Im Lauf des Jahres 2007 lieβ die Heilige Jungfrau Maria Ihre Myriam zum ersten Mal eine Anzahl aussagekräftiger Himmlischer Thesen mit Bezug auf die Tiere aufzeichnen. In den darauffolgenden Jahren führte Sie diese Thesen weiter aus, und im Herbst des Jahres 2011 erschloss Sie im Herzen der Sklavin Ihrer Liebe das auβerordentliche Buch Die Bächlein des Heils. Über den Wert und die Rolle der Tiere innerhalb von Gottes Heilsplan als mystische Begründung des liebevollen Umgangs mit den Tieren.
Im Dezember 2011 inspirierte die Himmelskönigin Ihre Gebetsblume 1239 (Kettengebet für das Wohl der Tiere). Eines Tages stellte sich heraus, dass dieses auβerordentlich kraftvolle Gebet von mancher Seele nicht in seiner richtigen Tiefe verstanden wurde. Aus diesem Grund inspirierte die Herrin aller Seelen eine eindeutige Erläuterung, deren Veröffentlichung Sie jetzt, in der Fastenzeit 2020, kurz nach der Erstellung Ihres neuen Menüpunktes Gott und die Tiere, erlaubt. Aus dieser Erläuterung ergibt sich mithin, wie sehr Sie in diese Gebetsblume eine Anzahl von Grundsätzen bezüglich der Schöpfung und der indirekten aber sehr wichtigen Rolle der Tiefe innerhalb von Gottes Heilsplan eingebunden hat.


TOTUS TUUS, MARIA!

VERSCHLEIERTE HERZEN

Einige wesentliche Elemente des Himmlischen Lehrsatzes
bezüglich des Umgangs von Menschenseelen mit ihren
nicht menschlichen Mitgeschöpfen

von der Herrin aller Seelen inspiriert

an Myriam van Nazareth

anlässlich der Gebetsblume Nummer 1239

Im Wesentlichen hat Gott die Tiere aus zwei Gründen geschaffen:

  1. als einen der wichtigsten Faktoren hinsichtlich der Vervollkommnung und Instandhaltung der Freude, mit welcher Er die Menschenseele versehen sollte. Die Tiere sollten den Menschenseelen als lebendige Zeichen der immensen Vielseitigkeit und Tiefe von Gottes Liebe zu Seiner ganzen Schöpfung im Allgemeinen und zur Menschenseele insbesondere dienen;
  2. als Kanäle der unterschiedlichsten Vervollkommnung der Menschenseelen in allen Tugenden und dadurch in der Heiligkeit, die für die Menschenseele vorgesehen war. Wegen der enormen Vielseitigkeit an Tierarten, die zusammen an äuβeren Erscheinungen und Verhaltensweisen unzählige verschiedene Merkmale zu bieten haben, wird den Menschenseelen dadurch ein auβerordentlich reicher Fächer an Herausforderungen und Anregungen geboten, damit sie ihre nicht menschlichen Mitgeschöpfe in einer Verfassung vollendeter Liebe in ihren unterschiedlichsten Formen (Sanftmut, Friedfertigkeit, Toleranz, Geduld, usw.) betrachten und behandeln lernen.

Die Schöpfung der Tiere bildet also im wahrsten Sinn des Wortes ein Göttliches Geschenk. Bereits der Bibelspruch im Buch Genesis, in welchem Gott Sein Vorhaben andeutet, Er werde die Tiere schaffen, macht klar, dass Er die Tiere als Wesen beabsichtigte, die dem Menschen als Helfer dienen sollten: Faciam ei adiutorium simile sui (was im Grunde genommen heiβt "Ich werde ihm einen Helfer schaffen, der ihm ähnlich sein wird"). Die Himmlische Herrin erläutert, dass dieser Spruch Gottes die nachfolgende tiefe Bedeutung hat: "Ich werde dem Menschen Wesen anvertrauen, die ihm (auch seelisch, denn dies war ja von Anfang an Gottes gröβtes Anliegen) helfen und für ihn als Mitgeschöpfe gelten sollen, d.h. Wesen, die genauso wie er selbst Träger eines Lebenskeims aus Meiner Hand sind", mit anderen Worten: Mitgeschöpfe, die ebenfalls etwas von ihrem Schöpfer in sich tragen und die der Menschenseele als Helfer dienen sollen, damit diese Letztere ihre Verbundenheit mit Gott instand halten bzw. wiederherstellen kann, wobei diese Verbundenheit als die Heiligkeit zu verstehen ist. Daraus möge ersichtlich werden, dass die Herrin aller Seelen nicht ohne Grund Ihrem machtvollen Manifest aus dem Jahr 2011 den Titel Die Bächlein des Heils gab, mit welchem sie auf die Tiere verwies.

Dieses Göttliche Geschenk wird allerdings Tag für Tag auf dieser Welt unzählige Male dadurch entehrt, dass Menschenseelen Tiere lieblos behandeln. Einst sagte die Himmlische Herrin, es handle sich weltweit jeden einzelnen Tag um viele Millionen Verstöβe gegen die Liebe.

Diese Aussage zeigt eindeutig, welche Mengen an Finsternis Tag für Tag weltweit durch Mangel an Liebe im Umgang von Menschenseelen mit Tieren und in Herzensverfassungen von Gleichgültigkeit, Gefühllosigkeit und den unterschiedlichsten Formen negativer Gefühle Tieren gegenüber erzeugt werden. Die Menschheit bekennt sich dadurch Gott gegenüber im Grunde genommen zu einer Unfähigkeit, oft sogar einem Unwillen, um mit ihren Mitgeschöpfen im Geist von Gottes Herzen umzugehen, und deswegen mithin zur Unfähigkeit um sich spontan für die Instandhaltung der von Gott eingesetzten Harmonie zwischen allen Geschöpfen einzusetzen.

Durch diese unzähligen täglichen Verstöβe gegen die Liebe im Umgang von Menschenseelen mit Tieren ist die Strömung der Liebe (und somit des Göttlichen Lebens) durch das ganze Netzwerk der Schöpfung ernsthaft gestört. Die Strömung der Liebe muss Gottes Licht durch die Verbindungskanäle zwischen allen Geschöpfen flieβen lassen. Die Vielfalt an Verstöβen gegen die Liebe heiβt, dass unzählige dieser Verbindungskanäle nur wenig bzw. gar kein Licht mehr durchlassen, wodurch sich das ganze Netzwerk immer weiter verfinstert.

Das Gebet bittet darum, die Himmelskönigin möge die uneingeschränkte Macht Ihrer vollendeten Liebe jeder guten Tat und jeder Liebeshandlung seitens Menschenseelen den Tieren gegenüber hinzufügen, damit ein machtvolles Licht entwickelt wird, das Menschenseelen zur Erkenntnis und Bekehrung bringt. Die kombinierte Wirkung sämtlicher guter Taten und Handlungen der Liebe von Menschenseelen den Tieren gegenüber mit der übermächtigen Liebe der Königin von Himmel und Erden würde eine Explosion von Licht in der ganzen Schöpfung bringen.

Im Gebet 1239 inspirierte die Herrin aller Seelen zehn Bitten, die im Grunde genommen alle möglichen Aspekte von Finsternis im Umgang von Menschenseelen den Tieren gegenüber zum Ausdruck bringen. Gerade das Ganze dieser zehn Aspekte macht diesen Gebetstext ohne Weiteres zu einer Quelle tiefer Besinnung über die Anwendung der wahren Liebe im weitesten Sinn des Wortes:

  1. Das Gebet bittet um Befreiung von Tieren aus der Finsternis von Misshandlung in gleich welcher Form seitens Menschenseelen.

Die Herrin aller Seelen definiert Misshandlung im spirituellen Sinn folgendermaβen:

Misshandlung ist jedes Verhalten oder jede Wirkung eines Verhaltens von Seiten einer Menschenseele bezüglich eines Mitgeschöpfes, das bzw. die von Gottes Gesetz der Liebe abweicht, und wobei eines oder mehrere der nachfolgenden Elemente Anwendung finden:

  • das Wesen des Mitgeschöpfes wird zu einem Zweck benutzt, wozu Gott es nicht bestimmt hat;
  • das Wesen des Mitgeschöpfes wird auf eine Art und Weise behandelt, die beabsichtigt, dass Leiden entsteht, oder wovon die Menschenseele wissen muss, dass es beim Mitgeschöpf Leiden mit sich bringen kann;
  • dem Mitgeschöpf wird physischer, geistiger oder seelischer Schaden zugefügt, oder aber das Verhalten kann einen solchen Schaden mit sich bringen;
  • das Mitgeschöpf wird in seiner Würde als Geschöpf Gottes beeinträchtigt;
  • das Mitgeschöpf wird daran gehindert, seine von Gott vorgesehene Rolle innerhalb des groβen Planes Seiner Schöpfung zu erfüllen.

Misshandlung von Tieren erfolgt in einer abscheulichen Vielfalt an Formen, die alle Folgendes gemeinsam haben (ich zitiere die Himmelskönigin Selbst): "dass sie von Gott als die gröβten Gräuel betrachtet werden, die aus einer Menschenseele hervorkommen können, da diese Verhaltensweisen einen bewussten Antrieb zum Ausdruck bringen, die Würde eines Mitgeschöpfes zu zerstören, wobei die Würde als die Eigenheit des Geschöpfes zu verstehen ist, das genau so wie es ist, einen spezifischen Wert besitzt, ungeachtet seiner spezifischen Merkmale, gerade weil es in Gottes Intelligenz und Weisheit entworfen worden ist um genau so wie es ist Seinem Plan mit der Schöpfung zu dienen. Jeder Versuch um die Würde eines Mitgeschöpfes zu zerstören, gilt deswegen als direkter Angriff gegen die Göttliche Liebe und somit als Zeichen einer ungezügelten Dienstbarkeit seitens des misshandelnden Menschen der Finsternis gegenüber, die ja der absolute Gegenpol des Göttlichen Schöpfers ist".

In Die Bächlein des Heils wird sehr ausführlich auf die Motive eingegangen, die Menschen dazu anregen, Tiere zu misshandeln, ebenso wie auf die spirituelle Deutung derselben. Durch die Argumentierung in jenem Buch lässt die Himmelskönigin zeigen, dass, und wieso, Misshandlung von Tieren in Gottes Augen eine ernsthafte Sünde ist, unter anderem deswegen, weil diese Handlungen Früchte eines Herzens sind, das auf die unterschiedlichsten Weisen weit von Gottes Gesetz der wahren Liebe ebenso wie von Gottes Erwartungen hinsichtlich der Menschenseele – der 'Krone der Schöpfung' – abgeirrt ist.

  1. Das Gebet bittet um Befreiung von Tieren aus der Finsternis von Vernachlässigung durch Menschenseelen.

Vernachlässigung ist jedes Versäumnis einer Seele deren Obhut ein Mitgeschöpf anvertraut ist, ein oder mehrere Bedürfnisse dieses Mitgeschöpfes zu befriedigen, wodurch diesem Geschöpf physisch, moralisch, geistig oder seelisch Schaden zugefügt werden kann.

Vernachlässigung von Tieren kann in unterschiedlichen Formen erfolgen, die letztendlich aus Gleichgültigkeit seitens der Menschenseele hinsichtlich des Wohls von Tieren hervorgehen, die ihr anvertraut sind, d.h. von Tieren, denen gegenüber die Menschenseele vor Gott einen Bund geschlossen hat, durch welchen sie verspricht, sich um das Wohl dieser Tiere zu kümmern, und zwar nicht nur dadurch, dass sie diesen Tieren ausreichende (und genügend nahrhafte) Nahrung, frisches Trinkwasser und eine Unterkunft zur Verfügung stellt, die sie ausreichend vor den unterschiedlichsten Wetterbedingungen schützt, sondern auch durch einen Umgang mit diesen Tieren in einer Verfassung aufrichtiger Liebe, Geduld, aufrichtigen Verständnisses, richtiger Toleranz, Sanftmut, Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Pflege im weitesten Sinn des Wortes und aufrichtigen Respekts für die Würde der Tiere.

Vernachlässigung geht also viel weiter als lediglich das Versäumen bzw. die mangelhafte Anwendung der Pflege bezüglich der physischen Bedürfnisse. Tiere bedürfen genauso sehr einer aufrichtigen Liebe und eines aufrichtigen Respekts wie der Nahrung und einer Unterkunft. Viele Menschenseelen übersehen die Tatsache, dass jedes Geschöpf – nicht nur der Mensch sondern auch jedes Tier – als Verbindungspunkt in einem Netzwerk von Strömen Göttlicher Liebe erschaffen wird, einem Netzwerk, das voll und ganz durch diese Liebesströme instand gehalten wird und in dem jeder Verbindungspunkt (also jedes Geschöpf) nur durch die Kraft der Liebe lebt, welche der Schöpfer ununterbrochen durch das Netzwerk flieβen lässt, und dass jede Menschenseele als erste Lebensaufgabe hat: ein tadelloser Leiter zu sein, der diese Liebesströme ungehemmt und unversehrt zu allen ihren Mitgeschöpfen durchströmen lässt, ohne Unterschied.

Als absolutes Gegenteil der Vernachlässigung wäre zu betrachten: der Umgang mit einem Mitgeschöpf in einer solchen Weise, dass man dieses Letztere die Liebe empfinden lässt, die man selbst seitens Mitgeschöpfen empfinden möchte und wobei man diesem Mitgeschöpf wahrlich das Gefühl vermittelt, dass es wirklich 'dazu gehört', dass man es wahrhaftig als einen erwünschten Teil des eigenen Lebens betrachtet und dass man es vor allem nicht als Gegenstand betrachtet, sondern als Lebewesen mit Gefühlen und einer von Gott erhaltenen Würde.

  1. Das Gebet bittet um Befreiung von Tieren aus der Finsternis einer jeden Form lieblosen und bzw. oder gleichgültigen Verhaltens seitens Menschenseelen.

Liebloses und gleichgültiges Verhalten kommt in vielen Fällen bereits in den unterschiedlichsten Formen der Misshandlung und der Vernachlässigung zum Ausdruck.

Die Herrin aller Seelen definiert Gleichgültigkeit als die Verfassung, in welcher die Seele nicht die Neigung verspürt, in ihren Werken der Liebe über das 'Notwendige' hinauszusteigen und in welcher sie sich nicht richtig emotional bei diesen Werken beteiligt fühlt. Gleichgültigkeit hängt sehr eng mit Oberflächlichkeit zusammen. Wenn eine Seele ihr Umfeld und die Faktoren, die dieses Umfeld beeinflussen, auf oberflächliche Weise wahrnimmt und diese nur oberflächlich begreift (d.h. ohne 'Tiefenwahrnehmung'), wird sie sich auch emotional kaum beteiligt fühlen. So kommt sie auch nicht dazu, sich in ihre Mitgeschöpfe einzufühlen, und wird ihr das Schicksal ihrer Mitgeschöpfe gleichgültig sein.

Immer wieder läuft es darauf hinaus, dass die Menschenseele, die das Leben aus einer Herzensverfassung der Gefühlsarmut und des Mangels an Einfühlung in ihre Mitgeschöpfe heraus betrachtet, dadurch wie von selbst beginnt, ihre natürlichen Verpflichtungen dem Göttlichen Gesetz der Liebe gegenüber zu vernachlässigen. Die Herrin aller Seelen formulierte es einst folgendermaβen: "Um tatsächlich voll und ganz in Einklang mit Gottes Grundgesetz, dem Gesetz der wahren Liebe, zu leben, sollte jede Menschenseele alle ihre Mitgeschöpfe ohne irgendwelchen Unterschied nach Art, Gattung, Rasse u.a. in bedingungsloser Selbstverleugnung wie Brüder und Schwestern betrachten und behandeln, in voller Erkenntnis davon, dass jedes Geschöpf, genauso wie sie selbst, in Gottes Herzen entworfen worden ist". Die Gottesmutter weist darauf hin, dass nur diese Herzensverfassung die Menschenseele zu einer aufrichtigen Einfühlung in jedes Mitgeschöpf bringen kann und dass diese aufrichtige Einfühlung für die Menschenseele die notwendige Bedingung bildet, ein brauchbarer Leiter für Gottes Liebe durch die Schöpfung zu sein. Die Welt kann unmöglich aus ihrer heutigen schweren Finsternis von Chaos, Elend, Leid und Ungerechtigkeit befreit werden wenn nicht von einer groβen Anzahl von Menschenseelen spontan und von ganzem Herzen eine Herzensverfassung aufrichtiger tiefer Einfühlung in alle Mitgeschöpfe gelebt und angewandt wird.

So kommt dann die Seele zu ganz oberflächlichen Beziehungen zu ihren Mitgeschöpfen, was heiβt, dass Gott urteilen kann, sie hätten sogar keine Liebe verbreitet, trotz der Tatsache, dass die Seele sich selbst dadurch täuschen kann, dass sie z.B. meint, sie habe vor Gott aktive Liebe gelebt, weil sie ja Tiere elementar versorgt habe. Jede Pflege, die nicht von der Durchströmung wahrer Liebe aus dem Mittelpunkt des Herzens zu den betreffenden Tieren unterstützt wird, ist (ich zitiere abermals die Himmelskönigin) "für Gott mit einem Gebet vergleichbar, das ohne Gefühl ausgesprochen wird: Gott hört Klänge ohne jegliche Bedeutung, sodass sehr viele Seelen nach Seinem Ermessen, trotz der Tatsache, dass sie unzählige Stunden im 'Gebet' verbracht haben, im Grunde genommen nie ein Wort zu Ihm gesprochen haben. Deshalb wird Gott mit Recht zu diesen Seelen sagen, Er habe sie nie gehört noch gekannt".

  1. Das Gebet bittet um Befreiung von Tieren aus der Finsternis eines jeden materialistischen Verhaltens seitens Menschenseelen.

Materialismus ist die Lebenseinstellung, in welcher eine Menschenseele den Groβteil ihrer Anstrengungen auf die Befriedigung der (vermeintlichen) Bedürfnisse ihres stofflichen Lebens konzentriert, wobei diese Jagd nicht aufhört sobald diese Bedürfnisse insofern befriedigt worden sind, dass das Lebensnotwendige abgesichert ist. Oft empfindet der materialistische Mensch Dinge, die er besitzen bzw. erleben möchte als konkrete Bedürfnisse, während er diese im Grunde genommen nicht braucht zum Leben. Deshalb geht Materialismus meistens mit einer fieberhaften Jagd nach der Befriedigung von Scheinbedürfnissen einher, einer Jagd, die unvermeidlich die Saat einer andauernden Spannung und Unzufriedenheit in die Seele sät und die mithin die Tür zu Verfassungen wie z.B. Eifersucht und Neid öffnet.

Das Abzielen auf den Erwerb von stofflichem Besitz und Vergnügen, die unmittelbar mit dem Leben in einem physischen Körper im Zusammenhang stehen, verbannt aus dem Geist und dem Herzen des materialistischen Menschen durchwegs jegliche Orientierung an Bedürfnissen der Seele. Der Unterschied liegt darin, dass die (vermeintlichen) Bedürfnisse des Körpers ausschlieβlich mit Gegenständen und Erlebnissen im Rahmen der vergänglichen Welt im Zusammenhang stehen, während sich die Bedürfnisse der Seele auf das Leben nach dem Tod des physischen Körpers und auf die Bestrebung beziehen, die Verfassung zu verwirklichen, welche Gott als Grundbedürfnis im Mittelpunkt der Seele hinterlegt hat, nämlich die Verfassung der wahren Heiligkeit, der vollkommenen Entfaltung der Fähigkeit um für Gott und für die ganze Schöpfung dadurch fruchtbar zu sein, dass man das ganze Tun und Lassen, alle Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen mit wahrer, selbstloser Liebe erfüllt.

Der materialistische Mensch ist in seinem seelischen Leben weit vom wahren Sinn und Zweck des Lebens auf Erden abgeirrt: Der wahre Sinn und Zweck des Lebens auf Erden liegen im Anstreben einer wahren Fruchtbarkeit im persönlichen Beitrag zur Vollendung von Gottes Plänen und Werken. Jedes Orientieren von Handlungen, Gedanken, Gefühlen und Bestrebungen am Erwerb von materiellem Besitz und von Erlebnissen, die sich auf das physische Leben beziehen, während die wahren Bedürfnisse der Seele vernachlässigt werden, macht ein Menschenleben vollkommen sinnlos als Werkzeug in Gottes Hand.

Der materialistisch gesinnte Mensch neigt automatisch dazu, bei vielen Gelegenheiten, oft sogar ununterbrochen, seine Mitgeschöpfe als Gegenstände zu Diensten der Verwirklichung seiner eigenen Erwartungen und Vorstellungen zu betrachten und zu benutzen. In dieser Verfassung werden weltweit in groβem Stil auch Tiere missbraucht: Sie werden lediglich als Arbeitstiere, Lasttiere, gleichsam als 'lebendige Maschinen' betrachtet, die zu nichts anderem dienen als dazu, den Besitzer des Tieres zu bereichern oder aber ihm zu finanziellem Gewinn zu verhelfen. Tiere dürfen als Helfer zum Einsatz kommen, zum Beispiel auf dem Feld oder Acker, aber sobald dies auf Kosten des Wohls des Tieres geht (wegen schlechter Bedingungen im Bereich der Nahrung, der Pflege, der Ruhe, der Behandlung, und vor allem wegen Mangel an sanftem, geduldigem und aufrichtig liebevollem Umgang), ist in Gottes Augen die Rede von Untugend, und im Falle der Wiederholung von Sünde.

Kein einziges Tier hat von Gott das Leben auf Erden dazu erhalten, dass es von Menschen auf irgendwelche gefühlsarme Weise als Gegenstand bzw. als 'lebendige Maschine' gebraucht wird. Der Mensch, der mit einem Tier in Berührung kommt, und besonders im Kontext eines Arbeitsverhältnisses (zum Beispiel in der Landwirtschaft, in der Forstwirtschaft oder in der Industrie) trägt Gott gegenüber die Verpflichtung, dieses Tier von ganzem Herzen und mit aufrichtiger Liebe zu pflegen, mit Gefühl und freundschaftlich mit ihm umzugehen, und das eigene Herz für jede Lektion aufzuschlieβen, welche das Tier ihm zugunsten seiner seelischen Entfaltung erteilen kann.

Ein Bereich, in dem ebenfalls von Materialismus die Rede ist, dem Tiere zum Opfer fallen, ist die Jagd mit Erwerbszweck. Wir brauchen diesbezüglich nur an die dämonischen Praktiken im Rahmen der Jagd nach Elefanten und Nashörnern zu denken, in der Absicht, diesen Tieren das Elfenbein bzw. das Horn zu rauben, die oft zu hohen Preisen vertrieben werden, während die Tiere, denen die Stoβzähne bzw. Hörner genommen werden, ohne jegliches Zögern getötet werden, und als zusätzliche Folge auβerdem das Rudel, zu dem die betreffenden Tiere gehörten, durcheinandergebracht bzw. zerrüttet wird. Auch da handelt es sich um eine Form der Störung einer von Gott vorgesehenen Lebensgemeinschaft, die vom Menschen zu dem Zweck zerstört wird, dass der Letztgenannte vergängliche stoffliche (finanzielle) Interessen für wichtiger gehalten hat als die Liebe, obgleich diese Letztere die einzige Quelle allen Lebens ist, einschlieβlich des Lebens vom materialistischen Menschen selbst.

Die Gottesmutter lässt im Zusammenhang mit dem Materialismus zum Nachteil der Tiere auch auf alle Formen des Kommerzialismus mit Tieren hinweisen. Keine einzige Menschenseele ist im wahren Sinn des Wortes Eigentümerin eines Tieres. Der einzige Eigentümer eines Geschöpfes ist Gott, der jedes Geschöpf entworfen hat und ihm das Leben eingieβt. Der Mensch erhält von Gott Chancen um bestimmten Mitgeschöpfen auf seinem Lebensweg zu begegnen, und mit manchen dieser Mitgeschöpfe eine länger Dauernde Beziehung einzugehen. Niemals besitzt eine Menschenseele wirklich ein Tier. Auch deswegen ist Handel mit Tieren in spiritueller Hinsicht sehr bedauerlich. Falls dieser in einem Kontext aufrichtig tadelloser Pflege, Liebe und des Respekts dem Tier gegenüber erfolgt, ist nicht die Rede von Sünde. Zur Sünde wird eine geschäftliche Handlung mit Tieren schon sobald von Gottes Erwartungen einer tadellosen Obhut, einer tadellosen Pflege, einer aufrichtigen Liebe und eines tadellosen Respekts den betreffenden Tieren gegenüber abgewichen wird.

Die Himmelskönigin legt den Menschenseelen sehr betont ans Herz, sie mögen um sich herum schauen und aus dem Herzen heraus feststellen, ob in ihrer Umgebung etwa Tiere leben, die Hilfe oder Pflege brauchen (streunende Katzen oder Hunde, Vögel usw.). In Gottes Augen ist es eine verdienstvolle Handlung, wenn sich eine Menschenseele zugunsten von im Freien lebenden Tieren einsetzt durch Versorgung mit Nahrung, nötigenfalls frischem Trinkwasser und bzw. oder irgendwelcher Form von Unterkunft, oder wenn sie, falls möglich, einem Tier die Gelegenheit bietet, in voller Freiheit und somit ohne irgendwelchen Zwang, zu sich ins Haus zu ziehen, damit es dort seinen Lebensweg fortsetzt in einer Beziehung aufrichtiger Liebe und Pflege seitens der Menschenseele, die es zu sich ins Haus genommen hat.

  1. Das Gebet bittet um Barmherzigkeit gegenüber Tieren, die von Menschenseelen im Stich gelassen oder verstoβen werden.

Gott gibt jeder Menschenseele die Chance, heilige Bündnisse einzugehen und im Rahmen derselben zu immer höheren Ebenen seelischer Entwicklung zu gelangen. Ein Bund ist eine stillschweigende Vereinbarung, welche die Menschenseele im Herzen vor Gott schlieβt und kraft derer sie Ihm besondere Formen von Einsatz verspricht im Rahmen der Aufgabe, die sie als Menschenseele in diesem Leben hat, nämlich der Aufgabe, ein brauchbares und zuverlässiges Werkzeug zu sein, das von Gott zwecks Verwirklichung Seiner Pläne und Werke eingesetzt werden kann.

Bunde kann es in vielen Formen geben. Beispiele sind die Ehe, das Priesteramt, die Obhut über Kinder, und auch die Obhut und Pflege mit Bezug auf eines oder mehrere Tiere. Ein Mensch, der ein Tier als Haustier zu sich nimmt, geht Gott gegenüber den Bund ein, diesem Tier voll und ganz die Pflege zu bereiten, deren es bedarf um ein gesundes Leben zu führen: Versorgung mit ausreichender frischer und nahrhafter Nahrung und frischem Wasser zu geregelter Zeit, ausreichendem Schutz vor Gefahren und Bedingungen, welche dem Tier schaden können, hinreichender Ruhe, ständiger aufrichtiger Liebe, sanfter Behandlung und uneingeschränktem Respekt für die Würde des Tieres, und dies alles auβerdem auch etwaigen Nachkömmlingen (Jungen) des Tieres gegenüber.

Der Mensch macht sich Gott gegenüber des Brechens dieses heiligen Bundes schuldig sobald er einen dieser Aspekte vernachlässigt und sobald er ein Tier im Stich lässt, verstöβt, aussetzt (d.h. irgendwo auβerhalb seines üblichen Zuhauses in der Absicht zurücklässt, dass es nicht länger Teil des Lebens von demjenigen ist, der das Tier in seiner Obhut erhalten hat, und dass das Tier ab jenem Zeitpunkt ohne Vermittlung und Pflege seitens des 'Besitzers' selber für die Befriedigung seiner Lebensbedürfnisse sorgen soll). Ein Tier im Stich lassen oder verstoβen kommt einer Aussage Gott gegenüber gleich, durch welche man sagt "Ich will dieses Geschenk Deiner Liebe nicht länger haben. Es ist nicht länger meine Sorge, was mit ihm passiert". Es handelt sich da ohne Weiteres um einen Standpunkt der Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit. Die einzige Art und Weise, auf welche der Obhut über ein Tier gemäβ Gottes Wünschen ein Ende gesetzt werden kann, ist jene, wobei der Betreuer das Tier einem Mitmenschen anvertraut, von dem er mit Sicherheit weiβ, dass dieser das Tier betreuen, schützen und mit tadelloser Liebe und tadellosem Respekt behandeln wird. Der Mensch soll allerdings auch in jenem Fall erkennen, dass Gott das Verstoβen des Tieres nach dem urteilt, was sich wirklich im Herzen von demjenigen vollzieht, der die Obhut über das Tier einem Mitmenschen überträgt.

Die Königin von Himmel und Erden lässt auβerdem mit Betonung darauf hinweisen, dass es in Gottes Augen eine ernsthafte Sünde ist (wegen der offenen Bekundung der Gleichgültigkeit und Lieblosigkeit, die von demjenigen ausgeht, der es tut), wenn ein Tier in einem Lebensumfeld, unter natürlichen Bedingungen bzw. unter Wetterbedingungen ausgesetzt wird, von denen der aussetzende Mensch weiβ bzw. mindestens wissen soll, dass diese dem Tier Schaden oder Leid zufügen werden bzw. können, z.B. in einer Wüste oder Steppe, in einer verschneiten Landschaft, im Regen, im Unwetter oder Sturm, in gewisser Entfernung von menschlicher Behausung (es sei denn, es handelt sich um ein Tier, das z.B. von Natur aus im Regenwald lebt), oder aber – was noch schlimmer ist – wenn das Tier festgebunden, in Dornen oder im Gebüsch festgesetzt, in einem geschlossenen Sack oder in einer geschlossenen Schachtel zurückgelassen, ins Wasser geworfen wird usw. Solche Handlungen gehen von einem Herzen aus, das dadurch in tiefe Finsternis gehüllt ist, dass die Liebe in ihm schwer vergiftet ist, und sie injizieren diese Finsternis ins ganze Netzwerk der Schöpfung.

Die Gottesmutter betont unaufhörlich welche weitgehenden Konsequenzen jede finstere Herzensverfassung für die ganze Schöpfung hat. Jede Verfassung und Handlung einem Tier gegenüber, welche Finsternis in sich trägt, vergröβert auβerdem das Misstrauen und die Aggression seitens Tieren dem Menschen gegenüber. Dies allein schon ist eine schwere Blamage für den Menschen, ein Zeugnis gegen die Menschenseele als Krone der Schöpfung. Die Menschenseele, die von Gott mit einer Heiligkeit – d.h. im Grunde genommen: mit einer solchen vollendeten Liebe! – bekleidet worden ist, die es ihr ermöglichen sollte, in den Herzen aller Tiere die Empfindung von Gottes Gegenwart zu wecken, weckt im Gegenteil bei sehr vielen Tieren Misstrauen und Gefühle der Bedrohung.

  1. Das Gebet bittet um Barmherzigkeit Tieren gegenüber, die durch Verschulden von Menschenseelen zu wenig Nahrung haben.

Wahre Pflege und Liebe zugunsten eines Tieres setzt Kenntnis von dem – und Interesse für das – voraus, was dieses Tier zum Leben braucht. Dies erfordert auch eine ausreichende Fähigkeit zum Einfühlen, genügend Gefühl und aufrichtige Sorge für das Wohl des Tieres. Ein Beispiel: Manchmal werden Hunde dadurch 'gepflegt und genährt', dass sie in einem Zwinger eingesperrt oder auf einem winzigen Grundstück eingepfercht werden und ihnen dort täglich ohne Weiteres ein Stück Brot zugeworfen wird. Der 'Betreuer' bildet sich ein, die zugeworfene Menge sollte genügen um einen Hund einen Tag lang am Leben zu erhalten, erkennt allerdings nicht einmal, dass der Körper eines Tieres nicht nur eine bestimmte Menge an Nahrung braucht, sondern auch hinreichend Abwechslung, damit alle Körperfunktionen und Gewebe gesund bleiben können.

Tiere, die unter menschlicher Obhut stehen, sind vom Menschen abhängig um ihren Bedarf an Nahrung abzudecken. Dies schafft für den betreffenden Menschen eine ununterbrochene Verantwortung: Eine Seele, die sich ständig vom aufrichtigen Bedürfnis treiben lässt, wahre, selbstlose Liebe zu leben, wird keine Ruhe haben solange sie sich nicht sicher ist, dass sich jedes Mitgeschöpf, das ihrer Obhut anvertraut ist, wohl fühlt. Dieses 'Wohlfühlen' heiβt, dass diesem Mitgeschöpf Nahrung zur Verfügung gestellt wird, die ausreicht, in genügender Abwechslung und in einer Frequenz verabreicht wird, die gewährleisten können, dass das physische Wohl instand gehalten werden kann, dass etwaige Krankheit oder Störung geheilt werden kann, und dass das Geschöpf auβerdem eine aufrichtige Liebe erhält, die es ihm ermöglicht, sich auf eine gesunde Weise zu entfalten und emotional im Gleichgewicht zu bleiben. Das Geschöpf soll sich in jeder erdenklichen Hinsicht beim Menschen, dem es anvertraut ist, wohl, geborgen und geliebt fühlen können.

Es ist von groβer Bedeutung zu erkennen, dass die Verantwortung der Menschenseele als Krone der Schöpfung den Tieren gegenüber nicht mit der Verantwortung für Haustiere oder Lasttiere aufhört, die ihrer Obhut anvertraut sind. In Gottes Augen ist jede Menschenseele mit für das Wohl aller Tiere verantwortlich, was heiβt, dass eine Menschenseele mit einer entwickelten selbstlosen Liebe sich zum Beispiel spontan die Frage stellt, ob im Winter die Vögel oder streunende Tiere in ihrem Umfeld genügend zu essen finden. Der Mensch kann in Läden Nahrungsmittel einkaufen, Tiere können dies nicht tun. Dadurch, dass sie Tiere an Nahrungsmitteln, die deren Bedürfnissen angepasst sind, Anteil haben lassen kann, wird die Menschenseele der Grunderwartung ihres Schöpfers gerecht, jede Menschenseele möge sich spontan und von ganzem Herzen danach sehnen, dazu beitragen zu können, dass jedes Mitgeschöpf die Lebensaufgabe erfüllen kann, mit welcher es in die Welt gesandt worden ist. Ein Tier, das wegen Entbehrung oder Unterernährung verhungert oder erkrankt, weil Menschenseelen nicht zu seiner Ernährung beigetragen haben, kann seine Lebensaufgabe nicht erfüllen, und die Menschenseele, die dies hätte verhindern helfen können, kann – so sagt die Himmelskönigin – von Gott so betrachtet werden, als habe sie die wahre Liebe versäumt oder sich mindestens nicht hinreichend nach der Wiederherstellung der vollkommenen Harmonie innerhalb der Schöpfung gesehnt.

  1. Das Gebet bittet um Befreiung von Tieren, die Opfer entwürdigender Experimente und anderer entwürdigender Handlungen seitens Menschenseelen sind.

In der ganzen Welt werden täglich Millionen von Experimenten mit Tieren ausgeführt, angeblich in der Absicht, Kenntnisse im Bereich der Reaktionen physischer Körper auf bestimmte Substanzen, auf bestimmte Bedingungen bzw. Situationen usw. zu sammeln. Der letztendliche Zweck sollte angeblich darin liegen, durch Feststellungen bei Tieren Kenntnisse bezüglich der Wirksamkeit, oder umgekehrt bezüglich möglicher Risiken und Gefahren mancher Substanzen zu sammeln, falls diese bei Menschen eingesetzt werden sollten.

Noch abgesehen davon, dass sich ein menschlicher Körper und die Reaktionen in diesem Körper nicht in jeder Hinsicht mit dem Körper eines Tieres und den Reaktionen in einem solchen Körper vergleichen lassen, werden bei solchen Nachforschungen viele Tiere Leiden, Krankheit und sogar dem Tod ausgesetzt. Der Mensch macht sich da selber zum Herrn über Leben und Tod und über das Wohl und die Qualität des Lebens von Mitgeschöpfen. Der Schöpfer hat kein einziges Tier in der Absicht erschaffen, dass es von Menschenseelen für Experimente, Nachforschungen und sonstige Handlungen benutzt wird, die auβerhalb der normalen, natürlichen Erfahrungen liegen, die dieses Tier in seinem natürlichen Leben machen würde.

Die vielen Tausende von Tieren, die weltweit von der Wissenschaft für Experimente im Bereich physischer aber auch psychologischer und emotionaler Reaktionen eingesetzt werden, werden dadurch von Menschenseelen aus ihrem natürlichen Leben weggeführt. Unter 'natürlichem' Leben wäre dabei zu verstehen: das Leben, das diese Tiere führen würden, wenn kein menschliches Einschreiten in ihr Leben vorliegen würde. Daraus ergibt sich, wie wichtig es für eine harmonische Entwicklung der Schöpfung ist, dass jedes Geschöpf sein Leben mit dem eigenen freien Willen als Motor sämtlicher Handlungen, Gedanken, Worte und Bestrebungen führen kann. Gerade weil dies so wichtig für eine normale Entwicklung der Schöpfung ist, schreitet Gott nicht ungebeten in den freien Willen von Geschöpfen ein.

Ein zweiter Grund liegt in der Tatsache, dass, spezifisch mit Bezug auf die Menschenseele, Gott den Wert eines Menschenlebens für die Verwirklichung Seines Heilsplans nur in dem Maβe feststellen kann, wie die Seele ihrem ganzen Tun und Lassen und ihren inneren Verfassungen durch ihren eigenen freien Willen Richtung gibt: Eine Seele, die vollkommen frei bestimmt, wie sie mit allem in ihrem alltäglichen Leben umgeht, zeigt dadurch genau wie ihr Herz orientiert ist und in welchem Maβe sie ihr Tun und Lassen auf die Erfüllung von Gottes Gesetz konzentriert. Etwas Ähnliches gilt für die Tiere in dem Sinn, dass auch sie ihr Verhalten frei bestimmen können sollen, damit sie ihre Rolle als 'Bächlein des Heils' oder als 'kleine Lehrer' zugunsten der Menschenseele ungehemmt und spontan erfüllen können.

Spezifisch mit Bezug auf die Entwürdigung von Tieren lässt die Gottesmutter darauf hinweisen, dass Tiere sehr viel mehr spüren als sich Menschen bewusst sind, und dass es sich auch dadurch negativ auf die ganze Schöpfung auswirkt, wenn Menschenseelen zum Beispiel Tiere aufgrund bestimmter Merkmale verspotten, die auf manche Menschen lächerlich, minderwertig usw. wirken. Eine Menschenseele, die allen Ernstes von der Tatsache durchdrungen ist, dass jedes Tier von Gottes Weisheit zu einem Zweck entworfen worden ist, der mit Seinen alles übersteigenden Absichten im Zusammenhang steht, und nicht etwa dazu, damit Menschenseelen dieses Geschöpf zum Gegenstand der Verspottung machen, bringt genügend spontanen Respekt für jedes Mitgeschöpf auf, damit sie keinem einzigen Tier die Würde nimmt.

  1. Das Gebet bittet um Befreiung von Tieren, die Opfer von Wilderei durch Menschenseelen sind.

Wilderei ist eine Handlung, wobei Tieren unter Einsatz von Geräten schwere Leiden zugefügt werden, indem diese Tiere in diesen Geräten gefangen werden ohne dass zum betreffenden Zeitpunkt eine Menschenseele physisch zur Stelle zu sein braucht. Wilderei bildet, auβer dem Leid, das bewusst zugefügt wird, dadurch eine zusätzliche Sünde, dass das Tier oft auch noch in die Irre geführt wird, indem bei ihm der Eindruck geweckt wird, es könne an der Stelle, wo die Falle verborgen liegt, Nahrung finden. Das hungrige Tier versucht sein lebensnotwendiges Bedürfnis zu befriedigen, wird aber im Gegenteil zum Opfer grausamer Qualen gemacht, die zum Tod führen.

Wilderei ist absolut mit Gottes Erwartungen hinsichtlich der Menschenseele unvereinbar, diese Letztere soll Seine vollendete Liebe allen Mitgeschöpfen gegenüber spürbar machen. Ein Mitgeschöpf in vollem Bewusstsein vom Leid, das herbeigeführt werden soll, durch listigen Missbrauch seines elementarsten Lebensbedürfnisses (Nahrung) dem Tod nach grausamem physischem und emotionalem Leid auszuliefern, dazu noch in der Absicht, ein eigenes Bedürfnis zu befriedigen, ist eine sehr niederträchtige Form der Selbstsucht.

Wilderei ist eine ganz besondere Äuβerung der Verfassung, durch welche sich der Mensch zum Herrn über Leben und Tod macht. Dieses Verbrechen ist einer der Faktoren, die der Ausrottung ganzer Tierarten zugrunde liegt, wodurch sich die Menschheit sehr schwer verschuldet hat und nach wie vor verschuldet, da sie durch Ausrottung von Tierarten ganze Teilsysteme von Gottes Schöpfung zerstört, die Er mit unendlicher Liebe, Weisheit und Intelligenz zu einem einzigen Zweck erschaffen hat: das vollkommene Glück eines jeden Geschöpfes auf Erden zu verwirklichen. Wilderei ist eines der unverschämtesten Zeugnisse, durch welche die Menschenseele dem Gott der Liebe zu erkennen gibt, dass ihr Seine Werke völlig egal sind, dass sie ja nur an ihren eigenen vergänglichen Bedürfnissen interessiert ist und sogar bereit ist, ihren Mitgeschöpfen schwere Leiden zuzufügen und die Liebe in manchen ihrer vielen Äuβerungen zu quälen und zu töten.

  1. Das Gebet bittet um Befreiung von Tieren, die Opfer von Ausbeutung zwecks menschlicher Vergnügen, im Sport oder zu gleich welchem Erwerbszweck sind.

Ausbeutung ist eine Handlung bzw. ein System von sich wiederholenden Handlungen, gewöhnlich im Rahmen einer Arbeitsbeziehung zwischen einer oder mehreren Menschenseelen einerseits und Mitgeschöpfen andererseits, wobei die Erstgenannten Zwang auf die Letzteren ausüben, damit diese durch gewisse Leistungen einen bestimmten Gewinn bzw. einen bestimmten Vorteil zugunsten der Erstgenannten einbringen, ohne dass die Letzteren für diese Leistungen einen angemessenen Lohn erhalten.

Ausbeutung erfolgt systematisch im Rahmen der Sklaverei in den unterschiedlichsten Formen, einschlieβlich der Zwangsarbeit als Strafmaβnahme im Rahmen von politischen Regimen, die Gefangene systematisch einem (oft langfristigen) Arbeitsverhältnis in Arbeitslagern unterziehen. Diese Form der Ausbeutung beinhaltet das Ausnutzen der physischen Kraft von Arbeitern, die kraft bestimmter Gesetze unter strafrechtlicher Verfolgung stehen, zur Bereicherung von Personen, Organisationen und Behörden, die wirtschaftlich und bzw. oder politisch mächtiger sind als die Verfolgten. Das Grundmerkmal ist somit immer die Tatsache, dass (durchwegs weitgehend, oft geradezu uneingeschränkt) die Arbeitskraft eines Mitmenschen ausgenutzt wird, der für seine Leistungen keine angemessene Entlohnung erhält: Oft setzt sich die einzige Entlohnung aus einem kaum ausreichenden Nahrungsregime zusammen.

Ausbeutung erfolgt in dieser Welt nicht nur seitens Menschen gegenüber Menschen, sondern ebenfalls seitens Menschen Tieren gegenüber. In manchen Fällen werden Tiere im Rahmen von Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Industrie ausgebeutet, in anderen Fällen zwecks menschlicher Vergnügen (schlechte bzw. weitgehend gefühllose Behandlung von Tieren in manchen Zirkussen und ähnlichen Kreisen im Bereich der Freizeitgestaltung), in noch anderen Fällen in Sportkreisen (Anwendung von Dopingmitteln bei Rennpferden usw.). Im weiten Sinn kann sogar die Jagd auf Tiere unter Ausbeutung fallen. Die Himmelskönigin sagte einst, Jagd sei auβerdem in den meisten Fällen verwerflich, in denen diese z.B. als 'Sport' betrachtet wird, in welchem sich jeder Teilnehmer bemüht, mehr Tiere zu töten als die anderen Jagdteilnehmer. Lebewesen (Trägern und Kanälen von Gottes Liebe!) wird durch Menschen das Leben genommen, entweder 'zur Unterhaltung' oder um ein gewisses Können nachzuweisen, oft aus beiden Motiven gleichzeitig.

Der rote Faden, der durch alle Zustände der Ausbeutung von Tieren oder der Unterhaltung auf Kosten von Tieren läuft, ist dieser: Tiere werden nicht im Rahmen einer Freundschaftsbeziehung mit aufrichtigem Mitgefühl, vollkommenem Respekt, Einfühlung und aufrichtiger Sorge für ihr Wohl behandelt, sondern lediglich aufgrund der Erwartung, die Tiere mögen ihrem 'Betreuer' (im materiellen, d.h. im finanziellen Sinn) Nutzen einbringen oder manche Menschenseelen 'unterhalten' auf Kosten von vielen Leiden bei den betreffenden Tieren. Diese Beziehung wird dann ohne Weiteres eingestellt sobald das Tier nicht den materiellen Erwartungen des 'Betreuers' gerecht wird. Vor Gott gilt dies als das Brechen eines Bundes der Betreuung, der Obhut und der Liebe seitens der Menschenseele dem Tier als Werkzeug zur Förderung der Vollendung Seines Heilsplans gegenüber.

  1. Das Gebet bittet um Barmherzigkeit gegenüber Tieren, die aus irgendwelchem menschlichen Grund Opfer von Vertreibung aus ihrer natürlichen Umwelt sind.

Gott hat jedes Tier erschaffen, damit es so ist wie es ist, weil es in diesen Eigenschaften eine spezifische Rolle in der Erfüllung Seines Heilsplans spielen kann. Wie es die Herrin aller Seelen bereits an mehreren Stellen in Ihren Belehrungen gezeigt hat, liegt die spirituelle Rolle der Milliarden von Tieren auf dieser Welt eigentlich in den Reaktionen von Menschenseelen, die mit ihnen in Berührung kommen, also in der Art und Weise, wie diese Menschenseelen mit ihnen umgehen.

Jedes Tier wird geboren und lebt in einem bestimmten natürlichen Umfeld, weil es dieses spezifische Umfeld braucht um die Art von Leben zu führen, die für die Gattung vorgesehen ist, zu welcher es gehört (Wald, Grasland, Sumpfland, Steppe, Gebirge, usw.). An unzähligen Orten der Welt werden natürliche Umgebungen von Tieren grundlegend gestört – hin und wieder sogar völlig zerstört – zwecks Verwirklichung von wirtschaftlichen Zielen von Menschen (Industrie, Wohnungsbau, Straβenbau, Entwaldung, Trockenlegung von Sumpfgebieten, usw.). Dadurch verlieren Jahr für Jahr Millionen von Tieren ihren natürlichen Lebensraum, demzufolge auch viele das Leben verlieren.

Die Himmelskönigin weist darauf hin, dass der Einfluss dieser Entwicklungen in der Umwelt, sowohl durch Entwaldung und sonstige Änderungen im Lebensraum als durch die beträchtlichen Verschiebungen, welche dies alles in der Tierwelt auslöst, viel gröβer ist als sich der Mensch vorstellen kann. Sie verweist dadurch auf den spirituellen Einfluss, den Einfluss auf die Entwicklung von Gottes Heilsplan, einen Einfluss, der sich auf keinerlei Weise messen noch wissenschaftlich feststellen lässt und der deswegen auch in groβem Stil unbeachtet bleibt. Sie bezeichnet diese Verschiebungen deshalb als 'schleichendes Gift für den Gnadenstand der ganzen Menschheit'.

Die Gottesmutter lässt darauf hinweisen, dass Vertreibung von Tieren aus ihrem natürlichen Lebensraum auch über noch andere Wege läuft, die in manchen Fällen womöglich noch mehr auβer Acht gelassen werden, unter anderem durch schwere Lärmbelastung (Freiluftkonzerte, Industrie, Flughäfen usw.), durch menschliche Handlungen, die Tiere abschrecken (unter anderem Feuerwerk, experimentelle Explosionen u.ä.), durch Brände, die entweder vorsätzlich gestiftet werden oder durch menschliche Nachlässigkeit entstehen (denken wir lediglich an die katastrophal ausgedehnten Brände in Australien 2019-2020, bei denen massenhaft Tiere ums Leben kamen oder aber feststellen mussten, dass ihr natürlicher Lebensraum durch Feuer zerstört wurde), durch Verschmutzung und Verseuchung von Böden, Luft und Fluss- und Meereswasser, usw.


Die zehn Punkte im Gebet 1239 fassen wesentlich die unterschiedlichsten Abweichungen vom Gesetz der wahren Liebe zusammen, Verstöβe, die von der Himmelskönigin inspiriert und in der Tiefe erläutert wurden im Zusammenhang mit Unzulänglichkeiten von Menschenseelen in ihrem Verhalten den Tieren gegenüber, die zudem allerdings jeder einzelnen Menschenseele ebenfalls eine umfassende Erkenntnis vom Maβ verschaffen, in dem sie möglicherweise die Liebe allen Mitgeschöpfen (einschlieβlich dem Menschen) gegenüber nicht ausreichend in Anwendung bringt.

Eine wesentliche Lektion, welche die Gottesmutter durch Gebet 1239 und in der vorliegenden Belehrung erteilen möchte, ist diese, dass die Menschenseele dringend erkennen soll, welche riesige Verantwortung jeder Menschenseele im Bereich der Instandhaltung bzw. der Wiederherstellung der vollkommenen Harmonie und des vollkommenen Friedens in der ganzen Schöpfung obliegt, und in welchem ungeahnt hohen Maβ der Mensch selbst wegen der Millionen Verstöβe, die weltweit Tag für Tag gegen das Gesetz der wahren selbstlosen Liebe begangen werden, haftet für:
  • alles Chaos, Elend, Leid und alle Ungerechtigkeit in der ganzen Welt;
  • alles Leid in der Tierwelt;
  • alles Misstrauen und alle Aggression zwischen Tieren ebenso wie von Tieren dem Menschen gegenüber.

Die Herrin aller Seelen betont formell, dass von Natur aus weder unter den Tierarten noch von Tieren dem Menschen gegenüber irgendwelche Aggression wirksam ist, denn dass der Gott der vollendeten Liebe und des vollendeten Friedens kein einziges Geschöpf mit irgendwelcher Neigung zur Aggression ausgestattet hat. Im Internet kreisen sehr viele Kurzfilme herum, die belegen, dass Tiere der unterschiedlichsten Gattungen, auch solche, von denen der Mensch glaubt, sie 'seien sich gegenseitig feindlich gesinnt', in wahrer Freundschaft zusammenleben können. Diese vielen Belege bilden nichts weniger als Vorabbildungen der verheiβenen messianischen Ära, der Ära der vollkommenen Harmonie, des vollkommenen Friedens und der vollendeten Liebe unter allen Geschöpfen, eines Zeitalters, das uns inzwischen als 'Gottes Reich auf Erden' bekannt ist.

Alle Aggression, Raubsucht, Angst, Feindseligkeit und alles Misstrauen haben sich in die Schöpfung hineingeschlichen als Folgen der von den ersten Menschenseelen begangenen Erbsünde, deren Wirkungen weiterhin unaufhörlich durch die unzähligen Milliarden Verstöβe gegen das Gesetz der Liebe verstärkt worden sind, die ebenfalls von den Menschenseelen der ganzen Welt und durch alle Jahrhunderte begangen worden sind. Jeder dieser Verstöβe kommt einer Injektion von Finsternis ins Netzwerk der Schöpfung gleich, und hat zur Entwicklung einer Atmosphäre der Bedrängnis, der Drohung und des Misstrauens beigetragen, auch unter den Tieren der Menschenseele gegenüber, da die Tiere – von denen viele Arten eine immense Fähigkeit der intuitiven Empfindung besitzen – die Menschenseele nicht mehr als das Wesen empfinden können, das Gott (= die absolute Liebe) in der Schöpfung vergegenwärtigt, und sie aus diesem Grund die Menschenseele nicht länger als Quelle der Geborgenheit und der Freundschaft empfinden, sondern als eine Quelle der Bedrohung und der Feindschaft. Dies ist ohne Weiteres die gröβte Blamage, die sich die Menschenseele aufgrund ihrer Sündhaftigkeit zugezogen hat, denn es bringt den eindeutigen Nachweis der Tatsache, dass die Menschenseele die Erwartungen ihres Schöpfers hinsichtlich ihrer Heiligkeit und Reinheit gründlich beschämt hat.

Die Himmelskönigin warnt in Ihrer Eigenschaft als Herrin aller Seelen seit langer Zeit vor der Geiβel des Materialismus in der modernen Welt, wo Menschenseelen ihre Ewige Bestimmung vollkommen auβer Acht lassen, verschmähen oder voll und ganz aus ihrem Denken und Bestreben verbannt haben und wobei die Anwendung der selbstverleugnenden Liebe zwecks Vollendung von Gottes Werken und Plänen und zu Diensten aller Mitgeschöpfe in groβem Stil radikal in den Hintergrund verschoben wird zugunsten des Anstrebens maximaler Gewinne für das stoffliche Leben (Geld und alles, was in dieser Welt im Austausch gegen Geld erhältlich ist). Innerhalb einer solchen Lebensphilosophie und Weltanschauung braucht es keinen zu wundern, dass Menschen schamlos und gefühllos Mitgeschöpfe ausbeuten und dass Tiere – die gewöhnlich keinen greifbaren stofflichen Nutzen einbringen – als (nutzlose, wertlose) Gegenstände behandelt und bedenkenlos und gefühllos vertrieben, misshandelt, getötet und auf die unterschiedlichste Weise als Geschenke von Gottes Liebe verschmäht werden, die mit diesen Geschenken nichts weniger als ihr Glück auf Erden und ihr Ewiges Heils nach dem irdischen Leben bezweckt.

Wie bereits angedeutet, weist Gebet 1239 darauf hin, dass alles Elend in der Welt ihren Ursprung in den unzähligen Äuβerungen des Mangels an Liebe von Menschenseelen findet, nicht nur unter sich – denken wir lediglich an die unzähligen Äuβerungen des Unfriedens, von den vielen Formen der Aggression bis hin zu den Kriegen – sondern ebenfalls den Tieren gegenüber. Ein sehr beträchtlicher Teil des Elends auf dieser Welt, so sagt die Himmelskönigin, würde bereits dadurch verbannt, dass sich Menschenseelen grundlegend einer wahren Anwendung aufrichtiger Liebe den Tieren gegenüber zuwenden und zu einer viel gröβeren Erkenntnis vom Wert eines jeden Tieres kommen, sowohl als Element innerhalb von Gottes Werken als zwecks Förderung des inneren Friedens und des Glücks einer jeden Menschenseele selbst.

Durch jedes lieblose Verhalten einem Mitgeschöpf gegenüber wird einer Versuchung nachgegeben. Versuchung ist jede Inspiration seitens der Finsternis im Herzen oder im Geist einer Menschenseele in der Absicht, diese Letztere möge Handlungen vornehmen oder Gedanken, Gefühle oder Wünsche hegen, die sich nicht mit dem wahren Sinn des Lebens vereinen lassen, d.h. mit der wahren Lebensaufgabe einer jeden Menschenseele, Gottes Werke und Pläne erfüllen zu helfen. Eine Versuchung zielt deshalb immer darauf ab, dass sich die versuchte Seele mit ihrem ganzen Wesen der Erfüllung der Pläne der Finsternis verschreibt und dabei mithilft, Äuβerungen von Gottes Gegenwart und Wirken in der Schöpfung zu entwürdigen, abzubremsen und womöglich vollkommen zu zerstören.

Liebloses Verhalten hat im Grunde genommen oft mit Selbstsucht zu tun. Wahre Liebe ist ja eine Verfassung, in welcher die Seele sich selbst und alles, was sie als eigene Bedürfnisse und Interessen empfindet, solange verleugnet bis sie mit Gewissheit davon ausgehen kann, dass das Wohl ihrer Mitgeschöpfe abgesichert ist und dass die lebensnotwendigen Bedürfnisse der Letzteren hinreichend befriedigt sind. Konkret heiβt dies, dass die Seele das Wohl ihrer Mitgeschöpfe über ihr eigenes Wohl erhebt. Selbstverleugnung ist die mächtigste Quelle des Lichts und des Glücks, die denjenigen, der sich selbst verleugnet, genauso sehr erfüllt wie diejenigen, die aus dieser Selbstverleugnung den direkten Nutzen ernten. Das absolute Gegenteil ist die Selbstsucht, die Verfassung, in welcher die Seele ihr ganzes Tun und Lassen, Denken, Fühlen und Wünschen auf die Befriedigung ihrer (vermeintlichen) eigenen Bedürfnisse und Interessen konzentriert.

Selbstsucht führt automatisch zu einem (durchwegs hohen) Maβ an Gleichgültigkeit hinsichtlich des Wohls von Mitgeschöpfen, da sich die Lebenswelt der selbstsüchtigen Seele gleichsam auf ihr eigenes Wesen, ihre eigenen Gefühle, Erwartungen und Vorstellungen beschränkt: Jedes Gefühl mit Bezug auf Mitgeschöpfe wird nicht genährt, da sich die selbstsüchtige Seele eine eigene Lebenswelt erbaut, in welcher sie als einzige lebt, herrscht, ihr allein gedient und sie voll und ganz befriedigt werden soll. Alle Mitgeschöpfe werden dabei auf den Rang von Dienern zurückgestuft, sogar auf den von Werkzeugen zur Befriedigung der eigenen Interessen und Vorstellungen. Ein Werkzeug ist jedoch ein lebloser und somit ein gefühlloser Gegenstand, im Gegensatz zu einem Geschöpf, das mit Leben und dadurch mit der Grundäuβerung von Gottes Liebe beseelt und mit einem Göttlichen Ziel innerhalb der Vollendung Seiner Schöpfung als des gröβten Seiner Werke ausgestattet ist. Eine Menschenseele, die aus der Selbstsucht als Grundmotiv heraus lebt, schaut nicht auf ihr Mitgeschöpf aus dem Wunsch heraus, ihm dienen und helfen und es lieben zu können, sondern in der Absicht, es zu gebrauchen, es gegebenenfalls ohne irgendwelches Gefühl vom eigenen Lebensweg zu verstoβen weil es in Konkurrenz zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse stehen könnte, und es 'bei Bedarf' ohne Weiteres zu töten. Von der Selbstsucht als treibender Kraft ist es nur ein kleiner Schritt bis hin zu den unterschiedlichsten Formen des Missbrauchs und der Misshandlung, denn die selbstsüchtige Seele will sich um jeden Preis über ihre Mitgeschöpfe erhaben fühlen.

Gott macht immer Entwürfe, will allerdings für die Vollendung dieser Entwürfe immer die freiwillige Mitwirkung seitens der Krone Seiner Schöpfung (der Menschenseele) feststellen. Aus diesem Grund ist auch die Schöpfung ein nicht vollendetes Werk, das durch die aktive Mitwirkung seitens der Menschenseelen seine absolute Krönung erhalten muss. Diese Krönung muss daraus bestehen, dass sich eine groβe Anzahl von Menschenseelen vollkommen heiligt. Ganz konkret heiβt dies nichts weniger als zahlreiche Menschenleben, die sich aus beharrlichen Handlungen, Gedanken, Gefühlen und Bestrebungen wahrer selbstloser Liebe und Dienstbarkeit allen Mitgeschöpfen – Mitmenschen, Tieren, sogar der Umwelt – gegenüber zusammensetzen.

Alles Elend auf dieser Welt ist die bittere Frucht des Todes der Liebe in Menschenseelen ihren Mitgeschöpfen gegenüber. Jede Menschenseele hat einen Lebensweg, einen Pfad, der von Gottes Vorsehung entworfen worden ist aber durch die Menschenseele selbst gestaltet werden muss, und zwar durch ihr konkretes Tun und Lassen, in Zusammenarbeit mit der Beseelung und Inspiration von Gottes Geist und Seiner Vorsehung. Die Verkettung aller Elemente vom ganzen Tun und Lassen ist einer Reise ähnlich, die in der Stunde endet, in welcher Gott das Urteil über das Maβ verkündet, in dem ein vergangenes Leben als Beitrag zur Vollendung Seiner Werke, der Heiligung Seiner Schöpfung, fruchtbar war, oder eben nicht. Während dieser Reise durch das Leben erhält die Menschenseele ständig Inspirationen von Gottes Geist und Chancen von Gottes Vorsehung um sich in der wahren selbstverleugnenden Liebe zu vervollkommnen. Ein wichtiger Teil dieser Chancen setzt sich aus Kontakten mit Mitgeschöpfen (Mitmenschen und Tieren) zusammen. Diese Mitgeschöpfe werden in der Hoffnung zur Menschenseele geführt, die Begegnung möge zum Wohl und zur Entwicklung der beiden Parteien beitragen. Für die Menschenseele heiβt dies ganz konkret die Entwicklung in der Empfindung und Anwendung der wahren selbstlosen Liebe, weil gerade das Maβ dieser Entwicklung bestimmt, inwieweit die Menschenseele ihre Aufgabe zugunsten der Vollendung von Gottes Werken erfüllt hat. Aus diesem Grund spielt die Art und Weise, wie die Menschenseele mit jedem Tier umgeht, das auf ihren Lebensweg kommt – sei es kurzfristig oder auf lange Dauer – eine groβe Rolle bei der Bestimmung ihrer Fruchtbarkeit als Werkzeug von Gott, ebenso wie für die Gestaltung ihres Ewigen Lebens auf Erden.

Jede Menschenseele wird ihr ganzes Leben lang ununterbrochen aus zwei Quellen inspiriert, die einander genau entgegengesetzt sind, d.h. aus Quellen, die vollkommen entgegengesetzte Ziele verfolgen: Gott und Satan.

Gott bezweckt die Vollendung Seiner Schöpfung als Reich der absolut vollendeten Liebe, des vollkommenen Friedens und Glücks und der vollkommenen Harmonie in jedem einzelnen Geschöpf und zwischen Geschöpfen.

Die entgegengesetzte Quelle ist Satan, die Finsternis. Diese bezweckt die Zerrüttung, Vergiftung und, wenn nur irgendwie möglich, die Zerstörung von allem, was Gott in Seiner Schöpfung verwirklichen möchte, damit eine Welt geschaffen wird, die unter der vollkommenen Herrschaft von Elend, Chaos, Ungerechtigkeit, Leiden, Krankheit, Angst, Misstrauen, Verzweiflung und vollkommener Aussichtslosigkeit steht. Um dieses Ziel zu erreichen injiziert Satan unaufhörlich sein Gift von Finsternis in alle Menschenseelen in der Absicht, jede Spur der Liebe in der Seele zu vergiften und, wenn irgendwie möglich, restlos zu töten. Durch diese Injektionen versucht er die Menschenherzen zur Lieblosigkeit ihren Mitmenschen ebenso wie den Tieren gegenüber zu vergiften.

Durch die letzte Bitte im Gebet 1239 wird deshalb nicht ohne Grund Gottes Liebe und Barmherzigkeit allen Tieren der Welt gegenüber herabgefleht. Gott bereitet automatisch auch den Tieren Seine ungeteilte Liebe. Sollte Er dies nicht tun, so würde kein einziges Tier am Leben bleiben, denn alles Lebende erfährt nur dadurch die Kraft des Lebens, dass es Gottes Liebe empfängt. Allerdings ist es notwendig, dass Menschenseelen diese Liebe dadurch ergänzen, dass sie konkret liebevolles Verhalten und eine aufrichtige liebevolle innere Verfassung den Tieren gegenüber aufbringen, die ihren Lebensweg kreuzen. Die Herrin aller Seelen weist darauf hin, dass der Zustand, in welchem alle Tiere der Welt diese kombinierte Liebe von Gott und von den Menschenseelen erfahren würden, die Liebe verherrlichen würde, mit welcher Gott die ganze Schöpfung am Leben erhält. Sie unterstreicht dadurch Ihre These, dass alles Leben auf dieser Welt nur durch die Liebe instand gehalten wird: Die wahre Liebe ist die Essenz ebenso wie der Kraftstoff des Lebens. Deswegen besteht die erhabenste Form des Lebens, die Sie als Göttliches Leben bezeichnet – die Fähigkeit, durch welche die Menschenseele so leben kann, 'wie Gott Selber lebt', mit anderen Worten: aus inneren Verfassungen, die sie tatsächlich Gott ähnlich sehen lässt – im Grunde genommen aus einer absoluten Verwirklichung des Göttlichen Gesetzes der wahren Liebe in der Menschenseele.

So leben wie Gott Selber lebt ist ein Zustand, den sich der Mensch nicht vorstellen kann und der in keinerlei Hinsicht und durch keine einzige Methode oder Logik festgestellt bzw. gemessen werden kann. Dasjenige, was der Mensch über diese Verfassung wissen kann bzw. darf, ist die Frucht mystischer Offenbarung. In Ihrer allumfassenden Eigenschaft als Herrin aller Seelen beschrieb Maria die Mutter Jesu Christi (und aufgrund Seines vom Kreuz der Erlösung herab geäuβerten Wunsches auch die Mutter aller Menschenseelen) Ihrer Myriam gegenüber diese Verfassung folgendermaβen:

"Das Göttliche Leben, 'so leben, wie Gott Selbst lebt', ist die Verfassung des Herzens, in welchem kein Sehnen mehr zur Wirkung kommt auβer dem Sehnen nach restloser Erfüllung des Göttlichen Gesetzes durch vollkommene und bedingungslose Lähmung einer jeden Neigung, die von Gott in der Seele hinterlegte Neigung zur vollkommenen Nachfolge der Kraft, die Seine sämtlichen Werke, Pläne und Wünsche antreibt (die wahre selbstlose Liebe zu Gott Selbst, zu Seinen Werken und Plänen und ausnahmslos zu allen Mitgeschöpfen) nicht zur Anwendung zu bringen. 'So leben wie Gott Selbst lebt' ist somit ein Leben in vollkommener Reinheit, d.h. wie ein Spiegel, der das Licht von Gottes Liebe und Weisheit vollkommen ungehemmt aus einer Seele widerspiegelt, die im ausschlieβlichen und alles beherrschenden Sehnen danach lebt, ihrem Schöpfer ebenbildlich zu sein. Das Göttliche Leben ist die Lebensaufgabe einer jeden Menschenseele, die von Gott beabsichtigte Bestimmung ihrer seelischen Entwicklung, und kann nur in dem Maβe verwirklicht werden, wie die Seele aktiv, von ganzem Herzen, spontan und bedingungslos jede Wirkung der Inspirationen und Werke der Finsternis auf ihrem Lebensweg und in ihrem inneren Leben dadurch unwirksam macht, dass sie sich drastisch zugunsten der Anwendung der selbstverleugnenden Liebe zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens entscheidet. In dieser Verfassung wird die Seele jedem Mitgeschöpf gegenüber ein lebendiges Zeichen der Gegenwart und Wirkung des Schöpfers von allem Lebendigen".

Myriam, seitens der Herrin aller Seelen, im März 2020