TOTUS TUUS, MARIA !

DER HEILIGE VERTRAG ZWISCHEN DER SEELE UND MARIA
ALS BRÜCKE ZU GOTT

BEGRÜNDUNG DER VOLLKOMMENEN WEIHE AN MARIA

Myriam van Nazareth


INHALT

Einfuhrung
1. Wieso Weihe an Maria?
2. Wie lässt sich die vollkommene Weihe an Maria begründen? –
Von den aufsässigen Engeln zur Frau mit dem Fuβ auf der Schlange:
Rechtfertigung des heiligen Vertrags der Weihe an Maria in
fünfzehn Punkten
3. Überblick des heiligen Vertrags der Weihe an MARIA
4. Strafrede gegen alle Kräfte, welche die vollkommene Weihe an Maria
bekämpfen
5. Über das Wesen Mariä
6. Tiefe des heiligen Vertrags der Weihe an MARIA
    6.1. Die drei Fragen bevor sich die Seele an Maria weiht
    6.2. 'Sohn, siehe deine Mutter' als Schlüssel zur Vollendung des
Erlösungswerks
    6.3. Vollkommene Weihe als Vermählung mit Maria
    6.4. Vollkommene Weihe als die aktivste Beteiligung an der Vollendung
von Gottes Werken
    6.5. Vollkommene Weihe als Vervollkommnung des Christseins
    6.6. Vollkommene Weihe als Quelle innerer Neugestaltung
    6.7. Vollkommene Weihe als Quelle tiefer Sinngebung
    6.8. Vollkommene Weihe als Lebensziel
    6.9. Vollkommene Weihe blüht auf den Kreuzen des Lebens
    6.10. Vollkommene Weihe als ein der gröβten Göttlichen Mysterien
    6.11. Die Macht Mariä als Element in der vollkommenen Weihe
    6.12. Das Reich Mariä
7. Grundverfassungen für die konkrete Anwendung vollkommener Weihe
    7.1. Selbstverleugnende Liebe und Sinn für spontane Dienstbarkeit
    7.2. Sehnsucht nach der Erfüllung von Gottes Gesetz
    7.3. Aufrichtige Erkenntnis der eigenen Kleinheit
    7.4. Bereitschaft zur vollkommenen Hingabe an Maria
    7.5. Äuβerste Flexibilität
    7.6. Anstreben der Vertiefung
    7.7. Anstreben der Vergeistigung
    7.8. Vertrauen auf Gottes Wirken und Seine Vorsehung
8. Das Reich der ewigen Blüten
Zum Schluss

Im Jahr 2006 inspirierte die Heilige Jungfrau Maria Ihrer Myriam ein Grundmanifest für die vollkommene Weihe der Seele und ihres Lebens an Sie, unter dem Titel Marias Tempel. Dieses Manifest war als grundlegender Leitfaden für jede Seele gemeint, die mit Maria den lebenslänglichen Bund der vollkommenen Weihe eingehen möchte. Die Heilige Jungfrau bezeichnet diesen Bund als heiligen Vertrag der Weihe.

Ab der Pfingstzeit 2020 wurde schrittweise der vorliegende Text in der Absicht inspiriert, Seelen zur Vertiefung ihres Verständnisses der wahren Bedeutung und des unsagbaren Wertes des heiligen Vertrags der vollkommenen, bedingungslosen, lebenslänglichen Weihe an die Königin von Himmel und Erden zu führen, ebenso wie des tiefen Wesens und der einzigartigen Bedeutung des Lebens als an Sie geweihte Seele, sowohl für die betreffende Seele selbst als für den Heilsplan, den Gott zugunsten der ganzen Schöpfung durch Menschenseelen zu vollenden versucht.

Jede Seele ist nur dazu auf Erden, damit sie eine einzige Mission vollbringt: Sie wird von Gott als ein Element innerhalb des groβen Netzwerks der ganzen Schöpfung entworfen um Gottes Heilsplan vollenden zu helfen. Gott wirkt tatsächlich alle Seine Werke und Pläne vorzugsweise durch Menschenseelen aus: Er bedient sich des Tuns und Lassens von Menschen, der Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen von Menschen. Der einzige Faktor, der bestimmt, in welchem Maβe Gottes Werke und Pläne tatsächlich erfüllt werden, und wann, ist der freie Menschenwille.

Aus diesem Grund ist die Welt, wie wir sie um uns herum sehen, kein Spiegel von Gottes Herzen bzw. von Gottes Absichten, sondern lediglich die Frucht der Art und Weise, wie Menschenseelen ihren freien Willen einsetzen. Alles, was von Menschenseelen ausgeht und Finsternis in sich trägt, ruft Finsternis auf die ganze Welt herab. Alles dahingegen, was Licht und Liebe in sich trägt, hilft die Liebe, die Gott ununterbrochen in Seine Schöpfung zu injizieren versucht, erschlieβen und diese dadurch besser spürbar, wirklich wirksam und fruchtbar machen. Gerade damit diese Fruchtbarkeit zu ihrem Höchstmaβ geführt werden kann, entstand in Gottes Herzen das Konzept des Vertrags der vollkommenen Weihe an Maria, Seine auserkorene und über alles Erschaffene erhabene Tochter, die Unbefleckte Empfängnis, Heilige Jungfrau, Mutter des Göttlichen Erlösers und Messias, und Herrin aller Seelen, diejenige, die nach einem makellos heiligen und sündenlosen Leben auf Erden mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen und dort zur Königin von Himmel und Erden gekrönt wurde.

Maria ist kraft Göttlicher Verfügung die Königin aller Seelen, aber diese Eigenschaft bekommt ihre wahre Wirkung nur in dem Maβe, wie sich die Seele tatsächlich an Maria weiht und sie diese Weihe in allen Einzelheiten ihres Lebens in der Tiefe in Anwendung bringt. Eine tief gelebte Weihe der Seele an Maria als Königin und Herrin aller Seelen gliedert die Seele im höchst möglichen Maβe in die Kette von Gottes Heilswerken ein, in diesem Sinn, dass jede Einzelheit ihres Lebens dann eine besondere Kraft in dieser Kette entwickeln kann.

Wahre, tief gelebte Weihe an Maria sorgt dafür, dass alles, was sich in der Seele vollzieht und alles, was von ihr ausgeht von Marias vollkommener Liebe bekräftigt und dadurch unendlich verstärkt wird. In dem Maβe, wie die Seele Maria tatsächlich Herrin über ihr ganzes Leben und ihr ganzes Wesen sein lässt, wird sie tatsächlich von Maria geführt und zu Handlungen und Verfassungen, Gedanken und Gefühlen inspiriert, die wahrhaftig Träger von Liebe und Licht, und somit von Göttlichem Leben sind. Die Welt scheint in einem Sumpf von bodenlosem Elend und Finsternis mit tausend Gesichtern versunken zu sein. Dies kommt daher, dass unermessliche Mengen Göttlichen Lebens aus dem Netzwerk der Schöpfung wegflieβen aus Undichtigkeiten, die dadurch in diesem Netzwerk entstehen, dass auf dieser Welt Tag für Tag unzählige Millionen von finsteren Elementen aus Menschenherzen in die ganze Schöpfung injiziert werden. Alles ist mit allem verbunden. Keine Handlung, kein Versäumnis, kein Gedanke, kein Gefühl und kein Wunsch einer Menschenseele bleibt ohne Wirkung auf das ganze Netzwerk der Schöpfung, entweder positiv oder negativ.

So kann die Menschenseele Gottes vollendete Liebe in Gottes Augen gleichsam noch weiter 'bereichern', dadurch, dass sie diese auβerdem mit ihrem Sehnen danach bekleidet, dass diese Liebe ihre Mitgeschöpfe – gleich welcher Art oder Gattung – spürbar mit Gottes Gegenwart in Berührung bringen möge und dass diese Mitgeschöpfe dadurch in die heilsamen Wirkungen dieser Gegenwart aufgenommen werden mögen. Hier wird abermals dasjenige gezeigt, was die Herrin aller Seelen ständig verkündigt: Der freie Menschenwille ist für Gott unverletzlich und heilig, und gerade der Gebrauch dieses freien Willens im Einklang mit Gottes Erwartungen macht die Menschenseele wahrhaftig fruchtbar im Vollbringen ihrer Lebensaufgabe innerhalb von Gottes Heilsplan.

Die Menschenseelen sollen zu einer tiefen Anwendung der wahren Liebe zurückkehren. Nicht Gott soll in das Elend und die Finsternis der Welt einschreiten, sondern die Menschenseelen, und zwar jede Seele einzeln im eigenen Herzen. Es gibt keinen zweckmäβigeren Weg um dies mit der höchsten Fruchtbarkeit zu vollziehen als jenen der vollkommenen Weihe an Maria.

Vollkommene Weihe einer Menschenseele an Maria ist ein Bund restloser Hingabe dieser Seele an die Heilige Jungfrau in der einzigen Absicht, den endgültigen Sieg des Lichts über die Finsternis voranzubringen, damit Gott Seinen Plan zur Gründung Seines Reiches der ewig währenden vollkommenen Liebe, des vollkommenen Friedens und Glücks und der vollkommenen Gerechtigkeit in und zwischen allen Geschöpfen auf Erden vollenden möge.

Dies alles ist also keine Sache Göttlichen Einschreitens, sondern eine Sache aktiver Anwendung der wahren Liebe seitens aller Menschenseelen, wodurch sich der Heilsplan Gottes aufgrund der Göttlichen Verfügung verwirklichen kann, die festlegt, dass sich alles durch eine tadellose Verschmelzung zwischen dem aufrichtigen Sehnen und dem beharrlichen Einsatz von Menschenseelen einerseits und dem Willen Gottes andererseits verwirklichen soll.

1. Wieso denn Weihe an Maria?

Der endgültige Sieg des Lichts über die Finsternis wird auf vollkommene Weise im Bild Mariä mit dem Fuβ auf der Schlange symbolisiert: Die Königin von Himmel und Erden hat Satan immer vollkommen beherrscht, ab Ihrer Unbefleckten Empfängnis über Ihr vollkommen sündenloses Leben bis zur Stunde, in welcher sich Satan sichtbar unter Ihrem Fuβ vor der ganzen Schöpfung zu Ihrem endgültigen Sieg über ihn bekennen soll und dazu, dass Gott und Seine Werke mächtiger sind als alle Werke der Finsternis (wobei erkannt werden soll, dass Maria Selbst das gröβte, erhabenste Wunderwerk Gottes ist, dessen Auswirkungen vollkommener sind als diese von allen anderen Werken Gottes, weil die meisten von Gottes Werken in ihren Auswirkungen durch das Einschreiten eines menschlichen Willens gehemmt worden sind, der weniger vollkommen mit Gottes Willen eins war als Marias Wille mit Gottes Willen eins war und ist).

Die 'Frau' ist die Mutter Christi, der die Ewige Liebe ist. Sie ist von Gott dazu berufen worden, den Befehl über die Himmlischen Heere im Kampf gegen die Finsternis zu führen, und als Herrin aller Seelen alle Seelen, die sich freiwillig Ihr (d.h. derjenigen, die das Licht für die Welt geboren hat!) in vollkommener, bedingungsloser Weihe hingeben, innerlich umgestalten zu helfen, damit sie nach dem Maβ ihrer eigenen aktiven Mitwirkung die Erlösungswerke Christi in sich vollenden helfen mögen.

Dieser Sieg steht bereits fest, er ist eine Göttliche Verfügung und soll somit mit absoluter Sicherheit auch sichtbar vollendet werden, in der Stunde, in welcher die Menschenseelen genügend wahre Liebe aufgebracht haben werden, damit die Finsternis freiwillig, d.h. aufgrund des freien Menschenwillens, dem Licht ausgeliefert werden kann. Von jeder Seele erwartet Gott, dass sie sich mit Christus und der Frau – die ja dazu bevollmächtigt ist, in den einzelnen Seelen als die Vollstreckerin Seines Vermächtnisses aufzutreten – vereint in einer beharrlichen und endgültigen Entscheidung zugunsten des Lichts, das nichts anderes als die wahre Liebe ist.

Die wahre Liebe ist der einzige Weg zu einer vollkommenen Entkräftung der Auswirkungen der Finsternis in dieser Welt. Deswegen ist vollkommene Weihe an Maria nichts weniger als der höchst erhabene, von Gott über alles geliebte Weg der Vervollkommnung der Seele in der Entwicklung und Anwendung der wahren Liebe zur Erfüllung von Gottes Heilsplan. Halten wir uns immer vor Augen, dass Maria unter den erschaffenen Seelen die einzige Verkörperung der absolut vollendeten und nie versagenden selbstlosen Liebe zu Gott und zu allen Seinen Werken ist und dass Sie deshalb das vollendete Vorbild des vollkommenen Sieges einer Menschenseele über alle Finsternis ist.

Vollkommene Weihe einer Seele an Maria ist nur dann voll und ganz fruchtbar, wenn sie auf der Grundlage einer uneingeschränkten Selbsthingabe der Seele an die Heilige Jungfrau, und durch Sie an Gott basiert.

Die vollkommene Weihe an Maria, wenn diese im alltäglichen Leben intensiv gelebt wird, gehört zu den höchsten Formen der wahren Liebe, weil sie immer mit uneigennütziger Selbsthingabe einher geht, und in weitgehendem Maβe weder auf sich selbst noch auf die Befriedigung eigener Bedürfnisse bezogen ist, sondern in jedem Aspekt des Lebens in erster Linie eine maximale Befriedigung der Bedürfnisse Derjenigen anstrebt, die Herrin des heiligen Bundes der Weihe und in jeder Hinsicht die Brücke zu Gott ist und deshalb alles, was Sie von Menschenseelen in die Hände bekommt, auf vollkommene Weise aktiv macht, zwecks Erfüllung von Gottes Heilsplan.

Dieses 'Aktivmachen' lässt sich als Zustand vorstellen, in welchem die Himmelskönigin dasjenige, worüber Sie seitens der Ihr geweihten Menschenseelen die volle Verfügung bekommt, mit Ihrer unendlich vollkommenen Liebe verschmelzen lässt, wodurch sich der Wert in unbekanntem Ausmaβ vervielfältigt. Die Macht Ihrer Liebe ist dadurch uneingeschränkt, dass Ihr ganzes Wesen vollkommen an Gott orientiert und Ihr Herz vollkommen in Gottes Herzen hinübergeflossen ist, aber das Maβ, in dem sich Ihre Liebe konkret auswirken kann, wird durch das Maβ bestimmt, wie die Seele, die ihre eigene Liebe mit der Liebe der Himmlischen Herrin verbindet, ihrerseits ebenfalls rein an Gott orientiert ist: Eine Seele, die in ihren Gedanken, Gefühlen, Wünschen und Bestrebungen voll und ganz an der Verwirklichung von Gottes Gesetz der wahren Liebe orientiert ist, entwickelt in ihrer Liebe ein hohes Maβ an Reinheit (d.h. ein hohes Maβ an Widerspiegelung der Verfassungen von Gott Selbst, also an erster Stelle der vollkommen selbstlosen Liebe), wodurch der Austausch zwischen ihrem Herzen und dem Herzen ihrer Himmlischen Herrin sich mit ganz geringem Verlust oder Behinderung vollziehen kann.

Eine solche Seele liefert dadurch 'Rohstoffe', die schneller und besser für die Verwirklichung von Gottes Werken auf Erden eingesetzt werden, und aufgrund des reibungslosen Hinüberflieβens zwischen ihrem Herzen und dem Herzen ihrer Herrin entwickelt sie in ihrem ganzen Tun und Lassen, in allen ihren Gebeten und Aufopferungen usw. ein immer höher aufloderndes Feuer. Wegen des niedrigeren Grades der 'Verunreinigung' können die durch diese Seele zur Verfügung gestellten 'Rohstoffe' in einem viel höheren Maβe von der Himmelskönigin veredelt werden. Das Maβ des ungehemmten Hinüberflieβens zwischen einer Seele und Maria bestimmt in einem sehr hohen Ausmaβ den Wert des Lebens dieser Seele als Beitrag zur Erfüllung von Gottes Heilsplan weil Gott weiβ, dass der von Maria Selbst geleistete Beitrag zum Wert des Bundes der Weihe automatisch vollkommen ist, der Einsatz des freien Willens der geweihten Seele für die Verwirklichung Seiner Werke allerdings sehr unterschiedlich (in manchen Fällen sogar so gut wie gleich null) sein kann. Die Macht Mariä zwecks Vollendung von Gottes Heilsplan wäre an und für sich uneingeschränkt, aber der Wille (das aufrichtige Sehnen) der an Sie geweihten Menschenseelen um Gottes Werke tatsächlich vollenden zu helfen, ist oft besonders schwach.

Für Gott hat die Anwendung der wahren Liebe durch eine Menschenseele einen unüberbietbaren Wert. Eine von ganzem Herzen und wahrhaftig konsequent gelebte vollkommene Weihe an Maria ist in Gottes Augen gerade deswegen so groβ, weil sich die Seele dabei vollkommen, mit ihrem ganzen Leben und ihrem ganzen Wesen einem Wesen verschenkt, das sie weder sieht noch hört. Sie hat während ihres irdischen Lebens kaum konkrete Vorteile von dieser Hingabe, und lässt dieses Wesen trotzdem ihren ganzen Lebenslauf und das Maβ der Befriedigung bestimmter Bedürfnisse bestimmen.

2. Wie lässt sich die vollkommene Weihe an Maria begründen?
Von den aufsässigen Engeln zur Frau mit dem Fuβ auf der Schlange:

Rechtfertigung des heiligen Vertrags der Weihe an Maria
in fünfzehn Punkten

1. Die Geschichte der Menschenseelen ist eine Geschichte ständigen Kampfes zwischen dem Licht und der Finsternis. Dieser Kampf fand seine ersten Wurzeln im Aufstand Luzifers, des damals noch höchstrangigen Engels: Luzifer riss sich aus dem Dienst Gottes los, wurde von einer Anzahl weiterer Engel nachgefolgt, und gemeinsam wurden diese abtrünnigen Engel aus dem Himmel verstoβen. Luzifer (buchstäblich 'Träger von Licht') hieβ ab dem Augenblick Satan (buchstäblich 'der Aufsässige, der Gegner', die Verkörperung der Finsternis, wobei unter Finsternis all dasjenige verstanden werden soll, was nicht die Fülle der Göttlichen Liebe in sich trägt und dadurch dem Göttlichen Gesetz entgegenwirkt).

2. Das erste Menschenpaar wurde vollkommen heilig erschaffen. Die Heiligkeit der beiden ersten Menschenseelen basierte auf ihrer vollkommenen Einheit des Herzens mit Gott. Sie sollten das Fundament des Bauwerks bilden, das Gott mit Seiner Schöpfung bezweckte, die Er als irdische Widerspiegelung Seines Reiches vorgesehen hatte.

3. Satan erhielt von Gott die Erlaubnis, die Menschenseelen zu prüfen. Gott vergönnte diese Erlaubnis deswegen, weil Er den Menschenseelen einen unverletzlichen freien Willen gegeben hatte, damit sie sich vollkommen frei und ungezwungen selber für Gott oder für die Finsternis entscheiden können.

4. Die ersten Menschenseelen gaben der ersten Versuchung vom Satan nach, die bezweckte, dass Gottes Gesetz verletzt wird. Satan wollte sämtliche Menschenseelen von Gott wegreiβen, damit Gottes Werke und Pläne auf Erden niemals verwirklicht werden. Es war ihm ja bekannt, dass Gott alle Seine Werke und Pläne durch den freien Einsatz der Menschenseelen auf Erden auswirken möchte. Diese erste Entscheidung der beiden ersten Menschenseelen, der Finsternis nachzugeben, wird als die Erbsünde bezeichnet.

5. Die Erbsünde schlug eine tiefe Wunde in den Menschenseelen, die gleichsam in allen Menschenseelen, die ab jenem Augenblick auf Erden leben sollten, eine Narbe hinterlassen sollte. Diese Wunde sollte für immer eine schwache Stelle bleiben, welche die Seelen für die Entwicklung der unterschiedlichsten finsteren Verfassungen anfällig macht. Aus diesem Grund bildet jedes Menschenleben auf Erden mithin eine Aufgabe für die betreffende Seele, ihre inneren Verfassungen vollkommen in Einklang mit Gottes Gesetz zu bringen und somit die Wirkungen der Erbsünde in sich abzuschalten.

6. Die Erbsünde bildete ein Hindernis für die automatische Rückkehr der Seele zu Gott in der Ewigen Glückseligkeit des Himmels, weil eine verletzte Seele nicht länger die makellose Heiligkeit widerspiegelt, die Gott für alle Menschenseelen vorgesehen hatte.

7. Gott stellte die absolute Vollkommenheit Seiner Liebe dadurch unter Beweis, dass er zugunsten der (immerhin nicht ganz treuen) Menschenseelen das Erlösungsmysterium entwarf. Dieses Mysterium sollte daraus bestehen, dass Er Seinen Sohn Jesus Christus in die Welt senden sollte in der Absicht, die Wirkungen der Erbsünde in jeder Seele zu beseitigen, die dazu bereit sein sollte, wieder voll in Einklang mit dem Göttlichen Gesetz der vollendeten Liebe zu leben. Jesus Christus sollte dies über drei Wege vollbringen: Unterricht des Göttlichen Gesetzes, Vollbringung von Wundern als Beweis der Liebe Gottes, und ein allumfassendes Leiden in Seinem ganzen Wesen (physisch, im Gefühlsleben und im seelischen Leben), vom Kreuzestod gefolgt (als Symbol vom Tod des Stofflichen, also des Weltlichen) ebenso von der Auferstehung (Symbol der Auferstehung der Seele, die Gott vollkommen treu ist, der Wiedergeburt ins Licht, und ebenfalls Symbol für den endgültigen und vollkommenen Sieg Gottes über alle Finsternis). Die Mission des Erlösers hatte als letztendliches Ziel die Gründung von Gottes Reich auf Erden, wodurch die Schöpfung zu ihrem ursprünglichen Stand als Spiegelbild des Ewigen Reiches in den Himmeln zurückgeführt werden soll.

8. Während Seiner letzten Augenblicke am Kreuz vertraute Jesus Christus Seine vollendete und makellos heilige Mutter Maria den Menschenseelen an, und die Menschenseelen Ihr, kraft der heiligen Worte Frau, siehe Deinen Sohn; Sohn, siehe deine Mutter – und ab jenem Augenblick nahm Sie der Jünger zu sich ins Haus.

9. Maria, die Mutter Christi, des Erlösers, bezog dieses einmalige Vorrecht und diese einmalige Mission aus Ihrer Unbefleckten Empfängnis, durch welche Sie als einzige Menschenseele von der Erbsünde frei war, aus Ihrem vollkommen heiligen und sündenlosen Leben, wodurch Sie lebenslänglich in sämtlichen Einzelheiten Ihres Lebens in vollkommenem Einklang mit dem Göttlichen Gesetz gelebt hatte, und aufgrund Ihres einmaligen Vorrechts, die Mutter Christi zu sein, die als einzige Menschenseele von Gott Anteil an der vollkommenen mystischen Einheit des Herzens mit Christus gehabt hatte, mit dem, der als einziger Lehrer für die Seelen durch die christliche Lehre gelten sollte.

10. Maria war bereits bei Ihrer Unbefleckten Empfängnis von Gott als die Führerin aller Seelen vorgesehen, die für das Licht und gegen die Finsternis kämpfen sollen, in Vorbereitung auf die Gründung von Gottes Reich der vollendeten Liebe, des vollendeten Friedens und Glücks, und der vollendeten Gerechtigkeit auf Erden. Diese Eigenschaft als Führerin der sogenannten Heere des Lichts wurde Maria aufgrund Ihrer makellosen und nie verletzten Heiligkeit geschenkt, die Sie mithin zum vollkommenen Vorbild des makellosen Einklangs einer erschaffenen Menschenseele mit den Verfassungen von Gott Selbst macht, der die Quelle, die Verkörperung und die Bestimmung der absolut vollendeten und endlosen Liebe ist. Als Mutter Christi mit dem Vorrecht einer mystischen Einheit des Herzens mit Ihm wird Maria als diejenige betrachtet, die mehr eins mit Christus und Seiner Lehre ist als irgendwelche andere erschaffene Menschenseele es jemals war noch irgendwann wird sein können.

11. Aufgrund Ihrer Eigenschaften als der einzigen erschaffenen Menschenseele, welche die Verkörperung des vollkommenen Spiegelbildes der Verfassungen von Gott Selbst und der absolut vollkommenen Erfüllung des Göttlichen Gesetzes ist, ebenso wie des im Punkt 8 erwähnten Kreuzeswortes des Göttlichen Messias, ist Maria mit Recht die Herrin aller Seelen, d.h. die vollkommene innere Führerin, Lehrerin und Brücke zum Herzen von Gott Selbst, mit dem Sie Selbst auf mystische Weise eins geworden ist (ein einzigartiges Phänomen, das als die Vereinten Herzen Jesu und Mariä bekannt ist. Ihr Titel als 'Herrin' entnimmt Sie der einmaligen, uneingeschränkten Macht, die Sie aufgrund der vollkommenen Einheit Ihres Willens mit dem Willen von Gott Selbst erhalten hat.

12. Als Herrin aller Seelen vereint die Mutter Christi in Sich alle Eigenschaften, die Fülle der Macht und der Weisheit, die Sie dazu braucht, jede Seele innerlich umgestalten zu helfen, damit diese zum Stand der Menschenseele ohne die Erbsünde zurückkehren kann, und dazu, die Auswirkungen des von Christus vollzogenen Erlösungsmysteriums für die ganze Schöpfung erschlieβen zu helfen, zur Wiedergeburt von Gottes Reich auf Erden im Stand, in welchem sich die Schöpfung vor der Erbsünde befand. Diese Mission kann Sie nur in dem Maβe vollenden, wie sich Menschenseelen mit ihrem ganzen Wesen und ihrem ganzen Leben Ihr verschenken in einem hochheiligen Bund vollkommener, bedingungsloser und ewig währender Weihe.

13. In dem Maβe, wie die Menschenseele diesen Bund tatsächlich dadurch ausfüllt, dass sie sämtliche Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Bestrebungen und Wünsche ihres Lebens vollkommen an einem bedingungslosen und alles umfassenden Dienst an Maria orientiert, kann Maria dies alles aufgrund der Ihr geschenkten Macht vollkommen erschlieβen und in die Gesamtheit der Aufopferungen einbauen, derer Gott bedarf um Seine Werke und Pläne (die Vollendung vom Gesetz der Liebe und die Gründung Seines Reiches auf Erden) zu vollenden.

Dadurch bekommt die an Maria geweihte Seele die erhabenste und wertvollste Chance um die Lebensaufgabe einer jeden Seele auf die möglichst fruchtbare Weise zu erfüllen, eine Lebensaufgabe, die nichts weniger ist als diese, ein Leben als Werkzeug im Dienst an Gottes Werken und Plänen zu führen (und somit im Dienst an der Gründung von Gottes Reich auf Erden) und als Ergänzung der Erlösungswerke Christi, denn genau dies ist es, was der heilige Apostel Paulus mit Seinen Worten meinte, dass von der Seele erwartet wird, dass sie 'ergänzt', was noch an den Leiden Christi fehlt (denn dasjenige, was Paulus von sich selbst sagt, gilt für jede Menschenseele): Aufgrund des Göttlichen Gesetzes der notwendigen Mitwirkung der Menschenseele bei allem, was Gott zugunsten der Schöpfung vollbringt, 'fehlt' an Seinen vollendeten Werken immer der Einsatz des freien Willens der Menschenseele, solange sich diese nicht hundertprozentig in Seinen Dienst gestellt hat.

14. Gott Selbst hat Maria als goldenen Schlüssel vorgesehen, um dieses ganze System dadurch erschlieβen zu helfen, dass Sie in der Menschenseele die Heirat zwischen dem Willen Gottes und dem freien Willen der Menschenseele im Rahmen des Bundes oder des Vertrags der vollkommenen Weihe der Seele an Maria vollziehen hilft. Maria Selbst ist dabei nicht der Endpunkt (nur Gott ist Endpunkt von allem), sondern der von Gott Selbst auserkorene goldene Schlüssel zur Aufschlieβung Seiner ganzen Werke und Pläne, einschlieβlich der Erlösungswerke Seines Messias und letztendlich der Gründung Seines Reiches auf Erden.

15. Kraft einer Göttlichen Verheiβung soll Maria vom allmächtigen Dreieinigen Gott der ganzen Schöpfung als die Frau mit dem Fuβ auf dem Kopf der Schlange vorgeführt werden, als das Groβe Zeichen für den Sieg der makellos heiligen erschaffenen Menschenseele, die eine vollkommene Macht über Satan und seine ganzen Werke und Pläne von Finsternis ausübt, und dadurch als Zeichen für den Sieg Gottes und der von Ihm gewollten Vermählung des freien Willens der Menschenseelen mit Seinem Willen über alle Finsternis (alle Werke und Pläne, die von Anfang an versucht haben, Seine Werke und Pläne zu hintertreiben und die ganze Schöpfung in ein Reich von Chaos, Elend, Leid, Aussichtslosigkeit, Ungerechtigkeit, Lüge, Betrug, Qual, Hass und Tod zu verwandeln).

So begründet die Himmelskönigin die vollkommene Weihe an Sie als Grundlage Ihres Maria Domina Animarum Werkes und als Gottes bevorzugte Brücke zu Seinem Herzen und zur Gründung Seines Reiches auf Erden.

3. Überblick des heiligen Vertrags der Weihe an MARIA

★ Weihe an Maria = die vollständigste Darbietung von sich selbst an die Allerheiligste Jungfrau Maria, der die Führung über die Vorbereitung der Gründung von Gottes Reich auf Erden anvertraut worden ist und die diese Vorbereitung unter Verwendung aller Aufopferungen vollzieht, die Ihr von Menschenseelen im Rahmen einer vollkommenen Weihe in die Hände gelegt werden.

Unter der Führung Mariä, der einzigen lebenslänglich absolut Sündenlosen unter allen erschaffenen Seelen, die deswegen von Gott zur Herrin über die Heere des Lichts auserkoren wurde, will Gott Satan aus der Welt vertreiben und das Reich gründen, wofür Jesus Christus mit Seinem Leben, Seinem Kreuzestod und Seiner Auferstehung die erste Saat ausgestreut hat. Maria gilt dabei somit aufgrund Ihrer vollkommenen Erfüllung des Göttlichen Gesetzes als Gottes Zeichen für den Sieg des Lichts über die Finsternis. Maria will dies durch die gemeinsame Frucht Ihrer unüberwindlichen Macht und des aktiven, freiwilligen Beitrags von Menschenseelen verwirklichen. Deshalb wünscht Sie Sich in diesen Letzten Zeiten mehr denn je die vollkommene Weihe von Seelen, die zu einem Leben als Ihre bedingungslosen Diener(innen) bereit sind. Um klarzustellen, dass Sie eine wahrlich vollkommene, uneingeschränkte Hingabe von Seelen an Sie braucht, bezeichnet Sie solche Seelen als Ihre Liebessklavinnen (diesbezüglich verweist Sie auf den Text Die Seele als 'Liebessklavin der Himmelskönigin'.

★ Durch ein bewusstes Leben als an Maria geweihte Seele gibt die Seele der Königin von Himmel und Erden:

  • ihr ganzes Leben, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, alle Erfahrungen aus Ihrem Alltag (sogar die banalsten);
  • alle ihre Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche, Bestrebungen, Schmerzen, Betrübnisse, Bürden, Prüfungen, Krankheiten, Ermüdungen, Ängste, Verletzungen, Unsicherheiten, Zweifel und Ihren freien Willen: Die wahrlich an Maria geweihte Seele lässt ihren Willen mit Marias Willen verschmelzen, was konkret heiβt, dass sie ständig bemüht ist, sämtlichen Belehrungen, Anweisungen, Ratschlägen, Einladungen und Aufrufen seitens der Herrin des heiligen Bundes genauestens Folge zu leisten;
  • ihr ganzes Wesen: Seele, Geist, Herz und Körper, alles, was in ihr umgeht und ihre ganzen Schwächen, Talente, Fähigkeiten, Neigungen und ihre ganze Persönlichkeit;
  • alle ihre Beziehungen und ihren ganzen Umgang mit Mitgeschöpfen, und Ihre ganze Lebenswelt, einschlieβlich ihres ganzen Besitzes und alle ihre Gebrauchsgegenstände. Konkret heiβt dies, dass sie alles annimmt, was Gottes Vorsehung zulässt, das mit sämtlichen Aspekten ihres Lebens geschieht, und dass sie sich selbst nicht als Eigentümerin von irgend etwas betrachtet (einschlieβlich der eigenen Kinder, Haustiere und Gegenstände), sondern lediglich als von Gott zugelassene Behüterin von all dem, denn im Leben der vollkommen an Maria geweihten Seele ist die Seele selber lediglich Dienerin, während der Dreieinige Gott der wahre Herr und Maria die wahre Herrin in Gottes Vertretung ist. Jede Beziehung einer Menschenseele mit einem Mitgeschöpf gilt Gott gegenüber als eine Art von Bund, der aus dem Grund eine Verantwortlichkeit mit sich bringt, weil von der Menschenseele erwartet wird, dass sie jede Beziehung mit egal welchem Mitgeschöpf mit nichts auβer selbstverleugnender Liebe, Respekt und Dienstbarkeit ausfüllt;
  • alle ihre Gebete, Aufopferungen, Sühne-Akte, Abtötungen.

★ Maria kann alles Obengenannte für die Vollendung Ihrer Aufgabe für das Heil der Seelen gebrauchen, einer Aufgabe, die letztendlich nur auf die Vollendung von Gottes Heilsplan abzielt. Sie hilft in den Seelen, die sich ungehemmt in Ihren Dienst stellen, Heiligung, Reinigung, Läuterung und Bekehrung verwirklichen und arbeitet so mit diesen Seelen gemeinsam am Fundament einer neuen Welt: Gottes Reich von Liebe, Frieden, Glück und Gerechtigkeit auf Erden in und zwischen allen Geschöpfen, durch Umwandlung aller Finsternis in Licht, allen Hasses in Liebe, aller Krankheit und jedes Sterbens von Seelen in Wiedergeburt für das wahre Leben, das Göttliche Leben als Annäherung vom Bild und Gleichnis der Herzensverfassungen von Gott Selbst.

Bildlich gesprochen: Beim ersten Akt der Weihe empfängt Maria die Seele in Ihrem Schoβ, Sie trägt und nährt sie und gebiert sie dann als Frucht Ihres Werkes für ein Leben in Ihrem Dienst. Die Seele ist dann in spiritueller Hinsicht mit ihrem ganzen Wesen Marias Besitz und Eigentum und muss dazu bereit sein, Maria ihr Leben nach Ihrem Wohlgefallen gebrauchen zu lassen.

★ Absolute Voraussetzung für die Vollendung von Marias Werken ist die ununterbrochene Weihe der Seele, ihrer ganzen Erfahrungen und sämtlichen Verfassungen am Körper, in Gedanken und Gefühlen an Maria, jeden Augenblick eines jeden Tages. In dem Maβe, wie die Seele dies versäumt, verfehlt sie den vollen Nutzen der auserlesenen Chancen, die ihr im Hinblick auf ein vollkommen fruchtbares Leben geboten werden.

★ Maria offenbart Sich in diesen Letzten Zeiten durch Myriam van Nazareth als die Herrin aller Seelen, die Gottes Heilsplan für die Seelen vollenden will und dazu von der Ihr geweihten Seele drei Dinge verlangt:

  • inbrünstige Liebe zu Gott, zu Ihr und zu allen Mitgeschöpfen;
  • Annahme und Weihe aller Kreuze auf dem Lebensweg;
  • vollkommenen Gehorsam und Unterwerfung Ihr gegenüber.

Je mehr Seelen sich vollkommen Maria weihen, diese Weihe wirklich in praktischer Anwendung leben und diesen drei obenerwähnten Wünschen Folge leisten, desto schneller und gründlicher kann Maria die Fülle Ihrer Macht entfalten zur endgültigen Lähmung von allem Bösen und zur Gründung von Gottes Reich auf Erden.

★ Weihe an Maria ist ein heiliger Bund zwischen Maria und der Seele

Die an Maria geweihte Seele nimmt eine groβe Verantwortung auf sich:

  1. Die Weihe muss vollkommen, bedingungslos und ewigwährend sein. Solange die Seele auch nur irgend etwas im Leben Maria vorenthält (dadurch, dass sie selber dieses Element weiterhin beherrschen oder regeln will), ist keine Rede von Weihe. Eine Seele ist entweder vollkommen und bedingungslos in sämtlichen Aspekten des Lebens an Maria geweiht, oder gar nicht. Es gibt nicht so etwas wie eine teilweise Weihe bzw. eine 'Weihe' nach Regeln, die sich die Seele selbst festlegt.
  2. Weihe heiβt Erkennen, dass Maria die einzige und absolute Herrin über das ganze Wesen und das ganze Leben der Seele ist und bleibt. Im Leben der Seele vergegenwärtigt Maria als Herrin des heiligen Bundes in allem Gott Selbst.
  3. Weihe setzt ein aufrichtiges Gelöbnis voraus, die Weihe in Wort und Tat in der Praxis zu leben, jeden Augenblick des Lebens, und sämtliche Verpflichtungen als an Maria geweihte Seele strikt zu erfüllen. Beleidigen Sie Maria und Gott niemals durch Leichtsinnigkeit im Erfüllen dieses heiligen Bundes.
  4. Als an Maria geweihte Seele gelobt man, strikt nach den Vorschriften der Lehre Christi und im Glauben an die Dogmen der römisch-katholischen Kirche zu leben.
  5. Als an Maria geweihte Seele gelobt die Seele, jeden Augenblick im Bewusstsein zu leben, dass Maria Herrin über ihr ganzes Wesen ist, also auch über ihren Körper, ihre Gefühle und Gedanken, und dass Sie genauestens über das Bewahren deren Reinheit wachen wird. Die Seele darf nie vergessen, dass sie als an Maria geweihte Seele Marias Soldat und somit unmittelbar an der Bekämpfung des Bösen beteiligt ist. Eine Seele weiht sich an Maria in der Absicht und im Sehnen danach, lebenslänglich unmittelbar, vollkommen und bedingungslos zu dienen als Soldat im Krieg zwischen Licht und Finsternis und in der Erkenntnis, dass sie unter Einsatz ihres Selbst und ihres ganzen Lebens nichts anderes als ein Werkzeug im Dienst an der Vollendung von Gottes Werken der Liebe unter der Führung der Herrin der Himmlischen Heere ist. Eine an Maria geweihte Seele kann allerdings keine Finsternis bekämpfen, die noch in hohem Maβe in ihr selbst wuchert, was heiβt, dass die an Maria geweihte Seele nur in dem Maβe als 'Soldat für das Licht' wertvoll wird, wie sie selbst zum Muster von Licht, Liebe und Reinheit wird.

★ Die an Maria geweihte Seele lebt ausschlieβlich durch, für, mit und in Maria:

  • DURCH Maria: Die geweihte Seele wird bei ihrer Weihe aus Maria neu geboren und soll sich ab jenem Augenblick auch tatsächlich so verhalten, damit sie die heiligen Eigenschaften ihrer 'seelischen Mutter' wahrhaftig durch ihr ganzes Wesen ausstrahlt;
  • FÜR Maria: Das ganze Leben und das ganze Wesen der Seele steht völlig im Dienst an der Königin von Himmel und Erden. In diesem Zusammenhang soll nie aus den Augen verloren werden, dass Maria unter allen erschaffenen Seelen der absolute Gegenpol der Finsternis ist, und dass aus diesem Grund alles, was Maria vorenthalten wird, leicht und hemmungslos die Werke der Finsternis fördern helfen kann;
  • MIT Maria: Von der an Maria geweihten Seele wird erwartet, dass sie Maria bei allem in ihrem täglichen Leben einbezieht, als wäre sie in jeglichem Aspekt ihres Lebens einschlieβlich ihrer tiefsten Gedanken, Gefühle und Wünsche unverbrüchlich mit Maria verbunden. Im Grunde genommen sollte es zwischen dem Wesen Mariä und dem Wesen der Ihr geweihten Seele keinen Unterschied mehr geben, in dem Sinne, dass sich die geweihte Seele zutiefst der Tatsache bewusst werden soll, dass ihre Himmlische Herrin ständig alles daran setzt, ungehemmt durch sie zu wirken, zu sprechen, zu denken, zu fühlen und zu verlangen. Je nachdem sich die Einheit zwischen Maria und Ihrer Dienerin in der Praxis des alltäglichen Lebens ungehemmt auswirken kann, wird der heilige Vertrag der vollkommenen Weihe fruchtbarer, denn dann ist es Maria Selbst, die in der Seele und durch diese Letztere wirkt, spricht, denkt, fühlt und verlangt;
  • IN Maria: Indem diese Seele die Vervollkommnung in allen Tugenden anstrebt, befähigt sie Maria, sie derart zu kneten, zu formen, zu bearbeiten und umzuwandeln, dass sie immer mehr 'in Maria hinüberflieβt'.

★ Gott hat Maria zur Herrin aller Seelen bestimmt und Ihr eine uneingeschränkte Macht über die Menschheit gegeben, in der Absicht, Sie möge diese Macht voll und ganz dazu anwenden, durch innere Gestaltung der an Sie geweihten Seelen die Werke der Finsternis und deren ganzen Auswirkungen in der Schöpfung zu lähmen. Deswegen bereits wünscht Sich Gott sehnsüchtig die vollkommene Weihe möglichst vieler Seelen an Maria, denn Sie kann Ihre uneingeschränkte Macht nur voll und ganz nach dem Maβ entfalten, wie gröβere Mengen von Seelen sich wahrlich vollkommen und bedingungslos Ihr hingeben.

Vollkommene Weihe als vollkommene Hingabe von sich selbst an Maria ist die gröβte Ehrenbezeugung, die man der Herrin aller Seelen, und dadurch mithin Gott Selbst, erweisen könnte. Aus diesem Grund lässt die Himmelskönigin zur vollkommenen Weihe einer jeden Seele an Sie aufrufen, und zur Unterrichtung des Mitmenschen, damit auch dieser die Notwendigkeit und das Heil seiner eigenen vollkommenen Weihe an Maria kennen lernen und sich vertrauensvoll nach dem endgültigen Sieg Gottes in der Schöpfung durch Seine Goldene Brücke – die Mutter Christi – sehnen möge.

★ Die letztendliche Zielsetzung der vollkommenen Weihe an Maria ist diese: Heil und Segen der Erlösung für die ganze Menschheit, die endgültige Lähmung aller Finsternis in der ganzen Schöpfung mit der Gründung von Gottes Reich auf Erden, und der höchste grad der Heiligung für jede Seele, die ihr ganzes Leben und ihr ganzes Wesen vollkommen, bedingungslos und lebenslänglich in den Dienst der Himmelskönigin stellt. Die Heiligung einer Seele, die ihr ganzes Leben bedingungslos und vollkommen in den Dienst der Heiligen Jungfrau stellt, ist ein direktes Ergebnis der Lebenseinstellung, die erforderlich ist, damit die Seele Maria tadellos folgen kann: Eine Seele, die in allem aufrichtig und sehnsüchtig danach strebt, als Spiegelbild ihrer Himmlischen Herrin zu leben, wird Ihr allmählich in so hohem Maβe ähnlich sehen, dass auch sie spontan die Verfassungen entwickeln wird, die sie immer heiliger machen. Maria einwandfrei in allem nachfolgen ist kein leichtes Leben, aber es ist mit Sicherheit ein Leben in der direkten Gegenwart Gottes und unter dem spürbaren Schutz und mit der inneren Führung der Himmlischen Herrin.

★ Die einzige Einschränkung von Marias konkreter Machtausübung auβerhalb des Himmels liegt im Gesetz der Göttlichen Gerechtigkeit:

Gott sehnt Sich in diesen Letzten Zeiten danach, dass möglichst viele Menschenseelen auf Erden tatsächlich und freiwillig das Gelübde ablegen, dass sie mit ihrem ganzen Wesen, ihrem ganzen Leben und der Opfergabe ihrer ganzen Bürden und Prüfungen Maria gehören wollen, um ohne jeglichen Widerstand und mit aufrichtiger Liebe vollkommen im Dienst des Kampfes von Gott und Seinem Licht gegen das Böse, die Finsternis zu stehen, und dass diese Seelen felsenfest daran glauben, dass Maria von Gott zur Herrin aller Seelen, zur unbestreitbaren Führerin in diesem Kampf gegen die Finsternis und zur Führerin bei der persönlichen Vervollkommnung, der Erschlieβung der Erlösung und der Heiligung in einzelnen Seelen und zur Vertreterin der Göttlichen Macht den Seelen gegenüber erhoben worden ist, damit Sie die Seelen aufgrund dieser Eigenschaften und Fähigkeiten zur vollkommenen Vermählung mit Christus führen kann.

Diese These lieβe sich als Grundprogramm der Wahrheit betrachten, für deren Bekanntgabe und Verteidigung ich selber, Myriam, mein ganzes Leben hingebe, weil die Himmelskönigin Selbst mir diese These als die Göttliche Wahrheit diktiert und erklärt hat.

Es ist nützlich, an dieser Stelle daran zu erinnern, dass die Himmelskönigin einst darauf hinwies, dass viele Seelen den Irrtum begehen, Sie als kaum mehr als eine Art von Folklorefigur zu betrachten, als ein Wesen, an das nur dann gedacht wird, wenn man aus Himmlischen Sphären Hilfe für die Befriedigung bestimmter weltlicher Bedürfnisse braucht. Sie betonte diesbezüglich, dass sich die Seelen dessen viel bewusster werden sollten, dass Sie in Wirklichkeit voll und ganz Gottes Anwesenheit und Wirken vergegenwärtigt, da Gott in der Ordnung der Gnade voll und uneingeschränkt in Ihr lebt und Sie dadurch die vollendete Brücke zwischen Gott und den Seelen ist.

Zu Lichtmess 2008 sprach die Herrin aller Seelen machtvolle Worte, die Sie folgendermaβen verzeichnen lieβ:

4. Strafrede gegen alle Kräfte, welche die vollkommene Weihe an Maria bekämpfen

"Es wirken Kräfte und Bewegungen, welche die vollkommene Weihe an Maria, die Berufung durch Maria, das Leben für Maria und den Kampf für die Anerkennung von Marias Erhabenheit so betrachten und auslegen, als würde es sich bei all dem um Irrlehre und Ketzerei handeln. Diese Kräfte und Bewegungen bedienen sich der Listigkeit Satans, um zu 'beweisen', dass ein Leben mit Maria als Mittelpunkt eine gefährliche Verirrung sei, welche die Seele von der Lehre der wahren Kirche Christi abtreiben lässt. Ich will die Seelen darauf hinweisen, dass sich diese Kräfte und Bewegungen in ihrer sogenannten Beweisführung auf die schwere Täuschung stützen, die vollkommene Nachfolge Mariä würde die Seelen von Christus wegführen. Wie könnte dies denn sein, wo Gott Selbst Mich im Herzen eins mit Jesus gemacht und Mich in der Fülle mit dem Heiligen Geist bekleidet hat?

Der Allerhöchste hat Mich als die goldene Brücke zu Gottes Herzen, zum wahren Göttlichen Leben vorgesehen. Wie kann jemand die andere Seite des Flusses erreichen wenn er die Brücke abreiβt? Siehe, das Wasser, das die Seelen von Gott trennt, tost und peitscht, denn es ist das Wasser der Sünde und Versuchung, der Täuschung und Irreführung, der Lügen und Listen Satans. Dieses Wasser ist ständig im Sturm, sodass keine Seele lange in ihm überleben kann. Die andere Seite des Flusses, das Reich des Göttlichen Lebens, lässt sich somit kaum schwimmend erreichen; die Seele kann Gott nur über eine Brücke erreichen. Viele Brücken werden den Seelen vorgetäuscht, aber sie sind wacklige Brücken des Todes. Nur eine einzige Brücke hält vollkommen zuverlässig über dem tosenden Wasser stand: die Brücke Meines Herzens.

Vollkommene Weihe an Maria ist eine Reise über die Brücke Meines Herzens. Die Lehre der vollkommenen Nachfolge Mariä, so wie Ich sie durch Mein Werkzeug unterrichte, ist nicht unvereinbar mit der Lehre der wahren Nachfolge Jesu Christi, ganz im Gegenteil: Die Lehre der vollkommenen Nachfolge Mariä ist die Lehre der Hoffnung, die Lehre des festen Glaubens an die Möglichkeit für die Menschenseele, vollkommen in Gott und in das Göttliche Leben aufgenommen und untergetaucht zu werden. Gott hat Mich, Maria, zu einem groβen Zeichen für den Aufstieg der erschaffenen Seele in Gottes Herz gemacht, und somit für die vollkommene Heiligung.

Ich fordere Meinen höllischen Gegner heraus, Mir nachzuweisen, wie denn dieser Weg von dem Weg, der Wahrheit und dem Leben abweichen sollte? Wie kann die Seele, die Maria zum Mittelpunkt ihres Lebens macht und es anstrebt, Ihr vollkommen nachzufolgen, irgendwo anders als im Mittelpunkt von Gottes Herzen landen? Ist dies nicht die gröβt mögliche und vollkommenste Vereinigung mit Jesus Christus?

Lämmer Christi, seid wachsam gegen jede Kraft, die Mir, Maria, feindselig ist, denn diese führt euch an erster Stelle von Gott Selbst weg und unmittelbar zu Meinem Gegner, Satan. Jede Kraft oder Bewegung, die Seelen verketzert weil diese Maria zum Mittelpunkt ihres ganzen Tuns und Lassens gemacht haben während sie nichts anders bezwecken, als ihr Leben für die Werke von Gottes Werken und für die Verwirklichung von Gottes Plänen zu geben, ist eine Kraft bzw. Bewegung, die aus den Abgründen der Finsternis aufwallt. Höre nicht auf die Schlange, welche die Nachtigall nachahmt, denn ihr Gesang verleugnet und verwundet Christus noch während sie Seinen heiligen Namen ausspricht".

Mehrere Jahre später bot die Herin aller Seelen mit Bezug auf die Verkennung der vollkommenen Weihe an Sie als Goldschatz die nachfolgenden Worte zur Erwägung:

An so vielem wird Anstoβ genommen, weil es nicht als die Goldgrube erkannt wird, die es in Wirklichkeit ist. Die vollkommene Weihe an Maria ist so eine Goldgrube, ebenso wie die ganze Lehre der Wissenschaft des Göttlichen Lebens. Weil diese beiden jedoch die liebevolle und protestlose Annahme aller Prüfungen und Kreuze des Lebens voraussetzen, stellt manche Seele diese überaus gnadeneiche Reise bald ein. Man kann die Seelen bekanntlich nicht zu Ihrem Glück zwingen... Selig diejenigen, die das Licht begierig in sich auftrinken statt eine Sonnenbrille aufzusetzen und sich dann darüber zu beklagen, dass auf ihrem Lebensweg alles so dunkel und farblos bleibt. Satan lässt nichts unversucht, Seelen für dasjenige blind zu machen, was ihnen die gröβten Gnaden einbringen kann und ihnen für all dasjenige Angst einzuflöβen, was ihnen eine besondere Anstrengung abverlangt.

Es machen sich da die eindeutigsten Züge der Unterschrift der Finsternis bemerkbar: Das wahrhaftig Himmlische wird für die Seelen vertuscht, damit sie nur das Weltliche als die 'einzige und volle Wirklichkeit' erkennen; es wird in ihnen eine Selbstsucht gesät, die hinreichend groβ ist, damit sie bestimmt nicht dazu kommen, für ihre Mitgeschöpfe zu leiden, geschweige denn für einen Gott, den sie nicht einmal sehen oder hören können, und auf unzählige Weisen wird die Liebe in ihnen getötet, damit sie möglichst weit von Gottes Gesetz entfernt werden. Die Seele, der es nicht gelingt, über dies alles hinauszusteigen, wird nie den Wert, die Bedeutung und die Himmlische Quelle von Thesen erkennen, welche die vollkommene Weihe an Maria predigen und die betonen, wie unbedingt notwendig es ist, die Prüfungen des Lebens mit Liebe, ohne Auflehnung und in vollkommener Selbstverleugnung zu tragen.

5. Über das Wesen Mariä

Den wichtigsten Beweggrund um sich vollkommen der Heiligen Jungfrau Maria für ein Leben vollkommener, bedingungsloser Weihe hinzugeben, durch welche das ganze Tun und Lassen und sämtliche inneren Verfassungen der Seele unbeschränkt in Ihren Dienst gestellt werden, kann eine Seele ohne jeden Zweifel in einem tieferen Wissen um das Wesen Mariä finden. Was könnte eine Seele denn mehr dazu anregen, sich der Gottesmutter zu verschenken, als ein Wissen, das sie von der Erhabenheit derjenigen überzeugen kann, die kraft des Bundes der vollkommenen Weihe die unbestreitbare Herrin ihres ganzen Wesens und ihres ganzen Lebens werden, sein und bleiben soll?

Die Herrin aller Seelen sprach im September 2006 die nachfolgenden Worte zur Erwägung:

"Die einzige Wahrheit Gottes ist eine Sonne, welche die ganze Schöpfung durchstrahlt. Ihr Licht macht das Leben möglich. Jeder Strahl ist ein Element der Wahrheit. Alle diese Strahlen entspringen derselben Quelle: der Quelle des Lebens, der Ewigen Wahrheit, des Göttlichen Lichts. Der eine Strahl besteht nicht ohne den anderen. Jeder Strahl umfasst an sich die Fülle der Wahrheit, wie auch jedes Partikelchen der Heiligen Hostie die Fülle der Gottheit umfasst. Bedenke, dass ein einziger von diesen Strahlen die Kenntnis Meiner wahren Natur ist, der Wahrheit über Maria, der mächtigen Herrin aller Seelen, der Auserkorenen Gottes, der Bevollmächtigten der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Die Sonnenstrahlen von Gottes Wahrheit erreichen die Seelen in immer weniger reinem Zustand, denn Satan, die Quelle aller Unwahrheit, allen Chaos, aller Verwirrung und Täuschung sprüht Wolken von Staub über die Erde".

Die Heilige Jungfrau Maria wurde geboren, und hat Ihr Leben auf Erden gelebt, als erschaffene Menschenseele in einem Körper, der Sie voll und ganz als Mensch erkennbar machte. Der tiefe Kern Ihres Wesens wich allerdings in einem Punkt gründlich vom 'üblichen' menschlichen Wesen ab: Sie besaβ die Unbefleckte Empfängnis, die vollkommen unverletzte Natur der Seele, die Sie zum Spiegelbild der Heiligkeit machte, das dem Wesen Gottes so ähnlich war wie dies für eine geschaffene Seele überhaupt möglich ist. Aus diesem Grund sagte die Herrin aller Seelen einst zu Myriam, Sie sei 'menschlich von Natur aus', aber gleichsam 'vergöttlicht in der Ordnung der Gnade'.

Die Heilige Jungfrau versteht unter 'Vergöttlichung' die vollkommene Verwirklichung vom Bild und Gleichnis Gottes in der menschlichen Natur, die Verschmelzung mit der Quelle allen Lebens, die Gott Selber ist. Je mehr die Seele den Göttlichen Willen in ihr Herz aufnimmt und aus allen Kräften ihres ganzen Wesens versucht, diesen Willen zum einzigen Anreiz ihres Lebens zu machen, desto mehr verschmilzt sich die Seele mit Gott Selbst. Bei 'Vergöttlichung' handelt es sich somit nicht darum, dass 'ein Mensch zum Gott wird bzw. wie Gott sei', sondern um einen Zustand, in welchem in der Menschenseele der von Gott erhaltene Keim der Heiligkeit die höchste Blüte erreicht hat, die für das Erschaffene überhaupt möglich ist.

Wenn die Heilige Jungfrau sagt, dass Ihre Seele 'in der Ordnung der Gnade vergöttlicht ist', meint Sie damit, dass Gott die Natur ihrer Seele so vollkommen geschaffen und kraft des einmaligen Vorrechtes der Unbefleckten Empfängnis so vollkommen und uneingeschränkt für die Göttlichen Werke wirksam und fruchtbar gemacht hat, dass Ihre Natur innerhalb des Göttlichen Heilsplans und in der Beziehung zu den Elementen der Schöpfung wie ein (wenn auch erschaffenes) Spiegelbild der Wesenszüge Gottes wirkt.

Im Dezember 2005 sagte Sie mit Bezug auf Ihr 'vergöttlichtes' Wesen wortwörtlich:

"(...) Meine Unbefleckte Empfängnis und Meine ewige Sündenlosigkeit. Diese beiden Eigenschaften sind dafür verantwortlich, dass Mein Wesen dem Idealbild 'des Seins und des Lebens nach dem Bild Gottes' entspricht: Ich bin ein Geschöpf, und somit nicht Göttlich von Natur aus. Gott hat Mich aber in der Ordnung der Gnade 'vergöttlicht'. Das heiβt, dass Er Mir das einmalige Privileg geschenkt hat, Seinem Wesen so nahe zu kommen, dass Ich, obgleich Ich keinen Anteil an Seinem Göttlichen Wesen habe, trotzdem mit der Macht bekleidet bin, die mit diesen Zügen verbunden ist".

Im Juli 2006 formulierte Sie es folgendermaβen:

"Gegenüber der verletzten Frucht des Baumes aus dem Irdischen Paradies stellte Gott die vergöttlichte, unverletzliche Frucht der Unbefleckten Empfängnis".

Im September 2006 sprach der hl. Erzengel Michael zu Myriam, und verwies in seinen Worten auf die Heilige Jungfrau als 'die Menschentochter', was gleich an eine Parallele zu Jesus als 'Menschensohn' erinnert. Maria Selbst sprach anschlieβend die nachfolgenden Worte:

"Wenn Michael Mich als 'die Menschentochter' bezeichnet, verweist er damit auf den vergöttlichten Keim, aus dem sich Mein Wesen gebildet hat. Meine Seele ist anders geschaffen worden als die übrigen Menschenseelen. Meine Seele ist aus der Quelle des Lebens gebildet worden, allerdings mit Beimischungen der Göttlichen Natur, die sich nicht mehr von der menschlichen Natur scheiden lieβ, ebenso wenig als sich Milch und Wasser nach ihrer Vermischung noch voneinander scheiden lassen: Man sieht, schmeckt und riecht nach wie vor die Natur der Milch, und die Mischung verhält sich in jeder Hinsicht wie Milch. So wurde Meine Seele in den Keim eines menschlichen Körpers hineingepflanzt. Jede Menschenseele, die erschaffen wird, wird mit der menschlichen Natur verkleidet, das heiβt, dass sie sämtliche Wesenszüge des 'Menschen' zum Träger bekommt. Diese Wesenszüge setzen sich aus den Eigenschaften zusammen, die Gott als kennzeichnend für das Wesen des 'Menschen' vorhergesehen hat, erhalten aber ihre endgültige Form unter Einfluss aller möglichen Änderungen, denen diese Eigenschaften unter Einwirkung des Standes der Gnade, in dem sich die Menschheit als Ganze befindet, unterliegen. Dazu kommen noch die erblichen Eigenschaften, welche die Verfassung des stofflichen Körpers bestimmen, und die wiederum mit den Merkmalen der Seele in Wechselwirkung treten, um zusammen das Wesen des Individuums zu bestimmen.

Die gröβte Änderung ist diese, welche von der Erbsünde ausgeht. Dadurch, dass der Schöpfer Meine Seele bei Ihrer Schöpfung von diesen Einflüssen von Seiten des herabgesunkenen Standes der Gnade der ganzen Menschheit loslöste, konnte Er Meine Seele vor einer Unmenge von verunstaltenden menschlichen Zügen bewahren und war Meine Seele von Anfang an Trägerin eines auβerordentlich groβen Anteils lauterer, unbefleckt heiliger, sogar unversehrt Göttlicher Merkmale.

Der Erzengel weist darauf hin, indem er seine Herrin als 'die Menschentochter' bezeichnet: als diejenige, die in einmaligem 'vergöttlichtem' Zustand in das Fleisch eines Menschen eingebettet und somit die 'Tochter des Menschen' wurde, während Sie nach wie vor einen einmaligen Anteil Göttlicher Eigenschaften in sich trug, unantastbar für jeglichen schwächenden und verunreinigenden Einfluss, weil Sie zum allertiefsten Kontakt, zur vollkommenen Verschmelzung mit der Fülle der Gottheit Jesu und des Heiligen Geistes vorbestimmt war. Jesus war der Menschensohn, weil Er als Gott aus einem Menschen für das Leben in einem stofflichen Körper geboren wurde. Ich bin die Menschentochter, weil Ich auf die allerreinste Art und Weise aus der Quelle der Göttlichen Macht hervorquellend mit einem Mindestanteil menschlicher Merkmale, gerade noch reichend, damit Ich als Mensch erkennbar bleibe, im Fleisch geboren bin. Meine Natur ist menschlich, allerdings in einem so auβerordentlichen Ausmaβ mit der Gottheit bekleidet, dass Ich auf der Ebene der höheren Fähigkeiten der Seele, des Herzens und des Geistes als 'die Tochter Gottes, im Fleisch aus einem Menschen geboren' betrachtet werden konnte.

Die Bezeichnung 'Menschentochter' weist auf eine einmalige Einheit von einerseits Göttlichen Einflüssen in unversehrter Form und andererseits dem notwendigen Mindestmaβ an Wesenszügen eines weiblichen Menschen hin, vollkommen oder 'vergöttlicht' bis hin zu bestimmten körperlichen Merkmalen. Aus diesem Grund bin Ich vollkommen heilig. 'Heilig' ist als 'in vollkommenem Einklang mit dem von Gott mit dem Heil bezweckten Endziel' zu verstehen. Eine vollkommen heilige Seele ist eine Seele, in der die Zielsetzungen von Gottes Heilsplan vollkommen verwirklicht sind. Diese Seele ist in einem so hohen Ausmaβ jeglicher Hemmungen der menschlichen Natur entledigt, dass sie sich den Wesenszügen von Gott Selbst immer mehr nähert. In den wahren Heiligen verwirklicht sich dieser Zustand im Laufe ihres irdischen Lebens. In Mir hatte sich dieser Zustand bereits vor Meiner Geburt im Fleisch verwirklicht, und sämtliche Züge der Gottheit entfalteten sich in Mir unaufhörlich weiter in dem Maβe, wie sämtliche Göttlichen Mysterien in Mir weiter aufblühten und sich vollkommen erfüllten.

Diese Entwicklung konnte sich in Meiner Seele blitzschnell vollziehen, weil Ich in Mir nicht den hemmenden Einfluss der Erbsünde trug. Das alles erklärt, weshalb das Wesen der Gottheit, das unergründlich ist, nur über den Weg der Kenntnisse über Mein Wesen einigermaβen erfasst werden kann. Dasjenige, was in Gott nicht ausfindig gemacht werden kann, weil es sich gleichsam in der Unendlichkeit verliert, kann in Meinem Wesen aufgrund Meiner Berührungspunkte mit der menschlichen Natur gerade noch im Keim gefasst werden. Trotzdem ist dieses Wissen nie zuvor offenbart worden, und wird es nur von den Seelen verstanden werden, von denen Ich will, dass sie sich Mir wirklich nähern. Alles Wissen von groβen Mysterien bringt für die wissende Seele Verantwortlichkeiten mit sich. Diese Verantwortlichkeiten können nur dann nicht schädlich werden, wenn die Seele dieses Wissen für ihr Wachstum in der Liebe, in der Unterwerfung und in der vollkommenen Weihe benutzt, ebenso wie im Leiden, also in der Heiligkeit bzw. in einer Weise, welche der Verwirklichung der Zielsetzungen des Heils zuträglich ist (...)".

Am nächsten Tag kam die Himmelskönigin auf Ihre vorhin zitierten Worte zurück, mit der nachfolgenden aufschlussreichen Erläuterung:

"Weil sogar für viele Meiner Diener die Bedeutung Meiner Worte der vorigen Nacht verschleiert bleiben wird, werde Ich sie mit einem Bild erläutern. Die Menschentochter ist nicht Gott, aber Sie trägt in Sich die Merkmale der höchst möglichen Vergöttlichung. Wenn du einen erleuchteten Raum betrachtest, siehst du die Auswirkungen des Lichts, während das Licht selbst in seinem Wesen unfassbar bleibt. Wenn du den prächtigen Regenbogen siehst, der durch ein Prisma, durch welches das Sonnenlicht scheint, auf eine Mauer oder auf einen Fuβboden gezaubert wird, siehst du verschiedene Elemente, woraus sich das Sonnenlicht zusammensetzt, während das Licht selbst ungreifbar bleibt. Nicht nur das tiefe Wesen des Lichts bleibt verborgen, darüber hinaus kann ohne das Prisma als Zwischenschritt nicht ermittelt werden, dass dieses Licht aus einer Anzahl unterschiedlicher Farben aufgebaut ist. So fühlst du auch die Wärme des Sonnenlichts, ohne dass die Quelle von all dem und das Wesen dieser Wärme völlig und ganz bis in den Kern ergründet werden können.

Niemals können alle Fragen über das tiefe Wesen davon gelöst werden, denn letztendlich scheitert der Verstand am Unfassbaren, Nichtstofflichen, dem Mysterium, das eine unsichtbare Hinzufügung aus Gottes Hand ist. So ist es auch mit Meinem Wesen: Ich mache das Göttliche für die Seelen greifbar, ohne dass das tiefste Geheimnis Meines Wesens auf menschliche Weise erklärt werden kann. (...)"

Die im Dezember desselben Jahres von der Heiligen Jungfrau gesprochenen Worte klären dieses Phänomen etwas näher auf:

"Meine Unbefleckte Empfängnis war das erste überwältigende Zeugnis des Lichts gegenüber der Finsternis. Sie war bereits vor der Schöpfung des Menschen den Engeln verkündet worden, obwohl ihnen zu dem Zeitpunkt noch nicht die Tiefe des Mysteriums offenbart wurde. Sie war der wahre Anfang des Heilsmysteriums, des groβen Erlösungsplans.

Zunächst musste eine Menschenseele vollkommen vom Göttlichen Licht erfüllt und dadurch vollkommen und für Zeit und Ewigkeit vor aller Finsternis bewahrt werden, damit aus diesem Ozean Göttlichen Lichts, der bereits zur gleichen Zeit Mensch und gleichsam 'vergöttlicht' war, das Licht der Welt, Jesus Christus, die Erlösung vollziehen kann. In Meiner Unbefleckten Empfängnis war Ich der 'vergöttlichte' Mensch, aus Mir wurde der Mensch gewordene Gott geboren. Die vollkommene Hochzeit zwischen Gott und dem Menschen wurde somit in Mir angefangen, im Mensch gewordenen Jesus vollendet, und soll in Mir als Herrin aller Seelen für ewig bestätigt werden.

Jede Seele begegnet auf dem Weg zur Vollendung des Göttlichen Lebens drei Meilensteinen: der Schöpfung, der Erlösung und der Heiligung. In Mir waren diese drei bereits bei Meiner Unbefleckten Empfängnis vollkommen verschmolzen. Meine Unbefleckte Empfängnis verkörperte die absolute Vollendung der Seele. Es lieβe sich somit sagen, dass das Göttliche Leben in Mir bereits vor Meiner Geburt im Fleisch vollendet war. Deswegen brauchte Ich nicht ein Leben zur Verwirklichung jenes Zieles zu führen, wozu jede Seele erschaffen wird: zu ihrer Beteiligung an der Vollendung des Plans, den Gott mit ihr hat.

Mein Leben auf Erden hatte nur einen einzigen Zweck: Ich sollte den Erlöser gebären, damit alle Seelen durch Annahme des zweiten Schrittes, der Erlösung und Mitwirkung an demselben zum dritten Schritt, der Heiligung, hinaufsteigen können. Bei Meiner Unbefleckten Empfängnis hatte Ich vom Allerhöchsten all dasjenige erhalten, was für Meine einmalige Lebensaufgabe notwendig war. Ich sollte es aber selber durch Mein Ja-Wort gegenüber dem Erzengel Gabriel bestätigen. 'Mir geschehe, wie du es gesagt hast' waren die Worte, mit denen Ich den heiligen Vertrag unterschrieb, der die Göttliche Schatzkammer Meiner Unbefleckten Empfängnis zu ihrem vollständigen Ertrag führen sollte. Mein Ja-Wort war der Akt, durch den Ich Meine gleichsam hochgradig 'vergöttlichte' Seele vollkommen mit der Fähigkeit Meines menschlichen Körpers, für das Heil der Seelen zu leiden, verschmelzen lieβ. Ich hätte das Leben einer Königin führen können. Ich war unbefleckt empfangen, vollkommen heilig, und bedurfte somit nicht einmal der Erlösung. Millionen und abermals Millionen von Engeln waren Mir als Diener unbeschränkt zu Füβen gelegt worden. Ich hatte Macht über alles erhalten, über Seelen und die unbeseelte Natur. Durch Mein Ja-Wort habe Ich jedoch, genauso wie Jesus es später tun sollte, ein Leben der Dienstbarkeit angenommen".

Im Januar 2007 wurde mir eine kurze aber wunderschöne Vision geschenkt, in welcher ich Engel sah, die zu Marias Füβen auf den Knien liegend, wiederholen: "Sancta, sancta, sancta es Maria, Dei Genitrix et Domina Animarum" ("Dreimal heilig bist Du, Maria, Mutter Gottes und Herrin aller Seelen"). Maria sagt darauf zu mir:

"Die Engel nennen Mich 'drei mal heilig', und weisen dadurch auf die vergöttlichte Natur Meines Wesens hin: Ich bin mit den Eigenschaften des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes verschmolzen, und jede der Göttlichen Personen hat Sich in Mir ergossen, bis an die Grenzen von dem, was in der Hochzeit zwischen Gott und einer erschaffenen Seele überhaupt möglich ist. Der Vater hat Mich erschaffen in der Herrlichkeit der Unbefleckten Empfängnis, der Sohn ist mit Mir verschmolzen im Mutterschoβ und der Heilige Geist hat die Menschwerdung Christi in Mir vollzogen durch eine vollkommene Vermählung mit Mir in der Seele, im Herzen, im Geist und im Körper. Ich bin der Tabernakel der Heiligen Dreifaltigkeit, und in dem Sinn 'drei mal heilig'.

Wo liegt der Unterschied zwischen Meiner Natur und der Natur Gottes? Der Unterschied liegt darin, dass Gott keinen Anfang hat, aber aus Sich Selbst existiert, während Ich durchaus einen Anfang habe und dass dieser Anfang Mir vom schöpfenden Gott gegeben worden ist. Gott ist aus nichts auβerhalb Sich Selbst entstanden, Ich dahingegen bin aus Gott entstanden. Gottes Herrlichkeit existiert an sich und ist von Ihm Selbst ausgegangen, Meine Herrlichkeit ist 'vergöttlicht' und somit ebenfalls unendlich, aber Meine Herrlichkeit hat einen Anfang: sie ist in Gottes Gedanken entstanden und hat ihre Saat in Meiner Unbefleckten Empfängnis erhalten".

Im Mai 2007 schenkte die Gottesmutter abermals eine treffende Erläuterung:

"Ich weise nochmals mit Betonung darauf hin, dass Ich von Gott dazu berufen worden bin, die Mission Jesu in der streitenden Kirche zu vollenden, das heiβt, die Erlösung und Heiligung in den Seelen in den letzten Zeiten zum Abschluss zu bringen. Jesus hat Mir die Seelen vom Kreuz herab anvertraut, in Anbetracht der Vollendung Seiner Werke. Die Mensch gewordene Göttliche Natur hat das Heilswerk begonnen, die 'vergöttlichte' menschliche Natur muss es beenden, denn der groβe Triumph Gottes wird daraus bestehen, dass die erschaffene menschliche Natur die Finsternis restlos besiegt, demütigt und sie sich unterwirft. Deswegen bin Ich von Gott zur Herrin aller Seelen erhoben worden".

In einer Vision im April 2008 zeigte mir die Herrin aller Seelen zwei Rosen, von denen Sie sagte, die eine stelle Gott vor, die andere Sie Selbst. Trotzdem sahen sich die beiden Rosen vollkommen ähnlich, bis Sie mich 'auf einer tieferen Ebene der Wirklichkeit' schauen lieβ (so drückte Sie es aus). Da sah ich wie die eine Rose an sich sichtbar blieb und die andere mit dem Boden verbunden war, der allerdings durchsichtig zu sein schien, als wäre der Boden nicht stofflich; Maria sprach:

"Schau, Gott hat Mich als eine identische Kopie von Sich Selbst erschaffen. Es gibt keinen Unterschied in den Auswirkungen Unserer Eigenschaften, Merkmale und Beschaffenheit. Der einzige Unterschied liegt in der tiefen Art Unseres Wesens: Gott existiert in Seiner ganzen Herrlichkeit und Vollkommenheit selbständig, während Ich mit dem Boden von Gottes Herzen verbunden bin. Begreife das richtig: Mein ganzes Wesen ist Träger von Eigenschaften und Zügen von Gott Selber, indem es aus Gott hervorquillt und es die Fülle des Göttlichen Lebens durch die Wirkung der Gnade in sich aufgenommen hat, und zwar bedingungslos und für ewig. Das ist die wahre, tiefe Bedeutung der Worte 'Maria, voller Gnade': Ich bin VOLLKOMMEN von allem ERFÜLLT, was aus Gott hervorquillt, nicht von Natur aus, sondern aufgrund Meiner vollkommenen Verbundenheit mit dem tiefsten Wesen von Gott Selbst. Darum sind die beiden Rosen identisch: die Rose Meines Wesens ist aus der aus Gottes Herzen bezogenen Nahrung gebildet worden, in dem äuβersten Ausmaβ, das für eine geschaffene Seele überhaupt möglich ist. Meine Rose ist vergöttlicht, ihr Wesen und ihre Bestandteile sind Träger der Fülle von Gottes Merkmalen mit Ausnahme des Göttlichen Ursprungs: Meine Rose bedarf der vollkommenen Verbundenheit mit dem Herzen Gottes, um diese Göttlichen Eigenschaften ununterbrochen zur Wirkung zu bringen".

Im August 2006 sprach Maria die treffenden Worte:

"In Meinem Wesen ist der Aufgang der Menschenseele zu ihrem Schöpfer vertreten: die menschliche Natur, die immer mehr Eigenschaften des Göttlichen erwerben kann in einem Aufgang zu den höchsten Gipfeln der Heiligkeit. In Mir herrschte die Heiligkeit in vollendetem Ausmaβ ab Meiner Empfängnis, und trotzdem ist Meine Natur die der erschaffenen Seele. Das macht Mich zur idealen, von Gott vorgesehenen Treppe zum Thron Gottes".

Bereits im Februar desselben Jahres hatte die Himmelskönigin verkündet:

"Ich bin die einzige Menschenseele, die ab ihrer Empfängnis bis in die Ewigkeit nie anders als absolut vollkommen gewesen ist. Aus diesem Grund entspricht es vollkommen Gottes Gesetz, dass Ich in den letzten Zeiten Herrin über alle Seelen sein soll".

Einst zeigte die Herrin aller Seelen die wahre Art Ihres Wesens im Vergleich zu Gott im nachfolgenden Bild: Wenn wir das Reich Gottes wie einen Staat betrachten, so wäre Gott das Staatsoberhaupt, und Maria die Botschafterin, die Gott und Sein Reich den Menschenseelen gegenüber vertritt.

Noch ergänzend zu diesem Punt bezüglich des Wesens Mariä lässt die Herrin aller Seelen auf Folgendes hinweisen:

Die Himmelskönigin betonte bereits in mehreren Ihrer Inspirationen, dass Gott etwas von Sich in jedes Geschöpf prägt. Dieses 'Etwas' ist gleichsam die Unterschrift des Entwerfers dieses Geschöpfes, das nichts weniger ist als ein Werk Gottes. Aufgrund dieser Realität lieβe sich die Wissenschaft des Göttlichen Lebens als das Ganze der Belehrungen betrachten, durch welche eine Seele Gott dadurch besser kennen lernen kann, dass diese Belehrungen ihr Wissen vom seelischen Leben als Werk Gottes vertiefen helfen. Die Seele kann durch Vertiefung ihres Wissens von Gottes Werken Gott Selbst näher kennen lernen. Aus diesem selben Grund bildet ein tieferes Wissen von der tieferen Natur Mariä als des gröβten Wunderwerks aus Gottes Hand eine goldene Brücke zum wahren Wesen von Gott Selbst und zu einem tieferen Verständnis und einem tieferen Wissen von diesem Wesen.

Wenn man sich dies immer vor Augen hält, wird man sich auch leichter dazu anregen können, ständig zu versuchen, in jeder Einzelheit des Lebens Maria strikt nachzufolgen, in der Erkenntnis, dass man auf diese Weise auch der Nachfolge vom tiefen Wesen von Gott Selbst immer näher kommt.

In diesem Sinn auch, weist die Herrin aller Seelen darauf hin, dass ein tiefes Leben und eine tiefe Anwendung der vollkommenen Weihe an Sie, wenn und in dem Maβe, wie diese wirklich aufrichtig in der Seele lebt, nichts anderes als eine konkrete alltägliche Anwendung des Göttlichen Gesetzes. Gerade aus diesem Grund bildet eine aufrichtige und in sämtlichen Einzelheiten des Lebens in die Praxis umgesetzte vollkommene Weihe an Maria den goldenen Weg eines lebenslänglichen alles beherrschenden Dienstes an Gottes Werken.

6. Tiefe des heiligen Vertrags der Weihe an MARIA

Die Herrin aller Seelen lässt die nachfolgenden zwölf Punkte aufführen, zur Betrachtung und zur Begründung der Notwendigkeit und des Wertes des heiligen Vertrags der Weihe zwischen der Seele und Ihr. Aus praktischen Gründen sind die Punkte numeriert. Die Nummern sollen jedoch nicht auf irgendeine Reihenfolge der Wichtigkeit schlieβen lassen.

6.1. Die drei Fragen bevor sich die Seele an Maria weiht

Viele Seelen weihen sich sehr leichtsinnig an Maria, aus Gründen, die wenig oder gar nichts mit irgendwelchem Sehnen danach zu tun haben, ihr Leben der Förderung der Verwirklichung von Gottes Werken zwecks Gründung Seines Reichs der vollendeten Liebe, des vollendeten Friedens und Glücks und der Gerechtigkeit auf Erden zu widmen. Oft wird die Weihe durch ein erstes Weihegebet eingegangen, von dem die Seele erwartet, es werde ihr irgendwie besondere Vergünstigungen einbringen, vorzugsweise noch während ihres irdischen Lebens und womöglich ebenfalls in Form eines automatischen Eintritts in die Ewige Glückseligkeit nach diesem Leben und bzw. oder aus der Erwartung heraus, die Tatsache, dass sie Maria geweiht ist, würde sie auf irgendwelche Weise in den Augen ihrer Mitmenschen zu etwas Besonderem erheben.

Dieses erste Weihegebet wird dann als Besiegelung der Weihe an Maria betrachtet, sodass die Seele ihre Weihe durch dieses eine Gebet für vollendet hält und nicht einmal anfängt, die Weihe dadurch wirklich zu leben, dass sie in ihren ganzen inneren Verfassungen und ihrem ganzen Tun und Lassen vollkommen und lebenslänglich in sämtlichen Einzelheiten ihres Lebens an der Heiligen Jungfrau und an der Verwirklichung von Gottes Werken der Liebe orientiert bleibt. Dies alles heiβt, dass unzählige Seelen in der Täuschung leben, sie wären an Maria geweiht, während sie diese Weihe nie richtig gestalten. Für Gott ist eine solche Weihe ein 'toter' Bund, ähnlich einem dürren Ast, der keine Früchte trägt.

Viele Seelen würden sich sogar nie Maria weihen falls sie völlig und ganz erkennen sollten, dass wahre Weihe ihnen nicht unbedingt weltliche Vorteile, sondern dahingegen eine besonders ernste Verantwortung Gott gegenüber einbringt. Deshalb gilt in Gottes Augen der Ernst, in welchem eine Seele eine Weihe an Maria tatsächlich Tag für Tag in die Praxis umsetzt, als groβes Zeichen für das Maβ, in welchem diese Seele ihre Lebensaufgabe als Werkzeug im Dienst der Verwirklichung von Gottes Werken ernst nimmt und sie wahrhaftig für die Verwirklichung von Gottes Interessen lebt. Für die Heilige Jungfrau ist jede sogenannte Weihe an Sie, die ohne konkrete Anwendung bleibt, eine Quelle tiefen Schmerzes.

Im November 2006 lud die Herrin aller Seelen zur nachfolgenden ernsthaften Erwägung ein:

"Vollkommene Weihe ist ein Lebensziel und ein Lebensinhalt, an welche nicht leichtsinnig herangegangen werden darf, denn es handelt sich um einen Bund, der unmittelbar mit dem groβen Bund im Zusammenhang steht, den Gott durch das erlösende Leiden Jesu mit Seinem Volk geschlossen hat. Vollkommene Weihe ist ein Bund, durch den sich die Seele dazu bereit erklärt, vollkommen, bedingungslos und lebenslänglich in die Vollendung des Neuen Bundes eingegliedert zu werden. Die Seele, die sich Mir weihen möchte, soll sich zunächst drei Fragen stellen:

  1. Bin Ich dazu bereit, mein Leben bis in die Einzelheiten den Bedürfnissen von Gott und Maria aufzuopfern und also ein Leben in Annahme sämtlicher Kreuze und Prüfungen zu führen, ohne Widerstand oder Auflehnung?
  2. Bin Ich dazu bereit, Maria als meine absolute Herrin anzuerkennen und Ihr in Hingabe zu dienen, in Selbstverleugnung und blinder Unterwerfung in allem, was ich tue oder eben nicht tue?
  3. Habe ich Wünsche und Gewohnheiten, auf die ich nicht bereit bin zu verzichten? Solange die Antwort in diesem Bezug nicht ein ungeteiltes 'Nein' ist, soll die Seele Mich um die Gnade bitten, dazu fähig zu sein, ihr Leben und ihre Lebensanschauung bereitwillig völlig von Mir ändern zu lassen, nach Meinem Willen und Wohlgefallen. Solange die Seele dazu nicht imstande ist, kann sie Mir nicht geweiht sein, denn die Herrin aller Seelen kann nur mit Diener(inne)n arbeiten, die Ihr auf den leisesten Wink gehorchen und folgen, zu jeglichem Zeitpunkt und in welcher Weise auch immer.

Das Leben in vollkommener Weihe an Maria ist mit dem Leben vergleichbar, wie Gott es ursprünglich von den Menschenseelen erwartet hatte: Es handelt sich da um ein Leben, das vollkommen an der Verwirklichung von Gottes Plänen und der Vollendung Seiner Werke orientiert ist.

Seit der Einsetzung des Neuen Bundes ist dies mehr als je zuvor ein Leben in ausschlieβlichem Dienst des Göttlichen Heilsplans für die Vollendung der Erlösung in allen Seelen. Die Seele, die dazu bereit ist, Mir ihre eigenen Wünsche und Gewohnheiten unter die Füβe zu legen, wird bald erfahren, dass sie nichts verliert, sondern im Gegenteil Ozeane des Glücks und des Frohmuts erntet, und später eine Ewigkeit unbeschreiblicher Glückseligkeit im Himmel".

6.2. 'Sohn, siehe deine Mutter' als Schlüssel zur Vollendung des Erlösungswerks

Die Herrin aller Seelen wies bereits in mehreren Schriften darauf hin, dass das Mysterium der vollkommenen Weihe an Sie eigentlich im Augenblick entstand, wo Jesus vom Kreuz herab die Worte sprach Frau, siehe Deinen Sohn; Sohn, siehe deine Mutter. Mit diesen Worten betonte Er Seinen Wunsch, die Menschenseelen aller Zeiten mögen nach Seinem Dahinscheiden Seine Mutter auch als ihre Mutter und Zuflucht betrachten, und vertraute Er sie Ihrer Obhut an. Da die Mutter Christi vollkommener eins mit Ihm war als irgendwelche andere Menschenseele war Sie wie keine andere Seele geeignet um Seelen zur Einheit mit dem Herzen Christi zu führen.

Aus diesem Grund auch ist Sie mit Recht die Herrin aller Seelen, wobei 'Herrin' als umfassende Bezeichnung zu verstehen ist, in welcher Ihre einzigartigen Eigenschaften als innere Führerin, innere Lehrerin, beschützende und seelisch ernährende Mutter und Herrin des ganzen Lebenswegs und des ganzen Wesens der Seele enthalten sind, die sich bedingungslos, vollkommen und lebenslänglich Ihr verschenkt in einem Bund vollkommener Weihe, der tatsächlich in jeder Einzelheit des Lebens und sogar in den tiefsten, verborgensten inneren Verfassungen empfunden und gelebt wird.

Im Juli 2006 sagte die Herrin aller Seelen zum Beispiel diesbezüglich:

"Wenige Seelen haben je begriffen, dass Jesus mit Seinem Wort 'Sohn, siehe deine Mutter' eigentlich den Seelen den Schlüssel zur Vollendung Seines Erlösungswerks überreichte. Gott hat die Menschheit über drei Wege aus der Herrschaft Satans befreien wollen, dem es gelungen ist, durch die Einflüsterung der Erbsünde die Menschheit für alle Zeiten zu versklaven. Der erste Weg war dieser des Leidens und des Kreuzestodes Jesu, der zweite sollte die unaufhörliche Einwirkung des Heiligen Geistes sein und der dritte die vollkommene Weihe der Seelen an Mich, Maria".

6.3. Vollkommene Weihe als Vermählung mit Maria

Die Macht der Herrin aller Seelen wirkt sich besonders in den Seelen aus, die sich Ihr ungehemmt darbieten. Eine Weihe, die wirklich in lichtvollem Glauben vollzogen wird, führt die Seele in den Himmlischen Bereich hinein. Nur die wenigsten Seelen fassen richtig den Wert dieser Begegnung. In gewissem Sinne ist eine vollkommene Weihe an Maria wie eine Ehe der Seele mit der Himmelskönigin, vorausgesetzt, die Seele setzt den Weiheakt anschlieβend beharrlich in die Praxis des Alltags um: Die Seele verspricht der Braut des Heiligen Geistes ewige Treue, Liebe, Hingabe, ein Leben für Sie und mit Ihr schlechthin. Der Wert und die Bedeutung dieses Geschehens kann unmöglich überschätzt werden. Eine Ehe mit Maria ist hier tatsächlich in der tiefst möglichen Bedeutung des Wortes zu verstehen, nämlich als Verschmelzung.

Um das Bild der Ehe weiter zu entwickeln: Die vollkommene Weihe an Maria ist eine Ehe, von der Sich Gott erhofft, sie wird zur Quelle vieler Kinder. Diese Kinder sind die Strahlen von Licht und Liebe, die bei jeder Handlung, jedem Wort, jedem Gedanken, jedem Gefühl und jeder Bestrebung durch die Schöpfung gesandt werden, die im Kontext vollkommener und bedingungsloser Hingabe an Maria geboren werden. Deshalb lässt sich sagen, dass eine tief gelebte vollkommene Weihe an Maria jeder Einzelheit des Lebens der Ihr geweihten Seele einen sehr tiefen Sinn vermittelt. Nichts von all dem, was die Seele in einem solchen Kontext Maria gibt, geht verloren. Alles wird auf möglichst aktive Weise in die Erfüllung von Gottes Heilsplan eingebaut.

Aus diesem Grund ist die Himmelskönigin Mittlerin des Heils und lässt sich Ihre Rolle innerhalb der konkreten Erfüllung der Heilsgeschichte kaum überschätzen.

Wahre Weihe heiβt, sich ganz Maria verschenken, so vollkommen, dass die Seele nur noch von den Früchten aus Ihrem Herzen isst, welche Früchte der makellosen Liebe und somit des Göttlichen Lebens sind. Solange eine Seele sich selbst nicht hinreichend verleugnet hat, isst sie immer noch mindestens teilweise von den Früchten aus ihrem eigenen Herzen, die automatisch verunreinigt sind. Wahre Heiligung kann sich nur in dem Maβe vollziehen, wie die Seele von Maria isst. Bildlich gesprochen tut man dies zunächst dadurch, dass man Ihre Worte (Ihre Belehrungen, die als Wissenschaft des Göttlichen Lebens bekannt sind) in sich aufnimmt und diese restlos in die eigene Seele einbaut, sodass man letztendlich nur noch deswegen Saat aus jenen Früchten hervorbringt, weil die eigene Seele dabei ist, sich in ein Spiegelbild des wiedergeborenen irdischen Paradieses zu verändern.

Tatsächlich, Maria ist von Gott als die verkörperte Wiedergeburt des irdischen Paradieses gemeint: Das irdische Paradies war der Lebensstand der ersten Menschenseelen, der in dem Augenblick verloren ging, als diese Seelen ihre Einheit des Herzens mit Gott dadurch brachen, dass sie eine ihnen von Gott verbotene Handlung vornahmen (die Erbsünde). Maria wurde nicht nur unbefleckt empfangen, d.h. ohne die Wirkungen der Erbsünde, auβerdem lebte Sie als einzige Menschenseele Ihr ganzes irdisches Leben lang in tadelloser Einheit des Herzens mit Gott und sollte für ewig ein lebendiger Spiegel von Gottes Herzen, ein lebendiges Paradies sein.

Jede Seele, die alles daran setzt, ihr Herz zum Spiegel von Marias Herzen zu machen, geht gleichsam mit Ihr eine Gemeinschaft ein, auf eine Weise, die einem Leben in Himmlischer Ehe mit der Braut des Heiligen Geistes gleichkommt, was diese Seele mithin auf eine besondere Weise Anteil an der 'Erzeugung seelischer Kinder des Lichts' haben lassen wird.

6.4. Vollkommene Weihe als die aktivste Beteiligung an der Vollendung von Gottes Werken

Im April 2006 lieβ die Herrin aller Seelen Folgendes aufzeichnen:

"Weil Weihe in erster Linie eine Angelegenheit vollkommener Hingabe an Gottes Heilsplan für die Seelen ist, besteht das Wesen der vollkommenen Weihe an Mich aus einer uneingeschränkten Opfergabe der Seele in ihren ganzen Leiden und Prüfungen an Mich als diejenige, die dieses Leiden und diese Prüfungen heiligen und sie in Gottes Heilsplan einpassen kann, damit sie darin ihren richtigen Platz einnehmen, um möglichst viele Früchte zu tragen. (...)"

Im Juni 2006 betonte Maria:

"Jede Seele, die sich selbst Mir in vollkommener Weihe aufopfert, gibt sich selbst dem Licht hin, als Zeichen gegen die Finsternis".

Im November 2007 folgten diese Worte:

"Seelen, Ich habe euch wiederholt gelehrt, dass Gottes Werke für die Seelen erst dann ihre Auswirkung bekommen, wenn und insoweit die Seelen Gott gegenüber ihren Wunsch dazu bekannt geben. Der goldene Weg der Bekanntgabe dieses Wunsches ist die vollkommene Weihe der Seele, des ganzen Wesens mit allen Verfassungen und des ganzen Lebensweges an Mich. Durch ihre Weihe an Mich und die tiefe Anwendung derselben im Alltag stellt sich die Seele unter Meine Führung und Herrschaft und unter Meinen Schutz, sodass die Gnaden aus den Quellen der Göttlichen Liebe in ihrer edelsten Form zu den Seelen strömen können, um sie tatsächlich zu ihrer Erlösung und Heiligung zu begleiten".

Eine richtig gelebte Weihe an Maria öffnet Gott ja neue Türen, durch welche Er Seine Gnaden über die Seele und über die ganze Schöpfung strömen lassen kann. Die vollkommene Weihe an Maria ist wie ein solider Stein im Fundament der Ausführung Seines Heilsplans, der ja den wahren ständigen Frieden in die Herzen ergieβen und die Seelen gleichsam in den Vorhof zum Paradies hineinführen will. Gerade deswegen sollte sich eine Seele nie aus einer Augenblicksstimmung heraus Maria weihen, sondern gut überlegt aus einer dauerhaften Liebe zu Maria, zur ganzen Schöpfung und zu Gottes Werken und Plänen. Ohne eine dauerhafte Liebe und einen soliden Sinn für Selbstverleugnung wird die Weihe nie richtig gelebt und ist sie mit dem Schlieβen eines Vertrags vergleichbar, der nach dem Unterschreiben zerrissen oder aber einfach nicht eingehalten wird.

Nichteinhaltung eines weltlichen Vertrags ist gesetzlich strafbar. Nichteinhaltung des heiligen Bundes der Weihe ist der Bruch eines heiligen Vertrags und lädt eine Schuld auf die Seele. Durch die Weihe hat sich die Seele vollkommen, lebenslänglich und bedingungslos zum aktiven Einsatz zwecks Erfüllung von Gottes Werken verpflichtet. Wenn sie dies in ihrem alltäglichen Leben nicht in die Praxis umsetzt, ist sie für Gott kein zuverlässiges Werkzeug. Sie ist dann wie ein verrosteter Nagel, der bricht sobald man versucht, ihn zu verwenden: unzuverlässig und nutzlos.

Einst sagte die Himmelskönigin privat zu Myriam:

"Wahre Weihe vollzieht sich nicht in Worten, sondern in den tiefen Verfassungen der Seele, die in allen Aspekten des Lebens spontan, bewusst und freiwillig mit Meinem Herzen verbunden lebt und vom aufrichtigen Sehnen danach angetrieben wird, durch ihr ganzes Verhalten, alle ihre Worte und alle ihre inneren Verfassungen Gottes Werken zu dienen".

Die Herrin aller Seelen sagte einst buchstäblich, das Wort Jesu Es gibt keine gröβere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt werde nirgendwo mit mehr Kraft erfüllt als in der tief und aufrichtig gelebten vollkommenen Weihe einer Seele an Sie. Wenn eine Seele ihr ganzes Leben Maria hingibt, gibt sie dadurch, in dem Maβe, wie sie sich wahrhaftig aufrichtig und bedingungslos danach sehnt, es zu tun, Maria die Macht, die souveräne Herrin einer jeden Einzelheit ihres Lebens und eines jeden Elements ihres Wesens zu sein, was gleich bedeutet, dass sich diese Seele unmissverständlich dazu bereit erklärt, ihr ganzes Leben aus der Hand zu geben und mit sich alles geschehen zu lassen, was die Himmelskönigin für das Nützlichste und Wertvollste hält im Hinblick auf das Einschalten des Wesens und des Lebens dieser Seele in die Vollendung von Gottes Heilsplan.

6.5. Vollkommene Weihe als Vervollkommnung des Christseins

Die nachfolgenden äuβerst wichtigen Worte datieren aus dem März 2009 und zeigen, dass die unvergleichliche Bedeutung der vollkommenen Weihe an Maria völlig und ganz auf der Einheit des Herzens zwischen Maria und Christus basiert, ebenso wie auf der Tatsache, dass Ihre Mission gerade daraus besteht, die Erlösungswerke Christi in den Seelen zu erschlieβen, die sich wahrlich Ihr verschenken:

"Im Leben der vollkommenen Weihe an Mich vollzieht die Seele die uneingeschränkte Vermählung mit der Vollkommenheit von Gottes Werken und weist sie Ihrem Schöpfer gegenüber ihren Glauben an die Tatsache nach, dass auch sie, durch die Fülle ihrer Mitwirkung, vollkommen aufblühen kann. In Jesus Christus vollendet die Mensch gewordene Gottheit die Erlösung der Seele. In Mir begleitet Marias absolut geheiligte menschliche Natur die Erlösung der individuellen Seele zu ihrer höchsten Verwirklichung: zur Entfaltung der Seele nach dem Bild ihres Gottes. So hat es der Allerhöchste gewollt, und dazu hat Jesus vom Kreuz der Erlösung herab die Seelen Mir gegeben und Mich den Seelen. Gott hat es so verfügt, dass die Erlösung in die Seelen gelegt wurde wie eine Schatztruhe, die aber geschlossen ist. So trägt die Seele in sich einen unendlich wertvollen Schatz, den sie sich allerdings erst dann zunutze machen kann, wenn sie dabei aktiv mitwirkt. Solange die Seele nicht durch eigene Mitwirkung die Schatztruhe öffnet, trägt sie in sich einen Reichtum, mit dem sie nichts anfangen kann.

Die Seele kann sich tatsächlich die Vollendung ihrer Erlösung durch die ausschlieβliche Nachfolge Christi erwirken, aber Ich biete den Seelen die nachfolgenden Punkte zur Betrachtung:

  1. dass Christus und Maria aufgrund eines Göttlichen Erlasses eines Herzens sind;
  2. dass Ich den Seelen als Vorbild der vollkommenen Heiligung der menschlichen Natur gegeben worden bin;
  3. dass das Schlieβen und die konkrete tägliche Einhaltung eines heiligen Bundes vollkommener Weihe an Mich, die Herrin aller Seelen, kraft Göttlicher Vollmacht Gott gegenüber als Ja-Wort der Seele dafür gilt, dass sie bereit ist, sich völlig dem gröβten, dem erhabensten und vollkommensten der Göttlichen Werke – Maria – hinzugeben, um von Ihr nach Seinem Bild umgestaltet zu werden.

Seelen, begreift dies richtig: Ihr könnt durch strikte Nachfolge Jesu Christi eure Erlösung und Heiligung verwirklichen. Gott hat euch aber Maria als über alles Lob erhabenen Beweis Seiner Liebe gegeben, weil Er auf Mich deutet als das groβe und ewige Vorbild des vollkommenen Weges ab der menschlichen Natur bis zum vollendeten Ebenbild Gottes, in dem Maβe, wie dies sich von der erschaffenen Natur verwirklichen lässt.

Seelen, begreift und erkennt, dass vollkommene Weihe an Mich der vollkommenen Nachfolge Christi kein Hindernis setzt, sondern ganz im Gegenteil die absolute Krönung dieser Nachfolge bringt. So wie Gottes Werke an sich vollendet sind, diese Gott allerdings eine viel gröβere Freude bereiten, wenn sie von Seelen anerkannt, verherrlicht und wahrhaftig benutzt werden, so ist das Erlösungswerk an sich vollendet, bereitet Gott jedoch eine viel gröβere Freude, wenn die Seelen in ihrem Vorgang von Wachstum und Blüte, von Erlösung und Heiligung auch den zusätzlichen Wachstumsfaktor, den Gott ihnen in Mir geschenkt hat, anerkennen und sich diesen wahrhaftig zunutze machen und sie so Seinen Werken die gröβtmögliche Verherrlichung zukommen lassen. Vergesst nie, dass der Allerhöchste in Mir, Maria, sämtliche Vollkommenheiten angesammelt hat, die je aus Seiner Hand gekommen sind, und dass Ich somit die Fülle Seiner schöpfenden, erlösen und heiligenden Werke vertrete. Deshalb werde Ich in diesen Allerletzten Zeiten als die Herrin aller Seelen verkündet, denn die Zeit der vollkommenen Verherrlichung der Werke Gottes ist nunmehr gekommen".

Die vollkommene Selbsthingabe einer Menschenseele an Maria ist alles andere als eine Verleugnung ihres Christseins, d.h. der Tatsache, dass diese Seele 'Christus gehört und Ihm vollkommen nachfolgt', ganz im Gegenteil: Die Seele, die sich vollkommen und bedingungslos in Marias Dienst stellt, schlieβt dadurch für sich selbst den Weg zur vollkommensten Einswerdung mit Christus auf, die sich eine Seele jemals erhoffen kann zu erreichen. In dem Maβe, wie eine Seele mehr eines Herzens mit Maria wird und Ihr in ihren inneren Verfassungen und ihrem ganzen Tun und Lassen ähnlicher sieht, erkennt Gott in dieser Seele immer mehr die Ähnlichkeit mit Seinem eigenen Bild, das in Maria in der gröβt möglichen Vollkommenheit zur Blüte gekommen ist.

6.6. Vollkommene Weihe als Quelle innerer Neugestaltung

Die Heilige Jungfrau verpflichtet Sich Gott gegenüber dazu, jede Seele, die sich Ihr vollkommen hingibt und den heiligen Bund der vollkommenen Weihe an Sie ganz ernsthaft in die Praxis umzusetzen versucht, innerlich nach dem Maβe umzugestalten, wie erforderlich ist, damit diese Seele die höchst mögliche Fruchtbarkeit für die Förderung der Vollendung von Gottes Heilsplan einbringen kann.

Im Juli 2006 sprach die Himmlische Herrin folgendermaβen:

"Die Seele, welche die Liebe aufbringen kann, sich Mir völlig und ganz hinzugeben in einer vollkommenen Weihe ihres ganzen Lebens und ihres ganzen Wesens und diese Weihe richtig lebt, wird bald eine intensive Berührung mit der Quelle des wahren Lebens erfahren. In dieser Seele werden ungeahnte Äuβerungen und Erfahrungen der Liebe erwachen, und ihr Leben wird einen vollkommen neuen Sinn und eine völlig neue Bedeutung erhalten, weil sie wieder in Einklang mit dem Willen Gottes leben wird. Die Seelen müssen zum ursprünglichen Zustand der Menschenseele im vollkommenen Gnadenstand zurückgeführt werden: zum Stand, in dem die Seele vor der Erbsünde lebte, dem Stand der ursprünglichen Heiligkeit, eins mit dem Willen Gottes und dadurch vollkommen in der Liebe und Trägerin des wahren Göttlichen Lebens".

Im Juli folgten die nachfolgenden Worte bezüglich der vollkommenen Weihe:

"Sobald die Seele ihren freien Willen in allem dem Willen Gottes angleicht, erbt sie die Fülle des Göttlichen Lebens und des wahren Glücks. Ich bin den Seelen diesbezüglich vorangegangen. Aus diesem Grund hat Mich Gott den Seelen zur Herrin und zum Vorbild gegeben. Ich rufe jede Seele dazu auf, sich Mir vollkommen zu weihen, damit Ich in ihr das Wunder der Wunder vollziehen kann: die Umgestaltung ihres freien Willens zu einer genauen Kopie des Göttlichen Willens, der Quelle aller Heiligkeit ist, damit sie ihr Lebensziel dadurch erreicht, dass sie Gottes Werke so tut, wie Jesus und Ich sie getan haben".

Im September 2008 brachte die Herrin aller Seelen Ihre These durch die nachfolgende Aussage zur Geltung:

"Der goldene Weg aus der Finsternis ins Licht ist der Weg der vollkommenen Weihe an Mich als Herrin aller Seelen. Bei Meiner Geburt erhielt Ich von Gott als Lebensauftrag: die Vorbereitung des Reiches der Mittagssonne auf Erden. Dazu hat Mich der Allerhöchste zur Herrin aller Seelen gemacht. Ich habe die Macht, jede Seele, die sich danach sehnt und die völlig bei der Verwirklichung dieses Wunsches mitwirkt, so umzugestalten, dass sie sich zum Bilde Gottes entwickelt. Das ist der wahre Sinn, der wahre Auftrag einer jeden Seele auf Erden. Es gibt keinen besseren, keinen gesegneteren Weg, um diesen Lebensauftrag zu vollenden, als den der vollkommenen Weihe an Mich als Herrin aller Seelen. Das heiβt, dass Gott jede Seele dazu einlädt, sich Mir hinzugeben, damit Ich kraft Göttlicher Vollmacht dieses Wunder in ihr vollziehen kann".

Im Oktober 2008 schenkte Maria noch ein zusätzliches Bild um Ihre These näher zu erläutern:

"Ich bin das Tor des groβen Tempels, der Christus heiβt. Tretet durch vollkommene Weihe an die Herrin aller Seelen in Mich hinein, und ihr werdet die Fülle Christi erleben (...) Das ist vollkommene Weihe an Maria. Die Seele, die sich aus Mir wiedergeboren werden lässt, ist im tiefsten Sinn des Wortes Bruder oder Schwester Jesu".

Im Januar 2009 lieβ die Gottesmutter auf einen oft verkannten Aspekt der Weihe hinweisen:

"Vollkommene Weihe an Mich ist der goldene Schlüssel des Kerkers, in den sich die Seele dadurch jedesmal selber wegsperrt, wenn sie den Einflüssen weltlichen Denkens nachgibt. Jesus hat gelitten, um jeden Kerker aufzuschlieβen. Ich bin euch gegeben, um euch aus dem Kerker weg ins Licht der vollkommenen Freiheit zu führen. Haltet euch jedoch vor Augen, dass der Kerker nur von innen aus geöffnet werden kann: Die Seele muss den Schlüssel selber durch ihren aufrichtigen und beharrlichen Willen umdrehen, tatsächlich Mir zu gehören".

Im Mai 2009 sagte Maria:

"Sehet Mein Versprechen: Jede Seele, die sich vollkommen, bedingungslos und für ewig Mir hingibt, soll von Mir die Erkenntnis erhalten, die Prüfungen und Bürden ihres Lebensweges in einem völlig neuen Licht zu betrachten, und die Kraft, diese mit einer völlig neuen Fruchtbarkeit zu tragen: mit wahrer Hoffnung, mit unerschütterlichem Mut und mit einer immer reiner werdenden Liebe.

Dies wird das Zeichen Meiner wahren Herrschaft in einer Seele sein: dass ihre Prüfungen sie nicht länger dadurch zur Sklavin machen, dass diese sie an weltlichen und physischen Sorgen festketten, sondern dass die Seele zur Herrin ihrer Prüfungen werden soll, indem Ich in ihr herrsche und die unendliche Fruchtbarkeit Meiner vollendeten Heiligkeit in sie hinüberflieβen soll. Die Seele, die wahrlich Mir gehört, wird die Wiedergeburt einer völlig neuen Betrachtung ihres irdischen Lebens erfahren".

Die Himmelskönigin wies bereits wiederholt darauf hin, dass Sie danach strebt, jede Ihr geschenkte Seele innerlich derart zu bearbeiten, dass diese Ihr immer ähnlicher werden kann. So wies Sie darauf hin, dass die Seele das irdische Paradies nicht ausschlieβlich als einen bestimmten Ort betrachten soll, so ungefähr wie einen riesigen und wunderschönen Park, sondern ebenfalls als eine Verfassung der Seele und des Herzens: Genauso wie die Seele Gottes Reich auf Erden als Zustand des Herzens in vollkommenem inneren Frieden und vollkommener Freude ohne jegliche Spur der Finsternis erfahren soll, soll das irdische Paradies ebenfalls als eine auβergewöhnliche Verfassung betrachtet werden, in welcher die ersten Seelen deswegen lebten, weil sie sich noch nicht versündigt hatten und somit Gottes Gegenwart noch hemmungslos erfahren konnten.

Die Seele und das Herz Mariä sind das absolut vollendete Vorbild dieses Zustandes. Deswegen IST Maria mit dem irdischen Paradies und mit Gottes Reich identisch. Sie verkörpert geradezu den absoluten Gipfel von Gottes Schöpfungswerken. Dieses Ideal soll jede Seele anstreben, und dazu ist uns der Weg der vollkommenen Weihe an Maria geschenkt worden, die eine Lebenshaltung sein soll, die jeden Augenblick des Lebens aktiv und bewusst gelebt und in die Praxis umgesetzt werden soll. Zusammenfassend heiβt es also, dass sich jede Seele, welche die wahre vollkommene Weihe an Maria leben möchte, unter ihrer intensiven inneren Führung in ein lebendiges Paradies voller Blumen der wahren Liebe und der unterschiedlichsten Tugenden umgestalten helfen muss.

6.7. Vollkommene Weihe als Quelle tiefer Sinngebung

Unzählige Seelen finden kaum den Sinn des alltäglichen Lebens. Die Erfahrung der relativen Sinnlosigkeit des Lebens hat sehr viel mit einem Mangel an tiefer Verbundenheit mit Gott und Seinen Plänen, Werken und Anliegen zu tun. Eine Seele, die tief im Herzen begriffen hat, dass sie nur dazu auf Erden ist, damit sie Gottes Werke und Pläne verwirklichen hilft, die dies auch von ganzem Herzen annimmt, und die voll und ganz die Tatsache berücksichtigt, dass ihr Christsein sie dazu einlädt, Christus auch in den Prüfungen zu folgen in der Erkenntnis, dass gerade die Prüfungen einen erlösenden Wert für die individuelle Seele ebenso wie für die ganze Schöpfung in sich tragen, wird auch die schwierigeren Augenblicke des Lebens als Gelegenheiten betrachten um ihr Leben für Gott nützlich zu machen, mit einem Ziel, das unendlich viel erhabener ist als jegliche Vorstellung, die sich ein Mensch mit Bezug auf ein Leben auf Erden machen kann.

Im April 2008 sprach Maria diese aussagekräftigen Worte:

"Jede Seele kann allen ihren Leiden und Prüfungen dadurch einen Sinn vermitteln, dass sie es Mir ermöglicht, uneingeschränkt über sie zu herrschen. Dies ist das über alles Lob erhabene Geheimnis der vollkommenen Weihe an Mich. Ich vermittle dem scheinbar Sinnlosen einen Sinn. Mein Reich ist das Reich der Sinngebung auf Lebenswegen. Diese vollkommene Sinngebung ist eine Frucht des wahren Göttlichen Lebens".

Die Herrin aller Seelen lässt diesbezüglich auf den ganzen Menüpunkt Der Zweck des Lebens verweisen.

6.8. Vollkommene Weihe als Lebensziel

Jedes Menschenleben hat ein Ziel, das von Gott vollkommen anders gesetzt wird als es der Mensch gewöhnlich selber tut. Jede Seele setzt sich für ihr Leben ein Ziel, das gewöhnlich irgendwo im Bereich des Stofflichen liegt oder das einen Punkt bildet, den sie anstrebt und den sie unbedingt erreichen möchte bevor ihr Leben zu Ende geht. Ein solches Ziel ist gewöhnlich in hohem Maβe durch die allgemeinen Werte geprägt, die in der Gesellschaft hoch angeschrieben stehen oder aber die für viele als eine Art von Gradmesser für den Erfolg gelten, den ein Leben hat erzielen können, oder nicht. Die wahren Werte jedoch, sind diese, welche für Gott wichtig sind, liegen auf einer vollkommen anderen Ebene und haben voll und ganz mit der Verwirklichung Seiner Pläne und Werke zu tun. Gott möchte Seine Ziele auf Erden in innigster Zusammenarbeit mit den Menschenseelen verwirklichen, wobei Er die Seelen als Werkzeuge möchte einsetzen können: Er versucht, Dinge durch Menschenhände zu verwirklichen, ebenso wie durch die von Menschen gesprochenen und geschriebenen Worte, durch die Gedanken und Gefühle von Menschen, durch die Art und Weise, wie Menschen mit allen ihren Mitgeschöpfen (Menschen ebenso wie Tieren) und mit ihrer Umwelt umgehen, und durch dasjenige, was Menschen für wichtig halten und deswegen anstreben möchten.

Jede Menschenseele bekommt ihr Leben auf Erden nur dazu, damit sie ihr ganzes Wesen, jede Einzelheit ihres Lebenswegs, jede Begegnung und jeden Kontakt mit Mitgeschöpfen und all dasjenige, was in ihr vorgeht, als Werkzeuge einsetzt, derer Gott Sich bedienen kann um Seinen Heilsplan zu vollenden, der schlieβlich die ganze Schöpfung in den Stand des irdischen Paradieses zurückführen soll, in einer Atmosphäre, welche die Lebenssphäre vom Himmel Selbst widerspiegelt. Deshalb misst Gott den Erfolg, den Nutzen und den Wert eines jeden Menschenlebens ausschlieβlich nach dem Maβ, wie eine Menschenseele diese Aufgabe eines lebenslänglichen positiven Dienstes an Gottes Werken und Plänen tatsächlich vollbracht hat, mit anderen Worten nach dem Maβ, wie die Menschenseele entweder einen positiven oder einen negativen Unterschied für ihre Mitgeschöpfe gemacht hat. Dieses Maβ wird vollkommen vom Maβ bestimmt, wie die Seele das Göttliche Gesetz der wahren Liebe erfüllt hat oder nicht, in sämtlichen Einzelheiten ihres Lebens, in allen Begegnungen und Kontakten mit ihren Mitgeschöpfen und in ihren Verfassungen und Einstellungen Gott Selbst gegenüber (je nach dem Maβ ihrer Liebe und ihres Glaubens und je nach dem Maβ, wie sie sich tatsächlich danach gesehnt hat, aktiv und nur positiv zur Vollendung von Gottes Werken und Plänen beizutragen).

Der goldene Weg zur höchsten Fruchtbarkeit eines Menschenlebens für die Vollendung von Gottes Werken und Plänen ist dieser der intensiv gelebten vollkommenen Weihe an Maria.

Im Mai 2009 sprach die Herrin aller Seelen folgendermaβen:

"Vollkommene Weihe an die Herrin aller Seelen, von einem Leben in Meinem Dienst gefolgt, ist der goldene Weg zur Höchstfruchtbarkeit der Seele und die Verwirklichung ihres wahren Lebensziels: wahrhaftig Kind Gottes zu sein, und Saat für neue Früchte Göttlichen Lebens auszustreuen".

Im Februar 2007 sagte die Himmelskönigin:

"Die Fruchtbarkeit der Seele wird durch den Willen, den inständigen Wunsch erschlossen, in der Liebe zu wachsen, und durch jede Anstrengung, dies im alltäglichen Leben in die Praxis umzusetzen".

Ein sehr schönes Bild im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit eines Menschenlebens schenkte die Herrin aller Seelen im Februar 2008:

"Vier Elemente bestimmen die Fruchtbarkeit der Seele für Gottes Reich und für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan: Liebe, Reinheit, innerer Friede, und Gehorsam. Betrachte einen Bach.

Die Liebe ist das Wasser. Es muss strömen um seine Bestimmung zu erreichen und möglichst groβe Bodenflächen fruchtbar zu machen und zu erhalten.

Die Reinheit ist die Qualität und Lebenskraft des Wassers.

Der innere Friede ist das Flussbett des Bachs.

Der Gehorsam ist die von Gott vorgesehene Neigung des Wassers um seinem Lauf so zu folgen, wie Gottes Weisheit es vorgesehen hat".

6.9. Vollkommene Weihe blüht auf den Kreuzen des Lebens

Das Leben einer jeden Menschenseele auf Erden besteht im Grunde genommen aus einer nahezu ununterbrochenen Verkettung von Prüfungen. Alle Tage wieder werden von allen Menschenseelen auf Erden gemeinsam Milliarden von Prüfungen durchstanden. Ein Groβteil von denen bleibt ohne Nutzen für die Erschlieβung des Erlösungsmysterium, das durch die Leiden und den Kreuzestod Jesu Christi verkörpert wird. Dort tritt nun der unüberbietbare Wert der intensiv gelebten vollkommenen Weihe an Maria zutage.

Die vollkommene Weihe an Maria ist ausschlieβlich als goldener Schlüssel zur Vollendung der Heiligkeit in der Seele gemeint. Die Heiligkeit kann aber nur auf dem uns von Jesus gezeichneten Weg erfolgen: auf dem Weg des Kreuzes, der Tugend und der Hingabe, anders gesagt: durch Vollendung von demjenigen, was die Herrin aller Seelen als das

Dreieck der spirituellen Fruchtbarkeit
LIEBE-LEIDEN-GEHORSAM

bezeichnet.

Tatsächlich:

LIEBE = der Weg der Tugend

LEIDEN = der Weg des Kreuzes

GEHORSAM = die Hingabe. Die Krone der Hingabe ist vollkommene Weihe an Maria.

Die vollkommene Weihe an Maria ist eine Wiederholung von Marias Worten Mir geschehe, wie Du es gesagt hast. Mit diesen Worten stellte Sich Maria uneingeschränkt mit Ihrem Leben und Wesen in den Dienst des Erlösungsplans. Das Gleiche geschieht, wenn sich die Seele vollkommen Maria weiht. Genauso wie bei Maria, öffnet sich dabei die Tür in ein Leben mit ungeahntem Erlösungspotential und deswegen auch voller Prüfungen.

Die Himmlische Herrin erinnert an dieser Stelle an ein Gleichnis, das Sie eines Tages schenkte, in welchem Sie das Reich Gottes mit einem Wald verglich:

"Ich möchte euch ein Gleichnis vorhalten:

Gottes Reich ist wie ein riesiger Wald mit unzähligen Bäumen, die mit allen ihren Samen, Blüten und Früchten Gottes Gröβe bezeugen. Jedes Mal, wenn auf der Welt eine Sünde begangen wird, stürzt ein Baum oder ein Bäumchen zu Boden. Jeder Baum ist Träger der Kraft des Göttlichen Lebens. Durch die Sünde wird die Strömung des Göttlichen Lebens in der Schöpfung gehemmt und verliert ein Baum seine Lebenskraft. Weil der Wald von Gottes Reich ständig gereinigt werden muss, sucht Gottes Vorsehung für jeden abgestürzten Baum eine Seele, die diesen Baum als Geschenk bekommt, damit sie etwas damit tut für ihre eigene Heiligung, für die Vollendung der Erlösung anderer Seelen, für die Instandhaltung der Strömung des Göttlichen Lebens und zur Verherrlichung von Gottes Gröβe. Dieses Geschenk heiβt 'Prüfung' und trägt die Unterschrift des Göttlichen Erlösers, Jesus Christus.

Jedes Mal, wenn eine Seele einen abgestürzten Baum zugeteilt bekommt, erfährt sie dies wie ein Kreuz, eine Bürde. Tut sie mit diesem Göttlichen Geschenk nichts, so wird diese Bürde sie weiterhin bedrängen. Falls sie dieses Geschenk dadurch annimmt, dass sie bereit ist, damit etwas zu tun für ihr eigenes Heil und für das Heil der ganzen Schöpfung, dann ist es, als würde sie diesen Baum zu Klötzen hacken. Dadurch wird die Bürde bereits leichter, weil jeder Klotz Brennholz bereits handlicher ist. Wirklich nützlich wird es jedoch erst dann, wenn diese Holzklötze in den Ofen der Seele geworfen werden. Dies ist der Fall, sobald die Seele eine Prüfung in das Feuer der Wahren Liebe zu Gott und zu allen Geschöpfen hüllt. Eine Prüfung wird von den Elementen der Sündhaftigkeit, die durch sie abgebüβt werden sollen, mit erschwert.

So kann die Seele Klotz für Klotz, Baum für Baum ihrer Prüfungen durch Liebe, Hingabe und Weihe aufbrennen lassen. Das Ergebnis ist die Erzeugung von Wärme und Licht, wodurch die Seele selbst allmählich einen zunehmenden inneren Frieden und eine zunehmende Geborgenheit erfährt und darüber hinaus die Kälte und Finsternis in anderen Seelen bekämpft werden. So wird die Seele, die in wahrer Weihe an Mich lebt, erfahren, wie sehr Ich das Feuer ihres guten Willens und ihrer Hingabe mit den Flammen aus Meinem eigenen Herzen anfache, um aus ihr eine Quelle von Feuer zu machen, das nie mehr erlischt.

Selig die Seele, die von Gott als ein Feuer vorgefunden wird, dem Er Baum für Baum anvertrauen kann zum Ausgleichen der Sünden der Welt, denn diese Seele trägt zur Reinigung der Schöpfung und zur Erwärmung und Erleuchtung von Gottes Reich auf Erden bei. Das Feuer der Liebe und der Weihe bringt Wärme und Licht über die Schöpfung, und zusammen mit den Baumstämmen kann die Seele ebenfalls ihre eigenen Unzulänglichkeiten und Fehltritte diesem Feuer anvertrauen. Die nach der Verbrennung zurückbleibende Asche wird im Wald von Gottes Reich ausgestreut, denn sie trägt die Saat der Liebe und des guten Willens zur Befruchtung von Seelen.

Seelen, eure Prüfungen sind nicht sinnlos. Lasst Mich euch helfen, dadurch Öfen heiligen Feuers zu werden und zu bleiben, dass ihr alle eure Prüfungen an Mich weiht. Jetzt seht ihr noch nicht, was dies bedeutet. Später werdet ihr sehen, wie viel Bäume ihr für Gott verbrannt habt, durch die Annahme und Weihe aller eurer Kreuze und durch die Liebe zu Gottes Plänen und Werken".

6.10. Vollkommene Weihe als ein der gröβten Göttlichen Mysterien

Im März 2009 ging die Himmlische Herrin noch tiefer auf das Mysterium der vollkommenen Weihe an Sie ein:

"Die drei gröβten Göttlichen Mysterien des Neuen Bundes sind das Erlösungsmysterium, die Sakramente und die Wirkungen der vollkommenen und bedingungslosen Weihe an Mich, Maria, die Mutter Christi. Ich will den Seelen das nachfolgende Gleichnis vorlegen, damit sie den wirklichen Wert der vollkommenen Weihe an Mich besser abschätzen können.

Das Erlösungsmysterium lieβe sich als das wahre Leben betrachten, das in die Seele gegossen wird.

Die Sakramente sind die Kanäle, durch welche die Lebenskraft in der Seele ständig erneuert wird.

Die vollkommene Weihe an Mich ist wie das Einpflanzen eines Herzens, das, solange die Weihe intensiv gelebt und angewandt wird, Tag für Tag unaufhörlich die Kraft des Göttlichen Lebens durch das ganze Wesen der Seele presst, so dass jedes Element des Mensch-Seins von dieser Kraft durchdrungen werden kann. Die Seele, die sich Mir vollkommen, bedingungslos und für ewig weiht, diese Weihe wirklich wie einen Bund uneingeschränkter Hingabe ihres ganzen Wesens und ihres ganzen Lebens an Mich lebt und diesen Bund durch ein Leben in strikter Nachfolge Meiner Belehrungen heiligt, die unmittelbar aus der Quelle der Göttlichen Weisheit zu den Seelen strömen, wird Tag für Tag intensiver vom Göttlichen Leben durchdrungen.

Die Wirkungen der vollkommenen Weihe an Mich bilden ein Göttliches Mysterium, wodurch die Allerheiligste Dreifaltigkeit die Werke der Schöpfung, der Erlösung und der Heiligung der Seele vollenden will, das heiβt, wodurch Sie die Göttlichen Werke in der Seele zu ihrer absoluten Vervollkommnung führen will. Der Wert der vollkommenen Weihe an Mich kann auf keinen Fall überschätzt werden. Wie jedes Göttliche Mysterium bildet auch das Mysterium der Wirkungen der vollkommenen Weihe an Maria eine Quelle von seelischer Nahrung und Gnaden, deren Ströme sich unaufhörlich vervielfältigen, damit die Seelenrose Blatt für Blatt entfalten kann, bis sie der glänzenden Pracht der vollkommenen Heiligkeit so nahe kommt, wie dies für die erschaffene Seele überhaupt möglich ist.

Die Seele, die sich Mir vollkommen und bedingungslos weiht, trinkt aus der Quelle der Unbefleckten Empfängnis, einer einzigartigen Quelle von Wasser vollendeter Heiligung, Wasser, das der Heilung der Narbe der Erbsünde förderlich ist und dadurch die Anfälligkeit gegen Versuchung, Sünde und Untugend Schritt für Schritt verringert. Ich bin die Herrin aller Seelen, weil der Allerhöchste Mir die Macht gegeben hat, die Ströme des Göttlichen Lebens in der Seele so sehr zu verstärken, dass sämtliche Schichten und Elemente des seelischen Lebens von ihnen durchdrungen werden, wie ein vollkommen gesunder Kreislauf jede Körperzelle mit neuen Nährstoffen, Wasser und Sauerstoff versieht und diese Zelle von all dem reinigt, was auf Dauer für sie giftig wird.

Siehe und begreife somit das Gleichnis: Die Herrin aller Seelen ist von Gott wie ein Herz für die Seele vorgesehen worden: Das Herz erschafft nicht das Leben, sondern verbreitet es durch den Körper, stärkt dadurch den Körper und fördert die Reinigung jeder Körperzelle. Dasselbe tue Ich in der Seele: Ich verbreite das Göttliche Leben durch jede Kammer der Seele, verstärke die Seele, steigere ihre Lebenskraft und beschleunige ihre Reinigung. Ich fördere das Aufblühen sämtlicher Seelenkräfte, damit die Seelenrose zu einer Lust für Gottes Augen wird. So lege Ich ein Paradies von Rosen an, einen Lustgarten für die Allerheiligste Dreifaltigkeit: das Reich Gottes auf Erden. Wenn sich die Seele Mir weiht, bekommt sie dieses spezielle Herz eingepflanzt. In dem Maβe, wie sie diese Weihe wirklich lebt, schlägt dieses Herz intensiver und verstärkt es die Lebenskraft der Seele. Die Seele, die wirklich an das Erlösungsmysterium glaubt, bekommt das neue Leben eingegossen. In dem Maβe, wie die Sakramente in geeigneter Weise benutzt werden, wird dieses Leben immer tiefer genährt.

Damit dieses Leben die ganze Seele wirklich bis in ihre entlegensten Winkel durchdringt, sie in die Lage versetzt, in die tieferen Geheimnisse des Göttlichen Lebens vorzudringen und dieses Göttliche Leben vollkommen zwecks einer viel intensiveren Reinigung benutzen kann hat Gott das Mysterium der Wirkungen der vollkommenen Weihe an Maria, das Meisterwerk der Schöpfung, ins Leben gerufen. Sage den Seelen, dass die Heiligung der Menschheit und dadurch ebenfalls die Gründung von Gottes Reich auf Erden von zwei Faktoren bestimmt werden sollen:

  1. von der radikalen Rückkehr von Seelen zu der traditionellen Lehre Jesu Christi, dem tiefen Glauben an die von Jesus Selbst eingesetzten Werte und einem ehrfürchtigen Gebrauch der heiligen Sakramente gemäβ den diesbezüglichen traditionellen Vorschriften;
  2. von der vollkommenen und tief gelebten Weihe einer immer zunehmenden Anzahl von Seelen an Maria, die Herrin aller Seelen kraft Göttlicher Verfügung, unter strikter Einhaltung der Belehrungen und Richtlinien, wie Ich sie als die Wissenschaft des Göttlichen Lebens unterrichte.

Seelen, gebt euch Mir voll und bedingungslos hin, damit Ich euch in jeder Einzelheit eures täglichen Lebens in den Kampf des Lichts gegen die Finsternis einschalten kann, denn Gott hat die Herrin aller Seelen als Brücke über den tosenden Strom der Prüfungen und des Elends vorgesehen, zum Tor von Gottes Reich vollkommenen Himmlischen Friedens und vollendeter Liebe auf Erden".

6.11. Die Macht Mariä als Element in der vollkommenen Weihe

Die vollkommene Weihe der Seele an Maria ist ein heiliger Bund, durch welchen die Seele ihr ganzes Wesen und ihr ganzes Leben in die Hände der Königin von Himmel und Erden legt, damit Sie dies alles verwalten, veredeln und in Vereinigung mit Ihrer eigenen vollendeten Liebe in die Verwirklichung von Gottes Werken und Plänen auf Erden einschalten möge. Die Gottesmutter hat von Gott eine unvergleichliche Macht erhalten, damit Sie den Kampf vom Licht gegen die Finsternis führt und jede Seele, die sich uneingeschränkt Ihrer Führung unterzieht, innerlich gründlich umgestaltet, damit ihr Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Werken und Plänen das Höchstmaβ erreichen möge. Es ist von wesentlicher Bedeutung, dass die an Maria geweihte Seele blind an die alles beherrschende Macht ihrer Herrin glaubt. In der Praxis des Alltags kommen die Zeichen dieser einmaligen Macht oft nicht eindeutig zum Ausdruck. Damit dies richtig verstanden wird, schenkte die Herrin aller Seelen einst diesen Vergleich:

Die Macht der Himmlischen Herrin ist wie eine Tigerin an einer Leine: Die Leine wird von jedem Mangel an Hingabe von Menschenseelen an Maria und an tatsächlich gelebter Weihe an Sie gebildet. Je mehr Seelen sich restlos Maria hingeben und in der konkreten Praxis des Alltags wirklich die vollkommene Weihe an Sie leben, desto dünner wird diese Leine. Der Böse weiβ sehr wohl, dass, wenn diese Leine ganz verschwindet, diese 'Tigerin' ihn restlos zerfetzen und aufreiβen wird.

Der Böse kann Maria gar nichts anhaben. Er ist gegen diese 'Tigerin' wie eine Maus. Den Menschenseelen gegenüber zeigt er sich allerdings wie eine brüllende und tobende Maus, sodass die Seele, die ihn nicht sehen und ihn vor allen Dingen durch den Verstand nicht mit Maria vergleichen kann (weil es sich ja um zwei unsichtbare Wesen handelt), geneigt ist, ihn für ein unbesiegbares Ungeheuer zu halten. Listig ist diese Maus auf jeden Fall wie nichts anderes in der Schöpfung. Der Böse hat die Welt so weitgehend und in so unendlich vielen Hinsichten in seinen Dienst gestellt, dass sehr viele Seelen heutzutage vollkommen verzweifelt, entmutigt und kraftlos werden und jegliche Hoffnung verlieren. Alles wirkt bedrohend, alles wirkt sinnlos, und kaum eine Seele wagt es noch, sich von den Entwicklungen des Lebens etwas Gutes und Ermutigendes zu versprechen.

Die Kraft der an Maria geweihten Seele und ihrer Weihe, und dadurch auch ihres ganzen Lebens, liegt darin, dass sie die Einflüsse der Welt auf ihre Herzensverfassungen möglichst gering zu machen versucht, damit sie auf ihrem Lebensweg tatsächlich eine Furcht erregende Tigerin als Reisegefährtin hat, die ungezügelt, d.h. nicht an der Leine, neben ihr mitläuft, sodass sich die vermeintlichen Ungeheuer entlang ihres Weges in der Gestalt zeigen mögen, welche sie der Herrin aller Seelen gegenüber wirklich besitzen: jener von machtlosen, fliehenden Mäusern. Sobald die 'Tigerin' Ihre Rolle frei und ohne irgendwelche hemmende Einmischung seitens der Menschenseele erfüllen kann, kann Sie den ganzen Lebensweg der Seele beherrschen. Führt die Seele Sie jedoch an der Leine, so werden die Mäuser mit Sicherheit brüllen und ihr frei über den Weg laufen.

6.12. Das Reich Mariä

Am 26. November 2005, dem Tag, an dem Maria Myriam gegenüber zum ersten Mal Ihre Eigenschaft als Herrin aller Seelen verkündete, sprach Sie von Ihrem 'Reich' und stellte Sie gleich klar, dieses Reich sei nichts anderes als das Reich Christi, das Reich Gottes, wobei Sie Selbst kraft einer Göttlichen Verfügung als die letzte Vollstreckerin auftreten soll, die versucht, möglichst viele Seelen in Ihrem Dienst zu optimalen Werkzeugen auszubilden, durch welche Gott Sein Reich gründen kann:

"So wirst du helfen, die Fundamente Meines Reiches aufzubauen. Als Herrin aller Seelen will Ich die Herzen für das Reich vorbereiten, das Mein Sohn auf Erden gepredigt und dessen Standarte Er in Form Seines Kreuzes in die Erde gepflanzt hat. So will Ich das wirkliche Göttliche Leben in die Seelen bringen. Meine Macht wird neu gestalten, was in Trümmern liegt, denn Ich bin die Brücke zwischen Himmel und Erden. (...)"

Im März 2006 erläuterte Sie die Einheit zwischen dem Reich Mariä und dem Reich Christi mit den Worten:

"Mein Reich ist das Reich des Kreuzes, von welchem herab Mein Sohn Jesus Christus die ganze Menschheit, alle Seelen, Mir gegeben hat".

So auch wenige Tage später:

"Mein Reich, das das Reich von Gott Selbst ist, steht bevor, aber es ist eine Gnade, die nur durch die gröβten Opfer vollkommener Selbstverleugnung, Unterwerfung, Leiden und Liebe erkauft werden kann".

Einst beschrieb Maria Myriams Aufgabe in Ihrem Dienst folgendermaβen:

"Gib Mir Seelen als Boden, auf dem Ich Mein Reich als Herrin aller Seelen gründen kann, damit Ich als Königin der Letzen Zeiten das Reich Gottes auf Erden verkünden kann".

Im Januar 2006 sprach die Himmlische Herrin die nachfolgenden aussagekräftigen Worte:

"Das Fundament Meines Reiches, das Gottes Reich ist, wird mit Steinen von Feuer, brennenden Tempeln von Liebe gebaut werden. In diesem Feuer, das in Meinem Herzen seinen Ursprung findet, wird alles, was mit Gottes Plänen nicht in Übereinstimmung ist, zu Asche verbrennen. Neues Leben wird aus dieser Asche auferstehen. (...)"

Die Einheit zwischen dem Reich Mariä und dem Reich Gottes wurde auch im Juni 2006 von der Himmelskönigin bestätigt:

"In der Morgendämmerung gebe Ich Meinen Dienern die Saat, von der Ich erwarte, dass sie diese während des Tages ausschütten. In dem Maβe, wie sie für die Gründung Meines Reiches säen, welches das Reich Jesu Christi ist, das Reich des einzigen wahren Gottes, bearbeite Ich inzwischen ihren eigenen Boden".

Im Oktober 2006 folgte eine neue Bestätigung:

"Mein Reich, das das Reich von Gott Selbst ist, ist nicht von dieser Welt, sondern von den höheren Dingen, welche die Seele in das Göttliche Leben hineinführen".

Im Januar 2007 sprach die Himmelskönigin folgendermaβen:

"Das ist das Reich Mariä: Dasjenige, was unter den Einflüssen der Welt dahinsiecht, wird in der Herrin aller Seelen durch Ihre vollkommene Heiligkeit und durch Ihre unumschränkte Macht innerhalb der Wirkungen von Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit bereichert. Die sich daraus ergebende Frucht ist neues Leben, das im Vergleich zum alten Leben nicht wieder zu erkennen ist. Das Weltliche, das Finstere, das Sterbende, das Kränkelnde wird Himmlisch, strahlend vor Licht und sprudelnd vor wahrem Leben. Das ist der tiefe Sinn der vollkommenen Weihe an Mich. Nie geht das Leben für die Seele zu Ende, die in Mir, mit Mir und für Mich lebt".

"(...) Was ist das Reich Mariä? Es ist nichts anders als das Reich Gottes auf Erden, aber der Allerhöchste will mit dem Begriff 'Reich Mariä' die Herzen für die Fülle Seiner Wahrheit in diesen allerletzten Zeiten erschlieβen: das Reich Gottes soll durch Sie gegründet werden, der alle Macht gegeben worden ist, um Gott in Seinen Werken als die Herrin aller Seelen zu vertreten. Das Ergebnis Ihrer Verwirklichungen soll Gottes Reich auf Erden sein, denn das ist die Vollendung von Gottes Plan, von dem eine der gröβten Komponenten daraus besteht, dass die Offenbarung Meiner Erhabenheit als Meisterwerk Gottes vollendet wird. (...)"

Die richtige Art und Weise um den Begriff 'Reich Mariä' zu betrachten, lässt sich völlig und ganz aus dem vollständigen Logo des Maria Domina Animarum Werkes herleiten:

Ad Sanctam Trinitatem per Mariam. Ut adveniat Regnum Deum, adveniat Regnum Mariae. Ergo: TOTUS TUUS ego sum, MARIA.
(Zur Heiligen Dreifaltigkeit durch Maria. Damit das Reich Gottes kommt, möge das Reich Mariä kommen. Deshalb: Ich gehöre ganz Dir, Maria)

mit anschlieβend:

Vollkommene Weihe an Maria als Tor zur Gründung von Gottes Reich auf Erden.

7. Grundverfassungen für die konkrete Anwendung vollkommener Weihe

Vollkommene Weihe an Maria ist ein toter Vertrag solange sie nicht konkret aus den tiefen des Herzens heraus gelebt wird. Die Himmlische Herrin inspiriert die acht nachfolgenden inneren Verfassungen, die in einem hohen Maβe in einer Seele wirksam sein sollen, damit diese tatsächlich die lebenslängliche Aufgabe einer an Maria geweihten Seele mit Frucht erfüllen kann:

7.1. Bedingungslose selbstverleugnende Liebe und Sinn für spontane Dienstbarkeit allen Mitgeschöpfen gegenüber

Der heilige Vertrag vollkommener Weihe an Maria ist ein Bund, den die Seele der Königin von Himmel und Erden gegenüber eingeht, mit dem einzigen Ziel, einen optimalen persönlichen Höchstbeitrag zur Erfüllung von Gottes Werken und Seinem Heilsplan zugunsten der Schöpfung zu leisten. Selbstverständlich kann die Seele dieses Ziel nur in dem Maβe verwirklichen, wie sie ihr ganzes Leben und ihre ganzen inneren Verfassungen, ihr ganzes Denken, Fühlen und Sehnen bedingungslos an der Erfüllung des Göttlichen Gesetzes orientiert, das vollkommen auf der Anwendung der wahren Liebe allen Mitgeschöpfen gegenüber gebaut ist.

Wahre Liebe steht voll und ganz mit Selbstverleugnung, Dienstbarkeit, Hilfsbereitschaft und Unterstützung eines jeden Mitgeschöpfes im Zusammenhang. Eine Seele, die sich in allem von nichts auβer der wahren Liebe antreiben lässt, lebt die Essenz des Wesens von Gott Selbst und ist höchstgradig für ein Leben in vollkommenem Einklang mit Gottes Erwartungen und Nöten aufgeschlossen.

Die an Maria geweihte Seele darf keinen Augenblick lang aus den Augen verlieren, dass der einzige Sinn und Zweck der ganzen Weihe in der Verwirklichung von Gottes Heilsplan für die ganze Schöpfung liegt. Aus diesem Grund bilden Selbstverleugnung, Dienstbarkeit und Hilfsbereitschaft allen Mitgeschöpfen gegenüber den zweckmäβigsten Weg zur Erschlieβung dieses Heilsplans, denn je mehr Seelen allen ihren Mitgeschöpfen von ganzem Herzen voll und ganz beistehen und sie unterstützen bei der Erfüllung ihrer respektiven Rollen innerhalb des Netzwerks der Schöpfung, desto stärker werden sowohl die Harmonie innerhalb dieses Netzwerks als auch die Wirkung des Netzwerks als Ganzes. Als Dienstbarkeit ist auch zu betrachten: Vermeiden, dass Mitgeschöpfen Prüfungen, Kreuze oder Leid aufgebürdet werden, da dies alles diese Mitgeschöpfe daran hindern kann, ihre eigene Lebensaufgabe zu erfüllen und somit ihren persönlichen Beitrag zur Vollendung von Gottes Plan der vollendeten Liebe und des vollendeten Friedens für die ganze Schöpfung zu leisten. Siehe diesbezüglich sehr aussagekräftige Worte, welche die Herrin aller Seelen einst privat zu Myriam sprach:

"Sehr viele Seelen tragen nie der Tatsache Rücksicht, dass sie die Erfüllung von Gottes Heilsplan für die ganze Schöpfung persönlich durch jede Handlung beeinflussen können, die sie vornehmen oder eben versäumen vorzunehmen, durch jedes Wort, das sie sprechen, durch jeden Gedanken, jedes Gefühl oder jeden Wunsch, den bzw. das sie hegen, und zwar egal welchem Geschöpf gegenüber, sei es einem Mitmenschen oder einem Tier. All dasjenige, wodurch eine Menschenseele das Wohl und den Herzensfrieden eines Mitmenschen oder eines Tieres im günstigen Sinn beeinflusst, erfüllt das Netzwerk der ganzen Schöpfung mit mehr Licht und mehr Lebenskraft. All dasjenige, wodurch eine Seele das Wohl und den Herzensfrieden eines Mitmenschen oder eines Tieres negativ beeinflusst, sendet Finsternis in das Netzwerk und schwächt es. Im ersten Fall wird die Gründung von Gottes Reich auf Erden vorangebracht, im letzten Fall wird dieser Gründung entgegengewirkt. Begreife richtig, dass jede Handlung, jedes Versäumnis, jeder Gedanke, jedes Gefühl, jeder Wunsch und jede Bestrebung einer Menschenseele dadurch ebenfalls ihr eigenes Glück entweder positiv oder negativ beeinflusst".

Halten wir uns dabei immer vor Augen, dass die Seele durch Weihe an Maria einen Bund eingeht, kraft dessen in sämtlichen Einzelheiten und zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens von ihr erwartet wird, dass sie aktiv zum Voranbringen der Gründung von Gottes Reich auf Erden beiträgt, indem sie aktiv alles bekämpft, was Finsternis in sich trägt und somit von einem Mangel an Liebe gekennzeichnet ist. Vollkommene Weihe an die Heilige Jungfrau ist ein Bund aktiv gelebter Liebe unter allen Umständen, zu jedem Zeitpunkt und jedem Mitgeschöpf ebenso wie Gott Selbst gegenüber.

7.2. Aufrichtige Sehnsucht nach der Erfüllung von Gottes Gesetz und der Vollendung von Gottes Werken auf Erden

Die an Maria geweihte Seele kann ihre Berufung im Dienst an Gott durch den Dienst an Maria (d.h. also ad Sanctam Trinitatem per Mariam, wie es das Logo vom Maria Domina Animarum Werk ausdrückt) nur in dem Maβe wahrlich fruchtbar machen, wie sie sich aufrichtig nach der endgültigen Erschlieβung von Gottes Heilsplan in Form der Gründung von Gottes Reich auf Erden sehnt, und in dem Maβe, wie sie davon durchdrungen ist, wie wichtig es ist, ein Leben zu führen, dass in sämtlichen Einzelheiten, in allen Kontakten und Begegnungen mit Mitgeschöpfen und in allen Verfassungen ihres Herzens positiv zu dieser Gründung beiträgt. Um eine solche Verfassung zu erreichen soll die Seele wahrlich aufrichtig eins mit dem Herzen Mariä werden.

Diese Einheit ist gerade das Erste, was die Heilige Jungfrau zu verwirklichen versucht, sobald Sie bemerkt, dass es der Seele ernst ist, ein Leben in vollkommener Weihe an die Königin von Himmel und Erden zu führen und dadurch einen möglichst groβen konkreten Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan durch optimale Erfüllung von Gottes Gesetz der wahren Liebe zu leisten. Maria Selbst ist ewig während die Königin der Liebe. Jede intensive Berührung eines wahrhaftig aufgeschlossenen Herzens mit Ihr fühlt sich wie eine Feuerexplosion an. Eine solche Berührung weckt in der Seele gleich die unverwüstliche Überzeugung, dass Gott tatsächlich die Fülle der Liebe IST, denn in der Herrin aller Seelen und durch Sie strahlen Seine Liebe, Sein Licht und Seine herrlichkeit in einem einzigartigen Maβe und einer unvergleichlichen Intensität. Die Seele, die dies wirklich bemerkt hat, weiβ gleich, dass die Annäherung zu Gott und die Erfüllung Seiner Interessen das einzige Lebensziel bilden, das dem Leben auf Erden seinen wahren Sinn und Zweck gibt.

Auch diese Komponente des inneren Lebens macht eine Seele zu einer brauchbaren Dienerin von Gottes Werken, denn ein alles beherrschendes Sehnen danach, in allem zur Vollendung von Gottes Werken beizutragen, wird dafür sorgen, dass eine Seele sich selbst in den Hintergrund stellt und sie ihr ganzes Tun und Lassen nicht an erster Stelle an der Befriedigung vermeintlicher eigener Bedürfnisse und Interessen orientiert. Richtige Weihe heiβt voll und ganz Dienst an Gottes Werken und an Seinen Interessen, und zwar von ganzem Herzen und spontan.

7.3. Aufrichtige Erkenntnis der eigenen Kleinheit

Eine Seele, die wahrhaftig und ohne jegliche Neigung zur Auflehnung erkennt, welche Stelle sie als individuelles Element der Schöpfung im Ganzen von Gottes Plan innehat, wird erkennen, dass sie sich selbst nicht für zu wichtig halten sollte. Jede Seele ist ein Rädchen in einem groβen System, nie ein unersetzlicher zentraler Teil. Eine Seele, die Hochmut, Stolz oder Selbsterhebung zum Opfer fällt, wird zum Spielball der Finsternis und dadurch unbrauchbar als Soldat im Heer des Lichts. Sie tut die Werke Satans, der ab seinem Aufstand gegen Gott nach Macht und Anerkennung zu jagen begann, damit er als das gröβte und wichtigste Wesen betrachtet wird, und der sich in seinen tiefsten Vorstellungen als höher als Gott zu betrachten begann.

Die Ursache für den Hochmut und die Selbsterhebung Luzifers lag in der Tatsache, dass er aus den Augen verlor, dass die Macht und die Fähigkeiten, die er besaβ, nicht aus seinen eigenen Verdiensten hervorkamen, sondern dass er diese von Gott erhalten hatte und dass er somit Gott alles verdankte und ohne Gott nicht einmal existieren würde, ja dass er nur deswegen am Leben blieb, weil Gott ihn am Leben erhielt. Das Gleiche gilt für jede Menschenseele. Eine Seele, die sich selbst erhebt, ist eine Seele, die vergisst, dass sie hundertprozentig von Gott abhängig ist und dass dasjenige, was sie ist, nichts ist im Vergleich zum Wesen Gottes und sogar nichts im Vergleich zur Heiligen Jungfrau, die unter allem Erschaffenen die Verkörperung der höchsten Vollkommenheit ist, mit anderen Worten die Verkörperung des voll aufgeblühten Gipfels der Heiligkeit.

Durch hochmütige Seelen, die auf der Suche nach Selbstverherrlichung sind, kann Satan versuchen, seine Ambitionen zu verwirklichen, die daraus bestehen, Gott um die Herrschaft in der Schöpfung zu bringen. Die Seele, die sich für wichtiger als ein kleines Rädchen im groβen System hält, rückt im Grunde genommen sich selbst ins Licht, das in Wirklichkeit Gott zukommt, und kann dadurch dafür sorgen, dass Gott in den Augen vieler im Schatten steht und dass somit ein ungehöriges Maβ an Ehre, Lob und Aufmerksamkeit einem Geschöpf zuflieβt, statt dem Schöpfer. Nur eine Seele, die hochgradig blind für ihr wahres Wesen ist, kann so tief sinken, dass sie meinen kann, sie hätte im Vergleich zu Gott auch nur irgend etwas zu bedeuten.

In Marias Tempel lieβ die Herrin aller Seelen es bereits treffend folgendermaβen ausdrücken: Beim Eingehen der vollkommenen Weihe an Sie betritt Sie den Tempel der Seele und wird die Seele, die ihre eigene Stelle und Rolle wahrlich begriffen hat, sich selbst an die Wand drücken, damit sie künftighin möglichst wenig Raum beansprucht und die neue Herrin ihres Tempels ihr ganzes Wesen erfüllen kann, ohne dass die Seele Sie auch nur im Geringsten hindert. In Ihrer Eigenschaft als Herrin des Seelentempels ist die Heilige Jungfrau voll und ganz die Botschafterin, die Vertreterin des Göttlichen Gesetzes, und soll Sie somit von der Seele mit der Ehrfurcht, dem Respekt und der Unterwerfung und Hingabe behandelt werden, welche die Seele Gott Selbst entgegenbringen würde.

Die Seele, die sich in vollkommener Weihe Maria hingibt, kann diesen Bund nur in dem Maβe fruchtbar machen, wie sie erkennt, dass die Herrin ihres ganzen Wesens und ihres ganzen Lebens künftighin alles führt und dass Sie die Gelegenheit bekommen soll um alles zu führen: ihr ganzes Tun und Lassen, ihr inneres Leben, ihre ganzen Kontakte und Begegnungen, sogar ihre tiefsten Wünsche. Eine Seele, die ab ihrer Weihe an Maria immer noch jede Einzelheit ihres Lebens nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen regeln und organisieren möchte, lässt der Himmelskönigin nicht die Chance, wahrlich Herrin zu sein.

Wir sollen erkennen, dass Maria gerade deswegen die Herrin des heiligen Bundes der Weihe ist, weil Sie dazu von Gott die Macht und die Mittel erhalten hat und weil die Seele als Werkzeug für die Verwirklichung von Gottes Werken nur in dem Maβe Wert und Nutzen bekommt, wie sie sich vertrauensvoll und voller Hingabe durch dieses Wesen führen und inspirieren lässt, das genau wegen Ihrer unvergleichlichen Fähigkeit um Sich Selbst als Mutter Christi als kleines Rädchen innerhalb von Gottes Heilsplan zu betrachten, wie keine andere dazu fähig ist, die Ihr geweihte Seele zur höchsten Fruchtbarkeit führen zu helfen.

Groβ ist in Gottes Augen nur eine Seele, die aufgrund der Erkenntnis ihrer Kleinheit dazu imstande ist, groβe Dinge zu tätigen. Groβe Dinge sind in Gottes Augen alle Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen, die so sehr von aufrichtiger, selbstloser Liebe erfüllt sind, dass sie Gottes Licht in der Schöpfung verbreiten helfen und dieses Licht in keinerlei Weise verfinstern. Nicht die Seele an und für sich ist wichtig, wohl aber dasjenige, was von ihr ausgeht und das Maβ, in dem dies ein Segen für die Schöpfung oder aber für einzelne Geschöpfe ebenso wie für Gottes Werke in sich trägt.

7.4. Bereitschaft zur vollkommenen Hingabe an Maria

Es stellt sich heraus, dass viele Seelen nicht dazu bereit sind, ihr Leben in andere Hände zu übertragen. Spontane ungehemmte Hingabe einem anderen Wesen, zum Beispiel der Heiligen Jungfrau gegenüber, wodurch dieses Letztere die Kontrolle des eigenen Lebens und Wesens in die Hände bekommt, ist eine Sache groβen Vertrauens. Jemandem, der bzw. die Macht ausüben kann, blind zu trauen, hat für eine Seele alles mit der festen Überzeugung zu tun, diese(r) andere wird seine bzw. ihre Macht zugunsten der Seele anwenden und nicht zu ihrem Nachteil oder um ihr zu schaden. Es ist somit eine Sache des Vertrauens zur wahren Liebe derjenigen, der man sich hingibt, und auβerdem eine Sache der eigenen Liebe zu dieser anderen.

Blinde Hingabe an Sie ist zum Beispiel eine der ersten Bedingungen, welche die Himmelskönigin stellt wenn Sie eine Seele zu einer mystischen Lebensaufgabe in Ihrem Dienst ruft. Daraus soll man folgern, dass blindes Vertrauen und blinde Hingabe unbedingt notwendig sind für jede Seele, die sich an Maria gibt in der Absicht, ein Leben in vollkommener Weihe zu führen. Ein ungehemmtes Hinüberflieβen zwischen der Himmlischen Herrin und der Seele, die sich Ihr hingegeben hat, ist nur in dem Maβe möglich, wie sich die Seele bedingungslos und ohne jegliche Einschränkung Ihr ausliefert.

Hingabe ist die Verfassung, in welcher die Seele in ihrem ganzen Tun und Lassen und in ihren ganzen inneren Verfassungen ungeteilt ausschlieβlich Gottes Gesetz herrschen lässt. In dieser Verfassung entleert sich die Seele vollkommen vor der Heiligen Jungfrau und gibt sie sich selbst voll und ganz Ihr hin unter Verleugnung ihrer eigenen Bedürfnisse und mit dem einzigen Wunsch, Maria und allen Werken Gottes zu dienen. Eine Seele, die sich voll und ganz der Herrin aller Seelen hingibt, versucht jeden Augenblick ihres Lebens so zu leben, dass nicht ihren eigenen Wünschen sondern den Wünschen Gottes gedient wird. Sie nimmt alles an, was geschieht, in Vertrauen auf die Weisheit von Gottes Vorsehung und auf die Vollkommenheit Seiner Liebe.

Vollkommene Hingabe an Maria und Selbstverleugnung liegen dem Wunsch zugrunde, sich von allem Weltlichen loszulösen, ebenso wie einer vollkommenen Annahme aller Kreuze und Prüfungen, denn eine aufrichtige Hingabe durchdringt die Seele ganz vom Bedürfnis zu dienen, in einer möglichst tiefen Einheit des Herzens mit der Herrin des heiligen Vertrags.

Hingabe an die Himmelskönigin soll eine alles beherrschende Lebenshaltung sein, sonst behält sich die Seele gleichsam ständig einen Ausweg vor, bereit um zu jeder Zeit den eigenen Wünschen nachzugehen, nach den eigenen vermeintlichen Bedürfnissen zu jagen, und dadurch nicht ungeteilt von der Führerin der Heere vom Licht für einen Kampf gegen die Finsternis und für die Verwirklichung eines Göttlichen Werks der Liebe eingesetzt werden zu können. Gottes Vorsehung schafft Tag für Tag für Seelen Gelegenheiten um mit den eigenen Händen, dem eigenen Mund, dem eigenen Herzen oder Geist in sämtlichen Kontakten und Begegnungen mit gleich welchem Mitgeschöpf das Gesetz der Liebe erfüllen zu helfen. Die an Maria geweihte Seele soll deswegen unter allen Umständen und in allen Situationen des Lebens bereit sein, ein Knotenpunkt von Licht und Wärme zu sein, durch welchen Gott Seine Liebe und neue Lebenskraft strömen lassen kann. Dies kann nur nach dem Maβ ihrer Hingabe erfolgen.

7.5. Äuβerste Flexibilität

Eine Seele, die sich aufrichtig mit ihrem ganzen Wesen und ihrem ganzen Leben der Heiligen Jungfrau in der Absicht verschenkt, im wahrsten Sinn des Wortes lebenslänglich in Ihrem Dienst ein brauchbares und nützliches Werkzeug im Rahmen der Verwirklichung von Gottes Werken und Seinem Heilsplan zu sein, muss bis zum Äuβersten flexibel sein, zu jeder Zeit bereit und willig um ihr Verhalten und ihre Einstellung anzupassen bzw. zu berichtigen, damit diese voll und ganz allem gerecht werden, was die Herrin der Seele zu jeglichem Zeitpunkt braucht um Gottes Werke besser vollbringen zu können. Das heiβt, dass diese Seele ihre eigenen vermeintlichen Interessen und ihre persönlichen Ziele zu jeder Zeit den Bedürfnissen von Gottes Heilsplan dadurch unterordnen können soll, dass sie nicht unbeugsam an festen Gewohnheiten, an ihrer eigenen Vergangenheit, an festgefahrenen Ideen und Auffassungen usw. festhält.

Flexibilität ist die Fähigkeit, das eigene Verhalten und die eigenen Pläne widerstandslos geschmeidig bei den Bedürfnissen des Augenblicks anzupassen, wobei unter 'Bedürfnisse' all dasjenige zu verstehen ist, bezüglich dessen der Heilige Geist zu bestimmten Zeitpunkten inspiriert, es sei wünschenswert, dass sämtliche Werke des Augenblicks in den Dienst dessen Befriedigung gestellt werden. Die 'Bedürfnisse' von Gottes Heilsplan sollen bei jeder Entscheidung der Seele bezüglich desjenigen, was sie tun wird, wann und wie, absolut vorrangig sein. Es handelt sich da um die Situationen, welche durch die Werke und Bestrebungen der Seele günstig beeinflusst werden sollen, damit die Verwirklichung von Gottes Werken vorangebracht werden kann.

Eine Seele, die in ihren eigenen Vorstellungen, Erwartungen und Gewohnheiten festgefahren ist, hindert dadurch jegliche Einströmung von Inspirationen und jegliche innere Führung seitens des Heiligen Geistes und ist oft wenig für die Inspirationen oder Ratschläge aufgeschlossen, durch welche sie dazu angeregt wird, sich für die Fülle von Gottes Wahrheit zu öffnen, da ihre Wahrheit und ihre Wirklichkeit oft bei ihren eigenen Auffassungen aufhören, die sie für die einzig Richtigen hält. Aus diesem Grund ist eine solche Seele nicht zuverlässig und unberechenbar wenn es gilt, eine Rolle als aktive Kämpferin für die Werke des Lichts zu erfüllen.

Eine Seele, die an Maria geweiht ist, soll bald dafür sorgen, dass sie sich aus jeder Neigung zur Erstarrung befreit. Erstarrung ist die Neigung, festen Gewohnheiten, festen Verhaltensmustern, festen Auffassungen anheim zu fallen, aus welchen man sich sogar dann nicht loszulösen vermag, nachdem nachgewiesen worden ist, dass diese Gottes Werke nicht günstig beeinflussen können. Die an Maria geweihte Seele wird sich deshalb gleich darin üben, ohne Zögern auf eigene Vorhaben zu verzichten wenn sich eine Situation ereignet, in welcher sie ihrer Himmlischen Herrin dadurch besser dienen kann, dass sie etwas ganz anderes tut, sagt oder anstrebt. Einer Seele, die zu sehr erstarrt ist um sich von sich selbst loszulösen, kann von der Himmelskönigin nicht als Werkzeug getraut werden, das jedes Mal für Sie bereit stehen soll, wenn Sie diese Seele dazu einsetzen möchte um Gottes Gesetz der selbstverleugnenden Liebe konkret in Anwendung zu bringen.

7.6. Anstreben der Vertiefung

Einer der gröβten Feinde der Fruchtbarkeit vollkommener Weihe an die Himmelskönigin ist die Oberflächlichkeit. Viele Seelen zeigen einen Mangel an aufrichtigem Einsatz zur Nachfolge Christi und sind auch nicht wirklich daran interessiert zu lernen wie sie Ihm immer besser und immer tiefer nachfolgen können. Sie nehmen Himmlische Belehrungen nicht richtig in sich auf, oft weil sie befürchten, diese könnten erstens ihr übliches Lebensmuster stören (und sie nicht bereit sind auf dieses zu verzichten), und diese ihnen zweitens die moralische Verpflichtung aufbürden, Anstrengungen zu leisten, welche sie eigentlich nicht aufbringen möchten, weil diese Anstrengungen auf ihre Vervollkommnung als Werkzeuge Gottes abzielen würden, und nicht der Befriedigung ihrer vermeintlichen persönlichen Bedürfnisse dienlich wären.

Genau in diesem Punkt erheben sich übrigens die meisten Kritiken an den Verkündigungen durch das Maria Domina Animarum Werk: Manche Seelen fallen leicht der Versuchung anheim, diese Belehrungen als 'nicht aus Himmlischer Quelle stammend' zu bestreiten, weil die Nachfolge derselben angeblich 'nicht leicht' sei. Diese Belehrungen stammen durchaus hundertprozentig aus der reinsten Quelle in Gottes Reich: der Heiligsten Jungfrau Maria, die ja die Seelen von ihrer gefährlichen Oberflächlichkeit zu heilen bemüht ist, welche die Gesundheit und die Blüte des Christentums in diesen Letzten Zeiten ernsthaft bedroht.

In diesen Letzten Zeiten liegt ein riesiges und äuβerst dringliches Bedürfnis an Seelen vor, die bereit sind, für die Erschlieβung von Gottes Heilsplan dadurch bis zum Äuβersten zu gehen, dass sie dazu beitragen, die Erlösungswerke Jesu Christi in möglichst vielen Seelen wahrlich fruchtbar werden zu lassen. Wir leben die letzte Phase der Vorbereitung der Gründung von Gottes Reich auf Erden. Damit dieses Reich der vollendeten Liebe, des vollendeten Friedens, des vollendeten Glücks und der vollendeten Gerechtigkeit in und zwischen allen Geschöpfen tatsächlich endgültig gegründet werden kann, muss die Finsternis in ihren unterschiedlichsten Strategien der Täuschung, des Scheins und der Verlockung zum vergänglich Weltlichen gründlich gelähmt und besiegt werden. Dies kann nie durch Seelen erfolgen, die an oberflächlichen Auffassungen und Denkweisen festhalten und dadurch jeder Belehrung abgeneigt sind, die sie zu immer tieferen Erkenntnissen von Gottes Gesetz und Seinen Mysterien, von den Prozessen des seelischen Lebens und von den listigen Strategien der Finsternis führen will. Deswegen sind Belehrungen mit einer beispiellosen Tiefe, sowie die von der Heiligen Jungfrau durch Ihr Maria Domina Animarum Werk verbreiteten Belehrungen, in dieser Zeit geradezu unentbehrlich geworden. Die Herrin aller Seelen sagt nicht ohne Grund:

"Die Zeit für ein oberflächliches Leben und eine oberflächliche Anwendung des Christseins ist endgültig vorbei. Die heutige Zeit fordert eine hochgradige Vertiefung des seelischen Lebens der Seelen. Ohne eine viel gröβere Tiefe des seelischen Lebens vieler Seelen und ihres Verständnisses von den Werken Gottes ebenso wie von den Werken der Finsternis kann Gottes Reich nie auf Erden gegründet werden und ist die Schöpfung dazu verurteilt ein Reich der Finsternis zu bleiben, das von Unfrieden, Lieblosigkeit, Elend, Leid, Chaos, Unglück und Bedrohung in und zwischen allen Geschöpfen erfüllt ist".

Himmlische Belehrungen sind unvergleichliche Geschenke: Sie sind die Schlüssel, welche das Tor zu Gottes Reich aufschlieβen können. Eine Seele, die sich bewusst und freiwillig dafür entscheidet, in ihrer Oberflächlichkeit zu verharren, verschlieβt sich unzähligen Gnaden, und wenn sie an Maria geweiht ist und trotzdem nicht zur Vertiefung bereit noch dazu geneigt ist, Vertiefung zu erlangen, ist sie mit einem Soldaten vergleichbar, der ohne jegliches Wissen von Kampftaktiken, von der Front und von den Taktiken des Feindes, und auβerdem so gut wie unbewaffnet, an die Front geschickt wird: Er wird den Kampf nicht lange überleben, wird nichts zum Sieg beitragen, wird als Werkzeug innerhalb der Armee vollkommen unzuverlässig und unberechenbar sein, und wird sogar für die Armee, zu welcher er gehört, eine Gefahr und ein Klotz am Bein sein.

Betrachten wir dieses Bild gründlich und erkennen wir dabei, dass ein Leben vollkommener Weihe an die Heilige Jungfrau nichts anderes als Dienst an der Front im Krieg gegen die Finsternis ist.

Die Einladung zur Vertiefung ist eine Einladung seitens des Heiligen Geistes um zu einem Verhalten zu gelangen, das für das eigene Ewige Heil ebenso wie für die Verwirklichung von Gottes Werken der Liebe auf Erden fruchtbarer ist. Dieser Einladung, die übrigens im Herzen eines jeden Christen klingt, nicht Folge zu leisten, gilt für Gott als ein Zeichen dafür, dass man sich nicht wirklich für eine Mitwirkung bei der Verwirklichung von Gottes Werken interessiert.

Zur Vertiefung gehört im Grunde genommen auch das Bedürfnis um alles zu verinnerlichen: Gott lässt dann und wann Erinnerungen zu, damit diese die Seele ausbilden helfen, oder lässt zum selben Zweck zu, dass eine Seele bestimmte Erfahrungen macht oder aber bestimmte Informationen auf ihrem Lebensweg vorfindet. Die Seele soll diese Erinnerungen, diese Erfahrungen und Informationen nicht auβerhalb ihrer Selbst stehen lassen, so ungefähr wie man ein Buch kurz durchblättert und es dann ins Regal zurück stellt, während das Buch im Gegenteil gleichsam das eigene Fleisch und Blut werden sollte: Die Seele soll es inständig einverseelen, es soll so sein, als würde sie 'das Buch essen' und mit den darin enthaltenen Kenntnissen verschmelzen. Auf ähnliche Weise dürfen die von der Herrin aller Seelen gelehrten Thesen nicht 'auβerhalb der Seele hängen bleiben', sondern sollen diese so tief ins Herz aufgenommen werden, dass sie in allen Lebenssituationen spontan angewandt werden. Dies ist nichts anderes als wahre Vereinigung bzw. Verschmelzung mit der Himmelskönigin: Die Seele nimmt die von Ihr geschenkten Inspirationen und Belehrungen so vollkommen und so tief in sich auf, dass ihr ganzes Denken und Fühlen gleichsam eins mit dem Denken und Fühlen von Maria Selbst wird.

Die Seele soll übrigens zu jeder Zeit erkennen, dass Oberflächlichkeit sehr oft das Kind der Gleichgültigkeit, des Mangels an Interesse ist. Gleichgültigkeit ist ein groβer Feind eines wahrlich geweihten Lebens. Sobald das Feuer für Gottes Werke und Seinen Heilsplan erlischt, ist eine Seele nicht mehr als Werkzeug für die Erfüllung dieser Werke und dieses Heilsplans tauglich. Sie ist dann nicht mehr gefühlsmäβig Teil an diesen Werken und diesem Plan beteiligt. Eine Seele, die sich nicht für Gottes Anliegen und Zielsetzungen interessiert kann unmöglich ein Leben führen, das voll und ganz an der Verwirklichung dieser Anliegen und Zielsetzungen orientiert ist. Das Leben als an Maria geweihte Seele ist genau dies: ein Leben ununterbrochenen Einsatzes für die Verwirklichung vom groβen Heilsplan Gottes.

7.7. Anstreben der Vergeistigung

Der Seele, die sich der Heiligen Jungfrau Maria weiht, obliegt die Verpflichtung, den Akzent sämtlicher Interessen und Bedürfnisse ihres Lebens vom Weltlichen zum Überweltlichen zu verlegen. Eine Seele, die in hohem Maβe an Eigeninteresse, stofflichen Interessen und Bedürfnissen festgekettet bleibt, die über das Lebensnotwendige hinausgehen, wird dazu neigen, mehr an sich selbst und an den weltlichen Aspekten des Lebens als an der Befriedigung der Bedürfnisse und Interessen Gottes orientiert zu bleiben, die über das Stoffliche (das Weltliche) hinausgehen. Gottes Bedürfnisse und Interessen liegen im Bereich der endgültigen Gründung Seines Reichs der vollendeten Liebe, des vollendeten Friedens, der vollendeten Gerechtigkeit und des vollendeten Glücks in und zwischen allen Geschöpfen, einer Schöpfung ohne Chaos, Leid, Elend, Unglück und Lieblosigkeit in jeglicher Form.

Solange eine Seele groβen Wert auf weltliche Versprechen, stofflichen Reichtum, Lob und Anerkennung seitens ihrer Mitmenschen legt und es für sie einen besonderen Reiz hat, als wichtig oder besonders betrachtet zu werden, ist sie als Werkzeug für die Verwirklichung von Gottes Werken auf Erden nicht brauchbar. Diese Werke wollen ja nicht in stoffliche (materielle) Zustände eingreifen, sondern in die Blüte aller Menschenherzen in Einklang mit dem Herzen Gottes. Gottes Herz ist die Quelle aller Liebe, allen Glücks, allen Friedens, aller Vollkommenheit in der Harmonie zwischen Geschöpfen in einem Zustand, in welchem die Schöpfung in vollkommenem Einklang mit dem Göttlichen Gesetz funktionieren kann. In einem solchen Einklang können sich die Göttliche Intelligenz und Weisheit, die als Regelmechanismen in alles Lebendige eingegossen sind, in einem solchen Ausmaβ auswirken, dass sich die Schöpfung immer mehr dem Stand der vollkommenen Einheit mit dem Geist Gottes nähern kann, in einer Atmosphäre, die uns die Herrin aller Seelen als 'Göttliches Leben' identifiziert hat.

Die Fähigkeit der Seele, sich vollkommen dem Leben und der Wirklichkeit auf der Ebene der Himmlischen Dinge, des Übernatürlichen, hinzugeben, heiβt Vergeistigung. Vergeistigung äuβert sich in der Loslösung von den Dingen der Welt, dem Loslassen der Vergangenheit (d.h. aller Ereignisse des Lebens bis zum Augenblick, der dem heutigen Augenblick gerade vorangeht) ebenso wie sämtlicher mit der Vergangenheit einhergehender Gefühle und Empfindungen, und der vollkommenen Hingabe an Gott und Weihe an Ihn.

Vergeistigung ist eine notwendige Verfassung für eine fruchtbare vollkommene Weihe an die Heilige Jungfrau, weil sie verhindern hilft, dass die Seele viel Energie auf die Jagd nach weltlichen Interessen und Scheininteressen verwendet. Die Seele in einem hohen Maβe an Vergeistigung lebt in ihrer ganzen Gefühls- und Denkwelt ausgeprägter an Gottes Bedürfnissen orientiert. Der groβe Gegenpol der Vergeistigung, die materielle Lebenseinstellung, ist ein groβer Feind der seelischen Blüte und Fruchtbarkeit der Seele und macht sie als wahre Dienerin der Königin von Gottes Werken ungeeignet.

7.8. Bedingungsloses Vertrauen auf Gottes Wirken und Seine Vorsehung

Eine Seele, die wenig oder gar keinen Glauben und kein Vertrauen besitzt, kann sich unmöglich spontan und vollkommen der Führung seitens eines Wesens ausliefern, das sie nicht mit den Sinnen wahrnehmen kann. Die Heilige Jungfrau spricht in den meisten Menschen nicht sichtbar bzw. hörbar und setzt für die meisten Menschen nicht jeden Tag wahrnehmbare Zeichen Ihrer Gegenwart und Wirkung. Seit der Erbsünde hat die Menschenseele die Fähigkeit verloren, Gottes Gegenwart ständig wahrzunehmen. Seitdem muss die Seele ihre ursprüngliche Fähigkeit um Gott zu 'spüren' selber neu ins Blühen bringen lernen, indem sie sich vollkommen für Gott aufschlieβt und sehr empfänglich für die Strömung der Göttlichen Liebe ist.

Dasselbe gilt für das Wahrnehmen der Heiligen Jungfrau, die in allem Gott vertritt und Seine Anliegen überbringt. Der Gipfel des spürbaren Kontakts mit der Heiligen Jungfrau wird Seelen nur auf der Ebene der Mystik geschenkt, falls, und in dem Maβe, wie, dies sich für die Verwirklichung von Gottes Plänen als nützlich erweist und in dem Maβe, wie sich die betreffenden Seelen als bereit erweisen, ihr eigenes Wesen und ihr eigenes Leben vollkommen und bedingungslos und in vollkommener Selbstverleugnung in den Dienst an der Verwirklichung dieser Pläne zu stellen.

Sowohl die Seele, die eine Lebensaufgabe mystischer Natur zu erfüllen bekommt als Seelen, denen Lebensaufgaben in anderen Formen anvertraut werden, können ihre Aufgabe nur in dem Maβe erfüllen, wie sie einen blinden Glauben und ein blindes Vertrauen zeigen. Falls sie einen solchen Glauben und ein solches Vertrauen nicht aufbringen können, wird ihre Lebensaufgabe unfruchtbar bleiben, denn dann mangelt es ihnen an fester Richtung und an einem festen Ziel bei allem, was sie tun, denken, fühlen und wünschen.

Eine Handlung, die ohne wahren bewussten Antrieb oder ohne Begeisterung gestellt wird, wird für Gottes Heilsplan wenig Früchte einbringen, sogar dann, wenn diese Handlung scheinbar ein günstiges Ergebnis bringt. Dies kommt daher, weil der Wert einer Handlung (ebenso wie eines Gedankens, eines Gefühls, eines Wunsches oder einer Bestrebung) für Gott hauptsächlich durch dasjenige bestimmt wird, was dabei im Herzen vorgeht. Wird eine Handlung ohne besondere innere Anteilnahme, also eher 'mechanisch' (gefühllos) vorgenommen, so wird sie kaum Licht hervorbringen. Wird diese selbe Handlung dahingegen von einer reinen und selbstlosen Liebe getragen, so wird sie schon Licht durch das Netzwerk der Schöpfung strahlen, sogar dann, wenn sie ziemlich ergebnislos erscheint.

Für Gott ist die Herzensverfassung viel wichtiger als egal welche Handlung an und für sich. Diese Herzensverfassung steht immer in engem Zusammenhang mit dem Stand des Glaubens und dem Vertrauen der Seele hinsichtlich Gottes Gegenwart in ihrem Leben und hinsichtlich der Vollkommenheit von Gottes Liebe auch in den vielen Situationen des Lebens, wo Gott dem Anschein nach gleichgültig für die Entwicklungen in der Welt und im individuellen Leben von Seelen ist. Deshalb ist es für eine Seele, die sich vollkommen der Heiligen Jungfrau hingibt, von gröβter Wichtigkeit, dass sie zu jeder Zeit blind an Ihre Führung glaubt und auf diese vertraut, weil diese deswegen unfehlbar ist, weil sie von Gott Selbst ausgeht und durch Maria in das Herz der Menschenseele hineingeführt wird.

Eine Seele, die vollkommen Maria geweiht ist, schlieβt einen Bund, kraft dessen sie sich bewusst zu einem Leben im Dienst an Gott in Seinem Krieg gegen die Kräfte der Finsternis verpflichtet. Diese Seele wird dadurch im wahren Sinn des Wortes ein Frontsoldat. Bedenken wir zu jeder Zeit, dass ein Soldat an der Front selten oder niemals einen genauen Blick auf die Lage noch auf den Sachverhalt besitzt, und schon gar nicht auf den letztendlichen Ausgang. Er muss sich selbst Tag für Tag, Stunde für Stunde auf der Kraft des Glaubens und des Vertrauens vorantreiben. Wenn er diese nicht aufzubringen vermag, so wird er mindestens bald moralisch zusammenbrechen, und oft auch bald physisch, denn ein Soldat ohne Glauben und ohne Vertrauen zum Ausgang der Ereignisse und ohne Richtung und Sinngebung in seinen Anstrengungen erkennt bald nicht mehr den Nutzen und den Zweck vom Einsatz seines ganzen Wesens unter den schwersten Entbehrungen, Ermüdungen und Gefahren, und findet keine Gründe mehr, weshalb er noch weitergehen soll. Im Rahmen der vollkommenen Weihe sehen wir eine solche Seele wie eine, die bald zum Stillstand kommt und die sehr leicht dem Feind (der Finsternis) zum Opfer fallen wird.

Eine Seele, die in allen Bewegungen ihres Lebens keine Richtung und kein Ziel findet, kommt in Ermangelung an Antrieb gleichsam spirituell zum Stehen. Wenn eine Seele nicht den Nutzen oder den Zweck von Gottes Heilsplan erkennt bzw. sich im Herzen nicht in diesen Heilsplan einzufühlen vermag weil Gottes Bestrebungen ihr gleichgültig sind, wird sie sich nicht von ganzem Herzen für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan einsetzen, und ist es durchaus möglich, dass sie sich für einen eigenen Weg und ein eigenes Ziel entscheidet. Sie kann in diesem Fall die ganzen Anstrengungen ihres Lebens an der Verwirklichung eigener Erwartungen und Vorstellungen orientieren und wird einen Kurs einschlagen, nach welchem sie die Versuche seitens der Heiligen Jungfrau um sie innerlich zu führen und ihr inneres Leben mehr in Einklang mit den Bedürfnissen von Gottes Heilsplan zu bringen, nicht berücksichtigen. Deshalb ist es von gröβter Bedeutung, dass die an Maria geweihte Seele in sich selbst die Einheit des Herzens mit ihrer Himmlischen Herrin und eine tiefe Einfühlung in Gottes Zielsetzungen mit Bezug auf Seine Schöpfung lebendig erhält. Eine Seele ohne richtigen Glauben und ohne richtiges Vertrauen zu Gott und zu Marias Führung ist für Gottes Werke kaum von Nutzen.

(wird bald um einen nächsten Teil erweitert)