TOTUS TUUS, MARIA !

HIMMLISCHES RAUNEN VOM SITZ DER WEISHEIT

Einzelne Lehrsätze aus den Schatzkammern von Gottes Wahrheit
von der Himmelskönigin unterrichtet

Die Herrin aller Seelen unterrichtet Myriam häufig in Bildern. Bestimmte von den im Laufe der Jahre im Kontext solcher Privatbelehrungen geschenkten Bildern und Betrachtungsmaterialien lässt Sie jetzt zwecks öffentlicher Belehrung freigeben in Form separater Belehrungsthesen, die bezwecken, Seelen bei der Entwicklung ihres seelischen Lebens zu helfen.

Im vorliegenden Menüpunkt sollen genauestens nach den Anweisungen der Gottesmutter allmählich einzelne Lehrsätze angeboten werden, die nie zuvor veröffentlichten Privatbelehrungen und Privatoffenbarungen entnommen werden, die von Ihr für zweckdienlich im Rahmen Ihrer öffentlichen Belehrung gehalten werden. So möchte die Herrin aller Seelen eine Blütenlese ausbauen, die Sie als 'Himmlische Sonnenstrahlen vom Thron der Weisheit' andeutet.

Der Inhalt dieses Menüpunkts soll deswegen ständig ergänzt werden. Damit möglichst leicht durch diesen Inhalt navigiert werden kann, sollen die einzelnen Lehrsätze nummeriert werden. Diese Nummerierung bezieht sich keinesfalls auf irgendeine Bewertung eines Lehrsatzes im Vergleich zu einem anderen, noch auf irgendeine chronologische Reihenfolge, in welcher die Lehrsätze von der Herrin aller Seelen Myriam geschenkt worden sind; die Nummerierung bezieht sich ausschlieβlich auf eine Reihenfolge in der öffentlichen Freigabe durch Sie.

Der Himmel flüstert

1. Die Erlösungsmacht der Prüfungen Jesu

"Ständige Auflehnung gegen die unterschiedlichsten Ereignisse, Situationen und Entwicklungen im Leben macht alle Prüfungen des Lebens vollkommen unfruchtbar. Ich erinnere daran, dass die gewaltige Erlösungsmacht der Prüfungen Jesu in Seiner vollkommenen Hingabe an die Bedürfnisse von Gottes Plänen lag. Ohne diese Hingabe wäre das ganze Erlösungswerk vollkommen unfruchtbar geblieben. Auf ähnliche Weise habe Ich Selbst die schweren Prüfungen Meines Lebens auf Erden in vollkommener Annahme und im Sehnen danach getragen, dass die Saat, die von Gott in diesen Prüfungen hinterlegt worden war, nicht ihre Himmlische Fruchtbarkeit verliert aufgrund irgendwelcher emotionalen Einmischung aus Meinem Herzen, welche die Kraft dieser Saat aus Gottes Herzen hätte verringern können. Liebe, Annahme, Hingabe, Dienstbarkeit und Demut: Diese bilden die Bedingungen für ein fruchtbares Leben. Alles, was davon abweicht, dient den Werken der Finsternis".

(...)

"Die groβe Lektion der Leiden und des Kreuzestodes Jesu ist diese, dass Erlösung aus der verdammenden Macht der Sünde in den nachfolgenden Punkten liegt:

  • in der bedingungslosen vollkommenen Annahme der Kreuze und Prüfungen des Lebens als Verfügungen von Gottes Vorsehung für den eigenen Lebensweg;
  • in der bedingungslosen selbstverleugnenden Liebe zu allen Mitgeschöpfen und zu Gottes Werken und Plänen;
  • in der Lebenshaltung, sich selbst für vollkommen unwichtig zu halten, und aufgrund dieser Erkenntnis in der bedingungslosen Bereitschaft um sein Leben in der Absicht hinzugeben, durch uneingeschränkten Dienst an Gott das höchste Wohl aller Mitgeschöpfe in der Zeit und in der Ewigkeit loszukaufen.

Bedenke, dass 'sein Leben hingeben' nicht unbedingt heiβt, physisch zu sterben, sondern vielmehr noch seine eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen zu verleugnen, für die Verwirklichung der Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen sämtlicher Mitgeschöpfe zu leben, und zwar in dem Maβe, wie diese Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen Gottes Plan dienen können und das Ewige Heil von Mitseelen nicht gefährden".


2. Die Seele als Obstbaum

"Die Menschenseele gehorcht Gesetzen, die denjenigen ganz ähnlich sind, welche die Natur in ihrem Wachstum und Blühen lenken.

Ein Obstbaum ist dazu gemacht worden, Früchte hervorzubringen. Dazu braucht er wesentlich vier Elemente: einen geeigneten Boden, Sonnenschein, Regen und Sauerstoff. Wenn der Baum nicht in einem Boden Wurzeln schlagen kann, der derart zusammengesetzt ist, dass er die Stoffe enthält, die der Baum braucht, wird er weder wachsen noch gesunde Früchte einbringen.

Siehe nun die Menschenseele. Wenn man die Seele mit einem Baum vergleicht, braucht auch sie einen geeigneten Boden, Sonnenschein, Regen und Sauerstoff.

Der Boden, in welchem die Seele verwurzelt sein soll, soll sich aus gesunder, reiner Liebe, reinem Glauben und reiner Hoffnung zusammensetzen. In dem Maβe, wie der Seelenboden diese Bestandteile reichlich enthält, ist die Seele wahrlich in Gott Selbst verwurzelt.

Die Sonne, welche die Seele bestrahlen muss, ist das Licht des Göttlichen Lebens. Dieses Licht wird jeder Seele reichlich zugeführt, aber viele Seelen verschlieβen sich diesem Licht, oft wellenmäβig, manchmal vollkommen.

Der Regen ist die Gnade, welche das ganze Umfeld des Seelenbaums bewässern muss. Diese Gnade wird zum Groβteil in Form von Prüfungen, Kreuzen und den Schwierigkeiten des Lebens bereitet, allerdings auch in anderen Formen des Einschreitens seitens der Göttlichen Vorsehung. Viele Seelenbäume verschlieβen ihre Wurzeln dadurch diesem Wasser, dass sie sich gegen Prüfungen und Kreuze ebenso wie gegen viele bzw. alle anderen Winke der Vorsehung auflehnen. Infolgedessen verdorren sie allmählich, ihre Blätter fallen vorzeitig und sie bringen kaum zw. gar keine Früchte hervor. Die wenigen Früchte, die sie gegebenenfalls hervorbringen, sind auβerdem minderwertig und reifen nicht aus.

Der Sauerstoff ist die Brise der Beseelung seitens des Heiligen Geistes. Viele Seelenböden nehmen diesen schlecht auf.

Die vier Elemente Boden, Sonnenschein, Regen und Sauerstoff müssen sich ergänzen. In dem Maβe, wie dies ungenügend bzw. nicht erfolgt, wird der Wachstumsprozess gestört und wird die Ernte an Früchten ärmer. (...)"


3. Verzicht auf das Böse

Die Fähigkeit auf das Böse zu verzichten, ist durch das Kreuzesopfer Jesu losgekauft worden. Wer sich nicht im Herzen ungehemmt mit diesem Kreuzesopfer eins macht (= vollkommene selbstlose Liebe + uneingeschränkter bedingungsloser Dienst an Gottes Werken + vollkommene Annahme sämtlicher Prüfungen), raubt sich selbst jeglichen Widerstand gegen das Böse.

Dies heiβt gleich, dass die gröβten Feinde des spontanen Widerstands gegen finstere Einstellungen diese sind:

  • Gleichgültigkeit Gott und den Mitgeschöpfen gegenüber – im Gegensatz zur Liebe);
  • Selbstsucht, Eifersucht, im Dienst an den eigenen Vorstellungen und Erwartungen leben, Egozentrismus – im Gegensatz zur Dienstbarkeit);
  • Auflehnung gegen die Verfügungen von Gottes Vorsehung für das eigene Leben und somit Unfriede wegen der Tatsache, dass man sich "von Gott benachteiligt fühlt" – im Gegensatz zur Annahme).

Diese 'Feinde' bilden gemeinsam die Verfassungen des Antichristen und gebären eine andauernde Finsternis im Herzen.


4. Der Lebensweg

"Du kannst dir den Lebensweg einer jeden Menschenseele als eine Reise von tausend Meilen vorstellen, mit vielen Kurven, ständig aufwärts und abwärts... Jeder Schritt soll dazu beitragen, die Bestimmung zu erreichen. Die Seele verfügt übrigens nur über einen bestimmten Zeitraum, innerhalb dessen die Reise vollendet werden muss. Je häufiger sie sich tatenlos am Rand des Weges hinsetzt und je häufiger sie einen Schritt in die falsche Richtung setzt, desto mehr Zeit wird verloren gehen um die Bestimmung zu erreichen. Bedenke, dass sich die Seele jeweils dann 'tatenlos am Rand des Weges hinsetzt', wenn sie nicht im Herzen an Gott orientiert ist.

Eine Seele ist im Herzen dann an Gott orientiert wenn in ihr das Gesetz der wahren Liebe wirksam ist, die sie dazu anregt, in Gedanken, Gefühlen, Wünschen und Bestrebungen Licht und Wärme um sich herum zu verbreiten, sogar in den Augenblicken, in denen sie anscheinend nicht aktiv ist, nämlich in den stillen Augenblicken des Lebens, in denen kein Wort gesprochen und keine Handlung vorgenommen wird.

Die Seele reist auf ihrem Lebensweg auch dann in die richtige Richtung weiter, während sie zwar nicht wahrnehmbar aktiv ist aber trotzdem in der stillen Abgeschiedenheit ihres Herzens mit Licht und Wärme erfüllt ist. Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jeder Wunsch oder jede Bestrebung, die mit Licht und Wärme erfüllt ist, schickt Liebe durch das ganze Netzwerk der Schöpfung. Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen allerdings, die mit Unfrieden, Eifersucht, Gleichgültigkeit, Groll oder der Neigung, Mitgeschöpfen zu schaden erfüllt sind, schicken Finsternis durch das ganze Netzwerk der Schöpfung.

Für Gott ist ein Verbrechen bei weitem nicht immer eine feststellbare Handlung, durch welche ein Mensch Schaden zufügt. Für Ihn ist 'Verbrechen' all dasjenige, was aus einer Menschenseele hervorkommt, das Finsternis in sich trägt und dadurch dem Netzwerk der Schöpfung oder aber bestimmten Teilen dieses Netzwerks schaden kann, egal wie groβ oder wie klein solche Teile auch immer sein mögen. Dies heiβt, dass eine Seele in Gottes Augen schwerwiegende Verbrechen verüben kann ohne auch nur die geringste Handlung vorzunehmen, nämlich durch Gedanken, Gefühle, Wünsche oder Bestrebungen, die mit schwerer Finsternis beladen sind.

Beispiele für schwere Verbrechen in Gottes Augen, die jedoch für Menschen verborgen bleiben, sind Verfluchung, Verwünschung, Rachsucht, Vergeltungspläne, Hass, andauernde Neigung zur Missgunst oder Eifersucht und alle Gedanken, Gefühle oder Wünsche, die unmittelbar finstere Kräfte entfesseln. Für Gott gilt ebenfalls als schweres Verbrechen: jede andauernde innere Verfassung, durch welche eine Menschenseele sich zur Brücke im Dienst an der Finsternis macht, d.h. durch welche sich eine Seele häufig oder ständig als Werkzeug für die Verwirklichung von Werken und Plänen der Finsternis einsetzen lässt. Solche Verfassungen können dem Netzwerk der Schöpfung oder aber bestimmten Knotenpunkten (Geschöpfen), Kanälen (Beziehungen und Kontakten zwischen Geschöpfen) innerhalb dieses Netzwerks gewaltige Schäden zufügen bzw. in ein gewaltiges Chaos versetzen.

Aus diesem Grund werden sehr viele Verbrechen nicht für die Augen der Menschen sichtbar und sieht das Göttliche Gericht bezüglich des Lebens vieler Seelen ganz anders aus als diese Seelen selbst bzw. ihre Mitseelen es jemals ahnten oder hätten ahnen können".

(...)

"Es gibt Seelen, die sich so häufig am Rand ihres Lebensweges hinsetzen bzw. so häufig in die falsche Richtung gehen, dass Gott in der Stunde ihres Lebensgerichts feststellen muss, dass sie kaum einige ihrer tausend Meilen zurückgelegt haben. Er betrachtet dies als ein offenes Geständnis ihres Mangels an Sehnsucht nach ihrer Bestimmung bei Ihm. Eine Seele, die sich aufrichtig danach sehnt, ihr Ewiges Leben in Gottes Nähe zu verbringen, setzt alles daran, damit sie auf ihrem Lebensweg rasch vorankommt, und tut dies dadurch, dass sie:

  • ihre ganzen Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen möglichst weitgehend mit Licht und Wärme füllt, d.h. mit selbstloser Liebe und aufrichtigem Dienst an Gott und an den Mitgeschöpfen;
  • sich möglichst selten durch Gleichgültigkeit Gottes Wünschen gegenüber am Wegrand hinsetzt;
  • auf gar keinen Fall durch Sünde oder aber schlechte Gewohnheiten und Untugenden einen Schritt in die falsche Richtung macht.

Ja, die groβe Lektion dieser Belehrung lautet auch diesmal unabänderlich:

Menschenseele, lebe jeden Augenblick deines Lebens, unter allen Umständen und in jeder Einzelheit, beharrlich die wahre selbstlose Liebe, den selbstlosen Dienst an Gottes Plänen und Werken und an allen Mitgeschöpfen, und eine unentwegte Abneigung von jeglicher Finsternis in Handlungen, Worten, Gedanken, Gefühlen, Wünschen und Bestrebungen. Sorge dafür, dass dich der Geist Gottes jeden Augenblick des Tages und der Nacht, auf jedem Meter deines Lebensweges, in einer inneren Verfassung vorfinden möge, die von Licht und Wärme erfüllt ist".


5. Etwas zum Lebenskapital einer Menschenseele

"Jeder Menschenseele wird bei ihrer Empfängnis von Gott ein Lebenskapital zur Verfügung gestellt. Dieses Kapital umfasst sämtliche Fähigkeiten, Gaben, Gnaden, Talente und den Keim der Heiligkeit. In dem Maβe, wie die Seele dieses Kapital dazu benutzt, das einzige Ziel zu erfüllen, mit welchem sie erschaffen wurde – den Dienst an der Vollendung von Gottes Heilsplan für die ganze Schöpfung – bringt es Zinsen ein, die noch von Mir vervielfältigt werden können um als beträchtliche Summe an die Göttliche Schatzkammer überwiesen zu werden, aus welcher der Herr allen Lebens Gnaden bereitet. Das Gewissen der Seele ist so gedacht worden, dass es die Seele ständig an der Erfüllung dieses Ziels orientiert halten kann. Sobald allerdings der denkende Mensch seinen freien Willen in dem Sinne benutzt, dass die Seele nicht den Dienst an Gottes Heilsplan, sondern den Dienst an der Erfüllung der eigenen Vorstellungen und Erwartungen lebt, begeht sie bereits einen ersten Mord: diesen an ihrem eigenen Gewissen, an dieser Warn- und Navigationsvorrichtung, welche auf intensive Weise die Verbindung zwischen der Seele und Gott überwachen soll.

Wenn die Seele ihr Gewissen auβer Betrieb setzt, reiβt sie sich von Gott und Seinen Absichten und Seinen ganzen Werken los, ebenso wie vom ganzen Netzwerk der Schöpfung. Bald verfällt die Seele zu einem entseelten Menschen, der in einer schmerzlichen Oberflächlichkeit versinkt, denn jegliche Führung von Seiten des Heiligen Geistes wird ignoriert und das ganze Tun und Lassen, alles Denken, Fühlen und Sehnen wird vom Grundgesetz diktiert, das auf dem Bild gebaut wird, das die Seele von sich zeigen möchte.

Der Mensch, der so vorgeht, verschreibt sich allmählich der Selbsterhebung und der Selbstverherrlichung und lässt dadurch die Verfassungen Luzifers in ihrem Boden Wurzeln schlagen, der von Gott mit Heiligkeit bekleidet war. Dieser Mensch verpfändet dadurch sein Lebenskapital dem Bösen. Demzufolge bringt das Kapital keine Zinsen mehr ein, sondern wird es in Gottes Buchhaltung hypothekarisch belastet: Es entsteht eine Schuldenlast. So sieht der Unterschied aus:

Eine Seele, die im ausschlieβlichen Dienst an Gott lebt, sowohl direkt als auch kraft des heiligen Bundes der Weihe an Mich, gibt in der Stunde ihres Lebensgerichts ihr Lebenskapital an Gott zurück. Dieses Kapital kann dann um Zinsen bereichert sein, die gegebenenfalls sehr hoch sind, besonders dann, wenn die Seele ihr Lebenskapital dadurch unter Meine Macht und Verfügung gestellt hat, dass sie ihr Leben Mir gegenüber in Liebessklaverei führt zwecks Vollbringung Meiner Werke, die an der Gründung von Gottes Reich auf Erden in jener Stunde orientiert sind, wo Mein Fuβ sämtliche Werke der Finsternis zermalmen soll. Die vollkommene Hingabe des Willens der Seele an Mich öffnet ihr Lebenskapital für die Aufnahme des Goldschatzes Meiner absolut vollendeten Liebe.

Eine Seele dahingegen, die ihr Lebenskapital dadurch Satan verschrieben hat, dass sie sich selbst erhebt und dadurch zur Brücke für die Werke der Finsternis wird, sammelt allmählich negative Zinsen: Ihr Lebenskapital ist nicht länger Quelle von Zinsen, die dazu benutzt werden, Göttliche Gnaden zu bereiten, sondern Quelle von Schulden, die im Fegefeuer beglichen werden sollen oder aber, falls sie sich zu sehr anhäufen, zur ewigen Verdammung führen können. Die ewige Verdammung ist der Preis, den eine Seele zahlen muss, wenn sie die Geschenke selbstloser Liebe in weitgehendem Maβe verleugnet".


6. Das Heil als Frucht aktiver Beteiligung

Sobald eine Seele ihre Kleinheit innerhalb des ganzen Netzwerks der Schöpfung erkennt, kann es vorkommen, dass sie sich selbst so betrachtet, als wäre sie zu unvollkommen, als dass Gott ihr einen Blick vergönnen würde. Trotzdem ist dies ein Irrtum, denn nichts tut Er lieber, als die Seele zu waschen und neu anzuziehen, immer reiner und immer schöner. Wer daran glaubt, wird die Kunst lernen, mit sich selber zu leben. Das ist eine Kunst, viele Seelen lernen es nämlich nie. Heiβt dies, dass die Seele ihre Unvollkommenheiten nicht bedauern soll? Das heiβt es am allerwenigsten, denn die Vervollkommnung in der wahren Liebe setzt voraus, dass die Seele Tag für Tag bis zum Äuβersten geht, damit das Waschen und Kleiden, das Gott täglich vornehmen möchte, sie nicht so nachlässig macht, dass sie sich selber keine Anstrengungen mehr leistet um sich möglichst rein zu erhalten. Nicht dasjenige, was Gott für Sie tun möchte, bringt Ihnen das Ewige Heil ein, sondern das Maβ, in dem Sie aktiv dabei mitwirken.

Gott wartet auf Ihre aktive Mitwirkung. Wieso entscheiden sich viele Seelen nicht zugunsten der Lehre der Herrin aller Seelen? Das liegt durchaus nicht an dieser Lehre an und für sich. Die Lehre der Herrin aller Seelen fordert von der Seele einen persönlichen, beharrlichen, aktiven Einsatz in der eigenen Heiligung. Nicht jede Seele, die sich Christ nennt, ist dazu bereit. Eine groβe Menge von Seelen erwarten eine Erlösung, die ihnen von Jesus ohne Weiteres in den Schoβ geworfen wird. Wenn Seelen massenhaft die Befreiung aus ihren Prüfungen und Kreuzen durch Jesus versprochen wird, wer ist dann noch bereit, diese Prüfungen und Kreuze selber zu Ende zu tragen? Die Antwort ist einfach: diejenigen, die Gott und Seine Werke wahrhaftig lieben. Wer sind diese Seelen denn? Die Antwort ist genauso einfach: die wahren Christen, diejenigen, die nicht rein nominell Christen sind, sondern im tagtäglichen Tun und Lassen, Denken, Fühlen und Anstreben. Nachfolge Christi hat nichts damit zu tun, auf Christus zu warten damit Er das Kreuz wieder mal Selber wegschleppt, sondern damit, zu Christus zu sagen: "Koste es was es wolle, ich will absolut mit Dir die Kreuze der Welt tragen, denn mir bereitet es keine Freude, wenn mein bester Freund alleine leidet damit ich bereits auf Erden frei von allem Leiden werde".

Passiv auf Jesus zu warten damit Er uns die eigenen Kreuze nimmt, hat nichts mehr mit Christ-Sein zu tun, und wer dieses Denken und diese Lebensanschauung auch bei anderen fördert, tut nicht die Werke Gottes. Eine Seele, die mit Bezug auf die Erfüllung von Gottes Werken passiv abwartet, handelt im Widerspruch zum Göttlichen Gesetz, das bestimmt, dass die Seelen aktiv, spontan und freiwillig mit Ihm mitwirken sollen. Gott nötigt Seine Wohltaten nicht auf: Die Seele soll ihren freien Willen mit Gottes Willen eins machen, erst dann kann sie Seine Geschenke wahrhaftig fruchtbar machen helfen. Anders ausgedrückt: Gott schenkt Samen, die Seele soll diese Samen durch einen richtigen Gebrauch des freien Willens selber zu Blumen aufblühen lassen. Wer Gottes Einschreiten in Form blühender Blumen erwartet, bleibt ohne Verdienste. Gott bevorzugt es, Seine Gnaden in Form von Samen zu schenken, und das tut Er aus vollkommener Liebe: Die Verdienste des Lebens auf Erden werden durch die Art und Weise bestimmt, wie die Seele mit den Samen der Gnade umgeht damit diese zu Blumen aufblühen, die Gott gegenüber Zeugnis dafür ablegen, dass sich die Seele aufrichtig und aktiv danach sehnt, Gottes Werke zu tun.


7. Über das Gewissen

Gott hat jede Seele mit einer mächtigen Warnanlage versehen: dem Gewissen, das vor jedem Eindringling und jeder Einflüsterung warnt, die nicht mit demjenigen im Einklang ist, das Gott von den Seelen erwartet. Die Stromversorgung zu dieser Warnanlage hat als Quelle die Liebe, von welcher Gott in jeder Seele die Saat vorgesehen hat. Es ist der freie Wille der Seele selbst, der bestimmt, ob sie die Verbindung zwischen ihrer Warnanlage und der Kraftquelle instand hält oder nicht.

Die Himmelskönigin bezeichnete einst das Gewissen als 'das Immunsystem der Seele': Im Körper wird das Immunsystem aktiviert sobald eine bedrohende Substanz (z.B. ein Gift) oder ein bedrohender Organismus (z.B. eine Bakterie, ein Virus, ein Pilz, ein Parasit usw.) im Körper wirksam wird bzw. wenn sich eine Entgleisung in einem normalen Körpervorgang bemerkbar macht (z.B. ein krebsartiger Prozess, eine Entzündung...). Das Immunsystem tut dies, weil die Göttliche Intelligenz dies so vorgesehen hat zur Beschützung von allem, was die normalen Körperfunktionen bedrohen kann.

Letztendlich bezweckt das Immunsystem, die Entgleisung oder Bedrohung beseitigen zu helfen, damit der Körper wieder in Einklang mit den Göttlichen Gesetzen kommt, welche die Wirkung eines Körpers so zu regeln versuchen, dass dieser gesund bleibt. Auf ähnliche Weise wird das Gewissen in der Seele aktiviert sobald die Gesundheit der Seele durch jede erdenkliche Entgleisung im seelischen Leben bedroht wird, also konkret in jeder Situation, in der die Seele der Gefahr ausgesetzt ist, in einer Weise zu reagieren, die nicht mit dem Gesetz der wahren Liebe im Einklang ist. Dieses 'Reagieren' kann sich in Form einer Handlung, eines Versäumnisses, eines Wortes, eines Gedankens, eines Gefühls, eines Wunsches oder einer Bestrebung ereignen, wodurch die Heiligkeit der Seele gefährdet werden kann.

Das Gewissen ist somit der innere Wegweiser zum Ewigen Heil. Im Gewissen hat Gott Sein Gesetzbuch niedergelegt, kraft dessen das Gewissen als Alarmanlage funktionieren kann, die vor jedem Verstoβ gegen Gottes Gesetz warnt. Ein gesundes Gewissen ist ständig dabei, die inneren Verfassungen der Seele zu 'scannen' und vermittelt Warnsignale sobald diese Verfassungen Spuren von Unreinheit (Finsternis) aufweisen.

Wie verliert das Gewissen seine Gesundheit? Im März 2015 wies die Herrin aller Seelen auf die Selbstsucht als gröβten Feind des Gewissens, mit den Worten: "Selbstsucht vernebelt das Gewissen. Die Seele, die in allem die Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse anstrebt und ihre eigenen Wege zu vollenden bemüht ist, kann dies nur in dem Maβe tun, wie sie ihr Gewissen für sich selbst unsichtbar macht". Im Grunde genommen lässt sich sagen, dass sich die Seele nicht versündigt ohne zunächst – gegebenenfalls nur ganz kurz – das Gewissen auβer Betrieb zu setzen. Viele Seelen machen dies dadurch zu einem nahezu chronischen Zustand, dass sie nicht mehr auf ihr Gewissen hören und so eine Art artifizielle Welt schaffen, in der sie keine Warnungen mehr hören oder sehen. Dieser Zustand lieβe sich mit jenem vergleichen, in welchem ein Arbeitnehmer in einem Kernkraftwerk bei drohender Katastrophe die Alarmanlage abschaltet, anschlieβend frei und unbesorgt im Werk herum wandert ohne irgendwelche Maβnahme zu ergreifen, dabei ein falsches Gefühl der Sicherheit empfindet weil er ja keine roten Blitzlichter sieht und keine Sirenen hört, aber inzwischen einer erheblichen Strahlungsdosis ausgesetzt ist.

Die Seele zahlt schon einen Preis dafür, dass sie ihr Gewissen auβer Betrieb setzt: Sie wird einem inneren Kampf zum Opfer fallen, denn das Gewissen sendet nach wie vor Warnungen, weil es im Grunde genommen ein System ist, das unmittelbar mit dem Herzen Gottes verbunden ist. Gott versäumt keinen Augenblick, in der Seele in der Sprache der Liebe zu sprechen, die als Zündmechanismus gemeint ist, durch welchen das Gewissen aktiviert wird wenn es aus irgendwelchem Grund nicht so funktioniert, wie Er es beabsichtigt hat. Er tut dies, weil Er jede Seele dauernd dazu anregen will, ihren freien Willen so zu gebrauchen, dass ihr ganzes Tun und Lassen und ihre ganzen inneren Verfassungen sich am Gesetz der wahren Liebe orientieren und mit diesem Gesetz im Einklang bleiben. Das Maβ an Übereinstimmung der Seele mit diesem Gesetz bestimmt die ewige Bestimmung der Seele. Solange die Seele nicht voll und ganz auf ihr Gewissen hört kann sie ihre Lebensreise unmöglich am Himmelstor orientiert halten.


8. Die Saat des wahren Friedens

Das Leben auf Erden kommt für viele Seelen einer ständigen Herausforderung gleich, das Glück zu finden. Glück kann in einer kurzfristigen Freude wegen eines Ereignisses mit unverhofft positivem Ausgang liegen, oder in einem unerwarteten Glücksfall in egal welchem Lebensbereich. Das wahre Glück allerdings kann die Seele auf Erden nur in einer Verfassung ihres eigenen Herzens finden, die es ihr ermöglicht, die Sorgen und Mängel der stofflichen Aspekte des irdischen Lebens dermaβen zu relativieren, dass sie nicht länger von ihnen überwältigt wird. Diese Herzensverfassung wird als wahrer Friede bezeichnet, und ist nichts anderes als dasjenige, was Jesus meinte, als Er sagte: "Meinen Frieden gebe Ich euch". Der Friede Christi ist die Verfassung, in welcher die Seele sich nicht mehr von den Gegenwinden des Lebens besiegen lässt und sie dazu in der Lage ist, trotz aller Finsternis immer das Licht der wahren Hoffnung und des Frohmuts aufrechtzuerhalten.

Die Seele findet in dem Maβe den Frieden in sich, wie sie ihr Herz in einen blühenden Garten bedingungsloser Liebe umzugestalten vermag. Das vollendete Vorbild eines wahrhaftig paradiesischen Gartens war das Herz Mariä. Gerade deswegen setzte Gott Maria den Seelen zum groβen Vorbild für ein möglichst fruchtbares Leben im Dienst an Seinem Heilsplan aufgrund einer Herzensverfassung wahren Friedens. Ein Herz in wahrem Frieden lässt sich mit einem blühenden Paradies vergleichen, oder auch mit einem Wasser, das sich sogar durch starke Windböen nicht in stürmisches Wasser verwandeln lässt, weil die Wassermasse ein tief gewurzeltes Gleichgewicht gefunden hat.

Wahres Glück und wahrer Friede sind weder mit bestimmten Ereignissen, Handlungen oder Erfahrungen noch mit Orten verbunden, die man besucht, sondern mit einer Atmosphäre der Zufriedenheit im Herzen. Friede zieht Frieden an sich, d.h.: Je mehr sich in Ihrem Herzen ein Gefühl stillen Friedens ansiedelt, desto mehr werden Sie diesen neuen Frieden in allem zurückfinden, auf ähnliche Weise, wie sich eine einzelne Blume aussät und sich bald in ein Feld voller Blumen verwandelt. Der wahre Friede schlägt eigentlich dann im Herzen Wurzeln, wenn die Seele aufrichtig zur Feststellung kommen kann: "Alles ist gut so wie es ist, denn letzten Endes hat Gott dies alles deswegen so für mich vorgesehen, weil es gerade im Hinblick auf mein Ewiges Heil irgendwie notwendig ist...". In dieser Verfassung lässt das Herz die Sorgen und Finsternis in seinem Umfeld nicht länger Herrin seiner Gefühle werden, sondern trinkt es mit kräftigen Schlücken das Wasser Göttlichen Lebens, das die Seele immer tiefer mit der Erkenntnis erfüllt, dass das Licht mit absoluter Sicherheit siegt und dass jegliche Finsternis nichts mehr als eine vergängliche Stufe ist, die in dem Maβe desto mehr Gnaden einbringen kann, wie die Seele sie beharrlicher mit dem Licht und der Wärme einer aufrichtigen Liebe, eines aufrichtigen Glaubens und einer aufrichtigen Hoffnung bekämpft, die spontan ganz tief in ihr blühen und die sie nicht mehr durch irgendwelche finstere Erwartung verwelken lässt.

Die Erkenntnis der Gegenwart der Gottesmutter im Herzen ist die mächtigste Saat wahren Friedens, die ich kenne. Die Seele, die diese Saat hegt und begieβt, bekommt allmählich einen blühenden Garten, der die Wunderwerke Gottes sichtbar macht. Gottes gröβtes Wunderwerk (Maria) besitzt eine Fähigkeit ohnegleichen, Sich auszusäen und in Macht und Herrlichkeit zu blühen.


9. Die tiefe Bedeutung des Verhältnisses zwischen Jesus und Maria

Unter sehr vielen Christen herrscht Uneinigkeit bzw. Spaltung mit Bezug auf jede tiefe Verehrung für Maria. Ist tiefe Verehrung zugunsten Mariä eine Täuschung, wo ja doch das Christentum Jesus Christus als Mittelpunkt hat? Die Himmelskönigin Selbst möchte diesbezüglich eine eindeutige These vorbringen:

Jesus ist Gott, Maria ist eine erschaffene Seele. Trotzdem erfordert das ganze System von Gottes Heilsplan, dass das Verhältnis zwischen Jesus und Maria ein wenig näher erläutert wird. Aufgrund eines Göttlichen Mysteriums existiert zwischen Jesus und Maria eine vollkommene mystische Einheit der Herzen. Das Verhältnis zwischen Jesus und Maria lieβe sich in gewissem Sinne mit der Vermischung von Milch und Wasser vergleichen: Wenn man diese beiden in einem einzelnen Gefäβ vermischt, lassen sie sich nicht mehr trennen, es sei denn unter Anwendung eines künstlichen Verfahrens, d.h. durch menschliches Einschreiten. Im spirituellen Sinn lassen Sich Jesus und Maria ebenfalls nur durch ein künstliches Verfahren (nämlich durch menschliches Denken) voneinander trennen. Der Wille der beiden ist vollkommen untrennbar, was auch Ihre Werke und deren Wirkungen vollkommen identisch und untrennbar macht und wodurch Sie hundertprozentig identische Thesen verkünden, weil Sie Ihre Weisheit aus derselben Quelle schöpfen: aus dem Herzen Gottes, Quelle der einzigen Wahrheit und der vollendeten Weisheit. Es ist ganz und gar unmöglich, durch Gehorsam und Ehrerbietung Maria gegenüber Jesus irgendwie Gehorsam und Ehrerbietung vorzuenthalten, denn die Worte Jesu und die Worte Mariä kommen auf identische Weise aus dem einzigen Willen Gottes hervor.

Widersprüche zwischen Maria und Jesus sind somit vollkommen unmöglich, es sei denn, es ist die Rede von irgendwelcher menschlichen Fälschung oder Täuschung bzw. von irgendeiner Fehlinterpretation durch einen denkenden Menschenverstand. Aus diesem Grund handelt es sich um eine Inspiration vom Satan wenn Menschen meinen, die Wissenschaft des Göttlichen Lebens käme nicht von Gott, da Gott ja Jesus Christus (den Sohn Gottes) betonen würde und niemals Maria (eine erschaffene Seele). Da handelt es sich um einen Trugschluss:

Die Herrin aller Seelen bringt weder eine neue noch eine vom Christentum abweichende Religion, Sie bringt lediglich Vertiefung christlicher Lehrsätze und Anwendung derselben auf Situationen, die von Seelen in ihrem eigenen Leben erkannt werden können, dies alles in der einzigen Absicht, Gottes Heilsplan zu seiner Verwirklichung führen zu helfen und Seelen besser in den Stand zu versetzen, bei dieser Verwirklichung aktiv mitzuwirken und dadurch die Erlösungswerke Christi in sich voll und ganz fruchtbar zu machen. Erlösung ist kein Geschenk, das einem tatenlos in den Schoβ fällt, sondern sie ist eine Gnade, die durch aktiven Einsatz des freien Willens der Seele fruchtbar gemacht werden muss.

Dort liegt gerade die wahre Tiefe des Verhältnisses, das Gott zwischen Jesus und Maria zustande gebracht hat: Marias Aufgabe liegt darin, Seelen solchermaβen bilden und kneten zu helfen, dass diese besser imstande sind, aktiv und spontan bei der Erschlieβung ihrer Erlösung mitzuwirken. Maria ist von Gott Selbst dadurch voll für diese Mission gerüstet, dass Sie von Ihm als Sein absolut vollendetes Wunderwerk erschaffen wurde. Aus diesem Grund wird Sie als 'voller Gnade' bezeichnet. Sie hat Selber dieses einmalige Vorrecht in Ihrem irdischen Leben dadurch voll und ganz verwirklicht, dass Sie Ihre Fülle der Gnade in allen Einzelheiten Ihres Lebens und Ihrer inneren Verfassungen vollkommen und uneingeschränkt lebte, aufgrund einer makellosen Heiligkeit wegen Ihrer vollkommenen Sündenlosigkeit. Gerade dadurch, dass Sie nicht von Natur aus Göttlich ist (so wie Jesus), sondern von Natur aus menschlich, und dass Sie in der Ordnung der Gnade den höchst möglichen Gipfel der Heiligkeit erreicht hat, ist Sie das Muster, das Vorbild und der Spiegel Göttlichen Lebens schlechthin.

Wie treffend drückte die Herrin aller Seelen Ihr Verhältnis zu Jesus bereits vor Jahren in diesen beiden Bildern aus: Erstens ist Sie Trägerin der Strahlen aus der Sonne, die Jesus Christus ist. Sie ist somit nicht das Göttliche Licht, sondern der gröβte, einzigartige Kanal, durch welchen dieses Licht in die Seelen hineingeführt wird. Zweitens ist Sie wie ein farbiges Glasfenster in einem Kirchengebäude: Sie zerlegt das glänzende Göttliche Licht in viele Farben, was die Tatsache symbolisiert, dass Sie die Fülle der Heiligkeit von Gottes Werken in alle Tugenden 'zerlegt', welche Sie in der willigen Seele zum Blühen zu bringen versucht. Das helle Licht Gottes kann die Seele gleichsam blenden und bzw. oder versengen. Wenn es jedoch durch Gottes mächtigen Lichtfilter (Maria) geführt wird, wird seine Grelle gedämpft und in angebrachten Dosen (d.h. gemäβigt) und in angepasster Form (in vielen unterschiedlichen Farbtönen) in die Seele hineingeführt, sodass die Seele vorsichtig und Schritt für Schritt blühen kann.

So ist am Allerwenigsten die Rede von irgendwelcher Konkurrenz zwischen Jesus und Maria, ganz im Gegenteil: Das Göttliche Leben ist der Stand absolut vollendeter Blüte im seelischen Leben und vertritt die Fülle Christi. Maria ist der von Gott vorgesehene Filter um die Fülle von Gottes Werken von der Seele 'aufnehmen' zu helfen, und zwar auf eine solche Weise, dass diese von der Seele besser 'verdaut' werden können, dass diese Werke in der Seele besser verarbeitet werden und zum Blühen kommen können, und dies alles genau gemäβ den persönlichen Verfassungen, Erfahrungen und Entwicklungen in jeder einzelnen Seele. Jesus verkörpert also die absolute Göttliche Vollkommenheit, Maria hat Anteil an derselben Vollkommenheit bekommen, und zwar im höchsten für eine erschaffene Seele möglichen Maβe. Die Essenz von Marias Mission liegt darin, dass Sie aufgrund Ihrer Fülle der Gnade und Ihrer mystischen Einheit des Herzens mit Christus, in Verbindung mit Ihrer menschlichen Natur, dazu berufen ist, Gottes Werke in einer absolut einzigartigen Weise in Menschenseelen erblühen zu helfen.

Die höchste Verehrung Mariä ist somit unbedingt erforderlich. Jede Anbetung Gottes ist unvollständig solange Seinem absolut gröβten und erhabensten Wunderwerk (Maria) nicht die höchst mögliche Verehrung zuteil wird. Diese Verehrung gibt es im wahren Sinn des Wortes nur in dem Maβe, wie eine Seele Maria uneingeschränkt nachfolgt, durchaus nicht nur in Worten, sondern in sämtlichen Aspekten ihres Tuns und Lassens und in ihren ganzen inneren Verfassungen.


10. Die Wüste in der Seele

Jeder Seelengarten trägt in sich die Saat der wahren Liebe. Gott versieht den Boden einer jeden Seele deswegen mit dieser Saat, weil die wahre Liebe die Essenz allen Lebens ist. Damit sie ihre Lebensaufgabe als Knotenpunkt im Netz der Schöpfung vollbringen kann, muss die Menschenseele die wahre Liebe, die von Gott unaufhörlich durch das ganze Netzwerk gesandt wird, ständig im eigenen seelischen Garten zum Blühen bringen und sie mithin ständig zu allen Lebewesen strömen lassen, mit welchen sie in Berührung kommt. Die Saat der wahren Liebe muss in der Seele als Blumen erblühen, welche das Maβ symbolisieren, in welchem sie die Heiligkeit in sich hat reifen lassen. Saat, die von der Seele in nichtgereiftem Zustand gelassen worden ist (d.h.: Situationen und Kontakte, in welchen die Seele nicht die wahre Liebe als Hauptmotivation ihres Tuns und Lassens und ihrer ganzen inneren Verfassungen hat wirken lassen) muss im Fegefeuer zum Blühen gebracht werden, denn der Himmel kann nur dann betreten werden, wenn sich der Seelengarten in ein Blumenparadies verwandelt hat.

Eine Seele, welche die Saat der wahren Liebe dadurch in sich vermodern lässt, dass es ihr an Sehnsucht danach fehlt, die selbstlose, bedingungslose Liebe in sämtlichen Einzelheiten ihres Lebens auf Erden in Anwendung zu bringen, kann sogar im Fegefeuer nicht mehr erblühen: Sie hat sich selbst bereits während ihres Lebens auf Erden in eine Wüste verwandelt. Diese Seele verdammt sich selbst für die Ewigkeit, denn ihr Leben auf Erden geht zu Ende ohne dass sie irgendwelche Blühkraft in sich wirksam erhalten hat.

Wie verwandelt sich eine Seele in eine Wüste? Einst bediente Sich die Herrin aller Seelen dieses Bildes: Wenn der Boden einer Seele das Wasser der Gnade nicht in sich aufnimmt und sich gleichzeitig ungehemmt den brennenden Strahlen der sengenden Sonne der Versuchungen aufschlieβt, wird er immer dürrer. Alles, was Gott diesem Boden an Talenten, Gaben und Eigenschaften anvertraut hat, ja der Keim der Heiligkeit, verliert seine Keimkraft und der Boden wird völlig und ganz unfruchtbar. Alles Lebendige verlässt ihn, und er übt nur noch eine Anziehungskraft auf die Schlangen der Sünden und die Skorpionen der Untugenden auf, d.h. nur auf Ungeziefer, das mit tödlichem Gift beladen ist. Die Himmelskönigin beschloss dieses Bild mit den aussagekräftigen Worten: "Verstehe dies richtig, dieses Bild bringt den Selbstmord der Seele zum Ausdruck". Sie weist auch in dieser Betrachtung auf die zentrale Rolle hin, welche die wahre Liebe in allem Leben spielt, einschlieβlich der inneren Blüte des seelischen Lebens.

Die Bestimmung der Lebensreise einer jeden Menschenseele liegt im Herzen Gottes, das gleichzeitig Quelle und Bestimmung allen Lebens und der wahren Liebe ist. Jede Lebensreise, die nicht in allen ihren Elementen, Komponenten und Zielsetzungen an dieser Bestimmung orientiert ist, bleibt unvollendet, jedenfalls innerhalb der Lebensdauer, welche Gott der Seele zugeteilt hat. Eine Menschenseele ist nur in dem Maβe mit dem Ewigen Leben im Paradies von Gottes Himmelreich vereinbar, wie sie selbst ein Paradies an voll ausgereifter Saat der wahren Liebe in sich trägt. Jede Missachtung, Verleugnung und Verzerrung bzw. Verunstaltung der wahren Liebe macht die Seele zu einer Wüste, einem Ort, aus dem das wahre Leben, das Göttliche Leben, verschwindet.


11. Der Baum und seine Früchte

Im Evangelium sagte Jesus, ein guter Baum bringe keine schlechten Früchte, ein schlechter Baum keine guten Früchte ein, und an den Früchten erkenne man den Baum. Die Himmlische Herrin vermittelte diesbezüglich einst die nachfolgende Erläuterung.

In Gottes Schöpfung werden sämtliche Elemente und sämtliche Wechselwirkungen zwischen diesen Elementen von Natur aus durch die Göttliche Intelligenz geführt und gelenkt, sodass jedes Element der Schöpfung, solange es vollkommen im Einklang mit dem Göttlichen Gesetz lebt, genau dasjenige tut und einbringt, was Gott von ihm erwartet und mit ihm bezweckt hat. Aus diesem Grund wird, solange Gottes Gesetz die Gelegenheit bekommt um sich ungehemmt auszuwirken, ein gesunder Baum nur gute Früchte einbringen. Anders wird es allerdings wo es sich um 'Bäume' und 'Früchte' unter den Menschenseelen handelt:

Die Menschenseele hat von Gott einen freien Willen bekommen. Sie kann aus eigener freier Wahl entweder im Einklang mit Gottes Gesetz leben, handeln, denken, fühlen und wünschen, oder eben nicht. Man könnte Gott als Baum betrachten und sämtliche Menschenseelen als Früchte, die mit der Nahrung aus dem Saft dieses Baums verbunden bleiben müssen um überhaupt zu reifen. Der Saft, der durch den Göttlichen Baum strömt, kann nichts auβer vollkommener Nahrung bereiten. Trotzdem können sich manche Früchte (Menschenseelen) aufgrund ihres freien Willens vom Göttlichen Baum losreiβen und infolgedessen vom Baum fallen, verdorren oder aber auf unterschiedliche Weise erkranken. Dennoch heiβt dies am Allerwenigsten, dass der Göttliche Baum kein guter Baum wäre. Für den Menschen gilt auf gar keinen Fall, Gott dürfe aufgrund der Tatsache verurteilt werden, dass unzählige Menschenseelen verdorben sind, denn diese Seelen haben sich selbst verdorben.

Auf ähnliche Weise warnt die Himmelskönigin davor, Seelen bzw. ihre Werke aufgrund der Tatsache zu verurteilen, dass sich auch schlechte Früchte mit ihnen in Verbindung bringen lassen: Eine Menschenseele kann viele andere nähren und trotzdem in ihrem Umfeld und sogar in ihrem sogenannten 'Anhang' Früchte vorfinden lassen, die verdorben sind. In diesem Fall ist der Baum gut, haben sich allerdings manche Früchte selbst dadurch vergiftet, dass sie ihren freien Willen nicht richtig orientiert haben.

Ist denn das Wort Jesu über den Baum und seine Früchte unrichtig? Ganz und gar nicht. Die Gottesmutter weist jedoch darauf hin, dass dieses Wort viel mehr in der Tiefe betrachtet werden soll. Eine Seele kann Himmlische Werke vollbringen und trotzdem dadurch schlechte Früchte einbringen, dass Menschenseelen in ihrem Umfeld ihren freien Willen nicht in Gottes Sinne einsetzen. Im Grunde genommen bringt diese Seele diese schlechten Früchte ja gar nicht selber ein, sondern verderben sich diese Früchte aus freiem Willen selbst. Diese 'schlechten Früchte' sind unverkennbar da. Was der Mensch allerdings nicht sieht, ist der immense Kampf zwischen Licht und Finsternis, der sich jedes Mal dort abspielt, wo eine Menschenseele Himmlische Werke tätigt: In ihrem Umfeld wird unvermeidlich der Böse aufstehen, damit die Wirkungen jener Werke gebrochen oder vergiftet werden bzw. ihnen geschadet und deren Quelle angeschwärzt wird. Auβerdem erzeugt eine Menschenseele, die Himmlische Werke tätigt, im Unsichtbaren sehr viel Licht, das sich unbemerkt durch das Netz der Schöpfung verbreiten wird. Ihre guten Früchte bleiben dadurch gröβtenteils unsichtbar, und zwar in dem Maβe desto mehr, wie eine Seele, die gute Werke tätigt und aus Herzensverfassungen lebt, die mit Licht und Liebe erfüllt sind, ihre wahre Natur und ihre Werke weder öffentlich zur Schau stellt noch diese selber lobt.

Wo es sich um den Baum handelt, der 'Menschenseele' heiβt, kann niemand auβer Gott Selbst den wahren Stand des Baums oder deren Früchte beurteilen. Die Herrin aller Seelen weist darauf hin, dass die schlechten Früchte im Umfeld eines Seelenbaums, der nur Licht und Liebe anstrebt, im Grunde genommen nie wirklich mit dem guten Baum verbunden waren: Sie haben lediglich den Eindruck erweckt, sie wären mit diesem Baum verbunden, oft in der Absicht, dem Baum zu schaden. In der Welt der Menschenseelen wird deshalb die Anwesenheit vieler schlechter Früchte oft ein untrügliches Zeichen dafür bilden, dass es da einen Baum gibt, der dabei ist, für die Erfüllung von Gottes Werken und Plänen eine groβe Rolle zu spielen.