TOTUS TUUS, MARIA !

SEUFZER AUS DEM HERZEN DES GÖTTLICHEN ERLÖSERS

Auszüge aus der Ernte der Ewigen Liebe
bezüglich Seufzer seitens Jesu Christi
während Seiner Erlösungswerke

von der heiligen Schmerzensreichen Mutter an Myriam van Nazareth inspiriert

Die vorliegende Sammlung ist dem Buch entnommen worden, das Myriam während der Passionszeiten der Jahre 2008, 2009 und 2010 schrieb unter dem Titel Die Ernte der Ewigen Liebe. In drei aufeinanderfolgenden Jahren wurde Myriam von der Schmerzensreichen Mutter dazu eingeladen, eine tiefe Einheit mit dem leidenden Christus zu erfahren, jedes Mal während achtzehn Tagen ab dem Mittwoch vor Passionssonntag.

Während jenen Tagen ließ Jesus Myriam Anteil an manchen Erfahrungen haben, die Er Selber in den Tagen vor und während Seiner Passion im Körper gemacht hat – selbstverständlich in gemilderter Form, denn kein sterblicher Mensch könnte sogar annährend die authentischen physischen Qualen durchhalten, denen Christus ausgesetzt war. Diese Erfahrungen standen in erster Linie mit der weniger bekannten Erschöpfung, Gefühlen der Übelkeit und ähnlichen Erscheinungen im Zusammenhang, die Jesus Selbst empfand, und sie dienten hauptsächlich diesem Zweck: Myriam musste in den Stand versetzt werden, möglichst getreu einige der tiefsten Seufzer aus dem Herzen Jesu vorzubringen, und wurde zu diesem Zweck in die authentischen Verfassungen eingetaucht, die im Feuerofen Seines Göttlichen Herzens lebten, der Quelle aller Liebe, ebenso wie in die Prozesse Seines heiligsten Körpers.

Der vorliegende Text ist eine Sammlung solcher Seufzer, die in der Absicht zusammengestellt wurde, an die Seelen einen Passionsaufruf zu richten, der sie dazu einlädt, ihre Herzen mit dem Herzen verschmelzen zu lassen, das Sich so inständig danach sehnte, sie zu erlösen und einige der tiefsten Wünsche zu betrachten, die der Erlöser in einer Weise zum Ausdruck brachte, die sich mit Weihen des Ewigen Heils der Menschenseelen vergleichen lässt.

Myriam, gleich vor den Passionstagen, im April 2019.

Seufzer aus dem Herzen Christi

(die Seufzer und die dazugehörenden Erläuterungen sind jedes Mal durch das Zeichen '(...)' getrennt worden, weil sie dem ganzen Buch Die Ernte der Ewigen Liebe entnommen worden sind. Dieses Zeichen deutet an, dass der darauf folgende Text zu einem anderen Kontext gehört).

(...)

Die Berufung Jesu war es, Bringer des Göttlichen Lichts und der Erlösung zu sein. Ich verweise hier auf die Belehrung Weshalb ist Jesus Mensch geworden?

Eines Tages werde ich in das Herz Jesu gezogen, während Er die untergehende Sonne betrachtet, und ich lese dort Seinen Seufzer:

"O Mein Vater, ich küsse das Licht aus Deinem Herzen, das in der Welt untergeht, damit es in Ewigkeit nicht sterben möge. Ich ziehe die Macht aller Sünden in Mein Göttliches Herz, damit die Welt sehen möge, dass das Reich des Lichts sich bald erheben wird".

(...)

Oft finde ich Jesus in den letzten Tagen vor der Passion an einem abgelegenen Ort wieder. Vorzugsweise zieht Er Sich auf einen Hügel zurück oder irgendwo zwischen Sträuchern oder hinter einen Felsen, wo Er möglichst viel vor menschlichen Blicken verborgen sitzen kann und nichts anderes sieht, hört und riecht als die Schönheiten, die Geräusche und die Düfte der unverfälschten Natur, die Ihn an das Herz Seines Ewigen Vaters erinnern, aus dem dies alles hervorgegangen ist.

In einer solchen Verfassung des Herzens Jesu lese ich in diesen letzten Tagen immer wieder die Frage:

"In welchem Maße habe Ich Mein Lebensziel auf Erden verwirklicht? Was habe Ich getan, um Unseren Göttlichen Heilsplan für die Seelen zu erschließen und ihnen die Wege zu dessen Verwirklichung zu zeigen?"

Eines Tages lässt Jesus mich den folgenden Seufzer hören, den Er an den Ewigen Vater richtet, während Er, in tiefer Meditation versunken und mit einem nostalgischen Blick in Seinen Augen eine herrliche Abendsonne betrachtet, die tief über einer Landschaft voller Gras und Sträuchern prunkt:

"O Vater, Ich bitte Dich, dass alle Seelen in allen Zeiten die Gnade erhalten mögen zu verstehen, dass die Frage nach ihrer Berufung, nach dem Sinn ihres Lebens auf Erden im Grunde genommen eine Frage nach dem Erkennen Unseres unfehlbaren Willens ist, der sie in der wahren Heiligkeit aufrichten will. Die Saat, ihre Berufung zu erkennen, liegt in jeder Seele verborgen, weil sie der Träger von demjenigen ist, was Wir von ihr als Beitrag zu Unserem großen Heilsplan für alle Menschenseelen verlangen. Die Seele kann diese Saat dadurch erschließen, dass sie sich tief und beharrlich danach sehnt, Unseren Willen bezüglich ihres Lebens zu erkennen. Nichts anderes als die Liebe kann diese Sehnsucht zum Leben erwecken und die Saat zu einer Blume ausblühen lassen. Diese Blume ist die Kenntnis von demjenigen, was Wir von ihr in ihrem Leben erwarten. Das Parfüm dieser Blume wird die Seele für die Erfahrung des wahren inneren Friedens bereit machen".

Jesus erwägt dabei das Erbe, das Er Selbst den Seelen hinterlassen will, weil dies Seine Berufung als Erlöser ist und jede Seele dies in ihrem eigenen Leben verwirklichen muss.

(...)

Die bemerkenswerteste Art von Wunderzeichen, die Jesus gesetzt hat, waren ohne Zweifel die Auferweckungen von den Toten. Er hat Gott dadurch viel Glorie dargebracht. Für Jesus waren diese Zeichen viel mehr als das zum Leben Erwecken eines Körpers, der eigentlich bereits von der Seele gelöst war. Für Jesus stand dies symbolisch für die Auferweckung von Seelen, die spirituell sterbend waren, mit anderen Worten: die dabei waren, ihre Chancen auf die ewige Glückseligkeit des Himmels nach ihrem irdischen Leben zu verspielen. Letztendlich war dies das größte Lebensziel Christi: Seelen für eine möglichst hohe Ebene spirituellen Lebens aufzuerwecken. Es ist daher wichtig, darauf hinzuweisen, dass Jesus bei jeder Gelegenheit, wo Er während Seines Lebens auf Erden einen Menschen von den Toten auferweckte, dieses Geschehen dem Ewigen Vater mit dem Anliegen weihte, dass dieses Wunder durch alle Jahrhunderte hindurch viele Seelen empfänglich machen sollte für eine Wiedergeburt für das wahre Leben, weg aus der Sklaverei des Weltlichen, das die Seele allmählich dem spirituellen Tod überliefert.

Ich hatte das Vorrecht, in Visionen Zeuge der Auferweckung von Lazarus zu sein, kurz vor Anfang der Passion. Jesus erinnert mich hier an die Worte, die Er in diesem Zusammenhang am 17. Dezember 2007 in mir sprach und die ich hier wiedergebe:

"Als Ich, vor dem Grab in Betanien stehend, ausrief: 'Lazarus, komm heraus!', bebte Meine Stimme vor Rührung. Niemand wusste damals, dass Ich diese Worte im Zeitlosen sprach: Jeden von euch sah Ich damals vor den Augen Meines Geistes. Zu jedem von euch rief Ich die Einladung, das Grab der Welt zu verlassen, damit eure Seele aufs Neue im Sonnenlicht erscheint. In Wirklichkeit rief Ich also: 'Seelen aller Zeiten, kommt aus eurem Grab weltlicher Anhänglichkeiten, Gewohnheiten, Erinnerungen und weltlichen Denkens heraus und begrüßt das Licht des Göttlichen Lebens'. In Betanien habe Ich die Tür für die Auferstehung jeder Seele vom Tod des weltlichen Lebens aufgeschlossen. Ich habe dieses Aufschließungswerk wenige Tage später auf dem Kreuz vollendet".

Die ganze Atmosphäre rund um das Geschehen beim Grab des Lazarus ist außergewöhnlich ergreifend. Es wird mir vergönnt, das Herz Jesu während Seines Hinaufgehens nach Betanien und während Seines Auftretens vor dem Grab des Lazarus zu fühlen. Jesus weint aus mehr als einem einzigen Grund:

  • Er ist tief gerührt in der Erfahrung vom Kommen eines Ereignisses, von dem Er weiß, dass es eine außergewöhnliche Verherrlichung Gottes bedeuten wird. Dies ist die Komponente der Verzückung.

  • Er ist tief betrübt wegen der Abweichung der Seelen durch die Erbsünde, die den leiblichen Tod in die Welt gebracht und den Menschen von Gottes Willen getrennt hat und die viele Seelen für die volle Wahrheit Gottes geschlossen hat. Jesus hat in Betanien die Rückkehr der Seelen aus den Anhänglichkeiten an die stoffliche Seite des Lebens geheiligt. Dies ist die Komponente des Schmerzes.

(...)

Für Jesus ist es sehr wichtig, dass die Seelen die wahre Tiefe der Macht der Liebe erkennen und sehen, dass alle Geschöpfe und Gott in einem einzigen Ganzen untereinander verbunden sind.

Ich sehe Jesus auf einem Stein sitzen. In geringer Entfernung von Ihm sehe ich einen kleinen Vogel sich niederlassen, der Ihn betrachtet. Jesus lächelt und wirft dem Tierchen ein Stückchen Brot zu. Der Vogel fängt an, darin zu picken und es mit seinem Schnabel hin und her zu bewegen, damit sich Krümel loslösen. Während Jesus dieses Schauspiel etwas amüsiert betrachtet, lese ich in Seinem Herzen eine tiefe Emotion und einen Seufzer zum Ewigen Vater:

"O Vater, wie eng haben Wir in Unserer Schöpfung doch alles miteinander verflochten. O welche Liebe strömt doch zwischen alle Herzen, nach Erwiderung der Liebe suchend, damit diese Strömung die wahre Liebe in allen Geschöpfen zur Verherrlichung Deiner Glorie wecken kann. O mögen alle Seelen sehen und fühlen, wie vollkommen Unsere Herzen jedes Gefühl eines jeden Menschen und eines jeden Tieres nachempfinden, weil in jedem Lebewesen ein kleiner Teil von Uns Selbst lebt. Wie sehr fühlen Wir Selbst jede Spur von Freude, sogar in diesem kleinen Vogel. Wie sehr spüren Wir Selbst jede Spur von Schmerz, der sogar diesem kleinen Wesen im Herzen oder im Körper angetan wird. Wie schwer leidet doch Unser Herz unter jedem Mangel an Liebe zwischen Unseren Geschöpfen und welche Freude erfährt Unser Herz um jede Äußerung von Liebe zwischen Unseren Geschöpfen. O Vater, Ich bete um die Rückkehr des Bewusstseins über die vollkommene Einheit  aller Geschöpfe, damit kein Geschöpf noch einem Mitgeschöpf Schaden oder Schmerz zufügen möge. So wird es in der Fülle der Zeit sein, im Reich der vollkommenen Liebe unter der vollkommenen Herrschaft Unseres Gesetzes".

(...)

Es ist Sabbat. Jesus hat eine Auseinandersetzung mit vier Pharisäern gehabt. Ich sehe, wie drei von ihnen sich empört und stolz zurückziehen. Der vierte zögert, schaut noch kurz weiterhin auf Jesus mit einem Blick, der vermuten lässt, dass er ernsthaft erwägt, was Jesus gesagt hat, und nach einigen Augenblicken zieht auch er sich zurück, sucht jedoch nicht unmittelbar Anschluss an die drei anderen, die untereinander im regen Gespräch sind, während sie irgendwie gejagt weiterlaufen. Jesus schaut erst den Dreien hinterher, danach dem Vierten. Die Apostel scheinen verwirrt und erschrocken zu sein. Ich darf im Herzen Jesu lesen:

"O Vater, wie unermesslich reich ist Unsere Wahrheit und wie arm die Weisheit der Seelen, die sich vom Licht abgewendet haben. Wie sehr hungert Mein Herz nach der Stunde, in der die Nebel um die Geister und Herzen durch das Feuer Unserer Liebe aufgelöst werden, während die Flammen Mein Fleisch verzehren. O Vater, nur wo das Fleisch sich durch die Liebe verzehren lässt, kann Unser Geist die Ewige Wahrheit flüstern und kann Sein Atem die Nebel verjagen".

Jesus deutet hier bereits an, dass die Essenz Seines Erlösungswerkes die wahre Liebe sein wird.

(...)

Jesus kniet nieder und ich lese jetzt in Seinem Herzen Worte, die mich den Zusammenhang mit dem Vater Unser, so wie wir dies kennen, sehen lassen:

"O Mein Vater, Quelle von allem Erschaffenen, die lebt und wirkt im Verborgenen und durch eine Weisheit, die nicht von der Welt ist, möge die ganze Schöpfung die unantastbare Heiligkeit Unseres Wesens erkennen und sich nach dieser Heiligkeit ausrichten. Lass Dein Reich bald kommen. Möge Dein unfehlbarer Willen aufs Neue zur Quelle und Motivation aller Handlungen und Worte unter den Seelen werden, wie er dies für die Engel ist, die Wir zu Unserem Dienst berufen haben. Nähre doch die Seelen mit dem Göttlichen Leben, damit sie nicht auf ihrem Weg zu Uns hin in die Irre gehen. Rechne ihnen ihre Schulden nicht an, vorausgesetzt, dass sie ihre Schwachheit erkennen und bekennen, dass nicht ihre Mitgeschöpfe ihr wahrer Feind sind. Brich doch alle Versuchung zur Verleugnung Unserer Liebe, Unserer Führung und Unseres Lichts und reinige die Seelen von aller Finsternis. O lass Mein Fleisch und Blut in die Seelen hinüberfließen, damit sie in Unserer Nachfolge Trägerinnen Unseres Lichts sein mögen".

Es folgt der Vergleich zwischen einerseits den Worten dieses inneren Gebets Jesu und andererseits dem Vater Unser, wie wir dies aussprechen. Wer die Worte Jesu tief erwägt, entdeckt darin die tiefe Bedeutung des Vater Unser, wie Er dieses Gebet beabsichtigt hat.

INNERES GEBET JESU DAS VATER UNSER
"O Mein Vater, Quelle von allem Erschaffenen, die lebt und wirkt im Verborgenen und durch eine Weisheit hindurch, die nicht von der Welt ist, "Vater unser, der Du bist im Himmel
möge die ganze Schöpfung die unantastbare Heiligkeit Unseres Wesens erkennen und sich nach dieser Heiligkeit  ausrichten. geheiligt werde Dein Name
Lass Dein Reich bald kommen. zu uns komme Dein Reich.
Möge Dein unfehlbarer Willen aufs Neue zur Quelle und Motivation aller Handlungen und Worte unter den Seelen werden, wie er dies für die Engel ist, die Wir zu Unserem Dienste berufen haben. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden
Nähre doch die Seelen mit dem Göttlichen Leben, damit sie nicht auf ihrem Weg zu Uns hin in die Irre gehen. Unser tägliches Brot gib uns heute
Rechne ihnen ihre Schulden nicht an, vorausgesetzt, dass sie ihre Schwachheit erkennen und bekennen, dass nicht ihre Mitgeschöpfe ihr wahrer Feind sind. und vergib uns unsre Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
Brich doch alle Versuchung zur Verleugnung Unserer Liebe, Unserer Führung und Unseres Lichtes und reinige die Seelen von aller Finsternis. und führe uns nicht in Versuchung,
O lass Mein Fleisch und Blut in die Seelen überfließen, damit sie in Unserer Nachfolge Trägerinnen Unseres Lichtes sein mögen". sondern erlöse uns von dem Übel".

Ungeachtet aller Leiden, die Jesus bereits sehr lange Zeit vor der wirklichen Passion in immer zunehmendem Maße in Seinem Körper und Herzen trug, fühle ich in Ihm einen tiefen Frieden und einen Frohmut, der auch in den Stunden von Herzeleid nicht ganz ausgelöscht wird. Ich sehe Jesus an einem sonnigen Nachmittag, wie Er auf einem Grasstreifen neben einem schmalen sandigen Wanderweg sitzt und auf einen strahlend blauen Himmel schaut, und ich lese in Seinem Herzen:

"Mein Vater, trotz allen Elends auf dieser Welt strahlt aus Unserem Herzen das himmelblaue Licht des tiefen Friedens und des Frohmuts. Mögen die Seelen verstehen, dass nur Unser Friede und Frohmut in ihren Herzen in ihnen die wahre Erlösung erschließen wird".

Jesus verweist hier auf das Bild der blauen Farbe des Himmelsgewölbes an einem schönen sonnigen Tag. Blau, insbesondere Hellblau, Himmelblau, ist mir von der Gottesmutter einst als Symbol für tiefen Frieden und Frohmut erklärt worden. Jesus weist jetzt darauf hin, dass dieser tiefe Friede und Frohmut aus Gottes Herzen (durch das Himmelsgewölbe symbolisiert) strömt, an sonnigen Tagen (Symbol für das Licht von Gottes Wahrheit und für die Wärme Seiner Liebe). Jesus lädt die Seelen ein, sich die darin enthaltene Lehre immer vor Augen zu halten: Nur Gottes Herz und die Atmosphäre des Himmlischen können Licht, Wärme, wahren Frieden des Herzens und Frohmut in die Menschenseele bringen. Er weist darauf hin, ähnlich wie Maria dies in Ihren Belehrungen ständig fortwährend tut, dass die Seele Gott keine größere Glorie darbringen kann als ein Leben in Frohmut und Frieden des Herzens. Diese Verfassungen kann die Seele nur in dem Maße instand halten, in dem sie wahrlich an Gottes Liebe glaubt: Nur dann weiß sie sich dessen sicher, dass in ihrem Leben jede Wolke irgendwann vorbeizieht und dass das Leben eigentlich eine Reise zur Sonne (zur Ewigen Glückseligkeit) ist für jede Seele, die davon überzeugt ist, dass das Licht immer das letzte Wort hat.

(...)

So erfährt Jesus, dass der Widerstand Ihm gegenüber umso größer wird, je mehr Er Gott verherrlicht. Jedes Mal wieder betet Er auch für die Seelen, die in allen Zeiten ein ähnliches Schicksal erleiden und Feindschaft ernten werden, weil sie Gott in Wort und Tat verherrlichen und Seelen die Wahrheit verkünden. Es ist in einer solchen Verfassung, dass Jesus kurz vor Seinem Leiden sagen wird: "Wie sie Mich verfolgt haben, so werden sie auch euch verfolgen".

"O Vater, in jede Seele haben Wir die Saat Unserer Ewigen Wahrheit gelegt. In der Nacht der Seelen hat jener, der noch vor der Schöpfung der Menschenseele Unser Gesetz nicht länger angenommen hat, die Saat der Wahrheit aus vielen Seelen weggeraubt, sodass sie unfruchtbar geworden sind. Als Säer bin Ich ausgezogen, um eine neue, immerwährende, niemals verwelkende Ernte vorzubereiten. Jetzt naht die Stunde, in der das Weizenkorn für alle Zeiten erschlossen wird. Wie der Räuber Mich beschleicht, so wird jede Seele, die das Licht erhalten wird, von der Fülle der Wahrheit Zeugnis abzulegen, durch Werkzeuge der Finsternis bekämpft werden. In allen Zeiten wird Satan durch Seelen sprechen, um jene, die Wir als Blumen zwischen das Unkraut säen werden, als Unkraut betrachten zu lassen, das ausgerottet werden muss. Ich bitte, dass die Saat, die diese Blumen unter den Schlägen seitens ihrer Bekämpfer in den Äckern der Seelen loslassen werden, Unser Licht in der Welt vervielfachen möge. In diesen Blumen werde Ich jedes Mal aufs Neue gekreuzigt werden, doch auferstehen".

(...)

Ich sehe Jesus an einem der letzten Tage vor der Passion. In Seinem Herzen darf ich die nachfolgenden Worte lesen, die Er in der Stille an den Ewigen Vater richtet:

"O Vater, mögen die Seelen sich nach der Nahrung der Ewigen Wahrheit sehnen, damit sie ihrerseits das Licht für andere Seelen erschließen können, denn die Strömung der Wahrheit zwischen den Seelen wird sie frei machen und ihre Herzen für die Fülle der Erlösung bereitmachen".

Außergewöhnlich reiche Worte, die sofort klarstellen, was Jesus mit Seinen Predigten, mit der Verkündigung der Lehre von Gottes einzigem Gesetz und einziger Wahrheit beabsichtigte.

Kurz danach erschließt Jesus nochmals Sein Herz für mich und macht mich zum Zeugen des nachfolgenden Bekenntnisses:

"O Vater, wie sehr hat die Sünde die Seelen für die Wahrnehmung Unserer Wahrheit verschlossen. Sie suchen, was sie nicht kennen, und sie sind nicht imstande, es zu erkennen, wenn sie es gefunden haben. Bin Ich nicht in die Welt gekommen, um das Licht in ihren finsteren Herzen strahlen zu lassen? Doch sie erkennen sogar nicht einmal mehr ihr Bedürfnis nach Licht, finster, wie sie geworden sind. Das Licht ist ihnen ein Anstoß, denn es gehört nicht mehr in ihre Welt hinein. Schau doch, wie sehr die Blumen der wahren Freude in jenen blühen, die das wahre Licht erkannt und es zur Quelle ihres ganzen Denkens, Fühlens und Sehnens gemacht haben".

Unmittelbar danach sehe ich Bilder vom Apostel Johannes, danach von Maria und zum Schluss von Maria Magdalena. Mir werden symbolische Bilder von diesen Seelen gezeigt, wie Gott Selbst diese sieht: wie Ziergärten an einem strahlenden Tag. Die Seele Mariä, der Heiligen Jungfrau, spottet jeder Beschreibung. Jesus spricht weiter aus Seinem Herzen heraus:

"O Vater, mit jedem Wort habe Ich gesät, mit jedem Lächeln habe Ich die Sonne auf die eingesäten Äcker strahlen lassen, mit jeder Träne, in verborgenen Stunden vergossen, habe Ich das Wasser ewigen Lebens über diese Äcker fließen lassen. Die Stunde naht, in der Ich jede Spur von Unkraut und alles Ungeziefer aus diesen Äckern in Meinem Blut wegspülen werde. Bereits brennt Mein Herz wie das Feuer Unseres Geistes, der heiligt und beseelt. So viel habe Ich ihnen noch zu sagen, aber so wenig können sie jetzt verstehen, weil ihr Herz das Licht noch nicht in seiner Fülle in sich aufnehmen kann. Aber welchen Trost schenkt Mir Unsere ewig geltende Verfügung, dass die Stunde kommen wird, in der Seelen Unserer Auserwählung so viel Licht erhalten werden, dass Unsere Mysterien, die Einströmungen des Saftes des Göttlichen Lebens, für sie verdaulich werden und diese Seelen Unser Licht für viele Augen erkennbar machen werden. O Vater, auch sie sollen verfolgt werden und Finsternis zu trinken bekommen für jeden Schluck Licht, den sie Seelen zu trinken gegeben haben. Ich bitte für sie, dass sie durchhalten mögen durch ihre Liebe zum Kreuz, wie auch Ich Meine Mission aus Liebe zum Kreuz vollenden werde. Ja, die Stunde ist nahe, denn nichts kann Ich noch sagen, bis die Seelen verdaut haben, was Ich für sie bereitet habe. Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet. Die Hochzeit kann nur an jenen vollzogen werden, die den Bräutigam Selbst zu sich nehmen".

Wie mir gezeigt wird, weist Jesus damit auf zwei Dinge hin: auf das Sakrament der Eucharistie, aber auch auf die vollkommene Nachfolge Christi auf dem Kreuzweg des täglichen Lebens. Jesus wollte den Seelen während der letzten Tage noch so viel sagen, aber Er war Sich durchaus dessen bewusst, dass ihr Verständnis für Seine Worte erst durch Sein Opfer am Kreuz erschlossen werden soll.

Kurz danach geht das innere Gebet wie folgt weiter:

"Vater, Meine Menschlichkeit bittet um Kraft, denn für diese Stunde bin Ich in die Welt gekommen".

Sofort nach diesen Worten sehe ich, wie Jesus über Seinen ganzen Körper zu zittern beginnt, und in meinem eigenen Körper wird mir sehr kalt — eine Kälte, die eine ganze Zeit anhält.

(...)

Ich bekomme jetzt aufs Neue Bilder des Letzten Abendmahles und der Einsetzung der Eucharistie. Jesus sagt mir:

"Sieh doch, wie sehr Gott Seine Geschöpfe liebt. Unter dem Alten Bund brachten die Seelen Opfer durch das Schlachten von Tieren. Das Paschalamm wurde geschlachtet und die Türpfosten der Häuser wurden mit dem Blut der geschlachteten Lämmer angestrichen. Im Neuen Bund bin Ich Selbst das Paschalamm geworden. Von den Seelen wird nicht länger erwartet, dass sie das Blut von Lämmern an ihre Türpfosten streichen, sondern dass Sie Mich in das Haus ihrer Seele aufnehmen. Um Meine Werke der Erlösung in sich zu vollenden, müssen sie außerdem dazu bereit sein, sich selbst zum Paschalamm zu machen, indem sie in vollkommener Selbstaufopferung ihr Leben mit seinen Prüfungen und Kreuzen Gottes Heilsplan darbieten. Das Einzige, was sie dabei schlachten, sind ihre weltlichen Anhänglichkeiten und die Herrschaft ihrer stofflichen Bedürfnisse. Für dies alles erhalten sie das Lamm Gottes in sich, zur Hilfe und Kraft. Gott macht Sich eins mit den Seelen. Halte den Seelen das nachfolgende Bild vor Augen: Unter dem Alten Bund nahm man beim Paschalamm bittere Kräuter zu sich, damit sich dessen Verdauung verbessert. Nun denn, unter dem Neuen Bund wird die Rolle der bitteren Kräuter durch die Prüfungen erfüllt: Obwohl sie für weltliche Augen dem Leben einen bitteren Geschmack vermitteln, ist es dennoch genau die liebevolle Annahme der Prüfungen, die Mein Einwohnen als Paschalamm in der Seele 'verdaulich' macht. Denn siehe, wer Christus in sich aufnimmt, muss Seine Werke tun, helfen, Sein Kreuz zu tragen, und aus Seinem Kelch trinken. Ohne liebevolle Annahme von allem auf dem Kreuzweg des Lebens ist diese Aufgabe unverdaulich. Ich lasse dir in diesen Tagen die wahren Verfassungen Meines Körpers und Herzens während der letzten Wochen Meines Lebens auf Erden zuteil werden. Du erfährst jetzt in der Tiefe, dass die Liebe wahrlich die einzige Kraft ist, die alles Leben trägt".

Um den Zeitpunkt der Einsetzung der Eucharistie herum lese ich im Herzen Jesu das nachfolgende Gebet zum Ewigen Vater:

"O Mein Vater, bereits ist der Verräter zu jenen unterwegs, die Unsere Werke für die Ewigkeit unterminieren wollen. Der Verrat wird nicht einmalig sein. Durch die Jahrhunderte werden viele, die berufen sind, die eine wahre Kirche instand zu halten, Mich verraten, indem sie Meine Werke verleugnen, sie dadurch verunreinigen, dass sie sich den Scheinbedürfnissen der Welt anpassen und dadurch, dass sie Meine Worte verändern, weil die Finsternis in ihrem Herzen das wahre Licht nicht verträgt. So viele Seelen werden sie irreführen. Wie sehr werden sie Mein Kreuz erschweren, wie viel Bitterkeit werden sie Meinem Kelch hinzufügen".

Maria erklärt mir, dass Jesus Sich hier auf jeden Modernismus innerhalb der Kirche und auf viele Priester bezieht, die eher sich selbst suchen, als sich vollkommen für die Verwirklichung von Gottes Zielsetzungen hinzugeben. Jesus fährt fort:

"Ich bitte für jene, dass sie den Herzschlag Meiner Liebe fühlen und zur Einkehr kommen mögen, damit sie Mich nicht den Hohepriestern des Irrtums überliefern, nachdem Ich sie die Wunder der Liebe gelehrt habe".

(...)

In den Tagen vor der Passion sehe ich wie Jesus Maria anschaut, die einige Dutzend Meter weiter vornüber gebeugt, sanft lächelnd zu einer der Frauen aus dem Gefolge Jesu spricht, und in Seinem Herzen wallen die folgenden Worte auf:

"O Mein Vater, segne die Taube Unseres Wohlgefallens, Jene, die dies alles möglich gemacht hat, indem Sie Ihr Fleisch mit Meinem Göttlichen Fleisch geteilt hat, Ihr Blut mit Meinem Göttlichen Blut. Wie sehr liebt Sie die Farbe Unseres Friedens und Unseres Frohmuts. Sie ist damit bis in Ihrer äußeren Erscheinung eins geworden. Möge Sie für jene, die Ich bald im Fleisch verlassen werde, ein Himmel auf Erden bleiben".

Jesus verweist mit den Worten "die Farbe Unseres Friedens und Unseres Frohmuts" auf die blaue Farbe von Marias Mantel, den Sie in diesem Bild trägt. Er betrachtet dies hier als einen sichtbaren Ausdruck von Marias Wesen, das wie ein Himmel auf Erden ist, dadurch dass Sie die Heiligkeit und die Verfassungen eines Himmlischen Wesens in Sich trägt und alles, was von Ihr ausgeht, den Himmel auf alle Geschöpfe abstrahlen lässt (Handlungen, Worte, Ihre ganze Körpersprache und Ausstrahlung).

Etwas später sehe ich Jesus kniend auf der Spitze eines grünen Hügels liegen. Es ist Nacht, der Mond ist fast voll, was darauf hinweist, dass Gründonnerstag (Tag des Vollmondes während der Passion) noch höchstens zwei oder drei Tage in der Zukunft liegt. Jesus betet intensiv. Wieder bekomme ich das Vorrecht, in Seinem Herzen versinken zu dürfen, und ich fühle das leichte Zittern einer wahren Ekstase. Aus diesem Feuerherd Göttlicher Liebe fühle ich die folgenden Worte aufquellen, während ich eine lange Reihe von Bildern von Maria zu vielen verschiedenen Zeitpunkten während des Lebens Jesu sehe:

"O Vater, welche Verzückungen erfährt Mein gequältes Herz bei der Betrachtung der Seele Jener, die angenommen hat, Meine Mutter im Fleisch zu sein. O verzückende Schönheit der vollkommen heiligen Seele… Wunder der Wunder. O welchen Trost bietet Mir das Wissen, dass Sie für alle Jahrhunderte die Schatzbewahrerin Meines Erbes sein wird. Meine Macht wird Sie erben, Meine Weisheit wird Sie verbreiten, Meine Werke wird Sie vollenden durch das Mysterium der Macht des Kreislaufes der vollkommenen Liebe, denn Sie wird Seelen nach Ihrem Bild gestalten. Sie wird diese Seelen mit der Saat Ihres eigenen Herzens befruchten, und die Blüten werden blühen und Früchte einbringen, und die Früchte werden den Seelen neue Saat anvertrauen. Die Auswirkungen Ihrer Macht werden in dem Maße wachsen, wie die Schicht der Finsternis auf den Seelen drückender wird, denn Ihre Herrschaft wird verborgen bleiben... Nur Ihre Auserkorenen werden sehen, wie Sie die Schlange zu Ihrem Sklaven gemacht hat. Ja, die Stunde Ihres Reiches über die Finsternis ist bereits da, doch sie wird in Unserem Herzen verschlossen bleiben, bis Unser Geist die Fülle der Zeit ankündigen wird. In dieser Stunde werden die Erben Unserer Mysterien verfolgt werden, wie Ich verfolgt werde, und die Krüge aller menschlichen Schwachheit werden zu Ihren Füßen zerbrochen werden müssen, damit das Parfüm der gänzlichen Heiligung der Seelen wahrnehmbar wird. Dann werden die ersten Samen aus Ihrem Herzen aufkeimen und ihre Blüten Ihre Macht verkünden. O Vater, bereits sehnt sich Mein Herz nach der Stunde, in dem auch die Schönheit Unseres Göttlichen Plans der Liebe in den Herzen, die aus dem Licht wiedergeboren sind, offenbar werden soll".

Aus diesen Worten spricht in hohem Maße, welche immense Kraft Jesus in Seinen letzten Tagen aus der zukünftigen Rolle Mariä den Seelen gegenüber schöpft. Für den Erlöser war Sie die Große Hoffnung. Sie war auch Diejenige, die in den ersten Jahren nach dem Hinscheiden Jesu das Lebendige Zeichen der bleibenden Gegenwart Christi unter den Seelen sein sollte, damit diese letzten während der prägenden Jahre der jungen Kirche Christi an die Wirklichkeit erinnert werden, dass Jesus wahrlich unter ihnen gelebt hat, wahrlich der Messias war, wahrlich den Kreuzestod für die Erlösung der Seelen guten Willens gestorben war, wahrlich auferstanden und in den Himmel aufgefahren war und wahrlich für alle Zeiten bei den Seelen bleiben wird. Sowohl während Ihrer weiteren Jahre auf der Welt als auch in den weiteren Jahrhunderten wird Maria für Unzählige der Schlüssel zum Himmelstor sein, und wie Jesus hier buchstäblich zum Ausdruck bringt, war von Gott verfügt worden, dass Marias Macht in dem Maße sichtbarer werden soll, wie die Finsternis die Welt mehr in den Griff bekommen wird. Jesus zielt hier überdeutlich auf die Zeit ab, die wir heute erleben: die Letzten Zeiten mit der Verkündigung Mariä als Herrin aller Seelen.

Die Vision geht weiter. Ich fühle jetzt in meinem eigenen Körper heftige Bauchkrämpfe, und im Herzen Jesu wellen die nachfolgenden Worte auf:

"Die verdüsterte Schöpfung wird zusammenschrumpfen, wenn die Ewige Mutter die vollreifen Früchte Unseres Lichts gebären wird. Zittern werden die Regionen der Finsternis. Die Füße der Jungfrau werden Objekte von Furcht und von Glückseligkeit werden, denn sie werden den Himmel endgültig für die dritte Geburt des Lichts aufreißen".

Ich erhalte diesbezüglich die nachfolgende Erläuterung:

  • Die erste Geburt des Lichts ist der Schöpfungsakt.

  • Die zweite Geburt des Lichts ist das Kommen Jesu Christi in die Welt.

  • Die dritte Geburt des Lichts wird die endgültige Gründung von Gottes Reich auf Erden sein.

(...)

Eines Tages lese ich im Herzen Jesu:

"O Mein Vater, jetzt, da Ich bald das Leben im Fleisch verlassen werde, bitte Ich Dich um die Bestätigung Unserer Verfügung, dass Unser Geist den Seelen das Licht einer Sehnsucht nach vollkommener Weihe an Jene schenken wird, die Du als die neue Eva geschaffen hast, denn in Ihr befindet sich der vollkommene Sieg über die Erbsünde und folglich über den Keim von allem, was die Seelen von der Heiligkeit und von ihrer Bestimmung als Unser Bild und Gleichnis entfernt".

Jesus heiligt also — nur ein paar Tage vor Seinem Kreuzestod — in Seinem Herzen die Weihe der Seelen an Maria und bringt zum Ausdruck, dass die vollkommene Weihe einer Seele an Maria auf eine Weihe an den vollkommenen Sieg über die Finsternis hinausläuft, und an das Sehnen der Seele nach einer Rückkehr zum Zustand als Bild und Gleichnis Gottes, wie die Menschenseele ursprünglich geschaffen worden war. Durch die Erbsünde hat die Menschenseele diesen Zustand verloren, durch den Kreuzestod wird sie die Chance bekommen, diesen Zustand für sich selbst zurückzugewinnen, und dies wird auf keine andere Weise besser gelingen als durch die vollkommene Weihe an Maria, die als einzige Seele die Auswirkungen der Erbsünde nie in Sich getragen hat.

Jesus Selbst setzt also deutlich eine sehr große Hoffnung auf Marias Rolle für das Christentum, das nach Seinem Verscheiden die Aufgabe bekommen wird, die einzige Wahrheit Gottes auf der Welt zu verbreiten. Maria Selbst gibt mir aber die Gründe an, weshalb es nicht möglich war, dies in diesen Tagen aufschreiben zu lassen (im Evangelium oder in anderen maßgeblichen Schriften):

MARIA: "Das Judentum hatte eine Tradition von männlichen Heiligen und Propheten. Die Wahrheit über Mich als Fortsetzerin der Werke Jesu in den Seelen wäre für die Juden unannehmbar gewesen und hätte eine Bedrohung für das junge Christentum dargestellt, das solide Wurzeln in einer immer wachsenden Zahl von Seelen brauchte".

Jesus gab vom Kreuz herab den Seelen Maria zur Krönung Seiner Werke zur Erfüllung der Zeit. Maria sollte für immer das lebendige Vorbild und die Verkörperung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit werden, die vollkommen erlöste und geheiligte Seele, und Sie wird die unterrichtende Rolle Christi durch die Jahrhunderte hindurch fortsetzen.

(...)

Jede Nacht während dieser Erfahrung liege ich glühend wie in hohem Fieber, wodurch die Nachtruhe schlecht ist. Dies trägt zu einem zunehmenden Gefühl vollkommenen Gebrochen-Seins bei. Maria erklärt mir die fiebrigen Verfassungen während der nächtlichen Stunden mit den Worten:

"Die Mission Jesu bestand darin, mit dem Feuer der Liebe Wärme und Licht in die Kälte und Finsternis der Seelen zu bringen. Dies ist es, woran du jetzt Anteil haben darfst, indem du während der Nächte (Finsternis) wie in hohem Fieber (Feuer) glühst. Gedenke, dass Jesus und Ich Selbst vor allem in den letzten Wochen vor der Passion ganz wenig Nachtruhe genossen haben. Es waren Stunden vollkommener Aufopferung".

(...)

Irgendwann in den letzten Tagen vor der Passion, sehe ich den Apostel Johannes sich Jesus nähern, der stöhnend, zusammenzuckend, kniend auf dem Boden liegt, zwischen Sträuchern. Jesus richtet Sich auf, und ich lese in Seinem Herzen die nachfolgenden Worte:

"Vater, lass diesen Sohn Unserer Liebe nicht merken, was das Weizenkorn leidet, bis die Stunde gekommen ist. Ja, bereits ist sein Herz in dem Meinen geborgen, doch das Feuer seiner Liebe darf nicht leiden unter dem Anblick der Wahrheit über die Spreu, die in Unserer Liebe verbrannt wird. Noch nicht, Vater, noch nicht".

Die Verfassung Jesu in diesem Augenblick zeigt eindeutig den Willen, im Verborgenen zu leiden, weil 'die Stunde noch nicht gekommen ist'. Das Geheimnis durfte offensichtlich nicht vor Gottes Zeit enthüllt werden, damit keine einzige Menschenseele im Willen und in der Seele durch die Feststellung von demjenigen, was sich in Jesus abspielte, beeinflusst wird.

Dann sehe ich, wie Jesus Sich mit Mühe aufrichtet und Johannes mit einem sanften Lächeln umarmt, allerdings glänzen in seinen Augen Tränen, die Er zurückhält. Ich merke auch am schönen, unschuldigen Gesicht des Johannes, dass etwas im Kern seiner Seele begreift, was sich hier gerade abspielt. Der offene Blick der Seele, die vollkommen aus der wahren Liebe heraus lebt, ergründet oft die Verfassungen anderer Wesen, wenn sie in diesem Geschöpf dasjenige entdeckt, was der Liebe einen besonderen Glanz verleiht: Leiden, Schmerz und bzw. oder Verzückung.

Während plötzlich heftige Bauchkrämpfe in meinem Körper auftreten, sagt Jesus im Inneren:

"Mein Vater, so werden in der Fülle der Zeit die Regionen der Hölle zerreißen, wo alle Sünden des Körpers versammelt sind".

Ich sehe jetzt Jesus, die Apostel und die Frauen aus dem Gefolge des Messias auf einem Feldweg gehen. Johannes, der offensichtlich oft die Verfassungen Jesu empfindet, sagt auf einmal zu Ihm: "Herr, lasst uns ruhen. Du kannst dies nicht durchhalten. Ich habe Dich auch diese Nacht wachen und beten sehen". Jesus lächelt ihm zu, legt Seine rechte Hand auf Johannes Schulter, weist mit der linken Hand auf die Äcker rundum und sagt:

"Bereits reift das goldene Korn sich, nach der Stunde der Ernte sehnend. Es schaut nicht zur Erde hinab, sondern langt immer höher zum Himmel über sich und trinkt das Licht der Sonne in sich auf. Ja, die Stunde ist unabwendbar".

Johannes scheint bei diesen Worten in tiefe Betrachtung zu versinken. Einige andere Apostel, welche die Worte gehört haben, schauen sich erstaunt und sichtbar verwirrt an. Ich spüre, dass Johannes der einzige ist, der ahnt, dass Jesus soeben über Sich Selbst gesprochen hat und nicht über die Entwicklungen auf den Feldern.

Kurz nach diesen Visionen verkrampft mir im eigenen Körper das Herz und sofort sehe ich im Inneren Jesus, der (ohne jeden Zweifel in einem anderen Augenblick als vorhin) innerlich zum Vater ruft:

"O Vater... Vater... gib Mir Seelen. Ich wünsche Mir kein Brot, sondern Seelen, denn der Hunger Meines Herzens quält Mich".

(Jesus scheint vor Fieber zu zittern) Er fährt fort:

"Ich brauche dieses Fleisch und Blut nur damit die Seelen im Licht verherrlicht werden. Bin Ich nicht gesandt, um mit den Seelen den heiligen Bund zu schließen? Lasse dich denn verzehren, Mein Fleisch, damit sie das Licht der vollkommenen Nachfolge erhalten und annehmen mögen. Ja Vater, Fleisch hast Du auch ihnen gegeben, damit sie es ihrerseits in Licht umwandeln".

Mit diesen Worten bringt Jesus eindeutig Seine Sehnsucht zum Ausdruck, dass die Seelen Ihm bis in das Leiden im Körper nachfolgen sollen. Jesus will mit Seiner Selbstaufopferung die Fundamente von Gottes Reich auf Erden legen. Dazu sehnt Er Sich nach Seelen, die in Seiner Nachfolge ebenfalls sich selbst vollkommen aufopfern, in einem Leben im ausschließlichen Dienst an der Verkündigung der Wahrheit.

Tatsächlich, ich sehe jetzt Jesus, alleine, in tiefer Betrachtung versunken. Aus Seinem Herzen wallen die folgenden Worte zum Ewigen Vater auf:

"O Mein Vater, schon bereite Ich Dir das Opfer Meines Mensch-Seins, damit das Licht Unseres Geistes weiterhin durch alle Jahrhunderte strahlen möge. Ich bete, damit diese Aufopferungsbereitschaft in denjenigen Seelen Fortsetzung finden möge, die Mich als Quelle des Lichts annehmen werden, damit Wir in allen Zeiten Seelen rufen mögen, die Schlüssel zur Erschließung der Gewissen anderer Seelen sein werden;

Seelen, die Unser Licht über die Schöpfung durchstrahlen lassen werden, damit die Welt niemals in der Finsternis untergehen möge;

Seelen, die die Weisheit Unseres Geistes annehmen werden, damit andere Seelen nicht in Unwissenheit untergehen;

Seelen, die die Irrlichter der Welt entlarven werden;

Seelen, die die Wahrheit verkünden werden, sogar dann, wenn es ihnen Verfolgung einbringt, genauso wie Ich Selbst dies weiterhin tun werde bis in die Stunde, nach der Wir uns seit Jahrhunderten sehnen".

(Jesus verweist damit auf Seinen nahenden Kreuzestod).

Für diese Seelen werde Ich die Traube Meiner menschlichen Natur entäußern lassen, damit in ihnen Mein Vermächtnis unter den Strahlen Unseres Geistes zum Wein reifen möge, der andere Seelen für das Göttliche Leben stärken wird.

O Vater, in diesen Seelen werde Ich die Tropfen Honig vorfinden, die Mich dabei behilflich sein werden, den Abscheu dem Kelch der Sünden gegenüber zu überwinden. In diesen Seelen werde Ich die Hoffnung der niemals untergehenden Sonne finden".

Jesus scheint immer mehr in einem fiebrigen Schweiß zu baden.

Während ich wieder heftige Bauchkrämpfe empfinde, lese ich im Herzen Jesu:

"Ich danke Dir, Mein Vater, dass Ich einen Körper bekommen habe, in dem Ich die Auswirkungen der Sünden der Welt im Feuer Unserer Liebe verzehren lassen kann. Mögen die Seelen begreifen, dass ihr Körper nichts anderes ist als Brennstoff, um das Feuer der Liebe in der Schöpfung instand zu halten".

Ich sehe Jesus dabei kniend sitzen, Opfer innerer Qualen, vornüber gegen einen großen Stein gelehnt, umgeben von Gebüsch. Es muss gegen Einbruch der Dunkelheit sein, denn ich sehe eine orange untergehende Sonne. Bemerkenswert und für mich sehr treffend, ist die Feststellung, mit welchem nostalgischen Blick Jesus oft die Abendsonne betrachtet. Er sieht darin zwei Bedeutungen, die in Seinem Herzen zu einer außergewöhnlich tiefen mystischen Erfahrung zu verschmelzen scheinen:

  1. das Licht, das in den Seelen untergeht, als Ankündigung der spirituellen Nacht;

  2. die Abendsonne als Bote, der Ihm aus dem Paradies zulacht, und deshalb das Zeichen einer großen Hoffnung darstellt.

(...)

Jesus spricht mit Verweis auf menschliche Verfassungen, welche die spezifischen Punkte Seiner Leiden erforderlich gemacht haben:

"Mögen die Seelen in Meiner Nachfolge und zur Vollendung der Erlösung ihr Fleisch zerreißen und töten lassen und ihr Blut auf die ganze Schöpfung fließen lassen. Ihr Fleisch zerreißen und töten lassen können sie, indem sie unaufhörlich an sich selbst arbeiten und durch fortwährende Entsagung den alten Menschen ablegen und dadurch jeden Tag zum Teil neu geboren zu werden. Ihr Blut auf die Schöpfung fließen lassen können sie, indem sie sich fortwährend reinigen und ihre eigenen Schwächen aus sich wegfließen lassen (sie überwinden) in Gebeten, Aufopferungen, Sühneakten, vollkommener Weihe und reinigenden Tränen der Reue".

Dann sagt MARIA:

"Im Herzen Jesu während Seiner letzten Tage auf Erden lebte nur eine einzige Sehnsucht: die Zurückeroberung der Seelen von den Kräften der Finsternis, damit Gottes Heilsplan sich vollkommen verwirklichen kann und die Erde wahrlich aufs Neue Element von Gottes Reich wird, wie dies bei der Schöpfung des Menschen vorgesehen war, jedoch durch den Sündenfall aufgeschoben worden war. Ich werde dich im Herzen des Erlösers lesen lassen, damit du den Kern Seines Vermächtnisses für die Seelen mit Seinen eigenen Worten offenbaren kannst".

Daraufhin zeigt Jesus mir in Bildern dasjenige, was von den Christen erwartet wird, damit sie helfen können, die Werke Christi in der Welt, und gleichzeitig ihre eigene Erlösung zu vollenden:

Jesus verlangt von Seinen Jüngern insbesondere die nachfolgenden sieben Bestrebungen:

  1. bedingungslose Liebe zu Gott und zu allen Mitgeschöpfen erstreben. Dazu gehören alle Formen von Anbetung Gottes, Gottesdienst, Nächstenliebe und Fürsorglichkeit allen Geschöpfen gegenüber, einschließlich den Tieren gegenüber.

  2. beharrlich an sich selbst arbeiten: die eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten bekämpfen, damit eine Wiedergeburt aus dem Geist ermöglicht wird (ein Leben auf einer höheren Ebene, immer tiefer in das wahre Göttliche Leben eindringend), mit anderen Worten: Die Heiligung als einziges und wahres Lebensziel erstreben.

  3. heldenhaftes Wachsen in der Vergebung dem Mitmenschen gegenüber, samt einer immer weiter wachsenden Verträglichkeit, Milde, Geduld mit den Schwächen des Mitmenschen und einer vollkommenen Bereitschaft zur Versöhnung im Falle von Uneinigkeiten. Dadurch auch Austilgung aller Verfassungen von Groll, Ärger und Hass.

  4. alle Prüfungen von Herzen als Geschenke von Gottes Weisheit annehmen: Dies ist das Umarmen des Kreuzes auf dem eigenen Lebensweg und das Anerkennen des Kreuzes als des notwendigen Werkzeugs zur vollen Ausreifung der Seele zum Vollbringen der Aufgabe, die Gottes Plan für das Individuum vorgesehen hat.

  5. sich vollkommen in Gottes Willen ergeben. Dies bedeutet: keine Ungeduld, kein voreiliges Handeln, das Annehmen der Werke der Vorsehung, wie sie sich auswirken und zu dem Zeitpunkt, wo sie sich auswirken, ohne die Neigung zum menschlichen Eingreifen.

  6. bedingungslos die Interessen von Gottes Reich den eigenen Interessen bevorzugen. Dies heißt Selbstverleugnung zugunsten von Gottes Bedürfnissen.

  7. sich bemühen, Träger von Gottes Licht zu sein: In allen Situationen eine Galionsfigur werden an Frohmut, Sanftmut, Reinheit (in Gefühlen, Gedanken, Wünschen, Worten und Handlungen) und für jedes Mitgeschöpf zu einer Quelle von Ermutigung, Hoffnung und Trost, und somit von Kraft in allen Augenblicken von Finsternis und Leiden dieses Mitgeschöpfes werden.

Nach der Enthüllung dieser Wünsche Jesu lese ich in Seinem Herzen den folgenden Seufzer:

"O Mein Vater, welche vollkommene Freude durchströmt Uns beim Anblick der Tochter Unseres Wohlgefallens, Meiner Mutter, in welcher dies alles in der größten Vollkommenheit zugegen und wirksam ist, die eine geschaffene Seele je erreichen kann. Daher werde Ich Sie, im Einklang mit Unserem unfehlbaren Willen und Unserer unfehlbaren Verfügung, in der Stunde der Erschlieβung des Paradieses den Seelen als die Krone Meines Erbes anvertrauen, als die vollkommene Führerin, als den Schlüssel zur Erschließung Meiner Werke innerhalb der Seelen".

Offensichtlich weist Jesus hier bereits auf Sein Vorhaben hin, Maria unmittelbar vor dem Augenblick, wo alles vollbracht sein wird (am Kreuz), den Seelen zu geben und die Seelen Ihr zu geben.

Daraufhin höre ich eine Stimme, die, gleichsam in Antwort auf diesen Seufzer im Herzen Jesu, die nachfolgenden Worte erklingen lässt:

"Macht soll Sie haben, um alles zu vollenden, damit die Gärten von jenen, die an Uns glauben, unter Ihren Füßen den Ewigen Frühling in sich zum Blühen bringen mögen und Unser Reich aufs Neue in den Seelen gegründet werden möge".

(...)

Am Donnerstag vor der Karwoche des Jahres 2008 spricht Jesus laut durch Myriam weinend die nachfolgenden Worte.

"O Vater, dazu bin Ich in die Welt gekommen. Lass jene, die Mir teuer sind, nicht merken, was sie zu erwarten haben, denn sie werden das Gefühl bekommen, dass dies alles über ihre Kräfte geht. Möge Unser Geist sie begleiten auf diesem Weg, der so schwer ist für Menschenaugen und der zu schwer ist für einen menschlichen Willen. Erlaube, dass Ich ihnen den Weg zeige mit Meinem Göttlichen Willen, der von Dir ausgegangen ist und den Ich mit Dir gemeinsam habe bis zum Ende der Zeiten, für immer.

Vater, Du hast Mich zu einem Weinstock gemacht. Aber Du hast auch jede Seele zu einem Weinberg gemacht, einem Weinberg voller Trauben. Allerdings sind sie nicht dazu bestimmt, als Verschönerung der Landschaft zu dienen, sondern um Unserem ganzen Heilsplan, der sich bis zum letzten Schluchzer vollziehen muss, Nahrung und Trank zu geben. Keine Traube reift, ohne dass Wir es sehen. Keine Traube reift auch für sich selbst. Sie reift nur zur Nahrung für andere, und irgendwann kommt die Zeit, in der sie ausgepresst werden muss.

O Vater, keine Traube hat eine Bedeutung an sich. Nur wenn sie ausgepresst wird, bekommt sie die Fülle ihrer Bedeutung, denn dann erfüllt sie die Wahrheit, wozu sie blüht.

O Vater, wie kann Ich dieser Menschheit das Erbe Meiner Liebe hinterlassen? Gib Mir die Worte dazu und gib ihnen das Herz, die Worte aufzufangen und vor allem, sie in der Praxis zu leben, und die Kraft, o Vater, die Kraft.

Vater, die Menschheit ist so sehr geschwächt durch die Erbsünde. Zu nichts anderem bin Ich in die Welt gekommen, als um den Makel des Heilsplans zu entfernen. Der schwache Mensch muss zu der Ebene gehoben werden, die Wir für ihn vorgesehen haben, und das kann nur geschehen, wenn Ich es ihm vorlebe.

Vater, Mein Mensch-Sein fürchtet Sich vor dem, was kommt, aber Meine Gottheit freut Sich. O süße Liebe, wozu Ich gekommen bin. O süße Liebe, von welcher Ich ausgegangen bin.

Schau die süße Taube Unseres Wohlgefallens, Maria. Möge Sie für immer der Menschheit gegeben werden, denn einmal kommt die Zeit, in welcher der Bräutigam nicht mehr bei denjenigen ist, die Er so geliebt hat, jedenfalls nicht mehr spürbar. Aber die Taube Unseres Wohlgefallens wird die erste Zeit schon noch da sein und wird ihnen dasjenige vorleben, wofür Ich gelebt habe, aber das sie jetzt noch nicht sehen. Und Unser Geist wird nochmals von Uns über die ganze Schöpfung ausgehen, um den Seelen in Erinnerung zu bringen, was Ich sie gelehrt habe. Und wenn auch der Geist wieder weggegangen ist, wird Er in vielen Seelen ein Brandmal hinterlassen haben, und selig jene, die dieses Brandmal in ihrer befleckten Seele wiederherstellen, in ihrer Seele, die von der Erbsünde befallen worden ist.

O Vater, Unser Geist wird die Trauben in den Weinbergen der Seelen zum Wachsen und zum Reifen bringen, die Hochzeit zwischen dem Geist und dem freien Willen des Menschen wird dafür sorgen, dass sich manche Traube freiwillig auspressen lässt, um weiterhin zu tun, was ich ihnen vorgelebt habe. Und dann werden sie dessen gedenken, wozu Ich gekommen bin, desjenigen, was sie jetzt noch nicht wissen, was sie innerhalb so kurzer Zeit vor ihren Augen sehen werden, aber dessen Tiefe sie nicht verstehen werden. Das alles wird ihnen in Erinnerung gebracht werden.

Und selig die Seelen, die sich dazu berufen fühlen werden, selbst bis zum Äußersten zu gehen, um dies in ihrem eigenen Leben auch zu vollziehen. Süße Weinberge Christi, kleine Lämmchen seid ihr jetzt noch, aber wie wertvoll kann ein Lämmchen werden, wenn es sich durch die Hände Meiner Mutter dem Vater verschenkt. Kommt doch, Lämmchen, so schwach, so verlassen manchmal und trotzdem so stark, wenn ihr euch selbst Mir gebt und Meiner Mutter".

(...)

Palmsonntag: Während Jesus unter Jubel in Jerusalem hinein reitet, wallen aus Seinem Herzen stille Gebete zum Ewigen Vater. Ich lese unter anderem die Worte:

"Vater, möge diese Verfassung der Herzen die Vorabbildung der endgültigen Gründung Unseres Reiches in den Seelen sein. Geruhe, ihnen dies als das Sehnen nach dem letztendlichen Sieg der Erlösung über ihre Wankelmütigkeit und über ihre Verführbarkeit zu aller Finsternis anzurechnen".

Ein wenig später:

"Vater, so wird es sein am Tag, an dem Unser Reich auf Erden für immer gegründet sein wird. Dann wird das Alleluja zu Uns aufsteigen aus den gereinigten Herzen, welche die Erlösung in sich haben erschließen können. Die Palmen werden unverwelkbar sein, denn der Feind der Seelen wird sie nicht länger versengen und ihnen das Wasser Göttlichen Lebens rauben und die Sonne wird nicht nur aus dem Himmel auf die Seelen strahlen, sondern aus den Seelen auf vollkommene Weise zu Unseren Herzen zurückgestrahlt werden".

(...)

Ich sehe Jesus auf der großen Terrasse des Landguts von Lazarus in Betanien, wie ich dies ein paar Jahre zuvor bereits in einer Vision gesehen habe. Es dürfte höchstens zwei oder drei Tage vor Gründonnerstag sein, denn der Mond ist fast voll und in früheren Visionen über die Ereignisse im Garten von Gethsemani habe ich jedes Mal gesehen, dass es in der Nacht des Verrats an Jesus Vollmond war. Ich sehe Jesus in einem intensiven Gespräch zum Ewigen Vater. Ich lese in Seinem Herzen, das vor Verzückung zittert:

"O Mein Vater, die Stunde ist gekommen, um Dir Mein Testament der Liebe zu weihen. Zwar ist es Dir bekannt, da Unsere Herzen vor der Gründung der Erde bereits eins waren, aber trotzdem will Ich es Dir weihen, während Ich noch im Fleisch bin, damit es der Menschheit zu größerem Heil gereichen möge. Geruhe, es so anzunehmen, als ob es von allen Menschenseelen an Dich gerichtet würde. Ich weihe es Dir im Verborgenen, damit es offenbart werden möge, wenn Unsere Zeit dazu gekommen sein wird. Dies ist Mein Testament der Liebe: dass alle Seelen Mir nachfolgen sollen, indem sie die drei Wege Meines Lebens im Fleisch auch in ihrem eigenen Leben gehen:

1. indem sie Dich verherrlichen und Diejenigen, welche von Dir dazu gesandt werden, Deinen heiligen Namen zu vergegenwärtigen;

(Das dazugehörige Bild zeigt mir, dass Jesus hier eigentlich Sich Selbst, den Heiligen Geist und Maria meint — Jesus zeigt mir ebenfalls die Sakramente)

2. indem sie sich zu Unserer Ewigen Wahrheit bekennen, nicht nur in Worten, sondern auch durch das Vorbild eines heiligen und tugendhaften Lebens;

3. indem sie den Kelch annehmen, den Unsere Vorsehung für sie bereitet hat, Tag für Tag, in Liebe und ohne Auflehnung.

Dies, Mein Vater, ist es, wonach Ich Mich so sehr sehne, damit die Seelen die Früchte ernten mögen, die Du für sie bestimmt hast. Ich Selbst bin der Acker, der die Saat in Sich trägt. Bereits ist der Pflug im Anzug. Wenige Stunden noch und er wird die Hochzeit mit Meinem Blut schließen, damit die Saat für jede Seele reifen möge, welche die Ernte in der Stunde hüten wird, in der sie selbst dazu berufen werden soll, in Regen und Wind, unter der brennenden Sonne und unter dichten Nebeln.

O Vater, Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die wahre Liebe kennen lernen, das tiefe Wesen Unseres ganzen Tuns und Lassens und von ihrem eigenen Leben in Uns.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte spüren mögen, was ihren Gott in allen Seinen Verfügungen für ihren Lebensweg und für die ganze Menschheit treibt.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die bedingungslose Liebe erkennen als die einzige Quelle des wahren Glücks, der wahren Freude, des wahren Frohmuts, des wahren inneren Friedens.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte in sich das Feuer finden mögen, sich selbst vollkommen zu verleugnen, damit alle ihre Mitgeschöpfe den wahren Frieden und das wahre Glück finden mögen, durch ihre Handlungen, ihre Worte und ihre Lebensweise.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte für alle ihre Mitgeschöpfe Zeichen und Quelle des wahren Lichts sein mögen: Zeichen und Quelle von Ermutigung, Hoffnung und Unterstützung.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die Liebe erkennen als das einzige Heilmittel für alle Unruhe, allen Zweifel, allen Unfrieden und alle Versuchung.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die wahre und aufrichtige Liebe erkennen als den einzigen Weg zur wahren inneren Befreiung und dadurch als den einzigen Weg zur Ewigen Glückseligkeit.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte Meine Mutter erkennen als die vollreife Frucht der Liebe und Sie in sich aufnehmen als die Stimme, das Licht und den Herzschlag ihres Gottes Selbst.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die Kraft erkennen mögen, die von der bedingungslosen Liebe ausgeht, dass sie erfahren mögen, wie das Blut ihres Gottes durch alle Beziehungen mit ihren Mitgeschöpfen in dem Maße hindurch strömt, in dem sie in allen ihren Mitgeschöpfen einen Keim ihres Gottes erkennen.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die Liebe verherrlichen werden durch die vollkommene Verleugnung ihres eigenen stofflichen Lebens und ihrer eigenen stofflichen Bedürfnisse, im Bewusstsein, dass Unser Geist sie dann über ihre Schwächen erheben wird.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte verstehen mögen, dass Ich von Dir gesandt worden bin als Verkörperung des allerheiligsten Bundes der Liebe zwischen Gott und ihnen selbst.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die Liebe erkennen mögen als die Göttliche Macht, die alle Finsternis besiegt.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte die Liebe erkennen mögen als die Sonne, die alle Früchte ihrer Lebenswerke reifen lässt, damit diese ihnen die ewige Seligkeit bringen werden und bereits auf Erden den wahren inneren Frieden.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte begreifen und empfinden mögen, dass jedes Leid, das sie einem Mitgeschöpf zufügen, sie ihrem Gott zugefügt haben, dass nämlich ihr Gott eine Faser Seines Herzens in alle Seine Geschöpfe gelegt hat.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte lernen mögen, die unendliche Macht der erlösenden und heiligenden Liebe aus Unserem Göttlichen Herzen freizumachen durch die äußerste Anwendung der Vergebungsbereitschaft und der restlosen Versöhnung.

Ich sehne Mich so sehr danach, dass die Seelen aller kommenden Jahrhunderte Mich als die Mensch gewordene Liebe erkennen mögen, als das Vorbild für die Liebe, die durch die Annahme des Kreuzes befreit und verherrlicht, und dass sie Meine Werke erkennen und annehmen mögen als die Ernte der Ewigen Liebe".

Ich sehe jetzt Jesus mit den Aposteln auf dem Weg von Betanien nach Jerusalem. Es muss am frühen Morgen sein. Entlang dem welligen Weg sehe ich Äcker und Gärten, die deutliche Zeichen des Frühlings zeigen. Jesus läuft mit gebeugtem Haupt, lässt jedoch dann und wann Seinen Blick über die Landschaft neben dem Weg gehen. Sein Gesicht strahlt eine irgendwie geistesabwesende, sanfte Traurigkeit aus. Ich sehe in Seinem Herzen die nachfolgende Weihe:

"O Mein Vater, nicht mehr lange werden Meine Füße die Wege der Erde gehen. Wie schön ist doch Deine Schöpfung in dieser Zeit, wie trostlos ist allerdings der Anblick der Seelen. Noch gehe Ich den Weg nach Jerusalem, der heiligen Stadt, die ihre Heiligkeit an die Finsternis verkauft hat. Ich weihe Dir diese Reise zum Tempel, damit die Seelen alsbald geheiligt werden mögen, damit sie für Meinen Eintritt in ihren Tempel erschlossen werden mögen und der Frühling auch in den Seelen in seiner heiligen Schönheit blühen möge

(Die Apostel sehen ernst aus, dennoch sehe ich einige von ihnen etwas unterdrückt lachen wegen einer leise ausgesprochenen Bemerkung von Thomas, die ich nicht wörtlich verstehe. Jesus betet in Seinem Herzen weiter):

"Vater, Ich bitte um Kraft für diese, die Mich drei Jahre lang in ihrer Mitte gehabt haben. Auch ihr Körper ist durch die langen Fußmärsche und die Sorgen um die Seelen gebrochen. Wie schwer werden die Herzen alsbald geprüft werden. Mögen sie die Kraft finden, mehr als je alles preiszugeben für die Freuden des Ewigen Frühlings in der Selbsthingabe für die Gründung Unseres Reiches. Selig die Seelen in allen Jahrhunderten, die in ihrem ganzen Herzen verstehen und spüren werden, wie groß die Nachempfindung dieser Stunden für die Erschließung der Schätze der Ewigen Glückseligkeit ist.

Ich weihe Dir alle Seelen, die durch die Jahrhunderte hindurch noch über die Wege der Erde gehen werden, damit das Ziel ihrer Reisen die Gründung Unseres Reiches auf Erden sein möge. Mögen alle Seelen sich den Eintritt in das Allerheiligste ihres Tempels zur Bestimmung ihrer Lebensreise machen: die volle Blüte der Heiligkeit, die Du ihnen bei ihrer Erschaffung gegeben hast. Möge Mein Weg ihnen zur Quelle von Liebe und Beseelung sein, möge Unser Geist ihnen die treibende Kraft zur Ausdauer schenken und möge die Blume Unseres Wohlgefallens (Jesus hat Marias Bild vor dem Geist) alle Seelengärten zieren und in den Duft der größten Heiligkeit untertauchen".

(...)

Der Garten Gethsemani: Über Jerusalem und dem Garten Gethsemani scheint der Vollmond als Symbol für das Licht Gottes in der Finsternis der Sünden, als Gottes Zeichen der Hoffnung. Jesus schaut nach dem Vollmond über dem Garten und aus Seinem Herzen wallen die nachfolgenden Worte zum Ewigen Vater auf, bezogen auf alle Seelen:

"Das Licht des Vollmondes werde Ich ihnen in der Trostlosigkeit ihrer Nacht zeigen...,"

(Jesus zeigt mir jetzt Maria, die Er vom Kreuz herab auf formelle Weise den Seelen geben wird. Er stellt hier Maria also symbolisch als den Vollmond dar und drückt den Göttlichen Plan aus, Maria den Seelen zu geben. Auch Maria Selbst verglich Sich bereits mehrmals mit dem Vollmond), und Jesus seufzt weiter:

"... damit sie ihre Finsternis erkennen mögen, aber auch die Hoffnung auf den Sieg des Lichts".

Diese Worte sind sehr inhaltsreich: Maria wird als Diejenige vorgestellt, Die das Licht Gottes ungehemmt und in seiner Fülle zu den Seelen weiter strahlt. Jesus stellt dabei Maria zum Vorbild vollkommener Heiligkeit und zum Zeichen der Hoffnung für die Seelen hin, die an der Fähigkeit der geschaffenen Seele, die wahre Heiligkeit zu erreichen, zweifeln sollten.

(...)

Weil Jesus den Willen Gottes als den einzigen Faktor angenommen hat, der Sein weiteres Schicksal bestimmen wird, wird Ihm ein Engel zur Unterstützung gegeben. So wird es mit jeder Seele geschehen, die ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche den Bedürfnissen von Gottes Heilsplan für alle Seelen unterordnet. Im Herzen Jesu lese ich die Worte:

"O Mein Vater, wie schwer wird Mein Herz durch den schrecklichen Anblick der Sündenbürde der Seelen heimgesucht. Die Sünden sind zahlreicher als das Tausendfache aller Sterne, ihre Tragweite größer als die Unendlichkeit der Finsternis zwischen den Sternen. Siehe, Ich biete Dir Mein zermalmtes Herz, damit das Reifen des Keimes der aufrichtigen Reue in Seelen erkauft werden möge.

O Vater, ist jedes Auflodern von Reue in einer Seele nicht wie ein Stern am nächtlichen Himmel? O, wie viel Reue muss dargebracht werden damit alle Finsternis am Firmament in Licht verwandelt werden kann und die Menschheit mit einem Mantel Göttlichen Lichts bekleidet werden möge. Nirgends begegnet die Seele ihrem Gott auf innigere Weise als in der Reue über ihre Sünden und Schwächen. In der Reue wird die Hochzeit zwischen der Liebe und dem Erkennen von Gottes Absichten geschlossen. In der reumütigen Seele reift der Keim des Plans, den Gott mit ihr hat: Sie versteht plötzlich, was Gott mit ihr vorhat und wie sehr sie diesen Plan gestört hat, und sie liebt ihren Schöpfer wegen der Größe Seiner Werke in ihr und durch sie: O welche Demütigung für den listigen Verführer ist die Reue der Seele.

O Vater, diese Nacht gebe Ich Dir Mein Herz im Tausch für die Sendung Unseres Geistes, damit der Keim der Reue in vielen reifen möge".

Dies ist die Liebe Gottes in der Fülle ihrer Auswirkung: Jesus steht auf der Schwelle der vollkommenen Vernichtung im Fleisch, ist Sich der Tragweite Seines kommenden Leidenswegs bewusst und denkt dennoch nur an die Vollendung des Heils der Seelen. Letztendlich muss die Erlösung tatsächlich durch die heiligende Wirkung des Heiligen Geistes in der Seele vollendet werden.

(...)

Zu einem gegebenen Zeitpunkt höre ich aus dem Herzen Jesu das nachfolgende Gebet zum Vater aufwallen:

Möge Meine Hingabe in diese quälende Unsicherheit für alle Seelen die Fähigkeit eines blinden Glaubens erkaufen, damit sie nicht während lange andauernder Prüfungen wanken

Die Geißelung: Während der Geißelung lese ich ständig im Herzen Jesu, wie Er versucht, Sich moralisch aufrecht zu erhalten, trotz der unvorstellbaren Qualen: Aus Seinem Herzen wallen endlose Reihen von Bildern zum Ewigen Vater empor. Das innerliche Formulieren von Worten wird Ihm fast unmöglich gemacht, dadurch dass das Aufreißen von Blutgefäßen und Nerven Ihn gleichsam vor Qual vollkommen umnebelt. Sein Geist, alles verstandesmäßige Denken, scheint bald in eine andere Welt abzugleiten. Das Blut fließt bald aus unzähligen Wunden, sodass dieser hochheilige Körper, der außerdem seit ungefähr fünfzehn Stunden keine Nahrung und kein Wasser mehr in sich aufgenommen hat, von Minute zu Minute weiter an Kraft verliert.

Die Bilder dieses abstrakten Gebets im Herzen Jesu werden mir in den nachfolgenden Worten 'übersetzt':

"Mein Vater, Ich lasse Meinen Körper zerreißen, damit die Macht aller Eitelkeit, aller Verführungen, die sich des Körpers als Mittel bedienen, und die Tyrannei aller körperlichen Genusssucht in allen Seelen, die wahrlich erlöst werden wollen, zerrissen werden mögen. Ich lasse Meine Blutgefäße aufreiβen, damit das ganze Gift körperlicher Versuchungen, das Ich durch die Macht der Liebe in Mich gezogen habe, mit Meinem Blut aus den Seelen getrieben werden möge. Jeden dieser Schläge richte Ich gegen die Tore der Hölle. Ich bitte Dich, dass viele Seelen in allen Jahrhunderten in Reumütigkeit die tiefe Bedeutung dieser Geißelung begreifen mögen, damit durch jede Äußerung von Reumütigkeit die Wirkungen dieser Geißelung gegen den Fürsten der Finsternis wiederholt werden mögen und diese Wirkungen seine Werke der Zerstörung zerspalten mögen".

Jesus gibt in diesen Worten ein musterhaftes Beispiel für die Möglichkeit, sogar das grausamste Leiden, das von Menschen angetan wird, gegen die Finsternis anzuwenden. In dem Maße, in dem Seelen in Liebe und voller Annahme ihre Leiden Gott aufopfern, wird dieses Leiden als ein Werkzeug der Gnade benutzt, wodurch die Finsternis sich selbst unwirksam macht. So würde die Menschheit die Erlösung in kurzer Zeit vollenden können, wenn alle Seelen ihre Leiden ausdrücklich gegen die Finsternis weihen würden. Es ist das Versäumnis der Seele, ihre Leiden in Liebe zu weihen, das ihre Erlösung und Heiligung erschwert. Die Herrin aller Seelen wies bereits mehrmals darauf hin, und die Art und Weise, in der Jesus alle Elemente der Passion angeht, bestätigt dies. Schließlich geht es hierbei um ein Heilsgesetz aller Zeiten:

Leiden + Liebe + Hingabe/Weihe =

Erlösung = Ewiges Glück

Einmal während der Geißelung, die scheinbar nie enden will, lese ich im Herzen Jesu:

"O Vater, möge eine der Früchte dieser Qualen sein: dass die Seelen alle ihre Prüfungen im Bewusstsein annehmen, dass nichts, keine einzige Qual, ein Leben an sich führt noch ein Endpunkt bedeutet: Alles endet einmal, und nach der Qual im Dienst an Gottes folgt Glückseligkeit, ja diese wird während der Qual bereitet, wie die Traube zunächst gepresst werden muss, um danach als der Wein zu erfreuen, der Kraft schenkt. Ich bitte um Kraft für alle Seelen, die durch die Qualen der Welt verfolgt werden und dadurch vergessen oder nicht mehr glauben können, dass Du, Vater, ein Gott der Liebe bist und dass der feste Glauben an Deine Liebe alle Striemen im Herzen und in der Seele heilt".

Jesus betont hier nochmals das obengenannte Heilsgesetz, für welches Er die ganze Passion hindurch das größte Vorbild aus der Geschichte gegeben hat.

Nachdem Er vielleicht bereits mehrere Hunderte von Geißelschlägen bekommen hat (ich sehe, wie Jesus in diesem Augenblick bereits mehr tot als lebendig erscheint), wallt in Seinem Herzen der nachfolgende Beweis vollkommener selbstverleugnender Liebe auf:

"O Vater, sogar wenn jeder dieser Schläge nur eine einzige Seele erlösen sollte, bitte Ich Dich, dass diese Geißelung niemals aufhören möge".

Die Geißelung kommt mir wie eine Ungerechtigkeit vor, die das Herz zerschmettert, doch an erster Stelle lehrt sie, wie unvorstellbar groß der Bedarf an Abbüßung der Entgleisungen der Körperlichkeit der Menschheit ist. Alle Bilder, die Jesus hier innerlich schaut, machen Ihn außerordentlich entschlossen in der Ausdauer in dieser schrecklichen Qual.

(...)

Das Funktionieren Seines Geistes scheint abgeschaltet zu sein, sodass Er alles um Sich herum wahrnimmt wie jemand, der in einem Käfig aus Milchglas gesperrt ist. Die Gehörseindrücke sind vage, ineinander hinüberfließende Töne. Worte, die Er hört, scheinen keinen Sinn mehr zu machen. Dennoch opfert Jesus noch immer (in Bildern, nicht in formulierten Worten), und ich lese in Seinem Herzen die Worte:

"Lass die Seelen doch begreifen, wie sehr der Hochmut und der Stolz die Seele benebelt und sie von Gottes Wirklichkeit abschneidet".

Jesus richtet dieses Gebet in dem Augenblick zum Vater, in dem die Vorbereitung für die Dornenkrönung begonnen hat.

(...)

Während der Dornenkrönung fließt Blut aus vielen Stellen des Schädels und der Stirn Jesu. In Seinem Herzen lese ich:

"Vater, lass die Seelen, die sich selbst für groß halten, verstehen, dass Hochmut das Göttliche Leben aus der Seele weg strömen lässt".

(...)

Jesus bietet Seine Verurteilung dem Vater mit den Worten dar:

"O Vater, Ich biete Dir Mein Herz an, erfüllt von der Sehnsucht, dass jede Seele, die noch auf die Welt kommen wird, aufgrund dieses Augenblicks die Kraft und den Willen finden möge, die Welt in sich zu verurteilen, in Liebe zu Uns und zur ganzen Schöpfung ihr Kreuz auf sich zu nehmen und die Aufopferung ihres ganzen Lebens mit Meinem letzten Reisegesellen zu vereinigen, mit welchem Ich bald die ewig währende Hochzeit schließen werde".

Der Reisegeselle Jesu ist das Kreuz, das für alle Jahrhunderte mit Ihm verbunden bleiben wird. Dieser Seufzer steigt aus dem Herzen Jesu gen Himmel, während Er die ätzenden Qualen der Geißelung und der Dornenkrone in Seinem Herzen zusammenballt und sich intensiv nach der Krönung der Aufopferung der Ewigen Liebe sehnt, wozu Er in die Welt gekommen ist. Nur die vollkommene Liebe ist es, die hier in Jesus die geringe Kraft, die Ihm noch verbleibt, derart konzentriert, dass es mir scheint, als ob nur die intensive Seelenverzückung Seinem Körper das nötige Leben einhaucht, um die letzte Phase Seiner Passion für die Menschheit anzugehen.

(...)

Auf dem Innenhof der römischen Burg wird Jesus zum Kreuz gebracht. Ich sehe, wie Er daneben auf die Knie fällt, es zärtlich umarmt und weint. Sein Herz brennt und die Ewige Liebe lässt mich den nachfolgenden Seufzer aus diesem brennenden Herzen ablesen:

"O Vater, für die Hochzeit mit diesem Kreuz bin Ich in die Welt gesandt. So hat Deine Weisheit es verfügt, dass Dein Sohn die Hochzeit mit dem Kreuz schließen soll, das die Erlösung besiegeln wird, doch dass die Früchte aus dieser Hochzeit nur im Herzen jeder einzelnen Seele für sich geboren werden können, durch ihre eigene Umarmung des Kreuzes ihres Lebens. O Kreuz, wie sehr liebe Ich dich. Die Ewige Glückseligkeit wirst du vielen bringen, denn durch Meine Hochzeit mit dir werden die verwüstenden Auswirkungen der Erbsünde aus jeder Seele ausradiert werden, die dich in Meiner Nachfolge auf dem Kreuzweg, der ihr eigenes Leben sein wird, lieben wird. An dir geheftet werde Ich im Fleisch sterben, damit alle Seelen, die dich lieben, an den Bedürfnissen und Begierden ihres Fleisches sterben mögen und damit ihre Heiligkeit leben möge".

In diesem Augenblick wünscht Sich der Erlöser sehnsüchtig, dass die Aufnahme Seines Kreuzes jede Seele bereit machen wird, jeden Tag aufs Neue das Kreuz ihrer Bürden aufzunehmen, es aus Liebe zu Jesus zu umarmen und es Maria zur Abbüßung der Sünden der Welt darzubieten. Maria befindet Sich nicht in der unmittelbaren Nähe Jesu, ist allerdings im Herzen auf höchst intensive Weise mit Ihm verbunden. Es gehört zu den brennendsten Wünschen des Erlösers, dass die Menschenseelen aller Jahrhunderte in sich die Gnade zur Frucht bringen sollen, diese Verbundenheit zwischen Seinem Herzen und dem Herzen Marias zu erkennen und an deren über alles Lob erhabene erlösende Macht zu glauben.

(...)

Das Wanken Jesu beim Aufnehmen des Kreuzes steht symbolisch für die riesige Sündenbürde der Menschheit aller Jahrhunderte — bedenken wir außerdem, wie erschöpft Jesus in diesem Augenblick bereits ist. Während Er das Kreuz trägt, erhält Er noch ständig Schläge. Jesus betet im Verborgenen Seines Herzens:

"O Vater, möge dies alles die Kraft für die Seelen erwirken, die, während sie die Verstöße gegen unser Gesetz abbüßen, dabei durch die Schläge behindert werden, die finstere Kräfte ihnen durch Verfolgung und Widerstände aller Art zufügen. Möge es auch den Wankelmütigen helfen, sich ohne Zögern für das wahre Licht zu entscheiden, denn nur die Scheinlichter der Welt können die Seele so verblenden, dass sie wankt".

Wankend unter dem Kreuz sehe ich Jesus in den überwiegend engen Gassen Jerusalems.

(...)

Etwas weiter sieht Jesus Seine Mutter am Wegrand, die einzige Seele, die Ihn in diesem Augenblick wahrlich auf den Beinen halten kann. Auf Jesus wirkt Sie, trotz der Tatsache, dass Ihr wunderschönes Antlitz von Schmerzen gezeichnet ist, wie eine Vision aus dem Paradies: Jesus sieht quer durch die Seele und wird deshalb durch den Glanz von Marias Heiligkeit in Verzückung gebracht, die weder durch die Erbsünde noch durch einen einzigen Fehltritt jemals befleckt worden ist. Maria steht nicht aufrecht, Sie sitzt kniend, denn beim Nahen Jesu ist Sie auf die Knie gegangen, unhörbar weinend, wie in Anbetung vor der Ewigen Liebe, die hier in der Fülle ihres Feuers glänzt. Hinter Ihr sehe ich den Apostel Johannes, die Hände gegen die Brust verflochten und mit bestürztem Gesicht.

Beim Anblick Marias bekommt Jesus gleichsam eine Injektion von Lebenskraft. Es ist, als ob Seine letzten Kräfte sich in Ihm zusammenballen. Er drückt in mein Herz, dass die Gefühle, die Ihn jetzt beherrschen, symbolisch stehen für die Wiedergeburt, die jede Seele aus dem Kontakt mit Maria schöpfen kann. Er sieht in Ihr den Anblick der vollkommenen Erlösung und Heiligung wie ein Stück Himmel in diesem Sumpf des Verderbens und der Sünde. Jerusalem erscheint heute tatsächlich äußerst feindselig, auch wenn ich ebenfalls wahrlich betrübte und sogar fast verzweifelte Gesichter sehe. Mir wird ein Bild gezeigt, das den Zustand ausdrückt, wie er unveränderlich bleiben wird: Jesus und Seine Lehre als Zeichen des Widerspruchs, mit einer Minderheit von Freunden und einer Mehrheit von Feinden, Gleichgültigen und Verständnislosen.

Das Herz Jesu, das nicht aufgehört hat, in geheimnisvollen Bildern zum Ewigen Vater und zu Seiner Mutter zu sprechen, spricht jetzt in der Stille die nachfolgenden deutlichen Worte:

"O Vater, drücke dieses Bild in Mich, damit es Mich in den noch kommenden Qualen ermutigen möge. Siehe die vollkommen Sündenlose, die alle Meine Schmerzen und Qualen in Ihrem allerreinsten Fleisch mitempfunden hat. O Verzückung, tausend Mal größer als alle Engel, die Du gemacht hast. O Zeichen der Hoffnung, das Meine Werke in den Seelen zu ihrer Vollendung führen wird. Noch kennt die Welt Sie nicht, und von vielen wird Sie auch als das, was Sie wirklich ist, nie angenommen werden. Hilf Ihr in dieser Qual der Qualen".

Maria umarmt Ihren Sohn auf eine außergewöhnlich ehrerbietige und sanfte Weise. Während einiger Augenblicke kreuzen sich Ihre heiligen Blicke. Jesus ist, als ob Er wieder den Himmel anschaut, denn Marias Augen sind die Spiegel des Unbefleckten Paradieses der Sündenlosigkeit und der vollendeten Liebe — die vollkommen wiederhergestellte Menschenseele. Jesus, dessen Blick bislang in die unendliche Leere zu starren schien, scheint plötzlich neues Leben zu erhalten. Dennoch spüre ich, wie das Herz Jesu beim Anblick Marias gleichsam unter dem Einfluss zweier gewaltiger einander entgegengesetzter Kräfte aufreißt: einerseits des neuen Mutes, den Er dadurch erhält, dass Ihre vollkommene Liebe Sein Herz wie in einen wollenen Mantel einhüllt, und andererseits der Erkenntnis des herzzerreißenden Schmerzes, den Sie jetzt empfindet. Maria ist hier wahrlich die Miterlöserin, die mit dem Erlöser während einiger Augenblicke die tiefsten Gefühle von Schmerz über die Sünde und über die Schwachheit der Seelen von Auge zu Auge, von Herz zu Herz, von Seele zu Seele austauscht. Das intensive gemeinsame Leiden, das sich bislang im Verborgenen der körperlichen Trennung vollzogen hat, wird hier durch den Augenkontakt besiegelt, in welchem die mystische und die menschliche Seite sich vereinigen.

Für Jesus ist es jetzt völlig und ganz so, als ob Maria Sein Kreuz mit Ihm trägt, denn Gott hat es so verfügt, dass Sie in dieser kurzen Begegnung sowohl eine Woge Göttlicher Kraft erhalten soll, als auch Selbst bis in das Tiefste Ihres Wesens die Leiden Jesu mittragen soll. Maria gibt kaum einen Ton von Sich, aus Ihrem Herzen schreit aber die Qual wegen des Schmerzes, den Gott seit dem Sündenfall täglich unzählige Male zugefügt worden ist und dessen Zeichen Sie vor Sich sieht und spürt in der Verfassung Ihres Göttlichen Sohnes.

(...)

Das Herz Jesu ist jetzt so vollkommen auf die Gottheit und den Göttlichen Heilsplan gerichtet, dass es sich in ein Gebet zu verwandeln scheint:

"Vater, durch die bevorstehende Vollziehung Meiner Hochzeit mit dem Kreuz gib, dass alle Seelen, die Mir aufrichtig folgen wollen, auch die Hochzeit mit ihrem Kreuz vollziehen mögen, in der Aufopferung ihrer weltlichen Bedürfnisse und in einer vollkommenen Bekehrung zum Leben im Dienst an Unseren Werken, zum Ewigen Heil vieler".

Während Jesus einige Augenblicke wie entseelt zur Spitze von Golgotha hinaufstarrt, wird mir das Feuer Seiner Sehnsucht gezeigt. Er lebt wahrlich in einer anderen Welt, in der einzigen Wirklichkeit, die für alle Seelen Wert hat: im Himmel, als wäre Er vom Drang 'besessen', Gottes Heilsplan für alle Jahrhunderte zu erschließen. Es ist diese Woge von Liebe und Hoffnung und der unbedingte Wille, Seelen zu retten, die Ihn aufrechterhalten. Er lebt wirklich ausschließlich für die Vollziehung der Hochzeit mit dem Kreuz und für die Erschließung des Himmels für viele.

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Die Seele steht hier also gleichsam auf dem Gipfel ihres Lebens (dem Gipfel von Golgotha), über welchem der Himmel sich alsbald öffnen wird. So wie Jesus jetzt Seiner Kleider beraubt wird, lässt die Seele, die Ihm nachfolgen will, sich allen äußerlichen Scheins berauben, um so unbekleidet vor Gott zu erscheinen, wie sie wirklich ist, mit allen ihren Schwächen, aber auch gleichsam, damit sichtbar sein möge, aus welcher inneren Verfassung ihr Opfer gebracht wird. Bei Seiner Entkleidung seufzt Jesus im Tiefsten Seines Herzens:

"O Vater, mögen die Seelen aller Zeiten lernen, sich selbst so zu sehen, wie sie wirklich sind. Mögen sie nicht sich selbst gegenüber blind bleiben. Mögen sie aus eigenem freiem Willen die Aufopferung des Kreuzwegs ihres Lebens auf Erden krönen durch die Hingabe von allem, hinter dem sie immer ihr wahres Wesen verborgen haben. O Vater, Du und Ich durchschauen die Tiefen der Herzen und Seelen, doch selig sind jene, die sich aus eigenem freien Willen Uns so zeigen, wie sie wirklich sind, mit allen ihren Schwächen. Nur sie werden das Licht der Sonne ihres Golgotha in sich aufnehmen und sehen können, wie Meine Werke in ihnen zur Blüte kommen. In ihnen wird das Weizenkorn zu Brot des Ewigen Lebens werden. O möge der Wind des Heiligen Geistes ihr unbekleidetes Wesen umhüllen, damit sie an Herz, Geist und Körper gereinigt werden mögen".

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Mit dem dritten Kreuzeswort "Frau, siehe, Dein Sohn; Sohn, siehe, deine Mutter" vertraut Jesus die ganze Menschheit, alle Seelen, Maria an. Er offenbart da die letztendliche ewig währende Mission Mariä: Mutter und Herrin aller Seelen zu sein. Er vertraut auch umgekehrt Maria den Seelen an, damit die Seelen ihr spirituelles Wachstum immer durch Sie und mit Ihr zu vollenden versuchen und sie sich uneingeschränkt Ihr anvertrauen (vollkommene Weihe! – wobei die Seele Maria "zu sich ins Haus nimmt", in den Kern ihres Wesens).

Jesus lässt mich am Seufzer Anteil haben, der in diesem Augenblick aus Seinem Herzen zum Ewigen Vater aufwallt:

"Vater, möge Sie, wie Wir es vor allen Zeiten verfügt haben, jetzt Diejenige sein, die Meine Rolle für die Seelen fortsetzen wird. Möge Sie jetzt für alle Zeiten Meine Werke in ihnen vollenden helfen, in dem Maße, in dem sie sich freiwillig Ihr hingeben werden. Möge Sie, die zu dieser Aufgabe als Miterlöserin mit Deinem Christus gesalbt worden ist, jetzt in dieser Eigenschaft versiegelt werden und möge Sie das Heil aller Seelen guten Willens Kraft des Schlüssels der Erlösung erschließen, den Ich nunmehr in sie alle gelegt habe und worüber Sie, Meine ewig währende Mutter, die Tochter Deines Wohlgefallens und Braut Unseres Geistes alle Macht haben wird, weil das unfehlbare Gesetz Unserer Barmherzigkeit dies für alle Zeiten so verfügt hat. Möge aufgrund Meines Opfers mit ewig währender Gültigkeit und aufgrund Ihrer heiligen Ausdauer in diesem Schmerz Ihr makelloses Herz das Licht der Hoffnung und der Liebe in allen Seelen wecken, die glauben, dass Ich für sie den Schlüssel zur Ewigen Glückseligkeit freigekauft habe und dass Meine Mutter von Uns als die Wegweiserin zum Tor erwählt worden ist, auf welches dieser Schlüssel passt".

Und der Jünger nahm Sie zu sich ins Haus... Keine Worte können je beschreiben, wie sehr Sich Jesus in diesen Augenblicken danach gesehnt hat, dass alle Seelen Maria in sich (in das Haus ihrer Seele) aufnehmen werden durch vollkommene Weihe an Maria, wobei Sie in der Seele leben und herrschen kann, weil Sie von Gott die Macht und die Weisheit erhalten hat, jede Seele zum Tor des ewigen Heils zu führen.

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Beim vierten Kreuzeswort "Mich dürstet!" wallt im Herzen Jesu das nachfolgende Gebet auf:

"O Vater, erschließe doch jetzt die Quellen der Ewigen Gnade, die Ich nunmehr mit Meinem ganzen Blut gefüllt habe. Möge keine Seele mehr Durst haben, es sei denn nach der Erfüllung Deines Willens, der das wahre Leben gibt. O gib Mir Seelen, damit Ich sie im Wasser des Göttlichen Lebens taufen kann, das für ewig durch das Opfer Meines Blutes strömen wird. Der Göttliche Tausch, o Mein Vater… Mein Blut für ihre Erlösung… Mein Durst für ihre Labsal".

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Beim fünften Kreuzeswort (im Aramäischen "Eloi, Eloi, lama sabakthani?") wallen aus dem Herzen Jesu in Stille voller Betrübnis die Worte auf:

"O Vater, haben Wir die Menschenseele nicht als Unsere Stellvertreterin jedem Geschöpf gegenüber vorgesehen? Warum denn werden in Unserer Schöpfung so viele Geschöpfe das Gefühl haben, dass Wir nicht existieren oder dass Wir ihrem Schicksal gegenüber gleichgültig sind? O möge dieses Leiden den Seelen die Liebe eingießen, die sie befähigen und sie mit dem Willen erfüllen wird, ihre Mitgeschöpfe spüren zu lassen, dass diese Schöpfung durch die Liebe gelenkt wird und dass Gott kein einziges Seiner Geschöpfe je verlässt. Mögen sie, in Meiner Nachfolge, jedes Mitgeschöpf mit der Freude Unserer Gegenwart erfüllen, die durch sie hindurch in dem Maße durch die Schöpfung strömen wird, wie ihr eigener Glaube, ihre eigene Hoffnung und Liebe und ihr eigener Wille, eins mit Uns zu sein, wachsen werden".

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Beim sechsten Kreuzeswort "Es ist vollbracht!" hören wir den nachfolgenden Seufzer im Herzen des Erlösers:

"O Vater, Mein ganzes Leben als der Menschensohn auf dieser Erde habe Ich im vollen Bewusstsein geführt, dass Ich von Dir ausgegangen bin und dass Ich nicht zu Dir zurückkehren werde, bevor Ich alles vollbracht habe, wozu Ich in die Welt gesandt worden bin. Nichts habe Ich unterlassen, um den Menschenseelen Meine Liebe zu beweisen, diese Liebe in sie zu säen und die Saat mit den Tränen Meiner Sehnsucht nach ihrem wahren Glück zu begießen. Heute weiß Ich, dass es vollbracht ist, denn Ich habe alles gegeben, was Mein Körper an Göttlichem Leben in Sich bekommen hatte, und Mein Herz wird sich für alle Jahrhunderte weiterhin über die Saat ausgießen. Da gibt es kein Werk der Finsternis, das nicht irgendwann von Unserem Licht entlarvt und dem nicht seine Kraft genommen wird. Da gibt es kein Elend, das nicht irgendwann in die Ewige Glückseligkeit und den Ewigen Frieden aufgenommen wird und in die Liebe, in der Unser Reich auf Erden getränkt sein wird. Es ist vollbracht für alle Zeiten und es wird in jeder Seele vollbracht sein, die sich mit einem aufrichtigen Herzen danach sehnen wird, Uns zu gehören, und die sich von Herzen für das Kreuz entscheiden wird in Verleugnung der Verlockungen und der Irrlichter der Welt".

(...)

So lernen wir aus den sieben Kreuzesworten des Erlösers die Lektionen, die für die Seelen als Richtlinien auf ihrem Weg zur Erschließung des Schatzes der Erlösung in sich selbst dienen können:

  1. Schenke jenen vollkommene und bedingungslose Vergebung, die gegen dich gesündigt haben.

  2. Erkenne deine eigene Schwachheit, Sündhaftigkeit und Schuld Gott gegenüber, sei reumütig, glaube an Christus den Erlöser und hege eine aufrichtige Hoffnung auf die letztendliche Erlösung.

  3. Weihe dich vollkommen und bedingungslos Maria.

  4. Sehne dich unaufhörlich nach der Vollendung von Gottes Heilsplan.

  5. Sei unter allen Umständen allen deinen Mitgeschöpfen gegenüber ein Spiegel Gottes und mache Seine Gegenwart für sie spürbar.

  6. Besinne dich über deine wahre Berufung und deine wahre Lebensaufgabe und versuche, diese mit der höchsten Fruchtbarkeit zu verwirklichen.

  7. Gedenke dein ganzes Leben lang, aber vor allem in deiner Sterbestunde, dass du Gott gehörst, und dass du dadurch zu Ihm zurückkehrst, dass du Ihm deine Sehnsucht danach zu erkennen gibst.

(...)


Hier endet die Sammlung von Seufzern aus dem Göttlichen Herzen des leidenden Erlösers. Im Kontext Ihres Passionsaufrufs verweist die Schmerzensreiche Mutter auch auf Ihre Inspiration mit dem Titel Die Saat der Erlösung, die unter Belehrungen > Kurze Belehrungen vorzufinden ist.