TOTUS TUUS, MARIA!

DAS LEBEN JENSEITS DER ABENDSONNE

Belehrung seitens der Herrin aller Seelen
über das Lebensgericht und das Leben nach dem Gericht

Myriam van Nazareth

Ende September 2019 sprach die Herrin aller Seelen die nachfolgenden Worte, die in Ihrem Auftrag als Einführung auf die vorliegende Belehrung freigegeben werden:

"Vor dem Thron des Göttlichen Richters werden sehr viele Tränen vergossen.

Bei den Seelen, welche die wahre Liebe in hohem Maβe gelebt haben, strömen viele Tränen tiefer Rührung und Verzückung wegen der Empfindung der unvorstellbaren Liebe, die sie aus dem Göttlichen Herzen einhüllt. Ihre Tränen sind der Anfang der ewigen Verzückung von Gottes ungehemmt spürbarer Gegenwart, einer Empfindung des Glücks, das jegliche weltliche Freude unendlich weit übersteigt.

Bei den Seelen, welche die wahre Liebe nur selten oder gar nicht gelebt haben, strömen viele Tränen wegen der zerreiβenden Schmerzen, die sie beim Anblick der vollen Wahrheit über den Schmerz erfahren, den sie Gott und ihren Mitgeschöpfen während ihres Lebens zugefügt haben. Ihre Tränen sind der Anfang einer schrecklichen Qual der Reue, die für sie entweder befristet sein oder ewig dauern soll.

Die unvorstellbare Tiefe der Erfahrungen der Seele während ihres Lebensgerichts vor dem Antlitz ihres Schöpfers und Gottes ist auf zwei Gründe zurückzuführen: erstens auf die Tatsache, dass ihr in jener Stunde die volle Wahrheit über die Weise vergönnt wird, wie Gott Selbst in Seinem absolut vollendeten Überblick und Durchblick jeden Augenblick ab ihrer Geburt bis zu ihrem Tod ihr Leben und die Fruchtbarkeit – oder aber den Mangel an Fruchtbarkeit – desselben für die Verwirklichung Seiner Werke und Pläne erfahren hat, und zweitens auf die Tatsache, dass sie in jener Stunde alles ohne die geringste Hemmung sieht und spürt, da sie dann nicht mehr aus menschlichen Augen und einem menschlichen Herzen sieht und spürt, sondern aus den Augen und dem Herzen von Gott Selbst".

(Also die Heilige Jungfrau Maria, der wir unaussprechlichen Dank wegen der Offenbarungen schulden, die Sie den Seelen so gnädig mit Bezug auf Themen schenkt, die bisher gröβtenteils hinter einem geheimnisvollen Schleier verborgen waren, denn diese Offenbarungen bieten die Gelegenheit und die Anregungen um sich viel besser und bewusster auf den Augenblick des letzten Übergangs ebenso wie auf das Leben im Jenseits vorzubereiten. Der Seinszustand im Jenseits muss während der Jahre, Tage und Stunden vorbereitet werden, in denen Sie noch in einem physischen Körper leben. Das Urteil ist ab dem Augenblick unumkehrbar, in dem Gott in Seiner unfehlbaren Weisheit Ihren Namen rufen soll für die groβe Begegnung vor Seinem Thron).

Inhalt

1. Über den 'Wert' des Lebens
2. Das Lebensgericht
3. Das Fegefeuer
4. Der Himmel
5. Die Hölle
6. Schlussbetrachtung – Bewusstmachung der Seelen


1. Über den 'Wert' des Lebens

Die Herrin aller Seelen lehrte bereits wiederholt, dass die Menschenseele nur auf Erden ist, damit sie ein Leben im Dienst an Gottes Werken führt, d.h. ein Leben als Werkzeug, durch welches Gott Seine Werke vollenden möchte. Gottes Werke und Pläne sind Verwirklichungen der Liebe, die bezwecken, Seiner Schöpfung das Antlitz zurückzugeben, das sie hatte, bevor die ersten Menschenseelen die Erbsünde begingen und dadurch zum ersten Mal gegen das Gesetz der wahren Liebe verstieβen und die vollkommene Heiligkeit der Schöpfung verletzten. Infolgedessen wurde zum ersten Mal das vollkommene Gleichgewicht innerhalb der Schöpfung gestört. Die Schöpfung, so wie diese aus Gottes Hand hervorkam, war vollkommen heilig weil sie ganz gemäβ Gottes Gesetz der wahren Liebe organisiert war. Die Erbsünde, die erste Sünde des Ungehorsams einem Göttlichen Gebot gegenüber, brachte die ersten Wirkungen der Finsternis in die Schöpfung. Das Wesen der Lebensaufgabe einer jeden Menschenseele liegt darin, dass sie zu einem Leben im Dienst an der Wiederherstellung dieses gestörten Gleichgewichts berufen ist. Dies ist nur dadurch möglich, dass sie konsequent und makellos die wahre Liebe lebt, d.h. die Liebe, die vollkommen sich selbst verleugnet und voll und ganz an der höchst möglichen Befriedigung des Wohls aller Mitgeschöpfe ebenso wie von Gottes Erwartungen orientiert ist, die ganz auf die Wiedergeburt Seines Reichs auf Erden abzielen.

Jedes Menschenleben ist wesentlich ein Ereignis, das sich aus ununterbrochenen Reihen von Elementen zusammensetzt, wobei gleichzeitig gleichsam ein positives und ein negatives Konto läuft. Was tut, denkt, sagt, schreibt, fühlt, will die Seele, und was strebt sie an, das ihre Heiligung und die Verwirklichung von Gottes Werken und Plänen im positiven Sinn beeinflusst, und was tut, denkt, sagt, schreibt, fühlt, will die Seele, und was strebt sie an, das ihre Heiligung und die Verwirklichung von Gottes Werken und Plänen im negativen Sinn beeinflusst? Was unterlässt sie zu tun, was sie besser schon tun sollte? So zeichnet sich in einem Menschenleben eine laufende Bilanz von Gutem und Bösem ab. Der Mensch kann Böses tun, kann dabei allerdings auch von Menschen beeinflusst werden, zu denen er aus irgendwelchem Grund aufblickt. Auch der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit kann eine moralische Verantwortung obliegen: In der Gesellschaft, sowohl im Allgemeinen als auch örtlich – von Ort zu Ort verschieden – herrschen eine allgemeine Atmosphäre und Gesinnungen in Bezug auf alle möglichen Situationen, Ereignisse, Verhaltensweisen usw. Dies alles weist einem Menschen bestimmte Richtungen und trägt zur Bildung seiner Persönlichkeit und seiner seelischen Verfassung bei.

Zu all dem kommt die eigene Entscheidung, der Gebrauch des freien Willens: Der Mensch sieht, hört und lernt so manches, aber wie geht er damit um? Begeht er Sünden, weil ihm dies als 'übliches Verhalten' vorgelebt wird, oder tut er dies, weil er dieses Verhalten von sich selbst aus für 'richtig' hält? Auβerdem gilt für Gott das Maβ, in dem der Mensch gelernt hat, was Gott Sich wünscht, und das Maβ, in dem er die Liebe empfindet und diese in sein Leben einbauen will.

Jede Menschenseele wird mit einem freien Willen erschaffen, der unverletzlich ist. Das heiβt, dass Gott nicht die Richtung des freien Menschenwillens ändert: Die Seele soll sich vollkommen frei entscheiden können, wie sie mit jeder Einzelheit auf ihrem Lebensweg umgehen wird. Gott hat dies so vorgesehen, weil Er die Seele nach dem Maβ muss richten können, wie sie sich spontan dazu bereit zeigt, vollkommen im Einklang mit Seinem Gesetz der wahren Liebe zu leben. Wegen der freiwilligen Verletzung des Göttlichen Gesetzes der wahren Liebe war die Ewige Glückseligkeit im Himmel, die Gott bei der Schöpfung der ersten Menschenseelen für alle Seelen in Aussicht gestellt hatte, aufgehoben worden: Der Menschenseele war künftighin der Zutritt zum Himmel versagt.

Diese Maβnahme ergab sich logischerweise aus der Tatsache, dass der Seinszustand des Himmels ein Zustand ist, der von einer absolut vollendeten Liebe gekennzeichnet ist. Diese Vollkommenheit war in den ersten Menschenseelen ab der Erbsünde nicht mehr zugegen. Gott entwarf somit Sein Erlösungsmysterium, kraft dessen Sein Sohn Jesus Christus als Gott-Mensch in die Welt kommen soll, damit Er in einem menschlichen Körper ein absolut vollendetes Leiden durchsteht, das die Wirkungen der Erbsünde (die Tatsache, dass der Himmel für die Menschenseelen geschlossen worden war) ausgleichen soll. Gottes Bedingung, damit eine Seele die Früchte des Erlösungsmysteriums pflücken kann, war diese, dass die Seele ein Leben in möglichst vollkommener Nachfolge Christi führt, das heiβt: in vollkommener Anwendung der wahren Liebe in seinem ganzen Tun und Lassen und in sämtlichen inneren Verfassungen, und mit liebevoller Annahme sämtlicher Prüfungen des Lebens im bewussten Sehnen danach, dass diese als Rohstoffe für das Bereiten von Gnaden im Kampf gegen die Wirkungen der Finsternis in der Schöpfung brauchbar werden.

Die Ewige Glückseligkeit des Himmels ist ein Zustand, in welchen die Seele nach ihrem irdischen Leben erst dann hinübergehen kann, sobald sie sich in jeder Hinsicht in einer Verfassung befindet, die vollkommen im Einklang mit dem Gesetz der wahren Liebe ist. Die Herrin aller Seelen sagte bereits früher, die Ewige Glückseligkeit im Himmel lieβe sich mit einem Feuer absolut vollkommener, brennender Liebe vergleichen und die Menschenseele würde dieses Feuer nicht ertragen solange sie sich nicht selber in ein brennendes Liebesfeuer verwandelt habe. Die Seele entwickelt das Feuer der brennenden Liebe in sich selbst sobald sie sämtliche Spuren von Finsternis – aus jeglicher weltlichen Beeinflussung ihren Verfassungen gegenüber – in sich bereinigt hat und sie sich spontan, bedingungslos, ständig und in vollkommener Selbstverleugnung in ihrer ganzen Verfassung am Herzen Gottes orientiert, während sie es aufrichtig anstrebt und sich über alles danach sehnt, Gott und Seinen Werken und Plänen zu dienen, einschlieβlich eines vollkommenen Dienstes an allen Mitgeschöpfen, die ja ebenfalls Bauwerke Gottes sind. Dies heiβt mithin, dass sich die Seele völlig und ganz und bedingungslos von jeglicher Ichbezogenheit, jeglichem Egozentrismus und jeglicher Beschäftigung mit eigenen Interessen loslösen soll.

Diese Verfassung ist genau diese der 'Heiligkeit'. Heiligkeit ist die Verfassung der Seele, in der diese in ihrem ganzen Tun und Lassen und ihren ganzen inneren Verfassungen imstande ist, Heil in die Schöpfung bringen zu helfen. Dies heiβt, dass die Seele im Stand der Heiligkeit in allem den Erwartungen gerecht wird, die Gott ihr gegenüber hegt, sodass sie den von ihr verlangten Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan für die Schöpfung leistet und somit ihre wahre Lebensberufung, dasjenige, wozu sie ihr Leben von Gott erhalten hat, tatsächlich erfüllt. Die Seele tut dies dadurch, dass sie mit ihren Gaben, Talenten und Eigenschaften so umgeht, dass sie sich völlig und ganz für die Förderung der Durchströmung der wahren Liebe durch die Schöpfung einsetzt und dadurch, dass sie mit ihren Schwächen so umgeht, dass auch diese für ihre persönliche Vervollkommnung in der wahren Liebe benutzt werden.

Gott lässt in der Seele Schwächen zu, damit sie diese als ständige Quellen der Motivation zur Vervollkommnung ihrer inneren Verfassungen nach dem Bild ihres Schöpfers und dem Bild Christi benutzt, durch einen Vorgang, der als 'Wachstum der Seele' bezeichnet wird. Das Wachstum der Seele ist ein Vorgang, durch welchen die Seele dadurch unaufhörlich in sich Finsternis durch Licht ersetzt, dass sie spontan, bedingungslos und ständig jede Einzelheit ihres Lebens, ihres Tuns und Lassens und ihrer inneren Verfassungen vollkommen mit Gottes Gesetz der wahren Liebe in Einklang zu bringen versucht. Aus diesem Grund ist das Wachstum der Seele wesentlich der Vorgang ihrer Heiligung.

In dem Maβe, wie die Seele es versteht, ihr Wachstum, ihren Heiligungsvorgang zu vollenden, nähert sie sich den Herzensverfassungen von Gott Selbst, dies alles in dem Maβe, wie dies für eine erschaffene Seele nur irgendwie möglich ist. Gott richtet die Seele nicht nach sichtbaren Ergebnissen sondern nach ihrer aufrichtigen Leidenschaft, Sein Gesetz der wahren Liebe möglichst vollkommen in jeder Einzelheit ihres Lebens anzuwenden und dieses Gesetz in ihren ganzen inneren Verfassungen spontan, freiwillig und von ganzem Herzen zu leben. Die Heiligkeit der Seele ist deshalb nicht ein Zustand, der sich von Menschenaugen beurteilen lässt, sondern eine Verfassung, die nur von Gott beurteilt werden kann, aufgrund desjenigen, was Er im Mittelpunkt des Herzens sieht und spürt, denn im Mittelpunkt des Herzens, und somit im Verborgenen, wird das Maβ bestimmt, wie die Seele die Anforderungen vom Gesetz der wahren Liebe in sich verwirklicht.

Gott beurteilt den 'Wert' einer Seele für Seinen Heilsplan nicht nach den Ergebnissen, die sie in ihren Mitseelen zu verwirklichen scheint, da diese Ergebnisse in hohem Maβe von der Empfänglichkeit dieser Mitseelen für das Gute abhängig sind, ebenso wie vom Maβ, in dem sich diese Mitseelen selbst danach sehnen, das Gute zu tun, zu denken und zu spüren. Gott beurteilt somit den Wert einer jeden Seele nach ihrem eigenen Einsatz und ihren eigenen Anstrengungen um Liebe zu leben und zu verbreiten, und sogar dann, wenn es ihr scheinbar nicht gelingt, ihre Liebe in ihren Mitmenschen fruchtbar zu machen, wird Gott ihren Wert für Seinen Heilsplan als sehr groβ bewerten wenn Er in ihr eine groβe aufrichtige, selbstlose Liebe vorfindet. Auf ähnliche Weise verurteilt Gott eine Seele, die sich ernsthaft versündigt, nicht mehr oder weniger wenn Er dieselben schweren Sünden in vielen bzw. in wenigen anderen Seelen vorfindet: Jede Seele wird strikt individuell geurteilt, und das Urteil wird genau dasselbe sein, egal ob ihre Sünden auch von Millionen anderen Seelen begangen worden sind oder aber ob sie die einzige Seele auf der ganzen Welt ist, die sich so ernsthaft versündigt hat. Gott vergleicht keine Seelen untereinander, Er betrachtet und richtet jede Seele einzeln, als wäre sie ganz allein auf der Welt. Somit ist es für Gott überhaupt nicht wichtig, ob eine bestimmte Seele mehr Licht oder mehr Finsternis verbreitet als Millionen andere, Er sieht einfach, welche Note jeder Seele an und für sich zugeteilt werden soll.

Um es einfach auszudrücken: Nehmen wir an, dass Gott hundert Seelen richtet, wobei die höchst mögliche Note 100 ist und die niedrigst mögliche 0, und es handelt sich um Seelen, die alle so viel Finsternis verbreitet haben, dass die 'Beste' unter ihnen keine bessere Note verdient als 10 von 100, so wird Gott diese 'Beste' nicht als 'heilig' betrachten weil sie sich nun einmal als die 'Beste' von den 100 erweist: Für Ihn hat auch diese 'Beste' von den 100 ernsthaft verfehlt, ihre Lebensaufgabe im Dienst an Seinen Werken zu erfüllen. Aus diesem Grund betont die Herrin aller Seelen, wie notwendig es ist, dass jede Seele ihr irdisches Leben strikt daran orientiert, selber die wahre Liebe beharrlich zu leben und zu verbreiten und dadurch Gottes Werke zu tun, und dass sich die einzelne Seele nicht dazu verführen lässt, sich mit ihren Mitmenschen zu vergleichen: Erstens kann kein Mensch sich selber vollkommen so durchschauen wie Gott dies tut, zweitens kennt kein Mensch die Tiefen des seelischen Lebens seiner Mitmenschen, und drittens steht jede Seele beim Lebensgericht strikt individuell vor Gott und werden ihre Sünden, Fehler und Versäumnisse keinesfalls durch die Tatsache gerechtfertigt, dass es noch andere Seelen gibt, die dieselben Sünden, Fehler und Versäumnisse vorzuzeigen haben.

2. Das Lebensgericht

Die Bedürfnisse Seines Heilsplans zu jedem spezifischen Zeitpunkt und unterschiedliche Faktoren, die in Gottes Weisheit verborgen liegen, bestimmen den Zeitpunkt, zu welchem Gott, der Herr allen Lebens, dem irdischen Leben einer Menschenseele ein Ende setzt. Gott leitet den natürlichen Tod eines Menschen dadurch ein, dass Er die Lebensströme allmählich vom physischen Körper loslöst, sodass sich diese in die Seele zusammenziehen. Wenn diese Lebensströme unter eine bestimmte Schwelle herabsinken, verliert der Körper seine Lebenskraft und stirbt der Körper des Menschen. Gleich darauf wird die Seele vor Gottes Thron gebracht, wo ihr gleichsam in einem Film in wenigen Augenblicken ihr ganzes Leben auf Erden gezeigt wird, wobei dieser Seele die Gnade bereitet wird, ihr eigenes Leben bis in die geringsten Einzelheiten durch Gottes Augen zu betrachten. Dies heiβt, dass die Seele sich selbst, alle ihre Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle und Wünsche ihres ganzen Lebens aus der Fülle von Gottes Wahrheit sieht, hört und durchschaut. Von jeder Handlung, jedem Wort, jedem Gedanken, jedem Gefühl und jedem Wunsch ihres vergangenen Lebens wird ihr im Nu gezeigt, welchen positiven bzw. negativen Wert diese in Gottes Augen haben. Die Seele fühlt somit selber in wenigen Augenblicken welchen Wert ihr Leben auf Erden tatsächlich hatte. Dies heiβt: Sie erfährt in allen Einzelheiten was sie auf Erden für Gott (für die Verwirklichung Seiner Werke) bedeutet hat, wodurch, wie oft, inwieweit usw. sie Gott beleidigt, verletzt, Ihm Freude bereitet oder Ihn gar in Verzückung gebracht hat, Seine Pläne und Werke gefördert oder aber diesen geradezu entgegengewirkt hat.

Dies alles, die oft vielen Millionen von Elementen eines Menschenlebens, wird der Seele in wenigen Augenblicken auf unfehlbare Weise vollständig und vollkommen gezeigt. Inzwischen lehrt Gott die Seele das vollständige Gesetz Seiner Gerechtigkeit und die Fülle der Wahrheit, insoweit dieses Wissen für ein vollständiges und fehlerfreies Urteil ihres vergangenen Lebens erforderlich ist. Dadurch, dass sich die Seele in diesen wenigen Augenblicken durch Gottes Augen hat sehen dürfen, weiβ sie ganz genau wie es um sie bestellt ist. Die Allerheiligste Jungfrau Maria bekleidet manche Fehler mit Ihrer unendlichen Liebe und wendet Ihre Macht in der Fürsprache an, insofern das Gesetz von Gottes Gerechtigkeit dies rechtfertigt. Dies heiβt, zum Beispiel: Maria kann eine Seele nicht von der Strafe wegen eines verübten aber niemals gebeichteten Mordes befreien wenn diese Seele sich nicht reumütig zeigt. Wirft sich allerdings diese Seele in den Augenblicken des Göttlichen Gerichts zu Marias Füβen nieder und fleht sie in einer Verfassung aufrichtiger Reue (d.h. der Reue, die nicht lediglich auf der Hoffnung auf Freisprechung von Schuld sondern auf wahrer Erkenntnis dessen basiert, dass sie Gott und Seinen Werken geschadet hat) Maria um Ihre Fürsprache an, so kann Maria dieser Seele deswegen Straferlass erwirken, weil diese Seele sowohl Reue gezeigt hat als auch sich selbst vor Maria gedemütigt hat, die in jenem Augenblick mithin die vollendete Liebe Gottes vertritt und eine Verkörperung der vollkommenen Gefügigkeit Gottes Gesetz gegenüber ist (weil Sie keine einzige Sünde begangen hat und somit die einzige vollkommen heilige Seele aus der Geschichte von Gottes Schöpfung ist). Die Herrin aller Seelen hat mir dies in Visionen gezeigt. Es handelte sich da um auβerordentlich beeindruckende Bilder, die Marias unvorstellbare Macht bezeugen.

Im Grunde genommen urteilt sich die Seele selbst: Sie weiβ durchaus, wie es um sie bestellt ist, und sie nimmt dasjenige an, was auf sie zukommt. Es gibt drei mögliche Bestimmungen. Zwei von diesen sind endgültig (der Himmel und die Hölle), eine (das Fegefeuer) ist vorübergehend: Diese endet immer mit dem Eintritt ins Paradies.

Näheres im Zusammenhang mit den Ereignissen in der Stunde des Lebensgerichts teilte die Himmelskönigin bereits in der Belehrung Das Sehnen der Ewigen Liebe mit.

Die Bewertung einer jeden Einzelheit des Menschenlebens wird nach dem gemessen, was diese Einzelheit Gottes Werken eingebracht hat. Inwieweit hat jede Handlung, jedes Wort, jeder Gedanke, jedes Gefühl, jeder Wunsch und jedes Bestreben die Seele in ihrer Entfaltung gefördert bzw. gehemmt und inwieweit hat es Gottes Heilsplan gefördert bzw. gehemmt? Das ganze Leben bietet sich somit der Seele in der Form einer Gesamtnote. Damit ist nicht alles gesagt: Gott wäre nicht Gott, wenn alles lediglich eine Frage der Mathematik wäre. Eine Vielfalt von zusätzlichen Faktoren beeinflusst noch in jenem Augenblick die endgültige Gesamtbewertung des vergangenen Lebens, unter anderen:

  • Marias Fürsprache;
  • etwaige Gebete, Aufopferungen und Heilige Messen, die von Herzen und mit wahrer Inbrunst für diese Seele dargebracht worden sind;
  • die vollkommene, tief gelebte Weihe von Verwandten der Seele an Maria;
  • das Maß der Reue der Seele, die vor dem Thron des Göttlichen Richters erscheint;
  • die Tiefe des Glaubens dieser Seele an die Liebe und die Werke Gottes;
  • das Maß, in dem sich die Seele nach der Gegenwart Gottes sehnt;
  • das Maβ, in dem diese Seele von ganzem Herzen bereit ist, Mitgeschöpfen zu vergeben, die ihr auf irgendwelche Weise Schaden oder Leid zugefügt haben bzw. von denen sie meint, sie hätten ihr Schaden oder Leid zugefügt (einer Seele, die in einer Verfassung der Rachsucht oder des Mangels an Vergebungsbereitschaft stirbt, kann Gott auch nicht vergeben).

Sogar nachdem die 'Gesamtnote' über das vergangene Leben mit diesen zusätzlichen Faktoren verbunden worden ist, hat die Seele noch die freie Wahl, sich für oder gegen Gott zu entscheiden. Die Herrin aller Seelen teilte mir einst mit, es gäbe Seelen, die aufgrund aller Faktoren strikt nach dem Gesetz Gottes verdammt werden sollten, kraft eines außerordentlich mächtigen Einschreitens Ihrerseits jedoch vor der Hölle gerettet werden, sich dennoch nicht für Gott entscheiden. Diese Seelen verdammen sich buchstäblich selbst. Gott respektiert immer den freien Willen. Sogar die Rettung für die Ewigkeit nötigt er keiner Seele auf. Ist es außerdem für eine Seele aufgrund aller genannten Faktoren nicht möglich, jemals die vollendete Liebe in sich zu verwirklichen, so kann diese Seele nicht gerettet werden.

Am 17. August 2007 sagte die Himmelskönigin diesbezüglich auch Folgendes:

"Sogar wenn eine Seele in nicht wiederherzustellendem Gnadenstand vor dem Richterthron erscheint, wird sie nicht von Gott bestraft, sondern durch die Wirkungen des ewigen Gesetzes automatisch in die ewige Finsternis verwiesen. Sogar noch in jener Stunde bietet Gottes Barmherzigkeit ihr die Gelegenheit, sich für die Liebe zu entscheiden. Im wahren Sinn des Wortes straft Gott keine einzige Seele. Es ist die Seele, die sich selbst verdammen kann. Dasselbe gilt für die schweren Verzerrungen in der Natur: Diese basieren nicht auf Strafen von Gottes wegen, sondern sind logische Auswirkungen der Sünde. Der Mensch selbst ist dabei, sich selbst dadurch zu vernichten, dass er den Einflüsterungen der Finsternis folgt. Der Mensch braucht sich nicht vor Gott zu fürchten, sondern vor sich selbst".

Am 17. November 2018 gab die Herrin aller Seelen Myriam eine besondere Privatoffenbarung, in welcher Sie den persönlichen Einsatz einer jeden einzelnen Seele als ausschlaggebenden Faktor für ihre ewige Bestimmung betonte:

"Ich möchte etwas im Zusammenhang mit dem Ausdruck klarstellen, der hin und wieder von Seelen benutzt wird: 'Ich will nicht in die Hölle'.

Dieser Ausdruck macht nur in einer einzigen Bedeutung Sinn, nämlich in dem Fall, wo derjenige, der ihn benutzt, aufrichtig meint 'Ich will nicht so leben, dass ich mich aufgrund des Gesetzes der Göttlichen Gerechtigkeit selbst verdamme'. Ich lese bei diesem Ausdruck allerdings immer in den Herzen die nachfolgende Bedeutung: 'Ich will nicht, dass Gott mich in die Hölle schickt'.

Dies ist vollkommen unsinnig. Gott schickt keine einzige Seele in die Hölle. Die Seele verdammt immer sich selbst, dadurch, dass sie ihr Verhalten und ihre Herzensverfassungen so gestaltet, dass sich Gottes Gesetz der Gerechtigkeit automatisch gegen sie wendet. Das Gesetz der Gerechtigkeit bezweckt, das Gleichgewicht innerhalb der Schöpfung instand zu halten und erforderlichenfalls wiederherzustellen. Jeder Verstoβ gegen die wahre Liebe setzt automatisch das Gesetz der Gerechtigkeit in Kraft. Gott Selbst trifft diesbezüglich keine einzige Entscheidung, Sein unfehlbares Gesetz tritt von selbst in Kraft zur Beschützung der ganzen Schöpfung vor den Wirkungen einer jeder Injektion von Finsternis durch Verstöβe gegen das Gesetz der wahren Liebe.

Dafür, ob eine Seele in die Hölle geht oder nicht, ist ausschlieβlich diese Seele selbst verantwortlich. Nur die Seele selbst kann dies bewirken oder eben verhindern. Es verhindern kann sie nur durch ein radikales, makelloses und bedingungsloses Anwenden des Gesetzes der wahren selbstlosen Liebe in sämtlichen Einzelheiten ihres Verhaltens, ihrer Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen. Die Herzensverfassung Gott, allen Mitgeschöpfen und allen Ereignissen und Situationen des Lebens gegenüber ist der einzige Faktor, der bestimmt ob sich die Seele verdammt oder nicht. Der Ausdruck 'Ich will nicht in die Hölle', ohne eine radikale Anwendung der wahren Liebe, ist genauso unsinnig wie der Schrei eines Menschen, der mit hoher Geschwindigkeit auf einen Abgrund zufährt während er ausruft 'ich will nicht abstürzen', ohne dass er auch nur einen einzigen Augenblick beabsichtigt, auf die Bremse zu treten.

Auf eine ähnliche Weise wird auch der Ausdruck 'Ich will in den Himmel kommen' von Seelen oft aus der falschen Herzensverfassung heraus benutzt.

Dieser Ausdruck macht nur Sinn wenn derjenige, der ihn benutzt, in aller Aufrichtigkeit meint 'Ich will so leben, dass die Bilanz meines Lebens auf Erden vollkommen im Einklang mit dem Gesetz der wahren Liebe ist und ich in jeder Hinsicht einen positiven Unterschied für Gottes Heilsplan, für Gottes Werke und für das Wohl aller Mitgeschöpfe gemacht haben werde, die ich auf meinem Lebensweg vorgefunden habe'.

Beim Ausdruck 'Ich will in den Himmel kommen' lebt jedoch bei manchen Seelen in Wirklichkeit die Erwartung, Gott soll sie in den Himmel hineinführen, ohne dass sie dabei erkennen, dass die ewige Bestimmung der Seele ausschlieβlich vom Einsatz der Seele bestimmt wird, das Göttliche Gesetz der wahren Liebe spontan, bedingungslos und beharrlich in allen Einzelheiten ihres Lebens und in ihren Herzensverfassungen, einschlieβlich der verborgensten inneren Verfassungen, zu leben.

Der Ausdruck 'Ich will in den Himmel kommen' macht deswegen nur in dem Maβe Sinn, wie die Seele durch eigenen spontanen, beharrlichen Einsatz Gottes Gesetz der wahren Liebe lebt. Dieser Ausdruck macht keinen einzigen Sinn wenn die Seele dabei nur den Wunsch zum Ausdruck bringt, Gott möge sie irgendwann in den Himmel hineinführen".

Bereits in einer Offenbarung vom 20. September 2009 hatte die Himmelskönigin auf die aktive Anwendung der Liebe als Schlüssel zum Ewigen Leben im Himmel hingewiesen:

"Selig die Seele, von der Gott in der Stunde des Lebensgerichts feststellen kann, dass sie ihr Leben auf Erden dazu benutzt hat, die Leben von Mitmenschen und Tieren mit ihrer Liebe zu bereichern. Selig die Seele, zu der Er sagen wird: "Die Leben vieler Menschen und Tiere sind dadurch besser gewesen, dass es dich auf ihrem Weg gab". Selig sie, die Liebe und willige Aufopferungen gesät haben, denn sie werden Himmlische Gärten und die süßen Früchte der ewigen Glückseligkeit ernten".

Das Ewige Leben in der Glückseligkeit ist keine Selbstverständlichkeit. Nicht nur muss es 'verdient' werden, es muss auβerdem auch 'von der Seele ertragen werden'. Ich komme später noch näher darauf zu sprechen.

Eine Seele geht nicht vor der Stunde ihres Lebensgerichts verloren: Bis in jener Stunde hat sie die Gelegenheit, sich für das wahre Licht zu entscheiden. Wir dürfen nie aus den Augen verlieren, dass viele unserer Gebete, geweihten Prüfungen und Aufopferungen sich am stärksten in der Stunde des Lebensgerichts der Seele auswirken, für welche wir sie (manchmal jahrelang) darbieten.

Wir sollen uns dessen bewusst sein, dass die Seele nicht um des irdischen Lebens willen auf Erden ist, sondern wegen des Ewigen Lebens. Dadurch lässt sich auch besser verstehen, dass man nicht gleich meinen soll, Gebete und Aufopferungen würden umsonst dargeboten werden. Für Gott ist es letztendlich wichtig, dass die Seele 'irgendwo während ihrer Vorbereitung auf das Ewige Leben', das heiβt irgendwann zwischen ihrer Geburt im Fleisch und dem Lebensgericht nach dem irdischen Tod des Körpers, die Erkenntnis vom wahren Licht und der Wahrheit über ihre eigenen Fehler akzeptiert und tatsächlich von ganzem Herzen nach dieser Erkenntnis zu leben beginnt.

Das Maß, in welchem die Seele innerhalb der Werke und Pläne Gottes produktiv ist, wird einen besonders großen Einfluss auf ihren inneren Frieden haben. Die Seele kann sich dadurch ständig unruhig und unzufrieden fühlen, dass das Gewissen, dieser große Regelmechanismus der seelischen Vorgänge und Kontrollmechanismus des Entwicklungsstandes der Seele innerhalb von Gottes Plan, der Seele ununterbrochen Signale übermitteln kann, im Sinne von 'Du brauchst eine Kursänderung, denn so kommst du nicht ans Ziel'. Die Seele 'hört' diese Signale nicht immer im Klartext, diese kommen gewöhnlich zu ihr im Geheimcode. In dem Maße, wie die Seele ihr Leben an Gott orientiert, wird sie diesen Code schneller entschlüsseln können. Bei den meisten Seelen allerdings setzen diese geheimen Signale einen Mechanismus in Gang, den wir als 'innere Unruhe' kennen. Es handelt sich dabei im Grunde genommen nicht um eine Tortur von Seiten Gottes, sondern um einen Selbstschutzmechanismus, ein Geschenk 'von oben'. Das Gewissen ist wahrscheinlich Gottes gröβtes Geschenk an jede Seele, denn es enthält den Wegweiser zum Tor des Ewigen Heils, es enthält gewissermaβen Gottes Gesetzbuch, genauso wie ein Kompass, dessen Zeiger ständig auf Gottes Herz weist, durch die riesige Anziehungskraft von Gottes Liebe, die sich mit einem groβen Magneten vergleichen lieβe.

Ich habe vorhin bereits erwähnen müssen, dass sich die Seele nach ihrem irdischen Leben im Grunde genommen selbst urteilt, dadurch, dass sie in jener Stunde vom Göttlichen Richter die Fähigkeit eingegossen bekommt, ihr ganzes vergangenes Leben in allen Einzelheiten so zu sehen, wie Gott es gesehen hat. Dadurch kann die Seele selber feststellen, welche Verdienste und Mängel hinsichtlich des Gesetzes der wahren Liebe sie in jener Stunde in sich trägt. Sie sieht die Bilanz ihres vergangenen Lebens, gleichsam samt der Note, welche ihr vergangenes Leben für Gott eingebracht hat. Diese Bilanz könnte man sich als das unfehlbare Ergebnis eines Göttlichen Mathematikprogramms vorstellen, das auf das ganze Tun und Lassen und sämtliche inneren Verfassungen angewandt wird, welche die Seele während ihres ganzen Lebens zu jedem Zeitpunkt gehegt und vorgezeigt hat, je nach dem positiven oder negativen Wert derselben für die Entwicklung von Gottes Heilsplan. So wird der Seele gleichsam eine Note zwischen 0 und 100 vor die inneren Augen gebracht, zum Beispiel 87,12 wenn sie durchschnittlich eine sehr gutes Leben geführt hat, oder 15,10 wenn sie ihr Leben vorwiegend finsteren Verfassungen und Verhaltensweisen ausgeliefert hat, usw. Sehr niedrige Noten können eine Wiedergutmachung im Fegefeuer unmöglich machen. In jenem Fall kann die Seele nur das Ewige Leben verlieren. Ich komme gleich noch darauf zu sprechen.

Sehr hohe Noten machen es zuweilen möglich, dass eine Seele gleich in den Himmel zugelassen werden kann, weil die Göttliche Barmherzigkeit in diesen Fällen den Unterschied zwischen der Note der Seele einerseits und der absoluten Vollkommenheit (Note 100) andererseits, überbrücken kann ohne dass Gottes Heilsplan und dem Gleichgewicht innerhalb der Schöpfung dadurch geschadet werden sollte.

Wenn die Seele eine Note vor sich sieht, von der sie aufgrund der ihr in jenem Augenblick vergönnten Göttlichen Erkenntnisse einsieht, dass diese sich in der 'Grauzone' befindet (mit anderen Worten: dass die Seele zu viele Spuren von Finsternis in sich trägt damit noch eine vollständige Überbrückung seitens der Göttlichen Barmherzigkeit gerechtfertigt wäre), weiβ sie, dass sie keinesfalls in den Himmel eintreten kann bevor sie nicht einer gründlichen und oft langen Läuterung im Fegefeuer unterzogen worden ist, bei welcher sie durch Liebesschmerzen und die Tortur einer vollkommenen Reue ihre Unzulänglichkeiten im Bereich der Liebe wird ausgleichen müssen.

Die ewige Bestimmung einer Seele wird bei weitem nicht ausschlieβlich durch dasjenige bestimmt, was in den Augen der Menschen als kühle mathematische Berechnung bezeichnet werden sollte; auch Gottes Barmherzigkeit und die Fürsprache der Himmelskönigin spielen eine groβe Rolle. Ausschlaggebend allerdings, und wir sollen dies niemals aus den Augen verlieren, ist die Tatsache, dass die Note bezüglich des vergangenen Lebens letztendlich durch das Maβ und die Reinheit der von der Seele aufgebrachten Liebe in ihrem Tun und Lassen, in ihren Gedanken, Gefühlen und Bestrebungen zu jedem Zeitpunkt und in allen Situationen ihres Lebens und in allen ihren Reaktionen auf die Ereignisse und Situationen ihres Lebens und auf alle ihre Mitgeschöpfe bestimmt wird.

Aus diesem Grund ist es von gröβter Bedeutung, dass die Seele jeden Augenblick ihres Lebens, bis einschlieβlich ihrer tiefsten inneren Verfassungen, an der wahren Liebe orientiert lebt. Eine bleibende Verfassung der Negativität gegenüber dem eigenen Leben und den Mitgeschöpfen breitet dabei eine Schicht von Finsternis über all dasjenige aus, was in der Seele lebt und all dasjenige, was von ihr ausgeht. Sogar wenn die Seele in dieser Verfassung keine konkreten Vergehen begehen sollte, so würde die Bilanz ihres Lebens trotzdem negativ aussehen, weil ihr Herz gleichsam ständig in Finsternis gehüllt ist und sie deshalb kein Kanal zur ungehemmten Durchströmung von Gottes Liebe zu ihren Mitgeschöpfen bildet. Es ist wichtig, dass jede Seele dies erkennt, denn die Finsternis verblendet unzählige Seelen dermaβen, dass sie sich diese Wahrheit nie vor Augen führen. Die Tatsache, dass ein Mensch keinen sichtbaren Mord verübt oder aber Mitgeschöpfen keinen wahrnehmbaren Schaden zugefügt hat, macht ihr Leben in Gottes Augen nicht unbedingt zu einem fruchtbaren oder heiligen Leben: Die Seele kann sehr viel Finsternis über die Schöpfung bringen aus einem Herzen, das im Unsichtbaren sehr unreine Gefühle hegt, wodurch sie Schaden und Zerstörung herbeiführen kann, die keiner sieht.

Bereits am 29. Juni 2007 sagte die Herrin in einer Offenbarung an Myriam:

"Halte dir vor Augen, dass die Liebe die Essenz des Göttlichen Lebens ist und dass die Spur, die Gott von Sich Selbst in jedem Geschöpf hinterlegt, ebenfalls nichts anderes als eine Frucht der Liebe ist. Aus diesem Grund sieht die Seele während des Lebensgerichts jeden Verstoβ, den sie gegen ein Mitgeschöpf, Mensch oder Tier, begangen hat, als Verstoβ gegen Gott Selbst. Jede Sünde, jede hin und wieder begangene Untugend, jedes Versäumnis, jede Unreinheit in Handlungen, Worten, Gedanken, Gefühlen und Wünschen wird von der Seele während ihres Lebensgerichts als Schmerz empfunden, weil sie diese dann so sieht, wie sie wirklich sind: Verletzungen, die Gottes Herzen zugefügt worden sind. Jede Sünde ist die Frucht eines Mangels an Liebe, manchmal von längerer Dauer, manchmal während einer kürzeren Versuchung. All dasjenige, was während eines Menschenlebens von Gottes Gesetz abweicht, das an erster Stelle das Gesetz der Liebe ist, wird von der Seele in der Stunde des Lebensgerichts vor dem Hintergrund der Fülle von Gottes Wahrheit betrachtet, die in die Seele eingegossen wird gleich bevor ihr der Film ihres vergangenen Lebens auf Erden vorgeführt wird.

Aufgrund dieses Vorgangs sieht sie ihr vergangenes Leben in einem einzigen Augenblick so, wie Gott Selbst es gesehen und empfunden hat, mit Seinen ganzen Freuden, Schmerzen und Enttäuschungen wegen des Maβes, in dem dieses Leben im Einklang mit Gottes Gesetz und mit dem Plan des Heils für alle Seelen war oder nicht. Ich erinnere an das Evangelium, in dem Jesus sagt, dass all dasjenige, was man für einen Seiner geringsten Brüder getan oder eben nicht getan hat, man in Wirklichkeit für Ihn getan oder nicht getan hat. Ich erinnere auch an die Worte, in denen Er die Seelen darauf hinweist, dass Er sie aufgrund dessen richten soll, ob sie Ihm zu essen oder zu trinken gegeben haben, Ihn angezogen und besucht haben usw. In der Stunde des Lebensgerichts gehen diese Worte in Erfüllung.

In der Stunde ihres Lebensgerichts sieht die Seele jede Einzelheit ihres vergangenen Lebens so, dass sie im Film ihres Lebens nicht lediglich den Menschen oder das Tier sieht, dem gegenüber sie vorgegangen ist, sondern die Göttliche Spur, die in diesen Wesen zugegen war: eine Seele, wenn es sich um einen Menschen handelte, und ein Lebensprinzip aus Gottes Hand wenn es sich um ein Tier handelte, dies alles zusammengesetzt aus Göttlicher Liebe, Weisheit und Intelligenz und eingesetzt als Werkzeug der Göttlichen Vorsehung als Hilfsmittel zur Vervollkommnung der Seele. Die Seele sieht somit tatsächlich welche Auswirkungen alle ihre Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche und Versäumnisse auf Gottes Pläne und Werke, auf Gottes Eigentum im Mitgeschöpf und auf das Gleichgewicht der ganzen Schöpfung ausgeübt haben.

Dadurch, dass die Seele dies alles nun so sieht und spürt, wie Gott es gesehen und gespürt hat, beseelt mit dem Wissen der ganzen Wahrheit bezüglich aller Elemente des Heilsplans und des Zusammenhangs zwischen menschlichen Handlungen, Gottes Heilsplan und dem Gleichgewicht bzw. der Verzerrung der Schöpfung, erhält sie während ihres Lebensgerichts das Wissen und die Erkenntnis von ihren eigenen tiefsten inneren Verfassungen und ist sie in jenem Augenblick imstande, selber ein genaues, getreues und unvoreingenommenes Urteil bezüglich des Wertes zu bilden, den ihr vergangenes Leben für Gottes Werke und Pläne gehabt hat. Dieses Urteil ist vollkommen im Einklang mit Gottes Urteil, sodass die Seele im Grunde genommen sich selbst verurteilt und mit Sicherheit haargenau weiβ ob sie würdig ist, ins Paradies einzugehen oder aber einer Läuterungszeit im Fegefeuer bedarf bzw. sogar die ewige Verdammung verdient.

Die Seele begreift also vollkommen, dass das Urteil völlig und ganz im Einklang mit den vollkommen gerechtfertigten Verfügungen von Gottes Gesetz ist. Trotzdem ist das Urteil der ewigen Verdammung vernichtend. Wenn die Seele aufgrund jener Betrachtung ihres eigenen Lebens begreift, dass sie nicht für den sofortigen Eintritt ins Paradies bereit ist, nimmt sie dies mit Schmerzen an, allerdings in der Erkenntnis, dass sie schwer zu leiden bekäme wenn sie im Stand einer unvollkommenen Läuterung in den Himmel zugelassen würde. Die Erkenntnis ihrer Unvollkommenheit in der Liebe würde sie versengen, sodass sie nicht Anteil an den Wirkungen der Ewigen Glückseligkeit bekommt. Beim Verlauf des Lebensgerichts spielen noch andere Faktoren eine Rolle, über welche Ich die Seelen später noch lehren werde".

Am 24. April 2018 schenkte die Herrin aller Seelen an Myriam die nachfolgende besonders aufschlussreiche Offenbarung mit Bezug auf das Lebensgericht, von der Sie im Rahmen der vorliegenden Belehrung die Veröffentlichung erlaubt:

"In der Stunde des Urteils, das Gott über das vergangene Leben einer Menschenseele verhängen soll, sieht sich die Seele mit der Wahrheit konfrontiert, dass Gott absolut nichts, nicht die geringste Einzelheit, entgeht.

Gott lieβe Sich mit einem unfehlbaren Röntgengerät vergleichen, das quer durch alles schauen und äuβerst detailgetreue und haargenaue Aufnahmen machen kann.

Ich sagte dir bereits früher, dass jedes Lebewesen im Mittelpunkt seiner Seele bzw. seines Lebensprinzips (wenn es sich um ein Tier handelt) gleichsam ein Logbuch in sich trägt, in dem bis zur winzigsten Einzelheit auf vollkommen unwiderrufliche Weise verzeichnet wird – und im Kontext dieser Worte gilt dies alles nur für die Menschenseele:

  • jedes Ereignis des Lebens ab dem Augenblick der Geburt bis zum physischen Tod;
  • jede vorgenommene Handlung ebenso wie jedes Versäumnis, samt den genauen Gefühlen, Gedanken und Wünschen, die im Augenblick, wenn jede Handlung vorgenommen wurde, im Herzen lebten;
  • jedes gesprochene Wort samt den begleitenden Gefühlen, Gedanken und Wünschen;
  • jeder Gedanke, jedes Gefühl, jeder Wunsch, jede innere Verfassung zu jedem Zeitpunkt des Lebens ab der Geburt bis zum physischen Tod. Darin mit enthalten ist all dasjenige, was in jedem Augenblick eines jeden Tages und einer jeden Nacht im Verborgenen der Seele vorgeht, sogar dann, wenn nicht die Rede von konkreten Gedanken, Worten oder Handlungen ist, mit anderen Worten auch in den Augenblicken, welche der Mensch als 'verlorene Augenblicke' bezeichnet.

In der Stunde des Lebensgerichts liest Gott dies alles unfehlbar, unwiderruflich und in den winzigsten Einzelheiten aus dem Logbuch der von Ihm zu richtenden Seele.

Eines Tages offenbarte die Herrin aller Seelen mit Bezug auf dieses 'Logbuch' etwas sehr Bemerkenswertes im Rahmen von Gottes Allwissenheit: Sie wies darauf hin, dass Gott als Richter beim Lebensgericht nichts verborgen bleibt, und sagte, dass sogar jedes Tier das stirbt, ins Herz Gottes zurückkehrt und dass das Lebensprinzip des verstorbenen Tieres für Gott wie ein offenes Buch ist: In diesem Lebensprinzip liegt gleichsam der Film seines vergangenen Lebens. Alles, was dieses Tier mit Bezug auf Menschen, mit denen es in Berührung gewesen ist, miterlebt und empfunden hat, sogar nur eine Sekunde lang, und alles, was es im Verborgenen an Gedanken und Gefühlen von Menschen aufgefangen hat, dies alles liegt im Lebensprinzip dieses Tieres gespeichert. Ist ein Tier zum Beispiel von einem Menschen misshandelt worden, dann ist diese Misshandlung in seinem Lebensprinzip verzeichnet samt der Quelle, durch welche es diese Misshandlung erlitten hat. So bezeugt ein Tier, das misshandelt oder verflucht worden ist oder wie auch immer durch Einschreiten eines Menschen den Tod gefunden hat in einem Augenblick und auf eine Weise, die nicht von Gott verfügt worden sind, ohne Worte all dasjenige, was es miterlebt hat ebenso wie den Namen desjenigen, der Schuld ist. Diese Informationen werden von Gott im Lebensbuch der betreffenden Menschenseele(n) verzeichnet, die sich in der Stunde ihres Lebensgerichts in dem Maβe mit dieser Sünde konfrontiert sehen werden, wie sie diese nicht aufrichtig und mit Reue gebeichtet und durch makellose Liebe wiedergutgemacht haben.

Durch diese Offenbarung betonte die Himmelskönigin mithin die Tatsache, dass auch die Art und Weise, wie ein Mensch mit Tieren umgeht, eine Rolle spielt bei der Beurteilung des Maβes, in dem diese Seele die wahre Liebe gelebt hat oder eben nicht, und dass auch Mängel an Liebe den Tieren gegenüber für Gott als ausdrückliche Verstöβe gegen Gottes Lebensplan für die ganze Schöpfung gelten. Ein verstorbenes Tier legt auf ähnliche Weise auch ohne Worte Zeugnis ab von allem Guten, aller Liebe, die es von Menschenseelen empfangen hat, einschlieβlich der Namen seiner Wohltäter.

Gott liest in der Stunde des Lebensgerichts auf äuβerst genaue Weise jede innere Verfassung, die in der Seele in dem Augenblick wirksam ist, in dem ihr Leben auf Erden zu Ende geht.

Jede Handlung, jedes Versäumnis, jedes Wort, jeder Gedanke, jedes Gefühl, jeder Wunsch, jede Bestrebung, jede innere Verfassung eines jeden Augenblicks des Lebens trägt eine genaue Note, je nach dem Nutzen oder dem Schaden, den dies alles für Gottes Pläne und Werke, für das Ganze der Schöpfung und für das Leben aller Mitgeschöpfe, für das Leben und die innere Blüte der einzelnen Mitgeschöpfe einbringt, die unmittelbar von jeder Handlung, jedem Gefühl, jedem Gedanken usw. betroffen waren, und je nach dem Maβe, wie dies alles es Gottes Gesetzen ermöglicht um sich in den Mitgeschöpfen und in der ganzen Schöpfung makellos und gemäβ Seinen Absichten auszuwirken.

Auch die inneren Verfassungen, die im Augenblick ihres Übergangs aus dem stofflichen Leben in die Stunde des Lebensgerichts in der Seele wirksam sind, tragen ihrerseits eine Note, denn sie zeigen Gott genau, an welchem Punkt der seelischen Entwicklung sich die zu richtende Seele befindet und in welchem Maβe sie ihre Fähigkeit und ihren freien Willen um Seine Gesetze genau einzuhalten und Seine Werke und Pläne vollenden zu helfen, instand gehalten und entfaltet hat.

Das Ganze dieser Informationen trägt die Seele im Augenblick ihres Übergangs aus dem stofflichen Lebens im 'Logbuch' ihres Lebens und ihrer Verfassungen. Gott liest und analysiert dies alles tadellos und in den winzigsten Einzelheiten im Bruchteil einer Sekunde und stützt Sein Urteil auf diese unfehlbare Analyse in Kombination mit den berechtigten Einflüssen seitens der Liebe aus der Fürsprache der Königin aller Geschöpfe und etwaigen anderen Einflüssen, die es Seiner Barmherzigkeit ermöglichen können, Sein unfehlbares Urteil zugunsten der zu richtenden Seele zu nuancieren.

Dies heiβt keinesfalls, dass das Urteil, das Gott auf der Grundlage der Gesetze Seiner Gerechtigkeit spricht, auch nur im Geringsten fehlerhaft oder aber ungerecht sein könnte; es heiβt ausschlieβlich, dass Seine Liebe so vollkommen ist, dass Er Faktoren vorgesehen hat, die dieses unfehlbare Urteil immerhin zugunsten der zu richtenden Seele lindern können. Diese Faktoren sind die Mechanismen, die Er mit der Fähigkeit bekleidet hat, Seine Barmherzigkeit in Kraft zu setzen. Die Kraftvollsten dieser Faktoren sind:

  1. Meine Fürsprache, die als die Macht Meiner absolut vollendeten Liebe betrachtet werden soll, welche, innerhalb der von den Gesetzen der Gerechtigkeit gesetzten Grenzen, bestimmte Elemente der Finsternis unwirksam machen kann. Diese Grenzen werden an erster Stelle durch die Verfassungen bestimmt, die Gott in dem Augenblick in der Seele vorfindet, wo sie vor Seinem Richterthron erscheint, und insbesondere durch das Maβ, in dem der freie Wille der zu richtenden Seele bewusst und aktiv an der Einswerdung mit Seinem Willen orientiert ist;
  2. das Maβ der aufrichtigen Reue, das Gott in der Seele vorfindet;;
  3. das Maβ, wie die Seele jeden begangenen Verstoβ gegen das Gesetz der wahren Liebe in ihrem ganzen Tun und Lassen, ihrem Denken, Fühlen und Sehnen Gottes Plänen und Werken und allen ihren Mitgeschöpfen gegenüber wiedergutgemacht hat, insbesondere denjenigen Mitgeschöpfen gegenüber, denen sie durch Handlungen, Versäumnisse, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche oder durch welche innere Verfassung auch immer geschadet haben kann bzw. womöglich hat schaden wollen.

Gott bezweckt nur eins: dass das Gleichgewicht Seiner Schöpfung aufrecht erhalten wird. Um dies zu bekommen, soll jede Spur von Finsternis auf die eine oder andere Weise ausgeglichen werden. Dies hat an erster Stelle durch die schuldige Seele selbst zu erfolgen, durch bewusste Handlungen, Gedanken und Gefühle aufrichtiger, selbstloser Liebe zu Gott, Seinen Werken, allen Mitgeschöpfen und der ganzen Schöpfung. Die Faktoren, die Seine Barmherzigkeit in Kraft setzen können, sind ebenfalls Wirkungen ausgleichender wahrer Liebe. Ausschlieβlich die Vermittlungen wahrer Liebe können Schulden begleichen helfen, die nicht durch die ausgleichenden Wirkungen der Göttlichen Gerechtigkeit beglichen werden. Aus diesem Grund tritt bei jedem Lebensgericht das Gesetz der Göttlichen Gerechtigkeit unabänderlich in Kraft und wirkt die Göttliche Barmherzigkeit auf ergänzende Weise in dem Maβe, wie Gottes Gerechtigkeit dies aufgrund der Schwere der Schuld der zu richtenden Seele erlauben kann oder nicht".

 

Eine Seele, die an finsteren Verfassungen festhält in der irrtümlichen Meinung, sie werde sich in der Stunde ihres Lebensgerichts einfach dafür entscheiden können, in den Himmel einzutreten, argumentiert aufgrund einer ernsthaften Täuschung, die der Seele dazu vom Bösen inspiriert wird, sie zu verblenden, damit sie unentwegt seinen Plänen dient. Man soll sich dessen bewusst sein, dass diese Täuschung auf einer Verfassung der Selbstsucht basiert: Die Seele fährt fort, Gottes Plänen und Werken und ihren Mitgeschöpfen zu schaden, im Glauben, dass sie trotzdem in der Stunde ihres Lebensgerichts ihre Ewige Glückseligkeit wird sicherstellen können. Wir sollen uns jedoch sehr wohl dessen bewusst sein, dass die Seele, die lebenslänglich an ihren eigenen Verhaltensweisen und Verfassungen festhält während sie erkennt, dass diese ihren Mitgeschöpfen und Gott Selbst schaden, in der Stunde ihres Lebensgerichts keine einzige Begründung vorbringen kann, die ihr die Ewige Glückseligkeit bereiten könnte. Sie hat ihr ganzes Leben lang das Wohltun hinausgezögert. Weder Gottes Barmherzigkeit noch die Macht von Marias Fürsprache können dies jemals ausgleichen, denn wenn dies wohl der Fall wäre, würde Gott Selber Seine eigene Schöpfung vollkommen den Launen der Finsternis ausliefern und wäre nicht Gott sondern Satan allmächtig. Eine Seele die ständig die Anwendung des Guten hinauszögert, wird von Gott als eine Seele beurteilt, die nicht Gott, Seine Werke und ihre Mitgeschöpfe liebt, sondern im Gegenteil berechnend ist: Sie lebt letzten Endes nicht für die Verwirklichung von Gottes Werken, sondern für sich selbst.

Aufgrund von all dem sollen wir erkennen, wie sehr eine Seele getäuscht wird, die nicht entschieden in ihrem ganzen Tun und Lassen und allen ihren inneren Verfassungen die wahre Liebe lebt. Die Herrin aller Seelen sagte diesbezüglich in einer Privatoffenbarung:

"Seelen, erwacht, und bemerkt rechtzeitig welche Nebel sich um eure Augen herum bilden, welche Ketten euch angelegt werden und wer dies alles mit euch tut: Derjenige, der weiβ, welchen Preis ihr später für diesen Traum des Eigendünkels bezahlen werdet. Die ewige Sklaverei gegenüber der Finsternis ist ein Kreuz, das mit keinem anderen Kreuz vergleichbar ist, das ihr jemals auf Erden würdet tragen dürfen".

Betrachten wir nun kurz, was die Himmelskönigin im Zusammenhang mit den Seinszuständen der Seele nach dem Urteil offenbart hat, das Gott aufgrund Seines Gesetzes der Gerechtigkeit über ihr Leben verhängen soll.

3. Das Fegefeuer

Solange die Seele noch ein wenig Liebe in sich trägt, die gereinigt werden kann und wodurch die Seele noch zur Heiligung geführt werden kann (wenn auch oft erst nach einer langen Läuterung), kann sie für sich selbst im Fegefeuer noch die Vervollkommnung verwirklichen. Ist allerdings in der Seele alle Liebe tot und jeder Funke für Gott erloschen, so ist in dieser Seele das Göttliche Leben erloschen. Eine solche Seele kann nicht gerettet werden, weil der Mangel an Liebe sie vollkommen von Gott trennt. So ist es zu verstehen, dass eine Seele in der Hölle endgültig verloren ist. Diese Seele hat sich selbst für die Erlösung auβer Gefecht gesetzt. Solange die Seele den Keim ihrer Heiligung nicht ganz durch ein Übermaβ an Finsternis in ihren Handlungen, Gedanken, Gefühlen, Bestrebungen und allen inneren Verfassungen, kurzum dadurch, dass sie die Strömung der Liebe, den Gott auch durch sie durch die Schöpfung zu führen versucht, vollkommen abschneidet und bzw. oder diesen Strom durch ihre finsteren Herzensverfassungen verunreinigt, getötet hat, kann sie ihre inneren Verfassungen und die Wirkungen ihrer Sünden, Fehler und Versäumnisse noch im Seinszustand des Fegefeuers läutern.

Das Fegefeuer ist ein Seinszustand der Seele nach Vollendung des Lebens auf Erden, in welchem sich die Seele aufgrund des Urteils befindet, das Gott gleich nach ihrem letzten Augenblick in einem lebendigen Körper auf Erden über ihr Leben gesprochen hat – unter Berücksichtigung dieser ganzen Reihe von Faktoren, die ich vorhin erwähnte. Die Seele muss durch diesen Seinszustand hindurch gehen, wenn sich herausstellt, dass sie die wahre Liebe nicht im Maβe, das für die Verwirklichung ihrer eigenen Heiligung und für die Vollendung ihres persönlichen Beitrages zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan notwendig ist, in sich eingebaut hat noch diese im erforderlichen Ausmaβ in ihrem Leben angewandt und um sich herum verbreitet hat.

Dabei sollen wir nicht nur das vergangene Menschenleben als Ganzes betrachten (war dies ein 'guter Mensch' oder nicht?), sondern in sämtlichen Aspekten dieses Lebens. Ein Menschenleben setzt sich aus unzähligen Millionen von Situationen zusammen (viele dieser Situationen dauern nur ein paar Sekunden, zum Beispiel ein plötzlich hochkommender Gedanke oder ein plötzlich aufwallendes Gefühl). Jede dieser Situationen und die dazugehörigen Verhaltensweisen und Reaktionen von Seiten der Seele wird von Gott bewertet. Bei den Verhaltensweisen sollen wir bedenken, dass eine Anzahl derselben äuβerlich sind (man sieht, was jemand tut, oder man hört, was er sagt), sehr viele allerdings innerlich sind (jeder Gedanke, jedes Gefühl, jedes verborgene Streben: Dies alles sieht und fühlt nur Gott – aufgrund Seines allumfassenden Bewusstseins von allem, was sich in Seinen Geschöpfen vollzieht – und sie werden alle im Lebensurteil mit berücksichtigt).

Dadurch kommt es, dass sehr oft eine Seele im Allgemeinen ein tugendhaftes Leben geführt haben und durchaus in der Anwendung der wahren, selbstlosen Liebe entwickelt sein kann, und trotzdem wegen vieler ganz kleiner Augenblicke nicht ausreichender Anwendung der Liebe in Handlungen, Worten, Gedanken, Gefühlen und Bestrebungen eine gewisse Wiedergutmachung Gottes Gerechtigkeit gegenüber zu leisten hat, wenn diese Seele im Laufe ihres Lebens ungenügend Wiedergutmachung durch Akte der Nächstenliebe, Gebet, Beichte, Reue, Abbüβung, Abtötungen, Aufopferungen, usw. geleistet hat. Die Bilanz kann von keinem Menschen gezogen werden, nur Gott kennt alle Einzelheiten und weiβ, welche Plus- und Minuswerte jede Einzelheit eines Menschenlebens für Seinen Heilsplan hat.

Das 'Fegefeuer' wird so genannt, weil die Seele dort in einem dreifachen inneren 'Feuer' gereinigt wird: im Feuer ihrer Reue, im Feuer ihrer Liebe und im Feuer ihres Sehnens. Da die Seele nach ihrem Tod während des Lebensgerichts vor Gott die Fülle von Gottes Wahrheit hat schauen und erfahren dürfen, kennt sie nun die wahre, vollkommen reine Liebe (d.h. die Liebe, die sich nicht mit den Wirkungen menschlicher Schwächen vermischt) und wird sie durch den Schmerz wegen der Fehltritte und Fehler ihres vergangenen Lebens verzehrt. Sie erkennt jetzt, welche Schmerzen sie Gott und Maria zugefügt hat und bereut diese mit einer Kraft, die mindestens hundert mal so groβ ist wie die Reue auf Erden. Dies rührt daher, dass die Wahrnehmung aus ihrem Herzen dann nicht mehr durch irdische Einflüsse verschleiert wird.

Wenn Gott das Leben einer Seele auf Erden beendet, wird das irdische Leben dieser Seele ebenso wie die Verfassung, in der sie sich zum Zeitpunkt ihres Todes befand, von Ihm beurteilt. Im Grunde genommen misst Gott beim Lebensgericht in der Seele den Gehalt an Liebe, den Er in ihr vorfindet und den sie im Laufe ihres irdischen Lebens aufrichtig und in Selbstverleugnung (d.h. frei von Eigeninteresse) allen ihren Mitgeschöpfen gegenüber (Menschen und Tieren, ja sogar der Natur, der Umwelt gegenüber) in Anwendung gebracht hat aus einer aufrichtigen Begeisterung um Gottes Werken zu dienen. Dieser Gehalt an Liebe bestimmt, wohin die Seele für das ewige Leben geht. Sehr viele Seelen müssen eine Zeit lang einer Reinigung (= Läuterung) unterzogen werden. Diesen Reinigungsvorgang nennen wir 'den Aufenthalt im Fegefeuer'. Das 'Feuer', das die Reinigung der Seele vollzieht, sollen wir uns wesentlich als ein dreifaches Feuer vorstellen:

  • ein Feuer der Liebe
  • ein Feuer der Reue
  • ein Feuer des Sehnens

1. Ein Feuer der Liebe: Das wahre Leben der Seele besteht aus Liebe. Die Liebe ist die eigentliche Kraft, die dafür sorgt, dass eine Menschenseele lebt. Sie ist der Kraftstoff der Seele. Ohne die Liebe ist die Seele wie ein Auto ohne Benzin: Nichts bewegt es, es kommt nicht voran. Wenn die Seele im Laufe ihres Lebens auf Erden zu wenig Liebe schenkt (in Handlungen, in Worten, sogar in Gedanken und Gefühlen über ihren Mitmenschen), findet Gott in ihr 'zu wenig Lebenskraft'. Die Seele braucht einen gewissen Gehalt an Liebe und Lebenskraft, um in das ewige Paradies eingehen zu dürfen. Das rührt daher, dass die Seele, in der zu wenig reine Liebe wirksam ist, das Leben im Himmel gar nicht ertragen könnte, weil sie unter solchen Umständen die Fülle der mächtigen, makellosen Liebe, die von Gott, von Maria, von den vollkommen geläuterten Himmelsbewohnern ausgeht, nicht in sich aufnehmen kann. Der Kontrast mit ihrer 'Unreinheit' ist dann zu groß und die Ströme der reinsten Liebe würden auf sie wie ein Feuer einwirken, das sie nicht an den Verzückungen der Glückseligkeit Anteil haben lassen, sondern sie 'verbrennen' würde. Deshalb ist es als eine Art von 'Schutzmaßnahme' seitens der Göttlichen Barmherzigkeit zu betrachten, dass eine Seele, die wegen Mangel an Liebe relativ 'unrein' ist, zunächst eine Läuterung im Feuer der wahren Liebe benötigt, bevor sie in den Himmel eingehen darf.

2. Ein Feuer der Reue: In der Stunde nach dem Ableben erscheint die Seele vor Gott, um von Ihm gerichtet zu werden. Auch die Himmelskönigin ist bei diesem Vorgang zugegen. Gott entfaltet für die Seele einen gewaltigen Akt der Barmherzigkeit: Er zeigt ihr in einigen Augenblicken jede Einzelheit ihres gerade beendeten Lebens so, wie Er diese Einzelheiten gesehen und empfunden hat. Die Seele bekommt dadurch die Gelegenheit, sich selbst so zu sehen, wie sie wirklich ist bzw. gewesen ist, welche Fehltritte, Sünden, Versäumnisse und Untugenden sie auf Erden begangen hat und warum Gott diese als Fehltritte, Sünden, Versäumnisse oder Untugenden betrachtet. Das heißt: Die Seele bekommt eine gewaltige Lektion in der Erkenntnis von Gottes Gesetzen. Sie lernt also die Fülle von Gottes Wahrheit kennen, und aufgrund dieses neuen Wissens begreift sie vollkommen, wie es um sie bestellt ist und was ihr jetzt bevorsteht.

Wenn die Seele den Läuterungsvorgang im Fegefeuer durchmachen muss, empfindet sie diesen Vorgang die ganze Zeit lang im Bewusstsein des 'Films', den sie über ihr eigenes Leben gesehen hat, und der eventuellen Schmerzen, die sie Gott durch ihre Fehltritte, Sünden, Versäumnisse und Untugenden zugefügt hat. Weil sie jetzt ganz genau weiß, welche Schmerzen Gott ihretwegen gelitten hat und sie während der Augenblicke vor Gott und Maria die überwältigende Himmlische Liebe hat erfahren können, empfindet sie jetzt Schmerzen über ihre Unvollkommenheit. Diese Schmerzen nennen wir 'Reue'.

Reue ist die Verfassung, in der die Seele in der Erkenntnis von einem oder mehreren Punkten brennt, in welchen sie von ihrer Berufung, spontan und freiwillig reine Liebe zu verbreiten, abgewichen ist, weil diese Erkenntnis sie an die Tatsache erinnert, dass sie Gott und möglicherweise Mitgeschöpfen nicht die Liebe geschenkt hat, die diese gemäβ Gottes Gesetz hätten bekommen sollen, dass sie in Gott und möglicherweise in Mitgeschöpfen die Liebe beschämt hat, oder aber dass sie Mitgeschöpfen und bzw. oder Gottes Plänen und Werken Schaden zugefügt und sich dadurch von der Ewigen Liebe entfernt hat.

Die Seele bereut all dasjenige, wodurch sie Gott Leid angetan hat, weil das alles nichts anderes war als ein Mangel an Liebe und sie jetzt begriffen hat, dass es die Liebe ist, welche die Seele zum Bild und Gleichnis Gottes macht. Diese Reue brennt im Fegefeuer in der Seele wie ein reinigendes Feuer. Das Feuer der Reue können wir uns als ein Feuer vorstellen, das die Seele verzehrt wegen der tiefen Erkenntnis des Maβes, in dem sie ihre Rolle als Werkzeug zur Verwirklichung von Gottes Werken und Plänen verfehlt hat.

Die Herrin aller Seelen weist darauf hin, dass der Schmerz der Reue für eine Seele im Fegefeuer so unbeschreiblich ist, dass sich keine Seele auf Erden die Intensität dieses Schmerzes vorstellen kann. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass die Seele im Fegefeuer in der Stunde ihres Lebensgerichts von Gottes wegen die Gnade erhalten hat, jede Gelegenheit ihres vergangenen Lebens, bei welcher sie auf irgendwelche Weise von einer vollkommenen Anwendung des Göttlichen Gesetzes (an erster Stelle des Gesetzes der selbstverleugnenden Liebe) abgewichen ist, genau aus Gottes Betrachtung heraus zu sehen und zu spüren. Deswegen wird jede Unzulänglichkeit und jeder Verstoβ unsagbar viel intensiver empfunden als die Seele diese auf Erden normalerweise empfindet. Dies heiβt allerdings, dass die Seele auf Erden gewöhnlich dazu neigt, den wahren Umfang und die wahre Bedeutung ihres Verhaltens und ihrer Verfassungen, Gesinnungen und Einstellungen zu unterschätzen. Selig die Seele, die, sobald sie die Gnade dieser Erkenntnis erhalten hat, diese Erkenntnis jede weitere Stunde ihres Lebens bewusst berücksichtigt. Dies kann die Seele dazu anregen, sich ihrer Verhaltensweisen und ihrer inneren Verfassungen viel bewusster zu werden und endlich allmählich zu erkennen, was sie Gott durch jeden Verstoβ gegen Sein Gesetz antut.

3. Ein Feuer des Sehnens: Weil die Seele nach ihrem irdischen Leben genau weiß, wie sich die wahre Himmlische Liebe anfühlt, und sie sich auch dessen bewusst ist, dass sie, sobald sie genügend geläutert ist, um diese wahre Himmlische Liebe in ihrer Fülle in sich aufzunehmen, weil sie dann Gott ein ganzes Stück näher gekommen sein wird, in den Himmel wird eingehen dürfen, sehnt sie sich ständig nach der ewigen Nähe Gottes und Mariä. Dieses Sehnen verzehrt gleichsam die Seele, weil die ständige Erinnerung an die wahre, makellose, verzückende Liebe Gottes und Mariä, die sie in der Stunde nach ihrem Ableben empfunden hat, eine alles beherrschende Macht über sie ausübt.

Sie können es sich so vorstellen, dass Gott dieses dreifache Feuer dazu vorgesehen hat, in der Seele im Fegefeuer die Spuren der von ihr während ihres Lebens auf Erden begangenen Fehltritte, Sünden, Versäumnisse und Untugenden allmählich zu entfernen. Wichtig ist dazu, dass die Seele im Fegefeuer in sich selbst die wahre Liebe möglichst kräftig entwickeln kann, denn das Maß, in dem sie sich aufgrund dieses Feuers nach der 'Abbüßung' ihrer Fehltritte, Sünden, Versäumnisse und Untugenden und nach der wahren Vollkommenheit ihrer Liebe sehnt, bestimmt in hohem Maße, wie bald sie für den Eintritt in den Himmel bereit sein wird. Gott beweist durch dieses System, wie wichtig, wie zentral für Ihn die Liebe ist. Nur die Liebe bestimmt den Wert eines Lebens, nur die Liebe bestimmt den Eintritt in die ewige Glückseligkeit und den Zeitpunkt desselben, und für Gott ist ausschlaggebend, dass die Seele selbst spontan, freiwillig und bewusst die wahre Liebe lebt und empfindet.

In einer Offenbarung am 8. Juli 2007 sagte die Herrin aller Seelen:

"Die Seele in Fegefeuer kennt die Fülle der Wahrheit und weiβ mit Sicherheit, dass ihr Abbüβen irgendwann zu Ende geht. Es ist nicht die Rede von irgendwelcher Unsicherheit. In den Augen der Seele auf Erden kann es so scheinen, als würde die Seele im Fegefeuer aus diesem Grund ein viel leichteres Leiden empfinden. Dem ist nicht so. Zwar freut sich die Seele im Fegefeuer auf ihren Eintritt ins Paradies, der mit Sicherheit auf sie wartet, aber sie erfährt jede Sekunde ihrer Läuterung vor dem Hintergrund der Fülle des Wissens von Gottes Wahrheit und sieht sich dadurch ständig so, wie Gott sie sieht: als eine Seele, die den heiligen Bund der Liebe ihrem Schöpfer gegenüber verletzt und dadurch sich selbst verunreinigt hat. Sie sieht sich selbst als Diamant mit einem oder mehreren Schlammspritzern oder Schlammflecken. Dadurch, dass sie seit der Stunde ihres Lebensgerichts weiβ wie kostbar der Diamant der Seele in Gottes Augen ist, betrachtet sie diese Verunreinigung als etwas Schreckliches. (...) Die Reue der Seelen im Fegefeuer ist deswegen vollkommen, weil sie seit ihrem Lebensgericht die Sünde so sehen wie diese wirklich ist und dadurch ihre Fähigkeit zu lieben ebenfalls durch den Kontakt gereinigt worden ist, den sie in der Stunde ihres Lebensgerichts mit Gott und mit Mir gehabt haben. In der Stunde ihres Lebensgerichts empfindet die Seele eine Explosion im Mittelpunkt ihres Wesens. Auch die verdammte Seele ist Zeuge einer solchen Explosion, aber sie weigert sich, diese Explosion wirklich in sich vordringen zu lassen und glaubt nur an die Finsternis. Dies rührt daher, dass die verdammte Seele wegen der Menge und der Art ihrer Sünden nicht mehr imstande ist, diese auβergewöhnliche Welle wahren Lebens in sich aufzunehmen".

Der Zweck des Fegefeuers ist letztendlich nur die Vervollkommnung der Seele in der wahren Liebe, durch die Erkenntnis, welche sie beim Gericht über ihr vergangenes irdisches Leben von der wahren Liebe und von jeder Einzelheit erhalten hat, in welcher sie diese nicht hat aufbringen können. Diese Erkenntnis, aufgrund der Tatsache, dass die Seele beim Lebensgericht das vergangene Leben wie durch Gottes Augen sehen darf bzw. muss, weckt in der Seele tiefe Schmerzen über jeden Mangel an Liebe in ihrem vergangenen Leben. Diese Schmerzen bilden die Läuterung. Es handelt sich um Liebesschmerzen, in der Erkenntnis, dass sich die Seele durch ihre Sünden und Untugenden von Gott losgerissen hat und aus diesem Grund jetzt noch nicht zu Ihm gehen kann.

Die Seele, welche die Saat der Leiden Christi nicht in sich zur Reife gebracht hat, bleibt eine dürre Landschaft. Dem Ewigen Paradies werden nur die Seelengärten hinzugefügt, die in der Stunde ihres Lebensgerichts ein Maβ der Blüte nachweisen, das nach Gottes Weisheit ausreichen würde um in ein Fleckchen Paradies auszublühen. Diese Blüte kann im Fegefeuer vollendet werden. Selig allerdings die Seele, die ihr ganzes Leben an der vollen Blüte hier auf Erden orientiert, denn nur diese Seele beweist Gott, dass sie Seine Liebe tatsächlich gewürdigt hat, und nur die auf Erden aufgebrachte Liebe bringt tatsächlich Licht auf die ganze Schöpfung herab. Die Blüte bringt keine Früchte für Gottes Heilsplan mehr hervor, diese Blüte ist deshalb in gewissem Sinne selbstsüchtig: Sie führt nur zur eigenen letztendlichen Reife, die nicht mehr dafür dargeboten wird, das Wohl aller Mitgeschöpfe zu steigern.

4. Der Himmel

Am 11. Juni 2021 schenkte die Herrin aller Seelen die nachfolgende Offenbarung bezüglich des Seinszustandes im Himmel, und verordnete die Aufnahme dieser Offenbarung in die vorliegende Schrift:

"Der Himmel ist der nichtstoffliche Seinszustand der Ewigen Glückseligkeit und der absoluten Abwesenheit jeglicher Empfindung des Mangels, ein Zustand, welchen Gott für die Seele nach der Vollendung ihres stofflichen Lebens auf Erden bereitet wenn diese Seele die Aufgabe erfüllt hat, mit welcher sie in die Welt gesandt wurde.

Die Lebensaufgabe einer jeden Seele auf Erden setzt sich aus den nachfolgenden Elementen zusammen:

  1. die Leistung des für sie gröβt möglichen Beitrags zur Verwirlichung von Gottes Werken und Plänen von Liebe in der Welt. Die Seele kann den von ihr erwarteten Beitrag zur Verwirklichung von Gottes Werken und Plänen nur in dem Maβe leisten, wie sie das Göttliche Gesetz der wahren Liebe lebt und in sämtlichen Einzelheiten ihres Lebens, in ihrem ganzen Tun und Lassen, allen ihren Worten, Gedanken, Gefühlen, Wünschen, Bestrebungen, allen ihren Beziehungen, Kontakten und Begegnungen mit sämtlichen Mitgeschöpfen, deren Lebenswege Gottes Vorsehung mit dem Ihrigen in Berührung bringt, in Anwendung bringt;
  2. ein freiwilliger, spontaner, bewusster, aktiver und beharrlicher Verzicht auf jegliche Form von Finsternis in ihrem ganzen Tun und Lassen, allen ihren Worten, Gedanken, Gefühlen, Wünschen, Bestrebungen, allen ihren Beziehungen, Kontakten und Begegnungen mit sämtlichen Mitgeschöpfen, deren Lebenswege Gottes Vorsehung mit dem Ihrigen in Berührung bringt. Finsternis ist all dasjenige was Gottes Werken und Plänen nicht dienen kann, bzw. diesen Werken und Plänen schadet, sie verunreinigt, entstellt, missbraucht, ihnen entgegenwirkt, ihre Verwirklichung abbremst oder sie zu zerstören versucht und auf diese Weise dazu beiträgt, dass Elend, Chaos, Unglück, Unfrieden, Ungerechtigkeit, Gleichgültigkeit, Qual, Entwürdigung, Vernichtung oder Situationen hervorgebracht werden, instand gehalten werden und bzw. oder sich vermehren, die zum physischen Tod, zum seelischen Tod oder zum Tod der Liebe führen".

Der einzige Sinn und Zweck des Lebens einer jeden Seele in einem stofflichen Körper auf Erden liegt in der Erfüllung ihrer Lebensaufgabe im Dienst an der Verwirklichung von Gottes Werken. Gott versucht Seine Werke und Pläne immer durch Menschenseelen zu verwirklichen. Dazu muss Er von Seelen die Erlaubnis erhalten, Sich ihrer Hände, ihres Mundes, ihres Geistes, ihres Herzens und ihrer ganzen inneren Verfassungen zu bedienen. Er kann dies nur in dem Maβe tun, wie eine Seele ihren freien Willen bewusst und aktiv im Dienst an Gottes Werken und Plänen einsetzt. Um dies zu verwirklichen, muss die Seele alle ihre Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen mit wahrer Liebe, in vollkommener Selbstverleugnung und vollkommener Annahme von allem erfüllen, was sie auf ihrem Weg vorfindet, und muss sie ihr ganzes inneres Leben frei von aller Finsternis und von allen negativen Verfassungen halten. In dem Maβe, wie dies der Seele gelingt und wie sie in ihren Bestrebungen ausharrt, immer und überall eine Quelle und ein Kanal der Liebe und des Lichts zu sein, erwirbt sie sich den Verdienst der Ewigen Glückseligkeit im Himmel. Ich wies bereits darauf hin, dass das Ewige Leben im Himmel für die Seele nicht selbstverständlich ist: Der Himmel ist ein Seinszustand absolut vollendeter Liebe, der mit einem Leben in einem absolut vollendeten, unvergänglichen Paradies mit endlosen Verzückungen vergleichbar ist. Die absolute Liebe lässt sich mit einem Feuer vergleichen, das alles verzehrt, was nicht mit der makellosen Liebe vereinbar ist.

Die Himmlische Herrin weist darauf hin, dass alle Verzückungen der Ewigen Glückseligkeit aus der auβerordentlich gefühlstiefen, vollkommen uneingeschränkten Empfindung der Fülle der Liebe hervorkommen. Bereits auf Erden kann eine Menschenseele von all dem einen Vorgeschmack bekommen im tiefen inneren Frieden und der tiefen Freude, die in einem Herzen hochkommen können, das ein Mitgeschöpf aufrichtig liebt und sich in dieser Empfindung von selbst für ein intensiveres Einströmen des Göttlichen Lebens aufschlieβt, ebenso wie für ein mehr ungehemmtes Einströmen der Liebe innerhalb ihrer Erfahrungswelt. Die wahre Liebe ist ein Göttliches Heilmittel, das jede Finsternis in einem Herzen unwirksam macht, das sich spontan und uneingeschränkt an Gott und an der Erfüllung Seiner Werke orientiert. Im Seinszustand des Himmels empfindet die Seele die Liebe, den Frieden und de Freude im absolut vollendeten Grad, da sie in diesem Seinszustand nicht mehr den Beschränkungen des stofflichen Lebens mit allen seinen Einflüssen von Finsternis, Leiden und Herzeleid ausgesetzt ist. Im Himmel erfährt die Seele den Seinszustand der ungehemmten Durchströmung der vollendeten Göttlichen Liebe. Jede Wahrnehmung der Seele in jenem Zustand ist durch die Tatsache gekennzeichnet, dass dort alles von dieser vollendeten Liebe durchdrungen ist.

So soll die Seele die Ewige Glückseligkeit bereits auf Erden vorbereiten. Gott verlangt, dass die Seele nicht mit dem Ziel lebt, später den Himmel zu verdienen, sondern mit dem Ziel, die gröβt mögliche Menge an Liebe und Licht hervorzubringen, damit sie einen tatsächlichen Beitrag zur Vollendung von Gottes Werken und Plänen leistet. Sie kann dies nur dadurch tun, dass sie inständig, spontan, aufrichtig, bewusst und aktiv die wahre selbstlose Liebe lebt, und dabei nur vom Sehnen danach getrieben wird, dass das eigene Leben einen positiven Beitrag zur Vermehrung des Glücks und des Wohls aller Mitgeschöpfe und zur Vollendung von Gottes Heilsplan leisten möge. Die Seele, die so lebt, erwirbt sich automatisch den Lohn der Ewigen Glückseligkeit. Wenn die Seele mit dem Ziel lebt, sich den Himmel zu verdienen, lebt sie aus der Selbstsucht heraus: Sie sehnt sich dann nicht nach dem Wohl und dem Glück aller Mitgeschöpfe und der Vollendung von Gottes Heilsplan – und somit nach dem Sieg der Ewigen Liebe über alle Finsternis – sondern nur nach der eigenen Glückseligkeit. Sogar wenn die Seele alle Augenblicke ihres Lebens mit Handlungen von Liebe ausfüllen sollte, wird sie sich keine Verdienste erwerben wenn sie diese Handlungen in der Absicht vornimmt, selber in den Himmel zu kommen. Gott urteilt nicht nur die Handlungen selbst, sondern die Verfassungen, aus welchen diese Handlungen vorgenommen werden. Mit anderen Worten: Das aufrichtige, ungehemmte und bedingungslose Leben der wahren Liebe ist das einzige Maβ, nach dem die Bestimmung der Menschenseele nach ihrem irdischen Leben gemessen wird.

Der goldene Weg in die Ewige Glückseligkeit des Himmels ist jener, bei dem die Seele die wahre Liebe aufrichtig betrachtet als:

  • die Quelle einer jeden Einzelheit ihres Lebens und ihrer ganzen inneren Verfassungen. Es handelt sich also um die tiefe Erkenntnis, dass Gott die Quelle von allem ist und dass alles Lebendige nur aus Ihm hervorkommen kann;
  • die Trägerin einer jeden Einzelheit ihres Lebens und ihrer ganzen inneren Verfassungen. Es handelt sich also um die Erkenntnis, dass die wahre Liebe das Einzige ist, das allem einen Inhalt vermittelt, und dass ohne die wahre Liebe alles leer und inhaltslos ist. Aus diesem Grund sagt die Herrin aller Seelen, dass sehr viele Christen ihr Leben durch die Oberflächlichkeit ihrer Empfindung vollkommen unfruchtbar machen: Sie häufen Handlungen, Gebete und Sakramente an, auf der Grundlage von Verfassungen, die kaum wahre Liebe in sich tragen, in der irrtümlichen Meinung, dass die Anhäufung derselben ihnen das Ewige Leben einbringen soll. In der Stunde ihres Lebensgerichts allerdings, soll Gott mit Recht zu ihnen sagen: "Ich habe dich nie gekannt", weil das Einzige, das tatsächlich Sein Herz erreicht, die wahre Liebe, in allen ihren Handlungen fehlte;
  • die Bestimmung einer jeden Einzelheit ihres Lebens und ihrer ganzen inneren Verfassungen. Es handelt sich also um die tiefe Erkenntnis, dass Gott die wahre Bestimmung, der wahre Endpunkt von allem ist und dass jede Seele sich danach sehnen soll, zu Ihm zurückzukehren um für ewig in Seiner greifbaren Gegenwart zu leben, in der absolut ungehemmten Empfindung der vollendeten Liebe.

Die Seele muss sich selber aus freiem Willen vollkommen von jedem Verstoβ gegen Gottes Gesetz der Liebe reinigen ehe sie das Liebesfeuer des Himmels überhaupt ertragen kann. Die Seele kann deshalb nur im Himmel leben nachdem sie die vollkommene Liebe in sich verwirklicht hat. Die Heiligkeit ist ein Maβ der Verwirklichung, der Entfaltung und der Anwendung der wahren Liebe in der Seele. Die Herrin aller Seelen wies bereits in ihren früheren Offenbarungen und Belehrungen darauf hin, dass 'Heiligkeit' nicht als absoluter, sondern als relativer Zustand verstanden werden sollte. Dies heiβt, dass es unzählige Grade der Heiligkeit gibt. Heiligkeit ist der Zustand, in dem eine Seele imstande ist, durch alle ihre Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche, Bestrebungen und ihre ganze innere Verfassung 'Heil' über die Schöpfung zu bringen. Konkret heiβt dies, dass eine Seele in dem Maβe desto heiliger ist, wie sie mehr wahre Liebe in sich trägt und sie es vermag, diese in reinem Zustand – d.h. in einem Zustand, in dem sie gleichsam ein makelloser Spiegel von Gottes Herz ist – zu allen Mitgeschöpfen weiterströmen zu lassen. Eine Seele ist somit auf Erden nie absolut heilig (da sie automatisch in mehrerlei Hinsicht vom Ideal abweicht, das daraus besteht, dass das Gesetz der wahren Liebe vollkommen eingehalten wird), kann allerdings sehr unterschiedliche Grade von relativer Heiligkeit erreichen.

Je mehr sich in der Stunde, in welcher die Seele den stofflichen Körper verlässt (d.h. in ihrer Sterbestunde), die relative Heiligkeit der Seele dem Grad der Vollkommenheit – mit anderen Worten: der absoluten Heiligkeit – nähert, desto kleiner wird ihr Bedürfnis an Läuterung sein, denn desto besser ist sie dann bereits 'angepasst' um das Feuer der absolut vollendeten Liebe des Himmels zu ertragen. Die Herrin aller Seelen zeigte Ihrer Myriam einst diesen Unterschied: Eine Seele, die in ihrer Sterbestunde mit schwerer Finsternis beladen ist, erleidet beim Lebensgericht in der Begegnung mit Gott und Maria einen schweren Schock, da sie die Gegenwart der absoluten Heiligkeit Gottes und der Himmelskönigin – mit anderen Worten: Ihr gewaltiges Liebesfeuer – kaum ertragen kann und sie das Gefühl hat, sie wird restlos versengt werden. Eine Seele dahingegen, die sich während ihres Lebensgerichts in fortgeschrittenem Stand der Entwicklung und der Anwendung der wahren Liebe befindet, empfindet diese Begegnung mit dem Göttlichen Richter und der Himmelskönigin als immense Verzückung, in welche sie wie in wogende Wellen aus einer streichelnden Sommersonne aufgenommen wird. Diese Seele lebt gleichsam bereits weitgehend eine Verfassung, die vollkommen mit jener vergleichbar wäre, welche die Herzen Gottes und der Himmelskönigin erfüllt.

Wenn eine Seele bei ihrem Lebensgericht eine Bilanz aufweist (wie bereits aufgeführt, drückte die Herrin aller Seelen dies einst folgendermaβen aus: "Wenn die Seele Trägerin eines Logbuchs ist") in der bzw. in dem eine Anzahl von roten Zahlen (= Schulden gegenüber dem Gesetz der wahren Liebe) verzeichnet sind, spürt sie haargenau, dass ihre innere Verfassung vorläufig nicht ausreichend mit der Atmosphäre des Himmels im Paradies vereinbar ist, in dem der Ewige Sommer herrscht. Sie spürt dann selber, dass ein bestimmtes Maβ der Läuterung im Fegefeuer erforderlich ist. Diese Läuterung im Fegefeuer kann erst dann endgültig vollendet werden, wenn in der Seele die wahre Liebe vollendet ist. Sollte die Seele aus dem Fegefeuer in den Himmel hinübergehen bevor die Stunde gekommen ist, in welcher sie die Spuren ihrer Abweichung von der wahren Liebe vollkommen im dreifachen Feuer verbrannt hat, von dem vorhin die Rede war, so würde sie gleichsam mit sich selbst in Konflikt kommen: Das Feuer der Göttlichen Liebe würde sie gleichsam 'verbrennen'.

Am 1. Juli 2021 sprach die Königin von Himmel und Erden zu Myriam die nachfolgenden Worte, die Sie in die vorliegende Schrift aufnehmen lässt als zusammenfassende These mit Bezug auf das Recht des Zutritts zur Ewigen Glückseligkeit:

"Keine Seele kommt jemals in den Himmel ohne ein Leben geführt zu haben, in welchem sie ohne Unterlass die selbstlose Liebe angewandt hat, in vollkommener Annahme von allem, was auf ihren Lebensweg kommt, in aktiver Befruchtung sämtlicher Prüfungen durch aufrichtiges Sehnen nach der Erfüllung von Gottes Werken und während jede Spur von Finsternis im Herzen und in den eigenen Wünschen verabscheut wird. Jede Abweichung zwischen den wirklichen Verfassungen der Seele zu jedem Zeitpunkt ihres irdischen Lebens einerseits und der vollkommenen Erfüllung der obenerwähnten Bedingungen andererseits muss durch die Seele im Seinszustand des Fegefeuers ausgeglichen werden ehe ihr der Zutritt zum Himmel ermöglicht werden kann".

5. Die Hölle

Viele Seelen werden zum Göttlichen Richter zurückgerufen (es handelt sich da um den Tod des physischen Körpers, gefolgt vom Lebensgericht) in einer Stunde, in der das 'Logbuch' ihrer inneren Verfassungen und sämtlicher Einzelheiten ihres vergangenen Lebens dermaβen viele und hohe rote Zahlen enthält, dass sie sogar nicht mehr imstande sind, ihre Verstöβe gegen das Gesetz der wahren Liebe noch vom dreifachen Feuer des Fegefeuers verzehren zu lassen. Die Herrin aller Seelen bestätigte wiederholt, dass die Läuterungszeit vieler Seelen im Fegefeuer sehr viele Jahre, nicht selten Jahrhunderte beträgt. Sie sagte auch, man soll die Läuterungszeit im Fegefeuer nicht nach menschlicher Zeit abschätzen, da nicht der Zeitfaktor bestimmt, ob eine Seele geläutert ist oder nicht (in jenem Sinn weicht das Fegefeuer also eindeutig von demjenigen ab, was wir in der Welt als Gefängnis bezeichnen, und ist die Läuterungszeit nicht ganz mit einer Gefängnisstrafe zu vergleichen).

Bestimmend für die Vollendung der Läuterung im Fegefeuer ist ausschlieβlich das Maβ, in dem sich die Seele rascher und gründlicher mit der Fülle der Liebe 'vereinbar' macht. Wenn die Schuld sehr groβ ist und die Seele ihren Keim Göttlichen Lebens durch wiederholten und ernsthaften Mangel an Anwendung der wahren Liebe weitgehend hat vermodern lassen, so urteilt das Gesetz der Göttlichen Gerechtigkeit, dass dieser Keim nicht mehr zum Leben erweckt werden kann und dass die Seele somit nie den Zustand der Ewigen Glückseligkeit im Himmel wird ertragen können. In diesem Fall ist die Rede von Verdammung: Die Seele verdammt sich selbst dadurch, dass sie ihrem Keim Göttlichen Lebens im Lauf ihres irdischen Lebens die ganze Lebenskraft genommen hat. Die Verdammung ist eine ewig währende Überweisung in den Seinszustand der Hölle.

Einst bediente Sich die Himmelskönigin des Bildes, dass im Himmel für die Menschenseele ein Garten vorbereitet wird und dass die Blumen in diesem Garten mit der Saat aus den Verdiensten des Lebens gesät werden, das die betreffende Seele auf Erden führt. Nach diesem Bild kann man sich das Leben als einen Zeitraum vorstellen, während dem die Seele durch ein beharrliches Leben der unterschiedlichen Tugenden die Saat möglichst vieler Blumen zu erwerben sucht. Der Seelengarten enthält somit die Saat der wahren Liebe, da alle Tugenden gemeinsam die Liebe bilden. Diese Saat muss als Blumen erblühen, welche das Maβ der Heiligkeit symbolisieren. Im Fegefeuer muss die Seele die nicht ausgereifte Saat noch zum Blühen bringen, denn in den Himmel kann die Seele erst dann eintreten, wenn sich der Seelengarten in ein Blumenparadies verwandelt hat. Eine Seele, die alle Saat der wahren Liebe wegen eines Mangels an Sehnen nach Anwendung der selbstlosen, bedingungslosen Liebe in allen Einzelheiten ihres irdischen Lebens in sich vermodern lässt, kann sogar im Fegefeuer nicht mehr blühen: Sie hat sich selbst noch während ihres Lebens auf Erden zu einer Wüste werden lassen. Diese Seele verdammt sich für die Ewigkeit, denn ihr Leben auf Erden geht zu Ende ohne dass sie irgendwelche Blühkraft in sich bewahrt hat.

Die Seele in der Hölle hat sich während ihres irdischen Lebens völlig von der Liebe Gottes losgerissen und hat sich selbst in spiritueller Hinsicht getötet. Die 'tote' Seele ist nicht mehr aufnahmefähig. Die Herrin aller Seelen drückt es so aus, dass eine Seele im Stand der Verdammung eine Seele ist, die in sich den Keim des Göttlichen Lebens getötet hat. Wie dies vor sich geht, lässt sich verstehen wenn man das erste Wesen betrachtet, das jemals den eigenen Keim des Göttlichen Lebens in sich getötet hat: Luzifer.

Luzifer war der Gröβte der Erzengel. Zu einem gegebenen Zeitpunkt wurde er vom Hochmut ergriffen und wollte mindestens Gott gleichgestellt sein. Als Gott verfügte, Er würde den Menschen als Krone Seiner Schöpfung erschaffen, wurde Luzifer eifersüchtig und lehnte sich gegen Gottes Plan auf. Gott entwarf den Plan, Seinen Sohn Jesus Christus in die Welt zu senden und Ihn als Gott-Mensch aus der Frau (Maria) geboren werden zu lassen, und verkündete den Engeln, dass auch Maria ihre Vorgesetzte sein sollte. Luzifer weigerte sich, jemals vor dieser Frau niederknien zu müssen. Luzifer begann seine eigenen Wünsche den Wünschen Gottes vorzuziehen. Er begann, sich selbst mehr zu lieben als er Gott liebte. Dadurch verlor sein Herz die reine Verbindung zum Göttlichen Herzen. Luzifer trennte dadurch sich selbst von den vollkommenen Strömen der Göttlichen Liebe, sodass er allmählich das wahre Göttliche Leben verlor. Er war aus diesem Grund auch nicht länger dazu imstande, die Göttliche Liebe zu den anderen Engeln durchströmen zu lassen. Ab jenem Augenblick sollte Luzifer seinen freien Willen vollkommen für seine eigenen Interessen einsetzen, nicht mehr für die Verwirklichung von Gottes Werken. In Widerspruch zu Gottes Gesetz der Liebe lieβ er sich nicht länger in Gottes Pläne und Werke einschalten und begann, sein Bedürfnis an Anerkennung und Macht der Erfüllung der ihm zugewiesenen Rolle innerhalb von Gottes Plänen und Werken vorzuziehen. Dieses Abschalten der Selbstverleugnung und der Liebe zu Gott und zur ganzen Schöpfung, und somit das Leben zur Befriedigung des Eigeninteresses über alles, ist uns als 'Finsternis' bekannt.

Kennzeichnend für die Verfassung von Luzifer (nach seiner Verbannung aus dem Himmel 'Satan' genannt) waren somit der Ungehorsam Gottes Gesetz gegenüber, Selbstsucht (mehr für sich selbst und die Befriedigung eigener Vorstellungen zu leben als für die Verwirklichung von Gottes Werken und Plänen), Hochmut, Selbstüberhebung, Eifersucht, ein alles beherrschendes Bedürfnis nach Macht und Anerkennung, das Abschwören aller Liebe und ein uneingeschränkter Antrieb zum bewussten Schaden und Zerstören von allen Göttlichen Werken (einschlieβlich der Menschenseele) und von allem, was Leben in sich trägt. Gerade diese Verfassungen versucht Satan auf alle Menschenseelen zu übertragen, damit auch sie jegliche Harmonie mit den Göttlichen Gesetzen verlieren und auch sie, in Nachfolge von Satan selber, dadurch in Ungnade fallen. Unzählige Menschenseelen fallen häufig den nie aufhörenden Versuchungen anheim um Finsternis in sich Wurzeln schlagen zu lassen. Wenn eine Menschenseele die Verfassungen Satans tatsächlich dadurch in sich Wurzeln schlagen lässt, dass sie häufig den Versuchungen zu Handlungen, Gedanken, Gefühlen, Wünschen und Bestrebungen nachgibt, die Finsternis in sich tragen, verdammt sie sich selbst und bereitet sie dadurch sich selbst einen ewigen Aufenthalt in der Hölle. Die Seele verdammt sich selbst durch eine Vielzahl von Handlungen, Gedanken, Gefühlen, Wünschen, Bestrebungen und inneren Verfassungen, die nicht Gottes Werke und Pläne verwirklichen helfen, sondern diesen Schaden zufügen oder die mindestens darauf abzielen, eigene Interessen, Vorstellungen und Erwartungen zu befriedigen statt Gott zu dienen.

Die Himmlische Herrin sagte einst in einer Privatoffenbarung zu Myriam:

"Kämpfe nicht gegen die Finsternis, kämpfe immer für das Licht. In dem Maβe, wie du mehr Licht, d.h. mehr wahre Liebe, in dir entwickeln kannst, wird jegliche Finsternis in dir gründlicher ausgerottet werden. Nur diese Einstellung behütet eine Seele vor der Hölle. Die Hölle ist der Seinszustand, in dem die Seele für die Ewigkeit landet wenn sie nicht den beharrlichen Willen aufgebracht hat, für Gottes Werke fruchtbar zu sein. Die Fruchtbarkeit wird ausschlieβlich durch das Maβ bestimmt, in dem die Seele wahre Liebe entwickelt hat, sowohl allen Mitgeschöpfen wie auch Gott, Gottes Werken und Plänen und Gottes Vorsehung in ihrem eigenen Leben gegenüber. Dieses Letztere heiβt mithin: keinen Widerstand, keine Auflehnung, keinen Protest, keine Unzufriedenheit wegen demjenigen, was Gott im Leben zulässt damit sich die Seele in jeder Tugend vervollkommnet. Die Seele, die nur allerhand Dingen in der Absicht nachjagt, 'der Hölle zu entgehen', ist ständig mit sich selbst beschäftigt: Sie ist ständig dabei, ihre eigenen Bedürfnisse mit Bezug auf das Ewige Leben zu befriedigen und vergisst dadurch, sich vollkommen zugunsten ihrer Mitgeschöpfe und für Gottes Werke einzusetzen. Eigentlich interessiert sie nur eins: 'dass ich nur nicht in die Hölle komme'. Sie sorgt also im Grunde genommen nur für sich selbst und erfüllt nicht ihre Rolle im Dienst an Gottes Werken".

6.Schlussbetrachtung – Bewusstmachung der Seelen

Wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass die Menschenseele nur dazu in die Welt gesandt wird, ein Leben als Werkzeug für die Verwirklichung von Gottes Werken und Seines Heilsplans zwecks Gründung von Gottes Reich auf Erden zu führen, versteht sich, dass die ewige Bestimmung nach dem irdischen Leben vollkommen durch das Maβ bestimmt wird, wie die Seele während ihres ganzen Lebens, in sämtlichen Einzelheiten ihres Lebenswegs und in allen ihren inneren Verfassungen zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens tatsächlich diese Lebensaufgabe erfüllt hat.

Die Herrin aller Seelen betont seit langem, dass die Seelen den Wert ihres Lebens für Gottes Heilsplan in sehr hohem Maβ dadurch beeinflussen können, dass sie viel bewusster leben, das heiβt: dadurch, dass sie die Ereignisse und Entwicklungen ihres Lebens weniger oberflächlich und mechanisch leben. Die Bewusstwerdung, von der Maria spricht, bezieht sich an erster Stelle auf eine konkrete Ausfüllung einer jeden Einzelheit des Lebens mit bewusst gelebter Liebe. Die Herrin aller Seelen weist darauf hin, dass viele Seelen, trotz der Tatsache, dass sie keine Todsünden begangen haben, die ihren Mitmenschen auffallen, sich selbst dadurch für die Ewigkeit verdammen, dass sie an den unterschiedlichsten Gewohnheiten festhalten, die sie ständig dazu anregen, in der Anwendung der wahren Liebe zu versagen, und dass andere Seelen aus ähnlichen Gründen für sich selbst eine sehr lange Läuterungszeit im Fegefeuer erforderlich machen. Es handelt sich um Seelen, die:

  • in ihrem Herzen häufig Unfrieden bezüglich Gottes Verfügungen im Zusammenhang mit ihrem Leben hegen oder aber sich der Eifersucht oder des Neids schuldig machen aufgrund der Auflehnung gegen die Rolle, die Position und die Eigenschaften und Umstände, die Gott für sie vorgesehen hat weil diese für diese Seelen den Weg des gröβten Heils bilden. Verlieren wir nicht aus den Augen, dass Herzensunfriede die Verfassung war, aus welcher in Luzifer die Auflehnung gegen Gott und gegen seine eigene Position hervorgekommen ist;
  • ein Leben führen, in dem die Befriedigung eigener Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen im Mittelpunkt steht;
  • ein Leben führen, das in hohem Maβe an der Befriedigung stofflicher Bedürfnisse und der Jagd nach stofflichem Gewinn orientiert ist, statt an der Blüte ihrer seelischen Vermögen und dem Dienst an Gott;
  • häufig die selbstlose Liebe allen ihren Mitgeschöpfen gegenüber nicht leben;
  • häufig Macht und Anerkennung nachjagen, in den Augen ihrer Mitmenschen wichtig sein wollen und bzw. oder Hochmut hegen statt anzunehmen, dass Gott sie als ein kleines Rädchen in einem riesigen Netz mit Milliarden von Knotenpunkten (allen Geschöpfen) gemacht hat;
  • häufig Finsternis und negative innere Verfassungen hegen, die viele Kanäle von Licht und Liebe zu Mitgeschöpfen verunreinigen und in Mitgeschöpfen den Glauben und die Hoffnung auf einen liebenden Gott unterminieren. Zu den häufigsten Quellen der Selbstvernichtung in der Seele gehören ständige Verfassungen des Grolls und der Rachsucht, die Früchte innerer Auflehnung und oft eines Sehnens danach sind, zu schaden;
  • häufig Werken Gottes (u.a. Mitgeschöpfen, die alle von Gott erschaffen worden sind damit sie innerhalb Seiner Schöpfung ihre eigene Rolle erfüllen) schaden oder Mitgeschöpfe auf welche Weise auch immer herabwürdigen;
  • ein Leben in einer eigenen Vorstellungswelt und mit eigenen Gesetzen führen, statt sich vollkommen und bedingungslos in den Dienst an Gottes Schöpfung zu stellen, um ihre Lebensaufgabe als Behüterin der Schöpfung in Vertretung von Gott und als Spiegel Gottes gegenüber ihren Mitgeschöpfen zu erfüllen;
  • die Gewohnheit hegen, sich gegen alle Prüfungen und Kreuze ihres Lebens aufzulehnen bzw. Unfrieden über dieselben zu hegen, sodass sie nicht 'dasjenige ergänzen, was an den Leiden Christi fehlt', mit anderen Worten: sodass sie die Wirkungen der Erlösungswerke Christi nicht durch liebevolle Annahme und Weihe ihrer eigenen Kreuze in ihrem eigenen Leben fruchtbar machen und dadurch versäumen, diese Wirkungen tatsächlich selber zu 'erschlieβen'. Gott erwartet dies von jeder Seele, denn Er lässt die Wirkungen aller Seiner Werke durch das Maβ bestimmen, wie Menschenseelen aktiv zu diesen Wirkungen beitragen;
  • sich im Mittelpunkt ihres Herzens nicht an der Verwirklichung von Gottes Werken orientieren, und deren Leben deswegen keine Früchte für die Vollendung Seines Heilsplans einbringt. Zu diesem Punkt gehören auch die Seelen, die ein Leben voller Berechnung führen und, zum Beispiel, meinen, sie werden sich schon dadurch den Himmel verdienen, dass sie die Sakramente anhäufen ohne dass ihr Herz an einer Blüte der konkret gelebten, selbstlosen Liebe orientiert wäre. Sogar eine wiederholte Lebensbeichte kann nicht mit Sicherheit die Verdammung abwenden wenn die Beichte nicht mit einem aufrichtigen Vorsatz einher geht, radikal jegliche Finsternis aus sich auszubannen, denn das Beichtkind hat in jenem Fall die Beichte aus Berechnung gesprochen, in der Erwartung, sich dadurch die Ewige Glückseligkeit zu verdienen und nicht wegen eines aufrichtigen Sehnens danach, sich mit Gott zu versöhnen;

Berechnend leben, ist eine dermaβen gefährliche Selbsttäuschung, dass die Herrin aller Seelen diesbezüglich die nachfolgenden Worte zu Myriam sprach:

"Jede Menschenseele ist berufen, Gott und Seine Verfassungen vollendeter Liebe allen ihren Mitgeschöpfen gegenüber zu vertreten.

In Wahrheit sage Ich dir, dass eine der gröβten Blamagen, die eine Menschenseele Gott bereiten kann, daraus besteht, dass sie ein Leben der Berechnung führt. Berechnung ist die Verfassung, in welcher eine Seele nicht spontan nach dem Gesetz der Göttlichen Liebe lebt, sondern ihr ganzes Tun und Lassen am Vorteil bzw. Nachteil orientiert, das sie von ihren Handlungen und Bestrebungen mit Bezug auf ihr eigenes Leben und die Erfüllung ihrer eigenen (vermeintlichen) Bedürfnisse erwartet. Berechnung ist deswegen eine Frucht der Selbstsucht und ist somit der Verfassung der Dienstbarkeit Gottes Werken und Plänen gegenüber völlig entgegengesetzt. Infolgedessen ist Berechnung die Verfassung schlechthin, die verhindert, dass eine Menschenseele die Aufgabe und Berufung erfüllt, die Gott ihr für ihr irdisches Leben gegeben hat. Berechnung trennt somit die Seele von Gott, regt sie dazu an, vollkommen eigene Wege zu gehen, die nicht von Gott gemeint waren und die keine Früchte für Seine Werke einbringt, und sorgt deswegen dafür, dass die Seele in der Stunde ihres Lebensgerichts ohne den geringsten Verdienst vor Gott steht.

Wenn die Verfassung der Berechnung sehr ausgeprägt wirksam ist, sehen wir eine Menschenseele, die in ihrer von Gott erhaltenen Würde so weitgehend verfallen ist und die sich so weit von Gottes Gesetz entfernt hat, dass sie in ihrem ganzen Tun und Lassen und ihren ganzen inneren Verfassungen so unheilbar der Finsternis versklavt ist, dass sie, sollte sie ihre Sterbestunde kennen, bis zum vorletzten Tag ihres Lebens zügellos ihre finsteren Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen auswirken würde, am letzten Tag eine Lebensbeichte sprechen würde, und dann dessen überzeugt sein würde, dass sie vollkommen schuldenfrei vor Gott erscheinen kann.

In Wahrheit sage Ich, dass eine solche Seele, trotz der Lebensbeichte in ihren letzten Lebensstunden, wegen ihrer Verfassung der Berechnung von Gott verurteilt werden soll und sie zur Begründung des Lebensurteils vom Göttlichen Richter erfahren soll:

"Du hast ein ganzes Leben lang dir selbst gedient, nicht Mir.
Du hast für die Befriedigung von demjenigen gelebt, was du als eigene Bedürfnisse betrachtetest, nicht aus dem Sehnen danach, dass das Gesetz der wahren Liebe verherrlicht wird und die Bedürfnisse der Ewigen Liebe auch durch deinen Einsatz erfüllt werden mögen.
Du hast vom Streben danach gelebt, dass du nur Dinge erfahren solltest, die du in deiner vergänglichen stofflichen Natur als angenehm empfindest, nicht vom Streben danach, durch spontane Selbstverleugnung jede Erfahrung auf deinem Lebensweg zu umarmen in Vereinigung mit, und in der Herzensverfassung von, dem Kreuz tragenden Christus, Meinem Sohn, der aus Liebe zu deinem Ewigen Heil keinen Hohn und kein Leid gescheut hat.
Du hast für deine stoffliche Natur gelebt, nicht für das Ewige Leben'.

Diese Seele ändert dann nur die Verfassung in der Erwartung und in der Hoffnung, dass sie den urteilenden Gott davon überzeugen kann, dass sie das Gute anstrebt. Ihr Herz hegt nicht die Absicht, sich selbst zu verleugnen und das Gesetz der wahren Liebe zu erfüllen. Sogar das scheinbar Gute in ihren Verfassungen in ihren letzten Lebensstunden bringt echte Selbstsucht zum Ausdruck, die auβerdem versucht, sich selbst durch Täuschung ihres Umfeldes und sogar von Gott Selbst zu verstecken".

Wenn wir die Menschenseele als Garten betrachten, können wir es so sehen, dass Gott jeden Seelenboden mit Seinen Blüh- und Wachstumsgesetzen versieht und dass die Seele auf ihrer Lebensreise sowohl die zu ihrem Garten passende Saat als auch die nützlichen Mengen an Sonne (Gottes Liebe), Wind (Gottes Weisheit und den Verfügungen Seiner Vorsehung) und Regenwasser (Prüfungen) bekommt. Es ist die Lebensaufgabe der Seele, während der ihr zugemessenen Zeit auf Erden ihren Garten so zu bearbeiten, dass dies alles zusammen Blumen, Getreide und Früchte für Gottes Reich auf Erden einbringen kann. Die Werkzeuge mit denen der Boden bearbeitet werden soll, sind die unterschiedlichen Äuβerungen bewusst gelebter wahrer Liebe. So bereitet die Seele bereits den Garten vor, den sie in der Stunde ihres Lebensgerichts wird zugeteilt bekommen. Jede Seele soll sich zum Ziel setzen, eine möglichst reiche Ernte einzubringen. Wenn die Seele häufig versäumt, die wahre Liebe zu leben, wird sie in der Stunde ihres Lebensgerichts vor Gottes Thron erscheinen wie eine Steppe mit geringer Fruchtbarkeit, sogar wie eine Wüste, falls sie alles Leben in sich dadurch erdrosselt hat, dass sie die Liebe, die Trägerin von allem Leben ist, vernachlässigt hat. Die Seele kann sich beim Bearbeiten ihres Bodens von der Himmelskönigin helfen lassen, über einen inbrünstig gelebten Bund der Weihe an Sie. Letzten Endes allerdings, wird der Gebrauch des freien Willens der Seele selbst für die Beschaffenheit des Gartens ausschlaggebend sein, den sie in der Stunde ihres Lebensgerichts ihrem Gott und Richter zurückgeben soll.

Myriam, in der Weihnachtszeit 2018