrungen in der Wissenschaft des Göttlichen Lebens zu vermischen, was nicht heißen soll, dass es keine guten Webseiten gäbe, denn es gibt durchaus welche. Diese Belehrungen zielen darauf ab, die Seelen zum Gipfel des Berges der Heiligung zu führen. Es verbirgt sich in sehr vielen Texten, die in den letzten Jahrzehnten verbreitet worden sind, eine große Gefahr der Irreführung und bzw. oder des Zeitverlustes: Es werden buchstäblich Unmengen inhaltsloser Texte im Bereich der Spiritualität geschrieben, welche die Seelen einfach von ihrer notwendigen Nahrung abhalten. Die Herrin bedauert dies sehr.

Ich wünsche Ihnen einen sehr fruchtbaren Weg und bin davon überzeugt, dass Sie verstehen werden, weshalb ich Ihnen eigentlich nicht habe dienen können. Halten Sie an Ihrem guten Willen fest, und das Licht wird immer kräftiger auf Ihren Weg strahlen.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 214
Das Finden der eigenen Berufung — über die Beichte unmittelbar vor der Heiligen Kommunion — über mystische Kontakterfahrungen — Gibt es im Himmel eine Rangordnung? Worin unterscheiden sich die Verdienste, die Seelen auf Erden erwerben?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Das Betreten des Rosengartens vom Herzen der Himmelskönigin ist niemandem untersagt. Maria liebt es, wenn Seelen an den Zaun klopfen in der Hoffnung, dort die Saat des wahren Lebens zu finden, mit welcher sie den eigenen Seelengarten befruchten können. Selbstverständlich darf auch Ihr Bruder schreiben. Nur muss es spontan erfolgen. Nur ein spontan, offen und ohne Hintergedanken geschriebener Brief ist eine Einladung, auf welche die Gottesmutter eingehen kann. Auch darf er auf keinen Fall den Eindruck bekommen, dass er Ihnen nur dann einen Gefallen tut, wenn er mir schreibt.

Kann die Seele nur alleine ihre Berufung finden? Im Grunde genommen: ja. Eine andere Seele kann manchmal dabei helfen, indem sie die Erstgenannte auf bestimmte Elemente hinweist, die wichtig sein können, um die Zeichen zu erkennen, die früher oder später jeder Seele gegeben werden, damit diese ihre höchst mögliche Fruchtbarkeit erreichen kann. Jede Seele hat innerhalb des Göttlichen Heilsplans eine ganz bestimmte Rolle zu erfüllen. Die Berufung herauszufinden, ist eigentlich ein Prozess der Selbstentdeckung, und diesen muss die Seele in sich selbst vollziehen. Die Seele, die sich vollkommen Maria hingibt, wird feststellen können, dass die Himmelskönigin sie langsam auf die für sie geeignete Stelle innerhalb der Werke Gottes hin navigiert. In dem Maße, wie sich die Seele völlig hingibt, wirkt Maria tiefer in ihr. Diese Wirkung wird sie immer weiter erschließen, und diese Erschließung bringt unter anderem eine völlig neue Selbsterkenntnis mit sich. Diese Selbsterkenntnis wiederum führt gewöhnlich dazu, dass die Seele ihre Lebenslage und das Wie und Warum ihres tieferen Wesens in einem völlig neuen Licht zu sehen beginnt und dass sie eines Tages begreift, weshalb sie so ist und nicht anders und wieso ihre Lebenssituation so aussieht und nicht anders: Sie versteht allmählich, was von ihr in diesem Leben erwartet wird.

Wenn Sie überlegen, in einen Orden einzutreten, zur gleichen Zeit jedoch Menschen um sich herum brauchen, hieße dies, dass Sie sich für einen Orden entscheiden sollten, der viel Kontakt zur Außenwelt hegt. Ohne Gefahr für Ihre jetzt voll blühende Seele wäre dies allerdings nicht: Ein offener Orden fällt leicht einer Vielfalt an weltlichen und modernistischen Einflüssen zum Opfer. Sehr viele religiöse Berufungen gehen daran zugrunde.

Sie würden andererseits auch gerne Lehrerin werden. Obwohl es in jener Tätigkeit auch nicht leicht ist, sich von weltlichen Elementen fernzuhalten, so gäbe es da vielleicht noch die Möglichkeit, die christlichen Werte zu übertragen. Im gesprochenen Wort dürfte dies heutzutage in den Schulen nicht mehr leicht sein, aber durch die Art und Weise, wie man ist und sich verhält, kann überall und immer manches erreicht werden. (Ich erinnere u. a. an Brief Nr. 160.) Der Ansicht der Herrin aller Seelen nach sollte jeder Lehrer eigentlich in erster Linie ein Lehrer in der reinen christlichen Tugend sein, im Wort, aber auch im Vorbild.

War Ihre Kindheit und Jugend eine Vorbereitung auf Ihre Berufung? Das soll ich schlicht und einfach bejahen. Jede Seele wird auf ihre eigentliche Berufung vorbereitet, nicht nur in diesem Sinne, dass ihr die Göttliche Vorsehung Chancen zufließen lässt, in sich die Fähigkeiten zu entwickeln, die sie für die Entfaltung ihrer eigentlichen Lebensberufung brauchen wird, sondern auch in jenem Sinne, dass die Seele in Tugenden und Gesinnungen geübt wird, welche sich für ihre spätere Berufung als unentbehrlich erweisen werden. In dem Maße, wie sich die seelische Entfaltung weiter entwickelt, lernt die Seele die Zeichen erkennen, die darauf hinweisen, wie sehr sie auf ihre Lebensberufung vorbereitet worden ist, oft bereits vor zwanzig, dreißig oder mehr Jahren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es erstaunlich und zur gleichen Zeit besonders erfreulich sein kann, festzustellen, wie Gott jahrelang bis in die kleinsten Einzelheiten mit der Seele beschäftigt gewesen ist und unzählige Entwicklungen auf dem Lebensweg in die Wege geleitet hat, damit die Seele in jeder Hinsicht so ausgebildet und gestaltet wird, dass sie ihren wahren Lebensaufgaben gewachsen ist. Solche Feststellungen weisen darauf hin, dass tatsächlich jede Einzelheit im Leben einen besonderen Sinn haben kann. Oft stellt sich erst viel später heraus, welchen.

Wann darf man die Hostie, Jesus, in der Kommunion nicht zu sich nehmen? Ist dies der Fall, wenn man eines der zehn Gebote übertreten hat oder wenn man schwere Sünden begangen hat und diese nicht beichtete? Oder darf man die Hostie nur zu sich nehmen, wenn man gerade gebeichtet hat, und dann nach ein wenig Zeit nicht mehr?
Es ist sehr wichtig, dass sich die Seele immer dessen bewusst ist, dass sie es in der Kommunion mit Gott zu tun hat. Jeder Kontakt mit dem eucharistischen Christus sollte sich nur im Stand möglichst hoher Reinheit vollziehen. Es ist an erster Stelle eine Frage der Ehrfurcht und der Liebe, dafür zu sorgen, dass man die Heilige Kommunion womöglich nur nach gründlicher und aufrichtiger Beichte empfängt. Im Idealfall sollte die Eucharistie nur gleich nach einer sakramentalen Beichte empfangen werden. Sehr oft berücksichtigen Seelen und sogar Priester zu wenig die Tatsache, dass sich die Seele sehr rasch verunreinigen kann.

Einen kleinen Denkanstoß, vielleicht etwas zimperlich für manche Seelen, aber durchaus nicht für den Himmel: Nehmen wir an, eine Seele beichtet am Samstagabend und empfängt am nächsten Tag gegen 11 Uhr die Heilige Kommunion. Was passiert alles während der Stunden zwischen Samstagabend und Sonntag gegen den Mittag? Handelt, spricht, denkt, fühlt und wünscht die Seele diese ganze Zeit nur auf heiligen Wegen? Buchstäblich Hunderten von Gelegenheiten zum Betreiben von Untugend kann sie nachgeben. Sehr viele 'Kleinigkeiten' können insgesamt die Seele mächtig verunreinigen. Ich könnte dies folgendermaßen veranschaulichen:

Wenn man die Seele mit einem Spiegel vergleicht, so wäre eine schwere Sünde wie ein beträchtlicher Schlammfleck auf dem Spiegel. Eine 'kleine' Sünde oder eine Untugend wäre im Vergleich dazu wie ein kleiner Spritzer auf dem Spiegel. Bekommt man aber eine reine Widerspiegelung in einem Spiegel, der mit hundert Spritzern befleckt ist?

Liebe Schwester, die Seele betreibt keine Nächstenliebe für sich allein, aber sie versündigt sich auch nicht für sich allein. Jede Sünde, auch die Kleinste, wirkt sich negativ auf den Stand der Gnade der ganzen Menschheit aus. Deswegen ist es für den Kampf gegen die Finsternis keine kluge Wirtschaft, wenn wir uns nicht anstrengen, sehr regelmäßig zu beichten und Jesus nur mit der größten Ehrfurcht und Liebe im Herzen und Reinheit in der Seele zu begegnen.

Selig die Priester, die Verständnis dafür haben und es begrüßen, wenn ihre Schäfchen darum bitten, wenn nur irgendwie möglich sehr kurz vor der Heiligen Messe zu beichten. In jenem Falle würde beträchtlich weniger Kommunion in einem bedenklichen Stand der Gnade gespendet und wäre Gottes Barmherzigkeit nicht dazu gezwungen, so viele Gnaden freizusetzen, damit der wegen unreinen Empfangs der Heiligen Kommunion erlittene Verlust an Gnaden ausgeglichen wird. Vollkommen rein ist die Seele nie, aber aufgrund des guten Willens, so rein wie möglich zu sein, kann Gottes Barmherzigkeit die Seele als 'relativ rein' betrachten, sobald diese sich wirklich nach dieser Reinheit sehnt und sie in dieser Absicht gleich vor der Heiligen Messe beichten möchte.

Ich habe oft versucht, mir das Paradies vorzustellen. Gibt es im Himmel eine Rangordnung und wie sieht diese aus? Was meint die Herrin, wenn Sie von Gold oder von Schätzen im Himmel spricht?
Für ein richtiges Verständnis müsste ich die Vorgehensweise der Herrin im mystischen Kontakt etwas näher erläutern.

Die Herrin spricht – jedenfalls zu mir und in mir – sehr floskelhaft, und benutzt fast ständig Bilder, durch welche Sie im Herzen sogar tiefe Mysterien vollkommen zum Leben erwecken kann. Ich schreibe bewusst 'im Herzen' und nicht 'im Verstand', weil der mystische Kontakt erst dann zustande kommt, wenn der Verstand abgeschaltet und das Herz vollkommen aufgeschlossen ist. Die höheren mystischen Phänomene entfalten sich auf den höheren Ebenen des seelischen Lebens, und die Seele kann sie nur in dem Maße voll in sich entfalten lassen, wie sie alles Denken abschaltet. Kein einziger Gedanke darf diesen innerlichen Prozess beeinträchtigen. Sobald die 'Himmlische Berührung' zustande gekommen ist, gilt es für die mystische Seele, sich restlos dem Willen der Himmelskönigin hinzugeben und sich innigst danach zu sehnen, dass sie mit allen ihren seelischen Vorgängen in dieser 'überirdischen Landschaft' verweilen kann. Sie bewegt sich dann wie in einem geschlossenen Garten, der eigentlich das Herz der Herrin ist, in welchem ihr in kurzer Zeit unzählige Informationen durch außerordentlich inhaltsreiche Bilder übermittelt werden.

Ich könnte es so ausdrücken, dass – oft in nur einigen Minuten, zuweilen auch während einer halben Stunde, je nach dem Willen der Himmelskönigin – riesige Mengen von Himmlischen Informationen in das Herz der mystischen Seele hinein fließen und dort abgespeichert werden. Nach der Kontakterfahrung können diese Informationen gemäß dem Willen der Herrin 'aufgerufen' werden. Es ist dabei, als ob diese ganz oder teilweise 'dekodiert' werden: Sie werden 'in eine solche Sprache ins Bewusstsein übertragen', dass sie nach menschlichen Maßstäben verständlicher gemacht und – wieder ganz nach dem Willen der Herrin – zu Papier gebracht werden können. So entstehen übrigens sämtliche Myriam-van-Nazareth-Schriften und Gebete, sogar die Briefe.

Wenn also Maria von Gold und Schätzen im Himmel spricht, so sind auch diese Begriffe 'Übersetzungen' von Bildern, durch welche Sie abstrakte spirituelle Phänomene andeuten will. Wenn Maria von 'Gold' spricht, so ist dieses Wort gewöhnlich die 'Übersetzung' eines abstrakten Bildes, mit dem Sie mir innerlich die vollendete Heiligung bzw. die Frucht des Paradieses vorgeführt hat. Wenn Sie von 'Schätzen im Himmel' spricht, weist dies auf die Verdienste hin, die sich die Seele auf ihrem irdischen Lebensweg durch ein tugendhaftes Leben sammelt. Der gesamte Wert der Verdienste eines irdischen Lebens bestimmt die 'Schätze', die der Seele im Himmel offenbart werden.

Ob es im Himmel eine Rangordnung gibt, ist ein gut bewahrtes Geheimnis. Maria spricht Sich darüber nicht ganz aus. Ich habe es so verstanden, dass dieses Wissen den Seelen besser vorenthalten wird, weil es zu Spekulationen veranlassen könnte, wenn Seelen von einer Rangordnung im Himmel Kenntnis erlangen. Allerdings hat Maria mir einst anvertraut, dass es im Himmel unterschiedliche 'Daseinsarten' geben soll. Sie hat diese nicht mit 'Rangordnung' angedeutet, so dass ich mich nicht dazu äußern darf, ob es sich dabei um eine Hierarchie (ein Stufensystem, wie in einer weltlichen Organisation) handelt. Ich weiß, dass es im Himmel viele Arten von 'Vergünstigungen' geben kann, welche die Seelen aber nicht unbedingt als Äußerungen eines höheren oder niedrigeren Ranges betrachten sollten. Diese 'Vergünstigungen' sind vielmehr 'andere' Arten der Empfindung der Glückseligkeit, die mindestens zum Teil mit der Art und Weise in Verbindung zu bringen wären, wie die Seele auf Erden ihre Berufung gestaltet hat und welche Berufung sie überhaupt hatte. Dieses Phänomen dürfte erklären, wieso Maria zum Beispiel wohl mal mit dem Heiligen Pater Kolbe an Ihrer Seite erschienen ist. Dieser Heilige hat buchstäblich Sein Leben und Sterben völlig in den Dienst der Unbefleckten Jungfrau gestellt.

Hat eine Seele, die auf Erden die Heiligkeit erlangt, im Himmel das Recht, Gottes Mysterien mehr anzuschauen und zu erkunden als eine Seele, die lange im Fegefeuer sein musste oder die knapp der Hölle entgangen ist?
Die Heiligkeit ist der Zustand, in welchem die Seele mit allem, was sie tut, sagt, denkt, wünscht, anstrebt oder unterlässt, Heil über Gottes Schöpfung bringt, Gottes Werke fördert und die Erfüllung Seiner Pläne voranbringt. Gott sehnt Sich danach, dass jede Seele den Stand der Heiligkeit noch auf Erden erreicht. Es versteht sich, wieso: Die Seele im Stand der Heiligkeit fördert am meisten die Verwirklichung des Göttlichen Heilsplans. Die Heiligung ist ein Vorgang, ein Weg, der mit der Besteigung einer sehr langen Treppe Ähnlichkeit hat. Jedes Mal, wenn die Seele eine Stufe höher kommt, vertieft sich die Erkenntnis, die sie sich im Herzen von dem Wesen alles Göttlichen erwirbt: die Erkenntnis von Gottes Werken und Plänen, von dem Wesen und der Entwicklung des Göttlichen Lebens, von den Mysterien der Seele, den Göttlichen Mysterien, usw. Trotzdem wird diese Erkenntnis erst beim Eintritt in das Ewige Paradies von Gott bescheinigt. Auf Erden unterliegt die Seele ununterbrochen Einflüssen, welche den Stand ihrer Heiligung beeinträchtigen können, und zwar bis in die Stunde des irdischen Todes. Aus diesem Grunde kann die Heiligkeit erst im Himmel vollkommen sein, und bleibt nur dort unversehrt erhalten.

Wir sollen uns immer dessen bewusst sein, dass der wahre Verdienst nur auf Erden erworben werden kann. Das hängt damit zusammen, dass die Seele nur auf Erden den Kreuzweg ihrer Vervollkommnung vollenden kann. Es handelt sich beim Lebensweg gerade um einen 'Kreuzweg', weil dieser Weg in der Nachfolge Christi zur Vollendung der eigenen Erlösung und zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan dienen muss, wobei das Leiden in Liebe, Hingabe und Gehorsam als goldener Schlüssel gilt (das sogenannte Dreieck der seelischen Fruchtbarkeit!). Nun denn, nur auf Erden kann sich der Mensch den Verdienst des heiligen Leidens erwerben. Es versteht sich somit, dass eine Seele, die am Ende ihres irdischen Lebens solch weitgehender Reinigung bedarf, dass sie einen langen Aufenthalt im Fegefeuer braucht, um die Fülle der Liebe zu verwirklichen und sich dadurch vollkommen zu reinigen, sich nicht dieselben Erkenntnisse erwerben kann. Diese Seele wird zwar in den Himmel zugelassen, wenn und weil sie die Läuterung absolviert hat, aber sie wird eine 'andere' Daseinsart im Himmel erfahren. Bemerkenswert ist zum Beispiel, dass Sich die Herrin Selbst auf Erden den allerhöchsten Verdienst erworben hat, durch ein makellos heiliges Leben, und dass Sie im Himmel auch unendlich weit über alles erhaben ist.

Kann mir die Herrin sagen, wie sich die Verdienste unterscheiden?
Verdienste sind die Elemente, durch welche die Seele zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan beiträgt und ihre eigene Heiligung voranbringt. Die Verdienste lassen sich dadurch schwer einstufen, dass ein selbes Element einen ganz verschiedenen Wert innerhalb von Gottes Heilsplan bekommen kann. Wenn die Seele eine bestimmte Handlung vornimmt, ein bestimmtes Wort spricht, einen bestimmten Gedanken, ein bestimmtes Gefühl oder einen bestimmten Wunsch hegt, kann sie sich dadurch Verdienste erwerben, die nicht immer gleich sind, sondern sehr verschieden sein können, und zwar je nach:

  • dem Zeitpunkt, in dem die Seele dies tut, sagt, denkt usw.;

  • der Lebensberufung der Seele;

  • dem Stand der seelischen Entwicklung;

  • dem 'Gepäck', über welches die Seele für ihren Lebensweg verfügt: Welche Talente, Fähigkeiten, Gaben und Gnaden hat sie bekommen?

  • der Lebensphase, dem Punkt auf dem Lebensweg, wo die Handlung vorgenommen wird, das Wort gesprochen wird usw.: Welchen Unterschied macht dies für ihre eigene Heiligung?

  • der genauen Herzensverfassung der Seele zu jenem Zeitpunkt;

  • den genauen Nöten des Göttlichen Heilsplans zu jenem Zeitpunkt;

  • den Absichten, mit welchen die Seele diese Handlung vorgenommen oder das Wort gesprochen hat, usw.;

  • dem Maße, in welchem die Seele aus Gehorsam einer Göttlichen Eingebung gegenüber gehandelt hat;

  • dem Maße, in welchem die Seele dieses Verhaltenselement nachher nicht verleugnet oder diesem keinen Abbruch tut.

Die Verdienste unterscheiden sich somit nicht an erster Stelle dadurch, dass sie zu unterschiedlichen 'Kategorien' gehören, sondern werden noch mehr nach der Beschaffenheit und Verfassung der Seele bewertet.
 
Liebe Schwester, Gottes Wirklichkeit ist voller Wunder. Von manchen haben wir eine Ahnung, weitaus die meisten werden uns bis in die Ewigkeit verborgen bleiben. Sie bilden den Reiz der Ewigen Glückseligkeit, denn Gott hat sie in Seiner vollendeten Liebe so erschaffen, dass sie die einzigen wahrlich sättigenden Nahrungsmittel für die Seele enthalten. Mein sehnlichster Wunsch ist es, dass möglichst viele Seelen diese Nachweise von Gottes Herrlichkeit jemals werden erfahren dürfen. Da liegt gerade der wahre Sinn dieses Apostolates: Den Weg dorthin in den Seelen zeichnen zu helfen.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 215
Umgang mit unbewältigten Erfahrungen der Vergangenheit — Die spirituellen Folgen einer Abtreibung in der Seele der Mutter, und Empfehlungen der Herrin aller Seelen

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Jede Strecke des Lebensweges einer Seele ist gleichsam mit ihrer eigenen Wetterlage verbunden. Über mancher Strecke ihrer Vergangenheit schien die Sonne, über mancher regnete es, über mancher tobte ein Sturmwind. Unzählig sind die Seelen, welche die dunklen Wolken der Vergangenheit mit sich in die Gegenwart hineintragen und sie sogar weiterhin in die Zukunft tragen werden, falls sich ihr Herz nicht rechtzeitig von vielem Ballast loszulösen weiß.

Die unbewältigten Erfahrungen der Vergangenheit stellen für sehr viele Seelen Quellen des inneren Unfriedens dar, so dass die Vergangenheit ebenso wie das Bild, das die Seele von sich selbst hat, durchwegs zu den größten und mächtigsten Feinden der seelischen Entfaltung zählt. Deshalb rät die Himmelskönigin den Seelen, diesem Feind in genau derselben Weise entgegenzutreten, wie jeglichem tatsächlichen Feind entgegengetreten werden soll, damit sich die Seele von der Finsternis der Feindschaft befreit, dadurch, dass sie mit den feindseligen Gespenstern der Vergangenheit ihren Frieden schließt. Einem Lebewesen kann man Vergebung schenken, eine böse Erfahrung dahingegen muss man in Licht umwandeln lassen, damit ihr die Finsternis genommen wird.

Liebe Schwester, Maria bittet Sie darum, sämtliche Elemente aus Ihrer Vergangenheit, die Sie jetzt noch lähmen, verbittern und innerlich ersticken lassen, in einer umfassenden Weihe an Sie (die Himmelskönigin) abzutreten. Behilflich wären da die Gebete mit den Nummern 874, 908 und 1145. Versuchen Sie, sich dessen bewusst zu werden, dass eine düstere Vergangenheit tatsächlich wie ein Gespenst ist, das zwar herumspukt, dafür aber nicht einmal aus Materie besteht und Ihnen nichts mehr anhaben kann, wenn Sie sich mit dem Licht Gottes erfüllen lassen. Durch ein anderes Bild ausgedrückt, ließe sich eine düstere Vergangenheit mit einem Gerippe vergleichen, das aus dem Schrank rollt, wenn man diesen öffnet. Das Öffnen des Schrankes wäre dabei jede Reise in die Erinnerung. Das Gerippe deutet darauf hin, dass die Vergangenheit tot und leer ist und nur noch in der Erinnerung wieder zum Leben erweckt wird.

Es ist außerordentlich wichtig, dass jede Seele ihre Vergangenheit an Maria weiht, damit der ganze Boden, auf dem die Vergangenheit wachsen und Früchte einbringen muss, ordentlich gereinigt wird. Gott schenkt jeder Seele unzählige Samen der Gnade, die sie ihren Lebensweg entlang ausstreuen soll. Sehr oft landen diese Himmlischen Samen in einem Boden, der mit Steinen gefüllt und dadurch unfruchtbar geworden ist. Die Steine sind sämtliche unverdauten Elemente der Vergangenheit im Boden der Seele, die jeglichem Wachstum der Seele im Wege stehen. Betrachten wir das Bild etwas näher:

Bei jeder unbewältigten negativen Erfahrung bildet sich im Boden der Seele ein Stein. Die sich anhäufende Sammlung von Steinen hemmt bald die Sonnenstrahlen auf ihrer Reise in den Boden hinein, so dass sich im Seelenboden nicht mehr die Vorgänge vollziehen, die erforderlich sind, damit sich in ihm Pflanzen entwickeln können. Wir können in diesem Bild drei Ebenen unterscheiden:

  • den Boden = die Vergangenheit. Der Boden ist der Speicher, aus dem sich die Seele ernähren muss und in dem sich eine Menge von Vorgängen vollziehen, welche die Fruchtbarkeit der Seele vorbereiten.

  • den Bewuchs = die Gegenwart. Die Qualität des Bodenbewuchses hängt in einem hohen Maße von der Qualität des Bodens ab. Ist der Boden verunreinigt oder mit Steinen gefüllt, so wird der Bewuchs minderwertig oder aber gering sein. Die Gegenwart bringt in dem Maße Früchte ein, wie die Seele genährt wird.

  • die Luft über dem Boden = die Zukunft. Die Luft symbolisiert dabei den Himmel und das Nichtstoffliche, den Zustand der Vergeistigung, auf den jede Seele hinwachsen soll.

Aus diesem Bilde möge sich ergeben, wie wichtig es ist, dass Maria zur Herrin der Vergangenheit gemacht wird: Sie kann die Seele in einem solch weitgehenden Maße von den Wirkungen ihrer Vergangenheit heilen, dass diese jetzt noch dazu kommen kann, zum ersten Male bei der Erinnerung an manche vergangene Lebensphase richtig durchzuatmen. Die Herrin aller Seelen rät der Seele, die sich immer noch vor den Gespenstern ihrer Vergangenheit fürchtet:

  • eine Lebensbeichte, falls notwendig in mehreren Teilen;

  • eine inständige Weihe ihres Herzens und Geistes, vor allem aller Gefühle und Erinnerungen, die sich auf schmerzhafte Elemente ihrer Vergangenheit beziehen;

  • inständiges Gebet, in der Absicht, die Kraft zu erhalten, aufrichtigen Herzens denjenigen vergeben zu können, die zu der Steinbildung im Seelenboden beigetragen haben;

  • inständiges Gebet um eine Umwandlung der Art und Weise, wie die Seele denkt und das Leben betrachtet. Heilung von der Finsternis der Vergangenheit ist nur in dem Maße möglich, wie die Seele lernt, in allem das Licht zu suchen und von allem letztendlich Licht zu erwarten. Da tritt die Tugend der wahren Hoffnung zutage: Die wahre Hoffnung verschafft der Seele dadurch den tiefen inneren Frieden, dass sie in der Seele die Fähigkeit zur Vollendung bringt, so zu leben, zu denken und zu fühlen, als ob sie bereits sämtliche Prüfungen des Lebens bestanden hätte und nur noch der Eintritt in das Paradies auf sie wartet. Die wahre Hoffnung soll dabei nicht mit vermessenem Vertrauen verwechselt werden: Vermessenes Vertrauen hat die Seele, die sich nichts daraus macht, zügellos drauflos zu sündigen, in der Erwartung, dass Gott alles sowieso verzeiht und sie somit den Himmel ohne jeden Zweifel geschenkt bekommt. Die Seele in der Verfassung der wahren Hoffnung dahingegen ist sich dessen vollkommen bewusst, dass es noch viele Prüfungen geben kann, welche sie alle durch Tugendhaftigkeit wird bestehen müssen, aber sie hat einen grenzenlosen Frieden damit, weil ihr Vertrauen auf Gottes und Marias Führung und Liebe sehr groß geworden ist.

Liebe Schwester, ich muss Sie von Seiten der Himmelskönigin darauf hinweisen, dass die Tatsache, dass Sie dazu gezwungen worden sind, mehrere Abtreibungen vornehmen zu lassen, einen beträchtlichen Anteil an Ihrer heutigen psychischen und nervösen Verfassung hat. Einst vertraute mir die Herrin an, dass eine Seele, die eine Abtreibung hat ausführen lassen, schwer den wahren Frieden findet. Selbstverständlich liegt die Lage bei Ihnen anders, weil Sie diese Eingriffe nicht selber gewollt haben. Sie leiden jedoch unter den Auswirkungen einer schweren Sünde, die nicht Sie selbst begangen haben, sondern in welche eine oder mehrere Seelen Sie hineingezogen haben. Dazu gezwungen zu werden, wider eigenem Willen eine Sünde zu begehen, kann die Seele schwer verletzen, weil sich in ihr die unbewusste Empfindung von Gottes Gesetz gegen die Tat auflehnt, welche die Seele gleichsam unter äußerem Druck selber ausüben muss. In der Seele wirkt sich diese Erfahrung wie eine Zerreißprobe aus. Ich übermittle somit die Empfehlungen unserer Himmlischen Herrin:

  1. Weihen Sie Maria die Tage, an denen die Abtreibungen erfolgt sind, mitsamt denjenigen, die diesen jeweiligen Tagen vorangegangen sind, weil es an jenen letztgenannten Tagen Streit über den zu stellenden Akt gegeben hat.

  2. Beten Sie um Vergebung für die Seelen, welche unmittelbar für diese Taten haftbar gewesen sind, und dafür, dass diese Seelen zu der Erkenntnis gelangen, die wahre Natur dieses Aktes aus Gottes Augen heraus zu ergründen und zu bereuen;

  3. Vollziehen Sie nachträglich eine geistige Taufe an jeder Seele, die wegen dieser Abtreibungen nicht geboren werden konnte. Durch eine solche Taufe bezeugen Sie jetzt noch Gott gegenüber Ihr Sehnen danach, dass diese Seelen ganz in Seinen Heilsplan aufgenommen werden.

  4. Bitten Sie Maria täglich darum, Sie möge Ihnen Wege zeigen, um jeden Tag die höchste Fruchtbarkeit zu erreichen. Die Gottesmutter wird Sie lehren, wie Sie Erfüllung und Sinn aus jedem Tag schöpfen können, damit die Vergangenheit Sie nicht mehr daran hindert, den wahren Frieden und eine neue Freude zu finden.

Sie haben in Erwägung gezogen, vielleicht eine neue Ehe zu schließen. Dies ist nicht der Weg, den Ihnen die Gottesmutter rät, weil der Ehestand Sie davon abhalten würde, die wahre Vergeistigung zu finden, welche Sie brauchen, um die Auswirkungen der Vergangenheit vollkommen aus Ihrem Leben zu vertreiben, wie Schatten von Wolken, die vom Wind der Reinigung und der Wiedergeburt fortgetrieben werden und somit der Sonne Platz machen.

Wenn Sie sich die Waage Ihres Lebens anschauen, haben Sie jetzt noch den Eindruck, dass auf der linken Schale so viel Blei liegt, dass sich die rechte Schale nie senken wird. Dieser Gedanke ist eine Versuchung, eine Illusion. Die Himmelskönigin will Sie heute noch in Sich aufnehmen, damit Sie Ihnen beweisen kann, dass Sie dieses Blei Ihrer Erinnerungen und Lasten Tag für Tag in einen nichtstofflichen Schatten umwandeln kann, so dass die Schale der Hoffnung, des Vertrauens zur Zukunft, sich tatsächlich senken wird, denn die wahre Hoffnung verwandelt sich in der Seele in Gold, während die geweihte Vergangenheit zum Nichts wird. Es sind die Gedanken, die das Gespenst der Erinnerungen spuken lassen und dem Gerippe der längst toten Vergangenheit immer wieder neues Fleisch und neues Leben schenken.

Geben Sie Maria die Chance, Ihr heiliges Vorhaben in Ihnen auszuwirken, und öffnen Sie dazu voll Ihr Herz. Der neu erworbene Friede wird Ihnen die zunehmende Herrschaft der Herrin in Ihnen nachweisen. Sie werden merken, dass die Seele nicht in der Vergangenheit, sondern in der Gegenwart lebt. Die Schatten liegen hinter Ihnen, die Bestimmung vor Ihnen, die Sonne sieht die Seele nur im Jetzt. Selig die Seele, die jeden Tag wie eine Wiedergeburt für ein völlig neues Leben betrachtet. Diese Seele geht ihren Weg leichten Fußes, weil sie gar keine Vergangenheit besitzt. Die Vergangenheit ist ja ohnehin nichts anders als ein Schatten. Wenn die Morgensonne sich erhebt, flieht er dahin, als ob er nie da gewesen wäre.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 216
Über die natürlichen Heilmittel aus der Natur – Sinn und Bedeutung der Krankheit als Weg der Heiligung

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Mit Freude lasse ich Ihnen von Seiten der Gottesmutter eine Ermutigung dafür zufließen, dass Sie die kurze aber schwere Erkrankung in der richtigen Gesinnung bestanden haben.

Gott hat Seine Schöpfung so eingerichtet, dass diese alles enthält, was sie braucht, um sie im vollkommenen Gleichgewicht zu halten. Ebenso wie weit über neunzig Prozent der Wirklichkeit nicht mit den menschlichen Sinnen wahrgenommen werden kann, sind auch weit über neunzig Prozent der von Gott in Seiner Schöpfung verborgenen Heilmittel den Seelen noch nicht bekannt, und außerdem gibt es viele Heilmittel, die den Seelen eigentlich wohl bekannt sind, aber deren Tiefe hinsichtlich ihrer Wirkungen den Seelen entgeht. So groß ist Gottes Liebe, dass die übergroße Mehrheit der Beweise Seiner Liebe uns noch gar nicht bekannt ist.

Es ist etwas Wunderbares, wenn physisch kranke Menschen die fabelhaften Reichtümer der natürlichen Heilmittel aus der Natur kennen lernen. Diese Mittel bringen Gottes Intelligenz zum Ausdruck. Gottes Liebe hat es so vorgesehen, dass jede der Millionen von Pflanzen, die Er geschaffen hat, ihren eigenen, ganz spezifischen Stoffwechsel besitzt, durch welchen die Pflanze die Stoffe, die im Boden enthalten sind, so mit den eigenen Inhaltsstoffen und ihrem artspezifischen Wachstumsplan in Verbindung bringt, dass aus diesem Ganzen eine Reihe von spezifischen Umwandlungen erfolgen können. Die Pflanze scheint gleichsam völlig neue Stoffe zu 'erschaffen'. In Wirklichkeit ist es nicht die Pflanze selbst, sondern die unsichtbare Göttliche Intelligenz, die in ihr 'gespeichert' ist, welche diese Umwandlungen vornimmt und jene neuen Stoffe 'erschafft'. So wirkt sich Gottes Schöpfungsarbeit täglich in Milliarden von Pflanzen weiter aus. Die Endprodukte dieser Umwandlungen sind Milliarden von Stoffen, welche die Pflanzen also nicht aus dem Boden holen können, sondern die in ihr zustande kommen. Viele dieser Stoffe besitzen die Fähigkeit, im menschlichen Körper Heilvorgänge in die Wege zu leiten. Im menschlichen Körper wiederum entfalten sich in der Berührung zwischen solchen Stoffen und der im Körper wirksamen Göttlichen Intelligenz Prozesse, die zur Heilung vieler Erkrankungen führen können.

Krankheit hat einen tiefen Sinn. Ob sie lange dauert oder nur ein paar Tage, sogar wenige Stunden, sie hat sowieso eine besondere Bedeutung im Rahmen von Gottes Werken. Mit jeder Krankheit verfolgt Gott eine doppelte Absicht:

  1. Sie hat eine Rolle zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan zu erfüllen, als Ergänzung der Leiden Christi zum Heil sämtlicher Seelen.
  2. Sie gestaltet die Vervollkommnung der eigenen Seele. In den Beschränkungen des eigenen Körpers, die vor allem während der Krankheit spürbar werden, lernt die Seele sich selbst am besten kennen. Im Zustand des physischen Leidens wird die Seele von der Empfindung des Körpers als Mittelpunkt aller Verwirklichungen weggeführt und wird sich besser ihrer wahren seelischen Verfassung bewusst. Die Seele gelangt gleichsam zur Erkenntnis, dass sie ihr Leben nicht auf ihren physischen Kräften aufbauen darf und kann, denn darauf ist letztendlich kein Verlass. Dadurch dass sich die Seele während der Krankheit mit dem Zustand der physischen Beschränkungen auseinanderzusetzen hat, wird die Krankheit zu einer vorzüglichen Schule in der Vervollkommnung eines tugendhaften Lebens. In der Krankheit kann die Seele zum wahren Christen werden, d.h., sie kann das seelische Leben so fruchtbar werden lassen, dass 'Nachfolge Christi' keine leeren Worte mehr sind.

Jede physische Erkrankung bringt in der Seele Verspannungen zustande. Es müssen auf einmal – oder nach und nach – Anpassungen vorgenommen werden, denn das ganze Leben ändert in mehrerer Hinsicht seinen Lauf. Das alles bringt mit sich, dass an die Seele völlig neue Ansprüche gestellt werden. Da sie durchwegs in vielerlei Hinsicht auf den üblichen Ablauf ihrer Tage verzichten muss, ist die Versuchung nicht gering, dass sich die Seele gegen Gottes Verfügung auflehnt. Gott bezweckt mit der Krankheit jedoch manche Entwicklungen innerhalb des seelischen Lebens. Sich gegen diese Absicht aufzulehnen, ist somit ein Akt des Ungehorsams. Auf ähnliche Weise wird die Seele durch die Krankheit in mehreren Tugenden geprüft (Geduld, Glaube, Hoffnung, usw.). Dies ist der Grund, wieso es keinen zweckmäßigeren Weg gibt, um die Heiligung zu fördern, als jenen der Krankheit.

Die Heiligung erfolgt nicht von selbst, weil man eben krank ist, sondern unter der Voraussetzung, dass die Seele diesen Vorgang bewusst dazu benutzt, sich zu vervollkommnen. Das kann sie am besten dadurch, dass sie ihre Krankheit an Maria weiht, damit die Himmelskönigin sie inständig in diesem Prozess begleitet und ihr dabei hilft, ihre ganze Einstellung gegenüber sich selbst und ihrem Leben neu zu gestalten. Wenn sie dann gewissenhaft mit den Auswirkungen ihrer Weihe mitwirkt und tatsächlich in sämtlichen Tugenden wachsen will, kann die Krankheit für sie zum Sprungbrett zu einer höheren Ebene des seelischen Lebens werden und für Gottes Heilsplan reiche Früchte einbringen. In dem Maße, wie die Seele auf der seelischen Leiter die Stiegen emporsteigt, wird sie dazu neigen, die Krankheit wärmer zu begrüßen, weil sie diese dann als dasjenige sehen kann, was sie wirklich ist: eine Goldgrube. Ich glaube, Sie haben etwas von dieser Empfindung mitbekommen.

In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 217
Ist unser Apostolat eine Fortsetzung der Berufung des Heiligen Montforts?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es freut mich sehr, dass Sie das Myriam-Apostolat kennengelernt haben.
Dieses Apostolat ist nicht im buchstäblichen Sinne eine Fortsetzung der Werke des Heiligen Grignion de Montfort: Jede Berufung ist einmalig, und das Myriam-Apostolat (ab Ostern 2012: Maria Domina Animarum Werk) ist eigenständig und hat seinen eigenen spezifischen Sinn und Zweck. Trotzdem ist Ihre Bemerkung nicht ganz zu Unrecht. Seit mich Maria im Jahre 1997 in Ihren Dienst rief, hat Sie in mir sehr vieles ausgewirkt. Im Jahre 2005 vollzog Sie an mir die Himmlische Hochzeit, die Sie als die höchste mystische Vermählung bezeichnet. Sehr bald darauf verkündigte Sie Sich Selbst zum ersten Male als die Herrin aller Seelen, eine Eigenschaft, die Sie als die 'absolute Vollendung' Ihrer Eigenschaften umschrieb, die jedoch erst dann zum ersten Mal der Welt verkündigt wurde.

In dieser Eigenschaft hat Sie all dasjenige zusammengebracht, was Sie durch mich vor jener Zeit hat verkündigen lassen, und all dasjenige, was noch kommen sollte, und Sie bezeichnete dieses Ganze als die Wissenschaft des Göttlichen Lebens. In dieser 'Wissenschaft' gibt Gott den Seelen Maria als den absoluten Gipfel der seelischen Vollendung bekannt und werden die Mysterien gelehrt, durch welche die Seelen das Göttliche Leben (den Gipfel der Heiligung) kennenlernen. Die Herrin aller Seelen ist dazu berufen, in diesen Letzten Zeiten die Seelen von innen aus zur Heiligkeit zu führen und auf diesem Weg die Gründung vom Reich Gottes auf Erden, von welchem Jesus Christus die Wurzeln eingesät hat, zu ihrer Vollendung zu führen.

Die Herrin aller Seelen versucht, dieses 'Werk der Werke' in dieser Zeit durch Myriam zu den Seelen zu bringen, und hat dieses Werk tatsächlich einmal als die vollkommene Ausarbeitung und Vertiefung der Ansätze bezeichnet, die Sie damals durch Ihren 'geliebten Sohn Grignion de Montfort' hat aufzeichnen lassen. Dieser Heilige schrieb einst, in den Letzten Zeiten würde die Fülle der Wahrheit über Marias Herrlichkeit und Rolle bekanntgegeben werden. Die Herrin bestätigte mir im Jahre 2005, dass Sie in dieser Eigenschaft und in der von Ihr gelehrten Wissenschaft des Göttlichen Lebens tatsächlich die Erfüllung bringt, die dieser große Heilige hat prophezeien dürfen.

So gut ist Gott, dass wir dieses Wunder in unseren finsteren Tagen bezeugen dürfen. Jede Finsternis wird mit Licht beantwortet. Das könnte das tiefe Wesen unseres Apostolates zusammenfassen, das von Maria das Apostolat der Hoffnung, der Ermutigung, der wahren Liebe und der Fülle der Wahrheit genannt wird.

Von Herzen wünsche ich Ihnen allen einen lichtvollen Weg unter der aufgehenden und nie mehr untergehenden Sonne der Hoffnung.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 218
Wie kann die Seele den Heiligen Geist in sich nähren? – Was sucht der Heilige Geist in der Seele? – Gebet mit dem Herzen und die Konzentration im Gebet

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Von Herzen danke ich Ihnen für die tiefen Fragen, die Sie mir haben zukommen lassen. Eine tiefe Frage ist wie ein Klopfen am Himmelstor: Die Seele sucht den Geist Gottes, im Sehnen danach, von der Ewigen Weisheit zum Brunnen des Wissens zugelassen zu werden, an dem sie sich reinigen kann und an dem sie die Sättigung findet, die ihr nichts auf der Welt schenken kann. Sie fragen, wie die Seele den Heiligen Geist in sich nähren kann?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir ausfindig machen, wie die Seele den Heiligen Geist anziehen und Ihn davon überzeugen kann, dass es sich in ihr 'gut lebt'.
Der Heilige Geist kann von der Seele zwei verschiedene Einladungen bekommen.

  • Entweder lädt Ihn die Seele dazu ein, einen Besuch bei ihr abzustatten. Er wird kommen, wird der Seele Blumen mitbringen und wird bald wieder gehen;
  • oder die Seele lädt Ihn dazu ein, bei ihr wohnen zu bleiben. Er wird kommen, aber diesmal mit Gepäck, und wird bei der Seele einziehen.

Was ist der Unterschied?

Wenn die Seele in einem Augenblick der Inbrunst ein Gebet oder Stoßgebet zu Gott hochschickt und Ihn um Hilfe bittet, kann Gott Seinen Geist in die Seele ergießen. Vergisst die Seele das alles bald, nachdem sie Hilfe hat erfahren dürfen, so wird Sich der Geist Gottes wieder zurückziehen, bis Er davon überzeugt ist, dass Er weiterhin willkommen ist und die Seele eine etwas dauerhaftere Sehnsucht nach Ihm entwickelt hat.

Wenn sich die Seele jedoch zu einem Leben in ständiger Berührung mit Gott hingezogen fühlt, wird der Geist Gottes Sich ihrer annehmen, weil sie sich Ihm richtig aufschließt. Er betritt dann die Seele sozusagen mit einem Koffer voller Gnaden, die nie ausgehen. Er errichtet in ihr Seine Burg, die Er zu einer Festung umbaut, in der Er lebt und in der Sein Atem die Luft füllt. Seine Gaben sind unerschöpflich, weil alles, was Göttlich ist, nie zu Ende geht.

Was kann den Heiligen Geist denn anziehen? Was sucht Er in der Seele?

Im Grunde genommen, sucht der Heilige Geist in der Seele vor allem die nachfolgenden drei Dinge:

  1. Ähnlichkeit zwischen der Seele und Gott,
  2. den inständigen Willen der Seele, heilig zu werden,
  3. Maria, Seine Braut.

Betrachten wir diese drei Suchobjekte etwas näher:

   1. Der Heilige Geist sucht in der Seele die Ähnlichkeit mit Gott. Es ist die wichtigste Komponente der Berufung einer jeden Seele, dass sie danach streben soll, zum Bilde und Gleichnis Gottes zu wachsen. Dazu soll die Seele aufrichtig bereit sein, ihren freien Willen in allem an Gott abzutreten. Das ist nicht leicht, denn es setzt voraus, dass die Seele bereit ist, sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse vollkommen zurückzustellen. Die Ähnlichkeit mit Gott erreicht die Seele in dem Maße, wie ihr Wille mit dem Willen Gottes identisch wird, weil Gott Sich umso tiefer in der Seele auswirkt, wie sie Ihn in allem gewähren lässt. Er macht sie dann zu einem Spiegel Seines Herzens.

   2. Der Heilige Geist sucht in der Seele den inständigen Willen, heilig zu werden. Heilig werden, heißt, in allen Worten und Taten, in allen Gedanken, in allen Gefühlen und in allen Wünschen Heil über die Schöpfung bringen. Heil bringen kann die Seele nur dann, wenn sie in allem Gottes Werke tut und Seine Gesetze berücksichtigt. Die Seele lebt dann in wahrer Tugendhaftigkeit und scheut jegliche Sünde, jegliche Untugend, jeglichen Irrweg, jegliche Versuchung. Sie wird dadurch zu einem vollkommen zuverlässigen Werkzeug Gottes auf Erden.

   3. Der Heilige Geist sucht in der Seele Maria, Seine Braut. Gottes Gesetz hat zwischen dem Heiligen Geist und Maria eine besondere Beziehung zustande gebracht. Maria hat ein Leben lang die vollendete Heiligkeit in jeder Einzelheit Ihres Alltags gelebt. Sie handelte, sprach, dachte, fühlte und wollte in hundertprozentiger Einheit mit dem Heiligen Geist, in vollendeter Himmlischer Hochzeit. Nie hat der Heilige Geist auf Erden eine zweite Seele gefunden, die Ihm einen so vollendeten Spiegel von Gottes Herzen und Willen zeigen konnte. Er liebt es außerordentlich, in einer Seele Marias vollkommene Herrschaft vorzufinden. Wenn in der Seele sämtliche inneren Vorgänge mit Marias Unterschrift versehen sind, bestätigt dies dem Heiligen Geist gegenüber, dass die Seele mit der Himmelskönigin den Bund der Heiligung eingegangen ist. Die Seele wird dadurch zu einem Magneten, der den Heiligen Geist anzieht.

Die Seele, die Gottes Geist zeigt, dass sie sich nach Seiner ständigen Gegenwart und Wirkung in sich sehnt, wird immer gründlicher von Ihm beherrscht. Vorzugsweise wirkt der Heilige Geist durch Maria. Er lässt im Herzen das Feuer der Liebe zur Himmelskönigin immer höher auflodern, genauso wie Sie im Herzen das Feuer der Liebe zum Heiligen Geist auflodern lässt. Es ließe sich so ausdrücken, dass der Heilige Geist und Maria Ihre vollendete Hochzeit auch in der Seele gestalten, als ob die Seele zur Brautkammer wird, in welcher Gottes Geist und Maria immer wieder verschmelzen und Früchte des Heils zeugen.

Wenn der Heilige Geist in der Seele zum Dauergast wird, soll sie Ihm auch die Nahrung anbieten, nach der Er ständig sucht, damit Er Sich in der Seele wohl fühlt. Kann die Seele Gott überhaupt etwas anbieten, was Er nötig hätte? Im Grunde genommen, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Gott eigenständig ist und das Göttliche Wesen alles umfasst, nein. Trotzdem hat Gott ein einziges Bedürfnis, das in Ihm unersättlich ist: Er sehnt Sich danach, dass die Liebe, die Er unaufhörlich aus Seinem Herzen durch die Schöpfung strömen lässt, in möglichst vielen Seelen das Göttliche Leben keimen lässt und aufgrund der Heiligung dieser Seelen in Strömen zu Ihm zurückkehrt. Wenn die Göttliche Liebe auf ihrem Weg durch die Schöpfung mit den Willensakten möglichst vieler Seelen bereichert wird, dehnt sich Gottes Herz gleichsam immer weiter aus: Je mehr Seelen den eigenen Willen mit dem Willen Gottes verschmelzen lassen, desto rascher verwirklichen sich Gottes Werke und Sein Heilsplan.

Es gibt somit keine Nahrung, die dem Heiligen Geist besser gefällt, als die aufrichtige, wahre, selbstlose Liebe. Die Liebe ist Göttliche Nahrung für die Seele und 'ernährt' auch Gott Selbst, sobald sie aus Menschenseelen zu Ihm zurückgeführt wird, als Zeuge dafür, dass diese Seelen Sein Wirken in ihrem Leben herbeisehnen.

Um sich richtig aktiv an Gottes Heilsplan beteiligen zu können, muss die Seele sich ständig nähren. In ihr muss die niedrigste Wesensebene, jene der weltlichen Empfindungen und Bedürfnisse, ausgehungert werden. Die höheren Wesensebenen, jene der seelischen Empfindungen, der Vergeistigung, des Gewissens, des Keimes der Heiligkeit usw., müssen den Großteil der ganzen Lebenskraft in sich sammeln können. Die Seele kann dies vor allem dadurch verwirklichen, dass sie ihren freien Willen in den Dienst Gottes stellt und sich immer weiter ihrer weltlichen Bedürfnisse entäußert. Die Seele wird sich dadurch immer weiter öffnen, weil sie dann nur noch von Gott genährt werden will. Sie wird auch immer höhere Dosen des Liebesstroms in sich aufnehmen.

Bezüglich Ihrer Frage, wie man beständiger im Herzen beten kann, dieses Gebet pflegen und in sich wachsen lassen kann, so dass man seine Berufung erkennen kann und das Herz ganz geöffnet sein kann:

Das Beten im Herzen (mit dem Herzen, aus dem Herzen) ist eine Erworbenheit der Befruchtung der Saat von Gottes Liebe in der Seele. Wenn Gottes Liebe in der Seele richtig Wurzeln schlägt, entsteht zwischen der Seele und Gott eine ständige Wechselwirkung, ein Austausch von Liebe und Nahrung von Gott aus, gegen Akte, Worte, Gedanken und Wünsche von der Seele aus, welche von der Seele als Beiträge zu Gottes Werken und als Lobpreis und Liebeserklärungen an Gott angeboten werden. Dieser ständige Austausch reinigt die Seele und vergrößert in ihr die Fähigkeit, Gott aus dem Herzen zu begegnen, das heißt: Ihm keine leeren Akte und Worte darzubringen, sondern Akte und Worte, die immer in Liebe gehüllt sind.

Jedes Gebet mit dem Herzen fängt mit einem Sehnen nach inständiger Berührung mit Gott bzw. mit Maria an. Die Liebe ist es, welche die Seele über jedes Hindernis bringt. Es ist die Liebe, welche der Seele die Kraft gibt, sich selbst zu besiegen und jeden Mangel in der seelischen Empfindung zu beseitigen. Wenn es nicht gelingt, beständiger mit dem Herzen zu beten, soll die Seele zunächst beharrlich um die Kraft beten, sich so weit öffnen zu können, dass sie Gottes Liebe zweckmäßiger in sich aufnehmen kann. Wahre Liebe, wahre Hoffnung und wahrer Glaube sind gleichsam die Stromgeneratoren der Seele. Sogar körperliche Schwäche und mangelnde Konzentration können durch ein angefachtes Liebesfeuer ausgeglichen werden. Man könnte es so ausdrücken, dass ein angefachtes Liebesfeuer den Augen der Seele das Licht verschafft, wodurch die Seele sich besser auf das Bild Gottes konzentrieren kann. Durch diesen Vorgang wird das 'Ziel' der Gebete sozusagen lebendiger und findet die Seele eine besondere Anregung, um alles andere aus ihrem inneren Blickfeld zu entfernen.

Die wahre Konzentration im Gebet ist eine Tochter der wahren Liebe. Um Wachstum in der wahren Liebe muss die Seele bitten, und zwar täglich. Die wahre Liebe leben zu können, ist eine Gnade, die erbetet werden muss. Die Liebe ist das Gold der Seele. Der Grund, wieso die Seele so hart für die Entwicklung der wahren Liebe kämpfen muss, liegt darin, dass die wahre Liebe der Schlüssel zu ihrer Erlösung, zu ihrer Heiligung, zu ihrer Ewigen Glückseligkeit und schließlich auch zur Gründung von Gottes Reich auf Erden ist. Sie schreiben es: Jesus sagt "Wo dein Schatz ist, ist auch dein Herz". Der große Schatz der Seele ist die Liebe von Gott und zu Gott. In dieser Beziehung soll auch ihr Herz liegen, denn alles, was sie für die Ewigkeit braucht, ist in dieser Beziehung enthalten.

Lieber Bruder, halten Sie an der Sehnsucht nach beharrlicher Liebe und Vergeistigung fest, denn die Welt kann Ihnen nichts schenken, was die Seele sättigen kann. Die Liebe und die Vergeistigung können dies schon, denn in ihnen ist die Vollendung des Göttlichen Lebens.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 219
Gibt es 'erdgebundene' Seelen von Verstorbenen?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Die Gottesmutter freut Sich über Ihre Frage, weil Sie einiges klären möchte, was von vielen Seelen nicht im richtigen Licht gesehen wird. Ich möchte Ihre Frage buchstäblich aufführen, damit keine Missverstände möglich sind:

"Vor einiger Zeit haben Sie auf Ihrer Seite geschrieben, dass, wenn der Mensch verstorben ist, er sofort vor Gottes Angesicht erscheint. Wie ist es dann mit erdgebundenen Seelen? Es gibt einige hellsichtige Menschen, die diese Seelen sehen..."
Maria möchte zunächst darauf hinweisen lassen, dass nicht die Seele ihr Verhalten nach ihrem irdischen Dahinscheiden bestimmt, sondern Gott. Gottes Gesetz hat es tatsächlich so vorgesehen, dass jede Seele gleich nach dem irdischen Tod vor Ihm erscheint. Der Grund dafür versteht sich bereits aus dem Zweck des Lebens auf Erden. Die Seele wird ausschließlich dazu in die Welt geschickt, damit sie hier zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan beiträgt und dabei auch sich selber heiligt, aufgrund des Verdienstes des Göttlichen Erlösers Jesus Christus. Wenn die Zeit, welche Gott der Seele in Seiner Weisheit und Vorsehung und aufgrund der Bedürfnisse Seines Heilsplans auf Erden gewährt hat, zu Ende geht, ruft Gott die Seele zu Sich zurück und zieht unmittelbar die Bilanz des vergangenen Lebens. Wäre dem nicht so, dann würde das Gesetz der Göttlichen Gerechtigkeit nicht erfüllt, denn die Bilanz des vergangenen Lebens bewertet das Maß, in dem die Seele auf Erden den Ansprüchen der Göttlichen Liebe gerecht geworden ist:

  • Inwieweit hat sie Gottes Liebe in sich aufgenommen?

  • Inwieweit hat sie diese Liebe in sich reifen lassen und sich diese in allen Lebenssituationen so zunutze gemacht, dass sie tatsächlich auf dem Weg der Heiligung vorangekommen ist?

  • Inwieweit hat sie diese Liebe an andere Geschöpfe weitergeleitet? Das Göttliche Leben ist wie ein helles, sprudelndes, vollkommen reines Wasser. Sobald die Göttliche Liebe nicht in und durch die Seele strömt, trübt sich dieses Wasser und wird zusehends unreiner. Eine Seele kann Gottes Licht nur in dem Maße in sich benutzen und weiterstrahlen, wie sie rein ist.

Die Antwort auf jede dieser drei Fragen weist nach, inwieweit die Seele den von ihr verlangten Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan geliefert hat oder nicht, und inwieweit sie sich geheiligt hat.

Welchen Sinn hätte es denn überhaupt, wenn Gott hin und wieder Seelen in einem 'erdgebundenen' Zustand eine Art von 'Schattenleben' führen ließe? Die Herrin betont in unmissverständlicher Weise, dass diese Ansicht vollkommen gegen den Sinn und Zweck des Göttlichen Heilsplans verstößt und dass Seelen somit jegliche Aussage in Bezug auf erdgebundene Seelen und Erscheinungen von Seelen, die sich angeblich im Seinszustand des Fegefeuers befinden, mit äußerster Vorsicht betrachten sollen.

Wenn das Leben auf Erden absolviert ist, gibt es für die Seele zwei mögliche Bestimmungen: Entweder sie wird in die Hölle verwiesen, weil sie sich selbst voll und ganz von dem Göttlichen Gesetz der Liebe losgeschnitten und somit alles Göttliche Leben in sich getötet hat, oder sie betritt den Himmel, sei es unmittelbar, falls die Liebe in ihr nach Gottes Ermessen vollendet ist, sei es (was in weitaus den meisten Fällen zutrifft) über einen Zwischenschritt, das Fegefeuer, durch welchen sie die Liebe vervollkommnen kann. Ich zitiere die Himmelskönigin: "Es gibt keine andere Daseinsebene".

Im Zusammenhang mit den Behauptungen von mancher Seele, dass sie Seelen in einem solchen 'Schattendasein' sehen könne bzw. gesehen habe, solche Seelen 'erweckt' habe usw., mahnt die Gottesmutter zu der größten Vorsicht. Sie lässt bemerken:

  • dass Seelen auf der Daseinsebene des Himmels ihren Weg der Erlösung und Heiligung vollendet haben und es für Gott nicht den geringsten Grund gibt, solchen Seele die Erlaubnis zu erteilen, sich in sonderbaren Manifestationen auf Erden zu zeigen, auch wenn nur 'Hellsichtige' diese zu spüren bekämen;

  • dass Seelen auf der Daseinsebene des Fegefeuers nicht mit Geistern oder Gespenstern verwechselt werden dürfen, denn dass diese Seelen nämlich nur eine einzige Aufgabe haben, die vollkommen unter Gottes Kontrolle steht: die Vervollkommnung ihrer Liebe im Hinblick auf ihren letztendlichen Eintritt in die Ewige Glückseligkeit. Maria weist die Seelen betont darauf hin, dass es auf Erden nur einigen wenigen heiligen Seelen gewährt worden ist, Seelen aus dem Fegefeuer wahrzunehmen und diesen mehr oder weniger 'unmittelbar' bei ihrer Erlösung zu helfen. In weitaus der größten Anzahl der Fälle – so sagt Maria – ist Angaben in Bezug auf Wahrnehmungen von Seelen, die sich im Daseinszustand des Fegefeuers befinden, kein Glaube beizumessen;

  • dass 'Hellsichtige', falls sie ihre Begabung von Gott erhalten haben, keine Erscheinungsphänomene bezeugen werden, die es nicht gibt. Für Gott gibt es übrigens keine 'hellsichtigen' Seelen, sondern nur Seelen, denen eine 'andere' Tiefe der Betrachtung gewährt wird, weil sie diese Begabung dazu brauchen, bestimmte Aufgaben zur Förderung der Heiligung der Seelen auf Erden zu benutzen. Maria rät davon ab, solche Seelen als 'Hellsichtige' zu bezeichnen; es handelt sich dabei um mystisch begabte Seelen. In der Sturmschrift Nummer 18 können Sie eine gute Umschreibung der Mystik vorfinden. Die Gottesmutter warnt davor, dass es sogenannte 'Hellsichtige' gibt, die vom Bösen zu dem Zweck getäuscht werden, dass sie (öfters vermeintliche) Wahrnehmungen, außerdem durch eigene Interpretationen verzerrt, als überirdische Phänomene bekannt geben. Der Böse liebt es, sich solcher Wege zu bedienen, um die Seelen in Angst oder Unsicherheit zu versetzen.

Die Mutter Gottes lässt darauf hinweisen, dass es die benannten Erscheinungen im Übrigen nur in einem einzigen Kontext geben kann, und zwar, wo es sich um Seelen handelt, die sich den Eintritt in das Paradies für ewig unmöglich gemacht haben. Diese Seelen sind die einzigen, die in gewissem Maße als 'erdgebunden' bezeichnet werden können, und zwar insofern, wie diese dazu gezwungen werden, an den Zerstörungswerken des Bösen Anteil zu haben.

Manche Seelen werden diese Thesen schwer akzeptieren können. Ich bezeuge trotzdem, dass ich in diesen Zeilen, wie überhaupt, nichts anders als die Worte der Herrin aller Seelen vorgebracht habe, die diese Worte nur dazu verkünden lässt, auch diesen Weg der Täuschung in möglichst vielen Seelen aufzubrechen. Die Wirklichkeit, so wie sich manche Seelen diese vorstellen bzw. sich diese vorstellen möchten, ist manchmal sehr weit von Gottes Wirklichkeit fortgetrieben. Es bringt keiner Seele Früchte ein, unentwegt an einer Scheinwirklichkeit festzuhalten.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


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Brief 220
Krankheit als Lebensberufung – Wie kommt man zu einer ungehemmten Einstellung gegenüber dem Mitmenschen?

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

So oft habe ich es bereits schreiben müssen, weil es von so wesentlicher Bedeutung für die seelische Entwicklung ist: In unseren Krankheiten verbergen sich unsere größten Schätze. Sie helfen uns im höchsten Maße, die beiden Ziele des Lebens auf Erden zu verwirklichen: die eigene Heiligung und die Vollendung des Göttlichen Heilsplans. Diese Wahrheit hat Ihre Tochter (noch) nicht verstanden. Sie schafft es irgendwie nicht, damit umzugehen, dass ihre Mutter seit langem öfters krank ist. Das ist sehr schade, und wir sollen sie aus diesem Grunde der Herrin aller Seelen darbieten und Sie um ihre Aufschließung abflehen.

Ihre Tochter betrachtet Krankheit als eine Abweichung, die es nicht geben darf. Das ist die menschliche Sicht. Gott betrachtet dies völlig anders. Die Tatsache, dass Sie Ihre Krankheiten annehmen und sie weihen, ist dem Bösen ein Dorn im Auge. Da liegt ein wichtiger Grund für die Feindseligkeit Ihrer Tochter. Sie ist mit einer seelischen Bürde beladen aus dem Ausland zurückgekehrt. Das hat ihre Unfähigkeit, mit Ihrem Zustand umzugehen, noch weiter beeinträchtigt. Ihre Tochter ist im Grunde genommen besonders unsicher. Es scheint für sie irgendwie fast unmöglich zu sein, die Sonnenseite der Dinge zu finden, und sie schaut sich immer von allem zunächst die negative Oberfläche an. Zum Beispiel: Wenn sie Sie, ihre Mutter, betrachtet, so sieht sie nicht die Rosen, die Sie durch Ihre Erkrankung in sich tragen, sondern die Dornen. Wegen ihrer verunsicherten Natur brauchte sie immer eine Mutter, die auf sie wie eine unerschütterliche Stütze wirkte. Sie glaubt, dass Sie dieser Vorstellung nicht entsprechen, also ist sie mit Groll erfüllt und sehr negativ eingestellt.

Ist dies Ihre Schuld? Alles andere als das. Ihre Tochter muss lernen, dass die wiederholte, ständige Krankheit ihrer Mutter ein Schicksal ist, ein wesentlicher Teil einer Lebensberufung, ihrer Mutter von Gott geschenkt. Gott erwartet von Ihrer Tochter, dass sie mit Ihrem Zustand etwas tut: Der Sinn der schwachen physischen Natur ihrer Mutter besteht unter anderem darin, dass sie, die Tochter, diese als Hilfsmittel dazu benutzen sollte, in mehreren Tugenden zu wachsen: Toleranz, Geduld, Nächstenliebe, Weisheit (in ihrem Fall: Verständnis für Gottes Wirken).

Gott bringt Seelen zusammen, damit sie voneinander lernen. Alle unsere Mitmenschen sind Sprungbretter zu unserer Heiligung. Jede Seele hat ihre eigene Art, ihre eigenen Charakterzüge und Launen. Es ist unsere Pflicht, diese Eigenheiten der anderen als Anregung von Seiten Gottes zu betrachten, um in uns einiges zur Vervollkommnung zu bringen. Solange wir nicht alles ertragen, fehlt noch etwas an der Liebe. Ich könnte es so ausdrücken: Die Rose muss den Dorn lieben lernen und der Dorn die Rose, denn Gott hat sie dazu bestimmt, zusammen ein Ganzes zu bilden, zusammen ein Element Seiner Werke zu erfüllen. Er tut das in Seiner vollendeten Weisheit, die das allerhöchste Heil für die Seele in Aussicht stellt, die diese Aufgabe annimmt und tatsächlich das Beste aus ihr zu machen versucht.

So werden etliche Millionen von Seelen gruppenweise oder in Paaren zusammengeführt, und so beobachtet Gott jede dieser Beziehungen in der Hoffnung, diese werden jeweils zu einem Rosengärtchen auswachsen. Jede Beziehung zwischen Seelen, in welcher die betreffenden Seelen das Höchstmaß an Liebe zu verwirklichen suchen, das sie brauchen, um auf eine lichtvolle Weise mit den Beziehungspartnern und deren Schwächen umzugehen, ist dazu berufen, als Garten zu blühen. Wäre dies in jeder Beziehung auf Erden der Fall, so würde aus dieser Welt ein richtiges Paradies.

Wie sollten Sie sich der Tochter gegenüber verhalten?

  • Bitten Sie Maria inständig um die Kraft, die Liebe so sehr in sich wachsen und reifen lassen zu können, dass Sie immer mehr über sich selbst hinauswachsen können. Es wird Ihnen dadurch immer besser gelingen, die Tochter auch dann inständig zu lieben (und vor allem diese Liebe zu zeigen), wenn sie Ihnen gegenüber sehr ungerecht ist;

  • Bitten Sie Maria inständig darum, Sie möge die Vergangenheit vollkommen im Boden Ihres Unbefleckten Herzens begraben, damit sie:

- geheiligt wird und somit die volle Fruchtbarkeit innerhalb von Gottes Heilsplan einbringen kann;

- in Ihrem Gedächtnis gleichsam ausgelöscht wird. Um einem Mitmenschen vollkommen ungehemmt und unbefangen entgegentreten zu können, muss man ihn sozusagen betrachten können, als hätte es ihn in unserem Leben nie gegeben oder als wäre heute der erste Tag unseres Lebens und als hätten wir somit kein einziges verunreinigtes Gefühl über welche Seele auch immer.

Es gilt, Ihrer Tochter nicht mit Worten, sondern durch die Art und Weise, wie Sie sind, durch Ihre ganze Einstellung, zu zeigen, dass eine Seele trotz physischer Krankheit sehr viel Licht in sich tragen kann. Jesus sagt: "Liebet einander bis zum Äußersten, daran wird man erkennen, dass ihr Meine Jünger seid". Genau dieselbe Pflicht obliegt uns als Maria geweihten Seelen. Die vollkommene und bedingungslose Weihe an Maria erreicht den Gipfel ihrer Vervollkommnung dort, wo die Seele zum Spiegel Mariä wird: Sie strahlt ihre Herrin in allem um sich herum. Gelingt Ihnen dies, mit Hilfe der Gottesmutter, so wird Ihrer Tochter dieser geheimnisvolle 'Zusatz' nicht entgehen und sie wird unter Marias Macht allmählich umkehren. Mit diesem Versprechen spekuliere ich nicht lediglich, sondern verkünde ich eine Wahrheit, die mir die Herrin aller Seelen mehrmals bestätigt hat und die ich in der Praxis habe funktionieren sehen. Dies ist eins der Mittel, durch welche die Himmlische Herrin Ihre Macht über Seelen nachweisen kann. Ich werde heute noch Ihre Tochter der Himmelskönigin zu Füßen legen. Vertrauen Sie und freuen Sie sich bereits auf ein Wunder der Liebe.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 221
Nie würde Gott bzw. Maria einer Seele den Rat geben, den Nächsten nicht zu lieben und sich ihm gegenüber feindselig zu verhalten

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Vielen Dank dafür, dass Sie die Himmelskönigin in den Stand versetzen, einiges über dasjenige klarzustellen, was Ihnen zugestoßen ist. Gebet ist Kommunikation mit Gott. Im Grunde genommen, liegt es in der Natur und im Zweck des Gebetes, dass sich die Seele durch das Gebet von sich selber loslöst und Gott sucht, aus reiner Liebe. So wie der Mensch einen geliebten Mitmenschen besucht und sich ihm gegenüber ausspricht, auf ihn hört und Interesse daran zeigt, was im Herzen dieses Mitmenschen vorgeht, so soll es auch im Gebet sein. Im Idealfall wäre Gebet als Besuch bei Gott zu betrachten, wobei die Seele zu Gott spricht, auf Ihn hört und Interesse für dasjenige zeigt, was in Ihm lebt. Konkret heißt dies, dass die betende Seele sich an demjenigen orientiert, was Gott verlangt, damit sie Seine Werke fördern kann.

Wenn wir nun von dem Wissen ausgehen, dass Gott Liebe ist, nur Liebe schenkt und durch alle Seine Werke Liebe zu übermitteln versucht, weil die Liebe die einzige treibende Kraft des Göttlichen Lebens und der Heiligung aller Seelen ist, wie könnte denn eine Seele davon ausgehen, dass es eine Inspiration von Gott ist, die sie dazu veranlasst, dafür zu beten, dass gewisse andere Seelen (dazu noch in enger Verwandtschaft), die zueinander liebevoll eingestellt sind, sich voneinander loslösen sollten? Auch wenn man einer Tochter rät, sich von ihrer Mutter fernzuhalten, tut man nicht ein Werk Gottes, denn Gott trennt nicht, sondern will einzig und allein, dass Seelen sich versöhnen, sich gegenseitig lieben und miteinander auszukommen versuchen. Gott rät keiner Seele, die eigene Mutter als Feindin zu betrachten.

Wenn in einer Beziehung zwischen Seelen Feindseligkeit herrscht oder eine der beteiligten Parteien schadet der anderen Partei in irgendwelcher Weise, vor allem in der Seele, so kann Gott bzw. Maria unter gewissen Umständen der geschädigten oder seelisch gefährdeten Partei den Rat erteilen, etwas Abstand von der schädigenden Partei zu halten, im Notfall sogar, sich für eine unbestimmte Zeit von dieser anderen zu trennen, aber in jenem Fall wird Gott der geschädigten Partei immer den Rat erteilen, die schädigende Partei im Herzen aufrichtig zu lieben, ihr zu vergeben und für sie zu beten. Nie wird Gott bzw. Maria einer Seele den Rat geben, Abstand zu nehmen und sich dazu noch unverhohlen feindselig gegenüber der anderen zu verhalten.

Wenn Sie also fragen, ob da der Böse im Spiel ist, kann ich nur sagen, dass es sich da nicht um Himmlische Ratschläge handelt. Wenn eine Seele behauptet, sie würde solche Inspirationen im Gebet erhalten, so beleidigt sie dadurch Gottes Liebe.

Geben Sie die Tochter, aber auch die besagten anderen Seelen, durch welche die Ratschläge erteilt worden sind, weiterhin der Herrin aller Seelen in inständiger Weihe, vergeben Sie ihnen allen und setzen Sie alles daran, im Verborgenen Ihres Herzens diese Seelen durch die Kraft der wahren Liebe für das Licht erschließen zu lassen. Es handelt sich ja um Seelen, die gefangen und gefesselt sind und aus eigener Kraft nicht umkehren können. So wichtig ist für Gott die Liebe, dass Er es so verfügt hat, dass Seelen oft durch Vermittlung ihrer eigenen 'Feinde' erschlossen und befreit werden. Für die liebende Seele liegt da eine Gelegenheit, zur Vollkommenheit in der Selbstverleugnung zu wachsen, und für die feindselige Seele eine Gelegenheit, die Macht der wahren, selbstlosen Liebe kennenzulernen.

Die Tatsache, dass Ihre Tochter so negativ gesinnt ist, braucht Sie somit nicht zu wundern: Ihrer Seele ist ja eine finstere Lebenseinstellung aufgebürdet worden, die alles Göttliche Leben in ihr völlig lähmt. Diese Seele kann darunter nicht froh und liebevoll bleiben, da ihr der innere Friede und die Lebenskraft genommen worden sind: Der wahre innere Friede und die Lebenskraft werden nur von der wahren Liebe genährt. Wenn der Strom der Liebe unterbrochen wird, wird die Seele von Gott Selbst losgeschnitten, wird ihr Kontakt zu Gott – wenn es überhaupt noch welchen gibt – inhaltslos und gefühllos und verliert sie die Hoffnung und den Lebensmut. Sie bringt diesen Verlust dadurch zum Ausdruck, dass sie grollend und unzufrieden wird und an allem etwas auszusetzen hat, weil das Gewissen – dieses Warnsystem der Seele, das vor jedem Verstoß gegen Gottes Liebesgesetz warnt – diese Einstellung als 'gesetzeswidrig' erkennt.

Voller Hoffnung nehme ich diese Seelen in mein Herz auf, ebenso wie die von Ihnen in diesem Zusammenhang bereits durchstandenen Schmerzen, und vertraue diese Maria an. Sie ist es, die Seelengärten hegt und pflegt, vor allem solche, in denen die Dornsträucher die Rosen verdrängt haben.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 222
Die Bedeutung von Prüfungen – künstliche Befruchtung – Prüfungen als Gelegenheiten der Wiedergutmachung – Entmutigung als Waffe des Bösen – wieso ist ein Foto der hilfesuchenden Person überflüssig – Voraussetzungen für seelische Hilfe

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Das Wunderbare an jedem Lebensweg ist die Feststellung, dass jede Seele auf Erden auf ihre Art und Weise manches durchmacht und dass dies immer irgendwie in Gottes Heilsplan hineinpasst. Nur sehen die Seelen dies meistens nicht oder nicht gleich. Hin und wieder kommt es vor, dass eine Seele den wahren Sinn eines Leidens oder einer Prüfung erst nach Jahren erkennt und sich dann im Verborgenen sogar darüber freuen kann. Ja, unsere Prüfungen in ihren zigtausend verschiedenen Formen sind immer eine Liebeserklärung von Seiten Gottes.

Es kommt sehr oft vor, dass eine Seele, während sie einer Prüfung ausgesetzt ist, irgendeinen Ausgleich für ihre Leiden sucht. Der Kampf gegen die Lasten der Prüfung hat Ähnlichkeit mit einer Wanderung durch einen Urwald: Die Seele fühlt sich verunsichert, scheint jeden Halt zu verlieren und droht sich zu verirren. Es kommt ihr vor, als lebe sie nur dafür, diese Prüfung zu überleben, alles andere scheint sich dabei zu verlieren. Gefühle der Sinnlosigkeit und der Einsamkeit herrschen bald vor. Später, wenn die betreffende Lebensphase – ob sie nun kurz oder länger dauert – überstanden ist, atmet die Seele neu auf und kann im Herzen die Freiheit wiederfinden, die sie braucht, um die Prüfung aus der richtigen Perspektive zu betrachten. Wenn sie die Gnade in der richtigen Weise in sich aufgenommen hat, wird sie dann erkennen, dass Gott diese Phase zugelassen hat, weil sie zu etwas anderem führen musste.

Sie hatten sich Kinder gewünscht. Ihr Mann kann keine zeugen. Weil Sie seit Jahren sehr hart gearbeitet hatten und ihnen dazu noch viele emotionale Verletzungen zugefügt worden waren, konnte das Risiko wachsen, dass Sie sich um jeden Preis aus jener Situation befreien wollen. In dieser Hinsicht betrachtet, kam der Schritt, den Sie unternommen haben, um ein Kind zu bekommen, zum Teil einer Flucht aus einer Wirklichkeit gleich, die Sie nicht mehr bewältigen konnten. Betrachten wir den Schritt und die Art und Weise, wie jetzt damit umgegangen werden sollte.

Mit Recht schreiben Sie, dass künstliche Befruchtung nicht in Ordnung ist. Diese Form der Befruchtung ist nicht mit Gottes Regel in Übereinstimmung, laut welcher eine Seele ihr Leben im Fleisch als Frucht einer physischen Vereinigung eines Mannes und einer Frau beginnen soll, die durch das Ehesakrament vereinigt sind. Im Brief Nr. 127 habe ich ausführlicher darüber schreiben dürfen. Wir sollen es so betrachten, dass die Entscheidung zur künstlichen Befruchtung deswegen ein seelisch unfruchtbarer Schritt ist, weil Gott eine Absicht damit verfolgt, wenn Er für die beiden Ehepartner – aus welchem Grunde auch immer – ein gemeinsames Leben ohne Kinder vorsieht.

Ihr Mann kann Ihnen aufgrund einer früheren Krankheit keine Kinder schenken. Als Frau möchten Sie selbstverständlich welche haben. Es versteht sich somit, dass Sie die Liebe zueinander durch ein Kind (oder durch mehrere Kinder) besiegeln möchten. Gott ist aber nicht grausam. In gewissen Fällen, die in Seinen Geheimnissen verborgen liegen, hält Er es im Hinblick auf die seelische Entwicklung der beiden Ehepartner für besser, wenn diese kein Kind bekommen. Das kann so sein, wenn Er weiß, dass aus irgendeinem Grunde, vor dem Hintergrund des Lebensweges, den Er in Seiner vollendeten Weisheit und Liebe für Sie, für Ihren Mann und für das Kind für den fruchtbarsten Weg hält, ein Kind für Sie beide nicht geeignet ist. Oft kann der Mensch dies nicht verstehen, weil er nicht so denkt und fühlt wie Gott. Der Mensch wünscht sich mit dem Partner ein Kind und ordnet diesen Wunsch in sein Leben ein. Er ist sich nicht immer dessen bewusst, wieso dieser Wunsch ihm nicht notwendigerweise Glück bringen wird – auf Erden, aber auch (und vor allem) in der Ewigkeit.

Wir dürfen nie aus den Augen verlieren:

  • dass Gott Sich nur das Allerbeste für jede Seele wünscht;

  • dass dieses Allerbeste sowohl damit zu tun hat, was die Seele für ihr eigenes ewiges Heil davon hat, als auch damit, was die Menschheit als Ganze davon hat, da jede Seele ihr Leben sowohl für ihre eigene Heiligung führt als auch für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan der ganzen Menschheit aller Jahrhunderte auf Erden;

  • dass sich dieses 'Allerbeste' auf Wegen verwirklichen wird, die der Mensch zum Großteil nicht einmal kennt bzw. von denen er den Nutzen (manchmal nur zeitweise) nicht erkennen kann.

Jede Abweichung von Gottes Verfügungen macht einen Ausgleich in irgendwelcher Form notwendig. Aus diesem Grunde können Sie einiges dadurch wieder gutmachen, dass Sie all dasjenige, was Ihr Sohn durchmacht, ebenso wie alles eigene Leid, der Himmelskönigin weihen und Ihr dies alles in Liebe und grenzenloser Annahme darbieten. Die motorische Behinderung Ihres Sohnes bildet ebenfalls geeignetes Material, um Gott einiges zurückzugeben. Betrachten Sie das Zeichen, das Gott setzt und das von Ihnen dazu benutzt werden kann, eine 'voreilige' Entscheidung auszugleichen: Gott hatte durch die Zeichen Seiner Vorsehung merken lassen, dass Ihr Lebensweg für Ihn fruchtbarer wäre, wenn Sie ihn ohne Kind gehen. Sie haben aber damals die Entscheidung getroffen, die Ihren Lebensweg einigermaßen abgeändert hat. Es handelt sich also um eine Entscheidung, durch welche die Verwirklichung eines eigenen Wunsches vorangebracht wurde. Der Sohn aber ist motorisch langsamer, als man es erwarten könnte. Eile kann gleichsam durch die liebevolle Annahme der Trägheit wieder gutgemacht werden.

Dies alles heißt nicht (und darf auch nicht so verstanden werden), dass diese 'Behinderung' Ihres Sohnes eine Strafe Gottes wäre. Gott bestraft Verstöße gegen Seine Vorsehung nicht durch physische Behinderungen während des Lebens auf Erden, Er schenkt lediglich Chancen zur Wiedergutmachung. Benutzen Sie diese mit Freude, im Wissen, dass es sich da um ein Göttliches Geschenk mit ewiger Geltung handelt. Durch die Art und Weise, wie Sie damit umgehen, können Sie sowohl Gott eine Freude machen als auch Ihrem Sohn dabei helfen, mit dem Leid, das er deswegen empfindet, fruchtbar umzugehen. Vergessen Sie nie: Jeder Tag ist ein Geschenk Gottes, ein neues Leben, ein neuer Anfang. Jeden Tag können Sie Gott deshalb seelische Blumen anbieten, die ihre Saat auch noch auf Strecken ihrer Vergangenheit ausstreuen können, so dass diese Vergangenheit seelisch befruchtet wird und mancher Fehltritt berichtigt wird. Ich könnte es so ausdrücken: Die Samen aus seelischen Blumen von heute (Aufopferungen, Gebete, Liebe) können noch auf dem Wind des Heiligen Geistes in die Vergangenheit zurückgeblasen werden, so dass der ganze Lebensweg noch etwas davon hat.

Die Reaktionsweisen des Sohnes haben tatsächlich mit bösen Einflüssen zu tun. Suchen Sie die Antwort nicht in irgendwelchem Fluch, sondern in den ständigen Versuchen des Bösen, Sie durch ihn zu treffen. Der Böse kann es nicht leiden, dass Sie trotz der schweren Rückschläge Ihres Lebens den Glauben nicht verloren haben. Entmutigung gehört zu seinen mächtigsten Waffen. Er bedient sich dieser Waffe vorzugsweise durch diejenigen, die uns am meisten bedeuten. Beten Sie vertrauensvoll zu Maria in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen, Schrecken der Teufel. Die Prüfungen werden immer da sein, Sie werden allerdings lernen, ganz anders mit ihnen umzugehen. Es kommt auf Ihre Liebe an: Liebe zu den Prüfungen als Geschenke Gottes.

Die vollständige Heilung Ihres Mannes liegt (noch?) nicht im Heilsplan Gottes geborgen, aus einem Grunde, den Gott nicht verrät, weil dieses Wissen die Art und Weise beeinflussen würde, wie Sie beide damit umgehen. Es ist verdienstvoller, wenn eine Seele nicht alle Gründe kennt, wieso etwas ihr zustößt. Alles, was er durchgemacht hat, war Teil eines allgemeinen Planes. Es waren Seiten aus seinem Lebensbuch. Ohne diese Seiten wäre die Geschichte seines Lebens einfach nicht vollständig. Die Seiten, die wir selber am liebsten aus unserem Lebensbuch herausreißen würden, sind meistens gerade diejenigen, die sich vor Gottes Thron in Himmlisches Lösegeld für Seelen verwandeln. Gott hat tatsächlich Ihren Mann für Sie bestimmt, und umgekehrt: Sie beide haben etwas Gemeinsames aufzubauen. Ich könnte es so ausdrücken: Sie bauen gemeinsam an einem Tempel für Gott. Keiner oder keine von Ihnen kann dies alleine machen, es muss gemeinsam erfolgen. Später werden Sie verstehen, wieso, und erkennen, dass es so gut ist, weil Gottes voller Segen darauf ruht. Das alles wird Ihnen Früchte für das Ewige Leben einbringen, Tag für Tag. Wichtig ist auf jeden Fall, dass Ihr Mann seelisch wächst und gesund ist. Gott arbeitet daran, Tag für Tag, in dem Maße, wie Ihr Mann sich Ihm hingibt, vorzugsweise durch Maria.

Das Bild, das Sie damals gesehen haben, in dem Jesus am Ölberg betete, hatte tatsächlich eine Bedeutung: Jesus ruft jede Seele dazu auf, Ihm in jener Stunde Gesellschaft zu leisten, wo Er unter tiefstem Herzeleid für die Erlösung der Menschheit aus ihrer Sündhaftigkeit betete. Sie können Ihn, den Göttlichen Erlöser, dabei unterstützen, indem Sie alle Ihre Leiden, Kreuze, Prüfungen und Ihr Herzeleid gleichsam auf dem Ölberg Ihres Herzens aufopfern, damit die Herzen vieler liebloser Seelen gereinigt und geheilt werden. Schenken Sie Ihm ruhig jede Träne, denn viele haben Sie im Verborgenen geweint. Lassen Sie keine davon verloren gehen. Schenken Sie diese dem Erlöser, durch Maria, die Miterlöserin. Auf diesem Wege werden Tränen tausend Mal fruchtbarer, weil sie dann in den Fluss der Himmlischen Tränen Mariä aufgenommen werden.

Zum Schluss möchte ich noch Ihre Frage, ob ich Bilder von Ihnen bzw. von Ihrer Familie brauche, in Dank, aber verneinend beantworten. Eine Seele, die von der Himmelskönigin dazu benutzt wird, andere Seelen auf deren Lebensweg bei der Hand zu nehmen, wird von Maria Selbst über dasjenige aufgeklärt, was sie braucht, um diese Aufgabe zu erfüllen. Ein Bild von der Seele, die Hilfe benötigt, zu bekommen bzw. sich eins anzuschauen, ist dabei vollkommen überflüssig. Dies würde gar nicht hilfreich sein, ganz im Gegenteil: Ein Bild ist eine Vorstellung von der physischen Hülle, in welcher eine Seele auf Erden ihre Reise vollbringt. Den Kanal Mariä interessiert nicht die Hülle, sondern der Motor, wenn Sie verstehen, was ich meine. Insoweit dies erforderlich ist, vermittelt mir die Herrin aller Seelen Einblick in Ihre seelischen Verfassungen. Dazu sind nur die nachfolgenden Elemente notwendig:

  • die Gelegenheit, mich in diese Verfassungen tief einzufühlen;
  • vollkommene Einheit meinerseits mit Marias Herzen, damit die Liebe und die Erkenntnisse richtig strömen;
  • der tiefe Wunsch meinerseits, tatsächlich zu helfen;
  • es muss für Maria und somit für Gott der richtige Zeitpunkt sein;
  • Sie selber müssen den aufrichtigen Wunsch haben, mit all dem mitzuwirken.

Wenn diese Elemente zugegen sind, steht den Vermittlungen des Himmels nichts im Wege. Ein Bild der Seele, die Hilfe braucht, ist dabei vollkommen überflüssig. Es ist tatsächlich Maria Selbst, die Sich Ihnen kundtut, und Sie kennt jede Seele besser, als diese sich selbst kennt.

Mit inständiger Liebe schließe ich Ihre ganze Familie in mein Herz. Möge die Sonne bald spürbar über Ihrem Lebensweg aufgehen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 223
Der Sinn des Leidens – Wann passt eine Beziehung zwischen Mann und Frau in Gottes Heilsplan? – Sexualität darf kein Ziel an sich sein – Die Fesseln der Laster und die Strategie, sich aus der Sklaverei der eigenen Laster zu befreien

TOTUS TUUS, MARIA !

Lieber Bruder in Jesus und Maria,

Zunächst möchte ich Sie dazu ermutigen, aus Ihrer Krankheit das Beste zu machen, das heißt, auch diese als eine Chance zu betrachten, ein fruchtbares Leben für Gottes Werke zu führen. Ein kranker Mensch kann für Gott sehr fruchtbar sein. Jesus Selbst hat uns diesbezüglich das Vorbild vorgelebt: Das Leiden an Körper und Seele, an Herz und Geist kann den Bösen unendlich viel kosten und Seelen aufblühen lassen. Jede Krankheit, vorausgesetzt, die Seele weiht sie täglich an Maria und nimmt sie liebevoll an, hilft dabei, die Berufung der Seele zu lenken und sie konkret zu gestalten. Sie hilft der Seele auf jeden Fall, sich ständig Gottes Verfügungen anzupassen. Die Seele soll lernen, die Beschränkungen zu akzeptieren, welche ihr die Krankheit bringt. Flexibilität, Anpassung und aufrichtige Annahme sind wie 'Dünger' für den Acker der Seele: Sie machen das Leben seelisch fruchtbarer.

Was die Beziehung zu einer Frau betrifft, muss ich Sie darauf hinweisen, dass eine solche Beziehung nur dann voll in Gottes Plan hineinpassen kann, wenn es sich da um ein Bauwerk der Liebe handelt, dass darauf abzielt, dass zwei Seelen gemeinsam an der Förderung der Verwirklichung von demjenigen arbeiten, das von Gott auf Erden zugunsten der ganzen Schöpfung in die Wege geleitet worden ist. Möglichst viele Seelen müssen erlöst und geheiligt werden. Jede einzelne Seele ebenso wie jede Beziehung zwischen Seelen soll sämtliches Handeln, Sprechen, Denken, Fühlen und Wünschen einzig und allein darauf abzielen, diese Göttlichen Zielsetzungen voranzubringen. Aus jenem Grunde ist es in Gottes Augen zum Beispiel unfruchtbar, wenn ein Mann und eine Frau nicht dazu zusammenziehen, im Rahmen des Sakramentes der Ehe eine christliche Burg zu gründen, aus welchem Licht auf die Welt strahlen kann, sondern dazu, ein sexuelles Verhältnis zu haben.

Ein sexuelles Verhältnis bringt der Seele nie etwas ein, das dauerhaft wäre, und bildet keinen Baustein für das Ewige Leben. Es darf somit nie als Ausgangspunkt für die Suche nach einer Partnerin gelten. Gott missbilligt die Sexualität als Ziel an sich, sie darf nur Mittel zu einem Ziel sein, das in Gottes Plan eingebaut worden ist, das heißt also konkret: Sie soll womöglich nur im Rahmen der Ehe und im Hinblick auf die Förderung von Gottes Werken betrieben werden.

Was die anderen 'Laster' betrifft, unter denen Sie leiden, möchte ich Sie dazu ermutigen, den Kampf nicht aufzugeben. Eine schlechte oder ungesunde Gewohnheit entsteht ursprünglich dadurch, dass die Seele einem Antrieb zur Befriedigung eines Bedürfnisses nachgibt, das nicht über das Weltliche hinaussteigt. Wenn diese Befriedigung mit einer Empfindung einhergeht, welche die physische oder zum Teil geistige Erfahrungsebene reizt und somit scheinbar zu einer höheren Ebene von 'Leben' erhebt, kann es sein, dass die Seele dies auf den niedrigeren Ebenen ihrer Empfindung, die mit den weltlichen Aspekten des Daseins verwoben sind, als einen Reiz erfährt, den sie weiterhin braucht, um aus ihrer Leere herauszubrechen.

Diese Empfindung taucht immer wieder und durchwegs in immer kürzeren Abständen in ihrer Erinnerung auf und wird zum Dirigenten ihres inneren Lebens. Der Antrieb zur Befriedigung wird zur Gewohnheit, weil die Versuchung zur übermächtigen Herrin des seelischen Lebens wird. In Wirklichkeit wird die Leere immer tiefer und die Sklaverei dieser Herrin gegenüber immer vollkommener. Die Seele lenkt alle ihre Empfindungen so vollkommen zu den niedrigsten Ebenen hin, dass das Göttliche Leben in ihr keine Chance bekommt. Es gibt nur einen einzigen Weg, um aus diesen Ketten befreit zu werden:

Weihen Sie diese Schwächen an Maria mit der inständigen Bitte, Sie möge die einzige Herrin Ihres Herzens, Ihres Geistes und Ihres Körpers sein und möge Ihre sämtlichen Empfindungen und Bedürfnisse vollkommen unter Ihre Himmlische Macht bringen. Wenn die Seele diese Bitte ständig wiederholt, ihren freien Willen tatsächlich an Maria abtritt und sich fest dazu entschließt, in allen ihren Werken, Wünschen und Bestrebungen nur Gottes Werke zu fördern, wird die Himmelskönigin im wahrsten Sinne des Wortes die Erkenntnis von Gottes Gesetzen in der Seele wachrufen. So hat Sie es mir für alle Seelen versprochen. Ausschlaggebend sind der Einsatz der Seele und der aufrichtige Wunsch, wirklich nur Maria zu gehören.

Lebt die Seele tatsächlich nur aus dem Sehnen heraus, Marias Dienerin im Kampf gegen alle Finsternis zu sein, so wird sie von Ihr so umgestaltet werden, dass sie auch für den Kampf gegen die eigene innere Finsternis (Schwächen und Verführbarkeiten) bereit ist. Die Seele lernt dann, aus den Vorlieben und Abneigungen heraus zu leben, die auch Maria Selbst empfand, und gründet so in sich den wahren Weg zur Heiligung. Letztendlich ist es eine Frage der Liebe zu Maria, zu Gott, zu Gottes Werken, zu der Schöpfung und zum eigenen seelischen Heil, wie sich die Seele dann verhält, wenn die Versuchung wieder hoch kommt. Kniet sie vor dieser Scheinherrin, so festigt sie deren Macht. Wendet sie sich dahingegen an die einzig wahre Herrin (Maria) und kniet sie vor Ihr nieder, so wird Maria Ihr Reich in der Seele gründen. Maria als wahre Herrin der Seele und des ganzen seelischen Lebens heißt wahre Nachfolge Christi und ein Leben nach dem Bilde Gottes. Marias Herrschaft in der Seele heißt Gründung von Gottes Reich in der Seele. Dies ist es, was die Herrin aller Seelen meint, wenn Sie offenbart, dass Sie die Morgendämmerung des Sommertages im wahren Licht Gottes ist.

Geben Sie also nicht auf. In der innigsten Zusammenarbeit mit Maria können Sie Ihre Schwächen unwirksam machen. Das geht nicht in wenigen Tagen, da es sich da um eine Umgestaltung der Art und Weise handelt, wie die Seele zu denken, zu fühlen und zu wünschen gelernt hat. Die Herrin aller Seelen ist die Neugestalterin im Auftrag des Schöpfers. Sie hat die Macht, Sie zu einer Wiedergeburt zu führen. Geben Sie Ihr diese Chance. Der Sieg über den Bösen in dieser Welt fängt mit der Besiegung seiner Werke in uns selber an. Notwendig sind:

  • die Erkenntnis unserer eigenen Verhaltens- und Reaktionsweisen und der Art und Weise, wie wir dadurch unsere Bedürfnisse und deren Befriedigung haben programmieren lassen, dass wir gemäß einem bestimmten Muster mit ihnen umgegangen sind, Tag für Tag, Jahr für Jahr;

  • der Glaube an Marias Macht, um dieses Muster so zu brechen, als würde es sich um einen Krug handeln, der das Parfüm unserer Heiligung so fest umhüllt, dass wir uns des Duftes dieses Parfüms nie bewusst werden und wir vergessen, dass wir dieses Göttliche Element überhaupt in uns tragen. Das Brechen von unheilsamen Gewohnheiten und Schwächen ist oft der Schlüssel zur Wiedergeburt, zur wahren Befreiung, zur wahren Erlösung, zu einem wahren inneren Frieden.

Das alles wünsche ich Ihnen von Herzen. Schenken Sie sich der Herrin aller Seelen voll und uneingeschränkt, so wird Sie Sich in Ihnen voll entfalten und wird der Himmel über Ihnen aufbrechen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 224
Die Anpassungsfähigkeit der Seele und die sich daraus ergebende seelische Fruchtbarkeit – Wann sollte bei Besessenheit ein Exorzist hinzugezogen werden? – Auswirkungen der Verbrechen einer Generation auf die folgenden Generationen – Die Taufe ungeborener Kinder

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Es freut mich, dass sich in Ihrem Leben manches im günstigen Sinne entwickelt. Ich habe mit Freude Ihre Fragen vor die Gottesmutter gebracht und teile Ihnen jetzt gerne die Antworten mit:

Davon, ob bei der Zeugung Ihrer Tochter etwas geschehen sein kann, worunter sie heute noch leidet, hat mir die Gottesmutter bisher keine Erkenntnis geschenkt. Allerdings lässt mich die Himmelskönigin etwas Allgemeines dazu schreiben, das immer berücksichtigt werden sollte und das Ihnen deshalb diesbezüglich auch von Nutzen sein könnte:

Jede Seele wird in einen stofflichen Körper eingegossen und wird auch mit einem sehr umfassenden Gepäck an geistigen, emotionalen und physischen Merkmalen, Fähigkeiten, Schwächen und Neigungen geboren. Dazu kommen ab der ersten Lebensstunde täglich Tausende von Eindrücken, die auf das alles einwirken, es bei den Nöten der Welt 'anpassen', viele Akzente verschieben lassen... Es ergibt sich daraus ein sich täglich änderndes Wesen, das aus vielen Gründen so oder so reagiert, sich so oder so verhält, diese oder jene Abneigungen entwickelt usw. Das alles sorgt dafür, dass zum Beispiel ein Kind Reaktionen merken lässt, über welche sich die Mutter wundern kann. Wie auch immer, wir dürfen immer getrost davon ausgehen, dass Gott mit allen Neigungen von Seelen eine Absicht verfolgt und dass Er auch aus den vielen 'Verhaltensanpassungen', welche durch weltliche Einflüsse hervorgerufen sind, das Beste zu machen versucht.

Dies alles passt immer in die Regel der Flexibilität hinein: Je anpassungsfähiger sich eine Seele gegenüber dem Verhalten ihrer Mitmenschen zeigt, desto fruchtbarer wird ihr Leben für Gott. Unter Anpassungsfähigkeit ist dabei die Fähigkeit zu verstehen, aus jeder Situation und jeder unerwarteten Änderung dieser Fähigkeit seelische Fruchtbarkeit zu schaffen. Eine 'Anpassung', die daraus besteht, dass die Seele auf Situationen und Änderungen von Situationen mit Untugend reagiert (Gewalt, Aggression, Protest, Unzufriedenheit, Unwillen, Groll, Hass usw.), bezeichnet die Gottesmutter nicht als Anpassungsfähigkeit, sondern als Nachweis einer zu großen Verführbarkeit.

Ist es bei Besessenheit ausreichend, wenn die betreffende Person beichtet, es der Barmherzigkeit Gottes übergibt, ein sakramentales Leben führt, oder ist das Gebet um Befreiung von einem Exorzisten unbedingt erforderlich?
Besessenheit manifestiert sich in sehr unterschiedlichen Graden und in vielen unterschiedlichen Formen. Gemäß einer Richtlinie der Gottesmutter ist Befreiung durch einen Exorzisten vor allem dann in Erwägung zu ziehen, wenn es sich um eine Seele handelt, bei der sich herausstellt:

  • dass ihr Verhalten in einem unheilbaren Maße von Untugend erfüllt ist;
  • dass sie in Ermangelung jeder Selbstbeherrschung Handlungen vornimmt und bzw. oder Worte spricht, die ihr die Würde als Menschenseele nehmen;
  • dass sie sich in Hinsicht auf Gott, Maria, Gottes Werke, die Sakramente und die römisch-katholische Kirche Christi ununterbrochen, konsequent und ohne jegliche Reue vollkommen negativ oder feindselig verhält oder ständig vollkommen negative oder feindselige Äußerungen in diesem Zusammenhang hören lässt, obwohl diese Seele vor Beginn einer solchen Phase Gott und der Kirche gegenüber ganz anders eingestellt war;
  • dass ihr negatives und feindseliges Verhalten und Sprechen (wie oben beschrieben) eindeutig nicht bewusst, sondern unkontrolliert und gewissenlos gestaltet wird;
  • dass es ihr an jedem Licht fehlt und ihre ganzen Verfassungen von tiefer Finsternis geprägt sind, die dauerhaft und unheilbar erscheint, und die Seele weder Verständnis für lichtvolle Ratschläge und Hilfe noch den Willen zur Annahme derselben aufweist.

Maria lässt weiterhin bemerken, dass die Kraft des kirchlichen Exorzismus darin liegt, dass die kirchliche Vermittlung dem Bösen gegenüber als Vergegenwärtigung des Lichtes Christi gilt. Sie weist darauf hin, dass in jedem Falle, jeder Form und jedem Grade von Besessenheit die Erschließung der Seele nur dann dauerhaft erfolgreich sein kann, wenn diese Seele bei ihrer Heilung mitwirkt und sich fest dazu entscheidet, den Wegen der Tugendhaftigkeit zu folgen und ihre eigenen Schwächen und Verführbarkeiten zu berichtigen. Äußerst wichtig dabei sind Lebensbeichte, vollkommene Weihe an Maria und die Bereitschaft, Aufopferungen und Sühneakte darzubringen.

Heilung aus jeder Form der Besessenheit hat immer mit dem Abreißen alter bröckeliger Mauern zu tun, die auf einem völlig neuen Fundament mit neuen Steinen und neuem Zement neu errichtet werden müssen. Die Herrin aller Seelen ist Herrin des Wiederaufbaus, aus Ihr kann die Seele neu geboren werden. Die Herrin weist betont darauf hin, dass Ihre Macht über den Bösen und alle seine Werke uneingeschränkt ist und es nie unterlassen werden sollte, Sie in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen immer dann mit einzubeziehen, wenn von Besessenheit oder einfach von beträchtlichem Mangel an Widerstand gegen Versuchungen die Rede ist.

Wenn Mann oder Frau, auch verheiratet, sich in Gedanken geschlechtlich begegnen, so hörte ich, dass dieser Akt sich nicht nur mit der jeweiligen Person verbindet, sondern mit den Vorfahren ebenso, die jemals auf geschlechtliche Weise verbunden waren.
Maria lässt diese These folgendermaßen umformulieren. Die geschlechtliche Begegnung, sowohl tatsächlich im physischen Sinne als auch in Gedanken, berührt an erster Stelle selbstverständlich die Person, an die sie gerichtet ist, und in zweiter Linie die Menschheit als Ganze, in diesem Sinne, dass die geschlechtliche Tätigkeit ebenso wie die Vorbereitung derselben im Herzen, Ausdruck der Verlagerung des Interesses einer Seele auf die physische, vergängliche Ebene des Daseins hin ist. Je mehr sich die Interessensphäre von Seelen nach 'unten' (zu der weltlichen, physischen Ebene hin) verlagert, desto weiter senkt sich der Stand der Heiligkeit der ganzen Menschheit.

Auch auf der seelischen Ebene berührt die geschlechtliche Begegnung, die sich in Gedanken vollzieht, unmittelbar nur die Person an die sich die Gedanken heften.

Immer mehr Priester durchtrennen negative Verbindungen mit Auswirkungen der Verstorbenen, z. B. Großvater unter Hitler groß gewesen. Oder genügt die Beichte?
Die Seele versündigt sich an erster Stelle für sich selbst. Jede Sünde wirkt sich auch auf die Menschheit als Ganze aus. Wir dürfen dabei jedoch nicht im engen Sinne an Übertragungen zwischen den Generationen denken. Es wird die These vorgebracht, dass sich die Taten der Eltern auf die Kinder auswirken. Die Herrin lässt mich diesbezüglich Folgendes klarstellen:
Nehmen wir an, eine Seele lässt sich Kriegsverbrechen zu Schulden kommen. Diese Seele bekommt Kinder, Enkelkinder usw. Wie sieht die Lage im spirituellen Sinne aus?

Die schuldige Seele wird von Gott nach dem gerichtet:

  • was sie konkret getan hat;
  • unter Berücksichtigung der Begleitumstände (moralische und tatsächliche Schuld usw.);
  • unter Berücksichtigung ihrer genauen Herzensverfassung zum Zeitpunkt der Taten und
  • unter Berücksichtigung von all demjenigen, was sie gegebenenfalls an Wiedergutmachung und bzw. oder an Sühneakten und Gebeten geleistet hat.

Wenn diese Seele vor Gott erscheint, wird ihr Lebensbuch geschlossen und wird sie mit der Bilanz ihres Lebens konfrontiert. Nur sie selbst muss damit klar kommen. Allerdings kann ihr durch Seelen auf Erden und durch Marias Vermittlung geholfen werden. Ihr wird das Göttliche Gesetz der Liebe in seiner Fülle gezeigt, vor dem Hintergrund ihrer Verbrechen (Morde, Misshandlungen, Entwürdigung von Mitmenschen, usw.). Diese Seele muss diese Bilanz letztendlich selber begleichen.

Wie sieht es mit den Kindern und Enkelkindern usw. aus?
In den folgenden Generationen ist jede Seele wiederum individuell für die Gestaltung ihres eigenen Lebensbuches haftbar. Dass manche Seele eine gewisse politische Gesinnung oder eine gewisse Anfälligkeit für die Entwürdigung von Mitmenschen 'im Blut hat', ist für Gott kein gültiges Gesetz. Ein Mangel an Tugendhaftigkeit lässt sich vor Gottes Thron nicht mit Verweis auf die Erbgesetze rechtfertigen. Die zweite und dritte Generation kann durchaus von der ersten im Gedankengut und in den Neigungen geprägt sein und trägt dadurch die Bürde der Tatsache, dass die erste Generation die Menschheit um einen bestimmten Teil der Gnade gebracht hat, aber ihr obliegt auf jeden Fall die Verpflichtung, für sich selbst den Weg der Tugendhaftigkeit zu wählen, jede Seele für sich. Gott entschuldigt keine Sünde aufgrund der Tatsache, dass unser Großvater Mitglied eines Regimes war, das Gott aus der Gesellschaft verbannt hat, und er verurteilt auch nicht das Kind eines Kriegsverbrechers, weil dessen Vater Kriegsverbrecher war. Es ist sehr wichtig, dass wir dies alles richtig verstehen, denn es wirft ein anderes Licht auf die Neigung vieler Seelen, die eigenen Vorfahren und bzw. oder die Vorfahren einer damals feindlichen Nation und deren Nachkömmlinge jetzt noch zu hassen. Diese Einstellung hält nur die Saat der Kriegssucht blühend, ist vollkommen zwecklos und wirkt Gottes Licht dadurch entgegen, dass sie die 'Großtaten' des Bösen immer wieder verherrlicht.

Soll eine Mutter ihre Fehlgeburt taufen und dieser einen Namen geben? Sollen abgetriebene Kinder von Laien getauft werden?
Wie ich früher bereits habe schreiben und erläutern dürfen, ist es für Gott besonders erfreulich, wenn Eltern ihre Fehlgeburten nachträglich taufen. Auch abgetriebene Kinder zu taufen, ist ein wunderbarer Akt der Wiedergutmachung und nimmt dem Bösen Wind aus den Segeln. Die Laientaufe ist deswegen so schön, weil sie durchwegs aus dem Herzen einer beteiligten Seele erfolgt und somit gewöhnlich mit außerordentlich viel Liebe vorgenommen wird.

Liebe Schwester, die Begegnung mit den gewöhnlich nicht sichtbaren Blumen im Herzen der Himmelskönigin ist immer wieder ein ganz verzückendes Ereignis. Ich hoffe, dass Sie den Duft ebenso genießen können, wie ich es bei jedem Spaziergang durch dieses Himmlische Paradies erfahren darf. Die Beantwortung einer jeden in aufrichtiger Liebe an Maria vorgebrachten Frage ist wie das Sammeln von Blumensaat im paradiesischen Garten Ihres Herzens. Das habe ich bei dieser Gelegenheit mit Ihnen tun dürfen. Möge diese Saat Sie auf Ihrem ganzen weiteren Weg erfreuen.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam


www.maria-domina-animarum.net

Brief 225
Über das Warum der Prüfungen – Aufgaben einer jeden Seele – Über die Saat von Blumen oder Unkraut, die man auf dem Lebensweg ausstreut

TOTUS TUUS, MARIA !

Liebe Schwester in Jesus und Maria,

Mit besonderer Liebe bete ich für Sie, dass Sie die Kraft bekommen, dasjenige durchzuhalten, was zurzeit von Ihnen verlangt wird. Keine Seele hat es in dieser Zeit leicht. Wie könnte dies auch anders sein, wo wir alle, die wir uns an dem wahren Licht Gottes festzuhalten versuchen, gemeinsam eine Staumauer gegen die Flutwellen des Bösen bilden. Das Wasser tost unaufhörlich, so dass wir uns ständig der Feindseligkeit der Welt in ihren vielen Äußerungen bewusst sind. Von unserer Ausdauer und unserem Glauben hängt es jedoch ab, ob die Flutwellen alles vernichten können oder nicht.

Die 'Warum'-Frage haben sich wahrscheinlich außer der unbefleckt empfangenen Jungfrau Maria buchstäblich alle Seelen aller Zeiten eines Tages gestellt. Leider gibt es nur diese allgemeine Antwort: Weil jede einzelne Seele ihren Beitrag zur Vollendung von Gottes Plan zum Heil aller Seelen zu leisten und die eigene Heiligung auf dem Wege Christi zu verwirklichen hat. Dies alles kann sie nur durch die Prüfungen, die Liebe und die Beharrlichkeit in dem tugendhaften Umgang mit allen Situationen des Alltags.

Oft werden wir auf unserem Lebensweg unserer Ansicht nach nicht gerecht behandelt. Das kommt daher, dass unzählige Seelen sich nicht gemäß den Gesetzen Gottes verhalten und ständig auf der Suche nach Befriedigung ihrer weltlichen, materiellen Bedürfnisse sind. Diese Suche und überhaupt die ständige Berührung mit dem Stofflichen, das ja bekanntlich Versuchsstation des Bösen und Brutstätte der Sünde ist, lähmt bzw. tötet in unzähligen Seelen das Gewissen und jede Empfindung des Göttlichen, der Liebe, des Lichtes. Die Seele, die trotz allem das Göttliche, die Liebe und das Licht liebt, leidet unter diesen Äußerungen der Finsternis ganz besonders und wird öfters das Gefühl mit sich herumschleppen, sie sei auf dieser Welt völlig fehl am Platz oder passe nirgends hinein. Trotzdem lohnt es sich, weiterzukämpfen, weil der Zweck unseres Lebens nicht in irgendetwas Weltlichem liegt, sondern in demjenigen, was wir entlang unserem Lebensweg für Gott säen.

Betrachten Sie mal das nachfolgende Bild: Sie gehen Ihren Weg auf Erden mit einer Seele, die von Gott mit Saat versehen ist. Unzählige Samen müssen Tag für Tag ausgestreut werden. Jede einzelne Handlung, jedes Wort, jeder Gedanke, jedes Gefühl, jeder Wunsch ist ein Samen, den wir ausstreuen. Je nachdem die Handlung, das Wort usw. mit Liebe umhegt oder aber durch Finsternis im Herzen verunstaltet wird, säen wir in Wirklichkeit eine Blume oder Unkraut. Obwohl es sich bei jedem Samen um etwas Himmlisches handelt, können unser freie Wille und die Weise, in der wir mit diesem Samen umgehen, ihn verunreinigen und ihm die Himmlische Kraft rauben. Wenn wir die Saat ausstreuen, sehen wir aber nicht gleich, was sich daraus entwickelt. Bei manchen Samen sehen wir dies auf Dauer vielleicht schon, aber der Großteil dieser Samen gibt seine Geheimnisse nicht preis. Erst nach diesem Leben wird uns der Film unseres Lebensweges gezeigt und sehen wir, welche Blumen daraus aufgeblüht sind.

Einer der Gründe, wieso wir nie das volle Maß der Fruchtbarkeit unserer Taten, Worte, Gedanken, Gefühle und Wünsche richtig einschätzen können, liegt darin, dass ein Großteil unserer Saat zu den Lebenswegen anderer Seelen hin verweht wird, mit denen wir durch unsere Taten, Worte usw. in Berührung kommen.

Es ist der Glaube, der die Seele für die Ewige Glückseligkeit rettet. Die Kraft des Glaubens liegt in der Fähigkeit, dasjenige anzunehmen, das wir nicht auf irgendwelche weltliche Weise wahrnehmen können. So könnten wir eigentlich den Glauben als die Fähigkeit betrachten, uns hinter uns eine Reihe von Blumen vorzustellen und dabei die Sicherheit zu hegen, dass Gott diese alle in die Schale der Waage legt, die Er in der Stunde nach unserem Dahinscheiden abliest, um uns den Lohn Seiner unendlichen Liebe mit ewig gültigen Zinsen auszuzahlen. Diesen Schatz sicherzustellen, ist genau dasjenige, wobei Ihnen die Himmlische Herrin durch diese Zeilen helfen möchte.

In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Myriam